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  • Sommerposse in blau-weiß

    geschrieben am 06. August 2009 von Spiegelfechter

    Es liegt wohl am Sommerloch, dass der vermeintliche Streit um die Fanhymne des Fußballvereins Schalke 04 ihren Weg in die Medien fand. Kaum war aber der Geist aus der Flasche, empörte sich die Republik. Ein paar versprengte und verbohrte Muslime gaben vor, beleidigt zu sein, und die BILD-Zeitung kämpft derweil für den Erhalt deutschen Gaga-Liedtums. Extremisten aller Lager vereinigt Euch ? das Sommerloch gehört Euch, für Kollateralschäden wird keine Haftung übernommen.

    Was ist eigentlich passiert? Seit dem Jahre 1963 singen die Schalker Fans ihre Vereinshymne. Eine Textzeile dieser Hymne lautet:

    ?Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht, hat er sich das Blaue und Weiße ausgedacht.?

    Wer anfängt, etwas in eine Fußballhymne hineinzuinterpretieren, hat von vornherein verloren. Das seltsam anmutende Auftauchen des muslimischen Propheten hat einen ganz einfachen Grund. Die Schalke-Hymne geht auf das alte Volkslied ?Lob der grünen Farbe? zurück, das Ludwig Karl Eberhard Heinrich von Wildungen im Jahre 1797 geschrieben hatte. Dort heißt es:

    ?Mahomed ist mein Patron! Aechte Schönheit kannt´ er schon.
    Er, dem aus der Farbenschaar, nur die grüne heilig war.
    Leben soll er, Herr Prophet, der auf Farben sich versteht!?

    Der Text der Schalke-Hymne ist also eine schmissige ? vielleicht nicht eben tiefgründige ? Persiflage auf ein Volkslied des späten 18. Jahrhunderts. Populäres Liedgut aus dem Umfeld des Fußballs, gesungen und gegröhlt aus zehntausenden von Kehlen.

    Die türkische Zeitung Hürriyet fand es jedenfalls mitten im Sommerloch berichtenswert, dass im fernen Gelsenkirchen der Prophet besungen wird. In einem unaufgeregten Artikel berichtete ein Gelsenkirchner Journalist über die Schalke-Hymne. Wäre es dabei geblieben, man hätte nichts mehr über das Thema gehört. Die Hürriyet wird allerdings auch von ein paar Berufsbeleidigten gelesen, die das umstrittene Blog ?Muslim-Markt? herausgeben. Dort empörten sich die üblichen Verdächtigen und witterten eine Verhöhnung ihres Propheten. Um nicht alleine empört zu sein, bat man die Leser auch gleich, dem FC Schalke 04 ?in aller Freundlichkeit und Sachlichkeit? Protestmails zu schicken. Natürlich blieben nicht alle Leser freundlich und sachlich, und einige der 350 Mails, die den Verein erreichten, waren wohl so unfreundlich und unsachlich, dass der Fußballverein einen ?Islam-Experten? hinzuzog.

    Auf einen solchen Vorfall hatten Teile der Presse natürlich nur gewartet. Natürlich spielt es keine Rolle, dass 350 Mails aus dem Umfeld eines umstrittenen Weblogs keinesfalls die Stimme ?der Muslime? verkörpern ? so etwas stört die Medien aber nicht, wenn es gilt das Sommerloch zu füllen, und den Streit der Kulturen hochkochen zu lassen. ?Nach dem Protest der Muslime ? Muss Schalke-Hymne umgeschrieben werden?? titelte beispielsweise die BILD-Zeitung. BILD-Kolumnist F. J. Wagner fühlte sich gar dazu berufen, einen offenen Brief an den FC Schalke 04 zu schreiben: ?Was mich nervt, ist dieses Einbrechen vor dem Islam. Ah, der Islam! Vorsicht! Kopf einziehen! Kein falsches Wort! Kein Leichtsinn! Kein Schweinefleisch! Kein Witz!? Wagner versäumt natürlich zu erwähnen, dass niemand vor dem Islam ?eingebrochen? ist ? niemand auf Schalke spielte auch nur mit dem Gedanken, die Hymne zu ändern. Die einzigen Stimmen, die dies forderten, waren die Sparring-Partner der BILD, die im Blatt auf Befehl ihre Bedenken zu Papier gaben.

    Muslim-Markt und BILD führen ein Scheingefecht aus, das eigentlich niemanden interessiert. Nur durch die Popularität der BILD wurde aus dieser vermeintlichen Posse überhaupt erst ein Thema. Man mag nurmehr den Kopf schütteln, wenn nun sogenannte ?Islam-Experten? Parallelen zum Karikaturenstreit aufzeigen. Im schlimmsten Falle könnte so etwas zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden ? die Extremisten beider Lager lieben es, sich gegenseitig eine Steilvorlage zu geben. Ohne sie wäre die Welt ja schließlich vernünftig ? und Vernunft ist der Feind des Extremismus. Wahrscheinlich muss Deutschland nicht lange warten, und auch Berufsextremist Henryk M. Broder meldet sich zu Wort und beklagt das Einknicken vor ?dem Islam?, der dem Teutonen sein Liedgut verbieten will. Momentan ist Broder allerdings mit anderen Scheingefechten beschäftigt.

    Dabei sieht ?der Moslem? das ganze Spektakel gänzlich unaufgeregt und humorvoll. Aiman A. Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sieht sich keineswegs beleidigt. Es läge in der Natur der Sache, dass der Prophet vom Fußball nichts verstehen könne, schließlich lebte er ja lange vor der Erfindung des Fußballs. Er hätte über die Schalke-Hymne wahrscheinlich zustimmend gelacht, so Mazyek. Man solle nun aber die Moschee im Dorfe lassen und sich wichtigeren Dingen zuwenden. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Bleibt abzuwarten, wann Muslim-Markt und BILD-Zeitung etwas von dem alten Kinderreim “Allah ist groß, Allah ist mächtig, wenn er auf den Stuhl steigt, ist er ein Meter und sechzig” Wind bekommen. Stoff genug für das nächste Scheingefecht im Sommerloch gibt es an jeder Ecke.

    Jens Berger

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    Tags: Deutschland Medien
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    42 Kommentare:

    1. riccardo schrieb am 6. August 2009 um 19:45 - Permalink

      Also ich schätze mal, für: “Allah ist mächtig, Allah ist groß, einmetersechzig und arbeitslos” könnte man schon eine paar brennende Fahnen verlangen. Mindestens.

    2. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2009 um 19:48 - Permalink

      @riccardo

      Ich verlange verbrannte Ausdrucke des Spiegelfechter-Blogs! Dann komme auch ich mal wieder in die aufglagenstarken Zeitungen! *g*

    3. nescio quis schrieb am 6. August 2009 um 19:55 - Permalink

      VT

      …Hintermänner ganz klar BVB!

    4. Webbär schrieb am 6. August 2009 um 20:11 - Permalink

      Yep, es ist noch nie jemand vor dem Islam “eingebrochen” oder “eingeknickt”, noch nie – und diese Hetzer, Wagner, Broder und Konsorten sind das eigentliche zivilisatorische Problem.
      Verdammte Berufsextremisten und Aufklärungsradikale!

    5. JayNightwind schrieb am 6. August 2009 um 20:15 - Permalink

      Wo ist denn eigentlich in der Textzeile die Beleidigung?
      Der Prophet hat sich für uns Schalker das Blau-Weiße ausgedacht und keine Ahnung von Fussball. Etwas, was wir in der Vereinsphilosophie fest verankert haben. :D
      Mal im Ernst: Ist doch toll, dass der Prophet sich sowas für uns ausdenkt. Danke sehr.

    6. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2009 um 20:15 - Permalink

      @Webbär

      Wagner und Broder sind ebenso ein zivilisatorisches Problem wie die Radikalinskis von Muslim-Markt und Co. – gefährlicher sind sie allerdings, sie haben nämlich mehr Leser.

    7. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2009 um 20:17 - Permalink

      @JayNightwind

      Verstehe ich auch nicht ;-)

      Aber es gibt sicher einen Islamexperten, der den jungen zornigen aber leider komplett verböldeten Beleidigten erklären kann, warum sie eigentlich beleidigt sein sollen.

    8. Webbär schrieb am 6. August 2009 um 20:19 - Permalink

      Wagner und Broder sind ebenso ein zivilisatorisches Problem wie die Radikalinskis von Muslim-Markt und Co

      Äquidistanz ist ja schon einmal was, besser als einseitige Parteiname für den radikalschiitischen Muslim-Markt. Du besserst Dich.
      Beste Grüße!

      PS: neues Design, gell, eventuell noch mal ein wenig rummachen wegen des Icons, meines wird nicht angezeigt
      PPS: AJAX-Update macht immer noch Probleme mit dem IE8

    9. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2009 um 20:29 - Permalink

      @Webbär

      Ich wüßte nicht, wann ich je irgendwelche Radikalinskis in Schutz genommen hätte, aber sei es drum ;-)

      -> Avatar

      Könnte es daran liegen, dass Du eine falsch geschrieben eMail-Adresse eingegeben hast?

    10. Webbär schrieb am 6. August 2009 um 20:33 - Permalink

      Da war idT ein Buchstabendreher, mal jetzt schaun…
      OK, funzt.
      Es kommt sogar ein anders AJAX-Updatefenster hoch, das den gesamten Bildschirminhalt füllt und keine Probleme zu machen scheint.
      Also bis denne,
      Webbär

    11. name schrieb am 6. August 2009 um 20:46 - Permalink

      Nachdem ich den “Briefwechsel” zwischen dem Oberbürgermeister von Tübigen Herrn Boris Palmer und Herrn Henryk Broder gelesen habe, muß unverzüglich eine Partei für solche Gestalten wie Broder & Feindfreunde die Umsetzung der alten APPD Forderung nach der Einrichtung von Gewalterlebnisparks, kurz GEPs, in Angriff zu nehmen.

      http://www.abgeordnetenwatch.de/appd-788-1331.html

      Die APPD fordert schon seit Jahren sehr weise unter dem Kernelement Sicherheit:

      “Auflösung aller Gefängnisse, stattdessen humaner Strafvollzug durch Einrichtung der Gewalt-Erlebnisparks (GEPs), wo Gewalttäter frei nach ihren Vorstellungen leben und prügeln können, ohne damit Unbeteiligte in Mitleidenschaft zu ziehen.”

      Auch “geistigen” Gewalttätern stehen diese Einrichtungen offen. ;)

    12. Valli schrieb am 6. August 2009 um 21:01 - Permalink

      Biete ganz billisch Fahnenabbrennsatz (gewünschte Nationalflagge angeben ! ) . Enthält Brandbeschleuniger, Benzin, Einwegfeuerzeug und natürlich die gewünschte zu verbrennende Fahne.(Achtung, Dänemark zur Zeit noch ausverkauft) in modischer Tragetasche. Rabatte möglich.

    13. schwitzig schrieb am 6. August 2009 um 21:15 - Permalink

      Das Palmer/Broder-Gespräch hat mich wirklich beeindruckt. Ohne diesen Blog hätte ich es wahrscheinlich nie gelesen, da Broder daran beteiligt war und ich ungerne sehenden Auges in Kothaufen greife, aber in diesem Fall hat es sich für mich aufgrund der pointierten Argumentation des Herrn Palmer gelohnt.
      Das mit der Schalker “Hymne” ist selbstverständlich lächerlich. Aber auch aus Lächerlichkeiten können leider große Probleme entstehen, wenn sich lächerliche Leute damit beschäftigen. Ich hoffe mal, dass Broder und andere Kläffer diesmal erfolglos mit ihrer Brandstifterei bleiben.

    14. SteWi schrieb am 6. August 2009 um 22:04 - Permalink

      “Muslim-Markt und BILD-Zeitung” ? Scheinbar nicht …

      ?Bild? missbrauche das Thema, um den ?Kulturkampf? zwischen Muslimen und Christen zu schüren, wirft [Muslim-Markt.de-Betreiber] Özoguz dem Boulevard-Blatt in seinem zweiten Eintrag vom 3. August vor. Die Zeitung hatte getitelt: ?Muslime wollen Schalke-Hymne verbieten?. ?Ich habe den Fehler gemacht, das Sommerloch zu unterschätzen?, so Özoguz.
      (Qu: http://www.dk-online.de/Nachrichten/Lokal/Delmenhorst/334105-25/story.csp)

    15. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2009 um 22:08 - Permalink

      @SteWi

      Dass Muslim-Markt das anders sieht, ist klar. Der ursprüngliche Text von Muslim-Markt zählt und nicht das lauwarme Dementi.

    16. dapperdan schrieb am 6. August 2009 um 22:29 - Permalink

      was soll eigentlich diese lesehilfe auf muslim-markt?

    17. freerk schrieb am 6. August 2009 um 23:25 - Permalink

      Palmer vs. Broder Gespräch ist echt ein hammer! Danke dafür!

    18. Gary schrieb am 6. August 2009 um 23:45 - Permalink

      Die Alex Springer AG ist übrigens an der Hürriyet beteiligt und wenn die sich jetzt die Bälle zuspielen sollte das nicht unbedingt Zufall sein müssen

      http://www.bildblog.de/search/H%C3%BCrriyet/

    19. Dexter schrieb am 7. August 2009 um 01:05 - Permalink

      Oh Mann, diese “Auseinandersetzung” zwischen Palmer und dem geistigen Blindgänger scheint ja ganz schön rumzugehen. Und das ist auch echt gut so. Es ist ja auch einfach zu herrlich!

      Man muss dem OB dafür persönlich danken (http://www.boris-palmer.de/71.php) – für seinen Nerveneinsatz quasi und damit er nicht nur E-Mails von Vollidioten in der Angelegeheit bekommt. Ich habs schon getan… (Hey, o b w o h l er ein Grüner ist!)

    20. Tim (der alte) schrieb am 7. August 2009 um 03:51 - Permalink

      Was für ein Sommerloch eigentlich?

      Wahlen, mit Lügen aufgelöste Koalitionen, diverse Untersuchungsausschüsse, interessante BVerfG-Urteile, Hetzkampagnen gegen Kandidaten, Afghanistan-Krieg, … usw.

      Wo ist denn da noch Platz für ein Sommerloch?

    21. OAlexander schrieb am 7. August 2009 um 05:30 - Permalink

      Der Artikel per se ist amüsant-informativ. Der Verweis auf Broder vs. Palmer stellt jedoch den wahren Höhepunkt dar. Habe ich Henryk M. Broder bislang noch lediglich für einen Propagandisten mit der Funktion eines Statthalters Jerusalems bei der Spiegel-Redaktion gehalten, so muss ich ihm nun ein auf jeder Ebene zutiefst unterirdisches Niveau konstatieren. Rhetorisch ein Schüler Freislers. Obendrein ist er ein hoffnungsloser Angeber. Zu beschönigen gibt es da nichts mehr.

    22. AK schrieb am 7. August 2009 um 10:12 - Permalink

      Danke für den Link zur Stuttgarter Zeitung.. ;-) Hab mich köstlich amüsiert. Vielleicht sollte Broder mal das weiße Puder absetzen…

    23. R_Winter schrieb am 7. August 2009 um 11:18 - Permalink

      Die Meldung ist nicht ein Sommerloch, sondern soll von wirklichen Problemen ablenken und den ahnungslosen. unkritischen Bevölkerungsanteil bestimmten Parteien in die Arme treiben.
      Es ist das gleiche Spiel, seit römischen Zeiten: Brot und Spiele.

    24. Gebintit schrieb am 7. August 2009 um 11:34 - Permalink

      Beste Sommerloch-Unterhaltung, vielen Dank!
      Der Briefwechsel mit Broder zeigt, dass sich solche selbstverliebten Idioten selbst disqualifizieren, man muss sie nur reden lassen. Das Ausmaß der Flegelhaftigkeit und Arroganz ist aber doch überraschend. Er hat es vielleicht noch nicht bemerkt, aber durch diesen Email-Wechsel hat er alleine durch seinen Stil – unabhängig von den absurden Inhalten – seiner Reputation sehr nachhaltig geschadet. Jeder weiß nun wo dieser Kerl steht, Danke Boris!!

    25. stroga schrieb am 7. August 2009 um 13:14 - Permalink

      Jens Berger: Bleibt abzuwarten, wann Muslim-Markt und BILD-Zeitung etwas von dem alten Kinderreim ?Allah ist groß, Allah ist mächtig, wenn er auf den Stuhl steigt, ist er ein Meter und sechzig? Wind bekommen. Stoff genug für das nächste Scheingefecht im Sommerloch gibt es an jeder Ecke.”

      Es ist zwar schon länger her, da tobte um “Allah ist groß, Allah ist mächtig, er hat einen Arsch von drei Meter sechzig.” ein Streit zwischen Muslim-Markt und taz. Der damals noch taufrische Muslim-Markt machte sich auch dann bei den Lesern der taz gleich beliebt und rief zum Boykott der taz auf, der bis heute, acht jahre später, immer noch besteht.

      http://www.muslim-markt.de/Aktion/Sonstige/aktiongegentaz.htm

      Am 14.2.2001 wurde der Muslim-Markt von seinen Lesern informiert, dass in der Berliner Ausgabe der taz eine derart unverschämte, perverse und abartige Beleidigung gegen Allah veröffentlicht wurde, welche selbst die aggressiven Attacken Rushdies gegen den Propheten (s.) in den Schatten stellt.

      In dem Artikel: “Mullahs immer klüger” taz Nr. 6372 vom 14.2.2001, Seite 19, 30 Zeilen taz-Bericht , in taz-Berlin wurde eine derart schwerwiegende Beleidigung gegen alle Muslime der Welt publiziert, dass wir es hier aus Anstandsgründen nicht wiedergeben können.

      Die anschließende Diskussion im damals noch existierenden taz-forum mit über tausend Beiträgen ging als Mullah-Thread in die Geschichte der taz ein und ein jeder versuchte sich an Blasphemien zu überbieten.
      Natürlich versuchte auch die BILD , allerdings ziemlich ungeschickt, mitzumischen: “Davon erfährt auch die “Bild” Zeitung undr stellt sich mit Ihrem Kurzbericht “Moslems verklagen die tageszeitung” (1.3.2001) scheinbar auf die Seite der Muslime, um diese dann gleich auszugrenzen: “Wieder hat eine deutsche Zeitung die Gefühle eines anderen Volkes verletzt”. ”

      Gut, es war vor dem 11.9.2001 und mittlerweile hat auch die taz gelernt, dass mit einigen Muslimen nicht gut Kirschen essen ist und daher Ratzinger, George Bush, die Evangelikalen, die Katholiken, das Weltjudentum und die Islamophoben weitaus besser als Opfer für Spaßattacken geeignet sind als ausgerechnet die Freunde vom Muslim-Markt oder von Milli Görus.

    26. salvo schrieb am 7. August 2009 um 13:26 - Permalink

      broder hat sich doch mal selbst erschöpfend charakterisiert mit dem satz

      “Es macht mehr Spaß, Täter statt Opfer zu sein”

      er zeigt eigentlich immer wieder, wie sehr es ihm ‘Spaß macht’ Täter zu sein, im allgemeinen und historischen Sinne (was übrigens auch für die schar ebenso mittelmäßiger Verehrer gilt, die ihn anbeten)

    27. Webbär schrieb am 7. August 2009 um 14:42 - Permalink

      Es darf sicherlich ganz neutral festgestellt werden, dass der typische SPIEGELFECHTER-Leser kognitiv und ethisch dem typischen Broder-Leser nicht nahe steht. Hier gibt es eine gut erkennbare Parallele zu dem bekannten Medienjournalisten Stefan Niggemeier bzw. dessen Inhaltsangebot und Leserschaft.

    28. Curtis Jackson schrieb am 7. August 2009 um 15:50 - Permalink

      Wenn es um Religion verstehen viele Radikale keinen Spass. Dabei hat Gott doch schließlich das Lachen erschaffen… ;-)

    29. freerk schrieb am 7. August 2009 um 16:03 - Permalink

      @ webbär:

      wer ist denn der typische Broder-Leser? und durch welche ethisch kognitive Merkmale lassen sich solche herausstellen? Bin gespannt auf Ihre Thesen!

      “Ist der SPIEGELFECHTER Antisemit?”

      http://webbaer.wordpress.com/2009/07/27/ist-der-spiegelfechter-antisemit/#more-308

      Sie bewegen sich auf einem Niveau wie der hmb frei nach dem Motto, “wer meine Meinung nicht teilt, ist eben ein Antisemit oder “village idiot!” :D

    30. schwitzig schrieb am 7. August 2009 um 16:50 - Permalink

      · Webbär am 7. August 2009 um 14:42 – Permalink

      Es darf sicherlich ganz neutral festgestellt werden, dass der typische SPIEGELFECHTER-Leser kognitiv und ethisch dem typischen Broder-Leser nicht nahe steht.

      Danke sehr, das will ich doch hoffen. Diese webbär-Seite ist doch sicherlich als Satire gemeint oder haben mich da meine kognitiven Kompetenzen etwa im Stich gelassen?

      Zum Thema:
      Egal ob Christ-, Juden- oder Moslemradikale – allesamt zeichnen sie sich durch direkt gotteslästerliche Attitüden aus, wenn sie davon ausgehen, dass eine wie auch immer geartete Beleidigung ihrer Religionserfindung und -interpretation, ihre Gotterfindung reduzieren kann.
      Was ist das denn für eine schwächliche Memme von Gott, die sich darüber echauffiert, dass ihn jemand nicht ernst nimmt? Hat dieser Gott etwa Minderwertigkeitskomplexe, welche von einer ausgeprägten Profilneurose und einem fürchterlichen Messiaskomplex begleitet werden?
      Dem Auftreten der jeweiligen Jünger nach, müßte dem so sein. So ein Gott würde von mir allerdings keinen Spott, sondern eher Mitleid bekommen.

      Da ein Gott per menschlicher Definition nun allerdings ein bedeutend höher entwickeltes, ja fast allmächtiges Wesen sein sollte (das im übrigen eine ganz miese Welt dahingerotzt hat, wenn man bedenkt wie super-duper-allmächtig er doch sein soll), ist es direkt vermessen, davon auszugehen, dass er sich von ein paar Hanseln, die ihn nicht ernst nehmen, beleidigt fühlen könnte.
      Ist er es doch, ist er ‘ne Wurst.

    31. Spiegelfechter schrieb am 7. August 2009 um 18:20 - Permalink

      @Webbär

      Was ist ein typischer Broder-Leser? Ich liebe Broder! Seine Sophismen, seine Schreibe und seine Polemik sind erstklassig – inhaltlich widerspreche ich ihm zwar diametral, aber man liest ja bekanntlich nicht nur, was einem gefällt. Sonst würdest Du mich alten Antisemiten ja auch nicht lesen ;-)

    32. Webbär schrieb am 7. August 2009 um 18:23 - Permalink

      Nimm die trockene Beobachtung weiter oben mal nicht zu ernst. ;-)
      Der Webbär liest jedenfalls beides – die eigentliche Beleidigung war zudem auch im Vergleich mit SN versteckt.
      Was lese ich da noch im letzten Moment vor dem Absenden, Du bist Antisemit?

    33. Spiegelfechter schrieb am 7. August 2009 um 18:25 - Permalink

      @Webbär

      -> Vergleich SN

      Das ist mir nicht entgangen ;-)

      Ich halte mich aus diesem Kleinkrieg in Kleinbloggersdorf allerdings kategorisch raus.

    34. Spiegelfechter schrieb am 7. August 2009 um 18:32 - Permalink

      @Webbär

      Was lese ich da noch im letzten Moment vor dem Absenden, Du bist Antisemit?

      Das schreibst Du doch. Also muss es stimmen. Mir ist es zu blöd, auf derlei an den Haaren herbeigezogene Pöbeleien einzugehen.

    35. Karl Heinrich schrieb am 7. August 2009 um 20:06 - Permalink

      Jetzt werden schon Repliken geschrieben für den Fall, dass Broder etwas gesagt hätte! Wer als Journalist in seiner Bedeutsamkeit erst mal so weit ist wie Broder, der hat’s wohl geschafft.

    36. Gebintit schrieb am 7. August 2009 um 23:00 - Permalink

      Salvo hat Recht: “Lieber Täter als Opfer“, das ist das Lebensmotto von Leuten wie Broder, dem ordnen sie alles andere unter. Eine radikale faschistoide Denke offenbart sich hier, die schon an die braunen Blut-und-Boden-Brüder erinnert, die einst den Holocaust verantworteten. So deutlich war mir das bislang noch nicht klar, aber in diesem “Scheingefecht” mit Palmer hat er sich soweit aus dem Fenster gelehnt, wie ein Rentner am Rosenmontag, um es in seinen bildhaften Worten auszudrücken. Ob das für ihn so klug war, bezweifle ich.

    37. 7schläfer schrieb am 8. August 2009 um 04:09 - Permalink

      Danke für den Verweis auf Broders Sommerposse: er stellt sich bis ins Detail bloß und fühlt sich dabei wahrscheinlich auch noch gut. Aus journalistischer Warte mag er zwar ein guter Kolumnist sein, menschlich hat er aber auf ganzer Linie versagt; eigentlich ein armer Tropf.

    38. Rudi Blitzableiter schrieb am 9. August 2009 um 12:38 - Permalink

      Halb-angewidert, halb-toleriert fand die kampagnenartig inszenierte Islamophobie ihren Eingang in die mediale Realität. Einige der Hass-Prediger gingen ihrer meinungsbildenden Aufgabe m.E. sogar hauptberuflich nach. Allerdings hat pauschales Moslem-Bashing politisch und medial merklich an Schick verloren, seit Obama in Kairo gesprochen hat. Wenn wir Glück haben, entweicht die hässliche Hass-Blähung nun – übel riechend – als peinliche Albernheit.

    39. Ralf schrieb am 10. August 2009 um 16:33 - Permalink

      Wer sich in einschlägigen Islamforen bewegt, weiss, dass Muslim-Markt nicht die isolierte Randgruppe darstellt für die sie hier verkauft wird. Es ist sicherlich eines der etwas undiplomatischeren Foren für Muslime aber der Kerngedanke der sich auch in der Ablehnung dieses Fußball-Spottgesangs offenbart wird auch anderswo vertreten, nur leiser.

      Es ist auch faszinierend wie hier aus einer eigentlich winzigen Aufregung um eine muslimische Position ein Verriss der Islamkritik entsteht. Ohne hier liebgewonnene Feindbilder wegnehmen zu wollen entbehren “Blut-und-Boden”-Vergleiche in Bezug auf Herrn Broder nicht einer enormen Lächerlichkeit. In der üblichen Verkehrung jener Denke, in der nicht sein kann was nicht sein dürfe steht jetzt “die Islamkritik” pauschal am Pranger für das, was ein paar Fundis der muslimischen Ecke verursacht haben. Hach, welch Freigeist!

    40. InG schrieb am 13. August 2009 um 00:37 - Permalink

      Es müsste sich einfach nur an eine Grundregel gehalten werden, auch in der Realität:

      Don’t feed the troll!

      Schalke hätte einfach dezentes STFU bringen sollen.


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