Requiem für die Grüne Revolution
geschrieben am 03. Juli 2009 von Spiegelfechter
Als sich Großajatollah Ali Chamenei bei seinem Freitagsgebet am 19. Juni abermals zu Mahmud Ahmadinedschad bekannte, war dies eine klare Kampfansage an seine politischen und klerikalen Gegner. Wer sich fortan gegen den Revolutionsführer stellt, indem er die Legitimation Ahmadinedschads anzweifelt, läuft Gefahr, die Protektion des Systems zu verlieren. Diese offene Warnung blieb nicht ungehört bei den Hintermännern des Oppositionskandidaten Mussawi. Der ehemalige Staatspräsident Mohammad Chatami, der als gemäßigter Reformer gilt, zog sich ab diesem Zeitpunkt vornehm in seine selbstgewählte innere Emigration zurück. Das hat bei Chatami Tradition – der Reformer mag Reformen nur, wenn sie leise von statten gehen und von der Obrigkeit toleriert werden. Als während seiner ersten Amtszeit im Jahre 1999 reformhungrige Studenten auf die Straße gingen, schlug er sich auf die Seite der Konservativen und ließ die Studenten nicht nur im Regen stehen, sondern brutal niederprügeln. Wenig glorreich zog sich auch die Graue Eminenz der Reformbewegung, der Milliardär und Ajatollah Ali Rafsandschani, aus der ersten Reihe des Widerstands gegen Ahmadinedschad zurück. Hatten er und die Zeitung Jomhouri-e Eslami, die als sein Sprachrohr gilt, sich in der Wahlkampfphase noch hinter den Reformer Mussawi gestellt, folgte die Wende am 19. Juni. Das Volk solle den Willen des Revolutionsführers respektieren, zum Wohle der Islamischen Republik. Die Revolution ist tot, es lebe die Revolution.
Kopflos und unorganisiert, war die „Grüne Revolution“ von diesen Tag an zum Scheitern verurteilt – letztendlich ging es nur darum, wie blutig die Niederschlagung der Aufstände sein würde und ob es dem System gelingen würde, mit Mir Hossein Mussawi die letzte verbliebene Gallionsfigur der Demonstranten wieder in seine Reihen zu bringen. Isoliert und alleingelassen, wird dem unterlegenen Präsidentschaftskandidaten wohl nichts anderes übrigbleiben, als sich dem System zu beugen – es bleibt abzuwarten, ob der Preis für dieses Entgegenkommen politischer Natur sein wird, oder doch ein Platz am Futtertrog. Wie in einem sizilianischen Clan will man nun „eine Lösung in der Familie finden“ – also innerhalb des Systems, das stets aufs Neue beweist, wie unflexibel es ist.
Einstweilen verloren haben die Demonstranten, aber ihr Blut soll nicht umsonst vergoßen worden sein. Die Intensität der Proteste hat dem System bewiesen, wie fragil doch sein Herrschaftsanspruch ist. Die „Grüne Revolution“ 2009 musste scheitern, da die aufständischen Teile des Volkes keine Verbündeten hatten. Militär, Sicherheitskräfte und Geheimdienste standen auf Seiten des Systems und die oppositionellen Kräfte innerhalb des Klerus und der politischen Elite scheuen noch vor dem offenen Bruch mit dem System zurück. Dies muss in Zukunft aber nicht so bleiben – mehr denn je brodelt es unter der Oberfläche, und durch die offenkundige Manipulation der Wahl hat sich das System seiner republikanischen Fassade entledigt. Dreißig Jahre nach der Revolution hat die Islamische Republik ohne Not ihre moralische Basis auf dem Altar des kompromisslosen Machterhalts geopfert.
Hätte der innere Kreis rund um Revolutionsführer Chamenei geahnt, welche Wellen die – vermutlich von ganz oben gedeckten – Unregelmäßigkeiten bei den Präsidentschaftswahlen schlagen würden, man hätte sicher versucht, zumindest den Anschein fairer Wahlen aufrechtzuerhalten. Die zwei Amtsperioden des moderaten Reformers Chatami haben gezeigt, dass es letztendlich egal ist, wer unter der theokratischen Staatsführung Präsident ist. Alle Reformvorhaben Chatamis, die Chamenei zu weit gingen, wurden von ihm ohne viel Federlesens einkassiert. Bei Mir Hossein Mussawi wäre es wahrscheinlich ähnlich gewesen, da auch er ein Mann des Systems ist. Vor den Wahlen gab es in Iran allerdings eine kurze Periode der relativen Freiheit. Die Reformer durften ihre Forderungen stellen, hunderttausende Anhänger versammelten sich bei den Kundgebungen der Reformkandidaten. Es herrschte eine Atmosphäre der Hoffnung auf Wandel, eine Art Teheraner Frühling. Diese Büchse der Pandora ließ sich nicht wieder schließen – es war zu erwarten, dass die Oppositionsanhänger bei einem derart offensichtlichen Täuschungsmanöver jegliche Vorsicht über Bord schmeißen und die Straßen stürmen würden. Sehr zum Unbehagen der „gemäßigten Reformer“ um Rafsandschani, die nun fürchteten, dass sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr los werden könnten. Rafsandschani hat diese Runde im Machtkampf hinter den Kulissen mit Pauken und Trompeten verloren. Er ist allerdings wie ein Korken, der immer oben schwimmt, egal wie schwer die See auch sein mag. Dass die Graue Eminenz der Reformer die reformhungrigen Demonstranten ihrem Schicksal überlassen würde, war abzusehen. Rafsandschani gilt als iranischer Machiavelli. Es wäre allerdings auch falsch, die Demonstranten als Opfer düsterer Ränkespiele hinter den Kulissen zu sehen. Ihre Zeit wird kommen – wann, das steht noch in den Sternen. Man kann nur hoffen, dass dieser Wandel unblutig von statten gehen wird. „You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can not fool all of the people all of the time“ – Abraham Lincoln.
Die Entwicklungen der nächsten Monate werden zeigen, ob sich das System wenigstens in Teilbereichen öffnen wird. Geschieht dies nicht, droht aus Iran eine repressive Diktatur zu werden. Mahmud Ahmadinedschad wirkt derweil wie ein düsterer Prophet, dessen Paranoia der Vergangenheit eine selbsterfüllende Prophezeiung der Zukunft werden könnte. Ulrich Ladurner schreibt dazu in der ZEIT:
Er redet so lange von Feinden, bis sie tatsächlich in Erscheinung treten; er redet so lange von den »souveränen Rechten Irans«, bis das Land isoliert sein wird. Der Revolutionär ist auf dem Weg, das Land dorthin zu führen, wo es sich in den dunkelsten Stunden der Revolution befand: in die absolute Einsamkeit.
Entscheidend für die Zukunft Irans wird die künftige Beziehung zur Außenwelt sein. Die „Charmeoffensive“ aus Washington ist vorüber. Ohne Kritik von rechts zu ernten, wird Obama seine Dialogpolitik nicht fortsetzen können. Auch in der EU ist durch die Unruhen in Iran Angela Merkels antiiranische Linie gestärkt worden, während Pragmatiker wie Frankreichs Staatschef Sarkozy sich auf die Seite der Hardliner schlagen. Irans krude Rhetorik, die Aufstände seien von den USA und Großbritannien orchestriert und die Affäre um die britischen Botschaftsangehörigen lassen nicht eben erwarten, dass Ahmadinedschad und Chamenei den Kurs der diplomatischen Annährung wählen werden. Freilich, demokratische Defizite werden nur den Westen in seiner Position beeinflussen – für Russland und China spielt die weltliche Orientierung ihres Handelspartners eine eher untergeordnete Rolle. Auch die westlichen Staaten werden hinter den Kulissen sicher weiter profitable Geschäfte mit dem Mullah-Regime betreiben. Leidtragende einer Isolationspolitik werden vor allem diejenigen sein, die in den vergangenen Wochen auf die Straße gingen. Junge Akademiker, die von einem offenen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch profitieren würden. Dies wird den Druck im Kessel Iran allerdings nur noch stärker erhöhen und wenn sich das nächste Ventil findet, wird das iranische System abermals um seine Existenz kämpfen müssen.
P.s.: Empfehlenswert, wenn auch nicht unbedingt deckungsgleich mit der Meinung des Autoren, ist Pepe Escobars “Requiem for a revolution”:
Jens Berger
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Hallo Jens. Danke für den Artikel. Ich bin ja immer noch der Ansicht, dass das Wahlergebnis legitim ist. Insofern beurteile ich auch “das Regime” etwas weniger dramatisch. Ich lese die Artikel von Pepe Escobar regelmässig in der Asia Times (atimes.com). Mir ist er aber ehrlich gesagt zu emotional. Die Artikel von M. K. Bhadrakumar sagen mir deutlich besser zu.
gruss + schönes WE. luky
@luky
Auch ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass MA die Wahl tatsächlich gewonnen hat – das werden wir aber wohl nie erfahren, da die Ergebnisse ganz offensichtlich gefälscht sind.
-> ATimes
Ja, das sehe ich ganz genau so. Escobar ist kein Schlechter und sein neustes Buch ist stellenweise sehr gut. Aber seine momentanen Iran Artikel sind sehr emotional und auch naiv.
“Die Entwicklungen der nächsten Monate werden zeigen, ob sich das System wenigstens in Teilbereichen öffnen wird. Geschieht dies nicht, droht aus Iran eine repressive Diktatur zu werden. Mahmud Ahmadinedschad wirkt derweil wie ein düsterer Prophet, dessen Paranoia der Vergangenheit eine selbsterfüllende Prophezeiung der Zukunft werden könnte.”
Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass bestimmte religiöse Kreise und “gemäßigte Reformer” sich zusammenfinden werden, um MA auszubremsen. Im Gegensatz zum intellektuell steckengebliebenen MA wissen die nämlich, dass ohne die Akademiker u. ähnlichem der Iran in die drittklassige Liga abrutschen wird. Der Anteil der Frauen
an den Unis ist ja stetig gestiegen – das haben die Mullahs ja nicht aus Menschenliebe gemacht, sondern weil sie schon um die Ressourcen wussten, die sie damit gewinnen.
Interessant wird es, wenn Chamenei stirbt – gibt es überhaupt einen adäquaten Nachfolger (schon Chamenei gilt ja vielen Geistlichen als eigentlich nicht würdig genug)? Welche Richtung nimmt das politische System dann?
Also für mich ist das schon jetzt eine repressive Diktatur! Dies heißt ja nicht, dass das Regime keine Unterstützung im Volk hat. Hatte nicht auch Hitler viele Unterstützer im Volk?
Das Wahlergebnis als legitim zu betrachten, wie es luky oben tut, ist eine Provokation! Manipulationen werden ja sogar offiziell zugegeben und über den Umfang wird man nie Gewissheit bekommen, da eben das Regime keine seriöse Untersuchung der Wahlen zulässt. Und dieses Regime wird sicher auch in Zukunft bei Wahlen keine Wahlbeobachter zulassen, denen man vertrauen kann. Aber es wird alles tun, dass auch künftig Wahlen nie ihre Machtbasis gefährden werden. Vielleicht hat Ahmadinedschad tatsächlich die Wahl gewonnen, verifizieren wird man in diesem Staat das nicht können, sicher ist aber, dass kein anderer gewinnen konnte (!). Wo ist der Unterschied zu einer Diktatur? Und wie kann man, als Demokrat, solche Wahlen als legitim betrachten?
Rafsnjani ist angeblich der reichste Mensch im Iran. Einer seiner Söhne baut die Theheraner U-Bahn. Was darf das iranische Volk von ihm erwarten? Neoliberalismus wie in Deutschland?
@Supperguppi
Na klar – genau das wurde von ihm erwartet – “unser Mann in Teheran” halt.
Holla die Waldfee, was hat sich hier die site verändert.
Hatte mir heute die Zeit genommen um den kompletten thread zum Thema Interview mit Putin bei der ARD zu lesen http://www.spiegelfechter.com/wordpress/392/das-interview
Die Proteste und meist sehr klugen bis hin intelligenten Beiträge haben mir sehr gefallen.
Nun wollte ich schauen was es ein Jahr danach, so alles an Texten zu lesen gibt und ich sehe diesen erbärmlichen thread.
Regime, Mullahs, Diktatur, Vergleich mit Hitler usw. Knallharte und vernichtende Worte, keine Frage.
Und erst vor einem Jahr hat man darüber gejammert, das deutsche Volk würde man gegen das russische Volk aufgrund diverser Schlüsselwörter und Bilder aufhetzen. Worin unterscheiden sich die Kommentare sowie der Leitartikel von diesen Vorwürfen?
Die, Tage andauernden, Demonstrationen und die Ausschreitungen seitens der Demonstranten, die die iranische Regierung duldete, hätte man hier und in jedem anderen demokratischen Land gewaltsam niedergeschlagen. Erst Recht keine Demo ohne vorherigen Antrag und Bewilligung geduldet.
Iran werden Rechte untersagt die die Untersager aber selber ausüben. Die westliche Welt will seine Richtlinien auf der ganzen Welt, egal wie unrealistisch und brutal sie sein mögen, durchsetzen. Das Geschäft des Westens (Europa und USA) ist der Krieg. Diese führen sie mit dem Segen ihrer Bevölkerung gewaltsam durch. Der Westen ist jüdisch und christlich geprägt und handelt nach den Anordnungen dieser religiösen Führer. Der Iran ist islamisch orientiert und hat dementsprechend auch seine islamischen Führer.
Obwohl ich selbst keiner Religion angehöre, ausser meinem Garten der für mich mein Gott ist, habe ich grosses Verständnis für die iranische Regierung, deren Versuche einerseits dem teheranischen Volke (nur diese sind es die auf die Strassen gegangen sind, aber Iran ist mehr als Teheran) eine Möglichkeit des Protests zu geben und andererseits die Sicherheit im Lande zu wahren. Aber dieser Spagat ist weder einfach noch risikofrei. Erst recht nicht, wenn ausländische Marktschreier sich da mitmischen und das Volk aufhetzen.
Oder ist der Blogg mittlerweile verkauft worden? Habe leider nicht gegoogelt. Sollte dies der Fall sein, dann löscht meinen Beitrag einfach kommentarlos.
“Als sich Großajatollah Ali Chamenei bei seinem Freitagsgebet am 19. Juni abermals zu Mahmud Ahmadinedschad bekannte, war dies eine klare Kampfansage an seine politischen und klerikalen Gegner.”
Eine an das Volk gerichtete Stimme ist nicht immer eine Kampfansage. Auch wenn man es aus dem Westen nicht anders gewohnt ist. Es war eine öffentliche Stellungnahme in der Hoffnung, das Volk dadurch zur Einsicht zu bringen.
Denn nicht im innern des Iran sitzen die Feinde, sondern sie lauern draussen. Jede Unruhe im Innern ist ein willkommenes Fressen der Geier.
Mir tut es um jedes Volk leid, was auf so simple Art aufgehetzt und in den Abgrund gestürzt wird.
Hallo Jens,
auch wenn es mich bitter trifft… Wahrheiten sind das oft. Mir scheint, dass Deine Analysen der Situation – sowohl die persische als auch die “westliche” – korrekt sind. Leider.
Ich/Wir geben noch nicht ganz auf… und gehen weiter auf die Strasse. Nur: Berlin ist nicht Teheran…
Meiner unmaßgeblichen Meinung nach gibt es nur; nein, gäbe es nur eine einzige Methode, dieses System in die Knie zu zwingen: das persische Öl boykottieren. (siehe auch: http://tinyurl.com/ktacrs) – doch was gelten Menschenrechte gegen Öl?
PS:
wie würdest Du das jetzt denn nennen?
@Aicha
Schon klar – Deutschland ist viiieeel schlimmer als jedes andere Land der Welt und die echten Oberrevoluzer sitzen in warmen deutschen Sesseln und hauen im Netz so rrrrichtig auf die Pauke, unterzeichnen Petitionen und wittern überall Faschismus. Was wollen diese verwöhnten Iraner eigentlich, die wissen doch gar nicht, wie gut sie es haben.
Ahja – der Papst bestimmt die Außenpolitik Europas und der Oberrabbi die israelische. Schon klar – welche lustige VT ist denn das schon wieder?
Klar, keine VT ist zu dumm, um nicht von irgendeinem Schaf nachgeblökt zu werden.
Nö – so viel Dummheit will ich anderen Lesern nicht vorenthalten.
@Nic
Probier´s mal mit Pistazien, obgleich Du dann wohl hauptsächlich die Fam. Rafsandschani triffst ;-)
Nee – im ernst. Du erkennst an keiner Tanksäule, ob Du gerade britisches, norwegisches, russisches oder iranisches Öl tankst. Außerdem sind die Importe aus Iran hierzulande m.W. eher marginal. Italien, Japan, Südkorea, China und Taiwan gehören zu den Hauptimporteuren.
Eine eingeschränkte Demokratie, bei der das aktive Wahlrecht eigentlich immer recht ordentlich garantiert wurde, was für das passive Wahlrecht allerdings nicht gilt.
Hi Spiegelfechter,
leider weiss ich nicht wie das mit dem zitieren funktioniert daher benutze ich das althergebrachte “past and copy” Verfahren.
Schon klar – Deutschland ist viiieeel schlimmer als jedes andere Land der Welt und die echten Oberrevoluzer sitzen in warmen deutschen Sesseln und hauen im Netz so rrrrichtig auf die Pauke, unterzeichnen Petitionen und wittern überall Faschismus. Was wollen diese verwöhnten Iraner eigentlich, die wissen doch gar nicht, wie gut sie es haben.
Klingt sehr zynisch und in diesem Ton hatte ich meinen Artikel eigentlich auch nicht verfasst. Aber da du vorgibst Tacheles zu reden, werde ich mich diesem anschliessen.
Verglichen mit Deutschland ist der Iran nicht in diversen Kriegen und Geheimdienstaktivitäten verwickelt die seit Jahrzehnten für das Leid von Millionen von Menschen und Tieren gesorgt haben.
Du sagst Iraner und ich sage Teheraner! Verdrehe bitte nicht meine Worte. Iran ist weit mehr als Teheran.
Iran macht keine Geschäfte mit dem Krieg. Deutschland hingegen verdient sich eine goldene Nase am Leid der Welt.
Ahja – der Papst bestimmt die Außenpolitik Europas und der Oberrabbi die israelische. Schon klar – welche lustige VT ist denn das schon wieder?
Du bist von deinem Weg abgekommen. Was auch immer deine emotionalen Intentionen für diesen Blogg gewesen waren, sie sind verstümmelt.
Meine Argumentation war sachlich, du hingegen versuchst mich lächerlich zu machen. Das sei dein Recht als Forenbetreiber. Und deine Schande als Mensch.
Nö – so viel Dummheit will ich anderen Lesern nicht vorenthalten.
Damit hast du mich sehr erniedrigt was auch deine Absicht war. Danke für den Einblick in einer deiner Gesichter.
@Aicha
Du verstehst es einfach nicht oder besser – Du willst es nicht verstehen. Es ist vollkommen unerheblich, ob Deutschland und der gesamte Westen ein Hort des Friedens, der Freiheit und der Demokratie sind oder ein Abgrund des Krieges, der Unfreiheit und Despotie. Wenn die Machthaber in Iran Aufstände, deren Forderungen im Kern legitim sind, niedermetzeln lassen, so haben sie nun einmal ihre moralische Legitimation verloren, ein Land zu führen. Die Aufstände fanden auch nicht nur in Teheran statt, aber sei es drum, ich glaube, das interessiert Dich auch gar nicht, da Du auf dem Rücken der Iraner Deine westliche von Nabelschau zelebrieren willst. Das ist nur zynisch, es ist niederträchtig. Punkt.
@SF
Ich fand deinen Text auch etwas erstaunlich, zumindest die von dir unterstellten offensichtlichen Fälschungen der Wahl. So offensichtlich scheinen sie ja nicht zu sein, jedenfalls werden sie – was dann zugegebenermassen auch schwer ist – bisher nicht nachgewiesen.
Andererseits ist das ja tatsächlich nicht so wichtig, und der Anlass hat ja gereicht, um das System der Islamischen Republik zu schwächen. Was mich dann wiederum erstaunt ist, dass du dich so vorbehaltlos auf die Seite der DemonstrantInnen stellst und das Spiel/den Kampf im Iran um die Verteilung der Einkommen/Ressourcen in das etwas abgetragene Raster von Reformern(gar reformhungrig) vs. repressive Diktatur einordnen möchtest. Wie flexibel das System ist, wird man erst noch sehen. Es ist ja nicht so, dass dieses noch nie Krisen überstanden hat.
Und bei wem hat denn die Herrschaft des Rechtgelehrten ihre moralische Legitimation verloren? Bei dir? Fair enough, aber dazu hätte ich dann doch noch Fragen: Wie hat sie die bei dir denn vorher errungen? Wieso sind dir jetzt ein Dutzend Tote wichtiger als die Hunderttausenden in den letzten 30 Jahren? Und wenn du Legitimation verteilst, oder der iranischen Polizei Noten für die Aufstandsbekämpfung gibst, dann solltest du nicht andere der westlichen Nabelschau zeihen. Finde ich jedenfalls, weil wir diese Nabelschau fast alle betreiben und es eben auch nicht egal ist, wie anderer bzw. unser Staat seine Bevölkerung unterdrückt. Maßstäbe an der idealen Welt auszurichten halte ich für falsch und deren selektive Anwendung für verlogen.
Die Islamische Republik mag scheisse sein, aber einE UnterstützerIn ihrer Abschaffung sollte ja zumindest überlegen, worin die wahrscheinlichste Alternative besteht, oder auch die unwahrscheinliche und wie man da hinkommt. Und wie dann in einem solchen Übergang das Ausland mitspielt (und wenn die Zeit behauptet der A.M. bzw. die Islamische Republik bilden sich die Feinde nur ein oder reden sie herbei – das ist barer Unsinn und das weisst du auch, die Feinde haben sie sich schon 1979 geschaffen) und wie dann in Zukunft die Öl- und Gasrente (die Haupteinnahme!!!) im Land verteilt wird. Und da finde ich die Menschen in deinem Bild rechts oben und ihre fast in Farsi gehaltenen Schildchen nicht so vertrauenserweckend. Den anderen weiter unten auch nicht unbedingt, aber den haben sie ja nun mal wahrscheinlich gewählt und evtl. wissen viele Leute warum sie ihn gewählt haben.
Wie gesagt, repressive Diktatur kann auch schlimmer werden, besonders wenn das Ausland mitmischt. Und wers nicht glaubt schaue sich die Entwicklung der beiden östlichen und westlichen Nachbarländer des Iran ab 1979 an. Und vor dem Hintergrund der letzten 100 Jahre ist es eben nicht völlig absurd eine Einmischung des Auslands zu vermuten. Und woher du weisst, da dass ja nicht sein kann, würde mich schon interessieren. Haste beim britischen Geheimdienst angerufen?
Sorry für den langen rant, und ja, ich fände eine Veränderung der Islamischen Republik wünschenswert. Aber nicht auf Kosten eines großen Teils der Bevölkerung.
BTW: Ist dass meine Einbildung oder bist du zB. bei China etwas verständnisvoller für die Realität der Herrschaft? Ist das nur weil die mehr Perspektive haben?
Hallo, eigentlich ein interessanter Artikel, nur suche ich noch Nachweise oder Hinweise, warum die Iran-Wahl *offensichtlich* gefälscht sein soll. – Wo gibt es ein belastbares Indiz dafür? – Ohne Grüchte oder unklare Qullen hinzuzuziehen.
Übrigens finde ich die Replik von Spiegelfechter auf den Kommentar von Aicha unwürdig und desavouierend ohne auf die berechtigte Kritik einzugehen. – Aichas Meinung finde ich gut und richtig mit Gründen und Hintergründen. Kommentare sind keine Doktorarbeiten, und obiger Kommentar war mit seiner Meinung und Argumenation verständlich, es wurde klar, was der Autor meint und diese Meinung bezog sich auf die Sache. – Sowas muß man nicht mit Polemik und persönlichen Sticheleien herunterziehen. – Der Meinung Aichas über die Qualitätsentwicklung der Artikel in diesem Blog schließe ich mich daher an.
@Nur_mal_so
Die Indizen auf eine Manipulation sind aber erschlagend – vor allem die “genauen Ergebnisse” kurz nach Auszählung sind ein schlagendes Indiz.
Wenn Du zwischen den Zeilen liest, schreibe ich das gar nicht so klar – zur weiteren Betrachtung sei Dir auch mein letzter politische Artikel zu Iran (There will be blood) empfohlen. Die Demonstranten selbst, haben mit dem Verteilungskampf nicht viel zu tun – die Hintermänner dafür um so mehr, aber darauf weise ich immer wieder hin. Nur kann (und will) ich nicht in jedem Artikel das gleiche Lied singen und ein ewiges ceteris paribus finde ich auch langweilig. Ich schreibe nun einmal so, dass ich zumindest unterstelle, dass meine Leser auch schon vorherige Texte gelesen haben. Das ist nicht unproblematisch, aber die Alternative wäre es, immer das Gleiche zu schreiben und das kann ja auch niemand wollen ;-)
Absolut – nur scheint der Funken der Unzufriedenheit mittlerweile von den Studenten und denen, die ich mal Gucci-Crowd nennen will, nun auf die Mitte der Gesellschaft übergesprungen zu sein. Auch hat die Farce um die Wahlen, den letzten Anschein einer demokratischen Partizipation weggeweht. Damit ist ein Stück vom Kitt verloren gegangen.
Und wenn – das wäre irrelevant ;-)
Nein, bei vielen Iranern – das berichten zumindest glaubwürdige iranische Autoren; also nicht irgendwelche schahtreuen Expats.
Sind sie nicht – es geht mit auch weniger um die Toten selbst. Es geht um die zur Schau gestellte Ignoranz und Kompromisslosigkeit.
Nein – ansonsten verliert man den Standpunkt des “möglichst neutralen” Beobachters. Ich kann nicht auf der einen Seite Kritik unterdrücken, da sie relativ zu anderen Vorkommnissen an Relevanz verliert. Das ist der unsägliche Relativismus, mit dem sich Teile der Linken (und auch der Rechten) selbst beschädigen.
Wer sagt, dass ich die Abschaffung fordere? Im Gegenteil, ich halte eine behutliche Reformierung des Systems für den besten Weg. Und ich schätze mal, da sind auch die meisten Iraner einer Meinung mit mir. Eine Demokratie nach westlichem Vorbild (oder gar nach westlichem Ideal) wäre sicher nicht der Weg, den Iran wählen sollte.
Absolut richtig
Das ist nicht nötig – dafür fehlt jedes Indiz. Noch nicht einmal meine Lieblings-VT-Seiten haben da was gefunden ;-)
Ich auch nicht – aber ein Erstarren der Islamischen Republik oder gar eine innere Radikalisierung aus Angst vor Unruhen, gehen auch auf Kosten eines großen Teils der Bevölkerung. Was also tun?
Nein, sondern weil das chinesische System offener mit Kritik umgeht und dort ohne Zweifel eine relative Verbesserung der Menschenrechtssituation stattfindet. ABER: Zum Zeitpunkt des Massakers am Platz des himmlichen Friedens, hätte ich einen seehr kritischen Artikel über die chinesische Regierung geschrieben. Dort hat man allerdings offensichtlich aus Fehlern gelernt, was man von Iran nicht sagen kann.
@engola
Eben das sehe ich komplett anders – ich gehe gerne in aller Form und aller Höflichkeit auf kritische Kommentare ein. Aber das sollte sich schon auf einem gewissen Niveau befinden, was bei besagtem Kommentar einfach nicht vorhanden war. Die zynische, von Selbsthass erfüllte Nabelschau, unserer wohlbehüteten Wohnzimmerrevoluzzer kann ich einfach nicht mehr hören.
Das steht Dir natürlich frei.
Das was man gerne hätte, unterscheidet sich oft von dem was denn wirklich ist. Auch hier wieder zu sehen. Im Gegensatz zu den vielen, auch auf dem Spiegelfechter, die sich die nächste Iranische Revolution herbeigeredet haben, hat JB die Tatsachen klar erkannt. Nicht, dass das nicht jeder mit etwas Verstand und dem Willen, diesen einzusetzen, nicht auch hätte erkennen können. Die Demonstranten, von denen, die Sie als williges, wenn auch nicht willfähriges Werkzeug mißbraucht haben, verlassen, haben jetzt die Wahl, auf der Straße geschlachtet zu werden, oder weiterhin in der inneren Emigration zu verharren, in der Sie großteils seit Jahren sind. Ein bisschen erinnert es mich an Deutschland 1848, speziell die Badische Revolution und die Folgen. Irgendwann werden Sie gewinnen. Bleibt zu hoffen, dass das nicht allzu lange dauert. Das die Wahlen vielleicht nicht koscher waren, ist mehr als wahrscheinlich, aber ich denke, dass die Tendenz trotzdem eher in Richtung des amtierenden Präsidenten ging. Letztlich aber alles Spekulation, niemand weiß, ob Mussawi gewonnen hätte. Aber das weiß man von Al Gore auch nicht…
@ Alle
Ich weiß nicht, warum die Diskussion hier gerade in einem so schlechten Ton verläuft. Ich bedauere dies sehr, schadet das doch der Diskussion wie auch den Beteiligten. Deshalb würde ich gerade Herrn Berger bitten, ausgleichend zu wirken, denn wenn nicht Sie, wer dann? Ich kann verstehen, wenn Ihnen die Äußerungen einiger Leute gegen den Strich gehen, und es steht Ihnen selbstverständlich als “Blogwart” (Keine verdeckte Spitze, ehrlich ;- ) frei, mit den Leuten nach belieben und im Rahmen des Rechts umzugehen. Aber ein rauher Umgangston wird sicher nicht für ein gute Diskussion sorgen, wie sie, so glaube ich zu wissen, auch von Ihnen selbst gewünscht ist.
Mit besten Grüßen,
Max
@Gebintit: Es ist nicht mein Problem, wenn Du meine Aussage, dass ich das Wahlergebnis für legitim halte, als Provokation wahrnimmst. Wenn Du eine abweichende Meinung als Bedrohung ansiehst benötigst Du qualifizierte Beratung…
Ich habe bis jetzt keine seriöse Meldung über systematische Wahlfälschungen gefunden. Manchmal kommen die Meldungen von unterlegenen Kanditaten, meist ist es aber bloss Gezwitscher. Ich kann jedem, der sich für das Wahlprozedere im Iran interessiert, diesen Artikel von Mark Weisbrot empfehlen.
Zweitens bin ich immer wieder fassungslos, mit welcher Selbstverständlichkeit die “Einmischung von aussen” vom Tisch gewischt wird. Wer aus den bekannten Tatsachen zu diesem Schluss kommen kann, sieht mE. den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die Geschichte des Irans im letzten Jahrhunderts, die Farben-Revolutionen des letzten Jahrzehnts, die Duldung der MKO, Budgets für genau diesen Zweck usw.
Angesichts von militärischen Interventionen in zwei benachbarten Staaten, von westlichen Medien die nicht nur einen Kandidaten eindeutig bevorzugen, sondern auch noch ihre Kommentarspalten von ihren Privilegien nachtrauernden Exil-Persern voll-nörgeln lassen und gerade überstandenen 8 Jahren permanenter Bedrohung mit allen Optionen finde ich die Vermutung sogar ziemlich plausibel.
Wenn es unseren Medien wirklich um die Menschen, und nicht um wirtschaftliche Interessen ginge, hätte ich wohl schon deutlich mehr Artikel, beispielsweise über die aktuellen Wahlen in Haiti gelesen. Doch ich will Euch nicht länger aufhalten…
gruss. luky
“Leidtragende einer Isolationspolitik werden vor allem diejenigen sein, die in den vergangenen Wochen auf die Straße gingen. Junge Akademiker, die von einem offenen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch profitieren würden.”
Das war wohl wieder nichts Jens, aber wenigstens ist jetzt nicht mehr von der “Gucci-Gesellschaft” die Rede.
Ansonsten empfehle ich folgende Lektüre:
http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Eine-Stimme-fuer-Iran-Danke-Maddi-du-bist-ein-sehr-mutiges-Maedchen/forum-161790/msg-16999097/read/
http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Die-Revolution-geht-weiter/forum-161790/msg-16998991/read/
http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Landesweiter-Generalstreik-und-anschliessend-Grossdemo-angekuendigt/forum-161790/msg-16999587/read/
Ich wünschte einige würden auch mal die Stimmen des iranischen Volkes hören, anstatt nur über die islamische Nomenklatura zu debattieren.
@Freigeist666
Ich sage ja nicht, dass “nur” junge Akademiker auf die Straße gehen – ich sage, dass sie die größten Leidtragenden einer Isolationspolitik des Westens sein werden. In welchem Punkt willst Du mir bei diesem Satz widersprechen?
Ich habe Deine früheren Einwürfe bei TP, obgleich ich sie in Teilen nicht nachvollziehen kann, übrigens reflektiert und ich muss koinzidieren, dass Du in einigen Punkten durchaus recht hast.
Die größten Leidtragenden einer Isolationspolitik sind vor allem die ärmeren Schichten.
Die Lebensmittelpreise sind schon in den letzten Jahren unglaublich gestiegen und die Leute können kaum noch ihre Familien ernähren.
Ich habe mir schon gedacht dass du offen für Kritik bist, und falls ich geholfen haben sollte dir eine andere Perspektive aufzuzeigen, so freut es mich sehr.
Das hier könnte dich interessieren:
http://iran-now.net/forum/frame.php?content=viewtopic.php?t=85325
Dieser Mann ist für die Verfolgung von Journalisten und Blogger verantwortlich.
Ganz schön viel revolutionäres Bla Bla aus der bunten Kiste ohne klare ökonomische Tatsachen.
http://www.jungewelt.de/2009/07-03/014.php
Kann sein das die Wahlen in Iran manipuliert wurden, aber das Ergebnis spiegelt ganz klar den Willen des iranischen Volkes.Das haben schon im Vorfeld unabhängige demoskopische Studien in Iran bewiesen, wie in der Washington Post zu lesen war:
http://mobile.washingtonpost.com/detail.jsp?key=399631&rc=op&p=1&all=1
Diese Analyse finde ich umfassenderer:
http://tinyurl.com/nhhgzb
Ich habe mehrer Jahre im Iran gelebt und muss Aicha in allen Punkten zustimmen.
Mir scheint, dass direkte (in meinen Augen berechtigte) Kritik den Spiegelfechter sehr schnell aus der Fassung bringt (siehe unhöflich erste Antwort auf Aicha’s Kommentar).
@momen
Das was aicha erzählt ist ein Schlag ins Gesicht des gesamten iranischen Volkes.
Ihr alle argumentiert geostrategisch und ignoriert die Belange der einfachen Menschen dort.
Dass du offene Worte als Beleidigung empfindest, verrät allerdings dein Verständnis von Meinungsfreiheit.
Wo warst du denn im Iran?
Bei den Pasdaran und Basijis?
Du hättest mal mit den Tagelöhnern, der drogenabhängigen Jugend, den Arbeitslosen oder Mütter sprechen sollen die sich prostituieren müssen um ihren Kindern was zu essen kaufen zu können.
@25
Laß mal deinen dummen Unsinn der Fischerexilirakerölspinner: deren Phrasen vom Generalstreik und der Revolution sind nichts weiter als billige westliche Propaganda.
Die Mehrheit im Iran steht hinter MA, weil er der einzige ist, der einen Funken sozialer Sicherheit garantiert. Als Handyiraner in Berlin, gestützt von den Villenmillionären aus dem Grunewald, behauptet man gerne etwas anderes.
Eine kostenlose Hochschulausbildung, ein kostenloses Gesundheitssystem, den Automobilkonzern Khodro, und die iranische Erdölindustrie wird es mit diesen westlichen “Revolutionären” nicht mehr geben. Sie werden alles privatisieren und sich nur die Taschen selbst füllen.
@luky
Ich fühle mich durch deine Meinung nicht bedroht und empfinde deine Bewertung, das Wahlergebnis sei legitim, auch nicht als Provokation mir gegenüber, sondern als eine Provokation gegenüber denen, die gegen diese Merkwürdigkeiten der Wahlen auf die Straßen gingen und die – ganz real – unter der Repression des Regimes zu leiden haben. Systematische Wahlfälschung kann ich i.d.T. nicht beweisen, wohl aber spreche ich von Unregelmäßigkeiten größeren Stils (mehrere Millionen Stimmen), die der Sprecher des Wächterrats zugegeben hat (das Google-Orakel wird dir bei der Quellensuche weiterhelfen). Diese Unregelmäßigkeiten wirst du nun freilich relativieren und vielleicht an die merkwürdigen Stimmauszählautomaten in Florida erinnern, denen Bush-Junior vielleicht seine zweite Präsidentschaft zu verdanken hatte, der große Unterschied ist aber, wie hier und dort auf die Proteste gegen diese “Unregelmäßigkeiten” reagiert wurde. Man kann zu den verschiedenen iranischen Präsidentenkandidaten unterschiedlicher Meinung sein, eine wirklich gute Wahl hatten die Iraner ja leider nicht, wer aber den Einsatz einer paramilitärischen Prügelperser-SA (Bassidsch-Miliz) für legitim ansieht und das mit unsrigen Verhältnissen gleichsetzt, der kann sich weder als Demokrat, noch als Menschenfreund bezeichnen. Die Verbrechen des Westens rechtfertigen doch keine Verbrechen seiner Gegner. Menschenrechtsverstöße sind Menschenrechtsverstöße, egal wer sie begeht! Host mi!
@momen
Diese Vorwürfe sind so alt, wie der Spiegelfechter selbst. Wer versucht “überparteilich” zu sein, kriegt nun mal von Denen, die ein klares Weltbild haben, öfters mal eine übergebraten – das stört mich eigentlich nicht. Ich kritisiere nun einmal die USA, an den Punkten, an denen die USA kritikwürdig sind, Deutschland, an den Punkten, an denen Deutschland kritikwürdig ist. Das gefällt allerdings auch denjenigen, die sich in einem “Kulturkampf” gegen die – sicher vorhandene – Arroganz westlicher Kultur und Politik befinden. Kritisiere ich die deutsche Medienberichterstattung über Russland, China ode Iran kriege ich natürlich von dieser Gruppe Beifall. Kritisier ich allerdings Missstände in Russland, China oder Iran, so kriege ich zu hören, ich hätte mich kaufen lassen, das Blog sei früher einmal anders gewesen, ich würde die globalen Implikationen vergessen (ein Vorwurf, den ich besonders drollig finde) etc. pp. – und überhaupt, als Deutscher, der in einem Land lebe, in dem alles genau so und wenn nicht sogar noch schlimmer sei, solle doch bitte die Klappe halten, wenn es darum geht diese Staaten zu kritisieren. Damit würde ich nur der Interventionspolitik des Westens und den sinsitren Pläne der Großkonzerne und Lobbyisten nach dem Maul reden. Dazu sage ich nur: Bullshit! Wer Missstände im eigenen Land kritisiert und aus falsch verstandener Solidarität Missstände in anderen Ländern verschweigt oder gar schönredet, ist nicht besser, als diejenigen, gegen die er vorgeblich kämpft.
Ich mag Widerspruch! Wenn dem nicht so wäre, würde ich in diesem Blog nur noch Artikel über Netzsperren etc. pp. in D schreiben und die Verhältnisse mit denen in China gleichsetzen – Applaus und hunderte Backlinks wären mir sicher. Das ist aber Humbug. Wenn beispielsweise bei den Demos in Heiligendamm die Staatsmacht mit derartiger Brutalität gegen die Demonstranten vorgegangen wäre, hätte ich sie genau so kritisiert (womöglich noch stärker), als ich es im Falle Iran tue. Wenn es bei den Bundestagswahlen ähnliche Unregelmäßigkeiten gibt, wie bei den Wahlen in Iran ebenfalls. In beiden Fällen wäre mir (natürlich) der Applaus des Publikums sicher. Gelten für D andere Maßstäbe, als für den Rest der Welt? Warum soll man die Sünden im eigenen Land offenlegen und bei den Sünden in anderen Ländern schweigen?
p.s.: Der Beitrag von “Aicha” ist nun einmal grottig – vielleicht habe ich “sie” etwas zu hart angefasst, aber ich habe nun einmal “die Schnauze voll”, von derlei kognitiver Dissonanzen.
@name
Stelle Deine postkolonialistischen Romantisiererein mal hinten an. Dein Wunschbild von Iran kann mit der Realität nicht mithalten. MA ist kein postkolonialistischer Robin Hood, er verteilt die guten Plätze an den Futtertrögen nur um. Die Folgen seiner Regierungszeit für die soziale und ökonomische Realität sind negativ gewesen. Auch Du transportierst Deine Ideale auf ein Wunschbild eines Irans, das aber so nicht existiert.
Ach Jens, natürlich verteilt MA um, aber er verteilt an die wirklich armen Schweine, an die Opfer die Krieges, die von den “Revolutionären” als rückständig verachtet werden, und er selbst, ist kein Yuppiefischerwichtigtuer. An diese Leute im Iran denkt nämlich niemand von Euch. Keiner von Euch kann es beurteilen, was es es heisst, kostenfrei ärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen.
Ansonsten kann ich über deine Kritik “er hat in seiner Regierungszeit wenn gemacht” wirklich nur fragend schauen.
Du weisst ganz genau, dass er eigentlich in der iranischen Politik ein Kleinstlicht ist, ein Aufsteiger, der von den Yuppiemilliardären mit ihrem liberalen Anstrich deshalb verachtet wird. Du weisst genau, wie hoch die Kosten des Irak Iran Krieges immer noch sind, und das bei einer erneuten, bitter ernst gemeinten, Kriegsdrohung seit 5 Jahren aus dem Westen. Der Iran agiert nicht im luftlleeren Raum, und du tust so, als ob er eine Wirtschaftspolitik machen könnte, zu der nicht einmal China oder Rußland in der Lage sind. Dieser Zynismus, dem Iran vorzuwerfen, er könnte über die Weltwirtschaftskrise ganz von selbst springen, ist doch nur weltfremdes Idiotentum.
Was verlangst du überhaupt Jens?
@Spiegelfechter
in deinem letzten Artikel über den Iran sprachst du noch darüber, dass durchaus in Ordnung gewesen sein kann. Jetzt hatten die Wahlen nicht mal den Anschein fairer Wahlen, was natürlich sofort klar war, da sofort so genaue Zahlen feststanden. Wenn es so klar war, warum konnte man davon in dem letzten Artikel nichts lesen? Scheint du wechselst deine Positionen gern ein wenig ohne Rücksicht auf frühere Aussagen.
Die Art wie du auf Kritik reagierst, empfinde ich auch als sehr unsachlich. Wenn es dir schwerfällt auf sachlicher Ebene auf die Meinungen und Eindrücke anderer Einzugehen, dann verkneif dir einen Kommentar doch lieber ganz, als persönliche Attacken zu reiten. Es wäre der Diskussion und dem Meinungspluralismus sicher dienlich.
Bei allem Respekt vor den Toten, die durch nichts zu rechtfertigen sind, verstehe ich unter “niedermetzeln” etwas anderes.
Und der Vergleich mit Heiligendamm hinkt, davon abgesehen, dass dort erhebliche Grundgesetzverletzungen stattgefunden haben (Bundeswehr im Inneren oder Agent Provocateurs), ist das etwas völlig anderes. Stell dir vor Zehntausende marschieren nach der Bundestagswahl unangemeldet und randalierend Richtung Reichstag. Ich habe wenig Zweifel, dass mit entschiedener Härte durchgegriffen werden würde. Also Vergleich keine Äpfel mit Birnen, die Proteste gegen Heiligendamm waren nicht im entferntesten systembedrohend, die im Iran schon. Womit ich nicht sagen will, dass ich das Verhalten der iranischen Führung für richtig halte.
Ich finde den Großteil deiner Artikel gut und wichtig, dass du dich vieler Themen kritisch annimmst. Aber vielleicht solltest du dir manchmal zum Beantworten dir unliebsamer Kommentare mehr Zeit lassen.
@ Freigeist666
:)
Nein. Ich hatte das Vergnügen als Ausländer (kein Deutscher) dort zu leben. Etwa 6 Jahre in Mashhad.
War aber auch in Tehran.
Hatte sowohl Freunde bei den Basijis und bei den reichen verwöhnten “Reformer”.
Ich bin kein Fan von Vorurteilen und möchte auch nicht alle über einen Kamm zu scheren. Aber all die reichen selbsternannten modernen die ich getroffen und kennengelernt habe waren verwöhnte, faule Kinder die nur am Jammern waren. Fahren dicke Autos, feiern jeden Tag und jammern, dass es in Tehran keine Diskos gibt und warum die nicht soviel freiheiten haben wie im Westen.
Aber die (hier meiste als Böse dargestellten) Basiji sind die Aktiven in der Gesellschaft.
Die vielen Organisationen und deren ehrenamtlichen Tätigkeiten und Hilfen für die Armen und schwachen in der Gesellschaft sind wirklich eine große Bereicherung. Davon wird aber hier kaum berichtet. Ich habe auch hier viele Iraner kennengelernt hatte das Vergnügen mit einem Studentenführer (wahrscheinlich selbsterannt) über Diakoni Übersetzungshilfe zu Leisten. Der Mann hatte sich Märchen ausgedacht und bat mich seine Geschichte für das Gericht und die Anwählte Glaubwürdiger zu formulieren (es gint um pol. Asyl).
Mir scheint, dass solche Leute das Bild der Europäer von Iran sehr geprägt zu haben.
Das sind nur MEINE Eindrücke.
Iran hat nun mal eine islamisch orientierte Verfassung und daran haben sich alle zu halten.
Wäre die Mehrheit der Bevölkerung gegen diese Verfassung, müsste es doch eine neue Revolution geben.
@ Spiegelfechter
Ich meine was Aicha sagen will ist, wenn Deutschland als drittgrößter Waffenexporteuer (jaja, alles für friedliche Zwecke) und durch Lieferung von Chemiewaffen an Irak, im Krieg gegen den Iran, mitverantwortlich für soviele Morde ist, dann so als Moralapostel auftritt, muss man sich einfach aufregen. (was Aicha berechtigter Weise tut)
Ich geb dir in deiner Ausführung recht, aber meiner Meinung nach ist deine Vorstellung von Iran von zuvielen Vorurteilen beinflusst (wie bei den meisten hier).
Ich betone nochmals, dass es nur meine Meinung ist und ich bis jetzt ganz andere Erfahrung gemacht habe und auch im Iran einen ganz anderen Eindruck hatte.
@ 26
danke :)
“Keiner von Euch kann es beurteilen, was es es heisst, kostenfrei ärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen. ”
In Iran gibt es keine kostenlose ärztlichen Versorgung, aber das ist das Problem wenn man als Nichtiraner meint alles besser wissen zu müssen.
Ärztebesuche kosten ein Vermögen und es gibt immer wieder Fälle von Patienten die auf dem Parkplatz eines Krankenhauses stehen gelassen werden und dort sterben.
Meist wird Cash verlangt, ansonsten wirst du gar nicht zum Arzt vorgelassen, usw, und so fort.
Und das restliche Unrat was du schreibst, beschreibt höchstens dein Denke. Dein Hass auf Erfolgreiche Menschen die du Yuppie nennst. Ahmadinejad hat die Korruption im Lande auf die Spitze getrieben und gerade die Ärmsten leiden unter seiner Wirtschaftspolitik.
Jeder Iraner hat unser seiner Herrschaft verloren, ausser diejenigen die ihm nahe stehen natürlich. Die sind jetzt alle richtig gut versorgt, wie sein Schwager z.b. der nun eine leitende Funktion beim staatlichen TV hat.
Und untersteh dich noch einmal die Iraner für deinen kruden Hass auf das System dass dich ernährt und deine Freiheit garantiert, zu instrumentalisieren.
Und ich verrate dir mal eins: die meisten Iraner verachten solche Leute wie dich, die nur in der Lage sind unflätigen Unsinn zu palavern.
@momen
Ich gebe dir in fast allem Recht was du schreibst.
Die Basiji die sozial und karitativ unterwegs sind, diese darfst du aber nicht mit den Schlägerbanden der Basiji verwechseln. Diese marodieren, vergewaltigen und terrorisieren durchs Land.
Deine Beschreibung der reichen und verwöhnten Iraner ist ausserdem nicht unbedingt anders als die der verwöhnten hier.
Ich sprach dich aber konkret auf Tagelöhner an, Auf Arbeitslose, die drogenabhängige Jugend und Frauen die sich prostituieren müssen um was zu essen zu haben.
Falls du mit diesen Leuten nichts zu tun hattest, war deine Iran-Erfahrung dementsprechend selektiv, mal ganz davon abgesehen dass wenn du kein Farsi verstehst, die Kommunikation nur mit Iranern möglich ist die eine Fremdsprache beherrschen.
“Iran hat nun mal eine islamisch orientierte Verfassung und daran haben sich alle zu halten.
Wäre die Mehrheit der Bevölkerung gegen diese Verfassung, müsste es doch eine neue Revolution geben.”
Du siehst ja dass die Mehrheit gerade dabei ist dies zu tun.
Und noch eine Sache: Ich persönlich kote auf eine Verfassung die religiös orientiert ist, und hier besonders auf die islamische.
Aber da du dich bei dem unflätigen Nachposter für seine Hasstiraden in meiner Richtung bedankst, offenbart deine bieder-süßen Art erheblich.
Und natürlich umso mehr als dass du in diesem Zusammenhang Jens vorwirfst unhöflich zu sein.
Aber wenn ein anderer diffamiert, da bedankt man sich höflichst was?
@Gebintit: Na dann sorry für die Unterstellung meinerseits.^^
Ich sehe keinen Anlass, die Wahlen im Iran und in den USA zu vergleichen. Und wieso soll ich nach einer merkwürdigen Presse-Meldung googlen? Wie gesagt, ich empfehle den oben verlinkten Artikel zu lesen. Er geht ausführlich darauf ein.
Solange es nichts handfesteres gibt, bleibe ich bei meiner Ansicht, dass Ahmedinejad zu Recht auch in dieser Höhe gewonnen hat. Nicht weil ich ihn da haben möchte, sondern weil ich glaube, dass 2/3 der Iraner ihn gewählt haben.
@ Freigeist666
Tut mir leid. Mein Dank an 26. war nicht wegen der Beleidigung, sondern sein Kommentar danach. Hätte besser formulieren sollen. Sorry.
Ich sprecher persisch genausogut wie deutsch und hatte auch Kontakt zu “Unterschicht”.
Aber eine Unterschicht (darf man das überhaupt sagen?) gibt es in jede Gesellschaft und dafür das iranische Regime verantwortlich machen, ist zu einfach gedacht.
Schön dass du dass klar gestellt hast.
Die Verelendung der Massen unter der Herrschaft des Mullah-Regimes ist erheblich, und hier das islamische Regime nicht verantwortlich zu sehen, ist wohl eher zu einfach gedacht.
Die ganzen Milliarden aus dem Öl-Geschäft landen in den Taschen der Nomenklatura.
Warum gibt es noch tausende Kriegsversehrte die ohne therapeutischen und ärztlichen Beistand dahin vegetieren?
Zumindest in diesem Punkt hat Ahmadinejad tatsächlich was getan.
Viele wurden nämlich angestellt um Telefongespräche abzuhören und zu protokollieren.
Die die sich weigerten, müssen selbstverständlich weiter dahin vegetieren.
Das moderne Iran und seine Errungenschaften sind das Werk der iranischen Menschen und nicht die dieses Regimes.
Gäbe es eine selbstbestimmte Regierung des Volkes, könnte Iran richtig prosperieren.
Oh toll, der SF erklärt uns was “westlicher Selbsthass” ist (wahrscheinlich hilft dagegen die Drohung mit Atomkrieg hinter die er sich damit stellt) und in den Kommentaren schlagen jetzt die professionellen PR-Claqueure a la “Freigeist” auf und werden für voll genommen…
So frei wie die Iraner, dass Meinungsäusserung tatsächlich eine Gefährdung für die Herrschaft ist und nicht ignorierbar ist, werdet ihr Deutschen eben nie mehr sein. Dieses Potential für Protest und Solidarität wie im Iran ist hierzulande schon längst zerschlagen und wird wahlweise in Hassideologien oder neuerdings auch Selbsthass-Theorien abgeleitet.
So oft wie man mir in den letzten Tagen schon vorgeworfen hat professionelle PR zu betreiben, sollte ich aber auch endlich entlohnt werden.
Soros, ich will endlich mein Geld.
Ach komm Freigeist, von deinem Verein sitzen noch tausende in einem staubigen Lager bei Baghdad fest und man merkt schon deutlich dass bei den wenigen Halbgebildeten die sich immerhin sprachlich etwas ausdrücken können, die Ideologie der Hauptantrieb ist. So wichtig ist dir die Kohle doch gar nicht.
@34
Hör mal auf zu lügen und lass deine Pharsen sein.. Ich kenne die Yuppieexiliraner und deren Anhang hier in Berlin sehr genau. Bei denen hat sich seit 1990 nichts verändert. Was dort behauptet wird, ist immer noch Pasta in rosa.
Was die Sache mit der Krankenversicherung betrifft: Bullshit. Es gibt eine kostenloses Gesundheitsgrundsystem der öffentlichen Hand, und jede Menge privater Kliniken. Was der Iran auf diesem Gebiet, unter diesen schwierigen Bedingungen und Kriegen bisher erreicht hat, ist beeindruckend.
@luky
Merkwürdig ist, was nicht in den Kram passt. Hier z.B. die merkwürdige Meldung bei heise online – 22.06.09:
Bei knapp 40 Millionen abgegebenen Stimmen sind Unregelmäßigkeiten bei 3 Millionen Stimmen kein Klacks.
Mehr als glauben kann man da auch nicht, denn wissen tut es (von uns) keiner!
@39
Na dann weißt du ja, wo dein Paradies ist. Ich hoffe du findest den Weg!
@42
War mir klar dass deine Animositäten persönliche Gründe haben.
Aber erwartest du denn wirklich dass bei deiner vulgären art dich überhaupt jemand mögen könnte? Da spielt die Nationalität nun wirklich keine Rolle.
Was du im zweiten Absatz schreibst ist glatte Lügenpropaganda.
In Kuba ist es so, aber im Iran ist es fast genauso wie in den USA, wenn nicht sogar schlimmer.
Die Realität für kranke Menschen im Iran ist eine einzige Hölle.
Es macht mich krank wenn ich mich nur an die ganzen Geschichten erinnere.
Geschichten von Müttern die sich keine Medikamente für ihre Kinder leisten konnten.
Geschichten von Menschen die ihre Liebsten vor sich verrecken sehen mussten, weil sie sich keine OP leisten konnten.
Auch wenn das jetzt sehr unmenschlich ist. Ich wünsche dir dass du als Kranker das ach so vorbildliche Gesundheitssystem im Iran geniessen darfst.
Glaub mir, danach wird deine berliner Schnauze sowas von leise und unterwürfig werden.
@Gebintit
Das hat mit dem echt keinen Sinn.
Ansonsten gibt es noch mehr eindeutige Beweise für die Wahlfälschung:
http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Betrug-vor-laufenden-Kameras/forum-161637/msg-16987641/read/
The iranian Intelligence minister explaining 1 day bevor the recount of 10% of the votes, how and why UNFOLDED ballots are an obvious case of fraud, 2 days later : THE BALLOTS WERE UNFOLDED !!!
http://www.youtube.com/watch?v=gQoebL6DWq0
@Gebintit: Dann zitiere ich doch auch einfach mal aus dem oben schon erwähnten Link:
“Merkwürdig” ist die Meldung meiner Meinung nach, nicht etwa, weil sie meiner Ansicht widerspricht, sondern weil ausgerechnet der vom Iran finanzierte – aber in London ansässige – Sender Press TV, das Statement des Wächterrates meines Erachtens sinnentstellend zitierte. Was für unsere Medien natürlich eine willkommene Steilvorlage war.
Beim Lesen der Kommentare kommen einem Humanisten und Iraner wie mir die Galle hoche.
Ich frage mich allen Ernstes, was die Protoganisten von Ahmadi dazu bewegt ihn als legitimen Präsidenten anzuerkennen?
Das ist blanker Hohne und pure Verachtung gegenüber den Menschen im Iran, welche derzeit in den dortigen Kerkern gefoltert werden, sowie den vielen Opfern dieses Protests. Ich frage jetzt ernsthaft in der Runde der Ahmadi-Befürworter, haben Sie sich ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt?Wenn nein, dann nehmen Sie sich ein Ticket, und erkundigen sich vor Ort, wie es um Ahmadi gestellt ist.
Damit die Vernünftigen hier noch einen Einblick in den Putsch des Ahmadis bekommen hier einpaar Fakten.
-Die Repressionsorgane
Vor ca. zwölf Monaten wurden die paramilitäische Einheit, die Bassidgis, mit denen der Revolutionsgarden zusammen gelegt. Hierzu wurden dezentrale Einheiten auf Provinzebene geschaffen. Nach der Schaffung dieser Super-Einheit, welche als offizielles Ziel, Wahrung der Werte der islamischen Revolution, hat, wurden Manöver abgehalten. Die Manöver dienten der Vorbereitung auf bevorstehende Massenproteste. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass am Freitag den 12 Juni, kurz nach Wahlende die Repressionseinheiten an zentrale Orte stationiert wurden. Anschließend wurde innerhalb wengier Stunden nach Wahlschluss der Sieg Ahmadis verkündet.
-Die Nachzählungen
Als die Proteste ihren Lauf nahmen, hat der Wächterrat noch mal 10% der Stimmen gezählt. In ihrer ersten offiziellen Stellungnahme sagte der Wächterrat, beim Nachzählen, seien 3 Millionen Stimmen zuviel da. Später kam das Dementi.
Die zuletzt ausgeführten Nachzählungen offenbarten weitere Manipulationsversuche. So meldet der Repräsentant vom unterlegenen Bewerber Rezai, im übrigen auch wie der Ahmadi zur Gruppe der Prinzipiell Treuen angehörig, dass in einigen Wahlurnen 70% der Wahlzettel mit der gleichen Schrift geschrieben wurden. Er wird wegen dieser Aussage vom Putschisten-Parlament derzeit hart angegriffen.
Nicht zuletzt die Tatsache, dass Ahmadi und Co. keine Angst haben müssten, wenn 24 Millionen ihn gewählt hätten. Warum also werden die Proteste mit einer Gewalt, die nur an SS und Gestapo erinnert, bekämpft?Alles in Allem scheinen die Jenigen, welche an Ahmadis Wiederwahl glauben, wohl die Nachfahren der genannten Unterdürckungsorgane zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, wie sie zu solch einem Urteil kommen.
Grüsse aus der grünen Ecke…
Danke für die Ausführungen Iranianeye.
Es stimmt aber schon was die meisten von denen behaupten.
Ihnen geht es nicht in erster Linie um Ahmadinejad, sondern darum das hiesige System zu verteufeln.
Ihr Gerede hat weniger mit dem Iran zu tun als mit der eigenen Biographie und den festen Glauben daran, dass dieses System an ihrem Scheitern verantwortlich ist.
@ iranianEye
Ach ja, so ein einfaches Weltbild hätte ich dann und wann auch gerne.
Alle, die nicht Ihrer Meinung sind, sind Befürworter des Regimes. Die waren auch alle noch nie dort (aber Sie?). Eventuell sind diese bösen Leute auch noch mit dem Regime verwandt, denn ansonsten gibt es ja keine rationale Erklärung für deren Meinung.
Sie behaupten viel, verzichten aber auf Quellen.
Oh, und einen Nazivergleich haben Sie auch noch parat. Perfekt.
Sie geben sich wirklich Mühe, jedes Klischee zu erfüllen, nicht?
Na, kann mir schon vorstellen, wie Ihre nächsten Postings aussehen werden.
@ SF
Vergessen Sie, was ich in 17 gesagt hatte. Der weitere Verlauf dieser Diskussion hat Ihnen wohl recht gegeben…
@max krapp
du konzentrierst dich also nicht auf die Hauptaussagen seines Postings, und versuchst das ganze auf die persönliche ebene zu hieven.
In den Kommentaren findest du einige Links die sogar bildliche Beweise der Wahlfälschung zeigen.
Darauf gehst du nicht ein, genauso wenig auf die vielen Meldungen darüber wie das iranische Volk gerade terrorisiert wird. aber auf der anderen Seite frech behaupten diese Revolution sei bewusst von aussen geschürt und von diesem Blog mitgeschürt worden.
Wildeste Spekulationen ohne einen Funken an Beweisen.
Eigentlich ist es eine Vergeudung an Lebenszeit auf solche Ideologen wie dich zu antworten, aber man sollte schon auf die Diskrepanzen dieser künstlichen Aufgeregtheit hinweisen.
Und jeder andere intelligente Leser erkennt das auch.
Stimmt schon was Pedram Shahyar der jw erzählt.
http://www.jungewelt.de/2009/07-02/007.php
Auszug:
“Leider sind wir konfrontiert mit zwei Arten von Metropolenzynikern. Die einen meinen, eine Emanzipation sei mit amerikanischen Truppen und israelischen Bombern zu erreichen. Die anderen sehen Fortschritt in Form von reaktionärem Antiimperialismus à la Ahmadinedschad oder Hamas. Emanzipation von Menschen von unten spielt für Metropolenzyniker keine Rolle – daran glauben sie nicht, darauf vertrauen sie nicht.”
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wahlfälschungen sind in unterentwickelten Ländern und Regionen nicht unüblich.Sowas findet man sogar noch in europäischen Ländern.Die Frage ist viel mehr: haben diese Wahlfälschungen das Ergebnis beeinflusst/verfälscht? Die Antwort lauten nein! Das haben unabhängige demoskopische Studien gezeigt.Das Ergebnis spiegelt dem Willen des iranischen Volkes.
Das beharren auf Wahlverfälschung, insbesondere in den westlichen abhängigen Medien, nutzt einer Stimmung- und Mobilmachung gegen die iranische Regierung bzw. für einen geplanten “Regime-Change” wie es Kissinger gesagt hat, mit dem ultimativen Ziel an das iranische Erdöl zu kommen.Den westlichen mainstream Medien geht es sicherlich nicht um das Leben der einfachen Menschen sonst hätten sie sich schon längst für die mittelalterlichen Zustände in Saudi-Arabien empört, die von der dortigen kleinen Machteliten, mit denen der Westen eng kooperiert, aufrechterhalten werden.
Hallo Jens,
das weiß ich schon; und drum geht der “Aufruf ” ja wissentlich ins Leere. Denn nicht der Tankende kann das persische Öl boykottieren sondern wenn, dann die Einkäufer, die Ölmultis. Und die werden nen Teufel tun.
Leider.
@30 name
Gar nichts – ich überlege mir nur, auf welcher Seite der Barrikaden ich in Teheran stehen würde und die Antwort fällt mir denkbar einfach. Was wollen die Demonstranten denn? Ein wenig mehr demokratische Mitbestimmung, eine etwas tolerante Regierungspolitik, ein wenig mehr Presse- und Meinungsfreiheit. Ja, das sind Themen, für die auch ich auf die Strasse gehen würde. Ob dies nun auch im globalpolitischen Zusammenhang irgendwelchen sinisteren Netzwerken nützt, wäre mir erst einmal egal. Wenn die Unterdrückung von Menschen- und Bürgerrechten mit höheren Idealen abwägbar sein soll, so spiele ich da nicht mit.
Wichtig(!) ist aber, die globalpolitischen Zusammenhänge nicht zu vergessen und darauf hinzuweisen – aber das tue ich (zumindest meiner Einschätzung nach) auch. Es geht hier nicht um ein naives “Green ist beautiful”, sondern um Iraner, die ihren Anspruch auf Menschen- und Bürgerrechte geltend machen. Da reiche ich ihnen die Hand.
@31 ferne
Ich zitiere meinen letzen Artikel mal:
“Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass es bei den iranischen Präsidentschaftswahlen mit rechten Dingen zuging. Da das Ahmadinedschad-Lager über das Innenministerium den nötigen Einfluss besitzt, die Wahlen manipulieren zu können, kann man auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier und da auch manipuliert wurde. Die Frage ist vielmehr, in welchem Umfang dies geschah.”
Ich halte das für ziemlich klar – klarer hätte man es am Montag nach den Wahlen wohl nicht schreiben können, ohne “unseriös” zu sein.
Wenn ich eines besseren belehrt werde, gerne. Meine Worte sind nciht in Stein gemeißelt. In diesem Fall sehe ich allerdings keinen 180° Turn.
Grundsätzlich – ja, Du hast recht. Aber hin und wieder platzt auch mir der Kragen, auch ich bin “nur” ein Mensch.
Natürlich – es geht ja auch darum, nicht wg. Iran zu schweigen, wenn man Heiligendamm laut kritisiert. Oder willst Du wirklich sagen, Heiligendamm sei wesentlich schlimmer als Teheran? Ich glaube kaum.
Hast recht.
@30
Du vergisst offenbar, dass das sogar mal in dem kleineren Teil D-Lands üblich war. Drum kann ich es mir nicht nur vorstellen, sondern habe es tatsächlich erlebt.
Und?
Musste ich mir deshalb die Regierung des Landes lieben? Und deshalb an der Wahlurne eine meiner 99,99%-Stimmen abgeben. Nein!
MA benutzt diese Schlagworte, wie Du sie wiederholst. Er selbst und seine Regierung hat damit jedoch wenig zu tun. Bereits Chomeni hat die Infrastruktur aufgebaut; er hat etwas für die “vergessenen Menschen” getan. Darauf baut der Gottes-staat noch immer und tatsächlich bringt ihm das noch immer auf dem Lande Stimmen.
Das alles kann jedoch nicht entschuldigen, was derzeit an Menschenrechtsverletzungen im Iran geschieht (die Hinrichtungen haben begonnen) – und wer damit argumentiert, dass MA dem “einfachen Volk” kostenlose Medizinversorgung brachte, erinnert mich an die, die noch immer darüber reden, dass zwischen 33 un 45 ja auch eine Autobahn gebaut wurde.
Eine Frage habe ich zu Vorwurf der Wahlfälschung.
Wie anerkannt ist denn nun die Methode, mit Hilfe der Mathematik eine Zahlenreihe auf Zufälligkeit zu untersuchen?
Wenn mich nicht alles täuscht wird diese von Steuerfahnder benutzt.
Und laut dieser Untersuchung sind die bekanntgegebenen Wahlergebnisse mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht zufällig.
Wie seriös diese Untersuchung war, kann ich natürlich nicht beurteilen, da ich nicht einmal weiss, welche Zahlen genau verwendet wurden.
@32 momem
Ok – auf zur Aicha-Exegese ;-)
Nein, dieses Argument ist nicht schlüssig. Ich bin nicht “Deutschland” und spreche nicht für “Deutschland”. Ich bin weder für die Regierung, noch für die Waffenlobby. Ich bin Oppositioneller im eigenen Lande und kann Vorgänge in anderen Ländern kritisieren, ohne mich dabei moralisch für eine Regierungspolitik zu verantworten, die ich nicht zu verantworten habe. Wenn die Merkelin dies tut, ist etwas ganz anderes. Aber keine Angst – dann kriegt sie von mir eine Breitseite.
@Mile
Schau mal in die englische Wikipedia unter “Iran Elections 2009″, da werden die statistischen Besonderheiten ausführlich abgehandelt.
@ 50 Freigeist 666
“du konzentrierst dich also nicht auf die Hauptaussagen seines Postings, und versuchst das ganze auf die persönliche ebene zu hieven.”
Ich sehe hier keinen Angriff auf iranianEye. Ich beleidige Ihn/Sie nicht, ich mache Ihn/SIe nciht herunter. Ich weise darauf hin, dass ich die Meinung nicht teile. Das das etwas sarkastisch rüberkommt, liegt in der NAtur der Sache.
“In den Kommentaren findest du einige Links die sogar bildliche Beweise der Wahlfälschung zeigen.”
Über sog. Beweise wurde schon ausführlichst Diskutiert. Solange ich nicht wirklich eindeutiges habe, was auch aus unabhängigen Quellen bestätigt wurde, gilt das aus dem Strafrecht bekannte “im Zweifel für den Angeklagten”.
Abgesehen davon habe ich auch nie behauptet, dass es keine Fälschungen gab, oder dass es eine faire Wahl gewesen wäre. Nur am Ergebnis hätte sich so oder so nicht viel geändert.
Ich bin nicht mal sicher, ob die Demonstranten nur wegen der Wahlfälschung auf die Straße gehen. Könnte auch nur der Auslöser nach 30 Jahren Unterdrückung sein. Also der berühmte Tropfen, der das Faß zum überlaufen bringt.
“Darauf gehst du nicht ein, genauso wenig auf die vielen Meldungen darüber wie das iranische Volk gerade terrorisiert wird. aber auf der anderen Seite frech behaupten diese Revolution sei bewusst von aussen geschürt und von diesem Blog mitgeschürt worden.
Wildeste Spekulationen ohne einen Funken an Beweisen.”
Wo habe ich behauptet, dass die Revolution von außen geschürt wurde? Are you talking to me? Du meinst eventuell einen anderen Kommentar. Gerade ich spekuliere nicht, was mich unter anderem von Dir unterscheidet.
“Eigentlich ist es eine Vergeudung an Lebenszeit auf solche Ideologen wie dich zu antworten, aber man sollte schon auf die Diskrepanzen dieser künstlichen Aufgeregtheit hinweisen.”
Ideologe fasse ich als Beleidigung auf. Du hast keinerlei Hinweis auf meine Meinung, bis auf die Tatsache, dass ich die Aussagen von Iranianeye, speziell die Art, in der die Aussagen getätigt wurden, äußerst lächerlich finde. Das ist eine ziemlich dünne Faktenbasis, um mir eine bestimmte MEinung zu unterstellen, und mich als Ideologen zu brandmarken. Im übrigen würde ich das, selbst wenn es zutreffen sollte, als übles Totschlagargument betrachten.
“Und jeder andere intelligente Leser erkennt das auch.”
ICh glaube, jeder intelligente Leser erkennt, dass Du meinen Kommentar nicht gelesen hast, und selber der Ideologe bist, der mir vorwirfst zu sein.
Scheinbar ist IranianEye nicht alleine mit dem einfachen Weltbild.
@Max Krapp
Das es Unregelmäßigkeiten gab, wird ja sogar von offizieller Seite bestätigt. Die Frage ist vielmehr, ob das offizielle Ergebnis überhaupt etwas mit den Wahlen zu tun hat. Auch wenn – ich wiederhole mich – Unrgelmäßigkeiten nich heißen, dass MA nicht gewonnen hat. Bei den Wahlen in Russland gab es im Kaukasus auch massivste(!) Fälschungen und Manipulationen. Dennoch würde niemand ernsthaft behaupten, Putin oder Medwedjew hätten die Wahl “gestohlen”. Das sieht in Iran aber etwas anders aus.
Ja klar – ich erwähnte ja den “Teheraner Frühling” extra im Artikel.
“…, von Selbsthass erfüllte Nabelschau, unserer wohlbehüteten Wohnzimmerrevoluzzer…. ”
warum erinnert mich ein derartiger Jargon etwas an Broder?
zur Sache werde ich jetzt nichts sagen, da es hier nur noch darum geht, eine Seite, natürlich die jeweils richtige, wählen zu müssen
p.s.
in Italien wurde am 2. Juli das so genannte Sicherheitspaket verabschiedet, nach dem so genannte Illegale für vogelfrei erklärt, ihre Denunziation zur Bürgerpflicht und Bürgermilizen landesweit eingeführt werden (vielleicht kommt dazu etwas in den nächsten Tages, sofern der liebe Jens es will)
um die Freiheit des Anderen kann man auch an der eigenen Türschwelle kämpfen
@Salvo
Broder ist doch selbst von Selbsthass zerfressen.
Auf jeden Fall! Ich arbeite auch gerade selbst an einer längeren Reportage über Migranten, die weltweit als erstes zum Opfer der Krise werden und einen “neuen” Trend zu xenophoben Gesetzen in diversen Ländern.
Kann und soll man, das ist aber m.E kein Argument, an anderer Stelle zu schweigen oder zu beschönigen, nur weil es ins eigene Weltbild passt. Wenn ich mal ein wenig pathetisch werden darf: Die Würde des Menschen ist unantastbar – weltweit.
@ 61 SF
“Das es Unregelmäßigkeiten gab, wird ja sogar von offizieller Seite bestätigt. Die Frage ist vielmehr, ob das offizielle Ergebnis überhaupt etwas mit den Wahlen zu tun hat. Auch wenn – ich wiederhole mich – Unrgelmäßigkeiten nich heißen, dass MA nicht gewonnen hat. Bei den Wahlen in Russland gab es im Kaukasus auch massivste(!) Fälschungen und Manipulationen. Dennoch würde niemand ernsthaft behaupten, Putin oder Medwedjew hätten die Wahl “gestohlen”. Das sieht in Iran aber etwas anders aus.”
Volle Zustimmung, ja, eben das meine ich auch. MA hat gewonnen, oder auch nicht. Wir wissen es nicht. Wir können von außerhalb nur Vermutungen anstellen. Beweise für Wahlfälschungen mag es geben, das Anliegen der Protestler mag berechtigt sein. Und trotzdem hat MA vielleicht gewonnen.
Aber das Ganze ging ja nicht an Dich, denn Deine Meinung hierzu konnten man ja in den letzten Wochen hier auf dem SF verfolgen.
Mein Problem war der Spaßvogel, der mir eine MEinung unterschieben wollte, die nicht die meine ist, bloß weil er das Gefühl hat, dass ihm meine Meinung nicht passen wird (Womit er wahrscheinlich recht hat ;- )
Du schreibst:
@Max Krapp,
Ich bin nicht mal sicher, ob die Demonstranten nur wegen der Wahlfälschung auf die Straße gehen. Könnte auch nur der Auslöser nach 30 Jahren Unterdrückung sein. Also der berühmte Tropfen, der das Faß zum überlaufen bringt.
Ich frage:
Wieso braucht die Bevölkerung einen Tropfen, wenn es doch zu 64% zu Ahmadi steht?Er ist doch der Mann den die Mehrheit der Iraner haben möchte.
Lass mich seine Wohltaten aufführen:
-internationale Isolierung des Landes, was sehr teuer dem Land zustehen kommt.
-Die massive Einschränkung der bürgerlichen Rechte
-Verhaftung der Gewerkschaftsführer, unter anderem die der Busfahrer und der Lehrer.
-Im Osten des Landes kämpft die Guerriliagruppe Djondollah (eine sunnitische Untergrundsorganisation der Balutschen). Es wird gemünkelt, dass diese Gruppe von der C.I.A etc. unterstützt wird. Wie immer keine Belege, aber nachvollziehbare Argumente.
-Eine Inflation von mehr als 25%. (Über die Zahl können sich die Herrschaften im Iran nicht einigen. Denn nach Ahmadis Darstellung ist es einstellig.
-Anstieg der Arbeitslosigkeit.
- statt der Verteilung des Öl-Gelds, wird den bedürftigen Menschen Kartoffel gegeben. Wie kommt sich solch ein Bedürftiger vor?Das ist blanker Hohn.
-Die Vernichtung der iranischen Landwirtschaft. Denn die sprudelnden Petrodollars ermöglichten den Ahmadis Männern groß zu importierten und zu niedrigeren Preisen zu verkaufen. So ist die iranische Tee und Reis Landwirtschaft Dank billiger Importe aus Thailand und Bangladesh am Boden. Andere Bereiche sind ebenfalls betroffen.
-Durch die billigen unkontrollierten Importe stehe viele staatliche Fabriken vor dem Aus. Proteste an der Tagesordnung. Zu lesen unter bei den internationalen Arbeiter Organisationen und teils halbstaatlichen Medien , wie der http://www.ilna.ir...
-Die Niederschlagung der Studentenproteste
-Verschärfung der sozialen Vorschriften. Sporadische Proteste aufgrund der grausamen Härte. Es gibt hier zu unzählige Bilder und Artikeln.
-und und und ….
Du hast Recht, wie kann ich mir anmaßen, von einem Putsch Ahmadis zu sprechen. Ahmadi und mit ihm der Sohn von Khamenei haben nicht geputscht?Sie wollen nicht das letzte Element der Verfassung, die noch einen Hauch von Republik verleiht, gänzlich eliminieren.
Demnächst wird es ein islamisches Kalifat, mit dem jüngeren Sohn von Khamenei als der nächste Kalif und Ahmadi als Wezir. Die Putschisten haben ganze Arbeit geleistet und finden noch Beifall in Deutschland.
Zitat von Khamenei:
“Ahmadi steht mir gedanklich näher (auf dem Freitagsgebet nach der Wahl)
Aber ich weiss, die Argumente zählen nicht.Es zählt der blinde Antiamerikanismus gepaart mit einer Brise Stalinismus. Ach ich vergaß, es gibt ja auch für Stalinsverbrechen keine guten unabhängigen Quellen…
ich wollte jetzt keinen Abtausch von Argumenten, diese Pseudo-Duelle, bei denen man selbst stets das bessere Argument hat :-)
Mir schießt gerade ein Bild durch den Kopf: ich frage mich, warum wohl uns keine solchen Bilder im gemütlichen Wohnzimmer erreichen: Auf einem überfüllten Schiff mit ‘Illegalen’, unterwegs Richtung Festung Europa, sehen wir einheitlich in Blau bekleidete Menschen, die Schilder hochhalten, auf denen wir lesen können: “I’m hungry” oder “Ich habe Hunger”
@iranianeye
Das ist Rabulismus – selbst bei 64% blieben noch 36% Gegner über, die die Demonstranten stellen können.
Und das soll MA´s Schuld sein? Das Land war seit 1979 isoliert. Für die “harte” Linie in den letzen Jahren ist die “Mullahkratie” mindestens genau so verantwortlich. Und auch der “Reformer” Mussawi hat außenpolitisch kaum eine andere Agenda als MA. Anderenfalls hätte mn ihn auch nicht zur Wahl zugelassen. Obama hatte in seinen ersten Worten, für die er viel Kritik einstecken mußte, schon recht – so groß ist der Unterschied zwischen den Kandidaten fürs Ausland nicht. Die zu erwartenden Spannungen in nächster Zeit hat Chamenei zu verantworten – und der wäre unter Mussawi (oder besser über Mussawi) auch Chef im Ring.
Wenn man Seymour Hersh Glauben schenkt, gibt es dafür auch Belege.
@56
Das ist mal schönster ahistorischer, aus dem Zusammenhang gerissener Quatsch.
MA hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass wenigstens 20 Millionen in den Genuss einer Krankenversorgung kommen und niemand anderes. Die Reformerriege, die vor ihm an der Macht war, hat nichts getan, nichts. Sie haben den Importsektor für ihre Klientel umgebaut, und nur sie aus diesen Kassen bedient und mafiöse Strukturen geschaffen, die ihresgleichen suchen. In diesem kleinen Zeitfenster von 2005 (4 Jahre ist politisch gar nichts) bis jetzt hat er mehr getan als irgend jemand anderes, gegen seine mächtigen innenpolitischen Gegner, und unter außenpolitischen Bedingungen, die sich als kältester Krieg bezeichnen lassen.
Brüllt mal weiter schön dämlich “Hitler, Hitler, und Hitler” und rechne mal fein nach, wieviele Tote seitdem für deutsche Interessen außenpolitisch krepiert sind, und das die deutsche Regierung aktiv am Krieg gegen den Irak mit allen dortigen Toten strafrechtliche Schuld trägt.
@salvo
Mag daran liegen, dass die Flüchtlinge keine PR-Abteilung haben. Unsere Aufmerksamkeitsökonomie treibt wilde Blüten. Aber keine Angst – da gehe ich nicht weiter drauf ein ;-)
@name
Wußte gar nicht, dass Du neuerdings ein MA-Fan bist. Wie sich doch die Zeiten ändern ;-)
@ 65
Zu einem Teil der Vorwürfe hat sich ja JB schon geäußert.
Ich kann mich nicht daran erinnern, mich zu der Qualität von MA`s Präsidentschaft geäußert zu haben. Ich habe nur erwähnt, dass er durchaus auch so wiedergewählt worden sein könnte.
Ich könnte eine Seitenlange Liste mit Scheiße erstellen, die die CDU verbrochen hat, und trotzdem wird sie wahrscheinlich die Bundestagswahl gewinnen….
Ich kann gar nicht beurteilen, ob MA ein guter oder schlechter Präsi ist, ich lebe nicht im Iran. Das muss jeder Einwohner für sich selbst. Und ein nicht geringer Teil sieht das halt anders als Sie. Akzeptiern SIe es endlich. Man die LEute nicht zu Ihrem Glück zwingen (Oder zumindest zu dem, was man denkt, dass es Ihr Glück wäre)
“Aber ich weiss, die Argumente zählen nicht.Es zählt der blinde Antiamerikanismus gepaart mit einer Brise Stalinismus. Ach ich vergaß, es gibt ja auch für Stalinsverbrechen keine guten unabhängigen Quellen…”
Blinder Antiamerikanismus und Stalinismus? Betreiben Sie in Ihrer Freizeit Bibelstudien?
Was Sie so alles aus meinen Äußerungen rausziehen können. Erstaunlich…
Klar total Jens, immer und überhaupt, MA ist Hitler und noch viel mehr.
Mich kotzt es an, wenn hier Einordnungen getroffen werden, die völlig unstimmig in sich selbst sind. Hier wird ein aufgebautes PR-Feindbild von bekannten Kriegsverbrechern nachgeplappert und verkauft, und alle Halbintellekutellen singen dieses Lied noch mit. Für die über eine Million Tote, die durch den Krieg für westliche Interessen umgebracht worden sind, interessiert sich aus diesen wichtigen westlichen Revolutionskreisen niemand mehr und gleiches hätte für den Iran auch gegolten.
Ich kann doch wohl eine Darstellung verlangen, die der Wahrheit in Ansätzen gerecht wird.
p.s
ich zitiere aus dem im Artikel verlinkten Artikel von U. Ladurner in der zeit
“Der Aufstand in Iran hält nicht, was sich der Westen von ihm versprach.”
beim Lesen dieser Zeile mußte ich doch schmunzeln
@SF
Danke für deine Antwort, und hatte natuerlich auch schon den vorigen Artikel gelesen ;-) Weiss leider nicht wie die Zitierfunktion geht.
Bei einigem kann ich dir nicht so ganz zustimmen, vor allem bei den “erschlagenden” Indizien für die Fälschungen. Vielleicht bin ich da von meiner eigenen Skepsis hinters Licht geführt, aber was ich so in den letzten Wochen gesehen habe und vor allem die Methoden mit denen die “Beweise” vertreten wurden – nämlich kein Stück diskursiv und total tendenziös zitierend – sind auch nicht so überzeugend. Auf die Gefahr der Schelte hin:
“vor allem die “genauen Ergebnisse” kurz nach Auszählung sind ein schlagendes Indiz”
heisst sowas bei uns nicht Hochrechnung und ist auch 18.05 oder so fertig?
oder können die im Iran das nicht? Und zur Statistikmethode hab ich auch schon gegenteiliges gelesen, usw.
“Die Demonstranten selbst, haben mit dem Verteilungskampf nicht viel zu tun – die Hintermänner dafür um so mehr”
Das ist zumindest mal eine Annahme, die ich so nicht ganz teilen würde. Es geht sicher auch um mehr, also das Abwerfen der Islamischen Repression, aber auch da stellt sich die Frage nach gesellschaftlichen Mehrheiten und Machtverhältnissen.
An der Sache mit dem “möglichst neutralen” Beobachter wuerde ich eigentlich auch noch rumnörgeln, aber das ist dann echt OT.
“aber ein Erstarren der Islamischen Republik oder gar eine innere Radikalisierung aus Angst vor Unruhen, gehen auch auf Kosten eines großen Teils der Bevölkerung. Was also tun?”
an das Erstarren mag ich noch nicht so Recht glauben, weder was die Außen- noch die Innenpolitik betrifft. Was tun? Beobachten, Flüchtlinge aufnehmen, wenn es welche gibt (HAHA, ich weiss), kein Öl ins Feuer giessen, die deutschen Journalisten nicht so massregeln (Klaus Tigge oder wie hieß der nochmal?) und jedenfalls nicht die Bundeswehr schicken. ;-)
Ach ja, und nicht durch übermäßiges Trollen und völlig überzogene Beschimpfungen jede Diskussion unmöglich zu machen. (!!!@ Feingeist666!!!)
und was China betrifft: ich habe dabei ja auch an die Aktion vor zwanzig Jahren gedacht. wenn das System heute ne Menge erreicht hat (und die Position kann man ja sinnvollerweise vertreten), ist dann die Entscheidung im Nachhinein nicht gerechtfertigt worden? oder auch die von 1959? Aber da hast du ja so schön geschrieben:
“Die Würde des Menschen ist unantastbar – weltweit.”
wo sie doch weltweit von anderen Menschen mit Füßen getreten wird. Naja.
Dass heisst natürlich nicht, dass die Islamische Republik ähnliche Perspektiven hat. Aber ein paar hat der Iran schon, wenn ich sie auch nicht unbedingt in einer Freihandelspolitik sehe. Der Raffineriebau und die Automobilproduktion sind ja schonmal Anfänge. Aber die Stiftungen? Irgendwie eher nicht.
Und ich fand auch, dass du @Aicha etwas grob beantwortet hast, aber soo schlimm isses sicher auch nicht.
Grüße
@salvo
Na zumindest die Qualität und die Wünsche der “Zeit” kann man den Leuten im Iran nicht zum Vorwurf machen.
@iranianeye
Stalinismus als Brise statt als Sturm? so á la Breshnew?
und Antiamerikanismus? Obama hielt sich doch ziemlich zurück, so lange er konnte. Wäre eine solche Zurückhaltung dann nicht eher proamerikanisch?
“Na zumindest die Qualität und die Wünsche der “Zeit” kann man den Leuten im Iran nicht zum Vorwurf machen.”
von Vorwurf war auch keine Rede, sondern von der überraschenden Freimütigkeit, in der wie selbstverständlich von einer identität von ‘westlichen’ Interessen und denen der iranischen ‘Aufständischen’ ausgeht. Da ich eben nicht in Iran lebe, in Iran nicht gelebt habe und nicht sozialisiert wurde, mir ein mit dem Leben dort verknüpftes lebendiges Beziehungsgeflecht fehlt, halte ich mich mit einem Urteil zurück. Alles, was ich darüber ‘weiß’ geht auf offiziellen, komerziellen, alternativen Medien, zurück, auf Wort und Bild, auf keine lebendige Erfahrung. Ich lebe aber hier, bin in Europa (Italien und Deutschland aufgewachsen), bin hier ins Leben hineingewoben und kann durchaus die Prozesse der allgemeinen ‘Wissensbildung’ einschätzen und weiß, wer sie kontrolliert. Was mich an diesen Bildern des ‘Aufstands’ stört, ist eben, dass es Bilder sind, die für uns, den ‘westlich’ determinierten Konsumenten, produzierte wurden, so dass aus den Bildern schon sich diese Einheit von ‘westlichen’ Interessen und denen der ‘Aufständische’ ausgedrückt.
@nuramlso
Ja – Hochrechnungen auf Basis von Wählerbefragungen. So etwas wird in Iran nicth durchgeführt.
Ich weiß nicht, ob sie das können – fest steht, sie machen das nicht. Und wenn schon vor Schließung aller Wahllokale ein vorläufiges Endergebnis herausgegeben wird, dass dem „offiziellen“ Endergebnis nahezu komplett gleicht, hat das nicht nur ein G´mschäkle. Es gehört schon verdammt viel „Glück“ dazu, wenn nach Öffnung von geschätzten 15% der Stimmen sich eine „perfekte“ Stichprobe ergeben würde – davon war aber noch nicht einmal die Rede, es ging um ein vorläufiges Endergebnis. Sogar in D, wo mit einem wesentlich größeren personellen und technischen Einsatz ausgewertet wird, liegt so etwas meist erst gg. 22.30 vor, aber sicher nicht vor Schließung der Wahllokale.
Na klar – aber nach dieser Argumentation könntest Du nahezu jede Demonstration als „illegitim“ einordnen.
Natürlich – leider. Ich schreibe ja auch nicht, dass die Würde ds Menschen weltweit nicht angetastet wird. Dies als gegeben hinzunehmen, ist mir dann aber doch zu fatalistisch.
Bei aller Hitze und gelegentlich unsachlich aggressiven Äußerungen möchte ich mal loben, wie fruchtbar und spannend doch die politische Diskussion hier ist. Und man sollte dankbar sein, dass noch kein “Pornofilter” oder Grüner Damm dies (bislang) verhindert. Es lebe die Meinungsfreiheit!
Auch wenn es mir nicht leicht fällt, ich muss gestehen, dass ich die Unruhen im Iran dank dieses Blogs und ein paar anderen Artikeln mittlerweile kritischer sehe, als am Anfang. Ich würde mir aber auch wünschen, dass Personen mit antiamerikanischen, oder antiimperialistischen Reflexen, Meschenrechtsverletzungen auch dann anprangern, wenn sie gegen Menschen verübt werden, die gegen Feinde der Amerikaner (des Zionismus, des westlichen Imperialismus, Kapitalismus, …) auf die Straße gehen. Nach dem Motto die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde.
Eine Kritik an der Selektivität des Anprangerns von Menschenrechtsverletzungen unserer Medien ist legitim, wie Salvo es z.B. tut, problematisch wird es für mich aber dann, wenn man die einen Menschenrechtsverletzungen mit den anderen entschuldigt oder auch nur relativiert (das hat Salvo nicht explizit getan, könnte aber so missverstanden werden).
Mein Bild von den Geschehnissen in Iran sieht mittlerweile so aus: Es standen Präsidentschaftskandidaten im Iran zur Wahl, die allesamt vom Wächterrat als systemkonform genehmigt wurden (1. Einschränkung freier Wahlen), es wurden von den Machthabenden Vorkehrungen getroffen, dass die Wahlen in jedem Fall in ihrem Sinne ausgehen (nicht bewiesen, aber für mich nach Quellenlage sehr wahrscheinlich). Die unterlegenen Präsidenschaftskandidaten akzeptierten das Wahlergebnis nicht und riefen ihre Anhänger zum Protest auf. Diesem Protest schlossen sich – vor allem in Teheran – viele Unzufriedene an, die oft gar nicht Mussavi gewählt hatten. Diese Proteste gegen einen aggressiven Gegner Israels und seiner Verbündeten fanden natürlich dort große Aufmerksamkeit in den Medien und Sympathien in der Politik. Andererseits verbündeten sich im Westen, Gruppen vom linken und rechten politischen Rand mit den erzkonservativen, theokratischen Kräften im Iran.
Viele Fragen bleiben für mich offen, abgesehen vom Ausmaß der Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen, z.B., wie glaubhaft die Wandlung von Mussawi vom Hardliner mit blutigen Händern zum Reformer ist, dazu gibt es zwei interessante Videos von Al Jazeera (Moussavi and the Masses Teil 1 und Teil 2).
Diese Reportagen machen auch klar, wie komplex hier die Politik ist. Es geht nicht nur um Außenpolitik und Wirtschaft, sondern eben auch um Rechte für Frauen und Meinungsfreiheit. Um reale Dinge und um Wunsch-Projektionen.
ja, im Augenblick, wo man, gerade in solch offenen Raum, sich entscheidet, textuelle Spuren zu hinterlassen, muss man sich darauf einstellen, sich angreifbar zu machen, mißgedeutet zu werden
wie hat Jens oben sehr schön formuliert, “Die Würde des Menschen ist unantastbar – weltweit”. Sehr schön, das kann man nur unterstreichen. Und nachdem wir uns symbolisch weltmittig auf ein Podest gestellt und diesen Satz ausgesprochen haben, was dann? Welche Konsequenzen hat das denn? Wir sehen weiterhin nur jene Menschenrechtsverletzungen, jene Ungeheuerlichkeiten, die unserem hehren universellen Prinzip widersprechen,sofern sie für uns sichtbar, hörbar und erkennbar gemacht werden. Alle anderen, ein weit größerer Dunkelbereich, der sich weit in die Vergangenheit streckt, bleibt uns verborgen, jedenfalls nicht ohne Weiteres erreichbar, auch den Interessierten nicht. Und da stellt sich die Frage nach den Prozessen dieser Sichtbarmachung des ‘Bösen’, wie sind diese definiert und realisiert, wer kontrolliert sie? Wie ist die Sichtbarmachung von der interessengleiteten Produktion dieses ‘Bösen’ trennbar? Und dann ist noch dieser große Widerspruch: Jenes hehre absolute Prinzip, dem wir die Welt unterworfen haben, geht auf uns zurück, die Selben, die diese Welt auf totalitäre Weise einem Prinzip unterworfen haben, das dem ersten diametral entgegen steht: die schrankenlose Ausbeutung von Mensch und Natur, von Materie und Immaterie. Wie paßt das zusammen? Ist die Erklärung, das uns das erste Prinzip realiter nur ein Instrument zur Durchsetzung des zweiten, grundlegenden, ist, zu einfach? Jedenfalls, selbst für jene unter uns, die aufrichtig dieses Prinzip hochhalten und auf die Welt, das Leben, universell anwenden, bleibt dennoch der Anspruch, zuallererst dafür zu sorgen, dass es im eigenen Lebenskontext eingehalten wird. (Was zugegebermaßen schwer fällt, müßten sie doch das andere widersprechende in Frage stellen: den totalitären Ökonomismus.) Das ist kein Relativismus, sondern eine Frage der Glaubwürdigkeit.
Im Übrigen stimme ich ‘name’ zu: Man kann die gegenwärtigen Ereignisse in Iran nur im historischen Sinne angemessen beurteilen, nicht durch eine moralisch motivierte aber historisch unreflektierte Parteinahme, eine Dämonisierung von Machteliten, eine Ablehung eines kulturell-sozial-politischen Lebenszusammenhangs (ich persönlich möchte sicher nicht in einem theokratischen System leben).
Und ein kurzer historischer blick zeigt uns deutlich, dass es der ‘Westen’ war, der die erste iranische Demokratie beseitigt und durch eine menschenverachtende Diktatur erstezt hat. Zu einer Zeit, als jenes Prinzip der Unantastbarkeit der menschlichen Würde schon galt.
Also ich möchte auch noch was loswerden: Ich habe mich vielleicht etwas zu stark daran gewöhnt in Opposition zu den Mainstream-Medien zu stehen. Die haben mich in den letzten Jahren so oft belogen, dass ich jetzt Mühe habe, ihre Informationen zu glauben. Insofern kann ich eine kognitive Bias nicht ganz ausschliessen. Aber trotzdem geht mir im ganzen Wirbel das Versprechen Mousavis etwas unter, im Falle eines Wahlsieges die Fernsehsender zu privatisieren.
Wie dem auch sei. Die Vorselektion der Kandidaten ist definitiv kein demokratischer Vorgang. Das aber nach einer Wahl anzukreiden, in der 85% der Wahlberechtigten teilnahmen ist imo nicht zulässig. In Haiti wählten keine 15%, weil sie mit der Auswahl der Kandidaten nicht zufrieden waren. Ganz ohne Beistand unserer Medien.
Was die Resultate angeht, bleibe ich allerdings bei meiner Meinung. Ich halte es für unmöglich, auch nur eine Million Stimmen zu fälschen, ohne deutliche Spuren zu hinterlassen. Konkret: Zu jeder der rund 45′000 Wahlurnen haben mindestens 14 Personen unterschrieben, dass das ausgezählte Resultat korrekt sei. Da die Zahlen afaik veröffentlicht wurden, kann jeder Wahlhelfer nachschauen, ob das Resultat, das er bestätigt hat, auch so gezählt wurde. Zu der “schnellen Auszählung” möchte ich nur noch anfügen, dass im Schnitt keine 1000 Stimmen pro Urne anfielen. Wie lange braucht man, um die zu zählen?
Ich schliesse meinen Kommentar mit einem Zitat von diesem Artikel ab: Where they see religious wars, we see class wars; where they see electoral fraud, we see imperial destabilization.
@Salvo
Diese historische Schuld des Westens bestreite ich gar nicht. Sie kann auch manche Radikalisierung erklären, aber sie ist kein Freibrief für schwere Menschenrechtsverstöße!
@Luky
Das greift mir zu kurz. Sicher geht es auch um Interessenskonflikte zwischen Arbeitern und der gehobenen Mittelschicht und auch das Interesse einiger westlichen Gruppierungen an einer Destabilisierung des Irans ist nicht von der Hand zu weisen, aber es geht doch auch um mehr. Wie gesagt, die beiden Al Jazeera-Videos zeigen dies ganz gut, es geht auch um die Freiheits- und Demokratiedefizite und eine Politik, die vielen zu radikal-islamisch ist.
“Diese historische Schuld des Westens bestreite ich gar nicht. Sie kann auch manche Radikalisierung erklären, aber sie ist kein Freibrief für schwere Menschenrechtsverstöße!”
das hat zwar hier niemand behauptet, aber schön, dass Du das wieder hervorheben konntest. Wir sind uns einig, dass es in Iran zu Menschenrechtsverstößen kommt. Nicht erst in Folge der letzten Präsidenschaftswahlen, wie zB bei labornet dokumentiert: Gerade gewerkschaftlich organiserte Arbeiter wurden Opfer staatlicher Repression:
“„Die Feierlichkeiten zum 1. Mai im Iran fand in einer Situation statt, in der die weltweite und in der Geschichte nicht da gewesene Systemkrise des Kapitalismus’, die chronische Wirtschaftskrise im Iran hart getroffen hat. (…) Trotz der herrschenden Atmosphäre von Angst und Schrecken, haben neun verschiedene Gewerkschaften und Protestbewegungen, sowie Frauen und Studenten zum ersten Mal einen gemeinsamen Aufruf zu Feierlichkeiten im Park Laleh (größter Park Teherans) am Nachmittag des 1. Mai, gestartet. Einige Stunden zuvor wurden einige Tausend Sicherheitskräfte und Milizen um und im Park positioniert. Als die TeilnehmerInnen sich versammeln wollten, wurden sie auf brutale Art und Weise attackiert. Über 150 Personen wurden verhaftet – darunter Arbeiter, Frauen und Studenten. Die Sicherheitskräfte haben mit Schlagstöcken und Pfefferspray sogar kleine Kinder und RentnerInnen angegriffen. Zahlreiche Anwesende wurden dadurch schwer verletzt…“
http://www.workers-iran.org/News/May%20Day%20Event%20in%20Tehran,%202009.htm
Ich gehe davon aus, dass das auch stimmt.
Dass von diesen Repressionen kaum oder nicht in den bewußtseinsbildenden maßgebenden Medien berichtet wurde, hat wohl damit zu tun, dass die Ausbeutung von Arbeitern und ihre staatliche Unterdrückung dem in meinem obigen Kommentar erwähnten ökonomistischen Prinzip entspricht.
So, und was jetzt? Nicht nur in Iran kommt es nun zu solchen Menschrechtsverletzungen, was diese natürlich nicht relativiert. Die Frage bleibt trotzdem, wann welche warum sichtbar werden und wann welche warum verborgen bleiben. In welchem Interesse passiert das?
Und die Frage nach der historischen Schuld des Westens kann auch nicht einfach ad acta gelegt werden, so lange sie nicht offiziell eingeräumt und mit den Opfern, dem iranischen Volk, über Formen der Wiedergutmachung diskutiert wird, zB Reparationen.
Natürlich greift das zu kurz. Das hat es so an sich, wenn man einen einzelnen Satz herausgreift. Das gilt für mich, wenn ich einen einzelnen Satz eines Artikels zitiere, genauso wie für Dich, wenn Du nur auf einen Satz meines Postings antwortest.
Kannst Du mir vielleicht erklären, wieso ein Iraner, der mehr Freiheit und Demokratie möchte, ausgerechnet Mousavi wählen sollte? Also den Mousavi, den sie im Iran kennen, und nicht den, der in unseren Medien statt findet.
Natürlich gibt es Defizite. Bloss haben die meiner Meinung nach mit dieser Wahl wenig zu tun, weil das System nicht zur Wahl stand. Die Systemfrage jetzt mit Anschuldigungen von Wahlbetrug zu verknüpfen, die mE. nicht beweisbar sind, wird im besten Fall wenig bewirken, im schlimmsten Fall extrem kontraproduktiv sein.
Also mein Vorschlag: Das Wahlresultat akzeptieren, mit der Regierung zusammen arbeiten und die Kontakte nutzen, um etwas leiser auf Verbesserungen hinzuarbeiten – zum Beispiel bei den Gewerkschaften, den Medien oder den Homosexuellen: Diplomatie statt Schlagzeilen.
@ 78 Gebintit
“Auch wenn es mir nicht leicht fällt, ich muss gestehen, dass ich die Unruhen im Iran dank dieses Blogs und ein paar anderen Artikeln mittlerweile kritischer sehe, als am Anfang. Ich würde mir aber auch wünschen, dass Personen mit antiamerikanischen, oder antiimperialistischen Reflexen, Meschenrechtsverletzungen auch dann anprangern, wenn sie gegen Menschen verübt werden, die gegen Feinde der Amerikaner (des Zionismus, des westlichen Imperialismus, Kapitalismus, …) auf die Straße gehen. Nach dem Motto die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde.
Eine Kritik an der Selektivität des Anprangerns von Menschenrechtsverletzungen unserer Medien ist legitim, wie Salvo es z.B. tut, problematisch wird es für mich aber dann, wenn man die einen Menschenrechtsverletzungen mit den anderen entschuldigt oder auch nur relativiert (das hat Salvo nicht explizit getan, könnte aber so missverstanden werden).”
Dem kann ich nur zustimmen. Leider übersehen manche Leute den Balken im eigenen Auge.
Allerdings kann dieser Eindruck auch deshalb entstehen, weil in unseren traditionellen Medien und auch speziell von großen Teilen der “Rechten” immer wieder eine kleine Gruppe von Menschenrechtsverletzungen angeprangert wird. Hier besteht eine gewisse Blindheit gegenüber den eigenen Taten (Amerikanische Militärinterventionen) oder denen unserer “Verbündeter” (Saudi Arabien, Israel,…). Dies gilt es zu thematisieren. Das kann manchmal wirklich sehr einseitig wirken, manchmal ist es auch einseitig. Eigentlich sollte es aber klar sein, dass niemand, der sich Eigentümer eines Gewissens rühmt, Menschenrechtsverletzungen irgendwo auf der Welt rechtfertigen kann, egal durch wen sie begangen wurden. Es wird immer Freaks geben, Imperialisten wie Antiimperialisten, welche dies anders sehen. Das ist unvermeidlich. Gerade deshalb sollte man Verallgemeinerungen unterlassen, Gebintit…
Das heißt für die Praxis:
Wenn jemand die Menschenrechtsverletzungen einer bestimmten Seite anprangert, gibt es keinen Grund, im zu unterstellen, dass er an anderer Stelle solche Verletzungen tolerieren würde. Wenn er sich allerdings eindeutig dazu äußert, hat sich das Ganze ja erledigt (Und damit meistens auch die fruchtlose Diskussion). MEnschenrechte sind universal. Die Rechte, welche man für sich selbst in Anspruch nimmt, kann man niemand anderem verwehren…
@salvo
Was die selektive Wahrnehmung von Menschenrechtsverstößen und die Ausnutzung wirtschaftlicher Macht bei der Meinungsbeeinflussung westlicher Gesellschaften angeht, gibt es zwischen uns keine unterschiedlichen Meinungen, denke ich. Die Interessen einiger wirtschaftlichen Eliten bestimmen in großem Maße unsere Mainstream-Medien. Das ist so. Wie man ein Maximum an Freiheit, mit einem Maximum an Fairness für Schwächere unter einen Hut bekommt, das ist hier die spannende politische Frage. Oder anders gefragt, lassen sich Schwächere ausreichend schützen, ohne die Freiheiten zu sehr einzuschränken? Und wie kontrolliert man dann die Macht des Beschützers des “kleinen Mannes?”
Zur Frage der historischen Schuld des Westens im Falle des iran-irakischen Krieges bin ich auch keineswegs für ein ad acta legen. Leider muss ich gestehen, dass mir gerade die Zeit fehlt, mich intensiver mit dieser “Akte” zu beschäftigen. Das ist ja eines der Hauptprobleme unserer beschleunigten und globalisierten Welt das Sloterdijk zu Recht beklagt: die Dinge wachsen uns über den Kopf, zur Bewältigung der Informationsmengen sind wir evolutionsmäßig nicht ausreichend ausgestattet.
@luky
Diese Frage ist berechtigt, ich habe sie selbst oben in meinem Kommentar gestellt. Mangels Alternativen wurden vielleicht Hoffnungen auf diesen Mann projiziert, die dieser später (wer weiß) vielleicht gar nicht erfüllt hätte. Diese Hoffnungen nährten sich, wie der Al Jazeera-Bericht nahe legt, unter anderem aus seinen Auftritten mit seiner Frau (Symbolpolitik, Aufwertung der politischen Rolle der Frau) und seinen Äußerungen bei öffentlichen Auftritten. Ob hier wirklich eine Saulus-Paulus-Wandlung stattgefunden hat oder der Wolf aus Machtkalkül sich einen Schafspelz übergestülpt hat, das ist nicht so leicht zu beantworten, da er ja nicht die Macht bekommt, seinen Symbolen und Worten Taten folgen zu lassen.
Wollt ihr mal wissen, wie tief die Amis die Finger auch in der deutschen Politik drin haben?
Hier mal nur am Beispiel Guttenberg demonstriert, wie sehr die Amis ausländische Politiker über sogenannte Thinktanks auf proamerikanische neoliberale Politik umpolen.
http://www.duckhome.de/tb/archives/6817-Karl-Theodor-Maria-Nikolaus-Johann-Jacob-Philipp-Franz-Joseph-Sylvester-Freiherr-von-und-zu-Guttenberg.html
http://www.zeitgeist-online.de/special24.html
Es ist erschreckend, zu sehen, wie die Amis auch die Politik in Deutschland beeinflussen. Meiner Ansicht nach kann man bei der Berichterstattung über Iran vor allem in US-Medien grundsätzlich davon ausgehen, dass diese Berichterstattung pro-amerikanisch ist.
Die Amis mögen Ahmadineschad nicht und auch unter Rafsandschani wird ihnen der Iran zu unabhängig, insbesondere wenn man überlegt, dass die Amis aus dem Irak herausgehen wollen und dieses Machtvakuum dann vom Iran gefüllt werden könnte. Wenn in pro-amerikanischen Nachrichten also POSITIVE Berichte über “gute Reformkräfte” im Iran auftauchen, kann man durchaus berechtigt annehmen, dass diese “guten Reformkräfte” nicht unbedingt gut für die Iraner aber auf jeden Fall gut für die Amis sind. Die Interessen der Amis und die des Iran sind gegensätzlicher Natur. Die Amis würden den Iran gerne zu einem wirtschaftlich und politisch abhängigem Land machen. Die Iraner wollen das nicht. Kann man unter solchen Umständen davon ausgehen, dass pro-amerikanische Nachrichtenanstalten für den Iran positive Entwicklungen positiv darstellen? Glaube kaum, auch wenn das jetzt verdammt nah an der Verschwörungstheorie-Methodik dran ist.
Was Propaganda und ähnliches angeht, hat sogar die BBC mittlerweile Manipulation über die Iran-Berichterstattung zugegeben, man weiß also nicht, auf wessen Aussagen man vertrauen kann:
http://www.sott.net/articles/show/187855-Evidence-of-Revision-BBC-Caught-In-Mass-Public-Deception-With-Iran-Propaganda
Und hier entschuldigt sich die BBC für die Manipulation:
http://www.bbc.co.uk/blogs/theeditors/2009/06/what_really_happened.html
Zitat:
“However, on Wednesday 17 June we made a mistake in a picture caption published on BBC News online. In the story Obama refuses to ‘meddle’ in Iran, we mistakenly stated that a Getty agency picture of a pro-Ahmadinejad rally was a pro-Mousavi rally. ”
Und weils so schön ist, hier auch noch eine Rede von Heiner Flassbeck zur aktuellen Finanzkrise, wo er sehr schön auf die Gefahren von internationaler Finanzsspekulation, Kasinokapitalismus und Deflation durch Lohnkürzungen hinweist und praktisch sagt, dass der Neoliberalismus ganze Länder hat verarmen lassen und dass keine der Massnahmen, die die Regierungen unternehmen, um Kasinokapitalismus zu verhindern, wirksam sind.
Teil 1 (von 4, in Englisch aber sehr langsam und gut zu verstehen):
http://www.youtube.com/watch?v=fPYnI56_k2Q&feature=related
Ich weiß ja nicht, wie das mit der Finanzspekulation im Iran ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass es den Amis überhaupt nicht passt, sollten die Iraner keine Finanzspekulation zulassen, sondern von den Rohstoffen ihres Landes selber profitieren wollen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,634415,00.html
“Die brutale Niederschlagung der iranischen Opposition hat Israels Auffassung gestärkt, dass ein Dialog keine Chance hat. Am Ende, so die Analyse der Regierung in Jerusalem, kann nur ein Militärschlag Teheran vom Bau der Atombombe abhalten. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.”
verdammt nochmal!
die rechten fanatischen zionisten sind doch wirklich die allerletzten schweine jetzt und überhaupt einen militärschlag gegen den iran zu planen. meine fresse, ich könnte kotzen vor wut. nun wird die aufgeheizte stimmung gegen den iran doch noch genutzt und verwertet. von wegen verschwörungstheoretiker…
Albanien: Urnen fehlen, Resultat trotzdem amtlich!
Link: http://tinyurl.com/q2gh7q
Bulgarien: 15 % bereit, Stimme zu verkaufen?
Preis höher als bei Europawahl
Wahlbeobachter aus dem Europarat hatten zuvor erklärt, sie befürchteten einen massiven Stimmenkauf und hatten für diesen Fall mit Sanktionen gedroht. 15 Prozent der Bulgaren hatten sich in Umfragen bereit erklärt, ihre Stimme zu verkaufen.
Der Preis für eine Wählerstimme soll nach Medienberichten mit rund 100 Lewa (50 Euro) deutlich höher liegen als bei der Europawahl vor einem Monat.
Link: http://tinyurl.com/ogho85
Keine Medienkampagnen gegen diese Länder…Gibt ja auch kein Öl dort!
@ #88
Nicht nur, dass es da kein Öl gibt, da gibt es auch keine Computerwahlmaschinen. Lohnt sich wahrscheinlich nicht, für die paar Wähler das einzuführen. Schlichte Bestechung ist vermutlich billiger ;-)
Allein schon an den fehlenden Medienkampagnen gegen undemokratische Ereignisse in der EU kann man ja mal wieder sehr schön sehen, wie sehr unsere Nachrichten von den Interessen einer Wirtschaftselite gesteuert werden.
Ich hatte mal durchgerechnet, wieviele der kleinen EU-Länder man benötigt, um im EU-Parlament usw. die drei größten EU-Länder zu überstimmen…
Soviel mal zur Bedeutung von undemokratischen Wahlen in scheinbar unbedeutenden Ländern.
@89 Die Medien haben schon umgeschwenkt.
Da aus dem “Regime-Change” mit der “Revolution” nichts werden wird, folgt jetzt wohl Plan B (Kissinger-like).Laut neusten Meldungen geben Joe Biden und die USA Israel grünes Licht den Iran anzugreifen! Diese Verbrecher werden die Welt in einen neuen Weltkrieg stürzen!
@dion:
yep.
nicht zu fassen, dass derselbe joe biden noch im november 2007 völlig gegen eine militärische intervention im iran gewesen ist (damals noch unter us-flagge geplant) und bush sogar mit impeachment gedroht hat:
http://www.seacoastonline.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20071129/NEWS/71129018
Zu der “Amnesie” der Amis hat Paul Craig Roberts einen treffenden Artikel geschrieben.
Lesen: http://tinyurl.com/qteso5
@Sternstunde
Die “Helden” des Neoliberalismus sind zweifelsohne die Deutschen selbst, da braucht es keine Amerikaner ;-)
Es ist zwar richtig, dass die Grundlagen neoliberaler Wirschaftspolitik im angloamerikanischen Raum stattfanden (in den frühen 1980ern) – aber seit der “Wende” 1982 hat der Neoliberalismus sich in D zur gängien Lehre entwickelt und heute gibt es wohl in keinem anderen Land der Welt eine derart auf den Neoliberalismus fokkusierte Wirtschaftspolitik wie hierzulande. Von Importeuren einer Idee, sind “wir” auch längst zu Exporteuren geworden. Vor allem die EU-Erweiterung, die EZB, das Eurosystem etc. pp. tragen eine deutsche Handschrift, die des deutschen Neoliberalismus. Es mag zwar en vouge sein, die Amerikaner für alles “Böse” in der Welt verantwortlich zu machen – hier ist dieser Vorwurf aber absurd.
Da unterstellst Du aber zu viel Systemnähe der Medien. Schau Dich lieber auf den Seiten der Think-Tanks um, da erhälst Du einen recht guten Eindruck über das amerikanische Befinden. Je “interventionistischer” der jeweilge Think-Tank, desto kritischer wird Mussawi bewertet, da er ein Mann des Systems ist, dass die NeoCons am liebste ganz abschaffen würden. Obama und Co sind da wesentlich pragmatischer – sie wissen, dass es fast egal ist, ob MA oder Mussawi dort Präsident ist. Die “Tauben” haben genau aus den Gründen, die Du nennst (Irak, Pakistan, Öl, Stabilität) Angst vor Veränderung in Iran. Momentan scheinen die Tauben die Oberhand über den Falken zu haben – das kann sich aber ändern, keine Frage.
Jein – Du vergisst bloß, dass die Stabilität der Region auch ein oberstes Interesse amerikanischer Realpolitik ist. Man steht nach der Ära Bush vor einem Scherbenhaufen in Nahost und Mittelost. Die USA sind v.a. durch die Finanzkrise geschwächt, viele einflussreiche Soufleure hinter den Kullissen lehnen daher teure Experimente grundsätzlich ab. Die Vorstellung, eine Destabilisierung der Region sei im amerikanischen Interesse, ist nun einmal falsch.
Schön, dass Du Flassbeck verlinkst – der Mann gehört zu den schärfsten Kritikern Deiner Eingangsthese, der Neoliberlismus sei ein amerikanisches Kind ;-)
@Dion
Es würde mich auch ernsthaft wundern, wenn es diese “Meldungen” nicht gebe. Diese Meldungen gibt es ja schon seit vier Jahren. Wenn man ihnen glauben würde, wäre Iran wohl schon dutzende Male von den USA und Israel bombardiert, überfallen oder ausgelöscht worden ;-)
Biden spielt wohl eher wieder einmal das sinnlose Spiel von Mohrrüben und Peitsche. Hoffentlich hat er sich mit seiner Peitsche nicht verkalkuliert.
@Jens(93): Also da sind wir uns ja ziemlich einig. Wenn man die Neoliberalen schon jemand in die Schuhe schieben wollte, dann müsste man mE. mit der Mont-Pelerin-Gesellschaft anfangen. Und da sind die Vordenker eher europäischen Ursprungs. ^^
Zu Mousavi möchte ich noch hinzufügen, dass er wohl nicht der Wunschkandidat der Think-Tanks und Politiker, aber sicher jener der “freien Medien” war.
SF: “Die Vorstellung, eine Destabilisierung der Region sei im amerikanischen Interesse, ist nun einmal falsch.”
Kannst du das mal genauer erläutern? Das ist nämlich auch meine (unfundierte) Meinung.
@Spiegelfechter
Inzwischen hat auch Saudi-Arabien grünes Licht für einen Überflug von israelischen Bombern gegeben und auch Nachrichten über ein durchqueren des Suez Kanals von israelischen U-Booten sind zu vernehmen.Kann sein das sie nur psychologischen Druck auf Iran ausüben möchten, aber man sollte nicht die übliche Methode vergessen die bei wirtschaftlichen Problemen eingesetzt wird: den Krieg!
Robert Dreyfus ausführlich, wenn auch etwas zu einseitig mE
“Iran’s Green Wave”
http://www.thenation.com/doc/20090720/dreyfuss
interessant ist auch die Sicht von Slavoj Zizek
“The green color adopted by the Mousavi supporters, the cries of “Allah akbar!” that resonate from the roofs of Tehran in the evening darkness, clearly indicate that they see their activity as the repetition of the 1979 Khomeini revolution, as the return to its roots, the undoing of the revolution’s later corruption. This return to the roots is not only programmatic; it concerns even more the mode of activity of the crowds: the emphatic unity of the people, their all-encompassing solidarity, creative self-organization, improvising of the ways to articulate protest, the unique mixture of spontaneity and discipline, like the ominous march of thousands in complete silence. We are dealing with a genuine popular uprising of the deceived partisans of the Khomeini revolution.”
http://communism.blogsport.de/2009/06/24/izek-on-iran/
John Pilger über den Unterschied in der Berichterstattung der Ereignisse in Iran und in Honduras
“Well, you know, you take the New York Times. The New York Times basically has said, in so many words, that the Iranian protests represent a mass movement, embracing the majority in the country. Now there is no doubt that among the people protesting, the many people protesting in the streets of Iran, are those who want another Iran, those who want greater freedoms, we have heard from that in the past, but without any smoking gun, without any credible information, without any evidence that that election in Iran was rigged. Rigged to get rid of something like 10 million votes. I mean, I don’t think anyone does in an election like in Iran or in the United States, there is a fraud. In most elections, there are. They may well have been extensive fraud in the Iranian elections. But the way our perception of those events in Iran has been manipulated is to suggest that this was a revolution that was said to overthrow the Islamic revolution of 1979. That is simply just not true. That has preoccupied the mainstream media. It has been on the front pages, and the top of the news and the networks.
Contrast that with Honduras, yes, it has been a news item, way at the end of Michael Jackson. As a main component of this news item has been the Obama administration’s alleged condemnation of the Honduran coup. But if you look at the condemnation, which is built on the fact they said, well they’ve tried to sway the Honduran military from staging the coup, and I have to say Hiliary Clinton does not want to call it a coup because she does so, the Foreign Assistance Act would kick in and she would have to withdraw all the military support to the 600 US military personal who are based in Honduras. But she said and administration officials have said, “Look, we tried to persuade the Honduran military from going ahead with this.” Well, you turn that around, and that means they knew that a coup was coming. And just beggars belief that they did not play a major role in the events–that may well have gone out of their control, they may well have not wanted the coup in its present form, in its present crude form to happen-but they knew about it.
It is so parallels the 2002 coup against Chavez. Now that story, what really is the kernel of that news story, it is really what really matters in that story, what did the U.S. play its traditional role or not, and why has the elected president of Honduras been kicked out of this country? That has been relegated. So, you have two news stories. You have the Iranian story of protests for freedom, that’s approved, thats a worthy story. You have the Honduras story of our friends in the south just getting a little bit of control, that is an unworthy story. Two different perceptions in two very, very important areas.”
http://www.democracynow.org/2009/7/6/filmmaker_journalist_john_pilger_on_honduras
nicht ganz neu, und die haben wie ja hier im blog auch schon oft erlebt:
http://de.indymedia.org/2009/07/255504.shtml
Robert Kaplan ist voll des Lobes für die Iran Politik Obamas
http://www.theatlantic.com/doc/200907u/obama-iran-kaplan
ich habe gestern Abend bei der Mahnwache schon darauf hingewiesen, dass die Junge Welt gestern ein Interview mit dem iranischen Botschafter kommentarlos veröffentlicht hat.
Da mich das mit großer Wut und Ärger erfüllt, habe ich einen Artikel im Blog geschrieben.
http://nicsbloghaus.org/index.php?/archives/761-Kuendigung-von-Freundschaft-und-Abonnement.html
Vielleicht könnt Ihr darauf aufmerksam machen und zum Boykott der Zeitung aufrufen.
Nic
@Nic: Herzlichen Dank für den Hinweis auf das wirklich gute Interview, ich hätte es sonst prompt übersehen. Du hast sowas von nichts über Meinungsbildung begriffen, dass ich Dich eigentlich gar nicht ernst nehmen sollte. Mit Deinem Aufruf zum Boykott einer missliebigen Meinung stellst Du Dich imo in eine Ecke, in die ich nicht mal pinkeln gehn möchte.
Dann pinkel woanders hin!
Was hältst Du denn dann für Meinungsbildung?
@103
wie wäre es, wenn du dich mal beruhigst und das Interview als das siehst, was es ist: ein historisches Dokument. Es steht jedem Leser frei, sich damit auseinanderzusetzen und zu widersprechen. Einem Journalisten vorschreiben zu wollen, wen er zu Sprache kommen zu lassen hat, offenbart auch nicht gerade eine demokratische Gesinnung, unabhängig davon, ob mir persönlich der Inhalt gefällt oder nicht.
@105: Meinungsbildung ist für mich die Kunst allen Seiten zuzuhören und sich eine eigene Meinung zu bilden. Du hingegen verbreitest Propaganda: Die sind böse(tm), deshalb darf man ihnen nicht zuhören.
@ 104
danke. :)
Besser hätte mans nicht ausdrücken können.
Nein, da widerspreche ich Euch.
Ich weise gerade darauf hin, dass es notwendig wäre, diese Art von “meinungbildenden Interviews” zu kommentieren. Und gerade das hat die JW versäumt. Nicht nur bei diesem Interview.
Als Gegenbeispiel: ein Interview in der Wochenendausgabe der TAZ mit Amir Sheikhzadegan. Hier zeigt der Interviewende auch ein Interesse am Thema ohne demagogisch zu sein. (http://tinyurl.com/mrlqwh)
@109: Wenn Du nicht selber begreifst, wofür ein Botschafter steht, und wessen Meinung er vertreten muss, dann ist es imo ein Wunder, dass Du Lesen gelernt hast. Bis zum Denken hat’s dann wohl doch nicht gereicht.
Ich persönlich finde es wesentlich problematischer, den Sohn des Schahs und andere Exil-Perser zu interviewen, aber ich würde deswegen niemals einen Boykott fordern.
@ Nic
Sorry….
Aber das sollte auch jemand tun, der was davon versteht und nicht noch mehr Unwahrheiten verbreitet.
das Interview ist aber eben kein Kommentar, und man sollte Beides auch nicht vermischen, denn die meinung des Kommentators sollte in einem Interview möglichst wenig zu suchen haben. Und was soll an diesem Interview ‘Demagogisches’ sein?
@all. Huch. Hoffentlich ruft “er” jetzt nicht zum Boykott vom Spiegelfechter auf. ^^
@110
Einmal abgesehen davon, dass ich Deine Art der Argumentation beleidigend empfinde, ist sie auch noch fehlerhaft.
Dass ein Botschafter die Haltung seiner Regierung vertritt… also das wundert nun wirklich nicht. Aber dass eine Zeitung dies unkommentiert veröffentlicht und das der das Interview Führende dem Botschafter noch zu Munde redet… das finde ich einfach erbärmlich.
Wer ohne nachzufragen solch Sätze wie dieses kriegslüsternde anti-israelische Geseire hinnimmt; wer als Frage formuliert “Die iranische Opposition, wenn man sie als solche bezeichnen kann…”, der hat den Weg der sauberen Berichterstattung verlassen.
Punktum.
@114: Dein Problem ist, dass Du nicht mit abweichenden Meinungen leben kannst. Die erschüttern Dein eh schon geschädigtes Selbstbewusstsein. Deshalb sind Menschen die Deine Meinung nicht teilen böse(tm) und man darf ihnen nicht zuhören.
Wenn Du Dich über die Ursachen Deines Problems informieren möchtest empfehle ich Dir diesen Telepolis-Artikel und den Wiki-Eintrag zur autoritären Persönlichkeit als Einstieg. Und nein, ich meine das nicht als Beleidigung…
@lucky
Das kann ich sehr wohl – wenn Du mein Blog gelesen hättest, wüsstest Du das auch. Komm mal bitte runter von Deiner arroganten Haltung – es diskutiert sich besser auf Augenhöhe. Wenn das nicht geht für Dich, dann lassen wir das. Dein letzter Beitrag ist nur noch eine persönliche Diffamierung und hat mit der Sache wenig zu tun. Und ich finde es erstaunlich, wie schnell Du Dir ein Urteil über andere Menschen bilden kannst.
@Nic: Wenn Du mit mir auf Augenhöhe diskutieren willst, musst Du bereit sein, anderer Leute Meinungen zu akzeptieren. Wenn Du das nicht kannst, bzw. sogar zum Boykott aufrufst, weil jemand ein Interview führt, das Dir nicht passt, dann bewegst Du Dich auf einem Niveau, auf das ich mich nicht begeben möchte.
Und ja, die Menschen, die die Welt in Schwarz-Weiss sehen und nur zwischen gut und böse unterscheiden können sind tatsächlich sehr leicht zu erkennen. Es würde mich jetzt wirklich enorm überraschen, wenn Du Deine Vorurteile tatsächlich zugunsten einer differenzierteren Betrachtungsweise aufgeben könntest.
@117
Also ich denke schon, dass ich in der Lage bin, andere Meinungen zu hören und meine eigene sogar zu ändern – auch wenn Dir das offensichtlich nicht genehm ist.
Ich bin sogar der Meinung, dass es derzeit mehr Verbindendes als Trennendes gibt, wenn es gegen MA geht (http://tinyurl.com/l5uslo).
Wirf also bitte nicht mit der alten s/w-Maske um Dich bevor Du Dir ein Bild von dem gemacht hast, über den Du redest.
@118: Wenn Du kein Problem mit abweichenden Meinungen hast, wieso veranstaltest Du denn das ganze Theater hier? Ich habe letztlich bloss behauptet, dass nur Propagandisten einen Boykott abweichender Meinung fordern. Der Rest hat sich dann so ergeben. gruss + schönes WE. luky