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  • Is it really the economy (stupid)?

    geschrieben am 04. Juni 2011 von Stefan Sasse

    Von Stefan Sasse

    Nikolaus Piper analysiert in einem aktuellen SZ-Artikel die Wiederwahlchancen Barrack Obamas 2012 wie folgt: “All diese Spekulationen sind voreilig, denn sie stellen einen zentralen Faktor außer Rechnung: die Lage der amerikanischen Wirtschaft. “It’s the economy, stupid”, sagte Bill Clinton einmal – amerikanische Wahlen werden mit Wirtschaftsthemen gewonnen oder verloren.” Piper geht darauf ein, dass die Arbeitslosenrate sehr hoch und dass ein Präsident mit solchen Werten in dieser zentralen Statistik seit Roosevelt nicht mehr wiedergewählt worden sei. Piper hat sicherlich Recht wenn er sagt, dass Wirtschaftsthemen in einem Wahlkampf bestimmend sind; wir haben das in der BRD schon oft genug erlebt. Gleichzeitig greift er aber wesentlich zu kurz, wenn er einige spröde Zahlen zur Wirtschaftslage als Gradmesser, ja als praktisch nachweisbare und unumstößliche Regel für Wahlerfolge zu erklären. Zahlen führen in die Irre, und Wahlkämpfe sind Psychologie. 2008 gewann Obama nicht nur, weil Lehmann Brothers kollabierte, ja, ich verstehe gar nicht, wie Piper das zu einem zentralen Baustein des Wahlerfolgs machen kann. Obama siegte mit seiner Botschaft von “change”. Es zeichnet sich jedoch bereits deutlich ab, dass die Lage der Wirtschaft das entscheidende Thema 2012 werden wird. Das Problem Obamas in den Augen Pipers: “Obama hat sein komplettes Wirtschaftsteam ausgewechselt, mit Ausnahme von Finanzminister Timothy Geithner. Jetzt weiß niemand mehr, für was der Präsident steht.”

    Eigentlich ist die bisherige Position Obamas relativ einfach zu umreißen, und das ganz ohne einen einzigen Berater zu kennen: Geldschöpfungspolitik der Fed, schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme, mittelfristige Innovations- und Strukturwandelprogramme. Dazu kommt ein kompromissbereiter Kurs mit der Wallstreet. Die letzten Monate der US-Innenpolitik standen im Zeichen des Budgetstreits, denn die Republikaner, die mittlerweile das Repräsentantenhaus kontrollieren, wollen einer Aufweichung der Schuldenobergrenze und damit weiteren staatlichen Investitionen nicht zustimmen. Sie sind für eine harte Sparpolitik; wer hätte auch damit gerechnet. Einige wirtschaftliche Berater Obamas sind abgesprungen, einige hat er selbst ausgewechselt; beides ist verständlich, wenn man sich die Realitäten ansieht, innerhalb derer er gerade Wirtschaftspolitik betreiben muss. Das Land ist politisch schwer gespalten, seit die Tea-Party-Bewegung äußerst aggressiv, gestützt von einem konservativen Mediennetzwerk, wie dem von FOX News, gegen den Präsidenten vorgeht. Anstatt den Fehdehandschuh aufzunehmen, hat Obama seine eigene Taktik mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit weiterverfolgt. Diese Taktik müssen wir in einem kurzen Exkurs unter die Lupe nehmen.

    Obamas Strategie in den Vorwahlen 2008 war eben nicht ein Weg der moderaten Mitte. Er versprach “change”, einen relativ radikalen Wandel, mehr Transparenz, mehr Bürgernähe und ein anderes Feeling. Viel konkrete Politik war nie dahinter, und sollte es vermutlich auch gar nicht sein. Sein Präsidentschaftswahlkampf sprach die Amerikaner breiter an, als man es hätte vermuten können. Er wurde nicht nur mit der Mehrheit der Wahmännerstimmen gewählt, sondern auch von der absoluten Mehrheit der Amerikaner selbst (was nicht allzu häufig vorkommt). Er erreichte das auch mit einer klaren Abgrenzung von allzu progressiven Elementen seiner eigenen Partei. Er vermied den Eindruck, ein “liberal” zu sein – etwas, das mit “Liberaler” nur sehr ungenügend übersetzt ist. Direkt nach der Wahl streckte er der republikanischen Opposition die Hand aus, lud sie ein, gemeinsam mit ihm zu arbeiten und Kompromisse zu finden. Vielleicht war es nur Taktik. Vielleicht war es ein ehrlicher Versuch. Viele waren bereits damals verwundert. Hatte er nicht triumphal gesiegt? Warum war er bereit, mit dem Republikanern, die in keinem der beiden Häuser die Mehrheit hatten, zusammenzuarbeiten?

    Ich denke dass ihm ziemlich gut bewusst war, was ihm bevorstand. Die Finanzkrise zu bändigen und, vor allem, ihre Folgen in den Griff zu bekommen war ein Mammutakt. Er würde gigantische Finanzmittel und eine neue Gesetzgebung erfordern. Sollte die Wallstreet außerdem mit zur Verantwortung gezogen werden – und es ist wohl sicher anzunehmen, dass das seine Intention war – führte kein Weg an einer einigen Front im Kongress vorbei, um einzelne Abgeordnete, die besonders stark mit der Wallstreet verknüpft sind, ausmanövrieren zu können. Dieser Plan ging bekanntlich nicht auf. Die Republikaner verweigerten sich der Mitarbeit und schalteten auf Totalopposition. Überraschend stieg die im Wahlkampf schwer disavouierte Sarah Palin zur Galionsfigur der neuen Tea-Party-Bewegung auf. Dabei handelt es sich um eine jener Strömungen, die latent bereits lange vorhanden waren und gewissermaßen nur auf eine Entladung hofften. Die weite Unzufriedenheit der Amerikaner mit der Politik in Washington ist ja nicht gerade ein Geheimnis, und dass viele dieser Menschen (besonders die im “bible-belt” des Mittleren Westens ansässigen Konservativen) niemals in einem liberalen Politiker die Lösung erblicken könnten genausowenig. Letztlich ist es bei uns ja auch nicht anders: die Mehrheit ist deutlich unzufrieden, aber eine Alternative ist nicht in Sicht. Die Tea-Party nutzte diese Unzufriedenheit und kanalsierte sie mit radikalen Bekenntnissen zu scheinbar uramerikanischen Werten: einer festen christlichen Verankerung (im Sinne eines protestantischen Evangelismus), einem festen Patriotismus und einem noch festeren Individualismus. In den Mix geworfen wurde außerdem ein bisschen Gründerväterfolklore und Minute-Men-Romantik, und fertig war der Mix, den die deutschen Populisten noch vergeblich suchen.

    Obama bewegte sich aber aus seiner moderaten Mitte, in die er sich absichtlich manövriert hatte als er den Kompromiss mit den Republikanern suchte, nicht heraus. Letztlich behält er eine Position, wie er sie hätte wenn die Republikaner kooperiert hätten, wie um zu zeigen, wie vernünftig eigentlich alles sein könnte. Angesichts der Tatsache, dass die Tea-Party bei allem Krach den sie verursacht keine Mehrheit besitzt und viele Republikaner sich gefährdet und bedrängt fühlen, ist das kein Fehler. Ich habe schon mehrfach prognostiziert, dass der Radikalismus der Tea-Party Obama die Wiederwahl sichern wird, weil viele moderate Republikaner angewidert zuhause bleiben und viele enttäuschte Demokraten zur Abwehr von Schlimmerem Obama wählen werden. Und damit kehren wir zur Wirtschaftspolitik zurück. Obama mag nicht das kohärenteste aller Programme haben, aber immerhin hat er überhaupt eines, und wenn man sich ein klein wenig Mühe gibt erkennt man es auch. Die Republikaner haben – nichts. Stattdessen betreiben sie reine Obstruktionspolitik, was funktionieren kann, es aber häufig nicht tut, wie die Republikaner erst 1996 unter Führung von Newt Gingrich erfuhren.

    Wenn 2012 dann über Wirtschaftsthemen gesprochen wird, kann Obama beim TV-Duell am Rednerpult stehen und mit sonorer Stimme auf all die Programme und Vorschläge verweisen, die von ihm ausgingen, und er muss nicht einmal mehr betonen, dass die Republikaner Knüppel zwischen die Beine warfen. Wenn er es geschickt anstellt – und geschickt ist er ohne Zweifel – kann ein Teil des Desasters, das die Finanzkrisenpolitik zweifellos ist, an den Republikanern hängen bleiben. Schließlich befürworten die Amerikaner mehrheitlich Repressionen gegen die Wallstreet. Oftmals dringen die Informationen, wer eigentlich dieselben verhindert, gar nicht richtig durch. Der Schlüssel zum Sieg Obamas 2012 ist, ihn als vernünftigte, moderate und erfahrene Alternative zu den radikalen, aggressiven und unverantwortlichen Tea-Party-Jüngern zu präsentieren, und ich gehe davon aus, dass er genau das tun und damit erfolgreich sein wird. Die Wirtschaftslage wird deswegen weniger 2012 entscheidend sein als 2014: wenn Obama Glück hat, sind die Effekte seiner mittelfristigen Programme bis dahin spürbar geworden. Dann könnte er die Midterms für sich entscheiden (dass die Demokraten 2012 das Repräsentantenhaus zurückgewinnen werden ist unwahrscheinlich, dass sie den Senat verlieren möglich; split government wird also weiter Realität für die Obama-Administration bleiben). Mit einem solchen Erfolg im Rücken wäre es dann vielleicht sogar möglich, einige Reformfäden wieder aufzunehmen, die die Republikaner ihm zerschnitten haben.

    Stefan Sasse

    Bildnachweise:
    Porträt – Pete Souza (gemeinfrei)
    Mit Ted Kennedy – Sage Ross (GNU 1.2)
    Five Presidents – Joyce N. Boghosian (gemeinfrei)
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    Von Stefan Sasse Nikolaus Piper analysiert in einem aktuellen SZ-Artikel die Wiederwahlchancen Barrack Obamas 2012 wie folgt: "All diese Spekulationen sind voreilig, denn sie stellen einen zentralen Faktor außer Rechnung: die Lage der amerikanischen Wirtschaft. "It's the economy, stupid", sagte Bill Clinton einmal - amerikanische Wahlen werden mit Wirtschaftsthemen gewonnen oder verloren." Piper ...
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    57 Kommentare:

    1. Serious Sam schrieb am 4. Juni 2011 at 20:29 - Permalink

      Obama wird IMO trotz des Arbeitsplatzdesasters und trotz seines leider seeeeeeehr anschmiegsamen Verhaltens gegenüber der Wallstreet auch (nicht nur) deshalb wiedergewählt, weil die GOP einen Haufen von selbst für die diesbezüglich robusten US-Verhältnisse unsozialen und allzu neoliberal aufgestellten Populisten als Gallionsfiguren hat.

      Den hirnrissigen Budget-Plan von Paul Ryan etwa haben selbst die republikanischen Wähler inzwischen durchschaut: älteren Menschen die medizinische Versorgung von einer einigermaßen solidarischen Finanzierung umzubauen in ein Gutscheinsystem, das zwar den medizinisch-industriellem Komplex weiter aufbläht, aber viele Senioren mit unbezahlbaren Rechnungen alleinlässt. Und gleichzeitig die Steuern für die Reichen noch weiter senken.

      Die Amerikaner sind zwar IMHO mehrheitlich recht dumm, aber so dumm denn doch nicht, dass sie nicht langsam durchschauen, was da von Seiten der GOP läuft.

      • Stefan Sasse schrieb am 4. Juni 2011 at 21:10 - Permalink

        Die sind mehrheitlich auch nicht dümmer als die Deutschen. Politisch uninteressierte und ungebildete Menschen haben wir hier auch zuhauf.

        • Serious Sam schrieb am 4. Juni 2011 at 21:24 - Permalink

          Die sind mehrheitlich auch nicht dümmer als die Deutschen

          Mag sein. Das habe ich allerdings gar nicht behauptet. Obschon ich es nach unzähligen persönlichen Erfahrungen mit sehr vielen Amerikanern auf sehr vielen Reisen in die USA und sonstwohin in der Tat tendenziell annehme. Da das allerdings ein unsubstantiierter persönlicher Eindruck ist, lasse ich diesen Vergleich außen vor. Und bleibe nach wie vor bei: die Amerikaner sind IMHO mehrheitlich recht dumm.

          • Peleo schrieb am 4. Juni 2011 at 22:38 - Permalink

            @ Stefan Sasse & Serious Sam

            Was versteht Ihr in diesem Zusammenhang unter “dumm”? Und welche/s Volk/Nation ist es dann nicht?

            • Escherichia schrieb am 5. Juni 2011 at 13:35 - Permalink

              Na am deutschen gescheiten Wesen könnte da einiges Majonaisen ! Und darauf eine Flasche Pommes Frittes !

              Bin ich jetzt völlig vernagelt oder haben wir es mit einem Drift zu tun, der die Demokraten ehemals republikanisch Staatsmännische Politik ausführen lässt, während die ehemaligen Republikaner zersplittern in einen radikalen Mix aus Palins, Tea-Köpfen und noch unsäglicherem?

              So eine Art Rechts-Rutsch dem noch im links entstandenen Vakuum der Nachwuchs fehlt. Die schweigende Mehrheit scheint in diesem Vakuum zu stehen und wirtschaftlich nach Luft zu schnappen.

            • smukster schrieb am 5. Juni 2011 at 15:05 - Permalink

              @Escherichia:
              Ja, und das Vakuum ist im bipolaren US-System schwerer zu fuellen als hier (wo es auch schon schwer genug ist). Und selbst wenn die meisten Leute in diesem “Vakuum stehen”, merken Viele das vermutlich ob der geringen politischen Bildung und der Propaganda nicht mal.

              (Gilt fuer D aehnlich – ich kenne die USA persoenlich nicht, daher habe ich keine Ahnung, ob es dort “schlimmer” ist.)

      • Kaffee Ole schrieb am 5. Juni 2011 at 12:56 - Permalink

        Kann mich bitte jemand aufklären, was IMO, IMHO und GOP bedeutet???
        Danke

        • ppp schrieb am 5. Juni 2011 at 13:04 - Permalink

          GOP -Grand Old Party (Republikaner)

          IMO – in my opinion

          IMHO – in my humble (=bescheidener) opinion

        • Escherichia schrieb am 5. Juni 2011 at 13:46 - Permalink

          Die GOPer haben so einen Elefanten als Maskottchen. Berufen sich auf Tradition (älteste Partei) in etwa vergleichbar mit der alten Tante SPD hier

          • Ralf schrieb am 6. Juni 2011 at 08:45 - Permalink

            Öhm, dann meinst Du aber nur das Alter, oder?
            Politisch wären die Republikaner doch eher das Counterpart der CDU und die Demokraten das der SPD.

            Zumindest grob und seit Schröder passt die SPD auch immer besser auf die Dem’s.

      • @ USA schrieb am 9. Juni 2011 at 02:39 - Permalink

        Ja die Amerikaner sind mehrheitlich recht dumm & unbedacht & emotional besonders Politil hat ein rein garnichts mit Topics zu tun.

    2. Beate schrieb am 4. Juni 2011 at 20:37 - Permalink

      Ich weiss gar nix.
      Aber als Finanzmanagerin ist mir die aktuelle Politik äußerst lukrativ.

      • Escherichia schrieb am 5. Juni 2011 at 13:49 - Permalink

        Tja, wie ein Fettauge immer obendrauf schwimmen. Ein Schmuckstück.

        Uiiih … mengenmäßige Diskrepanzen zwischen Wahmännerstimmen und Mehrheiten im Volk der Amerikaner schmücken eine lupenreine Demokratie nun natürlich nicht grade. Da werden uns einige Länder vorhalten das eine Monarchie diesem Demokratieverständnis ja sogar entspreche – bei leicht anders austarierter Gewichtung der Wahmänner (vulgo: Königsmacher)

        Es ist müssig, hier in Deutschland über die Wahl in Amerika zu sinnieren. Dazu steckt man in der Stimmungslage zu wenig drinne, in den Fussgängerzonen von Düsseldorf läßt sich diese nicht aufnehmen. Im Grunde kann Obama weitermachen, zweite Amtszeit ist da durchaus nicht unüblich. Richtig gepatzt hatte er in der letzten Legislatur, soweit bisher die Folgen ersichtlich wären, nicht. Aufgrund der überschäumenden Reaktion der Republikanischen Wahlverlierer hatte ich jedoch genau damit gerechnet: Skandale, Katastrophen, Polemik.

        Doch nichts dergleichen *)! Also Setcard, nächste Runde :)

        *) … in ausgeprägtem Maße. Ins Detail zu gehen würde den Ramen sprengen. Jeden.

        ps: CDU/CSU/FTP würden in good old germany locker jeweils an der 5% Hürde stolpern! Als Erfolgsrezept kann ich da nur Mediengesichtspräsenz, Einigkeit, Präsenz in den Medien, demonstrative Einigkeit, Medienauftritte, noch mehr lächelnde Einigkeitsbekundungen und am besten nochmal die Kamera vor’s aufgesetzte Lächeln anraten. Eine Partei wie aus einem Guss auf allen Kanälen wird immer jede Wahl gewinnen, selbst wenn die jubelnden Wähler am rätseln sind wofür die tolle Gurkentruppe denn nun inhaltlich stände.
        Oder heute gestanden hat, und morgen wieder Hott, wie gestern Hüh!

    3. Truvor schrieb am 4. Juni 2011 at 21:56 - Permalink

      Obama ist ein sprechender Kopf und nichts anderes.
      Es ist egal, wer 2012 gewählt wird, Obama oder ein anderer sprechende Kopf.
      In der Politik der USA wird sich nichts ändern.

      • André H. schrieb am 5. Juni 2011 at 10:18 - Permalink

        Obama ist der ideale Mann als Präsident von den Vereinigten Staaten von Amerika.
        Jung, gutaussehend, sprachgewandt, weder schwarz noch weiss. So kann er mit seinem Charme dem Volk die schlimmsten – für sie selbst bestimmten – Folterinstrument verkaufen, und sie jubeln ihm auch noch dafür zu.
        Und die Banken die, denen die Banken gehören, sind die grossen Abräumer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese mächtige Interessengruppe diesen Joker so leicht aus der Hand gibt.
        Ich bin zum eigenen Erstaunen wieder einmal mit dem seriösen Sam einig: die Amerikaner sind schon mehrheitlich ein recht dummes Volk.
        Wenn sich die Arbeitslosenzahlen jedoch weiterhin so katastrophal entwickeln, wäre es vielleicht ratsam, die Handfeuerwaffen des Volkes rechtzeitig einzuziehen… wegen der weniger dummen Minderheit.

        • Truvor schrieb am 5. Juni 2011 at 16:37 - Permalink

          @ Andrè H.

          ” …. die, denen die Banken gehören, …. ”

          Jetzt wissen alle, wessen “sprechender Kopf” Obama ist. ;-)

          • carlo schrieb am 6. Juni 2011 at 02:01 - Permalink

            @Truvor
            Hast Du sie noch alle? Hier hast Du mal “sprechende Köpfe” aus den U.S.A. Steigerungen sind möglich!

            Stop making sense…from the talking heads

            Bei diesem Gegner schätze ich auch, daß die Rote Armee am Wochenende nur 10 Minuten gebraucht hätte um den “Westen”, samt “U.S.A.” zu erobern. Einen Versuch wär’s ja mal wert gewesen…..;-)

            Als stolzer Kommi!..;-)

            • Truvor schrieb am 6. Juni 2011 at 04:12 - Permalink

              @ carlo

              Maannnnn ;-))))))))))

        • Heimdall schrieb am 6. Juni 2011 at 22:28 - Permalink

          Würd mir wegen der Waffenverteilung in der US-Bevölkerung nicht soviele Sorgen machen, das ist in den meisten Fällen eher eine Ego-Pille oder Penisverlängerung.

          Mal Zahlen: 330 Mio Amerikaner, über 600 Mio Feuerwaffen, rein statistisch hat jeder Ami etwa 2 Feuerwaffen. Nimmt man die Kinder und Pazifisten raus und lässt jeden Waffennarren 6 Feuerwaffen besitzen, sind es immer noch gut 100 Mio hochgerüstete Amerikaner.

          Trotz dieser unglaublichen Zahlen sind George W. Bush, Dick Cheney, Condi Rice, Donnie Rumsfeld (alle Irakkrieg und noch mehr Mist) und Bob Hayward (BP Chef, Ölkatastrophe) immernoch am Leben.

          Schlussfolgerung: Das von den Amis heißgeliebte Verfassungsrecht auf Waffenbesitz ändert politisch gar nix, außer dass es die Mordfallraten kräftig stützt, aber das wiederum sorgt dafür, dass der Sicherheitssektor kräftig boomt.

          Scheint so, als seien die Amis trotz hohem Bewaffnungsgrad einfach zu d**f, eine Revolution zu machen.
          Und ja, Amis sind im Durchschnitt blöder als Europäer. Das liegt schon alleine an diesem kulturell verankerten Überheblichkeitswahnsinn und dem psychopathologischen Optimismus. Während Europäer ja gerne mal bereit sind, sich in den Nachbarländern umzugucken, wie dort Dinge geregelt werden und zu überlegen, was man davon brauchen könnte, halten sich die Amis für die Besten und können mittlerweile nicht mal mehr ‘nen Kühlschrank zusammen bauen, in öffentlichen Schulen lesen, schreiben und rechnen lehren oder ihre eigene Bevölkerung ausreichend medizinisch versorgen, OBWOHL sie immernoch das reichste Land der Welt sind. Die US-Amis haben im Vergleich mit ähnlich entwickelten westlichen Ländern eine GERINGERE Lebenserwartung. Auch scheint denen nicht klar zu sein, dass Schule+Ausbildung, medizinische Versorgung, Nahrung und Obdach, Umwelt- und Arbeitsschutz wichtig sind, um Menschen gesund – ergo arbeitsfähig – zu erhalten, was widerum wichtig für die wirtschaftl. Produktivität ist. Aber gut, beim Verständnis dieser Zusammenhänge scheitern FDPler auch regelmäßig.

    4. André H. schrieb am 5. Juni 2011 at 10:49 - Permalink

      …mit radikalen Bekenntnissen zu scheinbar uramerikanischen Werten: einer festen christlichen Verankerung (im Sinne eines protestantischen Evangelismus)…

      Geschätzter Stefan Sasse, ich glaube da täuschst du dich. Dieser protestantische Evangelismus – wie in Deutschland – gibt es in Amerika praktisch nicht. Dort handelt es sich um einen charismatisch-evangelikalen Protestantismus, welcher in Wirklichkeit gar kein Protestantismus mehr ist, sondern ein aus dem Katholischen entstandenen (Toronto-Segen) schwärmerisch-geistlichen Standing-Ovation-Kult, getarnt als Protestantismus. Eine starke evanglische Kirche – wie in Deutschland – gibt es nicht. Dafür Tausende von selbständigen, selbsternannten Pastoren-KMU’s. Wir hier im deutschen Kulturkreis gehen einfach davon aus, dass die protestantische Kirche in Amerika etwa die selben Strukturen und die selbe Gewichtung hat. Leider haben sich die protestantische Kirche und die moderaten evangelischen Freikirchen hier – zwecks Mitgliederwerbung – immer mehr den amerikanischen Strömungen geöffnet und sind immer mehr auch zu solchen charismatisch-schwärmerischen Wohlfühl- und Erfolgsevents geworden. Ein amerikanisches Franchising -System charismatischer Freikirchenhat sich breit gemacht. Die Musik ist professionell und rockig, die Hallen sind voll.

    5. lebowski schrieb am 5. Juni 2011 at 12:31 - Permalink

      Und damit kehren wir zur Wirtschaftspolitik zurück. Obama mag nicht das kohärenteste aller Programme haben, aber immerhin hat er überhaupt eines, und wenn man sich ein klein wenig Mühe gibt erkennt man es auch.

      Man erkennt es auch ohne Mühe. Obama lässt einfach die Notenpresse auf Hochtouren laufen. Das ist alles. Das kann er, solange die USA die Weltleitwährung stellen. Aber inzwischen wissen Länder wie China, dass es sich beim Dollar nur noch um bedrucktes Papier handelt und die Chinesen investieren ihr Geld lieber in reale Werte. Auch sonst versuchen finanzkräftige Länder vom Dollar wegzukommen.
      Und viele amerikanische Staaten, die nicht wie die Bundesregierung (die amerikanische) in der Lage sind, Geld zu drucken, stehen vor dem Bankrott.

      Der erste schwarze Präsident Amerikas kann nichts anderes tun, als die amerikanische Konkursmasse zu verwalten.

      • André H. schrieb am 5. Juni 2011 at 16:42 - Permalink

        Der erste schwarze Präsident Amerikas

        Obwohl es in allen grossen Zeitung immer wieder zu lesen ist, störe ich mich jedesmal daran, dass Obama als “schwarzer” Präsident bezeichnet wird. Hat wohl mit dem inneramerikanischen Problem zu tun und wir übernehmen das dann wie immer unreflektiert.
        Wenn ein Elternteil weiss und der andere schwarz ist, wird das Kind weder weiss noch schwarz. Wie auch immer, die anscheinende Selbstverständlichkeit, dass alles was nicht mehr “rein weiss” automatisch als schwarz (oder farbig) bezeichnet wird, ist in meinen Augen versteckter elitärer Rassismus. Denn mit der selben Logik, welche Obama als “Schwarzen” bezeichnet, könnte man ihn auch als “Weissen” bezeichnen, weil er zu gleichen Teilen von einem weissen und einem schwarzen Elternteil abstammt.

        • Stefan Sasse schrieb am 5. Juni 2011 at 22:26 - Permalink

          Ja, aber solche Logik hat im politischen und gesellschaftlichen Betrieb keinen Platz. Seine Haut ist braun, ergo ist er ein Schwarzer, egal ob er eigentlich nur ein “Halbblut” ist.

    6. klaus59 schrieb am 5. Juni 2011 at 13:12 - Permalink

      Obama ködert mit sozialen Wohltaten, für die er sich das Geld bei den “bösen” Chinesen leihen muß. Gleiches gilt für die Angriffskriege. Ich bin optimistisch, dass die Auslandskredite nicht mehr gewährt werden und die Öllieferanten keine US$ mehr nehmen.

      • smukster schrieb am 5. Juni 2011 at 14:48 - Permalink

        Schoener Optimismus. Wie werden die USA wohl darauf reagieren? Ich hoffe, dass die Chinesen es ihnen langsam im stillen Kaemmerlein beibringen, und es keinen Knall gibt. Sehr vage Hoffnung, gebe ich zu.

    7. Beate schrieb am 5. Juni 2011 at 15:13 - Permalink

      Sozialpolitik ist nicht per se schlecht.

      Als Finanzmanagerin sage ich immer Schuldenzuwachs des Staates ist mein Vermögenszuwachs.

      Verhindert werden muß auf jeden Fall eine vermögensschädliche Arbeitsmarktpolitik.

      Und das muß Propaganda verhindern.

      Der liebste Satz ist mir.

      Der Staat kann keine Arbeitsplätze schaffen.

      Selbst SPD-Politiker wie Johannes Poss die nichts geschnallt haben, tragen den deutschen Arbeitern mittlerweile treudoof den Satz vor.

      Sollte der Staat auf die Idee kommen durch Steuererhöhungen im Umfang von 35 Milliarden Euro 1 Million Arbeitsplätze mit einem Gesamtentgelt von 50 Milliarden Euro zu finanzieren, geht es uns der Finanzbranche schlecht.

      Schlechte Wirtschaftspolitik ist die größte Ungleichsheitsgarantie.

      • R_Winter schrieb am 5. Juni 2011 at 15:59 - Permalink

        Genau so ist es. In USA sind die offiziellen Arbeitsmarktdaten schlecht und in Deutschland sind sie 60% höher als offiziell mitgeteilt.
        Zusätzlich haben wir eine Wirtschafts- und Finanzpolitik im Sinne der Banken.
        Alle großen Banken haben die Gewinnziele vor der letzten Krise bereits überschritten und Ackermann strebt statt 10 Mrd. € — 12 Mrd. € Gewinn 2011 an.

        • Beate schrieb am 5. Juni 2011 at 19:08 - Permalink

          Das abstruseste Argument , den Finanzmanagern durchaus zuträgliche Argument ist, die Löhne sind zu hoch, die Lohnnebenkosten (Ein Teil des Lohnes ) ist zu hoch.

          Lohnsenkungen schaffen keine Arbeitsplätze.

          Kromphardt hat dies vor einiger wieder durch eine empirische Studie für Deutschland bestätigen können.

          Mehr Arbeitsplätze gibt es nicht in Deutschland durch Senken der Löhne für Dienstmädchen, da andere Arbeitsplätze durch die geringere Nachfrage der Dienstmädchen im Gleichen oder höherem Umfang verloren gehen.

          Die kleinen Leute sollen die höchsten Einbußen bei ihren Löhnen hinnehmen, dann können die Löhne oben steigen und die Gesamtnachfrage bleibt gleich.
          Politiker die nicht energisch gegen Arbeitslosigkeit angehen, nehmen billigend die Dequalifikation von Millionen und deren Verarmung in Kauf.

          Lebenslanges Lernen ist nur eine leere Worthülse. Es gibt keine Vorschläge wie diese zu finanzieren ist. Noch Institutionen in deren Rahmen sich diese verwirklichen ließe.

          Das schlimmste ist wie wir mit unserer Jugend umgehen Millionen bekommen keine zukunftsträchtige Ausbildung.

      • Hansi schrieb am 5. Juni 2011 at 17:47 - Permalink

        @Beate

        Die Staaten können dummerweise die Zuwächse der Finanzindustrie mächtig dämpfen. Der eigentliche Freund der Finanzindustrie ist die EZB und der Euro. Beides wird eh früher als später aufgelöst werden. Ein Staat mit eigener Währung kann sich Inlandschulden einfach durch die Inflation und niedrige Zinsen entledigen. Den Banken und Versicherern können einfach vorgeschrieben werden, Staatsanleihen zu kaufen.

        Bei Auslandsschulden geht die Entschuldung so nicht. Wenn ein Staat an seine Auslandsschulden Pleite geht, sitzt der Staat allerdings am längeren Hebel.

    8. klaus59 schrieb am 5. Juni 2011 at 17:08 - Permalink

      @R_Winter
      “Ackermann strebt statt 10 Mrd. € — 12 Mrd. € Gewinn 2011 an.”

      Hoffentlich klappt dass, weil darauf 25% Kapitalertragssteuern anfallen. Banken, die Verlust machen brauchen wir nicht. Wenn alle Banken so gut dastünden wie die Deutsche, hätten wir uns staatliche Garantien sparen können. Wenn Ackermann aus dem o.g. Betriebsgewinn noch mehr an Gehalt entnimmt, wird das Steueraufkommen sogar noch größer. Auch die gutbezahlten Mitarbeiter freuen sich und neue können eingestellt werden.

      @smukster
      Deine Bedenken sind leider berechtigt. Der konsumgeile und schwerbewaffnete Ami könnte in seiner Gemeinde und in anderen Ländern sehr böse werden. Ich hoffe, sie sind gute Verlierer wie im Sport.

      • Serious Sam schrieb am 5. Juni 2011 at 17:35 - Permalink

        Wenn alle Banken so gut dastünden wie die Deutsche, hätten wir uns staatliche Garantien sparen können.

        Dir scheint nicht bekannt zu sein, dass ohne staatliche Garantien und Zahlungen gerade die deutsche Bank abgeschmiert wäre. Durch Steuergelder an Buden wie HRE, IKB und diverse Landesbanken wurde die Deutsche Bank geschützt vor Verlusten in Höhe von dutzenden Milliarden Euro. Auch die US Steuerzahler haben der Politik sei Dank der Deutschen Bank Abermilliarden zuschustern müssen.

        • smukster schrieb am 6. Juni 2011 at 07:01 - Permalink

          Schon wieder Zustimmung zu Serious Sam! Es geschehen noch Wunder. Btw, DB und 25% Steuern, wer’s glaubt…
          Wenn alle Banken solche Gewinne machen wuerden, waeren die anderen Sektoren sehr bald pleite. Und der naechste Crash direkt vor der Tuer.

      • R_Winter schrieb am 5. Juni 2011 at 17:36 - Permalink

        @klaus59:

        Natürlich brauchen wir keine Banken, die keinen Gewinn erwirtschaften.
        Der Gewinn der DB kommt aber zu fast 50% aus den Wucherzinsen für Staatsanleihen im Ausland (Irland, Griechenland, Portugal).

        Zur Info: Die DB hat hat aus Amerika fast 10 Mrd. $ erhalten und hat kräftig an den extremen Verlusten der HRE und anderer deutscher Banken verdient.

        Aus “normalen” Bankgeschäften kann die DB niemals einen Gewinn von über 10 Mrd. € erwirtschaften. Indirekt wird über verschiedene Maßnahmen der deutsche Steuerzahl belastet – aber Details würden hier zu weit führen (siehe auch SF und NDS). Dieses passt nur begrenzt zu diesem Artikel.

      • Truvor schrieb am 6. Juni 2011 at 04:51 - Permalink

        @ klaus59

        Ja, Obama muß sich tatsächlich Gedanken machen, wie er mit dem Problem der schwerbewaffneten Bevölkerung fertig wird, falls es zu Unruhen kommt.
        Das Problem ist, die Amerikaner sind keine Russen oder Chinesen.
        Es ist (und war schon immer so) für die Russen ein ganz normaler Zustand, wenn sie auf alles verzichten müssen und ein spartanisches Leben führen, aber nicht für die Amis.
        Wenn die amerikanische Bevölkerung über die Nacht (sagen wir) 20% ihres Einkommens verliert, dann bricht dort die Hölle los.

    9. Natalie schrieb am 5. Juni 2011 at 18:45 - Permalink

      Ich nehme an, dass Debitismus-Diskussionen auch in diesem Kontext nicht erlaubt sind. Oder?

      • tar schrieb am 5. Juni 2011 at 21:17 - Permalink

        Wenn nicht hier, im Gelben immer.

    10. Beate schrieb am 5. Juni 2011 at 19:34 - Permalink

      Warum haben Sinn und die deutsche Presse jahrelang behauptet , die Lohnspreizung für deutsche Arbeitnehmer sei zu gering?
      Der amerikanische Arbeitsmarkt mit seinen vielen illegalen Einwanderern, die nicht lesen und rechnen können, als empirische Begründung für eine nicht haltbare theoretische Position.

      UND ALLE DEUTSCHEN ÖKONOMEN HABEN GESCHWIEGEN!

      Herausgekommen sind Kombilöhne und mehr Einkommen für Ökonomen.

      Wissenschaft die nicht mehr wertfrei ist und von dunklen Geldgebern im Hintergrund abhängig ist, kann mir gestohlen bleiben.

      • Bonsta schrieb am 6. Juni 2011 at 01:26 - Permalink

        Wissenschaft die nicht mehr wertfrei ist und von dunklen Geldgebern im Hintergrund abhängig ist, kann mir gestohlen bleiben.

        Ökonomie ist ja auch keine Wissenschaft ;)

        Wäre Ökonomie eine Wissenschaft oder wenigstens eine Kunst, hätte sie beizeiten Ideen entwickelt. Sie hätte für möglich gehalten, was zu verdrängen sie sich stets bemüht. Sie hätte einiges verhindern können, was Kulturen an den Rand des Zusammenbruchs führt – oder darüber hinaus. Sie entwickelte sich vorwärts anstatt mit schroffer Ablehnung auf jeden Gedanken zu reagieren, der nicht in ihre Leitsätze passt. Sie wäre gewappnet für das, was noch kommt.

        http://feynsinn.org/?p=7968

    11. Ike schrieb am 6. Juni 2011 at 04:03 - Permalink

      Was ist das wieder für ein Geschreibsel von “Liebeserklärungs”-Sasse? Liebeserklärung an Friedensnobelpreisträger Obama und seine glorreichen Taten im In- und Ausland? So einen oberflächlichen Transatlantiker-Schmonz erwartet man eher in der Süddeutschen als beim Spiegelfechter. Aber da will er ja wahrscheinlich auch hin, der Herr Sasse. Hoffentlich gelingt der Umstieg recht bald.

      Ansonsten bleibt vor allem abzuwarten, wie sich die nächsten Wochen/Monate bezüglich der Schuldenobergrenze der USA sowie die Reaktion der Märkte darauf weiterentwickeln werden. Das ist der eigentliche Brennpunkt, die Wahlen 2012 sind vollkommen drittrangig; möglicherweise wird es die USA, wie wir sie kennen (und lieben, haha) 2012 eh nicht mehr geben.

      • smukster schrieb am 6. Juni 2011 at 06:49 - Permalink

        Ja, Stefan Sasse hat hier grosse Hoffnungen, oder neutraler: Er sieht nicht schwarz wie so viele DiskutantInnen. Und nicht ganz zu Unrecht, die USA sind durchaus innovationsfaehig, gerade wenn die Elite merkt, dass es eng wird und sie wirklich in einer Sackgasse stecken. Auch hat Obama sicher das Potential (intellektuell wie charismatisch), doch noch echte Fuehrungsstaerke fuer das ganze Land zu entwickeln. Nicht unterschaetzen!

        Mich stoert etwas Anderes am Artikel:
        Es mangelt an Fakten und Analyse, es klingt fuer mich nach einem oberflaechlichen “Bauchgefuehl-Kommentar”. Ist auch nett, aber was koennen wir (die Gemeinde;-) daraus lernen?
        Er schreibt: “Diese Taktik müssen wir in einem kurzen Exkurs unter die Lupe nehmen.” – und genau darauf wartet die geneigte Leserin dann vergeblich. Das Thema ist spannend, und ich glaube, dass ich Einiges vom Autor erfahren koennte ueber Hintergruende der US-Wirtschaftspolitik und das Verhaeltnis der Parteien und Stroemungen dazu. Aber leider nicht aus diesem Artikel, wo die “Analyse” in drei Saetzen geschieht. In der Form koennte ich das auch selber schreiben, als nur oberflaechlich mit der US-Wipo Vertrauter.

        @Klaus: Bitte drehe mir meine Worte nicht im Mund herum. Allein aus Eigeninteresse (aber auch aus Solidaritaet) sollten wir nicht auf den schnellen Absturz der USA hoffen, sondern auf einen sanften Wandel.
        Und “der konsumgeile und schwerbewaffnete Ami”, das ist noch unter BILD-Niveau.

    12. klaus59 schrieb am 6. Juni 2011 at 08:19 - Permalink

      @smukster
      Selbstverständlich hoffen wir alle schnelle Besserungen in USA, weil es uns alle betrifft:
      1. Rückzug des Militärs und die Ersparnis in Bildung, Infrastruktur, Schuldenabbau etc.
      stecken.
      2. Waffengesetze wie bei uns oder noch schärfer.
      3. Banken mit hoher Eigenkapitalquote.
      4., 5. etc.
      Allein – mir fehlt der Glaube und zwar basierend auf der US Bevölkerungsmentalität, weshalb ein anderer Präsident auch nichts ändern wird. Es bringt wenig, einen demokratischen Staat, an einigen Strukturen zu kritisieren oder personelle Veränderungen überzubewerten, wenn die Bevölkerung recht dumm, träge, waffen- und konsumgeil ist. Die Amis fragen sich ja schon gegenseitig, warum nicht demonstriert wird wie gegen den Vietnamkrieg.
      Wir müssen hier drastische Formulierungen verwenden, um unsere Weltsicht nicht wie üblich auf 20 Seiten weichgespült auszubreiten.

      @ R_Winter
      “Zur Info: Die DB hat hat aus Amerika fast 10 Mrd. $ erhalten und hat kräftig an den extremen Verlusten der HRE und anderer deutscher Banken verdient.”
      Die meisten Bankgeschäfte laufen zwischen den Banken und selbstverständlich steht des einen Gewinn des anderen Verlust gegenüber. Wenn Dich das stört, mußt Du die meisten Bankgeschäfte aus BRD verbannen. Mich stört der Betrug von US Banken gegenüber ihren befreundeten Banken im Ausland – was die sich gut merken werden.

      • bombjack schrieb am 6. Juni 2011 at 10:33 - Permalink

        [...]2. Waffengesetze wie bei uns oder noch schärfer.[...]

        Warum soll eine Entwaffnung des Volkes eine Besserung sein frage ich mich…..

        bombjack

      • smukster schrieb am 6. Juni 2011 at 11:20 - Permalink

        Keinen Bock, auf diesen pauschalisierenden Murks zu antworten.
        Gruss trotzdem.

    13. klaus59 schrieb am 6. Juni 2011 at 09:09 - Permalink

      @ Beate
      “Mehr Arbeitsplätze gibt es nicht in Deutschland durch Senken der Löhne für Dienstmädchen, da andere Arbeitsplätze durch die geringere Nachfrage der Dienstmädchen im Gleichen oder höherem Umfang verloren gehen.”
      Du vermischt Betriebs- mit Volkswirtschaft. Noch nicht einmal Linksaussen kreuzen beim Hotel-check an:
      “Ich zahle € 20.- mehr, welche dem Dienstmädchen zusätzlich ausgezahlt werden.”
      Wer ein Herz für Niedriglohnempfänger hat, kann ihnen Bares direkt in die Hand drücken, anstatt eine Systemfrage mal so in den Raum zu stellen.
      Selbstverständlich erhöht höherer Lohn ganz unten die Nachfrage, jedoch muß es der einzelne Betrieb oder die Allgemeinheit zahlen – beide weigern sich. Wenn Du sie dazu bewegen willst, benötigt Du bei uns die Mehrheit.

      • André H. schrieb am 6. Juni 2011 at 09:36 - Permalink

        Du vermischt Betriebs- mit Volkswirtschaft

        Ob BWL oder VWL – beides ist Lehre der Ökonomie.

        Noch nicht einmal Linksaussen kreuzen beim Hotel-check an

        Hat mit Linksaussen nichts zu tun.

        Wer ein Herz für Niedriglohnempfänger hat

        Ein Herz für Tiere, ja. Als Niederiglohnempfänger wird man jedoch nicht geboren.

        anstatt eine Systemfrage mal so in den Raum zu stellen.

        Das fehlte noch, die Systemfrage…. Dann müsste man anstelle von Plattheiten noch eine ernsthafte Fehlersuche betreiben.

        Selbstverständlich erhöht höherer Lohn ganz unten die Nachfrage, jedoch muß es der einzelne Betrieb oder die Allgemeinheit zahlen

        Oder die immer zahlreicheren Milliardäre ?
        Womit sich der Kreis wieder schliesst.

    14. klaus59 schrieb am 6. Juni 2011 at 11:45 - Permalink

      @Andre
      Den Lehren von BWL folgen nicht alle Menschen und denen von VWL fast keiner, wenn der Staat sie nicht dazu zwingt. Insbesondere weitgehende Zwänge von links werden weltweit mit Leistungsreduzierung quittiert, woran alle größeren Sozialismusversuche gescheitert sind. Wenn Du Betriebe, Mitarbeiter und Staat einigermaßen einvernehmlich = leistungsförderlich verbinden willst, mußt Du Konzepte vortragen, die einigermaßen konsensfähig sind.
      Auf Obama und seine Bürger angewendet:
      Die wollen alle zuviel auf einmal = starker Staat mit steigenden Sozialleistungen / hoch gerüstet, wenig Staatschulden, hohe Einkommen bei wenig Steuern, Konsumgüter zu Billigpreisen aber diese nicht selber herstellen und hoffen auf high tech- und Waffenexporte um die Einfuhren zu bezahlen – die Serie der Widersprüche ist noch lang – und zwar in den Köpfen der Wähler, denen die Politiker es irgendwie recht machen müssen.

      • André H. schrieb am 6. Juni 2011 at 12:02 - Permalink

        …und zwar in den Köpfen der Wähler, denen die Politiker es irgendwie recht machen müssen.

        Das scheint, als wären die Wähler = Täter und die Politiker = Opfer.
        Mit der selben Logik wären die Konsumenten (Verbraucher) die ewig nach noch mehr Konsumgütern Schreienden und die Hersteller kämen fast nicht nach mit dem Bereitstellen der geforderten Waren (Flachbildfernseher, neue Automodelle, iPad usw.).
        Könnte es nicht auch umgekehrt sein ?
        Bezüglich Politik habe ich eher den Verdacht, dass die Wähler (der Bürger) die “Sünden” der Politiker auszubaden haben.

    15. Brandubh schrieb am 6. Juni 2011 at 13:13 - Permalink

      Wahlentscheidend ist die Dummheit des Volkes.

    16. klaus59 schrieb am 6. Juni 2011 at 13:30 - Permalink

      @Andre
      “Das scheint, als wären die Wähler = Täter und die Politiker = Opfer.”
      Demokratische gewählte Politiker sind Mittäter und die Wähler sind keinesfalls Opfer.
      Das ist die Logik und auch die Begrenzung der real existierenden Demokratien. Die auch in diesem Forum gelegentlich geäußerte Verzweiflung an den Wählern/Nichtwählern ist berechtigt, wenn man hohe Ansprüche hat hinsichtlich aufgeklärter und engagierter Bürger.
      Es gilt aber: One man – one vote = einschl. der Dummen, Extremisten, Böswilligen, Faulen, etc..

      “Könnte es nicht auch umgekehrt sein ?”
      Meinst die Erzeugung durch Nachfrage für weniger lebensnotwendigen Schnickschnack durch Werbung, auf die dumme Konsumenten reinfallen und sich dafür auch noch verschulden? Dann lautet die Antwort: Ja, aber willst Du die Konsumenten “umerziehen”?

      “Bezüglich Politik habe ich eher den Verdacht, dass die Wähler (der Bürger) die “Sünden” der Politiker auszubaden haben.”
      Wieso Verdacht – Du hast völlig Recht. Die Bürger müssen dann aber bei der nächsten Wahl anders wählen. Sehr wirkungsvoll haben sich auch Grodemos gezeigt wie Gorleben, Stuttgart 21. Zu einer Demo gegen unseren Afghanistan Einsatz würde ich mich selbst aufmachen (ansonsten Schreibtischpupser wie die meisten von uns).

      • André H. schrieb am 6. Juni 2011 at 13:39 - Permalink

        Es gilt aber: One man – one vote

        Theoretisch hast du recht – wenn all die Lobbiisten (zwei i’s ?) und deren Konzerne im Rücken nicht wären.

        Ausserdem: One man – one vote galt auch anfangs der Dreissiger Jahren. Schon damals wurde die Demokratie dank massiver finanzieller Unterstützung durch Firmen ad absurdum geführt. Die Folgen sind bekannt.

    17. klaus59 schrieb am 6. Juni 2011 at 15:25 - Permalink

      @Andre
      Wähler (und Konsumenten) sind manipulierbar – selbstverständlich damals wie heute. Man kann sich aber heute schnell viele alternative Informationensquellen reinziehen. Wer das versäumt hat selber schuld.
      Die Amerikaner sind allerdings nicht so doof, dass sie nicht selbst viele ihrer inneren Widersprüche erkennen – allein es fehlt die Kraft, sich dann z.B. den Konsum auf Pump im kleinen wie großen zu verkneifen, oder sich auf die USA zurückzuziehen, um erst einmal den eigenen Laden in Ordnung zu bringen (clean your house).
      Obama versprach “change” bzw. “yes, we can” – “but we cannot”. Die Wähler haben wohl mehrheitlich gedacht, das “change” alles beinhaltet ausser “change yourself”. Mit letzterem slogan gewinnt man keine Wahlen.

    18. mee schrieb am 6. Juni 2011 at 23:24 - Permalink

      Jon Chait hat einen ziemlich guten Artikel darüber, wie schwierig und “messy” Obamas wirtschaftspolitische Botschaft im Wahlkampf zu werden droht, wenn die Arbeitslosigkeit weiter hoch bleibt:

      http://www.tnr.com/blog/jonathan-chait/89471/american-voter-arent-keynesian

    19. @ USA schrieb am 9. Juni 2011 at 02:32 - Permalink

      Wer einfach mal in die USA geht und mit den Leuten redet wird feststellen das die stimmung sehr Stark gegen Obama steht & er faktisch keine chance hat.
      Besonders da es in America nicht um Sachliche Themen sondern um personen geht & es nicht um bemuehungen sondern um ergebniss geht die momentan nicht erkennabr sind.

      • @ GER schrieb am 9. Juni 2011 at 07:04 - Permalink

        Und wer einfach mal bei Gallup vorbeisurft wird sehen, dass Obama gerade trotz schlechter Arbeitsmarktzahlen einen disapproval-Wert von nur 41% hat und damit sehr gute Chancen, wiedergewählt zu haben.

    20. spider schrieb am 12. Juni 2011 at 01:13 - Permalink

      Obamas Strategie in den Vorwahlen 2008 war eben nicht ein Weg der moderaten Mitte. Er versprach “change”, einen relativ radikalen Wandel, mehr Transparenz, mehr Bürgernähe und ein anderes Feeling. Viel konkrete Politik war nie dahinter, und sollte es vermutlich auch gar nicht sein.

      Sagen wir es doch ruhig konkret: Obama hat seine Wähler verarscht.
      Bezüglich dieses Ausgangs war ich mir übrigens schon recht sicher, als ich die hohlen Phrasen seines Wahlkampfes hörte, und mir die Figuren aus seinem zukünftigen Kabinett anschaute. Helmut Schmidts Ausspruch: “Hitler war auch ein Charismatiker.” war gewiss kein Versehen. Helmut ist lange genug auf der Welt um zu wissen, was er damit meint.
      Leider trifft das auf den Rest der Bevölkerung nur bedingt zu. Meiner Obama-Skepsis begegnete förmlich eine breite Obama-Euphorie, viele waren völlig verblendet, und ich war mit meiner Meinung ziemlich einsam. Erst heute hat sich das geändert.

      • Peleo schrieb am 12. Juni 2011 at 10:39 - Permalink

        Sagen wir es doch ruhig konkret: Obama hat seine Wähler verarscht.

        Hast Du die letzten Kongresswahlen verpennt?

    21. André H. schrieb am 14. Juni 2011 at 14:55 - Permalink

      “Bemerkenswert an Schäfflers Erklärung ist vor allem die Abkehr von dem Mythos Griechenland müsse „sparen“. Der Liberale kritisiert stattdessen die EU-Krisenpolitik als die Ursache der Problematik. Seine Kritikpunkte überschneiden sich dabei auffällig häufig mit der des sonstigen ideologischen Gegners, der Linkspartei.
      Als erstes kritisierendes Element bennent Schäffler das Geldsystem, das in der Tat der Logik eines Schneeballsystems folgt.“

      Einsichten Einiger ?
      Heute auf Le Bohémien:
      http://le-bohemien.net/2011/06/14/schaefller/

      (Sorry, falscher Ort hier)


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