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  • So tickt der Russe

    geschrieben am 24. Juli 2009 von Spiegelfechter

    Wer wissen will, was die Russen über sich, ihre Vergangenheit und Zukunft, Demokratie, Freiheit und Politik denken, für den ist das Statistische Jahrbuch des Levada Centers die Lektüre erster Wahl. Das Levada Center ist nicht nur ein international angesehenes demoskopischs Institut, es verfügt als Nachfolger des VCIOM auch über Datenreihen, die bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion zurückreichen, wodurch besonders aufschlussreiche Langzeitreihen ermöglicht werden. Im aktuellen Jahrbuch, in dem die interessantesten Umfrageergebnisse und Trends zwischen März 2008 und März 2009 vorgestellt werden, wurde ein besonderer Fokus auf die Finanzkrise und ihre Folgen für Russland gelegt. Ferner wurde in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach eine deutsch-russische Vergleichsstudie unternommen, in der Russen und Deutsche über das Bild des jeweils anderen befragt wurden. Das Statistische Jahrbuch ist auch in englischer Sprache im Internet frei erhältlich. Die interessantesten Ergebnisse hat der Spiegelfechter für Sie zusammengefasst:

    Finanzkrise ? Trendwende und Angst

    Das Jahr 2008 war kein gutes Jahr für die Russen. 46% aller Befragten sind der Meinung, dass 2008 schlechter war als das vorangegangene Jahr ? dies ist der höchste Wert seit 1999, in dem das Land mit den Folgen einer schlimmen Wirtschaftskrise zu kämpfen hatte. Aber auch diejenigen, die 2008 gut fanden, sind in der Begründung dieses Urteils eher pragmatisch ? ?gut ist, dass nichts schlimmes passiert ist? ist der meistgenannte Grund. Soziale und wirtschaftliche Faktoren sind es, die den Russen aufs Gemüt schlagen. Der materielle Wohlstand stellt für 76% aller Befragten ein Defizit im heutigen Russland dar. 12% gaben an, dass ihre Familie nicht genug Geld hat, um genügend Lebensmittel kaufen zu können, bei weiteren 29% reicht es zwar für Lebensmittel, aber nicht mehr für ausreichend Kleidung. Dementsprechend haben auch 60% der Russen Sorgen, wenn sie an die Folgen der Finanzkrise für sich selbst denken. Die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, dass die Konsequenzen ähnlich hart werden wie die der russischen Wirtschaftskrise im Jahre 1998.

    In die Zukunft schauen die Russen daher auch eher pessimistisch. Vor allem die Arbeitslosigkeit schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Volk. 76% aller Befragten erwarten eine steigende Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr. Zur Jahreswende 2007/2008 hatte die Zahl derer, die optimistisch in eine bessere Zukunft sehen, zum ersten Mal die Zahl der Pessimisten überstiegen ? mit der Finanzkrise haben die Pessimisten wieder die Oberhand gewonnen.

    Glückliche und ängstliche Russen

    Das Klischee vom genügsamen und zur Depression neigenden Russen sollte sich aus den Köpfen verabschieden. Russland wird immer glücklicher. Auf die Frage, ob ihr Leben interessant oder langweilig sei, antworteten in diesem Jahr 62% mit ?interessant? und nur 21% mit ?langweilig? ? 1991 fanden nur 37% ihr Leben interessant und 38% langweilig. 76% aller Befragten sind insgesamt glücklich, währen nur sich 13% als unglücklich beschreiben. 1994 waren nur 46% glücklich und 34% unglücklich. Fast ein Drittel aller Russen hat jedoch konstante Angst vor allem möglichen ? egal, ob es sich um AIDS, einen Weltkrieg, Kriminalität oder Korruption handelt, 30% der Befragten haben Angst davor. Die Tendenz ist allerdings stark fallend und nahm in den letzten 15 Jahren linear um rund 25% ab. Am meisten Angst haben die Russen jedoch vor Armut und Krankheit ? nur 27% der Russen haben keine Angst vor Armut. Der ?Social Sentiment Index (SSI)?, mit dem das Levada Center die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Entwicklung des Landes misst, musste seit Beginn der Finanzkrise auch einen herben Rückschlag verkraften und bewegt sich heute auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn der Ära Putin.

    Autokratie nach dem Willen des Volkes

    Noch immer halten 38% aller Russen das Sowjetsystem für das beste aller denkbaren politischen Systeme. Das aktuelle russische System stellt für 25% der Befragten das Optimum dar ? nur 2007 war die Mehrheit der Ansicht, dass das jetzige System besser als das Sowjetsystem sei. Eine Demokratie nach westlichem Muster halten nur 18% der Befragten für das beste politische System ? 1996 waren es noch 28%. Zurück zum Sowjetsystem wollen allerdings nur 11% der Russen ? für 44% ist eine Umkehrung der Reformen zu einer Stärkung des Staates, mit dem Ziel der sozialen Sicherung des Volkes, der goldene Weg in die Zukunft. Dennoch sind 62% der Russen der Meinung, dass ihr Land die Demokratie braucht, aber 45% halten einen russischen Sonderweg der Demokratie für wünschenswert. Während vor zehn Jahren nur 8% aller Russen der Meinung waren, dass die Vorgänge in ihrem Land der Mehrheit der Menschen dienen, so sind es heute immerhin 28%. 56% sehen allerdings eine kleine Gruppe von Profiteuren am Werk, nach deren Interessen das Land geformt wird ? vor zehn Jahren waren noch 80% dieser Meinung.

    Eine starke Hand, einen autoritären Führer, wünschen sich 72% aller Befragten ? Demokratie ist das Ziel der Russen, aber zumindest auf der obersten Ebene geben sie die Entscheidungsgewalt gerne in eine einzige Hand. Parteien, Gewerkschaften und andere Akteure genießen keinen besonderen Stellenwert. Zwei Drittel aller Russen sind der Meinung, ihr Land könne nicht ohne einen autokratischen Führer gedeihen. Institutionell sehen die Russen in einer Stärkung der Judikative die beste Reformmöglichkeit, wenngleich dies auch nur 21% so sehen. Generell sind die Russen sowohl mit ihrem System, als auch insbesondere mit den starken Figuren im System sehr zufrieden. Der Präsident und – seit Putins Wechsel in dieses Amt – auch der Regierungschef genießen höchstes Vertrauen und höchste Zustimmung.

    Putin Superstar

    Zu den größten Leistungen Putins zählt für die Russen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Verbesserung des Lebensstandards, die steigenden Löhne und Renten. Sein größter Fehler sei das mangelnde Vorgehen gegen Korruption und Schmiergelder. 80% aller Russen denken positiv über Putin, 40% geben sogar an, dass sie ihn mögen. Nur 7% sehen ihn negativ, weitere 10% neutral. Putin und der ?Putinismus? finden demnach höchste Zustimmung beim Volk.

    Planwirtschaft vor Marktwirtschaft

    Die Hälfe aller Russen ist der Meinung, dass alle großen Unternehmen in Staatsbesitz sein sollten, 41% können sich vorstellen, dass große Unternehmen, die in keinem Schlüsselsektor tätig sind, auch in Privatbesitz sein dürfen. Nur 3% sind der Meinung, dass große Betriebe generell nicht in Staathand gehören. Die FDP hätte in Russland wohl kaum Wähler. Nur 28% der Befragten halten eine Marktwirtschaft mit Privatbesitz generell für richtig, während 58% die Planwirtschaft bevorzugen.

    Die Rolle des Staates soll nach den Vorstellungen der Russen die eines gerechten, aber harten Vaters sein. 61% wünschen sich einen Wohlfahrtsstaat, während nur 2% einen Staat nach Wunschvorstellungen der Neoliberalen wünschen, bei dem der Mensch sich um seine eigenen Belange kümmern sollte und der Staat sich dabei komplett heraushält.

    Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus hat sich auch das Menschenbild der Russen geändert. Während heute nur noch 26% der Meinung sind, man könne den Menschen vertrauen, waren dies 1989 noch 52%. Heute sind 70% der Russen der Meinung, man sollte sich eher in Acht nehmen ? 1989 sagten dies nur 41%. Freiheit ist für die Russen in erster Linie die Einhaltung sozialer und wirtschaftlicher Mindeststandards. Den Nachtwächterstaat sehen nur 14% der Befragten als Garant für Freiheit, während 78% einen starken Staat, der die Wirtschaft reguliert und das Sozialwesen dirigiert, als Verteidiger ihrer Freiheit sehen. Auch in diesem Punkt unterscheiden sich die Russen diametral von westlichen Liberalen. 56% der Befragten sind somit auch der Meinung, dass sie bereits genügend Freiheit hätten, 20% sagen gar, Russland hätte zu viel Freiheit, während weitere 18% sich mehr Freiheit wünschen.

    Georgien und die Ukraine im Fokus

    Die bereits seit längerem angespannte Lage zwischen Russland auf der einen, und der Ukraine und Georgien auf der anderen Seite ist im letzten Jahr zumindest in den Umfrageergebnissen vollends eskaliert. Nur 7 bzw. 8% der Russen sehen in einem NATO-Beitritt dieser Länder keine Bedrohung für Russland. 36% (Ukraine) und 45% (Georgien) sähen darin gar eine ernsthafte Bedrohung. Georgien ist auch Staatsfeind Nummer Eins. 68% aller Russen sehen in Georgien einen Feind ? 50% sehen in der Ukraine einen Feind und 65% in den USA.

    Don´t test the West

    Eine Verbesserung der Beziehungen zum Westen auf gleicher Augenhöhe sehen allerdings immer noch 57% der Russen als besten Weg an ? vor einem Jahr sahen dies allerdings noch 75% der Befragten so. An eine echte Freundschaft mit dem Westen glauben auch nur 34% – 1994 waren es noch 60%. Auch der westliche Way of Life verliert in Russland an Sympathien ? 46% finden ihn positiv und 30% negativ, 1991 waren es noch 62%, die ihn positiv fanden, und nur 10% waren da anderer Meinung.

    Früher war alles besser

    Wenn man die Russen fragt, ob in den 70er und 80er Jahren das Leben in der Sowjetunion oder im Westen besser war, so fällt das Urteil eindeutig aus ? im Osten war es besser. Besonders das Wirtschafts-, das Gesundheits- und das Bildungssystem der Sowjetunion werden durch die Bank weg besser bewertet.

    Deutschland und Russland – Freund oder Feind?

    Das Wort “Deutschland” hat in Russland noch einen guten Klang. 78% aller Russen finden die deutsch-russischen Beziehung gut, 55% der Deutschen sehen das genauso. 45% der Russen mögen die Deutschen ? umgekehrt sind es nur 25%. Deutschland ist Russlands Wunschpartner Nummer Eins. Mehr als die Hälfte aller Russen wünscht sich eine möglichst enge Zusammenarbeit mit Deutschland ? damit steht Deutschland sogar vor dem engen Freund Belarus. Die russische Liebe stößt zwar auch auf Gegenliebe, aber Frankreich, Spanien, Großbritannien und die USA sind den Deutschen lieber als die Russen. Immerhin 45% der Deutschen wünschen sich jedoch auch eine möglichst enge Beziehung zu Russland. Nur 2% der Russen sehen in Deutschland einen Feind ? umgekehrt sind es 5%. Die deutsch-russischen Beziehungen scheinen wesentlich besser zu sein, als es sich auf oberster politischer Ebene abzeichnet.

    Jens Berger

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    51 Kommentare Print This Post
    Wer wissen will, was die Russen über sich, ihre Vergangenheit und Zukunft, Demokratie, Freiheit und Politik denken, für den ist das Statistische Jahrbuch des Levada Centers die Lektüre erster Wahl. Das Levada Center ist nicht nur ein international angesehenes demoskopischs Institut, es verfügt als Nachfolger des VCIOM auch über Datenreihen, die bis zum Zusammenbruch ...
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    51 Kommentare:

    1. Carl schrieb am 24. Juli 2009 at 20:26 - Permalink

      “45% der Russen mögen die Deutschen ? umgekehrt sind es nur 25%”

      In den russischen Medien wird über Deutschland so gut wie nichts Negatives berichtet. Amerikakritik findet man auch kaum.
      Unsere Presse ist voll von Hetze gegen andersdenkende Staaten.
      Besonders Russland erwischt es. Der Springer veröffentlicht 10 Artikel pro Woche.

    2. ppp schrieb am 24. Juli 2009 at 20:29 - Permalink

      Für solche Beiträge sind Blogs da – sonst würden solche Infos an einem völlig vorbeigehen. Thx!

      Die Ergebnisse werden natürlich gewissen Netztrollen Schaum vor den Mund treiben.

    3. Netzbummler schrieb am 24. Juli 2009 at 21:42 - Permalink

      Super Artikel! Danke, Jens! :)

    4. Schmalz schrieb am 24. Juli 2009 at 22:26 - Permalink

      “80% aller Russen denken positiv über Putin, 40% geben sogar an, dass sie ihn mögen. Nur 7% sehen ihn negativ, weitere 10% neutral. Putin und der ?Putinismus? finden demnach höchste Zustimmung beim Volk.”

      Wie sieht das bei Frau Merkel aus? 80% der Deutschen denken negativ über Merkel? :)

      Ich finde Putin hat einen sehr guten Job gemacht. In Sachen Demoktarie ist noch viel aufzuholen aber jedem sollte bewusst sein, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann. Die Russen haben also noch einen weiten Weg vor sich, den wir auch respektieren sollten.

      Danke für diesen sehr interessanten Artikel!

    5. Gebintit schrieb am 24. Juli 2009 at 23:19 - Permalink

      Nur 28% der Befragten halten eine Marktwirtschaft mit Privatbesitz generell für richtig, während 58% die Planwirtschaft bevorzugen.

      Diese Zahlen finde ich am erstaunlichsten! Kaum zu glauben, aus meiner (west-)deutschen Sicht. Offensichtlich tickt man in Russland doch ganz schön anders als in Deutschland. Vielleicht ist das auch mit eine Erklärung für eine andere – in erschreckender Weise – erstaunliche Zahl: in Karlsruhe sind ein Drittel bis die Hälfte aller Heroin-Neueinsteiger Russlanddeutsche (Quelle: Stuttgarter Zeitung). Zitat: “Die Neigung zu Drogen, gerade zu harten Drogen, ist bei Spätaussiedlern traditionell stark ausgeprägt.“. Die Anpassungsprobleme an unser System und unsere Kultur sind offenbar nicht gerade gering.

    6. vollzock schrieb am 24. Juli 2009 at 23:43 - Permalink

      Nicht alles glauben, was in den Befragungen steht. Klar wünschen die Russen sich einen starken Staat. Aber er soll sich bitte schön aus dem Leben des Russen raushalten und nur die (hohe) Rente pünktlich zahlen. Klar sind sie Fans der Sowjetunion – aber nur wenn sie ihre Reisefreiheit, IKEA und adidas beibehalten können. Natürlich finden sie Planwirtschaft toll, aber nur wenn die Regale prall gefüllt sind. Interessanterweise sind viele der erfolgreichen Self made men in Russland UdSSR-Nostalgiker. Manchmal grenzt es fast an Schyzophrenie.

      Ansonsten sind aber die Erkenntnisse durchaus glaubhaft, mit einer kleinen Einschränkung: Die Russen kennen den Westen zu wenig, um über ihn urteilen zu können. Die Infos aus Funk und Fernsehen gehen über die Reiseinfos und Krimis nicht hinaus, an Demokratie, freie Presse, Opposition wird einfach nicht geglaubt. Deswegen wird die Frage nach Demokratie grundsätzlich nicht verstanden.

    7. Mip. schrieb am 24. Juli 2009 at 23:59 - Permalink

      Aber in Deutschland kennt man sich gut mit Russland aus um über Russland urteilen zu können?

    8. vollzock schrieb am 25. Juli 2009 at 00:03 - Permalink

      Keineswegs. Die Berichterstattung ist verzerrt, das Halbwissen dominiert, vieles geht unter. Der Blogbeitrag und die Befragungen haben einen wahren Kern, sind aber trotzdem nicht vollständig. Darauf wollte ich hinweisen.

    9. Ingo schrieb am 25. Juli 2009 at 00:50 - Permalink

      Jens, was ist denn mit dir los? Die Artikel kommen ja herbeigeschossen wie aus einer AK 47. :-)

      Ich kann nur sagen, es deckt sich so ziemlich alles auch mit meinen Einschätzungen.

      BTW: Bei meinen Recherchen habe ich folgende Seite entdeckt:

      http://www.netstudien.de/Russland/index.htm

      Vielleicht jkannst du es ja irgendwann später gebrauchen.

      @Gebintit
      >>Offensichtlich tickt man in Russland doch ganz schön anders als in Deutschland.<>

      Na ja ich kann es z.B. so erklären: ich persönlich brauche keine 35 Käsesorten an der Käsetheke oder 25 Flachbildschirme, von denen die Hälfte sowieso Schrott ist.
      5 oder 6 gute Marken tun´s auch. Kurz gesagt: Der Durchschnittsrusse ist viel leichter zufriedenzustellen.

      Zitat: ?Die Neigung zu Drogen, gerade zu harten Drogen, ist bei Spätaussiedlern traditionell stark ausgeprägt.?. Die Anpassungsprobleme an unser System und unsere Kultur sind offenbar nicht gerade gering.<<

      Da möchte ich aber einbisschen widersprechen:
      http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=63806907&top=SPIEGEL

      Zitat:
      Vergleichsweise gut angenommen und eingefügt sind – entgegen vielen Vorurteilen – die Aussiedler. In der zweiten Generation nutzen sie geradezu vorbildlich ihre Bildungschancen: Sie besuchen nicht nur häufiger das Gymnasium und die Universität als ihre Eltern, sondern auch häufiger als die deutsche Bevölkerung.

      Aber schwarze Schafe gibt´s leider überall :-(

    10. Kempec schrieb am 25. Juli 2009 at 01:51 - Permalink

      Interessanter Artikel, auch wenn ich das meiste in etwa so eingeschätzt habe. Die meisten Russen haben sicher auch erkannt das die angebliche Demokratie hier im Westen nicht das ist was sie Vorgibt zu sein. Da ist es besser man hat einen Arbeitsplatz und ein kostenloses Gesundheitswesen als Regale voll mit Plunder den man sich eh nicht leisten kann. Frei nach dem Sprichwort “Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach” Und das viele Menschen in Russland gerne einen starken Präsidenten haben wollen ist auch aus ihrer Geschichte heraus begründet.Ich hoffe das Russland seinen eignen Weg geht und nicht alles dem Westen nach zu machen versucht.

    11. vollzock schrieb am 25. Juli 2009 at 09:53 - Permalink

      @Kempec

      Kostneloses Gesundheitssystem? Gabs nicht in der UdSSR, gibt’s nicht in Russland und nirgends. In der UdSSR wurde das “kostenlose” Gesundheitssystem mit niedrigen Löhnen und langen Schlangen an allen Regalen erkauft, in Russland momentan ist es ehrlicher – Basisversorgung ist weiterhin kostenlos, alles weitere gibt’s für cash – je teuerer desto besser ist die Qualität.

      Und die Russen mögen Putin genau weil er die Regale nicht nur gefüllt, sondern sie auch zugängliche gemacht hat. Russland ist schon jetzt viel westlicher und viel kapitalistischer als Deutschland. Auch viel wirtschaftsliberaler – trotz Putin, Gazprom und Bürokratie.

    12. Alex schrieb am 25. Juli 2009 at 09:54 - Permalink

      “Natürlich finden sie Planwirtschaft toll, aber nur wenn die Regale prall gefüllt sind.”

      Naja die Regale waren eigentlich meist leer und das Geld war so oder so knapp. Besonders Fleisch oder Milchprodukte waren in unserer Gegend Mangelware, da das Angebot einfach zu gering war. Ich wurde in der ehemaligen UDSSR geboren und wundere mich ebenfalls über die Beliebtheit der Planwirtschaft. Man musst dazu aber auch verstehen, dass es den Russen nach dem Zusammenbruch der SU sehr schlecht ging. Die Menschen haben zum Teil gehungert und auch heute ist noch nicht alles im Lot. Leider schauen die Medien immer nur auf Moskau aber in Russland gibt es Moskau, St. Petersburg und eben den “Rest”. Dem Rest geht es bei weitem nicht so gut und die Zeiten sind immer noch nicht leicht, auch wenn es schon besser geworden ist.
      Ich kann es mir nur so erklären, dass die Menschen damals während der Planwirtschaft einen wirklich sicheren Arbeitsplatz hatten und sich auf andere Dinge, wie zB. die Familie konzentrieren konnte. Durch das fehlende Geld, das Streben nach Reichtum gab es kaum, waren die sozialen Kontake viel enger.
      Heute denkt jeder mehr an sich selbst, wobei die Arbeit nicht mehr sicher ist, wesshalb auch die älteren Menschen die meisten Probleme mit dem “neuen” System haben dürften.

      Dass die Aussiedlerkinder es desöfteren an die Uni schaffen, liegt einzig und allein an den Eltern. Vielen von uns wird eingetrichtert, dass wir ohne Uniabschluss nicht viele Chancen haben. Sowas wie Vitamin B fehlt und das muss man durch Leistung versuchen wettzumachen. Dass jedoch viele Aussiedlerkinder Mist bauen stimmt ebenfalls. Diese Leute sehen sich auch meist als Russen, obwohl die Eltern nicht selten deutscher Abstammung sind. Man muss dazu auch verstehen, dass Aussiedler in Russland “Deutsche”, also “Andere” waren und in Deutschland eben Russen sind. Das ist für einige nicht leicht und führt dazu, dass sie nur untereinander Kontakt haben und sich isolieren. Dann fangen sie eben an, Mist zu bauen. “Im Grüppchen ist man stark.”
      Die Aussiedler sollte man meiner Meinung nach jedoch nie mit Russen gleichsetzen, auch wenn das ein Teil von ihnen gerne so sehen würde. Die Mentalität von echten Russen, ist dann doch eine andere.

    13. Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2009 at 09:55 - Permalink

      @vollzock

      Nicht alles glauben, was in den Befragungen steht.

      Hmmm, da steht eigentlich auch nichts anderes drin, als Du sagst.

      Klar wünschen die Russen sich einen starken Staat. Aber er soll sich bitte schön aus dem Leben des Russen raushalten und nur die (hohe) Rente pünktlich zahlen.

      … und für Rechtssicherheit sorgen, Korruption bekämpfen, Gesundheits- und Bildungssystem restaurieren, die Arbeitslosigkeit beseitigen und die Einkommens- und Vermögensschere schließen – ja!

      Klar sind sie Fans der Sowjetunion – aber nur wenn sie ihre Reisefreiheit, IKEA und adidas beibehalten können.

      Darum halten sie das System der SU auch für wünschenswert, wollen aber nicht zurück zur real existierenden SU.

      Natürlich finden sie Planwirtschaft toll, aber nur wenn die Regale prall gefüllt sind.

      Sicher – wer findet schon leere Regale gut? Am momentanen System stören die Russen allerdings die Preise – was nützen volle Regale, wenn man sich nichts leisten kann?

      Ansonsten sind aber die Erkenntnisse durchaus glaubhaft, mit einer kleinen Einschränkung: Die Russen kennen den Westen zu wenig, um über ihn urteilen zu können. Die Infos aus Funk und Fernsehen gehen über die Reiseinfos und Krimis nicht hinaus, an Demokratie, freie Presse, Opposition wird einfach nicht geglaubt. Deswegen wird die Frage nach Demokratie grundsätzlich nicht verstanden.

      Da ist was dran – das ist aber im Westen nicht großartig anders. Mit dem real existierenden Sozialismus werden hier auch nur leere Regale und komische Autos verbunden.

    14. oldgod schrieb am 25. Juli 2009 at 13:53 - Permalink

      Zitat: “Dass jedoch viele Aussiedlerkinder Mist bauen stimmt ebenfalls. Diese Leute sehen sich auch meist als Russen, obwohl die Eltern nicht selten deutscher Abstammung sind.”

      Erstens, wenn man vergleicht wie es Ende neunziger hier aussah und wieviel Mist von den russlanddeutschen Jugendlichen bis Erwachsenen gebaut wurde, so kann die heutige Generation als Lämmchen ansehen. Ich spreche aus Erfahrung und weiss wovon ich rede, also nicht zu voreilig werden.
      Zweitens: “Diese Leute sehen sich auch meist als Russen, obwohl die Eltern nicht selten deutscher Abstammung sind.” Mein Lieber, um als Spätaussiedler bzw. Aussiedler bezeichnet zu werden, MUSS man deutsche Vorfahren haben, anders ist man ein Ausländer und nichts weiteres. Es gibt auch brasilianische oder argentinische Aussiedler, wobei sie nicht als Argentinier oder Brasilianer bezeichnet werden.

      “Leider schauen die Medien immer nur auf Moskau aber in Russland gibt es Moskau, St. Petersburg und eben den ?Rest?. Dem Rest geht es bei weitem nicht so gut” Was ist eigentlich mit Nowosibirsk, Surgut usw.? Die meisten Russen sind einfach glücklicher geworden, denn wenn man in der Scheisse sitzt, dann freut man sich über jeden festen Untergrund so dass sein Kopf ein bisschen weiter herausragt bis man atmen kann. In Deutschland rollt man immer schneller von dem gewöhnlichen Lebensstandard in die Unterschicht runter. Da kann man einfach nicht glücklicher werden.

    15. aquadraht schrieb am 25. Juli 2009 at 14:48 - Permalink

      Toller Artikel, Jens. Aber wie immer muss ich auch meckern :).
      Du schreibst:

      [quote]Der ?Social Sentiment Index (SSI)?, mit dem das Levada Center die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Entwicklung des Landes misst, musste seit Beginn der Finanzkrise auch einen herben Rückschlag verkraften und bewegt sich heute auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn der Ära Putin.[/quote]

      Putin wurde am 9.8.1999 Premierminister und am 31.12.2000 Präsident. Zu Beginn seiner Ära lag der SSI bei 50, derzeit liegt er um die 75, während er 2000-2006 zwischen 70 und 80 herumwackelte. Erst 2007/8 stieg er zeitweilig auf fast 100. Zeigt Dein Schaubild auch recht gut.

      Ich würde vorschlagen, umzuformulieren “..bewegt sich heute auf dem gleichen Niveau wie in den ersten Jahren der Ära Putin”

    16. Alex schrieb am 25. Juli 2009 at 15:52 - Permalink

      “Mein Lieber, um als Spätaussiedler bzw. Aussiedler bezeichnet zu werden, MUSS man deutsche Vorfahren haben, anders ist man ein Ausländer und nichts weiteres.”

      Es hätte natürlich heißen sollen, “obwohl mindestens ein Elternteil deutscher Abstammung ist”. Es sei mir verziehen.

    17. jamesf schrieb am 25. Juli 2009 at 18:57 - Permalink

      @ # 11
      “Kostneloses Gesundheitssystem? Gabs nicht in der UdSSR, gibt?s nicht in Russland und nirgends. In der UdSSR wurde das ?kostenlose? Gesundheitssystem mit niedrigen Löhnen und langen Schlangen an allen Regalen erkauft, in Russland momentan ist es ehrlicher – Basisversorgung ist weiterhin kostenlos, alles weitere gibt?s für cash – je teuerer desto besser ist die Qualität.”

      Naja naja. Mit kostenlos meint man ja nur, dass man nichts dafür bezahlen musste. Direkt zumindest. Für eine operation vom oberarzt bzw. einem kompetenteren arzt, bessere medikamente, bessere zimmer etc. musste man immer schmiergeld geben bzw. connections haben. Am besten beides. Wobei zur udssr zeit man nicht so viel “zahlen”musste. Geschenke reichten oft aus. Teueren Kognac oder sowas eben. Der rest, der keine connections hatte wurde aber trotzdem einigermaßen versorgt.
      Heute existiert die kostenlose medizin nur auf den papier. Überall muss man zahlen, eigene betwäsche in die krankenhäuser mitbringen etc. pp. Bei den miserablen löhnen wundert es auch nicht dass die ärzte für jede op geld verlangen. Und jeder zahlt es unterm tisch, weil die ärzte ohne das geld entweder garnichts machen oder so halbherzig arbeiten, dass man da zufällig nen handschuh im körper vergisst.

      Russland ist mittlerweile soweit, dass man einen privaten krankenwagen rufen kann und in eine privatklinik kommt. (In größeren städten natürlich) Hat man das kleingeld nicht, zahlt man für eine viel schlechetere, angeblich kostenlose versorgung, trotzdem geld.

      Aus der tiefen krise der 90er mag russland etwas rausgekommen sein und man muss keine eigenen glühbirnen, spritzen und medikamente mitbringen, aber weit davon kam man nicht. Es ist nur verständlich dass viele das alte system wollen.

      @ Jens.
      Guter artikel. Sollten viele menschen lesen.
      Und ne kleine nachfrage.. du schreibst dass Lewada nachfolger des WZIOM ist.. aber WZIOM gibt es doch trotzdem immer noch, oder? Ich dachte eher die beiden sind konkurrenten, wobei WZIOM auch vom staat sein geld bekommt.

    18. vollzock schrieb am 25. Juli 2009 at 20:31 - Permalink

      ..und nicht zu vergessen: In Russland gibt’s Flattax mit 13%. Heißt: Wenn ein Angestellter 2.000? brutto bekommt (in Moskau eher normal, sonst – sehr hohes Gehalt), bleiben 1740? übrig – wovon man dan u. a. die private Krankenversicherung bezahlen kann (wenn nicht im Lohn inkludiert). In Deutschland müsste man für das gleiche Nettogehalt ca. 4.000? brutto verdienen, davon ca. 1000? Steuern und 1200? Sozialabgaben zahlen (inkl. “Arbeitgeber”anteil). Kein Wunder, dass der russische Staat weit weniger “sozial” auftreten kann und das von den Russen bemängelt wird. Allerdings wären viele Russen sehr erstaunt, wenn man ihnen von den Abgaben in Deutschland und generell in Westeueropa erzählen würde.

    19. Karl Heinrich schrieb am 25. Juli 2009 at 21:55 - Permalink

      @vollzock #6

      Klar sind sie Fans der Sowjetunion – aber nur wenn sie ihre Reisefreiheit, IKEA und adidas beibehalten können.

      So ist es, das Sozialsystem von Leningrad und die Produktivität von Los Angeles, das ist gewünscht. Imgrunde nicht nur in Russland. Ein Land, das mit der Wettbewerbskomponente des Kapitalismus ebenso notorische Probleme hat, ist Frankreich.

      Die Infos aus Funk und Fernsehen gehen über die Reiseinfos und Krimis nicht hinaus, an Demokratie, freie Presse, Opposition wird einfach nicht geglaubt. Deswegen wird die Frage nach Demokratie grundsätzlich nicht verstanden.

      Dreh- und Angelpunkt ist die fehlende Praxis des Rechtsstaats. Wer nicht glaubt, von unabhängigen Richtern gehört und beurteilt zu werden – und daran mangelt es in Russland -, dem fehlt eine wesentliche Erfahrung von Demokratie.

    20. nescio quis schrieb am 26. Juli 2009 at 13:54 - Permalink

      Off Topic
      So tickt der Ami…

      Death and Taxes

      “Death and Taxes” is a large representational graph and poster
      of the federal budget. It contains over 500 programs and departments
      and almost every program that receives over 200 million dollars annually.
      The data is straight from the president’s 2010 budget request and will
      be debated, amended, and approved by Congress to begin the fiscal year.
      All of the item circles are proportional in size to their spending totals
      and the percentage change from 2009 is included to spot trends and disproportion.

      http://www.wallstats.com/deathandtaxes/
      Fullscreen Modus aktivieren!

    21. keuchenkabinett schrieb am 26. Juli 2009 at 15:47 - Permalink

      Ich glaube ein wesentlicher Hürde bei solchen Umfragen ist, dass Begriffsbezeichnungen wie Demokratie in Russland bei Umfragen in der Bevölkerung schlichtweg nicht die gleiche Bedeutung haben, wie das etwa hierzulande landläufig wäre.

      Man kann nicht davon ausgehen, dass Befragte in Russland unter dem Wort Demokratie eine liberale Demokratie westlicher Prägung verstehen. Oder die Existenz einer effektiven Opposition, eines Rechtstaats oder gar freier und fairer Wahlen. Für den Großteil der Befragten liegt soetwas schließlich außerhalb der eigenen politischen Erfahrungswelt.

      Es gab da vor ein paar Jahren mal einen hübschen Fachaufsatz über das Verständnis von Demokratie in der philippinischen Bevölkerung. Das ist zugegeben ziemlich weit von Russland weg. Aber mit dem Wort wurde etwa besonders häufig in Verbindung gebracht, seine Schulden nicht bezahlen zu müssen. Institutionelle Demokratiemerkmale rangierten in den Listen immer ziemlich weit unten.

    22. COPOKA schrieb am 27. Juli 2009 at 00:57 - Permalink

      @keuchenkabinett

      Es gab da vor ein paar Jahren mal einen hübschen Fachaufsatz über das Verständnis von Demokratie in der philippinischen Bevölkerung. .. mit dem Wort wurde etwa besonders häufig in Verbindung gebracht, seine Schulden nicht bezahlen zu müssen. …

      :)
      In Russland wurde darunter bis Anfang 90-rn eigentlich politische Liberalisierung verstanden – Rede- und Meinungsfreiheit, alternative Parteien, Wahlen mit mehreren Kandidaten und ähnl. Nebensächlichkeiten.
      Nach der Erfahrungen der 90-r wird mit Demokratie am häufigsten Manchesterkapitalismus und Kleptokratie in Verbindung gebracht. Von Institutionellen Demokratiemerkmalen haben die meisten Russen, darunter auch gut gebildeten, nie was gehört.
      Aber auch in Deutschland hat die Mehrheit ziemlich wage Vorstellung darüber, auch wenn es erheblich besser als in Russland aussieht, alleine aus Erfahrung her.

    23. informant schrieb am 27. Juli 2009 at 04:18 - Permalink

      Bedenkt man die katastrophalen Folgen der Einführung der Marktwirtschaft durch Gorbatschow(u.a. sabotierte er dazu die sowjetische Wirtschaft) und Jelzin müssen einen die 58% pro Planwirtschaft nicht wundern. Die Marktwirtschaft hat den Lebensstandard der Menschen in Russland auf afrikanisches Niveau gedrückt. Fast die Hälfte der Wirtschaft wurde vernichtet und den Rest haben sich Oligarchen wie Beresowski zusammengeraubt. Um nicht den Hungertod zu sterben, mussten in den 90ern Millionen Russen Subsistenzwirtschaft betreiben oder sich von Abfällen ernähren. Tausende Obdachlose starben im Winter. Auch sollte man bedenken, dass die Marktwirtschaft den Russen gewaltsam aufgezwungen wurde, wie die von der Jelzin-Diktatur befohlenen Massaker 1993 belegen. Vize-Präsident Ruzkoi bezeichnete Jelzins Politik damals als “economic genocide”. Die Zahlen zeigen, die Rückkehr zur Marktwirtschaft hat der russischen Wirtschaft mehr geschadet als der Zweite Weltkrieg. In den Mainstreammedien wird dies natürlich verschwiegen, damit die Marktwirtschaft als das Beste aller Systeme erscheint.

      Diagramm zur wirtschaftlichen Entwicklung:
      http://russlandonline.ru/info/graf01wir.png

      “around 10m more deaths than births since the end of communism.”
      http://www.uwec.edu/geography/Ivogeler/w111/articles/russia-death-rates.htm

      “Soziale Krise in Russland nimmt afrikanische Ausmaße an”
      http://www.wsws.org/de/1999/okt1999/russ-o27.shtml

      “die Bevölkerung lebt zu 60% von der Datscha, dem Hofgarten oder dem eigenen Feldstückchen vor der Stadt”
      http://russlandonline.ru/rupol0010/morenews.php?iditem=2942

      “Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass
      widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das
      allgemeine Wohl sorgen werden.”
      - John Maynard Keynes

    24. name schrieb am 27. Juli 2009 at 14:32 - Permalink

      @23

      Traurig, aber genau so sind die Tatsachen. Der tiefgründigere Punkt ist noch ein anderer. Das realsozialistische System konnte, bei allen anderen Mängeln, nur aus einem direkten Grund nicht “konkurrenzfähig” gegenüber der westlichen Ökonomie sein. Die Ursache liegt in der gnadenlosen Ausbeutung der Trikontstaaten und deren Menschen durch die westlichen Konzerne und Staaten, eine Ausbeutung die die sozialistischen Staaten sich politisch nicht leisten konnten. Wären die alten Ostblockstaaten genau so gnadenlos über die Trikontstaaten hergefallen, und hätten sie diesen ökonomischen “Vorteil” auch auf ihrer Seite verbuchen können, wären sie der Rüstungsspirale und der politischen Totrüstung durch die Vereinigen Staaten, ökonomisch auch gewachsen gewesen.

      In der Bewertung kommen natürlich auch noch die ganzen historischen Besonderheiten hinzu: eine völlig zerstörte SU und des gesamten Ostblocks durch den zweiten Weltkrieg auf der einen Seite, und eine völlig intakte Ökonomie ohne Kriegsschäden auf der amerikanischen Seite.

    25. Schlafmuetze schrieb am 27. Juli 2009 at 15:01 - Permalink

      @vollzock
      “müsste man für das gleiche Nettogehalt ca. 4.000? brutto verdienen”

      Also auch wenn unser Steuersystem sicher nicht nicht das Beste ist, so ist diese Zahl doch “ein wenig” hoch ;-)

    26. name schrieb am 27. Juli 2009 at 15:11 - Permalink

      Nehmt doch Lemmy vollzonk für nicht so wichtig. Der Durchschnittsverdienst der Russen liegt bei gleichen westeuropäischen Preisen auf Armutsniveau. Die Datscha ist heute für viele Russen immer noch Ernährungsgrundlage, ohne die überhaupt nichts funktionieren würde.

      Eine ganz ganz geringe Minderheit in Rußland verdient Summen von 2.000 Euro monatlich. Wer mit solchen Zahlen umsichwirft hat nie den normalen Durchschnittsrussen und seine Lebensweise überhaupt kennengelernt

    27. Gebintit schrieb am 27. Juli 2009 at 16:18 - Permalink

      @informant und name

      Vorneweg, ich bin kein Experte, was den wirtschaftlichen Niedergang der Sowjetunion angeht, aber Gorbatschow dafür die Hauptschuld zu geben, kam mir schon immer ungerecht vor. Wäre das nicht etwa so, als würde man später einmal Obama die Schuld am wirtschaftlichen Niedergang der USA geben?
      Ich habe ein wenig zu diesem Thema im Internet recherchiert, weil es mich eigentlich schon immer interessiert hat, dabei stieß ich auf folgendes Zitat von Gorbatschow:

      Wie Gorbatschow feststellte, war der Rückgang der Ölpreise 1986 eine der Hauptursachen des Zerfalls der UdSSR. Infolge des Preisrückgangs büßte die Sowjetunion damals zwei Drittel ihrer Deviseneinnahmen ein. Quelle: russland.ru

      Auch kommt es mir ein wenig zu einfach vor, den Wettbewerbsvorteil des Westens alleine mit der Ausbeutung der Trikontstaaten zu erklären. Wettbewerbsvorteile durch technische Innovationen kommen mir hier zu kurz. Warum ist denn Russland in so großem Maße von Erdöl, Gas und anderen Bodenschätzen abhängig?
      Und wenn man über die brutale Ausbeutung der Trikontstaaten durch den Westen spricht, müsste man dann nicht auch über die brutale Durchsetzung russischer Interessen im ölreichen Tschetschenien sprechen? Ich fordere nur eine differenzierte Betrachtung ein, frei von Ideologie, mehr nicht!

    28. name schrieb am 27. Juli 2009 at 16:42 - Permalink

      @27

      Das Beispiel mit dem Erdölpreis zu Rußland ist richtig und bestätigt nur meine oben erwähnte Theorie zum Zusammenbruch.

      Hinter dem Preisverfall stand die direkte amerikanische politische Strategie, den Preis für das Barrel Erdöl in Saudi Arabien künstlich zu senken. Die Wertdifferenz dafür zahlten die Wanderarbeiter in Saudi Arabien.

      Gleichzeitig wirkte ab diesem Zeitpunkt Reagans “Wir rüsten euch tot SDI Programm” zusätzlich als ökonomische Waffe bei einem Krieg in AFG.

      Die Russen haben auf diese ökonomische Strategie der Preissenkung versucht innerhalb des Ostblocks diese Verluste breit zu streuen und weiter zugeben. Der Austausch von Waren, der Wert der ausgetauschen Waren gegen die russischen Rohstoffe innerhalb des RGW stieg unermeßlich.

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26259/1.html

      Diese Ereignisse in den achtziger Jahren waren eigentlich nur die Auswirkungen eines jahrelang ökonomisch verlorenen Krieges. Beria hat 1953 schon festgestellen lassen, dass ein ökonomischer Wettkampf unter kapitalistischen Bedingungen zwischen den Systemen nicht gewinnbar ist, und wollte den Ostblock damals schon verkaufen, und eine prokapitalistische Ökonomie in Rußland einführen.

      Was Tschetschenien betrifft ist die Lage eigentlich völlig anders: Tschetschenien war ökonomisch in des System SU integriert, und die Kriege ab den neunziger Jahren waren eine unmittelbare Folge des ökonomischen Bankrotts. Von heute auf morgen brachen die festgelegten Austauschmärkte komplett zusammen. Heute sieht man ja, dass für den kapitalistischen Weltmarkt eine tschetschischen Wirtschaft völlig unwichtig und überflüssig ist.

    29. Gebintit schrieb am 27. Juli 2009 at 20:54 - Permalink

      @name #28

      Vielen Dank für den heise-Link, ich kannte diese Geschichte so nicht – hoch interessant und spannend! Etwas überspitzt könnte man also sagen, der kalte Krieg wurde durch das Öl und den Ölpreis entschieden.

      Trotzdem beharre ich weiter auch auf dem Argument, der planwirtschaftlich organisierte Ostblock geriet technologisch mehr und mehr ins Hintertreffen. Dies zeigte sich besonders deutlich bei der Mikroelektronik. Die mangelhafte Konkurrenzfähigkeit ziviler (!) russischer Technik ist ja auch ein wichtiger Grund für die hohe Abhängigkeit der russischen Wirtschaft vom Rohstoffsektor. Dazu gibt es einen interessanten Artikel von einem Thomas Sauer auf der Homepage der Uni Münster. Darin wird zum einen ein Effekt beschrieben, der in der Fachliteratur “Dutch Disease” genannt wird. In ihrer Folge kommt es durch hohe Gewinne aus dem Rohstoffsektor zu einem relativen Bedeutungsverlust der produzierenden Industrie und damit letztlich zu einer Deindustrialisierung. Dieser “holländischen Krankheit” schreibt es auch der Autor mit zu, dass es Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht gelungen ist, die technologisch innovativen Kräfte aus der Rüstungsindustrie in die zivile Wirtschaft zu überführen.

      Faktisch alle sowjetischen Hochtechnologieanbieter waren im Rüstungssektor konzentriert. Die Umwidmung (Konversion) dieser bislang vorwiegend militärisch genutzten Kapazitäten zu zivilen Zwecken sollte einen gewaltigen Innovationsschub in der sowjetischen Wirtschaft freisetzen und letztlich auch positiv auf die militärische Stärke des Landes zurückwirken. Offensichtlich ist der »Spin-off-Effekt«, den man sich durch den institutionellen Umbau des ex-sowjetischen Innovationssystems in eine zivile Richtung erhofft hatte, bislang ausgeblieben. (T. Sauer, Uni-Münster)

      Weiterhin beschreibt T. Sauer sehr überzeugend, dass es neben den systemunabhängigen Hemmnissen durchaus auch systemimmanente Wirtschaftsbremsen gab:

      Sowohl das Überleben der sowjetischen Unternehmen als auch ihr Wachstum hing nicht davon ab, daß die Verkaufserlöse die Produktionskosten deckten und einen Ertrag sicherten, weil beides im Bedarfsfall vom sowjetischen Staat durch Subventionen aller Art gesichert wurde. Im Ergebnis waren die sowjetischen Rüstungsunternehmen allgemein nicht zu effizienten, kostenbewußten und innovativen Verhaltensweisen gezwungen.

      Es war also nicht einfach Gorbatschow, der für die Deindustrialisierung der ehemaligen Sowjetunion und die einhergehende Wirschaftskrise verantwortlich war, sondern eine mangelhafte Konkurrenzfähigkeit der zivilen Industrien auf den globalen Märkten, verursacht durch einen zu dominanten Rohstoffsektor und einer über viele Jahre praktizierten planwirtschaftlichen Mangelwirtschaft.

    30. name schrieb am 27. Juli 2009 at 21:18 - Permalink

      @29

      Nein, dass ist nicht Punkt. Am Ende war die entscheidene Frage, wie der gesellschaftliche Mehrwert verteilt wird, und ob man ein autarkes ökonomisches System aufbauen kann. (China versucht genau das eben auf kapitalistischer Basis und ist darum so mächtig, weil sie den Westen mit den eigenen ausbeuterischen Waffen schlagen und diese selbst anwenden)

      An jeder Banane, an jedem Pfund Kaffee, an jedem produzierten Auto welches in den Zentren der ersten kapitalistischen Welt verkauft wurde und wird, hingen und hängen Millionen Tote, Millionen zerstörte Leben und millionenfache Armut. Diese Kosten hat niemand von den Bewohner der ersten westlichen Welt je beglichen. Niemand.

      Diesen Wettlauf mit und auf Kosten von Toten konnte der real existierende Sozialismus politisch nicht umsetzen, Diesen ökonomischen “Vorteil” hat man gnadenlos ausgenutzt im Westen über Militärdikaturen weltweit abgesichert und direkt über die eigene Militarisierung umgesetzt. Dazu, war atomare Kriegsdrohung gegen den Ostblock jederzeit real und sämtliche Resourcen mußten zusätzlich im Ostblock in diesen Sektor fliessen.

      Hätte man sich der Verelendungsökonomie angeschlossen, gäbe es heute den Ostblock noch.

    31. name schrieb am 27. Juli 2009 at 21:43 - Permalink

      Was die Frage des technologischen Nachteils betrifft, so ist es sehr einfach, zu behaupten, die Russen hätten eine Modernisierung trotz Milliardeneinnahmen aus dem Rohstoffbereich in den letzten 9 Jahren bis heute unterlassen. Die Tatsachen sind ja völlig andere: 1990 war der komplette Staat nicht mehr existent. Die technologischen Spitzenleistungen, welche immer noch vorhanden sind, sind die letzten Reste der ehemaligen SU, auch heute noch! Rußland hat eigentlich bei null wieder angefangen, und es ist ein Wunder, dass sie überhaupt technische Spitzenleistungen unter den Bedingungen der letzten 20 Jahre irgendwie erhalten konnten. Die paar 100 Milliarden US Dollar, die Rußland durch den Rohstoffexport einnehmen konnte, sind unter diesen Bedingungen gesehen, eine Größe, die minimalistisch ist.

      Man muss auch folgendes sehen: der direkte Durchbruch der Mircoelektronik im Computerbereich erfolgte auch erst ab Mitte bis Ende der achziger Jahre im Westen, und als Konsumprodukt erst Anfang der neunziger Jahre, zu einem Zeitpunkt, wo vom Ostblock schon nicht mehr vorhanden war.

    32. Gebintit schrieb am 28. Juli 2009 at 00:08 - Permalink

      @30,31

      An jeder Banane, an jedem Pfund Kaffee, an jedem produzierten Auto welches in den Zentren der ersten kapitalistischen Welt verkauft wurde und wird, hingen und hängen Millionen Tote, Millionen zerstörte Leben und millionenfache Armut.

      Hier übertreibst du etwas, aus meiner Sicht. Es gibt freilich diese Beispiele, wo mit äußerst schmutzigen Mitteln westliche Interessen durchgesetzt wurden. Leider glaube ich, dass der Mensch ganz allgemein ein ziemlicher Egoist ist und für sich so viel wie möglich herausholen will. Staaten verhalten sich nicht anders, eher noch extremer. Einzelne Menschen haben meist ein Gewissen, Staaten eher nicht. Deine Erklärung für den (vorläufigen) Sieg des Westens über den Ostblock ist mir zu moralisierend. Generell sehe ich in einem zu positiven Menschenbild den Hauptgrund für das Versagen kommunistischer Systeme.
      Ich denke du unterschätzt den Faktor Innovationsfähigkeit. Erst durch die technologische Überlegenheit konnten weniger entwickelte Länder im Handel so über den Tisch gezogen werden. Und in Punkto Innovationsfähigkeit im zivilen Bereich sind freie Marktwirtschaften den Planwirtschaften aus systemimmanenten Gründen überlegen. Es gibt eben kaum eine bessere Motivation zur Weiterentwicklung von Produkten, als ein harter Wettbewerb. Im militärischen Bereich stand der Ostblock im scharfen Wettbewerb mit dem Westen und hier war er auch am innovativsten.
      Was die Mikroelektronik anbelangt, magst du Recht haben, dass der große Durchbruch erst Mitte der 80er Jahre im Westen kam. Durchbruch heißt aber in diesem Fall, dass der Computer zu einer erschwinglichen Massenware wurde. Ich selbst bekam als Schüler meinen ersten PC ca. 1987. Sogar in der DDR waren bereits 1987 über 80 000 Heim- und Personalcomputer im Einsatz (Computerwoche-Leipziger Frühjahrsmesse). Heute hat fast jeder Jugendliche Mikroelektronik in der Hosentasche, Mikroelektronik hat den Maschinenbau revolutioniert, das Internet möglich gemacht … . Das Potential der Mikroelektronik war schon lange vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion erkennbar, vor allem auch für die Militärs in Ost und West.
      Aber leider hat man auf den russischen Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew und seiner Betonung von Innovation für das wirtschaftliche Wohlergehen, im Kommunismus nicht viel gegeben, er wurde unter Stalin am 17.09.1938, nach acht Jahren Haft, von einem Militärtribunal zum Tode verurteilt und am selben Tag erschossen. Und wann wurde er von der Sowjetunion rehabilitiert? 1987 ! Siehe Wikipedia.

    33. Truvor schrieb am 28. Juli 2009 at 02:07 - Permalink

      Liebe Kommentatoren, was wissen Sie schon über die Russlanddeutschen ?
      Oh Gott, wieder diese Gerüchte und Klischees.
      In meiner ganzen Verwandtschaft gibt es keinen, der drogensüchtig war, ist oder wäre.
      Und ich habe eine große, sogar eine sehr große Verwandschaft.
      Ich weiß natürlich, daß es unter Russlanddeutschen ein paar (im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil) drogensüchtige gibt, aber das fällt nicht ins Gewicht, glauben Sie es mir, wir haben mehr positive als negative Seiten.
      Wir haben in der Sowjet Union in einer deutschen Gemeinde gelebt, und trotz allen widrigsten Umständen hatten wir es geschaft unsere alte deutsche Sprache (verschiedene Dialekte), deutsche Bräuche, Traditionen und deutsche Küche zu erhalten und ietzt alldas wieder nach Deutschland (nach über 220 Jahren) zurückgebracht.
      Ich weiß, daß ich ein Deutscher bin und ich bin Stolz auf mein Deutschtum.
      Viele hiesige Deutsche wissen nicht, wie ein deutsches Leibgericht schmeckt.
      Ihr ganzes Leben besteht aus Pizza, Hamburger, Hotdogs und, und, und, uvm.
      Ist Pizza deutsch ?
      Oder vielleicht Hamburger ?
      Und die behaupten noch, daß wir Russen wären.
      Die hiesigen Deutschen haben schon längst alles Deutsche vergessen, außer der Sprache, die leider auch allmählich zu einem Slang verkommt.
      Was ich besonders erschreckend finde, daß ich keinen einzigen (hiesigen) Deutschen kennengelernt hatte, der “Vater unser” beten konnte, dafür aber weiß jeder die Geschichte über “Harry Potter”.
      ICH HOFFE, DASS MEIN KOMMENTAR NICHT ZENSIERT WIRD, D A N K E !

    34. jamesf schrieb am 28. Juli 2009 at 03:09 - Permalink

      @ Truvov
      “Wir haben in der Sowjet Union in einer deutschen Gemeinde gelebt, und trotz allen widrigsten Umständen hatten wir es geschaft unsere alte deutsche Sprache (verschiedene Dialekte), deutsche Bräuche, Traditionen und deutsche Küche zu erhalten und ietzt alldas wieder nach Deutschland (nach über 220 Jahren) zurückgebracht.”

      Das kling ja schon fast nach lehrbuch. Mag natürlich von ihrer generation abhängen, aber die jungen russlanddeutschen, die sagen wir mal zwischen 6 und 30 hierher kommen/kamen, beten bestimmt nicht “vater unser” oder haben zuhause in der ehemaligen udssr deutsch gesprochen. Und ich kenne wirklich sehr viele russlanddeutsche.
      Dieses schönreden ist genau so unrealistisch wie das abstempeln als junkie/verbrecher.

      Zum Untergang der udssr. Die IT kommunilation war ja sowieso ein problemm fall. Hätte der staat die neuen technologien zugelassen, könnte er die zensur nicht mehr ausüben. Und das war immanent wichtig für das system. Das war ein widerspruch den Gorbatschow nicht lösen konnte, ohne das system zu gefährden.
      Dumm war auch die hohen öleinnahmen der Breschnew zeit nicht für wirtschaftliche modernisierung zu nutzen.
      Der Afghanistan Krieg, sowohl moralisch als auch wirtschaftlich und Tschernobyl waren die weiteren probleme. Das alkoholverbot darf man auch nicht unterschätzen.

      Und was den eigentlichen niedergang angeht, haben gerade die reformen von Gorbatschow das land zersetzt und zerstört. Das system war stabil auf einem niedrigen niveau. Man hat die planungsbehörden abgeschafft und keinen ersatz dafür gemacht. So ziemlich alles hat man falsch gemacht. Kein konzept, keine entschlossenheit.
      Noch schlimmer waren nur Jelzins jungreformer, die mit ihrer schocktherapie das land um jahre, oder eher jahrzehnte, zurückgeworfen haben.

      Es grenzt schon sowieso fast ein ein wunder, dass russland nicht total zerfallen und im bürgerkrieg versunken war in den 90er. Hätte der alkoholkranke mann im kreml nicht den atomkoffer gehabt, hätte man sicherlich nachgeholfen und dort den fall “Iraqi Freedom” schon mal geübt.

    35. Truvor schrieb am 28. Juli 2009 at 05:32 - Permalink

      @ jamesf

      Ich habe auch nicht behauptet, daß alle Russlanddeutsche “Vater unser” können.
      Aber, daß die hiesigen Deutschen das nicht können und nicht können wollen, das ist schlimm.
      Was ich noch schlimm finde, sie schämen sich für alles deutsche, sie schämen sich deutsch zu sein.
      Ich möchte noch was zu den Russlanddeutschen sagen: es gibt verschiedene Arten von Russlanddeutschen.
      1. Solche (wie ich), die nach dem 2 Weltkrieg das Glück hatten, in deutschen Gemeinden zu leben und das aufzubewahren, was ich da oben beschrieben hatte.
      2. Solche, die nach der Deportation unter Russen (und anderen Volksgruppen) lebten und ihre Sprache und Bräuche vergessen hatten.
      Viele von ihnen, halten sich sogar für die Russen, obwohl sie Deutsche sind.
      3. Es gibt auch mehrere Mischlingsfamilien hier, die auch in den meisten Fällen kein Deutsch konnten oder können.
      Übrigens, in meiner Gemeinde gab es einige russische Familien.
      Nach wenigen Jahren konnten sie unsere Sprache, Bräuche und unsere Küche konnten sie auch noch.

      Und jetzt möchte ich zum Untergang der UdSSR kommen.
      Das was Sie beschrieben haben ist zum größten Teil richtig, aber das alles ist sekundär.
      Der Hauptgrund war, daß die neue Elite (oder die Regierung) mit Gorbatschow nicht mehr an den Kommunismus glaubte und was besonders wichtig war, sie (die Elite) wollte nicht mehr dem Volk und dem Land dienen.
      Die Neuen hatten nur Dollarzeichen in ihren Augen und sie regieren heute noch in Russland.
      Die Russen sind aber richtige Stehauf-Männchen, sie haben in ihrer Geschichte solche Kataklismen erlebt und überlebt, die wir uns nur als ein Alptraum vorstellen können.
      Und noch was, “Iraqi Freedom” klappt auch nicht in Russland, das hatten schon einige versucht (Karl der 12, Napoleon, Hitler und einige davor).
      Wir wissen alle, wie diese Versuche endeten.
      Die Russen haben einen passenden Spruch dazu: “Der Eingangspreis ist 1 Rubel, am Ausgang aber 3 Rubel”.
      Mit anderen Worten: “Es ist ganz leicht dort reinzukommen, aber ganz, ganz schwer wieder rauszukommen”
      Das müssen wir alle auswendig lernen, damit wir die alten Fehler nicht wieder wiederholen.

    36. leslie schrieb am 28. Juli 2009 at 09:53 - Permalink

      Ihr hättet auch noch erwähnen können,das sich die Hälfte der russischen Männer bis zum 50sten Lebensjahr totsäuft… ;-)

      Das Rentensystem Deutschlands würd dort also prima funktionieren. :-))

      Mlg

    37. Eduard schrieb am 28. Juli 2009 at 18:22 - Permalink

      schön, dass Sie die niedrige Lebenserwartung so belustigt.

    38. name schrieb am 28. Juli 2009 at 19:35 - Permalink

      Auch wenn du das noch nicht biogentisch und biologisch erfaßt haben sollst Truvor:

      Auch du bist wie alle Anwesenden hier nichts weiter als ein Abkömmling aus Afrika. Die ganze Menschheit, der Homo Sapiens ist ein Afrikaner. Das völkische “Deutschtum” oder den “Deutschen” gibt es nicht und ist wissenschaftlicher Unfug. Jeder Biologe und jeder Mediziner lacht über diese völkische Sichtweise, die gegen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse steht.

      Würde man bei dir deine Gene prüfen, so würde man nur feststellen, dass du auch aus Afrika stammst, aus dem Urkontient Pangaea.

      Mein Rußlanddeutscher Nachbarn bildete sich auch immer ein, er müßte besonders den Superdeutschen als eigenen Identitätschutz spielen, als Rechtfertigung vor der eigenen Geschichte und vor seinen Angehörigen, bis er erkannt hat, dass es den “Deutschen” überhaupt nicht gibt, und die völkische Sichtweise ein gefährliches Hobby von ein paar Verrückten darstellt.

      Vielleicht wäre es mal angemessen, sich auf diesem Gebiet mal ein wenig Bildung anzueignen Truvor.

    39. Sigmund schrieb am 28. Juli 2009 at 20:30 - Permalink

      Also auf das Interessanteste (und Lustigste) dieser Umfrage hat noch keiner hingewiesen,
      nämlich die Parallele zwischen Russen und Ossis: Demokratie* und Kapitalismus fanden alle ganz toll – bis sie beide kennenlernten. Jetzt nicht mehr. Das unterscheidet uns ja von Wessis (Westdeutschen/-europäern), die kannten ja nichts anderes.
      Die 1-Million-Rubel-Frage ist allerdings: Liegt das an uns Ossis, weil wir so antidemokratisch und antikapitalistisch sind, oder an den Systemen, die doch nicht so toll sind?

      * Natürlich ist nicht das theoretische Ideal der Demokratie gemeint, sondern die “real existierende” Demokratie, so wie wir sie bei uns jeden Tag bewundern.

    40. Rudi Blitzableiter schrieb am 28. Juli 2009 at 21:17 - Permalink

      Themenvorschlag:
      Die neuen Einsatzregeln der Bundeswehr in Afghanistan. BILD schrieb heute euphorisiert: Bundeswehr darf jetzt auf flüchtende Taliban schießen.

    41. Truvor schrieb am 28. Juli 2009 at 21:41 - Permalink

      @name

      Mein Junge, ich empfehle Dir nicht alles zu glauben was die sogenannten Wissenschaftler behaupten.
      Ihre Theorien und Behauptungen sind in den meisten Fällen nicht mal 1 Pfennig wert, besonders, die von Dir so gelobten Biologen und Mediziner machen die meisten Fehler, nicht nur in ihren Theorien sondern auch oft in der Praxis.
      Und, daß die Biologen und Mediziner so viel lachen, dafür existieren bestimmte Diagnosen, frage mal in der Psychiathrie nach, das würde Deiner Bildung auch gut tun
      (Was ich besonders mies finde, daß sie sich über ihre eigene Vorfahren lustig machen).
      Ein Beispiel, speziell für Dich:
      Ich glaube Du kennst diese Theorie vom Klimawandel und Erderwärmung, aber es existiert eine andere Theorie, in der behauptet wird, daß es in den nächsten Jahrzehnten spürbar kälter wird als heute, und diese Theorie stammt auch von renommierten Wissenschaftlern.
      Und jetzt sage mir bitte.
      Welcher Gruppe von diesen Wissenschaftlern soll ein Laie (nicht Wissenschaftler) glauben ?
      Daß die Menschheit (Homo Sapiens) aus Afrika stammt, ist auch nichts anderes als eine nicht bewiesene und umstrittene Theorie.
      Alldiese “Wissenschaftler” mit ihren Theorien, Meinungen und Behauptungen hängen viel zu sehr von der Politik und den Politikern des jeweiligen Landes ab.
      Wenn Du das nächste mal über eine Theotie was hörst, dann schau mal nach wer die Musik bestellt.
      Ein Beispiel: die Theorie von der Erderwärmung wird vom Al Gore (Ex-Vicepräsident der USA) durchgeboxt.
      Und jetzt gebe ich Dir eine Hausaufgabe.
      Hacke mal nach, wie viel Geld Onkel “Al & Gang” an dieser Theorie bereits verdient hatten ?
      Ich möchte Dir einen Rat auf den Weg geben, das nächste Mal betrachte beide Seiten der Medaille.
      Und über die genetische Sachen sprechen wir ein anderes Mal.
      Viel Glück !!!!!!!!!!!!!!

    42. Thomas schrieb am 28. Juli 2009 at 22:25 - Permalink

      ja,ja, die Ost-Nostalgie. So wie es ihn in den “neuen” Bundeslaendern (wie nent man das eigentlich politisch korrekt nach ueber 15 Jahren?) gibt, gibt es das auch viel weiter oestlich.

      Das Problem ist, dass Russlands politisches System nicht funktionell ist. Korruption ist der Schluessel. Die Russen wissen um die buergerrechtlichen Einschritte, die das System Putin gebracht hat, sie sind immernoch der Meinung, das nur ein starker Mann dies “von oben durchbrechen kann”. Ein Irrweg, wie wir wissen. Autokratien foerdern Korruption.
      Eigentlich vertrauen Sie den Obrigkeiten nicht (und haben auch allen Grund dazu). “falten gehen” (oder wie nannte man das in der DDR ?) tuen Sie, wie von oben befohlen (und das ist so woertlich zu nehmen). Die Menschen sind von Propaganda eingelullt und wissen das. Haben aber keine Moeglichkeit sich selber ein eigenes Bld zu machen. Unfreie Presse sei Dank.
      Wie schon oben weiter gesagt wurde: Moskau ist nicht Russland und Russland nicht Moskau.
      Wer nur Moskau kennt, kennt Russland nicht.

      Noch ein kurzer Kommentar @Truvor. Ja, die meisten Russlanddeutsche integrieren sich vorbildlich, aber Du musst selber wissen: unter dem Vorwand und den “richtigen” Dokumenten (Deutsche oder Juedische Vorfahren) sind viele aus Russland hierher gekommen, die nicht wirklich dazugehoeren (nennen wir sie mal diplomatish “Gluecksritter”)

    43. informant schrieb am 28. Juli 2009 at 22:53 - Permalink

      @Karl Heinrich
      Deine negative Beurteilung(“fehlende Praxis des Rechtsstaats”) kann ich nicht teilen. In Deutschland wäre es zum Beispiel undenkbar, dass ein Milliardär wie Chordorkowski wegen Steuerhinterziehung in den Knast muss. Dass es nicht mehr sind, liegt daran, dass sich viele Oligarchen nach Israel und GB abgesetzt haben und von dort nicht ausgeliefert werden. Hierzulande würde sich hingegen ein Milliardär dank verläßlicher Seilschaften in der Justiz einfach freikaufen wie zum Beispiel Kohl und Zumwinkel, wenn es denn überhaupt zu Ermittlungen kommen würde. Anzeigen gegen deutsche Politiker wegen Vorbereitung eines Angriffskrieges werden von der weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft ignoriert. Die BRD, deren Justiz von Nazis aufgebaut wurde, ist kein Rechtsstaat.
      Deutscher Ex-Richters Frank Fahsel: “Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht ‘kriminell’ nennen kann.”
      http://www.freace.de/artikel/200805/260508a.html

      @Gebintit
      Natürlich hatte Gorbatschow auch Verbündete für seine antisozialistische Politik, das ändert aber nichts daran, dass er der Hauptverantwortliche dafür ist.
      Der von dir zitierte Autor irrt sich. Die sowjetische Rüstungsproduktion war kostengünstiger und leistungsfähiger als die westliche. Russland profitiert bis heute stark davon.
      http://web.archive.org/web/20050418033043/http://www.pro-american.com/forums/showthread.php?t=6906

      Außerdem scheint er nicht zu wissen, dass es diese Subventionen ebenso in der Marktwirtschaft gibt. Sie sind sogar ein wichtiger Wettbewerbsvorteil(siehe Schiffbau, Speicherproduktion, Flugzeugbau, Landwirtschaft usw.). Die Deindustrialisierung wurde von Gorbatschow und Jelzin und nicht vom Rohstoffsektor verschuldet. In welchem System Mangelwirtschaft herrscht, kannst du übrigens gut an den weltweit über 1 Mrd. hungernden Menschen und jährlich über 30 Mio. Hungertoten sehen.

      “From my point of view, the collapse of the USSR began in 1985 after
      Gorbachev came to power. Shortly after he took command, there was a
      huge cut on the funding of all ministries responsible for defense
      capability, security and industrial development of the country. No
      funds had been allocated for any state contracts since 1985, and
      therefore the armed forces did not get any new arms and equipment.
      The industries relating to defense did not get any funding either,
      and therefore all the industrial facilities of key importance for the
      national economy had been stalled and kept at zero cycle until the
      Soviet Union became history.

      The financing of the Soviet Republics was cut short too. We must bear
      in mind that two-thirds of the republics were funded from the central
      budget. The republics were apparently unhappy about the move, and
      before long some of them began transforming into unruly provinces
      with their bosses acting like warlords who didn?t want to take any
      orders from Moscow.

      So the actual collapse of the country began as early as 1985. It took
      shape in 1987 when the funds allocated for the troops of the Interior
      Ministry and the KGB were next to nothing. As a result, the above
      ministries were gradually falling to wrack and ruin. You may remember
      one Vadim Bakatin who headed the Interior Ministry at the time. He
      did nothing but damage to the ministry, creating chaos from the
      inside. By and large, his activities were part of the work that led
      to the destruction of the Soviet Union.”
      http://english.pravda.ru/print/russia/history/83637-germany_ussr-0

      Michail Gorbatschev: “Mein Lebensziel war die Zerschlagung des
      Kommunismus…
      Ich musste die gesamte Führung der KPdSU und der UdSSR entfernen. Ich
      musste auch die Führung in allen sozialisti-schen Staaten beseitigen.
      Mein Ideal war der Weg der sozialdemokratischen Parteien.
      Die Planwirtschaft hat die Fähigkeiten der Völker so gebunden, dass
      sie sich nicht entfalten konnten. Nur der Markt kann zu ihrer
      Entfaltung führen. Ich fand für die selben Ziele Mitarbeiter. Es
      waren vor allem Jakowlew und Schewardnadse, die gewaltige Verdienste
      an der Niederwerfung des Kommunismus haben.”
      http://web.archive.org/web/20040325060748/http://www.pds-bad-doberan.de/klartext/gorbi6.htm
      http://quotationsbook.com/assets/shared/img/6022/412px-Reagan_Bush_Gorbachev_in_New_York_1988.jpg

      Interview von 1993:
      “…
      Ich bin dabei nicht leidenschaftslos wie ein Beobachter von außerhalb, denn was immer heute geschieht, hängt mit dem zusammen, was ich 1985 begonnen habe. Die Ära Gorbatschow ist nicht zu Ende, sie fängt jetzt erst richtig an.
      …
      SPIEGEL: Michail Sergejewitsch, Sie sind kein Kommunist mehr?

      GORBATSCHOW: Wenn Sie meine Aussagen nehmen, dann wird Ihnen klar, daß meine politischen Sympathien der Sozialdemokratie gehören und der Idee von einem Sozialstaat nach der Art der Bundesrepublik Deutschland.
      …”
      http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=%22Ru%DFland+wird+auferstehen%22&id=13855239

      “Es ist schon mehr als zwanzig Jahre her, nachdem Thatcher über
      Gorbatschow gesagt hatte, er sei jemand ?mit dem man ins Geschäft
      kommen könnte’.”
      http://de.rian.ru/society/20060802/52155413.html

      Und in Tschetschenien gibt es kaum Öl. Der Grund für das Eingreifen der russischen Armee war der Angriff tschetschenischer und arabischer Terroristen auf Dagestan, die versuchten ihre islamistische Terrorherrschaft über Tschetschenien hinaus auszuweiten.
      Unterstützt werden die islamistischen Terroristen dabei wie in den 80ern gegen Afghanistan und in den 90ern gegen Jugoslawien von den USA.

    44. Oleg Ivanych schrieb am 28. Juli 2009 at 23:39 - Permalink

      an Thomas
      “unter dem Vorwand und den ?richtigen? Dokumenten (Deutsche oder Juedische Vorfahren) sind viele aus Russland hierher gekommen, die nicht wirklich dazugehoeren (nennen wir sie mal diplomatish ?Gluecksritter?)”

      Aber, wenn es Familien sind? Sollten diese getrennt werden und nur die Person mit deutscher Nationalität darf nach Deutschland? Ich verstehe was Sie meinen, aber was soll man machen wenn z.B. meine Mutter Russin und mein Vater Deutscher ist?

    45. Thomas schrieb am 28. Juli 2009 at 23:50 - Permalink

      Ivan, das meine ich nicht. Ein deutscher Vorfahre reicht ja, um Deutsche Staatsbuergerschaft zu bekommen (waere ja schlimm wenn nicht).
      Ich meine die Leute, die schon Probleme in Russland hatten und das als guten Ausweg gesehen haben (entweder haben die wirklich entsprechende Vorfahren oder die Dokumente wurden gekauft)

    46. Truvor schrieb am 29. Juli 2009 at 02:32 - Permalink

      @ Thomas

      Die Juden (in Russland sagt man Hebräer, nach ethnischer Sicht) aus Ex-Sowjet Union haben überhaupt nichts mit Russlanddeutschen zu tun.
      Für sie gelten ganz andere Paragraphe in Deutschland, soweit ich weiß.
      Hier gelten sie als sogenannte “Kontingentsfluchtlinge”.
      Was dieser Begriff “Kontingentsfluchtling” bedeutet, das weiß ich nicht.
      Das mußt Du bei den Ämtern (Behörden) nachfragen, wenn Du möchtest.

    47. name schrieb am 29. Juli 2009 at 10:06 - Permalink

      @44

      Die Ursache ist eine andere. Vermeintlich ethnischen Minderheitenpolitik war schon immer in der Geschichte ein politischer Hebel zur imperialen Machtpolitik. Hitlers erste Phase der Expansion in Europa beruhte genau auf diesem Umstand.

      Gleiches gilt für die deutsche Politik nach 1945. Der Alleinvertretungsanspruch war ein politischer Machtanspruch, und basierte auf alten völkischen Theorien von “verwandter Blutsgleichheit”, die auch so im Grundgesetz verankert waren und auf deren Basis die Rußlanddeutschen auch einen staatsbürgerlichen Anspruch auf Staatsangehörigkeit in der BRD genossen.

      Das sie faktisch unwünscht, ökonomisch völlig überflüssig waren, begriffen vielen von Ihnen sofort. Ein Teil von Ihnen begriff die Spielballqualität, die Ihnen von der christlichen Rechten der CDU zugedacht war, und ein anderer Teil hält diese Begründung als eigenen Identität schützend vor die eigene Geschichte, die eigentlich ein Versagen darstellt.

      Ökonomisch ging es den “Rußlanddeutschen” in Rußland oftmals viel besser als in Deutschland. Sie hatten Haus und Hof und ein eigenes Auskommen. All das haben viele von Ihnen für leere Versprechungen aufgegeben, und das einzige was Ihnen geblieben ist, ist das Schildchen “Wir sind die wahren Deutschen”.

    48. Gebintit schrieb am 29. Juli 2009 at 10:11 - Permalink

      Au weh – Politik um Blut und Boden – gruselig !
      Ich weiß nur eines: es gibt nette Menschen und bösartige Menschen. Weise und Verblendete. Und zweifellos gibt es mehr Verblendete als Weise …

    49. Kati schrieb am 29. Juli 2009 at 10:18 - Permalink

      @Trevor:

      http://www.aufenthaltstitel.de/stichwort/konti.html

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kontingentfl%C3%BCchtling

    50. name schrieb am 29. Juli 2009 at 11:06 - Permalink

      @48

      Der Witz besteht eigentlich in den Umstand, dass solange es nationale Staaten gibt, diese eine Zuordnung darüber treffen müssen, welche Menschen zu Ihnen gehören dürfen und welche ausgeschlossen werden müssen, und sie diese Zuordnung entgegen den wissenschaftlichen Erkenntnissen getroffen werden muss. Das Abstammungsprinzip und das Geburtsort bzw. Territorialprinzip sind die juristischen Ergebnisse dieser national bürgerlichen Geschichte der Staaten.

      Nimmt man das Abstammungsprinzip wissenschaftlich genau, so ist erkennbar, dass alle Menschen dieser Erde gentisch ein Territorialkriterium in ihren Genen in tragen, und das sämtliche völkische Theorien Unfug und Aberglauben, aber auch die nationale Zuordnung von Menschen zu nationalen Staaten wissenschaftlich unmöglich ist, ganz zu schweigen vom einem damit verbundenem “Stolz”.

      Irgendwann wird es vielleicht auch Wesen geben, die von dieser historisch tatsächlichen Herkunft, die in unseren Genen verankert ist, befreit werden ;) Wünschens- und erstrebenswert ist das aus meiner Sicht natürlich auch nicht.

    51. Truvor schrieb am 5. August 2009 at 23:50 - Permalink

      @ name

      Die Russen, Ukrainer und die Weíßrussen sind die Träger der R1a1 Gaplogruppe, wie etwa 40 % der Deutschen auch (das ist nur ein Beispiel).
      Alle Volksgruppen auf unserem Planeten unterscheiden sich nicht nur sprachlich, kulturell etc., sondern auch genetisch bzw. biologisch, was ich überhaupt nicht schlimm finde.
      Und daß die bestimmte Völker Stolz auf ihre Herkunft sind, das hängt mit ihren Errungenschaften zusammen, und das ist auch nachvollziehbar.
      Diese Ideologie von Multi-Kulti ist noch blöder als Kommunismus.


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