Welthandel im freien Fall
geschrieben am 20. Juli 2009 von Spiegelfechter
Der Einbruch des Außenhandels stellt selbst die Verwerfungen der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren in den Schatten, wie jüngste Zahlen der OECD verdeutlichen
Der Tsunami an den Finanzmärkten hat auf den Realgütermärkten zu Verwerfungen geführt, für die es keine historische Parallele gibt. Wie Daten der OECD belegen, ist der Außenhandel in allen Industrienationen seit dem November 2008 förmlich kollabiert. Im ersten Quartal 2009 brachen die Exporte weltweit im zweistelligen Bereich ein, in Deutschland um 21 Prozent, in China um 25 und in Japan sogar um 54 Prozent. Der freie Fall des Welthandels scheint sich inzwischen zwar entschleunigt zu haben ? Nachfrageimpulse, die zu einer Trendwende führen könnten, sind jedoch nirgends in Sicht. Die deutsche Volkswirtschaft, die sich wie kaum eine andere auf den Güterexport konzentriert und dabei die Binnennachfrage vernachlässigt hat, ist von den Folgen dieses Einbruchs besonders bedroht. Hier rächt sich die dogmatische Wirtschaftspolitik des letzten Jahrzehnts.
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Die von Dir beschriebene Entwicklung zeigt, wie unzureichend die aktuellen Konjunkturprogramme der Bundesregierung sind. Eine exportabhängige Wirtschaft wie die deutsche kann nur durch Kostensenkungen (Nullrunden bei den Löhnen etc.) oder durch Forschung, Entwicklung und Innovation ihre Konkurrenzfähigkeit in der Krise wieder herstellen bzw. ausbauen. Kostensenkungen auf Kosten der Arbeitnehmer scheiden in der Krise jedoch aus, da dies die (ohnehin zu schwache) verbleibende Stützwirkung der Binnenkonjunktur beschädigen würde. Daher ist es unverständlich, warum nach wie vor der Fokus bei den Konjunkturprogrammen so wenig auf Bildung gelegt wird:
http://www.konjunkturpaket.de/Webs/KP/DE/FuerBuerger/fuer-buerger.html
Hier entdecke ich gerade mal einen Unterpunkt “Qualifizierung und Weiterbildung”, der sich allerdings offenbar auf Förderprogramme der Bundesagentur für Arbeit beschränkt. Wo bleiben die Impulse, Forschung, Entwicklung und Bildung anzuschieben? Mit Abwrackprämien und Wahlversprechen wie Steuersenkungen kommen wir sicher nicht aus der Krise, schon gar nicht “gestärkt”.
P.S.: Typo: “Was das die Werften und ihre Zulieferer bedeutet” => +”für” ;o)
“Daher ist es unverständlich, warum nach wie vor der Fokus bei den Konjunkturprogrammen so wenig auf Bildung gelegt wird…”
Man kann noch so viel Geld in die Bildung stecken (was ich durchaus begrüßen würde), trotzdem dauert die Ausbildung eines z.B. Maschinenbau Ingenieurs mehrere Jahre. Würde man jetzt in die Bildung investieren, wäre das zwar sinnvoll, aber Politiker denken nun mal in Legislaturperioden. Eine Maßnahme die nicht vor der Wahl greift, bzw. dem Publikum als greifend verkauft werden kann, ist halt uninteressant. Deswegen erscheint dem durchschnittlichen Regierungsmitglied ein Abwrackprämien Strohfeuer sinnvoller zu sein…
@Eastwood
Es ist ja nicht nur die Berufsausbildung, da wäre auch noch die Schulbildung, in die einiges investiert werden müsste. Wir haben zum Teil so marode Schulen, die Einrichtungen sind so manchesmal aus dem letzten Jahrtausend (will heißen, nicht mehr Stand der Dinge), Lehrerfort- und -weiterbildungen sollten auch stattfinden. Auch sollte das hiesige Schulsystem geändert werden. Das jetzige System ist zu inneffektiv und damit zu teuer, selbst wenn andere Staaten wesentlich mehr für die Schulbildung investieren.
Dann sollten wir zusehen, dass wir diese Politiker aus den Ämtern befördern und sie durch solche ersetzen, die mehr als nur vier Jahre denken können.
Dann liegt es einfach daran, dass wir solche Politiker haben, die das nicht rüberbringen können. Wieder ein Grund mehr, diese Politik an den Nagel zu hängen.
@ Eastwood:
Das stimmt natürlich, allerdings hätten massive Investitionen in Bildung aus meiner Sicht durchaus auch kurzfristige konjunkturelle Effekte. Bildungseinrichtungen müssten (aus)gebaut und saniert werden, Materialien, Werkzeuge, Instrumente u.ä. produziert und beschafft werden, Forschungsstellen eingerichtet und personell besetzt werden etc. Auch den Ausbau von Kitas zähle ich dazu, wo auch Arbeitsplätze entstehen und evtl. auch gebaut/saniert werden muss. Insbesondere für Letzteres wären die Milliarden der Konjunkturprogramme mal eine gute Gelegenheit gewesen, endlich mal substantiell etwas zu bewegen. Das wäre m.E. nach auch einem Durchschnittswähler zu vermitteln, man müsste es nur wollen.
@1 V
Diese Krise hat nichts mit “Konkurrenzfaehigkeit” zu tun!
Eines der Hauptprobleme war (und ist) der permanente Handelsbilanzueberschuss einiger Volkswirtschaften, insbesondere auch des “Exportweltmeisters” Deutschland.
Wenn eine Bedeutende Wirtschaftsnation wie Deutschland jahrelang regelmaessig erheblich mehr exportiert als importiert fuehrt das zwangslaeufig zum Kollaps der Handelspartner und damit zur zerstoerung der eigenen Absatzmaerkte.
Das ist auch der Grund, warum das Stabilitaetsgesetz u. a. einen ausgeglichenen Aussenhandel fordert. Diese Forderung muss (nach einem halben Jahrhundert!) endlich einmal umgesetzt werden. Und zwar nicht nur fuer Deutschland, sondern weltweit:
Volkswirtschaften, die merklich gegen diese Notwendigkeit verstossen, muessten dann durch Strafzahlungen den Schaden, den sie damit anrichten, wieder begleichen.
Davon abgesehen waere es auch sinnvoll, die Exportorientierung der deutschen Wirtschaft endlich durch (echte) Wirtschaftspolitik zu beenden…
Sehr guter Artikel Jens ;)
@V
Wer immer noch davon faselt, man muss, sollte und und in Bildung für die kapitalistische “Konkurrenzfähigkeit” investieren hat von der gesamten systematischen Systemkrise des Kapitals überhaupt nichts kapiert und verstanden.
Wir haben schon lange eine Überproduktionskrise des bestens ausgebildeten Humankapitals in Deutschland! Die gleiche Überproduktionskrise trifft das Humankapital in China, Frankreich, Iran usw. ebenso.
merkwürdig. Einige medien berichten, es geht wieder bergauf. Krugman sieht die aktuelle krise als halbe große depression. Ich denke die wirkweise ist aber eine ähnliche, wie damals, der verlauf aber ein anderer. diese finankriese ist nur ein fingerzeig, wohin es in den nächsten jahren geht. Spätestens, wenn die schuldner (konsumenten) am rande stehen, ist das spiel vorbei. Schwer vorherzusagen, wann das sein wird.
Schaut mal hier…–> http://www.planet.vaovaoweb.de/2009/07/20/wirtschaft/die-armutsindustrie/
Alles klar..!
Mlg
Jens – was tust du da!
Es ist erst nach der Wahl vorgesehen, dem Bürger zu erklären, wie die Lage leider, leider, leider, … wirklich ist. Dann wird die CDU-FDP ihr Blutbad anrichten – so wie damals die netten Herren mit ihrer A-2010.
So, so, Eichengreen und O’Rourke meinen, dass “die jetzige Krise erst im April 2011 ihr Ende erreicht”. Wahrscheinlich am ersten April. Kaffeesatzleserei!
Zuzustimmmen ist den Autoren uneingeschränkt, dass die derzeitige Krise mit der Weltwirtschaftskrise verglichen werden kann. Heute es geht es nicht um eine Öl-, Russland-, Südamerika- oder Südostasienkrise.
Heute geht es um eine Krise des Kapitalismus selbst, insbesondere der des Finanzkapitals bzw. der Banken. Um eine Vertrauens- und Schuldenkrise.
HRE soll weitere Milliarden benötigen. Ist das dort angelegte Geld des Steuerzahlers vielleicht gut investiert? Sicherlich nicht, zum Stopfen von Löchern, von Spekulationslöchern, dient es. Gutes Geld wird schlechtem hinterher geworfen. Sowas mag der involvierten Bank dienen; nichts davon hat die reale Wirtschaft, die reale Produkte herstellt oder der Konsument, der reale Produkte kauft.
Banken stellen auch Produkte her, virtuelle Produkte. Mit denen der Konsument leider häufiger, als ihm lieb sein kann, auf die Nase fällt.
Ein paar Prozent Zuwachs beim Wirtschaftswachstum ändert nicht viel an dessem vorherigen brutalen Absturz.
Die Rechnung wird uns nach der Bundestagwahl präsentiert.
Von der Politik.
Und von der Wirtschaft.
Keine Zurückhaltung wird es dann mehr geben.
Heulen und Zähneklappern wird bei uns herrschen.
Nein, nicht bei denen.
Die lachen sich ins Fäustchen ob der Gutgläubigkeit des deutschen Michels.
Alles wird gut – oder noch schlechter!?
Wir werden es schon merkeln, wenn die Westerwelle über uns bricht …
Besser gehts dann den Konzernen und schlechter den Verbrauchern.
Oh Fortschritt, perverser, lass ab!
Was ich nie verstanden habe… was will man denn im binnenmarkt loswerden.. die leute haben doch “fast” alles..gesättigt sagt man dazu…..auswandern und zurück zur natur is hier nen hobby…
die autobahnen sind voll, natur von wind, wasser, atom, kohlekraftwerken verschandelt……ich seh fuer einen grossen teil unserer wirtschaft im binnenmarkt keine wirkliche Wachstumschance……
Abwracken oder Krieg wäre ne Lösung, aber das will ja auch keiner…
ps:und diese ganze “iphone konsumgesellschaft” geht mir aufn sack.. kein mensch braucht sowas…. reine lebenszeitverschwendung..
@transwarp #11:
In der Tat, mit Schnickschnack ist der Markt gesättigt. Das heißt aber noch lange nicht, dass es keine Wachstumsmärkte mehr geben kann. Da müssen Innovationen und Strukturwandel (Energiesektor z.B.) her. Und dafür müsste man in erster Linie Bildung und Forschung stärken, was – wie von V. #4 richtig angemerkt – zusätzlich auch kurzfristige Impulse für die herkömmlichen Branchen bedeuten kann.
@11 transwarp
In nuce
…etwas Besseres als den Tod findest du überall
Weniger pessimum, mehr denken…
Einige Gedanken —> z.B. hier:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4067
Reuse Glass Save The Planet
Nationale Konjunkturprogramme allein können solche Krisen nicht überwinden, sondern bestenfalls die absaufende Konjunktur im Land ein wenig stabilisieren in der Hoffnung, dass die Volkswirtschaft sie ohne größere Kolateralschäden übersteht, bis die gröbsten Wogen geglättet sind. Dass hier ohne Veränderung in den Spielcasinos der internationalen Finanzmärkte etc. nichts Substanzielles bewegt werden kann, ist mir auch klar.
Nur – wer schon so viel Geld auf Pump vom Steuerzahler in die Hand nimmt, sollte zumindest sinnvolle (und nicht nur kurzfristig wirkende) Akzente setzen. Mich kotzt es jedenfalls einfach an, dass man an den aktuellen Konjunkturprogrammen und Bankenrettungsschirmen genau erkennen kann, wer wohl alles mit am Tisch saß, als seine Eckpunkte erdacht wurden.
Und bei Investition in Bildung geht es ja durchaus nicht nur um “kapitalistische Konkurrenzfähigkeit”, sondern z.B. auch um Teilhabe am politischen Leben (z.B. die Ursachen der “systematischen Systemkrise” verständlich zu machen ;)). Innvotationen auf dem richtigerweise von Tim #12 angesprochenen Energiesektor können auch auf dem relativ “satten” deutschen Binnenmarkt Impulse setzen, z.B. fallende Strompreise auf Grund neuer Technologien; neue Materialialen oder Produktionsverfahren könnten Solarzellen erschwinglich machen etc. Viele weitere Beispiele (auch außerhalb von iPhone & Co) sind denkbar. Diese Denke mag ja dem einen oder anderen etwas blauäugig und naiv vorkommen, aber die Alternative finde ich viel schlimmer.
@name #6: Wenn ich Deinen Kommentar richtig deute, haben wir zu viele bestens ausgebildete Fachkräfte, Existenzgründer etc. in Deutschland und anderswo? Wenn das die Krisenursache ist, haben wir in der Tat die Regierung mit den richtigen Rezepten ;)
@nescio quis#13: Genau! :)
@transwarp
Es geht ja nicht nur darum, ob man “etwas” hat, sondern was. Man kann beispielsweise Presspappenmöbel von Ikea besitzen, oder beispielsweise Vollholzmöbel mit Ornamenten und Applikationen. Klar, eine Tasse passt in beide, aber so ist der Mensch nuneinmal.
Ich möchte auch der These widersprechen, dass unsere Gesellschaft in toto gesättigt sei – da verkennst Du die Lebensreaitäten aber gewaltig.
Die Zeiten, als der Mensch sich mit den absoluten Basics zufrieden geben musste und in Höhlen hauste, sind zum Glück nuneinmal vorbei. Und auch damals gab es schon so lebenszeitverschwendende Dinge wie Höhlenmalereien, Kunstschnitzereien oder Schmuckherstellung – wer braucht so etwas? Niemand, aber das unterscheidet uns nun einmal vom Affen ;-)
@V
Das ist aber nicht so einfach, da so die Gefahr besteht, dass das Geld verpufft. Es ist nun einmal nicht so, dass es ökonomisch vollkommen egal ist, wofür man Geld ausgibt. Volkswirtschaftlich optimal wäre es, die Nachfrageseite anzukurbeln. Dann kommen aber wieder unsere Politiker, die von gesamtwirtschaftlichen Denken leider so gar keine Ahnung haben, und sagen, mit so etwas würde man vor allem die “Konkurrenz” stärken, da der deutsche Michel sich mit etwas mehr Geld doch nur einen MP3-Player made in China kaufen würde. Das Argument ist aber falsch – zu einem wird bei einem solchen Kauf der Großteil der Wertabschöpfung in Deutschland generiert (Handel, Marketing, Logistik), zum anderen können “wir” dem Ausland nur dann unsere tollen Exportprodukte verkaufen, wenn das Ausland seinerseits Waren hierher exportiert. Diese simple Logik versteht aber kaum wer. Für Frau Merkel (und andere) ist Welthandel eine Sache, bei der Deutschland immer mehr exportiert, ohne mehr zu importieren. Das geht aber nicht, nur – wer sagt es ihr?
@V
Die Regierungen in aller Welt unternehmen momentan nur eines: Marktbereinigung über die Schaffung von nationalen Superbankkonzernen mit Monopolstellung, die die bestehen Überproduktionskapazitäten über Aufkäufe von Konkurrenten und Schliessungen ausrotten sollen. Diese Politik verspricht aus Ihrer Sicht kurzfristig noch Profite. Goldman Sachs macht noch nur “Gewinne”, weil der amerikanische Staat Goldman zum Monopol direkt ausgebaut hat.
Die Dominanz dieses Finanzkapitalsektors ist so groß, dass man die Millionen Menschen in Deutschland, die aus dem kapitalistischen Dogma der zahlungsfähigen Nachfrage herausfallen und die unter massiver Unterkonsumtion, bei gleichzeitiger massiver Überproduktion von Produkten und Dienstleistungen, leiden, politisch und ökonomisch als nicht existierenden Faktor wahrnimmt und wahrnehmen kann.
War das nicht die Absicht der Kriegsgewinner, daß die deutsche Wirtschaft vom Ausland abhängig ist, so daß sie leichter zu kontrollieren ist? Wo kämen wir da hin, wenn Deutschland aus sich selbst heraus stark wäre.
Und zu all dem spielt das Bonner bzw. inzwischen Berliner Laien-/Marionetten-Theater das beliebte Stück “Wir müssen alle den Gürtel enger schnallen” in Wechsel mit “Löhne sind zu teuer” und “Arbeit muss sich wieder lohnen” (wobei noch unklar ist, was die Politiker mit Arbeit meinen; vermutlich die Umwandlung von zugeführter Energie in heiße Luft).
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Um eine neue Atlantikbrücke bauen zu können, müsste man nur erst mal die Alte abreißen, dem deutschen Volke eine deutsche Verfassung schenken, endlich mal eine echte Föderalismusreform durchführen (auch daß die Bundesländer soviel Macht haben, lag im Interesse der Kriegsgewinner, um eine erneute Machtergreifung eines Hitlers zu verhindern) und vor allem unseren politischen und wirtschaftlichen Eliten mal eintrichtern, wer der Souverän ist, notfalls nachdrücklichst…
*träum*
Ein wenig konkreter und für die schwarze Seite erscheint mir dies hier nicht unplausibel.
Fundamental sind die Risiko-Prämien für US-Staatsanleihen deutlich unterbewertet. Was passiert, wenn ausländische Investoren dort massiv rausgehen?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,637086,00.html
Auch die Krise der 30er Jahre verlief in unerwarteten Wellenbewegungen. Ausschließen möchte ich das nicht.
In einem weniger schwarzen Szenario wird die Krise in Ostasien schneller beendet. Die meisten der dortigen Länder sind weniger verschuldet, verfügen über strengere Banken-Gesetzgebungen, etc.
Ergebnis der Krise wär dann, dass sich das Aufholen dieser Länder weiter beschleunigen würde.
@name #17
Dass im großen Stil Überproduktionskapazitäten abgebaut werden, heißt ja trotzdem nicht, dass es diese überall und in allen Bereichen gibt und wir deshalb weniger Bildung, Innovation und Fachkräfte brauchen. Andersrum – eben weil wir in einigen Bereichen so große Überkapazitäten haben, braucht es Bildung, Innovation, Existenzgründung etc., um neue Arbeitsplätze und Wertschöpfungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dass wir Überkapazitäten in der Automobilbranche haben, ist z.B. offensichtlich. Und dass es in Bereichen wie diesem zu dramatischen Konsolidierungen kommen wird, ebenso. Aber ein Überangebot an sanierten Schulgebäuden, Lehrkräften, bezahlbaren regenerativen Energiequellen, Forschungsstellen und -ausstattungen, Existenzgründern usw. usf. kann ich nicht erkennen.
@V
Wer ist “wir” ? ;) Die Eliten des Finanzkapitalsektors, diejenigen des Industriekapitalsektor, die 10 Millionen Überflüssigen oder die 30 Millionen abhängig Beschäftigten, das alte und moderne Proletariat, in Deutschland?
Jens hat hier schon einmal einen sehr guten Artikel zu diesem gesamten Problem geschrieben:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/444/von-der-finanzkrise-in-die-2080-gesellschaft
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29286/1.html
Der aktuelle Kapitalismus hat sich von seiner technologischen Struktur so verändert, dass für die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung, die Ware Arbeitskraft der Menschen nicht mehr benötigt wird. Er frisst sich selbst auf. Dieser Segen für die Menschen, ist gleichzeitig ein Fluch für diese unter kapitalistischen Bedingungen.
Am gesellschaftlichen Widerspruch von Kapital und Arbeit kommt niemand vorbei.
@name
Jupp, “Autos kaufen keine Autos” ;) Es ist richtig, dass man mit der Abkehr vom Mythos der (privatwirtschaftlich organisierten!) “Vollbeschäftigung” auch über Konzepte wie das bedingungslose Grundeinkommen oder einen großen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor nachdenken muss. Bei letzterem ist neben z.B. Altenpflege und Jugendarbeit eben – schlag mich! – doch Bildung wieder eines der wichtigsten Stichworte. Oder? ;)
Leider ist es kein Wunder dass es in vielen Branchen in Deutschland so aussieht. Vieles an Realgüterproduktionen wurde ins Ausland verlagert. Teilweise sogar auch Forschungseinheiten gleich mit.
Gerade als Existenzgründer hat man es hier schwer – man entwickelt etwas was die eigene Wirtschaft unterstützt – auch für den Binnenmarkt sehr spannend ist und bekommt öffentlich keine Unterstützung dafür. Deutschland war schon immer wegen den Innovationen Vorreiter in der Welt und diesen Status lassen wir uns leider langsam nehmen von anderen aufstrebenden Ländern die eben Gas geben.
Eine unserer stärksten Branchen die Autoindustrie hat selbst Innovationen verschlafen – leider. Nun kommen Konzepte aus Übersee die den Markt aufrollen werden. (Elektroautos, Hyprid etc.) Ergebnis ist dass die Autoindustrie nur noch durch Abgabe von Unternehmensanteilen an Investoren überleben bzw. handlungsfähig bleibt. Siehe Daimler, siehe Porsche, siehe Opel etc.
@name und V
Ich glaube, Ihr seid gar nicht so weit auseinander, nur sprecht ihr nun einmal verschiedene Sprachen. Auch ich habe teilweise Probleme, names 80er-Jahre Rhetorik zu verstehen, was aber nicht heißt, dass er unrecht hätte.
Da name schon auf den 20:80 Artikel verweist. Gerade eben darum ist es extrem wichtig, die Bildung zu intensivieren! 20% können 80% ernähren, aber nur dann, wenn sie im internationalen Umfeld konkurrenzfähig sind – und damit meine ich nicht die Lohnkosten, sondern die Produktivität. Nach gesamtwirtschaftlicher Logik können, ja müssen(!), Produkltivitätssteigerungen mittel- bis langfristig die Löhne nach oben treiben. Der Rest der Welt schläft aber nicht, daher sind Bildung und Forschung elementar für die Zukunft dieser Volkswirtschaft.
Nachtrag: Aus dem “Proletariat” würde ich niemals jemanden als “überflüssig” bezeichnen. Ich halte es da mit Volker Pispers bzgl. seiner Gedanken zu wirklich “überflüssigen” Berufen; da fällt mir spontan “Investmenbanker” ein ;)
@V
Da muss ich ausnahmesweise mal Volker Pispers widersprechen. Auch Geier, Mistkäfer und Ratten haben ihre Aufgabe in der Natur und sind nicht überflüssig. Man muß im “Ökosystem moderne Gesellschaft” nur darauf achten, dass Investmentbanker das System nicht zum kippen bringen – ihre Aufgabe haben sie. Wer sonst sollte Wirtschaftsteilnehmer (auch Staaten) für ökonmisch unsinnige Handlungen bestrafen?
@Spiegelfechter #24
Ja, ich denke, das fasst es sehr schön zusammen. Das Problem bleibt, dass es auf absehbare Zeit in D durch die momentan immer noch sehr starken konservativen Kräfte hierzulande zu wenig Mut und keine politischen Mehrheiten für entsprechende Einsichten und Veränderungen gibt.
@Spiegelfechter #26
Das war jetzt auch nicht 100%ig ernst gemeint, und persönlich habe ich gar nichts gegen Investmentbanker, von denen sehr viele momentan ohnehin eine wirklich harte Zeit erleben, weil sie ihren Job verloren haben.
Tja Jens, ich sehe das ein wenig anders. Das besondere heute ist eigentlich nur, dass die Systemkrise die Zentren des Kapitals direkt erreicht hat, während diese schon Jahrzehnte an den Peripherien wütete. Die Anarchie der kapitalistischen Produktion lässt keine friedliche Lösung zu schon seit Jahrzehnten nicht. Dieser Widerspruch ist nicht friedlich lösbar. Es bringt nichts, auch mit dem Humankapital der Welt verschwenderisch und gegeneinander zu konkurrieren, ein Konkurrenzstreben, welches letztlich kriegerisch endet.
Die heutigen Investitionen des Staates im Forschungsbereich sind fast alles mittelbare Investitionen des Militärs. Wir erleben in diesem Bereich, wie schon in der Vergangenheit eine Zunahme zu dieser Tendenz in allen Staaten dieser Erde. Diese Tendenz ist auch Ausdruck der einseitigen Dominanz des Finanzkapitalsektors.
Logisch wäre eigentlich eine geplante, globale ökonomische Struktur für alle Lebensbereiche der Menschen, deren Austausch nicht auf Konkurrenz basiert. Miteinander, statt gegeneinander, gerade auch, weil der ökologische Zustand dieser Erde einen Punkt erreicht hat, bei dem vieles schon heute nicht mehr rettbar ist.
Kapitalismus ist Krieg und Krise, und diese Aussage ist in ihrer einfachen Umschreibung genau der Punkt, wenn man seinen eurozentrischen Blickwinkel einmal ändern würde.
…aber in nicht unbedeutenden Teilen der “Peripherie” waren deren Finanzkrisen mittelfristig eben temporär. In Malaysia, Indonesien, Südkorea, Argentinien, Brasilien folgte auf den Finanzkrisen im Zeitraum zwischen 1997 und 2002 eine Phase des starken Wachstums mit damit einhergehender Reduktion der Armen, wenn auch nicht der relativen Ungleichheit, die in all diesen Ländern stärker ausgeprägt als in Europa ist.
Dies manifestierte sich in einer hohen Zufriedenheit mit der Regierung in diesen Ländern.
Es entstehen halt mehrere Innovationszentren und das ist auch gut für modernisierungsfähige Rohstoff-Exporteure. Für uns ist das eher ein Problem.
@name
Als hätte ich mir das nicht gedacht ;-)
Das haben auch schon vorherige Krisen. Das besondere ist eher die Bandbreite des Einschlages.
Ich gehe mal davon aus, dass Du mit “Anarchie der kapitalistischen Produkltion” die freie Marktwirtschaft meinst. Nein – das stimmt so nicht. Der Umstand, dass es seit Beginn der Geschichtsschreibung ständig Kriege und Krisen gibt, erlaubt keinen Rückschluss auf ein Wirtschaftssystem als Verursacher. Auch der “Ostblock” hat Kriege geführt und – nein – dies hatte nichts mit dem bösen Kapitalismus als Konkurrenten zu tun.
Das sehe ich ganz anders. Konkurrenz ist eine Grundeigenschaft menschlichen und tierischen Handelns. Für eine Gesellschaft geht es mehr darum, diese Konkurrenz in allgemein verträgliche Bahnen zu lenken. In der Wirtschaft ist Konkurrenz ein nicht wegzudenkender Grundimpuls wirtschaftlichen Handelns.
Blödsinn *rolleyes*
Ich denke des Militärs? Oder stecken die unter einer Decke? *verschwörerischgrins*
Das hatte man im real existierenden Sozialismus doch probiert und es ist gnadenlos gescheitert. Der Markt ist der ideale Allokationsort für Güter und Waren – es geht aber darum, diesen Markt so zu gestallten, dass die Gesellschaft den größten Allgemeinnutzen hat.
Ja ja, schon klar. Miteinander statt gegeneinander könnte auch eine Naziparole sein. Sorry.
Um stattdessen für die armen ausgebeuteten Afrikaner und Asiaten zu sprechen, die das selbst komischerweise ganz anders sehen? Gegen den Materialismus der Chinesen (und anderer “Aufsteiger”) sind selbst verwöhnte Ärztesöhne und Jurastudentinnen altruistisch ;-)
Und ich hatte es schon finster geahnt, dass du irgendwann mit den alten bürgerlichen Thesen und biologischen Annahmen, die längst widerlegt sind, der alten Ideologie vom Homo oeconomicus in der light Variante und den Schlußfolgerungen selbst bei Spengler und Schmitt landen wirst…Jens… Über Deine Annahmen und Bewertungen “Der Ostblock hat” kann eigentlich nur jeder mit dem Kopf schütteln und ….naja……Wenigstens habe ich mich da nicht getäuscht ;)
Ach name, Du bist unverbesserlich ;-)
Jetzt liest Du hier schon den homo oeconomicus, Spengler ud Schmitt heraus. Fang mal lieber bei Hobbes an, das trifft es schon eher. Irgendwie erinnest Du mich an Grace Margaret Mulligan ;-)
Meine Güte, Hobbes samt Malthus und all die anderen Vertreter sind genau so bürgerlicher Schwachsinn mit ihren Verallgemeinerungen,Beobachtungen, Annahmen und einem vorgezeichneten Menschenbild, nur Produkte ihrer Zeit, die in der Konsequenz der entwickelten kapitalistischen Produktion genau Spengler und Schmitt als Ideologen hervorbrachten.
Wenigstens erleben diese Vertreter in den Zeiten der aktutellen Krise und mit ihren renationalisieren Lösungen wieder eine Renaissance und dienen als Begründung und Rechtfertigung für alles.
Dass ich das hier mal lesen würde, hätte ich nicht gedacht. War hoffentlich nur aus Frust/Versehen. Ums kurz zu machen: Planwirtschaft selbst ist in unzähligen, besseren Ausführungen denkbar, als bisher geschichtlich beobachtbar war. Ganz zu schweigen von möglichen Zwittersystemen.
Der Markt ist nur für homines oeconomici ideal. Allen anderen sollte man zutrauen, dass sie gesellschaftliche Arbeit auch anders organisieren können, wenn sie das wollen.
@memoon
QED? Wir bewegen uns hier auf rein theoretischer Ebene. Es gab nie echte Alternativmodelle und es wird sie mE auch nie geben. Hier geht es auch weniger um Volkswirtschaft, als um das Dogma eines Menschenbildes. Den “reinen” Markt gibt es zum Glück ja auch fast nirgends. Natürlich muss der “Markt” gesellschaftlich gestaltet werden – gar keine Frage. Alleine der Gedanke, die Güterverteilung per ordre mufti vorzunehmen, treibt mir aber Schweiß auf die Stirn. Von solchen totalitären Gedanken halte ich gar nichts.
Ich lese hier viel von “in Bildung investieren”. Glaubt denn wirktlich jemand daran, dass unsere herrschende “Elite” ein gebildetes Volk zulassen wird? Das hätte man schon jahrzehntelang machen können. Und wo ging der Zeiger hin?
Die schnellste Säge am Ast der neolib. Politik und Wirtschaft wäre ein gebildetes Volk !!!
Das wird man schön zu vermeiden wissen!
Und dann las ich noch irgendwo das Investmentbanker harte Zeiten haben, weil sie ihren Job verloren haben… Das kann nicht ernst gemeint sein !
Wenn der, der sich und seine Familie mit 1500? durchbringt, den Job verliert – DER hat harte Zeiten.
Aber der Investmentbanker, so er nicht so dämlich war und die ganze Kohle rausgeworfen hat, wird wohl kaum “harte” Zeiten haben!!!
Es seit denn man bezeichnet als HART, wenn man von Porsche auf E-Klasse umsteigen muss !
@SF/35
– ja gruselig, aber da führst Du ein Scheingefecht, denn nur eine (mir ebenfalls unsympathische) Minderheit der linken Antikapitalisten wünscht sich eine Zentralverwaltung. Die Mehrzahl der Ansätze geht von einer demokratischen, dezentralisierten Idee aus.
Du hast in früheren Kommentaren in Richtung name und anderen immer in der Art “reden wir über das Hier und Heute, Utopien bitte in einen anderen Thread” argumentiert. Das fand ich besser, als dieses Abgewatsche mit schlechten Argumenten.
– ein Ökonom aus dem 19. Jahrhundert hat mal ganz schlüssig erklärt, wie der Markt die Gesellschaft gestaltet. Den Markt zu gestalten, versucht man inzwischen seit vielen, vielen Jahren und ich finde, dass man dabei nicht weit gekommen ist.
Jens kritisierte zu Recht die von name gewählte Formulierung einer “geplanten, globalen ökonomischen Struktur für *alle* Lebensbereiche”. Also totale Planwirtschaft? Wer will das demokratisch dezentral planen? Gemeinderäte? Bürgermeister? Landesregierungen? Planwirtschaft befördert inhärent die berüchtigte “Tonnenideologie”, die eben nicht dazu führt, dass es dem Einzelnen besser geht. Welche Anreize zur Steigerung der Produktivität und Innovation gibt es noch, wenn künftig Politiker und nicht mehr Angebot und Nachfrage darüber entscheiden, was der Mensch will und braucht und was nicht? Das ist in der Tat eine gruselige Vorstellung. Mehr Regulierung und Mitarbeiterbeteiligungen, JA, Planwirtschaft: NEIN.
@memoon
Es gibt aber nichts dezentraleres und demokratischeres als den Markt ;-)
Aber lassen wir das.
@Spiegelfechter
Der entscheidende Unterschied zwischen “Demokratie” und “Markt” ist, dass in einer Demokratie jeder den gleichen Einfluss hat (one person, one vote).
Auf dem Markt entscheidet aber das jeweilige Budget ueber den Einfluss.
Und anders als in der neoklassischen (Lehrbuch-)Theorie kann man sein Einkommen auch nicht beliebig in der Arbeit-Freizeit-Entscheidung bestimmen…
@Goldener Reiter #40
Nö, die Kunden.
@Sf #16
Naja, bei der Abwrackprämie waren sie ja ganz non-merkantilistisch (non-Merkel-istisch), das muss man der Regierung zugestehen. Es war klar, dass sich das schwer zugunsten ausländischer Marken auswirken würde.
@19
“Ein wenig konkreter und für die schwarze Seite erscheint mir dies hier nicht unplausibel.
Fundamental sind die Risiko-Prämien für US-Staatsanleihen deutlich unterbewertet. Was passiert, wenn ausländische Investoren dort massiv rausgehen?
spiegel.de…
Auch die Krise der 30er Jahre verlief in unerwarteten Wellenbewegungen. Ausschließen möchte ich das nicht.
In einem weniger schwarzen Szenario wird die Krise in Ostasien schneller beendet. Die meisten der dortigen Länder sind weniger verschuldet, verfügen über strengere Banken-Gesetzgebungen, etc.
Ergebnis der Krise wär dann, dass sich das Aufholen dieser Länder weiter beschleunigen würde.”
Herr Müller zeigt, daß er besser in seiner Welt des Tradens verbleibt, denn von politischen Zusammenhängen versteht er nichts. Er denkt in Dimensionen von Platzen der Immobilienblase, etc.
Ihm ist nicht klar, daß er für das Platzen der US-Anleihenblase einen anderen Terminus verwenden muss: STAATSBANKROTT DER USA.
Dieser führt im günstigsten Fall zu einer Währungsreform. Bei aller Phantasie kann ich mir jedoch nicht vorstellen, daß eine Währungsreform des Dollars ohne militärische Auseinandersetzung einhergehen würde sprich KRIEG.
Soweit die schlechte Nachricht.
Und jetzt die gute Nachricht und was Herr Müller in seiner kleinen beschränkten Welt des Brokers nicht versteht: In welche Anlageform soll denn z.B. China als einer der größten ausländischen Investoren in US-Staatsanleihen umschichten?
- Rohstoffe: ja, da sind die Chinesen fleißig dabei, aber eine schlagartige Umschichtung würde zur Explosion der Rohstoffpreise führen und zur Vernichtung der chinesischen USD-Reserven in Billionenhöhe. Deswegen wird dies nur mittelfristig bzw. langfristig geschehen.
- Aktien: wunderbar. aber mit einer bankrotten USA werden die Aktienwerte gegen 0 tendieren.
- Euro-Anleihen: Die EU spielt das Spiel der USA mit und verschuldet sich auf Kosten der Steuerzahler um die Spielschulden der Banken zu bezahlen. Vom Regen in die Traufe.
- andere Währungen? Bestrebungen Chinas existieren bereits (siehe http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=14461) Aber diese werden von den USA und seinen Verbündeten sicher geblockt, weil sie sonst bankrott sind.
-> es wird so schnell nicht zum von Müller beschriebenen Szenario kommen, weil alle (auch die ausländischen Investoren wie China) kein Interesse an den Folgen haben.
Und zum Glück verstehen die Drahzieher in Peking und den arabischen Hauptstädten im Gegensatz zu Müller welche Folgen für ihre Länder daraus entstehen würden schlagartig ihre Investitionen aus US-Staatsanleihen abzuziehen.
Der Niedergang des Kapitalismus wird sich (ich bin Optimist) langsamer vollziehen, d.h. ich rechne erst in ca. 4-5 Jahren mit dem Staatsbankrott der USA und vieler europäischer Länder.
@ Karl Marx
Du musst (musst du nicht, du kannst es) wissen, dass die Prognosen von dem echten Karl Marx falsch waren, und zwar aus einem einfachen Grund: Der Marxismus ist eine akademische (deutsche metaphysische) Idiotie. Wenn du wagst, kannst du hier reinschauen
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/steuerung.php?tbch=ba&schp=marxis
Die Lage ist in der Tat zu ernst, dass wir sie den Scharlatanen überlassen. Der Weg der Ratio und der Wissenschaft ist: Hobbes, Locke, Montesquieu, … Smith, … Keynes
Man muss garnicht soviel sagen, um auf den Punkt und die Problematik der heutigen Wirtschafts Lage hin zudeuten. “Freihandel” oder wie oben genannt “Welthandel” ( Globalisierung) hat nur einen Zweck, die Reichen reicher zumachen und die Armen noch aermer! Der Freihandel fuehrt die Industrie aus dem Lande, und das nur wegen billigeren Produktions Moeglichkeiten!?
Da Stelle sich ma eine Frage: Was ist euch mehr wert, eine langanhaltend stabile Volkwirtschaft, oder niedrige Porduktionskosten?
Ich bin gespannt.
@41/K-H:
Hahahahaaaa. Selten so gelacht. Aber das mußte ja kommen.
Na gut. Schau’n wir mal. Ist der Kunde am Markt wirklich der entscheidende Faktor?
Auf einem idealen Markt – kann sein. Aber den gibt es nur auf dem Papier, d.h. in den Modellen, die manche Experten gerne mit der Realität verwechseln.
In der Realität gibt es so etwas wie “Monopole” oder “Oligopole”, und dann nehmen wir noch den Faktor dazu, daß der Kunde nicht alle Produkte sinnvoll substituieren kann; Beispiel: Stromversorgung. Wenn Du ernsthaft behaupten willst, daß hier der Kunde die Hand am Drücker hat, brauche ich meine persönliche Schlußfolgerung daraus nicht zu schildern, schätze ich.
Wo bleibt denn z.B. das 3-l-Auto? Wo doch die meisten Kunden sparsame Autos schätzen würden? Und viele Unternehmen bestimmt auch gerne Spritkosten einsparen würden? Fehlanzeige. Wird nicht mal ernsthaft an so etwas entwickelt.
Weitere Beispiele erspare ich mir.
Was “Goldener Reiter” gesagt hat, trifft in der Realität den Punkt. Mit ausreichend Geld in der Kriegskasse hat man zack-zack eine “marktbeherrschende Stellung”, ist “too big to fail” – und die Folgen, die darf der Kunde dann ausbaden. Da hat er dann tatsächlich “die Hand am Drücker”.