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  • Große Erwartungen, überschaubare Ergebnisse

    geschrieben am 29. Mai 2011 von Spiegelfechter

    Das Netz und die politische Partizipation der Massen

    Seitdem das Internet als politisches Medium entdeckt wurde, gilt es vielfach als eine Büchse der Pandora – sobald der Geist der digitalen Freiheit in die Welt entwichen ist, lässt er sich demnach nicht mehr einsperren und führt somit automatisch zu einer liberaleren Gesellschaft, die autoritäre Strukturen aufsprengt. Doch diese These hat den entscheidenden Nachteil, dass sie sich empirisch nicht belegen lässt. Während das Internet zweifelsohne die politische Kommunikation revolutioniert hat, blieben die großen Umwälzungen in der Realpolitik aus. Weder in demokratischen noch in autoritären Ländern konnte das Netz die übergroßen Erwartungen erfüllen, die man zu Beginn der digitalen Ära hatte.

    Die Google-Doktrin – der naive Glaube an die emanzipatorische Natur des Netzes

    Wenn erst einmal jeder Mensch Zugang zum Netz hat, wird dies das Ende politischer Propaganda und Unterdrückung und der Anfang einer transparenten Gesellschaft sein, in der jeder Mensch Zugang zu freien Informationen hat. So lässt sich die “Google-Doktrin” zusammenfassen, die inhaltlich auf den Utopien der ersten Cyberaktivisten fußt. Wer sich kritisch mit dieser Utopie auseinandersetzen will, muss jedoch Medium und Botschaft trennen. Wie uns die Geschichte der letzten 15 Jahre zeigt, ist das bloße Vorhandensein eines nahezu omnipräsenten Mediums wie des Internets noch kein Garant dafür, dass es auch in einem emanzipatorischen, aufklärerischen Sinn genutzt wird.

    Information fließt nicht in ein Vakuum, sondern in einen politischen Raum, der bereits gefüllt ist.
    Joseph Nye und Robert Keohane – Power and Interdependence in the Information Age, 1996

    Der naive Glaube an die emanzipatorische Natur von Online-Communities ist jedoch erstaunlich weit verbreitet. Dabei liegen Licht und Schatten nirgends so nahe beieinander wie im Internet. Durch das Internet können Aktivisten auf Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im hintersten Winkel des brasilianischen Regenwaldes aufmerksam machen. Durch das Internet können jedoch auch Leugner des Klimawandels ihre Thesen streuen und zahlreiche Anhänger finden. Durch das Internet kommen sich Menschen verschiedener Kulturkreise näher.

    Durch das Internet können jedoch auch fremdenfeindliche Hetzer ihre Parolen verbreiten. Durch das Internet können Bürgerrechtler in autoritären Staaten miteinander kommunizieren und gemeinsame Aktionen gegen ihre Unterdrücker planen. Durch das Internet können jedoch auch autoritäre Staaten ihre Propaganda verbreiten und Regimegegner ausfindig machen. Wer nur die positiven Effekte der weltweiten Vernetzung betrachtet, beleidigt die Geschichte durch ein hohes Maß an Phantasielosigkeit.

    Heute könnte es kein Ruanda mehr geben, da man viel schneller mitbekommen würde, was dort vor sich geht und die öffentliche Meinung schnell zu einem Punkt kommen würde, an dem man handeln müsste.
    Gordon Brown

    Obgleich das Medium Internet ideologiefrei ist, wird ihm vor allem von den liberalen Kräften im Westen eine signifikante Rolle in der Verbreitung demokratischer Gedanken zugeschrieben. Während der Präsidentschaft Bill Clintons investierten das Weiße Haus und verschiedene NGOs sehr viel Geld in die globale Verbreitung der Techniken, die das Internet ausmachen. Diese Investitionen waren natürlich alles andere als selbstlos. In den 90ern war das Netz im ökonomischen Sinne amerikanisch – sowohl die Hardware als auch die Software, die zusammen “das Netz” bilden, stammten damals nahezu ausschließlich aus den USA. Inzwischen surfen fast so viele Chinesen im Netz wie die USA Einwohner haben und bis auf Nordkorea verfügt jedes Land der Welt über einen freien Zugang zum Internet.

    Birmanische Mönche mit Digitalkamera, chinesische Dissidenten mit Facebook-Account, twitternde iranische Studenten – all dies sind vielzitierte Beispiele, die belegen sollen, welch revolutionäres Potential die digitale Revolution auch im analogen Leben entfalten kann. “Zum Guten” haben diese onlinegestützten Proteste jedoch nichts verändert – Birma ist immer noch ein repressiver, autoritärer Staat, in China laufen die demokratischen Reformen in Zeitlupe ab und das iranische Regime ist seit den Protesten der Opposition sogar noch repressiver geworden. Auch die Regierungen haben dazugelernt und bedienen sich derselben Instrumente, um Gegenpropaganda zu streuen und Regimegegner zu identifizieren. Die Vorstellung, das Netz könnte weltweit zur Demokratisierung und zur Partizipation der Massen führen, sollte endlich auf dem Friedhof idealistischer Träumereien begraben werden.

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    63 Kommentare Print This Post
    Das Netz und die politische Partizipation der Massen Seitdem das Internet als politisches Medium entdeckt wurde, gilt es vielfach als eine Büchse der Pandora - sobald der Geist der digitalen Freiheit in die Welt entwichen ist, lässt er sich demnach nicht mehr einsperren und führt somit automatisch zu einer liberaleren Gesellschaft, die autoritäre Strukturen aufsprengt. ...
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    63 Kommentare:

    1. R_Winter schrieb am 29. Mai 2011 at 11:56 - Permalink

      Ich habe bisher noch keinen Artikel zu diesem Thema gelesen, der die Problematik des Internet in verschiedenen Gesellschaftsstrukturen so gut aufzeigt.
      Das Internet ist trotz aller Nachteile ein unverzichtbares Medium in allen Gesellschaften zur Informationsverbreitung, auch wenn Fremdsprachenkenntnis mehr und mehr gebraucht werden.

    2. Kaffee Ole schrieb am 29. Mai 2011 at 12:07 - Permalink

      Knapper, aber ganz guter Artikel, der das Doppelgesicht des Internets anreißt.
      Vor überzogenen Erwartungen sollte gewarnt werden und ich muss immer die Augen verdrehen, wenn die revolutionären Umwälzungen z.B. in Ägypten als “Facebook-Revolution” bezeichnet werden. Da hat jemand einen “schönen” Ausdruck geprägt und träge “JournalistInnen” reproduzieren ihn gedankenlos…

      Facebook selbst wird niemals Revolutionen auslösen, sondern nur die Menschen – und die kommunizieren zwar in Teilen über das Netz, aber natürlich v.a. über normale Telefone und besonders in arabischen Staaten face2face auf den Straßen.

      Und die Nerds, die hinter ihren Computern hocken und sich ihre Adrenalin-Dosis abholen, bewirken rein gar nichts außer virtuelles Geschrei.

      Anbei ein Hinweis auf das Buch von Evgeny Morozov – “The Net Delusion: The Dark Side of Internet Freedom”, das ich selbst noch nicht gelesen habe, das aber ganz oben auf meiner Liste steht.

      SF nennt einige wichtige Gegenbeispiele, aber dennoch hat das Internet es für autoritäre Regime schwieriger gemacht, ihr schmutziges Geschäft im Verborgenen zu betreiben!

      Einige dunkle Seiten werden von SF außerdem angerissen und ich möchte an dieser Stelle noch die Ausbreitung von Verschwörungsideologien ergänzen, die in dieser Intensität nicht ohne Internet möglich gewesen wären und teilweise die Lektüre von Kommentarspalten und damit auch das Web2.0 insgesamt zur Qual werden lassen.
      Hierbei ist ein selbstreferenzielles Zitierkartell errichtet worden…
      Ich denke mal, dass diese Welle v.a. aus den USA nach Europa rübergeschwappt ist, denn nach dem Krieg und während des Kalten Krieges waren diese VT in Europa kaum populär.
      VTs zeigen deutlich, dass der Mensch anthropologisch noch im Mittelalter steckt, nur dass sich nun dieses mittelalterliche Denken durch moderne Medien ausbreiten kann.

      • Kaffee Ole schrieb am 29. Mai 2011 at 13:26 - Permalink

        Uups, der Artikel geht ja auf Telepolis noch viel weiter…
        Gomen ne!

    3. ElBarto schrieb am 29. Mai 2011 at 12:40 - Permalink

      ugh, was für ein Monster von einem Artikel.

      Aber das hier passt nicht:

      bis auf Nordkorea verfügt jedes Land der Welt über einen freien Zugang zum Internet.

      Das relativierst du ja auch später selber, wenn du die Zensur in zB China aufgreifst. Wo zensiert wird, ist der Zugang zum Netz mMn nicht “frei”.

      Ansonsten interessant zu lesen. Danke!

      • derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 13:57 - Permalink

        Das ist aber sehr formal argumentiert. So gesehen herrscht auch bei uns Zensur. Dieser rein technische Zensurbegriff “ist ein Filter installiert”/”werden Inhalte kriminalisiert?” ist hier vielleicht weniger brauchbar, als ein politischer, der besagt: “Kann ich die herrschende Politik kritisieren, Alternativen dazu erwägen, meine eigenen Lebensumstände und Wünsche frei äußern und diskutieren”. Das ist zb. auch noch gegeben, wenn andererseits Pornographie (arabische Länder) oder Aufstachelungen zu Gewalt (Deutschland) oder Urheberrechtsverletzungen (Frankreich) streng sanktioniert werden. In China, Bahrain, Iran andererseits aber eben nicht. Man kann schon gegen jede Art von Zensur sein, aber dann kann man sich nicht unbedingt darauf berufen, dass Zensur immer nur oder auch politisch verwendet würde. Ein kontroverses Thema…

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Mai 2011 at 17:52 - Permalink

        Der Artikel ist ein “Special” zum 15. Geburtstag von Telepolis, den wir gestern gefeiert haben. Darum ist er auch ungewöhnlich lang ;-)

        Mit “freiem” Zugang, meine ich hier die allgemeine Möglichkeit, das Internet zu nutzen. Die ist in China zweifelsohne gegeben. M.W. hat China weltweit die meisten (mit Abstand) Internetnutzer.

        • Vogel schrieb am 29. Mai 2011 at 19:16 - Permalink

          Nein, nich “ungewöhnlich lang” er hat imho “den mindestens erforderlichen” Umfang, das Thema ‘mal anzureißen!

          Sehr gut beschrieben, Danke!

          Mich wundert schon seit Jahren, dass keiner auf die Idee kommt, dass auch im Internet – wie im richtigen Leben -, wenn ich mit einem Finger auf jemanden/etwas zeige, gleichzeitig drei Finger auf mich zeigen. Ein Nick iss da doch nur nur ‘n bisschen weiße Salbe, mehr nich.

          Naja, durchschnittlich einssiebzig … was soll man da anderes erwarten?

    4. spider schrieb am 29. Mai 2011 at 12:46 - Permalink

      Die Vorstellung, das Netz könnte weltweit zur Demokratisierung und zur Partizipation der Massen führen, sollte endlich auf dem Friedhof idealistischer Träumereien begraben werden.

      Viel zu radikal formuliert. Selbst wenn die Demokratisierung und zur Partizipation der Massen weltweit nur um einen Prozent durch das Internet zunehmen würde, würde das Internet ja dennoch dazu beitragen. Das korrekte Wort wäre “vernachlässigbar”.

      Davon abgesehen ist das schwer zu beurteilen. Die Internetgeneration ist verhältnismässig jung und wird von einer Generation regiert, die eben noch keine Internetgeneration war. Machtverhältnisse kippen nicht etwa deswegen, weil jemand plötzlich aus dem Medium Internet etwas erfahren hat, sondern weil sich die gesellschaftlichen Kräfte verschieben. Information kann nur die politische Richtung dieser Veränderung vorgeben.

    5. derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 12:56 - Permalink

      Ich habe den hervorragenden Artikel mit Genuss gelesen, und finde ihn in seiner Beschreibung der negativen Seiten des Netzes, und des Gebrauchs, den Diktaturen von ihm machen, exzellent und detailliert. Mir ist aber die positive Seite zu pessimistisch dargestellt. Ich denke, wir sind längst Zeuge gewaltiger Veränderungen, die nicht allein, aber zu einem wesentlichen Teil auch auf das Internet zurückzuführen sind. Ich glaube, es passiert täglich, unscheinbar, im Kleinen, überall. Natürlich haben sich naive Wired- und 2600-Utopien nicht 1:1 erfüllt, natürlich passiert auch Unerwartetes, Negatives. Bild.de ist das beste Beispiel dafür, wie sich die alte trübe Medienrealität in der neuen fortsetzt. Aber selbst Bild.de hat eine moderierte Kommentarfunktion.

      Dass das grundsätzlich Neue an diesem Medium, gerade im Vergleich zum Vorgänger Fernsehen, nämlich die Aufhebung der Rollen Sender und Empfänger, die dezentrale weltumspannende Kommunikation, die körperlose Struktur unserer schreibenden Avatare und Pseudonyme die Perspektiven verrückt und Dinge möglich macht, die vorher als unmöglich galten, die Welt und uns selbst verändert, ist für mich eigentlich weiterhin offensichtlich, gerade in diesem Frühling. Wie will man Angriffskriege führen, wenn sich die Angegriffenen auf Twitter beschweren? Wie gegen Minderheiten hetzen, wenn diese sich dort wehren? Ältere Machtsysteme haben immer mit künstlichen Trennungen, mit Teile und Herrsche operiert. Dies wird immer schwieriger.

      Zum Text im Einzelnen paar Kritikpunkte:

      Die Vorstellung, das Netz könnte weltweit zur Demokratisierung und zur Partizipation der Massen führen, sollte endlich auf dem Friedhof idealistischer Träumereien begraben werden.

      Zu Zeiten des “Arab spring” wäre ein solches Begräbnis in meinen Augen doch verfrüht.

      Wie Lenin und Khomeini bewiesen, muss man auch nicht unbedingt ein Anhänger liberaler, demokratischer Ideologien sein, um neue Kommunikationsmittel effektiv zu nutzen.

      Nein, aber die Struktur des Diskurses “auf Augenhöhe” (siehe Habermas: im Netz gelten Macht, Reichtum und Status zunächst nichts, es sei denn in Form von Bildung und Wortgewandtheit), die Kraft der Argumente und Logik und Rhetorik, die dort allein zählt, die Konfrontation mit anderen fremden oder verwandten Ideen und Idealen, und die Unmöglichkeit, geäußerte Wünsche wieder einzufangen,
      machen alle Teilnehmer in dem Moment der Netzkommunikation zu “liberalen Demokraten”, ob sie es wollen oder nicht. Der Anhänger von Diktatur und Zensur muss seine Sicht der Dinge ebenso “liberal” und “demokratisch” rechtfertigen und zur Disposition stellen wie der Anarchist. Er kann sich nicht mehr auf die Mittel verlassen, die sein System ihm sonst zur Verfügung stellt, außer er zwingt sie gewaltsam dem Netz auf (Iran, China). Und selbst diese Mauern haben Risse.

      Regierungen der industrialisierten Welt – Ihr abgehalfterten Giganten aus Fleisch und Stahl. Ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft fordere ich Euch, die Ihr für die Vergangenheit steht, auf, uns in Ruhe zu lassen. Ihr seid hier bei uns nicht willkommen. Wo wir uns treffen, gilt Eure Hoheitsgewalt nicht. [...] Wir werden im Cyberspace eine Zivilisation des Geistes schaffen. Möge sie menschlicher und gerechter sein als die Welt, die Eure Regierungen zuvor geschaffen haben.

      Aber was geschieht denn gerade in Spanien, und woher kommt es denn?

      Hierzu: http://www.tagesspiegel.de/kultur/yes-we-camp/4228640.html

      Heute ist der vielzitierte Satz, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, freilich absurd – vor 15 Jahren verteidigten die Netzaktivisten eben jene Rechtsfreiheit; sie waren Anarchisten im besten Sinne des Wortes.

      Es ist ebensowenig dies, wie es andererseits ein völlig verrechteter Raum wäre (das ist ja nicht einmal die weitaus übersichtlichere deutsche Autobahn). Es ist weiterhin eine Grauzone, deren Begrenzungen und Möglichkeiten täglich neu verhandelt werden. Ansonsten gäbe es kein Wikileaks, keine Warez und Movies, und Anonymous säße längst in Gänze hinter schwedischen Cybergardinen.

      …auch in Deutschland erfüllt das Netz die Rolle einer Demokratie- beziehungsweise Partizipationssimulation.

      Das ist zwar fein beobachtet, aber auch nur die halbe Wahrheit: Selbst die blödeste Nicht-Entscheidung (wie http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,763808,00.html ), selbst die faulste Mausklickpetition lässt in mir zugleich das Gefühl wachsen, dass es mir zusteht, mitzuentscheiden, dass meine Stimme zählt wie die der anderen. Und das kehrt langsam wie ein Bumerang wieder zurück in den Raum der echten Entscheidungen. Die Parteien wissen und fürchten das längst. Ein Shitstorm ist mindestens ebenso gefürchtet wie ein vergrätzter Spon-Leitartikel.

      Ähnlich verhält es sich mit der in Deutschland sehr populären Facebook-Gruppe “Wir wollen Guttenberg zurück”.

      Anders verhielt es sich aber mit den Facebookgruppen in Tunesien und Ägypten. Da ging es natürlich auch um mehr.

      Die “Gefahr”, dass dieser Aktivismus ansteckend sein könnte, hat sich jedoch im Rückblick auf die letzten 15 Jahre als unbegründet erwiesen.

      halte ich angesichts dessen für eine Fehldiagnose

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Mai 2011 at 18:17 - Permalink

        Zu Zeiten des “Arab spring” wäre ein solches Begräbnis in meinen Augen doch verfrüht.

        Nun, der “Arab Spring” wurde von uns zwar über das Netz, Facebook und Twitter wahrgenommen. Vor allem in Ägypten hatte es jedoch fast 0,0% zu den Aufständen beigetragen. In Tunesien war es etwas anders, aber auch dort würde ich die Rolle der soz. Netzwerke nicht überbewerten.

        Nein, aber die Struktur des Diskurses “auf Augenhöhe” (siehe Habermas: im Netz gelten Macht, Reichtum und Status zunächst nichts, es sei denn in Form von Bildung und Wortgewandtheit), die Kraft der Argumente und Logik und Rhetorik, die dort allein zählt, die Konfrontation mit anderen fremden oder verwandten Ideen und Idealen, und die Unmöglichkeit, geäußerte Wünsche wieder einzufangen,
        machen alle Teilnehmer in dem Moment der Netzkommunikation zu “liberalen Demokraten”, ob sie es wollen oder nicht.

        Da muss ich aber intervenieren. Schau Dir doch nur die Interaktionen auf PI an – mit “liberaler Demokratie” hat das nichts zu tun. Auch in den üblichen verdächtigen Ländern sind sehr große Teile der soz. Netzwerken sogar antidemokratisch. In Iran kriegte Ahmadinedschad Ärger aus dem Netz, weil er bei einem Auslandsaufenthalt auf einer Sportveranstaltung weilte, auf der auch Sportlerinnen auftraten (natürlich ohne Tschador). In Russland dominiert die “Putin-Jugend” das Netz und in China bekommen vor allem anti-japanische Blogbeiträge die meisten “Hurra-Kommentare”. Ich könnte die Liste vorsetzen.

        Aber was geschieht denn gerade in Spanien, und woher kommt es denn?

        Der Artikel wurde vor “Spanien” geschrieben. Ich würde die Proteste in Spanien (ich schrieb ja letzte Woche darüber) auch momentan auf gar keinen Fall überbewerten. Warten wir mal ab.

        • Vogel schrieb am 29. Mai 2011 at 19:24 - Permalink

          Vor allem in Ägypten hatte es jedoch fast 0,0% zu den Aufständen beigetragen.

          Das ist doch das Entscheidende: Was ist die Wirkung vor Ort? Aus der Ferne -will nich sagen: Vom Schreibtisch aus – sieht das alles ganz anders aus. Wie mit der Kuh: Guggt sie schräg, über einige Meter in Nachbars Garten: Alles grün! Guggt Sie runter vor ihre eigenen Füße: Grünes Gras und braune Erde dazwischen. Was lernt die Kuh? “In Nachbars Garten iss das Gras grüner!”

    6. Der Tonangeber schrieb am 29. Mai 2011 at 12:57 - Permalink

      Der Text hinterlässt ein beklemmendes Gefühl.

      In erster Linie wegen seines großen Umfangs, aufgrund dessen ich den Text auch nicht gelesen habe. Den Autor möchte ich daher zu mehr Kürze ermutigen, und zwar mit einem Zitat des nicht unbekannten Goethe, der einst, nachdem er einen elendlangen Brief an seinen Freund geschrieben hatte, an dessen Ende anfügte:

      „Entschuldige die Länge des Briefes, ich hatte keine Zeit, mich kurz [In 2, maximal 3 Sätzen, Anm. d. Verf.] zu fassen.“

      • derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 13:24 - Permalink

        Wenn du ihn nicht gelesen hast, kannst du kaum beurteilen, ob die Länge nicht inhaltlich angebracht ist. Ich hoffe, das war kurz genug.

    7. Bernie schrieb am 29. Mai 2011 at 13:10 - Permalink

      Lieber Jens Berger,
      danke für den Artikel.

      Ich kann mich nur meinen lobenden Vorrednern anschließen ;-)

      Du schreibst:

      “[...]Nye und Keohane hatten 1996 Recht, als sie sagten, dass Information nicht in ein Vakuum fließt, sondern in einen politischen Raum, der bereits gefüllt ist. Der Funke, mit dem die Internetpioniere einen Flächenbrand liberaler Gedanken verbreiten wollten, ist verglimmt. Heute ist die Begeisterung der Ernüchterung gewichen. Das Internet ist nur ein Instrument – weder gut noch böse, weder politisch noch apolitisch[...]”

      Quelle:

      http://www.heise.de/tp/artikel/34/34741/4.html

      Anmerkung: Die Fettmarkierung ist von mir, denn ich will darauf hinweisen, dass man dies getrost auf alle Medien übertragen kann.

      Viel was Du über das Internet schreibst ist mir, als alter Leseratte, der immer wieder gehofft hat, dass aufklärende Sachbücher den Funken der Revolte auf Deutschland übertragen, auch im Buchhandel so vorgekommen – Es gibt wohl kaum eine Möglichkeit, die Menschen hier aufzurütteln.

      Übrigens, da ich wenig TV oder Radio konsumiere, aber vom Hörensagen so einiges mitbekommen habe ist das oben fett markierte Problem wohl das Problem aller Medien.

      Meine These:

      Sobald es um viel Geld geht verlieren die Medien ihren Sinngehalt, es geht, wie Du – völlig richtig übers Internet schreibst – nur noch um Titten, Skandale usw. usf.

      Ich lass mich gerne eines besseren belehren, aber seit es mir auffällt, dass sich z.B. Sachbücher (egal zu welchem Thema) nur noch mit reißerischen Titeln verkaufen lassen (z.B. “Deutschland schafft sich ab”, um nur ein besonders negatives Buch zu nennen, dass sich mit anderem Titel sicher nicht so verkaufen würde) bin ich persönlich am resignieren, ob auch hiervon noch Veränderungen möglich sind.

      Fazit:

      Die Zeiten sind wohl vorbei wo Medien (egal welche) echte Veränderungen bewirken konnten.

      Resignierte Grüße
      Bernie

    8. derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 13:23 - Permalink

      http://2.bp.blogspot.com/-4zGKXkpn8Y0/TVvzb7mVS4I/AAAAAAAAAB8/mp9C1Bf2b-U/s1600/facebook_egypt_2011.jpg

      sagt eigentlich alles

    9. mee schrieb am 29. Mai 2011 at 13:25 - Permalink

      “In demokratischen Industriestaaten wird das Netz sowohl zur Koordination des (meist zivilen) Widerstands als auch zur alternativen Berichterstattung genutzt. Dies wird von den Regierungen innerhalb gewisser Leitplanken auch meist geduldet. Wer außerhalb der Leitplanken agiert, muss jedoch nicht nur mit der Gegenwehr des Staates, sondern meist auch mit der Gegenwehr des Netzes selbst rechnen. So gilt es hierzulande beispielsweise als selbstverständlich, dass Fremdenfeindlichkeit im Netz nichts zu suchen hat. Angebote der NPD in sozialen Netzwerken werden von der Mehrheit der Internet-Community wie selbstverständlich abgelehnt – und die Anbieter sozialer Netzwerke folgen diesem Wunsch auch regelmäßig, da sie um ihr gutes Image fürchten. Mit den hehren Idealen der Internetpioniere hat das freilich nicht mehr viel zu tun.”

      Diese Beobachtung steht ein bisschen quer zu einer Entwicklung, die ich als das eigentliche Problem politischen Austausches im Netz bei uns wahrnehme. Es stimmt natürlich, dass soziale Netzwerke extreme politische Positionen ausschließen und dort (wie auch in der Öffentlichkeit außerhalb des Netzes) ein Konsens bzw. Leitplanken etabliert werden.

      Aber viel mehr als irgend ein Staat oder irgend ein Internetdienstleister sind wir selbst es, die freien Meinungs-Austausch verhindern, indem wir uns Communitys und Angebote suchen, die unserer Ideologie entgegenkommen und möglichst wenig kognitive Dissonanzen produzieren. Diese Idee wurde bereits lange vor dem Internet auf die klassischen Medien bezogen: Wir schauen die Sendungen im Fernsehen, die uns den größten Nutzen versprechen, lesen die Zeitungen, die unsere Meinung bestätigen (uses&gratifications-approach).

      Im Netz nun ist dies natürlich noch viel leichter für eine Vielzahl an Ideologien. Jeder kann sich für die absurdeste Weltsicht heute eine Community suchen. Das hatten wir ja hier neulich schon anhand der Verschwörungstheoretiker besprochen. Innerhalb der communitys bestätigt man sich dann in seiner Weltsicht immer wieder selbst. Dieser Mechanismus In den USA gab es zu dieser Theorie unter dem Begriff “epistemic closure” in den lezten Jahren eine ganz interessante Debatte:

      One of the more striking features of the contemporary conservative movement is the extent to which it has been moving toward epistemic closure. Reality is defined by a multimedia array of interconnected and cross promoting conservative blogs, radio programs, magazines, and of course, Fox News. Whatever conflicts with that reality can be dismissed out of hand because it comes from the liberal media, and is therefore ipso facto not to be trusted. (How do you know they’re liberal? Well, they disagree with the conservative media!)

      Dies ist natürlich vor allem erstmal ein Problem der amerikanischen politischen Öffentlichkeit, in der neben den Meinungen auch zunhemend die Fakten selbst umstritten sind. Aber auch bei uns wird dies dann offensichtlich, wenn man sich mal auf Seiten umguckt, die einem politisch eigentlich nicht so liegen. Wie schnell in solchen Communitys andersdenkende als “Trolle” wahrgenommen werden, haben wir alle schon gesehen (oder selbst erleben können).

      Anstatt einer großen politischen Debatte hat man dann also viele kleine und immer größeren Probleme, überhaupt eine Debattengrundlage für einen Austsuch zu finden. Das Verständnis für andersdenkende wird kleiner, der politische Konsens wird kleiner usw usw. Vielleicht auch deshalb vierlieren die großen Parteien immer mehr ihre Rolle als Meinungsbilder: Sie können diesen neuen Tribalismus in der politischen Öffentlichkeit nicht mehr zusammenhalten.

      • derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 13:35 - Permalink

        …indem wir uns Communitys und Angebote suchen, die unserer Ideologie entgegenkommen und möglichst wenig kognitive Dissonanzen produzieren.

        Stimmt zwar leider (oft), aber die gegnerischen Fanatiker, Trolle und Hater lassen dann nicht lange auf sich warten – zum Glück, muss man hier vielleicht sagen. Keine Community ist so homogen und eindimensional strukturiert, dass nicht auch dort intern das Diskutieren beginnt. In Polizeiforen streiten Polizisten über Polizeigewalt, hier streiten sich Verschwörungstheoretiker, orthodoxe Marxisten, Lemmy und Sam Serious über Sozialdemokratie, Sozialstaat und Sozialismus…

        • Kaffee Ole schrieb am 29. Mai 2011 at 15:51 - Permalink

          Gute und treffende Beschreibung des SF-Forums.
          Danke! :-)

    10. na sowas schrieb am 29. Mai 2011 at 13:38 - Permalink

      @SF

      Das Internet ist kein rein politisches Medium, das den Menschen zu einem Homo Politicus erzieht.

      Eben! Wer da große Erwartungen hat[te], ist an der Ernüchterung selber schuld! Deine Kritik in Ehren und sicher gerade auf Deinem Blog längst überfällig, aber warum denn gleich so pessimistisch & moralinsauer – speziell der Jugend gegenüber? Du verdirbst ja den ganzen Spaß, wo er doch gerade erst anfängt. ;-)

      … kommen sie wenigstens nicht auf die “dumme Idee”, ihre Forderungen auf der Straße kundzutun.

      Hmmm …war da nicht neulich was in Barcelona?
      Hey SF… Are you ready to change the world? ;-)

      Mensch Berger ein tool wie geschaffen für uns beide, wollen wir nicht mal #acampaBielefeld in die Welt zwitschern?
      …
      Tweet4Action is the ultimate tool for armchair activism.
      …
      Discover how to set up the most radical street demonstrations and take part in them without any of the annoying risks.
      Created in the cultural background of the so called Twitter Revolutions Tweet4Action injects the fervor into your tweety riots by mixing together the potent combination of Twitter, augmented reality, and data hallucination.
      Insurrections have never been so easy: just decide in a few clicks where do you want to place your riot, pick up a rebellion hashtag and spread it all over the web. Your tweets will become the squatter demonstrators in the augmented reality space of your campaign!

      …inhaltlich weder von den Medien

      Meckerte da nicht neulich jemand?
      http://www.basicthinking.de/blog/2011/05/26/blogs-als-quelle-fur-traditionelle-medien-keine-lust-mehr-euer-fusvolk-zu-sein/

      …noch von der Politik überhaupt wahrgenommen.

      noch Fragen → http://goo.gl/BCdzS
      …
      [So ...ich geh jetzt erst einmal ausdrucken p*nkeln. btw. Dein facebookstyle Portrait rechts oben ist reichlich old fashioned candy!]

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Mai 2011 at 17:58 - Permalink

        Der Artikel wurde vor “Barcelona” geschrieben. Da die TP-Jubiläumstexte auch in Druck gegangen sind, war der 1. Mai letzter Abgabetermin. Den Großteil des Artikels hatte ich übrigen schon im Februar geschrieben ;-)

    11. :/ schrieb am 29. Mai 2011 at 13:57 - Permalink

      http://www.youtube.com/user/FuerBerlin

      Bitte lasst es ein (besonders guter) Fake sein.

      • mee schrieb am 29. Mai 2011 at 14:01 - Permalink

        auf jeden fall fake

      • Frank Schenk schrieb am 30. Mai 2011 at 00:24 - Permalink

        Schau dir die Realität an. Die ist schlimmer als jeder Fake-Wahlwerbespot.

        Alternativ auch CDU TV: http://www.youtube.com/user/cdutv?blend=1&ob=5

        m(

    12. Matten schrieb am 29. Mai 2011 at 14:00 - Permalink

      “Das Internet” ist erst durch seine kommerziellen Möglichkeiten groß geworden und die Verbreitung dieses Mediums geht in großem Maße darauf zurück, dass man mit diesem Medium Geld verdienen kann. Folglich bringt das Medium auch die gleichen Gesetzmäßigkeiten mit sich, die auch bei anderen Produkten zu beobachten sind. Vorhandene Herrschaftsverhältnisse werden reproduziert. Mir ist wahrlich schleierhaft, warum die romantisierenden und mystifizierenden Vorstellungen über die egalitären Möglichkeiten dieses Mediums sich auch immer noch in den Köpfen halten können. Das Netz ist heutzutage immer mehr ein Sammelsurium an Werbung und bei jeder Google Suche erkennt man, das große Marktführende Unternehmen die besten Treffer erzielen.

      Sicherlich kann man das Netz auch anders Nutzen und wertvolle Informationen gewinnen, aber eben nur wenn man sich dieser Caharakteristika des Netzes auch bewusst ist und sie reflektiert.

      • derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 14:12 - Permalink

        Das gedruckte Buch ist erst durch seine kommerziellen Möglichkeiten groß geworden und die Verbreitung dieses Mediums geht in großem Maße darauf zurück, dass man mit diesem Medium Geld verdienen kann.

        • Matten schrieb am 29. Mai 2011 at 14:16 - Permalink

          Jep

      • André H. schrieb am 29. Mai 2011 at 14:34 - Permalink

        Randbemerkung:
        Das Internet mit all seinen Servern verbraucht enorme Mengen an Strom (gut für das Wirtschaftswachstum/schlecht für die Menge an Atommüll).

    13. Serious Sam schrieb am 29. Mai 2011 at 14:01 - Permalink

      Wenn überhaupt via Internet demokratische oder sonstige größere Änderungsprozesse angestoßen werden, dann durch schlagkräftige, kleine, hochspezialisierte Gruppen, in denen gut vernetzte, technisch versierte Könner mit einem klaren, gemeinsam geteilten Ziel agieren. Wikileaks ist ein Beispiel.

      Twitter wiederum hat eine ganz andere primäre Wirkungsmöglichkeit: die des kurzfristigen Organisierens von großen Versammlungen.

      Schreiberlinge von und in Blogs und Foren wie diesem hier dagegen haben noch nie was relevantes erreicht und werden das auch nie. Denn die (politischen) Blogs sind nichts anderes als die digitalisierte Form der Eckkneipe von früher. Da wird wie früher auch selten zur Sache und sachlich argumentiert, oft gestänkert, gern ad personam gegiftelt, und insgesamt halt auf üblichem Laienniveau geschwätzt, behauptet, diskutiert…, Aber es gibt keine effiziente (oder überhaupt irgendeine) arbeitsteilige, hierarchische Organisation, die zielgerichtet etwas unternimmt, kein gemeinsames Ziel, keine sauberen Strukturen usw. Also auch keine Ergebnisse.

      Aber unterhaltsam ist es manchmal dennoch oder gerade deshalb, daher bin ich ja fleißig dabei :)

      • mee schrieb am 29. Mai 2011 at 15:28 - Permalink

        Schreiberlinge von und in Blogs und Foren wie diesem hier dagegen haben noch nie was relevantes erreicht und werden das auch nie.

        Das stimmt. Aber hier z.B. nimmt man sich gegenseitig ja noch wahr und es entwicklen sich teils ganz gute Diskussionen. Aber ich bin z.B. eben auf eine Yahoo-Meldung gestoßen mit fast 180.000 Kommentaren (!). Da fagt man sich schon, welchen Sinn eigentlich so eine Kommentarspalte hat, die völlig anonym ist, in der sich niemand kennt und sich niemals eine konstruktive Debatte entwickeln kann. Es ist tatsächlich wohl eine reine “Partizipationssimulation”, wie Jens schrieb.

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Mai 2011 at 21:12 - Permalink

        Wenn überhaupt via Internet demokratische oder sonstige größere Änderungsprozesse angestoßen werden, dann durch schlagkräftige, kleine, hochspezialisierte Gruppen, in denen gut vernetzte, technisch versierte Könner mit einem klaren, gemeinsam geteilten Ziel agieren. Wikileaks ist ein Beispiel.

        Das ist das Ideal von Wikileaks, leider hat die Realität damit nicht mehr viel zu tun :-(

        • Serious Sam schrieb am 29. Mai 2011 at 21:37 - Permalink

          Ja, bei Wikileaks ist inzwischen viel in Scherben gegangen. Und ja, Wikileaks hat etwas erreicht, durch die erwähnte Aufstellung. Man kann allerdings am Niedergang von Wikileaks (mal wieder) sehen, dass es eine Garantie für eine nur kurze Blüte ist, wenn die Prozesse und Strukturen solcher Organisationen auf eine Person, auf deren Persönlichkeit, Eitelkeit und Fähigkeiten zurechtgeschitten sind.

    14. Bernie schrieb am 29. Mai 2011 at 14:43 - Permalink

      “[...]Aber unterhaltsam ist es manchmal dennoch oder gerade deshalb, daher bin ich ja fleißig dabei :)[...]”

      dito

      Gruß
      Bernie

    15. Weintraube schrieb am 29. Mai 2011 at 15:02 - Permalink

      Lange Artikel liebe ich nicht. Aber diesen habe ich bis zum Ende gelesen, denn langweilig war er nicht. Noch schlimmer als lange Artikel sind lange Kommentare. Jedenfalls meistens. Deshalb ist dieser Kommentar hier zuende.

    16. derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 15:04 - Permalink

      Fernseh-Macht vs. Internet-Macht: Spanisches Fernsehen blendet bei Fußballberichterstattung den #spanishrevolution-Flashmob schnell aus

      http://www.youtube.com/watch?v=7SUqcJkMcsI&feature=player_detailpage#t=19s

      Aktuelle Infos

      http://textundblog.de/?p=4152

      • Bonsta schrieb am 29. Mai 2011 at 23:37 - Permalink

        Ich liebe solche kleinen Beweisstücke der Medienzensur.

    17. Kunar schrieb am 29. Mai 2011 at 15:41 - Permalink

      In diesem Zusammenhang fällt mir folgender Video-Vortrag ein:

      RSA Animate – The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?
      http://www.youtube.com/watch?v=Uk8x3V-sUgU

      Ähnlicher Grundtenor (“Das Internet macht gar nicht automatisch frei.”).

      • Ralf schrieb am 30. Mai 2011 at 09:42 - Permalink

        Danke – Danach hatte ich gesucht. Vor ein paar Monaten bin ich darüber schon mal gestolpert und mußte jetzt wieder daran denken.

    18. Schweigsam schrieb am 29. Mai 2011 at 16:08 - Permalink

      Wer glaubt, dass Internet könnte die Welt verändern, ist ein ignoranter Utopist.
      Nach weiter voranschreitenden Regulierungen des Netzes und Kommerzialisierung bleibt den Usern und Aktivisten, die für Transparenz und Freiheit “kämpfen”, irgendwann ein Käfig voller Narren. Das wäre ein Indiz dafür, dass unsere “Demokratie” aus Sicht der herrschenden Klasse auf freiheitlichen Werten basiert.

    19. Mischi schrieb am 29. Mai 2011 at 16:53 - Permalink

      Ich denke, der Artikel beleuchtet die negativen Aspekte sehr gut. Und der wichtigste Punkt ist wohl, dass die Nutzer eines neuen Mediums nicht automatisch politisiert werden, nur weil es von politischen Aktivisten genutzt wird.
      Die positiven Auswirkungen sind aber doch etwas kurz gefasst und teilweise nicht zu Ende gedacht. Besonders dass Wikileaks nicht erwähnt wurde, ist ja schon fast eine sträfliche Vernachlässigung (Absicht oder Zensur? ;) ). Durch die Veröffentlichung der Cables und War logs sind die Amis schon ziemlich ins Schwitzen gekommen. Viel am System geändert hat sich dadurch vielleicht nicht. Aber es hatte mit Sicherheit erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung. Politische Veränderungen müssen sich ja nicht immer in einem Umsturz oder einer Revolution abzeichnen. Eine gut organisierte Gegenöffentlichkeit kann durchaus schon erheblichen Einfluss aufs System nehmen. Ebenso hat sich die Bundesregierung die Einführung der Netzsperren mit Sicherheit einfacher vorgestellt. Wenn man schon Online-Petitionen erwähnt, dann vielleicht auch diejenigen, die doch etwas bewirkt haben. Nicht zu vergessen, dass durch das ganze Theater die Piratenpartei zu der größten außerparlamentarischen Partei angewachsen ist. Ob man das nun gut oder schlecht findet, sei jedem selbst überlassen ;)
      Ich würde behaupten, der Einfluss des Internets auf die Politik ist größer als manch einer denkt. Aber auch geringer als viele es sich wünschen. Ich bin in dem Punkt jedenfalls optimistisch. In Zukunft wird das Internet noch an Bedeutung gewinnen und bei zukünftigen Ereignissen eine noch wichtigere Rolle spielen.
      Und nur weil nicht gleich die Hütte brennt, heißt es ja nicht, dass sich nichts tut ;)

      • smukster schrieb am 30. Mai 2011 at 07:43 - Permalink

        Ja, Wikileaks etc. machen heute dass, was eigentlich Aufgabe von Zeitungen, Fernsehsendern etc. waere. Diese waren auch mal wichtig, aber das Kapitel kann wohl als abgeschlossen betrachtet werden.
        An der Grundtendenz des Artikels aendert das aber mE nichts: Wie bei jedem neuen Medium geht die Tendenz aber ganz klar hin zu mehr Bevormundung und weniger Freiheit. So schoen die Moeglichkeiten sind, und Du lieferst da natuerlich gute Beispiele, kann ich daher Deinen Optimismus nicht verstehen. Woher sollte ploetzlich ein solcher Umschwung kommen? Regierung und Unternehmen haben nun mal leider mehr Ressourcen und lernen systematisch dazu, und die allermeisten Nutzer schlucken es.

        Das geht seinen “liberal-demokratischen” Gang…;-)

        • Mischi schrieb am 30. Mai 2011 at 17:54 - Permalink

          Etwas anderes habe ich auch nicht behauptet ;-)

          Aber selbst mit einem vom Staatsorgan kontrollierten Internet wird es noch mehr Möglichkeiten geben, als ohne Internet. Wie gesagt, es muss nicht immer gleich der große Umsturz sein. Es trägt schon zur Verbesserung bei, wenn Bürger sich besser über Zusammenhänge informieren und sich auch im Kleinen organisieren können. Das zeigt ja auch die Entwicklung bei den Nachdenkseiten, wo Jens ja mittlerweile gut mitmischt. Da entstehen ständig neue Diskussionsgruppen und es finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Quasi ein direkter Weg aus dem Netz in die reale Welt.
          Klar, den Durchschnittsbürger wird das nicht interessieren, der gibt sich mit Titten und Action zufrieden und das soll ja auch sein gutes Recht sein. Aber dem einzelnen politisch Interessierten dient es wunderbar zum Gedankenaustausch und Informationsgewinn. Daraus kann immer etwas Größeres entstehen, das dann auch von herkömmlichen Medien aufgegriffen wird.
          Meckern ist da immer einfach. Besonders, wenn ein neues Medium, wie richtig im Artikel beschrieben, die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Wenn man aber an die Zeit zurückdenkt, als die Infos nur aus Glotze, Radio und Zeitung kamen, hat sich doch so einiges getan. Für mich persönlich ist es schon ein enormer Gewinn, dass ich mir vor einer Wahl sämtliche Parteiprogramme angucken kann, auch die der kleinen Parteien.

          Daher bleib ich dabei: das Internet hat jetzt schon eine große Bedeutung für den politischen Diskurs und wird noch weiter an Bedeutung gewinnen

    20. leslie schrieb am 29. Mai 2011 at 17:08 - Permalink

      Was zum gruseln.
      Das freie Internet ist Geschichte
      http://www.basicthinking.de/blog/2009/04/19/basic-sunday-das-freie-internet-ist-geschichte/

      Als er fort war, blieb ich noch einige Momente sitzen. Dann stand ich auf, ging zu einem Kistenstapel, schob ihn beiseite und schaltete meinen zweiten Computer ein, der sich dahinter verbarg. Ein Cursor blinkte auf und ab. “Was gibt es” erschien auf dem Bildschirm. Ich schaute hoch zur Kellertreppe und widmete mich dann wieder meinem Computer. Leise tippte ich meine Nachricht ein. “Ich habe die Namen…”

      Mfg

    21. derspießigeanarchist schrieb am 29. Mai 2011 at 17:25 - Permalink

      Live, jetzt, und nur im Internet:

      Paris, Bastille

      http://www.ustream.tv/channel/democracia-real-paris

      Athen

      http://www.kalinixta.co/athens-greece-syntagma-square-live-video-stream/1057/

      • derspießigeanarchist schrieb am 30. Mai 2011 at 00:09 - Permalink

        Le Monde:

        http://www.lemonde.fr/societe/article/2011/05/29/apres-madrid-les-indignes-francais-s-installent-place-de-la-bastille_1529122_3224.html#ens_id=1271383

    22. Truvor schrieb am 29. Mai 2011 at 17:49 - Permalink

      Puuuhhh war der Artikel lang, dafür aber sehr wissenswert und kompetent.
      Zumindest das Kapitel über Russland war sehr präzise beschrieben (passiert Dir nicht das erste Mal ;-) ).

      1+

    23. Thawas schrieb am 29. Mai 2011 at 18:26 - Permalink

      Das grundsätzliche Problem an dem Artikel ist, dass das Internet nur als Instrument gesehen wird.

      Wagen wir einen kleinen Exkurs:

      Brasilien, Regenwald. Eine neue Straße wird gebaut und bringt die Indianer dort zum ersten Mal in Kontakt mit der Zivilisation. Du wirst dort freundlich aufgenommen, und die interessierten Indianer fragen dich, was es mit den Papierschnippseln auf sich habe, die offenbar für die Fremden von so großem Wert sind.

      Ganz klar, du antwortest: Das ist Geld, das ist ein Mittel, mit dem wir unseren Warentausch organisieren. Es ist das Instrument, womit wir Gegenstände gegen andere Gegenstände tauschen, ohne dass wir diese immer mit uns herumtragen müssen. So kann ich zum Beispiel in ein anderes Dorf gehen, und mir dort etwas kaufen, was es in meinem nicht gibt.

      Die Indianer nicken, denn sie sind nicht dumm, und sagen: Das ist ja eine lustige Idee, wirklich interessant. Aber was soll man damit anfangen, wir haben doch in unserem Dorf alles, was wir brauchen. Das Geld scheint uns keine praktikable Idee zu sein, jedenfalls ohne allzu große Wichtigkeit…

    24. Kloppi schrieb am 29. Mai 2011 at 19:35 - Permalink

      Sicherlich ist das Netz nur ein Träger von Informationen, unabhängig von deren Wert. Der Leser muss wie bei einer TV-Sendung oder einem Buch das Inhalierte selbst bewerten und sich daraus seine Meinung bilden.
      Der Wert des Webs besteht darin, die “Markteintrittsschwelle” zu senken. Das kann jeder nutzen, wie er mag. Der Fakt bleibt, dass “sich zu verbreiten” billiger wird.
      Da der Konsument aber nicht (nennenswert) mehr Zeit aufwendet, buhlen mehr Propheten um die Aufmerksamkeit und so gibts auch wie im Real Life den Prozess der Selektierung.

      Dennoch: die Markteintrittsschwelle für Propheten aller coleur wird niedriger. Auch die Möglichkeit, sich ungeachtet geographischer Maße zu vernetzen.
      Das ist und bleibt ein Fortschritt.

      Die Herausforderung an die Netzgemeinde für die kommenden Jahre lautet insfern, der Monetarisierung jeglicher Regung im Netz zu wiederstehen. Um die Markteintrittsschwelle nicht wieder anzuheben.

    25. Benjamin schrieb am 29. Mai 2011 at 22:25 - Permalink

      Solange sich der Mensch (im tiefsten Innern und Wesenszug) nicht ändert, können die noch so viel erfinden und entdecken; die Facebookgruppe pro Guttenberg war ja Hackenzusammenknallen 2.0 per excellance.

      Wie an anderer Stelle schon gesagt; es ändert sich nichts.

      Und wir sind NUR DESHALB HIER, damit es nicht total k… wird! ;/

    26. bridgR schrieb am 30. Mai 2011 at 00:35 - Permalink

      guter Artikel – und er kommt sogar mal (fast) ohne VT-bashing aus..!
      Danke dafür @SF.

    27. smukster schrieb am 30. Mai 2011 at 07:29 - Permalink

      Hmm, schoener Artikel, aber der Inhalt laesst sich eigentlich in einem Satz sagen: “Das Internet ist ein Instrument, dass fuer gute fuer fuer schlechte Zwecke genutzt werden kann.”. Ja, klar, und? Was sollte es sonst sein?

      Geschichte wiederholt sich eben doch, oder zumindest Aspekte derselben. Mit jedem neuen Medium die gleiche Geschichte, seit der Erfindung der Sprache. Es aendert sich hoechstens die Zensur ein wenig, mehr Marginalisierung statt harter Verbote. So dass das Interessante in der Flut der Belanglosigkeiten untergeht. Kennen wir aus der klassischen Presse aber auch schon.

      Aber dennoch ein schoenes neues Spielzeug!

      • André H. schrieb am 30. Mai 2011 at 08:02 - Permalink

        Mit jedem neuen Medium die gleiche Geschichte, seit der Erfindung der Sprache.

        Einen Unterschied zu den bisherigen Errungenschaften menschlicher Kommunikation sehe ich noch:
        Kein anderes Medium besitzt das Potential und die technischen Voraussetzungen, um eine totale Kontrolle und Überwachung eines einzelnen Menschen zu ermöglichen, wie das Internet. Gut, diese Möglichkeit spielte bisher keine grosse Rolle, das könnte sich jedoch einmal ändern.

        • Serious Sam schrieb am 30. Mai 2011 at 08:54 - Permalink

          Die Datenkraken sind schon recht gut im Überwachen und Kontrollieren der Internetnutzer. Wobei es viele derselben ja gar nicht anders wollen: kaufen Apple-Geräte, entblößen sich beim Fratzenbuch uswusf.

          • André H. schrieb am 30. Mai 2011 at 09:00 - Permalink

            Da wären wir doch tatsächlich einmal fast der selben Meinung…

            (da muss ich irgend was falsch gemacht haben)

        • smukster schrieb am 30. Mai 2011 at 14:19 - Permalink

          Kein anderes Medium? Video- und Tonaufzeichnung scheinen mir hier sogar deutlich mehr Moeglichkeiten zu bieten. Klar, sie lassen sich mit dem www kombinieren und werden erst dann “richtig schoen evil” ((c) Die Aerzte). Dennoch sehe ich hier die Sonderstellung nicht.

          (Auch ich stimme ausnahmsweise Serious Sam weitgehend zu. Bedenklich?)

          • André H. schrieb am 30. Mai 2011 at 17:48 - Permalink

            Ja, ich meine die Kombination von Technologien (Video, Ton, Handy usw.) mit dem Internet. Schon nur das Stichwort “Persönlichkeitsprofil” aufgrund der Kombination von verschiedenen Datenquellen birgt Möglichkeiten, welche wir uns noch nicht so ganz bewusst sind.

    28. klaus59 schrieb am 30. Mai 2011 at 08:34 - Permalink

      Die Versuche antidemokratischer Mächte, das internet technisch und inhaltlich einzuschränken sind der beste Beweis für seine demokratiefördernde Funktion.
      Der Zugang zu Allgemeinbildung und Nachrichten ist hierfür noch ermunternder als direkte Aufrufe zur nächsten Demo. Der Artikel transportiert eine Binse: Mit dem neuen Hammer zum Steinekloppen man kann auch Köppe einschlagen.

    29. Alexander schrieb am 30. Mai 2011 at 13:26 - Permalink

      “Durch das Internet können jedoch auch Leugner des Klimawandels ihre Thesen streuen und zahlreiche Anhänger finden.”

      Zweischneidiges Schwert, an das sich der Autor heranwagt. Leugnen bedeutet:

      ” [1] etwas abstreiten; behaupten, dass etwas nicht zutrifft
      [2] Offenkundiges wider besseres Wissen bestreiten, als unwahr hinstellen
      [3] Weltanschauungen oder Lehren, die allgemein anerkannt sind oder ernsthaft vertreten werden, für nicht existent erklären ”

      Wenn man mal den ersten Punkt außen vor lässt, so behauptet der Autor, dass es definitiv nachgewiesen wurde, dass der Klimawandel stattfindet. Soweit so gut, dass stimmt ja auch noch, die Frage die ich mir stelle ist, ob der Autor den menschengemachten Klimawandel meint oder den Allgemeinen, wobei der letztere nach meinem Wissen überhaupt nicht “geleugnet” wird.

      Leider ist mir das in letzter Zeit aufgefallen, dass viele “aufklärerische Artikel” die gleiche Wortwahl benutzen, wie die Medien, die oft als Mainstream bezeichnet werden. Unter anderem ist Gutmenschen in meinen Ohren so ein Unwort, genauso wie Verschwörungstheorien auf der Seite der offiziellen Medien.

      Nichts desto trotz, ist der Artikel im großen ganz gut geschrieben.

    30. Natascha schrieb am 30. Mai 2011 at 20:16 - Permalink

      Vox Internet, vox Rindvieh?

      • carlo schrieb am 31. Mai 2011 at 03:48 - Permalink

        @Natascha
        Ja!!!
        Mein Nachbar hat sich den einen, sündhaft teuren Laptop vom Aldi zugelegt, auch noch mit Zubehör. Leider hab ich Idiot ihm einen der günstigsten DSL-Anbieter empfohlen, mit dem er dann auch in Kontrakt getreten ist; ihm die Kiste etwas mit Software aufgerüstet, weil ich dachte, ah da tut sich ja mal was.
        Und was liest dieser Kerl im Netz? Bild.de ist seine Startseite geworden und die ComputerBild sein Monatsperiodikum! Mir jedenfalls hat er gesagt, das käme ihn billiger aufs Jahr gerechnet, als morgens die Printausgabe zu kaufen. Und ich Trottel helf dem Deppen auch noch……Asche auf mein Haupt, ich bin fertig mit der Welt…

        Irgendwie so etwas frei nach Hasek: Das Internet ist eine zweischneidige Waffe, wie das Bier.
        Die Leute machen sich da dran, und wissen nicht mehr wann sie aufhörn sollen.

        • Natascha schrieb am 31. Mai 2011 at 20:22 - Permalink

          Wie bei allen anderen Werkzeugen auch kommt es darauf an was man daraus macht.

          Ein Idiot bleibt ein Idiot, auch wenn Du ihn in einen Porsche setzt.

    31. Cornelius schrieb am 31. Mai 2011 at 12:53 - Permalink

      Die Vorstellung, das Netz könnte weltweit zur Demokratisierung und zur Partizipation der Massen führen, sollte endlich auf dem Friedhof idealistischer Träumereien begraben werden.

      Das, lieber Jens Berger, glaube ich nicht!

    32. Seneca schrieb am 31. Mai 2011 at 16:13 - Permalink

      Natürlich werden angehende Diktaturen wie bestehende Möglichkeiten finden, Informationen gegen sie unterbinden zu lassen und ihr tun als das Wahre zu verkaufen, aber viele Wege finde das Ziel oder die Wahrheit, insofern halte ich das Internet für ein Ideal an Vielfalt und demokratischen Werten, wenn man sie nutzen will und darf.
      Von einigen Zeitungen wie die Zeit, die Süddeutsche habe ich mich schon verabschiedet. Deren elitären Stil und Blasiertheit will ich mit Kaufen nicht unterstützen. Da schaue ich mir Seiten wie eben diese an und ähnliche, wo man auch mal Kommentare schreiben kann, die Redakteuren von genannten Publikationen nicht geschmeckt hätten, weil die ja meinen Moralprinzipien hätten sie zu bestimmen …

    33. Toiletman schrieb am 31. Mai 2011 at 19:42 - Permalink

      Demokratie und Emanzipation sind nichts als hohle Phrasen. Die Herrschaftsverhältnisse mögen sich verschieben aber existieren weiterhin. Ständische Eliten, bürokratische/staatliche Eliten, kapitalistisch-wirtschaftliche Eliten und so weiter und so fort. Es wird immer so bleiben, da die Mehrheit der Menschen einfach ihr unpolitisches Leben führen möchte. Was wir Demokratie nennen kann uns keine guten Herrscher bringen aber im Gegensatz zu allen anderen Methoden kann sie uns wenigstens dazu befähigen tyrannische Herrscher abzuwählen.


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