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  • Mindestlohn!

    geschrieben am 21. April 2011 von Spiegelfechter

    Wenn es ein schlagkräftiges Argument für die epische Inkompetenz des deutschen Ökonomen-Mainstreams gibt, dann ist es dessen Positionierung zum Thema Mindestlohn. Im Handelsblatt veröffentlichten die Chefs der sieben großen deutschen Forschungsinstitute einen Brandbrief gegen den Mindestlohn – stichhaltige Argumente sind in diesem Brief freilich Mangelware. „Deutschland klügster Professor“ (BILD-Zeitung) Hans-Werner Sinn ließ sich in einer Kolumne in der Wirtschaftswoche sogar dazu hinreißen, unheilschwanger zu unken, „der Teufel habe sich den Mindestlohn ausgedacht“.

    Sogar der Vatikan ist in Fragen der Evolutionsbiologie fortschrittlicher als die Spitzenkräfte der deutschen Ökonomie auf ihrem Fachgebiet. International werden sie wegen ihrer „eigenwilligen“ Ansichten bestenfalls belächelt – wäre Hans-Werner Sinn Professor für Geographie, würde er wahrscheinlich Kolumnen schreiben, in denen er darauf pocht, dass die Erde flach sei und das deutsche Volk vom Rand gefegt wird, wenn es der unendlichen Weisheit seines klügsten Professors nicht vertraut.

    Der Umstand, dass ein paar dumme alte Männer groteske Fehllehren verbreiten, ist an und für sich unproblematisch. Zwar muss man sich als Deutscher für diese „Ökonomen“ ebenso fremdschämen, wie moderne Iraner sich wegen ihrer „Mullahs“ – aber davon geht die Welt nicht unter. Das eigentliche Problem ist vielmehr, dass Redakteure, die von Ökonomie so viel Ahnung haben, wie mein Hund von Quantenphysik, den fehlgeleiteten Ökonomendarstellern immer wieder eine Plattform geben. Der „Osservatore Romano“ ist in Fragen der sexuellen Gleichberechtigung um Längen undogmatischer als das „Handelsblatt“ in volkswirtschaftlichen Belangen.

    Dabei ist das Thema „Mindestlohn“ das wohl wichtigste Thema des Landes. Ein flächendeckender Mindestlohn in ausreichender Höhe würde gleich mehrere volkswirtschaftliche Probleme auf einmal lösen. Er würde die gesamte Hartz-IV-Problematik und das immer weiter ausartende SGB-II-Sanktionsregime entschärfen. Ferner würde ein Mindestlohn dem Staat sehr viel Geld sparen, das an anderen Ecken dringend benötigt wird. Last but not least wäre ein Mindestlohn jedoch auch ein Mindestmaß an Gerechtigkeit für den Arbeitsmarkt. Wer ein Geschäftsmodell verfolgt, das auf Hungerlöhnen begründet ist, hat nun einmal keine Daseinsberechtigung und jeder Mensch hat das Recht, von seiner eigenen Hände Arbeit würdig leben zu können.

    Da der Spiegelfechter ohne Kompromisse – wie sämtliche Ökonomen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes – voll und ganz hinter dem Mindestlohn steht, unterstützt er auch die Aktion „Gesetzlicher Mindestlohn 10 € brutto – lohnsteuerfrei!“ und die dazugehörige Blogaktion 100 Blogs für 10 Euro Mindestlohn, lohnsteuerfrei, und lädt seine Leser zur Diskussion ein.

    P.s.: Zusatzinformationen zum Thema findet man u.a. hier Die bislang größte und umfangreichste Studie zum Thema findet sich hier

    Jens Berger

    231 Kommentare Print This Post
    Wenn es ein schlagkräftiges Argument für die epische Inkompetenz des deutschen Ökonomen-Mainstreams gibt, dann ist es dessen Positionierung zum Thema Mindestlohn. Im Handelsblatt veröffentlichten die Chefs der sieben großen deutschen Forschungsinstitute einen Brandbrief gegen den Mindestlohn – stichhaltige Argumente sind in diesem Brief freilich Mangelware. „Deutschland klügster Professor“ (BILD-Zeitung) Hans-Werner Sinn ließ sich in ...
    Tags: Volkswirtschaft
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    1. News und aktuelle Meldungen

    231 Kommentare:

    1. Joschua schrieb am 21. April 2011 at 14:07 - Permalink

      Danke, Jens, Du sprichst mir aus der Seele. Ich hoffe, daß in Deutschland die Vernunft obsiegen wird.
      Zum Thema: Ich selbst schaffe hier in Norwegen an der Kasse, um nebenher mein Studium zu finanzieren. Immer samstags fünf Stunden und 130 NOK pro Stunde – das sind über 15 €uro die Stunde als Teilzeitkraft. Dagegen habe ich in Deutschland als Studentenprogrammierer nur 8 €uro die Stunde gemacht.
      Das Argument in Norwegen ist ja auch alles teurer, zählt aber nur bedingt: Im Verhältnis bleibt doch mehr am Monatsende übrig. Zum Vergleich: In Deutschland mußte ich zum Beispiel 40 Stunden im Monat schaffen, um die Miete zusammen zu bekommen, in Norwegen sind es jetzt nur noch 24 Stunden. Für 50 Stunden im Monat (!) könnte ich gut leben als Student (sprich einfach Wohnung, kein großer Luxus, aber dafür massen Zeit zum Studieren) – exklusive Alkohol freilich ;) (Die 40 Stunden wären in meinem Fall noch steuerfrei, weil es unter den Mindestsatz fällt).

      Klar, daß ich mein Studium lieber im Ausland zu Ende führe als in Deutschland. So viel zu den Stichwörtern “Fachkräftemangel” und “Abzug der klugen Köpfe” ;)

      • Blixten schrieb am 21. April 2011 at 22:47 - Permalink

        Für deinen Arbeitgeber sind die 130 Kronen in der Stunde aber ein sehr gutes Geschäft. Normalerweise werden in Norwegen am Samstag UB-Zuschüsse gezahlt (für unbequeme Arbeitszeiten, immerhin bis zu 10€/Stunde extra).
        Die müssen dir aber nicht gezahlt werden, weil du weniger als 12 Stunden die Woche arbeitest. Das wusstest du wahrscheinlich schon, aber es ist nicht ohne Ironie, dass das was für den einen ein guter Lohn ist, für manchen Kollegen nach einer Methode zum Lohndumping aussieht.

        Das ist natürlich rumkritteln auf sehr hohem Niveau, aber gerade dafür, dass sich solche Tricksereien in Grenzen halten und der Arbeitsmarkt in allen Lohngruppen wirklich ein Markt mit Angebot _und_ Nachfrage ist, sorgt ja der Mindestlohn.

      • Doppel-GAU schrieb am 22. April 2011 at 13:48 - Permalink

        Klar, daß ich mein Studium lieber im Ausland zu Ende führe als in Deutschland. So viel zu den Stichwörtern “Fachkräftemangel” und “Abzug der klugen Köpfe” ;)

        Macht auch keinen Sinn, hier in Deutschland als “Studierter” auf dem Arbeitsmarkt aufzuschlagen. Damit bist du für die Zeitarbeitsvermittler unattraktiv, weil “überqualifiziert” also schlicht zu teuer.

        Tja, die Mullahs … die Energiewende-Hälse betrachte ich seit den letzten Superwahljahrereignissen mit einem Lächeln. Leider muss man die Agenda Partei wegen Hartz IV natürlich auch von der Liste streichen. Um meine Stimme nicht der Gefahr einer Marginalisierung auszusetzen, wenn ich mit dem Herzen wählen würde, greife ich notgedrungen zum Ökologisch Glaubhaften Original.

        … Marginalisierung ist ein Problem, wählst du z.B. eine Splitterpartei die von der 5% Hürde ausgeschlossen wird (“Marktradikale” z.B., “Von Sinnen”) dann fusionieren geschwind die Energiewende-Hälse mit den Agenda People und schwups bringen die ihre Lieblingsprojekte durch wie die Laufzeitverlängerung, Hartz V, Rettungspaket-XXL, oder gar die Exportweltmeister Konjunkturkurbel “Drei-EUR-Einheitslohn-für-Alle”. Dann weist du auch, wie man sich als Bürger im Iran fühlt.

        • sw schrieb am 24. April 2011 at 08:42 - Permalink

          @Doppelgau
          Um meine Stimme nicht der Gefahr einer Marginalisierung auszusetzen, wenn ich mit dem Herzen wählen würde, greife ich notgedrungen zum Ökologisch Glaubhaften Original.Dir ist aber schon bewußt das die Grünen bei den Agenda-Gesetzen tatkräftig mitwirkten?

    2. W. Buck schrieb am 21. April 2011 at 14:08 - Permalink

      Nun bin ich weder Volkswirt noch Politiker. Aber die Argumentationslinie unseres “klügsten Professors”, wie seiner geistigen Brüder empfinde ich weniger als rückständig und viel mehr als Interessen gesteuert.

      Das Problem dürft kein Mangel an Verständnis oder Verstand sein sondern schlicht der Umstand, dass Herr Sinn nicht an das Wohlergehen der Gesellschaft denkt und am Funktionieren des Staates interessiert ist, sondern ausschliesslich am Wohl der Wirtschaft, an Wachstum und Gewinnmaximierung.

      So gesehen macht er seinen Job ganz gut. Die Frage ist eben nur wer zahlt die Musik? Und da sind wir beim Mindestlohn. Solange die Politik dem Primat der Konzerne folgt wird es keinen Mindestlohn geben. Das würde der durchgängige Logik vom privatisieren der Gewinne und sozialisieren der Verluste (z.B.: Bankenrettung, Eurorettung, E10, Laufzeitverlängerung wie Atomausstieg …) diametral widersprechen.

      Also träumt weiter das Ihr in einer echten Demokratie lebt und das die Interessen der breiten Gesellschaft sich in der Politik wiederfinden. Einen (klitzekleinen) Mindestlohn wird es nur (vielleicht) geben wenn die Proteste so stark sind, dass Demonstranten mit von Wasserwerfern oder Gummigeschossen ausgeschossenen Augen durch den Stadtpark irren. Dann gibt es “Schadensbegrenzung” wie gehabt. Warme Worte. Einen Apfel extra für jedes Schulkind und zweifuffzig Mindestlohn.

      • Ko-Mike schrieb am 21. April 2011 at 14:51 - Permalink

        Das Problem dürft kein Mangel an Verständnis oder Verstand sein sondern schlicht der Umstand, dass Herr Sinn nicht an das Wohlergehen der Gesellschaft denkt und am Funktionieren des Staates interessiert ist, sondern ausschliesslich am Wohl der Wirtschaft, an Wachstum und Gewinnmaximierung.

        Genau das ist ja die Dummheit! Denn das Geblubber des Herrn Sinn und den anderen Dämonen macht langfristig keinen Sinn. Wer zum Großteil nur Gewinne abschaufelt, diese noch auf Biegen und Brechen hyper!maximieren will (gegen Gewinnmaximierung ist ja erstmal per se nichts einzuwenden, aber das Maß macht’s) und kaum investiert (und dazu gehört auch der Arbeiter), wird auf kurz oder lang pleite sein. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Selbstverständlich wird sich dann der ein oder andere fette Parasit mit der gebunkerten Kohle davon schleichen, die Kohle in neue “wertmaximierendere Wache” umtauschen, um seiner nächsten Beute den Saft auszusaugen, während am Horizont die Sonne bereits in blutigen Wunden der bereits erlegten Opfer untergeht.

        • Ko-Mike schrieb am 21. April 2011 at 15:11 - Permalink

          Edit:
          Mann, mann, mann…
          Es muss heißen “…wertmaximierendere Ware…” Wie peinlich dieser Fehler!
          Na ja, das Bild des Herrn Sinn irritiert derzeit meinen Verstand. Es kann also zu weiteren Aussetzern und zu fehlender Korrektur kommen. Bitte um Nachsicht. Ich muss erstmal rauchen…

        • schwitzig schrieb am 21. April 2011 at 16:39 - Permalink

          Genau das ist ja die Dummheit! Denn das Geblubber des Herrn Sinn und den anderen Dämonen macht langfristig keinen Sinn.

          Doch – für Herrn Sinn. Ich denke auch nicht, dass er so dämlich ist, sondern halte ihn für gekauft. Er nimmt mit, was er kriegen kann und sollte es noch während seiner Lebenszeit brenzlig werden, hat er genügend zusammengerafft, um sich irgendwo auf der Welt einen entspannten Lebensabend zu gönnen.

          • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:26 - Permalink

            Ich glaube nicht, dass er “gekauft” ist. Er ist ein waschechter Überzeugungstäter, ein Dogmatiker, der fest davon überzeugt ist, dass es dem Land besser geht, wenn es dem Exportsektor besser geht.

            • condorito schrieb am 21. April 2011 at 19:56 - Permalink

              Soweit ich das verfolge, argumentiert Sinn eher für günstigere Bedingungen für innländische Investitionen und nicht für noch mehr Exporte.

            • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 20:00 - Permalink

              Bei Sinn weiß man nie. Er hat ja auch schon die “Basar-Ökonomie” erfunden – ein herrlicher Unfug.

              Warum sollte man aber im Inland investieren, wenn die Löhne vor sich hin dümpeln und damit keine zusätzliche Nachfrage generiert werden kann? Wenn nicht für den Export?

            • Winne2 schrieb am 21. April 2011 at 22:05 - Permalink

              Also ich vermute, da trifft Neigung auf Zubrot. “Man” muss Sinn in der Tat wohl kaum kaufen, aber wer dem Hündchen immer ein Leckerchen gibt, wenn er an der richtigen Stelle bellt und Pipi macht, hat ihn bald stubenrein und talkshowtauglich.

            • Bonsta schrieb am 22. April 2011 at 00:30 - Permalink

              Ich glaube nicht, dass er “gekauft” ist. Er ist ein waschechter Überzeugungstäter, ein Dogmatiker, der fest davon überzeugt ist, dass es dem Land besser geht, wenn es dem Exportsektor besser geht.

              Das sehe ich auch so. Er ist ja durchaus hier und da Nonkonform, wie z.B. die Bankenrettung in Irland. “Gekaufte” reden da anders. Sponan fällt mir dazu Michael Hüther ein… Ahhhh, da verkrampft’s mich sofort beim Schreiben dieses Namens….

              Der Umstand, dass ein paar dumme alte Männer groteske Fehllehren verbreiten, ist an und für sich unproblematisch.

              Sind das wirklich nur ein paar dumme alte Männer? Herr Flassbeck schreibt von 80% der Ökonomen, die der Glaubenslehre der Neoklassik anhängen.

            • Doppel-GAU schrieb am 22. April 2011 at 13:56 - Permalink

              Hündchen immer ein Leckerchen ach herje jetzt machen sie mal aus dem Dogmatiker nicht gleich einen berechnenden Hund

              haha! Got it? Mathe-matiker, Dog-matiker

    3. Jan schrieb am 21. April 2011 at 14:09 - Permalink

      “Wer ein Geschäftsmodell verfolgt, das auf Hungerlöhnen begründet ist, hat nun einmal keine Daseinsberechtigung”
      Wie sagt man doch auf internetdeutsch?

      /sign
      Aber sowas von.

      Bloß werden deutsche Chefetagen das wohl noch für viele Jahre nicht begreifen. Da regieren Shareholder Value und Kosteneinsparungen (egal wie viel sie kosten mögen).

      • Natascha schrieb am 21. April 2011 at 15:06 - Permalink

        “Wer ein Geschäftsmodell verfolgt, das auf Hungerlöhnen begründet ist, hat nun einmal keine Daseinsberechtigung”

        Praktisch jeder multinationale Konzern zahlt in irgendwelchen Dependancen Hungerlöhne, da er schlichtweg gegenüber seinen Konkurrenten die dasselbe tun ansonsten nicht wettbewerbsfähig ist und irgendwann übernommen oder zerschlagen wird. Unsere Computer die wir gerade verwenden werden in China von ausgebeuteten Arbeitern für praktisch umsonst zusammengelötet, da diese Fertigung in Deutschland nicht bezahlbar wäre wenn der entsprechende Hersteller mit seinen Konkurrenten mithalten will.

        Dieses Geschäftsmodell ist also eher die Norm als die Ausnahme. Die Frage ist, inwieweit wir das hinnehmen müssen. In fernen Ländern haben wir weniger Möglichkeiten etwas dagegen zu tun, aber hier in unserem Land ist es eine reine Frage des politischen Willens das zu akzeptieren oder etwas dagegen zu unternehmen. Hier müssen wir keine Hungerlöhne hinnehmen.

        • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:33 - Permalink

          Praktisch jeder multinationale Konzern zahlt in irgendwelchen Dependancen Hungerlöhne, da er schlichtweg gegenüber seinen Konkurrenten die dasselbe tun ansonsten nicht wettbewerbsfähig ist und irgendwann übernommen oder zerschlagen wird

          Ok.

          a) Hier geht es nicht um multinationale Konzerne. Die zahlen in D meist (nicht immer) ordentliche Gehälter.
          b) Es liegt natürlich im Ermessensbereich der Länder, dagegen zu steuern. China tut das übrigens.

          Unsere Computer die wir gerade verwenden werden in China von ausgebeuteten Arbeitern für praktisch umsonst zusammengelötet

          Oh, das ist nicht mehr so. Es gibt zwar immer noch viele abschreckende Beispiele (z.B. Foxconn), aber generell zahlen die chinesischen High-Tech-Produzenten sehr ordentliche Gehälter. M.W. beträgt der normale Tariflohn in der High-Tech-Branche in den Süd-Ost-Provinzen am Perlflussdelta rund 700 Euro pro Monat. Für chinesische Verhältnisse und bei chinesischen Lebenshaltungskosten ist das ein gutes Gehalt. OK, dafür liegen die Arbeitszeiten allerdings auch im frühindustriellen Maßstab.

          Dieses Geschäftsmodell ist also eher die Norm als die Ausnahme.

          Ja, aber nicht mehr bei High-Tech (zumindest nicht bei Endprodukten und bei Komponenten) und auch nicht unbedingt in China. Die sauteuren Klamotten, die es hier mit Markenlabels zu kaufen gibt, werden allerdings meist in den Sweatshops Südasiens hergestellt. Bei Vorprodukten ist es meist unmöglich, zu kontrollieren, wo sie herkommen.

          • Natascha schrieb am 21. April 2011 at 20:33 - Permalink

            Okay, dann berücksichtige aber auch die ganze Fertigungskette bis zur Entsorgung, die Rechner werden dann häufig in Indien und Afrika von kleinen Kindern ohne Schutzkleidung wieder auseinandergeschraubt um die Metalle zu recyclen.

            Allerdings gibt es hier auch Unterschiede, ich habe mal gelesen dass HP z.B. anders als Dell und Co. sehr genau auf die Arbeitsstandards bei seinen Subunternehmern achtet. Wenn man das weiß kann man’s auch berücksichtigen beim Einkauf.

            • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 20:35 - Permalink

              Ja, das ist sicher richtig. Ich wollte auch nicht die IT-Branche in Schutz nehmen.

          • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 12:00 - Permalink

            Hier geht es nicht um multinationale Konzerne. Die zahlen in D meist (nicht immer) ordentliche Gehälter.

            Wenn Du Dich da mal nicht täuschst.

            Das Porsche-Werk in Leipzig wird derzeit durch rund ein Viertel Leiharbeiter, zu teils erbärmlicher Entlohnung, beackert. Siehe: Ein Le(e)hrstück in Sachen Beschäftigungswunder Der aktuelle Ausbau des Werkes dürfte voraussichtlich zu großen Teilen mit weiteren Leiharbeitern passieren, sodass sich deren Anteil an der Gesamtbelegschaft noch weiter erhöhen dürfte.

            Im BMW-Werk in Leipzig sind sogar ein Drittel der Belegschaft Leiharbeiter.

            Und das sind schon “unsere” Premium-Hersteller! Dann recherchiere noch, was bei Mercedes abgeht und der Kreis dürfte sich weiter schließen.

            • wschira schrieb am 22. April 2011 at 12:19 - Permalink

              Nun, ich habe unter anderem in einem multinationalen Konzern gearbeitet, und der hat sehr gut bis überdurchschnittlich bezahlt. Ich denke aber, dass man das nicht verallgemeinern kann. Es gibt multinationale Unternehmen, die gut zahlen und solche, die schlecht zahlen. Ebenso dürfte es in national ausgerichteten Unternehmen sein. Allerdings geht der Trend dahin, die Beschäftigten nach möglichkeit auszubeuten und die Löhne zu drücken, und das dürfte unabhängig von der globalen Ausrichtung sein.

            • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 12:44 - Permalink

              Die Beispiele habe ich mir ja nicht ausgedacht. Sie sind real und basieren auf Fakten.

              Natürlich gibt es immer auch andere Beispiele. Aber der Trend ist eindeutig und geht hin zu einer sich immer weiter verschlechternden Lage der Arbeitnehmer.

              Dire globale Ausrichtung ist aber schon von entscheidender Bedeutung. Während ein exportorientiertes Unternehmen seine internationalen Marktanteile mittels sinkender Lohnkosten im Herstellerland (also auch in D) zu steigern versucht, ist das lokal, regional oder binnenmarktorientierte (sprich in D) klein- oder mittelständische Unternehmen darauf angewiesen, auf die sinkende Kaufkraft (durch den Lohnrückgang) Rücksicht zu nehmen. Und dies kann es i.d.R. nur noch dadurch gewährleisten, indem es seinerseits die Löhne seiner eigenen Mitarbeiter senkt. Die meisten Mittelständler befinden sich also in einem wirtschaftlichen Zwangskreislauf, der ihnen (indirekt) durch die Reallohnsenkungen der großen, exportorientierten Unternehmen aufgezwungen wurde, ohne dies sie sich diesem entziehen könnten.

          • Ola schrieb am 26. April 2011 at 08:03 - Permalink

            Lohnt doch gar nicht auf Vergleiche mit China oder Kambodscha einzugehen. Wer so weit runter muss um irgendwelche wirren Konstrukte iN Deutschland zu begründen, ist doch schon völlig am Ende.

            Solche Vergleiche verdienen allerhöchstens ein Kopfschütteln.

    4. Yannick schrieb am 21. April 2011 at 14:09 - Permalink

      Ich denke, dass ich dem Ganzen zustimmen würde, leider fehlen mir im Artikel genauere Begründungen oder Links für die Pro-Argumente. Ich bin im Ökonomiesektor nicht gerade bewandt und würde daher zumindest einen fundierteren Text dazu sehr befürworten. So wirkt es ein wenig plakativ und das hilft mir in internen Diskussionen nicht weiter ;)

      • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 14:11 - Permalink

        Stimme der Frage nach Quellen vollends zu. Hintergrund ist immer besser :)

        • Anon90 schrieb am 21. April 2011 at 14:37 - Permalink

          Unmündig? Soll ichs euch vorgoogeln? Leute Kopf anmachen, andere Leute können (noch) nicht für euch denken.

          • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 15:06 - Permalink

            Von Leuten, die ihre Meinung im Internet kundtun, und einen Blogg betreiben der von einigen >100 gelesen wird, erwarte ich, daß sie ihre Quellen kundtun.
            Nach den Quellen zu fragen bedeutet in diesem Fall, seinen Kopf anzumachen, mein lieber Guttenberg.

            • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:34 - Permalink

              Ja, ja – das hier ist ja kein wissenschaftlich relevanter Artikel, sondern nur ein kurzer Rant ;-)

            • Doppel-GAU schrieb am 22. April 2011 at 14:25 - Permalink

              können wir den dann wegen fehlender relevanz entfernen ?

      • Holdger Platta schrieb am 21. April 2011 at 16:53 - Permalink

        Lieber Yannick,

        ich vermute mal, daß Du eher ökonomische Begründungen vermißt hast als – ich drück’s mal so aus – humane. Bei letzterem dürfte ja klar sein, daß wir der berühmten Friseuse (die immer gegen Hartz-IV-Erhöhungen ins Feld geführt wurde, Stichwort “Lohnabstandsgebot”) auf jeden Fall einen menschenwürdigen Nettolohn wünschen, ein Entgelt, von dem sie auch leben kann, ohne zur ARGE rennen zu müssen, und daß wir dieses auch allen anderen arbeitenden Menschen in der Bundesrepublik wünschen. Daß man die Tätigkeit mancher Menschen ganz oben als ‘Arbeit’ bezeichnen sollte, bezweifle ich übrigens: Aneignung von Mehrwert und das Geld für sich arbeiten lassen, das scheint mir eher eine andere Bezeichnung zu verdienen! Naja, das nur nebenbei!

        Auf Links verzichte ich hier – klick mal unterm Stichwort “Mindestlohn” im Internet die verschiedenen Seiten an – ganz wichtig zum Beispiel die vom ABSP (= Aktionsbündnis Sozialproteste) -, da wirst Du mehr als fündig. Stattdessen hier nur ein Argument für die Einführung von Mindestlöhnen:

        Deren Durchsetzung würde schlicht und auf einen Schlag die Kaufkraft in Deutschland erhöhen, damit die Binnennachfrage befördern und damit ein Wachstum, von dem auch die arbeitenden Menschen was hätten (übrigens auch der Staat, den wir mal in diesem Zusammenhang doch als den unseren betrachten sollten: in der Gestalt von Steuermehreinnahmen, die er – wenn denn die richtigen Leute am Ruder wären – zum Beispiel ökonomisch-sinnvoller- und verfassungskonformer- und humanerweise für das deutliche Anheben der Regelsätze bei den Arbeitslosen verwenden sollte – mit der Folge, daß auch von dort aus dann die Binnennachfrage steigen würde und damit ein sozialpositives Wachstum, von dem alle was haben!). Wer sich wieder und wieder für eine solche Politik einsetzt, ist übrigens – kann man das so sagen, Jens? – der neue ‘Arbeitgeber’ dieses Websitebetreibers, nämlich Albrecht Müller. Gelobt sei sein Name!

        By the way (an alle, die hier nun gleich wieder kommunistischen Unrat gewittert haben sollten): ich habe damit nur – in aller Kürze – ein ganz braves keynesianisches Argument vorgetragen (bitte ggf. mal unter Wikipedia das Wort “Keynes” eingeben; genügt fürs erste vielleicht). Ich gebe allerdings ganz freiwillig zu, daß mir mit solchen Änderungen innerhalb der Wirtschaftspolitik allein die Probleme, vor die uns das (ohgott, jetzt kommt ja doch dieses Wort!) kapitalistische Globalisierungssystem bzw. globalisierte Kapitalismussystem stellt, noch lange nicht gelöst erschienen – nicht einmal annähernd. Um’s kurz zu machen: nicht gelöst, nichtmal angetastet wäre damit das Porblem, daß allzuviel Macht über das Wohl und Wehe von Menschen weltweit in der Hand von bislang völlig unkontrollierten und demokratisch unkontrollierbaren Konzernen liegt – mit all den Folgen, die wir in Deutschland wie weltweit zu beobachten haben: Hunger, Raubbau an der Natur, Entrechtung von Menschen, ‘Produktion’ von Armut und Existierenmüssen weit unterhalb des Existenzminimums (apropos: auch bei uns in Deutschland wie im gesamten Europa!) sowie das deutliche Wachstum dieser Probleme. Was ja gerne übersehen wird: daß “Wachstum”, so wie es im allgemeinen von den lieben Neolib’s gepredigt wird, nicht nur “an den Menschen vorbeigeht”, sondern die eigentliche Ursache für dieses von mir angedeutete Negativ wachstum ist. – O.K., lassen wir’s erstmal dabei.

        • Yannick schrieb am 21. April 2011 at 17:10 - Permalink

          Dank’ dir Holger,

          mittlerweile bin ich auch selbst auf alle nötigen Links und Quellen gestoßen, mir fehlt leider oft die Zeit solche selbst zu suchen, weshalb ich auf eine ausführliche Quellenangabe/Begründung immer angewiesen bin. Da ich mich selbst (noch) als politischer Laie bezeichne, versuche ich mich mit den mir gegebenen Möglichkeiten mich von meinem bisherigen “Stammtisch”-Halbwissen verabschieden, damit ich in eben im Privaten auch plausibel meine empfundene Wahrheit begründen kann.

          Deshalb danke an alle die sich in den zahlreichen Beiträgen (inbegriffen auch andere Blogs, Foren) und Kommentaren so viel Mühe machen Fakten möglichst einfach und belegt wiederzugeben und einen so offene Diskussionen möglich machen. Meine politische Meinung würde sonst rein aus der verzerrten Wiedergabe der sogenannten Leitmedien bestehen.

        • Django schrieb am 21. April 2011 at 17:20 - Permalink

          @holger

          Wo du im letzten Absatz den Begriff Wachstum benutzt hast, habe ich mal eine Frage an dich (oder auch andere).
          Womit wird dieser Wachstumszwang eigentlich begründet? Ich habe es noch nie verstanden und es hat sich noch nie einer die Mühe gemacht, es mir zu erklären.

          Wenn ich diesen Monat ein Einkommen von 10.000€ habe, brauche ich dann nächstes Jahr ein monatliches Einkommen von 11.000€, damit es mir noch gut geht? (Vermutlich ein verdammt dummer Vergleich und vermutlich nicht auf eine Volkswirtschaft übertragbar, aber ich weiß nicht wie ich meinen Gedankengang sonst erklären soll).

          Kann mir da mal einer erklären, warum das Wachstum nach dem Mainstream so unglaublich wichig ist und das ggf. auch widerlegen?

          • Holdger Platta schrieb am 21. April 2011 at 20:07 - Permalink

            Lieber Django,

            Du hast ja sowas von Recht mit Deiner Frage nach diesem merkwürdigen Wachstumsgeschehen, einem Geschehen, das ich hier gar nicht ausführlich genug erläutern kann. Deshalb wiederum – zugegeben – etwas vereinfacht gesagt (vielleicht ergänzen ja andere an dieser Stelle):

            Der Wachstumszwang, dem unser Wirtschaftssystem in der Tat unterliegt, hängt u.a. damit zusammen, daß die Kapitalisten – ob sie wollen oder nicht – untereinander konkurrieren bzw. konkurrieren müssen. Ein Weg, bei dieser Konkurrenz nicht auf der Strecke zu bleiben, ist der, Löhne zu drücken oder zu rationalisieren (also Arbeitskräfte rauszuschmeißen), ein zweiter, Steuer- und Sozialabgaben abzusenken, ein dritter – und gerade bei wirtschaftlichem Erfolg wird dies immer relevanter - auf Wachstum zu setzen. Wachstums also ein Zwang, aufgenötigt vom Konkurrenzsystem, da sonst der Untergang der eigenen Firma droht.

            Dein wunderbarer Satz, daß Du doch auch nicht jeden Monat mehr Knete benötigst, trifft also leider für die in diesem Konkurrenzsystem agierenden “Kapitalisten” nicht zu: sie benötigen, damit ihre Betriebe überleben können, sozusagen “von Monat zu Monat” mehr Knete, mehr Erlöse, mehr Gewinne, da sonst – irgendwann oder auch schon sehr bald – der eigene Untergang droht. Eine der rivalitätsverursachten/bedingten Wege, die – oft unvermeidbar – eingeschlagen werden müssen, um das verhindern zu können, ist deswegen Wachstum. – Tja, und wenn Du das noch mit den Rendite-Erwartungen der Aktionäre in Verbindung setzt, die ebenfalls Jahr für Jahr möglichst Steigerungen ihrer Erträge aus ihren Geldeinlagen erwarten (sonst abwandern mit ihrem Geld zur Konkurrenz!!!), siehst Du, wie sich dieses Konkurrieren auch noch von dieser Seite her permanent verschärft und zu mehr “Wachstum” führt (z. B. zur “Eroberung” weiterer Marktsegmente oder Marktanteile).

            Wie gesagt: sehr grobgeschnitzt ein Zusammenhang, der diesen Wachstumszwang begründet und sich eigentlich sogar im “wachsenden” Maße verschärft (weil mancher Konkurrent, der auf der “Siegerstraße” ist und immer besser wird, dadurch seine Mitkonkurrenten zwingt, ebenfalls immer stärker auf die Karte Wachstum zu setzen, schlicht deshalb, um dito weiter im Spiel bleiben zu können bzw. mithalten zu können bei diesem “edlen” Wettbewerb.

            • wschira schrieb am 22. April 2011 at 12:29 - Permalink

              Hallo Holdger,
              diese Definition von Wachstum erinnert mich irgendwie an eine Art globales Schneeballsystem. Von einem solchen kann mit einfachen mathematischen Mitteln bewiesen werden, dass es in kürzester Zeit gegen eine Wand fährt. Wieso dann noch “kluge” Wirtschaftswissenschaftler (kann man bei solchen Glaskugeltheorien überhaupt von Wissenschaft sprechen) den Unsinn vehement verteidigen, ist mir ein Rätsel.

            • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 12:53 - Permalink

              diese Definition von Wachstum erinnert mich irgendwie an eine Art globales Schneeballsystem. Von einem solchen kann mit einfachen mathematischen Mitteln bewiesen werden, dass es in kürzester Zeit gegen eine Wand fährt. Wieso dann noch “kluge” Wirtschaftswissenschaftler (kann man bei solchen Glaskugeltheorien überhaupt von Wissenschaft sprechen) den Unsinn vehement verteidigen, ist mir ein Rätsel.

              Ursprünglich habe ich dies ja auch so gesehen. Aber man sollte sich vielleicht dieser Thematik nocheinmal von anderer Seite nähern, indem man die dahinter stehenden Begrifflichkeiten anders (besser) erklärt und deutet.

              Albrecht Müller hatte dazu erst gestern einen Beitrag geschrieben, der in den ersten Absätzen meinen heftigsten Widerstand hervorgerufen hatte. http://www.nachdenkseiten.de/?p=9169 Am Ende teilte ich allerdings seine Meinung. Obwohl er die Begriffe nicht verwendete, würde ich in diesem Sinne von einer (notwendigen) Unterscheidung von qualitativem und quantitativem Wachstum sprechen.

          • André H. schrieb am 25. April 2011 at 14:03 - Permalink

            Einen grossen Einfluss auf den “Wachstumszwang” übt der Zinseszins-Effekt aus (dazu gibt es viele Bücher, u.a. von Helmut Creutz).
            Sorry SF, ich konnte es mir nicht verkneifen…

        • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:35 - Permalink

          Wer sich wieder und wieder für eine solche Politik einsetzt, ist übrigens – kann man das so sagen, Jens? – der neue ‘Arbeitgeber’ dieses Websitebetreibers, nämlich Albrecht Müller.

          Ja, das kann man so sagen. Albrecht und ich ticken da ohnehin ähnlich.

    5. hallowach schrieb am 21. April 2011 at 14:25 - Permalink

      lange wird das vielleicht nicht mehr dauern, daß sich die erkenntnis “gutes geld für gute arbeit” auch in den chefetagen durchsetzt. bei uns geht das gerücht, daß dhl wieder eigene mitarbeiter (wie auch immer die bezahlt werden) für die paketzustellung benutzt. der servicedienstleister war zwar kostengünstiger, aber auch unzuverlässig…. was manche da auch erwarten. wer seine mitarbeiter schlecht bezahlt und drangsaliert, kann auf dauer nicht gut arbeiten.

      • Vogel schrieb am 21. April 2011 at 22:50 - Permalink

        [...] daß sich die erkenntnis “gutes geld für gute arbeit” auch in den chefetagen durchsetzt [...]

        müsste ja auch heißen “Gutes Geld für gute Ware”, gelle? Ich hör’ die Worte doch allein … Kauf Dir ‘mal irgendetwas und überleg’ wie lang’s halten mag, und dann.

        Ich hab’ gerad’ ‘ne 30 Jahre alte Stichsäge von KRESS erfolgreich repariert – ja, es gibt Ersatzteile. Gibt’s die auch für ‘ne Stichsäge, die erst 5 Jahre alt iss?

        Scheint etwas OT? Keinesfalls!! – die Crux iss dass wir alle durch Wohlstand korumpiert sind (ich leider [in unerträglichem Grad] auch :-( ) und … hier schließt sich der Kreis: Selber fressen macht fett! (“Da kann ich der Kurznase für das bisschen Arbeit doch nich meine Kohle geben! Soll froh sein, dass sie ‘was zu tun hat!”) Und: “Ich bin doch nicht blöd!” Oder?

    6. .flac schrieb am 21. April 2011 at 14:26 - Permalink

      Ich tue mir bei solchen Sachen immer schwer mit der Bewertung. Das Hauptargument gegen den Mindestlohn geht ja in etwa so: höhere Löhne führen zu weniger Wachstum und damit zu mehr Arbeitslosigkeit und weniger Wohlstand. Das gegen die Aussagen im Artikel abzuwägen fällt mir als volkswirtschaftlichem Laien schwer, sodass es für mich auf eine Glaubensfrage hinausläuft: glaube ich Sinn&Co. oder glaube ich dem Spiegelfechter. Wo meine Sympathien liegen, dürfte klar sein. ;-) Trotzdem kann ich keine faktenbasierte Entscheidung treffen.

      Und ist es tatsächlich so, dass der Ökonomie-Mainstream außerhalb von Deutschland einen Mindestlohn fordert, der zum Leben reicht? Wikipedia meint, in den USA sei der Mindestlohn aktuell bei 7$, das ist ja deutlich von 10€ entfernt.

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 14:35 - Permalink

        Das Hauptargument gegen den Mindestlohn geht ja in etwa so: höhere Löhne führen zu weniger Wachstum und damit zu mehr Arbeitslosigkeit und weniger Wohlstand.

        Jo – dann erkläre uns doch mal, wie das funktionieren soll

        • Natascha schrieb am 21. April 2011 at 14:59 - Permalink

          Ein beliebtes contra-Argument ist die mecklenburgische Friseuse, die ihren Mitarbeiterinnen nur 3,50 Euro in einer strukturschwachen Region bezahlen kann. Muss sie diesen Lohn auf einmal verdreifachen, geht sie insolvent und es gibt ein paar Arbeitslose mehr. Diese Einzelfälle von primär Kleinunternehmern rechnen Sinn und Co. dann hoch und kommen auf Aussagen wie “Mindestlohn von 8 Euro kostet 500.000 Arbeitsplätze”.

          Natürlich zeigt uns fast das gesamte europäische Ausland dass dem nicht so ist, schließlich belebt der Mindestlohn erheblich den Binnenmarkt wovon gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren.

          Aber was interessiert das Professor Backenbart?

          Diese Fachleute leben in ihrer ganz eigenen Pipi Langstrumpf-Welt, die sie sich so machen wie sie ihnen gefällt.

          Ich hatte mal das Vergnügen eine enge Mitarbeiterin von Wolfgang Franz privat kennen lernen zu dürfen. Selten habe ich einen zynischeren und kälteren Menschenschlag erlebt. Diese “Experten” sind eine Mischung aus Orakel und Technokrat und hätten auch früher in den Reichsministerien wunderbar Karriere gemacht.

          • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:39 - Permalink

            Ja, ja, ich kenne die “Argumente” ;-)

            Sagen wir es mal so: Wenn die Mecklenburger keine Hungerlöhne mehr bekämen, sondern den Mindestlohn, könnten sie sich auch eine regulär bezahlte Friseuse bezahlen. Sogar dieses – halbwegs greifbare – “Argument” zerfällt also bei systemischer Betrachtung zu Staub.

            • Natascha schrieb am 21. April 2011 at 21:54 - Permalink

              Ich bezweifle nicht dass ein Mindestlohn, zumindest in der Höhe von 10 Euro, einige Arbeitsplätze vernichten wird, gerade in Branchen mit geringer Rentabilität bei denen Lohnkosten einen hohen Teil der Betriebsausgaben ausmachen (wie eben der berühmten Friseuse).

              Ich habe nur den Eindruck dass Sinn und Co. diese negativen Effekte dramatisieren, künstlich hochrechnen und die positiven Effekte unter den Teppich schieben, denn gerade in einem Land mit einer so schwachen Binnenwirtschaft wie Deutschland wird der Mindestlohn voll einschlagen. Geben tut es den Mindestlohn de facto durch das Lohnabstandsgebot sowieso, mit dem Unterschied dass der Steuerzahler derzeit für den Ausgleich sorgt anstelle der Arbeitgeber.

              Interessant ist die Frage warum die überwiegende Mehrheit der “renommierten” Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland hier so völlig konträr zur internationalen VWL liegt und sich in einem 70er Jahre Refugium tummelt wie Dinosaurier im Jurassic Park.

              Der Mindestlohn ist schließlich kein theoretisches Konstrukt dessen reale Auswirkungen wir noch nicht kennen (wie z.B. das bedingungslose Grundeinkommen), sondern alleine in der EU in über 20 Ländern nachprüfbare Realität.

              Warum ignorieren Sinn, Franz und Co. diese Realität. Sind sie wirklich nur “Mietmäuler” der Bundesregierung?

            • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 12:27 - Permalink

              Wenn die Mecklenburger keine Hungerlöhne mehr bekämen, sondern den Mindestlohn, könnten sie sich auch eine regulär bezahlte Friseuse bezahlen.

              Genau DAS ist doch der Punkt.

              Die geradezu atomistische Betrachtung der “kleinen Friseuse”, welche impliziert, dass ansonsten alle Umgebungsvariablen gleich bleiben, ist doch DER Blödsinn schlechthin. Die Einführung eines ausreichenden Mindestlohns (sowie einer ausreichenden Mindestsicherung!) würde genau denjenigen Bevölkerungsteil in die Lage versetzen, sich auch weiterhin die Haare von der Friseuse schneiden zu lassen, die es sich eben nicht mehr leisten könnten, wenn es keinen allgemeinen Mindestlohn (und …) gäbe.

              Doch genau dies lassen die Ökonomen vom Schlage eines Sinn immer in ihren Argumentationen weg.

          • Anita schrieb am 9. Mai 2011 at 21:15 - Permalink

            Dann sollen die Leute in Meck-Pomm halt nicht mehr zum Friseur.
            Was bringt es der Friseuse, sich den Arsch aufzureissen, wenn sie trotzdem verhungert?
            Es muss sich ja auch nicht jeder 2mal im Monat den Friseur leisten koennen.
            Ich geh nur einmal im Jahr zum Friseur und lass dafuer dann auch ordentlich Geld liegen.
            Man muss die Leute doch nicht ums Verrecken zur Arbeit zwingen, nur damit sie gearbeitet haben, ob jetzt der Bedarf da ist oder nicht.
            Wenn wirklich Bedarf da ist, werden die Leute auch bereit sein, ordentlich zu zahlen.

    7. Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 14:34 - Permalink

      P.s.: Zusatzinformationen zum Thema findet man u.a. hier Die bislang größte und umfangreichste Studie zum Thema findet sich hier

      Obgleich ich das alles mal als bekannt vorraussetze

      • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 15:07 - Permalink

        Merci :)

      • Yannick schrieb am 21. April 2011 at 15:11 - Permalink

        Danke ebenfalls

      • Serious Sam schrieb am 21. April 2011 at 15:20 - Permalink

        Obgleich ich das alles mal als bekannt vorraussetze

        Du scherzt. Hoffe ich. Politisches Blog hin oder her, es kann nicht von den Lesern erwartet werden, derlei Detailkenntnisse über dieses Thema zu besitzen.

        • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 16:10 - Permalink

          Ja, den Satz habe ich auch einfach ignoriert. Voraussetzen kann man gar nicht. Schlage mich grad mit C++, Farbräumen und ICC Profilen herum. Man kann ja nicht alles wissen ;)

          • Serious Sam schrieb am 21. April 2011 at 16:15 - Permalink

            Viel Spaß, Farbmanagement ist eine unendliche Geschichte… Genau, man kann (und muss) auch nicht alles wissen. Ich habe z.B. mal recht fix und ohne Hilfsmittel das Differentialgleichungssystem für die Wellensausbreitung im Hohlleiter herleiten können (AFAIR fast direkt von den Maxwellschen Gleichungen). Heute weiß ich nicht mal mehr was eine Differentialgleichung ist, wenn ich sie sehe :)

            • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 16:30 - Permalink

              Respekt! Verschachtelte Differentialgleichung finde ich spannend. Persönlich hat meine mathematische Kompetenz aber bei den Quaternionen ihre Grenzen gefunden ;)

            • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:41 - Permalink

              OT: Der Wein hat heute seine Reise angetreten ;-)

              Hatte ich ganz vergessen.

          • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:40 - Permalink

            Holla, da habe ich ja einen neuen Layouter gefunden ;-)

            *duckundweg*

            • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 19:50 - Permalink

              haha, nice one ;)

    8. Dimebag schrieb am 21. April 2011 at 14:40 - Permalink

      Um Volker Pispers zu zitieren:

      ” Wer gegen den Mindestlohn ist, ist ein Arschloch.”

      Ich werde an dieser Stelle nie verstehen, wie man sich argumentativ auf so dünnes Eis begeben kann. Es gibt kaum stichhaltige Argumente gegen einen Mindestlohn. Die “Argumente”, die als solche dargestellt werden, sind entweder nicht bis zum Ende durchdacht oder schlichtweg falsch. Als drittes sind sie aber auch einfach erdacht worden, weil in den Köpfen dieser “klugen Menschen” (BILD) einfach ein verquehres Menschenbild besteht.

      Persönlich bin ich auch deswegen (wenn die theoretischen Gründe nicht reichen) dafür, da ich in einem Unternehmen arbeite, dass diesen 10 € Mindestlohn hausintern schon lebt, aber dadurch (vor allem im Osten Deutschlands) die Wettbewerbsfähigkeit dramatisch sinkt. Wenn auf lange Sicht, die Unternehmen, die anständige Löhne / Gehälter zahlen, nichtmehr existieren können oder eben auch Hungerlöhne zahlen müssen um dies zu können, dann stimmt im ganzen System etwas nicht.

      • HHarlekin schrieb am 21. April 2011 at 14:55 - Permalink

        Danke! :-D
        Das Zitat von Pispers wollte ich auch gerade eintippen (oder die aktuelle Version: “”Wer gegen… ist eine extrem unappetitliche Körperöffnung”)
        Ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn in vernünftiger Höhe wäre vor allem auch eines: Anständig. Sowas ist zwar heutzutage unüblich geworden, aber das wärs: ANSTÄNDIG!

        Grüße

    9. Zuschauer schrieb am 21. April 2011 at 14:44 - Permalink

      Argumente brauchen nur die Gegner! Schliesslich ist das kein Artikel sondern nur Werbung für die Kampagne und den eigenen Klickerfolg. Ausführliche Informationen mit Hintergründen findet man unter dem link – oder eben aucht nicht.

    10. Tobias Beck schrieb am 21. April 2011 at 14:46 - Permalink

      O Nichtswürdiger, Hans Werner Sinn! Dein verbliebenes Haar soll dir ausgerissen werden wie dem Weidelamm; Dein Hals soll gebrochen werden wie der eines Zeisigs; Dein Amt soll nicht existieren; das Amt Deines Sohnes soll nicht existieren; Dein Haus soll nicht existieren; Dein Gott soll Dein Opferbrot nicht annehmen; Dein Fleisch soll dem Feuer gehören; Deine Kinder sollen dem Feuer gehören; Dein Leichnam soll nicht der Erde gehören; Deine Jahre sollen verkürzt sein; ein Esel soll Dich schänden und Dein Weib und Deine Nachkommen bis ins siebte Glied; der Esel soll sich danach nicht mehr melden und auf Anrufe nicht reagieren, dafür aber bei allen Freunden mit seinen Taten prahlen; der Esel soll dann später ein Buch über Dich schreiben, in dem Du ganz schlecht wegkommst; in der Verfilmung des Buchs sollst Du von Matthias Schweighöfer gespielt werden; die Filmbesprechung soll der Michael Althen von der FAZ besorgen; verrecke, Hans Werner Sinn, verrecke, VERRECKE! *Duck und weg*

      By the way, schönes Artwork der Artikel!

      PS: Text ist nur geklaut – aus dem Titanic Magazin, Rubrik “Fachmann für den Kenner”, November ’10. – Passt aber wie ich finde!

      • Dimebag schrieb am 21. April 2011 at 14:54 - Permalink

        Köstlich, Satire darf alles. Aber kann bitte mal jemand an den Esel denken.

        • Barnockel schrieb am 23. April 2011 at 04:15 - Permalink

          Satire hin oder her, die Wirtschaftswissenschaftler treiben funktionell das, was man früher Religion nannte. Und in diesem Sinne ist Sinn ein Prachtexemplar eines falschen Propheten…

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:42 - Permalink

        *lol*

        Wunderbar!

    11. willi schrieb am 21. April 2011 at 14:53 - Permalink

      Ach ja, unsere Ökonomen machen ja gerne sowas:
      http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/hamburger_appell.htm
      Schön zu sehen, dass die Lernkurve eine Nulllinie ist.
      Geisterfahrerei wird nicht dadurch besser, dass man statt eines Autos einen vollbesetzten Bus nimmt.

      • Django schrieb am 21. April 2011 at 16:07 - Permalink

        omfg… was ein riesengroßer Haufen Kacke…

        Deshalb sind die Arbeitskosten ein Schlüssel zur Überwindung der deutschen Wachstumsschwäche. Wer behauptet, Deutschland könne und müsse ein Hochlohnland bleiben, handelt unredlich oder ignorant. Millionen von überwiegend gering qualifizierten Arbeitslosen finden seit Jahrzehnten zu den herrschenden Löhnen keine Beschäftigung – mit ungebrochen steigender Tendenz.

        Seht es doch endlich ein!!!! Der Wirtschaft, diesem abstrakten Wesen, muss es gut gehen, nicht den Menschen, die in ihr leben!!!! Und überhaupt: die Arbeitslosen gibt es nur, weil ihr alle so viel verdient und eure Arbeitgeber es sich nicht leisten können mehr Leute einzustellen!!! Ach und überhaupt: Wachstum!
        .
        .
        .
        Ach übrigens… wenn man die ersten beiden Sätze mal rein auf unsere multimillionen verdienenden “Leistungsträger” anwendet, macht das ganze sogar sinn – wie absurd.

        Nachtrag: hey, der hinweis unter der Liste ist wirklich gut. Jetzt weiß ich schon mal welche Professoren ich in meinen Wirtschaftsvorlesungen in Zukunft meiden sollte…. ein haufen von meiner Uni sind dabei

    12. Systemfrager schrieb am 21. April 2011 at 14:57 - Permalink

      Volker Pispers über die SPD und Mindestlohn
      YouTube >>>

      Ich weiß, jetzt gehe ich ein kolossales Risiko ein, von unserem Oberchef niedergebrüllt zu werden

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:43 - Permalink

        Nö ;-)

      • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 08:48 - Permalink

        Welche Parteien unterstützen die Linken in Sachen Mindestlohn? Zähl mal auf.

    13. Holger Gross schrieb am 21. April 2011 at 15:29 - Permalink

      Ist hier was kaputt, die Links zeigen auf Dokumente aus 2007 und 2008.

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:43 - Permalink

        Die Meinung unserer Ökonomie-Genies hat sich nicht geändert und wird sich auch bis zu ihrem Tode nicht ändern.

      • Doppel-GAU schrieb am 23. April 2011 at 04:33 - Permalink

        manches bleibt halt erhalten, oder kommt in ähnlicher Form wieder: “Borniertester Außenminister seit von Ribbentrop”

    14. dirk schrieb am 21. April 2011 at 15:44 - Permalink

      Ohne die Argumente für bzw. gegen einen Mindestlohn zu kennen, die dezidiert in diesem Artikel angesprochen werden, empfinde ich diesen Artikel als Schlag ins Gesicht für alle “Mindestlohnbefürworter”. Auf drei Absätzen wird sich über die Mindestlohngegner ausgelassen, in einer Art und Weise, die Respekt und Verständnis vermissen lässt.

      “Der Umstand, dass ein paar dumme alte Männer groteske Fehllehren verbreiten, ist an und für sich unproblematisch” – dieser Satz ist nur einer von vielen, die sich auf ein Niveau begeben, das eines politischen Blogs unwürdig ist, ist doch eine respektvolle Kommunikation Grundvoraussetzung für jedwede Art politischer Meinungsäußerung. Ein Autor, der ernst genommen werden will, sollte von derart hanebüchener Polemik Abstand nehmen und seinerseits gute Argumente für seine Sache zur Sprache bringen. Da hilft es auch nicht, dass sämtliche Leser (s)einer Meinung sind (Ich im Übrigen prinzipiell auch), sie sind nicht repräsentativ, da sie meist durch eine bestimmte politische Grundeinstellung voreingenommen sind und deshalb auch auf dieser Seite landen.

      “P.s.: Zusatzinformationen zum Thema findet man u.a. hier Die bislang größte und umfangreichste Studie zum Thema findet sich hier.” – Mag sein, das dort sehr viel Wichtiges, sachlich Richtiges und Hochinformatives zum Thema steht, allein, der Artikel macht keine Lust darauf, dort weiterzulesen. Ich habe mich bemüht, meinen Kommentar so sachlich und objektiv wie möglich zu verfassen und würde mir das auch in Zukunft von den Artikeln hier wünschen, erleichtert es doch ungemein die Überzeugung (nicht zuletzt auch von Neu – bzw. Erstlesern) der Interessenten.

      • Systemfrager schrieb am 21. April 2011 at 15:52 - Permalink

        Ohne die Argumente für bzw. gegen einen Mindestlohn zu kennen, …

        Welche Argumente gegen den Mindestlohn hast du. Also vorlegen! Ich bin sehr gespannt!

        • dirk schrieb am 21. April 2011 at 16:11 - Permalink

          Wie du meinem Beitrag vielleicht entnehmen kannst, geht es mir nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern um die Art und Weise, in der dieser Artikel geschrieben ist. Stell dir einfach mal vor, jemand liest hier mit, der sich mit dem Thema noch nie beschäftigt hat und überhaupt keine Ahnung davon hat. Er muss von dem Artikel schwer enttäuscht sein, oder wie es weiter oben jemand abgeschwächt und in veränderter Form formuliert hat:

          “Ich denke, dass ich dem Ganzen zustimmen würde, leider fehlen mir im Artikel genauere Begründungen oder Links für die Pro-Argumente. Ich bin im Ökonomiesektor nicht gerade bewandt und würde daher zumindest einen fundierteren Text dazu sehr befürworten. So wirkt es ein wenig plakativ und das hilft mir in internen Diskussionen nicht weiter ;)”

          • Systemfrager schrieb am 21. April 2011 at 17:05 - Permalink

            ” … leider fehlen mir im Artikel genauere Begründungen für die Pro-Argumente. Ich bin im Ökonomiesektor nicht gerade bewandt … ”

            Das ist sehr ehrlich und fair, gut … du willst es also
            - nicht als eine “fachchinesische” Theorie erklärt haben
            - nicht irgendwelche “fachchinesische” Statistiken als Erklärung sehen
            Es lässt sich was tun. Wenn die Gedanken (Logik) klar sind, lassen sich auch einfache Beispiele entwerfen. Nur die Dummheit muss immer sehr kompliziert „erklären“ – dass ist sozusagen die Natur der Dummheit, die deutschen Philosophen (Metaphysiker) würden da von „Wesen“ herumlallen.

            Ich habe verstanden. Du willst ein einfaches Beispiel – NIX mit fachchinesisch! Also:

            Nehmen wir an, die Arbeitsgeber sind keine raffgierigen Ausbeuter. Sie wollen Mindestlöhne nicht wegen der persönlichen Bereicherung, neeeee – um Gottes willen, sondern weil diese die einzige Möglichkeit sind, dass sie den fleißigen Menschen Arbeitsplatz schaffen. Ja, so weit so gut. Und jetzt:

            1) Es gibt einen fähigen Arbeitsgeber, der mit dem Mindestlohn keine Probleme hat.

            2) Es gibt einen unfähigen Arbeitsgeber. Er ist zu dumm, etwas zu produzieren, wenn er mehr als Mindestlohn zahlen müsste.

            So! Was würde passieren, wenn man Mindestlohn einführt?

            Der unfähige Unternehmer geht pleite, er konkurriert dem fähigen Unternehmen nicht mehr. Der fähige Unternehmer kann diejenigen, die zuvor unter dem Mindestlohn arbeiteten, übernehmen.

            So einfach ist es (wenn man eigene Gedanken logisch klar strukturieren kann)
            ;-)

          • Mutti schrieb am 21. April 2011 at 18:39 - Permalink

            Stell dir einfach mal vor, jemand liest hier mit, der sich mit dem Thema noch nie beschäftigt hat und überhaupt keine Ahnung davon hat

            Man muss davon keine Ahnung haben, braucht kein Ökonomiestudium und braucht auch keine Argumente.
            Allein die Logik, der gesunde Menschenverstand und ein IQ unterhalb einer Tasse Kaffee besagt, das ein Lohn unterhalb des Existenzminimums Menschenverachtend ist.
            Und damit gehören diese “Intelligenzler” eigentlich in den Knast.

      • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 16:19 - Permalink

        Erstens: der Artikel ist ein Kommentar, das heißt eine persönliche Meinung kein sachlicher Artikel. In dieser Form erwarte ich gar keine ausführliche Analyse Pro und Contra Mindestlohn.

        Außerdem: Detaillierter über Lohn und Mindestlohn hat Jens immer wieder an anderen Stellen geschrieben. Dn heutigen Artikel sehe ich in diesem Kontext. Nicht alleine macht der Artikel Sinn, sondern im Zusammenspiel mit den anderen, die Jens schon geschrieben hat.

        Drittens: Ich verstehe den Artikel als Begleittext, um etwas Reklabe für die Aktion „Gesetzlicher Mindestlohn 10 € brutto – lohnsteuerfrei!“ zu machen. Gell?

        • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 16:25 - Permalink

          Zum Beispiel:
          Wir brauchen einen aktiveren Stat. http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4719/wir-brauchen-einen-aktiveren-staat

          oder mein persönlicher Liebling:
          Was ist ein gerechter Lohn? http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4498/was-ist-ein-gerechter-lohn

          Ich vermute, daß hast Du vorhin mit voraussetzen gemeint, Jens, gell?

          • Yannick schrieb am 21. April 2011 at 17:14 - Permalink

            Ah okay, ich hatte diese Artikel nicht gelesen und bin auch erst seit Anfang 2011 ein täglicher Leser.

            Mir war bewusst, dass es ein Kommentar ist und kein fundierter Artikel sein sollte. Dennoch sind Verweise zu den “vorrausgesetzten” Artikeln und Seitenunerlässlich. Das ist ja im Kontext nun auch geschehen, alles prima also :)

            • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 18:50 - Permalink

              Damit, daß Verweise unerläßlich sind, stimme ich hunderprozent überein. Thumbs up, daß Jens, die noch nachträglich dazu gesetzt hat :)

          • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:48 - Permalink

            Ich vermute, daß hast Du vorhin mit voraussetzen gemeint, Jens, gell?

            Ja ;-)

        • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:47 - Permalink

          Ernsthafte Artikel mit Links und Zahlen kommen auch noch … und zwar sicher viele ;-)

          • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 19:53 - Permalink

            Darum bitte ich sehr :)

      • schwitzig schrieb am 21. April 2011 at 16:49 - Permalink

        “Der Umstand, dass ein paar dumme alte Männer groteske Fehllehren verbreiten, ist an und für sich unproblematisch” – dieser Satz ist nur einer von vielen, die sich auf ein Niveau begeben, das eines politischen Blogs unwürdig ist, ist doch eine respektvolle Kommunikation Grundvoraussetzung für jedwede Art politischer Meinungsäußerung.

        Respekt muss man sich verdienen. Sinn & Konsorten haben keinen verdient. Die Formulierung beschreibt einen Zustand und ist somit angebracht.

      • Lutz schrieb am 21. April 2011 at 17:11 - Permalink

        dirk

        … empfinde ich diesen Artikel als Schlag ins Gesicht für alle “Mindestlohnbefürworter”.

        Das stimmt so nicht. Ich bin Mindestlohnbeführworter. Für mich ist dieser Artikel kein Schlag ins Gesicht. Die Bezeichnung für diese „paar dummen alten Männer“ empfinde ich im Gegensatz dazu eher zu verharmlosend und verniedlichend gegenüber dem was diese Schergen des Kapitals damit anrichten. Sie Unterstützen aktiv die Spaltung der Gesellschaft, tragen damit zur Demontage der Demokratie bei. Es sind nicht zuletzt solche „paar dummen alte Männer“, die mit ihren kriminellen Unsinn ein Klima schafften, dem wir zwei Weltkriege mit zu verdanken haben.

        Ich bin im Ökonomiesektor nicht gerade gewandt….

        Sei froh. Es sind oft solche „im Ökonomiesektor“ bewandern, denen jedes moralische und menschliche abhanden gekommen ist. Um Argumente für den Mindestlohn zu haben, reicht schon der gesunde Menschenverstand.

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:46 - Permalink

        Ohne die Argumente für bzw. gegen einen Mindestlohn zu kennen, die dezidiert in diesem Artikel angesprochen werden, empfinde ich diesen Artikel als Schlag ins Gesicht für alle “Mindestlohnbefürworter”. Auf drei Absätzen wird sich über die Mindestlohngegner ausgelassen, in einer Art und Weise, die Respekt und Verständnis vermissen lässt.

        Sehr richtig!

        “Der Umstand, dass ein paar dumme alte Männer groteske Fehllehren verbreiten, ist an und für sich unproblematisch” – dieser Satz ist nur einer von vielen, die sich auf ein Niveau begeben, das eines politischen Blogs unwürdig ist, ist doch eine respektvolle Kommunikation Grundvoraussetzung für jedwede Art politischer Meinungsäußerung.

        Nö, manchmal muss man auch “Kante zeigen”.

        Ein Autor, der ernst genommen werden will

        Will ich nicht ;-)

    15. R_Winter schrieb am 21. April 2011 at 16:14 - Permalink

      Ein Mindestlohn von 10€ pro Stunde würde nicht nur die Bürokratiekosten senken, sondern die Freizügigkeit der Arbeitskräfte-Wanderungen in der EU entschärfen. Es könnte sein, dass das Niveau in bestimmten Dienstleistungsbereichen damit steigt, aber nicht 1:1 zu den Mindestlöhnen. In Randgebieten zu Ländern mit sehr niedrigem Mindestlohn wird es in einigen Bereichen zu Verwerfungen führen.
      Prof.(Un)Sinn überblickt den Mindestlohn sehr wohl, aber er ist nun einmal Lobbyist einer eingeschränkt denkenden Industrie-Lobby. Für jene Gruppen macht er einen guten job.

    16. R_Winter schrieb am 21. April 2011 at 16:25 - Permalink

      Wie notwendig ein Mindestlohn allein durch die neue Freizügigkeit in der EU ist, zeigt der Artikel in der ftd vom 21.4.2011:
      Auszug:

      Das bedeutet laut IAB aber keineswegs einen Rückgang der Löhne der inländischen Beschäftigten insgesamt: Ein Großteil der Anpassungslast werde von den Migranten selbst getragen, da sie eine niedrigere Entlohnung als vergleichbare Inländer erhielten. Die Löhne der Migranten seien etwa 20 Prozent geringer.

      Ohne Mindestlohn kommt es zur Steigerung der Arbeitslosenquote und Senkung des Lohnniveaus – es ist gewollt. Fern Ost lässt grüßen.

      • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 16:40 - Permalink

        Interessant. Mir ist aufgefallen, daß in Deutschland wie auch hier in Norwegen, gerade bei Migrationsarbeitnehmern die Bereitschaft, zu geringeren Löhnen zu arbeiten, viel höher ist. Welcher Arbeitsnehmer mit deutschem Pass möchte denn für fünf Euro die Stunde arbeiten?
        Oder entsprechend: Welcher Arbeitnehmer mit norwegischem Pass, möchte denn für 100 NOK (ca. 12 €ruro) arbeiten? Nein, in den Supermärkten, Putzdiensten sieht man deswegen viele Migranten. In Deutschland aus dem Osten, in Norwegen eben die Deutschen und die Schweden.

        Die Frage ist nur: Kommen in der Arbeitslosenstatistik denn nur “inländische” Arbeitslose vor oder eben auch Migranten? Falls nur inländische vorkommen, würde Mindeslohn die Statistik vielleicht senken.

        • Ariane schrieb am 21. April 2011 at 17:08 - Permalink

          Ich schätze, bei der Statistik kommt es darauf an, wo und wie die Migranten gemeldet sind.

          Dass zb in Supermärkten, Putzdiensten etc. viele Migranten arbeiten, hat nicht nur mit den geringeren Lohnansprüchen zu tun (die hätten sicher auch lieber mehr als weniger Lohn) :)
          Für diese Arbeit braucht es meist keinen besonderen Ausbildungsstand (das betrifft auch Fachkräfte, deren Ausbildung evtl nicht anerkannt wird) und auch keine perfekten Sprachkenntnisse.

          • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 18:48 - Permalink

            Danke.

            Stimmt, das mit den nicht-anerkannten Abschlüßen ist auch ein Problem. Da könnte man wieder ein ganz anderes Faß aufmachen.

      • Dimebag schrieb am 21. April 2011 at 19:34 - Permalink

        Es war schon extrem auffällig, als sich vor einiger Zeit alle großen Zeitarbeitsfirmen in Deutschland FÜR einen Mindestlohn einsetzten. Da konnte man schon gleich erkennen, was die Freizügigkeit in der EU anrichten wird, dass widersprach allem für was Zeitarbeitsfirmen bisher standen.

        • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 09:02 - Permalink

          Da konnte man schon gleich erkennen, was die Freizügigkeit in der EU anrichten wird

          Vor allem kann man erkennen, was die “Argumente” der Arbeitgeberseite gegen den Mindestlohn wert sind. Gibt es eigentlich irgendeine Aussage von Herrn Sinn dazu?

    17. schwitzig schrieb am 21. April 2011 at 16:34 - Permalink

      Ich habe den Artikel diesmal gelesen, bevor ich dazu schreibe :-). Ich kann der Darstellung auch nur ohne Vorbehalte beipflichten – aber einen Effekt hast Du noch vergessen:
      Ein Mindestlohn hätte auch den gegenteiligen Effekt von dem Lohnsenkungsprogramm Peter-Hartz-IV, denn geringfügig höherrangige Berufe im 10-Euro-Segment würden wahrscheinlich eine Anpassung nach oben erfahren – so eine Art “Lohnabstandsgebot”.
      Da sie im Gegensatz zu dem 10-Euro-Modell Lohnsteuerpflichtig sind, müßte die Erhöhung mindestens so eklatant sein, dass Netto mehr als 10 Euro über bleiben. Dadurch würden zusätzliche Gelder in Staatskasse gespült.

      Zu sogenannten Ökonomen fand ich dieses Posting sehr ansprechend:
      http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=7636346&postcount=49

      Jetzt erzähl ich Ihnen kurz vom Humor und der Dummheit der Menschen:

      Kapitalisten heissen Ökonomen, obwohl der Kapitalismus geradezu diametral diesem Begriff entgegengesetzt ist. Ökonomie (Wirtschaftlichkeit=Nachhaltigkeit in wirtschaftlichen Prozessen) ist der Feind des Kapitalismus. Das erklärt Ihnen jeder Wirtschaftsprofessor. Wer kam auf diesen Namen?
      Ein anderer Witz unserer Wortschöpfer: Arme sind “sozial schwach”. Man hört/liest auch auf SPON gerne: “…Menschen aus sozial schwachen Gegenden…” damit ist wirtschaftlich schwach gemeint, gesagt wird aber gesellschaftlich/gemeinschaftlich schwach.
      Auch dieser Begriff ist seiner Bedeutung im Prinzip diametral entgegengesetzt, denn in der Regel sind Kapitalisten, welche viel Kapital besitzen, sozial schwache Menschen, wer heute Ökonom ist, ist im Prinzip nur Krimineller. Wer über das Geldprinzip nachdenkt, erkennt: Wird einer reich, müssen 100 arm werden für den einen. Leider ist das schon zu kompliziert für die Leute.
      Aber seltsamerweise wäscht die Presse unsere Hirne dauernd mit solchen Wortschöpfungen, welche durchaus Wirkung zeigen, auch wenn das keiner wahrhaben will.
      Das Gehirn speichert nicht das was wir möchten, sondern was es selbst erachtet.
      Deswegen auch solch perverse Wortschöpfungen: Manipulation des Volkes (alles sozial schwache Menschen im Gegensatz zum Porsche-Chef und Ackermann, verstanden?).
      Um sozial stärker zu werden müssen Sie Ultrakapitalist und Ökonom werden.

      • Ko-Mike schrieb am 21. April 2011 at 18:14 - Permalink

        @schwitzig

        Ein Mindestlohn hätte auch den gegenteiligen Effekt von dem Lohnsenkungsprogramm Peter-Hartz-IV, denn geringfügig höherrangige Berufe im 10-Euro-Segment würden wahrscheinlich eine Anpassung nach oben erfahren – so eine Art “Lohnabstandsgebot”.
        Da sie im Gegensatz zu dem 10-Euro-Modell Lohnsteuerpflichtig sind, müßte die Erhöhung mindestens so eklatant sein, dass Netto mehr als 10 Euro über bleiben. Dadurch würden zusätzliche Gelder in Staatskasse gespült.

        Wie du sicherlich weißt, müssten dazu aber auch entsprechende Hebel umgelegt werden. Ähnliches würde z.B. bei der Erhöhung (da ja mehr Knete in der Kasse) der Regelsätze im SGB gelten. (kann fortgeführt werden)
        Worauf ich hinaus will: Ich stimme dem Mindestlohn zu, aber allein genügt dieser nicht. Das Paket muss größer sein. Genau das ist es, was ich dabei (noch) kritisiere: Die Befürworter vertrauen z.T. (noch) zu sehr darauf, dass der Mindestlohn beinahe selbstständig (!) eine Art Dominoeffekt auslöse. Hier muss man aktiver werden und die Weichen richtig stellen, wenn der Zug am gewünschten Ziel ankommen soll. Der Mindestlohn wäre eine Basis, die man als Chance nutzen kann – eine Chance nutzen, heißt aber auch aktiv werden.
        Ich möchte nicht wieder einen faulen Kompromiss, ein Drehen an einer einzigen Schraube und noch dazu weiterhin engstirnige Gewerkschaften!

    18. Prinzregent schrieb am 21. April 2011 at 16:53 - Permalink

      Ich bin gegen einen Mindestlohn und das aus gutem Grund.

      6-7 Euro reichen nie und nimmer für den Lebensunterhalt und somit ist der Mindestlohn nur staatlich abgesegnete Armut.
      Wir brauchen starke Gewerkschaften vom Format des 19. Jahrhunderts, die für alle Menschen ordentliche Arbeitsentgelte durchsetzen. Die gibt es leider (noch) nicht und somit ist Engagement gefragt.

      Leiharbeit, Befristungen, Kombilohn usw, usw: alles das sind Winkelzüge, um sich vor der Bezahlung ordentlicher Löhne/Gewährung vernünftiger Arbeitsverträge zu drücken.
      In meiner Branche sind aktuell Tarifverhandlungen, der Fachkräftestatus soll massiv aufgelöst werden, befristete Arbeitsverhältnisse bis zu 4 (!) Jahren Dauer möglich sein. Ich kenne das von Kollegen: Der Arbeitsplatz bleibt, die Arbeitskräfte wechseln wie andernorts die Unterhosen. Sicherheit null, Perspektive null. Aber fleißige Konsumenten und Eltern haben wollen, diese Trottel.

      • Django schrieb am 21. April 2011 at 16:57 - Permalink

        Kann man jetzt nur das eine oder das andere haben?

    19. Bayer schrieb am 21. April 2011 at 17:18 - Permalink

      Mal an den Spiegelfechter gefragt: Ich habe einmal als Argument gegen den Mindestlohn gehört, das würde die Löhne derjenigen senken, die über dessen Niveau liegen, also auf gut deutsch: wenn einer 12€/Stunde verdient, und es käme ein Mindestlohn von 10€/Stunde, dann würde das dazu führen das der Lohn von 12 auf 10€ herabgesenkt wird. Ist das arbeitsrechtlich überhaupt möglich, oder wie ist diese Rechnung/Argument zu widerlegen?

      • Klinke schrieb am 21. April 2011 at 17:32 - Permalink

        Diesen Blödsinn hört man öfters, den kannst du aber ignorieren.

        • Bayer schrieb am 21. April 2011 at 18:06 - Permalink

          Das das Blödsinn ist, weiß ich, aber das in einer Diskussion als Blödsinn abzutun, wird nicht reichen, um den Gegenüber zu überzeugen. Eben deswegen hätte ich gern ein schlagkräftiges Argument für die Widerlegung des Blödsinns.

          • Ariane schrieb am 21. April 2011 at 18:26 - Permalink

            Naja wieso sollten Unternehmen, die heute schon ohne Zwang Löhne über dem anvisierten Mindestlohn zahlen, den Mindestlohn denn plötzlich zur Lohnsenkung nutzen?

            Die Gründe, warum diese Unternehmen schon heutzutage höhere Löhne zahlen (Ethik, Fairness, um bessere Leute zu bekommen, whatever) werden sicherlich auch weiterhin existieren.

          • Klinke schrieb am 21. April 2011 at 18:27 - Permalink

            Dann frag dein Gegenüber doch einfach, ob er dir ein Beispiel dafür abseits marktfundamentalistischer Dogmen, sprich, aus der langen Geschichte des Mindestlohnes nennen kann.

          • HHarlekin schrieb am 21. April 2011 at 18:39 - Permalink

            Wenn argumentieren nicht hilft: So ein Gegenüber macht sich durch solch schräge Argumentation meist selbst lächerlich, aber man kann es, wenn sonst nichts hilft, wie einem Schulkind erkären:
            Mindestlohn heißt Mindestlohn, weil es um die MINDEST-Höhe des Arbeitsentgelts geht, und NICHT um die Obergrenze, und um einen Einheitslohn gehts auch nicht, sonst hieße es EINHEITS-Lohn.
            Mir ist dieser Unsinn vor Jahren auch schon mal begegnet. Wenn einer so einen Quark unbedingt glauben will, kriegt man ihn nur schwer davon weg, da kannste dir den Mund fusselig “argumentieren”. ;-)

            Grüße

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:51 - Permalink

        Dieses Argument ist aus der Luft gegriffen. Derartiges konnte in keinem Staat, der den Mindestlohn eingeführt hat, beobachtet werden.

        Die Studie der Berkeley-Leute zeigt das übrigens auch auf.

        • Bayer schrieb am 21. April 2011 at 22:40 - Permalink

          vielen Dank an Jens und die übrigen Kommentatoren für die Tipps bzw. Hinweise. Damit lebt sichs gleich viel einfacher ;-)

        • Bayer schrieb am 21. April 2011 at 22:41 - Permalink

          vielen Dank an Jens und die übrigen Kommentatoren für die Tipps bzw. Hinweise.

      • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 13:54 - Permalink

        … das würde die Löhne derjenigen senken, die über dessen Niveau liegen …

        Es dürfte nicht schwer sein, dies zu widerlegen.

        Wir sprechen ja von einem MINDEST-Lohn. Wie dieses Wort schon eindeutig belegt, handelt es sich um einen Betrag, der MINDESTENS erreicht werden muss. Das schließt aber nicht aus, dass er überschritten wird.

        Ein Mindestlohn kann keinen Tarifvertrag aushebeln, dessen Wert darüber liegt. Ein Mindestlohn kann keinen Individual-Arbeitsvertrag ungültig machen, dessen Inhalt eine höhere Bezahlung regelt. Mit welcher Logik und Erklärung auch ???

    20. Coltrane schrieb am 21. April 2011 at 17:20 - Permalink

      Herzlichen Dank Jens, für Verbreitung und Unterstützung dieser Aktion.

      Schon seit Jahren sage ich: Alles unter 10 Euro die Stunde ist Sklavenarbeit. Dazu noch die Leiharbeit nach franz. Muster modifizieren und schon sind wir auf dem richtigen Weg.
      Diese Solidarität im Netz gibt mir ein saugutes Gefühl und ich fühle mich nicht ganz so ohnmächtig gegenüber dem System.

      Klasse Aktion, ich bin begeistert!

      • André H. schrieb am 25. April 2011 at 14:15 - Permalink

        Mindeslohn ja, aber 10 Euro ? Bei dem Wertzerfall des Euros ? Wenn es in ein paar Jahren ein Gesetz für diese 10 Euro Mindestlohn gäbe, bestünde die Gefahr, dass man sich damit vielleicht noch ein Brötchen kaufen könnte. Der Grösse des Mindestlohnes müsste sich aus den jeweils akutellen Lohngrössen ableiten lassen.

    21. Trauriger Mob schrieb am 21. April 2011 at 17:35 - Permalink

      Ich bin dafür, dass alle alles haben und nie wieder jemand arbeiten muss. Wäre das nicht hervorragend. Wie im richtigen leben halt.

    22. t.h.wolff schrieb am 21. April 2011 at 17:37 - Permalink

      Die Mindestlohnfrage ist im Mutterland der Industrialisierung schon rund ein Jahrhundert alt und mit Bezug zur Realwirtschaft des 21. Jahrhunderts bekanntlich durch eine Studie der London School of Economics beantwortet.

      http://www.boeckler-boxen.de/3038.htm

      Nur in Deutschland steht der nationale neoliberale Wächterrat nach wie vor Gewehr bei Fuß. Unterirdisch.

      • Systemfrager schrieb am 21. April 2011 at 18:09 - Permalink

        Ja t.h.wolff, und so war es schon immer:

        Es ist nicht die absolute Höhe des nationalen Wohlstandes, sondern seine kontinuierliche Zunahme, von welcher ein Anstieg der Arbeitslöhne abhängt. Und es sind folglich nicht die wohlhabenden Länder, in denen der Arbeitslohn am höchsten ist, sondern jene, die sich am schnellsten entwickeln oder am raschesten reich werden. England ist sicherlich im Augenblick viel reicher als irgendein Teil Nordamerikas, doch sind die Löhne dort wesentlich höher als irgendwo in England.

        Adam Smith, der Begründer der Wirtschaftswissenschaft und geistiger Urvater der Marktwirtschaft

        Der Neoliberalismus hat eben nicht hie und da ein paar Flunkereien oder Lügen verwandt: Er ist eine einzige Lüge über die Welt, die Lüge, wir alle müssten „unser Leben als Unternehmen begreifen“, die Lüge vom vollständig rationalen Markt, die Lüge vom „Kostenfaktor Mensch“, die Lüge von der Rendite, die „immer gut für alle“ sei. Und er ist der Versuch, die reale, diffuse, widersprüchliche, aber auch bunte Welt dieser Abstraktion mit aller Gewalt anzupassen.

        Lester C. Thurow, bekannter amerikanischer zeitgenössischer Ökonom

        Warum steigende Löhne das Wachstum beschleunigen anstatt es zu bremsen
        mehr dazu >>>

    23. Brettermeier schrieb am 21. April 2011 at 18:16 - Permalink

      Die grundsätzliche Position des SF bzgl. Mindestlöhnen finde ich als linker Ökonom absolut richtig, gleichwohl täte dem Artikel an einigen Stellen meines Erachtens etwas weniger polemische “Argumentation” gut … mit platten Sprüchen gegen Prof. Sinn bestätigt man bestenfalls das Bild der bereits Überzeugten, während unentschlossene Leser abgeschreckt werden könnten.

      Anderes Bsp.:

      Der „Osservatore Romano“ ist in Fragen der sexuellen Gleichberechtigung um Längen undogmatischer als das „Handelsblatt“ in volkswirtschaftlichen Belangen.

      Nun ja. Das Handelsblatt ist sicher überwiegend stramm neoklassisch, die Artikel von Olaf Storbeck im VWL-Teil z.B. sind allerdings meist wenig mainstream-lastig, wie der und der hier. Insofern sind solche Pauschalurteile nicht hilfreich, finde ich.

      Auch Aussagen wie “wie übrigens sämtliche Ökonomen außerhalb des deutschen Hoheitsgebiets” halte ich freundlich ausgedrückt für doch sehr gewagt. Sicher ist der vormalige Konsens in der Wirtschaftswissenschaft, dass Mindestlöhne schädlich seien, in den letzen 20 Jahren gekippt worden. Daraus nun abzuleiten, dass nun gleich alle außerhalb von D 100% hinter Mindestlöhnen stehen … naja. Auch in Ländern mit einem weniger dogmatischen Mainstream als in D dürfte es immer noch genügend Mindestlohngegner geben… behaupte ich jetz mal ohne empirischen Nachweis (lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen!)

      • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 19:52 - Permalink

        Dieser Kommentar war auch nicht als ernsthafter Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion gedacht. Dazu kommt sicher die nächste Wochen noch was von mir.

        • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 20:15 - Permalink

          Die Zusammenfassung bei Böckler ist schon sehr aufschlußreich.
          Auch auf der Initiative Mindestlohn Seite hab ich gesehn gibts ein Haufen Argumente zum Sinn und Zweck von Mindestlöhnen.

          Ich wäre gespannt auf einen Artikel, wo kurz und prägnant die Vor- und Nachteile von Mindestlohn zusammen gefasst werden. Sowas wie Du zum Beispiel schon zu Stuttgart 21 hattest:
          http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4247/stuttgart-21-der-bahnhof-den-niemand-will-und-niemand-braucht

          Wo auch zum Beispiel erklärt wird, wie sich der Mindestlohn eigentlich herrechnet. Die zehn €uro bzw. 8,50 €uro noch vor einigen Jahren waren immer sehr frei schwebend.

          So ein Artikel ist aber sicher davon abhängig wieviel Interesse Du daran selbst hast bzw. wieviel Zeit Dir zur Verfügung steht.

          • Spiegelfechter schrieb am 21. April 2011 at 20:18 - Permalink

            Das ist eine gute Idee. Für solche Sachen geben mir die NDS natürlich auch den nötigen Raum – kein Problem.

            • Joschua schrieb am 21. April 2011 at 20:31 - Permalink

              Cool, das ist das erste Argument, das ich höre, mich mit den NachDenkSeiten anzufreunden ;)

    24. Karl Heinrich schrieb am 21. April 2011 at 19:02 - Permalink

      Ach, bei 10 Euro Mindestlohn sind wir schon! Waren wir nicht vor kurzem noch bei sieben fuffzich? Es gibt in der Tat wenige Dinge, die dermaßen inflationieren.

      Ich wäre ja sofort für den Mindestlohn, wenn es auch einen Mindestgewinn gäbe.

      • Hermelin Morgentau schrieb am 21. April 2011 at 19:54 - Permalink

        Was hat das Konzept Mindestlohn genau mit dem Konzept Mindestgewinn zu tun?

        Erklärung… !?

        Doch nicht etwa das ein Unternehmen soviele Arbeiter/Angesteltle beschäftigen muss bis rote zahlen dabei herauskommen… oder?

        Zudem, jedes Unternehmen muss so oder so mit Unmengen von Fixkosten zurechtkommen… die Löhne sind in diesem ganzen Konstrukt nur oft das einfachste was sich ohne grossen Wiederstand kürzen lässt…

        …

      • benny schrieb am 21. April 2011 at 21:44 - Permalink

        Ich sage Dir, ein Albtraum wenn Arbeitskosten die Gewinne auffressen…
        Wo kämen wir denn da hin, wenn ich durch Innovationen erfolgreich sein müsste?!

      • R_Winter schrieb am 21. April 2011 at 22:06 - Permalink

        Na, 7.50 ist lange vorbei.
        Wenn man die Preisentwicklung im Lebensmitteleinzelhandel und im Energiesektor ansieht, ist 10€ schon notwendig. Die angebende Inflationsrate sagt kaum etwas aus über die wahre Preissteigerungen für Menschen mit niedrigem Einkommen.

      • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 09:18 - Permalink

        wenn es auch einen Mindestgewinn gäbe

        Den gibt es doch. Guck Dir doch einfach die Einkommensentwicklung an.

        • Karl Heinrich schrieb am 22. April 2011 at 09:34 - Permalink

          Man kann keine Verluste machen? Man kann nicht pleite gehen?

          • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 11:03 - Permalink

            Ich habe großen Respekt vor Unternehmern und Handwerkern, die sich auf das Risiko einlassen. Wenn ehrliche Arbeit (und Risiko) dahintersteht, dann ist auch ein hoher Gewinn gerechtfertigt. Der dann aber auch ehrlich versteuert werden muss.

            Hier geht es aber um gesamtwirtschaftliche Größen. Und da geht die Schere zwischen Einkommen “aus Unternehmertätigkeit und Vermögen” und “nichtselbständiger Arbeit” immer weiter auseinander.

            Und außerdem: Die Arbeitnehmer tragen das Unternehmer-Risiko ja mit, wenn sie bei einer Pleite oder auch nur einer Wachstumsdelle ihren Job verlieren und, wenn über 45, keinen mehr kriegen. Vom Gewinn kriegen sie aber nichts ab.

      • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 14:03 - Permalink

        Waren wir nicht vor kurzem noch bei sieben fuffzich?

        Wer ist denn “wir”?

        “Ich-wir” und “einige andere hier-wir” vermutlich kaum. Ich habe mich schon vor drei Jahren für einen Mindestlohn von (damals noch) 9 Euro ausgesprochen.

    25. leslie schrieb am 21. April 2011 at 19:18 - Permalink

      Manifest gegen die Arbeit.
      http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit

      Das politische Elend in Deutschland
      http://www.youtube.com/watch?v=uNHch1YSB3s&feature=related
      “”Ist ihnen schon mal aufgefallen,seit wann die SPD für den Mindestlohn ist?
      Seitdem sie mit der CDU in der Koalition ist und weiss,
      mit denen geht das nicht”"

      80% der Deutschen sind für den Mindestlohn.

      Alle ein bisschen schizo.

      Mfg

    26. Hermelin Morgentau schrieb am 21. April 2011 at 19:48 - Permalink

      Wer sich in wenig mit dem Konzept Neoliberal beschäftigt hat wird bald erkennen was es mit der Aversion bezüglich des Mindestlohens auf sich hat.

      In den Neoliberalen Konzepten gibt es keine Arbeitslosen da angenommen wird das diese, lässt man liberaliserte Märkte ihrer angeblich inherente Eigenintelligenz ohne staatliche Regeln nachgehen, diese von selber wieder verschwinden so sie den nur ihre Lohnforderungen solange senken bis einer kommt und diese Menschen nun liberalisert billig wieder einstellt…

      Dumm nur das diese Idioten es unterlassen haben die lebenshaltungskosten in diese Ueberlegungen miteinzubeziehen… die sollten bei mangelndem Bedarf nämlich auch gleich mitsinken, doch das tun sie eben nicht…

      Dumm gelaufen, für Millionen von arbeitslosen und prekär Beschäftigten die man so quasi unter Labobedingungen hat fühlen lassen wie es denn ist wenn am Ende des Geldes noch Monat übrig ist…

      ….

    27. C. Penkella (Bildleser) schrieb am 21. April 2011 at 19:52 - Permalink

      Wieso 10 Euro? Warum nicht 7 oder 8? Oder 12 oder 15? Eigentlich wären 20 Euro angemessen. Natürlich brutto, aber lohnsteuerfrei.

      • Benjamin schrieb am 22. April 2011 at 10:47 - Permalink

        Erst Sarrazyniker, dann Guttmensch und nun Bildleser…
        Da geht einer aber ab wie ein Zäpfchen

    28. XKing schrieb am 21. April 2011 at 20:14 - Permalink

      Naja meiner Meinung nach würde ich eher eine Art Aufstockung(über Steuern finanziert) bevorzugen als direkte Eingriffe in den Markt, da man meiner Meinung nach deutlich flexibler Reagieren kann, und sich dies nicht direkt auf die Geldmenge auswirkt.

      Die Probleme dabei sind vorallem woher das Geld nehmen, zweitens muss das Aufstocken deutlich mehr Akzeptanz in der Gesellschaft finden.
      Ok irgendwie wird das ganze jetzt utopisch…also bleibt es nichts weiter wie Träumerei… :(

    29. ppp schrieb am 21. April 2011 at 20:19 - Permalink

      @28

      Naja meiner Meinung nach würde ich eher eine Art Aufstockung(über Steuern finanziert) bevorzugen als direkte Eingriffe in den Markt, da man meiner Meinung nach deutlich flexibler Reagieren kann, und sich dies nicht direkt auf die Geldmenge auswirkt.

      Äh, wenn der Staat die Löhne zuschießt ist das kein direkter Eingriff in den Markt?
      Wenn der Mitbewerber, der gute Löhne zahlt, mit seinen Steuern die Billiglöhne seines Konkurrenten finanziert ist das doch der gravierendste Eingriff, den man am Markt überhaupt machen kann?!

      • Ko-Mike schrieb am 21. April 2011 at 20:48 - Permalink

        Wenn der Mitbewerber, der gute Löhne zahlt, mit seinen Steuern die Billiglöhne seines Konkurrenten finanziert ist das doch der gravierendste Eingriff, den man am Markt überhaupt machen kann?!

        Hinzu kommt: Warum sollte der Mitbewerber, der gute Löhne zahlt, noch gute Löhne zahlen, wenn’s Aufstockung gibt? Da kann er gleich die guten Löhne direkt oder indirekt herunterfahren. Der AG freut sich, weil weniger Kosten. Dem AN juckt’s erstmal nicht, weil aufgestockt wird. Doch wer zahlt am Ende die Aufstockung? Der Staat über den Regelsatz? Und das Ganze jetzt über Steuern finanziert? Kommt mir bekannt vor… O.o

    30. Karl Heinrich schrieb am 21. April 2011 at 20:32 - Permalink

      Na, mit garantiertem Gewinn kann man sich auch bei der Bezahlung der Lieferanten nach deren Preisvorstellungen richten. Und die eigenen Kunden tun das dann auch. Wär doch prima!

    31. Kunar schrieb am 21. April 2011 at 20:56 - Permalink

      Der Mindestlohn ist nichts, was man unter normalen Umständen einführen müsste. Dass er eine Korrekturwirkung gegenüber einer Reihe von abnormen Entwicklungen hätte, so wie im Artikel beschrieben, ist richtig. Das zeigt aber auch das eigentliche Problem auf, nämlich die (bis auf wenige Ausnahmen) falsche Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahrzehnte. Druck auf Arbeitslose, eine Stelle anzunehmen, gleichzeitig staatlich subventionierte Löhne, “Lohnzurückhaltung” in guten Zeiten – was soll da anderes herauskommen als ein Niedriglohnland? Dass es sich gleichzeitig um eines der reichsten Länder der Welt handelt, ist ein Armutszeugnis. Ein Mindestlohn ist letzten Endes das Eingeständnis, dass die Marktmechanismen hier nicht (richtig) funktioniert haben.

      Ich habe vor einigen Monaten in meinen VWL-Studienunterlagen geblättert. Der Professor war sicherlich kein Linker oder Verfechter einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Dennoch fand ich zu meiner Verblüffung unter dem Stichwort “ordoliberale Wirtschaftspolitik” den Hinweis, dass bei abnormalem Marktverhalten ein Mindestlohn eingeführt werden sollte. Finde ich beachtlich!

      • mee schrieb am 21. April 2011 at 21:16 - Permalink

        Marktmechanismen haben generell die Tendenz, nicht richtig zu funktionieren, insofern finde ich die Logik nicht ganz nachvollziehbar, dass es gewissermaßen “bedauerlich” ist, dass ein Mindeslohn Sinn macht.

        Insgesamt zum Artikel: volle Zustimmung.

        Wer den Mindestlohn will, sollte übrigens SPD wählen!

        • Klinke schrieb am 21. April 2011 at 21:25 - Permalink

          Warum gerade die SPD?

          • mee schrieb am 21. April 2011 at 21:30 - Permalink

            Die SPD fordert den Mindestlohn und hat im Gegensatz zur LINKEN gute Aussichten, nach der nächsten BTW mit in der Regierung zu sitzen.

            • Klinke schrieb am 21. April 2011 at 21:45 - Permalink

              Aber zwischen dem, was die SPD fordert und was sie letztendlich tut, besteht doch ein kleiner Unterschied.

            • a schrieb am 21. April 2011 at 21:58 - Permalink

              Dann sind wohl bald Wahlen, anders kann ich mir das nicht erklären. Aber es wäre unfair, die SPD an Wahlversprechen zu messen, sagte Münte. Wie war das denn unter Schröder mit dem Mindestlohn? Und der Zeitarbeit, den Eineurojobs, den Ich-AGS, ach lassen wirs.

            • mee schrieb am 21. April 2011 at 22:01 - Permalink

              Im Gegensatz zu anderen Parteien? Die FDP hat auch ihr Programm nicht umsetzen können. Die CDU beschließt gerade einen Atomaustieg und eine Abschaffung der Bundeswehr. Alles gegen das ursprüngliche Programm.

              So ist das halt. Situationen, Umstände, der Zeitgeist, die Kassenlage, der Koalitionspartner, der Bundesrat, es gibt ja hunderte Gründe, warum Politik nie nach irgendeinem theoretischen Drehbuch funktioniert.

              Die SPD hat sich allerdings in den letzten Jahren programmatisch sehr zurückgenommen und sich bemüht, nicht zu sozial-populistisch aufzutreten und damit die Gefahr einzugehen, unhaltbare Versprechen zu machen (was hier nicht zu unrecht als Profillosigkeit kritisiert wird).

              So fordern sie ja auch zur Zeit (afaik) nur 8,50 Euro Mindestlohn, was natürlich zu wenig ist, aber größere Chancen hat, zunächst einmal überhaupt durchgesetzt werden zu können.

              Insofern halte ich es für relativ ungerecht und unbegründet, schon vorher und grundsätzlich zu unterstellen, die SPD würde in der Regierung nicht versuchen, einen Mindestlohn einzuführen und pauschal einen vorsätzlichen Wahlbetrug zu vermuten.

        • Mutti schrieb am 21. April 2011 at 22:04 - Permalink

          Wer den Mindestlohn will, sollte übrigens SPD wählen

          Du hast die letzten 10 Jahre im Koma gelegen, stimmts?

        • R_Winter schrieb am 21. April 2011 at 22:13 - Permalink

          Wer den Mindestlohn will, sollte übrigens SPD wählen!

          Klasse Satire.
          Übrigens hat die SPD und Grünen vor einigen Tagen im Bundestag einen Antrag der Linken gemeinsam mit den Regierungsparteien abgelehnt. Kann in den NDS nachgelesen werden.

          • mee schrieb am 21. April 2011 at 22:28 - Permalink

            Halbwahrheit. Die LINKE hat sogar zusammen mit der SPD für deren Antrag gestimmt.

            http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/34132100_kw15_angenommen_abgelehnt/

            Kein gesetzlicher Mindestlohn: Einen Antrag der Linksfraktion (17/4038), in dem sie die Einführung eines Mindestlohns von zehn Euro brutto pro Stunde bis zum 1. Mai 2013 fordert, haben alle anderen Bundestagsfraktionen am 14. April abgelehnt. Auch ein Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen (17/4435) fand keine Mehrheit. Dieser sah vor, bis zum 1. Mai dieses Jahres in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro pro Stunde flächendeckend mit Beginn der erweiterten Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU einzuführen. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU gestattet es vom 1. Mai 2011 an allen Arbeitnehmern aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn, ohne Einschränkungen eine Beschäftigung in Deutschland aufzunehmen. Der Ablehnung des Antrags und des Gesetzentwurfs lag eine Empfehlung des Ausschusses für Arbeit und Soziales (17/5499) zugrunde. Der Bundestag lehnte darüber hinaus auf Empfehlung dieses Ausschusses (17/5101) einen Antrag der SPD (17/1408) ab, in dem gefordert wurde, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und “Armutslöhne“ zu verhindern. Die Opposition votierte geschlossen für den Antrag, die Koalition dagegen. Die SPD hatte argumentiert, die Aufnahme einzelner Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz reiche nicht mehr aus, sodass ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden müsse. Vollzeitarbeitende Erwerbstätige sollten von ihren Löhnen leben können.

            • R_Winter schrieb am 22. April 2011 at 10:37 - Permalink

              Wo ist dann die “Halbwahrheit”?
              Die SPD ist für die jetzige sozial Misere in Deutschland verantwortlich – mit Steinmeier, Scholz, Müntefering und Steinbrück an der Spitze. Die SPD ist aus meiner Sicht un-wählbar und wird den Weg der FDP gehen. Eine Partei die sich sozial nennt und nicht einmal den rechtsradikalen Sarrazin ausschließt…………………..

            • Bonsta schrieb am 22. April 2011 at 11:26 - Permalink

              Insofern halte ich es für relativ ungerecht und unbegründet, schon vorher und grundsätzlich zu unterstellen, die SPD würde in der Regierung nicht versuchen, einen Mindestlohn einzuführen und pauschal einen vorsätzlichen Wahlbetrug zu vermuten.

              Die SPD begeht permanet Wahlbetrug, weil sie sich schlicht und einfach verweigert mit der Linkspartei zu koalieren! Stattdessen tut sie bei jeder Gelegenheit gegen Die Linke polemisieren und kippt dem eigentlichen politischen Gegner auch noch zusätzlich Wasser auf die Mühlen.

              Dass sie sich damit nahezu genauso überflüssig macht wie die FDP, kommt bei den Genossen vermutlich erst dann an, wenn sie eines Tages bei Landtagswahlen hinter den Grünen landet… Ach ich vergaß, das sind sie ja schon. Aber selbst darüber freuen die sich heute auch noch, genau wie damals der 10 min Applaus nach dem Wahldesaster 2009, eines der finstersten Schauspiele, die diese “Demokratie” je gesehen hat. Sowas überlebt die komplette Führungsriege völlig kritiklos, mit Ausnahme derer, die freiwillig gegangen sind, wie Münte (unter dessen Vorsitz sich die SPD-Mitgliederzahl halbiert hat), der wegen seines Alters und nicht wegen seiner Unfähigkeit und Unbeliebtheit ging, oder Steinbrück, der als der dümmste Finanzminister aller Zeiten heute sogar insgeheim als Kanzlerkandidat gehandelt wird.

              Steinmeier als einer der Hauptverantwortlichen für die “Reformitis” unter Schröder, die ja erst dazu führte, dass wir heute über Mindestlöhne diskutieren müssen, sitzt fest im Sattel. Steinmeier, der einen Wahlkampf zwischen Fortführung der großen Koalition und der Anbiederung an die FDP führte, dieser soll also in Zukunft den Mindestlohn einführen wollen? Wie Lächerlich das ist, lässt sich mit Worten kaum noch beschreiben… Mit dieser SPD gäbe es zwei Optionen Rot/Grün oder Rot/Schwarz. Mit der ersten Variante käme dann wohl ein Mindestlohn von 7,50€, der absurd niedrig ist, und was bei der zweiten Variante passiert, braucht man wohl nicht zu erklären. Gäbe es eine Mehrheit von Rot/Rot/Grün, so garantiere ich, kommt eher die große Koalition…

          • mee schrieb am 22. April 2011 at 10:52 - Permalink

            Halbwahrheit, weil die SPD an besagtem Tag im Bundestag, anders als Dein Kommentar impliziert, für einen Mindestlohnantrag gestimmt hat.

            • R_Winter schrieb am 22. April 2011 at 11:09 - Permalink

              Der Bundestag lehnte darüber hinaus auf Empfehlung dieses Ausschusses (17/5101) einen Antrag der SPD (17/1408) ab, in dem gefordert wurde, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und “Armutslöhne“ zu verhindern.

              Ja, stimmt und welche Höhe? 6€ – 7,50€?
              10€ pro Stunde hatte die SPD abgelehnt.

            • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 11:10 - Permalink

              Münte (der mit Volksschule Sauerland argumentierte) ist weg.

        • Anita schrieb am 9. Mai 2011 at 21:26 - Permalink

          SPD und Gruene haben die HartzIV-Gesetze auf den Weg gebracht.
          Ich war so enttaeuscht von den Gruenen.
          Ich waehl die nie wieder.

    32. spider schrieb am 21. April 2011 at 21:43 - Permalink

      Tut mir leid, Jens. Der komplette Artikel entbehrt jeglicher ökonomischer Argumente. Du setzt hier lediglich auf Emotionen und Oberflächlichkeit, kurzum: All die Eigenschaften, die sonst schöne Sonntagsreden ausmachen.
      Damit verkommt dies zum Populismus, den man sich hätte sparen können.

      Man stelle sich nämlich vor, man führe einen Kleinbetrieb mit mehreren Angestellten. Solchen Kleinbetrieben geht es in Deutschland oft nicht besonders gut.
      Folgende Optionen verblieben einem also:

      1) Man macht dicht.
      2) Man entlässt Mitarbeiter, die restlichen müssten dann noch härter arbeiten.
      3) Man erhöht die Preise.

      Option 3) wäre am wahrscheinlichsten. Hier kommt es darauf an, wie hoch die Produktivität eines Mitarbeiters ist. Würde er bspw. bei Opel am Band stehen, wäre sie so hoch, dass Höhe seines Lohns nur noch wenig ins Gewicht fallen würde. Anders bei Kleinbetrieben. Kleinbetriebe haben in der Regel eine niedrige Produktivität (man denke an den Händler oder Handwerker um die Ecke), also würden hier die Preise mit einiger Verzögerung besonders stark ansteigen. Wenn man nun bedenkt, dass die meisten Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft gerade in solchen Betrieben tätig sind, sollte es unschwer sein zu erkennen, dass sich die reale Kaufkraft dieser Angestellen kaum signifikant verbessern würde.

      Auf der anderen Seite ist jeder Preisanstieg eine reale Kürzung der Einkommen aller Transfergeldempfänger.

      Die richtige Massnahme wäre die Senkung der Steuern und Abgaben für Arbeitnehmer und für Kleinbetriebe. Dadurch würde die Kaufkraft definitiv steigen, und es würde mehr in diesem Bereich investiert werden. (auch in neue Arbeitsplätze). Und je weniger freie Arbeitskräfte es gibt, desto höher der Wert der Arbeit und damit die Löhne.

      • a schrieb am 21. April 2011 at 21:56 - Permalink

        Man stelle sich mal vor, man führt einen Sub-Mindestlohnhaushalt:

        - man kann Hartz dazu beantragen. Ganz großes Kino, inkl. aller Schikanen
        - man kann seiner Familie nur den billigsten Rotz zum Essen geben, desgleichen Medizin, Bildung, Unterhaltung
        - man kann ja einfach noch einen zweiten Job dazu haben. Verkürzt dann sozialverträglich das Leben, die Familie sieht man auch nicht mehr, aber Cheffe vom kleinbetrieb hats wenigstens ganz gut

        usw.

        • spider schrieb am 21. April 2011 at 22:16 - Permalink

          Man stelle sich mal vor, man führt einen Sub-Mindestlohnhaushalt:

          - man kann Hartz dazu beantragen. Ganz großes Kino, inkl. aller Schikanen
          - man kann seiner Familie nur den billigsten Rotz zum Essen geben, desgleichen Medizin, Bildung, Unterhaltung
          - man kann ja einfach noch einen zweiten Job dazu haben. Verkürzt dann sozialverträglich das Leben, die Familie sieht man auch nicht mehr, aber Cheffe vom kleinbetrieb hats wenigstens ganz gut

          Sorry. Ich verstehe hier das Argument für den Mindestlohn trotzdem nicht. Die wirklich nahliegende Lösung des Problems liegt doch auf der Hand:

          1. Abschaffung jeglicher nicht-sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung für Arbeitnehmer. (Bis auf den 400 € Job)
          2. Senkung der Steuern für Arbeitnehmer und Kleinbetriebe.

          Hättest Du dadurch nicht mehr Geld und Kaufkraft? Ich glaube doch.

          • Ko-Mike schrieb am 21. April 2011 at 23:52 - Permalink

            2. Senkung der Steuern für Arbeitnehmer und Kleinbetriebe.

            Davon profitiert nur der Steuerzahler.
            Hinzu kommt:
            Wer soll diese Senkung finanzieren? Und viel wichtiger: Wie weit kann/darf das gehen? Ich sehe hier eine gewisse Grenze im Machbaren erreicht, die Problematik ausschließlich über Sozialabgaben und/oder Steuern zu regeln. Warum? Dem Staat fehlt die Kohle. Wo soll die herkommen?
            => entweder vom AG oder vom AN
            a) vom AN: => höher Sozialabgaben und/oder höhere Steuern
            b) vom AG: => höher Kosten, aufgrund von Mindestlohn (=>durch Mindestlohn höhere Einnahmen für Staatshaushalt und Wirtschaftswachstum z.B. wegen steigender Binnennachfrage)
            Es kann nicht sein, dass die private Wirtschaft immer mehr Gewinne abzieht, während der Staat die Löcher nicht mehr flicken kann!
            Allerdings könnte ich mir eine Art gestufter Überbrückungszuschuss für z.B. einige Kleinbetriebe vorstellen (vielleicht für 1-2 Jahre abstufend).

            Auf der anderen Seite ist jeder Preisanstieg eine reale Kürzung der Einkommen aller Transfergeldempfänger.

            Das Einkommen der Transfergeldempfänger könnte man ja adäquat anpassen, oder? Finanziert durch mehr Einnahmen im Staatshaushalt aufgrund des Mindestlohns. Klar muss man dann auch an dieser Stelle aktiv werden (wie an so vielen anderen Stellen) – das kann ich nicht oft genug wiederholen, da ich ebenfalls die Gefahr sehe, dass dieses Paket “Mindestlohn” (bisher) zu dünn ist und darum seine Wirkung nicht voll entfalten kann oder diese in einigen – seien es evtl. auch nur wenige – Bereichen negative Folgen haben wird. Aber vielleicht kann der SF mich in einem ausführlicheren Artikel genauer aufklären und mir meine Besorgnis mindern…

            @SF:
            Was mich interessiert sind die “Hebelmöglichkeiten” des Mindestlohns, und wie diese effektiv genutzt werden sollen, sowie evtl. negative Erscheinung – seien es, wie gesagt, auch nur Randerscheinungen – “geglättet” werden sollen.
            Mindestlohn ja, aber wie soll sich dieses neue Zahnrad in die gesamte Maschiene einfügen? Und wie soll es sich möglichst zu anderen Zahnrädern bzw. wie sollen diese sich zu jenem verhalten?
            Also: Ursache-Wirkung? Und wo muss nachjustiert werden?

            • spider schrieb am 22. April 2011 at 07:12 - Permalink

              Davon profitiert nur der Steuerzahler.

              Aha. Zahlst Du also keine Steuern? Und ein Konsument bist Du auch nicht? What is your point? Du lebst also von Luft und Liebe?
              Ich verstehe Euch nicht.

              Wer soll diese Senkung finanzieren?

              Die Situation ist die folgende:
              Die Wirtschaft kämpft mit den Bürgern um den grössten Kuchen der Steuereinnahmen:

              http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/subventionen-milliarden-fuer-die-katz-1.1046231 .

              Diese Subventionen an die Wirtschaft betragen inzwischen 164 Milliarden, und stützen Bereiche, die zum Teil inzwischen völlig unproduktiv sind. Dafür zahlen wir alle, selbst auch alle Transfergeldempfänger, denn fast alle indirekten Steuern werden auf die Preise abgewälzt. Und es bezahlt sie der Konsument mit seinen Einkäufen.

              Die Antwort kann folglich nur eine sein: Abbauen.

    33. na sowas schrieb am 21. April 2011 at 21:48 - Permalink

      @SF
      Jessasmarandjosefina …Berger, diesem mikrokephalen Megatherium aus der Vielschwatztruppe – verdaut mit dem hohlen Kopfe u. dabei ausgestoßene Rülpser sind weithin gefürchtet als Schwach_Sinn – hast Du aber sauber eine reingesemmelt!
      Ein Pfungst auf ‘Deutschlands klügsten Professor’ – auch als ‘Kluger Hans’
      bekannt – das gönn ich ihm… ;-)

    34. Auflauf schrieb am 21. April 2011 at 22:02 - Permalink

      Lieber Herr Berger, gern schaue ich gelegentlich bei Ihnen vorbei und sehe Sie heute erstmals mit Ihrem Wuff beim Spaziergang. Um ehrlich zu sein, ich traue Ihnen nicht so recht zu, dass Sie einschätzen können, wieviel Ahnung Ihr Hund von der Quantenmechanik hat.

      Schlimmer noch ist: Sie zahlen keine Hundesteuer…

    35. wehner schrieb am 22. April 2011 at 00:28 - Permalink

      10 Euro steuerfrei ist lächerlich und übersteigt noch das FDP Programm von 2009 um ein Vielfaches.
      Bei einem progressiven Steuerverlauf wird sich dann selbst das Erreichen des Höchstteuersatzes wesentlich nach oben verschieben und die staatlichen Steuerinnahmen deutlich senken.
      Da können wir mal 2030 drüber nachdenken.

    36. Johannes schrieb am 22. April 2011 at 08:27 - Permalink

      “The first thing that happens, for example, when a law
      is passed that no one shall be paid less than $30 for a
      forty-hour week is that no one who is not worth $30 a
      week to an employer will be employed at all. You cannot
      make a man worth a given amount by making it illegal
      for anyone to offer him anything less. You merely deprive
      him of the right to earn the amount that his abilities and
      situation would permit him to earn-, while you deprive the
      community even of the moderate services that he is capable
      of rendering. In brief, for a low wage you substitute
      unemployment. You do harm all around, with no comparable
      compensation.”

      • mee schrieb am 22. April 2011 at 09:17 - Permalink

        Dieses Zitat (schön wäre eine Quellenagabe gewesen) zeigt in einfacher Sprache den Kern eines rigide angewandten ökonomischen Denkens: Der Wert des Menschen wird durch den Markt bestimmt. Wer für seine Arbeit nur fünf Euro die Stunde bekommt, hat es auch nicht anders verdient. Das ist natürlich Ideologie pur. Du wirst sicherlich verstehen, dass schon diese Grundannahme hier und anderswo nicht akzeptiert werden kann und wird.

        Mit der reinen Lehre des Marktes gegen Mindeslöhne zu argumentieren ist außerdem ziemlich verlogen: Denn jetzt besteht ja die Situation, dass die Steuerzahler diese Geschäftspraktiken subventionieren, die auf so niedrigen Gehältern basieren, dass die Arbeitnehmer davon nicht leben können. Ein Gang zum Sozialamt stellt dann sicher, dass es fürs Nötigste reicht. Ein Eingriff in die Wirtschaft findet also so oder so statt.

        Die reine Lehre des Marktes durchzusetzen hieße: Die Menschen hungern lassen. Aber das wurde eigentlich schon im 19. Jahrhundert erkannt. Komisch, dass wir immer noch darüber diskutieren.

        • Karl Heinrich schrieb am 22. April 2011 at 09:32 - Permalink

          Dieses Zitat (schön wäre eine Quellenagabe gewesen) zeigt in einfacher Sprache den Kern eines rigide angewandten ökonomischen Denkens: Der Wert des Menschen wird durch den Markt bestimmt.

          Nicht der Wert des Menschen. Der Wert seiner Arbeit.

          Du wirst sicherlich verstehen, dass schon diese Grundannahme hier und anderswo nicht akzeptiert werden kann und wird.

          Da gibt es nichts zu akzeptieren. Wir alle richten uns danach in unserem Kaufverhalten. Auch wenn sich manche in ihrem Reden in einem State of Denial befinden.

          • mee schrieb am 22. April 2011 at 09:47 - Permalink

            Nicht der Wert des Menschen. Der Wert seiner Arbeit.

            “You cannot make a man worth…” : Der Wert des Menschen.

            Klar ist strenggenommen erstmal die Arbeit gemeint, aber in einem weiteren Sinne, aufgrund der Allgegenwart der Ökonomie und der herausragenden Stellung der Arbeit für die Identität des Menschen, überträgt sich diese partielle Wertschätzung bzw. Nichtwertschätzung bei uns auf den ganzen Menschen.

            Das ist für mich der moralische Kern des Mindestlohns: Einen Lohn zu erzwingen, von dem man leben kann, der einen nicht zwingt, vom Sozialamt noch fürs Nötigste Unterstützung bekommen zu müssen.

            • Karl Heinrich schrieb am 22. April 2011 at 09:57 - Permalink

              Das ist für mich der moralische Kern des Mindestlohns:

              Haben Preise einen moralischen Kern? Ich glaube nicht. Der Kern beim Preis, den man bekommen will, ist einfach, dass man jemanden finden muss, der ihn zahlen will.

            • mee schrieb am 22. April 2011 at 09:59 - Permalink

              “Haben Preise einen moralischen Kern?”

              ja

        • spider schrieb am 22. April 2011 at 10:33 - Permalink

          Die reine Lehre des Marktes durchzusetzen hieße: Die Menschen hungern lassen.

          Nur hat es gegenwärtig nichts mit dem freien Markt zu tun. Im 19 Jahrhundert haben Menschen einen ganzen Tag für ein Laib Brot geschuftet, und in einer Wohnung lebten mehrere Familien (, jede in einem Zimmer). Heute hingegen könnte sich selbst der 7 € die Stunde verdienende Angestellte bereits nach 10 Minuten Arbeit diesen Gegenwert leisten.

          Warum ist es häufig doch nicht so?
          Eine überteuerte Krankenversicherung, hohe Enrgieabgaben, hohe Mieten, Zwangsgebühren etc. .

          Ausserdem möchte ich auf die eigentliche Lösung des Problems der zu niedrigen Löhne hinweisen:

          Beseitigung der Arbeitslosigkeit.
          Alles andere ist “Schönrederei”, eine Art Ablenkungsmanöver und eine Ersatzhandlung.

          Im Falle des Arbeitskräftemangels müssten die Unternehmen um die Arbeitskräfte miteinander konkurrieren. Das heisst: Sie müssten sich mit ihren Lohnangeboten gegenseitig übertreffen.

          • mee schrieb am 22. April 2011 at 10:41 - Permalink

            “Nur hat es gegenwärtig nichts mit dem freien Markt zu tun”

            Zum Glück. Deshalb habe ich auch im Konjunktiv formuliert. Es ging mir ja um die Argumentation in diesem englischen Zitat.

            “Beseitigung der Arbeitslosigkeit.”

            Hört sich gut an, hat sicher keiner was gegen, würde aber den Staat als Aufgabe schnell überfordern. Aber aufgrund der demografischen Entwicklung wird bei uns zum Glück Arbeitslosigkeit in in Zukunft ein geringeres Problem sein als in den letzten zwei Jahrzehnten.

            • Lutz Hausstein schrieb am 22. April 2011 at 15:09 - Permalink

              Aber aufgrund der demografischen Entwicklung wird bei uns zum Glück Arbeitslosigkeit in in Zukunft ein geringeres Problem sein als in den letzten zwei Jahrzehnten.

              Das halte ich für einen Trugschluss.

              Weiter zunehmende Automatisierung und Computerisierung wird die menschliche Arbeitskraft in immer mehr Bereichen ganz verdrängen oder zumindest weiter reduzieren.

              So wird, unter sonst gleichen Bedingungen, die Arbeitslosigkeit sogar noch zunehmen. Erst recht, da dem zunehmenden Angebot keine ausreichende, mit Kaufkraft ausgestattete Nachfrage gegenüberstehen wird. Dem fehlenden Mindestlohn und der völlig unzureichenden sozialen Mindestsicherung “sei Dank”.

            • Martin schrieb am 25. April 2011 at 16:43 - Permalink


              “die Arbeitslosigkeit sogar noch zunehmen”

              Ich gehe mal davon aus, dass es so kommen wird. Ganz extrem: 2/3 aller Arbeitsfähigen haben keinen Job. Dann nützt auch der Mindestlohn nichts mehr.
              Ich denke sogar, dass in naher Zukunft gut ausgebildete Menschen, welche einen adäquaten Arbeitsplatz suchen/beanspruchen, weit mehr von Arbeitslosigkeit betroffen sein werden als Gruppen welche “ihrer Hände Arbeit” anbieten. Erstere (Produktion, Verwaltung, Geldverleiher, … sogar Entwicklung/Ingenieure) werden leichter durch Computer zu ersetzen sein und es wird rentabler sein, sie zu ersetzen als letztere, die ohnehin schon mit geringem Lohn auskommen müssen (Krankenpflege, Putzkräfte, Haarschneider, …)

              Es sollte wirklich bei den Subventionen angesetzt werden, sie sollten möglichst ausnahmslos gestrichen werden.
              Anschliessend könnte man Menschen subventionieren (BGE), statt Betriebe, der Wert der Arbeit pendelt sich dadurch zwangsläufig auf einem würdigen Niveau ein.

              Zum Mindestlohn: 10€ zu Fordern und damit vorweg festzuschreiben ist natürlich gefährlich. Ich weis nicht, wie’s in anderen Ländern, die einen Mindestlohn haben, gehandhabt wird. In Frankreich wird er jedes Jahr angepasst. Allerdings las ich, dass 2/3 aller Arbeitnehmer in F mit dem Mindestlohn auskommen müssen. (Zu lange her, daher keine Quelle, ich weis nicht ob’s wahr ist) Das könnte dafür sprechen, dass sich nach Einführung desselben der Arbeitslohn tatsächlich auf ein niederes Niveau einspielt.

    37. micha schrieb am 22. April 2011 at 09:01 - Permalink

      wie mein hund von quantenphysik….katze wär cooler gekommen^^

    38. Phygranimus schrieb am 22. April 2011 at 09:10 - Permalink

      Ich habe die ganzen Kommentare nicht gelesen, aber Mindestlöhne ( so, wie viele andere Wohltaten ) sind doch gar nicht gewollt.
      Man hat doch keine erpresserischen Druckmittel auf die moderne
      Sklavenarbeiterschaft mehr, wenn es eine Annäherung gibt, es allen gut gehen zu lassen !
      Trilliardenmal wichtiger wäre es sogenannte Freie-Energie-Systeme zu entwickeln und zu benutzen, dann wäre Ausbeutermarktwirtschaft weltweit hinfällig !
      Wir haben weltweit nur Marionettenpolitiker und abgrundtief, hyperböse Machthaber als Drahtzieher; wenn da nicht alles komplett gestürzt und revolutioniert wird, bleibt unsere “Zivilisation” weiter auf heftigem Selbstzerstörungskurs !

      “Frohe Ostern” wünscht Klaus

      • Anton Chigurh schrieb am 22. April 2011 at 14:35 - Permalink

        chapeau !

    39. Alex schrieb am 22. April 2011 at 09:32 - Permalink

      @Joshua

      exakt der richtige Ansatz. Entscheidend ist doch wieviel im Portemonnaie uebrig bleibt und jetzt kommt’s: WAS ich damit finanzieren KANN. Was nuetzen mir £€ NOK DKR ?? Geldheiten, wenn ich davon nicht ein Dach ueber dem und Essen finanzieren kann? ALG 2 oder Hartz 4 ist die im Quadrat pervertierte Subventionierung des Kapitals/Shareholder.
      €3 Stundenlohn und der Rest vom Staat. Das verstehen sie also unter Wuerde.

    40. Peleo schrieb am 22. April 2011 at 09:33 - Permalink

      Die Argumente für den Minstestlohn finde ich überzeugend. Aber warum “lohnsteuerfrei”? Bei monatlich 160 Stunden wären das ca. 1600 Euro, jährlich also rund 20000 Euro.
      Der Grundfreibetrag ist deutlich niedriger, also müsste jeder Selbständige dafür Einkommensteuer zahlen.

      Wie also begründet man den steuer-freien Mindestlohn?

    41. koniqi schrieb am 22. April 2011 at 10:13 - Permalink

      Ein Mindestlohn ist zwingend erforderlich ich weiss nicht wieviele der hier Kommentierenden selbst schonmal das Vergnügen hatten “Aufstocker” (Lohnsklave, Arbeiter 2.Klasse, …)zu sein. 35 Stunden bezahlt kriegen und 40 arbeiten um Stunden anzusparen, alle paar Wochen auf eine neue Stelle gepackt zu werden (sodaß Equal Pay nie zur Realitaet wird), wo Schichtpläne geändert werden damit Leiharbeiter keine Spätzulagen kriegen, wo man vor der Festeinstellung entlassen wird um eine Woche später neu bzw. woanders eingestellt zu werden und dann noch der Willkür der “Arbeitsvermittler” der ARGE ausgeliefert ist wo man trotz positivsten Gutt-achten des Psychologischen Dienstes gerade mal eine Qualifizierung zum Machinenführer machen kann. Dann ist ein Mindestlohn nichts anderes als fair, so wie es jetzt ist können wir kaum länger eine lebensfähige Gesellschaft bleiben.

      • Benjamin schrieb am 22. April 2011 at 11:11 - Permalink

        Ich nenne das mittlerweile Psychokratie (Idiokratie wäre noch geschmeichelt); eine Gesellschaft von Psychopathen an der Spitze, psychologisch hervorragend verkauft/vermarktet an die Mehrheit und der Rest steht unter Psychopharmaka oder glotzt Psycho-TV. Jetzt kann man sich aussuchen, was man davon werden möchte, aber immer daran denken! Es kann hier jeder etwas werden, aber eben nicht alle.

        • Systemfrager schrieb am 22. April 2011 at 11:19 - Permalink

          Ja so sind sie, unsere
          raffgierigen, rücksichtslosen und räuberischen “Eliten”
          die schlimmsten in der genzen EU – wie schon seit einem Jahrhundert. Als im Osten der Kommunismus “wütete”, trugen sie eine gutmütige Maske, hinter der sie geweint hatten, jetzt ist die Maske weg und der Teufel will nichts mehr verstecken

    42. Benjamin schrieb am 22. April 2011 at 10:58 - Permalink

      Ja, denkt denn keiner von euch hier auch nur eine Sekunde an die arme Friseurmeisterin aus der Bildzeitung, die jetzt alle alle 48.973.598,14 Mitarbeiter entlassen muss und Deutschland zum kollabieren bringt?!?

      Kneif mich mal einer!
      Kaum hat das Stimmvieh die Finanz- und Wirtschaftskrise wieder halber vergessen, weil…

      DER AUFSCHWUNG KOMMT!
      DER AUFSCHWUNG KOMMT!
      DER AUFSCHWUNG KOMMT!
      …schon kommt das Gesindel wieder unter ihren Steinen hervorgekrochen und darf wieder (vorzugsweise öffentlich-rechtlich) rumlärmen -.-

    43. Seba schrieb am 22. April 2011 at 11:00 - Permalink

      Sie, die Welt, ist eine AB- M -Maßnahme !!! Hahahahah und Jetzt HEULEN !!!

      Wünsche alles Gute für euch alle, und viel viel Glück !

    44. Beate schrieb am 22. April 2011 at 11:14 - Permalink

      “Öffentliche Güter können mit den Mitteln und den Werkzeugen der neoklassischen Theorie nicht erklärt werden. Das hatte Leon Walras bereits selbst zugegeben und eingestanden.. Somit besteht keine Vergleichsmöglichkeit zwischen privaten und öffentlichen Gütern, somit kann also gar nicht bewiesen werden, dass beispielsweise eine private Rentenversicherung besser als eine gesetzliche ist.
      Der Neoliberalismus hat keine wirtschaftstheoretisch systematische und analytische Erklärung, wie staatlich initiierte Infratstruktur mit dem privaten Sektor verbunden ist. Er kann keine nachvollziehbare Begründung vorlegen, warum im Prinzip private Güter und Leistungen stets den staatlichen und öffentlichen vorzuziehen seien….. Fassen wir zusammen. Die Neoklassik setzt sich zusammen aus den bereichen Mikroökonomie und Makroökonomie. Die Mikroökonomie in ihrer wissentschaftlich relevanten Form der allgemeinen Gleichgewichtstheorie kann das Geld nicht erklären. Die Marktwirtschaft ist eine Geldwirtschaft. Somit kann die Neoklassik im Bereich Mikroökomie wissentschaftlich nichts relevantes beitragen….
      Der Bereich Makroökonomie muss sich zwangsläufig bei der Analyse des Sozialproduktes und des Arbeitsmarktes darauf beschränken, das Sozialprodukt als ein einziges Gut zu definieren. Das liegt daran, dass eine aggregierte Produktion von Gütern und Dienstleistungen, also das Bruttoinlandsprodukt, ohne Wertkategorien nicht formulierbar ist. Damit kann die Makroökomie auch nichts, aber auch gar nichts zum Zusammenhang zwischen Lohnhöhe und Beschäftigung sowie dem Bruttoinlandsprodukt sagen.”

      Alexander B. Vögele, Das Elend der Ökonomie, Rotpunktverlag, 2007, Seite 56 ff.

      • Lada schrieb am 23. April 2011 at 18:24 - Permalink

        Sorry,
        Aber Herrn Voegele ist nicht allzu Ernst zu nehmen. Falls du des Englischen mächtig bist, empfehle ich dir lieber “The Economics Anti-Textbook: A Critical Thinker’s Guide to Microeconomics” von Hill und Myatt.
        Voegele behauptet nämlich gerne Sachen, die so nicht stimmen. Z.B. das eine private Rentenversicherung “besser” als eine staatliche ist, versucht gar nicht die Mikroökonomie (Öfftl Güter) sondern die Makroökonomie zu erklären (von Begriffen wie “beweisen” würde ich mich im Bereich der SOzialwissenschaften ohnehin verabschieden).
        Ein weiteres Beispiel ist das Geld: Die Mikroökonomie versucht es gar nicht zu erklären, weil sie nicht als ihren Gegenstand betrachtet. Auch diesem nimmt sich die Makro an.
        Was Herr Voegele in seinem Buch versucht ist, die Anfänge der Mikroökonomik mit ihrer Betonung des perfekten Marktes als DIE Ökonomie zu verkaufen, nach der sich alle richten. Das ist leider viel zu billig…

    45. Wolle schrieb am 22. April 2011 at 11:52 - Permalink

      Pispers zum Unsinn vom Sinn&Konsorten:

    46. Martin schrieb am 22. April 2011 at 12:34 - Permalink

      Vermutlich bin ich für alles zu doof. Andere können mit Atomkraftwerken umgehen und ich komme nicht mal mit der Site der 10€ Mindestlohn-Aktion zurecht.

      So wie die gemacht ist, könnten die Leute dort auch zu einem Sabotagetrupp gegen einen Mindestlohn gezählt werden. Braucht man einen Facebook-Account, um sich beteiligen zu können?
      “BITTE HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT” steht da. Antwort worauf? Diese Frage gehört nicht hier in diesen Blog, daher wollte ich sie auch dem Aktionsbündnis stellen:

      Ergebnis:
      ERROR: That reCAPTCHA response was incorrect.
      Input error: Invalid referer

      Leider wird da aber gar kein CAPTCHA dargestellt, welches ich eingeben könnte.

      Die Site ist technisch und von der Aufmachung Murks. Schade, denn so was schadet mehr als es nützt.

      • Coltrane schrieb am 22. April 2011 at 15:19 - Permalink

        Mit welchem Browser bist Du unterwegs?
        Javascript einschalten!
        Falls am Ende das Captcha nicht erscheint, mal den Browser wechslen.

        Auf diesen Link klicken:
        http://10-euro-mindestlohn.blogspot.com/
        Dann oben auf “Bitte eintragen…” klicken
        Gaaanz unten auf der Site bei “Kommentar veröffentlichen” Deinen Kommentar abgeben
        Bei “Kommentar schreiben als:” das Menü aufklappen und Name/URL auswählen
        In dem aufpoppendem Menü Deine Angaben machen
        Also z.B. Name: “Martin”
        URL: http://www.auplape.fr/
        Dann auf “Kommentar erstellen” klicken
        Captcha eingeben – fertig

        • Martin schrieb am 22. April 2011 at 16:25 - Permalink

          Danke für den Hinweis. Mit dem von Dir genannten Link habe ich auch keine Probleme.
          Meine Problemchen bekam ich mit dem im Artikel als erstem genannten. Damit komm’ ich dann da hin:
          http://www.mindestlohn-10-euro.de/2011/04/08/mitmach-und-aktionsblog-»100-blogs-fur-10-euro-mindestlohn-lohnsteuerfrei«/

          Und da kann ich keinen Kommentar abgeben. Weder mit Safari oder Firefox unter Mac OS X noch mit Opera unter Ubuntu. Javascript ist an.

          Also der zweite Link im Artikel ist OK, den ersten würde ich entfernen.

          Sei’s drum – mir ist’s nicht besonders wichtig. Unterstützenswert ja – besser als nichts, doch bin ich eher ein Fan des bedingungslosen Grundeinkommens.
          Ich glaube an ‘das Gute’ im Menschen. Ist aber OT hier.

    47. klaus59 schrieb am 22. April 2011 at 12:56 - Permalink

      @45 Wolle
      Pispers ist mein Lieblingskabbaretist – sehr geil, wie er den Mächtigen einen einschenkt. Wenn er jedoch die Wirtschaft und Finanzen in BRD bestimmen würde, hätten wir am Tag danach bereits Meldungen über Betriebsschliessungen / Verlagerungen und noch mehr “böse, überbezahlte” Leistungsträger würden abwandern.
      Pispers und die intellektuellen Linksaußen halten sich für klüger als der Markt (einschl. Arbeitsmarkt), den sie deshalb mehr oder weniger abschaffen / regulieren wollen. Es geht beim Markt aber nicht um klüger – er ist auch nicht abschaffbar. Wenn in Teilbereiche eingegriffen wird, ändert er sich an anderen Stellen oder verweigert sich von der Leistungserbringungsseite. Zum Schluss kann immer noch völlig gerecht / sozialistisch verteilt werden – aber nur noch wenig.
      Ich will keinen Mindestlohn, ich will mehr und muß einen anderen überzeugen, dass es sich lohnt, mich höher zu bezahlen.

      • Systemfrager schrieb am 22. April 2011 at 13:14 - Permalink

        Habe ich dir schon über unsere “Eliten” erzählt?

      • Wolle schrieb am 22. April 2011 at 13:22 - Permalink

        Er redet dort doch nur von Wahrsagern und nicht von der Wirtschaft und allem drum und dran. Pispers überhöht natürlich meistens, das ist aber Stilmittel und gehört eben dazu(bei den Wahrsagern unter treibt er aber). Die meisten BWLer wissen definitiv nicht, wo der Hammer hängt. Ich glaube, das BWL-Studium hat die so sozialisiert und das ist auch so beabsichtigt. Bei manchen hat das aber nicht richtig funktioniert, deshalb schreiben die jetzt Blogs. ;-)
        Ich verdiene wesentlich mehr als den Mindestlohn(trotz Meck-Pommel-Malus; Geld ist nicht alles), aber ich bin für einen Mindestlohn! Damit endlich diese unwürdigen Umstände aufhören, das Leute trotz Vollzeitarbeit beim Staat betteln gehen müssen, um über die Runden zukommen. Auch Zeitarbeit muss letztendlich teurer werden als Festangestellte, dann wäre mit diesem Lohndumping auch ganz schnell Schluss. Durch diese Zuschüsse wird wesentlich mehr in den Markt eingegriffen, als durch Mindestlohn. Vor allem hilft der jetzige Zustand, das Versager und andere Soziopathen am Markt überleben. Auch das Gerede vom Fachkräftemangel ist total übertrieben, es fehlen nur Leute die sich unter Lohndurchschnitt verkaufen.

      • lebowski schrieb am 22. April 2011 at 13:31 - Permalink

        Wenn in Teilbereiche eingegriffen wird, ändert er sich an anderen Stellen oder verweigert sich von der Leistungserbringungsseite.

        Interessante Ansicht! Wer erbringt denn die Leistungen: Susanne Klatten, Liz Mohn, Friede Springer und Co.? Oder eher die Abermillionen von Beschäftigten, die deren Kapitalrendite erwirtschaften müssen. Die wahren Leistungserbringer wie bspw. der erfindungsreiche Entwicklungsingenieur sind in diesem System genauso die Verlierer wie die Armen.

      • HHarlekin schrieb am 22. April 2011 at 13:59 - Permalink

        Pispers ist mein Lieblingskabbaretist

        Ja, er gehört – neben Leuten wie Schramm, Schmickler etc. – auch zu meinen Favourites :-D

        Es geht beim Markt aber nicht um klüger – er ist auch nicht abschaffbar. Wenn in Teilbereiche eingegriffen wird, ändert er sich an anderen Stellen oder verweigert sich von der Leistungserbringungsseite.

        Das ist sachlich nun sehr simpel, und schief, und an der Wirklichkeit vorbei ausgedrückt. Jede Art von Subvention ist z. B. schon ein Eingriff in den Markt.
        Und der Bankenrettungsschirm, den wir alle zahlen? Markteingriffe allerfettester Sorte! Und die HartzIV-Aufstocker-Zahlungen sind ebenfalls massive Markteingriffe zugunsten – man muß es immer wieder wiederholen – asozialer Unternehmer, die auf Kosten der Allgemeinheit, also von uns allen, ihren Profit machen wollen. Die hier schon mehrfach zitierte “Friseuse aus Meck-Pomm”, die iher Mit-Cutterinnen zwecks Lohn-Aufstockung zur ARGE schicht, ist eine FOLGE (!) dieses Systems.

        Ich will keinen Mindestlohn, ich will mehr und muß einen anderen überzeugen, dass es sich lohnt, mich höher zu bezahlen.

        Und wovon träumen wir nächtens? ;-)
        Im Ernst: Das beißt sich mit der Realität. Ich sage dem pot. Chef: Meine Quali ist 2000 wert. Er anwortet: Ich zahl dir aber nur 1000, weil draußen 100 andere mit ähnlicher Quali stehen, und mich interessierts nicht die Bohne, daß du Familie hast, und daß du für mich einen Mehrwert von 10000 erwirtschaftest, geht dich einen Feuchten an.
        Mit deiner Argumentation können wir alles an Arbeitsrecht, Arbeitsschutzgesetze, Interessenvertretungen, Gewerkschaften usw. in die Tonne treten. Das ist der feuchte Traum aller Markradikalen, jeder nur noch für sich allein, der heilige Markt wirds schon regeln. Wem nützt das wohl? Genau!
        Alfred Müller-Armack, dem man die Erstverwendung des Begriffs “Soziale Marktwirtschaft” in seinem Buch “Wirschaftslenkung und Marktwirtschaft” zuschreibt, schrieb 1946 in eben diesem Werk:(Zitat) “So sehr es notwendig ist, die marktwirtschaftliche Ordnung als ein zusammenhängendes Ganzes zu begreifen und zu sichern, so sehr ist es ebenfalls notwendig, sich des technischen und partiellen Charakters der Marktordnung bewußt zu werden. Sie ist nur ein überaus zweckmäßiges Organisationsmittel, aber auch nicht mehr, und es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, der Automatik des Marktes die Aufgabe zuzumuten, eine letztgültige soziale Ordnung zu schaffen und die Notwendigkeiten des staatlichen und kulturellen Lebens von sich aus zu berücksichtigen.”

        Diese Alten wußten irgendwie noch, daß der Markt EBEN NICHT die Gesellschaft, das Zusammen-Leben, den einzelnen Menschen (Stichwort: homo oeconomicus) derart dominieren, um nicht zu sagen: domestizieren darf, da mit solchem Denken unsere Kultur, Werte, der einzelne Mensch, auf Dauer unter die Räder kommen. Leute wie Müller-Armack schrieben sowas ja nich ohne Grund. Bei diesen heutigen Mainstream-Ökonomen und ihren Epigonen ist das total in Vergessenheit geraten.

        • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 15:45 - Permalink

          @ HHarlekin

          Danke für das Zitat von Müller-Armack.

          Allerdings glaube ich nicht, dass dies von den Mainstream-Ökonomen vergessen wurde – es wird bewusst verschwiegen. Wie entsprechende Stellen bei John Stuart Mill und Adam Smith auch. Hat sogar die ZEIT inzwischen gemerkt – und den “ML” entdeckt – bei Rösler & Co. Man darf gespannt sein.

          P.S. ML steht für “Mitfühlenden Liberalismus”

      • Systemfrager schrieb am 22. April 2011 at 14:14 - Permalink

        @ klaus59

        Wenn in Teilbereiche eingegriffen wird, ändert er sich an anderen Stellen …

        Wo du Recht hast, hast du Recht Klaus. Wer dies nicht begriffen hat, ist wirklich dumm wie Nacht.

        Zum Beispiel Steuersenkung. Der Dumme meint, das schafft neue Nachfrage. Der Dumme begreift nicht, dass der Staat vor der Steuersenkung auch dasselbe ausgegeben hat. Er hat es sogar besser gemacht. Wenn Steuer gesenkt wird, tragen die Reichen einen Teil der Steuersenkung ins Ausland, Börse usw.

        Zum Beispiel Lohnsenkung. Sagt der Arbeiter, ich verzichte auf 10%, sinkt sein Chef seine Preise, um die Konkurrenz niederzutrampeln. Diese 10% fehlen dem Markt als Nachfrage. Dann verlangt der andere Unternehmer, dass sein Arbeiter auf 10% verzichtet … Du erinnerst dich. So hat der Vollidiot Kanzler Brüning die Weimarer Wirtschaft ruiniert und die Macht unserem geliebten Adolf ausgehändigt.

        Ja, Klaus. Unter uns: Ich weiß dass du so klug bist, dass du das alles schon längst verstanden hast. Du behauptest das Gegenteil einfach nur deshalb, weil du moralisch degeneriert und über alle Maßen habgierig bist.

      • Beate schrieb am 22. April 2011 at 15:40 - Permalink

        Da Du uns die Marktwirtschaft erklären kannst.

        Was ist der Unterschied zwischen relativen und absoluten Preisen?

        • Systemfrager schrieb am 22. April 2011 at 16:22 - Permalink

          Es geht um eine sehr triviale Sache:

          Absoluter Preis ist derjenige, wo hinten zB €, $, … steht

          Relativer Preis ist eine in der “reinen Theorie” benutzte Größe, in einer Theorie, in der es kein Geld gibt (nicht lachen bitte, so ist es in der neoliberalen Theorie – dort gibt es nicht einmal Profit!). Man nimmt zwei Güter:
          4 Äpfel und 8 Birnen, die gleichen Wert haben.
          1 Apfel kostet 2 Birnen.
          (Hier wird als Geld also Birne genommen, also ein richtiges Gut und das ist alles. Man kann aber jedes beliebiges Gut zum Preis machen.)

          Wenn du mehr willst

          Das Denkmuster, nach dem der Neoliberale die Welt begreift >>>

          Die heilige methodische Dreifaltigkeit der neoliberalen Theorie >>>

    48. lebowski schrieb am 22. April 2011 at 13:03 - Permalink

      Damit hätten Union und SPD bei einer Umsetzung ihrer Pläne faktisch eine geschlossene Phalanx wirtschaflichen Sachverstands in Deutschland gegen sich.

      Lustig!
      Man sollte sich an 2008 erinnern.
      Unsere Phalanx wirtschaftlichen Sachverstandes ist völlig ahnungslos in die Finanzkrise hineingestolpert.
      Dann sind die Heinis erstmal auf Tauchstation gegangen (es war ja nicht alles schlecht in der Wirtschaftskrise).
      Auf einmal standen sämtliche Medien ohne ihre neoliberalen Souffleure da.
      Daraufhin schrieen die nach den Linken. Die kamen aber nicht, denn die eine Hälfte der Linken macht seit dem Mauerfall gemeinsame Sache mit Sinn und Co. und die andere Hälfte warnt seit 20 Jahren, dass dieses Wirtschaften in die Katastrophe führen wird. Und die Letzteren hatten keine Lust, sich vor den Karren von FAZ und Co spannen zu lassen.
      Aber dann tauchten Sinn und Co. auch schon wieder aus der Versenkung auf und wussten auf einmal genau, wie es zur Katastrophe gekommen ist.
      Dann ging das Elend wieder von vorne los. Pech, aber ein schönes Schauspiel war es trotzdem.

    49. Stefan K. schrieb am 22. April 2011 at 13:13 - Permalink

      zum Thema eine Studie, die einen direkten Zusammenhang zwischen Wachstum und Umverteilung bzw. Mindestlohn am Beispiel von U.K. im Zeitraum 1997 bis 2007 herstellt:

      http://blog.kowall.eu/daten/vwl/new_labour_ak.pdf

      - unabhängig von der aktuellen Entwicklung die auf die Deindustrialisierung und die (volks) wirtschaftliche Dominanz der City of London zurückzuführen ist

    50. klaus59 schrieb am 22. April 2011 at 14:14 - Permalink

      @lebowski
      Die reichen Kapitalbesitzer mußt Du neidlos in kauf nehmen, weil deren Familien im Hinblick auf Vererbbarkeit besondere Leistungen erbracht haben und den Laden nicht kurz vor ihrem Tode verscherbelt und verjubelt hatten. Wie sollen wir sonst Familienbetriebe erhalten mit meistens besserer Treue auch zu den Mitarbeitern als bei (anonymen) Kapitalgebern?
      Was soll überhaupt der ständige Hinweis auf überzahlte Manager? Die bekommen das Geld vom Betriebsgewinn, welches sie dann höher versteuern müssen als die 25% Kapitalertragssteuern (Irrland 15%). Wenn Du dieses hohe Gehalt an Arme verteilst, bekommt der Staat noch weniger.
      Die Entwicklungsingenieure, Mittelmanagment etc. machen in BRD überwiegend einen guten Job und verdienen gut, zahlen reichlich Steuern – oder wandern ab. Der Dumme ist immer der Dumme und / oder Faule / oder denkblockierte Neidhammel. Das ist gerecht und fördert den Wettbewerb. Ich kenne eine Menge Leute, die ohne Druck nicht arbeiten würden – mich eingeschlossen.

      • Wolle schrieb am 22. April 2011 at 15:04 - Permalink

        Das jetzt eine Neiddebatte losgeht, hätte ich nicht gedacht. Wer glaubt, das die Reichen dieser Welt reich sind weil sie tüchtig sind oder tüchtige Familien hatten, dem ist nicht wirklich zu helfen. Richtig Kasse wurde im 3.Reich gemacht. Andere Familien haben vor langer Zeit Bauern totgeschlagen. Weil das heute nicht mehr geht, versuchen sie es mit cut&paste. ;-) Tüchtige Reiche mag es geben, aber die Regel ist es bestimmt nicht. Übrigens Irrland ist auf einem Irweg. Managergehälter mit Stundenbezügen in Durchschnittsmonatslohnhöhe sind auch ein Irrweg. Gerade das Lohnniveau im mittleren Bereich ist in Dtl. am meisten gesunken(Stellenabbau bzw. keine oder kaum Erhöhungen).

        • mee schrieb am 22. April 2011 at 15:32 - Permalink

          Es gibt sicher viele tüchtige Reiche, aber entscheidend in diesem Zusammenhang ist ja eher, dass durch Tüchtigkeit meist kein Reichtum mehr entstehen kann, wenn man den “falschen” Beruf ausübt.

          Insofern sind auch der von Klaus erwähnte Arbeits-Anreiz nur noch bedingt aufzufinden bzw. disfunktional. Wer eh nur Aussicht auf fünf Euro die Stunde hat, kanns auch gleich sein lassen.

      • Peleo schrieb am 22. April 2011 at 15:57 - Permalink

        Die reichen Kapitalbesitzer mußt Du neidlos in kauf nehmen

        Erst, wenn die auf ihr leistungslos erworbenes Vermögen und Einkommen eine angemessene Steuer zahlen und der Entwicklungsingenieur (und der Krankenpfleger undundund) dann weniger zahlen kann.

        Und wenn Du ohne Druck nicht arbeiten würdest, solltest Du etwas für Deine seelische Gesundheit tun. Schlag mal bei Sigmund Freud nach.

      • Granado schrieb am 22. April 2011 at 16:01 - Permalink

        Manager? Die bekommen das Geld vom Betriebsgewinn

        Nein, Managerentgelte sind gelten als Betriebsausgaben – Vorhalte, die Entgelte ab bestimmter Höhe nicht mehr als solche anzurechnen, wurden abgeblockt: staatlicherseits dürften Entgelte nicht bestimmt werden – was damit aber gar nicht geschieht, schließlich werden steuerrechtlich immer wieder Grenzen gezogen zur privaten Lebensführung.

      • Anita schrieb am 9. Mai 2011 at 21:37 - Permalink

        Mal ganz hemdsaermelig ueberschlagen, ohne Lohnnebenkosten, etc.
        Ich stell 20 Putzfrauen an, denen ich 5 Euro/h zahle, verlange fuer ihre Dienste von den Leuten, bei denen ich putzen lasse 10Euro/h. Dann verdiene ich an allen Putzfrauen zusammen 100 Euro/h.
        Deshalb bin ich reich.
        Weil ich entweder meinen Mitarbeitern viel weniger zahle als sie mir an Geld einbringen oder ich drastisch mehr fuer die Dienstleistungen meiner Mitarbeiter verlange als ich ausgeben muss.
        Da bin ich aber tuechtig!

    51. antiferengi schrieb am 22. April 2011 at 14:31 - Permalink

      Hab leider nicht alle Kommentare durchlesen können, aber falls noch nicht geschehen. Neben allen Aussagen, muss einfach jemand das Bild kommentieren. (Positives *gnnng*, mit verschütteter Kaffeetasse, – wer macht jetzt meine Tastatur wieder sauber ?)

    52. klaus59 schrieb am 22. April 2011 at 17:52 - Permalink

      @Granado
      “Nein, Managerentgelte sind gelten als Betriebsausgaben”
      Aber ja doch, weshalb sie den Betriebsgewinn reduzieren und die Steuerlast auf den privaten Bezieher verlagern – zu einem höheren Steuersatz als die 25% Kapitalertragssteuer.
      @Peleo
      Was sind denn angemessene Steuersätze und welche Folgen hätte deren Erhöhung (die Du vermutlich forderst)?
      Momentan nimmt der Fiskus reichlich mehr ein ohne Steuererhöhung, und dann sinken auch noch die Sozialausgaben wegen besserer Beschäftigungslage.
      Sigmund Freud? Hatte der geringe Arbeitsneigung als Krankheit bezeichnet? Ich arbeite viel und verdiene genug und spare das Geld für Therapien.
      @mee
      Auf die tüchtigen Reichen solltest Du sowieso nicht neidisch sein aber auch nicht auf die Faulen, weil es Dich in Deinem eigenen Fortkommen denkblockiert.
      @Wolle
      Würdest Du ein für Dich (objektiv?) zu hohes Gehalt ablehnen? Also ich nicht.

    53. Peleo schrieb am 22. April 2011 at 20:30 - Permalink

      angemessene Steuersätze

      Das weißt Du doch auch:
      In den USA ist die Erbschaftssteuer deutlich höher, und nicht erst, seit mit Obama dort der Kommunismus ausgebrochen ist. Das Problem bei Familienunternehmen ist bekannt, könnte aber durch eine intelligentere Gesetzgebung beseitigt werden. Außerdem werden nicht nur Familienunternehmen, sondern auch Aktienpakete, Grundbesitz usw. vererbt. Vermögen wird gar nicht besteuert. Um die Probleme bei der Bewertung weiß ich, aber die sind lösbar, wenn man will. Man will aber nicht. Wenn Du viel – und ungern – arbeitest – wieso findest Du diesen Zustand dann in Ordnung?

      Übrigens: Freud definierte seelische Gesundheit an einer Stelle mit “lieben und arbeiten können”. Treffend, finde ich. Wer allerdings fremdbestimmt arbeiten muss, ist nicht gut dran.

    54. MNB schrieb am 22. April 2011 at 21:02 - Permalink

      Ich mag jetzt nicht die 193 Kommentare vor mir lesen, also sei mir ggf. eine Wiederholung verziehen. Allen CDU-Mitgliedern, Erhards Enkeln und Marktwirtschaftsbeschwörern, welche dem Mindestlohn ablehnend gegenüber stehen, sei die Bibel der Sozialen Marktwirtschaft zur Lektüre empfohlen, welche einen Mindestlohn ausdrücklich als marktwirtschaftskonform bezeichnet. Schmales Heftchen. Schmaler Preis. Grandioses Preis-Leistungs-Verhältnis.

      http://www.amazon.de/Wirtschaftslenkung-Marktwirtschaft-Alfred-M%C3%BCller-Armack/dp/3924592284

    55. klaus59 schrieb am 23. April 2011 at 09:16 - Permalink

      @Peleo
      “Wenn Du viel – und ungern – arbeitest – wieso findest Du diesen Zustand dann in Ordnung?”

      Ich finde die soziale Marktwirtschaft gut mit ständiger Verbesserungsarbeit und öffentlicher Diskussion über Interessenausgleich von 80 Mio Individuen. Ich will aber nicht die Menschen zwangsverändern, sondern ihre scheinbar negativen Merkmale (Neid, Egoismus, Agression etc.) für das Gemeinwesen nutzbar machen, Beispiel Geltunsgsucht:
      Da arbeitet einer mehr für teure Klamotten – das schafft Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

      “Übrigens: Freud definierte seelische Gesundheit an einer Stelle mit “lieben und arbeiten können”. Treffend, finde ich. Wer allerdings fremdbestimmt arbeiten muss, ist nicht gut dran.”

      Lieben und arbeiten tut mit gut, das läßt sich sinnlich erfassen , dazu brauchen wir keine großen Geister.
      Ein Teil meiner Arbeit ist fremdbestimmt: von Kunden, von Lieferanten, vom Finanzamt, von Behörden aus Berlin und Brüssel, vom Markt (der mir schöngeistige aber brotlose Arbeit versagt) ,…..
      Wichtig ist, unter der Fremdbestimmung nicht zu leiden, sondern sich Freiräume zu erarbeiten.

      • Peleo schrieb am 23. April 2011 at 10:53 - Permalink

        @ klaus59

        I

        ch finde die soziale Marktwirtschaft gut mit ständiger Verbesserungsarbeit und öffentlicher Diskussion über Interessenausgleich von 80 Mio Individuen

        Schöne Alte Welt. Pluralismustheorie reloaded. In ihrer naivsten bzw. ideologischsten Form.
        Lobbyismus? Medienmacht? Startchancen?

        Du weißt zu viel, um das nicht zu wissen. Sonst könnte ich den Rest unterschreiben.

      • André H. schrieb am 25. April 2011 at 13:51 - Permalink

        …keine grossen Geister.

        Danke Klaus, Du gibst mir Hoffnung auf Einsicht und Demut.

    56. klaus59 schrieb am 23. April 2011 at 12:11 - Permalink

      @Peleo
      Ich stelle mit zuerst die Frage: “Wieso sind andere bei selben Chancen wie ich weitergekommen bzgl. Job, Einkommen, langfristige finanzielle Sicherheit etc.?” Da fasse ich mich dann ganz schnell an die eigene Nase. Diese ständig steigenden Forderungen an den Staat, genauer gesagt: alle anderen Steuerzahler, ziehen uns persönlich und allgemein runter.
      Die “alte” Welt nach 1945 war die bisher schönste für Deutschland, die es deshalb zu erhalten gilt. Die Probleme anderer Länder und von jenen auf überlebensfähigem Niveau Genervter weigere ich mich, mir auch noch aufzuladen.

      • Serious Sam schrieb am 25. April 2011 at 10:36 - Permalink

        Wieso sind andere bei selben Chancen wie ich weitergekommen bzgl. Job, Einkommen, langfristige finanzielle Sicherheit etc.?

        Sicherlich weil das allesamt asozial-neoliberale Kapitalistenschweine sind, die sich durch brutale Ausbeutung von Minderleistern wie dir sowie dank unverdientem Glück völlig ungerechtfertigt bereichern.

        So oder ähnlich der linke Tenor bei jeglichen sozialen Ungleichheiten, die per Definition ja immer auch Ungerechtigkeiten sein müssen :)

    57. Lada schrieb am 23. April 2011 at 18:30 - Permalink

      Hey Jens,
      Einen wichtigen Punkt hast du noch vergessen. Der Mindestlohn könnte auch durchaus dazu beitragen, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone ein wenig umzukehren.

    58. HHarlekin schrieb am 23. April 2011 at 19:18 - Permalink

      Lieber Jens Berger,

      so sehr ich diese Initiative begrüße, und der Formulierung

      “…dass ein paar dumme alte Männer groteske Fehllehren verbreiten…”

      auch in ihrem polemischen Ausdruck folge, so kommt die Weiblichkeit hier zu “schlecht” weg. Z. B. Beatrice Weder di Mauro, die allerersteste Wirtschafts-Waise, die wir je hatten, ist da geradezu wütend aktiv:

      http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/deutschland-muesste-auf-hoehere-wachstumspfade-kommen

      http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,403561,00.html

      und Karen Ilse Horn, als Berlinbüro-Chefin von INSM-Hüther (IW Köln) sowas wie dessen verlängerter Arm, hat in ihrem 2010 erschienenen Buch “Die soziale Marktwirtschaft – Alles, was Sie über den Neoliberalismus wissen sollten” (ein wirklich übles, rechtsliberales Propaganda-Machwerk) behauptet:
      Mindestlöhne seien “das für Politiker offenbar unwiderstehliche süße Gift”, bedeuten eine “Gefährdung der sozialen Marktwirtschaft”, und:”Der Mindestlohn ist symptomatisch für die allmähliche Erosion, die das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft in den sechs Jahrzehnten seiner ja nicht nur theoretischen, sondern auch praktischen Existenz in Deutschland erfahren hat.”

      Auch Frauen in Spitzen-Positionen haben ein Recht auf öffentliches Abwatschen, wenn sie diesen Quark verbreiten. Nicht, daß noch jemand Gleichstellungsbeauftragtes wg. Geschlechterdiskriminierung meckert… ;-)

      Frohe Ostern

    59. klaus59 schrieb am 24. April 2011 at 19:36 - Permalink

      @57 Lada
      “Hey Jens,
      Einen wichtigen Punkt hast du noch vergessen. Der Mindestlohn könnte auch durchaus dazu beitragen, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone ein wenig umzukehren.”

      Wie konnte Jens das nur vergessen? Das hätte die Griechen, Portugiesen & Co. vor ihrer Malaise bewahrt oder?
      Das Problem in diesen Ländern ist fehlendes know how und die bisher ausgebliebene Einführung der “Mindestleistung”.

      • Martin schrieb am 24. April 2011 at 21:51 - Permalink

        Ja, die Deutschen sind die einzigen Leistungsträger in Europa. Sie sind die einzigen mit Grips und know how.
        Warum erregen solche Aussagen ein Übelkeitsgefühl? Habe wohl zu viele Ostereier genascht. Steht mir zu, bin schließlich Deutscher!
        Ja, ja die Deutschen sind die Esel die den Karren ziehen auf dem die anderen nur faul herumhocken und dösen. Warum wollen die nicht endlich auch so deutsch werden…

        Doch wie erhält dann Deutschland seinen Wohlstand, wenn das Geld plötzlich wo anders hin fließt?

        • Systemfrager schrieb am 25. April 2011 at 08:06 - Permalink

          Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass es solche Sarrazinisten wie Klaus59 gibt: Oberflächliche Bildungsbürger, eingebildete Herrenmenschen, über deren Zynismus und Heuchelei man sich kaum eine Vorstellung machen kann, mit moralischer Ausrüstung eines KZ-Wächters. Wenn sie sprechen machen sie es uns leichter, die Wirklichkeit zu verstehen und leichter zu der Idee einer humanen und gerechten Ordnung zurückzukehren. Wir haben uns nämlich ein kleineres Übel gewünscht, haben aber ein größeres bekommen.

          „Es ist der falsche Sozialismus, der gescheitert ist, nicht die Verwirklichung des echten Sozialismus. Hingegen ist der Kapitalismus, der gescheitert ist, der echte Kapitalismus, und nicht der falsche Kapitalismus. Der Sozialismus scheiterte, weil er nicht verwirklicht wurde. Der Kapitalismus scheiterte, weil er verwirklicht wurde.“

          „Im Christentum gab es ebenfalls Perversionen des Evangeliums, die monströser waren als irgendeine Perversion der Lehre von Marx: grausame Verbrechen (Kreuzzüge, Inquisitionen) und skandalösere Sittenverderbnis (die Renaissancepäpste). Und dennoch bleibe ich Christ. Und ebenso bleibe ich Marxist. Ich glaube weiterhin an den Sozialismus.“

          Ernesto Cardenal, Befreiungstheologe und Priester, Poet und Politiker

          Kapitalismus (Volker Pispers) >>>

          Erklärung des Kommunismus >>>

          Der Kurssturz des goldenen Kalbes >>>

        • André H. schrieb am 25. April 2011 at 13:45 - Permalink

          Ja, und wenn die faulen “PIGS” nun auch noch so produktionsstark und fleissig wie die Deutschen wären, wer würde dann all die zusätzlichen Waren kaufen, resp. benötigen ?
          Was klaus59 immer wieder übersieht, ist die Tatsache, dass es (beim Beispiel Schlachtier) nicht nur Leute geben kann, die das Nierstück für sich in Anspruch nehmen – es muss auch solche geben, welche die übriggebliebenen und weniger begehrten Stücke (auch Nieren und Leber)
          kochen. Es ist ja schon schön und ehrenvoll, der Beste zu sein (Exportweltmeister und so), aber dies geschieht auch immer auf Kosten der anderen. Fazit: man sollte nicht zu sehr auf “Andere” hinunterschauen; die Verhältnisse können sich bekanntlich sehr schnell verändern. Vor rund 150 Jahren herrschten hier noch Hungersnöte.

          • Heldentasse schrieb am 25. April 2011 at 14:10 - Permalink

            Was klaus59 immer wieder übersieht, ist die Tatsache, dass es (beim Beispiel Schlachtier) nicht nur Leute geben kann, die das Nierstück für sich in Anspruch nehmen – es muss auch solche geben, welche die übriggebliebenen und weniger begehrten Stücke (auch Nieren und Leber)

            Sorry – aber gerade besagter Herr sollte evtl. mehr Hirn essen, womöglich hilft es ja ein wenig.

      • Lada schrieb am 25. April 2011 at 18:36 - Permalink

        Bei den Griechen spielen natürlich auch noch andere Faktoren mit rein. Aber ja, wenn es den Euro nicht gebe, wäre die DM einfach nur aufgewertet worden(respektive die griechische Währung abgewertet) bis zu dem Punkt, wo die deutschen Exporteure nicht mehr hätten konkurrieren können, weil ihre Waren zu teuer sind. Im Euroraum geht das natürlich nicht und es spricht schon für sich, das die deutsche Regierung keinen Deut von ihrer Politik abrücken will und die Anpassungen im Euroraum alleine auf die anderen Länder abwälzt.

        • Heldentasse schrieb am 25. April 2011 at 18:56 - Permalink

          Auch wenn Herr Senf hier nicht gut angesehen ist, ich empfinde das was er über den € sagt(te) vernünftig, wobei das Problem der unmöglichen partiellen Währungsabwertung der Griechen und anderer einen wichtigen Punkt darstellt, aber leider nicht die einzige Baustelle ist.
          Bernd Senf: Euro wird Periphero

        • Serious Sam schrieb am 25. April 2011 at 19:09 - Permalink

          Bei den Griechen spielen natürlich auch noch andere Faktoren mit rein. Aber ja, wenn es den Euro nicht gebe, wäre die DM einfach nur aufgewertet worden(respektive die griechische Währung abgewertet) bis zu dem Punkt, wo die deutschen Exporteure nicht mehr hätten konkurrieren können, weil ihre Waren zu teuer sind

          Ja genau, du hast völlig recht. Wie die Geschichte belegt, haben all die Jahrzehnte vor der Einführung der Gemeinschaftswährung die PIIGS regelmäßig durch die Abwertung von Lira, Drachme und wie das Zeug so hieß, den deutschen Exporteuren die Kundschaft weltweit abgejagt, daher war Deutschland stets weit abgeschlagen in Sachen Export gegenüber Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Italien…

          Danke, dass du mich an diese Fakten erinnert hast. Ich hätte sonst glatt in meiner Fehlerinnerung angenommen, dass Deutschland auch schon vor der Währungsunion die anderen Länder abgehängt hat beim Export.

          • Systemfrager schrieb am 26. April 2011 at 11:44 - Permalink

            @ Serious Sam

            Ja genau … wie die Geschichte belegt, haben all die Jahrzehnte vor der Einführung der Gemeinschaftswährung die PIIGS regelmäßig durch die Abwertung von Lira, Drachme und wie das Zeug so hieß, den deutschen Exporteuren die Kundschaft weltweit abgejagt, daher war Deutschland stets weit abgeschlagen in Sachen Export gegenüber Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Italien…

            Ja, genau! Ich verleihe dem nur einen breiteren Kontext:

            In diesen Ländern werden die Gesetze bekanntlich nicht so „ernst“ genommen, wie etwa in Deutschland. (Was auch seine Vorteile hat. Wäre dies umgekehrt, dann wären damals von ihnen di 6. Mill. vergast usw. und nicht von den Deutschen.) Und wer kann am besten die Gesetze verarschen? Diejenigen, die Jura studiert haben oder sich die teuersten Rechtsanwälte leisten können: die Reichen. Also die Reichen wussten auch, was tun, damit sie keine Steuern zahlen müssen. Es gibt nur zwei Steuerarten, wo auch die Reichtsten hilflos sind:

            - Inflation
            - MWSt (Abgesehen einmal vom Bedingungslosen Einkommen, dm-Chef hat großartig Recht – mit Originalität hat dies aber nichts zu tun.)

            Als die Deutschen diesen Ländern die Inflation verboten haben, ging nichts mehr. Etwas konkreter:

            Zuerst haben die sozialdemokratischen Regierungen (so dumm und verlogen, wie die Sozialdemokraten halt sind), das Volk verarscht: Man kann nicht über seine Verhältnisse leben … und so weiter mit dem bekannten Blödsinn

            Dann haben die Italiener Berlusconi gewählt. Der hat einfach alles was dem Volk gehörte verkauft und vorläufig die Löcher beim Staat gestopft. Dem Volk war es vorerst egal, man konnte zumindest vorläufig den Standard halten. Das ist das Geheimnis genannt: Berlusconi

            Aber irgendwann ist alles verscherbelt … und dann kommt der Tag der Wahrheit (für die EU)

          • Lada schrieb am 26. April 2011 at 11:58 - Permalink

            Tja, da ist dann wohl jemand dem Mythos von der deutschen Exportnation erlegen. Und wahrscheinlich preist ihr das sogar noch.
            Nur solltet ihr euch fragen, wie lange Deutschland ein Exportweltmeister sein soll. Denn der Titel bedeutet nichts anderes, als das Deutschland mehr produziert als verbraucht und mithin für die anderen produziert (was sich andere auf Pump leihen). Sofern sich diese Verhältnisse nicht irgendwann umkehren läuft es darauf hinaus, das Deutschland andere Länder quasi kostenlos “miternährt”. Aber auch das will man ja nicht.
            Es grenzt also an Schizophrenie, den Exportweltmeistertitel zu loben und auf Dauer(!) erhalten zu wollen, gleichzeitig andere zu belehren, dass sie ja auf des Deutschen kosten leben.

    60. André H. schrieb am 25. April 2011 at 14:39 - Permalink

      Lukas 10,7

      …denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert…

      Damit war sicher nicht ein Lohn gemeint, der nicht existenzsichernd ist.
      Damit war sicher ein Lohn gemeint, der existenzsichernd ist.

    61. genova schrieb am 26. April 2011 at 12:22 - Permalink

      Wichtiges Thema, gute Positionierung. Die zehn Euro sind ein runder Betrag, leicht zu merken, gut zu vermitteln. Ich befürchte nur, dass die erwähnten alten, dummen Männer nach wie vor viel Macht haben…

    62. HerrWinter schrieb am 27. April 2011 at 23:28 - Permalink

      Ich muss jetzt doch mal die eine oder andere Frage stellen, auch in der Hoffnung, dass sich das ganze hier nicht wiederholt. Sollte dies so sein, bitte ich um Entschuldigung, ich war schlicht zu faul, mich durch 220 +x Kommentare zu lesen. Man kann mir ja dann einfach die Nummer sagen, sollten meine Fragen beantwortet worden sein…Vielleicht geht das ja auch ohne mich gleich zu beleidigen. Das wäre prima. Doch nun zum Inhalt:

      1. Grundsätzlich ist das Argument mit dem Mindestlohn und der dadurch erhöhten Kaufkraft ja durchaus nachvollziehbar. Aber was ist mit dem Argument, dass Arbeitgeber eben nur solange Leute beschäftigen solange die mehr einbringen als sie kosten? Was ist nun, wenn der Friseur weniger einbringt als er kostet, aufgrund des Mindestlohns? Stellt der Friseurmeister, dann nicht einfach einen Friseur weniger an und die anderen haben dann zwar ein bisschen mehr Geld, der eine aber gar keins mehr. Rechnet sich das Volkswirtschaftlich? Gibt es da Zahlen oder ist dieses Argument vielleicht gar keins?
      2. Ist es nicht auch so, dass die niedrige Bezahlung eher ein Problem der “Geiz ist Geil”-Mentalität ist? Ist es nicht so, dass viele Menschen wollen, dass ihr Friseur (ich nehm den jetzt einfach weiter als Beispiel, da er ja so gut passt) genug Geld verdient, aber wirklich viel für einen Haarschnitt bezahlen wollen sie dann auch nicht? Die Innenstädte sind voll mit Friseuren, die für einen Herrenschnitt 10 Euro kriegen. Wie soll denn dabei noch ein anständiger Lohn rauskommen?
      3. Das führt dann wieder zu Argument Nummer 1. Derjenige, der sagen wir 10 Euro für einen Haarschnitt im Monat ausgeben will, aber keine 20, geht also nicht mehr 1x im Monat, sondern nur noch alle 2 Monate. Jetzt hat der Friseur zwar in dem einen Monat das Doppelte, im anderen aber nichts mehr. Wo soll da denn bitte Luft für einen Mindestlohn rauskommen? Und wo ist da denn eine erhöhte Kaufkraft?

      Ich will mit diesen Frage nicht provozieren, es sind nur Fragen, die ich mir stelle, seit die Diskussion um den Mindestlohn aufgeflammt ist. Ich lasse mir meine Sorgen gerne nehmen^^ Also: kann mir dabei jemand helfen?

      • Peleo schrieb am 28. April 2011 at 08:23 - Permalink

        Wenn alle Friseure den Mindestlohn zahlen (müssen), bleibt den Kunden nichts anderes übrig, als mehr für den Haarschnitt zu bezahlen. Bleibt der Baumarkt-Effekt: Do it yourself. Wie bei Handwerkerdienstleistungen – kostet Jobs. Trotz der hohen Stundensätze auf der Rechnung (über 60 Euro) sind aber Handwerker knapp. Bleibt das Problem der Schwarzarbeit. Gibt es auch schon jetzt bei Friseuren.

        Das Dilemma ist nicht zu lösen. Die 10 Euro wohl auch als Einstieg gedacht, wie bei Tarifverhandlungen.

      • Lada schrieb am 29. April 2011 at 08:23 - Permalink

        Mit deinem Beispiel tappst du leider gleich in die “Falle” derer, die gegen einen Mindestlohn sind.
        Denn was bei deinem Beispiel übersehen wird: Der Friseurberuf bzw der Haarschnitt ist stark abhängig davon, wieviel der Friseur der verdient (wobei man auch da seine Zweifel haben kann, bei den Löhnen). Das kannst du aber nicht auf die gesamte Wirtschaft (und du willst es ja volkswirtschaftlich betrachten) übertragen. In der Industrie ist es z.b. so,das Löhne teilweise nicht mal mehr 15 % ausmachen, die haben ganz andere Kosten (Energie, etc).
        Der zweite Punkt den du übersiehst, ist: Es soll ja keine Umverteilung vom Friseur zum Kunden stattfinden, oder umgekehrt. Der Mindestlohn ist auch dazu gedacht, die Zunahme in den Gewinnen der Konzerne ein wenig rückgängig zu machen (die Lohnquote ist wenn ich mich Recht erinnere in den letzten 10 Jahren von 70 auf 60% zurückgegangen). Der Konzern/Betrieb, der ewig Gewinne macht, aber keine Investitionen tätig (aufgrund schwacher Nachfrage, etc.) wird sein Geld im Ausland einsetzen oder sparen/spekulieren. Der Arbeiter allerdings, dessen Lohn aufgewertet wird, wird das Geld zum größten Teil wieder ausgeben, was einen Multiplikatoreffekt zur Folge hat (sprich, er gibt es aus, wodurch andere ebenfalls ein Einkommen/eine Nachfrage haben, etc).
        Ein dritter Punkt noch: Das Argument, dass Arbeitgeber Leute nur einstellen, wenn sie mehr nutzen als Kosten ist zwar in der (Grenznutzen-)Theorie sehr einleuchtend, faktisch ist es aber schwierig zu messen. Es ist nämlich ne verkürzte BWL-Sicht, wenn man dabei nur auf den Lohn abstellt. Der Friseur wird ja auch nen Kundenstamm haben, der sich eben nur bei seinem Friseur, aber nicht bei dem Laden, in dem er angestellt ist, die Haare schneiden lassen will usw usw. Die Produktivität/der Nutzen eines einzelnen Arbeiters ist im Gegensatz zur Produktivitätssteigerung einer ganzen Volkswirtschaft nicht oder nur sehr ungenau messbar.

        Deine Punkte sind nicht unbedingt verkehrt. Es ist aber so, dass betriebwirtschaftliche Herangehensweisen an volkswirtschaftliche Probleme oft zu einer verkürzten Sichtweise führen und gewisse Punkte dann unbeachtet bleiben.

        • Peleo schrieb am 29. April 2011 at 09:43 - Permalink

          Sehe ich auch so. Allerdings gilt das vor allem für die Industrie, weniger für das Handwerk und noch weniger für die Dienstleistung.

          Beispiel: Meine 89jährige Tante brauchte Hilfe im Haushalt. Die Sozialstation bietet die an, für 18 Euro die Stunde plus Fahrkosten. Das kann und will die alte Dame nicht bezahlen. Die Arbeit blieb ungetan. Das geht wahrscheinlich tausenden alten Leuten genauso und die Sozialstationen stellen keine weiteren Kräfte ein. Das Thema gab es beim SF vor einige Zeit schon mal – mit den Reinigungskräften in Privathaushalten.

          Wer kritische Argumente auf ihre Stichhaltigkeit abklopft, ist damit doch noch nicht in eine Falle getappt, oder?

    63. HerrWinter schrieb am 28. April 2011 at 10:05 - Permalink

      Ja aber sie werden ja nicht mehr zahlen. Im Zweifelsfall eben Schwarz, wenn man nicht verzichten will (kann) oder man leistet es sich eben nicht mehr so häufig. Dann ist aber das Hauptargument, nämlich die zusätzliche Kaufkraft Makulatur, oder?

      • Peleo schrieb am 28. April 2011 at 12:51 - Permalink

        Dann ist aber das Hauptargument, nämlich die zusätzliche Kaufkraft Makulatur, oder?

        Nicht ganz, es geht ja nicht nur um Friseure. Und das Hauptargument ist ja die angemessene Entlohnung ohne Aufstocken.

        Allerdings fehlen mir hier auch oft Antworten auf solche realistischen Fragen. So gab es auf meine Frage “warum steuerfrei” keine einzige Reaktion. Für meinen Geschmack (auf einem wirtschaftspolitischen Blog) zu viel Meinung und zu wenig Argument.

        • HerrWinter schrieb am 28. April 2011 at 16:34 - Permalink

          Ich habe bei der Diskussion auch oft das Gefühl, dass die die grundsätzlich dafür sind genauso wenig auf die Argumente derjenigen, die dagegen sind, eingehen wie es umgekehrt der Fall. Es gibt sicherlich einige Fragen, die man beantworten muss, wenn man so stark für einen Mindestlohn ist und diese sehe ich leider nicht wirklich beantwortet.
          Und natürlich geht es nicht nur um Friseure, aber gleiche Probleme gibt es sicherlich auch in anderen Bereichen. Grundsätzlich gilt, dass Menschen eben nur ein bestimmtes Budget im Monat haben. Werden nun Waren und Dienstleistungen teurer, weil der Lohn derjenigen steigt, die diese anbieten, kaufen die anderen entweder von diesem Produkt weniger oder (sollte es ein unverzichtbares Gut sein) fragen andere Produkte weniger nach. Wo da jetzt plötzlich mehr Geld für alle herkommen soll, ist mir schleierhaft. Ob jetzt Person A oder Person B das Geld hat ist der Volkswirtschaft ja erstmal egal, solange nicht mehr Geld vorhanden ist. Zum anderen Punkt mit der angemessenen Entlohnung: da hat man das sprichwörtliche Fass ohne Boden wenn es um Diskussionen geht. Was ist denn angemessen? Wer legt das fest? Der Staat? Der Arbeitgeber? Der Kunde, der eben dann doch nur 10 Euro für den Friseur oder weiterhin niedrige Lebensmittelpreise zahlen möchte? Sind 10 Euro angemessen für jeden? Oder doch eher 12? Warum nicht 7,50? Woher kommen 10? Ist das sinnvoll wie man auf 10 kommt? und und und…Spricht ja nichts dagegen den Mindestlohn zu befürworten…nur begründen sollte mans schon…der Artikel hierzu gibt auch nicht wirklich viel an Information her “International werden sie wegen ihrer „eigenwilligen“ Ansichten bestenfalls belächelt” – wo steht das? Wer behauptet das und wie kann man das belegen? Die einfache Frage: “ist das so?” wird schon nicht beantwortet. Außerdem eine Menge Aussagen, dass Probleme gelöst werden, wenn der Mindestlohn nun endlich da ist…aber wie das passiert und warum: keine Angabe. Die beiden Links am Ende des Artikels sind ebenfalls problematisch: ich behaupte einfach mal, dass weder die “Initiative Mindestlohn”, noch die Hans-Böckler-Stiftung neutral an das Thema herangehen. Genausogut könnte ich zwei Links der Gegenseite posten und dann wäre unentschieden. Man kann den Gegnern sicher vorwerfen selten wirklich gute Argumente zu bringen und behaupten es sei eher ein Dogma als eine rationale getroffene Wahl, aber den Schuh muss man sich dann wohl gleich selbst anziehen…da hilft es auch nicht, das Geschriebene als Rant ohne Inhalt darzustellen…dann kann man sichs auch sparen.


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