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  • Die gemeinen Polen und Ulrich Krökel

    geschrieben am 16. April 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel von Benjamin Fredrich

    Polen spottet über deutsche “Atom-Panik” – das ist die Überschrift eines Artikels aus der ZEIT von Ulrich Krökel. Für diesen Artikel hat sich Herr Krökel was ganz Besonderes ausgedacht. Um seinem Thema irgendetwas Interessantes zu geben, sammelte er ein paar Kommentare aus polnischen Zeitungen und bezog sie auf die Meinung „der Polen“. So suggeriert sein Artikel und besonders die Überschrift, die meisten oder alle Polen würden sich über die Deutschen und deren Sicht auf die Atomenergie lustig machen. Herr Krökel schreibt:

    „In Leserbriefspalten und Internetforen lästern Kommentatoren seit Wochen über “die unbeschreibliche Hysterie”, die sich beim großen Nachbarn im Westen nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima ausgebreitet habe.“

    Bis in die Kommentarspalte hat es der allgemeine Pole geschafft. Weil die immens wichtige Kommentarspalte schon alle Jahre das Sprachrohr einer jeden Nation war, beweist uns unser ZEIT-Autor mit einer lockeren Folge von Beispielen, was der Pole für ein gemeiner „Spötter“ ist. Er platziert seine stichfesten Beweise dafür gekonnt am Anfang und am Ende seines Textes. Denn Herr Krökel ist ein ganz Gewiefter, der weiß, dass der erste Eindruck entscheidet (ob ich den Text lese) und der letzte bleibt (in meinem Kopf).

    - „Wir könnten den Deutschen einen Risikoreaktor in den Vorgarten bauen“
    - „Wenn wir das AKW direkt an der Grenze errichten, möglichst nah an Berlin, dann verfallen sie in Panik“
    - „Wir könnten das Kraftwerk nach Erika Steinbach benennen.“
    - „Die Deutschen und die Russen haben uns die Pipeline vor die Nase gesetzt. Jetzt kontern wir mit einem Risikoreaktor“
    - „Hauptsache sei, “dass die Deutschen endlich einmal Angst haben”“

    Einige der polnischen Kommentare deuten auf eine humorvolle Sicht der Dinge. So konnte ich, obwohl ich überaus deutsch und cool und so bin, mich durchaus mit dem Vorschlag anfreunden, ein polnisches Kraftwerk namens Erika Steinbach zu befürworten. Aber das nur nebenbei. Nicht nur, dass sich die Polen mit einem fiesen Grinsen in der Visage über das gesamte deutsche Volk lustig machen, mindestens am zweitschlimmsten ist für Krökel, dass die jetzt einfach so ein Atomkraftwerk bei Danzig bauen wollen. Und es kommt noch dreister: die haben die Deutschen nicht einmal gefragt. Sowas lässt sich Herr Krökel natürlich nicht gefallen und packt ohne zu Zucken seine Geheimwaffe aus – Mathias Platzeck:

    „Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck forderte die Regierung in Warschau nach dem Atomunglück in Japan mehrfach auf, von der Kernkraft ganz abzulassen.“

    Platzeck, der gefühlte Außenminister Brandenburgs, hat den Polen nochmal ordentlich eingeheizt. Wie reagierte Donald Tusk darauf? Unverschämt. Er sagte einfach, dass sich Polen in keiner Erdbebenzone befinde. Herr Krökel kann es nicht glauben. Deutschland hatte bis vor kurzem lediglich 17 Kraftwerke in Betrieb und die Polen wollen sich ein ganzes für sich alleine bauen, nur weil es sich nicht in einer Erdbebenzone befinden würde. Herr Tusk hat tatsächlich eine Rechtfertigung für das Kraftwerk geliefert, während Frau Merkel sich doch wohl höchst unwahrscheinlich auf einen polnischen Lokalpolitiker eingelassen hätte und wenn dann, mit dem Hinweis sich bitte nicht in innenpolitische Angelegenheiten einzumischen. Ursprünglich hatte die polnische Regierung ein Kraftwerk in der Nähe der deutschen oder brandenburgischen Grenze geplant. Krökel schneidet das Thema kurz an und macht klar, dass die Deutschen in diesem Fall sicher starken Widerstand geleistet hätten.

    Ulrich Krökel hat sein Thema auf eine uncharmante Weise nationalisiert und damit viele zurückgebliebene ZEIT-Leser hervorgerufen, die sich im Kommentarbereich meistens mit und selten ohne Ressentiments gegenüber einer anderen Nation zu Wort melden. Viele Kommentare mussten wegen Beleidigungen oder Pauschalisierungen von der Redaktion gelöscht werden. Dabei macht der Artikel vor, wie pauschalisiert wird.

    In der Mitte des Artikels gibt es, wenn auch wenig neue, durchaus interessante Informationen. Zum Beispiel warum besonders die polnische Regierung eine unabhängige Energieversorgung anstrebt und wie dieses Ziel erreicht werden soll, aber auch, dass sich etwa 60% der Polen gegen die Atomkraft aussprechen. Entweder sind das unwahrscheinlicherweise genau die 60% die keine Zeitung lesen und sich auch nicht daran beteiligen oder Herr Krökel hat die Kommentare der polnischen Mehrheit großzügig übersehen.

    Krökel wurde schon 1968 geboren. Auf seiner Internetseite schreibt er im „niedersächsischen Zonenrandgebiet“ aufgewachsen zu sein, was eindeutig als Hinweis für außerplanmäßigen Humor zu interpretieren ist. Der Artikel war jedoch ernst gemeint.

    Benjamin Fredrich

    Benjamin Fredrich

 ist Student der Politik- und Geschichtswissenschaften an der Universität Greifswald und bloggt auf ekritik.de

    62 Kommentare Print This Post
    ein Gastartikel von Benjamin Fredrich Polen spottet über deutsche "Atom-Panik" - das ist die Überschrift eines Artikels aus der ZEIT von Ulrich Krökel. Für diesen Artikel hat sich Herr Krökel was ganz Besonderes ausgedacht. Um seinem Thema irgendetwas Interessantes zu geben, sammelte er ein paar Kommentare aus polnischen Zeitungen und bezog sie auf die ...
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    62 Kommentare:

    1. Systemfrager schrieb am 16. April 2011 at 11:13 - Permalink

      Hauptsache sei, “dass die Deutschen endlich einmal Angst haben”. … Einige der polnischen Kommentare deuten auf eine humorvolle Sicht der Dinge.

      Ja, vor zehn, vor zwanzig Jahren ganz bestimmt, würde ich dies als witzig finden.
      Ja, vor zehn, vor zwanzig Jahren ganz bestimmt, würde ich es als witzig finden, wenn jemand sagen würde, dass der Dritte Weltkrieg möglich wäre.

      Heute finde ich beides nicht witzig. (Hat dies auch mit dem Alter zu tun? Schön wäre es.)

      Mit der deutschen Produktivität wurden die Wirtschaften der schwächeren Staaten niedergewalzt. Beispiel Griechenland ist exemplarisch. Wem gehört jetzt Griechenland. Den Griechen? Den Deutschen? Wird man sich da friedlich einigen können? Hälfte – Hälfte?

    2. Kristin Lavransdottir schrieb am 16. April 2011 at 11:14 - Permalink

      Und was sagt mir DEIN Artikel jetzt?
      Dass du Herrn Krökel nicht leiden kannst und so cool bist , dass dir klar ist WOGEGEN man hier bei uns zu sein hat, nämlich gegen alles was auch nur am entferntesten nach Nationalismus riecht?
      Matt und mau.
      Vielleicht tut es einigen aufgeschlossenen Polen ganz gut, zu lesen was hier so an ‘polnischer Meinung’ rüberkommt.
      Kann ja sein, die legen Wert drauf das klarzustellen; die 60% Kernkraftnegativen.
      (Wobei die offenbar nix vom Terminus ‘germanangst’ wissen, der ja schon länger durch die Medien geistert.)

      Und mal unabhängig vom dem Zirkus und deinem Artikel:
      bin ich erstmals stolz auf uns.
      Scheinbar sind wir die ersten mit richtig Angst an der richtigen Stelle … wenn auch etwas spät.Und es sieht ja beinah so aus, als könnten wir Vorreiter werden.
      WIR! Innovativ!
      Mal sehen wer dann zuletzt lacht^^

      • Doppel-GAU schrieb am 17. April 2011 at 21:08 - Permalink

        …mit germanangst kann ich auch wenig anfangen. Wer hat den Kampfbegriff erfunden? Scheint mir transatlantischen Ursprungs zu sein (ins Blaue geraten)

        hmm… warum verkaufen wir nach Polen nicht eins von unseren Kraftwerken?
        Alles gediegene Deutsche Wertarbeit – immerhin waren unsere Alt-Reaktoren vor Wochen noch die sichersten Kraftwerke der Welt!
        “Alt-Reaktor zu verkaufen, Postversand ausgeschlossen, muss vor Ort weiter betrieben werden.”
        Damit ständen die wenigstens nicht unüberdacht im Vorgarten…

        Ausser Merkel Moratiert am Ende eher dazu, diese jetzt anscheinend doch überflüssigen Oldtimer weiter im Strassenverkehr der Energienetzte mitdümpeln zu lassen … neue Plakette drauf, noch kurzer Blick auf Bremsbeläge (halb, also noch halbvoll) und weiter gehts auf der Exportweltmeisterüberholspur.

        • schwitzig schrieb am 18. April 2011 at 09:19 - Permalink

          …mit germanangst kann ich auch wenig anfangen.

          Personen, die “German Angst” als deskriptiven Begriff benutzen, sind entweder geistig Schwerbehinderte oder Personen, die in akuter Gefahr sind von mir so richtig einen in die dumme Fresse zu bekommen, wenn sie mir in der Realität begegnen.

          Der Gebrauch des Wortes “German Angst” ist für mich ein Signal, es mit einem Arschloch, Vollpfosten oder der Synthese aus beidem – einem FDP-Sympathisanten – zu tun zu haben.

          • na sowas schrieb am 18. April 2011 at 10:01 - Permalink

            German Angst? …autsch!
            [Enthält Szenen physischer & psysischer Gewalt - VT'ler watch #t=4m07s !]

          • daMasta schrieb am 18. April 2011 at 12:03 - Permalink

            Wow, ein Beweis dafür, dass eine Abneigung gegen den Begriff von Niveau zeugt…
            Besser brutaler Schläger, als mal was “falsches” sagen.

            • schwitzig schrieb am 18. April 2011 at 12:47 - Permalink

              Besser brutaler Schläger, als mal was “falsches” sagen.

              Wenn jemand die Vokabel “German Angst” benutzt, hat er sich disqualifiziert.
              Darüber hinaus sind es deratige Leute, die mit vollendeten Manieren meine Lebensqualität zu ihrem eigenen Vorteil reduzieren oder sogar gefährden. Es handelt sich also um erzwungene Selbstverteidigung gegen einen Aggressor, da es mittlerweile in dieser “Demokratie” kontinuierlich weniger Recht zur Gestaltung, Willensbildung und Einflussnahme gibt, wenn man nicht der 10%-Kaste angehört.
              Dein Ich-bin-ja-so-gebildet-Geschwaller hat nichts mit Niveau, sondern nur etwas mit Fügen in die Umstände, die Dir von anderen diktiert werden, zu tun.
              Alle “brutalen Schläger” zusammen haben nicht annähernd so viel Menschenleben und Existenzen wie unsere “Politiker”, Mietmäuler und Konzerne auf dem Gewissen.
              Um es auch mal für Banaldenker zu verdeutlichen: Ein Großmann/Ackermann u.Ä. benimmt sich deutlich Niveauloser als ein polpeliger Hinterhofschläger, denn der Hinterhofschläger würde nicht einfach allen Leuten vor die Tür scheissen und sich dann Schutzgeld erpressen, damit die Leute auf Anweisung von ihm vor ihre Tür treten können, und ebenfalls kostenpflichtig seine Scheisse wegmachen dürfen.

    3. lolek schrieb am 16. April 2011 at 11:23 - Permalink

      Am besten bedrucken sie dann noch den Reaktorblock mit einem 30m-großen Erika-Steinbach-Porträt. So haben wir dann, wenn das Ding mal im TV hoch gehen sollte, viel zu fürchten und ein bischen was zu lachen. Revanchieren können wir uns mit einem 30m-Kartoffelsilo, oder einer Giftgasfabrik, auf die wir das Gesicht eines, hm, gewissen “großen” polnischen Politikers drucken könnten, der genauso dumm und chauvinistisch-nationalistisch ist wie die Dame aus Deutschland. Die können sich dann beide den ganzen Tag lang giftig angucken in ihrem “Zonenrandgebiet”. Why not? Andere Sorgen haben wir ja nicht. Und die Polen ja auch nicht.

    4. klaus baum schrieb am 16. April 2011 at 12:48 - Permalink

      Als der http://www.medienberatung.tu-berlin.de/index.php?akt=a&id=52&kategorie=Mitarbeiter

      als der bolz in jener mitternachtsdebatte vom ZDF über atomenergie anfing, von german angst zu faseln, hatte ich auf meinem blog schon darauf hingewiesen, dass hier berechtigte und fundierte begründungen gegen atomenergie pathologisiert werden.

      krökel versucht es erneut.
      ich bin der meinung, dass durch solches gerede alle ernsthaften bemühungen, wie die von strohm (friedlich in die katastrophe), wie das prinzip verantwortung von hans jonas oder heller als tausend sonnen von robert jungk und viele andere mehr, dass solche bemühungen einfach als hysterie abgetan werden.

      aus eigener erfahrung weiß ich, dass nur solche so reden, die von der sache keine ahnung haben.

    5. leslie schrieb am 16. April 2011 at 13:22 - Permalink

      Angst fressen Seele auf…

      Mfg

      • schwitzig schrieb am 18. April 2011 at 09:20 - Permalink

        Angst fressen Seele auf…

        Faust schlagen dumme Fresse zu Matsch …

        • na sowas schrieb am 18. April 2011 at 11:20 - Permalink

          Jessas schwitzig …Vorfreude auf den 1.Mai oder lediglich
          der ganz normale mopsfidele Wochenanfang? ,-)

          • schwitzig schrieb am 18. April 2011 at 12:50 - Permalink

            Nö – aber diese Dummschwallerer “Angst fressen Seele …” und ähnlicher Mumpitz nerven mich.

    6. t.h.wolff schrieb am 16. April 2011 at 13:45 - Permalink

      als der bolz in jener mitternachtsdebatte vom ZDF über atomenergie anfing, von german angst zu faseln, hatte ich auf meinem blog schon darauf hingewiesen, dass hier berechtigte und fundierte begründungen gegen atomenergie pathologisiert werden.

      Diverse Sekundär- und Tertiärwissenschaftler mit Hang zur Selbstdokumentation werden nur allzu bereit sein, den schon lange bestehenden Willen der Mehrheit zum Atomausstieg im Treibsand der Metaebene versacken zu lassen. Nichts anderes beabsichtigt die Einberufung der “Ethikkommission” – oder glaubt jemand, daß die Perle der Uckermark Wert auf die Erkenntnisse des großen Palavers legt ? Ähnlich wie bei Stuttgart 21 siegt in solchen Fällen letzlich der Status Quo. Wäre in diesem Jahr bereits Europameisterschaft, wäre das Thema auf diese Weise bis zum Sommer auch unter Garantie publizistisch durch, so wird sich die Endmoräne der Ausstiegsdebatte bis in den Herbst quälen müssen, um sich sodann ins Hinterland der Bürgerinitiativen-flyer und Umweltblogs zu verirren. Der ideale Standort für den ersten polnischen Meiler ist übrigens ohne jede weitere Überlegung Danzig. Sollte der “Atompark Erika Steinbach” nämlich havarieren, so ist zumindest für alle Zeiten geklärt: Gdansk bleibt Gdansk. Und das sogar ganz ohne Korridor.

      • wahrheitsfinder schrieb am 16. April 2011 at 19:31 - Permalink

        Nein nicht Fussball-EM sondern sogar die WELTmeisterschaften der Frauen im Juni 2011. Dann spätestens wird “Wichtigeres” in den medialen Focus rücken.

        • t.h.wolff schrieb am 16. April 2011 at 20:14 - Permalink

          [ch] Wer guckt denn Frauenfußball ? [/chauvimodus off]

    7. Manul schrieb am 16. April 2011 at 13:45 - Permalink

      Der Typ sollte sich mal mit richtigen Polen unterhalten, statt sinnfreie Artikel aufgrund von irgendwelchen Kommentaren zu schreiben. Schon seit der Tschernobyl-Katastrophe gibt es eine entschiedene Mehrheit, die gegen die Atomkraft ist. Dieses Kraftwerk bei Danzig wird ja schon seit über 25 Jahren gebaut und der Bau wird immer wieder aufgrund von Protesten eingestellt. Das weiß Tusk auch und man diskutiert schon lange darüber, aber ohne dass je etwas Konkretes dabei heraus gekommen wäre. Ich glaube, das ist auch eine ziemliche Phantomdebatte da darüben und Menschen, die dort ihr Leben verbringen, empfinden das irgendwie auch so, wenn ich mich mit ihnen darüber unterhalte.

      Es spricht aber schon viel (oder gegen?) die Zeit, wenn sie derartige Artikel veröffentlichen, die nur auf irgendwelchen Kommentaren und Gerüchten basieren. Propaganda eben, die nur dazu dient, um den Leuten hierzulande zu zeigen, dass ihre Ängste übertrieben seien. Nichts schadet nämlich mehr der Atomindustrie, als die Angst der Menschen vor der Radioaktivität und die gilt es auszuschalten, egal auf welche Weise.

      • Truvor schrieb am 16. April 2011 at 14:09 - Permalink

        Ja, so ist es, Polen hat damals, nach der Tschernobyl-Katastrophe, um “einiges” mehr an Radioaktivität abbekommen als Deutschland.
        Ich glaube, sie müssen sich schon an Tschernobyl (die Tschernobyl-Katastrophe ist doch nicht im Mittelalter passiert) erinnern.

        PS. Diese Humoristen, die sich Lustig über Tschernobyl- und andere atomare Katastrophen machen, sollte man für ein paar Wochen nach Tschernobyl schicken.
        Einen solchen Ausflug würden sie bestimmt nicht vergessen.
        Und ihr Humor wäre dann auch gesünder.

        • unschland schrieb am 16. April 2011 at 15:53 - Permalink

          @ Tuvor
          Hat “Puff” gemacht!
          Gehst Du zum Lachen in den Keller?
          Definiere doch mal “gesunden” Humor!
          Man kann und darf über alles Witze machen, das entfaltet eine heilsame Wirkung, auch “Galgenhumor” genannt. Witze können schlimmstenfalls nicht witzig sein.
          Ich hab mal mit einem Psychologen gesprochen, der als Trauma-Therapeut arbeitet, und der sagte auch, dass er denen eine bessere Prognose ausstellt, die über ihr Leiden und die dies verursachenden Ereignisse Witze machen können. “Lachen” dient eben nicht nur der Erheiterung, sondern auch der (inneren) Distanz (zB. leider auch beim ganz normalen Auslachen). Es gibt auch Leute, die auf Beerdigungen Lachanfälle bekommen – sind die auch “krank” für Dich? “Schockstarre überwinden mittels körperlicher Abreaktion” – für den psychologischen Laien.
          Wer im Angesicht des Grauens noch seinen (wenn auch galligen) Humor bewahrt, kommt besser durch.

          Gibt’s eigentlich schon Fukushima-Schleifchen, die man sich ans Revers heften kann um die politisch-korrekte Betroffenheit politisch-korrekt zu heucheln, äh, demonstrieren? “Ich war im Widerstand – ich hatte Fukushima-Schleifchen!”
          ps:
          Wer schlechte Komiker nach Tschernobyl schicken, also ermorden will, hat doch bestimmt schon ein Ticket, um in Japan beim Aufräumen zu helfen, gel?

          • Peleo schrieb am 16. April 2011 at 15:59 - Permalink

            @ unschland

            Judenwitze, von Deutschen erzählt, haben also therapeutische Wirkung. Man lernt nie aus.

            • unschland schrieb am 16. April 2011 at 16:13 - Permalink

              @Peleo
              Soweit würde ich selbst nicht gehen wollen, aber es gab vor längerem auf 3sat ein Interview mit einem jüdischen Satiriker, der behauptete, das Verhältnis der Juden zu anderen Völkern und Religionen sei erst wieder normal, wenn man Judenwitze genauso selbstverständlich bringen könnte wie Ostfriesenwitze. Aber der war auch Wiener und der Humor der Bergdeutschen ist ja gerne mal zu schräg für den Bundesmichel.
              Dürften ihren Vorstellungen von Moral nach Polen Judenwitze reißen?

              Aber Sie wollen doch sicher nicht den Holocaust mit einem Fukushima-Vergleich verharmlosen? Das war dann wohl der perfekte Schuss ins eigene moralinsaure Knie!
              Schön, wie schnell man vom Wächterrat missverstanden wird.

            • André H. schrieb am 16. April 2011 at 17:57 - Permalink

              Ich habe vor einigen Tagen auf ARTE (Sendung über das 24-Stunden-Rennen in Le Mans 1955; es ging um die Überlegenheit deutscher Ingenieurskunst) folgenden Witz/Spruch gehört, wobei sich “Franzosen” durchaus mit “Polen” ersetzen lässt:

              Die Deutschen lieben die Franzosen – aber sie bewundern sie nicht.
              Die Franzosen bewundern die Deutschen – aber sie lieben sie nicht.

          • André H. schrieb am 16. April 2011 at 17:51 - Permalink

            Also ich bin ein entschiedener Gegner des Super-GAU in Fukushima. Und gegen den Tsunami bin ich auch.

          • Truvor schrieb am 16. April 2011 at 20:51 - Permalink

            @ unschland

            Mein Onkel macht sich auch lustig über seine Krankheiten, die er sich im Tschernobyl aufgefangen hat, wenn ich aber seinen aufgedunsenen Körper sehe, dann ist es mir irgendwie nicht nach Lachen zumute.

            Bevor wir über gesunden Humer anfangen zu plaudern, sage mir lieber, was Du mit meiner “r”, aus meinem Nick, vor hast ?
            Ich heiße T(r)uvor, nicht Tuvor.
            Ich will meine “r” zurück haben :-)

    8. klaus baum schrieb am 16. April 2011 at 13:54 - Permalink

      @manul und t.h. wolf: sehr treffend gesagt. genau so ist es.

    9. unschland schrieb am 16. April 2011 at 14:54 - Permalink

      Hartmut Finkeldey hat das, was jetzt abgeht, in seinem INES7-Artikel auf “Kunst und Kritik” als “unfreiwillige Komik” bezeichnet.
      Was Krökel da krakeelt muss darunter eingeordnet werden und verdient den deutschen Comedy-Preis!
      Aber von der demagogischen Stoßrichtung her genial:
      –>Wenn schon der ordinäre, per definition als grenzdebil zu geltende Pole Witze über die deutsche Atomangst macht, ja dann…
      –> dann muss die Kernkraft sicher sein!!!
      So einfach ist die Welt. Danke “Zeit” für herausragenden Journalismus!

      Solange ungeklärt ist, wie viel der Steuerzahler abdrücken muss an die Atomkleptokraten, (die Paten wollen abgefunden werden!) werden wir uns wohl noch eine Zeit lang an solchen Stilblüten und Todeszuckungen der Atommafia erfreuen dürfen.

      • Peleo schrieb am 16. April 2011 at 18:38 - Permalink

        @ unschland

        Man kann und darf über alles Witze machen, das entfaltet eine heilsame Wirkung,

        Also auch über körperliche Gebrechen und das Unglück anderer? Der Schwache, Unterlegene darf und soll über den Starken, Mächtigen Witze machen. Das ist oft seine einzige “Waffe”. Hier gilt das psychologische Moment. Umgekehrt allerdings gilt das nicht, denn dann ist der Witz ein weiteres Mittel der Unterdrückung, Beschämung, Entwürdigung. In diesem Sinne: Polen dürfen (noch) über Deutsche Witze machen, über Juden wohl eher auch nicht.

        Kann (m)ein Knie “moralinsauer” sein? Darüber muss ich noch nachdenken ;-)

        • unschland schrieb am 16. April 2011 at 19:54 - Permalink

          Jeder der hierzuschland Judenwitze reißt, wird- auch von mir- umgehend wegen Volksverhetzung angezeigt. Das scheine ich ausdrücklich klarstellen zu müssen, um nicht von Ihnen in eine rechte Ecke gestellt zu werden.
          Es gibt aber Empörungssüchtige, die bei allem eine Chance sehen, sich mit “bessermenschlicher” Geltungssucht in den Vordergrund zu spielen.
          Dass Ihr ursprünglicher Post wohl dazu gehört, geschenkt.
          Es könnte für den deutschtümelnden Halbnazi wahrscheinlich tatsächlich gesundheitsfördernd sein im Hinblick auf das kollektive Schuldbewusstsein, das er damit anficht, einen dreckigen Judenwitz zu erzählen. Dann fährt er froh und erleichtert ein in den Bau. Auf gewisse zivilisatorische Übereinkünfte muss nicht pausenlos hingewiesen werden. Das kann schonmal als nervig empfunden werden. “Herr Lehrer, ich weiß was!”

          Vielleicht denken sie in einer ruhigen Stunde mal darüber nach, welcher Zusammenhang bestehen könnte zwischen Profi-Empörern, die bei jeder sich bietenden, gerne auch unpassenden Gelegenheit die “Auschwitzkeule” präsentieren und der Entstehung von PI ;-)

          Aber Danke, dass sie so hingebungsvoll Eulen nach Athen tragen

          • t schrieb am 16. April 2011 at 20:07 - Permalink

            Es gibt wohl 2 Arten von Judenwitzen.

            • unschland schrieb am 16. April 2011 at 20:17 - Permalink

              ???

          • Peleo schrieb am 16. April 2011 at 21:01 - Permalink

            Aber Danke, dass sie so hingebungsvoll Eulen nach Athen tragen

            Gerne, Herr Lehrer.
            Ähm, eine Frage noch: Was darf Satire?

            • Truvor schrieb am 16. April 2011 at 21:47 - Permalink

              Und was ist mit den Judenwitzen, die direkt, frischgebacken, von den Juden kommen ?
              Dürfen sie auch nicht erzählt werden ?
              Alle Judenwitze, die ich kenne übrigens, haben mir meine judische Bekannten erzählt.
              Diese Juden finden es im Übrigen sehr schade (und ziemlich dumm unsererseits), daß die Menschen hier in Deutschland zu viel Angst haben, Judenwitze zu erzählen.
              In diesen Witzen kann man ganz gut (ihrer Meinung nach) die Juden/Hebräer als Volk kennenlernen bzw. judische Seele kennenlernen.
              Diese Aussage kann ich nur bestätigen.

              Habe eine judische Site für Euch (leider nur auf Russisch) http://www.sem40.ru/index.php?newsid=216977 mit ein paar coolen Judenwitzen.

          • COPOKA schrieb am 16. April 2011 at 22:30 - Permalink

            @unschland

            Jeder der hierzuschland Judenwitze reißt, wird- auch von mir- umgehend wegen Volksverhetzung angezeigt.

            Ui, wie ulkig!
            http://grocceni.com/w/judenwitze.html
            Die meisten davon finde ich wirklich witzig und würde sie auch weiter erzählen. Brauchst du nun meine Adresse für die Anzeige?

            • unschland schrieb am 17. April 2011 at 00:24 - Permalink

              Das Thema bereichert aber jede Kernkraft-Debatte, überhaupt jede Debatte, und führt dabei dann aber auf keinen Fall PI oder anderen Neu/Neo/Alt-Nazis neue Anhänger zu.
              Ich plädiere generell dafür, in überhaupt jeder Diskussion einen Nebenthread aufzumachen, in dem dann jeder, der es braucht, sich ein Fleißbienchen verdient, wenn er seiner Empörungshoheit durch lautes “Auschwitz”-Brüllen Ausdruck verleiht. Das kann gar nicht schaden
              @COPOKA
              Der feine, aber gerne unverstandene Unterschied zwischen jüdischem Witz und Judenwitz.
              Da wollte ich einmal Held spielen und zum Staatsanwalt rennen und Du machst Dich auch noch lustig darüber. Menno! Ich bin empört!
              @Truvor
              Du willst das “R” mitnehmen nach Japan?

            • Truvor schrieb am 17. April 2011 at 00:40 - Permalink

              @ unschland

              Ich verspreche Dir eine Antwort auf von Dir gestellte Frage zu geben, falls Du mit dem Rauchen dieses Zeugs aufhörst.
              Trinke lieber ein Bier.

            • unschland schrieb am 17. April 2011 at 02:52 - Permalink

              @ Truvor
              American Blend mit Bier substituieren? Ich darf keinen Alk wegen der Blutverdünner. Du hast aber wirklich kein Problem damit, andere ins Verderben zu schicken!
              (Obwohl, die werden immer so lustig hektisch und nervös bei roter Kotze im Krankenhaus, perfekte Show-Einlage, wenn man mal Aufmerksamkeit braucht. Ein Prosit der Gemütlichkeit sieht anders aus)

              Was die Witze, die Juden über sich selbst erzählen, angeht, sind die von entschieden anderer Qualität als die, die Neonazis so zum Besten geben, da geht es meist um die Wertigkeiten von Geschmeiß, unter(!) das sie Juden dabei einordnen, und dessen Ausrottung.

    10. Klinke schrieb am 16. April 2011 at 17:19 - Permalink

      Warum wird jetzt Platzeck an die Karre gefahren? Er vertritt doch ein sinnvolles Anliegen, zumindest hier.

      • unschland schrieb am 16. April 2011 at 18:20 - Permalink

        Weil es total peinlich ist, wenn sich ein unbedeutender Lokalpolitiker einer sterbenden, unglaubwürdigen Beliebigkeitspartei auf internationaler Bühne lächerlich macht mit seiner “Forderung”

        • Klinke schrieb am 16. April 2011 at 18:24 - Permalink

          Achso. Aber hast du jetzt auch eine ernsthafte Antwort auf Lager?

          • unschland schrieb am 16. April 2011 at 20:13 - Permalink

            Wozu, die sPD taugt nur noch als Vorlage für Satire.
            Er “scheint” ein sinnvolles Anliegen zu vertreten, bleibt halt eine Frage der Glaubwürdigkeit.
            Der Typ hat nichts zu “fordern” von ausländischen Würdenträgern. Dafür gibt es bezahlte Diplomaten, und dass sich Tusk dazu herablässt zu antworten, ist zu viel der Ehre für Platzeck. Eine angemessene diplomatische Antwort Polens wäre es gewesen, den deutschen Botschafter einzubestellen und diesem mitzuteilen, er möge der Deutschen Regierung mitteilen, man wolle als Regierung Polens nicht mit Forderungen unbedeutender Provinzfürsten belästigt werden.
            Also eine durchschaubare, populistische Posse, der es zudem an Glaubwürdigkeit mangelt

            • Klinke schrieb am 17. April 2011 at 14:28 - Permalink

              Ich warte immer noch auf eine ernsthafte Antwort. Servilität ist kein Argument.

        • Peleo schrieb am 16. April 2011 at 18:44 - Permalink

          Dann darf also Kretschmann auch nichts gegen Fessenheim sagen?

          • unschland schrieb am 17. April 2011 at 00:31 - Permalink

            Ob und was jemand sagen darf, entscheidet immer noch der Wächterrat!
            (“Darf” ist wohl Ihr Lieblingswort? Kleiner Tip: Man darf auch gar nichts sagen; – hat den großen Vorteil, dass man nicht jedesmal nachblättern muss nach der Erlaubnis der höheren, unangreifbaren moralischen Instanz)

            • Peleo schrieb am 17. April 2011 at 09:28 - Permalink

              “Darf” ist wohl Ihr Lieblingswort?

              O, er siezt mich, der Herr Lehrer.
              Hat er etwa die Anspielung nicht verstanden wegen fehlender Anführungszeichen? War Absicht, geb ich zu.
              Kleiner Tip: Panther, Tiger & Co.

            • unschland schrieb am 17. April 2011 at 15:15 - Permalink

              “Kleiner Tip: Panther, Tiger & Co.”
              –> höhere, unangreifbare moralische Instanz
              qed ;-)

    11. André H. schrieb am 16. April 2011 at 18:10 - Permalink

      Hilfe,
      ich komme mit dem Lesen der Reportagen und den dazugehörenden Kommentaren fast nicht hinterher. In der letzten Zeit erscheinen bis zwei Artikel pro Tag. Da für mich der Spiegelfechter vor allem einen Wert im Verfolgen der Kommentare und im Mitkommentieren besteht, hätte ich nichts dagegen, wenn pro Tag höchstens 1 Artikel erscheinen würde. Gute Artikel alleine gibt es ja auch anderswo, zum Beispiel beim Kopp-Verlag (haha, das war wieder einer meinen fiesen Sprüche…).
      Für mich ist das Zusammenwirken von (guten) Artikeln und den Kommentaren wie eine Art Gesamtkunstwerk – besonders auch im Hinblick auf mein letzthin vorgeschlagenes Buchprojekt.

      • minimax schrieb am 17. April 2011 at 18:06 - Permalink

        geht mir genauso.
        seit dem hier die inflation ausgebrochen ist, habe ich den bolg abgehackt.

        • daMasta schrieb am 18. April 2011 at 11:52 - Permalink

          Man könnte auch einfach genauso wenige Artikel lesen wie vorher.

          • mensch32 schrieb am 18. April 2011 at 16:57 - Permalink

            Reisende soll man nicht aufhalten. Dann viel Spaß noch beim Kopp-Verlag.

    12. condorito schrieb am 16. April 2011 at 18:34 - Permalink

      Ist doch gut das wir Angst haben. Werden die Polen auch haben, wenn sie in 10 bis 20 Jahren bei den in Polen drängenderen sozialen Problemen auf unser auch nicht unproblematisches Level angekommen sind. Schwellenland eben.
      Ähnliche Reaktionen erhielt ich auf einem Blog argentinischer Peronisten. Als ich darauf hinwies, dass es für einen terroristischen Anschlag keinen Tsunami braucht und dass die Endlagerfrage eben nicht einfach zu lösen ist, nannte der von mir sehr geschätzte Betreiber des blogs erstmal eine “automatische deutsche Position”.
      Ich finds irgendwo sicher verständlich, dass sich Schwellenländer nicht unsere Subventionen der erneuerbaren Energien leisten können. Trotzdem muss irgendwer die Anschubfinanzierung leisten. Vernünftigerweise weise die reichen Länder. Nur kann ich das Thema nicht besonders lustig finden.

    13. Oliver schrieb am 16. April 2011 at 18:45 - Permalink

      Ich find die Kommentare weder beleidigend noch lästerhaft. Es ist einfach nur niveauloser Schwachsinn. Genau wie die Pauschalierungen des Herrn Krökel.

    14. klaus baum schrieb am 16. April 2011 at 19:28 - Permalink

      wer ist oliver?

    15. na sowas schrieb am 16. April 2011 at 21:55 - Permalink

      obwohl ich überaus deutsch und cool und so bin, mich durchaus …ff.

      ● überaus deutsch — meinetwegen…
      ● deutsch und cool — geht das eigentlich?
      ● überaus deutsch und cool und so bin — Der neue deutsche Superlativ?
      WTF? Was Bittschön verbirgt sich hinter diesem geheimnisvollen ❝und so bin❞ ?
      Eine neue ungeahnt teuflische Eigenschaft, oder lediglich ein Kunstfurz in
      100m Wassertiefe?

      Krökel wurde schon 1968 geboren.

      Schon??? Hey, was soll das heißen? Demnach muß ich ja ‘schon’ jenseits von…
      Pfeif drauf! Who the f*** is Krökel… ‘ne neue Art von Insekt, gegrillt und eingelegt
      in Sauerkraut oder lediglich nur leicht verstrahlt? Wenn schon Veriss, dann bitte
      ordentlich reingesemmelt …tsss …tsss Jens B. und seine Gastautoren.
      In dem Sinne ❝Mehr Nöle vom flatter❞ …zum Feynsinn!
      [nöl&wech] ☂
      …
      update:
      Dieser 'comment' wurde weder von flatter bezahlt, erzwungen,erpresst oder in sonst einer Weise forciert! Mir war danach, ich lese da gelegentlich.

    16. Ola schrieb am 17. April 2011 at 09:18 - Permalink

      Guter Text. Endlich mal wieder einer. German Angst ist übrigens genauso treffend wie das Attribut fortschrittsfeindlich. Beides ist im Zusammenhang mit Deutschland auf den ersten Blick als lächerliches Attribut auszumachen, welches von interessierter Seite gerne ins Feld geführt wird, um irgendwelche Verrücktheiten durchzudrücken oder zu rechtfertigen.

      Ein fortschrittsfeindlicher Exportweltweltmeister (wir exportieren vermutlich Holzaugen, wa?Und nein, Kernkraft hat nix mit Fortschritt zu tun) und ein ängstlicher bis zur letzten Kugel Kämpfer. So kann man Deutschland wirklich treffend beschreiben…

    17. Roman schrieb am 17. April 2011 at 14:42 - Permalink

      Guter Artikel.
      Wir werden sehen, was Polen mit dem Atommüll macht. Genug Untertagebau-Stollen zum Wegkarren haben sie ja, wenn sie nicht gerade mal wieder in sich zusammengefallen sind.

      Ich habe 86 zufällig im Nordwesten Polens verbracht. Da sind uns alle Beeren und Kirschen kaputt gegangen. Pilze und Co waren nicht essbar, der Garten ist zu einer reinen Zierplanzenanlage verkommen. Alles in allem haben wir verwilderte Kirsch- Apfel- Birnenbäume, die nur schwer rekultivierbar sind.
      Im katholischen Polen gibt es diese Diskrepanz zwischen Wissen und Glauben. Dieses Phänomen ist nur schwer erklärbar, lässt sich aber mit Verweis auf Italien am besten demonstrieren. [Berlusconi will die Schulen weg haben, weil er denkt, dort würden nur linke Kader ausgebildet]
      In Polen hat es seit Ende des kalten Krieges keine differenzierte Meinungsbildung gegeben. Es herrscht eine streng von den Oligarchen kontrollierte Medienlandschaft vor. Wer kann, haut ab oder arbeitet im Ausland.
      Immerhin gibt es auch in Polen eine Anti-Kernkraft-Bewegung, der medial kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. aber immerhin.

      Das Gerede über german-angst finde ich lächerlich. Im Hinblick auf so viele Ungereimtheiten Seitens der Nukleartechnologie sind die Befürchtungen und Ängste der [nicht nur] Deutschen absolut gerechtfertigt.
      Aber, wie sagt man so schön, manchmal muss man erst den Krebs haben, bis man anerkennt, dass er nicht schön ist. Bei manchen Leuten ist dann aber auch schon mal eine zünftige Fehlgeburt fällig, bevor sie begriffen haben, dass Kernkraft nichts Gutes ist.

      Wie man von Kernkraft in kapitalistischen Systemen auf Judenwitze kommt, ist mir auch rätselhaft.
      Um vielleicht noch einmal Fukushima Daiichi in das Gespräch zu bringen: Dort haben wir es mit drei Kernschmelzen und mindestens zwei beschädigten containments zu tun. Es gibt unregelmäßig auftretende Kritikalität in Reaktor drei. der Verbleib des Coriums in allen drei Druckbehältern ist nicht sicher. Es befinden sich an die 240.000 Tonnen strahlendes Wasser auf und unter dem Gelände, das man nicht einfach in Fässer bringen kann.
      Messen lässt sich nur indirekt.
      Das die Sache in 6 oder 9 Monaten ausgestanden sein soll, halten einige für Quatsch, da die Kerne noch mindestens zwei Jahre “warm” sein werden. Öffnen der Reaktordruckkammer ist dann vielleicht in zwei oder drei Jahren möglich. Verschließen der Reaktoren mit Sarkophag ist nicht möglich, da die geschmolzenen Kerne [wenn auch indirekt via containment] gekühlt werden müssen.

      Und was ist jetzt daran witzig?

      http://www.youtube.com/watch?v=eVAorP4J5L4

      Schönen Sonntag

      • unschland schrieb am 17. April 2011 at 15:55 - Permalink

        “Und was ist jetzt daran witzig?”
        …äh, nix?
        Vielleicht sollte einem manchmal auch das Lachen im Halse stecken bleiben.
        Weitere Funktionen von “Humor” – siehe oben
        (Abwehrmechanismus, Verkehrung ins Gegenteil, Affektverschiebung, Selbstschutz)

      • Bruder Johannes schrieb am 17. April 2011 at 18:55 - Permalink

        Das Gerede über german-angst finde ich lächerlich. Im Hinblick auf so viele Ungereimtheiten Seitens der Nukleartechnologie sind die Befürchtungen und Ängste der [nicht nur] Deutschen absolut gerechtfertigt.”

        Dem kann ich nur zustimmen. Wir sollten uns da von niemandem – auch nicht vom Ausland – reinredenlassen. Die Deutschen sollten soweit wie möglich eigene Wege gehen und nicht immer danach schielen, was andere meinen und wie es andere sehen. Es ist bei Würdigung aller bekannten Tatsachen einfach richtig und gut, sich von der Atomenergie abzuwenden. Die Diskussionen über dezentrale Engergieerzeugung, Speichertechnologie, weitere alternative Energien usw. ist herzerfrischend und kann D sehr weit nach vorne bringen.

        Hat uns denn die Finanzkrise nicht gelehrt, dass wir nicht alles nachmachen müssen, was uns das Ausland so sehr empfiehlt? (Wenn ich da nur an diesen Obertölpel denke, der den “Finanzplatz Deutschland” nach vorne bringen wollte!)

        Den Bau eines AKW bei Danzig können wir vermutlich nicht verhindern. Anzumerken ist da lediglich, dass die Russen ja auch eines in Kaliningrad bauen. Da den Polen ja ihre Ostseeküste lieb und teuer ist, sollten sie darüber noch mal nachdenken. Es muss ja nicht gleich ein Tsunami sein, der die Katastrope auslöst.

        • Mutti schrieb am 18. April 2011 at 08:31 - Permalink

          Die Diskussionen über dezentrale Engergieerzeugung, Speichertechnologie, weitere alternative Energien usw. ist herzerfrischend und kann D sehr weit nach vorne bringen

          nur wird es bei viel BlaBla bleiben. Wegen der Koschten…
          und wenn auf regenerativen Strom umgestellt wird, dann bestimmt nicht dezentralisiert, könnte doch den Strommafiosi schaden. Das wird wieder so schön hingebastelt, das jeglicher Gewinn plus Ökozuschlag bei den Multis landet.

          • Bruder Johannes schrieb am 18. April 2011 at 10:56 - Permalink

            nur wird es bei viel BlaBla bleiben. Wegen der Koschten…

            Durchaus denkbar. Ich bin nur erstaunt darüber, was jetzt schon alles technisch machbar ist. Und Dinge die da sind, wird man nicht auf Dauer unterdrücken können. Es ist nur die Frage, was noch passieren muss, damit sich vernünftige Alternativen durchsetzen.

            und wenn auf regenerativen Strom umgestellt wird, dann bestimmt nicht dezentralisiert, könnte doch den Strommafiosi schaden. Das wird wieder so schön hingebastelt, das jeglicher Gewinn plus Ökozuschlag bei den Multis landet.

            Das steht zu befürchten. Die Analogie zur Finanzmafia habe ich nicht umsonst gewählt. Das liegt aber zum Teil auch an uns Wählern. Wer CDUSPDFDPGRUENE wählt, wählt Finanzmafia, Energiemafia, Medienmafia, Telekommafia, Pharmamafia usw.. Der Kapitalismus hat seine kriminelle Phase erreicht. Das muss man begreifen.

    18. Sebastian S. schrieb am 18. April 2011 at 00:36 - Permalink

      In Polen ist ein Sack Spott umgefallen … ach Gottchen …

    19. Kritiker schrieb am 18. April 2011 at 10:17 - Permalink

      Ich frage mich, wer hier eigentlich moderiert und weshalb Kommentare, in denen andere Poster beleidigt sowie bedroht werden, nicht gelöscht werden. Seitdem der SF zu den NDS gewechselt ist, geht es hier wirklich drunter und drüber. Wirklich schade!

    20. Peleo schrieb am 18. April 2011 at 13:43 - Permalink

      @ unschland

      “Kleiner Tip: Panther, Tiger & Co.”
      –> höhere, unangreifbare moralische Instanz
      qed ;-)

      Kapier´ icke nu nich so: Der Tucho denkt doch wie Du!
      (Pardon: wie SIE, natürlich)


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