Die Krise des Krisenmanagers
geschrieben am 01. Juli 2009 von Spiegelfechter
Finanzstaatsekretär Asmussen, unser Bankenretter, hat mehr als eigenwillige Methoden. Er gab offenbar doppelt Geld für PR aus und holte sich einen Ex-HRE-Manager ins Haus
Hinter dem sperrigen Namen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) verbirgt sich ein schlankes Gremium, das – abseits jeglicher parlamentarischen Kontrolle – über die Vergabe von 480 Milliarden Euro an kriselnde Finanzinstitute entscheiden darf. Noch nie entschieden so wenige Männer über so hohe Summen. Der Lenkungsausschuss, der letztendlich über die Vergabe entscheidet, besteht aus drei Staatssekretären und einem Vertreter der Länder. Rechenschaft über die Milliardenhilfen für das Bankensystem muss das Gremium dem Steuerzahler nicht ablegen. Ein Kontrollgremium des Bundestags darf zwar in geheimer Sitzung Fragen stellen, die Antworten müssen aber geheim gehalten werden – bei Missachtung drohen den Parlamentariern sogar Haftstrafen.
Da ist es verständlich, dass die Aktionen des SoFFin von allen Seiten kritisch beäugt werden. Besonders für Jörg Asmussen, den Vertreter des Finanzministeriums, dürfte es langsam eng werden. Nachdem der Staatssekretär bereits im Untersuchungsausschuss über die Rettung der Hypo Real Estate (HRE) ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist, belegen nun brisante Unterlagen, die dem STERN vorliegen, zwei weitere erklärungsbedürftige Vorgänge rund um die HRE.
Weiter auf freitag.de
| Tags: Deutschland Wirtschaft | |
![]() |
Partnersuche im Internet Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1 Wissenschaftlich fundierter Test www.PARSHIP.de |










Kommentieren
Artikel
Kommentare
eMail-Abo
Moin!
Guter Artikel, allerdings hat sich da ein Linkfehler eingeschlichen. Der erste Link geht zu deinem Karlsruhe-Artikel auf Telepolis und nicht zum Asmussen-Artikel.
@Ben
Arrgh! Peinlich! Mal schauen, wie schnell der Freitag bei der Korrektur ist. Danke für den Hinweis.
Oh je, schon wieder dieser Asmussen. Es ist schon doppelt tragisch, dass uns solche farblosen Typen, die jeden Amoklauf überleben, weil sie übersehen werden, in den Ruin getrieben haben. In solchen Fällen hilft mir im Augenblick nur noch Sloterdijk, seine Worte sind mir mittlerweile Balsam auf die Seele: “Was heute Krise heißt, ist die Weltverschwörung der Spießer. Diese vorgeblich heftigste Wirtschaftskrise der jüngeren Geschichte: sie ist die spießigste und muffigste Angelegenheit, die sich seit Menschengedenken zugetragen hat.”
Ein weiterer Satz, den ich nicht oft genug lesen kann: “Wenn der Sozialismus beziehungsweise das Gemeinwohldenken gescheitert ist, wie man frivolerweise behauptet, bleibt der Asozialismus.” manager-magazin: Sloterdijk-Interview
Leider ist Asmussen nicht alleine und viele dieser asozialen Aufschneider wird man übersehen, denn sie brauchen sich nur vor einen Aktenschrank stellen und werden unsichtbar!