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SPD krümmelt sich zum Endsieg

geschrieben am 10. Juli 2009 von Spiegelfechter

Sonntagfrüh im Morgengrauen – ein vermummter Mann verschafft sich Zutritt zum Gelände des Atomkraftwerkes Krümmel. Bewaffnet mit einem Werbekugelschreiber der SPD, dringt er in ein Transformatorenhäuschen ein und verursacht dort mit der Mine des Schreibgeräts einen Kurzschluss. Zeugen, die auf wundersame Art und Weise verschwanden, deren Aussagen aber der Redaktion vorliegen, beschreiben den Mann, der in einem schwarzen Mercedes mit Berliner Kennzeichen flüchtete, als Hubertus Heil, seines Zeichens Chefideologe und Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Einen Monat vorher hatte Vizekanzler Steinmeier im engsten Führungskreis die erste Stufe des streng geheimen „Unternehmens Septembersonne“ ausgerufen. Wie sonst sollte man die schwarz-gelben Horden daran hindern, Berlin zu überrennen? Die SPD steht mit dem Rücken zur Wand. Es sind nur noch knapp 75 Tage bis zu den Bundestagswahlen und die Wahlkämpfer der Sozialdemokraten sind in etwa so beliebt wie die Zeugen Jehovas – nur, dass letztere erfolgreicher im Verteilen ihrer Werbeschriften sind. Um die entscheidende Wendung zu erreichen, mussten sich die Strategen der Kampa im Vizekanzlerbunker nicht weniger als ein Wunder einfallen lassen.

Früher waren keine Wunder nötig. Früher hatte das Schicksal sein Erbarmen mit der Partei und sorgte dafür, dass diese sich vor den Wahlen bravourös in Szene setzen konnte. Früher gab es noch ordentliche Tiefdruckgebiete über der Adria, die dazu führten, dass der Größte Kanzler aller Zeiten höchstpersönlich und in Gummistiefeln seine Wähler in der Ostmark vor den tödlichen Fluten der Elbe retten konnte. Früher gab es auch noch Bush den Jüngeren, der dem Größten Kanzler aller Zeiten mit seinen Plänen, den Irak zu überfallen, eine wahltaktische Steilvorlage gab. Der Größte Kanzler aller Zeiten konnte auch noch in der hoffnungslosesten Situation das Blatt wenden. Heute ist sein ehemaliger Famulus in der Position des Hoffnungsträgers der deutschen Sozialdemokratie – ein hoffnungsloser Fall für die Kampa im Vizekanzlerbunker. Man musste von der alten LIHOP- zur wesentlich wirksameren MIHOP-Strategie übergehen.

Einmal mehr war es Sigmar Gabriel, der die rettende Idee hatte. Nachdem er vor zwei Jahren mit seinem Coup gescheitert ist, seinen Adoptivsohn Knut zum Parteivorsitzenden zu machen, hat der ehemalige Popbeauftragte der Partei mittlerweile gelernt, im Team zu spielen. Sein Ideenlieferant war niemand anderes als Jürgen Trittin, der ihm in einer rotweinschwangeren Sommernacht erzählte, wie die Grünen 2005 die Wahl retten wollten. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist das einzige Alleinstellungsmerkmal von Rot-Grün. Dumm nur, dass man im Normalfall damit keinen Wähler hinter dem Ofen hervorlocken kann – außer, man erweckt den Eindruck, die deutschen Kernkraftwerke stünden kurz vor dem Super-GAU. Bei einer Besucherführung im AKW Biblis hatte damals Claudia Roth insgeheim einen Montagedübel gegen einen Fischer-Dübel aus dem Baumarkt ausgetauscht. Der perfide Plan scheiterte letztendlich lediglich deshalb, weil RWE den Fehler erst ein Jahr später bemerkte. So etwas sollte der SPD nicht passieren.

Als das Kernkraftwerk Krümmel nach längerer Pause Mitte Juni wieder ans Netz ging, sorgte der korpulente Umweltminister höchstpersönlich für die erneute Abschaltung, indem er bei einem Kontrollbesuch den Inhalt seiner Kaffeetasse heimlich in eine Schaltkonsole kippte. Stufe 2 des „Unternehmens Septembersonne“ lief am letzten Samstag an, und diesmal war es Hubertus Heil, der sich in guter alter Guerilla-Manier für die SPD einsetzte und ein Transformatorenhäuschen sabotierte. Gabriel war unabkömmlich – wie im Ablaufplan des „Unternehmens Septembersonne“ vorgesehen, weilte er Anfang der Woche im fernen Tschernobyl. Von wo, wenn nicht von hier, könnte er öffentlichkeitswirksam die heiße Phase des Wahlkampfes eröffnen? Gleichzeitig fand im fernen Berlin der Relaunch des Internetaufritts des Umweltministeriums statt, dessen neue Seiten den Besucher denken lassen, er habe sich auf die Seiten einer Anti-Atomkraft-Plattform verirrt. Seitdem lässt Gabriel keine Gelegenheit aus, sich und seine Partei als Atomkraftgegner in die Medien zu bringen. Nun ließ man auch den Kandidaten höchstpersönlich von der Kette. Würden SPD-Politiker auch ihre eigene Großmütter für ein paar Wählerstimmen verkaufen – Frank-Walter Steinmeier meint es ernst mit dem Atomausstieg!

Sollte sich der deutsche Michel auch weiterhin stur stellen und die SPD trotz des Segens des sozialdemokratischen Atomausstiegs nicht mit Rekordumfragewerten belohnen, tritt Stufe 3 des „Unternehmens Septembersonne“ in Kraft. Ein Spezialkommando der Jusos, das bereits zu diesem Zweck vom FSB ausgebildet wurde, soll in den Abendstunden des 14. September das Kernkraftwerk Gundremmingen stürmen und dort – unter Umgehung der Sicherheitssysteme – eine Kernschmelze herbeiführen. Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier werden dann in Schutzanzügen von Hubschraubern des BGS in die schwäbische Provinz geflogen, um die Arbeit der Liquidatoren zu unterstützen. Die SPD rechnet damit, im Erfolgsfall sogar die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl zu bekommen – alles andere wäre ein GAU.

Jens Berger

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13 Kommentare

Kategorien: Glosse Superwahljahr 09

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  1. 1 · #Politik: Aufgedeckt: So will die #SPD über 5% kommen! « Unbedingt lesen! am 10. Juli 2009 um 13:56·

    [...] http://www.spiegelfechter.com/wordpress/574/spd-krummelt-sich-zum-endsieg [...]

  2. 2 · zoom » Umleitung: Calvin – der Taliban von Genf und mehr … « am 11. Juli 2009 um 19:40·

    [...] SPD: krümmelt sich zum Endsieg … spiegelfechter [...]

  3. 3 · Sozialdemokratisches Paralleluniversum uvm. « xxl-killababe berlin wordblog am 11. Juli 2009 um 21:09·

    [...] Hier noch etwas Lesestoff wo die SPD auch so mit am werkeln ist: spiegelfechter.com -SPD krümmelt sich zum Endsieg [...]

13 Kommentare

  1. Kalle am 10. Juli 2009 um 12:29 - - Permalink

    Quatsch. Alles VT. Die Probleme des KKK gingen schon von Bundesumweltministerin Merkel aus. Zuerst wollte sie weder Holzkreuze noch Benzin liefern und dann gingen sogar die weißen Anzüge aus. Sie sah vorraus, dass die SPD sich zu einer Schatten-CDU entwickeln würde. Als große Demokratin war sie der Meinung, das Volk sollte wenigstens bei einem Thema einen Unterschied zwischen den Parteien erahnen können sollen. Daher die Sabotage. Als Sicherheit hat sie aber schon Beweise für einen terroristischen Anschlag anfertigen lassen. Sollte ein KW hochgehen, hat man die Erklärung schon parat. Anders wäre ein Super-Größter-Anzunehmender-Unfall ja nicht zu erklären. Und dann verlangt das nach Sicherheit, die nur die CDU liefern kann. Sie sind der SPD einfach immer 2 Schritte voraus.

  2. Joerg am 10. Juli 2009 um 12:44 - - Permalink

    Herrliche Glosse. Dumm nur für die SPD das sie so eine ausgefuchste Stragegie keine zwei Tage durchhält ohne sich wieder von einem eigenen Landesverband der Peinlichkeit preiszugeben. So hatte doch tatsächlich die Saarländische SPD vor, einen Vattenfall Lobbyisten als Wirtschaftsminister zu installieren.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/vattenfall-lobbyist-bringt-spd-in-bredouille;2430873

    Der Spruch von Niebel ist aber wirklich passend: “Vattenfall und die SPD haben in der Tat mindestens eines gemeinsam: die katastrophale Kommunikation.”

  3. Spiegelfechter am 10. Juli 2009 um 13:22 - - Permalink

    @Kalle

    Quatsch. Alles VT.

    Ach watt! Der SF würde doch nie und nimmernicht VTs in die Welt setzen ;-)

  4. salvo am 10. Juli 2009 um 19:03 - - Permalink

    habt Ihr denn das schon gelesen?

    diese Antwort ist so beeindruckend, dass sie schon historischen Charakter hat und sollte keinesfalls in Vergessenheit geraten. Sie sollte dokumentiert und für die nachwelt gesichert werden als Zeugnis der selbstverschuldeten Selbstauflösung des Teils der politischen Klasse, die unter dem Namen deutsche Sozialdemokratie firmierte. Hier kommt eigentlich alles zum Ausdruck, was die heutige spd ausmacht: die Entfremdung von der Bevölkerung, die Arroganz der Macht, die sachliche Inkompetenz, das politisch-strategische Unvermögen, die persönliche Dummheit, die Unfähigkeit zur Selbstkritik, und auch noch diese aggressive Unverschämtheit , … nein, die spd ist nicht nur nicht wählbar, sie ist zum Inbegriff des politischen Unvermögen geworden

    “ich habe an Ute Berg (”S”PD) geschrieben und ihr höflich u.a.
    mitgeteilt, dass ich eigene, bzw. freie DNS-Server nutze.
    Hier nun ein Teil der Antwort ihres Praktikanten:
    “Mit der neuen gesetzlichen Regelung bekämpfen wir nicht nur die
    Verbreitung kinderpornografischer Inhalte im Internet, sondern
    schützen
    zugleich Internetnutzer, sichern rechtsstaatliche Grundsätze und
    ermöglichen ein transparentes Verfahren. Sie hingegen haben für sich
    die
    technischen Voraussetzungen geschaffen, damit sie sich weiterhin
    unbeschränkt, wenn Sie denn die Absicht hätten, die Vergewaltigung
    von
    Kindern betrachten können und dies auch im Bekanntenkreis weiter
    empfohlen. Die Kinderschänder in dieser Welt werden es Ihnen danken.
    Hingegen die Pädophilen, die um ihre Neigung wissen und diese
    bekämpfen,
    danken uns, da sie nun nicht mehr Gefahr laufen, versehentlich auf
    entsprechende Seiten zu stoßen.”"

    http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Ich-bin-fassungslos/forum-161965/msg-17019927/read/

  5. otti am 10. Juli 2009 um 21:29 - - Permalink

    Von wegen “Endsieg”!

    Endlagern und entsorgen, die Krümel-Partei, mitverantwortlich für den größten Finanz-GAU der Nachkriegszeit.

  6. freerk am 10. Juli 2009 um 23:55 - - Permalink

    Schöne Glosse! Wenn es so weiter geht, wird es SPD in einpaar Jahren nicht mehr geben! :D

  7. Chat Atkins am 11. Juli 2009 um 09:26 - - Permalink

    Ach watt – die FDP hat noch gar nicht entdeckt, welches Potenzial darin liegt, dass Vattenfall ein veritables Staatsunternehmen ist. Wenn Westerwelle erwacht und diesen schwedischen Staatssozialismus enttarnt, dann geht’s erst richtig los: Unverantwortliche Staatskommunisten treiben den deutschen Mittelstand in den Strahlentod …

  8. Christian Walde am 11. Juli 2009 um 09:36 - - Permalink

    Irgendwie fehlt mir hier der Witz. (Informationsgehalt ist negativ, kann also nur Witz sein.) Kann mal einer erklären?

  9. Knuddelbacke am 11. Juli 2009 um 20:58 - - Permalink

    SPD «Im Wahlkampf überzeugt man durch Ernsthaftigkeit und Argumente»

    Der Wahlkampf- Beginn der SPD liegt Anfang, Mitte August!!!! Das sagen die, die mit dem Fön sprechen schonmal vorab!!!
    Erst dann werden die Wählerinnen und Wähler wirklich merken, wer was zu sagen hat und die Antworten für die Zukunft gibt. Rufen wir alle Münte und den paar noch in der Partei verbliebenen SPD-Genossen zu:
    Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen! Lieber mit einer Flamme im Bett, als mit einer Leuchte am Schreibtisch. Gegen Pechsträhnen liebe SPD sind auch Friseure machtlos.

  10. Sigmund am 12. Juli 2009 um 14:57 - - Permalink

    “Chefideologe”? Hat denn die SPD überhaupt noch irgendeine Ideologie oder wenigstens Idee, außer der Angst, der CDU nicht zu Willen zu sein?


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