Reden ist Silber, Schweigen ist Schuld
geschrieben am 03. Juni 2011 von Spiegelfechter
ein Gastartikel von Florian Hauschild über die unsägliche Rolle des deutschen Journalismus im Zuge der Entstehung des Movimiento 15-M
Es war ein heißer Mai. Für die Spanier, für die Griechen, für die Portugiesen, für die Franzosen. Vor allem in den südlichen Ländern tritt auch die Hitze der Empörung zutage: Die europaweite Unzufriedenheit mit einem System, das immer mehr Menschen Zukunftsperspektiven und die Chance auf ein würdevolles Leben raubt. Wie Eiterbeulen auf einem kranken Leib quollen die protestierenden Massen hervor auf Europas Straßen und Plätzen, um zu sagen: „Es reicht. Wir sind dagegen. Wir werden künftig nicht mehr schweigen!“. Kann man es ihnen verübeln? Wohl kaum.
Doch wie präsent ist den meisten Deutschen die emotionale Lage der Menschen in den Ländern der europäischen Peripherie? Es gab Proteste, ja das weiß man. Die Lage ist ernst, auch das weiß man schon lange. Doch was sich seit dem 15. Mai 2011 wirklich in Spanien, Portugal und zunehmend auch in Griechenland abspielt wissen die wenigsten.
Wer kennt die Bilder von den basisdemokratischen Bürgerforen, die auf den spanischen Plätzen mittlerweile landesweit gegründet wurden? Wer kennt die Strukturen, die mittlerweile in ganz Europa entstehen? Strukturen, aufgebaut von einer Generation, die erkannt hat, dass der neoliberale Gesellschaftsentwurf ein Irrweg ist, dem keine weitere Chance gewährt werden soll.
Und während sich diese Generation höchst professionell vernetzt und ein Niveau des gegenseitigen Informationsaustausches erreicht, das die Machteliten völlig überrascht, sinnieren einige darüber, dass Internet und politische Teilhabe doch eigentlich nicht soviel miteinander zu tun haben. Das Gegenteil ist längst politische Realität: 14 Millionen Spanier – das sind 30 Prozent der Gesamtbevölkerung – nutzen Facebook. Mit Blick auf die jungen Spanier benennt das Handelsblatt gar 92 Prozent dieser als so genannte „Internauten“. So wundert es nicht, dass eine Analyse von tobesocial vom 30. Mai 2011 den Ursprung der „Spanischen Revolution“ in den sozialen Netzwerken sieht.

Natürlich: Die Manifestierung der „Bewegung 15. Mai“ wird nur gelingen, wenn die bereits entstehenden realen, nichtvirtuellen Strukturen weiter gefestigt werden; doch ist es kindlich und dumm zu glauben die Entstehung dieser Bewegung wäre ohne den Einfluss von Social Media möglich gewesen.
Genauso töricht ist es zu behaupten, die Bewegung wisse nicht was sie wolle. Die Anliegen der Demonstranten sind mehr als klar: Mit der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, mit der immer größeren Umverteilung von unten nach oben, und mit der immer größeren Akkumulierung von Macht in der Hand einiger weniger kleptokratischer Eliten soll Schluss gemacht werden. Die Empörung hat ihren Ursprung in nicht mehr hinnehmbaren sozialen Verwerfungen, ausgelöst durch ein gescheitertes neoliberales Gesellschaftsmodell, missbraucht von Wirtschaftsmächten, akzeptiert und protegiert durch ein schwaches und korruptes politisches System, das sich durch Anbiederung und Willfährigkeit seit Jahren zunehmend selbst diskreditiert. Kurz: Die Bewegung will Demokratie – wirkliche Demokratie!
Auch den Parteien gilt die Empörung, denn vielerorts in Europa haben sie vergessen, dass Parteien die Interessen der Bürger zu vertreten haben, anstatt den hechelnden Schoßhund zu spielen für jene, die längst zum Herr im Hause geworden sind. Der Tsunami der Empörung, der durch Europa rollt, ist auf dem besten Weg zu einer handfesten Systemkrise zu werden. Und worüber redet Deutschland? Ehec! Bestenfalls noch über Atomstrom.
Fragt man sich nach der Ursache dieses sozialen toten Winkels, so ist es wohl die Tatsache, dass für die meisten Deutschen wohl immer noch folgender Leitspruch zu gelten scheint: Eine Realität die bei Springer, Spiegel online und vielleicht noch der Tagesschau nicht präsentiert wird, existiert nicht. Journalisten blicken noch auf den dpa-Ticker. Facebook? Das ist doch Kinderkram, so die gängige Meinung.

Die unglaubliche Naivität und ungeheure Blindheit dieses Denkansatzes lässt sich nicht in Worte fassen. Fakt ist vielmehr: Soziale Netzwerke – allen voran Facebook, aber auch Twitter – sind Medien. Sie transportieren Information von a nach b und wahlweise auch von a nach z, über p, vorbei an f, bereichert durch die Meinung von l und so weiter.
Ja, es gibt eine soziale Realität außerhalb derer, wie sie in den Blättern aufbereitet wird, es gab sie schon immer. In persönlichen Gesprächen, Debattenkreisen, am Stammtisch. Neu ist, dass durch die zunehmende Digitalisierung des Lebens ein soziales Gegenbewusstsein heranwächst, das im immer größeren Gegensatz zum ebenfalls wachsenden Kampagnenjournalismus vieler Leitmedien steht – eine Entwicklung mit gar revolutionärer Sprengkraft, sofern dieser Mechanismus auf Organisation und Unzufriedenheit trifft, wie man in diesen Tagen sieht.
Interessant ist ferner, dass die berechtigte und wichtige Kritik an PR-gesteuerten Politikkampagnen mit denen die bekannten Leitmedien immer wieder vergewaltigt werden, kaum hinterfragt wird. Die Tatsache, dass eine massive Falschdarstellung von sozialen Phänomenen nur dann möglich ist, wenn zuvor großes Schweigen bezüglich der Entwicklung dieser Ereignisse geherrscht hat, wird dabei nämlich vergessen.
Denn zu allererst sind es die politischen Blogger und die Journalisten der kleinen Blätter, die ihr Ohr an den Puls der Zeit zu halten haben, um gesamtgesellschaftliche Stimmungslagen aufzufangen und widerzuspiegeln. Stück für Stück finden diese Stimmungen dann auch in den Leitmedien Gehör. Aus revolutionärer Wut wird so im besten Fall ein demokratischer Diskurs.

Bleibt dieser Informationsfluss jedoch aus, geschieht zweierlei:
- Die Empörten werden zu Wütenden und suchen und finden ihre Agitateure und Scharfmacher die sie zuerst verstehen und dann im aller wahrscheinlichsten Fall missbrauchen
- Kampagnenjournalisten und PR-Strategen nutzen die Unwissenheit der Gesamtbevölkerung um interessengeleitete „Wahrheiten“ zu schaffen
Eine nachhaltige Teilung der Gesellschaft ist der Fall. Nicht mehr nur noch entlang der Linie von Besitz und Nichtbesitz, immer mehr auch in Bezug auf die Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit. Genau dies wird geschehen, wenn über die wachsende Welle der Empörung, die derzeit durch Europa rollt, nicht endlich in angemessener Form berichtet und gesprochen wird.
Und zwar nicht nur in den sozialen Netzwerken oder einzelnen Nebenmeldungen auf Seite 7, sondern in Debattenform in den etablierten Medien unter Einbeziehung unserer vertrauten Institutionen, Organisationen und Parteien. Es gilt die Systemfrage zu stellen, nicht über so genannte Rettungspakete zu plaudern.
Es war schon einmal eine schweigende Masse, die in Deutschland eine Katastrophe zu verantworten hatte. Hoffen wir, dass sich Geschichte nicht zwangsweise wiederholt.
Florian Hauschild
Der Artikel erschien im Original auf le bohémien
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Woher sollte die denen deutlicher präsent sein als aus den Medienberichten, und vor allem: warum? ‘Die meisten Deutschen’ haben genug persönliche Probleme im eigenen Land am Hals. Da erscheint es, mit Verlaub, arg viel verlangt, sich auch noch eingehend mit dem einen oder anderen PaL (Problem anderer Leute) zu befassen. Politische Blogger und die Mitdiskutanten in solchen Blogs und Foren sind nun mal nicht repräsentativ für ‘die meisten Deutschen’.
Auch sonst ist das ein weiterer Text aus der laaaaangen Reihe ‘Kleine Blogger (sofern links) sind gut, große Mainstreammedien böse’. Wie für solche Schreibseleien üblich gespickt mit verkrampfter Phraseologie (‘Wie Eiterbeulen auf einem kranken Leib quollen die protestierenden Massen…’, realitätsfremden Unterstellungen ‘(Journalisten blicken noch auf den dpa-Ticker. Facebook? Das ist doch Kinderkram, so die gängige Meinung’), und linksutopistischen Forderungen (‘Es gilt die Systemfrage zu stellen, nicht über so genannte Rettungspakete zu plaudern.’).
Ach ja: den spanischen, portugiesischen und griechischen Bürgern wünsche ich viel Erfolg bei den Versuchen, ihre Länder zu demokratisieren.
Du hast vollkommen Recht, ein Ansatz von Hetze ist vorhanden, von der Hand weisen lassen sich die Tatsachen aber nicht. Die Tagesschau ist ein ganz schlechter Witz und eher eine Gutenachtgeschichte vom Wickert als umfassende Information über das Tagesgeschehen in D und der Welt… der Spiegel und SPO bildet vor allem sich selbst und die Interessen des AxelSV ab. Information, Nachrichten und Bildung sieht anders aus.
klar doch, wickert und tagesschau, spiegel und springer. genau so wird die blogosphäre ernst genommen.
ungefähr genauso ernst, wie diese revolution um mehr netto vom brutto, oder andersrum, mehr taschengeld. wofür man ja auch gerne bereit ist, an schönen lauen frühlingsabenden sich auf dem marktplatz zu treffen und dort zu übernachten.
Welche Informationsquellen nutzt denn Deiner Meinung nach der Durchschnittsdeutsche? Gut, der Kloeppel wurde noch vergessen. Das WARS. Natürlich wirkt die obligatorische Springerschelte wegen inflationärem Einsatz mittlerweile wie ne ganz billige Floskel. Ändert aber nix daran, dass sie gerechtfertigt ist.
Statt sich nur
könnte man natürlich auch mit nem Sprengstoffgürtel gen Berlin ziehen, aber dann biste ja auch schon wieder ein Terrorist… Echtes Dilemma. Welchen Grad an und welche Geschmacksrichtung des Aktionismus forderst Du denn für ne echte, ernst zu nehmende Revolution?
Und die Triebfeder der Bewegung auf
runterzubrechen, ist mindestens so unangebracht wie alternativ hierzu verwendbare “Du Gutmensch”-Kommentare. Stellt schön die dümmlich naive Position des Gegenübers heraus. Und ist keine gehaltvolle Kritik, sondern bloße Diffamierung.
Und um Deinen Beitrag mit dem Wahlergebnis weiter unten miteinzubeziehen: vielleicht hat ja ein waffenstarker Gesinnungsgenosse Mitleid und befreit die unterdrückte Masse der Minderheit ;)
für dich, und weil du meine antwort auf den vorposter nicht im kontext gelesen hast:
und
ja, es war sarkasmus, und sarkasmus diffamiert. das tut er immer. ganz sicher fordere ich nichts außer einer nüchternen betrachtung des geschehens, jedenfalls keine geschmacksrichtung von was auch immer. natürlich wäre ich schon ganz zufrieden, wenn der inflationäre mißbrauch des wortes revolution unterbliebe. nur, um die stoßrichtung meines rants noch einmal zu verdeutlichen.
Schon im Kontext gelesen, allerdings kam die Stoßrichtung Deines Rants, wie Du sie jetzt verdeutlichst, zumindest bei mir nicht an. Das ganze Treiben jetzt als Revolution und den Beginn einer neuen Zeitrechnung hochzufeiern ist bestenfalls verfrüht und realistisch betrachtet nur trauriger Irrtum, geb ich Dir recht. Allerdings bewegt sich mal wieder wer für irgendwas. Die Motivation ist meinetwegen Träumerei, aber deswegen noch längst nicht zu belächeln.
Ulrich Wickert moderiert die Tagesthemen seit 2006 nicht mehr. Man merkt schon, authentische Medienkritik am Puls der Zeit.
Hättest du lieber “… und zog genüsslich an seiner Zigarette” gehabt ?
Ja, eigentlich immer. Was denn sonst ?
wenn sie kein brot haben, sollen sie doch kuchen essen. die spanier wollen geld für gurken, die griechen geld für arbeit und die portugiesen geld für ‘ich weiss nicht genau was’.
wenn sie demokratisierung wollten, bedeutete das, sie hätten keine demokratie. dass sie, in diesem fall die spanier, ihre bemühungen um demokratisierung bei den wahlen mit einem ordentlichen gewinn der konservativen reaktionären kräfte zum ausdruck brachten, zeigt die ganz große kraft webzwonulliger revolutionärer aktion – oder so.
Nach dem Mai 68 gewann erst mal De Gaulle die Wahlen in Frankreich – haushoch. Na und?
also madrid 2011 und paris 1968, da liegen nicht nur zeitlich welten zwischen.
Es gibt viele Parallelen und sie zitieren sogar alte Parolen. Aber das Pflastersteinschmeißen und die pathetisch-sinnlosen Barrikaden hat man aufgegeben, stimmt, und gestreikt wird bisher auch nicht. Inhaltlich, von den Forderungen und der Atmosphäre her ist es aber sehr ähnlich, und das ist interessanter.
ach so, du warst damals dabei, wegen der atmosphäre, meine ich. das konnte ich ja nicht ahnen. aber sarte ist jetzt nicht auferstanden, oder?
Vergleich mal die Reportagen. Die von Cees Noteboom über 68 ist zb. ganz gut. Vergleich die Forderungen… die Wände voller Zettel und Wandzeitungen a la Stuttgart21… die Selbstorganisation… die Diskussionen… die Versammlungen…
“und linksutopistischen Forderungen (‘Es gilt die Systemfrage zu stellen, nicht über so genannte Rettungspakete zu plaudern.’).”
also jetzt unabhängig davon, wie du die forderung beurteilst bzw. mit welche politische Einstellung du sie verbindest: hast du dir die Systemfrage mal ernsthaft gestellt oder sagst du Worte nach? Erstgemeinte frage… Wenn ja, was ist da bei rausgekommen? Dass jegliche Alterative zum scheitern verurteilt ist und Terror bedeutet oder hast du dir weitergehnde Gedanken gemacht? Weil mir scheint dein Kommentar bezeichnend. Eine einzige Bestätigung für Florian Hauschild. Sapere aude!
Natürlich stelle ich mir die Frage ab und an. Was dabei rauskommt? Irnkwie immer dasselbe. Sehr verkürzt: eine Revolution wird nicht stttfinden, sie ist auch unsinnig. Es bedarf dringend einer Evolution des bestehenden Systems, weg von dem seit einigen Dekaden der angelsächsischen Dominanz verursachten allzu sehr monetär zentrierten, hin zu einem sozialliberalen.
Was Utopia betifft: das heißt übersetzt nichts anderes als ‘Nirgendwo’, und das trifft es auf den Punkt. Vielleicht sollten das endlich auch mal die Linksutopisten begreifen, dann wären sie endlich, ca. 140 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes ihrer Bibel, mal einen wichtigen Schritt weiter.
Wie dir mein Kommentar scheint geht mir übrigens unendlich weit am Knackarsch vorbei. Klar soweit?
Und nun, hast du auch was zu fragen und sagen, das sachlich ist, kontextbezogen, konstruktiv und vor allem nicht so öde ad personam zielt? Nein? Dann bleib mir bitte von den Postinghacken, danke.
Das kommt ganz darauf an, ob das System den tatsächlich noch evolutionsfähig ist, wie Du wohl annimmst und ich hoffe.
Utopia ist zu jeder Zeit ein “Noch-Nirgendwo”. Eigentlich überflüssig sollte es sein, zu erwähnen, dass nicht jeder “Linksutopist” zwangsläufig einen Marxisten darstellt.
Ja, genau. Da sind wir uns also einig. Schön.
Manchmal braucht es aber auch einen kleinen Schubs Richtung Evolution, wie eben 1968. Das einige von damals als gescheiterte Revolution ansehen.
Demokratie war auch einmal eine Utopie, oder auch das Internet… oder der Sturz Mubarraks.
Aber wer nicht mal in der Lage ist, das Undenkbare zu denken, und über den Tellerrand hinauszuschauen, weil es sich bodenständig realistischer anfühlt, steht da wie der Ochs vorm Berg, bzw. schwimmt in seiner eigenen Sauce. Hinterher heißt es dann gerne: “war doch klar,musste ja so kommen, lag ja in der Luft”, usw.
Die meisten Deutschen jammern auf hohem Niveau.
Verglichen mit den Problemen der dort demonstrierenden Jugend geht es uns* immer NOCH ziemlich gut. Allerdings sollte man gerade deswegen nicht den Blick über die Grenzen scheuen. Was man dort sieht, ist eine Vorschau auf das, was uns* mit großer Wahrscheinlichkeit auch erwarten wird.
Die Vorstellung, daß der deutsche Lebensstandard zu halten ist, wenn ein Großteil der EU verarmt, ist schon aufgrund der Außenhandelsbilanz bizarr.
Deshalb sollten insbesondere die, denen es jetzt schon nicht gut geht, einen Blick in’s Ausland werfen, um zu sehen was auf sie zu kommt und was sie tun können.
* explizites uns.
Der Verfasser muß sich um seine Zukunft keine Gedanken machen.
bist wohl neu hier? ;)
lies dir mal hier oder auf den nachdenkseiten ein paar zu deinem posting relevante artikel durch. schon mal vorweg: das genaue gegenteil deiner kernaussagen ist der fall.
Auch wenn es mir absolut fern liegt, die Zustände in D zu verteidigen: Gegenüber den Zuständen in Spanien und Griechenland geht es “uns” idT “noch” relativ gut. Das ist wohl auch der Grund, warum sich die Proteste nicht auf D ausweiten.
Ich glaube, da irrt der Herr. Es ist eine Mentalitätsfrage. Die deutsche Jugend hat in vielen Landstrichen wenig bis gar nichts mehr zu lachen. Ostdeutschland ist eine einzige Billiglohnwüste gerade für die Jungen.
Ganz üble Zustände, vor 30 Jahren völlig undenkbar. Nein, erst wenn das Fressen nimmer reicht, dann bewegt sich der Deutsche, eventuell.
Tja, dann geh mal nach Griechenland oder nach Spanien – dagegen ist HARTZ IV der reinste Luxus.
italien wär auch noch drin.
Bei den Protesten geht es doch nicht zuletzt um echte Demokratie, sich sehr ähnelnde Volksparteien, Filz zwischen Politik und Wirtschaft, Korruption, die Macht der Banken, und den Neoliberalismus. Dann haben wir diese Probleme wohl nicht, oder sie sind nicht so arg bei uns. Dann übertreiben die Nachdenkseiten wohl schamlos – warum tun sie das?
Ja wenn die sich dort keinen Benz mehr kaufen wollen bricht bei uns die Exportwirtschaft auch zusammen -> Dieser Zusammenhang wurde ja nun schon oft erläutert. Doch die Konsequenz dessen wird eine andere sein als “wir müssen kleinere Autos bauen”. Man sollte nicht vergessen das in diesem Land mehr als 50% der Menschen von Transferleistungen leben. Werde diese dann aufgrund der Handlungsunfähigkeit gekürzt ist nicht nur der “Lebensstandard” in Gefahr sondern eher die Demokratie an sich. Und genau deswegen ist das Schweigen der Presse auch so fatal, die Menschen hier wissen einfach nicht was sie erwarten könnte.
Chinesen, Russen, Türkei. Von der Masse in der Handelsbilanz.
Griechen, Portugiesen – vernachlässigbar. Egal. Ein Witz, Portokasse.
Welches Niveau meinst du?
*Das der demokratischen Mitbestimmung alle vier Jahre (und der “Nichtwahlmöglichkeit” z.B. zum Abzug aus Afghanistan)?
*Oder meinst du das Niveau des Einkommens von ca. 7 Mio Menschen, die auf Leistungen nach SGB II angewiesen sind (so ca. 1/3 davon dürfte dabei durchaus Arbeiten gehen)
*Oder meinst du das Niveau der Presse, die die neoliberale Phrasendrescherei von ThinkThanks unreflektiert übernimmt?
*Meinst du das hohe Niveau der Ausgaben für Banken, die alternativlos systhemrelevant dargestellt werden?
*Meinst du das hohe Niveau der Waffenlieferungen z.B. nach Indien – einer Kriesenregion aus dem Bilderbuch?
Wir sollten nicht denken, dass es bei uns um so vieles Besser ist. Es gibt viele Gründe ZORNIG zu werden. Es gibt viele Gründe EMPÖRT zu sein.
In Spanien, in Griechenland, in Deutschland in Irland, in England, in Frankreich und in Bayern ;) …
empört euch
Es empört sich hier nur fast niemand. In einem Land, in dem die Grünen die Partei der Stunde sind, scheint es idT keine schwerwiegenden sozioökonomischen Probleme zu geben – zumindest scheint dies die Meinung großer Teile der Bevölkerung zu sein.
Ich hab es, glaub ich, in irgendeinem anderen Kommentar schon mal geschrieben:
Ich denke, dass auch die Deutschen sich empören können. Im Moment braut sich da schon was zusammen. Ich hab mir z.B. auch Kommentare im SPON Forum durchgelesen, höre was der ein oder andere Bekannte so in Zwischensätzen von sich gibt (von denen ich nicht gelaubt hätte das sie so denken), der Aufruf gestern bei Schmidt und viel andere Puzzelteile …
Empört sind die Deutschen, Zornig werden sie z.B., wenn die ersten merken, das Riester sie beschissen hat … (was noch ein paar Jahre dauern wird) …
… Die Komunen so Pleite sind, weil die Deutsche Bank 25% Profitziel angibt, dass sie den Schulbesuch bezahlen müssen.
…..
ca 40% Nichtwähler sind die Masse an die wir dabei denken Müssen.
Es fehlt in Deutschland noch der Tropfen, aber der Boden für griechische Verhältnisse ist gesellschaftlich gelegt.
Vielleicht bin ich auch nur Naiv ;)
Jau, im Internet werden die Anonymäuse immer zu Löwen ;-)
Kenn´ ich. Ich würde ja gerne mal die anonymen Großmäuler kennen lernen, die hier im Kommentarbereich immer zur Revolution aufrufen *lach*
Die Leute, die ich auf der Strasse belausche, regen sich darüber auf, dass “der Spritt” schon wieder teurer geworden ist und dass “wir” den faulen Griechen Geld in den Rachen werfen. Vox Populi …
@ Spiegelfechter
Da magst du durchaus Recht haben. Es geht nicht um die Kommentare – Revolution.
Mir geht es darum ein Meinungsbild in der Gesellschaft zu ändern – dir ja sicherlich auch, sonst würdest du das hier nicht machen. –
abgesehen von meinem Blog und meinen Kommentaren zu dem, was andere schreiben versuche ich genau das selbe auch im “realen” leben durch meinen Job – in dem ich in Jugendklubs, Schulen usw. Projekte durchführe, die immer etwas unterschiedlich sind und sicherlich nicht eins zu eins mit den Themen hier zusammenzuführen sind, die aber immer darauf Abzielen alles erstmal in Frage zu stellen und sich dann ein neues Bild von der Welt aufzubauen.
Was ich dabei festgestellt habe habe ich ja oben beschrieben, und das geht über sie SPON-Kommentare hinaus (der Satz geht weiter).
Da fällt mir spontan ein Gespräch mit meinem alten Mütterle (mitte 80) in den letzten Tagen ein. (natürlich früher immer CDU-Wählerin wie so üblich in BaWü):
“Die aktuelle Regierung ist die Schlimmste seit ’45″
Mitlerweile wählt sie (immerhin) Grün. Schon ein deutlicher Wandel im Ländle der nicht bei den Grünen enden muss. Ein Problem solcher Wähler sind gerade die fehlenden Alternativen.
Ich bin da nicht ganz so pessimistisch wie du, Jens.
Bisher war es in der Menschheitsgeschichte immer so, dass Revolutionen von der Jugend begangen wurden und die aeltere Generation dabei eher konservativ und der Revolution abgeneigt war.
Immo passiert meiner Meinung nach etwas bisher nie dagewesenes – gerade das gereiftere Alter empoert sich.
Ich hatte in den letzten Jahren das Glueck und Vergnuegen, mit einer ganzen Reihe von Rentnern und Rentnerinnen tiefsinnige Gespraeche fuehren zu koennen.
Dabei fiel mir immer wieder auf, dass, ohne das von mir dazu Impulse gekommen waeren, frueher oder spaeter von meinen Gespraechspartnern das Wort “Revolution” genutzt wurde.
Immo vertraut/hofft man noch darauf, dass die Gruenen, so sie denn als grosser Koalitionspartner an die Regierung kommen, wirklich etwas veraendern koennen.
Wenn erstmal deutlich wird, dass auch die Gruenen nichts zum Positiven aendern wollen, wird auch hier in D die Zeit fuer eine Revolution reif sein.
Und diese koennte – im Gegensatz zu prkatisch allen frueheren Revolutionen eben auch und vor allem auf Rueckhalt der aelteren Generation zaehlen.
Versteht mich nicht falsch. Ich würde mir ja wünschen, dass die Leute hier im Lande endlich mal auf die Strasse gehen. Das große Wort “Revolution” halte ich in diesem Zusammenhang allerdings für komplett deplatziert.
Eine Revolution ist im Gegensatz zur langsamen, (oft von oben) geplant gestalteten Reform, ein eher spontaner, abrupter tiefgreifender Wandel “von unten”, bottomup, eher ungeplant, friedlich (1989, “industrielle Revolution”) oder unfriedlich (russische Revolution, chinesische revolution, französische Revolution). Das Problem ist vielleicht eher, dass beim Wort “Revolution” bei manchen gleich ein Film abläuft voller rasender Wut-Bürger mit Mistgabeln und Schießprügeln, einem heldenhaften “Revolutionsführer”, und fiesen Machthabern, die an Laternen baumeln oder auf der Guillotine landen. Ob in der Kommunismus-Variante oder eher in der Variante “Wagemutige Entrepreneure stürzen den bösen Kommunistenkönig”.
Das alles hat aber eher mit Hollywood zu tun als mit der Realität. Revolutionen beginnen im Kopf, als Bewußtseinswandel: der Moment, als sie in Dresden (oder Kairo) plötzlich keine Angst mehr hatten, und sich ihres gemeinsamen Interesses und ihrer Macht, alles zu ändern, auf einmal bewusst wurden. Hierzulande gibt es aber wohl nur noch solche Revolutionen:
http://t3n.de/news/bannerwerbung-revolution-280806/
Pragmatismus hat eben seinen Preis, ohne Vision keine Innovation.
In Memoriam Gil Scott-Heron:
Revolution findet im Kopf statt. In dem Moment, in dem man bestimmte Erscheinungen nicht mehr akzeptiert und der Meinung ist, die Gesellschaft sollte sich in eine andere Richtung entwickeln, in dem Moment wird man zum Revolutionär. All das sind Dinge, die für andere unsichtbar sind, Bewusstseinsprozesse, die in Gang kommen, wenn einem zum Beispiel Ungerechtigkeiten auffallen oder man einen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft leisten möchte. Was man sieht, sind manchmal nur die Ergebnisse bestimmter Prozesse, doch das ist keine wirkliche Revolution.
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&dig=2005%2F11%2F18%2Fa0155&cHash=c0acf768d3
die industrielle revolution ist wohl eher ein historischer begriff, war weder bottom up, wo immer das her kommt, noch friedlich. sie war auf keinen fall ein ausbruch der bevölkerung aus wirtschaftlich, sozial und politisch prekären verhältnissen. der bevölkerung wurde sie übergestülpt, und sie hat davon erst mal nicht profitiert. der übergang vom leibeigenen zum tagelöhner war nicht lustig und keinesfalls revolutionär.
Hartz4 kann dann auch nicht zu niedrig oder zuwenig sein. Denn: Ich habe noch keine Massendemonstration empörter Hartz4-Empfänger gesehen, nur paar mal kleinere Stellvertreterproteste von linken Gruppen, Linkspartei, MLPD und Sozialverbänden. So schlimm kann es also nicht sein, sonst würde man ja wenigstens mal auf die Straße gehen. Und die Löhne sind wohl auch ganz ok. Was habt ihr dann eigentlich immer? Warum schimpft ihr denn immer im Internet? Ist doch alles gut, hat die SPD dann doch ganz gut gemacht, oder jetzt Merkel.
Ist das jetzt eher ernst gemeint… oder Satire ?
Das vergisst der Kleber von den ZDF-Tagesthemen auch nie, nach einem Bericht über die spanischen und griechischen Proteste abschließend zu betonen, wie gut es uns doch hierzulande gehe. Das habe ich jetzt schon mehrmals von ihm vernommen. Es hat also System.
Ich wette aber, dass sich das Ganze immer weiter aufschaukelt, denn die Probleme sind mit den gegewärtig praktizierten Mitteln nicht zu lösen. Von daher rechne ich mit einer kontinuierlichen Zunahme der Dramatik der Situation. Die Medien werden nicht mehr lange so tun können, als sei das Ganze nur ein lustiges Sommertheater.
Dazu passend der gestrige Aufruf von Rolf Hochhuth bei Harald Schmidt. ;) Link youtube (ganz zum Schluß):
Anne Will wird durch Jauch ersetzt. Das kritisert Hochhuth zu Recht.
Was man noch ergänzen könnte:
Harald Schmidt wird durch Gottschalk ersetzt, wie man hört.
Und der Rest des Programms wird sein: “Unsere Erde”, “Erdmännchen und Co.”, “Das Sommerfest der Volksmusik”.
Diesen Dieter Nuhr nicht vergessen, der macht ja im Ersten das Kabarett.
Genauso, wie sich ein ehemaliger Pressesprecher der CDU und jetziger Intendant der ARD das Fernsehprogramm als Beruhigungspille für’s Volk wünscht.
Ob Harald Schmidt oder Gottschalk macht keinen Unterschied. Harald Schmidt ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Man kann politische Themen unmöglich noch belangloser aufgreifen…
Anne Will ist ein Sendekonzept, dem ich nichts abgewinnen kann. Von daher ist es mir egal, wer das in Zukunft macht. Dies ist kein Format politischer Bildung oder Aufklärung. Es ist kein Format, in dem Streitgespräche substanziell geführt werden können. Was bleibt ist nur ein Schaukampf, der Wrestling nicht unähnlich ist. Wobei ich hier trotzdem zu gute halten will, dass ihre Sendung im Vergleich zu Christiansen deutlich pluralistischer war.
Interessanter Aufruf. Viva la Revolution!
Scheinbar müssen die alten Männer die jungen Menschen hierzulande aus der Lethargie reißen.
Oh ja der Nuhr, der ist sowas von belanglos mit seinem Satiregipfel. Die ersten zwei Folgen habe ich gesehen, das hat mir gereicht.
Was in anderen Regionen der Welt die Jungen machen, machen bei uns eben die im Rentenalter – der deutsche Sonderweg ;)
Aus der Lethargie? Die “jungen Menschen” müssen erst mal von Facebook und Co. weggerissen werden und ihren Arsch auf die Strasse bewegen. Ich kenne keine “Sesselfurzerrevolution”, die je zu einem – noch so geringen – Erfolg geführt hat.
Das Problem mit Facebook ist was anderes. Zwar hat es in einigen Ländern eine große Wirkung, weil es das beste ist, was man in der Not kriegen kann. In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Aber für die Art von Selbst-Organisation, wie sie zur Durchsetzung demokratischer Ziele benötigt wird, ist es vom Ansatz her nicht geeignet.
- Anonymität ist dort nur bei Verstoß gegen die AGB möglich.
- Die Macher optimieren in Richtung “Marketing”-Potential, nicht in Richtung “Brauchbarkeit/Usabiliy”
- Es verleitet zur Prokrastination. Z.B. der Zukunftsmarkt ‘Online-Spiele’ der dort immer vorausgesagt wird. Nicht umsonst hat die Bank, die Facebook an die Börse bringen will, Facebook als Produktivitätskiller im eigenen Haus verboten.
- Das System verleitet zur Verinselung der Informationsbeschaffung. Da das, was auf Facebook läuft, für einen Außenstehenden nicht ‘öffentlich’ ist (außer, der Inhalt wird freigeschaltet), bewegen sich die Mitglieder schnell in selbstreferenziellen Informationsblasen.
Das System, das Selbstorganisation und echte Kollaboration unterstützt (und nicht nur Small-Talken und ‘Schnattern’) und dabei im eigentlichen Sinne produktiv ist (und nicht nur für Marketingfuzzis nützlich), muss noch entwickelt werden.
Übrigens hat auch das Bloggen diesbezüglich seine Grenzen (zu individualistisch, zu hierarchisch).
@Arno
Dafür sorgt doch die Bundeswehr…
???
http://deadcatbounce.blogsport.de/2011/05/19/de-maiziere-bundeswehr-einsaetze-zur-sicherung-deutscher-wirtschaftsinteressen/
Es gibt kein “uns”.
Man kann kaum die Lebensrealität eines Niedriglöhners oder Arbeitslosen mit der eines Beamten und erst recht nicht mit der eines Multimillionärs in ein- und denselben Topf werfen.
“Wie Eiterbeulen auf einem kranken Leib quollen die protestierenden Massen hervor auf Europas Straßen und Plätzen”
Interessanter Vergleich! :-)
Hoffen wir aber mal, dass der Bazillus “K”, der den geschwächten Volkskörper befällt, nicht wie in Südamerika der 70er Jahre bekämpft und ausgemerzt wird…
Und den “Tsunami” (hier “Tsunami der Empörung”), der jetzt regelmäßig für dieses und jenes in den teutschen Medien verwendet wird, weiß ich als ein in Japan Lebender sehr zu schätzen!
Ach ja, ich vergaß: Erdbeben und Tsunami in Japan spielten für die teutsche Journaille von Beginn an eine untergeordnete Rolle – daher sei dieser gedanken, pietät- und hirnlose Vergleich von einer todbringenden und extremst zerstörerischen Flutwelle mit friedlichen (Massen-)Protesten verziehen!
Nur habe ich diesen Beitrag nicht zu Ende gelesen…
Tsunami kam im hiesigen Mediengeschäft nun mal einmalig sehr gut an, seit dem ist die Johurnaille darauf immer sehr schnell erpicht. Versprich eine Welle und sofort sind auf allen Übertragungswagen Surfbretter oben drauf montiert und alle am Strand. Phuket ole!
Hat man in Japan gesehen. Auch wie die dann mit bleichem Gesicht den Schwanz eingekniffen haben als es hies: Ätsch nix Tsunami, das hier ist ein Dreifacher Super-GAU a’la Tshernoshima, wer bleibt um zu berichten wird in ein paar Jahren ganz jämmerlich an Krebs verrecken. Selbst die Katastophenhelfer mit ihren Spürhunden waren sich nach Minuten einig, das es unter den Trümmern unmöglich noch Überlebende geben könnte, und sowieso umgehend der nächste Flieger geht den man noch kriegen müsste.
Schon wieder so ein facebook Werbeartikel. Wie man nur annehmen kann, mit diesen seltsamen Spieleseiten im Internet wäre eine neue Zeit angebrochen, bleibt mir ein Rätsel. Die sozialen Unruhen wären, so unglaublich das für manchen Nerd auch sein mag, auch ganz ohne Zwitscher und Gesichtsbuch entstanden. Und die Dekadenz der Schreiberlinge wäre auch die Gleiche.
Völlig am Ziel vorbei geschrieben. Wie haben die Franzosen blos 1789 Revolution gemacht, so ganz ohne Telefonleitung ROTFL.
Ich empfehle dir, darüber mal einige Historiker-Bücher zu lesen (Youtube-Filmchen kannste hierzu vergessen). Ich kann dir nur Folgendes sagen: das war ein geheimdienstliches Glanzstück und ein Gemetzel sondergleichen. Dagegen war facebook ein Messdiener.
Danke für deine Aufklärung. interessant deine EInschätzung, dass man die youtube Filmchen dazu vergessen könne. Ähnlich wie das Fratzenbuch auch.
Es geht um die völlige Überbewertung von derlei kommerziellen Einrichtungen wie Fratzenbuch und die daraus resultierende Meinung, das Internet würde irgenwas bewegen, was sonst still stünde. Wenn du möchtest, nenne ich dir jetzt eben die Anti AKW Bewegung in den 80ger Jahren, die es mit herkömmlichen Mitteln (Plakate, Telefon, Brief) zu einer Größe gebracht hat, von der die Demonstranten in ganz Europa noch Aeonen entfernt sind.
Das Internet ändert gar nix, es macht keine Revolutionen und es vernetzt die Menschen auch nicht mehr oder weniger als sie es ohnehin schon sind. Das Internet ist lediglich eine neue Form der Begnegung oder einfach nur Porn 2.0
Aber das ich deine Meinung so schnell erfahre, auch wenn wir uns im Leben nie gesehen haben – dadurch in der Lage bin meine eigene Meinung zu Reflektieren und gegebenfalls anzupassen ist schon neu ;)
Klar geht es im Prinzip auch ohne. Aber eine Gegenöffentlichkeit herzustellen ist im Netz doch um einiges Einfacher.
Egal ob FB (wo ich selbst auch nicht bin) oder in “blog”- form, im Chat, Foren und Komentarleisten. Der Austausch zwischen Menschen war nie so einfach – die Manipultion der Masse dadurch noch nie so schwer!
Der Austausch war auch noch nie so schnell.
Eine Manipulation im ganz grossen Stil wäre technisch durchaus möglich (zum Glück ist es noch nicht soweit).
Die Manipulation der Massen war aber auch (fast) nie erfolgreicher. Warum denn? Und was hast du davon, meinen Beitrag und tausend andere schwachsinnige Beiträge auch, in Echtzeit zu lesen? Es ist schneller geworden, wie alles immer schneller wird. Aber schneller ist nicht erfolgreicher oder anders, sondern einfach schneller. Menschen gleicher Gesinnung fanden schon immer Wege sich zu treffen.
Die Gefahr des Fratzenbuch Aktivismus (Eigenbrödlerrei, Parallelwelt, sozialeInkompetenz) wiegt die Vorteile ohnehin vermutlich wieder 1:1 auf.
Es ist die Hybris einer jeden Generation, sich an der Spitze allen dagewesenen zu sehen. Daraus resultiert dann auch immer die glorifizierung des Neuen. Dabei wird eben leider vergessen, dass der Mensch der entscheidene Faktor ist und nicht die technischen Möglichkeiten.
Auch wenn es hier nicht das Thema ist, darüber würde ich gern mehr erfahren.
Der CIA wars.
Hab ich’s doch geahnt ;-)
Kleines Beispiel: Die Halsbandaffäre
http://www.historicum.net/themen/franzoesische-revolution/einfuehrung/verlauf/
http://www.brudertreue.ch/bt3f09.html
http://marie–antoinette.blogspot.com/2009/02/die-freimaurer-und-die-revolution.html
Nachtrag:
Stefan Sasse’s Geschichtsblog.
http://geschichts-blog.blogspot.com/2010/10/die-franzosische-revolution-teil-12.html
Vielen Dank,
hab zum Thema schon Soboul und Markov gewälzt, den Sasse spar ich mir mal ;-)
Du kennst doch den Spruch: Wer einen Hammer in der Hand hält, sieht überall nur Nägel ;-)
Sehr schön. Die Kurzfassung. Hätte ich mir mein Geschwafel sparen können.
Ich lese durchaus auch Bücher ;)
Net 2.0; Facebook und co. sind Werkzeuge.
So wie man mit dem Buchdruck sowohl eine Revolution auslösen kann (die Reformation) oder eben auch “die Kleine Raupe nimmersatt” oder aber “Supermann” Comics 8wobei ich die beiden nicht herabwürdigen will) ….
“Soziale Netzwerke” ist ein genauso pervertierter Begriff wie die Funktion “als Freund hinzufügen”. Es gab Menschen, die haben schon vor Facebook z.B. bei MSN tausende Freunde gehabt, nur ein soziales Netzwerk, welches sie darauf aufmerksam machte, dass sie ein massives Problem haben und ihnen hilft, das hatten sie nicht mehr…
thcaninuj und 3 anderen gefällt das.
Den Artikel finde ich sehr gut.
Meine grösster Sorge bei diesen (berechtigten) Revolten gilt deren Weiterentwicklung.
..ist schon einmal ein Anfang, aber die Gefahr einer Vereinnahmung durch irgend welche Extremen sollte nicht ausser Acht gelassen werden. Also Vorsicht !
Und dem facebook (Fratzenbuch, wie einer hier treffend parodierte) würde ich nicht allzu sehr vertrauen… Eine Alternative für den Fall eines Falles wäre zu empfehlen.
lassen wir uns nur noch von der radikalen mitte vereinnahmen!
@Florian
Danke für diesen Artikel und den Seitenhieb auf den unsäglichen SF-Internet-bringt’s-nicht-Artikel, der mir selbst zum kommentieren zu peinlich war.
Ich befürchte allerdings, dass die EU wirksame Verhinderungsstrategien für das Internet benutzen (eingerichtet sind die HW/SW-Schnittstellen schon) wird, wenn tatsächlich eine “systemische” Gefahr abzusehen ist. Ob das dann ähnlich effektiv wie im Iran oder in Ägypten funktionieren wird, ist eine andere Frage.
Weil Du ihn nicht verstanden hast. Das kennen wir ja schon ;-)
Sorry – aber wer so einen Stuss schreibt, hat nicht nur technische Defizite, sondern systematische.
Aus Deinem Mund ist das durchaus ein Kompliment ;-)
Das kann man sehen, wie man möchte. Ich zumindest würde es nicht als Kompliment betrachten, wenn ich fremdbestimmt erkennen müßte, dass Tonbänder/Telegraphen-etc. und das Internet schon insofern nicht miteinander vergleichbar sind, weil Informationen im Internet nicht nur selektierte Personenkreise oder im Zweifelsfall recht isolierte Volksgemeinschaften, sondern weltweit alle Staaten – also auch jene, die einen eigenen Vorteil in der Unterstützung z.B. einer Protestbewegung haben – ohne Verzögerung erreichen, Und das ist nur einer der diversen Aspekte, die Du bei Deiner zwar schön klingenden, aber in meinen Augen geradezu abstrusen Analogie übersehen hast.
Es macht einfach keinen Sinn, mit Dir – der den Artikel sicher nicht einmal gelesen hat – über einzelne Passagen zu diskutieren. Was Du gerade eben schreibst, steht in keinem Widerspruch zum Artikel.
das heißt “systemisch” – sagt Merkel auch immer ;)
Ich wusste gar nicht, dass ich mit Herrn von und zu Berger bei manchen Themen so derart d accord gehe. Muss ich unbedingt mal lesen das Artikelchen. Er hat natürlich völlig Recht, der Jens.
die völlig korrekten aussagen waren für mich u.a.
1. das inet wird als kommunikationsmittel bzw. als werkzeug für protestbewegungen o.ä. überbewertet.
2. der “feind” (regierungen, medien usw.) nutzt das inet ebenfalls für seine zwecke im gleichen maße. vielfach sogar krasser (wie du in deinem post ja auch einräumst).
3. der weg vom inet auf die straße wird bisher nur selten gegangen.
4. der großteil der inet-user nutzt es eben gerade nicht zur politsichen/wirtschaftlichen oder sonstigen weiterbildung.
Prinzipiell stimme ich dem zu – nur spiegelt das nicht den am Ziel vorbeiführenden Absolutismus des Artikels bezüglich des Potentials und der Wirkungen des Internets wieder.
Übrigens: “Facebook/Twitter” ist nicht “das Internet”.
Der Rest ist “www.titten.de” ;-)
Das hat mal ein Kumpel von mir gesagt, als ich noch keinen blassen Dunst vom Wolrd Wide Web hatte und ihn fragte, was er denn nun damit macht…
Ach, das ist doch Quatsch.
Das Netz ist für viele Menschen vor allem ein riesiges Informationsportal. Unübersichtlich, widersprüchlich und mit vielen weiteren Unzulänglichkeiten – aber eben auch mit der Chance, unbekannte Informationen zu erlangen und auch abweichende Einschätzungen bekannter Fakten.
Zu Facebook/Twitter äußere ich mich nicht. Ich bin diesbezüglich bekennender “Mag-ich-nicht”. ;-) Aufgrund des technischen Missbrauchspotentials.
@lutz, glaub ich einfach nicht. alles was ich von ‘normalen’ leuten mitkriege ist, dass denen ‘das netz’ nicht als kommunikations- sondern als konsumkanal geläufig ist. und das macht schon einen gewaltigen unterschied. unter anderem den, dass ‘revolutionen’ nicht herbei geyeaht werden können und auch nichts mit mehr vom besser zu tu tun haben.
ich bin mir zeimlich sicher, dass diese normalen leute, die ich mitkriege, eine veritable mehrheit im web darstellen. denk nur einfach an die guttenbergfans. da ist mehr normales, als mir lieb sein kann.
Sry, aber das Internet bietet sehr wohl neue Möglichkeiten, Fratzenbock, twitter, irc hin oder her. Insbesondere zeitnah eine Diskussion zu führen, zeitnah eine Bewegung zu organsieren und so den erlahmten handlungsunfähigen Staat zu übergehen ist der Unterschied schlechthin zu vergangenen Zeiten. Auch die Konsequenzen finden sich schneller im Netz als auf gedruckten Papier. Vorteil ist einfach das die “Politika” das Internet erst ausgedruckt haben wenn das das Volk schon aufm Platz steht, ohne Polizei die quer durch die Republik herangekarrt wurde.
Wie denn auch, wenn man Oeffinger Freidenker, Binsenbrenner, SF.com und ähnliche liest. Ok, Feynsinn u. Die roten Schuhe meckern zumindest rum… ♫ btw. netter Seitenhieb auf Jens, der Kerl wird allmählich behäbig. ;-)
Zur Sache :
Why we need a European Revolution
Blaming bankers and politicians is not enough. To solve the crisis, radical change will be needed at the European level.
…
So if the ‘real democracy now’ movement is to move beyond mere indignation and grow into a movement with truly revolutionary potential, it will have to come up with a coherent system’s critique and a constructive alternative. This alternative will have be built on the concerns of the grassroots, but cannot stay limited to it. If the Spanish and Greek revolutions are to succeed, the fight will have to be taken to Brussels.
[by Jérôme E. Roos on June 2, 2011]Immer diese Selbstreferentialität – der SF ist nun mal kein Branchenmagazin. In den letzten zwei Wochen wurde auch (sehr heftig!) in Georgien, Jemen und Syrien demonstriert. Dagegen ist M15 ein Kindergeburtstag. Ich kann diese albernen “Gatekeeper-Vorwürfe” nicht mehr hören. Welches Blog schreibt denn über Syrien? Gibt es eine Facebook-Gruppe über die georgischen Demonstrationen? An welcher Stelle im Twitter-Ranking stehe der Hashtag #yemen? Mei o mei, is des a Kasperltheater ;-)
@SF
Na klar doch die DKP → KOMMUNISTEN.DE … ♫
…und Mauretanien haste obendrein auch noch vergessen!
http://themoornextdoor.wordpress.com/2011/05/24/day-of-rejection-in-mauritania/
Mensch Don Berger, warum denn gleich so pikiert. In fremden Länder haben die Mütter auch recht passable Blogger…
;-)
Wie konnte ich DIE nur vergessen ;-)
Und Botswana und und und
@SF
…und in Griechenland schmeißen sie Steine
Corfu: Protesters force Greek and EU Politicians to flee by boat
sehen so “Sesselfurzerrevoluzer” aus?
video via tv.CorfuPress.com
Sehen so Deutsche aus? Dir ist schon klar, dass ich mit den Sesselfurzern meine Landsleute meine?
Denn Ordnung muss sein…
df
Mist, kriege Brechreiz vom SPON-lesen. Da ziehen sie anlässlich des Kirchentages in Dresden über die Aussage “Nichts ist gut in Afghanistan” her, in sehr personenbezogenen Stil, dürftigst.
Jetzt wo klar wurde, wer da dicke mit Diktatorengeldern sich verzockt hatte.
Nachdem in Jahren bester Zusammenarbeit mit dem libyschen Staatsfonds LIA die Goldman Sachs und die Société Générale hunderte von Millionen (anscheinen Tausende Millionen, Milliarden!) verzockt hatten, mussten die einfach in Lybien rein. Hat ja nicht geklappt mit der Investition der Diktatorenmilliarden. Also dann den besser einfach totbomben, bevor der noch vor Gericht zieht und dann Millionen einklagt, wegen Fehlinvestitionen und aufgekündigter bester Dicker Freundschaft, und da womöglich gezahlt werden müsste.
Und schliesslich kann die Munition quasi von der Steuer abgesetzt werden. Die Rüstung verdient, der Steuerzahler gleicht’s aus. Eine Win-Win Situation. Dann stimmen auch wieder alle Kennzahlen: 2011 wieder 3,4% mehr Bomben abgesetzt.
Aber uns was von humanitären Katastrophen vorzuschwafeln. Die Katastrophe, die seit ihr!
Die Frage ist, ob eine Reformation der sozialen Marktwirtschaft der Bonner Republik im Geiste etwa des skandinavischen Sozialstaatsgedankens gelingt, oder ob der Druck im System im vergleichsweise satten Deutschland noch rund zwei Jahrzehnte lang ansteigen muß, bis Massen-Altersarmut und der Abstieg weiter Teile des ehemals etablierten Bürgertums für alle erlebbar manifest werden. Je länger die Politik diese Entwicklung durch eine Taktik der kleinen Schritte und der Verharmlosung sozialer Zukunftsrisiken zu maskieren sucht, desto radikaler wird dereinst die Gegenbewegung ausfallen. Leider liegt es in der Natur des Umsturzes, in der Wahl der Mittel nicht zimperlich zu sein und die bestehenden Verhältnisse im Impetus der Bewegung überzukorrigieren. Revolution gibt’s halt nicht in homöopathischen Dosen, sondern meist nur in der Anstaltspackung. Aber so lange die einzige echte Oppositionspartei nach Auskunft unserer Spin Doctors hauptsächlich aus Ex-Mauerschützen und Neo-Antisemiten besteht, muß man wohl annehmen, daß der Druck im Kessel zunächst weiter hochgefahren wird. Immerhin sind zwanzig Jahre satte fünf Legislaturperioden – da läuft so manche Schafherde ins Trockene.
Danke an alle Kommentatoren bisher. Ich denke, den meisten hier ist klar, dass sich auch der deutsche Wohlstand – und damit auch die politische Stabilität hierzulande – nicht wird halten können wenn um uns herum eine Volkswirtschaft nach der anderen zusammenbricht. Dies zu sagen ist keine Hetze, sondern bittere Realität, die es auszusprechen gilt.
Ich kann nur noch einmal appelieren und sagen: JEDER von uns trägt die Verantwortung seinen Teil beizutragen, damit dieses Thema auf die gesellschaftspolitische Agenda gesetzt wird.
Es gibt sogar bereits erstzunehmende Ansätze bezüglich einer alternativen Wirtschaftsordnung. Beispiel: http://le-bohemien.net/2011/06/01/arbeitszeitverkurzung/
Auch Frau Wagenknecht sollte nicht immer als Steinzeitkommunistin abgekanzelt werden. Wir sehen hier eine intelligente Frau, die viel beitragen kann, wenn es darum geht Antworten zu finden, die zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch niemand hat:
http://www.freitag.de/buch-der-woche/freiheit-statt-kapitalismus/leseprobe
wer es noch klarer braucht, kann sich auch mal das hier anhören: http://www.youtube.com/watch?v=Oe-_UbLwH18
Die Analyse ist lange auch in Deutschland von kritischen Betrachtet dargelegt wurden …..und?
Nichts.
Ein Beispiel sind die 20 Mill. Rentner. Sie werden sei Jahren betrogen und was machen sie? Nichts.
Der Deutsche ist obrigkeitsgläubig und wird mit Gesetzen und Verordnungen ruhig gestellt.
Die Parteien wissen um die Missstände in vielen Bereichen und nutzen die Gewerkschaften (Lohnzurückhaltung, Exportüberschuss und deren Folgen), Kirchen (Beispiel: Keßmann:”Beten mit den Taliiban”) und Sozialverbände (Rentner ruhig stellen) mit Hilfe der Medien zur Aufforderung zum “Maßhalten” (Faule im Süden……. und geht es gut und die Banken verdienen an den “Faulen” prächtig).
Wir Deutsche sind halt Weicheier.
Wenn ich das so lese denke ich spontan an Churchills Winston: “Die Deutschen hat man entweder an den Stiefeln oder am Hals.” oder so ähnlich.
Persönlich halte ich nichts von solchen völkischen Atributen (faule Griechen, korrupte Italiener, stolze Franzosen, dienstbeflissene Deutsche…).
Dienen doch nur zum “teilen und herrschen”.
self fulfilling prophecy
That’s it ..
Kritik ist zur Unterhaltung verkommen,wird konsumiert, geschmunzelt oder aufgeregt und das war’s, die bewegt nichts mehr …. *
Früher währe das Ventil für solche Existenzbedrohende oder Gesundheitbedrohende Nachrichten der öffentliche Protest gewesen…heute wird die Nachricht fein süffisant und geistreich aufbereitet das Ventil ist die Glotze,satt rülpsend wenn auch nur mit minderwertigen Nahrungsmitteln wird sich der Vortrag angehört und das war’s ..
Erst wenn der Arsch in Flammen steht … aber das hatten wir ja schon x-mal
666
*Selbstzitat schon bei Feynsinn gepostet
http://twitter.com/#!/RegSprecher/status/76563330508140545
Neue Weltordnung, weia…
via: http://blog.fefe.de/?ts=b31600a7
Nochmal was zum Thema Empörung:
Der SPON scheint deinen Blog – und die Kommentare ja regelrecht zu verschlingen – ich würde es fast als Reaktion bezeichnen:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,766417,00.html
Zumindestens ist das Wort “Empörung” derzeit in aller Munde ;)
Die kommentare sind auch ganz witzig ;)
Danke für den Artikel.
In Stuttgart ist man seit Monaten dran.
Gestern wurde wieder Pfefferspray eingesetzt…
http://stuttgart-steht-auf.over-blog.de/
Wüsste ich übrigens nicht, hätt ich´s nicht in einem Blog gelesen.
Weichgeklopft, gepfeffert und mit Waser abgelöscht:
http://stuttgart-steht-auf.over-blog.de/article-weichgeklopft-gepfeffert-und-mit-wasser-abgeloescht-75498967.html
Deutschland verschiebt seit den 90er Jahren die Probleme Systematisch in die Zukunft. Als der Ostboom in einen Kater mit Massenarbeitslosigkeit geendet ist, hat man dies einfach die Arbeitslosigkeit mit der Frührente besiegt. Damit waren alle zufrieden, die Gewerkschaften konnten das Lohnniveau hoch halten, die Arbeitgeber konnten die Arbeitnehmer billig loswerden und die Arbeitnehmer hatten jetzt viel Freizeit. Mit der Zeit wurde die Frühverrentung allerdings nicht mehr finanzierbar, dann folgten die Hartz Reformen und die Absenkung der Renten. Durch die Billigen Arbeitskräfte sind ganz viele Jobs im Dienstleistungssektor entstanden. Beim nächsten Abschwung werden wir dann feststellen, das unser Sozialsystem nicht von Billig Arbeitskräfte finanziert werden kann. Gleichzeitig beziehen die teuren 90er Rentner noch Leistungen und die Babyboomer erreichen jetzt so langsam das Rentenalter. Statt Lösungen für diese Probleme zu suchen, Diskutieren alle Parteien lieber, ob die Steuern für die Reichen gesenkt werden müssen. Die Politik wird sich bald wieder was einfallen lassen müssen, um den Sozialen Frieden weiter zu Sichern. Sonst kann es auch in Deutschland ungemütlich werden.
Der freie Westen hat den Bewohnern der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone in den letzten 20 Jahren 1000 Milliarden Euro zukommen lassen. Da von einem “Ostboom” zu sprechen ist einfach nur lächerlich.
Yep …
Benedikt meint wohl die glorreichen Jahre zwischen 1989 und 1990 (immerhin zwei Dekaden!)*
Und danach…
Nunja spätestens bei einem sprechenden Handschuh der Bundespost zur Umstellung auf fünf (ist Trümpf!) Postleitzahlen hätte man wissen müssen, wohin die Reise geht :/
Schuld sind natürlich (offizielle Lehrmeinung an Hochschulen!) die bösen 70er Jahre mit ihrer Geldverschwendung für Sozialstaat und an den Satan persönlich!!1
*Für Nostalgiker und welche, die erst später zugeschaltet haben:
http://www.allmystery.de/dateien/mg36566,1219231254,89TitanicZonengabiCuke250pxw.jpg
Das hat sich leider wirklich nahezu manifestiert. Man kann manchmal gar nicht fassen, welch’ ein blödsinniges Geschwalle einem als Begründung hinterhergeworfen wird, stellt man das in Frage.
das mit der gurke ist jetzt aber geschmacklos.
http://ahoipolloi.blogger.de/stories/1832500/#comments
:)
Ja, als Ausgleich für die Plünderungen:
http://www.veoh.com/watch/v20437128a43ckMY2?h1=Beutezug+Ost+%282010%29
Nicht ganz. Selbst Hans-Jochen Vogel vom rechten SPD-Flügel fordert die Einführung einer Vermögensteuer und die Finanztransaktionssteuer.
Spanien findet nun im dritten Rezessionsjahr so langsam den Boden, der sehr hart ist aber sich zumindest nicht mehr weiter senkt. Unter diesen Randbedingungen sind Unmutsaeusserungen keine Ueberraschung. Eine Mehrheit der Spanier hat aber bei der letzten Kommunalwahl Partido Popular gewählt. Viele Spanier fühlen sich angesprochen durch den allgemeinen Unmut gegen “die Politiker”. Allerdings werden wesentlich weniger mit den Sprechern der Bewegung in deren system-umstürzlerischen Ideen übereinstimmen.
Es wird noch vieeel öder Freunde denn die Ratingagentur Moody´s droht mit Herabstufung der USA ( die eh schon mehr als überfällig ist )…..Goodbye AAA
Folge der Zustand “Dollar besitzen heißt ein Problem haben” verschärft sich,da hocken welche auch Billionen bedruckter Papierfetzen die dringenst in Sachwerte getauscht werden müssen …. naaaaa, da kommt doch der künstlich beigeführte/regierte Notverkauf in Griechenland grade recht ..Spanien wird folgen
Der Kreis fängt an sich zu schließen … wir werden es erleben.
666
Einschub:
Ich erlaube mir hier einen Hinweis auf einen heutigen Link (auf NDS) zum Thema “Octogon” mit dem ach so grooosen Staatsmann Adenauer, Gehlen und anderen Protagonisten aus dem Dunstkreis nationalsozialistischer Strippenzieher.
http://videos.arte.tv/de/videos/schwarze_kassen-3934066.html
Waigner* – Hanns Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungselite in Prag 1939–1945
Nur und ausschließlich die Edelsten Gutmenschen schalteten an den Machtstellen Deutschlands… von Adenauer über den Bimbes Kanzler bis zum brutalstmöglichen Koch…
Muhahahahaaa das übliche fette Fuck You an die “Eliten” Deutschlands
*Witwe des ermordeten Arbeitgeberführers Hanns Martin Schleyer (1915–1977) erinnerte sich im November 2003 nur dunkel, was da geschehen sein mochte: »Das wurde uns dann angeboten. Ich weiß auch nicht mehr, wie das richtig vor sich gegangen ist. Wir haben dann plötzlich drinnen gewohnt.« Sie meinte die komfortable Villa an der Bubentscher Straße 55 im vornehmen Prager Diplomatenviertel, in die Familie Schleyer – Sohn Hanns-Eberhard wurde dort geboren – am 1. Oktober 1944 einzog. Sie mußte sich auch keine Gedanken machen, warum sie plötzlich da drinnen wohnte – die rechtmäßigen Besitzer Emil Waigner und Marie Waignerová waren schon von den SS-Kameraden ihres Gatten gemäß geltendem Unrecht entfernt worden.
http://www.kominform.at/article.php/20091031183956146/print
Das deutsche Journalisten zu einem vorauseilendem Gehorsam neigen ist allerdings auch kein Phänomen unserer Zeit. Jeder weiss das man deutsche Journalisten nicht zensieren muss, ihnen reicht es mit am Tisch der Macht zu sitzen. Trotz aller Unterstützung der Proteste in Spanien, die bald auch in Berlin ankommen werden, warne ich ganz dringend vor einer Glorifizierung von Facebook. Nicht umsonst beschafft sich die US Armee Software zum manipulieren von Facebook IDś. Zivilgesellschaft zu kontrollieren und zu manipulieren, das ist das Ziel. Auch sehr interessant, Julian Assange über Facebook:
“Gerade Facebook ist das beängstigendste Spionageinstrument, das jemals erfunden wurde. Wir haben es hier mit der weltweit umfassendsten Datenbank über Menschen und ihre Beziehungen, ihre Namen, ihre Adressen und ihre Wohnsitze und über die Kommunikation untereinander, ihre Verwandten zu tun. [Diese ganzen Daten] befinden sich in den USA, und sind für amerikanische Nachrichtendienste zugänglich. Facebook, Google, Yahoo – alle diese großen amerikanischen Organisationen haben [in ihren Programmen] Schnittstellen für amerikanische Nachrichtendienste eingerichtet. Es ist nicht einmal eine gerichtliche Anordnung [zur Datenabschöpfung] erforderlich. Es gibt Schnittstellen, die für die Benutzung durch amerikanische Nachrichtendienste entwickelt wurden.
In diesem Sinne, y un dia venceremos!!
Sehr richtig…ich bitte folgendes: http://le-bohemien.net/2011/05/18/spaniens-jugend-auf-der-strasse und folgendes http://le-bohemien.net/2011/05/26/wahre-demokratie/ zu beachten. Dort finden Sie interessante Punkte bezüglich ihrer Anmerkung.
Wenn es mal so wäre. Jedesmal, wenn es “irgendwo kracht” scheinen die ganzen Redaktionen Twitter und Facebook aufzusaugen – inkl. der Enten, Gerüchte und Halbwahrheiten. Da könnte man – nein, da muss man – sich die Frage stellen, wofür man überhaupt noch Redakteure braucht. Halbgaren Twitter- und Facebook-Mist aggregieren, kann jeder.
Journalisten …? Ist die Gattung nicht auf der Liste der bedrohten Arten ?
Wird heute nicht vornehmlich bei Medienagenturen gekauft statt selbst zu recherchieren ? Ist doch alles viel zu teuer ..Renditen Renditen !!!Selbst die Yellow-Press saugt sich mehr aus den Fingern und türkt als das sie recherchiert .. Nicht mal bei den Paparazzi Bilder kann man sicher sein ob sie nicht gestellt sind als Star publicity…
Das ist doch inzwischen eine einzige lenkente Interessen vertretende Apparatur geworden . Der Medienauftrag der Information wird auch nur in Form von Hofberichterstattung wahr genommen ..jenachdem welcher Colour der Verleger angehört… und überhaupt ,wenn es denn je anders war. ;-)
na sowas
Keep the fuckers at their balls …!!!
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? Irgendwie fehlt hier was …….? wo ist der >na sowas< Beitrag ?
Eben …am 17.Mai gab’s noch einen ‘großartigen’ Artikel “Anonymous im Interview” vom gleichen Gastautor Florian Hauschild, und jetzt zuckt man bei dem Wort “anonymous” gleich zusammen und löscht den comment ohne jede Begründung. Paranoia läßt grüßen …und dies nicht zum ersten Mal! Künstler mag der Berger nicht besonders, es sei denn sie haben vor 40 Jahren mal
‘Pril – Papperl’ verkauft ;-)
Hier nochmal die Dokumentation auf der Webseite der Macher, und ein paar zusätzliche Informationen.
…
http://queuepolitely.com/
…
Generation OS13 is an explosive insight into the attack on civil liberties occurring in western democracies and how artists, musicians, journalists and authors encourage the peoples right to resist against Banker occupation.
About queuepolitelyFormed in 2008 and based out of London queuepolitely is an independent production company specialising in Documentary films. Queuepolitely produce visual, vibrant, and provocative documentaries on the movements of our times. Queuepolitely is a group of freelance filmmakers & researchers who produce films to maintain documentary independence.
update:
Your comment is awaiting moderation.Schon wieder auf der schwarzen Liste muhaha ☀
@SF meinetwegen kannste nochmal löschen, spricht aber nicht für Dich!
Anoynmous ist ziemlich wurscht – Script-Kiddies mit Geltungsdrang. Ich habe den Kommentar wegen des Debitismus-Unfugs gelöscht. Das handhabe ich seit Ewigkeiten so.
Was dieser Dokumentar-Film mit Debitismus-Unfug zu tun hat, bleibt Dein Geheimnis und das darfst Du auch weiterhin für Dich behalten.
Dafür sollst Du auch auf Ewigkeiten in Schuld[en] verharren… ;-)
…
ove udirai le disperate strida,
vedrai li antichi spiriti dolenti,
ch’a la seconda morte ciascun grida;
[Dantes Inferno Canto 1.115]๏̯͡๏Es steht dir frei, einen eigenen Blog aufzuziehen, in welchem nach deinem Gutdünken gelöscht wird. Mach doch. Wie, nicht, warum denn?
@Serious Sam
Geh zum Friseur…Geh doch nach drüben…
Es steht dir frei, einen eigenen Blog aufzuziehen
…
[ask the holy chicken]Schön, schön…
Dann habe ich aber ein oder zwei Fragen/Anmerkungen:
Wer garantiert mir, dass hier nicht wieder “die Revolution die eigenen Kinder frisst”, d.h. hier nicht wieder ein paar Leute “ankommen” und dann nach unten “dichtmachen” und wer garantiert, dass im Falle eines Aufstandes bei uns nicht irgendwelche Leute an Arbeitslosen und und Moscheen ihren angestauten Frust ablassen?
Außerdem ist für das ganze System ein Land wie Deutschland relevanter als die “faulen” (d.h. armen, d.h. abgeernteten) Südländer, deshalb werden hierzulande RICHTIG SCHWERE GESCHÜTZE aufgefahren, damit es nicht zu einem (wie auch immer gearteten) Aufstand oder auch nur Kritik kommt; siehe Facebookgruppe pro (!) Guttenberg!
Revolution supi, aber etwa mit einer (ich hoffe nur angeblichen) Mehrheit von Sarrazinfans?!
…außerdem muss ja der Deutsche erst noch in der “Bild” nachlesen, ob er denn überhaupt auf die Straße darf ;)
Benjamin
Seit wann gibt es im Leben irgendwelche Garantien,und dann auch noch für Habenichtse ? Deutsche Vollkasko-Gesellschaft gelle .. ;-) no risk no fun !
Und auf dem Ordungsamt anrufen ob es denn ” amtlich ” währe das er demonstrieren ” darf ” !
Noch platter, noch einseitiger und noch dämlicher dürfte kaum möglich sein, oder? Es ist ja nett gemeint wenn hier auch Gegenmeinungen zum SF erscheinen, aber doch bitte angemessen.
ot hey jens,
ich habe mit meinem brauser, seamonkey 2.0.14, reproduzierbare abstürze, wenn ich auf deiner seite kommentiert habe. nicht regelmäßig, aber doch häufiger. und zwar immer nach den kommentaren, wenn ich durch den text scrolle. vielleicht irgendwas mit flattr?
http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/lithium-im-trinkwasser-senkt-die-suizidrate-37113.php
Alles wird gut Freunde…. Abhilfe ist auf dem Weg ;-) Muhahahaaaa
666
[Kommentar-Antwort für "quint" hat sich erübrigt]
Es geht mehr darum, dass im Laufe der Zeit jedes System zwangsläufig korrumpiert wird. Da ist es egal, ob man es nun Neoliberalismus, Sozialismus, Faschismus oder Kommunismus nennt.
Das sind am Ende nurnoch Worthülsen.
Schutz davor könnten nur strikte Gewaltenteilung und vom Rest der Macht unabhängige Medien bieten, beides gab es meines Wissen jedoch noch Nie.
Es gibt einfach einen gewissen Typ Mensch, kann man Soziopathen nennen, muss man aber nicht, unmoralisch reicht völlig, der sieht, wo es was zu holen gibt, ob das nun Macht oder nur Geld ist, spielt keine Rolle, er kommt immer nach oben.
Dann ändern sich die Regeln, denn die Anderen merken, dass sich Ehrlichkeit nicht auszahlt und statt nur einiger weniger wird das ganze System und alle in ihm Korrupt.
Worte und Werte wie Liberalismus, Demokratie, Kommunismus, Sozial und co. sind dann lediglich noch die Sprache, in der man seine eigenen Interessen Verpacken muss.
Was man in einer formalen Demokratie wie in Spanien oder auch hier im Gegensatz zu nicht demokratischen Gesellschaften erreichen kann ist, dass die Interessen aller vertreten werden.
Wenn sich die Verlierer des Systems, beispielsweise ( Da Dauerthema in diesem Blog ;) ) hier in DE die Hartzer und kurz-vor-Harzer eine eigene Organisation schaffen würden, die ausschließlich ihre gemeinsamen Interessen vertritt und dann geschlossen zur Wahl der Partei aufruft, welche diese Interessen vertritt, würde sich die Politik aller Parteien, nicht nur der konkret gewählten, massiv zu ihren Gunsten verändern.
Wahlbetrug würde nicht in dem Maße stattfinden, da der Stimmverlust groß, sicher und langwährend wäre.
Das ist das Problem. Die Gruppe mit dem gezwungenermaßen persönlich geringstem Einfluß verzichtet auch freiwillig auf nahezu jeglichen politischen, den sie durchaus haben könnte.
Warum “die” Arbeitslosen nicht “auf die Straße” gehen?
Wer weiß…
Können viele Gründe sein; die deprimierenden Bettenburgen am Stadtrand (so dass man sich auch geografisch außen vor fühlt), die kaputtgesparten Schulen, das zynische und verblödende Fernsehen, Mobbing UND Psychopharmaka, Hetze und Gängelei der Mittelschicht, teile und herrsche, Brot und Spiele, das Alter, “woanders geht es den Leuten noch schlimmer”-Sprüche von irgendwelchen Arschlöchern etc.
und genau auf dieser ebene trifft der begriff prekariat, so böse er auch sonst immer angewendet werden mag, den punkt. aber auch nur, wenn man prekär ordentlich zu übersetzen vermag.
Auf die Straße ? Nein, das meine ich nicht. Bringt ja auch erfahrungsgemäß nichts.
Ich meine, warum sich keinerlei von ihnen getragene Interessenvertretung herausbildet, nichteinmal auf lokaler Ebene.
Bettenburgen am Stadtrand wären da eher noch begünstigend.
Verblödung durch Fernsehen, Internet, scheint wahrscheinlicher, betrifft aber sicher nicht alle.
spät, aber trotzdem…
für die verlorenen des systems (um den diskriminierenden begriff ‘verlierer’ zu vermeiden) hat sich noch jede interessenvertretung, selbst auf lokaler ebene, als vertretung ihrer interessen erwiesen. das ist deprimierend. bettenburgen am stadtrand wirken da nur noch bestätigend, und ‘verblödung’ durch medienkonsum ist nun mal eine strategie, der ohnmacht nicht ins kalte auge sehen zu müssen. segregation statt integration, freiheit statt kommunismus. wer solidarität nicht aktiv erlebt hat, wird sich schwer tun, sie aktiv zu leben. so sehe ich das.
Wenn ich hier öfter lese, man sollte dann aufpassen, dass sich die Protestbewegung bzw. Massenproteste nicht von einer radikalen Gruppe vereinnahmen lassen sollen, kann ich darüber nur schmunzeln und gebe folgendes zu bedenken:
1. Der bis jetzt aufgebaute Druck ist schon so hoch wie zur weimarer Zeit
2. Die Menschen haben sich geistig weder weiterentwickelt, noch kann man von Gegenöffentlichkeit sprechen
3. DerDruck wird noch weiter steigen, da erst Halbzeit ist, denn die Strippenzieher werden sich mit einem 2. 1929 nicht zufrieden geben.
4. Damals steckte das Derivategeschäft noch in den Babyschuhen. Die Summen, die sich dem 5-stelligen Billionenbereich annähern sollten alles in den Schatten stellen können wenn diese Blase platzt, vielleicht sogar parallel zur Kreditkarten- und Fed-Blase.
ich könnte jetzt so weiter machen und aber ihr ahnt worauf das hinausläuft. Was wenn nicht eine radikale Abkehr von dieser Agenda könnte man beabsichtigen ? Wollte man einen “sanften” und aus der “Mitte” kommenden Ansatz, hätte man vor ca. 40 Jahren damit anfangen müssen und ich meine ernsthaft, also mit Fakten schaffen, Vernunft und hinschauen und aufräumen in jeder Hinsicht.
Also hört mir auf mit “lasst euch nicht von radikalen vereinnahmen” oder “die Gefahr radikaler Instrumentalisierung” Das ist leider genau das was als letzte Konsequenz übrig bleibt, wenn man Demokratie und Partizipation nicht verstanden hat, wie ca. 80% der Bevölkerung ?
Ich wünsche uns gute Besserung
Revolution ?
Da möchte ich einfach nur Napoleon zitieren:
Es gibt bei jeder Revolution genau zwei Sorten von Menschen, die, die sie verursachen und die, die von ihr profitieren.
So und nicht anders endet es immer und überall.
Was hat sich denn unbeachtet des Wirtschaftsembargos für den “kleinen Mann” im Iran geändert ? Nicht, absolut gar nichts.
Und was man aktuell aus Tunesien oder Ägypten mitbekommt scheinen doch beide Aufstände erfolgreich sediert zu sein.
Mit tun all die armen Schweinen in Syrien leid, die sich for nothing erschießen lassen.
Ja, klar, vielleicht gelingt es Assad zu verjagen, vielleicht soger publikumswirksam aufzuknüpfen und dann ? Dann kommt der nächste Big Boss, der große Käse, Nummero Uno und reißt sich den Laden unter den Nagel.
Der Kapitalismus ist die seit Jahrtausenden geltende Abgabenform und etabliert zwangsläufig das passende Gewaltmonopol. Und da im Kapitalismus am theoretischen Ende einer Finanzperiode immer Einer alles und alle Anderen nichts haben, kommt es immer wieder zum Knall.
Solange dem Menschen kein besseres Modell einfällt als zu sagen: “Dies ist mein Land und wenn du es bewirtschaften willst, gehört die halbe Ernte mir!” wird sich nichts ändern.
Mir persönlich ist es völlig egal wer über mich herrscht, denn ich gehöre an den Anfang der Nahrungskette. Also bin ich, sobald mein Unterhalt teuerer ist als mein Nutzen, obsolet.
In früheren Zeiten wurde man im Krieg verheizt, heute wird es wohl Soylent Green.
Fukushima hat unserer Finanzelite drastisch vor Augen geführt, wie empfindlich AKW auf nicht vorhandene Kühlung reagieren, also haben sich gewinnbringende konventionelle Kriege gegeneinander für die Mehrheit der hochindustrialisierten Länder erledigt.
Seh ich auch so.
Alles wiederholt sich.
ALLERDINGS sind wir – danke fefe – dafür da, damit es nicht NOCH schlimmer kommt.
Was soll das Gerede von Revolution?
Viel wäre schon gewonnen, wenn das Gefasel von “CDUCSUFDPSPD” hier aufhören und die Suche nach dem kleinsten Übel sich in überlegten Wahlentscheidungen, Unterschriftsaktionen, Demos usw. niederschlagen würde: Vermögensteuer, Mindestlohn, Bankenregulierung usw.
Aus der heutigen FAZ eine Aussage, die den Neo-Marxisten in diesem Forum nicht gefallen duerfte:
“Der Fall aus den Wolken brachte zutage, dass die jetzt „verloren“ genannte Generation zuvor eine von „Ni-Nis“ gewesen war. Das heißt, dass ein guter Teil, nämlich ein Fünftel der 16 bis 24 Jahre alten Spanier, weder lernen noch arbeiten wollte, dennoch aber mit dem Leben außerordentlich zufrieden war. Die Soziologen und Statistiker überraschten das Land zusätzlich mit Studien, wonach mehr als die Hälfte der zwischen 18 und 34 Jahre alten Spanier außer Unterhaltung und Freizeit „keinerlei Programm“ für den Rest ihres Lebens hätte und auch keine besonderen Interessen äußerten. Nur in Italien, so errechneten sie, sei dieses Niveau ähnlich hoch.”
Da heisst es wohl Aermel hochkrempeln – auch fuer einige Computer-Revolutionaere und Sesselpfurzer hierzulande…
Die Tastatur-Revoluzzer hier wie sonstwo geben eher weniger auf das, was in der FAZ steht. Das ist nämlich ein ultrarechtes neoliberales Kampfblatt, oder so ähnlich. Nur was in linken Postillen verbreitet wird, ist genehm. Sofern es nur radikal und spinnert genug ist :)
@Serious Sam
Die “Junge Welt” ist auch so ein linkes Kampfblatt. Ist aber doch interessant, was die manchmal schreiben – besonders dann, wenn es erstens plausibel und zweitens in den meisten anderen Medien nicht präsent ist. Ein Glück für den Präsidenten, dass seine Bürger nicht so gut vernetzt sind. Oder soll ich sagen: …nicht so massive Internet-Unterstützung erhalten ?
“Bereits seit langem subventionieren die USA syrische Oppositionsgruppen, nach eigenen Angaben mit etwa sechs Millionen Dollar jährlich, um die Unzufriedenheit zu schüren. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen die Jugendlichen in Daraa im Auftrag und gegen Geld regierungsfeindliche Losungen an Hauswände gesprüht haben. Daraufhin ließ der Geheimdienstchef von Daraa sie inhaftieren.”
http://www.jungewelt.de/2011/06-21/044.php
Schlimm! Bei uns ist das aber nicht so!
Viele junge Spanier haben gedacht – durchaus verständlich -: Mami und Papi haben mir auf Kredit ne Wohnung gekauft, deren Wert steigt und steigt. Jetzt bin ich’s.
Another instance of the Law of Unintended Consequences. In diesem Fall die der Euro-Einführung.
Wie findet man denn soetwas heraus und wie passen 20% die “weder lernen noch arbeiten wollen” mit mehr als 50% die “Ausser Unterhaltung und Freizeit keinerlei Programm und Interessen haben” haben zusammen, wenn beide Zahlen zu praktisch identischen Aussagen gehören ?
Um Arbeitslose Spanier kann es dabei dann eher nicht hauptsächlich gehen, mehr um die Interessen einer bestimmten Altersgruppe und da fände ich die Werte nicht besonders überrraschend. Dass die Mehrheit der Bevölkerung völlig unpolitisch ist und nur nach Ablenkung sucht ist ja nichts neues.
Sie als Ober-Sesselfurzer sollten, gleich damit beginnen, Ihre “guten Ratschläge” in die Tat umzusetzen.
Sie praktizieren die alte rechtskonservativ-neoliberale Masche: Wenn die negativne Folgen eigenen Wirtschaftsideologie ans Tageslicht treten, dann werden deren Opfer für schuldig erklärt, Da kommt Ihnen das rechtskonservativ-neoliberale Leib-und Magenblatt FAZ, das die “Studien” irgendwelcher “Soziologen” und “Statistiker” zitiert (von wem werden diese Herrschaften finanziell ausgehalten?) gerade zu pass.
Sie können es jedoch drehen und wenden wie Sie wollen: Jene Staaten, welche uns von unseren rechtskonservativ-neoliberalen Medien, Politikern und “Wissenschaftlern” über viele Jahre hinweg permanent bis zum Erbrechen als “Vorbilder” unter die Nase gerieben wurden, stecken nun in der Scheiße:
- USA
- Irland
- Spanien *
- Japan.
* Selbst die FAZ schrieb im Jahre 2008 zur spanischen Immobilienkrise:
“Das spanische Wirtschaftswunder brachte auch das Phänomen hervor, das den Leuten jetzt den Atem abschnürt: den Immobilienboom. Es geht nicht nur darum, dass ein mächtiger Industriezweig buchstäblich Wohl und Wehe eines Staates in Händen hält, sondern um eine regelrechte Verschiebung der Mentalität. (…) Von billigen Krediten und Steuervorteilen profitierte die Mittelklasse mehr als die Armen, denn jetzt begann ein neuer Volkssport, die Immobilienspekulation, an der sich die Privatindustrie nicht weniger bereicherte als die Politik.”
Ihnen, Herr Sesselfurzer, erteile ich einen gutgemeinten Rat: Statt einseitig auf den Opfern der neoliberalen Ideologie herumzuhacken, sollten Sie sich kritisch mit den neoliberalen Ideologien und deren Ideoligie auseinandersetzen!
Genau so ist es!
(Hätte ich nicht besser formulieren können)
Für schlechten Journalismus in der FAZ ist der Text „Revolution im Sitzen“ von Leo Wieland aus dem das Zitat:““Der Fall aus den Wolken brachte zutage, dass die jetzt „verloren“ genannte Generation zuvor eine von „Ni-Nis“ gewesen war. …fff…“ stammt, ein wirklich gutes Beispiel.
http://www.faz.net/artikel/C30770/jugendproteste-aufstand-im-sitzen-30430660.html
Der Autor spricht u.a. von: DIE Soziologen und Statistiker – Sind DIE in Spanien alle einer Organision zugehörig, die NUR die Zusammensetzung von Demonstrationen begutachtet? Was für Untersuchungen? Fragestellungen? Empirie? Belege – Fehlanzeige.
„…nämlich ein Fünftel der 16 bis 24 Jahre alten Spanier, weder lernen noch arbeiten wollte,“
Spaß-Jugend? Gibt’s bei uns und wonders auch. Und was ist mit den anderen 80 %?
Schuld sind NATÜRLICH: Die Demonstraten, die (FAULEN) Jugendlichen, die GEWERKSCHAFTER, die SOZIALISTEN… , Usw…usf….alles Behauptungen ohne Beleg – Propaganda in Reinform. Wirtschaft und Politik haben dagegen lediglich „keine Lösung“ – Was war noch gleich mit Verantwortung? Kein Wort dazu.. Und etliche Beispiele mehr dieser Art finden sich hier, und und es ist nicht der erste Artikel Leo Wielands dieses Kalibers. BILD hetzt gegen Griechenland (siehe SF-Artikel zur Quandt-Preis-Verleihung) – die FAZ gegen Spanien
Das ist Kampagnen-Geschreibsel und richtig schlechter Journalismus, verbunden mit zur Abwechslung mal Richtung Spanien statt Griechenland abgeschossenen rechtsliberalen Hetztiraden, dessen Niveau sich nur in einem von BILD unterscheidet: In der Länge des Artikels. Adressaten sind selbstredend die konservative bis rechtsliberale Leserschaft zur Bestätigung des Weltbilds. Hier kann ich allerdings aus eigener Anschauung sagen:
Es gibt auch FAZ-Leser, die sich angesichts des Niveaus solcher Artikel veräppelt vorkommen.
Vorschlag: Nicht alles blind und unhinterfragt glauben, nur weil es m religiösen Zentral-Organ steht…;-)
Grüße
Schnarch… schnarch… huh, was ist? Was ist das für ein Lärm? Revolution? Gefällt mir nicht! Brauch ich nicht, mag ich nicht. So, jetzt lasst mich weiterpennen, habe gestern den ganzen Tag bei Spiegel Online im Forum geschimpft! Alles scheiße! Chemtrails, falscher Bin Laden, Dienstwagenaffäre! Angriffskrieg in Libyen! Palästina! Alles schlecht! Machen alles falsch, hören nie auf mich! Sowas schlaucht! Ist doch wahr, die da oben machen ja doch nur was sie wollen, alle in einen Sack, und… und… schnarch… sabber… schnarch…
Social Media ist NICHT Facebook+Twitter. Man kann auch Foren, Wikis oder Blog nutzen, um sich zu vernetzen. Ich meine, dass Facebook-unabhängige Projekte bisher mehr geholfen haben, als dieses bei der Erwähnung von Social Media omnipäsente Facebook. Guttenplag war z.B. in erster Linie ein Wiki und keine Facebook Seite.
Außerdem entzieht man sich damit der einfachen Kontrolle, wenn man nicht Facebook für ein Revolution nutzt.
Während ich inhaltlich zustimme, sähe ich es lieber, wenn “vergewaltigt” nicht mit “Leitmedien” in Verbindung gebracht wird. Es verharmlost die ursprüngliche Bedeutung des Wortes und zeugt für mich nur von mangelnder Sensibilität des Autors.
Im Zuge der “revolutionären Umwälzungen” ist die nächste sozialistische Regierung weggespült worden (von einer “Was weiß denn ich für eine -Tsunami“) – nach den spanischen Regionalwahlen nun in Portugal.
Auf ARD liest man:
“Ins Lissabonner Parlament wurden auch wieder das Bündnis von Kommunisten und Grünen (CDU) mit 6,6 Prozent sowie der Linksblock (BE) mit 4,4 Prozent gewählt. Beide Gruppierungen erlitten allerdings deutliche Verluste.”
Sozialisten, Kommunisten und Linksblock verlieren also deutlich – ein Denkzettel in neoliberalen Zeiten?
Wahrscheinlich, weil die Wähler von den Medien “vergewaltigt” worden sind. Oder ist es irgendein Facebook-Ding? Gab es ein politisches Leben vor Facebook (zumindest waren die Demos der 80er in Deutschland von mehr Menschen getragen – wie war das technisch möglich ohne Blog und Co?)
Vielleicht sind Wahlergebnisse, die im Zuge der Wirtschaftskrise die Konservativen an die Macht bringen, auch nur ein weiteres Zeichen des kranken Körpers nebst Eiterbeulen!?
Eine medizinische Sprache, der sich übrigens auch die Obristen Griechenlands bedient haben, während sie gleichzeitig ihr Land in ein riesiges Konzentrationslager verwandelt haben. Eine ekelhafte Sprache, die also nicht nur deutschen Bloggern vorbehalten bleibt…
Hallo an die vielen SchreiberInnen,
bevor das Mensch was tut, muß es erst durch seinen Kopf.
Will er eine Dampfwalze bauen, braucht zu mindest eine Vorstellung vom möglichen Ergebnis.
Nicht anders dürfte es bei der “Revolution” sein.
Und da sieht es doch ziemlich düster aus, wenn ich den Artikel und die Äußerungen dazu betrachte.
In alle Bescheidenheit empfehle ich Lenin; Was tun!
W. Engelmann
Engelmann schrob:
“bevor das Mensch was tut, muß es erst durch seinen Kopf.
….
In alle Bescheidenheit empfehle ich Lenin; Was tun!”
Bevor wir nun aber der bescheidenen Empfehlung Lenins folgen und etwas tun -
es muss doch erstmal durch unsere Koepfe, oder?!
Also doch noch nichts tun und warten, dass sich die Katze in den Schwanz beisst?
Welcher hervorragenden materialistischen Dialektik duerfen hier beiwohnen???