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  • Der Mohr kann geh’n

    geschrieben am 24. Juli 2009 von Spiegelfechter

    Nach der Demission von Wendelin Wiedeking strebt der Porsche-Clan nun die Macht bei VW an

    Die Enkel von Hitlers Lieblingsingenieur können sich die Hände reiben. Allen Familienzwistigkeiten zum Trotz, wird der Porsche-Piëch-Clan künftig über die Hälfte der Anteile an der Volkswagen AG besitzen und damit zu einer der reichsten und mächtigsten Familiendynastien der Welt aufsteigen. Der Mann, der im Auftrag des Clans die Repatriierung von Volkswagen vollziehen sollte, ist Wendelin Wiedeking. Gleich einem modernen Ikarus kam der Spitzenmanager jedoch der Sonne zu nah und merkte zu spät, dass seine Flügel nur von Wachs zusammengehalten wurden. Der ehemalige Staatskonzern Volkswagen ist der größte Automobilkonzern Europas und hat beste Chancen, noch in diesem Jahr Toyota von der Weltspitze zu verdrängen. Doch der Clan wollte mehr – letztendlich unterschätzte er jedoch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, die eigentliche Schlüsselperson im Kampf zwischen Porsche und Volkswagen.

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    Tags: Deutschland Wirtschaft
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    38 Kommentare:

    1. gerhardq schrieb am 24. Juli 2009 um 08:24 - Permalink

      Es wäre schön, wenn W. Wiedeking zu Toyota gehen würde, um VW mal zu zeigen, was er noch leisten kann.

      Der Spitzenmanager hat den Übernahmeversuch bei VW mit Sicherheit nicht ohne das Einverständnis von W. Porsche und F. Piech unternommen. Da der Versuch nicht geklappt hat, ist er jetzt das Bauernopfer. Daß hauptsächlich durch seine Arbeit der Porscheclan (die Familien Porsche und Piech) in die Milliardärsriege aufstieg, ist uninteressant – er wurde schließlich für seine Arbeit fürstlich entlohnt ( ein Taschengeld gegen die Gewinne des Porscheclans! ).

      Wahrscheinlich wird in den nächsten Jahr die Sperrminorität nach dem VW-Gesetz durch das EU-Gericht aufgehoben. Aber dann ist es für den Visionär W. Wiedeking zu spät, dann haben die Intriganten Wulff und Piech schon gewonnen. Allein das Interview mit C. Wulff und die kaum verborgene Häme wäre für mich ein Grund, seine Partei nicht zu wählen.

    2. Godwin schrieb am 24. Juli 2009 um 08:44 - Permalink

      Warum dieser Verweis auf den Großvater und Hitler? Tut das irgendwas zur Sache? …

    3. Joerg schrieb am 24. Juli 2009 um 08:56 - Permalink

      Aber das ist doch ein wunderbares Lehrstück über die Unbeholfenheit deutscher “Macher” im globalen Finanzkapitalismus! Das gibt Stoff für noch viel tiefer gehende Analysen. Ich würde da auch nicht unbedingt so schnell die Rollen (Schurke, weißer Ritter, Mohr usw.) verteilen bzw. sie noch ein bisschen breiter ausmalen, so dass es diesem Panoramagemälde namens Globalisierung angemessen ist. Was ist z. B. mit Wulff? Die Mutation vom Schwiegersohn der Nation zum abgefeimten Strategen ist doch bemerkenswert!
      Piech andererseits eignet sich hervorragend als Hassfigur, aber ich muss gestehen, dass er mich irgendwie fasziniert (und das sage ich nicht nur als Audi-Fan!).
      Was übrigens ganz und gar fehlt, ist die Rolle der Gewerkschafter. Dieser Betriebsratsvorsitzende von Porsche mit seinen Besetzungsplänen war doch göttlich! Und erst die Inszenierung des Abgangs im Regen!

      @gerhardq: Mir kommen die Tränen!

    4. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 09:17 - Permalink

      @gerhardq

      Wahrscheinlich wird in den nächsten Jahr die Sperrminorität nach dem VW-Gesetz durch das EU-Gericht aufgehoben. Aber dann ist es für den Visionär W. Wiedeking zu spät, dann haben die Intriganten Wulff und Piech schon gewonnen.

      Wulff wird sicher auch künftig noch mit aller Macht gegen eine Aufhebung des VW-Gesetzes kämpfen. Die ersten Heckenschützen aus der Unionen haben ja bereits zum Kampf aufgerufen – da werden sich die Porsches aber freuen.

    5. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 09:20 - Permalink

      @Joerg

      So unbeholfen finde ich die Rolle der “Manager” in diesem Spiel gar nicht. Der einzige, der wirklich versagt hat, war wohl Härter, der keinen Plan B hatte. Das ausgerechnet Versicherungsvertreter und Schwiegersohn Wulff die Fähigkeiten haben würde, es mit den Top-Managern aufzunehmen und zu gewinnen … das hätte auch ich vor zwei Jahren nicht gedacht. Auch wenn ich Wulff sicher nicht ausstehen kann, muss ich in diesem Punkt den Hut vor ihm ziehen.

      Die Rolle der Gewerkschaften habe ich aus Platz- und Zeitgründen nicht näher beleuchtet. Der Clinch zwischen den Patronen Hück und Osterloh wäre sicher einen eigenen Artikel wert.

    6. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 09:23 - Permalink

      @godwin

      Warum dieser Verweis auf den Großvater und Hitler? Tut das irgendwas zur Sache?

      Ja natürlich – man kann die jüngere Geschichte des Porsche-Clans und die Geschichte von VW und Porsche nicht verstehen, wenn man die Gründerjahre nicht betrachtet und da gehört der bekannteste Österreicher aller Zeiten nun einmal untrennbar dazu.

    7. Joerg schrieb am 24. Juli 2009 um 09:43 - Permalink

      @Spiegelfechter: Na ja, die Verantwortung jetzt von Wiedeking auf Härter zu schieben, wechselt ja nur die eine Figur gegen die andere aus. Der springende Punkt für mich ist der: Sowohl Wiedeking als auch Piech sind Autobauer. Das meine ich jetzt durchaus im emphatischen Sinn. Wiedekings Vita kenne ich nicht so genau, aber von Piech heißt es ja, er habe Benzin im Blut.
      Dieser Umstand besagt zweierlei: 1. Um ein Automobilunternehmen zu führen, bedarf es anderer Qualitäten als jener, die man in MBA-Studiengängen lernt.
      2. Wenn solche Automacher sich auf das glatte Parkett der Finanzjongleure begeben, scheitern sie.
      Aus dieser Erfahrung gilt es Lehren zu ziehen, und zwar möglichst ohne Schwarzer-Peter-Spiele und Vatermord-Inszenierungen. Dann kommen wir womöglich zu einer nachhaltigen Regeneration der Wirtschaft und können die Einsicht in die Notwendigkeit der Beschneidung der ausufernden Macht des Finanzsektors befördern.

    8. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 09:48 - Permalink

      @Joerg

      D´accord – auch sehe ich den Porsche-Clan durchaus dafür in Verantwortung, den Hund von der Kette gelassen zu haben, ohne auf einen überzeugenden Plan B zu bestehen. Aber wer weiß, vielleicht erleben wir auch gerade eben den Plan B. 51% an VW wären ohne VW-Gesetz ja nicht eben ein schlechtes Auskommen vor die Porsches und die Piechs.

    9. nescio quis schrieb am 24. Juli 2009 um 10:03 - Permalink

      @3 —> @gerhardq: Mir kommen die Tränen!

      http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturen/kari_20090723_Spender.gif
      [via] —> http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur.php

      … mir auch!

    10. Joerg schrieb am 24. Juli 2009 um 10:26 - Permalink

      @Spiegelfechter #8: Aber hier geht es doch nicht ums Auskommen! Wenn man sich anschaut, was seit den Achtzigern in der Realwirtschaft abgegangen ist, (Stichwort Nabisco et al) dann konnte man als Wirtschaftslenker alter Schule schon das Fürchten kriegen. Als Brüssel signalisierte, dass das VW-Gesetz abgeschafft würde, waren die Würfel gefallen.
      Zwei Institutionen sind mit dem deutschen Wiederaufstieg nach dem Krieg verbunden: Die D-Mark und VW. Erstere ist weg. Sollte die zweite an irgendsoeinen Cerberos oder Ripplewood fallen – was bliebe dann noch von uns?

      nochmal @#1 Wiedeking im Drei-Tatami-Zimmer, Sushi essend und Sake trinkend als Shogun von Toyota? Eher gibt es ein neues Pearl Harbour.

    11. Dr. Bär schrieb am 24. Juli 2009 um 10:33 - Permalink

      Etwas OT: Man liest ständig, dass die hohen Gehaltszahlen an Wiedeking damit begründet werden, dass er damals mit seinem Privatvermögen gehaftet hätte. Gibt es dafür irgendwelche Quellen ? Bei Amtsantritt war er knapp 40, er stammt aus keiner begüterten Familie und in den Jahren, die er zuvor gearbeitet hat, kann er doch eigentlich kein so großes Vermögen angehäuft haben, dass eine Bürgschaft von ihm im Verhältnis zu den Forderungen der Banken an Porsche irgendeinen Sinn hätten ergeben können.

    12. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 10:35 - Permalink

      @Joerg

      Wen geht es nicht um Auskommen? Dem Land Niedersachsen? Das will mit aller Macht seinen Einfluss bewahren, um Arbeitsplätze zu sichern, Steuern und Dividenden einzunehmen und Standortpolitik zu betreiben. So lange das VW-Gesetz steht, ist es da nicht sonderlich wichtig, wer der Partner ist. Der Familie Porsche? Natürlich geht es den Porsche-Piechs neben durchaus vohandenen Visionen von einem Global Player auch um das Auskommen. Es wäre doch naiv anzunehmen, dass es einer Industriellen-Dynastie nicht um die Besitzverhältnisse ginge.

      Die Unterscheidung zwischen Porsche und Finanzinvestoren würde ich heute auch nicht mehr so klar ziehen – immerhin hat Porsche bewiesen, dass sie allen wohlfeilen Worten zum Trotz auch agieren können wie eine Heuschrecke, wenn es nur dem Ziel dient.

    13. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 10:38 - Permalink

      @Dr. Baer

      Dafür habe zumindest ich keine überzeugende Quelle. Fest steht aber, dass er damals auf einen großen Teil seines festen Gehaltes verzichtet hat und dafür eine 0,9% Gewinnbeteiligung zugesprochen bekam. Daran kann man eigentlich wenig aussetzen, zumal er – anders als andere Top-Verdiener – sein Einkommen auch ganz artig in Deutschland versteuert. Letztendlich zahlen ja auch die Porsche-Piechs sein Gehalt. Wiedeking ist mE die falsche Person, wenn es um das Anprangern von Rekordgehältern geht.

    14. Joerg schrieb am 24. Juli 2009 um 10:49 - Permalink

      @Spiegelfechter: Ok, wenn Du Auskommen so verstehst, hast Du recht. “Besitzverhältnisse” trifft es für mich schon eher. Macht, vor allem. Aber man sollte das nicht so sehr auf das Materielle reduzieren. Da spielen eben einfach Dinge hinein, die man mit Ökonomismus nicht erklären kann.

      Was Porsche als Heuschrecke angeht, sollte man unterscheiden, ob jemand aus eigenem Antrieb so handelt, wie er es tut, oder ob er lediglich einen Angreifer mit den eigenen Waffen zu schlagen versucht – und dabei gehörig auf die Schnauze fällt. Der Charme der Identifizierung des kleinen Sportwagenbauers Porsche mit den Hedgefonds beruht m. E. darauf, dass die Produkte der ersteren die Statussymbole des Personals der letzteren sind. Übrigens ist Porsche ebendeshalb so erfolgreich gewesen und nicht, weil Herr Wiedeking über irgendwelche Wunderkräfte verfügte.
      Man sollte symbolische Bezüge niemals überstrapazieren, sonst gefährdet man die Analyse. (Den Schuh musst Du Dir natürlich nicht anziehen ;-)).

    15. Dr. Bär schrieb am 24. Juli 2009 um 10:54 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Ich wollte nicht das Gehalt von Wiedeking anprangern, glaube aber inzwischen, dass der beschriebene Verzicht auf sein festes Gehalt die sagenumwobene Haftung mit seinem Privatvermögen darstellte.

    16. Joerg schrieb am 24. Juli 2009 um 11:07 - Permalink

      Gerade habe ich auf Tagesschau.de die Philippika des Betriebsratschefs Hück gesehen. Wenn ich mich als Arbeitnehmer auf eine solch groteske Figur hätte verlassen müssen, hätte ich wahrscheinlich schon Harakiri begangen.

    17. name schrieb am 24. Juli 2009 um 11:57 - Permalink

      Wulff spielte von Anfang an mit den dominierenden Banken (!) und deren Vorstellungen den zu erwartenden idellen Gesamtkapitalisten, dessen Sichtweise strategischer Art auf einen globalen, deutsch dominierten Automobilkonzern ist.

      Die Konzentration und Zentralisation nimmt in diesem sehr wichtigen industriellen Bereich in der Überproduktionskrise rasant zu. Diese Welle wird auch BWM in Deutschland, das industrielle Herz Italiens mit Fiat und selbst das franzöische Herzstück mit PSA Peugeot Citrön treffen. Die deutschen Gesamtkapitalisten haben ihre Dominanz bewiesen und werden diese in Europa ausbauen, auf Kosten aller anderen nationalen Industriekonzerne.

    18. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 11:59 - Permalink

      @name

      Und die Porsches und Piechs sind keine “deutschen Gesamkapitalisten” (lustiges Wort)?

    19. name schrieb am 24. Juli 2009 um 12:13 - Permalink

      @18

      Nein, ich diese beiden Familien nicht als “idelle Gesamtkapitalisten”, deutsche dominiert sind diese natürlich: die Interessen von Porsche und Pierch sind in ihrer Sichtweise beschränkt auf ihre ureigensten Interessen im Automobilbereich. Wulff hat von Anfang an eine Rolle eingenommen, die über diesen Interessen steht und eine Position eingenommen, die langfristig im Zusammenhang mit den anderen Interessen anderer Konzerne zu sehen ist.

      Kurz: wer Europa nach seinen Vorstellungen dominieren und in eine bestimmte Richtung umbauen will, braucht eine Sichtweise, die mit den und über die Interessen zweier familiärer Milliardärsfamilien und hinausgeht.

      Welche Rolle der Banken bei dieser strategischen Neuordnung direkt gespielt haben, wird sich auch noch abzeichnen.

      OFF Topic

      Hast du dir den Film über das Wasser “Wasser ist Leben” nun mal anschauen können?

    20. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 12:19 - Permalink

      @name

      Das ist ja auch klar – warum sollte Wulff sich um die Automobilsparte kümmern. Ihm geht es um sein Land und das ist eigentlich auch gut so. Bevor hier ein falscher Verdacht aufkommt – nein, ich mag ihn nicht ;-)

      -> Wasser ist Leben

      Ich habe den Film immer noch nicht bekommen :-(

    21. name schrieb am 24. Juli 2009 um 12:59 - Permalink

      Ich habe dir schnell mal eine Email geschickt Jens.

    22. Spiegelfechter schrieb am 24. Juli 2009 um 13:00 - Permalink

      @name

      Danke – hast auch schon eine Antwort ;-)

    23. nemetico schrieb am 24. Juli 2009 um 14:15 - Permalink

      @2
      ja.

    24. Lesefuchs schrieb am 24. Juli 2009 um 15:23 - Permalink

      … und das alles unter diesem Hintergrund ;-))

      http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A9la_Bar%C3%A9nyi

    25. OAlexander schrieb am 24. Juli 2009 um 16:36 - Permalink

      Eigentlich Schade, dass in Deutschland nunmehr die Zahl der unabhängigen Autobauer auf drei reduziert wurde. Unweigerlich ein Verlust an Produktvielfalt und Firmenkultur.

      Der Fall Porsche zeigt aber auch eine andere Problematik der Wirtschaft: wenn es Firmen zu gut geht wagen sie sich oft aufs Glatteis. Andererseits, wenn sie zuviel Cash anhäuft ist sie zum Übernahmeopfer prädestiniert.

      Darüberhinaus hat Wiedeking durchaus gute Arbeit abgeliefert. Vor seinem Amtsantritt lavierte die Firma zwischen roter und schwarzer Null, während im letzten halben Jahrzehnt der Gewinn immer mehr als eine Milliarde Gewinn erwirtschaftete. Wiedekings Erfolg war auch kein Kind allgemein günstiger Umstände in seiner Branche; vergleichbare Unternehmen hatten weniger günstige Schicksale.

      Auf wessen Mist die Idee gewachsen ist VW aufzukaufen wird hoffentlich seine Autobiographie dereinst beleuchten.

    26. Joerg schrieb am 24. Juli 2009 um 16:45 - Permalink

      Der Sieg von Wulff in dem Machtkampf und den erhalt der VW Beteilung nebst des VW Gesetzes dürfte sich noch als Pyrus Sieg herausstellen. Er hatte im Verlauf der Übernahmeschlacht eine hervorragende Möglichkeit seine VW Anteile zu einem unverschämt hohen Preis anzubieten, bzw auf den Markt zu geben. Nur aus Stolz und seinem politischen Ego hat er dies nicht gemacht. Es wäre eine hervorragende Möglichkeit gewehsen VW eine schlagkräftige Führungsstruktur zu verpassen, doch nun werden die Querelen weitergehen. Dabei wurde versäumt sich auf die kommende Absatzkrise durch den Wegfall der Abwrackprämie vorzubereiten. Darüberhinaus wäre der Landeshaushalt saniert gewehsen und es hätte sinnvoller in Infrastruktur und Bildung investiert werden können. Eine Landesregierung muss nicht bei einem Autokonzern beteiligt sein.

      Ich fürchte damit hat man weniger einen deutschen Toyota Konzern geschaffen, sondern eher einen deutschen General Motors.

    27. R_Winter schrieb am 24. Juli 2009 um 19:46 - Permalink

      Der Zusammenschluss VW-Porsche ist nicht schlecht, da beide Gesellschaften davon profitieren.
      Was Wiedeking geleistet hat, kann daran gesehen werden, daß vor 15 Jahren Proschemitarbeiter bei Karmann waren, um zu sehen, wie die Fertigung aussehen könnte.
      Heute ist Karmann pleite (trotz japanischer Berater) und Porsche ist Top.
      VW macht heute (und sicher auch morgen) mehr Umsatz in China als in Deutschland.
      Die Abfindung für Wiedeking ist niedrig, gegenüber den Abfindungen von Bankstern, die Mrd. von Euro verbrannt haben und Mill. von ? erhalten.
      Was alle lernen sollten: Leistung zählt nichts – Chemie alles.

    28. name schrieb am 25. Juli 2009 um 11:07 - Permalink

      Langsam lichtet sich der Wald der Illusionen auch bei Porsche. Statt dauerprofital scheint der Konzern eher dauerpleite gewesen zu sein, und es tauchen die Bestimmer mit der Deutschen Bank hinter dem harten Kurs von Wulff auf, und flüstern sogar öffentlich, wie ihre Vorstellung von Neuordnung der Automobilindustrie genau auszusehen hat.

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638207,00.html

    29. R_Winter schrieb am 25. Juli 2009 um 11:31 - Permalink

      Das die Deutsche Bank hinter vielen Entscheidungen steckt, ist nichts Neues. Die Deutsche Bank steckte hinter der Pleite der HRE und den 104 Mrd. ? Finanzmittel für dieses Pleitier, sie hat Steinbrück das Gesetz diktiert für das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz und eigene Verlust damit von über 10 Mrd. ? von Papieren der Schrottbank HRE vermieden.
      Porsche ist offensichtlich mehr Pleite als sichtbar war und die bevorstehen, steuerneutrale Übernahme durch den VW-Konzern scheint die letzte Rettung für Porsche – und wer zahlt dafür….?

    30. Shitop schrieb am 25. Juli 2009 um 12:49 - Permalink

      @27
      VW macht heute (und sicher auch morgen) mehr Umsatz in China als in Deutschland.
      Schön für die Chinesen, denn das verdiente Geld bleibt im Land. Anders als bei Opel in D.

    31. Netzbummler schrieb am 25. Juli 2009 um 14:03 - Permalink

      Du, Jens, bist Du sicher, dass der Wiedeking von seiner Abfindung wirklich was hat? Immerhin müsste das Geld doch eigentlich versteuert werden, oder? Und zwar mit 46 Prozent Spitzensteuersatz, wenn ich nicht völlig daneben liege. Und wenn er dann noch 50 Prozent der Gesamtsumme spendet, dann hat er noch 4 Prozent. Bei 50 Millionen… ähm… 3 Millionen? Kann das hinkommen?

      Grüße,
      7

    32. R_Winter schrieb am 25. Juli 2009 um 14:04 - Permalink

      @30

      Es ist ein Irrtum, daß etwas von Opel im Lande bleibt. Das Know How, der Umsatz (GUS) und der Gewinn bleiben fast ganz im Ausland. Das Überleben von Opel ist fraglich.

    33. name schrieb am 25. Juli 2009 um 14:30 - Permalink

      @32

      Ganz so stimmt das nicht. Opel ist als “amerikanischer Vorposten” direkte Konkurrenz zu VW, und die deutsche Politik duldet keinen amerikanischen Konkurrenten mehr in Europa, der VW gefährlich werden könnte.

      Der Streit, den die FTD die letzten Tage plastisch schilderte, sprach Klartext: beide verbliebenden Interessenten an Opel haben kein tragfähiges, langfristiges Überlebenskonzept. Die deutschen Vertreter sprachen die Wahrheit auch gegenüber den Herren der Bundesregierung, von denen diese selbst als Vertreter eingesetzt worden sind (!), die von Anfang an im Dilemma zwischen der Bundestagswahl auf der einen Seite und dem originären Interesse VW keinen weiteren Konkurrenten mit deutschem Steuergeld zu erschaffen, steckt, und dabei vor der Wahl jede Lüge noch verkauft.

      Um das Know How geht es letztlich überhaupt nicht: es geht um die Produktionskapazitäten von Opel, die VW nicht gefährlich werden dürfen.

      Der einzige Interessent, der wirklich Opel aus purem Eigeninteresse erhalten hätte müssen, wäre Fiat gewesen, der damit aber noch stärker gegenüber VW aufgestiegen wäre.

    34. Shitop schrieb am 25. Juli 2009 um 15:01 - Permalink

      @32
      Das von VW in China verdiente Geld bleibt in China.
      Das von Opel in Deutschland erwirtschaftete Geld wird an GM abgeführt.

    35. R_Winter schrieb am 25. Juli 2009 um 16:45 - Permalink

      @34

      So ist es: Opel wird von beiden Bietern ausgesaugt – finanziell und im Know How.
      Der Gewinn von VW bleibt in China – warum auch nicht, aber vorläufig werden noch Arbeitsplätze in der Verwaltung bei VW durch den Verkauf weltweit gesichert.
      Produktionskapazitäten in Deutschland sind zweitrangig und im Sinne der Banken und Aktionäre nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt – Lohnabbau oder/oder Verlagerung.
      Porsche hatte nach den heutigen Wissensstand nur die Möglichkeit der Kooperation.
      Wiedeking ist “gegangen wurden” zum letzt möglich Zeitpunkt, bevor der ganze Mist auf dem Tisch liegt.

    36. Netzbummler schrieb am 25. Juli 2009 um 22:10 - Permalink

      Ich nochmal. Ich habe mich gerade heute mit einem Freund unterhalten, der als Wirtschaftsprüfer arbeitet. Der meinte, dass er von seinen Boni 52 Prozent abgeben muss. Also unterm Strich nur 2 Prozent = 1,5 Millionen, die Wiedeking am Ende hat?

    37. Timmy schrieb am 27. Juli 2009 um 16:51 - Permalink

      Wie war das noch, von den 50 Mio sollen doch 50% in die Stiftung gehen – sind die dann steuerfrei? Sonst wären ja 52% von 50 Mio = 26Mio. Wenn er 25Mio behält, dann wären das immerhin ein Minus von 1 Mio ????

    38. name schrieb am 30. Juli 2009 um 12:19 - Permalink

      Interessanter Artikel, der die gesamte Politik in der systematischen Krise des Kaptials auf das Motto reduziert, worum es geht: Alles für VW

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,639164,00.html


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