Ohrfeige für das FDP-Showgirl
geschrieben am 14. Juli 2009 von Spiegelfechter
Wer kennt sie nicht, die schöne, blonde Silvana Koch-Mehrin? Die FDP-Europafrontfrau mit dem Zahnarztfrauenlächeln ist die perfekte Synthese von Boulevard und politischer Showbühne. Als sei sie ein Überbleibsel aus den Tagen, in denen die FDP als fröhlich-gelbe Ballaballa-Partei die Spaßgesellschaft für sich einnehmen wollte, tourt Koch-Mehrin auch heute noch durch die Glanz und Glamour-Welt deutscher Frauenzeitschriften. Was zählen schon trockene politische Inhalte, wenn man mit seinem Charme punkten kann? Silvana Koch-Mehrin wirkt wie ein durchgestyltes Produkt, erschaffen von PR-Profis – die attraktive Powerfrau mit drei Kindern, die Ursula von der Leyen der FDP. Der unaufhaltsam scheinende Höhenflug der Verona Feldbusch der deutschen Politik scheint heute allerdings sein jähes Ende genommen zu haben.
14 Vizepräsidenten haben im Europäischen Parlament Platz – in diesem Jahr gab es 15 Bewerber für diesen eigentlich eher unbedeutenden Ehrenposten. Einer dieser 15 Kandidaten musste also leer ausgehen. Dieses Überangebot an Bewerbern war freilich nicht geplant – im letzen Moment nutzte der britische Abgeordnete McMillan-Scott die Möglichkeit, sich als zusätzlicher Kandidat der europaskeptischen ECR zu bewerben. Damit drückte er seinen Protest gegen die britischen Konservativen aus, die erstmals in dieser Fraktion mitwirken. Im ersten Wahlgang erhielt Silvana Koch-Mehrin lediglich 148 der 683 Stimmen – das mit Abstand schlechteste Ergebnis aller Kandidaten und somit eine schallende Ohrfeige für die blonde Hoffnungsträgerin. Auch im zweiten Wahldurchgang erreichte Koch-Mehrin das schlechteste aller Ergebnisse. Im dritten und letzten Wahlgang ging es letztendlich darum, ob Koch-Mehrin oder der polnische Europaskeptiker und Rechtsaussen Michał Kamiński durchfallen – Koch-Mehrin konnte mit Ach und Krach den vorletzten Platz belegen. Dieses Ergebnis ist ein deutliches Votum der Europaparlamentarier gegen das liberale Showgirl.
Die „überraschende“ Abstrafung der EU-Parlamentarierin kam keinesfalls so überraschend, wie es auf den ersten Blick scheint. Silvana Koch-Mehrin hat sich in Brüssel und Straßburg durch ihre mediale Selbstdarstellung viele Feinde gemacht. Die Amtsreisen Brüsseler Europaparlamentarier nach Straßburg bezeichnete sie als Ausflug in ein „Landschulheim“ und rückte ihre männlichen Kollegen auch gleich noch die Nähe von käuflichen Liebesdienerinnen. BILD griff die Vorwürfe von Koch-Mehrin, die dort wahlweise als „Miss Europa“ oder „schöne EU-Politikerin“ gefeiert wird, auch gleich unter der dicken Schlagzeile “Huren-Zoff in Straßburg“ auf. Koch-Mehrin sorgte sich angeblich um die Würde des Parlaments – fragt sich nur, wer diese Würde mehr beschädigt hat. Die Europapolitikerin ist eine Meisterin darin, mit dem Euroskeptizismus zu kokettieren – sei es die Kritik am doppelten Amtssitz und der Bürokratie, oder eben durch jegliche Form von boulevardeskem Populismus gegen „die da oben“. Dass derlei mediale Selbstdarstellung auf dem Rücken anderer Europapolitiker in Straßburg nicht eben beliebt ist, kann kaum verwundern.
Wenn man die Wahl des Straßburger Vize-Parlamentspräsidenten als Orakel für die Koalitionsverhandlungen nach den Bundestagswahlen nimmt, so müsste alles auf eine Fortsetzung der Großen Koalition hinauslaufen. Zunächst meldete sich der SPD-Mann Martin Schulz, der in Straßburg die Fraktion der „Sozialisten“ anführt, zu Wort – „man werde Frau Koch-Mehrin nicht unterstützen“. Auch deutsche Unionsabgeordnete, die in Straßburg der Fraktion der EVP angehören, erklärten erhebliche Zweifel daran, „ob Frau Koch-Mehrin die notwendige Qualifikation für dieses Amt“ habe. Straßburg hat allerdings seine eigenen Regeln – jeder andere Abgeordnete der FDP hätte wohl auch das Plazet der SPD- und Unionsabgeordneten bekommen. Es ging ausschließlich um die Personalie Koch-Mehrin. Dass FDP-Generalsekretär Dirk Niebel dies anders sieht, liegt auf der Hand. Er wittert stattdessen „Neid“ bei den Abgeordneten – Neid auf die schöne Silvana, die in aller Munde ist. Derlei Phantasielosigkeit ist bei den Liberalen nicht eben neu – das Totschlagargument „Neiddebatte“ wird von Niebel auch immer wieder dann ins Spiel gebracht, wenn es darum geht, Steuerprivilegien der Besserverdienenden zu verteidigen.

Die Personalie Silvana Koch-Mehrin hat indes noch einiges mehr zu bieten. Schon kurz nach seinem Einzug ins Europäische Parlament setzte sich das bekennende Mitglied der Lobbyorganisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ dafür ein, kritischen NGOs die EU-Zuschüsse zu entziehen – so bemängelte sie beispielsweise bei Attac eine „mangelnde Transparenz“. Wer für Transparenz eintritt, sollte sich allerdings nicht mit gänzlich intransparenten Lobbyorganisationen wie der INSM ins Bett legen – so verliert man nicht nur seine Glaubwürdigkeit, sondern am Ende auch meist seine Unschuld.
Was die bekennende Liberale von liberalen Werten wie der Pressefreiheit hält, stellte Silvana Koch-Mehrin in der heißen Phase des Europawahlkampfs unter Beweis. Die FAZ – und später auch die FTD – berichteten damals über die Fehlzeiten der Europaparlamentarierin. Nach offiziellen Angaben lag ihre Anwesenheitsquote bei 38,9% – damit stünde sie auf dieser Liste an letzter Stelle der 106 deutschen Abgeordneten, und auf Platz 914 der Gesamtliste, so die FAZ. Die offizielle Liste beinhaltet allerdings nur die „Rohdaten“ – auf „entschuldigte“ Abwesenheit, wie z.B. während des Mutterschutzes nimmt sie keine Rücksicht, was aber auch die FAZ ausdrücklich erwähnte. Koch-Mehrin ließ über ihre Anwälte vor dem Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die FAZ erwirken. Dort gab sie auch eine eidesstattliche Erklärung ab, dass ihre Präsenzquote bei 75% läge. Die Berechnungen der FDP-Dame beeindruckten die Hamburger Juristen offensichtlich nicht – die einstweilige Verfügung gegen die FAZ wurde wieder aufgehoben. Die bereinigte Liste des Europaparlamentes führt nun bei Silvana Koch-Mehrin eine Präsenzquote von 62%. Die deutsche CSU-Abgeordnete Angelika Niebler kommt – trotz Mutterschutzzeit – auf 84% und die doppelte Mutter und liberale Fraktionskollegin Livia Járóka kommt auf 79%. Zu den „Fleißigsten“ gehört Frau Koch-Mehrin daher sicherlich nicht, zumal sie während ihrer Amtszeit keinen einzigen Bericht verfasst und auch in den Ausschüssen eher durch Abwesenheit geglänzt hat.
„Im Haushaltsausschuss des Europäischen Parlaments hat sie vier von fünf Sitzungstagen geschwänzt, im Haushaltskontrollausschuss sogar neun von zehn Sitzungstagen“.
Werner Langen – Vorsitzender der CDU/CSU-Abgeordneten in der FAZ
Auch gegen den SWR und die Blogger von den Ruhrbaronen gingen Koch-Mehrin und Dirk Niebel mit aller Härte vor. Die Affäre rund um die Anwesenheitszeiten des FDP-Glamourgirls, das eine eigene PR-Beraterin beschäftigt, und die Unterdrückung der Pressefreiheit durch die FDP, beschäftigte auch das NDR-Medienmagazin Zapp:
Es mag entschuldbar sein, wenn eine junge Mutter nicht an jedem Tag ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen kann. Weniger verständlich ist es jedoch, wenn eben diese Mutter genug Zeit fand, in den Talkshows der Republik omnipräsent zu sein und im fraglichen Zeitraum stolze 81.400 Euro in Nebentätigkeiten verdienen konnte. Dagegen wirkt sich die „Anwesenheitsprämie“ von 262 Euro, die jeder Europaparlamentarier zusätzlich zu seinen sonstigen Bezügen bezieht, wenn er sich in die Anwesenheitsliste einschreibt, natürlich recht mager aus.
Zu Unrecht wurde in den Medien kaum auf die Frage nach Koch-Mehrins Reisekostenerstattungen eingegangen. In ihrer Zeit als Abgeordnete hat Frau Koch-Mehrin immerhin stolze 71.342,28 Euro vom Europäischen Parlament erstattet bekommen. Der Haken an der Sache ist – diese Reisekostenzuschüsse sind als Erstattung für die Reisekosten vom Heimatort zum Parlamentssitz in Brüssel bzw. Straßburg gedacht. Frau Koch-Mehrin lebt allerdings in Brüssel, womit ihr eigentlich keine Zuschüsse zustehen. Wie sie in einer Erklärung auf ihrer Website angibt, sei Brüssel zwar ihr Wohnsitz, steuerlich veranlagt sei sie allerdings in Köln und die erstatteten Pauschalen seien für die Reisekosten zwischen Köln und Brüssel bzw. Straßburg entstanden. Silvana Koch-Mehrin räumt dabei freilich ein, dass sie nicht immer aus Köln, sondern öfters auch aus Berlin angereist sei und somit noch nicht einmal die realen Reisekosten erstattet bekommen hätte. Das ist aber keineswegs außergewöhnlich – jeder normale Arbeitnehmer, der die Kilometerpauschale in Anspruch nimmt, kann sich auch nur die Entfernung zwischen Arbeits- und Wohnort erstatten und lassen – auch wenn er das Wochenende in Berlin verbringt.
Wenn sie am Wochenende einmal daheim in Brüssel war, hätte sie „natürlich“ auch keine Reisekosten veranschlagt. Für Reisen nach Berlin ist die Reisekostenerstattung des Parlaments aber nicht gedacht. Es stellt sich daher die Frage, ob sie bei Reisen zur Parteizentrale nach Berlin die Pauschale für eine Reise nach Köln in Anspruch genommen hat, obgleich sie ansonsten die Zeit „natürlich“ in Brüssel verbracht hätte und nicht in Köln. Immerhin schafft es Silvana Koch-Mehrin, sich als Opfer der Reisekostenregelung darzustellen, da ihr offensichtlich ein kleinerer Betrag nicht erstattet wurde. Der Grund für die Veröffentlichung der Reisekosten sei – so Koch-Mehrin – auch lediglich, zu demonstrieren, wie „absurd“ diese Regelung sei. Sie kassierte also über 70.000 Euro nur deshalb, um die Absurdität dieser Regelung zu demonstrieren – das nennt man dann wohl wahre Opferbereitschaft.
Nebenbei stellt sich die Frage, warum sich Frau Koch-Mehrin nicht an ihrem Lebensmittelpunkt Brüssel steuerlich veranlagen lässt, sondern in Köln. Jeder andere Europäer hätte sicherlich Probleme, dem Finanzamt derlei Flexibilität abzuringen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie wirklich nur einen Bruchteil ihrer Zeit in Brüssel verbringt – denn dort lauert ja nicht der Glamour, sondern nur langweilige Arbeit.
Jens Berger
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Kategorien: Deutschland
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so bemängelte sie beispielsweise bei Attac eine „mangelnde Transparenz“
Besser: kritisierte…
Keine Frage. Koch Mehrin ist die deutsche Sarah Palin. Beide verfügen jeweils über eine geringere Intelligenz als der dümmste alaskanische Eisbär bzw. das dümmste hässische Wildschwein. Aber noch dümmer ist eindeutig Sarah “Hummeressen” Wagenknecht
Ich würde ja ne Flasche köpfen, wenn der Monat noch Geld hergeben würde, aber freuen tu ich mich trotzdem. Das Schlimme an der Sache ist,
1. Die Frau kommt sicher wieder, die ist nicht fertig
2. Es wird hier wahrscheinlich kaum eine Diskussion geben, wer mag schon SKM?
Obwohl, vielleicht sind hier ja ein paar FDP-Fuzzies? Kommt schon, traut euch!
Der Artikel ist echt gut, schön gemacht. Ein weiterer Spatenstich in ihrem politischen Grab…
@ Lemmy
Und gerade habe ich mich gefreut, erster zu sein…
Ob die Wagenknecht “dümmer” ist, weiß ich nicht. Aber ähnlich unsympathisch zweifelsohne.
Unabhaengig davon, ob man mit ihren politischen Positionen uebereinstimmt, muss man Fr. Wagenknecht aber zumindest Sachverstand attestieren.
http://www.youtube.com/watch?v=7nwFsTXWUkk
.. hhmmm, wer solche Diskussionen führt braucht keine Diskussion über Dummheit zu führen …. Man kann zu den beiden Frauen stehen wie man will – menschlicher Respekt ist auch gegenüber andersdenkenden und -handelnden gefragt. Ihr gebt wirklich ein armes Bild ab. Gerade der Umgang mit dem politischen Gegener wirft ein bezeichnendes Licht auf einen Selbst. Gruß
Was mich ein wenig wundert, dass Westerwelle Barbie überhaupt zu dieser Abstimmung antreten ließ. Waren ihre schlechten Chancen wirklich nicht absehbar? Und selbst wenn Niebel & Co keinen rechten Ein- und Durchblick in das Brüsseler Parlament haben – Barbie selbst hätte dafür eigentlich ein Gefühl haben müssen. Selbst bei 62% Präsenzquote.
@Mason: Seh ich auch so.
Hey, hat ja doch noch geklappt! Barbie ist gewählt!
http://www.welt.de/politik/ausland/article4120979/Silvana-Koch-Mehrin-braucht-drei-Anlaeufe-bei-Wahl.html
@V
Für Barbie zählt doch nur der Titel “Vizepräsidentin”. Ohne McMillan-Scott wäre das ja auch alles glattgegangen. Dass die Grünen nicht den polnischen Rechtsaussen wählen würden, der mehrfach mit dummen Sprüchen aufgefallenn ist, war auch klar. Dass sie in zwei Wahlgängen das mit Abstand schlechteste Ergebnis und im letzen das zweitschlechteste Ergebnis bekommen hat, vergisst die Öffentlichkeit schon bald – so sie es denn je wahrgenommen hat.
@Spiegelfechter: Ja, das ist wohl leider so. Vielleicht sieht man sie ja jetzt wenigstens (zumindest für eine Weile) etwas seltener im Fernsehen. Auf jeden Fall sorgte es heute Abend kurz für ein Lächeln (Grinsen) in meinem Gesicht ;) Insofern: Danke für Deinen Artikel ;)
Mannmannmann platzt mir grad der Kragen! Ich werd das gleich morgen mal meinem Chef vorschlagen, ob das so in Ordnung ist, wenn ich in Zukunft bloß noch netto 38,9% meiner Arbeit tue. Bei vollem Gehalt natürlich. Und zusätzlich hätte ich gerne für jeden Tag, an dem ich dann auch zur Arbeit erscheine noch einen Bonus von 262€. Bin mal gespannt, was er davon hält, das ist ja schließlich in gewissen Kreisen so üblich.
Und da wundern sich all die politkarrieristischen Lowperformer in ihrer selbstherrlichen Selbstbedienungsmentalität doch glatt über den plötzlichen Zustrom der Skeptiker im Parlament. Klar sind das meist lediglich Populisten auf Rattenfang, aber deren Anwesenheit weist immer auf einen Nährboden hin, auf dem sie gedeien können.
Puh, das mußte raus.
Grüße, Lars
Was habt ihr nur gegen die Frau die auf den Wahlplakaten versprochen hat: “Wählen Sie Ihr Europa!”.
So viele Europas, das ist doch nett! Vielleicht stimmt es ja auch, was in der FTD zu lesen ist, dass sie dafür abgestraft wurde, dass sie die Bordellbesuche ihrer Mitparlamentarier bei Elsass-Besuchen kritisiert hat. Das erscheint mir wahrscheinlicher, als eine Abstrafung für ihre seltenen Anwesenheiten im Parlament. Letzteres ist vermutlicher eher die Regel als die Ausnahme. Siehe auch Prantls Artikel über unser Bundesparlament, bzw. Bundesdormitorium, den ein anderer Kommentator empfohlen hat. Wer will sich da noch über das miese Image unserer Politiker beschweren?
@ Joachim
“.. hhmmm, wer solche Diskussionen führt braucht keine Diskussion über Dummheit zu führen …. Man kann zu den beiden Frauen stehen wie man will – menschlicher Respekt ist auch gegenüber andersdenkenden und -handelnden gefragt. Ihr gebt wirklich ein armes Bild ab. Gerade der Umgang mit dem politischen Gegener wirft ein bezeichnendes Licht auf einen Selbst. Gruß”
Billige Punkte auf unsere Kosten?
Hättest Du wohl gerne.
Es ist wohl offensichtlich, dass es hier nicht um den Intellekt von Frau Koch-Mehrin oder Frau Wagenknecht geht. Weil 1 Kommentator das gebracht hat, schließt Du gleich darauf, dass das hier unter die Gürtellinie geht?
Lies den Artikel!
Es geht hier nicht um irgendwelche Fragen des Intellekts, dieser Artikel ist eine Zusammenfassung der berechtigten Kontroversen um die Frau.
Im Übrigen finde ich sie zutiefst unsympathisch, egal, welche politische Linie sie vertritt.
Die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen, sagt doch ziemlich viel über den Intellekt einer Person aus…
Zur Abwechslung mal ein völlig unpolitischer, dafür aber umso polemischerer Kommentar: Mir ist es selten passiert, dass ich bei der Betrachtung eines Wahlplakates innerhalb von Millisekunden einen Begriff im Kopf hatte… Bei diesem hier (http://www.medien-sport-politik.de/wp-content/uploads/2009/06/Silvana_Koch_Mehrin.jpg) kam für mich ultraspontan nur eine einzige Bezeichnung für Frau Mehrin – die ich zuvor weder gesehen noch etwas von ihr etwas gehört hatte – in Frage. Ein Ausdruck der ihre ganze Energie und Wesenheit einzigartig umfasst: “Kirmesflittchen”! :-)
@ all
Auf die Gefahr hin, das Ganze aufs äußerliche zu reduzieren (Nicht, dass die Dame das nicht selbst befeuern würde) und auch ohne irgendeinen persönlichen Angriff, und einfach nur weils mich interessiert:
Warum heißt es immer “die schöne SKM”?
Ich kann diese Frau nicht als hübsch, geschweige denn als schön empfinden.
So ging es mir auch bei der Wagenknecht (”Die schöne Kommunistin” laut einigen Zeitungen).
1. Diese Frauen sind für mich nicht “schön”. Das muss jeder für sich selbst sagen können.
Findet jemand die SKM “schön”?
2. Was hat die “Schönheit” für eine politische Relevanz, dass die Zeitungen sie immer wieder explizit erwähnen müssen (Mir sind die Studien über größeren Erfolg gutaussehender Menschen bekannt, darum geht es hier aber nicht)
3. Läuft so was nicht eigentlich unter der Sexismusschiene (Auch wenn die Genannten nicht unschuldig daran sind)?
Diese Fragen sind eigentlich klar formuliert worden, eine Beleidigung/Reduzierung aufs Äußere ist nicht beabsichtigt, im Gegenteil.
Wer das nicht versteht, kann auch gerne darauf verzichten, mir zu antworten, dass erspart allen eine Menge Stress.
@15:
Zu 1: Ja. Silvana Koch-Mehrin etwas attraktiver als Sahra Wagennecht (etwas zu strenge Frisur, für meinen Geschmack).
Zu 2: Ablenkung? Bei Sahra Wagenknecht von den Themen, die sie vertritt, bei Silvana Koch-Mehrin, naja, dass sie keine Themen vertritt? ^^
Zu 3: Eigentlich ja. Man könnte das evtl. ausgleichen, wenn man jeweils im gleichen Satz den “schönen Guido” nennen müsste.
@ Max
Moin, der Artikel ist wirklich gut geschrieben und bringt die inhaltliche Seite ohne persönliche Heransetzungen rüber – ich habe ja auch absichtlich von der Diskussion und nicht vom Artikel geschrieben … aber ich sehe zwischen Anwesenheit und Effektivität in der Politik immer noch keinen Zusammenhang ( gilt übrigens auch in weiten Bereichen für die Wirtschaft ).
Gruß
@ Max … Schönheit liegt eben immer im Auge des Betrachters ….
@15 Max Krapp
Wie Joachim schon anmerkt, liegt Schönheit nun mall im Auge des Betrachters. Persönlich kann ich dem Typ Koch-Mehrin auch nicht sonderlich viel abgewinnen – zu glatt, zu blond und zu makellos; aber das ist nur meine persönliche Meinung, die nicht sonderlich relevant ist. Man muß allerdings konzedieren, dass sie dem allgemeinen Schönheitsideal wesentlich näher kommt, als die meisten anderen Politikerinnen. Natürlich kann man dieses Ideal hinterfragen, aber man muss es nun einmal auch als gegeben hinnehmen.
Das alles wäre auch nicht weiter von Bedeutung – aber im Falle SKM setzt die Partei ja ganz aktiv auf diese Kommunikationsschiene. Man versucht ja erst gar nicht, das Produkt SKM als ein Produkt mit inneren Werten zu vermarkten, sondern setzt ihre äußerlichen Eigenschaften ganz offensiv im Wahlkampf ein. SKM selber tut in ihrer Medienarbeit ebenfalls alles, um sich selbst über ihre Äußerlichkeiten ins Gespräch zu bringen.
Natürlich ist es eigentlich unwürdig, in einem Artikel mehrfach auf die Haarfarbe einer Politikerin einzugehen – da man bei SKM aber das Gesamtprodukt vor sich hat, muss man sich auch das Gesamtprodukt vornehmen, wenn man die Politikerin fassen will. Das ist kein Sexismus und kein Chauvinismus.
@Joachim
Das mag in bestimmten Fällen so sein. Ein Vordenker oder Hinterzimmerstratege á la Egon Bahr musste sicher nicht in jeder Ausschusssitzung oder Parlamentsdebatte sitzen, um seine wichtige Funktion ausüben zu können. Im Falle SKM ist das allerdings ein wenig anders. Sie ist weder Vordenkerin nich Hinterzimmerstrategin – zumindest behauptet so etwas noch nicht einmal der größte SKM-Fan. Sie wurde von den Wählern mit einem Mandat versehen, um in Brüssel die Arbeit der Liberalen wahrzunehmen. Das tut sie aber nicht im ausreichenden Maß – für Europaparlamentarier gehört u.a. die Berichterstattung dazu, auch hier hat sie durch komplette Arbeitsverweigerung geglänzt.
Wenn SKM sich vor die Kameras stellen und sagen würde, dass sie nicht für die Kernerarbeit da ist, sondern als Frontfrau die Politik ihrer Partei medial verkauft, so wäre das etwas anderes. SKM ist allerdings der Meinung, dass sie auch “im Back-Office” eine ausreichende Leistung erbringt und genau darüber kann und muss man streiten. Wer sich als Powerfrau kommuniziert, muss sich auch daran messen lassen.
@ ooooo der Lemmy ist wieder da!!!!
Hauptsache die LINKE gebasht. Und was gutes für die Welt und den Frieden getan. Alles andere ist egal.
ooo mann
Abgestraft? Naja, immerhin ist sie jetzt im Präsidium? Wer fragt in zwei Wochen noch danach, wie sie da rein gekommen ist. Immerhin: Sie ist gewählt.
Was ich mich frage: Gab es für das europaparlementarische Wahlvolk denn och eine andere Alternative als deutsche Pest oder polnische Cholera?
Wer weiß, vielleicht wird sie ja auch nach dem 27. September Bundeministerin für irgendwas. Neben dem schönen Guido ist sie unter den aktiven FDPlern sicher derzeit die bekannteste. Erreicht die gelbe Bande tatsächlich >15% wird mit Sicherheit eine erkleckliche Anzahl ministerien drin sein.
@Flinx #23:
In dem Fall würde Barbie wohl “Zensursula” beerben und als “Stasi-Barbie” diesem Blog ein Stoppschild aus Uschis Restekiste verpassen ;)
Ich finde das nicht fair: Erst kann die Frau Koch-Mehrin WEGEN ihrer Schwangerschaft monatelang nicht in Brüssel zur Arbeit erscheinen – und die böse Presse macht prompt ein großes Ballyhoo daraus. Und gleichzeitig streicht sie TROTZ ihrer Schwangerschaft noch fast 100.000 Euro für Vortragsarbeit als INSM-Botschafterin und in anderer Funktion ein – und der Presse ist es schon wieder nicht recht.
Ja – Herrgott: Was soll die gute Frau denn machen?
Ich finde das nur konsequent – schaue sich doch mal einer das aktuelle Wahlplakat der FDP an. Das ist gelebte Parteiideologie. Wo gibt es so etwas heutzutage schon noch…
@ joachim
Naja, Ingo schon sagte, es ist halt der Lemmy.
Er hat zudem einen Haß auf die Wagenknecht, dass ist annormal.
Haben das schon in einer früheren Diskussion festgestellt.
@ Lemmy
Warum eigentlich Freedom Lemmy (oder bist DU wider erwarten doch ein anderer?)
Ein m. E. äußerst dummer und geradezu lächerlicher Artikel zum Thema findet sich hier:
http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/zu-faul-zu-blond-zu-frau/
Dazu gibts eigentlich nichts weiter zu sagen. Herr Hoffmann, übernehmen Sie!
@28 Max Krapp
Ja – die tragische Verwirrung der taz. Leider nichts neues ;-)
Von 15 ernannten Kandidaten wird also am Ende, nach drei Wahlgängen, einer von den Kollegen abgewählt :)
Tolles Wahlverfahren, leider symptomatisch für den EU-Apparat.
Dieser Artikel ist verlinkt von:
http://www.stern.de/blog/index.php?op=ViewArticle&articleId=2689&blogId=82
“Wie die Kollegen von Spiegelfechter richtig anmerken:”
Ich finde die alle nicht schön. SKM sieht aus wie Bärbel Schäfer mit Betonfrisur (vielleicht mal fragen, ob einer der beiden Väter Handelsreisender war oder so), SW hat den Charme einer Gouvernante und auch das Merkle erzeugt bei mir nur Brechreiz, wenn es mit “barockem” Ausschnitt (uärgs) feiern geht. Macht korrumpiert. Irgendwo soll es darüber sogar einen Bildband geben, der das sehr eindrucksvoll zeigt.
Ich finde, SKM zeigt auf mannigfaltige Weise, wofür die FDP steht: Jeder ist sich selbst der nächste, auch wenn dafür mit allen Tricks gearbeitet wird, der Zweck heiligt die Mittel und Anstand und Benehmen sind total out, denn schließlich sind Realitäten relativ.
Ach ja, ist schonmal jemandem aufgefallen, dass alle ehrgeizigen FDP-Schergen blond und blauäugig sind? Ich sag ja nur…
Wow, DAS ist wieder mal ein erstklassiger Artikel, Jens:
Sehr aktuell, bindet all die Dinge ein, die schon während des Europa-Wahlkampfes aufkochten, stellt interessante Fragen zu den Reisekosten-Spesen (in Berlin ist sie auch dauernd in Talkshows zu sehen, und Berlin-Reisen kosten) – dass sie z.B. in Brüssel wohnt und dennoch 70.ooo Euro an Reisekosten erstattet bekommt, ist schon krass. Und die Lobby-Beziehungen zu INSM und gegen Attac kommt auch noch belegbar vor, ebenso die Tatsache, wie sehr sich Niebel für seine eine Frontfrau ins Zeug legt.
Verpackt in einen leicht spöttischen Tonfall – einfach ein guter Artikel.
Fassen wir zusammen: Eine inhaltsleere Barbiepuppe und ein rassistischer rechter Pole sind die Kandidaten für einen Posten, der zumindest für Laien recht ehrenvoll klingt: Vizepräsident(in) des europäischen Parlaments. Nebenbei erfährt man allerdings, dass es gleich 14 davon gibt (warum eigentlich so viele?). Nach dem dritten Wahlgang wird es schließlich Barbie mit sagenhaften 186 von 600 möglichen Stimmen.
Wer wundert sich da bei einem solchen (teuren) Affentheater noch über die Wahlmüdigkeit bei Europawahlen?
Danke für den ausgezeichneten Artikel!
Meiner Ansicht nach geht die Problematisierung der Anwesenheit daran vorbei wie Politik wirklich gemacht wird. Ich halte das für ein reines Ablenkungsmanöver.
Für wirklich problematisch an dieser Person halte ich die Tatsache, dass sie eine professionelle Lobbyistin ist, die mit einer unglaublichen Nonchalance unsere politischen Strukturen (und Ressourcen!) für ihre privaten Zwecke einsetzt resp. ausbeutet. Daher ist sie auch die richtige personifizierte Verdichtung für die Übel des Neoliberalismus und ihre Geschichte ein wirkungsvolles Argument gegen Schwarz-Gelb.
Und sie befördert natürlich Parteienverdrossenheit. Wer den Anspruch ,,liberal” vor sich herträgt und gleichzeitig (unterstützt von Niebel) in dieser Form die Justiz gegen Kritiker einsetzt bzw. gegen Journalisten hintenherum intrigiert (SWR-Sendung, Thomas Leif) bewirkt nur, dass die Wähler ein ebenso zynisches Verhältnis zur Politik aufbauen wie es SKM hat.
Eine Person, deren Urteilsfähigkeit ich vertraue, kennt Frau Wagenknecht persönlich und schätzt sie sehr, was Kompetenz und Integrität angeht. Deshalb finde ich es empörend wenn sie mit SKM auch nur im gleichen Kontext genannt wird.
Ahh, das Beste überliest man meist! Du meinst so ein Kirmesflittchen, das jeder mal darf? Also über den Kirmesplatz führen mein ich.
Die größten Geschichten schreibt doch immer noch das wahre Leben. Wem selbst DSDS und GZSZ zu kompliziert ist, für den gibts den FDP-Zirkus mit Menschen, Tieren, Attraktionen!
Mahlzeit
“Schön aber faul”
Ich weiss nicht wo die Frau schön sein soll…
Vielleicht wenn sie einen Abgang macht,
aber schön finde ich die überhaupt nicht.
Und was die erst für Blasen quatscht…
Warum denke ich da nur an ein Bolzenschußgerät….? :)
Hallo Herr Spiegelfechter, nur als Hinweis unabhängig von ihrem Text: haben Sie sich schon einmal angeschaut auf welch “obskuren” (ums mal vornehm zu sagen) Youtube-Kanal (”Deutschlandpolitik”) ihr Link führt. Kann natürlich das Zapp-Magazin nichts dafür, aber das sieht mir arg nach rechter Bauernfängerei aus.
@jubel.perser
Nein, das wußte ich nicht. Danke für den Hinweis.