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    geschrieben am 14. Juli 2009 von Spiegelfechter

    Europas neueste Pipeline ist nun offiziell. Aber woher soll das Gas für Nabucco kommen?
    3.300 Kilometer lang soll sich die Nabucco-Pipeline vom türkischen Erzurum über den Bosporus, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis zum österreichischen Gasverteilknoten Baumgarten erstrecken. Ab dem Jahr 2014 sollen jährlich 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Pipeline strömen und im Winter auch deutsche Wohnzimmer heizen. Rund 10% der europäischen Gasimporte sollen damit unter Umgehung russischen Territoriums über die acht Milliarden Euro teure Röhre transportiert werden.

    Der gestern in Ankara unterschriebene Staatsvertrag zwischen den Regierungen der europäischen Anrainerstaaten gilt als offizielle Geburt des Projekts, das bereits seit 2002 diskutiert wird. Die Geburt von Nabucco könnte sich allerdings auch als Totgeburt erweisen. Denn noch weiß niemand so recht, wo das Gas für die Nabucco-Pipeline eigentlich herkommen soll.

    Weiter auf Telepolis

    Zum Thema auf Lieferant gesucht, Pipeline vorhanden auf freitag.de

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    Tags: Energie Geopolitik Great Game
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    1. Der Spiegelfechter» Blog Archive » Das Great Game ist entschieden

    15 Kommentare:

    1. truetigger schrieb am 14. Juli 2009 at 10:59 - Permalink

      Die Nabucco-Pipeline wird maßgeblich von der österreichischen ÖMV (heimischer, teilstaatlicher Mineralölkonzern) vorangetrieben, sie endet ja in Wien.

      Wenn man durch die öff-recht. Hauptnachrichten zappt – 19.3o ZIB, 20.oo Tagesschau -, erlebt man die leicht unterschiedlichen Bewertungen: die Deutschen loben momentan das Solarprojekt in Nordafrika, während sie bei Nabucco gern die Risiken betonen, während es die österreichischen Medien eher umgekehrt halten.

      Mittel- und langfristig kommt Europa nicht von der russischen Abhängigkeit weg, da dort immense Vorräte liegen und Nabucco auch max. 10% des derzeitigen europäischen Verbrauchs transportieren kann (wovon die Türkei noch etwas abzweigen will). Kurzfristig stellt sich eben Deine Frage, wer genau dort liefern will.

    2. Ingo schrieb am 14. Juli 2009 at 13:21 - Permalink

      Danke Jens!
      Wieder ein ausgewogener Artikel von dir!

      Das ist unter anderem eins der Punkte woran man dieses scheinheilige Getue der westlichen “Demokratien” festmachen kann: Einerseits auf die Russen schimpfen, wenn die nach der Säufer-Jelzin-Ära mal wieder aktiv werden und andererseits solche Despoten wie Nasarbajew umschwärmen.

      Jens, rate mal wer die OSZE-Präsidentschaft ab 2010 übernimmt………………
      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30626/1.html

    3. ?man schrieb am 14. Juli 2009 at 17:36 - Permalink

      Wer liefert? Tja, welche Staaten liegen an der Türkei? z.Bsp. Der Iran, er verfügt nach Russland über die zweitgrößten Gasvorkommen der Welt.

      Was für ein Zufall, da scheint vielleicht jemand schon mehr zu wissen…?! Sind die (Friedens-)Diplomaten wieder unterwegs – big business??!

    4. Franko schrieb am 14. Juli 2009 at 17:43 - Permalink

      Das ist jetzt mal ein bißchen OT, aber warum bekommt mein Browser hier bei jedem Besuch zwei LSO Cookies angehängt? Diese Unsitte kennt man ja eher von der Springer-Presse, oder großen garstigen Konzernen (web.de, ebay, etc.).
      Sicher, ich bin ein bißchen paranoid, lass mich aber trotzdem nur ungerne verfolgen….

    5. Spiegelfechter schrieb am 14. Juli 2009 at 18:04 - Permalink

      @Franko

      Hmm, keine Ahnung, ich setze keine Cookies ein. Vielleicht kommen die von Youtube?

    6. Timur Lenk schrieb am 14. Juli 2009 at 18:29 - Permalink

      *fieser heise cross post*

      Werter, Spiegelfechter: Nabucco wird kommen.

      Aserbaidschan: Der Deal mit den Russen ist volumenmäßig ein Witz und die Russen wissen das. Man einigt sich auf diplomatische Floskeln und “mittelfristige” Zusagen. Die Aseris sind clevere Geschäftsleute und profitieren von der EU UND Russland. Heute haben offizielle Vertreter der aserischen Regierung bereits Bereitschaft erklärt Nabucco zu unterstützen. Was denkst du wozu es Konstrukte wie die EU Ost Partnerstadt gibt?

      Turkmenistan: Vor wenigen Tagen wurde die Entdeckung eines Gasfeldes bekannt gegeben, aus dem man alleine China versorgen kann und zusätzlich noch europäische Kapazitäten frei hätte. Russland und China erhalten ungefähr jeweils 40 Milliarden Kubikmeter/Jahr. Zudem hat heute Turkmenistan erklärt, es würde eine Gaspipeline gen Europa mit heimischem Gas unterstützen.

      Irak: Auch hier bist du nicht am Puls der Zeit. Al Maliki hat vor kurzem erklärt, der Irak werde Nabucco unterstützen. Nein, nicht nur Kurdistan sondern der gesamte Irak (also Zentralregierung) steht dahinter. Die bisherigen OMV Verträge mit Irakisch-Kurdistan sind möglicherweise obsolet, weil jetzt andere Verteilungsfragen eine Rolle spielen, dennoch ist die Entscheidung jetzt politisch getroffen. Wie dumm wäre auch der Irak? Eine Pipeline direkt vor der Haustür und man soll nur zusehen? Wird nicht passieren.

      Iran: Ein heikles Thema, das stimmt. Ich weiß auch nicht, was diese verblödeten Amerikaner ihre dreckigen Wichsgriffel in europäische Angelegenheiten zu stecken haben.
      Selbst ohne den Iran würde es reichen (siehe oben), aber es wäre töricht ihn außen vorzulassen. Europa wird sich entscheiden müssen: Diversifizieren weg vom pösen Russki hin zu den – nach allgemeiner Auffassung – noch viel pöseren Mullahs oder aufhören sich zu sorgen und Gazprom lieben lernen. Im übrigen hättest du auch ein bisschen was zu South Stream schreiben können.

      Europa hat alle Trümpfe in der Hand: Exzellentes Pipeline Netz, geographische Nähe zu den größten Öl- und Gasproduzenten der Welt und insbesondere eine wechselseitige Abhängigkeit zu den Russen. Ja, wechselseitig, das darf man nicht vergessen. Auch Russland kann heute und morgen keine pipelines nach China aus dem Hut zaubern, ihre finanziellen Lebensadern liegen nahezu komplett in Europa. Ein russicher Gasstopp ist pure Propaganda, bevorzugt vorgebracht von hysterischen Konservativen und Amerikanern.

      Gerade letztere versuchen wie immer Europa zu spalten, denn sie wissen um Europas exzellente geographische Lage im Hinblick auf die Energieversorgung. Deswegen wird auch ohne Ende das schweineteure LNG gehypt von den Amis. Eine Insel ist eben was anderes als Eurasien.

      Europa muss aufwachen, sich emanzipieren und endlich eigene Interessen definieren. Gerne auch mit großen Solarkollektoren in afrikanischen Wüsten. Und der Beteiligung der Afrikaner natürlich.

    7. Franko schrieb am 14. Juli 2009 at 19:07 - Permalink

      @SF

      Danke für die prompte Antwort! Mal sehen ob ich herausfinde wer der Übeltäter ist… ;-)

    8. Spiegelfechter schrieb am 14. Juli 2009 at 19:28 - Permalink

      @Timur Lenk

      *noch fieserer Heise-Crossrepost*

      TimurLenk schrieb am 14. Juli 2009 18:27

      > Nabucco wird kommen.
      >
      > Aserbaidschan: Der Deal mit den Russen ist volumenmäßig ein Witz und
      > die Russen wissen das. Man einigt sich auf diplomatische Floskeln und
      > “mittelfristige” Zusagen. Die Aseris sind clevere Geschäftsleute und
      > profitieren von der EU UND Russland. Heute haben offizielle Vertreter
      > der aserischen Regierung bereits Bereitschaft erklärt Nabucco zu
      > unterstützen. Was denkst du wozu es Konstrukte wie die EU Ost
      > Partnerstadt gibt?

      Selbst wenn es so kommen sollte, was ich für eher unwahrscheinlich halte, begrenzt immer noch die Lieferkapazität der Schah-Deniz-Pipeline größere Volumina.

      > Turkmenistan: Vor wenigen Tagen wurde die Entdeckung eines Gasfeldes
      > bekannt gegeben, aus dem man alleine China versorgen kann und
      > zusätzlich noch europäische Kapazitäten frei hätte.

      Weiß ich – aber die geologischen Daten werden wie ein Staatsgeheimins gehandhabt und ich würde auf die Verlautbarungen nichts geben. Außerdem …

      > Russland und
      > China erhalten ungefähr jeweils 40 Milliarden Kubikmeter/Jahr. Zudem
      > hat heute Turkmenistan erklärt, es würde eine Gaspipeline gen Europa
      > mit heimischem Gas unterstützen.

      … gibt es – wie ich ausgeführt habe – keine Transportmöglichkeit über das Kaspische Meer, außer man spielt mit dem sehr teuren Gedanken eines LNG-Terminals oder transportiert das Gas über russischen Boden.

      > Irak: Auch hier bist du nicht am Puls der Zeit. Al Maliki hat vor
      > kurzem erklärt, der Irak werde Nabucco unterstützen. Nein, nicht nur
      > Kurdistan sondern der gesamte Irak (also Zentralregierung) steht
      > dahinter.

      Na klar – aber der Irak will dafür Geld sehen und bei den Versteigerungen hat sch gezeigt, dass die Vorstellungen des Ölministeriums von den westlichen Konzernen nicht unbedingt geteilt werden.

      > Die bisherigen OMV Verträge mit Irakisch-Kurdistan sind
      > möglicherweise obsolet, weil jetzt andere Verteilungsfragen eine
      > Rolle spielen, dennoch ist die Entscheidung jetzt politisch
      > getroffen. Wie dumm wäre auch der Irak? Eine Pipeline direkt vor der
      > Haustür und man soll nur zusehen? Wird nicht passieren.

      Abwarten – außerdem ist die Frage der Volumina noch vollkommen offen. Was kann Irak liefern?

      > Iran: Ein heikles Thema, das stimmt. Ich weiß auch nicht, was diese
      > verblödeten Amerikaner ihre dreckigen Wichsgriffel in europäische
      > Angelegenheiten zu stecken haben.

      *g*

      > Selbst ohne den Iran würde es reichen (siehe oben), aber es wäre
      > töricht ihn außen vorzulassen.

      Würde es ganz sicher nicht – die Kapazität der Schah-Deniz-Pipeline beträgt ein Drittel der Nabucco. Und(!) über diese Pipeline wird bereits jetzt die Türkei versort, so dass allenfalls ein Teil dieser Kapazität auch wirklich in die Nabucco eingespeist werden kann.

      Es ist m.E. illusorisch davon auszugehen, dass ausgerechnet Irak die gigantische Lücke füllen könnte. Das kann (und wird) nur Iran können.

      > Europa wird sich entscheiden müssen:
      > Diversifizieren weg vom pösen Russki hin zu den – nach allgemeiner
      > Auffassung – noch viel pöseren Mullahs oder aufhören sich zu sorgen
      > und Gazprom lieben lernen. Im übrigen hättest du auch ein bisschen
      > was zu South Stream schreiben können.

      Hätte ich – aber ich schreibe hier ja kein Buch ;-)

      > Europa hat alle Trümpfe in der Hand: Exzellentes Pipeline Netz,
      > geographische Nähe zu den größten Öl- und Gasproduzenten der Welt und
      > insbesondere eine wechselseitige Abhängigkeit zu den Russen. Ja,
      > wechselseitig, das darf man nicht vergessen. Auch Russland kann heute
      > und morgen keine pipelines nach China aus dem Hut zaubern, ihre
      > finanziellen Lebensadern liegen nahezu komplett in Europa. Ein
      > russicher Gasstopp ist pure Propaganda, bevorzugt vorgebracht von
      > hysterischen Konservativen und Amerikanern.

      Natürlich 100% ACK!

    9. hausen schrieb am 14. Juli 2009 at 20:24 - Permalink

      @Franko:

      LSO Daten werden anscheinen von Flash gespeichert, das eingebundene youtube video könnte also durchaus die Quelle dafür sein. Hier kann man seine Einstellungen ändern und die gespeicherten Daten löschen.

      BetterPrivacy ist eine Firefox-Extension mit dem gleichen Zweck. Ausserdem zu empfehlen: NoScript, CS lite, CustomizeGoogle und Adblock+…

    10. Ingo schrieb am 15. Juli 2009 at 09:56 - Permalink

      @Zum Puls der Zeit

      Ich denke das Beste für ganz Deutschland, wenn nicht gar Europa, wären sagen wir mal Solarzellen auf jedem Dach eines jeden Hauses. Warum gibt´s eigentlich nicht schon lange sowas wie Solarsparverträge oder Solarsparzulage. Ich glaube das wäre den Konzernen doch etwas gegen den Strich. Insgesamt wird man aber nicht umhinkommen, denn irgendwann werden auch die letzten Gas- und Ölvorkommen zur Neige gehen.

    11. AK schrieb am 16. Juli 2009 at 10:46 - Permalink

      Bhadrakumar sieht Nabucco deutlich optimistischer:
      http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/KG15Ak01.html

      Ich persönlich glaube im Moment auch, dass die ökonomischen Interessen die Ideologie (NPT) trumpft. Iran wird ob kurz oder lang von den “LeitMedien hübsch geschrieben” und lupenrein demokratisch uns mit Gas versorgen.

      AK

    12. COPOKA schrieb am 17. Juli 2009 at 12:59 - Permalink

      Wie iranischer Minister Mehdi Safari in seinem IV an ISNA vor paar Tagen meinte, wäre Iran zu Gesprächen über Gas- und Öllieferungen an EU bereit: http://www.oilru.com/news/130313/

      Siehe auch http://isna.ir/Isna/NewsView.aspx?ID=News-1370877&Lang=E

      Bis dahin, als Nabucco gebaut ist, wird oder lässt sich das Embargoproblem schon auf eine oder andere Weise lösen.

    13. gano schrieb am 19. Juli 2009 at 15:19 - Permalink

      10, Ingo

      Stell dir vor die möglichen xxx.xxx.xxx.xxx Euro an Subventionen, die für desertec in Zukunft vergeben werden können sollen wollen würden stattdessen dazu verwendet werden europäische Privathaushalte bei der Ausrüstung mit Solartechnik zu fördern/ zu fordern. Dies hätte natürlich verheerende Folgen, aber nicht für die Menschen sondern für die Konzerne.
      es wird ja eifrig Werbung fürs Projekt gemacht, “Vorurteile” werden beiseite geräumt
      bspiele:
      http://www.welt.de/wirtschaft/article4113029/Wuestenstrom-bedroht-deutsche-Solardaecher.html#vote_3933295

    14. Outlook schrieb am 23. Februar 2010 at 13:06 - Permalink

      Kein Gas für Nabucco-Projekt
      http://de.rian.ru/business/20100223/125213308.html

      Fischer bemüft sich jan nun, “Gasrohre” bei BMW zu verlegen.


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