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  • Netanjahu: Grabrede für das ungeborene Palästina

    geschrieben am 26. Mai 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel vom Transatlantikblog

    “Ich nehme das als einen Ehrentitel an. Das ist wahre Demokratie! So etwas wäre nicht möglich in den Schein-Parlamenten von Teheran oder Tripolis.”

    So gelassen und schnell reagierte Israels Premier Benjamin Netanjahu auf den Zwischenruf einer Zuhörerin “no more occupation, end Israeli war crimes“, als er gestern vor beiden Häusern des US Kongresses seine Rede zur Lage im Nahen Osten gab. Die Senatoren erhoben sich klatschend, um Netanjahu ihre Unterstützung und der Ruferin ihre Ablehnung zu zeigen. Diese Szene ist in jedem Detail bezeichnend für den gesamten Vortrag Netanjahus. Was immer er auch sagte wurde vom hohen Haus goutiert. Selten hat man ein größeres Einvernehmen zwischen einem ausländischen Gast und einem gastgebenden Parlament gesehen.

    An alle Freunde Palästinas und an alle Freunde Israels, die diesem Land und ihrer Region eine friedvolle Zukunft wünschen: Hören und sehen Sie sich diese Rede von Benjamin Netanjahu nicht an. Sie ist schockierend. Wollte Präsident Obama in den vergangenen Tagen Netanjahu tatsächlich die Stirn bieten, als er von den Grenzen von 1967 sprach und als ihm angesichts der zahlreichen Kritiken daran sogar vor dem pro-israelischen Lobbyverband AIPAC eine einigermaßen geglückte Rechtfertigung gelang? Nach der Ansprache Netanjahus vor dem Kongress erscheint der Versuch Obamas im nachhinein wie ein verblasster Traum.

    Netanjahu hielt seine Rede, die eine Grabrede war, in würdevollen, getragenen Worten, und alle Trauergäste — wie es sich gehört beim Tod eines nahen, wenngleich ungeliebten Verwandten — waren aufs engste miteinander verbunden:

    Israels Premier hatte die Senatoren und Repräsentanten ab der ersten Minute seines Vortrags vollkommen auf seiner Seite: Nach 1 Minute und 11 Sekunden gab es die erste stehende Ovation, als Netanjahu sagte, er sehe hier viele alte und manche neue Freunde Israels, und zwar unter Demokraten und Republikanern gleichermaßen. Die nächste Ovation folgte keine eineinhalb Minuten später, als er Amerika und den Präsidenten zur Ergreifung Osama bin Ladens mit den Worten “Good riddance!” beglückwünschte (“Zum Glück sind wir den los!”). Netanjahu, der am weltberühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) studierte und in seiner sympathisch bassigen Tonlage ein perfektes Englisch an den Tag legt, hatte seine Zuhörer nicht zuletzt mit solchen gut gesetzten Pointen fest im Griff.

    Hier muss man an die Worte des allzu früh verstorbenen palästinensischen Intellektuellen und Professors an der Universität von Columbia Edward Said denken, der in einem Essay dem Sinn nach schrieb, dass man am liebsten weinen möchte, wenn man hört wie sich die palästinensischen Führer in einem miserablen gebrochenen Englisch ausdrücken.* Das mag sich inzwischen gebessert haben, aber fest steht: “Bibi” kann sich vor diesem Publikum als Gleicher unter Gleichen präsentieren. Das merkt man jeder einzelnen Sequenz seines Vortrags an. Und muss mit Bekümmerung an die Palästinenser denken, die sich diese Ansprache ebenfalls angehört haben.

    Psychologisch raffiniert vereinnahmt “Bibi” seine Zuhörer mit Sequenzen wie dieser: Er lobt Israels Qualität als die “einzige Demokratie” der Region indirekt, indem er die berühmte englische Dichterin George Eliot zitiert, um schließlich die Abgeordneten mit einer spaßhaften Anmerkung zum Lachen zu bringen:

    As the great English writer George Eliot predicted over a century ago, that once established, the Jewish state will “shine like a bright star of freedom amid the despotisms of the East.”
    Well, she was right. We have a free press, independent courts, an open economy, rambunctious parliamentary debates.
    You think you guys are tough on one another in Congress? Come spend a day in the Knesset. Be my guest.

    Neben unzähligen Allgemeinplätzen und den üblichen Beteuerungen, wie sehr man gemeinsam (immer gemeinsam!) dieselben Ziele verfolge, also Frieden, Freiheit und Wohlstand, kam Netanjahu zum heiklen Punkt, wie es denn weiter gehe mit dem Friedensprozess im Nahen Osten, gerade angesichts der enormen Umwälzungen in Tunesien, Ägypten oder Libyen.

    Die Senatoren haben die Warnungen Netanjahus gerne vernommen, als der erklärte man müsse damit rechnen dass die Revolutionen nicht nur Demokratien, sondern vielleicht andere totalitäre Regimes hervorbringe. Die iranische Revolution von 1979 habe bekanntlich die fundamentalistischen Mullahs an die Macht gebracht, und infolge der sogenannten Zedern-Revolution im Libanon habe die radikale Hisbollah immer mehr an Einfluss gewonnen. Israel sehe sich diesen bekannten alten, aber nun auch unbekannten neuen Gefahren ausgesetzt. Diese Gefahren können gar nicht überschätzt werden, stellte Netanjahu mit Blick auf den Iran fest, ohne zu vergessen den Holocaust einzuflechten:

    Now the threat to my country cannot be overstated. Those who dismiss it are sticking their heads in the sand. Less than seven decades after six million Jews were murdered, Iran’s leaders deny the Holocaust of the Jewish people, while calling for the annihilation of the Jewish state.

    Die ewig friedlosen Palästinenser

    In Bezug auf den Frieden mit den Palästinensern verwies Israels Premier darauf, dass er bereits vor zwei Jahren eine Zweistaatenlösung unterstützt habe. Seit Oslo habe man eine Zweistaatenlösung befürwortet. In den letzten Jahren sei es stetig bergauf gegangen mit Palästina. Um das zu unterstreichen, zählt Netanjahu mit viel süßem Gift teils echte, teils fragwürdige Fortschritte in der Westbank auf. Unausgesprochen wollte er damit sagen: Seht wie gut es ihnen geht, und alle Welt redet immer nur von der israelischen Besatzung. Mehr: Es könnte ihnen noch viel besser gehen, wenn es endlich Frieden geben würde.

    Spätestens hier beginnt die Vernichtung Palästinas durch das Wort des Benjamin Netanjahu. Warum gibt es bisher keinen Frieden, obwohl alle israelischen Premierminister ihn wollen, so seine rhetorische Frage.

    So why has peace not been achieved?
    Because so far, the Palestinians have been unwilling to accept a Palestinian state, if it meant accepting a Jewish state alongside it.

    Die Palästinenser wollen keinen Frieden, wenn das das gleichzeitige Bestehen eines jüdischen Staates meint. Damit, so muss man dazu sagen, ist nicht die Existenzberechtigung Israels gemeint, sondern die Frage nach der ethnischen Identität. Israel besteht seit einiger Zeit darauf, dass es seitens der Palästinenser als “jüdischer Staat” anerkannt wird. Das bedeutet schlicht, dass Palästinenser jedes Recht auf Rückkehr aus den Vertreibungen der Kriegsjahre 1948 und 1967 verwirken würden. Das israelische Beharren auf Anerkennung eines “jüdischen Staates” ist die politische Antwort auf die palästinensische Forderung nach einem Rückkehrrecht. Unnötig zu sagen, dass diese Frage zum Rückkehrrecht nur ein Streitpunkt unter mehreren ist, die den Konflikt seit langem ausmachen. In seiner Rede verkürzt Netanjahu den Konflikt aber auf genau diesen Punkt und befrachtet ihn mit etwas ganz anderem.

    Es geht um die demographische Bombe, nicht um den Friedenswillen der Araber

    Ihm, Netanjahu, sei es auch schwer gefallen sich vor sein Volk zu stellen und zu sagen “Ja, ich akzeptiere einen Palästinenserstaat”. Nun aber müsse sich Palästinenserpräsident Abbas vor sein Volk stellen und sagen “Ich akzeptiere einen jüdischen Staat.” Klingt plausibel, nicht wahr? Gleiches Recht für alle.

    In Wahrheit sind es zwei grundverschiedene Dinge. Diese absolute Forderung an die Palästinenser, Israel als “jüdischen Staat” offiziell zu akzeptieren, verweigert ihnen jeden Verhandlungsspielraum in Bezug auf ihre Vertriebenen. Während noch unter Premierminister Ehud Olmert, dem Vorgänger Netanjahus, über gewisse Rückkehr-Quoten verhandelt wurde, zeigt der amtierende israelische Premier, dass er nicht gewillt ist, hier auch nur eine Handbreit nachzugeben.

    Das Kalkül: Netanjahu weiß ganz genau, dass sich kein Palästinenserführer vor sein Volk stellen und ihm sagen kann “Es gibt keinerlei Rückkehr für Euch”. Nein, das wirkliche Problem aus Sicht der Mehrheit in Israel ist die Sorge vor dem “demografischen Problem“, so wie es Netanjahu bereits im Jahr 2003 angesprochen hat. Das Thema ist seitdem im politischen Vokabular Israels bekannt als die “demografische Bombe“. In Israel leben derzeit rund 1,6 Millionen Palästinenser, die den Status israelischer Staatsbürger haben. Es handelt sich um Einwohner oder Nachkommen von Einwohnern, die im Zuge des Kriegs von 1948 nicht weggezogen sind. In der Folgezeit haben sie vom Angebot eingebürgert zu werden Gebrauch gemacht und sind damit “reguläre” Israelis. Sie stellen heute rund 20% der Bevölkerung.

    Hochrechnungen zufolge werden diese arabischen Bürger Israels aufgrund ihrer größeren Zahl an Nachkommen vielleicht ab dem Jahr 2035, aber spätestens von 2048 an die Mehrheit im Land stellen. Damit würden Juden zur Minderheit. Ein demokratisches Israel wäre damit aus israelischer Sicht nicht mehr möglich. Die einzige Lösung würde in einem Apartheitstaat bestehen, in dem die jüdische Minderheit der arabischen Mehrheit ihren Willen aufzwingt. Es ist wenig erstaunlich, dass man dieser Aussicht mit großem Unbehagen gegenüber steht.

    Es ist daher auch kein Zufall, dass Netanjahu das Rückkehrrecht zu seinem Alles-oder-nichts macht. Israel hat kein existentielles Problem bei einem der übrigen Streitpunkte Grenzen, Wasser, Bodenschätze, auch nicht beim heiklen Thema Jerusalem oder den Siedlungen. Existentiell ist nur diese demografische Frage, obwohl sie mit dem “alten” Konflikt zunächst wenig zu tun hat.

    Für Israel gibt es letztlich keinen zwingenden Grund von irgend jemandem zu verlangen Israel als “jüdischen Staat” anzuerkennen. Denn immerhin ist Israel ein souveräner Staat und hat damit alle Möglichkeiten, autonom darüber zu entscheiden wer in das Land hinein darf und wer nicht. Wenn Israel keine weiteren Palästinenser als arabische Israelis einbürgern will, kann es diese Politik praktizieren, ohne dass jemand etwas dagegen tun könnte (Im Übrigen, aber das nur nebenbei, wendet Israel alle denkbaren Mittel an, um so viele Palästinenser wie möglich vor allem aus Jerusalem zu verdrängen. Mit anderen Worten: Es produziert tagtäglich neue Vertriebene, über die Netanjahu sagt, man wolle sie nicht haben).

    Den Senatoren ist in der irgendwie beschwipsten “Wir-Atmosphäre” dieser Feierstunde nicht aufgefallen wie Netanjahu sein wahres Motiv gut getarnt eingeschmuggelt hat. In seiner Rede präsentiert Netanjahu das so: Den Palästinensern sei es nie um ihren eigenen Staat gegangen, sondern immer nur um die Nicht-Anerkennung Israels.

    You see, our conflict has never been about the establishment of a Palestinian state. It has always been about the existence of the Jewish state.

    Der Köder wurde vom Publikum geschluckt. Dann wird er noch deutlicher. Letztlich wollen die Palästinenser gar keinen Frieden. Sie erziehen ihre Kinder zu Hass und — am schlimmsten — sie wollen Israel mit ihren Flüchtlingen überschwemmen:

    They were simply unwilling to end the conflict.
    And I regret to say this: They continue to educate their children to hate.
    They continue to name public squares after terrorists.
    And worst of all, they continue to perpetuate the fantasy that Israel will one day be flooded by the descendants of Palestinian refugees. My friends, this must come to an end.

    Damit ist offenkundig, was hinter der von Netanjahu so plausibel vorgetragenen Forderung steht, die Palästinenser müssten zuerst ein “jüdisches Israel” anerkennen. Würde Israel von der Führung der Palästinenser offiziell diese Bestätigung erhalten, wäre nicht nur jegliches Rückkehrrecht verwirkt, sondern auch der Status der arabischen Israelis in Frage gestellt.

    Den schwarzen Peter hätte man elegant Abbas zugeschoben: Wenn selbst der Präsident der Palästinenser offiziell anerkennt, dass Israel ein Staat nur für Juden ist, dann kann Israel auch entsprechend handeln und sozusagen mit arabischer Genehmigung dafür sorgen, dass Araber nie die Mehrheit im Land stellen werden. In Wirklichkeit geht es also längst nicht mehr um die vermeintlich friedensunwilligen Palästinenser. Es geht um das demografische Problem, das Netanjahu raffiniert in den “Friedensprozess” eingeschleust hat und ihn damit sabotiert.

    Würde Netanjahu wie sein Vorgänger Ehud Olmert über Quoten für eine Rückkehr verhandeln, wäre das Problem rasch gelöst. Das tut er aber nicht. Will er den Friedensprozess nur irgendwie beenden? Nein, denn dafür würde genügen, einen beliebigen anderen Streitpunkt absolut zu setzen (wie er es mit Jerusalem vorsichtshalber getan hat). Nein, er möchte sein demografisches Problem gelöst haben, und verbindet es deshalb in absoluter Weise mit den Verhandlungen.

    Man muss hier nicht weiter ins Detail gehen um zu erkennen, dass diese Forderung Netanjahus für die Palästinenser ganz und gar inakzeptabel ist. Beinahe nachrangig sind die weiteren Zumutungen Netanjahus wie die, Jerusalem würde für immer und ewig die unteilbare Hauptstadt Jerusalems bleiben:

    Jerusalem must never again be divided. Jerusalem must remain the united capital of Israel.

    Nachdem er diese von niemandem zu überwindenden Hürden aufgestellt hat, umschmeichelt der Premier den Kongress ein weiteres Mal, als er auf das bei Amerikanern stets beliebte Thema Sicherheit eingeht. Israel sei ein sehr kleines Land, und bedürfe daher einer ganz besonderen Sicherheit. Er könne versichern, dass Israel größer sei als Delaware, sogar größer als Rhode Island, aber viel größer eben nicht:

    It’s bigger than Delaware. It’s even bigger than Rhode Island. But that’s about it.

    Zum Schluss — ein fraglos beeindruckender Redeaufbau — beschwört Netanjahu den nicht anwesenden Palästinenserpräsidenten Abbas, der müsse seine jüngst vollzogene Versöhnung mit Hamas im Gazastreifen beenden. Es könne nur Frieden entweder mit Israel geben oder mit Hamas, nicht beides.

    Wie leicht musste Netanjahu im Wissen um die absolute Unerfüllbarkeit seiner Forderungen der Satz von den Lippen gehen, Israel würde der erste sein, der in den Vereinten Nationen einen Staat Palästina anerkennt. Nach seinem pathetischen Schlußsatz …

    Thank you for your unwavering support [unerschütterliche Unterstützung] for Israel.
    Thank you for ensuring that the flame of freedom burns bright throughout the world. May God bless all of you

    … brandet tosender Applaus auf. Unter tosendem Applaus haben die Senatoren und Repräsentanten des amerikanischen Kongress — Demokraten wie Republikaner — das ungeborene Palästina begraben.

    Das einzige, das man ihnen zugute halten kann: Sie wissen nicht was sie tun.

    Schlesinger

    Der vollständige Text der Rede findet sich auf den Seiten des Transatlantikblogs

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    Tags: Israel Nahostkonflikt USA
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    1. Netanjahu hält Grabrede für das ungeborene Palästina « Transatlantikblog

    128 Kommentare:

    1. Andre schrieb am 26. Mai 2011 at 12:36 - Permalink

      Da wird es nie Frieden geben!
      Die beiden Seiten haben einfach zu verschiedene Vorstellungen von endgültigen auskommen.
      Um sich wirklich dauerhaft auf einen Kompromiss einigen zu können.

    2. Schlesinger schrieb am 26. Mai 2011 at 13:00 - Permalink

      Zum “Ehrenabzeichen” Netanjahus und seinem Lob auf die demokratischen Verhältnisse:
      Wären da nicht ein paar wenig tolerante Schläger der im Kongress reichlich anwesenden AIPAC-Anhänger (erkenntlich durch entsprechende Buttons an ihrem Revers – ebenfalls ein “badge of honor”?), die die Zwischenruferin so grob in die Mangel nahmen, dass sie mit Nackenverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste:Du sollst nicht stören!

      • Natascha schrieb am 26. Mai 2011 at 13:14 - Permalink

        Handgreiflichkeiten gegenüber Abweichlern sind in der Knesset durchaus nicht unüblich, vielleicht wollten die Amerikaner einfach zeigen dass sie, anders als Bibi ihnen scherzhaft vorhielt, genauso toughe Demokraten sein können?

    3. Natascha schrieb am 26. Mai 2011 at 13:12 - Permalink

      Es schmerzt mich sehr das zu sagen, denn ich habe Freunde und Verwandte in Israel und besuche das Land nach wie vor sehr gerne – aber ich habe in den letzten Jahren mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass Israel sich zu einem Apartheidsstaat wie dem früheren Südafrika entwickelt.

      Interne Selbstheilungskräfte um diese Entwicklung zu verhindern gibt es kaum mehr. Die politische Linke ist tot, die Politik wird von rechten und z.T. offen rechtsradikalen Falken gemacht. Ein Lieberman, immerhin der Außenminister und damit drittwichtigster Mann im Staat nach Premier und Präsident, würde den israelischen Arabern am Liebsten einen Wimpel aufkleben oder sie gleich ins Meer treiben. Irgendeine gesellschaftliche Diskussion darüber wie die Menschen hinter der Mauer leben findet nicht statt, wenn diese in ihrer Hilflosigkeit nicht gerade ein paar Raketen abschießen werden sie geflissentlich ignoriert. Der Israeli von Heute hört nichts, sieht nichts und lebt damit sehr bequem.

      Ich denke daher dass genau wie bei Südafrika auch eine Aufgabe dieser Politik nur durch äußeren Druck erfolgen kann, wenn die Verbündeten abfallen, wenn Unterstützung zurückgezogen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit eingeschränkt wird. So lange es Israel sich leisten kann ohne Einschränkung des hohen Lebensstandards diese Besetzungs- und Vertreibungspolitik fortzusetzen, so lange hat auch der israelische Bürger keinen Anreiz oder Zwang zu einem wirklichen Umdenken.

      Ohne die USA als mit abstand wichtigste Schutzmacht und größter Geldgeber Israels wird das aber nicht passieren. Das Verständnis für Israels Politik bröckelt zwar auch dort in der Bevölkerung, ist bei der politischen Elite aber immer noch ungebrochen. Diese Macht hat auch Obama nun anerkennen müssen, der vielleicht moderateste Präsident in der Nahostfrage seit Carter.

      Sollte es mit Netanjahu überhaupt einen Friedensvertrag geben können (was ich stark bezweifle), so wird er dessen Zustandekommen so lange hinauszögern bis im Weißen Haus ein israelfreundlicher Präsident sitzt und beide gemeinsam den Palästinensern härtere Bedingungen diktieren können als es die Politik des jetzigen Präsidenten erlauben würde.

      Noch ein paar kurze Anmerkungen zum Schluss:

      Iran’s leaders deny the Holocaust of the Jewish people, while calling for the annihilation of the Jewish state.

      Hier sollte immer wieder erwähnt werden dass Ahmadinejad nicht gefordert hat Israel zu beseitigen, sondern die gegenwärtige israelische Regierung. Bei allen sonstigen Verrücktheiten dieses Despoten ist das ein ganz erheblicher Unterschied.

      Es geht um die demographische Bombe, nicht um den Friedenswillen der Araber

      Der Verfasser erwähnt zwar dieses Kernargument der israelischen Seite, ich habe aber nicht den Eindruck dass er versteht welche realen Ängste dahinter stehen. Ein Israel mit einer jüdischen Mehrheitsbevölkerung ist eine conditio sine qua non für die meisten Israelis. Mehr als eine allenfalls moderate Rückkehr an palästinensischen Flüchtlingen werden selbst linke Israelis niemals akzeptieren.

      Zu guter Letzt: Im Sinne von “cui bono?” sollten wir Eines immer im Auge behalten: Ein echter Frieden macht einen Netanjahu und seine gesamte rechte und rechtsradikale Entourage auf der israelischen Seite so überflüssig wie die Hamas auf palästinensischer Seite. Auch für die arabischen und persischen Nachbarn würde damit ein enorm nützlicher Sündenbock entfallen mit dem sie gegenwärtig stets von ihren eigenen inneren Unruhen ablenken können. Es gibt schlicht und einfach eine Menge Personen mit Macht und Posten auf allen Seiten deren Machtverbleib an die Fortsetzung dieses sinnlosen Konfliktes gebunden ist. Die haben schon aus reiner Selbsterhaltung kein Interesse an Frieden.

      Der Frieden kommt dem Volk zu Gute, aber er schadet dessen Führern.

      • Arbo schrieb am 26. Mai 2011 at 14:10 - Permalink

        Der Verfasser erwähnt zwar dieses Kernargument der israelischen Seite, ich habe aber nicht den Eindruck dass er versteht welche realen Ängste dahinter stehen. Ein Israel mit einer jüdischen Mehrheitsbevölkerung ist eine conditio sine qua non für die meisten Israelis. Mehr als eine allenfalls moderate Rückkehr an palästinensischen Flüchtlingen werden selbst linke Israelis niemals akzeptieren.

        Aber genau das ist der Punkt, an dem sich “die Israelis” wohl oder übel selbst abarbeiten müssen. Ich halte diese “Angst” nämlich für sehr gefährlich. Wenn es wirklich so sein sollte, wie Du es darstellst, wird es ohne die Überwindung dieser “Angst” keine Chance auf Frieden geben. Immer wieder werden die Hardliner dort umherziehen können, um mit der “Angst” Stimmen zu ködern.

        Arbo

        • Natascha schrieb am 26. Mai 2011 at 17:32 - Permalink

          Mir sind solche Weltuntergangsszenarien generell zuwider, aber Angst ist ein machtvoller Hebel um Menschen gegen ihre ureigenen Interessen zu manipulieren.

          Nehmen wir mal den Erfolg von Sarrazin der ja denselben Hebel (Bevölkerungsexplosion der Muslime, Verlust der eigenen Kultur) ansetzt – er schürt Ängste die bei vielen Bürgern ankommen. Verglichen damit ist die demografische Lage in Israel aber ungleich kritischer. Deutschland ist von christlichen Ländern umgeben und hat nur 5 % muslimische Einwohner, Israel ist von muslimischen Ländern umgeben und hat bereits Heute ein Mehrfaches an muslimischen Einwohnern, Tendenz rasant steigend.

          Wenn man den Mensch anderer Religion ausschließlich als Bedrohung wahrnimmt ist es nur folgerichtig diesen Entwicklungen mit Angst entgegenzusehen.

          • Arbo schrieb am 27. Mai 2011 at 08:04 - Permalink

            Stimmt schon, löst das Problem aber nicht wirklich. Ich denke, die israelischen Juden machen sich wirklich etwas vor, wenn sie glauben, dass die Vertreibungen, die sie zu verantworten haben (und die sie de facto mit der von Dir beschriebenen Angst “legitimieren”), so einfach in der Weltgeschichte verschwinden … Der Angst, von der Du sprichst, steht ja spiegelbildlich das gegenüber, was die entsprechenden Handlungen/Aussagen auf der anderen Seite an Emotionen erzeugt.

            (Das ist wohl gerade dort auch das charakteristische Problem. Bei Deinem Sarrazin-Beispiel sind die Minderheiten so gering, dass jeglicher Druck, der sich dort aufbaut, quasi verpufft …)

            Davon abgesehen sollte es doch möglich sein, echte Minderheitenrechte zu schaffen, um den Israelis jüdischen Glaubens im Zweifelsfalle die Angst vor der Demographie zu nehmen. Das würde allerdings bedeuten, dass sie die derzeitigen Minderheiten auch anerkennen und mit entsprechenden Rechten versehen müssen. Und da liegt wohl die Crux.

            Was Du mit Deiner Angst beschreibst, läuft ja im Grunde auf eine Selbstisolierung bzw. Abkappselung hinaus. Ehrlich gesagt frage ich mich, inwiefern solch ein Denken aber noch in unsere Zeit passt. Gerade in diesem Gebiet an quasi “ethnisch” saubere Grenzen zu denken, ist m.E. gar nicht möglich. Dazu überlagern sich Geschichte und Religion/Kultur einfach zu stark.

            Mir ist bewusst, dass das einfach gesagt ist. Aber Israel steht mit dem Problem ja nicht alleine da. Z.B. in Ex-Jugoslawien oder einzelnen russischen Anrainerstaaten lassen sich ja bisweilen ähnliche Probleme erkennen (interessiert hier aber kaum jemanden).

            • Natascha schrieb am 27. Mai 2011 at 12:24 - Permalink

              Die Ironie ist ja, dass die Juden selbst durch zweitausend Jahre Diaspora alles Andere als ethnisch homogen sind. Es gibt blonde Juden, arabische Juden, pechschwarze Juden aus Äthiopien und so fort. Israel ist eine bunte Mischung aus jüdischen Immigranten aus aller Welt.

              Es wäre in der Tat schon viel gewonnen wenn Bevölkerungsgruppen in Israel unabhängig von ihrem religiösen Status gleich behandelt würden, so wie das in einem modernen Rechtsstaat eigentlich selbstverständlich sein sollte. Dies ist allerdings nicht einmal innerhalb der jüdischen Bevölkerung der Fall, so haben die Orthodoxen, eine kleine Minderheit, viele Sonderrechte (sie müssen z.B. keinen Militärdienst leisten) und drücken der Mehrheit immer wieder ihren Willen auf, bis hin zu den absurdesten Sabbatregelungen die für Alle zu gelten haben.

            • Arbo schrieb am 27. Mai 2011 at 14:06 - Permalink

              Dies ist allerdings nicht einmal innerhalb der jüdischen Bevölkerung der Fall, so haben die Orthodoxen, eine kleine Minderheit, viele Sonderrechte (sie müssen z.B. keinen Militärdienst leisten) und drücken der Mehrheit immer wieder ihren Willen auf, bis hin zu den absurdesten Sabbatregelungen die für Alle zu gelten haben.

              O.K. in der Intensität … aber tendenziell haben wir das hier auch. Ich erinnere nur an den Heckmeck um die Ruhe=Feiertagtage um Ostern. Die Welt ist ein Dorf … ;)

    4. David schrieb am 26. Mai 2011 at 13:28 - Permalink

      Suhlen Sie sich mal ruhig weiter in Ihren Vorurteilen, ihrem Nichtwissen und Ihrer Unbelehrbarkeit. Denn verstanden haben Sie nichts, nichts von der Geschichte, nichts von den wahren Verhältnissen, nichts von alledem. Ihre “Fakten” sind keine Fakten, sondern böswillig zurechtgezimmerte Desinformationen.
      Vielleicht sollten Sie ein so komplexes Thema gar nicht angehen, es übersteigt ja lesbar Ihre linkslastige, sozialisitische Ideologie.

      • lab schrieb am 26. Mai 2011 at 13:53 - Permalink

        Hallo David,
        Ich habe zu diesem Thema eine neutrale Meinung, und würde deine Kritik gerne besser verstehen. Bitte äußere deine Kritik etwas präziser. Welche Fakten sind fehlerhaft? Welche geschichtlichen Aspekte wurden nicht berücksichtigt? Worin besteht die Desinformation? Es würde mich freuen, wenn du mit hilfst dieses, wirklich sehr komplexe Thema, auf Sachliche weise aufzuarbeiten.

        • Bokatov schrieb am 26. Mai 2011 at 15:29 - Permalink

          Welche Fakten sind fehlerhaft?

          Na, z.b. dass es überhaupt gar keine Vertriebenen gibt.
          Die haben sich alle freiwillig verzogen.
          Vertreibung sieht anders aus.
          Auf Beispiele aus der Geschichte will ich hier lieber nicht eingehen.

          • Isaac schrieb am 26. Mai 2011 at 15:51 - Permalink

            Das ist so bitter, das ausgerechnet das jüdische Volk so krass nach rechts abdriftet.

            • daweed schrieb am 27. Mai 2011 at 17:47 - Permalink

              Im Krieg stirbt als erstes die Wahrheit!

              Weshalb willst du dann nicht die Geschichte Israels anführen?

      • W. Buck schrieb am 26. Mai 2011 at 14:15 - Permalink

        Menschen die nicht mit Argumenten und Fakten arbeiten sondern mit Beleidigungen und Vorurteilen disqualifizieren sich selbst.

        Vielleicht haben sie aber überhaupt kein Argument und versuchen lediglich ihre eigenen Scheuklappen tapfer zu verteidigen. Ein Ideologe halt … da wünsche ich mal Gute Besserung!

    5. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 13:43 - Permalink

      Gute Analyse der Rede aber überflüssig; denn man kann die israelische Regierung und ihre Wähler besser nach ihren Taten beurteilen. Was inzwischen lächerlich rüberkommt ist dieser Hinweis auf die Demokratie in USA und Israel – als wenn das Kriebsverbrechen verhindert hätte oder eine Legitimation dazu wäre. Anders als die Araber, können sich die israelischen Wähler nicht mit Machtlosigkeit herausreden.
      Das Problem ist ohne einen Schuss innerhalb eines Jahres zu lösen:
      1. Die UN Vollversammlung erkennt den auszurufenden Palestinenserstaat an.
      2. Israel werden entsprechende Auflagen gemacht, die bei Einhaltung zum Frieden führen können
      wenn nicht:
      3. Boykott Israels durch die USA, der Rest der Welt folgt innerhalb 2 Tagen. Alternativ: Boykottbeschluß wie gegen Apartheid-Südafrika.
      4. Die Leistungsträger und Firmen wandern aus Israel ab. Die guten sollten wir auch in BRD wilkommen heißen.
      5. Die meisten anderen emmigrieren bis auf jene, die sich der arabischen Mehrheit beugen.
      6. Es werden wie 1900 wieder Ziegen über das karge Land getrieben
      7. Nicht vergessen, die israelischen Atomwaffen zu verschrotten!
      8. Der Hauptgrund für den Hass vieler Muslime auf den Westen ist entfallen.

    6. Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 15:07 - Permalink

      Ah, da ist ja der Israel-Artikel! :-)

      Ich denke, es ist berechtigt, dass Israel sich nicht bereit erklärt, die “Flüchtlinge” wieder aufzunehmen, denn nach gängiger Definition (z.B. der UNHCR) wären damit auch alle ihre Nachkommen gemeint. Diese Integrationsleistung wäre auch für eine hochentwickelte Wirtschaft wie der Israelischen nicht einfach zu stemmen. Dazu kommen noch die Probleme mit palästinensischem Terrorismus, der ja dann auch mit einwandern würde, und dem Selbstverständnis Israels als “Heimstatt für alle Juden”, die bei einer massiven arabischen Bevölkerungsmehrheit durchaus in Frage gestellt werden könnte.

      Ich denke, vor allem der letzte Punkt ist entscheidend. Israel soll, eben aus geschichtlichen Gründen, ein jüdischer Staat bleiben, da im Zweifel kein anderer sicherer Hafen für Juden existiert. Das ist nun mal die eigentliche Begründung für die Existenz eines Staates Israel. Und wenn man sich anhört, wie sich die Hamas so äußert, kann ich jeden Zweifel an deren Friedenswillen voll verstehen.

      Einige weitere Argumente und Kommentare zum Thema sind übrigens in dem (m.E.) sehr empfehlenswerten “Zettel’s Raum” zu finden:
      http://zettelsraum.blogspot.com/2011/05/netanyahu-und-rabin.html

      • Stephmeister schrieb am 26. Mai 2011 at 15:56 - Permalink

        …Israel soll, eben aus geschichtlichen Gründen, ein jüdischer Staat bleiben…

        Haben auf diesem Landstrich zu allen Zeiten ausschließlich Menschen jüdischen Glaubens gelebt?
        Nicht wirklich, oder? Wozu also ein “jüdisches” Israel? Geht das nicht auch ohne Religionsbeschränkung?

        …da im Zweifel kein anderer sicherer Hafen für Juden existiert

        Gibt es jenen sicheren Hafen auch wo ausschließlich *hier Religionszugehörigkeit einsetzten* Zuflucht finden können? Bzw. welche Religion braucht heutzutage noch eine Zuflucht?

        • Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 17:35 - Permalink

          Gibt es jenen sicheren Hafen auch wo ausschließlich *hier Religionszugehörigkeit einsetzten* Zuflucht finden können?

          Wieso ausschliesslich? In Israel können ja auch Araber einwandern, aber eben nicht unbegrenzt, wie in jedem anderen Staat auch. Und sichere Zufluchtsstätten für Muslime (die gesamte arabische Welt) und Christen (besonders die USA) gibt es ja einige. Aber nur eine Zufluchtsstätte, die aus ihrem Selbstverständnis heraus immer offen für Juden ist. Wie schnell sich die Situation sonst in einem Land ändern kann, sieht man zur Zeit in Ungarn.

          In einer idealen Welt wäre natürlich die Religionszugehörigkeit völlig irrelevant, aber leider werden ja auch immer wieder Menschen als Juden verfolgt, obwohl sie nicht im geringsten religiös sind…

    7. André H. schrieb am 26. Mai 2011 at 15:11 - Permalink

      “stehende Ovation”
      Wie ich sie hasse, diese stehenden Ovationen. Zuerst erhebt sich Einer, klatschend, dann ein Zweiter, ganz schnell sind es Dutzende, dann gibt es kein Halten mehr, wer jetzt nicht schnell genug auch noch aufsteht, hat verloren.
      Hoffentlich bürgern sich diese s.O. nicht auch noch in unserem (deutschsprachigen) Kulturkreis ein. Einfach widerlich.

      • malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 18:00 - Permalink

        Ähm, die sind schon lange auch hier üblich…

    8. Herrentett schrieb am 26. Mai 2011 at 15:38 - Permalink

      Hm, habe ich den Artikel richtig verstanden? Da hat der israelische Politiker Netanjahu vor dem US Kongress seine Zuhörer “psychologisch raffiniert vereinnahmt”, in dem er perfiderweise die Sprache der Gastgeber “perfekt” sprach? Wahrscheinlich hat der berechnende Israeli nur deswegen am MIT studiert, um die Sprache und die Gedanken der US-Amerikaner später zu seinem Vorteil nutzen zu können. Und wie hat er dieses Wissen genutzt? Indem er seinen Zuhörern “viel süße[s] Gift” in die Ohren treufelte, so dass die strunzdummen US-Senatoren (Amis sind ja schon dumm, Politiker sowieso, wie dumm müssen dann erst amerikanische Politiker sein!) nicht hörten, welche Botschaft der Israeli Netanjahu tatsächlich verbreitete. So, z.B. dass er zwar davon sprach, man verfolge “gemeinsam (immer gemeinsam!) dieselben Ziele”, in Wirklichkeit wohl nur seine eigene Ziele meinte. Das machte er, wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, wohl mehrmals, mit “seiner sympathisch bassigen Tonlage”. Die benutzt er wahrscheinlich nur, wenn er seine Zuhörer vom Inhalt seiner Rede ablenken will, der berechnende Israeli. Hat mich irgendwie an eine Zeitung erinnert, die es früher einmal gab. Der Name ist mir entfallen, hatte aber irgendwas mit den Angreifern beim Fußball zu tun.

      • W. Buck schrieb am 26. Mai 2011 at 16:35 - Permalink

        Tatsächlich wird der vermeintliche “Erfolg” dieser Rede völlig überbewertet.

        Als Merkel ihre Rede vor dem Senat hielt bekam sie “standing ovations” dafür, dass sie sich in der ehemaligen DDR Blue Jeans und eine Reise ins “gelobte Land” wünschte. Tatsächlich ist es eine gute Tradition jeden Hinz und Kunz mit tosendem Beifall zu beschenken, der vor dem Senat reden darf. Davon abgesehen ist natürlich Netanjahu weder Hinz noch Kunz.

        Das die derzeitige Regierung Israels offenbar kein Interesse an einem echten Frieden mit den Palästinensern hat ist offensichtlich auch wenn mich einiges an diesem Artikel ebenso wie dich irritiert hat.

        • Natascha schrieb am 26. Mai 2011 at 16:48 - Permalink

          Da hast Du in der Tat Recht, die Amerikaner sind Meister im Veranstalten von Shows und überschwänglich enthusiastischer Begeisterung. Deren politische Kultur ist da etwas anders als Unsere, man darf Äußerungen wie die stehenden Ovationen daher auch nicht überbewerten. Sie gehören in den USA zum Tagesgeschäft.

          Dessen ungeachtet will kaum einer der Abgeordneten eine der mächtigsten Lobbyorganisationen (AIPAC) zum Feind haben. Insbesondere die Republikaner werden den Teufel tun und dem Präsidenten einen überwältigenden außenpolitischen Erfolg wie eine vollzogene Zweistaatenlösung gönnen, wenn sich das irgendwie verhindern lässt.

          • W. Buck schrieb am 27. Mai 2011 at 02:13 - Permalink

            Da hast Du wiederum recht.

            Solange es in der Politik immer wieder nur um Machterhalt, Machterlangung und irgendwelchen Ideologie geht sehe ich schwarz für die Zukunft der Menschheit.

            Nur all zu gerne würde ich an die Worte Carl Sagans glauben:

            The old appeals to racial, sexual and religious chauvinism and to rabid nationalism are beginning not to work. A new consciousness is developing which sees the earth as a single organism and recognizes
            that an organism at war with itself is doomed. We are one planet.

            Allein die letzten dreißig Jahre nach diesen Worten lassen nur wenig Platz für Hoffnung.

            • Natascha schrieb am 27. Mai 2011 at 12:29 - Permalink

              Da spricht der einzige Mann der intelligenter als Asimov war wohl vom “global brain”, ich will ihm das nicht absprechen. Mit der Entwicklung eines weltweiten Kommunikationssystems (Internet) und einer Weltsprache (Englisch) gibt es durchaus hoffnungsvolle Ansätze zur Schaffung eines globalen Bewusstseins. Vor 30 Jahren haben sich weit weniger Menschen über globale Probleme wie die Umweltverschmutzung oder über Nachhaltigkeit Gedanken gemacht.

              Natürlich wehren sich die Kräfte der alten Ordnung mit aller Macht gegen diese Entwicklung.

    9. Schlesinger schrieb am 26. Mai 2011 at 15:39 - Permalink

      @Herbert
      Sie haben oder wollten den entsprechenden Passus nicht genau lesen. Es geht gerade nicht um die Einwilligung in die Rückkehr “der” Flüchtlinge. Es geht um die Bereitschaft, auch hier einen Kompromiß zu finden. Offenbar war das für Olmert noch möglich, wieso also nicht für Netanjahu?

      Ihre Bemerkung zum palästinensischen Terrorismus ist allzu einfach und wird allenfalls dem Jargon eines G.W. Bush gerecht. Geben Sie sich einen dunklen Teint, einen arabischen Namen und begeben Sie sich inkognito nach Qalandia. Nach drei Stunden warten in der Sonne und der einen oder anderen kleinen Niedertracht seitens der checkpoint-Soldaten werden Sie einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen, was man als palästinensischer Zivilist empfindet, der nur an seine Arbeitsstelle / das Krankenhaus / die nächste Stadt gelangen möchte.

      Was Hamas anbelangt verstehe ich Ihre Bedenken. Man sollte die Intentionen dieser Gruppe nicht unterschätzen. Nicht umsonst regt sich der interne Widerstand. Allerdings tendiere ich dazu anzunehmen, dass ohne die Bürden der Besatzung eine extreme Gruppe wie Hamas nie so stark geworden wäre. Immerhin hat die PLO schon 1988 das Existenzrecht Israels anerkannt. Die Besatzung Gazas hat angehalten und mit ihr die Siedlerpräsenz. Mit Ausbruch der 1. Intifada 1989 hat Hamas die Zeichen der Zeit erkannt und wurde zur treibenden Kraft vor Ort.

      • Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 15:59 - Permalink

        Ihre Bemerkung zum palästinensischen Terrorismus ist allzu einfach und wird allenfalls dem Jargon eines G.W. Bush gerecht.

        Ich wollte damit nur ausdrücken, dass die Israelis (m.E. berechtigte) Sicherheitsbedenken gegen unkontrollierte Einwanderung bzw. sogar gegen unkontrollierten Grenzverkehr haben. Dass das für Otto-normal-Palästinenser eine Belastung ist, kann ich nachvollziehen. Allerdings ist Israel das einzige Land, bei dem ich für ein solches Verhalten triftige Gründe sehe.

        Dass sich in der Frage der Flüchtlinge ein Kompromiss finden muss, sehe ich auch so, allerdings ist mangelnde Kompromissbereitschaft leider auf beiden Seiten zu sehen. Außerdem steht ja noch zu bedenken, dass die Flüchtlinge nicht von Israel vertrieben wurden, sondern von der arabischen Liga. Und damit dies auch ein dauerhaftes Problem bleibt, haben z.B. Libanon und Jordanien den Palästinensern gesetzlich verboten, Land zu erwerben. Ich denke nur, das sollte man bei der Beurteilung der Israelischen Position nicht außer Acht lassen.

        • Schlesinger schrieb am 26. Mai 2011 at 21:28 - Permalink

          Stimme zu: Für die Sorge in Israel, dass man nicht irgendwann Minderheit im eigenen Land sein will habe ich volles Verständnis. Das dürfte auf alle Länder der welt zutreffen. Aber eines dauerhaften Friedens willen muss man objektiverweise erwarten dürfen, dass zu diesem Punkt ein Kompromiss geschlossen wird, so wie Sie sagen. Die absolut gesetzte Aussage “Israel ist ein jüdischer Staat” kommt der Forderung nach einer carte blanche für Jerusalem gleicht. Solche absoluten Haltungen sind immer show stopper.

          Stimme absolut nicht zu: Palästinenser wurden von der Arabischen Liga vertrieben? Das könnte aus Leon Uris schwülstigem millionenfach verkauften Propagandaschinken “Exodus” stammen, ansonsten wüßte ich niemanden, der sich so eine Aussage trauen würde.

          Wer israelischen Historikern wie Tom Segev oder Idith Zertal nicht traut was die Vertreibung anbelangt, dem sei wärmstens das Büchlein “Khirbet Khizeh” empfohlen. Darin beschreibt S. Yizhar, ein langjähriges Mitglied der Knesset, von seinen Erlebnissen als jüdischer Soldat während des Krieges von 1948. Es geht um die Deportation eines ganzen arabischen Dorfes. Um die Deportation eines Dorfes von Zivilisten, die weder Waffen besaßen noch einen Schuss abgaben. Es gab – wie für über 400 andere Dörfer – schlicht den Befehl des Oberkommandos sie zu räumen (Bestandteil des “Plan Dalet“).

          • Heimo schrieb am 28. Mai 2011 at 02:41 - Permalink

            Es gab natürlich diese Befehle ganze arabische Dörfer zu räumen in einer Situation, als es um wir oder sie ging, als sich sowohl die aufgehetzten Araber Palästinas, als auch die umliegenden Länder Ägypten, Libanon, Syrien, Jordanien, Irak aufmachten, die Juden ins Meer zu treiben. – Alle Gebiete, die von Arabern erobert wurden, wurden judenrein gemacht, wie im von Jordanien annektierten Ostjerusalem, das die alteingesessene jüdische Bevölkerung vertrieb, ihre Synagogen zerstörte & auch das von Ägypten besetze Gaza, das sich rasch auch aller Juden entledigte. Nur Israel war eben nicht so radikal wie die Araber, denn es sind viele Araber in Israel verblieben, die heute auch israelische Staatsbürger sind. Also wenn man von Vertreibung spricht, dann sollte man immer von gegenseitiger Vertreibung reden & wenn man von Nakba redet, dann sollte man auch der über 800.000 aus arabischen Ländern in jener Zeit vertriebenen Juden gedenken. – An eine Rückkehr von den Nachkommen der einstigen Flüchtlinge, die sich inzwischen vervier- oder fünf-facht haben ist nicht zu denken. – Das wäre als wollten die Nachkommen der Sudeten-Deutschen & Schlesier etc. wieder in ihren Besitz nach Polen & Tschechien zurück.

            • Ralle schrieb am 28. Mai 2011 at 11:52 - Permalink

              Es ist immer wieder zutiefst ekelhaft zu lesen wenn die Hasbara-Abteilung vertriebene Palästinenser mit den deutschen Tätern der sogenannten Vertriebenen gleichsetzt. Das ist Holocaustrelativierung der feinsten Sorte. Und jetzt komm mir nicht mit dem Seemannsgarn von Mufti von Jerusalem, der von Leuten wie euch in seiner Bedeutung wissentlich völlig überhöht wird.
              Warum haben eigentlich die Nachkommen von Juden die vor hunderten von Jahren dort vertrieben wurde angeblich zurecht Anspruch auf das Land, die Araber die dort lebten aber nicht?

            • Heimo schrieb am 29. Mai 2011 at 05:08 - Permalink

              @ Ralle – Dein Beitrag: “Es ist immer wieder zutiefst ekelhaft zu lesen wenn die Hasbara-Abteilung vertriebene Palästinenser mit den deutschen Tätern der sogenannten Vertriebenen gleichsetzt. Das ist Holocaustrelativierung der feinsten Sorte. Und jetzt komm mir nicht mit dem Seemannsgarn von Mufti von Jerusalem, der von Leuten wie euch in seiner Bedeutung wissentlich völlig überhöht wird.
              Warum haben eigentlich die Nachkommen von Juden die vor hunderten von Jahren dort vertrieben wurde angeblich zurecht Anspruch auf das Land, die Araber die dort lebten aber nicht?”

              Was hat das mit Holocaustrelativierung zu tun? – Dieser Vergleich ist wirklich absurd – Die Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Gebieten war eine Reaktion auf den deutschen Überfall & auf all die von Deutschen begangenen Massaker – Dann gab es natürlich auch den holocaust mit Ermordung von über 6 Mio Juden. – Ich hatte aber von Vertreibung angesprochen. – Araber hatten 48 einen existenziellen Angriffskrieg gegen Israel begonnen & sie haben geerntet was sie gesät haben – genau wie die Deutschen damals – man muß einfach damit rechnen, wenn man die anderen überfällt, daß das Blatt sich wendet & man selbst verliert. – & das angebliche Seemansgarn vom Mufti von Jerusalem, das du so leichtfertig beiseite schiebst, ist einer der Grundwurzeln des Konflikts, der in arabischer WElt heute noch permanent verbreiteter Judenhass – der permanent im arabischen Land verbreitet wird, wo selbst ‘Mein Kampf’ oder die ‘Protokolle der WEisen von Zion’ (ein Machmerk über die angebliche jüdische Weltverschwörung hohe Verbreitung hat. – Übrigens Juden haben schon immer in der Region Palästina gewohnt & sie waren in den Jahrhunderten immer wieder Mehrheit in Jerusalem, wie auch schon seit über 100 Jahren wieder – viele Juden waren auch Palästinenser bevor Israel gegründet wurde, also hatten sie zumindest gleiche Berechtigung da zu leben, wie die Araber. – Ca. die Hälfte der Juden in Israel besteht aus Juden, die aus arabischen Ländern vertrieben wurden.

    10. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 15:46 - Permalink

      @6. Herbert
      “Ich denke, vor allem der letzte Punkt ist entscheidend. Israel soll, eben aus geschichtlichen Gründen, ein jüdischer Staat bleiben, da im Zweifel kein anderer sicherer Hafen für Juden existiert. Das ist nun mal die eigentliche Begründung für die Existenz eines Staates Israel.”

      Die Frage nach dem Existenzrecht Israels kann niemand beantworten, außer denen, die von diesem Land vertrieben wurden. Was soll der Unsinn, anderen ein Gebiet zuzusprechen (einschl. Balfour Erklärung), welches sie von den dort lebenden ethnisch gesäubert haben und sich immer weiter ausbreiten?
      Die Israelis müssen sich mal entscheiden, ob ihnen das Land geschichtlich / religiös gehört
      oder der Status quo zählt = “wir sind nun mal dort und stärker”.
      Im ersteren Fall können die Palestinenser ebensolche (Geschichte)n vorweisen und im letzterem Fall wird es stärkere gegeben, nämlich den Rest der Welt, der diesen Kriegsherd mit Atomwaffen nicht mehr hinnehmen will.
      Ich empfehle diesbezügliche Leserzuschriften in der N.Y. Times, z.B. zum letzten Friedman Artikel.
      Der Kongress applaudiert noch, aber viele Amis (einschl. Juden) wollen nicht mehr zahlen und haben die Schnauze voll von ihren israelischen “Freunden”.

      • Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 16:08 - Permalink

        Das israelische Gebiet gehört mit der selben Berechtigung zum “jüdischen Staat”, wie Ostpreußen heute zu Polen gehört.

        Was ich damit sagen will: Als Israel gegründet wurde, geschah das mit einer klaren Begründung, und obwohl diese natürlich von dem damals “stärkeren” (also Großbritannien) durchgesetzt wurde, war damit ein Status Quo geschaffen. Und der gilt natürlich, wie auch in Europa der Status Quo gilt. Mal ganz abgesehen davon, dass Israel sein Kerngebiet ja dann auch noch klassisch gegen die arabischen Angreifer militärisch erobert hat. Israel hat also sozusagen durch seine Aufgabe als “jüdischer Staat” sogar noch mehr Existenzberechtigung als viele andere Staaten.

        P.S.: Und Juden gab es in diesem Gebiet auch schon vorher, es wurden nicht alle erst dort angesiedelt.

    11. Schlesinger schrieb am 26. Mai 2011 at 15:46 - Permalink

      @Herrentett
      Nein, Sie haben den Artikel nicht richtig verstanden, sondern möchten ihn nur plump in eine Ecke drängen.
      Bei den Punkten die Sie angesprochen haben geht es darum, dass jemand alleine dadurch “Recht” bekommen kann, dass er durch Aspekte die außerhalb rationaler Argumente liegen Vorteile erlangt (=Sprachkenntnis, Auftreten, Rhetorik, Witz u.a.m.).

      Als Netanjahu ~ 1995 Gast in einer US Show war und mit einem arabischen Botschafter debattierte meinte anschliessend ein Kameramann zu Netanjahu “Sie haben gwonnen!”. Woher wissen Sie das, wollte N. wissen. “Sie haben beide seltsame Nachnamen, aber der Vorname Ihres Disputanten ist Abdullah und Ihrer ist Benjamin”. (s. Tom Friedman, From Beirut to Jerusalem)
      Aber das alles ist nachgeordnet gegenüber dem Trick, mit dem Netanjahu seinen Zuhörern etwas untergeschoben hat (das demografische Problem).

    12. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 16:01 - Permalink

      @8 Herrentett
      Wenn ich Deine Polemik richtig verstanden habe, hälst Du den Kongress für weder dumm noch leicht manipulierbar. Dem stimme ich zu; denn die Herren sind ähnlich selbstherrlich wie Nethanjahu und wußten genau, was sie bejubelten.
      Die Problematik läßt sich nicht argumentativ lösen, sondern nur durch Taten:
      Keiner leiht den Amis mehr Geld, keiner kauft den Israelis irgendetwas ab – weder ihre Sprüche noch Waren oder Dienstleistungen. Dadurch bricht dort die Wirtschaft zusammen und die Immigranten werden zu Emmigranten.

    13. Herrentett schrieb am 26. Mai 2011 at 16:10 - Permalink

      @Schlesinger: Dann haben die Palästinenser also ihre Situation der Tatsache zu verdanken, dass es ihren “Politikern” an “Sprachkenntnis, Auftreten, Rhetorik, Witz” mangelt? Potzblitz, jetzt weiß ich, warum die Israelis gezielt Schulen mit Raketen beschießen (oder habe ich da wieder etwas falsch verstanden?)

    14. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 16:21 - Permalink

      Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 16:08

      “Das israelische Gebiet gehört mit der selben Berechtigung zum “jüdischen Staat”, wie Ostpreußen heute zu Polen gehört.”

      Das ist endlich mal eine klare Ausage, wie ich sie mir auch von den Israelis wünsche, damit wir den geschichtlich-religiösen Quark vergessen können.
      Isarel als Kriegsbeute ist akzeptabel, wenn Du akzeptierst, dass es beim nächsten Krieg andersherum läuft. Deswegen plädiere ich ich für UN / alle gegen Israel, weil dadurch noch nicht einmal geschossen werden muß, sondern friedliche Massenemmigration.

      • Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 16:41 - Permalink

        Die geschichtlich-religiöse Begründung kommt ja noch dazu. Israel wurde als Heimatland für Juden gegründet, und solange es da keine Alternativen gibt, bleibt das eine valide Begründung. Und wie gesagt, Juden gab es da vorher auch schon.

        Und irgendwo sonst einen jüdischen Staat (im Sinne von einem sicheren Hafen für Juden) zu gründen, scheint mir nicht möglich, da die Vorbehalte gegen Juden inzwischen Weltweit wieder gut auf dem Vormarsch sind. Ich verweise dazu nur mal auf eine kleine Übersicht, die vorgestern in meinem Reader aufgetaucht ist:
        http://lindwurm.wordpress.com/2011/05/23/antisemitisches-europa-momentaufnahmen/

        Zusammengefasst also: Solange Juden irgendwo als nicht-gleiche Mitbürger betrachtet werden, solange gibt es auch eine Existenzberechtigung für Israel.

        • Natascha schrieb am 26. Mai 2011 at 17:01 - Permalink

          Und irgendwo sonst einen jüdischen Staat (im Sinne von einem sicheren Hafen für Juden) zu gründen, scheint mir nicht möglich, da die Vorbehalte gegen Juden inzwischen Weltweit wieder gut auf dem Vormarsch sind.

          Auch deshalb sind es oft Juden, die zu den schärfsten Kritikern von Israels Politik gehören. Die meisten Juden (60 %) leben eben nicht in Israel, sondern in Ländern wo wir durch und durch eine kleine Minderheit stellen. Jede Handlung Israels betrifft aber dennoch immer alle Juden, da nur sehr wenige Kritiker und keinerlei Antisemiten in der Lage sind, Israel und das Judentum zu trennen. Die jüdischen Minderheiten weltweit sind dabei unmittelbarer betroffen als die Bürger Israels, sind wir doch immer auf ein grundsätzliches Wohlwollen der Mehrheitsbevölkerung angewiesen. Das gilt insbesondere für die Juden die in muslimischen Ländern leben, wie z.B. im Iran.

          Eine simple Tatsache die leider in Israel überhaupt nicht berücksichtigt wird. Nach uns die Sintflut.

          • Blockpartei schrieb am 26. Mai 2011 at 18:35 - Permalink

            Jede Handlung Israels betrifft aber dennoch immer alle Juden, da nur sehr wenige Kritiker und keinerlei Antisemiten in der Lage sind, Israel und das Judentum zu trennen.

            Ich könnte falsch liegen, aber eventuell hat das mit hysterischen Reaktionen von Geistesgrößen und “Selbstbetroffenen” wie Broder, ZdJ und Co. zu tun, die quartalsweise unter ihren Steinen hervor kriechen, um den “Antisemitismus!!!1″ im Lande zu geißeln, wenn mal wieder gar schröcklich Israel kritisiert wird. Und Kritik am Zionismus ist auch nur ein anderes Wort für Judenhass!!1 Soviel zur Kritik an der Kritik.

            Ne, echt nicht. Billig rumheulen über mangelnde Differenzierung zwischen Juden und Israel, während gleichzeitig die Keule der Idiotie/Propaganda über eben jene Differenzierung geschwungen wird, um pol. Vorteile rauszuschlagen.
            Damit lädt man rechte Spacken geradezu ein, dem Volke einzutrichtern, dass man “sowas jawohl noch sagen können muss!”

            Das Parallelbeispiel par excellence ist die EU. Jahrelang geißelte man alle Kritik mit breitem Kamm als “anti-europäisch” ohne auch nur 1 Iota auf berechtigte Kritik einzugehen und dann wundert man sich wie der letzte Schwachkopf, wenn wahre Finnen heute in Dänemark innereuropäische Grenzkontrollen befürworten. Die EU wird an diesem Vertrauensverlust zerbrechen. Sublimierung funktioniert eben nur bis zu einem gewissen Grad.

            Bedanken darfst du dich bei Medien und Politik, die es sogar noch gut meinen. Never again!

          • Thomas schrieb am 26. Mai 2011 at 21:33 - Permalink

            Das Problem ist, daß Israel selbst aus politischem Kalkül keine Differenzierung zwischen Juden und dem Staat Israel zuläßt/betreibt. Das beginnt damit, daß jeder Jude weltweit israelischer Staatsbürger werden kann, wenn er nur nach Israel zieht. Und das setzt sich über die Außendarstellung fort, wo jede Israelkritik mit dem Schwingen der “Antisemitismus-Keule” niedergeschlagen wird. Und leider beteiligen sich auch viele jüdische Interessenvertretungen außerhalb Israels daran, eben genau diese Differenzierung zu unterbinden. Der Zentralrat der Juden in Deutschland spielt da leider eine unrühmliche Rolle. Ich erinnere nur an israelfreundliche Demontrationen zur Zeit des Gaza-Krieges.

            Es ist im Interesse der tonangebenden Radikalen in Israel, die Differenzierung zu verhindern, weil mit der Differenzierung echte Kritik an Israel möglich würde. So lange man jedem Kritiker der Apartheit in Israel, der Besatzung, des Landraubes durch jüdische Siedler, der Ausbeutung zB. der Wasserressourcen Westjordans durch jüdische Gemüseexporteure, und so weiter, den Holocoust an den Kopf werfen kann, ist Israel in eine rpolitisch starken Position. Daß man dabei über Leichen geht, nimmt man in Kauf.

    15. ola schrieb am 26. Mai 2011 at 16:48 - Permalink

      Is mir langsam wirklich Latte was der Israeli da treibt oder auch nicht. Die Geschichte lehrt uns seit Jahrtausenden Folgendes:

      Wer sich nicht bewegt, wird bewegt. Das gilt dann eben auch für Israel. Wann das sein wird? Keine Ahnung, aber es wird sein.

    16. Christian schrieb am 26. Mai 2011 at 16:58 - Permalink

      Manchmal glaube ich Israel leidet an einem unbehandelten Stockholm Syndrom.

      Mir ist echt unklar, wie man, nachdem man selbst die Zielscheibe von Rassisten war, selber solch extreme Fremdenfeindlichkeit und Fanatismus anheim fallen kann.

      Besonders furchterregend finde ich die mentalität der israelischen Siedler, die sich sogar über ihre eigenen Gesetze stellen und einfach behaupten, Gott hat sie auserwählt, deshalb konnen Sie machen was Sie wollen.
      Warum man sowas duldet, oder wie im Falle der USA auch noch tatkräftig unterstützt ist mir unklar.

      Auch in Deutschland muß es da endlich ein umdenken geben, es kann nicht sein, das wir weiterhin bei allem die Klappe halten, weil man als Deutscher ja Israel nicht kritisieren darf.

      • Natascha schrieb am 26. Mai 2011 at 17:24 - Permalink

        Mir ist echt unklar, wie man, nachdem man selbst die Zielscheibe von Rassisten war, selber solch extreme Fremdenfeindlichkeit und Fanatismus anheim fallen kann.

        Es ist schon für den einzelnen Menschen der Opfer wurde, schwer, den Täter-Opferkreislauf zu durchbrechen, Rache und Vergeltung hinter sich zu lassen und zu vergeben. Für Kollektive ist es beinahe unmöglich. Aber eben nur beinahe.

        Deutschland und Frankreich zum Beispiel haben in weniger als 140 Jahren fünf Kriege gegeneinander geführt. Immer wieder ging es für den Unterlegenen darum es dem vormaligen Sieger heimzuzahlen. Erst nach den unvorstellbaren Verbrechen im letzten Krieg fand ein wirkliches Umdenken statt und beide Seiten bemühten sich um Versöhnung und einen fairen, gleichberechtigten Umgang miteinander auf Augenhöhe. Wir, die wir Heute in Frieden und auch Freundschaft mit allen unseren Nachbarn leben und aufgewachsen sind, sind uns gar nicht bewusst welche bemerkenswerte Leistung dahintersteht. Für uns ist das selbstverständlich.

        Sollte es im Nahen Osten mal Frieden geben, dann nur wenn auf beiden Seiten die Menschen endlich bereit sind nicht mehr die Zukunft ihrer Kinder für irgendwelche Ideologien und Phantasievorstellungen zu opfern. Israel wird nicht verschwinden, egal wie sehr die Hamas sich das wünscht. Ebenso werden Millionen Palästinenser sich nicht in Luft auflösen, egal wie sehr sich das militante Siedler und die Rechtsradikalen in Israel sich das wünschen. So lange eine Generation nach der Anderen mit Hass großgezogen wird, kann sich nichts ändern.

    17. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 16:59 - Permalink

      @Herbert
      Du verstehst meinen Einwand nicht. Eine Staatsgründung auf erobertem Land müßtest Du auch allen anderen zugestehen. Auch die geschichtlich-religiöse Begründung ist weitestgehend beliebig.
      Die neuen Kategorien findest Du z.T. in der UN Charta, mit denen man versucht, durch UN Beschlüsse und internationale Rechtssprechung die kriegerischen Landnahmen alter Zeiten zu unterbinden. Auch erlittenes Unrecht berechtigt nicht zur Vertreibung Dritter.
      Ich erwarte sogar eine pragmatische Richtung in der UN, indem der Weltfrieden über die partikulären Juden / Araber Interessen gestellt wird. Demnach ist eine Emmigration der Israelis das Beste. Die Sache mit dem gelobten Land war ein großer Fehler, den man ohne Blutvergießen wiedergutmachen kann.

      • Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 17:41 - Permalink

        Wohin sollten die Israelis emigrieren? In der Region haben ja auch vorher Juden gewohnt. Und ich denke auch, dass der Palästina-Konflikt weniger Auswirkungen auf den Weltfrieden hat, als gemeinhin angenommen wird. Alles andere habe ich in meinen anderen Beiträgen hier schon gesagt.

    18. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 17:03 - Permalink

      @ 16 Christian
      “Besonders furchterregend finde ich die mentalität der israelischen Siedler, die sich sogar über ihre eigenen Gesetze stellen und einfach behaupten, Gott hat sie auserwählt, deshalb konnen Sie machen was Sie wollen.
      Warum man sowas duldet, oder wie im Falle der USA auch noch tatkräftig unterstützt ist mir unklar.”

      Stell Dich doch nicht dumm, sondern erkenne die faschistische Gesinnung – oder hast Du einfach Angst diesen Vorwurf auszusprechen?

      • Christian schrieb am 26. Mai 2011 at 17:35 - Permalink

        ich habe da kein gut genugen Überblick über Israel, um solch eine Aussage einfach rauszudrücken.
        Definitiv gibt es da faschistische Züge, aber die gibts genauso in den USA.
        Israel mit z.b. dem faschistischen Deutschland von damals gleichzustellen finde ich etwas derbe.
        Ein ganzes Land so über den Kamm zu scheren, dafür müsste ich mich mehr mit dem Thema auseinandersetzen und auch mal dort hinfahren.

        Politisch finde ich aber, muß Deutschland hier endlich mal Stellung beziehen und Israel die Sonderstellung aberkennen, die man ihr einräumt.
        Aus der Opferrolle ist man doch schon lange raus, ich sag nur Mossad.

      • malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 18:10 - Permalink

        Ich erkenne diese “Gesinnung” eher bei dir.

    19. schwitzig schrieb am 26. Mai 2011 at 17:26 - Permalink

      Hitler, Goebbels 1933 bis 1945:

      They were simply unwilling to end the conflict.
      And I regret to say this: They continue to educate their children to hate.
      They continue to name public squares after terrorists.
      And worst of all, they continue to perpetuate the fantasy that Israel will one day be flooded by the descendants of Palestinian refugees. My friends, this must come to an end.

      Im obigen Text wurde “Jude”, “Bolschewik” durch “Palästinenser” ausgetauscht.

    20. Schlesinger schrieb am 26. Mai 2011 at 17:36 - Permalink

      @Natascha, Buck
      Stimme zu, dass die Begeisterungsfähigkeit im Kongress größer ist als etwa bei uns. Dennoch scheint mir etwas anderes vorzuliegen. Dem äußeren Anschein nach mag Merkel ähnlich beklatscht worden sein. Der Unterschied: Weder vorher noch nachher gab es nennenswerte Aktivitäten in Bezug auf Merkels Rede, aber in Bezug auf die Nahostfrage und Netanjahus Positionen gab es enorme Aktivtäten. Wenn selbst Harry Reid als Mehrheitsführer der Dems seinen eigenen Präsidenten wegen dessen Äußerungen zu den Grenzen von 67 kritisiert, folgt daraus eine andere Gewichtung der Ovationen für Netanjahu im Kongress.

    21. malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 17:50 - Permalink

      Zunächst: Ich fand den Augstein-Artikel bei Spon etwas besser, bis auf das Fazit.

      Die Palästinenser-(Organisationen), die unbedingt ein “Rückkehrrecht” wollen, wirken auf mich genauso halsstarrig wie die israelischen Siedler, und ähnlich unangenehm und nervig und reaktionär wie deutsche “Vertriebene” aus Ostpreußen oder Schlesien, die nach 40, 50 Jahren schon in der 2. und 3. Generation immer noch herumjammern. Vor allem aber ist es doch so, dass auf beiden Seiten hirnlose konservative Hardliner gewählt werden oder regieren, die den Konflikt immer schön am kochen halten, damit sie auch weiterhin “gebraucht” werden. Und die Friedenswilligen auf beiden Seiten als Verräter betrachtet werden, umso mehr, wenn sie Zugeständnisse machen wollen.

      Die einen erschießen Jugendliche an Kontrollpunkten, die andern schicken diese dorthin, um Ärger zu machen. Die einen vergiften schon die Seelen ihrer Kinder mit antisemitischen Cartoons, die anderen bauen sich bunkerartige “Siedlungen” aus bizarren weltanschaulichen Gründen in ein Pulverfass.

      Und gleichzeitig auf beiden Seiten immer diese Tränendrüsennummer: “Wir werden ganz fies unterdrückt/bedroht!!! Die andern sind schuld!!! Wir sind total nett und können garnix dafür!!!” – sorry, interessiert mich nach 20 Jahren Medienkonsum alles einfach nicht mehr. Wenn ich “Nahostkonflikt”, “Palästinenser”, “Isarelis”, “Bomben”, “Raketen”, “Kontrollpunkt”, “Netanjahu”, “Hamas”, “Gaza” oder “Intifada” höre, schalte ich inzwischen einfach auf Durchzug. Kann ich auch nur weiterempfehlen. Wenn alle das mal täten, würden die 2 geopolitischen Dramaqueens ganz schön doof aus der Wäsche schauen. Aber sowohl Israelanhängerschaft als auch Palästinenseranhängerschaft ist auch in Deutschland ja zu einem richtiggehenden Hobby geworden, mit eigenen Medienangeboten, Fahnen, Foren, Musik und Schals und Fanprodukten… wie Fußballfans. Rational ist das alles nicht mehr.

      • Benjamin schrieb am 26. Mai 2011 at 21:35 - Permalink

        Das wäre doch mal DIE Lösung; alle Preußraelfans oder einäugige Palituchträger spenden für jeden dummen Spruch 50,00 €, mit dem Geld können sich dann die Vertriebenen (oder wer sonst keinen Bock hat mehr da unten zu leben) eine Villa in Bel Air leisten.

        Broder allein dürfte damit schon für die Umsiedlung des gesamten Gazastreifens nach St Tropez sorgen

        • malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 21:45 - Permalink

          Oder wie beim Wrestling. Einfach erst heimlich Frieden schließen (Geheimvertrag), und dann gut bezahlte Schauspieler, die sich für die Abendnachrichten immer mit Theaterwaffen beschießen und schröcklich dramatisch störben, fürchterlich leiden, empört sind, usw . Das Merchandising wird dann 50/50 geteilt und die Rechte für Deutschland gehen an Sat1 und Arte.

    22. Andre schrieb am 26. Mai 2011 at 17:58 - Permalink

      @Klaus59

      Emmigration der Israelis wohin?

      • ola schrieb am 26. Mai 2011 at 18:20 - Permalink

        Die Schweiz böte sich an. Ländertausch

        • malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 18:27 - Permalink

          Du findest den Konflikt lustig?

          • ola schrieb am 26. Mai 2011 at 20:07 - Permalink

            Ja. Ernst nehmen kann ich das nicht mehr.

            • malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 21:56 - Permalink

              Das kann man verstehen. Ich bin nur noch genervt davon und schalte daher ab.

    23. Wolfgang schrieb am 26. Mai 2011 at 17:59 - Permalink

      Na ja, so ganz freiwillig sind die Palästinenser nun doch nicht verzogen, wie einer meiner Vorposter meint.

      Zwischen 1947 und 1950 sind mal kurz 530 palästinensische Dörfer eingeebnet worden. Israel gab es anfangs zwar noch nicht, profitiert jedoch bis heute davon. Und ob es UNO-Resulutionen dazu gibt, den 10 Millionen Vertriebenen die Möglichkeit zu schaffen, wieder in ihre Heimat zurück zu kehren, darum gibt Israel nichts.

      Unter den Palästinenser ist dieser Vorgang als al Nakba bekannt.

      Es ist doch ganz einfach: Dass solch eine Rede überhaupt erst zu Stande kommt, liegt daran, dass sich Israel auf Argumente stützen kann, welche die Palästinenser nicht haben. Man sollte den Palästinensern die gleichen Argumente verschaffen. Nagut, Deutschland sollte den Palästinensern nicht unbedingt auch fünf U-boote schenken, aber Eurofighter, ballistische Raketen usw. wären ein guter Anfang. Vllt. können die Franzosen noch einen atomaren Gefechtskopf drauf legen.

      Erst mit diesen Argumenten dürfte es den Palästinensern möglich sein, mit Israel auf Augenhöhe zu diskutieren. Und ich würde wetten, dabei fällt kein einziger Schuss. Jeder Ruf nach Anerkennung durch die UNO, den Boykott durch Staatengemeinschaften wäre überflüssig, beide Völker würden dies aus eigener Kraft schaffen.

      Gegenwärtig haben die Palästinenser nur die Möglichkeit, auf unter anderem aus Deutschland nach Israel exportierte Argumente mit Steinschleudern und Raketen der Marke Conrad Elektronic zu antworten.

      Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Jitzchak Rabin und nach Oslo-B heute schon viel weiter wären. Möglicherweise wäre der nahe Osten heute schon weitestgehend friedlich und neues Urlaubsparadies. Seine Ermordung dürfte der Opposition und einigen aus seinen Reihen recht gelegen gekommen sein. Das Ergebnis ist der Ist-Zustand.

      Nun: wer in meinem Beitrag Ironie findet, darf sie behalten. Weiterhin distanziere ich mich von rechtsradikalen Gedankengut, genau so wie die Sippenhaft als Deutscher, mit für das Schicksal von Millionen ermordeter Menschen verantwortlich zu sein.

      • malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 18:09 - Permalink

        Zwischen 1947 und 1950 sind mal kurz 530 palästinensische Dörfer eingeebnet worden.

        Vor 60 Jahren…

        Die Betroffenen sind inzwischen Greise oder tot. Aber schröcklich, dieses Unrecht!!11 Warum leben denn die Palästinenser, bzw. deren Nachkommen in den arabischen Staaten seit Jahrzehnten als “Flüchtlinge” unter miesesten Umständen? Warum werden sie nicht integriert wie hier anerkannte Asylanten und Migranten? Weil so viele da ihre eigene Gift-Suppe drauf kochen. Und die arabischen Diktatoren immer einen Buhmann brauchten, um Unmut von sich selbst abzulenken. Selbst Mubarak war sich nicht zu blöde, zu behaupten, die ägyptischen Revolutionäre seien “Mossadagenten”. Und (staatlich veranstaltete) Demos gegen Israel dürften auch im Iran zu den einzigen Arten von Meinungsäußerungen gehören, die erlaubt sind. Was für ein Arschgeigenkonzert, das alles.

        • Herbert Krawczek schrieb am 26. Mai 2011 at 18:13 - Permalink

          Das kommt ja auf die ganze Misere noch obendrauf…

        • Schlesinger schrieb am 26. Mai 2011 at 21:53 - Permalink

          @malerhlich

          Sie sagen “Vor 60 Jahren…”

          Damit soll offenbar gesagt sein dass es nicht mehr relevant ist.
          Nichts könnte falscher sein. Als ich 1990 das erste mal in Israel war habe ich mit Holocaust-Überlebenden gesprochen. Was meinen Sie wie lange diese Zeit für sie vorbei war? Antwort: Es war gestern.
          Was glauben Sie, wie lange es für einen vertriebenen Palästinenser her ist, dass er aus seiner Heimat verjagt wurde? Antwort: s.o.
          Richtigstellung zu Ihrem Beitrag (21): Nicht die im Land wohnenden Palästinenser haben 1948 das junge Israel angegriffen, sondern die Nachbarstaaten Ägypten, Syrien, Jordanien. Daher ist der Vergleich mit den Erwartungen der Sudetendeutschen irreführend.

          Die Siedler wiederum – ein historisch neues Phänomen – haben in der arabischen Westbank völkerrechtlich betrachtet nichts verloren. Es sei denn man ist Bibel- bzw. Septuaginta-fixiert und hält Texte alter Bücher (Judäa und Samria!) für wichtiger als heutiges Leben. Das freilich ist nicht argumentierbar, sondern Weltanschauungsfrage.

          • Heimo schrieb am 31. Mai 2011 at 04:11 - Permalink

            @Schlesinger – Dein: “Richtigstellung zu Ihrem Beitrag (21): Nicht die im Land wohnenden Palästinenser haben 1948 das junge Israel angegriffen, sondern die Nachbarstaaten Ägypten, Syrien, Jordanien. Daher ist der Vergleich mit den Erwartungen der Sudetendeutschen irreführend.”

            Es waren wohl beide, sowohl aus den umliegenden Ländern als auch aus vielen Gegenden im Inland – die Angriffe kamen somit aus sehr vielen Richtungen – einzelne Kibuzze wurden aus der Nachbarschaft angegriffen – aus Jaffa wurde vehement geschossen – natürlich gab es auch viele Araber/Palästinenser, die sich nicht einmischen wollten, die einfach nur friedlich weiter leben, in ihren Häusern bleiben wollten – aber leider in so einem Kriegsgeschehen wird dann rasch für beide Seiten unter den radikaleren Elementen, die dann leider meist das Steuer & Geschehen an sich reißen, sofort jeder der ‘anderen Seite’ zum Feind – & die neutral bleiben wollten, werden in diesen Strudel mit hinein gezogen…

        • Claudius Hübner schrieb am 27. Mai 2011 at 07:06 - Permalink

          Ja, vor 60 Jahren.
          Wird dieses Unrecht jetzt besser dadurch das es schon 60 Jahre her ist? Was soll das eigentlich heißen, gibt es da jahresmäßig eine “Schlußstrichgrenze” ab wann Unrecht verjährt? Die Shoah ist schon 65-70 Jahre her, soll man die also noch eher vergessen?
          Und am lächerlisten wird so eine Argumentation von Leuten die sich auf 2000 Jahre alten Mumpitz aus der Bibel beziehen um anderen Menschen zu erklären warum sie ein angebliches Anrecht auf die Westbank haben.

          • realitycheck schrieb am 27. Mai 2011 at 11:03 - Permalink

            Nein, am lächerlichsten wird es, wenn sich Leute, die ein paar tausend Kilometer weiter wohnen und eigentlich genug eigene Sorgen hätten, hier ereifern und in Anklägerposen werfen und sich auf eine Seite des Konfliktes positionieren. Jeder, der da 18-50 Jahre alt ist und sich beschwert, Opfer dieser Zerstörungen von 1950 zu sein, ist ungefährt so glaubhaft wie unsere Vertriebenen-Frau Steinbach, oder die “Wessis”, die nach der Wende Grundbesitz ihrer Vorfahren im Osten zurückverlangten.

            Oder hätte die junge BRD etwa die zurückkehrenden Vertriebenen und ihre Kinder und Kindeskinder 60 Jahre lang in erbärmliche Lager sperren sollen, ihnen jede Chance auf Teilnahme an der deutschen Gesellschaft verweigern sollen, und ihnen stattdessen erzählen sollen, dass sie bald nach Ostpreußen zurückkehren werden? Da hätte auch Europa sicher sehr “friedlich” ausgesehen. Es gibt einen Ausdruck für diese Art Denken, Geschichte nicht akzeptieren zu können, und immer wieder alte Konflikte und Wunden aufzureißen, und Grenzen anzuzweifeln: Revisionismus.

            • Lennard schrieb am 27. Mai 2011 at 11:22 - Permalink

              Nein, am lächerlichsten wird es, wenn sich Leute, die ein paar tausend Kilometer weiter wohnen und eigentlich genug eigene Sorgen hätten, hier ereifern und in Anklägerposen werfen und sich auf eine Seite des Konfliktes positionieren.

              Das scheint dich bei anderen “Angeklagten” nicht zu stören. Zumindest höre ich von euch selten Beschwerden, wenn Sudan, Ruanda, Iran, China, Russland, Syrien, Tunesien, Libyen etc. kritisiert werden – oder die eigene deutsche Regierung (gerade hier im Blog). Nur wenn mal die israelische Regierung oder deren militärische und politische Aktionen “dran” sind, ist das Geschrei groß.

            • Kant schrieb am 28. Mai 2011 at 21:34 - Permalink

              Die Vertriebenen mussten – für alle Deutschen – große Teile der Rechnung für die NS-Barberei mit dem Verlust der Heimat/ihrem Leben bezahlen.
              Die vertriebenen Palästinenser dagegen waren nicht Teil eines völkermordenden Kollektivs, weshalb also sollten sie nicht das Recht auf Rückkehr haben und immer noch einfordern ?

            • grauekugel schrieb am 28. Mai 2011 at 23:14 - Permalink

              Es geht nicht darum, daß irgendjemand für irgendetwas “büßen” soll, sondern es geht um die Realität, die durch vergangene Konflikte vor Jahrzehnten entstanden ist, an der aber alle Seiten meinen herumzündeln zu müssen durch überzogene Forderungen und Mangel an Zugeständnissen. Dass Israel manche umstrttene eroberte Gebiete nicht behalten kann, ist das eine. Israel und seinen seit Jahrzehnten dort lebenden Bewohnern aber das Existenzrecht abzusprechen ist nur um eine Größenordnung weniger irrwitzig, als zu fordern, die Amerikaner sollten doch nach GB, D, Schweden, Italien, Irland und Afrika zurückkehren, oder die Australier nach England, oder eben die beknackten Vertriebenen nach “Ostpreußen”. Es sind Rechtsextreme auf allen Seiten, die immer mit so einem Schwachsinn ankommen. Warum nicht gleich die ganze Menschheit zurück nach Afrika, wo sie herkommt, hat ja dem Rest der Welt nur Ärger gebracht.

        • Natascha schrieb am 27. Mai 2011 at 12:37 - Permalink

          Warum leben denn die Palästinenser, bzw. deren Nachkommen in den arabischen Staaten seit Jahrzehnten als “Flüchtlinge” unter miesesten Umständen? Warum werden sie nicht integriert wie hier anerkannte Asylanten und Migranten?

          Die Palästinenser haben unter ihren muslimischen “Brüdern” in etwa den Stand wie bei uns in Ungarn und Co. die Zigeuner. Für ihre arabischen und persischen Freunde sind sie bestenfalls eine dreckige Plage die als Sündenbock gegen Israel missbraucht werden kann, mehr aber auch nicht.

          Der jordanische König und seine Kollegen sind durchaus froh darüber das Durchfüttern von ein paar Millionen Palästinensern den Israelis überlassen zu können. Da hat man sie selbst vom Hals und als Bonus kann man noch gegen die bösen Juden hetzen, welche das eigene Brudervolk gar schröcklich quälen (während gleichzeitig immer noch hunderttausende Palästinenser in KZ auf eigenem Boden dahinvegetieren).

          Eine der vielen Dichotomien des Nahostkonfliktes.

          • Kati schrieb am 28. Mai 2011 at 09:36 - Permalink

            “Die Palästinenser haben unter ihren muslimischen “Brüdern” in etwa den Stand wie bei uns in Ungarn und Co. die Zigeuner. Für ihre arabischen und persischen Freunde sind sie bestenfalls eine dreckige Plage die als Sündenbock gegen Israel missbraucht werden kann, mehr aber auch nicht.”

            Also, ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. In Marokko, Tunesien, Jordanien, Ägypten und sogar im Iran: Die Leute waren alle sehr aufgeschlossen gegenüber Palästinensern, verurteilten die Normalisierungs-Politik ihrer Regierungen (naja, im Iran nicht) und sehen das, was die Welt mit den Palästinensern macht, als großes Unrecht. Das, was du da behauptest, höre ich immer nur von betont pro-israelischen Leuten. Worunter es auch Araber und Iraner gibt, aber die sind so deutlich in der Minderheit, dass sie trotz ihrer medialen Präsenz in westlichen Medien eine vernachlässigbare Gruppe bilden. Über die Ägypter wurde ja die ganze Zeit das gleiche behauptet in Tel Aviv – und nun wundert man sich, dass trotz der Tiraden im Hause Mubarak über die ach so schlimmen Palästinenser die normalen Ägypter vor der israelischen Botschaft demonstrieren und die Zusammenarbeit mit Israel beenden wollen.

            Der Grund, warum die Palästinenser noch immer in Flüchtlingslagern leben müssen, ist ein ganz anderer: Sie dürfen nicht nach Hause zurück, wie es ihnen laut internationalem Recht zusteht. Und verhindern tut ihre Rückkehr einzig und allein der israelische Staat (mit Unterstützung einiger anderer Staaten), weil der davon träumt, einen ethnisch reinen Staat zu schaffen. Ist zwar ein bisschen aus der Mode, so ein ethnisch reiner Staat, aber für Israel macht die Welt gerne eine Ausnahme. Noch.

            • Heimo schrieb am 29. Mai 2011 at 05:38 - Permalink

              @ Kati – Dein: “Der Grund, warum die Palästinenser noch immer in Flüchtlingslagern leben müssen, ist ein ganz anderer: Sie dürfen nicht nach Hause zurück, wie es ihnen laut internationalem Recht zusteht. Und verhindern tut ihre Rückkehr einzig und allein der israelische Staat (mit Unterstützung einiger anderer Staaten), weil der davon träumt, einen ethnisch reinen Staat zu schaffen”

              Der Grund warum Palästinser noch immer in Flüchtlingslagern leben müsse, ist, daß sie absichtlich von den arabischen Ländern in die sie geflohen sind (mit Ausnahme von Jordanien) in ghetto-artigen Lagern gehalten werden, kaum Chance haben, sich zu integrieren oder Ausbildung & Beruf zu kommen, während umgekehrt Israel alle jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern (in der Anzahl ungefähr gleich) aufgenommen hat & auch integriert hat. – Die jetzigen Palästinenser sind eine vervielfachte Menge der Nachkommen der einstigen Flüchtlinge, die seit jener Zeit hauptsächlich von europäischen & amerikanischen Geldern Leben, die durch die UNRWA verwaltet wird, eine palästinensische Organisation der UNO, die auch kaum Interesse hat, daß diese Gelder jemals erlöschen. – Wo in aller Welt hat man jemals von so einem Rückkehrrecht gehört.
              Würde Israel sich von diesen Rückkehrern überschwemmen lassen, wären Juden, die seit 2 Tausend Jahren immer in allen Ländern als Minderheit verfolgt & diskriminiert wurden, selbst wieder Minderheit & man weiß ja inzwischen wie arabische Mehrheiten mit ausgeprägtem permanenten Antisemitismus mit ihren jüdischen Minderheiten, die nur im Dimmi-Status leben konnten, verfahren sind. – Nie wieder! ist & sollte die klare Agenda für Israel sein. – Hier ein typisches Beispiel, was durchschnittlich in arabischen Ländern über Juden gedacht wird: http://youtu.be/xIgG3qvcUX8 & dies Beispiel ist nicht nur herausgepickt –
              ethnisch reine Gebiete hat immer nur die arabische Seite geschaffen – Libyien ist judenrein – als Ägypten 1948 Gaza eroberte, wurden alle Juden vertrieben. – Als Jordanien 49 Ostjerusalem & die heutige Westbank eroberte & sich einverleibte, wurden ebenfalls alle Juden vertrieben – restlos – im alten jüdischen Viertel, in dem Juden schon seit Jahrhunderten wieder gewohnt hatten, wurden alle Juden vertrieben & ihre Synagogen zerstört – also ethnisch reine Gebiete haben immer nur Araber geschaffen, aber nicht die Israelis

            • Kati schrieb am 29. Mai 2011 at 22:32 - Permalink

              @Heimo: Du vergisst bei deinem Lamento über die ach so fiesen Aufnahmeländer, dass die Palästinenser, die dorthin vor brutaler Gewalt (und nicht wegen arabischer Radiosendungen, wie du vielleicht glauben magst) geflohen sind, schon ein Zuhause haben. Sie lebten mal in einem Land, in dem sie nicht integrieren zu brauchten, in dem sie nicht auf Arbeitsgenehmigungen, Baugenehmigungen und Lebensgenehmigungen von irgendwelchen Fremden angewiesen waren. Die Flüchtlinge wollen ihr Recht. Nicht mehr und nicht weniger, als ihnen zusteht. Das ist für die Fans von ethnisch reinen Staaten natürlich schwer zu begreifen, aber wenn das so schwerfällt, hätte man seinen Staat vielleicht nicht wegen einem alten Schinken von Buch ausgerechnet da gründen sollen, wo schon viele Menschen lebten und die auch deutlich mitgeteilt haben, dass sie nicht bereit sind, sich von ihrem Land vertreiben zu lassen. Auch die UNO hätte damals vielleicht besser die eigenen Grundsätze beachtet, nämlich den des Selbstbestimmungsrechts der Völker, aber das hätte nicht so gut in den Kram gepasst.

              Du fragst, wo man schon mal von so einem Rückkehrrecht gehört hat. Das haben alle, die sich ein bisschen mit dem Völkerrecht auskennen.

              The Right to Return has a solid legal basis:
              The Universal Declaration of Human Rights article 13 affirms: “Everyone has the right to leave any country, including his own, and return to his country.”
              The International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination [Article 5 (d)(ii)], states: “State parties undertake to prohibit and to eliminate racial discrimination on all its forms and to guarantee the right of everyone, without distinction as to race, color, or national or ethnic origin, to equality before the law, notably in the enjoyment of … the right to leave any country, including one’s own, and to return to one’s country.”
              The International Convention on Civil and Political Rights [Article 12(4)], states: “No one shall be arbitrarily deprived of the right to enter his own country.”

              Hier geklaut, zu faul zum selbst schreiben: http://www.al-awda.org/facts.html

              (Bitte erspare mir die israelischen Völkerrechtsexperten – ich weiß, dass die da eine äußerst exotische und konträre Rechtssauffassung vertreten, die von niemandem mit Verstand geteilt wird.)

              Das israelische “Rückkehr”"recht” mit seinem Bezug auf Leute, die vor 2000 (!) Jahren Vorfahren gehabt haben mögen (das kann man ja schlecht prüfen), die da mal vertrieben worden sein sollen laut einem Buch, das von Moses’ unsichtbarem Freund und anderen Merkwürdigkeiten erzählt… das ist dann doch noch ein bisschen extravaganter als der juristische Anspruch heutiger Palästinenser auf das Land, von dem sie vor 60 Jahren vertrieben wurden. Oder der ihrer Kinder.

              Hilfsgelder:

              Von den Hilfsgeldern müssten die Menschen nicht leben, wenn Israel entweder die Besatzung beenden würde oder seinen Verpflichtungen als Besatzer lt. int. Recht nachkäme. Es sind also Gelder, die zwar an die Palästinenser gezahlt werden, aber _für_ Israel. Wer hat schon mal von so einer Besatzung gehört, in der der Besatzer seine Bevölkerung ins Land der Besetzten verbracht hat, die autochthone Bevölkerung in immer kleinere Reservate sperrt und sich die Kosten des Ganzen auch noch von den Steuerzahlern anderer Länder finanzieren lässt? Ich meine, in modernen Zeiten, nicht im Mittelalter oder als David durch den Nahen Osten zog.

              Und das mit den jüdischen Flüchtlingen aus arabischen Ländern… das hört man zwar oft, ist aber ein bisschen anders gewesen:

              http://schmok.blogsport.eu/2011/01/12/offener-brief-an-die-heinrich-boll-stiftung/

              (Ist ein offener Brief, führt aber die Fakten auf, viele Links und weiterführende Infos.)

            • Heimo schrieb am 31. Mai 2011 at 01:56 - Permalink

              @ Kati – du übersiehst, daß 1948 die Palästinenser ihre Flucht/Vertreibung selbst verschuldet haben „If the Palestinians and the Arab countries had accepted the partition plan, the Arab state of Falastin would have been established in 1948 and there would have been no refugee problem. It was not the establishment of the State of Israel that created the refugee problem, but rather the fact that the Arabs went to war against the establishment of a Jewish state in part of Palestine.
              Es war ein Kriegszustand, als alle arabische umliegenden Länder in den Krieg zogen & sich überall im Land Araber gegen ihre Nachbarn erhoben. – Es war für die Juden, Israelis auch ein Kampf ums Überleben – es war – wir oder sie – Die Araber waren die Angreifer, die Araber haben diesen Krieg verloren. –
              Meine Eltern sind ebenfalls vor über 60 Jahren aus Polen & Rumänien geflüchtet – ‘the right to return? – das waren mit ihren Geschwistern & Eltern 13 Personen – inzwischen ist der Familienclan mit Enkeln auf über 50 Personen gewachsen – meinst Du die können jetzt wieder so einfach in diese Länder zurück? Polen freut sich schon auf uns..

              Eine Zeit hatten Juden & Araber friedlich schon zu osmanischer Zeit & später im britischen Mandat zusammengelebt, eine alteingesessesene jüdische Bevölkerung hat es im Landstrich Palästina schon immer gegeben, mal mehr mal weniger, & bildeten auch in frühen Jahrhunderten in Jerusalem z.B. die Mehrzahl, es kam aber immer wieder unter arabisch/syrischer Herrschaft oder Kreuzfahrerzeit zu Vertreibungen & Verfolgungen. – also die völlige Bezuglosigkeit der Juden zu ihrem Stammland, wie das suggerieren willst, ist nicht gegeben – sie sind nicht nach 2000 Jahren plötzlich vom Himmel gefallen,
              „Der Konflikt zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung in Palästina spitzte sich Ende der zwanziger Jahre zu. Bereits im September und Oktober 1928 kam es zu heftigen Zusammenstößen. In der Folge heizte Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem und glühender Antisemit, die Stimmung in der arabischen Bevölkerung an. Knapp ein Jahr später wurden die Muslime aufgefordert, die Heiligen Stätten zu verteidigen. Ein Mob von rund 2000 Gläubigen zog unter Rufen wie »Bringt die Juden um« zur Klagemauer und griff die dort Betenden an. Eine Woche später wuchsen sich die Übergriffe zu einem landesweiten Pogrom aus. In Hebron und Safed kam es zu Massakern an der jüdisch-orthodoxen, zum Großteil antizionistischen Bevölkerung. 133 Juden kamen ums Leben, über 300 wurden zum Teil schwer verletzt. „
              Die allgemeine Pogrom-Stimmung gegen Juden, nach der europäischen von Deutschland initiierten Säuberungs- bzw. Vernichtungswelle, verbreitete sich zunehmend auch in arabischen Ländern – Der ägyptische Vertreter sagte vor der UN bevor über den Teilungsplan abgestimmt wurde: ‘wenn für die Gründung Israels gestimmt würde, wäre das Leben von über 1 Mio in arabischen Ländern lebenden Juden in Gefahr & es würde zu schweren Ausschreitungen & Massakern kommen’, zu denen es dann auch tatsächlich kam. – In dieser gefährlichen Situation für alle Juden im arabischen Raum hat natürlich Israel versucht, alteingesessenen Juden (zum Teil seit 2500 Jahren) zum Beispiel aus Irak & Jemen heim zu holen, d.h. in Sicherheit zu bringen. – Aber die meisten wurden vertrieben, enteignet oder auch vom fanatischen Mob umgebracht. – Hier paar Details:
              http://www.anti-defamation.ch/index.php?id=17&section=3
              Es gibt sehr viele Belege & Berichte & Zeugnisse für die Vertreibungen der Juden aus arabischen Ländern, – daß du, Kati – das leugnest, weil du offenbar nur sehr einseitig Informationen wie z.B. aus gewissen Palästinenserseiten aufnimmst, ist schon bedenklich – In Hamastan & palästinensischen Schulbüchern wird selbst der Holocaust geleugnet, bzw. weggelassen – – Du redest von ethnischer Säuberung in Israel, – wie kommt es dann, daß viele Araber israelische Staatsbürger sind & sogar ca. 10 % der arabischen Bevölkerung Jerusalems in den letzten 13 Jahren die israelische Staatsbürgerschaft beantragt haben, um im Falle einer Übergabe Ostjerusalems auf der sichern Seite zu sein, während umgekehrt Ägypten & Jordanien 1948 alle alteingesessenen Juden aus den von ihnen eroberten Gebieten vertrieben haben – Das nenne ich ethnische Säuberung & selbst Abbas sagte kürzlich , daß nach einer 2-Staatenlösung im palästinensichen Teil keine Juden leben dürften.
              Zu den Flüchtlingslagern – es waren die Araber, die die Flüchtlingslager angelegt haben & die Nachkommen der Flüchtlinge weiter zur ewigen Anklage an Israel darben lassen – in Israel selbst gibt es keine Flüchtlingslager – hierzu nochmal aus Uris blog:

              „Die doppelte Nakba

              Ich möchte hier kurz ein Thema besprechen: das der Flüchtlinge. Nicht nur der seit Jahrzehnten professionellen Flüchtlinge palästinensischer Provenienz, sondern der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Staaten. Denn mit kaum einem Thema in diesem Zusammenhang wird so viel Schindluder getrieben und unterschlagen. Keine anderen Flüchtlinge wurden je mit so reichen finanziellen Mitteln übergossen, auch wenn grosse Teile dieser Mittel in die Bankkonten ihrer eigenen palästinensischen Elite geflossen ist.

              Der arabische Angriff auf Israel in 1948 produzierte etwa 700’000 arabische Flüchtlinge, die sich vor allem in Israels Nachbarstaaten niederliessen und dort in Flüchtlingslager gepfercht worden waren. Zwar sind von diesen Flüchtlingslager heute nur wenige noch wirkliche Elendsquartiere, aber gerade diese werden, wie das Beispiel Gaza zeigt, als solche gepflegt und zu politischen Zwecken manipulativ der weltweiten Öffentlichkeit vorgeführt, damit den Eindruck prägend, sämtliche Palästinenser lebten im Elend. Soweit das stimmt, ist dies die von arabischen Staaten seit jeher vertretene Politik. Sie ist besonders im Libanon zu beobachten, der diesen Flüchtlingen seit 1948 Eingliederung und Einbürgerung verweigert und sie künstlich im Flüchtlingsstatus hält.

              In 1948 lebten in arabischen Länder rund 850’000 Juden.

              Aden: 8’000
              Algerien: 140’000
              Ägypten: 75’000
              Irak: 135’000
              Libanon: 5’000
              Libyen: 38’000
              Marokko: 265’000
              Syrien: 30’000
              Tunisien: 105’000
              Jemen: 55’000
              (Quelle: American Jewish Yearbook 2001, Philadelphia: 
              The Jewish Publication Society of America, compiled by the American Sephardi Federation)

              Orientalische (heute sephardisch genannt wollende) Juden lebten seit Jahrtausenden in diesen Ländern und waren dort, im Vergleich zu ihren europäischen (aschkenasischen) Brüdern, gut integriert, soweit ihr Status als Nichtmuslime dies zuliess. In Nordafrika gehörten sie mehrheitlich zur unteren Mittelklasse, während in den mittelöstlichen Ländern wie Irak, Syrien, Ägypten sie zu grossen Teilen zur Oberschicht gehörten, oft einflussreich und vermögend. In den Jahren nach der Gründung Israels wurden in arabischen Ländern jedoch Pogrome veranstaltet und Juden und ermordet. Sie wurden enteignet und aus dem Land verjagt. Die Mehrheit von ihnen endete mittellos in Israel, wo sie, in einem schwierigen und langjährigen aber erfolgreichen Prozess zu israelischen Bürgern wurden. Wie europäische Juden zur gleichen Zeit und in den Jahrzehnten vorher.

              Die rund 850’000 Juden aus arabischen Ländern wurden integriert. Sie jammerten, sie machten viele unangenehme Erfahrungen, doch sie wurden zu Israelis. Weil sie es wollten und weil der Staat der Juden alle jüdischen Flüchtlinge als Heimat und als Zuflucht dient, der hauptsächliche Grundsatz seiner Existenz. Von diesen Flüchtlingen träumt keiner von einer Rückkehr in die „Heimat“ – in den Irak, nach Ägypten, nach Jemen, Syrien oder Libanon. Sie hängen sich keine Schlüssel ihrer ehemaligen Häuser in Bagdad, Alexandrien, Sana’a, Damaskus oder Beirut um den Hals. Sie wurden nicht in Flüchtlingslager gepfercht, sie erhielten, wie jeder andere Jude, die sofortige Bürgerschaft Israels. Und vor allem, sie nehmen am bürgerlichen Leben des Staates der Juden teil, in der Politik, als Akademiker, Militärs und Geschäftsleute. Anderen blieb der soziale Aufstieg eher verwehrt – wie in jedem anderen Land auch, machte nicht jeder Karriere. Doch sind sie in Israel Teil eines Sozialstaates, der sich Bürgern in Not annimmt. Sie sind in die israelische Gesellschaft integriert, ihr politischer Einfluss ist gestiegen und sie träumen nicht davon, als hauptberufliche Flüchtlinge zu leben, Rachegelüste zu pflegen und von der Rückkehr in ihre zurück gelassenen Häuser und Ländereien nachzutrauern. Sie sind kritischer gegenüber Arabern, mit der Begründung, sie würden sie doch weit besser kennen, als ihre aschkenasischen Mitbürger.

              Damit will ich eigentlich nur eines feststellen. Es gab zwei Nakbas. Eine selbstverschuldete arabische und eine unverschuldete jüdische. Auch wenn die Opfer der zweiten an „Wiedergutmachung“ aus der arabischen Welt nicht interessiert sind, muss die israelische Regierung der Welt diese jüdische Nakba in Erinnerung rufen. Wie die Juden Europas haben die Juden der arabischen Welt ihren Gastländern während den Jahrtausenden ihres Aufenthaltes viel beigetragen, kulturell, wirtschaftlich und wissenschaftlich. Dann wurden sie enteignet, verfolgt und verjagt.

              Palästinensische Flüchtlinge wurden zu Leidensprofis, unterstützt von der UNO, der EU und den USA und als Berufsflüchtlinge weitergezüchtet durch die gesamte arabische Welt, also von ihren Brüdern. Jüdisch-orientalische Flüchtlinge hingegen wurden zu produktiven vollwertigen Bürgern des Staates Israels, die zwar nicht vergessen haben woher sie oder ihre Eltern kamen, doch ihre Anstrengung gilt dem Aufbau ihrer eigenen Existenz durch eigene Arbeit in einem Land, in dem sie sich zu Hause fühlen, zusammen mit Juden aus anderen Teilen der Welt. Für einmal müssen sie sich nicht als Minderheit fühlen, sich nicht dauernd erklären, beweisen und verteidigen – sie sind Teil des Souveräns eines demokratischen Staates. „

            • Claudius schrieb am 31. Mai 2011 at 11:12 - Permalink

              Das einseitige Widerkäuen der israelischen Staatspropaganda durch Bots wie “heimo” wird auch nach der 100.000ten Wiederholung nicht richtiger. Wann merkt ihr Propagandisten eines kolonialistischen Staates eigentlich daß das keinen mehr interessiert? Das Problem Israels ist nicht durch PR-Maßnahmen zu lösen sondern nur durch einen sofortigen Rückzug aus dem Westjordanland. Punkt. Aber man will das ja auf die harte Tour lösen, obwohl man genau weiß das man historisch der Verlierer sein wird, wenn man mit rechtsradikaler Siedlerpolitik weitermacht.

      • Heimo schrieb am 28. Mai 2011 at 03:08 - Permalink

        “Zwischen 1947 und 1950 sind mal kurz 530 palästinensische Dörfer eingeebnet worden. Israel gab es anfangs zwar noch nicht, profitiert jedoch bis heute davon. ”

        auch Palästina als Land gab es davor nicht & auch die alteingesessenen Juden in diesem von britischer Mandatsverwaltung & davor über 400 Jahre von Türken regierten Landstrich waren Palästinenser – das heutige Jordanien gehörte zu diesem palästinensichen Gebiet – ein eigenes Land Palästina gab es niemals, da lebten arabische Stämme & Juden & Drusen (es gibt sogar tscherkessische Dörfer in Israel) & es war 2000 Jahre lang ein hin & her von Besatzungen & Einflüssen – Jerusalem hat ca. 60 Mal den Besitzer gewechselt – Es war bei von der UNO beschlossenen Staatsgründung die arabische Liga, die den Beschluss ignoriert & den israelischen Staat mit allen Mitteln im Keim ersticken wollte, – überall im arabischen Raum kam es im gleichen Zeitraum zu massenhaften Vertreibungen der alteingessenen Juden, deren Vertreibung die Anzahl der geflüchteten oder vertriebenen Palästinenser wahrscheinlich noch übersteigt (ca. 800.000) – die Araber griffen in der Zeit von allen Seiten, den umliegenden Ländern & auch dem Inland an – es war ein Überlebenskampf für Israel mit kaum Unterstützung von außen in jener Zeit – ein Kampf um jeden Kibbutz, Ort, Stadt – es kam dann auch zu diesen Vertreibungen, die aber keineswegs so radikal war, wie die Vertreibung von Juden aus von arabischen Staaten eroberten Gebieten.

    24. Andre schrieb am 26. Mai 2011 at 18:17 - Permalink

      @Klaus59
      Emmigration der Israelis wohin?

    25. Blockpartei schrieb am 26. Mai 2011 at 18:17 - Permalink

      Der September Zwo11 wird zeigen, dass Israel, Amiland, Mikronesien und Dummdeutschland sowie ein paar andere gekaufte Vasallenstaaten auf der Welt ziemlich isoliert sein werden. Palästina wird es dann zwar immer noch nicht geben, doch für Israel beginnt dann endgültig und trotz aller Hasbara die Erosion der moralischen Selbstgerechtigkeit – das größte Kapital Israels, um eigene Interessen gegenüber anderen Länder zu vertreten.

      Shalom bis September.

    26. Wolfgang schrieb am 26. Mai 2011 at 18:28 - Permalink

      Hmm… @ malehrlich

      Mein kurzer Ausflug in die Geschichte war nur ein Widerspruch auf einen Vorposter, der meinte, die Palästinenser wären freiwillig umgezogen.

      Und vor Sechzig Jahren: naja, noch ziemlich Jung, das alles, ne? Und wirklich sehr ungerecht.

      BTW:
      In englischen Pups wird man als Deutscher immer noch mit einem freundlichen “Heil Hitler” empfangen. Trotz der Partei “British Union”, die zur gleichen Zeit die gleiche Gesinnung wie die NSDAP hatte.

      In Amerika wird im Unterricht immer noch so getan, als wären alle Deutschen Nazis. Den eigenen Holocaust an den Ureinwohnern (UGS.: Indianer) wird auf Nachfrage aber relativiert. Zumindest in dieser Unterrichtsstunde, der ich beiwohnen durfte.

      Dann fahr’ doch mal mit deutschem KFZ-Kennzeichen in die Nachbarländer, welche Ausdrücklich unsere Freunde sind. Wenn die Aussenspiegel noch dran sind, bei der Rückkehr, herzlichen Glückwunsch.

      Ich gebe dir aber Recht: viele, oder die meisten Betroffenen sind Greise oder bereits verschieden. Aber die Ideologien bleiben. So, wie es “da drüben” ist, ist es hier halt auch.

      So, und was machen wir nun? einfach den Kopf in den Sand stecken, weil ich es nicht mehr hören will? Das wäre ja genau so, als würde ich endlich der INSM glauben, ich müsste Riestern, nur weil ich meinen lieben Frieden haben will….

      • Natascha schrieb am 27. Mai 2011 at 12:50 - Permalink

        BTW:
        In englischen Pups wird man als Deutscher immer noch mit einem freundlichen “Heil Hitler” empfangen. Trotz der Partei “British Union”, die zur gleichen Zeit die gleiche Gesinnung wie die NSDAP hatte.

        Ist mir noch nicht passiert, für die meisten Briten ist das aber einfach eine witzige Möglichkeit um ihre deutschen Cousins etwas aufzuziehen. Sie wissen eben nicht erst seit fawlty towers dass der Deutsche hier seine humoristische Achillesferse hat. Don’t mention the war!

        • Wolfgang schrieb am 27. Mai 2011 at 17:14 - Permalink

          Hach, Natascha, ich wünschte, es wäre Frotzelei. Nein, In Britannien kam man extra an unseren Tisch und hat nach verschiedenen, eindeutigen Äusserungen wie oben beschrieben, uns verständlich gemacht, dass wir hier als Deutsche unerwünscht sind.

          Argumente wie, dass ich mit 38 Jahren wohl kaum zu unserem Verhältnis was dazu getan habe, führten nur noch zu mehr Aggression.

          Irgendwie ziehe ich das magisch an, die Antipathie gegen meine Nationalität. Es macht mir nix aus, ich weiss ja woran es liegt. Ich sage mir dann immer selber, dass manche Leute immer noch sauer sind, dass sie beim WK II nur dritter oder ausgeschieden sind.

          Jedenfalls erfahre ich so, wie sich meine türkische Frau schon mal fühlt. Selbst hier in Multi-Kulti-Köln…

          Aber wie du schon sagtest: In arabischen Ländern ist es anders. Wenn ich jetzt noch die Türkei gesellschaftlich dazu zähle, dann klatscht es bei mir im Nacken ;-)

          • Natascha schrieb am 27. Mai 2011 at 19:25 - Permalink

            Mein Mann ist schwarz, darüber könnte ich auch den ein oder anderen Erlebnisbericht verfassen. Das ist übrigens in England weniger ein Problem als hier bei uns, wo jeder Schwarze in einem vernünftigen Auto nur ein Dieb oder Drogendealer sein kann. Die Briten sind durch ihre riesige Anzahl von früheren Kolonien nicht ganz so ethnisch homogen.

            Wenn Du wo unerwünscht bist und die Dein Geld nicht wollen, gehst Du eben woanders hin. Es gibt auch auf der Insel genug anständige und gastfreundliche Leute.

            Woher wissen die Briten denn immer so genau dass Du Deutscher bist? Das th noch nicht gemeistert? Da würde ich mich einfach als Schweizerin ausgeben, das ist neutral.

            • Wolfgang schrieb am 27. Mai 2011 at 20:19 - Permalink

              …nun ja, wir waren so unverfroren und haben uns auf Deutsch unterhalten… ^^

        • Heimo schrieb am 28. Mai 2011 at 03:19 - Permalink

          auch wenn es dir noch nicht passiert nicht – solche Ressentiment passieren leider immer noch – dumpfe Vorurteile werden oft von Generation zu Generation weitergegeben. – Mir ist einmal in Südfrankreich ein deutliche Anfeindung von einer Bedienung in der Hotelbar begegnet – ein befreundeter Israeli, der in Frankreich mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen unterwegs war, hat erlebt, daß sein Auto vor seinen Augen angespuckt wurde, weil sie meinten, er wäre Deutscher…

          • André H. schrieb am 28. Mai 2011 at 07:54 - Permalink

            @Heimo

            dumpfe Vorurteile werden oft von Generation zu Generation weitergegeben

            Nicht dass ich dir zu nahe treten wollte, aber ich habe mit eigenen Ohren schon folgenden Unterschied bei der Bestellung eines Bieres erlebt:

            Ort: Irgendwo in einem Restaurant in der Schweiz
            Personen: 1 Deutscher, 1 Schweizer, 1 Serviertochter (Bedienung)
            Situation: Feierabend, man hat Durst

            Gespräch:
            Serviertochter: “Was hätte sie gärn (was hätten sie gerne) ?”
            Deutscher: “Ich krieg ein Bier!”
            Schweizer: “I hätt gärn es Bier (ich hätte gerne ein Bier).”
            (Beachte bitte den Imperativ und den Konjunktiv)

            Ebenfalls nicht zu empfehlen ist – bei der deutschen Bestellungsvariante – eine Wort-für-Wort-Übersetzung, welche dann in einem englischen Pub etwas so ausfallen könnte: “I war a beer”

            • André H. schrieb am 28. Mai 2011 at 12:41 - Permalink

              Nachtrag:
              Nicht, dass ihr denkt, ich wäre ein Germanophobiker…
              Ihr müsst wohl lange suchen, bis ihr einen ausländischen Verehrer deutscher Kultur (hat nichts mit deutschem Nationalismus zu tun) findet, wie ich Einer bin.

              Beispiel: Die Stimme von Deutschland (auf Arte)
              http://videos.arte.tv/de/videos/quasthoff_singt_mahler_kindertotenlieder-3909182.html

      • André H. schrieb am 27. Mai 2011 at 13:33 - Permalink

        Dann fahr’ doch mal mit deutschem KFZ-Kennzeichen in die Nachbarländer…wenn die Aussenspiegel noch dran sind, bei der Rückkehr, herzlichen Glückwunsch

        Ganz so schlimm ist es nun doch nicht.
        Es ist halt so, wie die Franzosen zu sagen pflegen:
        Man bewundert die Deutschen, aber man liebt sie nicht.

        Woran das liegen könnte ?
        Neid, (ehrfürchtiger) Respekt, diffuse Aversion… ?
        Uns Schweizern fällt – beim ersten und vielleicht noch zweiten Kontakt – immer wieder eine gewisse Arroganz auf, welche sich jedoch, nachdem man sich ein wenig besser kennen gelernt hat, “zurückbildet”.

        • Natascha schrieb am 27. Mai 2011 at 13:40 - Permalink

          Diese “Arroganz” fällt den minderbegüterten Nordlingen (Deutschen) und Ostlingen (Österreichern) allerdings bei ihren wohlhabenderen helvetischen Gast- und Arbeitgebern auch immer wieder auf.

          Ein Muster für Fremdenfreundlichkeit sind wohl weder die Schweiz noch Deutschland. Demgegenüber ist, eine Ironie angesichts des Themas hier, die Gastfreundschaft in arabischen Ländern wirklich beispielhaft und herzlich. Davon könnten wir uns eine Scheibe abschneiden.

          • André H. schrieb am 27. Mai 2011 at 17:17 - Permalink

            [gelöscht/AH]

    27. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 18:44 - Permalink

      @Andre
      Auswandern in alle Welt , wo sie z.B Verwandte haben. Die USA betonen ja ihre brüderliche Verbundenheit. Aber gerne die Leistungsträger nach BRD – wir benötigen dringend gut ausgebildete fleissige, kreative Mitarbeiter und Investoren. Oder hast Du etwas gegen mehr Juden in Deutschland?

      @Blockpartei
      Zukunftsweisender Beitrag!
      Die Rückwärtsargumentation, wer aus alten Zeiten welche Rechte hat (um weiter zu vertreiben und zu morden) bringt keinen Frieden.

      @mahlerhlich
      Ich definiere Faschismus als rassische und völkische Arroganz gegenüber anderen. Jedoch sind eher die Taten bezeichnend als sich nur über Kurztexte ein komplettes Bild machen zu wollen (was Du hier mit mir machst).
      http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/zionismus_ist_rassismus_antizionismus_zitate.htm

      • Blockpartei schrieb am 26. Mai 2011 at 18:59 - Permalink

        @Blockpartei
        Zukunftsweisender Beitrag!
        Die Rückwärtsargumentation, wer aus alten Zeiten welche Rechte hat (um weiter zu vertreiben und zu morden) bringt keinen Frieden.

        Wieso Rückwärts? Vorwärts nach Palästina, mein Freund. Israel spielt seit ’48 auf Zeit, hat aber nicht begriffen, dass sich seit Rabins Tod und dem Aufstieg des Internets alias “ungefilterte Informationsweitergabe” die Hasbara nicht mehr so spielen lässt, wie man sich das wünscht. Selbst in den USA werden in alle großen Onlinemedien (HuffPo, NYT, Politico etc.) trotz Zensur die Kommentare gegen Israel mit jedem Tag schärfer. Der Kongress ist natürlich monophon, aber irgendwann wird aus dem Sumpf der Tea Party und/oder den Republikanern ein Nationalist aufsteigen, der alle “foreign aid” beendet wissen will, inkl. Israels und alle werden jubeln. Erste Ansätze sind mit Rand/Ron Paul schon da.

        Wäre in Israel ein Funken realpolitischer Verstand, würde man jetzt Friedensbedingungen mit den Palis aus einer Position der Stärke diskutieren. In ein paar Jahren wird es dafür zu spät sein.

        • Schlesinger schrieb am 27. Mai 2011 at 18:12 - Permalink

          @Blockpartei
          “realpolitischer Verstand, würde man jetzt Friedensbedingungen mit den Palis aus einer Position der Stärke diskutieren. In ein paar Jahren wird es dafür zu spät sein.”
          Interessanter Ansatz! Die Perspektive könnte stimmen.

    28. klaus59 schrieb am 26. Mai 2011 at 20:05 - Permalink

      @blockpartei
      Ich hatte Deinen Beitrag gelobt. Andere argumentieren eher rückwärtsgewandt.
      Ich verfolge ebenfalls gespannt die Diskussion in den USA und kann Deine o.g. Einschätzung bestätigen.

      • Blockpartei schrieb am 26. Mai 2011 at 20:11 - Permalink

        Ich las falsch. Verzeihung.

    29. Benjamin schrieb am 26. Mai 2011 at 21:28 - Permalink

      Warum interessieren sich eigentlich alle so für Israel (zumindest alle westlich inkl Iran)???

      An einer “jüdischen Lobby” kann es allein nicht liegen, ich glaube nämlich dass es eher die WASPs sind, die hier die eigentlichen Troublemaker sind, europäische Christenfundis dito.

      Hinzu kommt noch der Kampf zwischen Ost-West/Islam-ChristlichJüdisch/Arm-Reich/etc.
      was natürlich teilweise Quatsch ist, denn Christenfundis sind im tiefsten Innern Judenhasser (das Christentum ist eine antijudaistische Endzeitsekte) und viele islamische Länder sind unterschiedlich wie Tag und Nacht, “den” Islam gibt es nicht, genau so wenig wie alle westlichen Länder alle gleich sind..

      Was bleibt ist dann halt dieses symbolische und herbeikonstruierte “gut” versus “böse”
      Und wie bei jeder großen Verarsche gibt es auch hier wieder die CDU und die SPD-Seite; entweder ein Lakai der Großmacht NATO oder ein Gutmenschendhimmifaschist für die bösen Terroristen; manche nehmen diese Rolle mit Handkuss an.

      Ich nicht!
      Für mich gäbe es eine Lösung; eine DREIstaatenlösung
      ein Staat Juda (in dem Christenfundis nichts zu suchen haben)
      ein Lebensfähiges Palästina UND
      Ein Jerusalem unter internationaler Verwaltung

      …falls mich einer fragen sollte, denn die Welt hat beileibe noch andere Probleme!

    30. malehrlich schrieb am 26. Mai 2011 at 21:50 - Permalink

      denn die Welt hat beileibe noch andere Probleme

      Es gibt viele Konflikte und Probleme weltweit, bei denen es immer heißt, sie haben zuwenig Aufmerksamkeit. Dieser Koflikt hat eindeutig zuviel Aufmerksamkeit. Warum verstehe ich auch nicht. Kann mich nicht erinnern, dass, als in Ruanda die Hutus die Tutsis ermordeten (oder umgekehrt), die eine Hälfte Deutschlands und die Bildzeitung Partei für die Hutus, die andere Hälfte und die Junge Welt Partei für die Tutsis ergriffen hätte (oder umgekehrt). Der Konflikt war wohl irgendwie zu langweilig und bot zuwenig Identifikationspotential.

      • schwitzig schrieb am 27. Mai 2011 at 04:45 - Permalink

        Vielleicht hat es was damit zu tun, dass wir die Hightech-Waffen liefern, mit denen die Israelis gegen die Palästinenser vorgehen. Und vielleicht hat es damit zu tun, dass immer mehr Leute erkennen, dass es dort einen aggressiven Apartheidsstaat gibt, der sich ähnlich geriert, wie Deutschland in den 1930er Jahren. Paradoxerweise.

        • Herbert Krawczek schrieb am 27. Mai 2011 at 08:10 - Permalink

          Wieso eigentlich Apartheidsstaat? Haben die arabischen Israelis weniger Bürgerrechte als die jüdischen Israelis? Und im Gegensatz zu Deutschland in den 1930ern ist Israel auch von ein paar echten Feinden umgeben, also hinkt der Vergleich auch ein klein wenig.

          Ansonsten kann ich malehrlich nur recht geben. Ich fände es interessant mal zu erforschen, warum dieser Konflikt eigentlich weltweit soviel Bedeutung besitzt. Ich denke mal, es hat damit zu tun, dass die verfolgten Juden sich bei der Staatsgründung nicht den “progressiven” Kräften angeschlossen haben, sondern den kapitalistischen (also imperialistischen->faschistischen, nach sozialistischer Auffassung) Weg gegangen sind. Dadurch wurde die Rollenverteilung schon mal vorbereitet. Die kriegerischen Auseinandersetzungen seit dieser Zeit (die Israel bis auf eine Ausnahme nicht begonnen, aber frecherweise immer gewonnen hat), taten ihr übriges, um die Palästinenser dauerhaft als Opfer zu brandmarken, die automatisch auf Seiten der “Guten” sind. Davon profitieren bis heute vor allem die arabischen Nachbarstaaten, die dann immer mit dem Finger auf das böse Israel zeigen können, obwohl sie selber genau so Schuld an diesem Zustand sind.

          So stellt sich mir zumindest die Situation dar. Allerdings gibt es so wenig ungefärbte Berichterstattung über den Konflikt, dass man das eben auch genau andersherum darstellen könnte.

          • schwitzig schrieb am 27. Mai 2011 at 09:03 - Permalink

            Wieso eigentlich Apartheidsstaat? Haben die arabischen Israelis weniger Bürgerrechte als die jüdischen Israelis?

            Ja!

            • Herbert Krawczek schrieb am 27. Mai 2011 at 09:21 - Permalink

              Meine Frage war nicht rhetorisch gemeint, ich möchte es wirklich gerne wissen. Welche Rechte haben die jüdischen Israelis, die die arabischen Israelis nicht haben?

              Ich weiß nur, dass die arabischen Israelis von der Wehrpflicht ausgenommen sind. Also wäre es nett, wenn Sie die Antwort etwas weiter ausführen (und vielleicht sogar belegen) könnten.

              Nach allem, was ich herausfinden konnte, findet in Israel die selbe Diskriminierung von Minderheiten wie in jedem Staat (z.B. in Deutschland ggü den Türken) statt, aber eben auf gesellschaftlicher, nicht auf rechtlicher Ebene. Man könnte also Deutschland mit dem selben Recht als Apartheidsstaat bezeichnen. Aber wie gesagt, es würde mich wirklich interessieren…

            • schwitzig schrieb am 27. Mai 2011 at 10:33 - Permalink

              Meine Frage war nicht rhetorisch gemeint, ich möchte es wirklich gerne wissen. Welche Rechte haben die jüdischen Israelis, die die arabischen Israelis nicht haben?

              Ich bin nicht Dein Babysitter. Sogar hier wurde das in älteren threads schon elegisch diskutiert.

            • Herbert Krawczek schrieb am 27. Mai 2011 at 11:34 - Permalink

              Wenn Sie nicht antworten wollen, dann brauchen Sie das ja nicht tun. Aber gleich unfreundlich werden?

              Egal, wenn man dem Wikipedia-Artikel zum Thema glauben schenken kann, dann besitzen die arabischen Israelis die selben Rechte wie die jüdischen Israelis, werden nur nicht zur Armee eingezogen und bekommen deswegen die damit verbundenen Extrazahlungen (Pension, Kindergeld) nicht. Ansonsten sind sie voll gleichberechtigt, die bezeichnung Israels als “Apartheidsstaat” ist also nicht gerechtfertigt.

              Das innerhalb der israelischen Gesellschaft Diskriminierung stattfindet ist natürlich bedauerlich, aber auch nicht anders als in Deutschland mit den türkischstämmigen Deutschen oder schon gar nicht wie in Frankreich mit den Sinti und Roma. Und Deutschland und Frankreich bezeichnet ja auch keiner als “Apartheidsstaat”.

            • schwitzig schrieb am 27. Mai 2011 at 11:40 - Permalink

              Nur als Beispiel: Landbesitz, Heiratsrecht

              Auch interessant (Vergleich Südafrika):
              http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_Israel_juedische/davis_uri_israels_suedafrikas_apartheid_aehnlich.htm

              Was bezweckst Du (wahrscheinlich SPON-Poster) mit Deinem FUD?

            • Herbert Krawczek schrieb am 27. Mai 2011 at 12:05 - Permalink

              Danke sehr, das ist doch mal eine klare Aussage. Ich wollte mit meinem “FUD” nur verdeutlichen, warum es sich für mich so darstellt, dass Israel ungerechtfertigt als Apartheidssystem bezeichnet wird, obwohl viele andere (demokratische) Staaten wahrscheinlich eher diese Bezeichnung verdient hätten. Außerdem ist das nicht mein FUD, sondern Wikipedia-FUD. Aber jetzt hab ich ja konkrete Punkte, über die ich mich weiter informieren kann.

            • schwitzig schrieb am 27. Mai 2011 at 12:09 - Permalink

              Die Jimmy-Carter-Affäre ist diesbezüglich auch interessant. Uri Avnery hat gaube ich auch einiges dazu geschrieben.

            • Heimo schrieb am 28. Mai 2011 at 03:39 - Permalink

              es gibt in Israel arabische Arzte, Studenten, Schauspieler, weltbekannte Künstler, Geschäftsleute – es gibt keine verbotenen Berufe oder Ausbildungshindernisse für arabische Israelis. z.B. George Kara (Araber) führte den Vorsitz als Israels Präsident Katzav wegen sexueller Vergehen verurteilt wurde. – wäre das in einem Apartheidstaat möglich? – aber umgekehrt hat in den arabischen Apartheidstaaten ein Jude kaum eine Möglichkeit beruflich vorwärts zu kommen, bzw. zu überleben, nach der radikalen Vertreibung fast aller Juden aus fast allen arabischen Staaten, die zum Teil mittlerweile judenrein sind – informiere Dich doch erstmal genauer, bevor du von apartheid redest..

            • schwitzig schrieb am 28. Mai 2011 at 15:54 - Permalink

              informiere Dich doch erstmal genauer, bevor du von apartheid redest..

              Den Rat solltest Du besser selbst befolgen. Es gibt noch einen Rat, der bei Dir gar nicht so schlecht ist. Er kommt von Dieter Nuhr und ist sehr bekannt.

          • Mordred schrieb am 27. Mai 2011 at 12:12 - Permalink

            mal ganz einfach gehalten: für uns ist der konflikt vor allem wegen unserer geschichte interessant.
            für alle anderen länder u.a. deswegen, weil hier der islam auf die westliche welt trifft <— das sind schon ein paar milliarden menschen ;)

          • Schlesinger schrieb am 27. Mai 2011 at 15:15 - Permalink

            @Krawczek
            Sie schreiben “Die kriegerischen Auseinandersetzungen seit dieser Zeit (die Israel bis auf eine Ausnahme nicht begonnen, aber …”

            Nicht korrekt, denn:

            1948 (Unabhängigkeitskrieg) – arabischer Angriff (unstrittig)
            1956 (Suezkrieg) – Angriff auf Ägypten durch Israel, Frankreich, GB (unstrittig)
            1967 (Sechstagekrieg) – Angriff durch Israel (strittig, aber sehr plausibel aufgrund nachträglicher Äußerungen von Rabin, Shamir u.a.m., vgl. “1967″ von Tom Segev)
            1973 (Yom Kippur) – arabischer Angriff (unstrittig)
            1982 (1. Libanonkrieg) – israelischer Angriff (unstrittig)
            2006 (2. Libanonkrieg) – israelischer Angriff (unstrittig)
            2008/09 (Gazakrieg “Gegossenes Blei”) – israelischer Angriff nach längerem Raketenbeschuss d. Hamas (umstritten in Bezug auf Verhältnismäßigkeit)

            Nicht berücksichtigt sind die zahlreichen massiven israelischen militärischen Maßnahmen in Gaza und der Westbank als Vergeltung für Suizid- oder Raketenangriffe (umstrittene Verhältnismäßigkeit) bzw. der beiden Intifadas (1987 ff. bzw. 2000 ff.); nicht berücksichtigt der irakische Scud-Beschuss Israels 1990; oder die isr. Bombardierung des irak. Reaktors Osiris 1981

            • Kati schrieb am 30. Mai 2011 at 15:18 - Permalink

              “2008/09 (Gazakrieg “Gegossenes Blei”) – israelischer Angriff nach längerem Raketenbeschuss d. Hamas (umstritten in Bezug auf Verhältnismäßigkeit)”

              Stimmt auch nicht:

              [...]Die Grafiken zeigen, daß die Zahl der Raketen und Mörserangriffe von 245 im Juni 2008 auf 26 für die gesamte Zeit von Juli bis Oktober 2008 sank, eine Verminderung um 97 Prozent. Selbst das reichte Israel nicht. Es brach den Waffenstillstand, indem es dem Gazastreifen in den meisten dieser Monate eine Terror-Hungersnot auferlegte. Trotz dieser Verletzungen der Vereinbarung schoß Hamas keine Raketen ab, bis Israel in der Nacht vom 4. auf den 5. November 2008 den Waffenstillstand endgültig abbrach, indem es ein israelisches Kommando nach Gaza schickte, das sechs Hamas-Mitglieder umbrachte. Hamas antwortete mit 30 Raketen.

              Diese Grafiken erwiesen sich in den Augen des israelischen Außenministeriums als zu aufschlußreich. In der Nacht zum 4. Januar 2009, als die israelischen Besatzungskräfte den Bodenangriff auf Gaza begannen, nahm das israelische Außenministerium sie von ihrer Webseite und setzte an die Stelle eine fast unleserliche Grafik, auf der die Labels die Daten vernebeln und die Beschriftung das de-facto-Ende des Raketen- und Mörserbeschusses während der Waffenruhe bis zum 4. November möglichst verbergen soll:[...]

              http://www.steinbergrecherche.com/09hasbara.htm#Grafiken

      • Heimo schrieb am 29. Mai 2011 at 05:46 - Permalink

        @ schwitzig: Dein “Den Rat solltest Du besser selbst befolgen. Es gibt noch einen Rat, der bei Dir gar nicht so schlecht ist. Er kommt von Dieter Nuhr und ist sehr bekannt.”

        Hm – keine Ahnung was Du hier mit einem Nuhr unzitierten Zitat sagen willst – man kann ja auch direkt sagen, was man meint, (mit leichtem Hinweis auf ein bisher unbekanntes Zitat von Hotzenplotz)

    31. HabKeinen schrieb am 26. Mai 2011 at 22:35 - Permalink

      Nabend,

      also hab ich den Artikel richtig verstanden – es besteht tatsächlich eine “Gefahr”, dass der jüdische Staat in ca 20 Jahren ein arabischer sein könnte? Also eine reale Gefahr im Gegensatz zu den sarrazinschen Thesen?

      • t.h.wolff schrieb am 27. Mai 2011 at 12:08 - Permalink

        Das ist eine Tatsache, die sich seit langem aus den Bevölkerungsdaten ableiten läßt, es sei denn, daß die Lebensumstände der arabischstämmigen Bevölkerung sich sofort fundamental ändern, sodaß ein soziokulturell bedingter Geburtenrückgang wie in westlich orientierten Industrieländern die Folge wäre. Hoch unwahrscheinlich. Ein Problem, das Israel nur durch erneute massive ethnische Säuberungsmaßnahmen und deren anschließende Duldung durch die Völkergemeinschaft wird lösen können, d.h. eigentlich steht ein rechfertigender Krieg gegen die arabischen Nachbarstaaten mit anschließendem ethnic cleansing in den israelischen Kerngebieten auf der Agenda. Oder eine offene zionistische Diktatur. Denn eines muß doch angezweifelt werden: daß die demokratische Mehrheit in einer Generation für die erwünschte zionistische Politik stimmen wird.

    32. khm schrieb am 26. Mai 2011 at 23:22 - Permalink

      wenn ich dieses Video sehe, schaudert es mich: “…this is real democracy…” und wenig später:”…those hopes could be snuffed out – as they where in Teheran in 1979 – (…) the brief democratic spring in Teheran, was cut short by a fourrotious and unvorgiving tyrrany…”

      WOW, die Diktatur des Reza Schah Pahlavi als democratic sping mit vollem Einvernehmen der Zuhörer zu betiteln, da fällt mir nichts mehr zu ein.

      • Herbert Krawczek schrieb am 27. Mai 2011 at 08:12 - Permalink

        Ich glaube, er redet eher von den Aufständen im Iran 2009, die blutig niedergeschlagen worden, weil Iran eben keine Demokratie ist.

        • spider schrieb am 29. Mai 2011 at 13:19 - Permalink

          Ich glaube, er redet eher von den Aufständen im Iran 2009, die blutig niedergeschlagen worden, weil Iran eben keine Demokratie ist.

          Im Iran gibt es Wahlen und ein Parlament. Das sind natürlich wesentliche Merkmale der Demokratie.
          Jedoch steht der religiöse Wächterrat offenbar über diesen Strukturen und damit ausserhalb des demokratischen Willensbildungsprozesses. Darüber hinaus hat dieses Gremium mit den Revolutionsgarden und den religiösen Wächtern eine fast paramilitärische Machtgruppierung, um ihre Ziele durchzusetzen.

          Aus diesem Grunde ist der Iran mit beispielsweise der britischen Demokratie nicht vergleichbar, aber er ist damit demokratischer als bspw. Saudi-Arabien, mit dem wir beste Beziehungen pflegen.

          Und zu der Frage der Aufstände: Diese würden wohl in jedem politischen System zusammengeschlagen werden. Wenn Du mir nicht glaubst, dann wirf doch mal einen Blick auf die aktuellen Geschehnisse in Spanien.

          Damit bin ich immer noch kein Freund des iranischen Regimes. Es geht darum, dass die Welt eben nicht in comichafter Art pauschal in “gut” und “böse” aufteilbar ist. Sie ist wesentlich komplexer als das, und jede Art von “Information”, welche das Gegenteil suggeriert, ist oft leider nur Propaganda.

    33. Andre schrieb am 27. Mai 2011 at 08:41 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Wieso ist meine Antwort auf Natascha bit verschwunden?

    34. klaus59 schrieb am 27. Mai 2011 at 11:17 - Permalink

      Man kann sich gerne über die Präsenz dieses Themas wundern aber besser, man nimmt die weltweite Bedeutung zur Kenntnis.
      Sehr viel Terror hat mit diesem Konflikt zu – auf allen Seiten. Bei uns wurde die RAF davon nicht unmaßgeblich gespeist und zwar hauptsächlich durch deren Erkenntnis, wie weit die USA gehen, um Israel dort fest zu verankern. Dazu die Diffamierung der Palestinensischen Freiheitsbewegungen als Terroristen. Man erkläre ihren qualitativen Unterschied zu Irgun und Hagana deren Anführer in Israel zu hohen Ämtern aufgestiegen sind.
      Die Beeinträchtigung unseres früher guten Verhältnisses zu einigen muslimischen Ländern durch den Nahostkonflikt schätze ich auf 80%.
      Die israelischen Atomwaffen sehe ich als z. Zt. als die gefährlichsten, weil keine Gegenabschreckung vorhanden ist. Israel könnte Iran bombardieren ohne einen Gegenschlag fürchten zu müssen, was uns den Kalten Krieg hat überleben lassen.

      • schwitzig schrieb am 27. Mai 2011 at 11:53 - Permalink

        Israel könnte Iran bombardieren ohne einen Gegenschlag fürchten zu müssen, was uns den Kalten Krieg hat überleben lassen.

        Na, das stimmt nun ebensowenig, wie der Iran Israel angreifen könnte. Würde Israel den Iran bombardieren, würde der Staat in der arabischen Welt jegliche Toleranz verlieren und die Iran-Reste würden den Begriff “Terroranschlag” in Israel neu definieren. Darüberhinaus könnten die “Westlichen Demokratien” die “einzige Demokratie im Nahen Osten” nicht mehr offen unterstützen, da ein Verbrechen solchen Ausmaßes und dann noch mit Atomwaffen nicht mehr wegzuheucheln ist. Eine Option für Israel, die funktionieren könnte, wäre es, Bushher zu bombardieren und weite Teile des Irans radioktiv zu verseuchen. Das würde offiziell dann als “Recht auf Selbstverteidigung” (entschuldige das Merkel-Sprech) tituliert, hätte aber den Nachteil, dass ggf. auch israelischer Boden kontaminiert würde, da zerstörte Atomkraftwerke bedeutend höhere Mengen an lange strahlendem Material freisetzen als Atomwaffen. Ob die Israelis das machen, hängt davon ab, wie sehr die israelischen Führer wirklich davon überzeugt sind, dass Iraner Untermenschen sind. Bei einem Liebermann würde ich durchaus befürchten, dass er so eine Massenvernichtung initiieren würde – einen Netanjahu jedoch halte ich dafür zu intelligent – er wird Gewinn und Verlust abwägen und wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass der Iran a) tatsächlich keine ernstzunehmende Bedrohung ist und b) er und sein Land eigentlich nur Nachteile durch eine solche Aktion hätten. Rasseln ist nicht zuschlagen und ganz nebenbei ist der Iran angesichts der dortigen Herrscher ja super dazu geeignet, sich selbst als Opfer darzustellen. Der Iran ist quasi so etwas wie ein Antisemitismus/Holocaust-Totschlagargument – so etwas gibt man nicht leichtfertig aus der Hand.

    35. Schlesinger schrieb am 27. Mai 2011 at 13:22 - Permalink

      Falls jemand einen Pressespiegel zur Rede Netanjahus sehen möchte: Die Rede N. in der Presse

    36. piet schrieb am 27. Mai 2011 at 13:31 - Permalink

      Ich glaube nicht, daß sich die militärische Logik, der in Israel vieles unterworfen ist, sich auf absehbare Zeit ändern wird. Selbst wer sich individuell dem Mist entziehen will, steht auf verlorenem Posten. Ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung für Männer aus Gewissensgründen gibt es nicht.
      http://www.wri-irg.org/de/co-isr-03.htm

      Du kannst dir dann evtl. attestieren lassen, daß du einen an der Mütze hast und deshalb nicht streitkräftekompatibel bist. Bekommst dann einen entsprechenden Vermerk z.B. im Führerschein, damit bei der nächsten Kontrolle, durch die Schergen das ganze Schikaneprogramm gefahren werden kann.
      http://www.jerichosecho.com/mooma.html (punkrock in the holy land)

      freiheitlich-demokratisch halt :) !

    37. Korinthenkacker schrieb am 27. Mai 2011 at 14:12 - Permalink

      Jerusalem würde für immer und ewig die unteilbare Hauptstadt Jerusalems bleiben:

      Soll wohl “Jerusalem würde für immer und ewig die unteilbare Hauptstadt Israels bleiben.” heißen.

    38. klaus59 schrieb am 27. Mai 2011 at 14:22 - Permalink

      @schwitzig
      Deine Überlegungen sind plausibel in der Situation und Mentalität eines Westeuropäers, welche die Isarelis jedoch nicht haben.
      Mit Atomwaffeneinsatz meinte ich nicht gleich eine völlige Einäscherung des Iran aber z.B. die von Dir erwähnte Anreicherungsanlage. Dort könnten Sie auch konventionell große Sprengkraft abladen mit Abschreckung des Gegenangriffes durch ihr Atomarsenal – direkt vor Iran auf U-Booten. Der Iran ist sicher als zusätzliches Feindbild willkommen,- aber an Feinden mangelt es Israel nicht. Weitere halten sich scheinbar neutral aber auch die Verbalunterstützer haben die Nase “klammheimlich” voll.

    39. Toiletman schrieb am 27. Mai 2011 at 14:47 - Permalink

      Israel ist eh dem selben demographischen Untergang wie Europa verurteilt aber anders als sich die meisten denken sind jene, die durch Geburt zur Übermacht werden in Israel nicht die Palästinenser sondern die Chasidim, die ultra-orthodoxen Juden, die den Staat nicht anerkennen, da weltlich, und ausserdem vom Wehrdienst befreit sind und auch in der Knesset immer mehr Raum einnehmen. Wer mal in Israel war und nicht gerade klischeehaft jüdisch aussieht wird von denen gerne herumgeschubst und angespuckt (also auch als Jude).

      Politisch gesehen ist der mangelnde Friedensprozess leider ausschließlich der israelischen Regierung anzulasten. Wenn man von Rabin absieht, hat kaum eine Regierung wirklich Frieden gesucht. So sehr ich den Islam als Religion auch verachte, der Hass der Muslime auf den Westen ist zum weitaus größten Teil vom Westen selbst verursacht und seiner imperialistischen Öl-und-Israel Politik, mit der man Tyrannen wie den Schah stützte. Die Perser hatten alles versucht an weltlichen Revolten aber wurden immer wieder vom Westen niedergeprügelt der keine Verstaatlichung der Ressourcen wollte. Man hat sie in die Arme der religiösen Eiferer getrieben indem man ihnen keine andere Möglichkeit gab.

    40. emil schrieb am 28. Mai 2011 at 11:55 - Permalink

      Ohne Israel gäbe es nach dem WK2 und der Dekolonialisierung der 1960er keinen westlichen Kolonialismus, Rassismus und Militarismus mehr. Deshalb wird dieses Projekt das lange vor dem Holocaust begann, von unseren europäischen Regimen weiter geführt.

      Dieser Gottesstaat ist die traurige Fortführung des europäischen Hofjudentums. Wer die krasseste Gewalt ausübt, regiert ein Land. So funktionieren alle Kolonial- und Marionettenregime von westlichen Gnaden mit sog. “Rechtsextremen”, zu denen eben auch seit jeher die Zionisten zählen.

      Etwas ändern an der Situation im sog. “nahen Osten” wird sich nur durch Druck in den Unterstützerstaaten. Die BDS-Kampagne finde ich aber auch sinnvoll.

    41. Denkmal schrieb am 29. Mai 2011 at 23:33 - Permalink

      Die Zionisten könnten sämtliche nichtjüdische Bewohner des Gebietes das heute als Israel oder Palästina bezeichnet wird nach Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon vertreiben. Sie sind in einer derart starken Position, dass sie damit durchkommen würden.
      Auch wollen die Zionisten keinen nichtrassistischen Staat, denn sonst würden sie nicht den Juden Sonderrechte einräumen.
      Die Zionisten wollen genau die derzeitige Situation, denn es ist ihr Selbstverständnis, bedroht, verfolgt und verhasst zu sein.
      Die meisten Juden lehnen dieses zionistische Selbstverständnis ab, und leben deshalb nicht in Israel. Auch viele jüdische Israelis lehnen das zionistische Selbstverständnis ab, sind aber leider in Israel geboren.

      Die Zionisten nehmen die Juden als Geisel für ihr Borderline. Das machen sehr viele Rassisten ähnlich.
      Antizionismus und Judenhass sind zwei verschiedene Sachen.


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