Die Autoimmunerkrankung der Vierten Gewalt
geschrieben am 13. Mai 2011 von Spiegelfechter
Am letzten Freitag war die Welt der Großjournalisten noch in Ordnung. Man traf sich, in Smoking und Ballkleid gewandet*, im edlen Hamburger Schauspielhaus und feierte sich selbst für die eigene Großartigkeit. Vor allem in schlechten Zeiten dienen solche Rituale der weltanschaulichen Festigung – Strukturvertriebe zeichnen in ähnlichen Ritualen ihren besten Klinkenputzer aus, Kaninchenzüchter den patentesten Rammler. In diesem Jahr ging der Egon-Erwin-Kisch-Preis, die bedeutendste Trophäe der journalistischen Selbstinszenierung, an den SPIEGEL-Redakteur René Pfister, der für seinen Arbeitgeber ein nett zu lesendes, sehr gut geschriebenes aber letztlich doch an der Oberfläche bleibendes Portrait des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer geschrieben hatte. Eine Woche später schlägt die Branche hysterisch aufeinander ein. Statt Selbstkritik zu üben, tanzt die selbsternannte Elite der Vierten Gewalt um ein goldenes Kalb namens Wahrhaftigkeit und zeigt damit nur einmal mehr, dass sie sich von journalistischen Prinzipien entfernt hat und in einer inzestuösen Parallelwelt lebt. Von Jens Berger
Was ist René Pfister vorzuwerfen? In seinem Politiker-Portrait „Am Stellpult“ hat er in vier kurzen Absätzen beschrieben, mit welcher Hingabe sich Horst Seehofer mit der Modelleisenbahn im Keller seines Ferienhauses beschäftigt. Pfister war zwar nie persönlich in besagtem Keller, ließ sich aber von seinen Kollegen beim SPIEGEL, die persönlich die Modelleisenbahn in Augenschein nehmen durften, jedes Detail seines Artikels bestätigen. Den einzige „Fehler“, den man Pfister vielleicht vorzuwerfen kann, ist, dass er im Artikel nicht explizit erwähnt, nie die Modelleisenbahn Seehofers mit eigenen Augen gesehen zu haben.
Ein Skandal? Aber nicht doch. Wer so denkt, müsste den Reporter-Legenden Bob Woodward und Seymour Hersh auch ihre Pulitzer-Preise wegnehmen, spielen sie in ihren Reportagen doch ganz bewusst damit, verifizierte Informationen aus dritter Hand so darzustellen, dass der Leser denkt, er sei selbst dabei. Diese Form des „Schlüsselloch-Journalismus“, die dem Leser eine Authentizität vorspiegelt, die nicht gegeben ist, ist bereits seit langem ein Markenzeichen des SPIEGEL und wird von der Konkurrenz fleißig nachgeahmt. Diese Form des Journalismus kann man sehr wohl kritisieren – sie zu kritisieren und gleichzeitig nachzuahmen ist jedoch unehrlich.
Würden die Hohepriester des „Qualitätsjournalismus“ für ihre eigenen Blätter die gleiche Messlatte anlegen, mit der sie in den letzten Tagen wild um sich schlugen, würden ihre Blätter wohl auf das Format einer Werbebeilage des lokalen Baumarkts schrumpfen. Wer sein Personal in rasantem Tempo abbaut, immer mehr qualitätssensitive Bereiche an Billigheimer outsourced und sich einen Gutteil des Blattes durch Agenturmeldungen füllen lässt, sollte sich bitte schön auch bei Sonntagsreden über die Wahrhaftigkeit des Journalismus zurückhalten.
Es ist nicht schwer, den SPIEGEL zu kritisieren. Bei den NachDenkSeiten vergeht kaum ein Tag, an dem der SPIEGEL nicht in den Hinweisen des Tages inhaltlich und formal scharf kritisiert wird. Doch diese inhaltliche – und in der Tat wahrhaftige – Kritik hat nichts mit der pomadigen Selbstgerechtigkeit zu tun, die in den letzten Tagen die Gazetten füllt. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Dass ausgerechnet der Focus und die Springer-Zeitungen BILD, WELT und Hamburger Abendblatt sich nun zum Gralshüter (formal)journalistischer Werte aufspielen, entbehrt dabei nicht einer gewissen Komik. Wer ihre vor Scheinheiligkeit triefenden Mahnungen liest, fühlt sich unweigerlich in die Rolle einer Randfigur in einem Roman von Kafka versetzt. Hat man bei Springer vergessen, dass die BILD einsamer Spitzenreiter bei den Rügen des Presserats ist? Hat Focus-Herausgeber Markwort vergessen, dass seine „Finanzjournalisten“ in erstaunlicher Regelmäßigkeit das Blatt nutzen, um ihre Leser finanziell zu erleichtern?
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Wer sich selbst von dieser journalistischen Ausnahmeleistung überzeugen will, hier ist der Artikel zum Seehofer Horscht:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html
Die Spiegel-Redakteure betrachten sich als Durchschnittsleser. Das bedeutet, dass
Spiegel-Redakteure nicht allzu klug sein Dürfen. Ausspruch von Rudolf Augstein
Und genau das ist alles was man wissen muss.
Der Artikel ist richtig. Der Leser nimmt solche selbstverliebten Veranstaltungen genauso wenig wahr, wie er die gehässige Empörung der anderen Journalisten teilt.
Mir ging diese gesamte Angelegenheit jedenfalls am Hosenboden vorbei.
Die Empörung findet doch wirklich ausschließlich bei den anderen Blättern statt, während die normalen Leser das alles völlig ignorieren werden.
Lasst uns jetzt aber mal sehen wie groß das Interesse hier bei den Usern sein wird, wenn die nachdenkseiten nun zum zehntausendsten Male wiederholen wie die Presse versagt.
Mir anfangs auch. Erst als nahezu jedes Blatt sich berufen gefühlt hat, zu diesem Thema einen selbstgerechten, pomadigen Kommentar zu publizieren, ist mir der Kragen geplatzt.
Ich finde, man kann dies nicht oft genug sagen. Nur sollte es nicht zum ceterum censeo werden, sonden an konkreten Beispielen aufgezeigt werden.
“Mir anfangs auch. Erst als nahezu jedes Blatt sich berufen gefühlt hat, zu diesem Thema einen selbstgerechten, pomadigen Kommentar zu publizieren, ist mir der Kragen geplatzt.”…hehe mir platz schon lange keiner mehr, da ich T-Shirts trage. Aber nun zum Thema.
Vielleicht ein wenig am Thema vorbei, aber da hatte ich doch noch einen
Kommentar vom tagesspiegel, den ich Dir nicht vorenthalten will….
Pressepagageien
Woran kann man erkennen, dass wir nicht eine unabhängige, journalistisch individuelle Presse in Deutschland haben?
Woran kann man erkennen, dass wir medial an vielen Stellen eine denkfaule und/oder gleich geschaltete paste-and-copy-Journalie haben?
An Sätzen wie diesem:
Bund, Länder und Kommunen können sich bis Ende 2014 auf 135,3 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen einstellen als bisher geplant.
So wurde es an einer bestimmten Stelle aufgeschrieben. Und nahezu alle Medien schreiben es brav ab und bringen es unter die Leute. Ungeprüft, unreflektiert, einfach nur durchgereicht.
Warum wird die Zeitschiene bis 2014 einfach übernommen? Was soll diese aufgetürmte Zahl von 135 Milliarden?
Das hat doch für die Haushaltsituation der Jahre 2011 und 2012 keine Relevanz. Es zählen die Einnahmen/Ausgaben des aktuellen und des Folgejahres.
Mich ärgert das Copy-and-Paste im Journalismus. Dann schaffen wir doch gleich die Zeitungen ab und lassen uns aus den Ministerien und Firmen entsprechende Werbe-Broschüren zuschicken.
Der Inhalt ist eh derselbe und wir lassen ein paar Wälder schönen Holzes stehen.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/aufschwung-beschert-fiskus-135-milliarden-euro-extra/4166272.html
Egal wo ich lese, es ist scheinbar nur noch Einheitsbrei und Geblöke zu lesen. Da bleibe ich lieber beim SF und lese mir den Abend schön.
Das von Dir angesprochene Problem steckt in den letzten drei Buchstaben des verlinkten Artikel -> dpa. Agenturmeldungen, die heutzutage das Format kompletter Artikel haben, stehen für gefühlte 85% des Nachrichten-Contents der Online-Ableger großer Zeitungen und Zeitschriften – auch Regional- und Lokalzeitungen machen da keine Ausnahme. Da es sich um eine “Nachricht” handelt und dpa und Co. als sakrosankt gelten, werden diese Meldungen nicht überprüft und nicht durch Fakten ergänzt, die eine andere Sprache sprechen.
Darüber kann man ewig und drei Tage lamentieren, alleine, was ändert’s? Die betriebswirtschaftlichen Realitäten sind nun einmal derart dass sich das reine Zeitungsgeschäft und Betreiben einer hochwertigen Publikation kaum mehr lohnt und immer mehr zum Verlustgeschäft wird.
Der Vater eines Freundes war technischer Leiter bei der SZ, alleine während seiner Tätigkeit dort wurde gut ein Drittel der Stellen abgebaut. Die Anzeigenvolumina welche die Haupteinnahme darstellten brachen ein. Wer braucht noch KFZ- und Immo-anzeigen bei Autoscout und Immobilienscout? Dabei können die Zeitungen froh sein dass es noch kein deutsches Craigslist in dem Umfang gibt, sonst wären die Kleinanzeigen auch weg. Große Anzeigenkunden wie BMW alleine reichen auch nicht, zumal die Zeitungen damit auch in wachsendem Maße abhängig von diesen werden – mit entsprechendem Einfluss auf die Berichterstattung. BMW zog z.B. mal für eine Weile ihre Anzeigen aus der SZ ab nach einem negativen Artikel der den Bossen nicht schmeckte, das sind Einnahmeausfälle von mehreren hunderttausend Euro. In der wirtschaftlich prekären Lage ist es dann nicht mehr weit bis zur Schere im Kopf der Redakteure.
Als dann die Söhne der fünf Altgesellschafter ihre Anteile am Verlag erbten wurde sich rasch der verlegerischen Verantwortung entledigt und die Zeitung an die Südwestdeutsche Medienholding verschachert. Die musste sich für den Kauf bei den Banken mit Krediten eindecken welche rasch einen return of investment sehen wollten. Also begann man nun auch die heiligen Kühe zu schlachten und mal eben 30 Redakteure abzubauen (werden nicht die Letzten sein), wie kann das nicht zu Lasten der journalistischen Qualität gehen?
Der Rest der Redaktion zog von der schicken und halbwegs lebhaften Münchner Innenstadt in ein langweilig-funktionales Hochhaus in einem öden Industriegebiet wo früher die Prostituierten an der Straße standen, das wirkt sich sicherlich auch stimulierend auf die journalistische Arbeit aus.
Das ist der Zustand eines großen Zeitungsverlag der durch Diversifikation (die vertreiben mittlerweile alles von Büchern zu DVDs und Weinkisten) den Wegfall seiner Anzeigenkunden zumindest teilweise kompensieren kann. Da kannst Du Dir ausmalen wie es bei kleineren Klitschen und Regionalblättern aussieht.
Guter Journalismus kostet Zeit, er kostet Personal, er kostet Geld, Geld welches immer weniger reinkommt. Die Milliardengewinne die heute Google und Co. mit adsense machen fehlen den deutschen Zeitungen um ihren Job als vierte Gewalt zu machen.
Zum großen Teil ehrenamtlich oder mit Minimalbudgets und Spenden betriebene Blogs wie SF oder die NDS werden diesen Ausfall journalistischer Qualität niemals kompensieren können, da sie nicht die relevante Reichweite besitzen um von Merkel und Co. wahrgenommen zu werden. Die BILD-Zeitung wird von 12 Millionen gelesen, die SZ immerhin noch von 3 Millionen – die NDS als größtes deutsches Politblog bringen es gerade mal auf 0,06 Millionen. Für jeden Wähler den Albrecht Müller und Wolfgang Lieb erreichen, erreicht Kai Diekmann 200. Das ist beinahe ein Kampf gegen Windmühlen, allerdings taugen nur wenige Journalisten zum Don Quixote, die Meisten wollen eben doch anständig leben und bezahlt werden. Wenn die Zeitungen dazu immer weniger in der Lage sind, gibt es eben nur einen Ausweg:
PR.
Dies erweckt den Eindruck als würde Google die adsense-Milliarden auf dem Buckel der deutschen Zeitungen machen, quasi vom selben Kuchen.
Apropos:
Wie generiert eigentlich Google mit den Nachrichten Geld? Auf den Google News Seiten gibts ja keine Werbung oder sonstiges.
Zum Teil ist das sicherlich so, da jedes Unternehmen nun einmal nur ein bestimmtes Werbebudget zur Verfügung hat und sich überlegen muss in welche Werbeformen Dieses investiert wird. Dabei bietet die Google-Internetwerbung den Vorteil dass man sie anders als TV- oder Printwerbung präzise auf die eigene Zielgruppe zuschneiden kann. Ebenso sind die Kleinanzeigen-Internetdienstleister wie die beiden Scouts, Xing etc. wesentlich komfortabler für mich als Konsumenten, verglichen mit dem Kleinanzeigenteil in den Zeitungen früher. Diese Werbeeinnahmen gehen den Verlagen verloren, stellen aber ihre wichtigste Einnahmequelle dar. Eine Zeitung ohne Werbung müsste das Dreifache kosten um sich zu refinanzieren, das kann aber niemand bezahlen.
Die wenigen erfolgreichen Verlage wie Springer machen heute ihr Geld mit massiver Cross Promotion, siehe die ganzen VOLKS-Produkte der BILD-Zeitung von der Versicherung bis zum Computer. Dabei verschwimmt jede Grenze zwischen Journalismus, PR und Anzeigen.
Diese Cross Promotion fällt mir immer besonders bei Medion Produkten auf. Die bekommen grundsätzlich immer ein “gut” oder “sehr gut” im Computer BILD Vorabtest. Sonst testet den Kram auch keiner vorab.
Diese “Volks”-Produkte finde ich aber sehr grenzwertig. Es gab ja auch mal eine Zeit in der ein Radio Volksempfänger genannt wurde. *g* Traditionen weiterführen, oder wie denkt man da bei Springer?
Diesen Anspruch hegen Blogs wie NDS auch gar nicht, da sie “richtige Zeitungen” schon alleine personell (weder on- noch offline) überhaupt nicht ersetzen können. Die von Dir genannten finanziellen Gründe sind ausschlaggebend.
Natürlich ist das ein Kampf gegen Windmühlen, bei dem die Ausgangspositionen komplett verschieden sind. Dennoch ist der kleine “Marktanteil” der NDS schon ein Achtungserfolg – mit drei “Hauptamtlichen”, vier “Nebenamtlichen” und vielen freiwilligen Mitarbeitern haben die NDS immerhin mehr (Online)Leser als jede(!) Regionalzeitung und auch viele überregionale Zeitungen wie z.B. RP oder die FR. Das Potential ist also durchaus vorhanden, man sollte den Kopf nicht in den Sand stecken und verzweifeln. Dennoch bleibt es dabei, dass es vor allem finanzielle Gründe sind, wegen derer der “alternative Onlinebereich” immer noch im Schatten der “Großen” steht.
Der Vergleich der Leser BILD – NDS ist nur in Bezug auf Wähler richtig, nicht aber in Bezug auf Meinungsführer – hier ist das Verhältnis sicher ganz anders. Wahrscheinlich 1 : 1.
Den Onlinebereich der Regionalzeitung kann ich nicht beurteilen, da ich die Klicklisten nicht kenne. Der Kommentarbereich hat jedoch hier quantitativ und qualitativ ein sehr niedriges Niveau. Nur Softthemen erreichen bis zu 20 Kommentare, sonst sind ein – fünf Kommentare die Regel (wobei max. 5% der Artikel überhaupt kommentiert werden). NDS und SF haben eine Wirkung.
Neben den finanziellen Gründen ist es auch einfach so dass die meisten Menschen gar kein Interesse an trockenen, ausführlichen Analysen haben, da ihnen Zeit, Energie und intellektuelle Fähigkeiten dafür fehlen oder die Emotionen nicht genug angesprochen werden. Ich schrieb das hier schon mal an anderer Stelle, man kann nicht vom eigenen Bildungsstand ausgehen, wie willst Du den 50 % der Bevölkerung die nicht wissen was eine Zweitstimme ist ein komplexes Problem wie die Finanzkrise klarmachen? Wer nicht zumindest ein fundiertes Grundwissen in VWL/BWL/Politikwissenschaften hat wird von der Informationsfülle der Nachdenkseiten schnell überfordert sein.
Wenn bei Dir mal ein zehnseitiger Artikel über die Wasserwirtschaft im Kongo steht dann kriegt der vielleicht 20 Kommentare, aber ein kurzer zünftiger Meinungsartikel über die USA kommt locker auf die zwanzigfache Resonanz da jeder Dünnbrettbohrer dazu eine emotionale Meinung hat und gerne vertritt.
Genau auf dieser Schiene Seichtes mit pseudoseriösen, kurzen und prägnanten Polit-häppchen zu kombinieren funktioniert doch SpOn und Co., die schauen sich bei jedem Artikel die Nummer der Aufrufe an und richten daran ihre Themenwahl aus, der Panoramateil findet sich nicht umsonst an erster Stelle über Politik und Wissenschaft. Wenn Du wirklich eine Internetzeitung mit vergleichbarer Reichweite schaffen wolltest, eine Art deutsche HuffPost, müsstest Du ebenso konsequent die Qualität zugunsten der Quantität an der Türklinge abgeben und über Alles berichten von Merkel über William und Kate bis zu Kochrezepten.
Das ist sicherlich richtig, wenn man davon ausgeht, dass “Blog-Artikel” eben diese hohe Zugangsschranke haben. Das muss aber nicht so sein, wie das Beispiel USA zeigt. Obgleich man sicher sagen muss, dass sich die populären Blogs in den USA auch kaum mehr von “klassischen Medien” unterscheiden.
Soso ….
Ich will das nicht als eine diskrete Ankündigung verstehen, dass wir bei spiegelfechter.com bald so etwas haben
Horoskop
Sportberichte
Kochrezepte
Urlaubsangebote
Wetterprognose
Celebrities-news
…
Ich weiß, ich weiß! Ich bin nur ein Leser, den keiner was fragt … ich überlege einfach nur laut
Deine Analyse über die finanzielle Situation der bürgerlichen Massenmedien ist sicher richtig, mir fehlt aber eine tiefergehende Erklärung der Ursachen. Wo bleibt das Menschenbild, die Ideologie, die Interessen der Chefredakteure? Die derzeitige Situation in den Redaktionsstuben ist kein Naturzustand, sondern Auswuchs neoliberaler Denke vieler Chefredakteure.
Letztlich können Medien auch niemals frei sein oder gar vierte Gewalt, solange die meisten ein Gewerbe sind. Kohle machen, Profit erwirtschaften usw. wird immer vor journalistischer Qualität stehen. Demzufolge sollten wir alle mal die Naivität und den Anspruch “Kontrollinstanz/Aufklärung/vierte Gewalt” an die Medien ablegen.
Davon abgesehen habe ich überhaupt nichts dagegen, wenn einige Zeitungen vom Markt verschwinden. Wir haben eh viel zuviele und sie schreiben eh fast alle von Nachrichtenagenturen ab.
Erst das Lamento, dann die Aktio – die Politik macht’s umgekehrt. ;-)
BWL in, BWL out. Wenn man sich ausschließlich an BWL orientiert, kommt eben das raus, was rauskommt.
Der Bequemlichkeit wird ja nich nur die Zeitung, die Berichterstattung und Kommentierung, die 4. Gewalt geopfert … alles geht drauf für die Bequemlichkeit, gelle? (wenn ich nur ‘n bisschen zu Ende denken versuche. Ist das völlig falsch?).
Volltreffer. Das ist es wogegen wir uns wehren müssen!! Die Übernahme durch die „fünfte Gewalt“, durch PR und ihre Kinder (wie z. B. Cross Promo).
Wie raus aus der Schoiße?
Ansatz eins: Geht nur durch direkte Kommunikation, mit jedem und überall und jederzeit. Keine Diskussionen anzetteln, einfach nur das richtige sagen, bemerken. Nur ein kleines Beispiel: Wenn mir die Verkäuferin ungefragt die Einkäufe in die Plastiktüte steckt, nehm ich lässig den Rucksack in die Hand und sage laut und vernehmlich: „Keine Tüte bitte. Die Plastiktüte, die man nicht braucht ist der erste Schritt zum Umweltschutz!“ Manches Mal gibt’s dann auch ein 20 Sekunden Gespräch mit der Verkäuferin, mit einem anderen Kunden in der Schlange oder beim Rausgehen …
Sich informieren strengt an; und man muss es laufend tun, sonst kommt man aus dem Tritt (wie war das noch mit der Bequemlichkeit? ;-) Und wie war das bei Camus? „solitaire et solidaire“ – die überwiegende Mehrheit kann halt nur solitaire, und meidet u. a. deshalb jede Anstrengung mit den Mitmenschen zu kommunizieren.). Sicher ist es so, wie Du sagst. Daraus folgt Ansatz zwo: Sich abfinden!
Mir ist schon vor Jahren deswegen der Draht aus der Mütze gegangen („durchschnittlich einssiebzig hoch gestapelte Zellhaufen“). Ansatz drei: Wo gibt’s Waffen und Munition? Btw.: Die Gewaltlösung bietet noch den Vorteil, dass man hinterher wieder schön aufbauen kann (Arbeitsplätze und so …)
PS.: Ansatz drei ist nicht so ganz ernst. Oder?
Dich interessiert das Ergebnis (“wozu alles”). Dann ist die schlichte quantitative Popularität nicht entscheidend. Als Beispiel:
Verhältnis Kopernikus : der Rest der Welt war viel größer als 1:200
Verhältnis Martin Luther : die katholische Kirche viel größer als 1:200
Verhältnis Lenin : ganze russische “Elite” …
Verhältnis Einstein : die klassischen Physiker …
Verhältnis Keynes : die Mainstream-Ökonomen …
Verhältnis …
Es kommt darauf an, ob die Blogs Sandkasten für Erwachsene sind, oder ob sie dem Leser etwas zu sagen – erklären und mitteilen – haben
Und wenn wir schon bei Keynes sind:
Dann müsstest du aber auch betrachten, wie viele Einzelkämpfer sich letztendlich gegen die “Masse” durchgesetzt haben. Die von dir genannten Beispiele haben es geschafft (manche erst nach ihrem Tod). Für jeden von denen gibt es aber sicherlich > 1 Million Leute, die bei ihrem Windmühlenkampf untergingen.
Aber abgesehen von dieser Korinthenkackerei -> damit will ich nicht sagen, dass man es nicht versuchen sollte. Wir haben doch eh’ nix besseres zu tun, oder? ;)
Alles stimmt. Wenn wir erfolgreicher wären, würde die Welt schon viel anders aussehen.
Das auch, aber auch noch etwas:
Dies kann unsere letzte Chance sein!
Ja ja! Ich weiß, das haben schon viele Weltuntergangspropheten gesagt. Aber wir hatten in der Geschichte noch nie den Fall, dass der Mensch den ganzen Planeten vernichten konnte! Bisher könnten nur stärkere Völker schwächere ausroten und das …
Naja, das ist dann doch etwas übertrieben.
Den ganzen Planeten Erde vernichten kann “der Mensch” nicht, ebensowenig “das Leben” auf der Erde. Das einzige was “der Mensch” tatsächlich vernichten kann ist die eigene Rasse und wir sind auf dem “richtigen” Wege dorthin.
Noch ein Kommentar dazu von Deutschlandfunk zum Anhören:
http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=57942&datum=20110510&playtime=1305042779&fileid=0890841a&sendung=57942&beitrag=1454851&/
innere pressefreiheit – zentrale steuerung:
@ alle Glückspilze
Freitag der Dreizehnte – SF.com – Gratuliere Dein Glückstag!
☜ Heißer Tip № 13 ☞
…
1 | 3 | 13 | 31 |
[gelöscht S/F.com]|[gelöscht S/F.com]|…
Abzugeben bei Deinem Chancenförderungsgeld (ChaföG) – Eintreiber Deines Vertrauens – Schlag 13:13:13 in der Zeitzone Deiner Wahl. Hurry up!
…
Paraskavedekatriaphobiker → Finger weg Будьте осторожнее с суперклеем
[transl. Ask Truvor]…
[WARNING This comment is a ❝red herring❞ - launched by sp*egel.de]transl.: Vorsicht mit dem Superkleber!
LOL!
Und dank an Truvor für den Fund ;)
@ COPOKA
Habe ich das gefunden ? ;-)
Bes menja, menja schenili ;-)
@Truvor
Angela Merkel am 29. November 2004 über ihre Empfindungen gegenüber Deutschland
[WELT AM SONNTAG]qualitätssensitive Bereiche an Billigheimer outsourced
aber darauf stehen die doch. reflexe. wie der hier:
harte Sparmaßnahmen … dabei entsorgen die schon Billich ins Meer
Die fast nicht auszuhaltende Selbstbeweihräucherung ist in allen Medien inzwischen Standard und wenn SF feststellt
bezieht sich dieses auf die Regionalmedien im Besonderen, die sich kaum noch von den kostenfreien Werbezeitungen unterscheiden. Der Verzicht auf ein überregionales Blatt ist nicht möglich, da das Angebot der Themen nicht von den NDS oder Blogs gegeben ist, zumal im Onlinebereich jetzt schon für angebliche Premiuminhalte (ftd) Geld verlangt wird und damit von meiner Leselist ganz gestrichen ist.
was ja auch wieder falsch ist, denn nicht nur ist die FTD, was wirtschaftpolitische Kompetenz angeht, eine der Highlights in der deutschen Presselandschaft, zum anderen waehlst Du Deine Informationsquellen danach, ob Du dafuer zusaetzlich ausdrueckl;ich bezahlen musst bzw. kannst?!
Ich finde es laecherlich, jemanden einen Preis dafuer zugeben, weil er ueber die Modelleisenbahn eines Ministerpraesidenten berichtet, noch laecherlicher finde ich, wenn dieser Bericht nicht als Augenzeugenbericht daherkommt. Wenn ich mir ueberlege, was gerade der SPOn fuer PR Luegen im Tagestakt verbreitet, die dann ja auch ein wirklich relevanten Inhalt betreffen – z.b. wie im Moment die absurden Jubelmeldungen ueber das deutsche Wirtschaftswunder reloaded 2.0. – dann ist das wirklich ein Grund zur Kritik.
Genau so ist es. Ich gebe heute schon für Fernsehen/Radio, Internet, Zeitungen fast 10% meiner Einkünfte aus. Informationen gibt es zu viele und denken (glaube ich) kann ich auch ohne vorgefasster Meinung.
Aus Prinzip lese ich nicht mehr die Onlineausgabe der ftd, die aus Zweitverwertung besteht und dem System der sozialen Sicherungssystemen folgt……………….
Naja, eigentlich sollte ja das Konzept der ÖR für eine Staatsferne, objektive Information sorgen. Das grundsätzliche Konzept ist in meinen Augen auch eine tolle Idee – ich weiß aber auch, dass die Realität damit wenig bis nichts mehr zu tun hat.
War bei Zapp diese Woche auch Thema:
http://www.ndr.de/regional/hamburg/henrinannen111.html
Ich mag diesen besserwisserischen Duktus der Branche nicht. Natürlich MUSS ein Medienmagazin wie Zapp so reden – obgleich ich sicher bin, dass die Mitarbeiter, die diesen Beitrag zusammengestellt haben, auch nicht von der Magazin-Linie überzeugt sind.
Stimmt, das mit dieser Preis-Aberkennung fand ich auch mega-peinlich, für die Preis-Verleiher.
Weil der René Pfister hat doch in dem Text, soweit ich den gestern oder vorgestern überflogen habe, nur in den ersten beiden Absätzen was über Seehofers Eisenbahn geschrieben und hat wirklich nirgendwo den Eindruck erweckt, er wäre selber dort gewesen.
Das war doch nur ein Vergleich, ein, ähh …, zum Einstieg, den man hätte auch allgemein formulieren können, wenn man nicht wüsste, dass der offenbar wirklich eine Eisenbahn im Keller stehen hat.
Und wenn man einen Artikel für so preiswürdig hält, dann kann man das doch nicht alleine daran hängen, ob jemand nun die Eisenbahn von jemandem gesehen hat oder nicht. Jedenfalls solange das für den Inhalt und die Folgerungen des Artikels nicht völlig relevant ist.
So ein albernes Theater. :)
Und dass das bei den andern Medien sowieso gang und gäbe ist,
kommt dann noch dazu.
Es hat schon seinen Grund, weshalb ich das Wort “Journalist” mittlerweile als Schimpfwort benutze.
Unsere “Qualitätsmedien” sind zum großen Teil Propagandaorgane geworden – schön am Beispiel Griechenland zu sehen:
Der Status Quo:
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34737/1.html
Ein Video habe ich mal hier gesichert:
http://www.schwittay-networks.de/zensur/griechenlandpolizei.flv
Und das schreibt der SPIEGEL:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,762352,00.html
Da hat mich das Sturmgeschütz der Demokratie aber mal wieder schwer beeindruckt. Die “Fallhöhe” ordne ich übrigens im Kontext des Auftrages bei so ziemlich allen Magazinen bzw. ÖR mehr oder weniger gleich ein. Viel fallen kann da nicht mehr.
Darüber berichtet der Spiegel doch auch.
http://www.spiegel.de/video/video-1127142.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,747256,00.html
/edit Die Artikel sind wohl kaum miteinander zu vergleichen.
Ja, die Artikel sind kaum zu vergleichen.
…
Da hat doch Einer trotzig von der “Endlösung für Journalisten” gesprochen…
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,763599,00.html
Du spielst Schlagzeug?
Das stimmt schon, andererseits hat sich der Trash-Journalismus in einer Zeit entwickelt, in der noch reichlich Geld da war. Ich bin nur etwa dreizig Mal mit Schriften an die Öffentlichkeit getreten, aber bei Treffen mit professionellen Journalisten hatte ich immer den gleichen Eindruck: selbstgerecht, besserwisserisch, arrogant und nicht kritikfähig. Das merkt man vor allem dann, wenn über Dinge berichtet wird, bei denen man selbst relativ gut Bescheid weiß. Da kommt schon mal sehr schnell ein falscher Zungenschlag in die Berichterstattung, weil man den Geschmack (respektive die Vorurteile) der Leser treffen (respektive bestätigen) will.
Das heutige Wehklagen über den Verlust des “guten Journalismus” weckt bei mir zwiespältige Gefühle. Sicher hat es diesen “guten Journalismus” früher gegeben, und es gibt ihn teilweise auch heute noch. Aber es waren und sind Einzelfälle. Im Durchschnitt waren die Berichte von Funk, Print und TV selten völlig korrekt, fast immer tendenziös und oft sensationsheischend.
Und mal im Ernst, wozu soll ich z. B. eine Tageszeitung abonnieren, wenn da sowieso nur das drin steht, was ich wissen darf und nicht, was ich wissen müsste. M. E. ist der Niedergang des Qualitätsjournalismus zu einem guten Teil von Journalisten selbst verursacht.
Dass sich hier ein gewisser Standesdünkel und Machtbesoffenheit breitgemacht hat werde ich nicht bestreiten. Ich bin noch nicht lange genug auf der Welt bzw. politisch interessiert um das sicher beurteilen zu können, aber ich habe den Eindruck dass es in der Bonner Republik noch etwas mehr kritische Distanz zwischen Journalisten und Politikern gab als in der Berliner Gemengelage des Café Einstein wo Alle per Du sind.
In einer Doku meinte eine Journalistin stolz, dass sie dort im Hinterzimmer von den Politikern Dinge erfährt über die sie anschließend nicht schreiben darf. Dieses Missverhältnis war ihr, die nun “drinnen” war im elitären Zirkel, Zugang zu diesen Informationen hatte, aber gleichgültig bzw. gar nicht bewusst. Ein seltsames Selbstverständnis der eigenen Berufsethik, wenn Du mich fragst.
Ja und nein. Es ist vollkommen normal, dass man als Journalist auch Hintergrundgespräche führt, über die man nicht im Detail schreiben darf. Ansonsten würde halt niemand mehr mit einem sprechen. Das man allerdings noch nicht einmal “abstrakt” darüber schreibt, ist nicht normal. Das man sich dann “zum elitären Zirkel” zugehörig zählt, noch viel weniger. Deine Kritik an den “Einstein-Journalisten” teile ich somit.
In Zeiten des Monetarismus wird eben auch so etwas wie die Berufsethik auf breiter Front aufgeweicht, denn Erfolg bezieht sich nur auf einen Wert).
Man könnte auch sagen, die Korruption ist dieser Ideologie immanent.
Das hat m.E. nichts mit Bonn oder Berlin, sondern mit der Wirtschaftspolitik und dessen ethischen Rahmen zu tun.
zu Kommentar Nr. 4
Als ehemaliger SPIEGEL-Junkie kann ich dazu nur sagen: Das Panschen und Strecken begann mit Aust und Austern. Die sinkende Nachfrage nach dem ehemaligen Qualitäts-Medium erklärt sich durch den im Weiteren dargelegten Denkansatz des Höher, Weiter, Mehr – notfalls Hohler, eben Masse statt Klasse. Wer soll denn bitteschön die PR lesen, wenn nach und nach die Leser aussteigen? Der betriebswirtschaftlich falsche Ansatz offenbart in letzter Konsequenz sein Manko und das seiner gesamten auf die allgemeine Wirtschaft übertragenen Philosophie – sofern das Wort Philosophie hier nicht missbraucht ist. Die Welt hat nun einmal Grenzen. Mich stört’s unter den gegebenen Umständen weiter nicht, ich bin inzwischen “clean” auch ohne das Münchner Methadon-Programm des Dr. Markwort.
An Horst Seehofer hat die hanseatische Neocon-Postille im Übrigen so offensichtlich einen Narren gefressen, dass mir nur einfällt: Du bist was du isst, SPIEGEL und der bayerische Ministerpräsident ist euch und eurer Zeit möglicherweise ein wenig voraus, ohne dass ihr es merkelt und das wurmt euch.
Als ehemaliger langjähriger Spiegel/Stern-Abonennt kann ich dem nur voll und ganz zustimmen. Was passiert ist, hat seinerzeit – wenn ich mich recht entsinne – mal Tom Schimmeck in der TAZ mit der herrlichen Formulierung über die Wandlung des Spiegel “vom Sturmgeschütz der Demokratie zur Wasserpistole Angela Merkels” zum Ausdruck gebracht (leider finde ich den Artikel nicht).
Dort hat man bis heute nicht kapiert, was da verloren gegangen ist, bzw. gezielt zerstört wurde. Vereinzelt meldet sich mittlerweile ja wieder der eine oder andere mit Durchblick, aber was wollen die paar Leutchen ausrichten gegen all die anderen?
Und dieser Vorgang ist wirklich ausgesucht peinlich auf allen Seiten. Erst die Peinlichkeit der Preisverleihung über so ein ausgesucht innovatives Thema wie Seehofers Modelleisenbahn, dann die nicht minder peinliche Aberkennung, letzteres nur wegen des Sturm im Bätterwaldes der Pharisäer, wie Jens Berger zu Recht beschrieben hat. Und wenn ich nicht irgendwo eine Notiz darüber gelesen hätte, hätte ich von dem journalistischen “Geniestreich” dieser Reportage wie so viele garnichts mitbekommen. Nicht die Reportage ist der Skandal, sondern wie die journalischen Heuchler damit umgehen.
Aber das ist ja leider nichts Neues.
Grüße
“leider finde ich den Artikel nicht”
Hier ist er:
http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/09/17/a0015
DANKE! :-)
“Arschlochalarm”! Genau! Und es ging um Gabor Steingart, der mitgeholfen hat, “den Spiegel, das einst so stolze “Sturmgeschütz der Demokratie”, umzurüsten zur Spritzpistole der Angela Merkel.” – soweit die korrekte Formulierung.
Nochmals Dank!
Grüße
Ein Klassiker! ;-)
Und das trotz (oder wegen?) des Redaktionsstatuts. Im Zusammenspiel mit der Dritte-Weg-Propaganda (Blair-Schröder) hat das seinerzeit den Erkenntnisprozess bei mir verzögert.
Willkommen im Club. Tut’s Dir auch manchmal so richtig weh? Packt Dich nicht auch manchmnal die Versuchung, am Zeitungsstand? (Oh Mann, 41 Jahre … vorbei!)
Gute Besserung :-)
Die “Bild am Montag” kaufe ich höchstens, wenn ne Geschichts-DVD beiliegt.
Im übrigen sei an das vollständige Augstein-Zitat erinnert:
“In der Ära Adenauer waren wir das Sturmgeschütz der Demokratie, mit verengten Sehschlitzen.”
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-32261524.html
“Strukturvertriebe zeichnen in ähnlichen Ritualen ihren besten Klinkenputzer aus, Kaninchenzüchter den patentesten Rammler.”
ymmd
(will sagen, dass ich es noch etwas Zeit braucht, die Reste von Kaffe und Kuchen von Tastatur und Monitor zu kratzen, weil ich erstmal losgeprustet hab. Außerdem wär ich fast erstickt vor Lachen! Du journalistischer Erzbösewicht, Du!)
1968 war für die herrschende Klasse eine schmerzhafte Lektion, wurde sie doch im innergesellschaftlichen Diskurs von jungen Männern mit wildem Haar und Loseblattsammlungen an die Wand argumentiert – und das ganz ohne Blog-o-sphäre. Allerdings hatten die Wirtschaftseliten dem Impetus der studentisch Bewegten auch nur die Dumpfheit von Bild, die Borniertheit der WELT, Büttel, Wasserwerfer und Backpfeifen von ehem. wehrmachtsangehörigen Familienoberhäuptern entgegenzusetzen. Sie haben ihre Lektion gelernt und sich publizistisch umfassend vernetzt. An Geld mangelte es schließlich nicht, lediglich an den erforderlichen soft skills. Praktischerweise waren Gesellschaftswissenschaftler nach dem Immatrikulationsboom der 70er bald auch billig und willig zu haben. Die Revolution kannibalisiert seitdem ihre Kinder, aber Ankommen kann ja auch einen Heidenspaß machen, wie man an den “Grünen” sieht.
Hermann Göring hatte auf dem Dachboden von Karinhall auch eine Modelleisenbahn. Es wundert mich, daß das noch nicht gesagt wurde. Schließlich sind wir im web.
Den Niedergang des Qualitätsjournalismus müsst Ihr aber geträumt haben. Den hat es nie gegeben, auch in den 60er und 70er Jahren nicht. Das hat also auch nichts mit den wegbrechenden Einnahmen der Holzmedien zu tun.
Früher war vor dem Internet, da hat man den Blödsinn im SPIEGEL jede Woche noch für die große Enthüllung der Wahrheit gehalten. Heute kann man sich informieren, wenn man will.
Guter Gedanke!
Weis aber nicht, ob’s stimmt. Gerade heute hatte ich, auf der Suche nach nützlichen Informationen im Internet, den Eindruck, dass dieses auch schon mal schlauer war, beziehungsweise heute Sinnvolles immer mehr im massenhaften Unsinn untergeht.
@SF
patentesten??? WTF …seid wann gibt es ein Patent auf’s Rammeln?
Meine fiancée würde mir da aber ein paar ganz deutliche Worte an den Kopf werfen, von wegen hoheitlich erteiltes gewerbliches Schutzrecht und anderen die Benutzung der Erfindung zu untersagen.
Teufel nochmal, ich bleib beim althergebrachten vögeln – es geht auch ganz ohne Patent&Pfister! Du machst uns ein Alpha für ein Omega vor.
[grins&wech].~ ❧Will mal so sagen:
Wenn alle unsere Volksvertreter vor Schröder/Fischer 1998 Modelleisenbahn gespielt hätten und deswegen ihre pawlow´schen Zustimmungs-Griffel nicht hätten in den demökratisch- embeddeten Parteitags-Parlamentarischen Abstimmungen heben können, hätten wir heute noch die Herrschaft des (alten) Rechts und nicht die der Macht.
Nich ?
An weniger oder garnichten Kriegen wären wir auch beteiligt.
Keine Autoimmunerkrankung übrgens:
Menschliche Intelligenz nach Macchiavelli.
Überlegt, erprobt und systematisch gefestigt: Seit dem Aufkommen der sogenannt Vierten Gewalt.
Zu 19 (als Richtigstellung)
Macht ist, wenn die Mehrheit des Volkes hinter der Regierung steht.
Das ist -vom Potomac bis hin nach Finnland- längst nicht mehr der Fall. Wahlbeteiligung und Wahlergebnisse erweisen empirisch, dass keine Macht, sondern Gewalt herrscht. (U.a.: Hannah Arendt)
@Keynesianer:
Das kann ich so nicht bestätigen. In dem kleinen Fachpresse-Sektor, in dem ich seit 30 Jahren herumwerkel, waren früher die Chefredakteure alle vom Fach. Meister, FH-Ingenieure (mit handwerklicher Vor-Ausbildung), alle fest angestellt und zu guten Preisen, damit sie nicht in die Industrie-PR abwandern. So zu Beginn der 90er Jahre fand ein Generationswechsel statt. Seitdem haben wir oben die Dipl.Soz.Päd., nichtsnutzige Politologen, MBA und was da sonst noch für kleines Geld aus dem Kaffeehaus geholt werden konnte. Die Verleger waren halt der Meinung, die Leserschaft sei mit leicht umgefiedelten Industrie-Pressemittelungen zu beglücken. Seitdem steht in allen Zeitungen fast dasselbe, sie haben fast zur gleichen Zeit die Tests derselben Lkw (von den Herstellern bezahlt) und haben praktisch nichts, was sie selbst ohne Industrie-Sponsor auf die Reihe bekommen könnten. Dann war man der Meinung, es genüge, wenn der Schurnalisd als freier Künstler nach Zeilenzahl honoriert wird. Dass der eingereichte Text dann nur eine Viertversion einer bezahlten Industrie-PR war, ist den ChR gar nicht mehr aufgefallen. Dazu fehlt die Sachkunde. Seitdem leidet die Branche unter Auflage-Verlust. Das war alles schon in der Vor-Internetzeit. Jetzt wäre es für Medien-Profis an der Zeit gewesen, sich auf die Nicht-Print-Technik einzustellen. Die Industrie hat das beizeiten getan. Die Verleger nicht. Sie sind sogar mehrheitlich desinteressiert, die Klicks auf ihre Internetseiten mittels Metis der Verwertungsgesellschaft Wort zählen zu lassen. Dadurch geht nicht nur ihren Autoren Geld flöten, sondern ihnen selbst auch. Diese Abwärtsspirale kann man nicht stoppen. Es war ja in der Allgemein-Presse anhand des Burda-Plappermagazins zu sehen, dass die Leserschaft nicht endlos zuzumüllen ist. Der Spiegel wird den gleichen Weg gehen, der merkt es nur noch nicht. Bin seit zwei Jahren Spiegel-frei. Angefangen habe ich 1965. Unsereins hat damals das Spiegel-Logo vom Heft ausgeschnitten und auf den Parka geklebt, weil wir unsere Deutsch- und Geschichtspauker so unter alle Decken zu rotieren bekamen. Waren das noch Zeiten.
gruß fb
@Folkher Braun
Was den SPIEGEL betrifft, der hat vor dreißig Jahren schon den neoliberalen Kampagnen-Journalismus betrieben. So um 1980 kam da eine ganze Serie Sozialstaats-Kritik genau passend zur Volcker-Rezession. Von der Hochzinspolitik als Krisenursache war im SPIEGEL kein Wort zu lesen. Kein Wort! Da ging es nur um den überzogenen Sozialstaat und die faulen Arbeitslosen.
In der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen hat damals der Dr. Hans D. Barbier, heute Chef der Ludwig Erhard Stiftung, schamlos gegen die soziale Marktwirtschaft gehetzt. Die Figuren hatten zwar alle Ökonomie studiert, aber eben neoliberale Ökonomie.
Nur der Wirtschaftsresortleiter der FR hat sich einmal im Monat getraut, eine Senkung der Zinsen zu fordern. Sonst war da nichts. Sonntags der Journalisten-Frühschoppen ohne einen Pieps gegen die verheerende Hochzinspolitik, die kam da einfach nicht vor.
Von der Fachpresse kenne ich nur die Computerbranche, da waren aber die Hefte damals so wertlos wie heute. Schade um das Geld, das man dafür ausgegeben hat, weil man sich einfach nicht vorstellen konnte, dass die auf so vielen Seiten wieder nichts von Interesse bringen werden. Eigentlich hat erst das Internet dazu geführt, dass man sich das Kaufen der Zeitungen abgewöhnt hat, weil ein Blick auf die Online-Ausgabe auch ausreichend beweist, dass die wieder nur lauter Quatsch absondern. Früher habe ich auch noch Geld ausgegeben, um das dann schriftlich zu bekommen.
Auch auf anderen Gebieten, man denke an die Barschel-Kampagne im SPIEGEL oder den STERN mit den Tagebüchern von Kujau, war die Presse nicht besser als heute. Ist jedenfalls mein Eindruck, vielleicht dadurch etwas einseitig, weil ich damals versucht habe, etwas gegen die Hochzinspolitik zu unternehmen. Die Wirtschaftsredaktionen bestanden jedenfalls aus lauter Banditen, denen das ins Gesicht geschrieben stand.
Bester Keynesianer,
zu der Zeit, wo das losging, war ich als Dipl.Pol. (OSI-FU-Berlin Examensjahrgang 1973) schon längst mittels Lastzug europaweit unterwegs und habe mir die Ökonomie “von unten” angesehen. Die verfallenen Industriebauten in Birmingham, wo Leute drauf herumliefen, um nach Metallteilen zu stochern, den Industriegürtel um Paris, wo die CRS abends die Algerier verprügelten, die morgens im UNIC-Lkw-Werk zur Schicht anteten durften und so weiter. Interessant war, dass unser heutiges Leiharbeitssystem schon Mitte der 80er Jahre von Berdelsmähn in Gütersloh mit Duldung des Arbeitsamtes ausprobiert wurde, vor allem im Hochregallager an der Autobahn. Das hat erst dann das Berdelsmähn-Logo bekommen, als Gaz-Gerd mit dem Adecco-Clement alles legalisiert hatte. Zu der Zeit durfte ich dann auch erleben, wie “meine” Gewerkschaft ÖTV sich aus dem Straßengütertransport verabschiedet hat mit der Begründung: “ihr seid einfach zu dämlich, euch zu organisieren…”
Heute in der Abteilung Medien von Verdi erlebe ich den Prozess noch einmal. Wobei ich inzwischen als Ü60 zu der Ansicht gelangt bin, dass unsereins sich zügig in die politische Dabatte einschalten sollte, denn uns kann keiner mehr an die Rente gehen. Den späteren Jahrgängen schon. Ein Beispiel: der jetzige OB von Köln war früher Schulsprecher in Coesfeld und ich sein Vize. Er machte dann die SPD-Karriere und schrieb als frühpensionierter Regierungspräsident von Köln sinnlose Gutachten im Auftrag der Stadtsparkasse Köln. Wenn Du solche Koofmichse in Deinem unmittelbaren Erlebniskreis hast, fragt unsereins sich,: Wo kommt dieser Ar***lochfaktor her, dieses vuz- und k-m- leck-mich- Nichtleister-Promotionsgesabbel?
Als gelernter Speditionskutscher (Berufskraftfahrer Fachrichtung Güterverkehr) lobe ich mir meine französischen Kollegen und die Owner-Driver in Italien, die alle in Genossenschaften organisiert sind. Wenn denen der Kragen platzt, machen die den Laden zu. Bei uns wird nur gebratscht. Und die anderen sind´s schuld. Und dann zappeln sie heulenderweise weiter, auch wenn die Monatsgage unter dem Niveau von 1980 ist.
Ist leider so.
gruß fb
offtopic? To whom it may concernA film about hope, fear and digital culture.
http://www.presspauseplay.com/
AboutThe digital revolution of the last decade has unleashed creativity and talent of people in an unprecedented way, unleashing unlimited creative opportunites.
But does democratized culture mean better art, film, music and literature or is true talent instead flooded and drowned in the vast digital ocean of mass culture? Is it cultural democracy or mediocrity?
This is the question addressed by PressPausePlay, a documentary film containing interviews with some of the world’s most influential creators of the digital era.
…
Sneak Peek #1 – Seth Godin
[via tube]…
[watch more → youtube.com/user/PressPausePlay][May is national bike month!]
Und ich schiebe gleich noch einen (Hinweis) hinterher, was die 5. Gewalt betrifft:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6938
(Sorry, hätte weiter unten auftauchen sollen)
Die Welt der Vierten Gewalt war schon vor jenem Freitag nicht in Ordnung. Und wird es auch künftig nicht sein…
J. Swinton, Chefredakteur der Times, anlässlich der Feier zu seiner Verabschiedung (Quelle)
Vielen Dank für diesen Redeausschnitt. Mutig und aus “berufenem” Munde.
(Ist das nun eher ein Indiz für oder gegen VT ?)
Das Zitat ist griffig und nett, stammt aber nicht vom NYT-Chefredakteur Swinton (der übrigens “nur” Redaktionsleiter war), sondern vom Gewerkschaftler und “New York Sun”-Autoren Swinton. Das ändert natürlich nichts am Inhalt – es ist jedoch m.E. immer wichtig, von wem ein Zitat stammt, um es richtig einordnen zu können.
Danke. Das hätte mich auch sehr gewundert. Um Redaktionsleiter bei der NYT und dergleichen zu werden, darf jemand geistig gar keinen solchen Abstand zu seinem täglichen Geschäft haben.
Der muss sich schon aus Überzeugung und mit voller Hingabe intellektuell prostituieren. So wie unser großer Filosof des Kapitals Schlotterteig zum Beispiel. Der macht es genau so, wie die Herrschenden es von ihren Oberlakaien erwarten.
Ooops, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Der eine und der andere John Swinton sind ein und dieselbe Person. Swinton war zunächst bei der NYT und ist dann zunächst (ich glaube nach dem Bürgerkrieg) aus dem Dienst ausgeschieden. Als Gewerkschafter kam er über Umwege wieder ins Geschäft und schrieb hin und wieder bei der Sun. Hauptsächlich hat er zu dieser Zeit jedoch seinen eigenen Labour-Brief herausgegeben.
Mir ging es beim Kommentar um Folgendes: Der Inhalt wäre für einen scheidenden Chefredakteur der Times skandalös. Für einen Gewerkschafter und Brief-Herausgeber (man könnte das als Vorgänger des Bloggens bezeichnen) ist das Zitat jedoch wenig spektakulär … man kann es von einer solchen Position heraus sogar erwarten.
Danke,
ich war jetzt auch gerade verwirrt.
Das Zitat soll 1880 bzw. 1889 gefallen sein – wann auch immer:
Es ist ein starker, zitierenswerter, absolut berechtigter Klassiker.
http://de.wikiquote.org/wiki/John_Swinton
http://wapedia.mobi/de/Diskussion:The_New_York_Times
Grüße
edit: Hier noch Lebensdaten
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Swinton_%28journalist%29
Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Der muss ja dann wohl eine tiefere innere Wandlung durchgemacht haben.
Jedenfalls kann ich es mir nicht vorstellen, dass jemand bei der Presse Karriere machen darf, der auch nur ein Risiko darstellt, derart kritisch denken zu können. Eine Autobiografie dieses John Swinton wäre sicher sehr lesenswert.
…
Das Zitat ist also schon etwas älter, danke für den Hinweis. Für mich als ewig Grübelnder ist dieser Fakt aber nun vielmehr eine Bestätigung für meine genannte (rethorische) Frage, da sich in den letzten Jahrzehnten die Medienmacht auf immer weniger Schultern konzentriert hat.
“Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.” Paul Sethe, mW aus den frühen 60ern.
Gut, dass es den Spiegel gibt, so berechtigt etliches der seit jeher aus allen Ecken daherbrandenden Kritik an dem Magazin zweifellos ist.
Jedoch ist sie in ihrer Rigidität und Absolutheit überzogen, und viele Kritiker merken zudem in ihrer selbstgerechten Entrüstung nicht mal, dass sie sich gerade mit ihrem Anspruch des Besserwissens genau dort hinstellen, wo sie den Spiegel verorten.
Ähnliches gilt auch für die meisten anderen Mainstream-Journalistikprodukte und deren (g)eifernde Kritiker.
@SF
on second thoughtDie Autoimmunerkrankung der Vierten Gewalt
13. Mai 2011 | 10:43 - Spiegelfechter.comBetrug erzeugt Betrug
13. Mai 2011 | 14:10 - nachdenkseiten.deBin etwas irritiert, auf den ersten Artikel hätte ich auch verzichten können. Mal ehrlich, so toll war dieses Seehofer-Portrait nun wirklich nicht und diese …ähem Preisverleihung? Darüber auch noch gefühlte 1000 Worte zu verlieren – meinetwegen – ich gönn Dir den Müßiggang.
Btw …wenn schon Poliker Portraits – BittSchön – w a s w ä r e w e n n man
“Bad Boy Kummer” mit diesem → Photo eine Nacht lang …
in den Keller gesperrt hätte? ←
[kontrafaktisches Szenario]Deinen zweiten Artikel hätte man doch auch hier platzieren können. Crossposting ist doch auf SF.com sooooooo angesagt.
Nix für ungut…
[last but not least - A Good Day]Man muss es nun mal direkt sagen, lieber SF und sehr geschätzte Kollegen von den Nachdenkseiten (außerdem vermute ich, dass ihr bereits selbst in der Nähe dieser Erkenntnis sein müsst):
Weniger ist oft sehr viel mehr!
@SF & to whom it may concernSind die Griechen wirklich selbst Schuld?
DEBTOCRACY // ΧΡΕΟΚΡΑΤΙΑ – International Version
[via debtocracy.gr][update: SF.com - ein-verhangnisvoller-deal#comment-112487 & more info ]For the first time in Greece a documentary produced by the audience. “Debtocracy” seeks the causes of the debt crisis and proposes solutions, hidden by the government and the corporate media.
[ Production Costas Efimeros 2011 - BitsnBytes.gr | subtitles fr | en | 1:14:47]Καλή νύχτα
Das ist meiner meinung nach ein Gag der Nah an der Spitze ist …
…. :-)
Ich habe es nicht nötig über Kollateralschäden zu lamentieren …
was mir wichtig ist im leben …
Ich mag Fefe … ! http://www.myvideo.de/watch/8106297/Georgi_Sviridov_time_onward
Auch wenn er mich das letztes mal auf einen link verwiesen hat ( Es ging da glaube ich um die drecksschweine von Evangelikalen ) ich habe da direkt seine Webseiten seiteverknüpfung
( weil ich es wissen hollte ) genommen . Direkt ein angriff auf mein System !
Ich mag Fefe ( damn … Hat das überabeitet ansonsten wäre hier der Link )
Kann ihn zwar noch sogesehen schlecht einschätzten könnte aber auch einer von sein
( freitag der 13. ) Gags sein … ;-D
Wie auch immer … in anbetracht dessen das Spiegelfechter in richtung zu sehr ” mitte ”
läuft … Hey die 3 Musketiere haben auch immer den Murdock
http://www.hanenwurger.org/wp-content/uploads/2007/07/murdock.jpg
Sorry ein zu euphorischer betrunkener auswurf …
10 min Später … Ach … ! Wenn du schon wenig zeit meinst haben zu müssen dann
holl doch besser noch einen wie Fefe in die Runde !
Auch wenn Sasse im bereich Geschichte ein abzuluter zugewinn ist, versagt er doch sonst fast im gleichem Maße ( sorry der alk ) !
Kriegszitterer aka Arbeiter 4. Klasse
http://www.myvideo.de/watch/7979760/Lexx_Yo_way_yo_Brunnen_G_battle_song
…
LEX … ( Gockel it ;] ) ( ist im übrigen sehr sehenswert ;)
Wäre überigens gut wenn du das stehen läst ;) …
Ich wollte eigendlich nüchtern mal eine ” total vernünftige Mail ” an dich schreien ab blaa …
Kommt vielleicht ( eher warscheinlich noch ) …
Keep on fighting … !
Am Ende hätte ich gerne noch den Link des videos gesendet wo …
Diese Filmzene aus Waynes Wourld auf der ” Party ” und am ende wird doch dieser
alte CCCP Traktor umgekipt … he he
Vielleicht kann mal jemand kompeteres mir da einen Link hier bei spiegelfechter senden ?
Der geht am Ende aber auch …
http://www.youtube.com/watch?v=sQjEoivylGk&NR=1
Jetzt aber … ;)
Kriegszitterer
… und kussmund ;)
@Kriegszitterer aka Arbeiter 4. Klasse
Questions
[never asked by Jens B.]& Answers[from an anarchist.~ ❦ ~.]Q.
…was wäre wenn ich mal eben schlappe 160,00 € übrig hätte?
A.
…ich würde Dir ein Nilpferd schenken!
Q.
…was wäre wenn man alle SF.com – Kommentare mal auf die Reihe bekäme?
A.
……pop-pity-pop ☞ Eu amo este “Balões”!
Q.
…was wäre wenn wir uns alle Mann hoch in Bielefeld treffen?
A.
……we should Rendezbooze at “DenBonesCafe” for further discussion on the topic!
竖起大拇指 You got 1 new follower!
[Thank You for posting yourcommentspoems to set us free from the slavery of sin and a destiny in hell!]update:
Sorry für den einen fehlenden Gravatar…
es war ein Typo in der Mailadresse also lediglich ein Anfall von SommerWinterVerwechslungsKrankheit — pfeif drauf
such Dir zur Abwechslung einen aus.
Deine
commentsZeilen sind eine Art Installation. Art ist na so was.Sollange ihr hier gedanken schwache dingerheus donnert … Fühle ih mich auch frei hier mal zu einem eigendlichd nicht erwähnentswerten thema …
Also hier der Song … ;) Jens
http://www.myvideo.de/watch/3740199/ZZ_Top_sharp_dressed_Man
Ich könnte mich dafür hassen zu trollen aber irgendwie machts du es mir zu einfach …
ICh denke ZZ-Top hat alle mal mehr wert als dieses thema … ;)
Dazu kommt, dass gerade beim Spiegel so heftig auf Linie redigiert wird, dass u.U. ein expliziter Hinweis des Autors gestrichen worden wäre.
Auch ganz gut zum Thema nächsten Sonntag kommt der 2. Teil – und Tissy Bruns “Republik der Wichtigtuer” ISBN 978-3-451-28715-2
Wie war das noch mit der HOCHTIEF? Kiste wäre interresanterter … he he wo ist da die neue fdP …
Ich muss mir den zynsmus verkneipfen …
Die Banken die diesen … Mal sehen wie lange das gut geht ….
Aber die einzige in diesem umfang nicht bestechliche Partei belagern …
Grundgestzt ist nichts mehr wert …
Mich erreicht noch nicht aber, ich bin MEnsch …
UNd ich verteidige zur not auch unbekannt nüchtern … ;)
Ich hofffe das läst sich halbwegs lesen …
Noch ein selten dummer witz, aber weil ich mir gerade so tollle Witz habe erzählen lassen …
komm einenhabe ich noch …
;-D
Mal gucken wie weit das mit der noch FDPgeht … :D
“Wer sein Personal in rasantem Tempo abbaut, immer mehr qualitätssensitive Bereiche an Billigheimer outsourced und sich einen Gutteil des Blattes durch Agenturmeldungen füllen lässt, sollte sich bitte schön auch bei Sonntagsreden über die Wahrhaftigkeit des Journalismus zurückhalten.”
Das bringt es auf den Punkt!
Dennoch fehlt es meiner Meinung nach vielen Medien-”Konsumenten” an einer nötigen Medienkompetenz – insbesondere in Bezug auf das Ausland.
Was erfahren wir über die USA, außer einer Bestätigung unserer Vorurteile?
Wer sich über die revolutionäre Entwicklung in den arabischen Staaten informieren will, sollte gleich Al Jazeera heranziehen, denn die wesentlichen Fakten in den deutschen Medien basieren sowieso auf dieser Quelle.
Als ein in Japan Lebender kann ich nur sagen, dass die Berichterstattung über dieses Land von fast grausamer Unwissenheit gekennzeichnet ist. Über die jüngsten Ereignisse wurde in wildester Weise spekuliert, aber die einzigen Tatsachen beriefen sich auf englischsprachige(!) japanische Quellen, v.a. Kyodo News, NHK und Zeitungen Japan Times, Asahi Shinbun und Mainichi Shinbun.
Diese sensationalistische Berichterstattung führte dazu, dass ich seit März SpOn, Zeit, Taz, Welt und und und aus meinen Bookmarks gelöscht und nicht mehr gelesen habe (ja, eine überregionale Zeitung fehlt, die zwar nicht auf meiner politischen Linie liegt, aber deren Artikel relativ(!) kompetent waren, v.a. schienen sie Journalisten vor Ort(!) zu haben ;-).
Meinem medialen Nektar entsage ich nun nach fast 30 Jahren intensivster Lektüre -und ich werde auch nicht mehr zurückkehren!
Ich weiß aber nicht, ob die Qualität früher wirklich viel besser war oder ob es an dem Wechsel meiner Perspektive liegt: Die deutschen bzw. westlichen Medien schreiben sich die Freiheit und gar die Aufklärung auf den Banner, aber im Ausland kann man nur darüber den Kopf schütteln.
Wie viele Journalisten gibt es in den Medien, die z.B. die Landessprache der Länder, über die sie berichten, können?
Japanisch schien niemand zu können, obwohl dieses Land eines der führenden Wirtschaftsmächte ist und immerhin von 120 Millionen Menschen gesprochen wird. Obwohl die japanische Aussprache ziemlich einfach ist, konnten die TV-Journalisten die meisten japanischen nicht einmal die wenigen Namen/Begriffe korrekt aussprechen (“Fukushima” ist eine Ausnahme, aber hier kann man auch nichts falsch machen)!
Genauso sieht es in den anderen Gegenden der Welt aus, wer kann Arabisch (außer Peter Scholli ;-), wer kann Chinesisch (immerhin die meistgesprochenste Sprache der Welt)?
Obwohl man Japan und China nicht vergleichen kann, denn hier in Japan herrscht schon eine Art Demokratie und Redefreiheit, ist mir aufgefallen, wie falsch und verlogen z.T. die Berichterstattung über China ist. Die Chinesen wissen sehr wohl, wie viel sie der Regierung glauben können und suchen sich die ergänzenden Informationen im Internet – nur die deutschen Medien helfen niemandem weiter. Aber die deutschen Medien und deren Nutzer sind ernsthaft der Meinung, dass jeder Chinese, der nicht in der gnostischen Schablone “Chinesische Medien = falsch, schlecht – Deutsche Medien = richtig, gut” denkt, ein staatsgläubiger Kommunist oder zumindest “gehirngewaschen” ist.
Aber während die Qualität der privaten sog. “Qualitätsmedien” vor die Hunde geht, frage ich mich außerdem, warum zwischen ARD (ein Medium, das ich wenigstens noch manchmal nutze) und z.B. BBC mehrere Welten liegen?! Warum dieser deutliche Klassenunterschied?
Ohne BBC hätte ich die nicht – noch nicht ausgestandene – Krise hier in Japan nicht (seelisch) überstanden bzw. mich vielleicht zu Fehlhandlungen hinreißen lassen! Danke BBC!
Aber auch Danke an den Deutschlandfunk/Deutschlandradio, die wenigstens auch Wissenschaftsjournalisten beschäftigen, die wirklich was zu sagen haben.
(Bevor wild spekuliert wird: Ich war schon immer gegen AKWs und freue mich auf einen Energiewechsel, auch hier in Japan, aber pures Adrenalin und Sensationsmache hilft zumindest den Menschen, die direkt von einer Katastrophe betroffen sind, nicht weiter!
P.S.
Passend zum Thema:
“Medienschelten oder: Der Kampf um die Deutungshoheit”
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1423592/
P.S.S.
Auch der SF hat meiner Meinung nach in Bezug auf Japan vollkommen versagt, aber ich werde das in Zukunft zu trennen wissen, d.h. keine Lektüre Japan-relevanter Artikel mehr – aber sonst bin ich noch gelegentlich dabei…
Der Unterschied zwischen Japan und China ist, das sich die Japaner Sprechverbote selbst auferlegen; aus kulturellen Gründen.
Wenn das öffentlich-rechtliche NHK, Ishihara fragt ob es zweifelhafte Aussagen von ihm zitieren darf, kann man diese Praxis durchaus debattieren.
Trotzdem hege ich für die japanischen Medien stärkere Sympathien als die deutschen.
Hmmm, ich kann mich gar nicht erinnern, dass ich etwas über Japan geschrieben hätte. Vielleicht ist das für Dich ja das “Versagen”. Ich steht aber dazu, von Themen, von denen ich keine Ahnung habe, lieber die Finger zu lassen. Kein Artikel ist besser als ein Artikel, der von Ahnungslosigkeit durchzogen ist. Für mich ist das kein Versagen.
Es interessiert mich welche Fehler der Berichterstattung Du konkret beobachtet hast. Ich war nur ein paar Wochen in Japan, was kaum für mehr als einen groben ersten Eindruck reicht, habe aber bei den Berichten den Eindruck gewonnen dass man das Verhalten der Japaner in der Krise stark nach sehr oberflächlichen Maßnahmen bewertet hat. Da wurden dann alle Japaner schnell zu kühlen Robotern welche im Zeichen der Katastrophe abgeklärt ihrem Tagewerk nachgehen, weil man aus unserer westlichen Warte z.B. das Prinzip des Gesichtwahrens nicht mehr kennt.
Was die BBC angeht: Diese wird soweit ich weiß von einem unabhängigen Rundfunkrat regiert. Unsere ÖR werden von Parteipolitikern und den Kirchen gesteuert. Politische Lenkung geht immer auf Kosten von Objektivität und Qualität, dementsprechend schafft es die BBC mit 50 % weniger Budget ein hochwertigeres Programm zu erstellen. SPD und Union werden die ÖR niemals aus ihrem Würgegriff entlassen, daran diese unabhängig zu gestalten ist selbst die amerikanische Besatzungsmacht gescheitert. Kanzlerfernsehen und so.
http://www.profil.at/articles/1119/560/296514/die-flecken-aufdeckermagazins-der-spiegel
Moin.
Vielleicht sollten mal die Verleger überlegen, statt billig einzukaufen in die eigenen Leute zu investieren. Wenn ich mir meine Fortbildungen ansehe, die ich aus – nicht-journalistischen – Gründen machen muss: Jede Autowerkstatt lässt ihre Leute mehr pauken. Unsere Prüfberechtigungen laufen im 3-Jahre-Turnus ab. Die Fahrberechtigung Klasse CE alle fünf. Nur, wer mit den Klamotten wirklich umgehen kann, kann sie auch beurteilen. Das Thema Sprachen, wie von Kaffee Ole beschrieben, gehört auch dazu. Ich bekugel mich immer, wenn werte Kollegen davon erzählen, dass “…ein Drehmoment anliegt …” . Wo liegt das Teil eigentlich? Die Sprachverhunzung ist auch so ein Thema: Vor 20 Jahren durfte ich noch unkorrigiert schreiben, wenn eine Sache keinen Sinn “hat”. Heute werde ich verbessert, dass die Sache keinen Sinn “macht”. Ich muss dem Leser also so nebenbei einflößen, dass ich das Inklische beherrsche und von dort rückübersetze. Wenn ich mich nicht irre, wurde an der Brandstwiete mit diesem Mist angefangen.
gruß fb