Wege aus der Krise
geschrieben am 09. Juni 2011 von Gastautor
Eine Analyse und vier Optionen von Axel Weipert
Die aktuellen finanzpolitischen Probleme einer ganzen Reihe von Euroländern haben vielfältige Ursachen. Die „Rettungspakete“ in Form von staatlichen Krediten sind aber offensichtlich nicht in der Lage, diese Probleme dauerhaft zu lösen. Stattdessen sind sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein und werden aus verschiedenen Gründen weitgehend wirkungslos verpuffen. Was ist in dieser Situation zu tun?
Die aktuelle Lage
Die letztlich grundlegende Ursache der Krise betrifft die unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Euroländer. Das zeigt sich zum Teil in den langfristigen Wachstumsraten, aber besonders im Auseinanderklaffen der Lohnstückkosten. Letztere sind maßgeblich für die Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem dann, wenn in einem gemeinsamen Währungsraum die Möglichkeit der Abwertung für die schwächeren Länder nicht gegeben ist. Im Zeitraum von 2001 bis 2008 stiegen die Lohnstückkosten in Deutschland um gerade einmal 5,4% und damit deutlich unter dem Durchschnitt der Euroländer; in Griechenland dagegen beträgt dieser Wert 17%, in Irland 34,6%, in Spanien 16,5% und in Italien immerhin noch 9,7%. Damit haben sich die schon vor der Einführung des Euros bestehenden Unterschiede also noch weiter verstärkt. Das Leistungsbilanzsaldo, also die Zusammenführung aller Güterströme zwischen In- und Ausland, kann Aufschluss über die konkreten Auswirkungen dieser Differenzen geben. Im Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2009 erwirtschaftete Deutschland ein jährlichles Plus in Höhe von 4,8% des BIP, die Niederlande sogar einen Zuwachs von 6,5%. Dem stehen auf der anderen Seite notwendigerweise Defizite gegenüber: in Griechenland -9,7%, in Irland -2,8%, in Spanien –6,7% und in Italien –2%. Denn irgendwer muss ja die Waren und Dienstleistungen kaufen, die hierzulande bereitgestellt werden.
Da die schwächeren Länder aber keine entsprechenden Verkäufe tätigen konnten, mussten sie sich immer weiter im Ausland verschulden. Natürlicherweise kamen diese Gelder vor allem aus den Ländern, die durch ihre Handelsüberschüsse über reichlich Liquidität verfügen, allen voran von deutschen Banken. Irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, an dem private Gläubiger nicht mehr bereit sind, diesen schuldenfinanzierten Verbrauch weiter zu stützen. Es wird einfach immer wahrscheinlicher, dass die gewaltigen Kredite nicht mehr bedient werden können. Damit steigen aber die Zinsen für neue Kredite: Je riskanter das Geschäft, desto höher die „Risikoprämie“. Spätestens jetzt steigen die Schulden den Schuldnern über den Kopf. Im konkreten Fall bedeutete das, dass die reichen Länder mit staatlichen Bürgschaften oder Krediten einspringen mussten. Diese Gelder kommen aber gar nicht bei den Menschen vor Ort an. Vielmehr werden damit nur die laufenden Zinsen und Tilgungen der Bankkredite abgesichert oder bezahlt – faktisch also vormals private in staatliche Kredite umgewandelt. Schon jetzt ist der größte Teil der Kreditforderungen in staatlicher Hand; allein die Europäische Zentralbank (EZB) kaufte für knapp 80 Mrd. Euro Staatsanleihen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die EZB zum Teil sehr fragwürdige Sicherheiten für Kredite an die Einzelstaaten akzeptiert hat; unter Umständen muss sie daher Milliardensummen abschreiben. Die Vergabe durch die EZB ist aber für diese Länder von großer Relevanz, denn auf dem privaten Kapitalmarkt können sie kaum noch Gelder erhalten.
Momentan richtet sich fast die ganze Aufmerksamkeit auf Griechenland. Aber die anderen Krisenländer haben noch weit größere Schulden in ihren Büchern stehen. Nach den letzten verfügbaren Zahlen von Ende 2010 heißt das konkret: Griechenland hat 278 Mrd. Dollar Auslandsschulden, Irland 814 Mrd., Spanien 1099 Mrd. und Portugal 322 Mrd. Deutschland – als Staat und durch seine privaten Banken – hat hält einen Anteil von knapp 570 Mrd. Dollar dieser Forderungen. Mittlerweile dürften diese Zahlen aber noch deutlich gestiegen sein. Und ein Ende der Krise ist nicht absehbar. Die nächsten Folgen könnten so aussehen: Nicht nur die südlichen, auch die nördlichen Euroländer fallen immer tiefer in die Schuldenfalle; die Haushaltsdefizite steigen weiter, das ganze Finanzsystem, momentan ohnehin noch geschwächt durch die Finanzkrise seit 2008, wird noch mehr destabilisiert. Die Realwirtschaft wird dadurch massiv unter Druck gesetzt, eine langanhaltende Rezession wäre das Ergebnis. Übrigens auch in Deutschland. Denn zum einen fehlt die Nachfrage nach deutschen Produkten aus diesen Ländern und durch die Verwerfungen in der hiesigen Finanzbranche wird es für Unternehmen schwieriger, an Kredite für Investitionen zu kommen. Zumal die vom Staat aufgenommenen Kredite das verfügbare Geld der Privatwirtschaft entziehen.
Die politischen Folgen sind bereits in Ansätzen festzustellen: Vor allem in Spanien und Griechenland führten die harten Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand im Verbund mit einer wirtschaftlichen Rezession und hoher Arbeitslosigkeit zu wachsender Unzufriedenheit. Insbesondere der jüngeren Generation, die sich jeglicher Perspektiven beraubt sieht. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis diese Entwicklung auch auf Portugal, Italien und Irland übergreift. Auf der anderen Seite nehmen populistische Ausflüchte zu – Angela Merkels unsägliche Bemerkungen genauso wie die Hetzkampagne der Bild gegen angeblich faule Griechen zeigen, dass sich das Klima zusehends verschärft. Es besteht jedenfalls keine Garantie, dass die sozialen und ökonomischen Verwerfungen zu einer progressiven Wende in Europa führen. Genausogut könnten Nationalismus und Rechtspopulismus Zulauf erhalten. Wird hier nicht rechtzeitig und nachhaltig gegengesteuert, drohen gefährliche Entwicklungen.
Es stellt sich also die Frage, was getan werden müsste, um diese unheilvolle Perspektive abzuwenden. Ein einfaches „weiter so“ kann es nicht geben, so viel ist klar. Strittig ist dagegen, wie umfassend die notwendigen Reformen angelegt sein müssten – und ob diese politisch durchsetzbar sind. Im Folgenden sollen einige Optionen vorgestellt werden.
Option I: Sparen und Privatisieren
Eine Wirtschaft wie die griechische durch die Rosskur einer Sparoffensive zu „heilen“, kann nicht funktionieren. Die bisherigen Bemühungen in dieser Richtung waren sogar ausgesprochen kontraproduktiv. 2011 weist das Land sehr wahrscheinlich den dritten Rückgang seines BIP in Folge auf. Das kann auch nicht verwundern, denn die Massenentlassungen, Lohnkürzungen und die Demontage der sozialen Sicherungssysteme haben die Binnennachfrage schwer getroffen. Auf diese Weise entsteht eine deflationäre Entwicklung, die das Land auf viele Jahre lähmen wird – von den verheerenden sozialen Folgen ganz zu schweigen. Dennoch wurden bereits weitere Ausgabenkürzungen von 12 Mrd. Euro angekündigt. In Spanien und anderswo sieht die Lage ähnlich aus.
Die Privatisierungen sollen zahlreiche Unternehmen betreffen, unter anderem die Eisenbahn, Häfen, Flughäfen, Glücksspiel, Telekommunikation. Man erhofft sich dadurch schnelle Einnahmen in Höhe von ca. 50 Mrd. Euro. Erste Interessenten auch aus Deutschland stehen schon bereit: Fraport möchte den Athener Flughafen kaufen, Rheinmetall den Rüstungskonzern EAS. Die Umsetzung dieser Vorhaben dürfte aber in jedem Fall ein schlechtes Geschäft für Griechenland werden. Unter dem aktuellen Druck und dank der massiven Probleme werden die Unternehmen billig verkauft werden müssen. Langfristig schadet das auch der Handlungsfähigkeit des Staates, der dann in wichtigen Bereichen der Infrastruktur und Grundversorgung keine Einflussmöglichkeiten mehr hat. Hinzu kommt, dass die Privatisierungen unter der direkten Kontrolle der EZB, des IWF und der europäischen Kommission ablaufen sollen. Ihnen würde ein Vetorecht in allen hierbei relevanten Entscheidungen eigeräumt werden. Gleichzeitig bestehen sie darauf, dass die – immerhin demokratisch gewählte – griechische Regierung außen vor bleibt. Mit Hilfe von entsprechenden Gesetzen wären diese Entscheidungen auch in Zukunft nicht mehr rückgängig zu machen. Da diese Regeln an die Vergabe neuer Kredite gekoppelt sind, kann man hier ohne weiteres von einer politischen Erpressung sprechen. Mit Demokratie oder europäischer Solidarität hat das natürlich nichts zu tun. Vielmehr würden die Filetstücke der hellenischen Wirtschaft zu Schleuderpreisen an nordeuropäische Konzerne verkauft, unrentable Teile dann schnell abgewickelt werden. Gewisse Parallelen zur Privatisierungspraxis der Treuhandanstalt in Ostdeutschland sind nicht zu übersehen.
Option II: Institutionelle Reformen
Einige Konstruktionsfehler der Wirtschafts- und Währungsunion ließen sich verhältnismäßig leicht korrigieren. Beispielsweise die Unabhängigkeit der EZB. Die verhindert nämlich eine institutionenübergreifende Koordination der Wirtschaftspolitik, da sie an Weisungen der nationalen Regierungen genauso wenig gebunden ist wie an solche von Seiten der EU. Denkbar wäre hier eine demokratische Kontrolle durch und Rechenschaftspflicht gegenüber dem Europäischen Parlament. Hier stellt sich zwar das Problem, dass nicht alle EU-Mitglieder auch den Euro eingeführt haben. Aber das ließe sich relativ unkompliziert dadurch lösen, dass in solchen Fragen nur diejenigen Parlamentarier Mitspracherechte haben, die aus Euro-Ländern kommen.
Darüber hinaus müssten die Maastrichter Konvergenzkriterien erweitert werden. Wachstum und Beschäftigungsaufbau sollten ebenso wichtig sein wie die bisher allein maßgebliche Inflationsbekämpfung. Auch enthalten die Vorgaben der Wirtschafts- und Währungsunion sehr starre Verpflichtungen in Bezug auf Haushaltsdefizit und Schuldenstand. Die aktuelle Krise hat aber mehr als deutlich gezeigt, dass diese Regelungen nicht immer greifen können. Zumal Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz überhaupt nicht berücksichtigt werden. Sinnvoller wären also Regularien, die den Bedürfnissen und der Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder angepasst sind. Im Übrigen ist das Ziel eines positiven oder ausgeglichenen Haushaltes generell fraglich. Denn ein Staat hat nicht die Aufgabe, Profit zu erwirtschaften, sondern er muss seinen Bürgern eine funktionierende Infrastruktur, Rechtsschutz, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit gewähren. Man könnte noch weiter gehen und sagen: Der Staat hat auch Sorgen zu tragen für eine antizyklische Konjunkturpolitik. Dann müsste er bei nachlassender privater Nachfrage stützend eingreifen. Zu diskutieren wäre jedenfalls nicht ob, sondern wie viele Schulden er machen darf. Und hier gehen die Meinungen natürlich auseinander. Wichtig ist jedoch, dass er flexibel auf Krisen reagieren kann – und dafür braucht er Spielraum bei der Kreditaufnahme.
Die Festlegung Europas auf eine neoliberale Wirtschaftspolitik, wie sie im Vertrag von Lissabon enthalten ist, müsste aufgehoben werden. Dafür wäre freilich die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich – fraglos eine hohe Hürde. Dennoch hat die Entwicklung der letzten Jahre gezeigt, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, um eine flexible und ausreichende Antwort auf die Krise zu ermöglichen.
Option III: Ausstieg aus dem Euro
Ein Ausstieg aus dem Euro hätte für die Südeuropäer zunächst den unbestreitbaren Vorteil, die Entscheidungsgewalt über ihre nationale Währungspolitik zurückzugewinnen. Das würde mit Sicherheit eine Abwertung ihres neuen Geldes nach sich ziehen und so die eigene Wirtschaft im internationalen Vergleich wieder wettbewerbsfähiger machen. Ihre Schulden lauteten dann aber nach wie vor auf Euro – und damit würde eine Rückzahlung noch viel schwieriger werden. Über höhere Steuern könnten diese Summen kaum aufgebracht werden. Und der politische Preis wäre für ganz Europa erschreckend hoch. Denn ein Ende der Währungsunion in ihrer heutigen Form wäre das Eingeständnis, dass die europäische Einigung gescheitert ist. Sie würde die weitere Integration um Jahre zurückwerfen oder ganz zum Erliegen bringen. Der Rest-Euro hätte kaum noch international das Gewicht einer globalen Leitwährung neben dem Dollar, der ihm heute zukommt. Möglicherweise würden sich auch einige Staaten in einen neuen Protektionismus flüchten, um ihre Wirtschaft zusätzlich vor Konkurrenz zu schützen – eine Kettenreaktion, an deren Ende die ökonomische Verflechtung und der Handel bedenklich zurückgehen würden. Alles in allem also nur scheinbar eine „einfache Lösung“; in Wirklichkeit würden sich so die Probleme keineswegs beheben lassen, sondern sogar verschärft werden.
Option IV: Neuausrichtung des europäischen Wirtschaftssystems
Wenn die eingangs dargestellte Ursache der Probleme richtig ist, kann nur eine weitgehende Abkehr von der bisherigen Wirtschaftspolitik langfristig Erfolg haben. Das würde aber bedeuten, dass auch die exportstarken Länder wie die Niederlande und Deutschland neue Wege gehen müssen. Statt auf einen gnadenlosen Wettbewerb zu setzen und so das Gleichgewicht zwischen den Ländern zu untergraben, würde das bedeuten: Eine großzügige Lohnpolitik, die dann zu einer entsprechend steigenden Binnennachfrage führen würde. Damit könnte der Einbruch der Exporte kompensiert werden. Vor allem aber würde so die fatale Entwicklung, dass hierzulande zwar die Produktivität und die Gewinne aus Kapitalvermögen gewaltig zunahmen, die Löhne aber bestenfalls stagnierten, wirksam umgekehrt werden. Begleitend müssten die Sozialsystemausgebaut werden, um auch Teilhabe und Kaufkraft der Erwerbslosen zu verbessern. Massive staatliche Investitionen in lange vernachlässigte Bereiche wie die Bildung und eine konsequente Förderung erneuerbarer Energien wären ebenfalls denkbare Bestandteile eines solchen Konzepts. Dadurch könnten auch die gerade neu entstehenden Wachstumsmärkte erschlossen werden. Zumal so eine wirkliche Energiewende nachhaltiger gestaltet würde – und nicht zu mehr Importen von fossilen Brennstoffen führen würde.
In den Krisenländern des Südens müsste ebenfalls eine Neuausrichtung erfolgen. Denkbare Säulen wären dabei der Tourismus und die Nahrungsmittelerzeugung, aber auch eine gezielte Förderung von Hochtechnologie. Damit könnte man einerseits bereits starke Branchen weiter ausbauen und durch zukunfsträchtige Sparten ergänzen.
All das wird aber kurz- und mittelfristig gewaltige Summen an Kapital erfordern. Das instabile und spekulative Finanzsystem hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es zu solchen Maßnahmen nicht in der Lage ist. Hier fehlt einerseits der lange Atem, andererseits der politische Wille, solche tiefgreifenden Strukturreformen mitzutragen. Die Konsequenz kann also nur lauten: Ausbau eines demokratisch kontrollierten öffentlich-rechtlichen Finanzsektors, Ende der massiven Subventionierung privatkapitalistisch orientierter Banken. Diese Banken im öffentlichen Eigentum müssten klare Vorgaben für ihre Geschäftspolitik erhalten. Ein mögliches Vorbild wäre hier die jahrzehntelang erfolgreiche Arbeit der deutschen Landesbanken – bis sie in der jüngsten Vergangenheit das Geschäftsmodell der Privatbanken kopierten und damit gescheitert sind.
In dieser Richtung funktionsfähige Konzepte zu erarbeiten und durchzusetzen, darf aber nicht nur der Politik überlassen werden. Hier ist steter und entschlossener Druck „von unten“ erforderlich. In Spanien und anderswo hat sich ja gezeigt, dass der Wille zu Veränderungen durchaus vorhanden ist. Was bisher fehlt, sind wirksame Organisationen und klare Vorstellungen. Es bleibt also noch viel zu tun.
Axel Weipert
Axel Weipert promoviert in Neuerer Geschichte an der Freien Universität Berlin zu einem Thema der Arbeiterbewegung, ist einer der Gründer und regelmäßiger Autor von das Dossier.


Es gibt einen weiteren, wichtigen Aspekt, der betrachtet werden sollte. Teile der deustchen Wirtschaft (ich beziehe mich jetzt mal einfach nur auf die) sind in grichischen Firmen involviert und tragen Verantwortung. z.B. in Banken, bei der Bahn usw. Daraus ergibt sich ein Schuldenkreis der genau so irrwitzig ist, wie die Tatsache, dass sich Banken billiges Geld bei der EZB aufnehmen können und Teuer an z.B. Grichenland verleihen.
Der Grund dafür war vielleicht sogar mal einleuchtend, als sich die Banken in 2007/2008 misstraut hatten. Heute ist dieser Umstand aber nur gut als Gelddruckmaschine. Es sollte z.B. Grichenland möglich sein selbst bei der EZB Geld aufzunehmen und die dortigen Zinsen zu bezahlen.
Wenn durch den deutschen Anteil bei der Finazierung in Grichenland deutsche Firmen profitieren, sollten sie, meiner Meinung nach, um den Betrag, von dem sie Profitieren als Sondersteuer in Deutschland abgeben. Ansonsten könnte jeder Steuerzahler doch gleich auf das Konto der Telekom eine Zwangsspende überweisen.
Wenn ein Steuerberater das liest ;) – bitte um Antwort:
eine Firma xy investiert in Grichische Infrastrucktur (z.B. Hafen) 1 Mrd und gereiert daraus über den Verlauf eines Jahres 3 Mio Gewinn vor Steuern – wieviel Steuern müsste sie in Deustchalnd bezahlen?
Und wieviel müßte sie bezahlen, wenn sie ihren Anteil gech wieder für 1,3 Mrd Veräußert?
Interessante Zusammenfassung, danke. Allerdings vermisse ich den IMO unabwendbaren Schuldenschnitt, vielleicht habe ich den ja auch nur überlesen.
Aber nein. Es zwingt keiner die Griechen oder sonstwen, sich auf Pump einen deutschen Volkswagen zu kaufen, oder sonstwas aus Deutschland. Griechenland hat im Übrigen nicht nur gegenüber Deutschland ein Leistungsbilanzdefizit, sondern auch zu China, Frankreich…
Auch daher ist es Unsinn, ‘den Deutschen’ (die gerade mal 0,6% ihres Außenhandels mit Griechenland betreiben) und anderen Ländern, deren Exportorientierung und Wettbewerbsfähigkeit die Schuld anzudichten für den Schuldensumpf, in den sich Griechenland und andere, (einschließlich der USA) über Jahrzehnte in ihrer ganz eigenen Verantwortung höchstselbst begeben haben.
Zur EZB: dank des Franzosen Trichet hat die EZB letztes Jahr mit dem Aufkauf von PIGS-Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt begonnen. Das diente vorrangig dazu, den französischen Banken zu ermöglichen, das giftige Zeug loszuwerden und die Risiken den Steuerzahlern der Eurozone aufzubürden (den größten Anteil also den Deutschen). Die Banken im Franzosenland haben diese Chance fleißig genutzt, wie man hier sehen kann. Und ihre riskanten Positionen gegenüber den PIGS allein in 2010 von 102 auf 57 Milliarden Euro abgewälzt auf die EZB, es darf sicher angenommen werden, dass inzwischen auch der Rest dort ist. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Weber aus diesem Grund ausgestiegen ist aus der Rennen um die Trichet-Nachfolge: diese untragbare Erbschaft wollte er nicht annehmen.
Die Folgen des deutschen Lohndumping lassen sich bei weitem nicht nur auf den von Ihnen geannnten Außenhandelsanteil Deutschlands mit Griechenland zurückführen. Denn das hiesige Lohndumping führte nicht nur zu einer Beeinträchtigung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit dieser Staaten (da im Gegensatz zur “Vor-Euro-Zeit” keine Währungsabwertung mehr vorgenommen werden kann) in Bezug auf Deutschland, sondern schwächte die Wettbewerbsfähigkeit dieser Eurozonen-Staaten auch im “Außenverhältnis” zur “übrigen Welt”: Die hohen deutschen Außenhandelsüberschüsse kompensieren in etwa die Außenhandelsdefizite der übrigen Eurozonenstaaten. Wäre Deutschland kein Mitglied der Eurozone, dann würde der Euro-Wechselkurs ein deutlich niedrigeres Niveau aufweisen, was automatisch eine verbesserte preisliche Wettbewerbsfähigkeit der übrigen Eurozonen-Staaten bewirken würde.
Würde Deutschland die DM wieder einführen, dann würde nach Expertenschätzungen die wieder eingeührte DM gegenüber dem “Rest”-Euro um ca. 30 Prozent aufwerten, was im Umkehrschluß eine Abwertung des “Rest”-Euro bedeuten würde. Die DM würde auch im Vergleich zu den übrigen Währungen massiv aufwerten, was zu einem drastischen Einbruch bei den deutschen Exporten führen würde. Der “Rest”-Euro würde gegenüber den übrigen Währungen abwerten und somit die Wettbewerbsfähigkeit der verbliebenen Staaten der Eurozone deutlich verbessern.
Zu den USA: Diese leiden v.a. unter einem Währungsdumping Chinas (die Wirkung des chinesischen Währungsdumping auf die Wettbewerbsfähigkeit ist vergleichbar dem deutschen Lohndumping).
Bei den exportstarken Branchen in Deutschland kann von Lohndumping kaum die Rede sein. Es handelt sich ja nicht um Friseure und Sozialarbeiter, die im internationalen Wettbewerb stehen, sondern da geht es um Maschinenbau, Autoindustrie, Chemie etc. Und da sind die deutschen Gehälter eher höher als in konkurrierenden Ländern.
wie schon im Artikel geschrieben: entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ist NICHT die Höhe des Lohns, sondern es sind die Lohnstückkosten – also die Kombination aus Lohnhöhe und Produktivität. Das wird oft übersehen. Und da ist D ganz vorne mit dabei, hohe Löhne hin oder her.
Meine Antwort bezog sich rein auf das behauptete Lohndumping, das einfach in Deutschland nicht existiert in den exportstarken Branchen.
Die Lohnstückkosten und damit die Wettbewerbsfähigkeit sind daher nicht wegen Lohndumpings vergleichsweise niedrig, sondern weil die deutschen Exportindustrien kapitalintensiv sind und die Produktivität hoch.
Serious Sam, 9. Juni 2011 at 12:30
Sie schreiben:
“Die Lohnstückkosten und damit die Wettbewerbsfähigkeit sind daher nicht wegen Lohndumpings vergleichsweise niedrig, sondern weil die deutschen Exportindustrien kapitalintensiv sind und die Produktivität hoch.”
Vergleicht man die Entwicklung in Deutschland mit jener in Griechenland und Spanien, dann zeigt sich folgendes:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5679/dene-wos-guet-geit-%e2%80%93-zur-rettung-des-euro
1.) Die Arbeitsproduktivität je Arbeitsstunde ist lt. Eurostat in Griechenland und Spanien im Zeitraum 2000 bis 2009 sogar stärker gestiegen als in Deutschland:
– Griechenland +23,4%
– Spanien +10,0%
– Deutschland +8,3%.
Trotz des vergleichsweise niedrigen deutschen Produktivitätsanstiegs sind die hiesigen Lohnstückkosten nur gering angestiegen!
2.) Auch die realen Bruttoanlageinvestitionen sind im Zeitraum 2000 bis 2009 sowohl in Griechenland als auch in Spanien stärker gestiegen als in Deutschland (Quelle: Ameco-Datenbank):
– Griechenland: +15,1%
– Spanien +15,7%
– Deutschland -5,5% (und damit sogar gesunken!)
Ein etwas anderes Bild ergibt der Fokus auf Ausrüstungsinvestitionen, da hier zum Beispiel der Wohnungsbau, der ja in Spanien die Immobilienblase abbildet, herausfällt. Aber auch hier schneiden Spanien und insbesondere Griechenland deutlich besser ab als Deutschland. Dies könnte die wesentliche Ursache für die im Vergleich zu Deutschland bessere Produktivitätsentwicklung in Spanien und in Griechenland sein.
3.) Generell gilt: Unterschreitet ein Staat Jahr für Jahr beim Anstieg der Lohnstückkosten die Zielinflationsrate der EZB (2%), dann betreibt dieser Lohndumping. Und genau dies trifft auf Deutschland voll umfänglich zu:
Wirft man einen Blick auf die Lohnstückkostenentwickung in Deutschland und in Spanien , dann zeigt sich für den Zeitraum 2000 bis 2009, daß sich die durchschnittlichen jährlichen Lohnstückkosten in diesem Zeitraum wie folgt entwickelt haben:
– Deutschland: +0,65% p.a.
– Eurozone gesamt: +1,8% p.a (entspricht in etwa der EZB-Zielfinflationsrate)
– Spanien: +2,72% p.a.
– Griechenland: +3,74% p.a.
Diese Daten zeigen, daß Deutschland als größte europäische Volkswirtschaft mit seinem Lohndumping deutlich “unter seinen Verhältnissen” gelebt hat, während Spanien in geringerem Maße und Griechenland deutlich “über seinen Verhältnissen” gelebt haben.
Serious Sam, 9. Juni 2011 at 12:30
Ergänzung zu meinem Kommentar von 14.20 Uhr
Sie dürfen bei der Lohnentwicklung und der Frage, ob Lohndumping betrieben wird, nicht nur die Lohnkosten und die Lohnkostenentwicklung in den exportstarken Branchen der gewerblichen Wirtschaft berücksichtigen. Denn die Dienstleistungsbranchen fließen als Vorleistung in den Produktionsprozess der gewerblichen Exportwirtschaft ein: Bewachung, Gebäudemanagement, Transportgewerbe etc.. Dies vor allem auch unter dem Aspekt des in den vergangenen Jahren betriebenen Outsourcing durch zahlreiche Unternehmen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Auch die stark angewachsene Leiharbeitsbranche gehört zum Dienstleistungssektor und fließt als Vorleistung in die Exportbranchen der gewerblichen Wirtschaft mit ein.
Ein Blick in die Daten zur Höhe der Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde im privaten Dienstleistungssektor im Jahr 2009 zeigt:
Die deutschen Arbeitskosten je gleistete Arbeitsstunde bewegen sich mittlerweile bereits unterhalb des Durchschnitts der Eurozone:
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_60_2011.pdf
- Dänemark: 37,50 Euro/Arbeitsstunde (Spitzenwert)
- Durchschnitt Eurozone: 27,20 Euro/Arbeitsstunde
- Deutschland: 26,50 Euro/Arbeitsstunde.
Dieser Definition (von wem stammt die eigentlich?) vermag ich nicht zu folgen. Die Zielinflationsrate ist eine rein politische Vorgabe, die von der realen Rate mal unter- und mal überschritten wird. Generell als Lohndumping zu definieren, wenn die Lohnstückkosten geringer ansteigen als diese fiktive Rate, erscheint jedenfalls mir nicht zugänglich. Gibt es dazu eine nähere Erläuterung?
Man könnte mit demselben Recht sagen, Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit gesteigert, während z.B. Griechenland und Spanien über ihre Verhältnisse gelebt haben.
Is das so? Hier liest sich das anders:
Serious Sam, 9. Juni 2011 at 16:04
1.) Sie schreiben:
“Dieser Definition (von wem stammt die eigentlich?) vermag ich nicht zu folgen. Die Zielinflationsrate ist eine rein politische Vorgabe, die von der realen Rate mal unter- und mal überschritten wird.”
Hier eines von zahlreichen Beispielen: Der Aufsatz von Heiner Flassbeck, Friederike Spiecker (Wirtschaftsdienst 3/2010):
“Lohnpolitische Konvergenz und Solidarität oder offener Bruch”
http://www.flassbeck.com/pdf/2010/april%202010/flassbeckWiDienst.pdf
Darin heißt es u.a.:
“Innerhalb einer Zone absolut fester Wechselkurse oder in einem einheitlichen Währungsraum wie der EWU gibt es dieses Ventil zum Ausgleich von Verlusten oder Gewinnen an Wettbewerbsfähigkeit ganzer Länder nicht. Daher gilt hier der beschriebene Zusammenhang eins zu eins. Damit es nicht zu dauerhaften Divergenzen in der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Ländern einer Währungsunion kommt, ist eine Angleichung der Nominallöhne an die nationale Produktivität und das gemeinschaftlich festgelegte Inflationsziel von Beginn an unumgänglich. Verstoßen einer oder mehrere Staaten gegen diese Regel, die im Grunde nichts anderes bedeutet als die Übereinkunft,
dass keiner über oder unter seinen eigenen Verhältnissen lebt, entsteht eine fast unlösbare Situation. Gibt es erst einmal eine erhebliche Wettbewerbsfähigkeitslücke, muss diese über einen langwierigen, von den Staaten genau kontrollierten Anpassungsprozess wieder geschlossen
werden, der zudem unter der Restriktion steht, dass Deflation für die Währungsunion insgesamt und für jeden einzelnen Mitgliedstaat vermieden werden muss. Auf diesen Anpassungsprozess kann nicht verzichtet werden, weil kein Land der Welt auf Dauer seine Kreditwürdigkeit aufrechterhalten kann, wenn es wegen permanenter
Überbewertung gegenüber seinen wichtigsten Mitkonkurrenten auf den Weltmärkten dauernd Marktanteile verliert. Vor diesem Problem steht die EWU heute unzweifelhaft.”
2.) Sie schreiben;
“Man könnte mit demselben Recht sagen, Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit gesteigert…”
Nein, wer innerhalb einer Währungsunion versucht, sich über den Preis “Wettbewerbsvorteile” zu verschaffen, der betreibt, um einen Terminus aus der Sportlersprache zu verwenden, Doping. Die Negativwirkung des deutschen Lohndumping innerhalb der Eurozone ist vergleichbar der Negativwirkung des chinesischen Währungsdumping gegenüber dem US-Dollar (ein sehr großer Teil des enormen US-Außenhandelsdefizits resultiert aus dem Warenaustausch mit China).
Warum die Zielinflationsrate da relevant sein soll, wird in dem (interessanten, danke für den Link) Aufsatz nicht erklärt. Sondern da ist Flassbeck selbstreferentiell und verweist auf ein von ihm 2005 erstelltes Papier. Überzeugend ist das nicht.
Aber nehmen wir gerne mal der Diskussion halber an, diese Marke wäre in der Tat wichtig. Was dann? Flassbeck schreibt ja auch sinngemäß, dass erforderlich ist, dass sich alle an diese Vorgaben halten, also keiner unter oder über seine Verhältnisse lebt. Nach den von dir geposteten Zahlen der Lohnstückkostenentwicklung zwischen 2000 und 2009
haben nun mal Spanien, Griechenland (und sicher auch andere) weit über ihre Verhältnisse gelebt. Demzufolge wären diese Länder nach der Flassbeckschen Theorie selbst dann durch den dadurch verursachten Verlust an Wettbewerbsfähigkeit zwangsläufig in Probleme gekommen, wenn die Deutschen bessere Lohnabschlüsse erzielt hätten.
Wie ich bereits geschrieben habe:
Das (von Flassbeck) vorgeschlagene Mittel der Nominallohnanhebung in Deutschland ist völlig unzureichend. Die Lösung muss ein solider Mix aus diversen Maßnahmen sein. Aus Reallohnsteigerungen hierzulande, Sparkurs mit Augenmaß in den Problemländern, Schuldenschnitten, stärkerer Regulierung der Finanzindustrie usw.
Serious Sam, 9. Juni 2011 at 23:33
Hier der Link zu dem Aufsatz von Heiner Flassbeck und Friederike Spieker aus dem Jahre 2005:
“Die deutsche Lohnpolitik sprengt die Europäische Währungsunion”
http://www.flassbeck.com/pdf/2005/8.11.2005/Die%20deutschen%20Lohnst%FCckkosten.pdf
Flassbeck hatte bereits 1999 vor den ökonomischen Ungleichgewichten gewarnt, vor denen wir heute innerhalb der Eurozone stehen.
Der mit Abstand größte “Sünder” in Sachen übermäßiger Lohnstückkostensteigerungen ist Griechenland. Selbst Frankreich, dessen jährliche Lohnstückkosten im Zeitraum 2000 bis 2009 um 1,9 Prozent anstiegen (damit sogar geringfügig unterhalb der EZB-Zielinflationsrate), hat gegenüber Deutschland Wettbewerbsprobleme, da die größte europäische Volkswirtschaft bei der Lohnstückkostenentwickung so drastisch nach unten abgewichen ist.
Flassbeck hat in dem ersten von mir verlinkten Artikel beschrieben, wie die divergierenden Lohnstückkostenentwicklungen Schritt für Schritt wieder aneinander herangeführt werden können.
Wir sollten uns nicht täuschen: Auch der momentan von den hiesigen Medien bejubelte “XXL-Aufschwung” geht an vielen Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen vorüber. Kürzlich las ich die Ergebnisse einer diesbezüglichen Meinungsumfrage: 69 Prozent der befragten Menschen antworteten, daß sie von einem Aufschwung nichts spüren würden. Jene knapp 30 Prozent, welche positive Auswirkungen verpüren, gehören fast ausnahmslos den gut und spitzenverdienenden Bevölkerungsschichten an.
Auch das angebliche “Jobwunder” beruht weitestgehend auf manipulierten Arbeitslosendaten (Herausnahme von früher als arbeitslos ausgewiesenen Menschen aus der Arbeitslosenstatistik) und einer drastischen Qualitätsverschlechterung der Arbeitsplätze:
– drastische Ausweitung des Niedriglohnsektors
– starker Anstieg von Mini-/Midijobs und zumeist prekärer Teilzeitarbeit
– drastischer Anstieg zumeist prekärer Leiharbeit
– weiter wachsender Anteil zeitlich befristeter Arbeitsverträge.
Selbst das dem Bundesinnenministerium unterstellte Statistische Bundesamt titelte am 29. Juni 2010:
“Rund neun Millionen Menschen wünschen sich (mehr) Arbeit”
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Publikationen/STATmagazin/2010/Arbeitsmarkt2010__06,templateId=renderPrint.psml__nnn=true
@Serious Sam & Momo (und ähnliche Kommentare)
Schön, was Ihr hier ein Feuerwerk an relativen Zahlen abfackelt. Aber mir sacht dess nix.
Beispiele (Sam):
Was bedeutet das? Die 0,6 % deutscher Export nach GR bedeuten für die Griechen sicher mehr als 0,6 %, oder? Fielen die hier weg würden wir das (wahrscheinlich) gar nicht merken, außer bei unseren U-Boot-Bauern, vielleicht ;-). In GR wäre die Wirkung aber sicher deutlich spürbar, fielen die Importe aus D – aus welchen Gründen auch immer – weg.
Weiter (Momo):
Anstieg? Wieviel von was? D um 8,3 % von 10?, Spanien um 10 % von 2?, Griechenland um 23,4 % von 1? Ich will das auch gar nich recherchieren, uninteressant!!
Bei den beiden Beispielen will ich’s belassen, ich versteh’s ja sowieso nich, gelle?
So oder so: Der Laden fliegt uns um die Ohren – und dann bin ich für ein Ende mit Schrecken eher zu haben als für ein Schrecken ohne Ende. Die Krise verlässt uns nun schon seit 3 Jahren (eigentlich schon seit mindestens 20 Jahren) nich – und was passiert, wenn’s passiert, weiß sowieso keiner: Wirkung, Nebenwirkung, Wechselwirkung, Wechselwechselwirkung, Nebenwechselwirkung usw. Ich kann mir nich helfen, ich komm immer zurück auf durchschnittlich einssiebzig hoch…
Alles was ich höre – nich nur zur PIIGS-Krise – iss: Wachstum! Wir müssen wachsen! Die Volkswirtschaften in X müssen aufschließen, müssen wachsen! Das hört sowieso (bald) auf, spätestens wenn die blaue Kugel ausgeplündert iss, oder abbrennt, oder beides … dann iss ausgewichst … äh ausgewachst.
Prognosen, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, sind halt schwierig, gelle?
Nun macht ‘mal schön weiter mit ZDF ;-)
@Momo
Das glaube ich nicht. So viele Verrückte gibt es in Deutschland nicht.
Volker Pispers sagte mal “Keiner will Arbeit. Alle wollen Geld.”
Korrekt ist wohl eher
“Rund neun Millionen Menschen würden für mehr Geld mehr arbeiten.”
Und auch das stimmt nicht, denn es kommt auf bei jedem der beiden mehr noch auf das Wieviel an.
Möglicherweise meinen sie auch die vielen Leute, die sie gezwungen haben zu unterschreiben, dass sie alles in ihrer Möglichkeit Stehende tun würden, um ihre Arbeitslosigkeit zu beenden.
Das Problem ist, dass der Apparat sogar bei Nettolöhnen von 1000 Euro Abgaben von 1000 Euro verlangt, um damit Arbeitgeber zu subventionieren, die teilweise noch Geld dafür bekommen, wenn sie Arbeit nehmen lassen.
Auch wenn immer wieder Neusprech die veröffentlichte Meinung beherrscht, darf man diesen Unfug nicht übernehmen.
@Lohengrin, 11. Juni 2011 at 12:59
Ich schätze zwar Volker Pispers, kann ihm bei diesem Satz jedoch nicht zustimmen (sofern er ihn denn tatsächlich so gesagt und vor allem auch gemeint haben sollte). Das ist aus meiner Sicht billige Pauschalpolemik, frei nach dem Motto: “Die sind alle zu faul zu arbeiten”.
Ich habe in meinem von Ihnen zitierten Kommentar den Link zu der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes beigefügt. Aus dieser Pressemitteilung können Sie entnehmen, wie sich die Zahl (8,6 Millionen Menschen, die Arbeit oder mehr Arbeit suchen) zusammensetzt.
Ich kann es gerade nicht finden, wo Volker Pispers das gesagt hat. Das ist aber schon mehrere (fünf?) Jahre her.
Der Spruch ist keine Polemik. Die Leute suchen Einkommen, und dafür sind sie bereit zu arbeiten. Andersherum sind viele Arbeitgeber zu gierig, die anständig zu bezahlen, die Arbeit nehmen. Viele Arbeitgeber sind allerdings durch Konkurrenz, die insbesondere durch Hartz4 und die damit verbundenen Lohndrückere erzeugt wird, gezwungen für viel zu geringe Bezahlung arbeiten zu lassen. Besonders fies ist es, wenn ein Arbeitgeber noch Geld dafür bekommt, dass er für Verhartzte Ein-Euro-Jobs bereitstellt. Das müssen nämlich dann andere Arbeiter auch noch bezahlen.
Es geht nicht um Polemik, sondern um Zynismus, wenn Schröder “kein Recht auf Faulheit” und “Sozial ist was Arbeit schafft” sacht, oder andere (insbesondere die Linke) vom “Recht auf Arbeit” faseln. Die haben nicht aus Dummheit die Bezahlung vergessen. Die wollen andere arbeiten lassen, am liebsten unbezahlt.
Kennen Sie schon das Manifest gegen die Arbeit?
“”Bei den exportstarken Branchen in Deutschland kann von Lohndumping kaum die Rede sein.”"
Ich weiss ja nicht.
Der hat dazu gute Reportagen gemacht.
http://www.google.de/search?client=opera&rls=de&q=Walraff&sourceid=opera&ie=utf-8&oe=utf-8&channel=suggest
Unter anderem das Autobauer fast nurnoch Leih und Zeitarbeiter einstellen.
Wie es in der Elektrobranche aussieht weiß ich net.
Übrigens werden die Griechenschulden der Banken momentan dem Staat übertragen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,767516,00.html
Für mich wär das Handeln der Banken der letzten 2 Jahre,
Grund genug für einen Krieg gegen die Banken.
Mfg
Auch Banken sind nur Menschen ….
Und manche Menschen kennen leider nur die Sprache des Krieges. Also muss man Sie lernen um auch Diese zu verstehen.
Um John Lennon zu zititeren: THINK !
Ich kenne ein Unternehmen, das Platinen für alle möglichen Firmen, darunter auch Siemens herstellt, und sich als Wohltäter feiern lässt, weil es Behinderte beschäftigt. Weiterhin beschäftigt es Praktikanten und Zeitarbeiter und Leiharbeiter. Die kriegen also ihre Lohnkosten zum großen Teil vom Amt erstattet. Dagegen kann kein Chinese konkurrieren!
Zum Thema Schuldenschnitt: Das habe ich an anderer Stelle mal behandelt, deswegen kommt es hier nicht vor. Aber das ist natürlich nach wie vor richtig und letztlich auch unabwendbar. Siehe hier: http://www.dasdossier.de/magazin/geopolitik/strategien/griechen-am-pranger
Natürlich “zwingt” niemand irgendwen, bestimmte Waren zu kaufen. Nur ist es in einer Marktwirtschaft eben so, dass organisiert über den Preis freiwillig diese Waren gekauft werden. Und umgekehrt wird ein Schuh draus: Für D ist GR sicher kein großer Absatzmarkt, für GR ist D aber der wichtigste Handelspartner sowohl als Lieferant und als Abnehmer, und das schon seit vielen Jahren.
Die deutschen Banken hätten ja genauso ihre Anleihen an die EZB veräußern können, nur haben sie anders als die Franzosen offenbar darauf gesetzt, dass im schlimmsten Fall eben die Staaten bzw. die EZB für die Schulden bürgen. Das ist im Prinzip eine einfache Rechnung: entweder man verkauft die Staatsanleihen sofort (und sicher), oder man hält sie (bei einem hohen Zinssatz, wohlgemerkt!) noch so lange es eben geht…
Die deutschen Autos gehören nicht zu den preisgünstigen, die Maschinen auch nicht, die Chemiererzeugnisse ebensowenig…
Das Schuldenproblem des Staates Griechenland ist IMO nicht primär durch sein Außenhandelsdefizit mit Deutschland oder sonstwem entstanden, z.B. die paar Milliarden für Rüstungsgüter machen daran ja nur einen Bruchteil aus.
Und wenn sich Bürger importierte Konsumgüter auf Pump anschaffen, ist das in einer ganz anderen Ecke zu verbuchen, nicht bei den Staatsschulden.
Im Wesentlichen ist, IMHO, die griechische Schieflage entstanden durch zwei Hauptfehler
1) jahrzehntelanges aufblähen des öffentlichen Sektors (AFAIK: 24% der griechischen Arbeitnehmer sind da beschäftigt), mit teilweise fürstlichen Gehältern und Pensionen
2) eine nichtexistierende Steuerkonsequenz. Der Staat hat stets nur einen sehr kleinen Teil der an sich fälligen Steuern eingetrieben
Heute kam dazu in der FTD eine Meldung, dass die das zum Teil doch getan haben. Da bin ich mal gespannt, was Schäuble dazu meint, schließlich hat Ackermann ihm letztes Jahr versprochen, dass die deutschen Banken nicht aussteigen.
Natürlich sind deutsche Produkte nicht billig – aber man kann einen Mercedes nun mal nicht mit einem Kleinwagen vergleichen. Ähnlich in den anderen Branchen: dt. Maschinenbauer usw. sind hoch spezialisiert und auch qualitativ bedienen sie eine andere Nachfrage.
Zum Außenhandel: GR importiert seit Jahren 2-3 mal mehr, als es exportiert. Siehe hier: http://www.europa-auf-einen-blick.de/griechenland/export.php
Das ist dann aus zwei Gründen problematisch: erstens, weil so im Inland weniger Steuern von den Unternehmen gezahlt werden, zweitens, weil weniger Menschen in der einkommenstarken Industrie beschäftigt sind und dementsprechend weniger Lohnsteuern reinkommen. Insofern unterscheiden sich unsere Analysen auch gar nicht so sehr, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint ;-)
Wenn sich die Banken an irgendwelche nicht bindenden Zusagen nicht halten, sollte das eigentlich niemanden wundern…
Zum Glück ist die Antwort so nicht richtig. Durch die Exportstärke würden weniger Unternehmensteuern gezahlt? Das harmoniert schon nicht mit dem deutschen Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht. Es ist auch empirisch falsch. Zudem: die USA mit dem frösten Binnenmarkt haben einen relativ kleinen industriellen Sektor, in Deutschland ist er relativ groß und zudem noch konstant, während in anderen Staaten das produzierende Gewerbe spürbar geschrumpft ist.
Serious Sam, 9. Juni 2011 at 12:48
Sie schreiben:
“…jahrzehntelanges aufblähen des öffentlichen Sektors (AFAIK: 24% der griechischen Arbeitnehmer sind da beschäftigt), …”
Sie schreiben es ja selbst: “Jahrzehntelang”. Erst die Fehlkonstruktion der Europäischen Währungsunion und das mißbräuchliche Lohndumping der größten Wirtschaftsnation dieser Währungsunion haben die heute so heftig kritisierten “Sünden” Griechenlands und anderer Eurozonen-Staaten zu einem enormen Problem werden lassen.
Im übrigen zeigen die skandinavischen Staaten, daß das insbesondere in Deutschland von neoliberaler Politik, Mainstreammedien und neoliberalen Wissenschaftlern geschürte Misstrauen gegen den öffentlichen Beschäftigungssektor in dieser Einseitigkeit völlig fehl am Platze ist. Pro 1.000 Einwohner weisen die skandinavischen Staaten einen ca. doppelt so hohen Anteil von Beschäftigten im öffentlichen Sektor aus. Dabei handelt es sich nicht um ein häufig zur Abschreckung behauptetes “Aufblähen des bürokratische Wasserkopfes”, sondern um Leistungserbringungen zu Gunsten der Bürger im Bildungswesen, im Gesundheitswesen, in der Kinderbetreuung und im Umweltschutz. Diese Politik wird auch unterstützt von einer deutlich höheren Besteuerung vor allem der skandinavischen Spitzenverdiener und Eigentümer großer Vermögen und Erbschaften.
“riechenland hat im Übrigen nicht nur gegenüber Deutschland ein Leistungsbilanzdefizit, sondern auch zu China, Frankreich…”
Also: das Defizitland hat gegenüber den Überschussländern Leistungsbilanzdefizite? Das is ja wirklich völlig überraschend. Endlich fällt das mal jemandem auf!
Alle genannten sind übrigens absolut überraschenderweise in der Export Top 5:
http://www.rp-online.de/wirtschaft/news/Die-20-groessten-Exportlaender_bid_23033.html?skip=0
Zur Schuldfrage: Wenn man jemandem immer mehr und mehr Geld leiht, obwohl man weiss, dass derjenige es nicht zurückzahlen können wird, wer ist dann Schuld an dem “Schuldensumpf” (es wird ja mal wieder richtig blumig hier)?
Derjenige, der das Geld annimmt, oder doch eher der, der dämlich genug ist jedes mal noch ein neues Bündel Scheine hinterher zu reichen, um seine Exporte zu verkloppen?
“Man könnte mit demselben Recht sagen, Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit gesteigert, während z.B. Griechenland und Spanien über ihre Verhältnisse gelebt haben.”
Genau, Deutschland hat seine Binnennachfrage innen Keller gespart. Das erhöht ungemein die Wettbewerbsfähigkeit. Weiss doch jeder.
Du meinst, so wie es gerade die Bundesregierung macht? Die handelt in der Tat schuldhaft, da sie weiß, dass die Hilfsgelder niemals in Gänze zurückgezahlt werden. Die Banken zuvor sind dagegen (leider zu Recht) davon ausgegangen, dass Griechenland schon rausgepaukt werden wird, und am Ende mal wieder die Steuerzahler die Lasten tragen werden. Kennt man doch, Gewinne privatisieren und Verluste und Risiken sozialisieren.
Ach ja: grundsätzlich ist natürlich stets derjenige an seiner Überschuldung schuld, der sich überschuldet. Ob das nun ein Konsument ist, der auf Pump ein für sein Einkommen zu teures Auto kauft, oder ein Land, das auf Pump seinen öffentlichen Sektor aufbläht.
Dieses grundlegende Prinzip der Selbstverantwortlichkeit passt zwar gerade den Linken nicht, das macht es aber dennoch nicht unwirksam.
“grundsätzlich ist natürlich stets derjenige an seiner Überschuldung schuld, der sich überschuldet.”
So ganz bin ich wohl noch nicht angekommen. Also versuchen wir es mal anders rum:
Wie soll jemand, dem ich absolut kein Geld und keine Waren auf Pump gebe, sich bei mir verschulden?
Na? Wer is nu “Schuld”? Vieleicht doch der Exportjunkie, der seine Waren unbedingt verhökern will?
Aber das ganze ist ja ohnehin nur eine Nebelkerze (so wie die lustigen “Linken”, die Leute wie Sie immer bemühen müssen, wenn Sie sonst gar nich mehr weiter wissen), denn wer Schuld ist ist im Grunde völlig egal. Wenn mir jemand 100.000 schuldet und die nicht hat, hab ich eigentlich ein exakt gleich grosses Problem, wie mein Gegenüber.
Das eigentliche Problem ist ohnehin die Währungsunion, sonst könnt Griechenland die Gelddruckmaschinen anschmeissen und käme (vermutlich) recht glimpflich aus der Sache raus.
Daran sieht man, dass sowas eh reine Nullsummenspiele sind. Ich kann nun mal nich mehr aus einem Land raustragen, als drinne ist. Da zeigt sich also direkt noch mal die ganze Dämlichkeit des Überexports in Defizitländer.
PS: Sie sind ja ein waschechter Guerilla! Sie haben ja noch gar nich die dollen Vorteile der kaputtexportierten Binnenachfrage genannt. Tritt da etwa jemand nur an, wenn er meint auch mal nen Blumentopf gewinnen zu können?
Ja, ja – an ihrer selektiven Wahrnehmung sollt Ihr sie erkennen! ;)
Hm, mal ganz ehrlich. Für Sie wäre es einfach sinnvoll, wenn Sie sich mal an einer Universität im Fach “Volkswirtschaftslehre” einschreiben und die einschlägigen Basisvorlesungen besuchen würden. Nur die ersten 2 Semester. Das würde Ihnen hier viel Schreiberei ersparen. Denn 90% Ihrer Elaborate sind schlicht falsch und gehen von Lieschen Müller Annahmen aus. Wenn Sie dann mal die groben Zusammenhänge umrissen haben, brauchen Sie fast nix mehr zu schreiben.
Wissen Sie wie hoch die Exportsubventionen des deutschen Staates pro Jahr sind?
Ich denke, einer der wichtigsten politischen Schritte wäre die strikte Trennung von Geschäfts- und Investitionsbanken – auch im Privatbankensektor.
Das würde auch die unsäglichen Spekulationen mit Staatsanleihen verhindern und den Ratingagenturen ihre politische Macht nehmen.
Schöner Artikel!
Deutschland Exportwahn ist nicht die Ursache des Problems! China hat mit den PIG Staaten wahrscheinlich ein viel größeres Aussenhandelsplus als wir, trotzdem halten Chinesische Banken kaum PIG Schuldscheine. Frankreich dagegen hat kein Aussenhandelsplus, und hält dagegen viele PIG Schuldscheine. Außerdem halten US Banken viele Irland Bank Anleihen, obwohl die USA ein Monster Aussenhandelsminus hat.
Vor der Euro Einführung war in den Staaten vor allem die Konsumnahe Industrie beheimatet. Direkt mit unserer Maschinen und Autoindustrie haben die nie Konkuriert. Ausserdem wurden Deutsche Industriejobs auch verlagert, nach Osteuropa und Asien. Wenn Deutschland seine Löhne kräftig steigert, wandert die Industrie halt weiter nach Osteuropa und Asien. Griechenland wird eine Schwächung der Industrie nichts nützen. In Deutschland herrscht doch auch eine riesige Unterbeschäftigung. Sonst wären die Dumpinglöhne nicht möglich. Das größte Problem sind die Freien Märkte der EU, wenn die Deutsche Baufirma zu teuer ist, vergibt man den Auftrag einfach nach Osteuropa.
Das eigentliche Problem sind die zu groß gewordenen Banken in Europa. Um zu wachsen, und weil es anscheinend Risikolos war, haben Banken den Griechen zuviel Geld geliehen. Die Griechen haben damit ihre Staatswirtschaft aufgebaut. Durch höhere Löhne wurden das Wachstum gesteigert. Das steigende Aussenhandelsdefizit wurde einfach mit Krediten finanziert. Die erste Krisenzeit hat die EZB die Finanzierung selber übernommen. Ein Dauerdefizit der Griechen kann die EZB auch nicht finanzieren. Geld drucken ist auch nicht die Lösung, sonst wären niemals Staaten Pleite gegangen.
Bis sich das in Griechenland normalisiert hat, dauert das noch ein paar Jahre. Eine neue Finanzkriese darf in den nächsten zwei Jahren allerdings nicht ausbrechen.
Öhm, also China hält eine Menge griechische und protugiesische Anleihen, bei irischen bin ich mir nicht ganz sicher. Und wie genau sich das Handelsverhältnis China bzw. Deutschland zu den anderen europäischen Ländern genau verhält, habe ich nicht im Kopf, deiner Annahme kann ich aber so einfach nicht zustimmen.
Beispielsweise hatte China 2010 eine ausgeglichene Handelsbilanz, wenn man einmal die Handelsbeziehung zu den USA herausrechnet.
Nun, ich habe nartürlich im dem Text nicht auch noch China behandeln können, dann wär es ja gleich ein Buch geworden;-)
Aber nur mal so viel: China auch gegenüber D einen Handelsüberschuss. Und die Verbindung Überschuss – Staatsschulden kaufen ist ja nicht allzu statisch zu sehen. Es gibt natürlich auch eine Menge andere Gründe, diese Anleihen zu kaufen. Beispiel F: hier konnte das Kapital offenbar nicht renditeträchtig genug im Inland investiert werden.
Ich glaube China hat bis vor kurzen den Aussenhandel nur mit den Dollar abgewickelt. Die müssen die Euros sofort in Dollar umgetauscht haben, und bei Uncle Sam angelegt haben. Daher brauchten die keine Euro Anleihen kaufen. Erst in der Krise hat China angefangen PIGS Anleihen zu kaufen. Alzu viel Anleihen werden die nicht kaufen, da ist mehr Schein als Sein. Wenn der Euro und die EU zusammenbricht, fehlt China die Exportregion Nr. 1.
China verbaut 50% des weltweiten Zements. China importiert Rohstoffe ohne Ende. Europa und die USA werden dann mit Konsumgüter geflutet. Gesund kann man dies auch nicht nennen.
Wenn Sie mit China Handel treiben, werden Sie dort nie mit Euro bezahlen können. Deshalb tauscht auch nicht der Chinese irgendwas um, sondern Sie. Nämlich Euronen in Dollars.
Hey Axel…
also ich finde deinen Text sehr gelungen, ab da wo er losgeht. Dennoch sehe ich an der Sache ein Problem: Du – wie auch fast alle anderen die sich derzeit zu dem Thema äußern – verwechseln die Auswirkung mit der Ursache. Die Ursache der Krise sind nicht die von dir aufgezeichneten Strukturen im Euroraum, sondern die Strukturen im Euroraum sind lediglich der Grund warum die Weltwirtschaftskrise zuerst hier im großen und nicht mehr durch Bilanztricks aufhaltbarem Maße durchschlägt.
Wir hatten kurz nach der Subprimekrise schon mal einen weltweiten Einbruch der durch massive Maßnahmen abgefedert wurde. Dadurch wurde der Schneeball weltweiter Verwerfungen aber nur noch größer und nun ist das Pulver verschossen.
Das weltweite Finanz- und damit Wirtschaftssystem ist seit 2007 unaufhaltsam zum Scheitern verurteilt. Wir sehen seitdem nur eine Verzögerung des Zusammenbruchs. Euroland trifft es aufgrund der von dir dargestellten Architekturen früher als andere, aber wie du dieser Tage siehst melden sich nun auch die USA mit desaströsen Arbeitsmarktzahlen und einem Abkühlen der Wirtschaft zurück. Ich empfehle dir folgenden Artikel: http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,765706,00.html
Die Antwort kann meiner Meinung nach nur in der resoluten Abkehr des neoliberalen Wirtschaftssystems und der Neuarchitektur des Weltfinanzsystems liegen. Ich möchte aber betonen, dass auch ich nicht weiß wie dies im einzelnen auszusehen hat.
Es ist aber verkürzt und wird der Sache nicht gerecht, das was wir sehen nicht als fundamentale, globale Systemkrise zu begreifen. Wir leben nun einmal in einer globalisierten Welt, also müssen Probleme auch global gedacht werden, nicht regional.
Die von dir vorgeschlagenen Ansatzpunkte bezüglich des Bankensystems erscheinen jedenfalls sinnvoll.
VG
Florian
Siehe 3).
und als Nachtrag: Die Spekulationen im Investmentbaking müssten zu 100% mit Eigenkapital hinterlegt sein, wie es im Casino üblich ist.
Dein Link scheint nicht zu funktionieren
http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,765706,00.html
Sehr schön.
Die neue europäische Wirtschaftspolitik sieht so aus.
Deutschland hat sich verpflichtet seine Sozialleistungen und Löhne zu kürzen.
So funktioniert Politik.
Ich finde es bedauerlich, dass die Sinns immer ein Schlupfloch für ihre verdrehten Argumentationen finden.
Jetzt ist die EZB schuld, die die deutsche Exportindustrie über Target2 weiter finanziert.
Will Sinn 10 Millionen deutsche Arbeitslose?
Einen Ausweg hat er nicht aufgezeigt.
Er hofft, dass sich die deutschen Investionen erhöhen.
Münchhausen zieht sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf.
Was spricht gegen die Forderung von Vontobel nach regalräumenden Löhnen?
Zweifelst du an unserem “besten deutschen Ökonomen” (Bild)? :D
Der Mann hat schon die Krise 2008 nicht kommen sehen, als sie bereits da war. Der Mann glaubt heute noch Griechenland müsse raus aus dem Euro, was völlig idiotisch ist, weil das die grundsätzlichen Probleme in der EWU nicht löst. GR ist schlicht viel zu klein und volkswirtschaftlich unbedeutend, alleine Ostdeutschland hat schon mehr Gewicht. Und der Mann hat es tatsächlich fertig gebracht als Ökonom (!) den US-Export mit dem Import zu verwechseln, um darüber Seitenweise in seinem Buch zu lamentieren… Das ist ungefähr das selbe, als wenn ein Bäckermeister ein Schwarzbrot nicht von einer Erdbeertorte unterscheiden kann.
Dieser Mann hat schon so oft seine Unfähigkeit unter Beweis gestellt, dass niemand ihn mehr ernst nehmen könnte. Aber solange er das plappert, was bestimmte Interessengruppen von ihm hören möchten, wird er immer eine Plattform für seine gequirlte Scheisse finden. So ist das leider heute.
Die Rückzahlung der sogenannten „Staatsverschuldung“, die ja in Wirklichkeit eine Systemverschuldung ist, war niemals beabsichtigt und ist im Finanzsystem auch gar nicht vorgesehen.
Die Verschuldung von Staat, Unternehmen und Privathaushalten war erforderlich, um das von den Banken leistungslos erzeugte Kreditgeld in Umlauf zu bringen. Wollte der Staat seinen Anteil am Schuldenberg reduzieren, müßte er entweder das Geld, das er in Umlauf gebracht hat, zuzüglich Zinsen wieder einkassieren, oder andere müßten sich im selben Ausmaß verschulden.
Theoretisch können sich zwar einzelne Systemteilnehmer entschulden, aber nur auf Kosten anderer, die dann entsprechend mehr Schulden tragen müssen. Alle zusammen können sich niemals entschulden – egal wie sehr sie sich anstrengen – und sie sollen das aus Sicht der Systembetreiber auch gar nicht. Der Zweck dieser Schulden sind die Zinsen, für die die Steuer- und Zinszahler immer mehr arbeiten müssen und sich ausplündern lassen. Steuern und Zinsen sind der Motor für die Umverteilung von Fleißig nach Reich.
Politiker und Ökonomen behaupten zwar immer wieder, das Wachstum der Staatsschulden sei kein Problem, da ja auch die Wirtschaft wachse. Doch abgesehen davon, daß die Wirtschaft nicht ständig wachsen kann, machen sie mit dieser Argumentation einen großen Bogen um den Kern der Thematik. Sie liefern keine Antwort auf die entscheidende Frage, wieso man überhaupt Zinsen dafür bezahlen soll, daß Geld in Umlauf gebracht wird. Diese Frage hat auch nichts mit Politik oder Ökonomie zu tun. Es geht hier ausschließlich um eine Frage der Macht.
Die Struktur dieses Systems führt über Jahrzehnte hinweg mit mathematischer Zwangsläufigkeit zu einer schleichenden Enteignung der Völker durch die internationale Hochfinanz. Verliehen wurde stets nur selbst erzeugtes Geld, zurückgezahlt wird mit Grundstücken, Wasserwerken, Elektrizitätswerken, Telefonleitungen, Gesundheitswesen, Post, Bahn, Straßen, Gebäuden und so weiter. Die gesamte Infrastruktur sowie die Arbeitskraft von uns und unseren Nachkommen gehen systembedingt und ohne eine echte Gegenleistung in den Besitz der Geldmacht über. Ökonomen bezeichnen diese Enteignung gerne auch als „Privatisierung“ (Latein: privare = berauben).
In der gesamten Geschichte der BRD will noch kein einziger „Volksvertreter“ diesen Zusammenhang erkannt haben. Und erst recht keiner von ihnen hat jemals etwas dagegen unternommen, obwohl genau das ihre oberste Pflicht wäre.
Zu diesem Themenkomplex gibt es folgenden Artikel von mir: http://le-bohemien.net/2011/04/13/aufruf-zur-debatte/
Du sagst es !!!
Bitte auf der Zunge zerghene lassen :
Wenn die Staaten ihre Schulden zurückführen entziehen sie dem Finanzsystem weltweite Kapital in bis zu 20facher Höhe !!! Damit würden die Weltfinanzmärkte kollabieren !
DAS FINANZSYSTEM STIRBT WENN WIR UNSERE SCHULDEN TILGEN !!!
Insofern ist das Gefasel vom “sparen” reine Bauernfängerei und bedient nur die allgemeine Ansicht über soliden Finanzen.
wer begriffen hat das die Banken Ihr Geld NICHT durch ihre Zinsen und Gebühren verdienen sondern durch das Recht Geld zu “schöpfen” via Kreditvergabe und VERKETTETE GEGENSEITIGE KREDITVERGABE aufgrund von BILANZAKTIVA AUS KREDITVERGABE -> ( Fiat Geldsystem ) wird verstehen warum Banken auch gerne faule Kredite vergeben.
Die kann man ja durch DERIVATE dann gut wegdrücken.
Das Geldschöpfungsrecht darf nur Zentralbanken gewährt werden !
Dadurch reduziert sich der “Finanzmarkt” wieder auf ein Normalmaß.
Diese These scheint meines Erachtens der Kernstreitpunkt zu sein, welcher jedoch nicht als solcher erkannt wird.
auf jeden Fall ist “Wachstum um jeden Preis” eine Doktrin die es gilt zu bekämpfen. Ganz besonders beim Finanzsektor. Denn Wachstum in diesem Bereich kann nur durch neue Schulden generiert werden !
Vielleicht nicht gerade bekämpfen, aber wenigstens darüber vorurteilsfrei und objektiv diskutieren
(Siehe auch Florian Hauschild weiter oben)
ok .. muss ja nicht alles gleich in “Kampf” ausarten :-) ..
Ist aber schon richtig. Nicht das “immer mehr” bringt uns voran sondern nur ein “gut ausbalanciert” .
Wir brauchen ein europäisches Finanzministerium, das für die gesamte EU (oder wenigstens die Eurozone) den Haushalt aufstellt. Das bedeutet in der Konsequenz:
a) die Aufgabe nationaler Souveränität (nationale Parlamente und Haushalte verlieren an Bedeutung)
b) die Transferunion (wie beim Bund/Länder-Finanzausgleich in Deutschland)
c) gemeinsame Schuldenaufnahme (= Euro-Bonds) wegen der Zinshöhe
unerträglich diese Kommentare: Nee die Franzosen sind böse und Die Chinesen und wir armen Deutschen und die bösen Griechen … und überhaupt.
zum Thema Banken & Wirtschaft kann ich nur den wirklich sehr gute Vortrag von Sahra Wagenkenecht empfehlen: http://www.youtube.com/watch?v=DMHfZV4ZyYM&playnext=1&list=PL2B8FB27B9876076E
Was ich bei allen Diskussionen vermisse ( auch bei Wagenknecht), ist einfach die Frage woher unser Geld eigendlich kommt ! Wiki hilft hier ein bisschen weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Fiatgeld
Wer das verstanden hat wird auch begreifen, das der “Rettungsschirm” sehr wohl geholfen hat !!!
Zwar nicht dem Euro oder irgend einem Staat oder gar dessen Bürger … aber dem Finanzsystem. Und dem ist Griechenland oder Frankreich oder China oder der euro etc. zeimlich egal. Es geht nur um eins: wie generiere ich in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld. Und das geht einfach am Besten über die Vergabe von -> Bereitstellungskrediten.
Etwas anderes ist der “Rettungsschirm” nicht. Völlig Risikolos und mit enormen Profit.
In diesem System ist immer die Schuld des einen der Gewinn des Anderen. Und der “Andere” ist hier immer eine Bank.
Da vergebenen Kredite ( Deine Schulden !!!) in Banken immer als “Aktiva” gebucht werden sind diese auch beleihungsfähig. Und das machen Die banken auch !! ( to big to fail) Also sind über den Rettungsfonds aus 250 Mrd€ knappe 3 Bil€ neues Zockerkapital entstanden.
Das erklärt auch warum die Banken genau so weiter machen wie bisher und Ackermann einen dicken Orden bekommen hat.
Griechenland ( und auch Spanien , Irland etc. ) wird im Moment auf dem Finanzmarkt zerfleddert wie das eben bei Heuschrecken so üblich ist.
Es geht bei der ganzen Diskussion ausschliesslich darum die Unternehmenswerte herruntereden um billig das Tafelsilber Griechenlands ein zu kassieren.
Und nicht vergessen: Unsere “Besten” wollen immer nur unser “Bestes” …
Mein Vorschlag:
den Banken schleunigst das Geldschöpfungsrecht entziehen !!!
Das rumpelt dann mal heftig, aber danach hat die Welt wieder eine Chance …
Wie gesagt Julius, wir haben uns auf l-b auch mal mit diesem Thema beschäftigt: http://le-bohemien.net/2011/04/13/aufruf-zur-debatte/ Leider ist die Debatte dann eingeschlafen und es gab keine nennenswerten Gegen- oder Ergänzungsartikel. Vielleicht will ja einer der hier anwesenden Diskutanten etwas in Form eines Gastartikels beitragen. Das Thema ist weiter heiss, wie man sieht.
Hallo Florian,
Ich glaube das der Mechanismus wie Banken zu Ihrem Geld kommen den wenigsten Menschen, sogar den meistem Bänkern, nicht wirklich klar ist.
Denn nach dem System müsste man ja eigendlich Geld bekommen wenn man sich Geld bei einer Bank leiht. Denn die mach aus Deinen 1000 € Kleinkredit in 0,nichts 15.000,– € Zockergeld. Mit dem wird gehandlet und ca 3000,– € /Jährlich an Spekulationsgewinnen eingefahren.
Hast Du dann Deinen Kredit nach 3 Jahren abbezahlt hat die Bank dann also runde 7000 – 8000,– € Gewinn gemacht .. ohne Deine Zinsen.
Ist pervers .. ist aber so …
Wenn das den Menschen mal klar geworden ist wird es erst eine echte Diskussion darüber geben was wir mit dem finanzsystem machen sollen.
Flassbeck hatte das schon mal auf die Spitze getrieben, dass man auch nur mit der Zentralbank auskommen kann. Das war natürlich eher als Spass zu verstehen, sollte aber deutlich machen, dass es alle anderen Banken im Prinzip nicht braucht.
Flassberg hat recht. Aber wir wollen es ja nicht gleich übertreiben.
Ausserdem: Wo wäre dann der vielgepriesene Wettbewerb ?
Ich denke es reicht völlig aus wenn die Banken sich, wie andere Geschäfte ja auch, Ihre “Ware” im Grosshandel einkaufen müssen.
Es gibt Geld nur als (Dokumentation einer) Forderung in 2 Formen:
1. basierend auf öffentlichem Recht: als staatlich festgelegtes steuerliches Zwangsabgabemittel (STZM) in jedweder beliebigen Form (Getreide, Edelmetalle, Papiergeld, Buchgeld, …)
2. basierend auf privatem Recht (insb. Eigentumsrechten): als privat vereinbarte Nominalforderung in jedweder beliebigen Form
Die Vollstreckbarkeit dieser Forderungen setzt ein staatliches Rechtskonstrukt als Notwendigkeit voraus, welches sich über die Waffe durchsetzt. Folglich kann man die Waffe als ursprüngliches Eigentum ansehen:
“Das erste (personale) Eigentum ist die Waffe. Ihr Besitz besichert durch ihre Eigenschaft ihr Eigentum.”
DGF: Geld – woher?
Da ist noch mehr hinter.
Der Glaube an Recht führt dazu, dass jemand auf sein Versprechen festgenagelt werden kann. Und erst damit ist Geld mögich. Mit diesem Geld entsteht aber automatisch dessen Verklumpung und Zins.
Eigentum und Recht und Freiheit hat einen Pferdefuß.
Dieser Dialekt von Herr und Knecht von dem Ekel führt sowieso nur auf den Weg zur Knechtschaft wie Popper u. Hayek nachgewiesen haben.
Soviel zur “Aktion von Unten”, die ja – bestenfalls – eine Analyse zu ihrer Voraussetzung haben sollte!
Also müssen wir die Situation wohl mit den – im Artikel umrissenen – systemischen Bordmitteln bereinigen.
Gott sei Dank ist die letzte Vorkriegsgeneration schon komplett tot.
hee .. sag ja nichts gegen meine Mom … Bj. 1920 :-) .. und die ist noch top fit !!!
Mr. Dax Dirk Müller: Das wird eine ganze üble Geschichte!
Die großen Player wetten auf einen Zusammenbruch der USA-Staatsanleihen. Doch es wird noch schlimmer….
http://goo.gl/DWswT
das ist ja wohl die Lachnummer überhaupt :-)
Alleine die Sparache die dort gesprochen wird ist unbeschreiblich.
Im Grunde werden hier alle bösen Vorurteile und “Klischees” die gegen die Bänker und die Finanz”märkte” bestehen von ihnen selbst mit Stolz bestätigt.
Solche Sendungen muss man immer danach absuchen wer einen Vorteil von den Aussagen hat.
Regel Nr. 1 beim Börsenjurnalismus: Insiderwissen bekommt man nicht , man generiert es !!!
Lasst euch nicht vergackeiern …
Du hast schon recht, diese Kreise wollen einem nur Gold, Survival-Bücher oder sonstwas verkaufen, damit sie selbst profitieren.
Nur frage ich mich manchmal, von wem wir uns denn jetzt vergackeiern lassen…
Ich stimme den Thesen – speziell Option 4 – weitestgehend zu, halte aber dennoch jegliche Aktion bestenfalls für eine kosmetische Verzögerungstaktik und zwar im globalen Maßstab.
Dieser Satz zeigt den ganzen Wahnsinn und die gleichzeitige ICH-WILL-ABER-Kindlichkeit des weltweiten Finanzsystems. Wenn es weltweit bis auf vielleicht China (und das glaube ich auch nicht so wirklich) keinen einzigen Staat gibt, der langfristig ohne Inflation und/oder Verarmung weiter Teile der Bevölkerung trotz Produktivität – also Arbeit, die ein reales Produkt erschafft – seine Schulden zurückzahlen kann, ist das Finanzsystem gescheitert.
Da muss man gar nicht drumherum reden – dieses Finanzsystem funktioniert ausschließlich Krebsartig mit zyklisch notwendiger Zerstörung. Bis Anfang des 20sten Jahrhunderts klappte das ja auch noch mit der Produkt- und Humanvernichtung, indem regelmäßig die dafür unabdingbaren Kriege geführt wurden, die ja einen Neustart des Zyklus’ erst ermöglichten. Seitdem wir aber über Waffen verfügen, die nachhaltig den Planeten hops gehen lassen können, funktioniert das nicht mehr. Es bleiben genau zwei Möglichkeiten:
1)
Eine wenige-Herrscher/viele-Sklaven-Welt.
2)
Ein neues globales Geld/Finanzsystem, das nicht so kindisch, religiös und instabil ist.
Für 2) sehe ich angesichts der religiösen Verblendung der herrschenden Finanzkirche wenig Chancen.
von Axel Weipert am 1. Juni 2011 (dasDossier.de)
“122.000.000.000.000 Dollar Private Vermögen weltweit.
Dem Einbruch in der jüngsten Krise folgt ein neuer Aufschwung: Aktuell beträgt das weltweite private Vermögen 122 Billionen Dollar. Jeweils etwa ein Drittel davon konzentriert sich in Nordamerika und Europa – allerdings wächst der Reichtum in Asien und anderen Schwellenregionen besonders schnell. Ein Prozent der globalen Haushalte verfügt dabei über 39 Prozent der gesamten Werte. In Deutschland sehen diese Zahlen ähnlich aus: Das reichste Hundertstel der Bevölkerung besitzt etwa 25, das reichste Zehntel mehr als 60 Prozent des Nettovermögens.
Dass diese extrem ungleiche Verteilung weder gerecht noch sinnvoll ist, hat auch die Finanzkrise gezeigt. Zumal sie direkt zu einer sog. »Überakkumulation« im Finanzsektor führt, also einem überproportionalen Wachstum des investierten Finanzkapitals im Vergleich zur Realwirtschaft. »1980 waren Weltsozialprodukt und Finanzvermögen ungefähr gleich groß, 2006 war das letztere dreieinhalb Mal so groß wie ersteres.« Damit steigt aber der Konkurrenzdruck um Renditen und viele Investments erweisen sich als hochgradig spekulativ – Instabilität ist die logische Folge.”
Wir können noch lange ein bisschen hier (Finanzspritzen) und ein bisschen da (Risikozuschläge) an diesem Finanzsystem herumschrauben – eine Lösung wird es so nicht geben. Das Finanzsystem grundsätzlich in Frage zu stellen ist anscheinend ein Tabu. Die hektisch und ratslos scheinenden “Hilfsmassnahmen” und “Rettungsschirme” bringen offensichtlich gar nichts (Einigen schon).
Als würde man einem Pestkranken Kamillentee verabreichen…
Deswegen plädiere ich ja auch für einen umfassenden Umbau des Bankensystems hin zu demokratisch kontrollierten Instituten, die das Gemeinwohl und nicht Redite zum Ziel haben.
Du glaubst wohl auch noch an das Gute im Menschen..
Lenin (Entschuldigung für das Zitat ;-) hat mal gesagt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. In diesem Sinn glaube ich daran, dass demokratische Entscheidungen allemal besser sind als solche einiger weniger Manager, die eben gerade nicht den Vorteil aller als Maxime haben. Im übrigen habe ich ja schon im Artikel geschrieben, dass man diesen Banken klare Vorgaben für ihre Geschäftspolitik machen muss.
Damit hast du vollkommen recht, nur habe ich den Verdacht, dass sich diese Kreise nicht von ihren Pfründen weglocken und zu “demokratischer Vernunft” erziehen lassen. Dazu bin ich zu wenig Optimist. Ich befürchte, nur schon der Versuch zu diesem Umbau würde Krieg auslösen (lassen).
Wer/was ist dieses MAN, der/das solche Vorgaben wie auch sonstige o.g. guten Vorsätze verwirklichen würde?
Dein Glauben an das Gute im Menschen in allen Ehren, aber die Frage musste ich mir schon beim Artikel mehrmals stellen. Mir kommt keine reale politische Kraft in den Sinn, die in skizzierter Richtung handeln könnte. Zumindest nicht aus gutem Willen. Die Linke käme den hehren Zielen wohl am nächsten, aber nur dem Willen und nicht dem Vermögen nach.
“”Als würde man einem Pestkranken Kamillentee verabreichen”"
Das ist halt die dumme westliche Gesellschaft.
Symtome behandeln aber bloss nicht die Ursachen,.
Gilt auch für die meisten Krankheiten.
Drogenkrieg in Mexiko.
Symtom für das Verbot von Drogen.
Und irgendwann werden die Idioten merken das man Geld nicht essen kann.
:-P
Friede den Hütten,Krieg den Palästen!
Mfg
Schwerter zu Pflugscharen etc … blabla ..
Weist du was ich an dem Vortrag von Sahra Wagenknecht heute richtig gut fand ? ( ausser das Sie wirklich Kompetenz bewiesen hat … )
Sie hat nicht ein mal “liebe Genossen und Genossinnen !” gesagt !
Vor 25 Jahren hab ich als Azubi ne 100 Mann Firma dazu gebracht, nen Betriebsrat mit Hilfe der IG Metall zu gründen. Der dümmste von allen Mitarbeitern sagte zu mir: Wenn der mich auch nur einmal mit Genosse anredet, dann geh ich gleich wieder. Stattdessen wurde kühles Blondes gereicht und alles war Bestens.
Das in etwa ist das Niveau.
Der bei den linke übliche Gruß “Genosse und Genossinen” hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Gruß zu tun. NAchdem die SPD mittlweile derart weit rechts gelandet ist, daß die FDP ernsthafte schwierigkeiten hat ihre existenz zu begründen und die Grünen auch dem “Ruf des Geldes” folgen, sollten sich die interlektuellen Linken wirklich hüten diesen Gruß weiterhin anzuwenden. Ausserdem hatte Sahra Wagenknecht dieses Gespräch auf Einladung von Herrn Müller von den Nachdenkseiten. Bekennender SPD Mann. Ein bisschen abstauben und auch Marx mal überdenken steht der Linken ganz gut. Und Sahara Wagenknecht hat das erkannt. Eine sehr kluge Frau !
Nicht deutsche Banken halten die meisten griechischen Staatsanleihen, sondern französische. So betrachtet betreibt Deutschland ein Bail-out für den französischen Finanzsektor, was allerdings gleichzeitig einen Teil der Argumentation unsinnig macht.
In einer Marktwirtschaft ist es doch so, dass jemand für ein Produkt oder eine Leistung nur aus zwei Gründen einen höheren Preis fordern kann: es hat eine Leistungssteigerung gegeben oder die Nachfrage durch Konsumenten hat angezogen. Ich denke, beides kann man für griechische und italienische Produkte und die dahinterstehende Arbeit verneinen, zumindest im relativen Maßstab. Wenn Italiener und Griechen sich dann dennoch eine Erhöhung ihrer Löhne gönnen, so können sie das im nationalen Maßstab erstmal tun. Nur darf es niemanden wundern, wenn daraus später Probleme resultieren. Diese sind z.B. das Außenhandelsbilanzdefizit (erwähnt) oder Arbeitslosigkeit, die in solchen Analysen oft unter den Tisch fällt. Ist die griechische oder italienische Arbeitslosigkeit Gott gegeben?
Aus ökonomischer Sicht ist es daher durchaus richtig, sinkende Löhne in den betroffenen Ländern zu fordern, aus sozialer Sicht allerdings zugegeben problematisch. Eine solche Sichtweise wagt der Artikel jedoch nicht.
halt ich für falsch, dass französische Banken mehr halten. Alle Quellen sagen was anderes.
In Bezug auf Griechenland war das auch bis vor kurzem noch so, nur haben die franz. Banken eben ihre Kredite an die EZB “weitergereicht”. In Spanien, Portugal und Irland ist D aber der wichtigste Gläubiger.
Dieses war auch niemals das Ziel der angeblichen Rettungspakte.
Spon vom 9.6.2011:
“Pleite-Angst
Finanzkonzerne stoßen massenhaft Griechen-Anleihen ab…”
Es sollte nur Luft geschaffen werden, damit die Banken und Versicherungen aussteigen konnten und die Papiere der EZB andrehen und damit das Risiko auf die Bürger abwälzen.
Ich denke das die meisten hier viel zu sehr nach Lehrbuch denken.
Es geht hier Ausschliesslich um die Interessen der Finanz- und Wirtschaftskonzerne.
Und bei zu erwartenden Verlusten nehmen die jede Gelegenheit wahr sich des Risikos zu lasten Anderer zu entledigen. Das gilt natürlich auch genau anders herum …
Viel simpler als im Lehrbuch.
Wettbewerbsfähigkeit hat nichts mit der Höhe der Lohnstückkosten zu tun.
In osteuropäischen EU-Ländern sind die Lohnstückkosten extrem niedrig und trotzdem liegt nicht einmal im Ansatz eine echte Wettbewerbsfähigkeit vor,
Die Steigerungsrate (Steigerung in Prozenten von welchem Level?) der Lohnstückkosten zeigt etwas an, aber auch nur bedingt die Wettbewerbsfähigkeit.
Zumal das Wort “Wettbewerksfähigkeit” an sich schon zeigt, worum es geht. Wenn eine Frau Merkel skandiert, dass sie die “Wettbewerbsfähigkeit” in der EU stärken will, weiss sie wahrscheinlich gar nicht, was sie da von sich gegeben hat, Wettbewerb heißt andere auszustechen. Es gibt in einem Wettbewerk Gewinner und Verlierer. “Verlierer”-Staaten wie Irland, Spanien, Portugal, Italien und Griechenland sind genaugenommen also ein ganz normaler und logischer Ausdruck des “Wettbewerbstärkens” in der EU :-).
“Wettbewerb” impiliziert auch, besser als andere zu sein.
Der Wechselkurs glättet die Lohnstückkosten.
Unternehmen die in den USA oder China investieren tun dies im Allgemeinen um den Markt zu erschließen.
In China wird der Wechselkurs nicht den Devisenmärkten überlassen.
Und der Renminbi immer nur moderat , trotz der sinkenden Lohnstückkosten durch ein starkes Produktivitätswachstum, in Relation zum Dollar aufgewertet.
Dies ist ein Extragewinn(wettbewerbsvorteil) für die amerikanischen Firmen die dort produzieren.
Multinationale Konzerne sind nicht zimperlich.
Auch chinesische Konzerne lassen im Zweifel im Ausland (Afrika) die Gewerkschaften zusammenschießen.
Das diszipliniert auch die Arbeiter im Inland, wenn die Löhne im Ausland so niedrig bleiben.
Der größere Druck auf die Arbeitsmärkte kommt aber nicht von außen, sondern von der immer noch steigenden Erwerbsbeteiligung immer größerer Bevölkerungsteile und einem stagnierenden Arbeitsvolumen. (Wenn es gut läuft wächst die Produktion im Gleichschritt mit dem Produktivitätswachstum.) (Bald sollen auch die achtzigjährigen um
die Arbeitsplätze konkurrieren, Verkürzung der Schulzeit, Abschaffung der Wehrpflicht, Hohe Hürden für Erwerbsunfähigkeitsrenten, Sanktionen gegen Arbeitslose, immer späterer Renteneintritt, usw.)
“Zwischen 1991 und 2010 nahm die Zahl der Erwerbstätigen
(abhängig Beschäftigte plus Selbstständige) zwar um gut 1,8 Millionen zu, das
Arbeitsvolumen sank dagegen im gleichen Zeitraum um 2,360 Milliarden Stunden von 59,789 auf 57,429 Milliarden Stunden ab.”
http://www.verdi-bg-fhh.de/gute-arbeit/1542-arbeitszeitverkuerzung-manifest-von-heinz-j-bontrup-und-mohssen-massarrat
Wo hast Du denn das schon wieder her?
Sinkende Lohnstückkosten in China? Das ist schon ziemlich grotesk ;-)
In der Zeitung stand amerikanische Ökonomen halten den Renminbi für unterbewertet.
Ja wie funktioniert das mit den Devisenmärkten?
Zum Anfang der Periode X bewerten die Devisenhändler die Tauschverhältnisse richtig -:).
Wenn in China in der Periode X die Löhne nach Abzug der Inflationsrate stärker steigen als das Produktivitätswachstum und in den USA die Löhne weniger stark steigen als das Produktivitätswachstum.
Welche Währung sollte aufwerten und welche Währung sollte abwerten?
Ja ich habe einen Denkfehler gemacht.
Devisenmärkte funktionieren nicht so richtig.
Aber in der langen Frist wer weiss.
Das ist auch vollkommen richtig. Der Renminbi ist unterbewertet. Mein Einwand bezog sich auf die sinkenden(sic!) Lohnstückkosten. Kleiner Tipp: Die Lohnkosten in China steigen (vor allem im Exportsektor) rasant und dies seit Jahren.
Einfache Antwort: Angebot und Nachfrage.
Das hat nichts mit Denkfehlern zu tun. Deine Betrachtung ist nicht zielführend. Außerdem hängt das Produktivitätswachstum stark von der Lohnentwicklung ab. Aber darum geht es nicht. Wenn in den USA die Löhne sinken und in China steigen (ich mache es simpel) werden tendenziell weniger Güter aus China nachgefragt, da sie relativ teurer werden und die Amerikaner relativ weniger freies verfügbares Einkommen für so schöne Dinge wie iPads haben. Dafür könnte es sein (das muss es aber nicht), dass China mehr amerikanische Güter nachfragt, da diese im Vergleich zur Konkurrenz aus Euroland relativ günstiger werden.
Auf- und Abwertungen haben aber etwas mit Angebot und Nachrage zu tun. Da die Exporte Chinas in die USA immer noch weitaus höher sind als die Importe aus den USA müsste der Renminbi stark(!) aufwerten, wenn er denn frei gehandelt würde.
Ich kenne Dich ja: Du wirst mir gleich sagen, dass das gut für China ist. Nein, dem ist nicht so. Jede Wette: Wir werden in den nächsten Monaten noch sehr bedrohliche Nachrichten aus China bekommen, da die Unterbewertung des Renminbi Blasen wirft. Im Immobiliensektor ist das schon so.
Sie würden funktionieren, wenn man die Wetten minimieren würde und Währungstransfers auf den wirtschaftlich notwendigen Zahlungsausgleich begrenzen würde.
Ich bin überzeugt, dass nur dieses die Lösung des europäischen Finanz- und Wirtschaftsproblem sein kann. Merkel wird dieses aber so nicht angehen, da Ackermann es nicht will. Hier ist die politische Bremse. Also werden wir für Ackermann´s Ziel von 10 – 12 Mrd. € Gewinn in 2011 zahlen.
die politische Bremse liegt wohl eher daran, das wir noch nicht auf der Strasse sind und lautstark einfordern was wir hier diskutieren. Dazu gehört auch ein Mindestlohn, die Abschaffung von HIV (HartzIV !!!) und ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Aber auch die Forderung das den Banken das Geldschöpfungsrecht aberkannt wird.
Da sind die Spanier schon weiter …
Moin,
ich will gar nicht mit diskutieren, sondern mich einfach mal für die leicht verständliche (sicher auch vereinfachte) Zusammenfassung der Lage bedanken.
Ich werde diesen Artikel an Bekannte und Freunde weiterleiten. In weiten Teilen der Bevölkerung, auch in der angeblichen Bildungselite, besteht nur ein sehr diffuses Bild von dem, was gerade passiert.
Man kann es nicht oft genug sagen: Breite Teile der Bevölkerung müssen erstmal aufgeklärt werden, verständlich, nicht hochgestochen, damit der demokratische Prozess beeinflußt werden könnte.
Also, vielen dank. Muss ja auch mal gesagt werden.
Danke! Es war in der Tat meine Absicht, nicht nur mit Fachchinesisch um mich zu werfen, sondern auch für jedermann verständlich zu schreiben. Das ist ja gerade ein Mangel bei Wirtschaftsthemen, dass sie für viele viel zu trocken präsentiert werden. Eine wirkliche erschöpfende Analyse kann man in einem mehr oder weniger kurzen Artikel aber natürlich nicht leisten. Insofern ist das auch nur ein Debattenanstoß und keineswegs das letzte Wort. Es freut mich auf jeden Fall, dass auch hier in den Kommentaren einige kluge Ergänzungen gemacht wurden!
Mein Credo ist
Es gibt keine Finanzmärkte!
Die sog. Finanzmärkte haben mit der Wirklichkeit, in der Menschen leben, nicht wirklich etwas zu tun. Sie sind nichts anderes als leider legaler Betrug, bei dem versucht wird, die Menschen um die Früchte ihrer Arbeit zu bringen.
Man mag nicht glauben, dass es so schlicht ist? Es ist so schlicht! Ein Finanzmarkt oder gar eine “Finanzindustrie” wird von der Menschheit nicht benötigt!
das sehe ich nach 15 jahren im banksektor genau so. ich habe mich umorientiert, weil die sinnfreie tätigkeit mehrmals im jahr geld von einer anlage in eine andere umzuschichten keinerlei vorteil für die menschen/vwl bringt.
klar, der sektor verdient überragend, aber nur weil die kunden leider immer noch nicht kapieren, dass ihr vermögen am ende der verwertungskette steht und erst mal eine heerschar von “finanzexperten” ihren profit daraus ziehen:
bankberater
backoffice bank
vertriebsleiter
bankvorstand
bankaktionäre (dividenden)
vertriebspartner (fondsgesellschaft, versicherung etc)
backoffice vertriebspartner
vorstand vertriebspartner
aktionäre vertriebspartner (dividenden)
depotbank
börsenspesen
erfolgsbeteiligung (performancefee, auch bei “absolutem” verlust!, wenn trotzdem besser als vergleichsindex!)
etc pp
die aufstellung erhebt keinen anspruch auf vollständigkeit
kurz gesagt: ich habe nichts produktives gemacht, ausser vom geld von leuten, die wirklich produktiv sind/waren wie ein parasit mich und meine sippe durchschmarotzt
natürlich nur zum kundenwohl
gruß
jausrgbg
Danke für deine selbstkritische Einschätzung; die vielen Parasiten werden leider von den Meisten überhaupt nicht wahrgenommen.
(Mir hatten 22 Jahre Handel – der andere grosse Marktzweig – auch gereicht. Am Schluss kam praktisch das ganze Sortiment nur noch aus China. Die Konkurrenz durch Global Player wurde immer härter.)
Wie soll eigentlich eure “neue” Wirtschaftsordnung realisiert werden?
Die Loehne in Europa werden fortan nicht mehr von Angebot und Nachfrage bestimmt sondern von einer revolutionaeren Elite aus Online-Aktivisten und Historikern. Kann ja nicht einfach den im fuer die Produktion nun mal relevanten wirtschaftlich-technologischen Komplex arbeitenden selbst ueberlassen werden ;-)
Wenn ein Land wegen neoliberaler Politik fuer Hausbau (Spanien), den weitgehenden Verzicht auf Steuereinziehung (Griechenland) oder Bankenregulierung/Unternehmenssteuern (Irland) oder der Kompletverweigerung gegenueber der Modernisierung der Produktionsanlagen (Portugal) irgendwann die Graetsche macht, sind die anderen Schuld.
Also Spanien ist ihrer Ansicht nach keine Marktwirtschaft?
Oder Griechenland?
Die Mitglieder in der Währungsunion haben ein gemeinsames Inflationsziel vereinbart.
Die EZB ist offenbar eine ungeeignete Institution, um Mitgliedsländer der Währungsunion, die sich nicht an das vereinbarte Inflationsziel halten, auf den Pfad der Tugend zurück zuführen.
Das Schlamassel in dem wir stecken haben auch Stark und Weber mit zu verantworten.
Beate,
Du bemühst dich gerade selbst dein sonstiges Niveau zu unterbieten.
Reine Marktwirtschaften gibt es überhaupt nicht. Alle heute real existierenden Systeme sind Mischformen aus Markt und zentraler Planung.
Der Begriff “Inflation” ist entsprechend definiert. Und zwar anders als nach der Momo School of Economic Thinking.
“But truth doesn’t seem to matter. Republicans figure if their big lies are repeated often enough, people will start to believe them.
Unless, that is, those big lies are repudiated — and big truths are told in their place.”
Ist auch Momo so, Senkung der Staatsausgaben senkt die Gesamtnachfrage in Griechenland, Spanien , Italien, Irland, Großbritannien, … und damit in Europa.
Wenn Deutschland Griechenland hilft tut es etwas für sich selbst, weil es etwas für die Gesamtnachfrage in Europa tut.
So sollte die CDU ihr richtiges Handeln erklären.
http://www.huffingtonpost.com/robert-reich/the-republicans-big-lies-_b_839341.html
Lemmy Caution, 9. Juni 2011 at 20:56
Du schreibst:
“Der Begriff “Inflation” ist entsprechend definiert. Und zwar anders als nach der Momo School of Economic Thinking.”
Ist ja schön, daß ich laut Deiner Aussage an irgendeiner Stelle im Blog den Begriff “Inflation” definiert habe. Kannst Du mir diesbezüglich auf die Sprünge helfen? Ich möchte diese meine Definition auch mal kennenlernen.
Ja, die letzte Argumentationslinie der Gläubigen. Es ist eigentlich gar keine Marktwirtschaft sondern eine Mischform.. Ne, is klar.
Dann resetten wir das doch einfach allgemeingültig:
Es gab nie eine freie Marktwirtschaft und nie sozialistische Planwirtschaft. Wir hatten immer Mischformen und alle gehen den Bach runter. So und jetzt dürfen Sie gerne für noch mehr Markt plödieren, wohlwissend dass das das Ende der Menscheit einleuten würde.
Bitte, bitte, bitte,
Augen auf beim Eierkauf.
Die Kuh ist abgemolken, sie kann zum Schlachter!!!
Was wir hier in einem durchaus überschaubaren Zeitraum werden zum Fraß
vorgesetzt bekommen weis ich nicht. Aber eins weis ich genau, wir werden uns dann hier nicht mehr austauschen können.
3000 Jahre Geldwirtschaft reichen, lasst uns endlich über Alternativen nachdenken.
Geld funktioniert nicht, und Hunger macht böse, sehr böse…
Klingt sehr esoterisch ;-)
Wie willst denn ohne Geld Güter zuteilen?
Das Problem ist nicht das Geld an sich, sondern der Umgang mit dem Geld. Z.B. Handel mit Geld – das ist paradox.
Doch, es ist das Geld. Geld ist ein menschengemachtes
Abhängigkeitsverhältnis, Menschen können es aufheben.
Wo ist das Problem den Infrastruturbereich z. B. über Regelkreise und gepflegte Ressourcenstatistiken zu organisieren.
Mir ist völlig klar, dass das ein Prozess ist, das Wegkommen vom Geld. Omma und Oppa wollen ihren Krempel im Markt bezahlen.
Also geben wir ihnen Geld, aber anderes, vom Bürger für den Bürger, die Sparkassen sind nur der Verwalter, nicht der Schöpfer.
Geschäftsbanken, Börse und der ganze Mist – weg damit, denn dort sitzen die Erpresser.
Wir werden das Kind schon schaukeln.
Konkret bezieh ich diesen Satz (abgemolken…) auf den Euro, versinkt die Südschiene + Irland/Island in den nächsten Monaten im Chaos taugt der Euro nicht mehr für die Fortsetzung des Raubzuges, denn nichts anderes findet gerade statt. Die Lösung dieses Problems sollte von unten, also aus dem Volk kommen.
Da ist genug Intellekt vorhanden. Die selbsernannten Eliten schik-
ken wir in Rente (H IV Niveau, versteht sich).
Güterzuteilung, mal anders rum gedacht, wie wärs mit gegenseitigem Schenken? Nur ein Gedanke. Und dafür gibts nen guten Grund. Der Zwang Geld machen zu müssen (Lohnarbeit!)
ist eine extrem inhumane Angelegenheit. Kooperation statt
Konkurenz, Wettbewerb auf dem Sportplatz, das ist o.k., an allen
anderen Stellen gibst sonst weiterhin mehr Verlierer als Gewinner.
na dann sollte man halt Lichtnahrung nutzen, ist kostenlos und für alle Verfügbar – soll auch ganz gut schmecken und sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen geben. Leider müssen dann die Grillparties ausfallen…
;)
Aufgrund der Designfehler der Geldwirtschaft ist es ja schon heute so, dass ein Großteil der Menschheit nur Lichtnahrung zur Verfügung hat. Allerdings sollen die gefälligst bis zu ihrem sozialverträglichen Ableben die Fresse halten und Licht oder Sand fressen, damit sich eine winzige Oberschicht die fünfte Yacht kaufen kann. Wenn die Lichtnahrungsfresser angesichts der Ungleichheit der Vermögensverteilung und der damit verbundenen Lebensqualität und Chancen das Maul aufmachen, kriegen sie erstmal derbe einen in die Fresse, damit sie wissen, wo sie hingehören: Nach unten, als Oberschichtträger.
Früher nur in Afrika, jetzt endlich auch bei uns. Jippieeh!
Du musst sicher selbst jedesmal lachen, wenn du mal wieder so einen Blödsinn daherfabulierst :)
Mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit leiden offiziell (!) Hunger. Zusätzlich 2.5 Milliarden leben in einer Unterversorgungssituation, Das ist weit mehr als die Hälfte.
Wer fabuliert hier also Blödsinn? Ich weiss – normalerweise sollte man Karikaturen wie Dir nicht antworten …
Sparen auf Griechisch
http://goo.gl/fTi43
so gehts auch ;-)
Sie erwähnen zu Beginn Ihres Artikels die Leistungsbilanz, beschreiben dann aber anscheinend die Handelsbilanz – Güterströme zwischen In- und Ausland.
Sie meinen die Handelsbilanz, oder?
Was soll das? Niemand hat Griechenland zu seiner Verschuldung, niemand zu diesem Inflationsritt gezwungen.
Es hat allerdings auch niemand die EZB gezwungen, griechische Staatanleihen en masse direkt oder als Sicherheit auf die Bilanz zu nehmen. Und jetzt ist sie quasi gezwungen, Griechenland noch mehr Rettungsgelder anzudienen und jede Umschuldung abzublocken. Es ist wirklich eine Tragödie.
Schlechter Artikel da eine weitere Option fehlt: Griechland erklärt die Zahlungunfähigkeit und die Gläubiger verlieren ihr Geld.
Die vom Author angeführten Lösungen sind sozialistische: Mehr Regulierung, mehr Staat der den “bösen” Markt regulieren muss usw. Der Ursachen der Krise hat der Author nicht verstanden: Grade durch das eingreifen der Staaten und der unsäglichen EZB in den Markt bekommen wir die Probleme. Sie sind es nämlich die diesen MoralHazard durch ihr Eingreifen entstehen lassen. Wir brauchen keine Institutionen die uns sagen wie wir zu wirtschaften haben, dass soll der Wettbewerb machen.
Eine freie Marktwirtschaft besteht aus Gier und Angst. Wenn der Gläubiger keine Angst mehr hat sein Geld zu verlieren dann ist das der Weg in den Faschismus im Mussolinischem Sinne. Auf diesem Weg stehen “mehr Staat”, “mehr Führung” , “mehr Kontrolle” um den “bösen Spekulanten” das Handwek zu legen. Nach Hayek der Weg in die Knechtschaft. Die Motive zu helfen sind edel, nur sind sie nicht zielführend.
Die freie Marktwirtschaft funktioniert, wir brauchen eine Rezzesion in Griechenland, das ist die Kur! Nur will man die nicht zulassen. Das ist das tragische. Hier tobt im Grunde ein Kampf zwischen der Europäischen Hochfinanz & und der Politik gegen den Steuerzahler.
Und wenn ich dieses Artikel lese, dann ist der Verliere schon klar. Der Steuerzahler unmittelbar und dann unsere Demokratie.
Alle Vorwürfe an Griechenland zu richten ist mir zu einfach. Die Normalverbraucher dort haben auch nicht mehr Einfluss auf ihre Regierenden, als wir auf unsere.
Dass die damalige griechische Regierung dem EU-Ministerrat nur ihre selbstgedruckten Bücher vorlegen musste, war ein Fehler im System. Dass diese Zahlen dem Ministerrat genügten ist ein Problem zwischen uns und unseren Regierenden, ebenso wie eins zwischen den Griechen und ihrer politischen Klasse. Am besten, jedes Mitgliedsland optimiert erst einmal seine eigenen politischen Entscheidungsprozesse. Wenn wir das selber hingekriegt haben, dann können wir anfangen, uns über die Griechen zu wundern.