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  • Anonymous im Interview

    geschrieben am 17. Mai 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel

    Begleitend zu den Recherchen für den Artikel Anonymous – Auf den Spuren des Schwarms führte le bohémien ein Interview mit Personen, die sich als Teil der Anonymous-Bewegung präsentierten. Das Interview bietet einen bislang beispiellosen Einblick in die Gruppierung.

    Da Anonymous als Kollektiv arbeitet, gibt es keinen formell verantwortlichen Pressesprecher. Die Antworten auf die Fragen von le bohémien erarbeiteten rund 15 Anonyme in simultaner Gemeinschaftsarbeit. Die Anonymen sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem so genannten Hive-Bewusstsein. Die Aussagen des Hives spiegeln einen möglichen Konsens innerhalb der Vereinigung wieder, können aber, prinzipbedingt, keine Allgemeingültigkeit für Anonymous haben.

    le bohémien: Anonymous definiert sich als Verteidigungsinstanz der Meinungsfreiheit, bei Anonymous mitzuarbeiten bedeutet gegen Zensur zu kämpfen. Wieso setzt sich Anonymous so überzeugt für die Freiheit der Kommunikation ein? Wieso zieht dieses Ziel so viele Individuen an und wieso opfern die Mitglieder von Anonymous ihre Freizeit für diesen Kampf?

    Das Internet gilt als letztes freies Medium, in dem sich Informationen und Meinungen jeglicher Art entfalten können. Anonymous möchte unter anderem verhindern, dass Regierungen und Konzerne im Eigeninteresse diese Meinungsfreiheit eindämmen.

    Als Annäherung an diese Problematik kann beispielsweise auf die “Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace” von John Perry Barlow hingewiesen werden.

    le bohémien: Wir sollten in diesem Zusammenhang auf die Geschichte von Anonymous eingehen. Was gibt es dazu zu sagen?

    Anonymous selbst entstand aus dem Imageboard 4chan und wandelte sich von einer “Spaßbewegung” zu einem politisch motivierten Kollektiv von Kritikern und Aktivisten.

    Anfang 2008 gelangte ein ursprünglich internes Scientology-Video, in welchem Tom Cruise unkritisch über sich und Scientology redet, ins Internet und wurde auf YouTube hochgeladen. Scientology unterstellte YouTube daraufhin eine angebliche Verletzung des Urheberrechts und forderte die Beseitigung des Videos. Als Reaktion auf diesen Zensurversuch seitens Scientology formulierten 4chan-Nutzer das “Projekt Chanology”, was gleichzeitig die Geburtsstunde von Anonymous als Kollektiv darstellt.

    Seitdem hat sich Anonymous stark weiterentwickelt und setzt sich nun für eine Vielzahl von Zielen mit Bezug auf freie Meinungsäußerung ein. Ziele, mit denen sich heutzutage meist junge Menschen identifizieren können. Dadurch lässt sich wohl auch das große Interesse an Anonymous erklären.

    le bohémien: Deutschland verfügt über eine vergleichsweise heterogene Presselandschaft. Weltweit haben Menschen die Möglichkeit, sich in bisher nie gekanntem Ausmaß digital zu vernetzen. Wo macht Anoymous konkret eine Gefährdung der freien Meinungsäußerung aus?

    Wer glaubt, die Freiheit werde in letzter Instanz auch vom Terrorismus bedroht, der hat wohl nicht Unrecht. Denn wer heute einen Lötkolben kauft, macht sich schon fast verdächtig. Wenn dazu noch Grillanzünder im Einkaufswagen liegt, gilt es bereits als fast bewiesen, dass man ein Terrorist ist. Aber im Ernst: Menschen werden ohne Grund durchsucht, Abhörmaßnahmen werden gedankenlos legitimiert, staatliche Spähprogramme dürfen auf private Computer eingeschleust werden, Standortdaten werden abgeglichen und so weiter.

    In vielen Ländern der Welt ist Zensur und mediale Vollkontrolle längst bittere Realität und auch in Deutschland denken sich Politiker in stetiger Regelmäßigkeit neue Maßnahmen aus, mit denen sie die Bürger in ihrer Freiheit einschränken oder letztendlich gar gefährden. Denn genauso sicher wie Atomkraftwerke und Playstation-Netzwerke sind auch die Server, auf denen sensible persönliche Informationen massenhaft gespeichert werden.

    Oft geschieht diese Speicherung unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung. Ein ebenfalls populäres Argument war in der Vergangenheit die Bekämpfung der Kinderpornographie. Anonymous bezweifelt, dass dies die ganze Wahrheit ist, doch dies weiter auszuführen würde zweifellos den Rahmen dieses Interviews sprengen.

    le bohémien: Anonymous-Aktivisten treten in der Öffentlichkeit immer mit Guy-Fawkes-Masken auf. Die Masken scheinen zu einer Art Markenzeichen geworden zu sein. Hat man sich diesbezüglich von dem Film und Comic “V wie Vendetta” inspirieren lassen? Was bedeutet dieses Bild für Anonymous?

    Die Maske ist ein Zeichen des Widerstands der Kraft der Masse gegen Unterdrückung jedweder Art und als Symbol für die Macht des Volkes zu verstehen.

    Darüber hinaus symbolisiert die Nivellierung der individuellen Unterschiede durch einheitliche Masken die objektive Kraft, die in einem als Kollektiv operierenden Schwarm entsteht. Es benötigt keiner geschriebenen Gesetze, keiner elaborierten Ideologie oder Anthropologie, da ein so agierendes Kollektiv eine Art übergeordnete Weisheit entwickelt, die sich schlicht auf dem einfachen menschlichen Sein gründet.

    le bohémien: Insbesondere in Bezug auf die von Anonymous durchgeführten Hack-Attacken auf Paypal und Mastercard ist zu fragen: Was legitimiert die Vorgehensweise von Anonymous? Juristisch ist dies ein krimineller Akt, der für Kritiker von Anonymous Angriffsfläche bietet.

    Bei den Angriffen auf Visa, Paypal und Mastercard handelte es sich nicht um Hacks oder Cracks sondern lediglich um Distributed Denial-of-Service-Attacken. Eine so genannte DDoS-Attacke kann man prinzipiell mit einer Sitzblockade vergleichen. Dennoch wird in Deutschland die Beteiligung an DDoS-Attacken als “Computersabotage” gewertet und nach § 303b Abs. 1 StGB mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe geahndet.

    Zum technischen Hintergrund: Indem die ausgewählten Server gezielt mit sinnlosen Anfragen überlastet werden, wird der Zugang zu den Diensten, die über diese Server laufen, verwehrt. Ketten sich Umweltaktivisten an die Gleise, muss der CASTOR-Transport auch stoppen, um im Bilde zu bleiben.

    Es sei hier auch darauf verwiesen, dass ein Demonstrant, der sich an einer Sitzblockade beteiligt, für gemeinhin nicht danach gefragt wird, was sein Handeln legitimiert, obwohl sein Verhalten den Tatbestand der Nötigung erfüllt. Wir sehen hierin einen Widerspruch.

    Dennoch möchte Anonymous mit diesen virtuellen Sitzblockaden nur bestimmten Verantwortlichen schaden, jedoch nicht Unbeteiligten. Als beispielsweise bekannt wurde, dass infolge der DDoS-Angriffe auf Sony auch deren User unter Unfreiheiten litten, wurden die Attacken eingestellt und eine formelle Entschuldigung an die Nutzer formuliert.

    le bohémien: Auch wenn Anonymous in erster Linie als eine kollektive Idee, als ein kollektives Bewusstsein verstanden werden muss, stehen hinter dieser Idee Menschen. Berücksichtigt man, dass es keine offzielle Mitgliedschaft bei Anonymous gibt und dass zuverlässige Daten zu Anonymous nicht existieren, auf welchen Gebieten ist Anonymous als besonders kompetent und fähig anzusehen?

    Es ist die Bündelung von Kräften und Interessen Einzelner, die uns immer wieder aufs Neue unsere wahren Fähigkeiten und Kompetenzen offenbart.

    le bohémien: Gut, anders gefragt: Anonymous versteht sich selbst als Kollektivbewusstsein. Erklärungen, Operationen und Strategien entstehen, indem mehrere Anonymous simultan daran arbeiten. Wie muss man sich die Arbeitsorganisation bei Anonymous konkret vorstellen?

    Es gibt nicht “die” Arbeitsorganisation, so wie es auch keine Führung gibt. Immer, wenn sich genügend Leute für eine Aktion zusammenfinden, entscheiden sie spontan, was sie machen und wie sie es machen. Alle Abläufe bekommen dadurch eine Unschärfe, einen X-Faktor, ein kreatives Chaosmoment. Es gibt eine gewisse kollektive Ästhetik und verschiedene Codes, an denen sich die Aktiven orientieren, aber auch das ist ständig im Fluss und wandelt sich mit den Anonymen.

    Oftmals ist es so, dass sich die Idee zu einer Operation über IRC oder öffentliche, so genannte Pads – die es einer beliebigen Zahl von Usern ermöglichen, gleichzeitig und unabhängig an ein und demselben Dokument zu arbeiten – verbreitet. Hier werden in der Regel die Grundrisse eines Vorhabens aufgezeichnet und dann mithilfe des Kollektivs erweitert und verbessert.

    le bohémien: Wir würden gerne verstehen auf welchen Gebieten Anonymous derzeit tätig ist. Ist es möglich einen kleinen Überblick zu den aktuell wichtigsten und umfangreichsten Operationen zu geben?

    Derzeit dürfte die #opIran recht beliebt sein. Der Iran ist schon seit Langem als Land bekannt, in dem eine unterdrückerische Staatsmacht mit und durch Gewalt und Zensur herrscht.

    Als nun jedoch von einer staatlichen Presseorganisation eine Liste mit persönlichen, sensiblen Daten von Demonstranten, die gegen eben jenes Regime öffentlich Position bezogen haben, veröffentlicht wurde und diese Personen dadurch im übertragenden Sinne “zum Abschuss” freigegeben wurden, wurde es Zeit zu handeln. Den zu der Operation Iran gehörenden Videoclip findet man hier. Es gab bzw. gibt aber auch noch weitere arabische Operationen, unter anderem #opTunesia, #opEgypt, #opLibya, #opBahrain und #opSyria.

    le bohémien: Welche weiteren Projekte, oder auch Operationen, sind erwähnenswert?

    Mit #opSony warnte man beispielsweise Sony vor weiterem Vorgehen gegen die Hacker GeoHot und Graf Chocolo, die auf einer PlayStation3 Linux zum Laufen brachten und damit gleichzeitig den Kopierschutz aufhoben. Mit den Angriffen auf das PlayStationNetwork hat Anonymous jedoch unseres Wissens nach nichts zu tun.

    Dann gäbe es noch #opGreenRights, welche gezielt gegen große Atomkraftkonzerne aufruft und damit die derzeit umfassenden AntiAtom-Demos unterstützt.

    Momentan am höchsten frequentiert ist #opNewZealand, bei der das neuseeländische Parlament angegriffen wird, weil es ohne Zustimmung bzw. Wissen der Bevölkerung einem Anti-File-Sharing-Gesetz, der Copyright Infringing File Sharing Amendment Bill, zustimmte, welches Providern erlaubt, ihre Kunden zu überwachen. Informationen dazu finden Sie hier.

    le bohémien: Welche Rolle hat Anonymous bei den Revolutionen in den arabischen Staaten nun gespielt? Man hört Aktivisten von Anonymous leisteten Unterstützung dabei die digitalen Kommunikationswege zu sichern?

    Das stimmt. Zum Beispiel wurden die Zugangsdaten für die von Telecomix kurzfristig eingerichtete Einwahlmöglichkeit an ägyptische Bürger, Schulen und Universitäten gesendet, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich weiterhin digital auszutauschen. Dieser Dienst wurde unseres Wissens nach auch angenommen.

    Zu diesem Zeitpunkt wurden die Provider von der Regierung dazu gezwungen, sämtliche Verbindungen abzuschalten. Seitens Anonymous wurden zeitgleich regimenahe Webseiten und Propagandaplattformen durch DDoS-Angriffe lahm gelegt.

    Darüber hinaus spielte gewiss auch der schnelle Informationsfluss unter den miteinander vernetzten regimekritischen Aktivisten vor Ort eine Rolle, von denen eine Schnittmenge Kontakte zu Anonymous-Kanälen hat. Wie groß der tatsächliche Einfluss ist, weiß aber niemand so genau. Fakt ist aber: Wir sind da und wir sind viele. Zur Vertiefung.

    le bohémien: Die Projekte oder auch Operationen von Anonymous haben also immer einen IT-Bezug oder ist Anonymous auch auf anderen Feldern aktiv?

    Als eine lose Gemeinschaft, deren Kommunikations- und Wirkungsraum nun mal das Internet ist, kann Anonymous sich kaum vom Internet und dem IT-bezug trennen. Viel interessanter ist die Frage, welche Auswirkungen deren Handlungen auf das “off-line” Leben der Weltbevölkerung haben werden.

    Operationen wie AnonymousPress, Leakspin bzw. jetzt Crowdleaks, aber auch weitere ops zeigen deutlich, dass eine lose Masse Gleichgesinnter sich zu organisatorisch komplexen Projekten zusammenschließen kann, die auch abstrakte und langfristige Ziele wie z.B. Meinungsfreiheit oder Bekämpfung der Zensur verfolgen können. In diesen Projekten wird kein personifizierter Feind (Diktator, Sekte, Unternehmen, etc.) zum Angriffsziel erklärt. Es geht hier vielmehr um die Suche nach Lösungsmöglichkeiten für diejenigen globalen Probleme, die ins Massenbewußtsein nicht vorgedrungen sind: Repressionen, Funktionsweise der Zensurmechanismen, Propaganda, Datenschutzverletzungen, Fremdenfeindlichkeit.

    Solche Probleme können nicht durch Blitzaktionen wie massive DDoS-Attacken gelöst werden. Wegen einer falschen bzw. interessengeleiteten Berichtserstattung in den Massenmedien verfehlen solche Aktionen gar ihr Ziel, die Menschen auf bestimmte Missstände aufmerksam zu machen.

    le bohémien: Operation Leakspin und Crowdleaks kam zur Sprache. Was hat es damit auf sich?

    Das Projekt Crowdleaks, entsprang der Operation Leakspin und ist noch sehr jung. Es wird noch beweisen müssen, dass eine – aus einer spontanen Protestbewegung geborene Reform-Energie – für eine langfristige konstruktive Zusammenarbeit in einem losen engagierten Kollektiv ausreicht. Auf Crowdleaks haben sich in den ersten fünf Monaten seit Bestehen English-, Französisch-, Spanisch-, Deutsch-, Italienisch- und Russisch-sprachige Freiwillige weltweit zusammengefunden, die sowohl über die Veröffentichungen von Wikileaks als auch über die Enthüllungen durch Anonymous (Anonleaks) ausführlich berichtet haben.

    Die Grundidee von Crowdleaks ist der so genannte “Crowdjournalismus”. Basierend auf einer zensurfreien Plattform, wo jeder sich am Verfassen, Editieren, Bewerten und Übersetzen von Artikeln beteiligen kann, soll nicht nur die Zensur bekämpft, sondern auch möglichst jede Sprachbarriere überwunden werden. Derzeit verfügbare Open-Source Lösungen decken jedoch die damit verbundenen technischen Anforderungen nicht ab. Es wird sich zeigen, ob das Projekt genug Crowd-Journalisten und IT-ler anlocken wird, um eine technische Plattform auf die Beine zu stellen, die dieser globalen Idee gerecht werden kann.

    le bohémien: Was können wir uns unter dem Projekt Anonleaks vorstellen?

    Anonleaks, ein absolutes Highlight im Februar 2011, von dem in Deutschland bisher leider nur Heise recherchiert und ausgiebig berichtet hat, ist die Veröffentlichung der während eines spektakulären Angriffs entwendeten Email-Archive der US-amerikanischen Sicherheitsfirma HBGary Federal. Die daraufhin entstandene Webseite Anonleaks ist somit die erste Leak-Plattform der Anons. Über 60.000 Emails mit hochexplosivem Material wurden weltweit publik gemacht: Entwicklung der Strategien gegen Wikileaks, gegen US-amerikanische Aktivisten und Gewerkschaften, Software für die Meinungsmanipulation sowie Fort- und Eigenentwicklung von diversen Spionage-Programmen für Ermittlungen durch US-Behörden sowie für Privatkunden, u.a. auch Stuxnet. Der Angriff von Anonymous auf HBGary ist also als ein Akt der Selbstverteidigung zu verstehen.

    le bohémien: Eine Frage zur deutschen Anonymous. Was sind die nächsten Operationen, die von der deutschen Community zu erwarten sind?

    Derzeit versuchen sich deutsche Anonymous-Aktivisten an der so genannten #opBlitzkrieg – einer Operation gegen militante Neonazis. Diese Aktion ist aber selbst unter den Anons stark umstritten, weil damit die Meinungsfreiheit beschnitten bzw. Kommunikation verhindert wird. Deshalb sind politische Parteien auch kein Ziel von #opBlitzkrieg. Bei einem Kollektiv, in dem jeder mitwirken kann, sind Vorhaben auf politischer Basis generell schwierig, da die individuellen, persönlichen Meinungen weit gestreut sind.

    Darüber hinaus werden die aktuellen netzpolitischen Pläne der EU genau beobachtet, um gegebenenfalls schnellstmöglich eingreifen zu können. Natürlich können zu diesem Punkt keine weiteren Angaben gemacht werden, da Anonymous vom Überraschungsmoment profitiert und in Zukunft auch gerne weiterhin profitieren möchte.

    Die meisten Operationen sind jedoch international, lassen sich also nicht konkret auf Deutschland beziehungsweise auf ausschließlich deutsche Beteiligung beschränken. Deutsche Aktivisten nehmen beispielsweise auch an der #opIran teil.

    le bohémien: Wie funktionieren die Kommunikation und das Werben neuer Aktivisten bei Anonymous?

    Anonymous kommuniziert über die ursprünglichste Form des Chats, den Internet Relay Chat, kurz IRC. Dies erlaubt nicht nur die Kommunikation sondern unter anderem auch die Steuerung von so genannten Hive-Minds, also der virtuellen Schwärme einzelner Operationen.

    Neue Aktivisten jeder Art sind bei Anonymous willkommen. Ob einfache Sympathisanten, politische Aktivisten oder auch Hacker, für jeden gibt es einen Platz. Für diejenigen, die sich noch nicht mit der Thematik auskennen, wurde #opNewBlood eingerichtet, um eine Einweisung in die Basics der Anonymisierung und des IRC-Chats zu geben. Dazu wurde auch ein Dokument erstellt: #opNewBlood

    le bohémien: Jeder kann sich also bei Anomymous beteiligen beziehungsweise sich als Anon ausgeben. Wer garantiert aber, dass Anonymous nicht unterwandert und ausgespäht wird, sprich die hehren Ziele nicht zuletzt missbraucht und für andere Zwecke instrumentalisiert werden?

    Der gesunde Menschenverstand garantiert das, aber auch der Prozess, der der Arbeit bei Anonymous zugrunde liegt: Selber denken – Informieren – Diskutieren – Meinung bilden – Skeptisch bleiben.

    Da nicht nachvollziehbar ist, von wem eine Idee stammt, wird ihr Inhalt umso wichtiger. Die kritische Betrachtung der User wirkt wie natürliche Selektion. Schwachsinn oder Missbrauchsversuche finden einfach nicht ausreichend Zuspruch. Das ist das Positive daran, dass kein Vorgesetzter bestimmt, welcher Weg gegangen wird.

    le bohémien: Welches anthropologische Verständnis liegt Anonymous zugrunde? Wie werden die Prinzipien von Anonymous geschützt?

    Es liegt überhaupt kein anthropologisches Verständnis zugrunde. Prinzipien, sofern sie denn existieren, schützen sich selbst solange sie legitim und plausibel erscheinen. Quälen sie etwa Katzen? Der Schutz vor Unterwanderung entsteht selbstorganisiert ganz von alleine. Wer eine Zeit lang bei Anonymous dabei ist, kann es selbst erleben.

    Außerdem sollte man bedenken, dass es keine festen “Gruppenstrukturen” gibt. Finden sich einige Leute zu einer Operation zusammen, heißt das nicht zwangsläufig, dass diese auch in Zukunft miteinander arbeiten werden. Wie die Op selbst, zerfällt auch der Verband von Anonymous-Aktivisten nach dem Erreichen der angestrebten Ziele.

    le bohémien: Kritischer gefragt: Was garantiert dabei, dass Anonymous nicht zu einer brutalen Bestie mutiert, die wahllos Ziele angreift?

    Die selben Gesetzmäßigkeiten, welche garantieren, dass die 82 Millionen potentiellen Terroristen in Deutschland nicht wahllos Sprengsätze platzieren. Doch letztlich gibt es natürlich auch hierfür keine Garantie. Wohl aber besteht Grund zur Hoffnung, dass es in Kreisen von Anonymous – und somit auch in der Menschheit als solcher – genügend zivilisierte Menschen gibt, die nicht jegliches beliebige Mittel für legitim halten, um ihre Ziele zu erreichen. Zumindest sollten sich in Anbetracht der großen Anzahl von Menschen, die bei Anonymous mitwirken, hinreichend viele Personen finden, die ein solches Moralverständnis auszeichnet.

    le bohémien: Zum Abschluss. Wir berichteten über die Vorgänge im Zuge der Ryan-Affäre“ bei Anonymous. Ryan war ein so genannter Administrator. Was hat es damit auf sich?

    Die Administratoren des IRC-Netzwerks (AnonOps), also die Betreuer der Server auf denen ein Teil der Anonymous-Dienste laufen, verfügen wie überall im Internet über den uneingeschränkten Zugriff auf alle unverschlüsselt gespeicherten Informationen. Dies kann unter Umständen ein Sicherheitsrisiko darstellen.
    Denn zum Betreiben von Netzwerken braucht es leider immer vertrauenswürdige Personen, die sich darum kümmern. Natürlich wollen wir alle anonym sein und bleiben, sowie den Servern vertrauen. Das geht derzeit aber nur wenn wir wiederum den Operatoren vertrauen.
    Je größer eine Gruppe oder deren Einfluss wird, desto größer ist die Gefahr solcher Dramen. Ryan hat gezeigt, wie leichtsinnig und unanonym manch User im IRC unterwegs sind. Auf der anderen Seite behaupten manche, Ryan habe gegen den Machtmissbrauch der alten Crew gewirkt. Hier steht Aussage gegen Aussage und nur Beteiligte kennen die Wahrheit. Die meisten Aussagen, egal welcher Seite, sind fast immer widersprüchlich.

    le bohémien: Was hat der Schwarm aus diesen Ereignissen gelernt? Welche Auswirkungen werden diese Erfahrungen mit Ryan haben?

    Der Lerneffekt der Affäre hat leider noch nicht bei allen Anons eingesetzt. Ob und welche Auswirkungen diese Ereignisse haben ist noch nicht absehbar. Jedoch scheint sicher, dass natürlich mehr drauf geachtet werden muss, ob jemand wirklich vertrauenswürdig genug ist, um technischer Operator für die IRC-Netzwerke zu sein.
    Man kann das Ganze auch als eine Art Reinigungsprozess sehen und diese Vorgänge sind so alt wie Anonymous selbst. Aber genau darin zeigt sich wieder das anonyme Wesen: Einmal durchkehren und weiter geht’s. AnonOps wiederholt ein wenig die Chanology-Story.
    Was auch passiert. Es gibt neben AnonOps auch andere Anonymous-Netzwerke zum Ausweichen wie z.B. Twitter, Facebook, i2p, Tinychat oder wenn garnichts mehr geht Back to the Roots: Die Imageboards. Wobei bei AnonOps-Ausfällen immer andere IRC-Server zur Verfügung stehen. In diesem Sinne geht Anonymous aus der Ryan-Affäre letztendlich gestärkt hervor und blickt erwartungsvoll in Richtung des nächsten Dramas. Nicht umsonst raten Alteingesessene: “Never trust”.

    le bohémien: Wir danken für das Interview

    Zum Thema:

    - Anonymous hat das Interview bereits vertont

    - Beispiel für ein “Pad”, in dem sich die Anonymen treffen um ein so genanntes Hive-Mind zu konstituieren

    - Anonymous – Auf den Spuren des Schwarms (Artikel zum Exklusivinterview)


    87 Kommentare Print This Post
    ein Gastartikel Begleitend zu den Recherchen für den Artikel Anonymous - Auf den Spuren des Schwarms führte le bohémien ein Interview mit Personen, die sich als Teil der Anonymous-Bewegung präsentierten. Das Interview bietet einen bislang beispiellosen Einblick in die Gruppierung. Da Anonymous als Kollektiv arbeitet, gibt es keinen formell verantwortlichen Pressesprecher. Die Antworten auf die Fragen ...
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    87 Kommentare:

    1. rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 11:33 - Permalink

      Anonymous – a force for good! Gefällt mir mittlerweile besser als die doch recht spießig werdende Piratenpartei, dieses anarchische zügellose Kollektiv aus dem Internet, diese Machnowschtschina der Motherboards. Ihre Gegner suchen sie sich jedenfalls meistens sehr geschmackvoll aus. Keep up the good work.

      • anonymous schrieb am 18. Mai 2011 at 00:25 - Permalink

        Danke sehr,
        wir sind natürlich für jeden offen, wer sich bei uns umschauen möchte sollte im IRC auf irc.anonops.in #germany kommen ;) Für die, die nicht wissen was IRC ist, sollte dies hier ein guter Einstieg sein: http://pastehtml.com/view/1e2gfrl.html

        Vorweg: Nein wir haben keine Sony- oder DeusEx-Kundendaten gehackt… Das spricht gegen unsere Ziele. Leider behaupten einige Medien nach wie vor Anonymous sei daran beteiligt. Unser Ziel war lediglich die Webpräsenz, aufgrund von Sony’s harten Reaktion auf GeoHot und GrafChocolo.

    2. S. Schwarzmeister schrieb am 17. Mai 2011 at 11:47 - Permalink

      Anon ist tot. Der ursprüngliche Gedanke wurde von den “Newsfags” so verwässert, dass fast alle ursprünglichen Mitglieder aus Frustration abgesprungen sind. Anon wollte etwas anderes sein, als Wikileaks für Otakus; bis auf den HBGary – Hack , der übrigens bei weitem nicht so wichtig ist wie das dargestellt wird, besteht Anon inzwischen nur aus Skriptkiddies mit LOIC für DDOS-Attacken.

      • Count Krey schrieb am 17. Mai 2011 at 12:00 - Permalink

        Witzig, dass du gerade das kritisierst. Versuch mal einen DDoS Angriff ohne die ScriptKiddies, immerhin zählt beim DDoSen die Masse an Anfragen und dafür sind LOIC teilnehmer essentiell.
        Und du weißt doch wie es heißt, nur newfags nennen newfags newfags ;)

        • S. Schwarzmeister schrieb am 17. Mai 2011 at 12:37 - Permalink

          Bei der Chanology ging es raus auf die Straße.
          DDoS ist der gleiche lahme Müll der seit jeher von irgendwelchen Losern gefahren wird. Das bringt nichts, ist peinlich, aber hey man hat nicht wirklich was gemacht und darf so tun als wär man Aktivist. Vielleicht bekommt man damit wieder kurz seinen Fame auf irgendwelchen Newssites. Hat was von Sprayern.
          Oldfags und Newfags sind natürlich beide Cancer, das ist klar.

          • Marc Didier schrieb am 17. Mai 2011 at 13:03 - Permalink

            Du scheinst nicht wirklich verstanden zu haben wie Anonymous funktioniert (oder eben nicht).

            Jedenfalls sind die DDoS Angriffe nicht im Sinne jedes Anon gewesen und zweitens haben sie doch ihren Zweck erfüllt oder nicht? Meine Gross¹mutter weiss jedenfalls seitdem was Anonymous ist.

            ¹ Hilfe mein esszett geht nicht mehr

            P.S.: Einige dieser Script-Kiddies würde ich nicht unterschätzen. Die anderen Trittbrettfahrer gibt es überall, und auch die haben ihren Nutzen.

            • S. Schwarzmeister schrieb am 17. Mai 2011 at 13:56 - Permalink

              Was ich eigentlich sagen will, ist dass Anon nunmal eine lose Verbindung von Nerds ist die manchmal lustige und gute, neuerdings eher lahme Aktionen bringen.
              Wenn jetzt hier in so einem Interview Anon Mitglieder über ihre Aktionen und Motivationen sprechen, geht der Grundgedanke des everything for the lulz/ we are legion / rule 1&2 / be afraid verloren. Es ist einfach nicht mehr der Aufschrei von unten mit viel Radau, Memes und WTF-Momenten für die Leute “da draussen”, sondern mehr so das Pamphlet der Piratenpartei als Vorwand für Anon sich irgendwie in den Mittelpunkt zu drängen.
              Aber wahrscheinlich ergibt das jetzt gar keinen Sinn außerhalb meines Kopfes.

          • Count Krey schrieb am 17. Mai 2011 at 13:06 - Permalink

            Ja du redest von OP Chanology, das ist auch ein anderer Hut, aber 90% der anonymous Aktionen finden online statt. Natürlich ist es bequemer, richtig, aber auch ein DDoS kann eine Wirkung erzielen, siehe Visa, Mastercard etc. Anonymous ist auch keine richtige Gruppierung mit Mitgliederverzeichnis und Monatsbeiträgen, das wollten sie aber auch nie sein und die Aktionen sind oft der Bestandteil des kleinsten gemeinsamen Nenners, weil die Gruppierung nicht homogen ist. Manchmal gibt es ernsthafte Aktionen, manchmal nur für „the lulz“.. deswegen muss ich immer lachen, wenn in den „seriösen“ Medien von einer „Organisation“ gesprochen wird.

            • Tom Riddle schrieb am 18. Mai 2011 at 20:27 - Permalink

              die haben halt noch so eine verwegene Sehnsucht nach bärtigen alten Männern, Reminiszenzen der Weihnachtszeit?

      • Bernd Kellermann schrieb am 17. Mai 2011 at 12:26 - Permalink

        besteht Anon besteht seit jeher nur aus 15-jährigen Skriptkiddies

        verbessert

        Anon wollte etwas anderes sein,

        Höhö was denn?

    3. Mercury schrieb am 17. Mai 2011 at 11:56 - Permalink

      Ist das Interview schon so alt, oder warum funktioniert der Link zu anonLeaks nicht?

      • anonymous schrieb am 18. Mai 2011 at 00:14 - Permalink

        Mhmhm…seltsam vorhin ging anonleaks.ch noch… Womöglich nut technische Probleme, denke sie kommt in den nächsten Stunden/Tagen wieder, notfalls hätte man noch BackUps der Dateien.

    4. GrooveX schrieb am 17. Mai 2011 at 12:28 - Permalink

      wann wird die erste anonpartei gegründet, wo kann man spenden, und warum verwenden die keine klarnamen? darf ich mao roffeln oder geht das zu weit?

      • anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 13:14 - Permalink

        nie ;)

        • GrooveX schrieb am 17. Mai 2011 at 13:30 - Permalink

          ich hatte schon befürchterungen.

    5. anonymouse schrieb am 17. Mai 2011 at 12:35 - Permalink

      frisch geleakt:
      DSK & das Video von der Überwachungskamera:

      Eh voilà → http://youtu.be/rZ1fxualGZM

      [WARNING This news is based on an unverified, anonymous tipoff.]

    6. André H. schrieb am 17. Mai 2011 at 13:48 - Permalink

      LOIC, DDoSen, OP Chanology, Oldfags, Newfags… ? DDos !

      Sorry, aber ich habe nur noch ein originalverpacktes, eingeschweisstes MS-DOS 6.2 und ein Packung FD2D double density 8″-Floppydisks von Fuji Film (Official Floppy Disk of World Cup 1990) zu bieten.

    7. Uwe schrieb am 17. Mai 2011 at 13:48 - Permalink

      Netz-Anarchisten wie Anonymous haben wir vor allem zu verdanken, das staatliche Sicherheitsbehörden weiter aufrüsten werden, der Druck seitens der Politik zur Einführung von Internetfiltern und Vorratsdatenspeicherung ect. zunehmen wird und damit auch die Arbeit der Medien und der ‘neuen Gegenöffentlichkeit’ zunehmend erschwert und beobachtet wird. Zudem werden durch völlig kontraproduktive Aktionen seitens Anonymous die ‘sauber’ arbeitenden Netz-Aktivisten in den Schmutz gezogen, weil die Medien und Bürger das gerne in einen Topf werfen.

      Außerdem muss man sich fragen, ob die Aktionsform von Anonymous wirklich die Art von Netz-Aktivismus ist, die wir in Zukunft wollen. Das ist doch keine saubere, ehrliche Aktionsform.

      • anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 13:54 - Permalink

        und was hast du so in der Zeit gemacht ?

      • GrooveX schrieb am 17. Mai 2011 at 13:58 - Permalink

        du hast recht, die sind so. die packen sogar pornobildchen dazu, richtig versaute. echt jetzt. und glaub mir, die schaffen es sogar, sauber arbeitende netzaktivistInnen damit zu versorgen, ob die das nun wollen oder nicht. oder was meinst du, wer das mit mit dem tauss gedreht hat? die kennen ja keine gnade, diese anonymen.

      • Count Krey schrieb am 17. Mai 2011 at 14:00 - Permalink

        Die Frage ist doch, was war zuerst da? Und ich behaupte mal ganz frech, dass die Einschränkungen, Zensur und Repressalien vorher da waren, nicht umsonst ist die erste bekannte Aktion von anonymous OP Chanology, dort ging es nicht um destruktiven Anarchismus, sondern um Protest.
        Und parallel zu den immer enger werdenden Netz der Kontrollorgane von Staat und Wirtschaft, wächst auch anonymous immer stärker als Gegengewicht dazu. Natürlich bleibt auch gerade dadurch und durch die Presse nicht aus, dass es viele neue, junge Leute gibt…. Was aber nicht schlecht ist.

        • rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 15:40 - Permalink

          @ Uwe

          Ja, die finden immer einen Grund/Vorwand. Man könnte es auch anders sehen: getroffene Hunde bellen. Über die Parallelen von Online-Blockaden und Real-World-Sit-ins oder darüber, dass das Internet kein rechtsfreier Raum, aber auch kein gepflegtes Geranienbeet ist, wurden inzwischen schon paar 100 Megabytes geschrieben.

          Ich wüsste auch nicht, wie “wir” Anonymous vorschreiben könnten, was die “richtigen” Aktionsformen/Ziele sind und was nicht. Siehe Interview. Ich kann sowas ja nicht mal der SPD oder CDU vorschreiben, und das sind immerhin demokratische Parteien und keine anarchistischen Bienenstöcke “for the lulz”.

          Eigentlich schon seit den Scientology-Demos, spätestens aber nach den Drohungen an die arabischen Diktatoren und dem Eintritt von Anonymous in die Jasminrevolution haben sie doch gezeigt, dass es kollektive Intelligenz tatsächlich geben kann, und nicht nur als kleinster gemeinsamer Nenner. Es war vielleicht nicht alles toll und richtig, aber doch das meiste.

      • Anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 15:38 - Permalink

        Wir glauben nicht, dass es derzeit so was ähnliches wie uns existiert, also lernen wir durch Versuch und Irrtum. Anonymous möchte außerdem die Gelegenheit ergreifen und Nachrichten an die Medien richten, damit der durchschnittliche Internetnutzer versteht, Was Anonymous repräsentiert. Wir sind keine Hackergruppe. Wir sind durchschnittliche normale Bürger im Internet. unser Wunsch, die kleinen und großen Ungerechtigkeiten, deren Zeuge wir jeden Tag sind, aufzuzeigen und anzugehen.

        Anonymous sind Meinungsverschiedenheiten von einzelnen Personen in der Versammlung bewusst. Anonymous hat eine sehr lockere und dezentralisierte Führungstruktur, die mehr auf der Basis von Ideen operiert, als Anweisungen zu befolgen. Und so funktioniert es auch Innovativ und schnell, ohne größeren Fehler. Wir möchten nicht die kritische Infrastruktur von Firmen wie Mastercard, Visa, PayPal, Amazon und Sony angreifen. Unser derzeitiges Ziel ist die Öffentliche Beachtung für verschiedensten Themenbereiche. Vielmehr haben wir uns auf die Firmenwebseiten konzentriert, die sozusagen das elektronische “öffentliche Gesicht” darstellen. Es ist eine symbolische Aktion – oder wie Blogger und Dozent Evgeny Morozov es ausdrückt, ein berechtigter Ausdruck unseres Widerspruchs. Und es wäre grob fahrlässig zu behaupten, wir wären Schuld an den großen Sicherheitsausgaben der Behören (Was sowieso wieder nicht die Ursache bekämpft, und nur wieder der Wirkungen hinterherläuft) oder an den Sparmaßnahmen von Sony, HB Gary, Deux Ex oder wie sie alle noch heißen werden. Meiner Einschätzung nach braucht man sich nicht wundern, wenn parallel zu Anonymous sich jetzt eine Kultur entwickelt, die Radikal aufzeigen will, wie Unsicher die meisten Institute mit unseren Daten umgehen.

    8. Lennard schrieb am 17. Mai 2011 at 13:58 - Permalink

      Als beispielsweise bekannt wurde, dass infolge der DDoS-Angriffe auf Sony auch deren User unter Unfreiheiten litten, wurden die Attacken eingestellt und eine formelle Entschuldigung an die Nutzer formuliert.

      Formelle Entschuldigung? Man meinte lediglich, dass “es keine gute Idee ist, das PlayStation Network ins Visier zu nehmen”. Entschuldigt hat man sich m.W. nicht:
      http://anonnews.org/?p=press&a=item&i=797

      DDoS-Attacken sind i.Ü. zu Recht strafbar. Erstens beeinträchtigt man auch Netzwerkperipherie wie Router und DNS-Server, welche im Verbund mit den attackierten Servern stehen, und zweitens werden dazu oftmals Botnetze herangezogen (ist für den Kunden, welcher einen DDoS bestellt, billiger).

      Dieses extrem unkritische Auftreten dem eigenen Verhalten gegenüber, gepaart mit dem PR-Sprech á la “wir sind der Schwarm, das Kollektiv” (Zerg? StarCraft?) lassen schonmal Alarmglocken angehen. Offenbar verkommt anonymous seit der Scientology-Geschichte immer mehr zu einem Sammelbecken für Script-Kiddies (das Nerd-Äquivalent für Wutbürger?). Ohne klare Regelenungen und Systemgrenzen wird das “System anonymous” bei Erreichen einer kritischen Masse zusammenbrechen. Derlei PR-Sprecher wie der Interviewte sind erste Warnzeichen.

      “Anonymous is on your side, standing up for your rights”

      Bullsh…erm…Not in my name!

      PS.: Ja ich bin Pessimist (Optimist mit Erfahrung) und Schwarzmaler. Und ich mag keine Leute, die DDoS nur für einen Dumme-Jungen-Streich halten.

      PPS.: Auch nach dem wiederholten Druchlesen bleibt das komische Gefühl. Viele Phrasen des Sprechers wirken seltsam einstudiert und kritische Fragen zu schnell und kurz abgehakt. Hat der mal im Direkt-Marketing gearbeitet? :)

      Nuja, ich bleibe erstmal bei meinen hochgezogenen Augenbrauen. Passt auch besser zum Wetter.

      • anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 14:04 - Permalink

        Du hast echt immernoch kein schimmer was wir damit bezwecken oder ? schade :D und wir veranstalten hier keine Botwars…es geht um mehr. Und das werden noch alle merken. xD

        PPS is cool ;D

        • noLo schrieb am 17. Mai 2011 at 15:31 - Permalink

          why should I join the force? (pls short)

        • Lennard schrieb am 17. Mai 2011 at 15:51 - Permalink

          1. Es gibt kein “wir” bei anonymous – wie man auch im “Interview” nachlesen kann. Es gibt hier und da verschiedene Ichs, die nebeneinander zufällig das Gleiche wollen. (und danach interessanterweise medienwirksam darauf Wert legen, dass es kein “wir” gibt)
          2. DDoS-Attacken sind Botwars, unterste Schublade und haben nichts mit Hacking zu tun, auch wenn du jetzt patzig mit dem Fuß aufstampfst.
          3. youtube-Links posten und Klappentexte von Groschenroman-SciFi zitieren (“We Are Legion.” what teh funk?) wird die Welt nicht retten. (klingonisch, is aber so)
          4. Solltet Ihr Phrasen wie “es geht um mehr. Und das werden noch alle merken.” stecken lassen – und dringend einen Humorberater konsultieren…oder generell Erwachsene.
          (alternativ könntet Ihr auch einfach erklären um was es geht, auch wenn’s uncool ist)

          Viel mehr als “attention whoring”-PR ist im Moment leider nicht zu sehen. Sorry

          • Yvonne schrieb am 17. Mai 2011 at 16:07 - Permalink

            Um was es geht klärt der Artikel aber eigentlich: http://le-bohemien.net/2011/05/16/anonymous-artike . PR…ja was ist PR?…was ist Berichterstattung?

            • Kirk schrieb am 17. Mai 2011 at 16:52 - Permalink

              Vielleicht ist es aber auch PR Anon immer nur als Hackerclan darzustellen…ich bin verwirrt.

            • anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 17:04 - Permalink

              Ne die Legende kam gleich von den Medien präsentiert bei der Mastercard Sache. Wir haben das Spiel nur mitgespielt.

              Arabien haben die nicht mit uns in Zusammenhang gebracht. Außer ARD vlt. Obwohl die den Titel der Story gleich umgeändert haben in “Hackergruppe Anonymous: Unberechenbar, mächtig und gefährlich” Und dann eben Sony, dazwischen war große Sendepause.

            • rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 17:08 - Permalink

              Wie kam es zum Eingreifen in die arabischen Revolutionen und wie geht das weiter? Die Länder sind ja meistens vom Netz abeschnitten.

          • anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 16:16 - Permalink

            *facepalm*

            Du errinerst mich an Edna Krabappel von Heise.de xD (oder wars der gullideckel? :D ) .. an einer ernsthaften Diskussion nicht interessiert, über uns reden, als ob Sie alles besser wüssten als man selbst und mit kindischen Argumentationen versuchen Unsere Aktionen immer unter Wert zu verkaufen. Und selber nichts tun. Das sind immer die richtigen.

            Auch Sie möchte ich nun hiermit auffordern, mal in irc.anonops.in vorbeizuschauen, und erst mit uns die Sachen zu bereden, die Ihnen nicht gefallen. Vielleicht schaffen sie es ja, uns auszureden weiter Anonymous zu sein. Dann hätten Sie wirklich was geschafft. Weil dann müsste die Welt “wie in Ihren Augen” perfekt sein. mfg

            Entschuldigen können Sie sich für Ihre Untätigkeit.

            • Lennard schrieb am 17. Mai 2011 at 19:52 - Permalink

              Wuff?

              an einer ernsthaften Diskussion nicht interessiert

              Jopp, weil so kindisch wie sich anonymous verkaufen will (u.a. auch in deinen Kommentaren hier), habe ich kein Interesse an einer Diskussion.

              über uns reden, als ob Sie alles besser wüssten als man selbst

              Ich nutze EURE Informationen die IHR zur Verfügung stellt (siehe dieses Interview und deine verlinkte Webseite). Und beim Thema DDoS weiß ich offenbar besser Bescheid – ich arbeite dummerweise in der Branche. (u.a. Reverseengineering/Penetration-Tests)

              und mit kindischen Argumentationen

              Sorry, aber wer sich wie’n Haufen halbstarker Praktikanten, die in einer Werbefirma den Pott mit Crack gefunden haben, aufführt, sollte sich nicht über “kindisch” aufregen. Und für Internet-Weicheier, die bei schärferem Ton mit Tränen in den Augen zur Polemik-Polizei rennen habe ich generell dann wenig Verständnis, wenn dieselben Internetten sehr gern selbst austeilen.

              versuchen Unsere Aktionen immer unter Wert zu verkaufen.

              Ah, daher weht der Wind. Also doch Aufmerksamkeit. Aktionen, die angeblich der Allgemeinheit dienen, verkauft man nicht.

              Und selber nichts tun. Das sind immer die richtigen.

              Woher willst Du das wissen? Der entscheidende Unterschied zwischen euch Attention-Whores und mir ist – ich hänge es nicht an die grosse Glocke (wie so viele die “etwas tun” – oder ehrenamtlich getan haben). Wenn Ihr sowas wie Arsch in der Hose hättet, würdet Ihr die Sache durchziehen und gut ist. Nachbesprechung, Zielanalyse und weiter gehts zur nächsten Aktion.
              Btw. find ich’s niedlich, mir Interesse an einer ernsthaften Diskussion abzusprechen und dann gleich danach mit solchen Unterstellungen zu kommen. Das ist genau einer der Punkte die mir sauer aufstoßen – unreif bis zum getno. (neben den Drohungen gegen Sony oder dem Feiern von DDoS)

              Vielleicht schaffen sie es ja, uns auszureden weiter Anonymous zu sein.

              Warum sollte ich meine Zeit damit verschwenden, Euch etwas auszureden? Es gibt kein “Euch” – wie oben schon im Interview steht. Ihr begreift offenbar nicht, dass eure vermeintlich größte Stärke auch eure größte Schwäche ist. Wenn etwas funzt, dann ist es auf einmal “We Are Anonymous. We Are Legion.”. Wenn Aktionen grenzwertig sind dann heißt es bei “Euch” auf einmal “Nein, nein. Anonymous ist keine homogene Gesellschaft. Das sind einzelne die sich unter dem Namen Anonymous zusammenfinden.”

              Entschuldigen können Sie sich für Ihre Untätigkeit.

              Du weisst schon, dass so ein Spruch von einem anonymen Kommentator im Internet nicht gerade der Bringer ist?

              Ernsthaft, werdet erwachsen. Ich habe ja noch nicht mal Anonymous als Gruppe kritisiert, sondern meine Bedenken über deren kindisches Gehabe zum Ausdruck gebracht. Dass Du jetzt mit dieser “wäh-der-böse-Onkel-redet-mein-Spielzeug-kaputt-also-ist-der-Onkel-doof”-Tour kommst bestätigt nur meine Sichtweisen.
              Dass Du nicht auf einen einzigen meiner (durchaus vorhandenen) Kritikpunkte eingehst ist da noch Bonus. Auf den Blödsinn, sich mit einer Maske eines katholischen Terroristen zu schmücken gehe ich besser gar nicht erst ein. Der Gunpowder Treason war kein happy happy joy joy Comic.

              Ich kann gerne noch konkreter werden, oder ein paar der eklatanten Widersprüche im Interview darlegen, bezweifele aber, dass ich mit dir einen passenden Ansprechpartner habe.

          • anonymous schrieb am 18. Mai 2011 at 09:55 - Permalink

            Lennard bist schon witzig,

            erst meinst du DDoS sei strafbar und böse…. darauf meinst du DDoS sei nur was für Scriptkiddies und bringt nix. Wie kann etwas schlimme folgen haben, was angeblich nix bringt? Aber mal unabhängig davon ist es doch fragwürdig wie du alles auf DDoS reduzierst? Wie auch im Interview erwähnt gibt es auch viele weitere Arten des Portests, ob nun Leaks, Hacks, Paperstorm, RealLifeOps, etc.

            DDoS ist nur für uns eine leichteForm des Protest, an dem sich viele Menschen, unabhängig von ihrem Standort an einer Art Sitzblockade beteiligen kann. Der Vergleich mit einer Sitzblockade ist sehr gut, da an sich nichts beschädigt oder zerstört wird, jedoch wird die Infrastruktur eingedämmt da bestimmte Wege eben blockiert werden. Dies befleckt das öffentliche Auftreten von Unternehmen – dass diese jedoch nicht grundlos angegriffen werden sollte selbst dir bewusst sein.

            Auch möchte ich nochmals betonen und dein unkritisches SchwarzWeißDenken kritiseren Lennard, denn Anonymous hat nix mit dem Ausfall des PSN zu tun gehabt. Auch wenn dir dass die ComputerBILD oder andere Medien sagt, sie behauptet auch mit Serverscans könne man Kundendaten ergattern. Zu Beginn waren wir natürlich verwirrt, dachten erst es gäbe schwarze Schafe in unseren Reihen, jedoch stellte sich später heraus dass ein paar andere Hacker Sony schon weit uns ausspähten, weil sie genau an diese Daten wollten. Sony wusste davon, sie hatten intern auch Warnungen erhalten aufgrund ihrer unsicheren Infrastruktur – reagiert hatten sie jedoch nicht. Kommt natürlich gelegen wenn man öffentlich den WikiLeaks-Verteidigern mal eins reinwürgen kann, wenn sie aufgrund schlechten Timings Sony’s Webpräsenz ddos’ten. Natürlich möchte ich dich nicht aufhalten Desinformationen zu verbreiten Lennard, denn Sinn hätte es wohl kaum. Ich vertraue darauf, dass grade die Leser hier kritisch sind um zu erkennen dass du nur ein Halbwissender bist, der sich in seiner Argumentation ziemlich verrennt.

            Deseitere benutzen wir keine Phrasen wie “werdet ihr schon sehen was noch kommt” – Wozu denn? Wir wissen selbst nie so richtig in welche Richtung wir uns demnächst bewegen werden, es ergibt sich einfach aus den Trends.

            Aber mal anders gefragt:
            WAS MACHST DU AUSSER PHRASEN DRESCHEN ?

            Nichts? Na dann sei ruhig ;) Statt zu versuchen etwas zu verunglimpfen von dem du kein Schimmer hast. Ja ich weiß, Trolle gibt es immer… Schade eigentlich, dachte ging um kritische Desikussionen (Andererseits findet man die natürlich ;) Aber nich bei dir Lennard)

      • anonymous schrieb am 18. Mai 2011 at 00:18 - Permalink

        Der “Sprecher” besteht aus mehreren Personen, die dieses Interview zusammen in einem Pad erstellten. Dass diese alle Direkt-Marketing studierten ist unwahrscheinlich….

      • anonymaus schrieb am 24. Mai 2011 at 00:00 - Permalink

        @Lennard
        Und du schliesst hier von der Selbstdarstellung weniger auf das Verhalten der Gruppierung und ergötzt dich dann noch an der öffentlichen Zerpflücken einer wenig anspruchsvollen Antwort einer Einzelperson. Klarer Fall von Selbstdarstellungsdran mit dem Bedürfniss nach Bestätigung.

    9. andreas.n schrieb am 17. Mai 2011 at 16:27 - Permalink

      Interessant irgendwie, dass der Abschnitt des Interviews:

      Anfang 2008 gelangte ein ursprünglich internes Scientology-Video, in welchem Tom Cruise unkritisch über sich und Scientology redet, ins Internet und wurde auf YouTube hochgeladen. Scientology unterstellte YouTube daraufhin eine angebliche Verletzung des Urheberrechts und forderte die Beseitigung des Videos. Als Reaktion auf diesen Zensurversuch seitens Scientology formulierten 4chan-Nutzer das “Projekt Chanology”…

      fast wortwörtlich aus dem Wikipedia-Artikel zu Anonymous stammt:

      Am 14. Januar 2008 gelangte ein ursprünglich Scientology-internes Video[15], in welchem Tom Cruise unkritisch über sich und Scientology redet, ins Internet und wurde auf YouTube hochgeladen. Scientology unterstellte YouTube daraufhin eine angebliche Verletzung des Urheberrechts und forderte die Beseitigung des Videos.[16][17] Als Antwort darauf formulierte Anonymous das “Projekt Chanology”.

      • Kirk schrieb am 17. Mai 2011 at 16:35 - Permalink

        Vermutlich schreiben die halt auch am Wikiartikel über Anonymous mit rum..Kann sich ja schließlich jeder beteiligen Bei Wiki..Öhhhm wo ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Wiki und Anonymous? Kann mir das einer erklären?

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Mai 2011 at 16:36 - Permalink

        Iiiek, Anonymous schreibt bei Wikipedia ab *lol*

        • na sowas schrieb am 17. Mai 2011 at 16:58 - Permalink

          @SF
          Heute schon Zeitung gelesen?
          [via greatname.se/]

        • GrooveX schrieb am 17. Mai 2011 at 18:11 - Permalink

          ja jaaah, die welt ist einfach nicht mehr, was sie mal war. strauss-kahn hat sich aux mit seinen anwälten auf einvernehmlichen sex geeinigt, also nicht sex mit den anwälten, sondern der verschwörungssex in dem hotel mit scheckkartenschlössern, wo die angestellten regeln befolgen müssen, damit nicht passiert, was dann doch passierte.

          oder so

      • anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 16:44 - Permalink

        Auch wir kennen Copy/Paste, die frage wird einfach zu oft gestellt xD
        Da es schon länger ein Mangel an Mittätigen gibt (ständige DDoS Attacken auf unser IRC Netz), was sich durch die Sony-Sache sowieso auch erstmal erledigt hat, können wir natürlich nur auf Ressourcen die uns zur Verfügung stehen zurückgreifen, wenn genug Leute mitmachen. Wir Arbeiten schon am Limit :/

        • S. Schwarzmeister schrieb am 17. Mai 2011 at 18:45 - Permalink

          (ständige DDoS Attacken auf unser IRC Netz),

          oh the irony

      • T3o schrieb am 17. Mai 2011 at 17:03 - Permalink

        Wir sollten in diesem Zusammenhang auf die Geschichte von Anonymous eingehen. Was gibt es dazu zu sagen?

        Tausendmal gefragt. Also zur Antwort eben schnell das Wiki zitiert. Zumal das warscheinlich einen relativ “schnellen” Konsens versprach..

        Die Antworten auf die Fragen von le bohémien erarbeiteten rund 15 Anonyme in simultaner Gemeinschaftsarbeit. Die Anonymen sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem so genannten Hive-Bewusstsein. Die Aussagen des Hives spiegeln einen möglichen Konsens innerhalb der Vereinigung wieder, können aber, prinzipbedingt, keine Allgemeingültigkeit für Anonymous haben.

        Und wehe es fragt jetzt einer nach dem Urheberrecht… ;)

        EDIT: :lol Das ging ja schnell mit den Antworten…

    10. rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 17:12 - Permalink

      OT:

      Ay, caramba!

      http://rafaelwv.posterous.com/interview-zu-spanishrevolution-0

      • na sowas schrieb am 17. Mai 2011 at 17:48 - Permalink

        Danke für das Interview.
        “Wenn man sich in Deutschland informieren will…”
        z.B.
        Siehe ersten Beitrag → Die Jugend ohne Zukunft demonstriert

        http://krisenzeiten.wordpress.com/category/spanien/

        mit weiterführenden Links z.B. → http://www.juventudsinfuturo.net/

        • rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 20:52 - Permalink

          Ganz schön was los bei twitter:

          https://twitter.com/#!/search?q=%23spanishrevolution

          http://twitpic.com/4yy16c

          • rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 22:12 - Permalink

            In Madrid angeblich öffentliche webcams abgeschaltet, und gerade behauptet jemand, der hashtag #spanishrevolution würde in Spanien nun zensiert:

            raul93_pc: RT @pereznavio: Censura en twitter #spanishrevolution http://instagr.am/p/EXrOD/

            Chekked: RT @popetardo: RT @helenitaFMS: spanish public TVE hasn’t talked about it on the news & #spanishrevolution hashtag is BANNED here

    11. Tonangeber schrieb am 17. Mai 2011 at 17:56 - Permalink

      Ui, das sind aber ganz schön viele Spiegelfechter!!!!!!!!!!!!!!!!!11

    12. anonymous schrieb am 17. Mai 2011 at 17:58 - Permalink

      Ja.. Die LeySinde Gegner aka #hispano / #opspain sind schön länger sauer ;P

    13. Schierke-Nee-Sama schrieb am 17. Mai 2011 at 19:35 - Permalink

      Ich bin ja fast schon positiv überrascht von den spiegelfechter-lesern.
      Man hätte meinen können, sie seien totale Sozialromantiker, welche auf die Mär von der ‘guten’ Schwarmintelligenz reinfallen würden, nur weil ihnen die Idee so gut gefällt.
      Aber scheinbar gibt es doch genügend kritischen Geist hier.

      Fassen wir mal die Hälfte des Interviews zussammen:
      Alles was die nach aussen vertretenen Werte von Anonymous wiederspiegelt: Waren wir !
      Alles was schlecht und/oder kontrovers/kriminell ist: Waren wir nicht !11

      Bei Sony Kundendaten stehlen und die Server ohne Grund down bringen ? Waren wir doch nicht ! Minecraft-Server angreifen weil wir Notchs Nase nicht mögen ? Nicht doch !
      Ein klassisches, für dumme Menschen quasi perfektes System der Meinungsmache. Weil es eine ‘Schwarmintelligenz’ ohne Kontrolle und Ansprechpartner ist, kann niemand jemals irgendwas überprüfen, und im Zweifelsfalle waren es immer die anderen.

      Erst einmal zur Sitzblockadenlogik:
      Demonstrationen kennen Regeln und müssen genehmigt werden. Auch der wirtschaftliche Schaden hält sich zwangsläufig in Grenzen. Gehe ich zu einer Sitzblockade, muss ich dort erstmal vor Ort sein. Danach sitze ich mit meinem Arsch auf dem unsympathischen Boden und verharre dort. Für wie lange tue ich das wohl ? So etwas muss man wirklich wollen. Es für etwas tun woran man wirklich glaubt.
      Eine DDoS-Attacke führen die Leute vom Schreibtisch aus durch. Schieben sich nen McChicken in Unterwäsche rein, während Programme diese Attacken automatisiert durchführen. Auf diese Weise kann ich von zu Hause aus dabei helfen Seiten lahmzulegen ~ auch für Tage (und dabei evtl. Millionenschaden verursachen) !
      Der kleine Unterschied.

      Theme Zensur:
      Kriminelle und/oder verwerfliche Handlungen stärken die Freunde scharfer Internetkontrollen. Je weiter man geht… desto gefährlicher.
      Zensur und Kontrolle ist an sich nicht immer antidemokratisch. Die Verbreitung von Kinderpornos ist verboten weil die Mehrheit der Menschen es so möchte. Die Methoden zur Durchsetzung dieses Verbots, müssen auch von der Mehrheit abgestimmt werden.
      Je mehr Menschen auf der Straße ausgeraubt werden, desto eher werden schärfere Kontrollen umgesetzt werden ~ weil eben die Mehrheit es so will. Selbst wenn der Dieb Robin Hood ist, und gegen Ungleichheit protestiert.
      Seiten wie 4chan oder Dramatica oder die Aktionen von Anonymous, die von eher libertär gesinnten Menschen geleitet werden, tun niemandem einen Gefallen wenn sie gewisse Grenzen überschreiten die von der Bevölkerung -nicht völlig zu unrecht- abgelehnt werden.
      Ich will gar nicht thematisieren wie oft, gerade auf 4chan und dramatica, andere gemobbt wurden und Rechte mit Füßen getreten worden sind.
      Was Internetzensur verhindert ist NICHT Anonymous, sondern die Verfassung und evtl. Wähler die sich dies nicht bieten lassen würden !

      Aber Anon sitzen immer am kürzeren Hebel wenn sie die Massen nicht auf ihrer Seite haben. Wenn die Politik es wirklich durchsetzen wollte, gäbe kein TOR-Netzwerk und kein Freenet mehr, auch keine Proxys. Egal wie technikversiert jemand auch sein mag, er greift nämlich dennoch immer auf eine Infrastruktur zurück, die der Kontrolle anderer unterliegt.

      Die Unlogik von Schwarmintelligenz:
      Hierzu muss man sagen ~ Handlungen die keiner Kontrolle unterliegen, bedürfen nicht der Zustimmung aller. Schwarmintelligenz wie bei Anonymous unterliegt doch gar keiner demokratischen Kontrolle. Man braucht also nicht die Zustimmung der Mehrheit wie hier suggeriert.
      Ein Beispiel: Ich habe 100 Leute hier. Ich schlage vor, meinen Nachbarn zussammenzuschlagen, den keiner mag. 95% der Leute lehnen dies ab. Später nehme ich meine 5 Leute und schlage meinem Nachbarn die Zähne aus. Die 5% Zustimmung sind vollkommen ausreichend um dies umzusetzen.
      Je größer eine Gruppe ist, desto eher entstehen dann Subgruppen die Ziele verfolgen die von der Mehrheit abgelehnt werden. Wenn genug Leute für eine ausreichend große DDoS Attacke da sind, brauche ich auch nicht die Zustimmung des Rests.

      Dies als Beispiel in Bezug auf den Neonazi-Kommentar. Die meisten Anons lehnen es also ab weil es gegen deren Werte verstößt ? Was hindert die restlichen daran sich dennoch für diese Aktion anderswo zu organisieren udn sie dennoch durchzuführen ?

      Das war mein Senf.

      • Lennard schrieb am 17. Mai 2011 at 20:04 - Permalink

        Bei Sony Kundendaten stehlen

        Ich denke nicht, dass das Anonymous war. Ist aber auch nur mein Gefühl. Die Klientel, die scharf auf die Daten von Kreditkarten ist, verkehrt meist in anderen Kreisen.
        Meh, ich sehe gerade, dass ich mir einige Dinge in meinem Post hätte sparen können, wenn ich deinen Kommentar vorher gelesen hätte. Aber da ich eh keinen Schimmer habe mit meinen kindischen Argumentationen, kannst Du ja dann weiter machen und ich bin aus dem Schneider :P

        • rarara schrieb am 17. Mai 2011 at 21:15 - Permalink

          Naja, aber was sollen sie denn dazu sagen: “Ok, wenn wir es recht bedenken, stimmt das alles eigentlich. Dann lösen wir uns jetzt auf.”?

          Ich könnte ähnliche Rants an die FDP, die Deutsche Bank, die Bertelsmannstiftung oder das syrische Regime richten. Die würden auch trotzdem weitermachen. Und so taub für Kritik ist A. ja scheinbar nicht mal, schon rein strukturell. Wäre es eine bessere Welt ohne sie? Find ich nicht.

      • Tonangeber schrieb am 17. Mai 2011 at 22:39 - Permalink

        Das ist doch völlig unerheblich!

      • anonymaus schrieb am 24. Mai 2011 at 00:22 - Permalink

        zur Sitzblockadenlogik:
        Ein erlärtes Ziel der Castor-Demonstrationen ist es zusätzliche Kosten
        zu verursachen und so den Atomstrom selbst zu verteuern. Womit
        deine Kosten-Argumentation wiederlegt ist. Die Wirkung oder gar Motivation
        einer Demonstrationsbewegung anhand des von dir empfundenen
        Bequemlichkeitsfaktors festlegen zu wollen kann ich nicht nachvollziehen.

        Theme Zensur:
        Nur ist die Mehrheit der Bevölkerung abhängig von den klassichen
        Medien um an Informationen zu gelangen. Das Anyonymous es erfolgreich
        fertigbegracht hat ansonsten wenig beachtete Themen geschickt in
        genau diesen klassichen Medien zu präsentieren dürfte jedem Aufgefallen
        sein. Es geht hier also augenscheinlich nicht um den Versuch den Wähler
        zu entmündigen sondern ihm eine breitere Wahlmöglichkeit zu geben.

        Die Unlogik von Schwarmintelligenz:
        Niemand hat behauptet, dass Schwärme immer dem Guten dienen wie
        auch immer deine Definition von gut sein mag. Und natürlich bilden sich
        aus Schwärmen andere Schwärme, manche Schwärme finden zusammen,
        andere trennen sich. Die Frage ist doch ob das nicht sogar sinnvoll ist und
        eine Selbstregulation, wie sie mit verlaubt auch dem Internet zugeschrieben
        wird, nicht doch auch hier gegeben ist.

        Und das war meine Senf zu seinem Senf :-)

    14. emil schrieb am 17. Mai 2011 at 21:47 - Permalink

      Hmmm, schon bei der Auswahl der Themen die “anonymous” so bearbeitet gingen bei mir die Alarmglocken an. Der pöse Iran ist denen also wichtig, soso. Und da leben also Araber, wusste ich ja gar nicht. Die wirklichen Diktaturen rundherum scheinen aber nicht zu stören. Und bei den gesteuerten “Revolutionen” (eher Marionettenwechsel) in wirklich arabischen Ländern hat man also auch mitgesteuert… vielleicht ja sowas wie die “Otpor”-Faust by George Soros eingeschleust, wer weiss…

      Warum finden die eigentlich nicht die wirklich wichtigen Themen vor der eigenen Haustür, wie die Zensur der Ölpest im Golf von Mexiko, die Zensur der Atomkatastrophe von Japan? Die langsame Abschaffung der Demokratie durch Konzernherrschaft, die schamlose Kriegtreiberei zum Neokolonialismus??

      Fazit: vielleicht gabs ja am Anfang, ein paar Wochen lang, mal sowas wie das “anonymous” der selbstgestrickten Legenden. Es scheint aber in Wirklichkeit längst von den Millionenheeren politischen Polizeien / Geheimdiensten der westlichen Länder unterwandert zu sein, das geht ja auch viel einfacher als wie üblich bei realen Versammlungen mit Spitzeln.

      • harte Sparmaßnahme schrieb am 20. Mai 2011 at 08:45 - Permalink

        gibt in der Tat genug Themen abseits vom Internet. In der Wirtschaft rumst es grade wieder gewaltig!
        …bin doch sehr erstaunt, das der 34% Aktienanteil von Siemens an der Atomkraft so billig war, jetzt sind da sogar noch 40% Preisnachlass drinne (aussergerichtlich vereinbart). Darauf folgen dann wohl noch Acht Magere Jahre, Stichwort Konkurrenzausschlussklausel. Nix mit rosa Atom Zeitalter.
        Financial Times http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:hoechststrafe-atom-ausstieg-kostet-siemens-mehr-als-eine-halbe-milliarde/60054770.html

        Soviel ist also ein Teil vom Kuchen Kernkraft wert. Die Summen stehen in keinem Vergleich mit dem Schaden, den Tepco bereits im Augenblick schon nicht mehr zu tragen im Stande ist. Tja und da alle Kosten über den Strompreis an den Verbraucher weiter gereicht werden, wer wird’s letzlich wohl bezahlen ?

    15. Lennard schrieb am 17. Mai 2011 at 21:52 - Permalink

      EDIT: Sorry, der sollte unter http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6023/anonymous-im-interview#comment-117429

      Immer dieses Schwarz-Weiss…:(
      Weniger PR-Gequatsche von Anonymous – einfach mal machen. Ein paar Punkte, die ich genauer erörtern wollte, hat Schierke schon angesprochen.
      Mir würde es teilweise schon reichen, wenn man Erst-Semester-Pilosophie-Sprech wie folgendes wegglässt:

      Darüber hinaus symbolisiert die Nivellierung der individuellen Unterschiede durch einheitliche Masken die objektive Kraft, die in einem als Kollektiv operierenden Schwarm entsteht. Es benötigt keiner geschriebenen Gesetze, keiner elaborierten Ideologie oder Anthropologie, da ein so agierendes Kollektiv eine Art übergeordnete Weisheit entwickelt, die sich schlicht auf dem einfachen menschlichen Sein gründet.

      Dass Schwarmintelligenz nur bei niedrigerer Intelligenz hinreichend funktioniert, hat Schierke glaub’ auch schon angedeutet. Ich kanns einfach nicht ab, dass man eklatante Widersprüche (die in obigem Interview nur wenige Absätze voneinander entfernt sind) einfach ignoriert und dann noch derart aggressiv und selbstgefällig ein “wir tun das in eurem namen/für euch” hinterherschiebt.

      Ich rede nicht von Auflösen. Ich will nur, dass man hier sorgfältiger mit Argumenten und Worten umgeht. Kritikfähigkeit kann ich nämlich leider nicht erkennen.

      Ich kritisiere auch nicht die Intentionen oder Wünsche hinter Anonymous (viele davon teile ich nämlich) – ich kritisiere die Methoden und diesen Marketingballon mit der (imho) penetranten Coolness-Attitüde. Dass man sich einen katholischen Terroristen als “Maskottchen” heraussucht kommt da noch dazu. Wenn man einige Dinge an der Öffentlichkeitsarbeit ändert, könnten wir die dicksten Freunde werden. (aber mal btw. wer DDoS mit Sitzblockaden gleichsetzt hat den Schuss nicht gehört, sorry bei dem Thema bin ich eigen)

      mfG

      • noLo schrieb am 17. Mai 2011 at 22:05 - Permalink

        stop

        digitale sitzblockaden warum -

        an anon a day – keeps the doc away

      • anonymaus schrieb am 24. Mai 2011 at 00:37 - Permalink

        Dein Verständnissproblem ist durchaus nachvollziehbar. Nur hättest du dir die Einleitung zu diesem Interview vielleicht doch zu Herzen nehmen sollen. Dort heisst es sinngemaess das dieses Interview mit einigen wenigen geführt wurde und dies nicht stellvertretend ist. Jene die sich nicht äussern wollten, wie von dir verlangt, haben es also auch nicht getan. Von jenen die es tun wollten haben wir hier nur einen kleinen Ausschnitt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele andere Meinungen innerhalb von Anonymous gibt die mit der hier vertretenen Sichtweise ebenfalls nicht übereinstimmen. Genau das ist es was wir dann wohl aus dem Interview mitnehmen können: Es gibt nicht DIE Meinung aber trotzdem gibt es offensichtlich Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Meinungsblöcken die dann zu dem besagten Schwarmverhalten führen.

    16. smukster schrieb am 18. Mai 2011 at 07:08 - Permalink

      @Lennard:
      Wieso sind DDoS nicht mit Sitzblockaden zu vergleichen? Du schreibst, dass auch andere Infrastruktur und damit andere Inhalte betroffen sind – und, ist das bei Sitzblockaden nicht der Fall? Verstehe ich nicht.

      Zwei weitere Fragen von jemensch, der sich in der Materie so gar nicht auskennt:

      - Gibt es irgendwo eine halbwegs gute Uebersicht ueber bisherige Anon-Kampagnen?

      - Passiert bzgl. Spanien schon etwas?

      Gruss

      edit:
      Stimme der Kritik an der “Schwarmintelligenz” zu – was die Empirie angeht, ind er Theorie ist das sicher eine gute Idee. Allein mir fehlt der Glaube…

      Uebrigens funktionierten die “Ueberfluessigen” vor einigen Jahren nach dem gleichen Prinzip, soweit ich das einschaetzen kann.

      • Hannes schrieb am 18. Mai 2011 at 08:09 - Permalink

        Na das mit der Schwarmintelligenz…definitiv hat die der Mensch., Schaut euch doch mal die Wissenschaften an: Jeder trägt ein kleines Steinchen an und am Ende haben wir einen riesen Berg…natürlich ist nicht immer alles richtig, aber die Verbesserung findet ständig statt. Oder eben andere Beispiele, bei denen Menschen gemeinsam auf ein Ziel hin zuarbeiten ohne konkrete Koordination. Darin kann man schon so etwas wie funktionierendes Schwarmsein sehen, finde ich.

        • smukster schrieb am 18. Mai 2011 at 14:05 - Permalink

          gerade bei akuten politischen Bewegungen ist aber wenig Zeit fuer Reflektion und kontinuierliche Verbesserungen – ich fuerchte sehr, dass dann informelle Hierarchien wichtiger sind als das “Kollektivbewusstsein”.

      • anonymous schrieb am 18. Mai 2011 at 09:27 - Permalink

        Eine Übersicht gibt es in dem Sinne nicht so richtig. Die meisten Operationen findet man jedoch bei AnonNews.org (auf meinem Namen verlinkt) wieder. Anonsten nur noch Channelübersichen aus IRC, da manche Operationen recht klein sind und erst Anhänger suchen.

        #spanishrevolution
        Sie kommt sehr überraschend, vorweg gab – soweit ich es weiß – keine Planungen dafür unsererseits. Unser #hispania wird sich wohl einfach an den Demonstrationen beteiligen ;)
        Sollte es doch was geben post ich es hier nochmal

      • Lennard schrieb am 18. Mai 2011 at 10:05 - Permalink

        Hi smukster,
        ich fange erstmal mit dem an, was ich zu DDoS sagen möchte:

        Für eine Organisation, die sich offenbar für ein freies Internet einsetzen will, finde ich es mehr als daneben, wenn man die damals festgeschriebenen ‘Internet Ethics’ des IAB verletzt. (RFC 1087) (http://tools.ietf.org/html/rfc1087)
        Oder anders gesagt: Ich kann nicht auf der einen Seite uneingeschränkten und freien Zugriff auf das Internet fordern, und auf der anderen Seite genau diesen Zugang verwehren (indem ich Dienste – egal welcher Art – blockiere). Ich bin kein Freund von “der Zweck heiligt die Mittel”. Dass DDoS in vielen Ländern illegal ist, kommt noch hinzu (USA, UK und Deutschland auf jeden Fall).

        Weiterhin gibt es eigentlich “DIE DDoS-Attacke” nicht wirklich, da die Wirkung immer vom Ziel und der Art des DoS abhängt. Es macht einen Unterschied, wenn ich statt einer einzelnen festen (privaten) IP z.B. einen Root-NS angreife. Tue ich letzteres, fällt die Namensauflösung für eine ganze Zone aus. (krasses Beispiel, ich weiß) Oder nehmen wir die Attacke auf einen Router/Gateway – je nach Art und Stärke der Attacke sind auch sämtliche Rechner hinter dem Router betroffen (gleiches bei Attacken auf E-Mail-Server). Wenn ich noch IP-Adressen fälsche, kann es auch zu Backscatter-Effekten kommen, die wiederum andere Rechner beinträchtigen.
        Wie man es auch dreht, bei DDoS kann man nur sehr schwer ausschließen, dass Unbeteiligte mit beeinträchtigt werden.

        Der nächste Punkt der mich stört, ist zugegebenermaßen etwas hypothetisch. DDoS werden heutzutage fast immer über illegale Botnetze abgewickelt. (ok, mittlerweile wurden auch schonmal Amazon’s Cloud-Server missbraucht) Um ein DDoS erfolgreich durchzuführen, brauche ich entweder sehr viele Rechner (die ich steuern kann) oder einige wenige mit ordentlich Netzwerkdurchsatz. Da Herr Kommentator weiter oben bereits zugegeben hat, dass nur begrenzt Ressourcen zur Verfügung stehen, glaube ich nicht an letztere Möglichkeit (auf Grund der Illegalität muss ich den dicken breitbandigen Rechner nämlich entsprechend absichern und anonymisieren). Es ist einfach kostengünstiger und anonymer, ein paar Dollar zu investieren und mit Bots infizierte Netzwerke zu mieten (Durchschnitt war mal ca. 150-200 Dollar pro Tag). Aber wie gesagt – ist nur ne Vermutung von mir, da ein selbst durchgeführter/geplanter DDoS sehr teuer und aufwändig ist.
        Soviel erstmal zu DDoS.

        Eine Sitzblockade kann ich umgehen und sie ist legal (von Spezialfällen mal abgesehen).
        Ich kann auch drüber steigen oder fliegen (Bond, James Bond). Worauf ich hinauswill – eine Sitzblockade ist keine Sabotage. DDoS ist es. Wenn es denn unbedingt der komische Castor-Vergleich sein soll dann müsste man wohl sämtliche Züge sabotieren (auch Ersatz) oder Gleise aus allen zuführenden Strecken entfernen.

        Ich war auch mal in dem Alter, wo ich Cyber-War cool fand. Bis ich dann gemerkt habe, dass das Wort “War” nicht ohne Grund enthalten ist – zur Selbstverteidigung ok.

        • Anon90 schrieb am 18. Mai 2011 at 14:19 - Permalink

          “Wie man es auch dreht, bei DDoS kann man nur sehr schwer ausschließen, dass Unbeteiligte mit beeinträchtigt werden.”
          Das ist mit das Ziel! Sonst würde es doch niemanden scheren.

          Kann deinem Kommentar nur zustimmen, das ist auch der Grund wieso ich nie Ddos anwenden würde. Ich finde das ist ein Nierenhieb der nicht sein muss.

          Anonymous ist ein pubertäres Kollektiv. Das ist gut so.
          Es wird meiner Meinung nach aber sehr schnell zu wesentlich mächtigeren weil hardwareunterstützten Kollektiven kommen und dann werden wir uns alle nach den lausebubenstreichen der katzennerds zurücksehnen.

        • smukster schrieb am 18. Mai 2011 at 14:37 - Permalink

          Danke fuer die technischen Ausfuehrungen, die ich zumindest zum Teil verstehe.
          Allerdings sehe ich den Unterschied jetzt noch weniger. Alles was Du auffuehrst sind fuer mich Gemeinsamkeiten mit einer Sitzblockade, nicht Unterschiede. Den scheinbaren Widerspruch zwischen der Forderung nach Freiheit und deren temporaerer Einschraenkung gibt es nicht nur im Netz. Und wenn Du Dir eine Blockade auf einem Bahnknotenpunkt vorstellst (hypothetischer Fall, klar), sind die Auswirkungen aehnlich wie bei einem Angriff auf einen Router etc.

          Sabotage: Wieso Sabotage? Was wird dauerhaft beschaedigt?

          Legal/ illegal: Es kann doch nicht ernsthaft ein Argument sein, dass heute gerade zufaellig etwas verboten ist. Dass die Internet-Gesetzgebung voellig anachronistisch ist, sehen wir doch hoffentlich aehnlich…?

          Natuerlich heiligt der Zweck nicht alle Mittel, das muss von Fall zu Fall entschieden werden. Aber kategorisch ausschliessen finde ich erst recht kurzsichtig.

          Gruesse
          smukster

          • Lennard schrieb am 18. Mai 2011 at 16:34 - Permalink

            Den scheinbaren Widerspruch zwischen der Forderung nach Freiheit und deren temporaerer Einschraenkung gibt es nicht nur im Netz.

            Das “scheinbar” verstehe ich in dem Fall nicht. Für mich ist das einfach Doppelmoral, wenn ich auf der einen Seite freie Informationen und freien Zugang fordere, und trotzdem aber genau das für andere einschränke.

            Sabotage: Wieso Sabotage? Was wird dauerhaft beschaedigt?

            Der Zugang zu Informationen und die Funktionsweise eines technischen Gerätes (grob gesagt eines Computers/Netwerkes). Von dauerhaft würde ich aber nicht reden.

            Legal/ illegal: Es kann doch nicht ernsthaft ein Argument sein, dass heute gerade zufaellig etwas verboten ist.

            Veto! DDoS ist nicht “zufällig” verboten, sondern wahrscheinlich aus genau den Gründen, die ich genannt habe. (warum genau – da bin ich mir nicht sicher, evtl. recherchier ich das noch für mich selber) Da ich dieses Verbot hier für rechtmäßig halte, habe ich halt auch damit argumentiert. Ich versuche mich numal an’s Gesetz zu halten. Es gibt eine Ausnahme, bei der ich Illegalität ignoriere, aber das BtMG gehört nicht hierher *hust*. Wenn ich gegen ein Gesetz/Verbot bin, dann versuche ich eher dagegen zu argumentieren und Vorschläge zur Verbesserung zu bringen. Erst danach würde u.U. mein Verständnis von Notwehr greifen.
            Breche ich mutwillig ein Gesetz und sage erst danach was Sache ist, dann ist das (sehr vorsichtig formuliert) schlechter Stil.
            Ich vermute hier liegt einfach die Hemmschwelle zur Übertretung zu niedrig, da es ja nur ein abstraktes Knöpfchen-Drücken ist, was einen DDoS in Gang setzt.

            Dass die Internet-Gesetzgebung voellig anachronistisch ist, sehen wir doch hoffentlich aehnlich…?

            Auf jeden Fall.
            Nur, hier geht es m.E. nach eher weniger um “weiche” Probleme wie falsch zitierte Texte, sondern um Beeinträchtigung (bis hin zur Lahmlegung) von technischen Anlagen. Da ich ohne Vor-Ort-Recherche die Netzwerktopologie und Konfigurationen nicht kenne, kann ich auch schlecht die etwaigen Folgen einschätzen.
            Ein “weiches” Beispiel war zum Beispiel der Angriff auf die Webseite von Sony und vom PSN. Man hatte die Folgen nicht berücksichtigt (Beeinträchtigung normaler “unschuldiger” Benutzer) und ruderte zurück (ohne Entschuldigung), da sich das Ganze zum PR-Desaster auswuchs (siehe einige Gaming-/Sony-Foren vor ein paar Wochen).

            Aber kategorisch ausschliessen finde ich erst recht kurzsichtig.

            Wie gesagt – ein Durchführen in Notwehr wäre ok (auch wenn mir da im Moment nix konkretes zu einfällt).

            Vielleicht bin ich einfach zu sehr in der Materie, um das als eine Art Bagatell-Delikt zu sehen. Ich weiß nämlich wie nervig es ist, einen DDoS abzuwehren. (das Wort Tunnelblick ist doof :/)

            Um nochmal zum Anfang meines “Rants” zu kommen. Mir geht vor allem dieses Runterspielen der Gefahren und das Fehlen jeglicher Selbstanalyse bei den Anonymen auf den Keks. (neben dem sehr dreisten Opportunismus-Fallschirm á la: “wenn’s gut war waren wirs/wenn’s schief ging waren wir’s ganz bestimmt nicht, beziehungsweise wissen es nicht genau”)
            Anstatt explizit zu begründen, warum man ausgerechnet DDoS gegen den und den verwendet, flüchtet man sich in PR-Gequake und verbalen Mischungen aus Geltungsdrang und pubertär-aggressiven Drohungen. Jemandem der so fahrig daherredet, kaufe ich einfach nicht ab, dass er mit der gefährlichen Waffe DDoS umgehen kann.

            Das Bot-/Trojaner-Problem hast Du leider gar nicht angesprochen. Man benutzt quasi infizierte Rechner von arglosen Usern, um solche Attacken zu fahren. Ich kenne zwar die konkreten Zahlenverhältnisse nicht, vermute aber mal Größenordnungen um die 90% und mehr, wo mit illegalen Botnetzen gearbeitet wird – ist einfacher und um ein vielfaches billiger.

            Da ich kurz angebunden bin fehlt evtl. was im Kommentar. Ich hoffe das reicht aber erstmal als kurze Erläuterung.

            mfG

          • Anonymous schrieb am 18. Mai 2011 at 16:52 - Permalink

            Unterschiede zu Sitzblockaden sind äußerst geringfügig…

            Mit Sabotage hat das wenig zu tun, siehe Definition. Sabotage ist im Zusammenhang mit Zerstörung, Beschädigung oder Manipulation. Nichts davon ist bei DDoS der Fall, da nichts hardwareseitig beschädigt wird. Richtig hingegen ist dass es wirtschaftliche Schäden anrichtet durch DNS-Anfragen über den Provider, dadurch dass Werbung somit nicht betrachtet werden kann oder dergleichen. Natürlich könnte man auch Zahlungswege damit lahmlegen, hat Anonymous jedoch nie gemacht.

            Natürlich KANN DDoS auch “Zivilisten” schaden, jedoch ist dies nur der Fall, wenn man unorganisiert vorgeht. Man kann E-Mail-Services lahm legen oder dergleichen, jedoch nur wenn man gezielt drauf geht, was Anonymous jedoch nicht macht.

            Man greift keine großen Medien an, um Informationsflüsse nicht zu behindern, andernfalls wäre es bei gehäufter Verbreitung von Desinformation auch nicht auszuschließen. BILD sollte sich vielleicht in acht nehmen ;)

            Man greift keine Parteien an, um nicht die Meinung einzuschränken. Gibt es jedoch Parteien die gezielt darauf aufbauen anderen zu schaden, so ist dies jedoch auch wieder biegsam, und man könnte dann doch angreifen.

            Man sieht, es ist ziemlich relativ und wird sicherlich unterschiedlich bewertet, aber im Großen und Ganzen kommt aufgrund kollektiver Arbeit doch etwas vernünftiges raus.

            • Lennard schrieb am 18. Mai 2011 at 23:06 - Permalink

              Der übliche PR-Bullshit….Definition my ass…

              Unterschiede zu Sitzblockaden sind äußerst geringfügig…

              Ja sicher, ihr wollt das gerne so sehen, da sich die kriminellen Aktionen so besser rechtfertigen lassen. Noch dazu übt ihr euch im Kacken von Korinthen:

              Mit Sabotage hat das wenig zu tun, siehe Definition. Sabotage ist im Zusammenhang mit Zerstörung, Beschädigung oder Manipulation.

              Wirklich? Schaun wir mal:

              Sabotage is a deliberate action aimed at weakening another entity through subversion, obstruction, disruption, or destruction.

              Synonymwortfindung ist nicht eure Stärke, oder?

              …dadurch dass Werbung somit nicht betrachtet werden kann oder dergleichen.

              Ihr scheint ein sehr einfaches Weltbild zu haben. Zumindest habt ihr ein sehr einfaches vom Internet. Ich würde Dich ja gern mal zu dem ein oder anderen Auftraggeber mitnehmen. Nur um mal paar Denkanstöße zu liefern. Glaubt ihr wirklich, dass im Internet (oder durch das Internet) nur mit Werbung Geld verdient wird? Kommt Strom für euch auch nur aus der Steckdose? Diese krassen Vereinfachungen können doch nicht euer Ernst sein?

              Natürlich KANN DDoS auch “Zivilisten” schaden, jedoch ist dies nur der Fall, wenn man unorganisiert vorgeht.

              Ist das’n Scherz? Dass Du Zivilisten in Anführungszeichen setzt – geschenkt. Scheinbar hab ich’s eh mit 16-jährigen zu tun. In dem Alter rutscht man schonmal in Revolutions-Sprech und Kriegsrhetorik ab (kommt dann meist in hohem Alter wieder). Aber das mit dem ‘organisiert’ ist der eigentliche Witz. Könntet ihr euch mal entscheiden? Die ganze Zeit transportiert ihr stolz, dass ihr in Kleingruppen ohne Organisation arbeitet (remember Schwarmintelligenz?) und jetzt wollt ihr auf einmal organisiert vorgehen? Was denn nun?
              Ich empfehle dringend http://www.kritische­psychologie.de/texte/kh1980a.html als Lektüre für den Einstieg. Ein Text-Beispiel:

              Es gibt keine vorstellbare Situation, in welcher der Einzelne gegenüber oder innerhalb einer fortschrittlichen Organisation seine individuelle Urteils­ und Kritikfähigkeit auch nur im mindestens einschränken müßte und dürfte.
              Die Forderung nach einer solchen Einschränkung kann keinesfalls mit dem durch die Organisation vertretenen Allgemeininteresse begründet werden, da – wie gesagt – nie und nirgends endgültig feststeht, was das Allgemeininteresse sei und ob die Organisation es optimal vertrete: Dies muß vielmehr durch das individuelle Denken und die Urteilsfähigkeit aller Mitglieder der Organisation hindurch immer wieder neu gesichert werden. Zudem ist es ein begrifflicher und praktischer Widersinn, wenn eine Organisation, die für die bewußte Bestimmung aller über ihre eigenen Angelegenheiten kämpft, den Mitgliedern dabei die bewußte Bestimmung über die Organisation, die doch zu den wesentlichen eigenen Angelegenheiten der Mitglieder gehört, einschränken will.

              Vielleicht solltet ihr erstmal Begrifflichkeiten klären, bevor ihr PR macht. Oder alternativ Erwachsenwerden. Ihr könnt nicht einfach Marx mit Twitter vebinden und das als the new shit verkaufen. Nuja, weiterhin viel Spaß mit euren Botnetzen. Ihr pervertiert eure angebliche Intention (nicht Idee – die hatten andere schon) immer mehr, und seid anscheinend noch stolz drauf.

              Wenn ihr Selbstanalyse, Zielformulierung und Standortbestimmung weiter so dreist ignoriert, fällt euch das früher oder später auf die Füsse. Ich spreche da auch ein wenig aus eigener Erfahrung. Das Debakel mit Sony war i.Ü. ne erste Warnung. (und ich meine nicht nur das Märchen über die angebliche Entschuldigung – zuzugeben dass es nicht das Ziel war “Zivilisten” zu beinträchtigen ist nämlich keine Entschuldigung)
              Not in my name!

            • Xenu schrieb am 19. Mai 2011 at 00:32 - Permalink

              Mag sinnlos sein einem Troll zu sagen er solle aufhören mit Trollen, aber dennoch möchte ich es hiermit getan haben.

              Du bist der einzige der meint es wäre nicht mit Sitzblockaden vergleichbar, dennoch meinst du richtig zu sein und andere unebdingt überzeugen zu müssen.

              Sabotage (Wiki):
              “Als Sabotage bezeichnet man die absichtliche Störung eines wirtschaftlichen oder militärischen Ablaufs zur Erreichung eines bestimmten (oft politischen) Zieles.
              Im alltäglichen Sprachgebrauch ist mit Sabotage oft auch die gewaltsame Beschädigung und Zerstörung von Geräten, Maschinen, Infrastruktur usw. gemeint (Gewalt gegen Sachen). Sabotage kann auch Fertigungsprozesse, Dokumentation und andere festgelegte Abläufe treffen.”
              Im Duden findest du es ähnlich.

              Durchaus gehe ich mit dass wen bestimmte Teile von Netzwerken DDoS’ed werden durchaus von Sabotage gesprochen werden kann, aber da wir keine Transaktionsserver etc angreifen, sollte das wohl kaum zutreffen.

              Das mit der Werbung meinte er sicherlich als simples Beispiel, neben den Anderen. Durchaus kann eine Seite mit genügend Besuchern mit Werbung einiges verdienen, auch wenn der Betreiber somit wohl kaum Milliardär wird.

              Offenbar unterstellst du dem Kollektiv auch, es sei von pubertären Kindern durchzogen. Bei deinen ersten Comments hast du noch SchwarzWeiß-Denken kritisiert und nun? Mein Alter sollte egal sein, aber habe schon mittleres Alter erreicht. Die meisten dessen Alter ich zumindest kenne sind zwischen 19 und 37.

              Informier dich über Hives, dann verstehst du wie wir organsiert angreifen. Andernfalls würden wir wohl kaum was erreichen, wenn jeder einfach irgendwas macht. Wir geben nur nicht vor was wer tun soll, wer Lust hat beteiligt sich, wer nicht eben nicht. So bildet sich von selbst heraus welche Operationen erfolgreich werden und welche nicht.

              Ohne dich beleidgen zu wollen, mag ich offen gesgat deine Art überhaupt nicht.
              Du magst nicht blöd sein, dennoch reduzierst du Anonymous auf ein dir selbst erschaffenes Bild von “pubertären Cyberanarchomarxisten”. Schade, denn dann hast du nichts verstanden.

              Informier dich selbst, mach dir ein eigenes Bild aus deinen Augen, und glaub nicht jeden Schwachsinn der berichtet wird.

              PS:
              Selbst Sony hat (wohlgemerkt bevor es zur großen Story in den Medien wurde!!!) offiziell bestätigt, dass es nicht Anonymous war ( http://derstandard.at/1303950727604/PlayStation-Network-Sony-Anonymous-nicht-an-PSN-Attacke-beteiligt ) – du hingegen glaubst immer noch wie ein Narr daran und versuchst Anonymous damit in den Dreck zu ziehen. Die Angreifer planten dies über Monate hinweg und hatten schon vorherige missglückte Versuche – sie haben kein DDoS betreiben – ihre Ziele waren Datenbanken – unsere lediglich die Webserver. Dass das bei Sony nicht alles über denselben Server läuft sollte selbst dir klar sein.

            • Lennard schrieb am 20. Mai 2011 at 09:22 - Permalink

              @Xenu:

              1. Meine Definition von Sabotage ist aus der englischen Wikipedia. Ihr betreibt Wortklauberei. Ich kann auch sagen: “DDoS ist mutwillige Zerstörung des Zugangs zu Informationen und Arbeitsmitteln.” Merkst jetzt warum das für mich Sabotage ist?

              2. Warum ich meine richtig zu liegen habe ich bereits ausgiebig begründet. Außer metaphysischen Gequatsche kam da nicht viel von euch. Und überzeugen will ich niemanden – warum sollte ich.

              3. “Als simples Beispiel”…dass ihr nur simple Beispiele habt, dafür kann ich nix. Außerdem glaube ich das nicht, da in seinem Satz eine gehörige Portion Süffizanz mitschwang.

              4. “Offenbar unterstellst du dem Kollektiv auch, es sei von pubertären Kindern durchzogen.”
              Ja, tue ich. Streiche also das “Offenbar”. Und das Warum habe ich ebenfalls erklärt. Du wiederum unterstellt mir anscheinend, ich würde das verallgemeinern und alle für Kinder halten. Tja, nicht alle – aber wenn ich mir den Text oben anschaue, eure krude Mischung aus Revolutionsrhetorik und aggressiv-pubertären Drohungen, die lächerlichen Comments unter anonymous-youtube-videos, scheinen das einige zu sein. Wieviele genau kann man schlecht einschätzen. Soll ich wirklich einige eurer Comments (u.a. von eurer Seite) hier zitieren? Abgesehen davon mache ich dieses Kiddie-Verhalten nicht vom Alter abhängig. Wie man letztens bei Dieter Carstensen gesehen hat, ticken auch ältere Leute auf sehr abstruse und kindische Weise aus.

              5. “Wir geben nur nicht vor was wer tun soll, wer Lust hat beteiligt sich, wer nicht eben nicht. So bildet sich von selbst heraus welche Operationen erfolgreich werden und welche nicht.”
              Und ihr versteht immer noch nicht, dass das nicht lange funktionieren kann. Ich habe das oben schon erklärt: Mit dieser “jeder kann”-Attitüde habt ihr absolut 0 Einfluss auf kriminelle Trittbrettfahrer (ok, DDoS ist schon kriminell, aber hier meine ich richtig kranke Scheisse) und gleichzeitig 0 Legitimation erfolgreiche Aktionen für “anonymous” zu reklamieren. Nach eurer Definition ist anonymous nämlich keine Gruppe sondern eine Bezeichnung.

              6. “Ohne dich beleidgen zu wollen, mag ich offen gesgat deine Art überhaupt nicht.”

              Keine Bange, Du beleidigst mich nicht. Ich teile aus – ich kann auch gut einstecken. Ob Du die Art magst interessiert mich dabei nicht. Die nette/schmeichelhafte Rolle haben andere Kommentatoren. Ich prüfe nicht jeden Post auf “Verträglichkeit”, da man es sonst bald allen (unbewusst) recht machen will. Wenn ich zu weit gehe, kann man mir das sagen.

              7. “Du magst nicht blöd sein, dennoch reduzierst du Anonymous auf ein dir selbst erschaffenes Bild von “pubertären Cyberanarchomarxisten”. Schade, denn dann hast du nichts verstanden.”

              Ich reduziere nicht, ich zeige euch auf, dass diese “pubertären Cyberanarchomarxisten”
              zu euch gehören und ihr das offenbar akzeptiert und/oder relativiert. Diese Leute (wie die Interviewten oder die youtube-Video-Ersteller) delegitimieren eure eventuellen guten Aktionen. Ich könnte, um das zu erklären, auch Parallen zur Politik aufzeigen, wo das ähnlich ist. Als Beispiel sei die SPD genannt. Meinst Du, es interessiert die Ex-Wähler und Augetretenen, dass bei den JuSo oder einigen Kommunalverbänden Spitzenarbeit geleistet wird? Nein, denn die sehen die neoliberalen, asozialen Aktionen einer Gruppe der SPD und wenden sich ab.

              8. “Informier dich selbst, mach dir ein eigenes Bild aus deinen Augen, und glaub nicht jeden Schwachsinn der berichtet wird.”

              *seufz* Also nochmal…ich benutze EURE Informationen, z.B. obiges “Interview” und die Posts auf eurer Seite sowie die Mitteilungen von anonymous-Leuten. Und dummerweise ist so manches, was hier und da als “Schwachsinn” bezeichnet wird, auch mal wahr.

              9.”Selbst Sony hat (wohlgemerkt bevor es zur großen Story in den Medien wurde!!!) offiziell bestätigt, dass es nicht Anonymous war..”

              War klar dass das kommt. Vielleicht war ich da zu ungenau. Ich habe von Anfang an die Attacke auf die Webserver gemeint. Vom PSN war nie die Rede. Ich hatte i.Ü. sogar den Link zu EURER Mitteilung dazu gepostet, in der die Attacke zugegeben wurde. Dass anonymous den Datendiebstahl abstreitet weiß ich. Das Problem ist nur (wie ich oben schon geschrieben habe), ihr wisst nicht ob es anonymous-Leute waren. Das könntet ihr nur ausschließen wenn ihr kompakter/strenger organisiert wärt. Mir ist klar, dass ihr ein Problem mit stärkerer Kontrolle oder Hierarchien habt (oder zumindest strengeren Regeln) – ist ja auch teilweise nachvollziehbar.
              Ihr ignoriert halt nur die negativen Konsequenzen, die sich aus so einem Verhalten ergeben. Sicher würde das in einer perfekten Welt funktionieren, nur haben wir gerade in der quasi-anonymen Welt des Internets keine perfekten Zustände.

              Anonymous ist (mittlerweile) ein Label welches sich jeder anheften kann – auch jeder Irre.

            • anonymaus schrieb am 24. Mai 2011 at 01:04 - Permalink

              @Lennard

              > Der übliche PR-Bullshit….Definition my ass…

              Was für eine Diskussionskultur :-/ Da du nach eigener Aussage austeilst und auch einstecken kannst verwende ich mal die direkte Sprache die dir selbst so zuzusagen scheint: Du trägst viel Hass mit dir rum und das ist nicht gut für dich und alle anderen. Atme mal tief durch und denke daran, daß du es bist der dich hier mitteilen will. Bring also zumindest etwas Grundrespekt gegenüber deinen Kommunikationspartnern mit und Menschen werden dich anders empfangen.

    17. na sowas schrieb am 18. Mai 2011 at 08:11 - Permalink

      @SFgezwitscher In der Früh schon einen gezwitschert?

      “Democracia Real Ya”

      http://www.democraciarealya.es/ | http://acampadabcn.wordpress.com/
      …
      En directo desde #acampadasol en Madrid

      #DemocraciaRealYa, lo que no es (manual para periodistas y políticos)

      ¡Ronda Final! Vota al “Imputado Deluxe”
      …
      #spanishrevolution | #catalanrevolution | #nonosvamos | #acampadasol #acampadagranada | #acampadabcn | #acampadaleon | #acampadagranada | #democraciarealya | #democraciarealya | #nolesvotes |

    18. na sowas schrieb am 18. Mai 2011 at 09:12 - Permalink

      @SFgezwitscher im Tiefschlaf?

      “Democracia Real Ya”

      newspapermap & google transl.
      Madrid – El Mundo
      [ google transl. es | en → ht*p://goo.gl/e6BOv | via elmundo.es]

      Barcelona – La Vanguardia
      [ google transl. es | en → ht*p://goo.gl/eeTnC | via lavanguardia.com]

      Granada – Granada Hoy
      [ google transl. es | en → ht*p://goo.gl/p02cd | via granadahoy.com]
      …
      note: ' * ' durch ' t ' ersetzen - wollte die Moderation nicht schon wieder belästigen ;-)

    19. Swamp Thing schrieb am 19. Mai 2011 at 01:41 - Permalink

      @ Xenu ( am 19. Mai 2011 at 00:32 )

      Grundsätzlich bin ich vom Gedanken her ein Unterstützer ( vom Gedankengut aus gesehen, technisch gesehen habe ich da eine Ahnung von wie ein Neandertaler von einer Wasserstoffbombe ) der ” Anonymous – Bewegung ” .

      Weil ich schon sehr beschäckert bin erspare ich mir jetzt weitere Kommentare dazu soweit .

      Okay das noch :

      Eure Intention ist eine edle und auch wenn es hier und da, überall wo menschen am werke sind, es auch immer bösewichte bzw. ihr handeln nicht reflektierende Menschen gibt,
      bin ich doch ein Zeitgenosse der Ideen wie eure immer unterstützen würde .

      Vielleicht kann Stefan Sasse Ja mal eine Utopische, in die Zukunft weisende Fiktion
      formulieren wie die Menschheit die dunklen Wolken des Neo-Feudalismus ( z.B. ) abgestreift
      hat um nach Jahrzehnten durch das “Netz” mündigemacht …

      Genug Spinnerei … ;)

      Keep on fighting !

    20. Swamp Thing schrieb am 19. Mai 2011 at 07:52 - Permalink

      Mal ein recht pathetischer aufruf am “ende” … doch … !

    21. grub grab schrieb am 24. Mai 2011 at 03:37 - Permalink

      Nach diesem Deppenartikel reichts mir jetzt hier. Einst Stammleser beim Spiegelfechter, komm ich wegen des rapiden Qualitätsabfalls, schon seit Monaten, nur noch selten her. Und beinah jedesmal sehe ich dann den negativen Trend bestätigt. Wenn es so weitergeht (nämlich dass du Jens, deinen Qualitätsblog-Blog weiterhin zumüllen lässt), dann werden wohl schon sehr bald nur noch hirnlose Anonymous-Deppen und ähnlich doofe Kreaturen hier lesen. Ist das eigentlich noch schade, oder schon zu spät? Aber egal, dir ist es ja schliesslich auch egal. Egal zumindest, wieviele deiner zu vielen Leser du vergraulst.
      Ich habe mich jedenfalls jetzt zum garantiert vorvorletzten Mal hierher verirrt. Verarschen kann ich mich bei Bedarf nämlich auch selbst. Und deine guten Artikel, Jens, die gibts ja jetzt bei den NachDenkSeiten.
      grub grab

      • Count Krey schrieb am 24. Mai 2011 at 08:14 - Permalink

        Wer sind denn diese “Anonymous-Deppen”? Offensichtlich hast du da etwas nicht verstanden.

      • Bonsaibäumchen schrieb am 24. Mai 2011 at 09:07 - Permalink

        Oh nein!
        Wie schade aber auch, wir werden…
        Moment mal wer bist du eigentlich und was willst du uns sagen?
        Scheint ja nicht so wichtig zu sein wenn du schon gehst!
        Ciao!


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