Das System krankt
geschrieben am 11. Juni 2011 von Gastautor
Die Mär von der „Griechenland- und Euro-Krise“ – ein Gastartikel von Florian Hauschild
Mit einer eindrucksvollen Arbeit analysierte Axel Weipert im Dossier diese Woche den Zustand des europäischen Wirtschaftsraumes. Die Probleme sind vielfältig. Besonders in den peripheren Staaten brodelt es. Die fragile Struktur des Finanzsystems verliert zeitgleich zunehmend an Reststabilität.
Wenngleich Axel Weipert all dies umfangreich beschreibt, vermisst der Leser doch den Blick auf die tieferen Ursachen der so genannten „Euro-Krise“. Diese Lücke soll – beginnend mit einem Blick auf Griechenland – hier geschlossen werden.
In Griechenland wird dieser Tage der größte Ausverkauf eines Landes seit der Ära Thatcher eingeleitet. Rund 300 Mrd. Euro sind sie nach einschlägigen Besitztümern wert, die Aktiva des griechischen Staates. Besitz im Wert von 50 Mrd. Euro soll baldmöglichst veräußert werden. Die Schulden der Hellenen belaufen sich derweil auf ungefähr 350 Mrd. Euro. Eine Privatisierung mag auf den ersten Blick also logisch erscheinen.
Doch was nach IWF- und EU-Granden-Didaktik zunächst schlüssig erscheinen mag, erweist sich für die betroffenen Menschen nicht selten als fatal. Privatisierung bedeutet nicht zuletzt die systematische Zurückstufung des Staates, eine unweigerliche Schwächung und ein nachhaltiger Bedeutungsverlust eines über Jahrhunderte elaborierten Gemeinschaftsgedankens.
So sollen neben dem Telekommunikationskonzern OTE und anderen Unternehmen auch griechische Krankenhäuser, öffentliche Verkehrsmittel und Wasserwerke an private Investoren abgetreten werden.
In immer stärker wachsendem Ausmaß werden menschliche Grundbedürfnisse damit zum Spielball privater Wirtschaftsinteressen. Dies zu kritisieren ist einfach, doch sollte auch das Kalkül hinter diesen Vorgängen offen gelegt werden.
Zugegeben, in Griechenland wurde in der Vergangenheit viel Fehlwirtschaft betrieben. Korruption und Vetternwirtschaft arteten aus, strukturelle Probleme waren und sind unübersehbar. Nun sind diese Probleme aber nicht die eigentliche Ursache für die so genannte „Griechenland-Krise“, sondern sie sind lediglich der Grund warum die real gefühlte Weltwirtschaftskrise (ehemals Finanzkrise, dann Bankenkrise, dann Schuldenkrise, dann Euro-Krise) zuerst bei unseren südlichen Nachbarn einschlägt. Spanien und Portugal, aber auch Irland fühlen sich dieser Tage nicht grundlos zu Solidarität mit Hellas verpflichtet.
Die Ursache aller Teilkrisen – die eigentlich eine zusammenhängende Systemkrise sind – liegt in der Ausgestaltung unseres globalisierten neoliberalen Wirtschaftsystems. Die in diesem System verankerten Architekturen führen unweigerlich zu einer immer größeren Umverteilung von unten nach oben, zu einer Spaltung der Gesellschaft in der viele nichts und wenige viel haben.
Auch dies sollte jedem, der Medien für mehr als plumpe Samstagabend-Unterhaltung nutzt, klar sein. Es ist naiv zu glauben, dass diese Verwerfungen früher oder später nicht zum Zusammenbruch ganzer Gesellschaftssysteme führen müssen.
Nun gibt es eine große Zahl einflussreicher Persönlichkeiten, Institute, Politiker und Medienvertreter, die diese simple Wahrheit nicht aussprechen können oder wollen. Dies hat zwei Gründe: Zum einen besitzt die neoklassische Theorie – die theoretische Grundlage unseres Weltwirtschaftssystems – auch nach dem Kreditinfarkt im Zuge der „Subprimekrise“ 2007 ein weltweites Deutungsmonopol, zum anderen sind wirtschaftspolitische Äußerungen fast immer auch mit wirtschaftlichen oder politischen Interessen verknüpft.
Die einfache Wahrheit lässt sich aber in einem Satz zusammenfassen: Die neoklassische Wirtschaftstheorie – und damit auch der Neoliberalismus – sind fundamental an der Empirie gescheitert. Besonders empörend ist dabei allerdings, dass die neoklassische Theorie nicht an gesellschaftsrelevanten Zahlen gemessen wird. Die genannte Spaltung der Gesellschaft ist kein Zufall, sondern sie ist Resultat einer bewussten Kriegserklärung an den Mittelstand, an breite Bevölkerungsschichten. Der Neoliberalismus dient als Instrument zur Enteignung der Mehrheit zu Gunsten einiger Weniger.
In diesem Licht müssen letztendlich die Privatisierungspläne nicht nur in Griechenland, sondern auch in anderen europäischen Ländern betrachtet werden. Für die Verwerfungen der Finanzmärkte vor der Krise haften nicht die Verursacher, sondern jene Steuerzahler, die Abgaben eigentlich gerade für den Erhalt jener öffentlichen Infrastruktur und Daseinsfürsorge zahlen, die nun zunehmend privatisiert werden.
Griechenland befindet sich in der misslichen Lage, ausgerechnet dieser Tage unter massiven finanziellen Druck zu geraten – zu einer Zeit also, in der die hier formulierte einfache Wahrheit erst langsam in das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein dringt. Und so sind es vor allem die klassischen Institutionen der neoliberalen Wirtschaftsordnung, die den Weg der so genannten Pleitestaates nun vorgeben: IWF, Bankenkonglomerate, willfährige Politiker und die Europäische Zentralbank.
Wie auch seit Mitte Mai sehen wir nun in Griechenland Menschenmassen auf den Straßen, die sich mehr und mehr diesem zunehmend als absurd anmutenden Widerspruch zwischen gefühlter Lebensrealität und gebetsmühlenhafter Wiederholung der alten Losungen entgegensetzen: Griechenland müsse mehr sparen, Griechenland benötige mehr Bescheidenheit bei Lohn und Sozialleistungen.
Und während die Summen um die sich die Debatte dreht längst im dreistelligen Milliardenbereich liegen, echauffiert sich die deutsche Presse und Teile der politischen Elite über eine verwaltungstechnische Nachlässigkeit in Höhe von 16 Mio. Euro.
Die Folgen einer solchen Misskommunikation können fatal sein. Denn während das neoliberale Gesellschaftsmodell längst gescheitert ist, lässt sich zu mindest noch kein breit aufkeimender Nationalismus und Extremismus in Europa beobachten. Tendenzen sind jedoch bereits klar zu erkennen. Ressentiments gegen Deutschland wuchsen in den letzten Wochen deutlich an.
Zu Recht, möchte man fast sagen. Denn zur Wahrheit gehört eben auch, dass es in erster Linie deutsche Geschäftsbanken sind, die ein Interesse daran haben, dass Griechenland zahlungsfähigbleibt. Um nichts anderes geht es bei den so genannten „Rettungs-“ und „Hilfs-“ Paketen. Die Griechen sollen weiter ihren Schuldendienst leisten können, die sozialen Kosten spielen bei diesen Taktierereien nicht die geringste Rolle. Mit rund 16 Mrd. Euro haben sich deutsche Geldhäuser an der finanziellen Abhängigkeit der Hellenen beteiligt.
Weiteres deutsches finanzielles Engagement und damit Interesse schlummert in den EZB-Aktivitäten, die selbstredend nicht ohne deutsche Beteiligung bzw. Verpflichtung von Statten gehen.
Käme es zu einem GAU, so wäre dies zwar schmerzhaft aber wohl auch der erste Schritt in eine bessere Zukunft für den griechischen Staat und seine Bürger. Für deutsche Geldhäuser, den deutschen Fiskus und damit für die europaweite ja sogar weltweite, extrem fragile Finanzmarktstabilität könnte dieses Szenario allerdings den Todesstoß bedeuten. Und so wird er nun wohl erst einmal weiter vorangetrieben, der Ausverkauf eines Landes, begleitet von wohlfeilen „Spar-“ und „Reform-“ Kampagnen in den Medien.
Ein todsicherer Plan möchte man meinen. Doch haben die Köche, die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Europas Bürger haben bereits begonnen, sich über alle Grenzen hinweg zu organisieren, sind längst auf der Straße und werden in rund einer Woche der Weltöffentlichkeit wieder vor Augen führen, dass der Status quo nicht mehr hinnehmbar ist.
Die europäischen Eliten werden möglicherweise noch überrascht sein von der Dynamik, die die Empörung der Bürger gewinnen wird. Bereits jetzt erinnern die Bilder hunderttausender Menschen in Griechenland an die Demonstrationen der Ostdeutschen, die die letzten Züge der DDR einleiteten. Nun steckt das nächste System, das damals noch den Siegeszug der neoliberalen Marktwirtschaft pries, in einer in einer tiefen Legitimitätskrise. Eine Ironie der Geschichte.
Für die Griechen und viele andere Europäer gilt indes: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Florian Hauschild
Der Artikel erschien im Original auf le bohémien
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Wissenschaftlich fundierter Test!
www.PARSHIP.de




Als die DDR in den letzten Zügen lag, gab es mit dem Drang nach Westen und ins KaDeWe ja zumindest noch ein aus damaliger Perspektive noch erstrebenswertes Ziel, ein Handlungsmodell, dem man sich anschließen wollte. Jetzt fehlt jedoch eine entsprechende real erscheinende Perspektive. Das entwickelt sich derzeit für die Mehrheit eher als Ende mit Schrecken ohne Ende.
Es ging dabei eher um das Abschütteln von den Fesseln der Bevormundung und Gängelung durch die rigiden Strukturen des Systems und die Erkundung neuer Freiräume.
Das KaDeWe stand natürlich für die glitzernden Glasperlen für die manche ihre Großmutter hergegeben hätten, aber es war nicht die Hauptmotivation – abgesehen von jenen die sich gut eingerichtet hatten.
Jetzt findet erneut eine Bevormundung und Gängelung durch Konzentration von Wirtschaftsmacht statt, die die Freiräume unserer Gesellschaft stark beschneidet.
Es stimmt, es gibt kein Außen mehr, aber auch nicht die Sehnsucht nach dem Außen. Die neu zu erkundenden unbekannten Räume lassen sich mit dem Begriff Zukunft beschreiben – welche immer offen ist!
(Letzteres ist meiner Meinung nach der entscheidende Erkenntnisgewinn nach 1989.)
Es liegt mir fern den Widerstand vieler Bürger der damaligen DDR gegen das autoritäre System zu negieren aber für verdammt viele Leute waren damals D-Mark, Quelle-Katalog und KaDeWe sicherlich wichtiger als das Wahlrecht & Co. Das war mitnichten eine kleine Minderheit und diesen Umstand sollte man auch nicht historisch verklären.
P.S.: Was soll denn eigentlich dieses sinnfreie Tittenbildchen im Artikel?
Das scheint eine Illustration für die Umverteilung von unten nach oben zu sein.
*duck und weg*
Naja, so ganz sinnenfrei scheint war das vom SF auch nicht, im oberen Bildchen, so denke ich jedenfalls, wär’s besser so gemacht:
Nein, nein, nein alles was im Fernsehen kommt ist richtig, nur die Wirklichkeit ist falsch…;-)<< weckduck
1) Das iss kein “Tittenbildchen”, das sind Superglocken!
2) Das ist erkennbar eine “Bluescreen”-Metapher – und passt in sofern sehr gut zum Artikel. Leider ‘n bisschen klein – kammer dess e bissi größer habbe (isch mein’ ja nur zum lese was der Bluescreen secht ;-))?
3) Sei nich so verkniffen!
Du Vogel hast keine Ahnung!
Für meine Generation, also alle die ’89 über 20 und unter 30 waren, trifft Deine Darstellung mehrheitlich nicht zu.
Diese Generation war der Motor der Veränderungen und das hat überhaupt nichts mit Verklärung zu tun.
Ist das was Neues?
Mit Verlaub, diesen DDR-Vergleich halte ich eher für das Kind der Hoffnung, dass sich etwas ändern wird. Aber dem stehen die im Text genannten Ressentiments sowie das Abdriften nach “rechts” (Nationalismus, “Extremismus”) entgegen.
Die Legitimitätskrise der paläoliberalen Marktwirtschaft war bei genauerem Hinsehen schon eher zu sehen. Interessiert hat’s aber nur die Betroffenen. Kurz: Es ist ein “Machtding”, d.h. ein Ding jener, die ihre Interessen gegen die Interessen der schwächeren Anderen durchsetzen können – und zwar nicht unbedingt auf ethisch legitimierendem Wege.
(Hierzulande war das u.a. an der Agenda 2010 und an der dazugehörigen Reaktion der Gewerkschaften zu sehen. Da setzte sich die Funktionärsriege offenbar auch gegen (!) die gewerkschaftliche Basis durch. Gewerkschaften und SPD quasi im Gleichschritt. Heute wird dagegen gewettert … aber damals durften sich KritikerInnen als reaktionäre SozialstaatsromantikerInnen titulieren lassen.)
Deshalb habe ich auch meine Zweifel, ob hunderttausende Menschen auf den Straßen was bewirken. Hinzu tritt auch die geographische Distanz. Hier und anderswo, wo die eigentlichen “Geldsäcke” lagern, ist mensch im Zweifelsfalle blind gegenüber undemokratischen Repressalien, die von staatlicher Seite gegen Demonstrierende womöglich gewirkt werden können. Ich bin mir sogar fast sicher, dass Letztere (Repressalien) hier auch gefordert würden.
Kurz: Ich teile den Schluss, dass sich etwas ändern müsse, ich teile auch die Kritik an den paläoliberalen Marktwirtschaftsparolen, ich teile aber nicht die Hoffnung darauf, dass sich sobald etwas ändern wird. Die jüngere Geschichte zeigt mir eher, dass es zunächst erstmal so weitergehen wird, wie bisher.
Arbo
Nun ja, was heißt Hoffnung. Das hängt davon ab was wir alle daraus machen. Die Sache kann dann positiv ausgehen, wenn jeder (JEDER!) begreift, dass es hier keine Zuschauer gibt. Man hat nur die Wahl Betroffener oder Akteur zu sein. Wenn jemand noch nicht so wirklich weiß was zu tun ist: Nun ist die Zeit der Information und Kommunikation!
Hier gibt es übrigens weitere interessante Kommentare zum Artikel: http://le-bohemien.net/2011/06/10/das-system-krankt/#comments
Wir beschäftigen uns auf unserer Seite auch schon länger mit möglichen alternativen Wirtschaftspolitiken (s. Bontrupserie zb)
Das hängt auch entscheidend davon ab, wie weit die derzeitige Regierung bereit ist mit ihren populistischen Äußerungen zu gehen, um von eigenem Versagen (oder Motivation) abzulenken.
Merkel hat leider schon ein Negativbeispiel gegeben.
Die Regierung ist nur ein kleiner Teil der Gesellschaft. So ein Gedankenmist ist in vielen Köpfen und es wäre auch die Aufgabe eines jeden dagegen was zu tun. Immer nur auf “die da oben” schimpfen ist doch Bullshit! Es selbst besser machen, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Darum geht es.
Schon richtig, aber die Regierung steht u.a. auch für die Möglichkeit Verantwortung delegieren zu können – vor allem für Menschen die nicht über das notwendige Maß an Selbstreflexion verfügen, um etwas gegen den Mist in ihren eigenen Köpfen zu tun und nur nachplappern.
Ich z.B. sehe niemanden “da oben” – max. auf Augenhöhe).
Die, die “da oben” sind, kann man weder abwählen noch mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpfen. Auch nicht mit Argumenten überzeugen… Das ist das größte Problem! Das war schon immer so.
Die Frage ist, wie weit abwärts geht es noch, bis sich echter Widerstand erhebt? Je schlimmer es vorher wird, umso blutiger wird der Übergang und umso unwahrscheinlicher wird ein besseres Danach. Was auch immer das dann sein mag.
In einer globalisierten Welt wie heute, einem Europa, welches politisch und demokratisch nie vereint wurde, ein Brüssel wo die Lobbyvertretungen sich die Klinke in die Hand geben und einem weltweit agierenden Finanzkapitalismus, war der Satz “Proletarier aller Länder, vereinigt euch!” nie zuvor, so von Bedeutung. Ob das die Menschen begreifen werden? Ich wage es zu bezweifeln…
- Mediale Verdummung, Dauerberieselung, Verlogenheit, beeinträchtigt das Denkvermögen, verhindert Wahrnehmung der Realität.
Wirkt auf Wähler, Konsumenten.
- Der DDR-Vergleich, nach dem Demonstranten die DDR zu Fall gebracht haben, hinkt, denn damals hatte der Westblock selber massives Interesse an einem Zusammenbruch des Ostblocks und hat politisch Druck ausgeübt.
- Politiker werden erpresst und bestochen. Mal die Grafik zu Parteispenden bei spiegel online angucken, dann weiß man, warum manche Industriellen und Banker soviel zu sagen haben.
Ich teile die Einschätzung, dass dies erstmal eine ganze Weile so weitergehen wird. Hat ja auch ein paar Jahrzehnte gedauert, bis die DDR zu Fall gebracht wurde.
ach ja, Zusammenbruch, schaun wir mal nach Lybien
Tjaaaa, die eigenen Knochen würde man ihnen noch Leasen, wenn die Kapitalertragsrendite stimmig wäre. Das blödeste was ich in Erinnerung habe ist der Spruch: Krise? Welche Krise?
Wir haben das große Problem, wie übrigens alle die bestehende Systeme ändern wollen, dass wir in der Analyse brilliant sind, aber letztlich kein Alternativmodell anbieten können. So kommt es zu der Situation, das auf der einen Seite zig tausende protestieren und auf der anderen Seite diejenigen die Wahlen gewinnen, die genau das machen was letztlich zum Zusammenbruch der Welt führen wird, wie wir sie kennen. Denn dies ist die logische Konsequenz. Ob es wirklich so lange weitergehen wird ist angesichts der gigantischen freien Finanzreserven der Hedgefonts und der Privatvermögen fraglich. Griechenland aufzukaufen wäre hier wohl eine Frage von wenigen Wochen, doch das Problem was dann die globale Finanzdiktatur hätte, wäre das die Auswirkungen der Privatisierung genau in die gerade entstehende Empörungswelle kommen würde. Somit ist das System z.Z in einer Zwickmühle.
Wenn wir es nicht schaffen eine Utopie einer alternativen Gesellschaft zu entwickeln, werden die Menschen letztlich immer nach dem letzten Strohhalm greifen, versuchen ihre eigene Wertlosigkeit dadurch zu relativieren, das sie denen nachlaufen, die ihnen suggerieren, das es noch wertlosere Gruppen oder Nationen gibt auf die man spucken kann.
Ob letztendlich ein milleanistisches System die Oberhand gewinnt oder das Volk begreift und sich zu einem auf Gemeinsinn basierenden Gesellschaftssystem bekennt hängt doch daran, dass wir anfangen mehr Utopien zu entwickeln und weniger in Analysen verharren.
Günter Biernoth
phoenixprojekt.org
Vielleicht lautet die Utopie, dass man durchaus einige sinnvolle Politikmaßnahmen umsetzen könnte. Um dies zu tun müssen jedoch die politischen Systeme wieder gestärkt werden. Das ist ohnehin ein wichtiger Punkt: Es gilt nicht “die Politik” zu bekämpfen, sondern wirtschaftspolitische Fakten zu ändern. Ich kann nur immer wieder die grandiosen, nüchternen Analysen einer Sahra Wagenknecht empfehlen:
http://le-bohemien.net/2011/06/10/geisel-finanzmarktkapitalismus/
….und hoffe, dass nun nicht wieder zig Idioten daher kommen und die Sozialismuskeule schwingen. Es geht um Argumente nicht um Klischees!
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
(Oder war es die Liebe ?)
Es gibt durchaus eine Alternative.
Du brauchst nur den alten Ludwig Erhard – Wohlstand für alle – zu lesen, z.B.:
“Auf dem Wege über den Wettbewerb wird – im besten
Sinne des Wortes – eine Sozialisierung des Fortschritts und des
Gewinns bewirkt und dazu noch das persönliche Leistungs-
streben wachgehalten. Immanenter Bestandteil der Über-
zeugung, auf solche Art den Wohlstand am besten mehren
zu können, ist das Verlangen, allen arbeitenden Menschen
nach Massgabe der fortschreitenden Produktivität auch
einen ständig wachsenden Lohn zukommen zu lassen.”
Man muß einfach manche der Klassiker wieder lesen und anwenden. Oft ist es nämlich so, daß sich die Welt gar nicht so sehr geändert hat, daß sie nicht mehr zutreffen. Und in der Wirtschaft sieht es derzeit so aus, daß wir in eine Form der Feudalkapitalismus wechseln.
Ich finde, daß die Väter unseres Grundgesetztes wie auch die Väter unserer Wirtschaftsordnung sich sehr viele Gedanken über richtig und falsch gemacht haben. In diese Überlegungen sind die damals noch frischen Erinnerungen der Wirtschaftskrise, des Nationalsozialismus und des Krieges eingeflossen. Es steht nicht umsonst im Grundgesetz, daß von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen darf. Es steht auch nicht umsonst im Grundgesetz, daß Eigentum verpflichtet und daß Eigentum legal entzogen werden kann. Ich meine, daß wir gerade die Erfahrungen dieser Kriegsgeneration beherzigen sollten und nicht dem Irrglauben anhängen sollten, daß heute alles anders sei. Die zugrundeliegenden Prinzipien, d.h. die Menschen und ihre Motivationen, haben sich kaum geändert.
Zum Schluß noch ein Zitat von Ludwig Erhard:
“So wie es in einer gesunden Wettbewerbswirtschaft dem einzelnen nicht erlaubt ist, Sondervorteile für sich zu beanspruchen, so ist diese Art der Bereicherung auch ganzen Gruppen zu versagen.”
Ich meine, dieser Satz ist hochaktuell!!
Danke, meine Rede. Ob Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack, Alexander Rüstow oder Walter Eucken – die “ordo”- und “sozial”-liberalen “Väter der sozialen Marktwirtschaft” sind mal faszinierend, mal erschreckend und immer wieder erstaunlich aktuell – allesamt hochinteressante Lektüre, auch die Passagen, die man inhaltlich nicht unbedingt teilt.
Btw.: Die schärfste und analytisch tiefschürfendste Kritik am alten Wirtschafts- und Laissez-Faire-Liberalismus stammt von dem ordoliberalen (manche ordnen ihn auch unter “soziologischer Liberalismus” ein) Alexander Rüstow, u. a. nachzulesen in:
“Die Religion der Marktwirtschaft” (kleines Buch unter 10,– €) und “Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus” (leider teuer, 29,90 €. Bei Wiedererscheinen wurde es 2001 von Heiner Flassbeck positiv rezensiert).
Da in dem, was wir heute als “Neoliberalismus” kennen, vieles aus dem alten Wirtschafts- und Laissez-Faire-Liberalismus wiedergekehrt ist, nicht zuletzt auch die religiöse Verbohrtheit vieler ihrer Vertreter, lohnen sich beide Bücher ganz besonders.
Hier ein Zitat von Rüstow aus “Die Religion der Marktwirtschaft” über seine als “3. Weg” bezeichnete Vorstellung einer Neuordnung:
“Notwendig ist die Sicherung eines einsichtigen und haltbaren Gleichgewichts zwischen Staat- und Privatwirtschaft, … Straffe staatliche Marktpolizei auf allen der Marktfreiheit und dem Walten der Marktgesetze überlassenen Wirtschaftsgebieten, zur strengen Sicherung eines fairen Leistungswettbewerbs und zum strengen Ausschluß jedes unfairen gegen Marktgenossen gerichteten Behinderungswettbewerbs.Sozialisierung aller Wirtschaftszweige, die, wie insbesondere der Schienenverkehr und die public utilities, aus natürlichen, technischen und sonstigen Gründen eine Monopolstruktur haben (Sozialisierung der Rüstungsindustrie dürfte sich auch noch aus anderen als wirtschaftlichen Gründen empfehlen). Solange doch noch ausnahmsweise private Monopole, insbesondere Trusts, bestehen: Scharfe Staatsaussicht mit Preisgenehmigung und Lieferungszwang. Auf den diesen beiden Hauptfällen und der Sozialisierung liegenden Wirtschaftsgebieten oligopolistischer Struktur: Staatliche Einengung der Grenzen der Wirtschaftsfreiheit so lange, bis der verbleibenden Rest nur noch im Sinne des Leistungswettbewerbs ausgenutzt werden kann. Unter allen Umständen darf sich marktpolizeiliche und marktstrategische Macht ur in öffentlicher Hand befinden…”
Leute wie Rüstow hatten ihre nachvollziehbaren Gründe, warum sie diesen Vorstellungen entwickelten.
Grüße
Sehr schön!
Seit der Bankenkrise werden in der Politik und den Medien immer nur Symptome und Details der Mechanismen beleuchtet und besprochen. Das “big picture” aber wird nur deutlich, wenn man einen Schritt zurück geht und sich das Bild im gesamten Rahmen anschaut.
Wenn niemand reale Werte ins Casino trägt, sondern nur Schuldverschreibungen, dann muss das Casino die Werte ausserhalb realisieren. So ist durch die Zusammenlegung von Invest- und Geschäftsbanken ein Schneeballsystem entstanden und die großen Unternehmen (mittlerweile sogar ganze Volkwirtschaften) in der Realwirtschaft dienen nur noch als Liquiditätsreserve die bis zum letzten ausgequetscht wird, um weiter am Rennen um exorbitante Renditen teilnehmen zu können.
Das führt letztlich zu Machtkonzentrationen, die es schaffen die Politik peu à peu auszuhebeln bzw. es bereits geschafft haben und somit die “Demokratie” aushöhlen.
Das dringt m.E. viel zu langsam in’s öffentliche Bewußtsein.
Ist vielleicht nicht ganz unbeabsichtigt.
Ich jedenfalls erkläre hiermit den Liberalismus für gescheitert!
@Spiegelfechter
Ich galube auch nicht, dass sich das System mit a) gutem Willen und b) geschickten Paramater-Korrekturen wieder richten lässt
Neoliberalismus, nicht Liberalismus!
…gerade die Akteure der FDP sollten sich nun berufen fühlen den klassischen Liberalismus wiederzubeleben! Besonders perfide ist nämlich, dass dieser, in vielen Teilen durchaus sinnvolle Ansatz, durch die neoklassische Wirtschaftstheorie völlig diskreditiert wurde.
Diese war die radikale theoretische Antwort auf den Staatskapitalismus in den Ländern östlich der Elbe – ein Gedankenspiel, welches von denen ernst genommen wurde die darin die Aussicht auf schnell zu realisierende überdurchschnittliche Renditen sahen – auch bedingt und realisierbar durch die Schwarz-Weiß-Sicht im Kampf der Systeme.
Die “westliche Welt” hat es nach ’89 einfach nicht geschafft sich intellektuell von dieser radikalen Sicht zu emanzipieren, obwohl der Druck aus dem Kessel war.
Bei allem guten Willen – das hoffe ich nicht. Es ist auch weder konsequent noch logisch noch historisch richtig, den Neoliberalismus als Wirtschaftsdoktrin zu geißeln und auf den (Wirtschafts-) Liberalismus zu hoffen. Schließlich steht der Neoliberalismus in der Tradition des Liberalismus, er ist nur als Konsequenz aus der Wirtschaftskrise 1929 – 1932 und den fatalen Folgen eine Weiterentwicklung dessen.
Kurzfassung Wikipedia: “Die Utopie des Wirtschaftsliberalismus war eine Wirtschaft, die sich ohne staatliche Einmischung über den Markt selbst steuert.”
Chaupeau, wenn das gewünscht ist!
Die entscheidene Frage ist doch, was Markt ist bzw. den Gesetzen des Marktes unterworfen ist. Im Neoliberalismus ist Alles und Jeder dem Markt unterworfen, man könnte es wie ein Naturgesetz in einem artifiziellen Umfeld beschreiben.
Zwei Grundannahmen die sich in hochentwickelten und arbeitsteiligen Gesellschaften gegenseitig ausschließen.
Das Soziale würde auf die kleinste Einheit der Gesellschaft – die Familie – heruntergebrochen werden und so würden wir bei gleichzeitiger Machtkonzentration wieder im Feudalismus landen.
Lassen wir beiseite, was der Kommentator mit “Neoliberalismus” meint: Was Sie beschreiben ist die frühe Haltung des Liberalismus unter Adam Smith (“Die unsichtbare Hand”) und den hat Florian Hauschild der FDP anempfohlen. Smith sah den gesellschaftlichen Wohlstand in einem System der natürlichen Freiheit am besten verwirklicht. Er geht als Grundprinzip davon aus, dass durch die Verfolgung privater Interessen öffentliche Interessen oft am besten erfüllt würden.
Das zeigt mir, dass Florian Hauschild sehr unsauber mit Begriffen arbeitet. Wenn das mit dem (Wirtschafts-) Liberalismus so ist, dann mit Sicherheit auch mit dem Begriff des Neoliberalismus. Dieser wird heute als Kampfbegriff auf der Linken verwandt, mit Inhalten hat das wenig zu tun.
[...]Kurzfassung Wikipedia: “Die Utopie des Wirtschaftsliberalismus war eine Wirtschaft, die sich ohne staatliche Einmischung über den Markt selbst steuert.”
[...]
Das würde sogar gehen…aber nur wenn der Staat auch auf sein Gewaltmonopol verzichtet, denn dann sorgt u.U. die Masse dafür, dass diverse Wildwüchse die da entstehen mit Argumenten im Kaliber 9 mm wieder zurecht gestutzt werden…..nur ob man in so einer Gesellschaft leben möchte ist die andere Frage…..
bombjack
PS: Passt zu dem Artikel: http://www.michaelwinkler.de/Phasenzaehler.html
PPS: Mit oder besser durch EHEC, Fukushima und Co. (z.B. diese Studie “Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung” wurde und wird wunderbar aufgezeigt wie schnell ein System an seine Grenzen kommen kann. Sich mal zu überlegen “was wäre wenn” und vielleicht einige Anschaffungen (der normalen als auch der besonderen Art) zu tätigen wäre nicht verkehrt auch im Hinblick auf das Ächzen und Krachen im System oder wer glaubt dass wenn es richtig rund geht dann die Versorgungslage auch ohne Probleme funktionieren wird?
@Bombjack
“Sich mal zu überlegen “was wäre wenn” und vielleicht einige Anschaffungen (der normalen als auch der besonderen Art) zu tätigen wäre nicht verkehrt auch im Hinblick auf das Ächzen und Krachen im System oder wer glaubt dass wenn es richtig rund geht dann die Versorgungslage auch ohne Probleme funktionieren wird?”
Ich gehöre ja nicht zu den Survival-Freaks …
Aber noch vor 30, 40 Jahren war hier in der Schweiz eine gängige Parole (sogar vom Staat propagierte): Kluger Rat: Notvorrat
Es muss ja nicht gleich ein Totalzusammenbruch des “Systems” sein, wo innert Stunden die Supermärkte leergefegt wären; es reichen oft schon nur Überschwemmungen oder Streiks von LKW-Fahrern (wie bei einem Streik letztes Jahr in Frankreich, als in einer ganzen Region mehrere Tage gar nichts mehr ging).
Wie Schwarze Löcher, die durch ihre enorme, ständig wachsende Anziehungskraft immer mehr Materie aufsaugen, so saugen auch riesige Kapitalkonzentrationen durch ständig wachsende Zinsforderungen immer mehr Geld aus dem Wirtschaftskreislauf ab. Die Konjunktur durch noch mehr Schulden immer weiter ankurbeln zu wollen, gleicht dem Versuch, ein Schwarzes Loch zu sättigen, indem man ihm zusätzliche Materie anbietet.
Immobilienblasen und Finanzderivate, überschuldete Staaten, Unternehmen und Verbraucher, gierige Manager, Politiker und Spekulanten sind nicht die Ursache der Finanzkrise sondern nur einige Symptome eines Systems, das auf Dauer niemals funktionieren kann. Auch eine strengere Regulierung der „Finanzmärkte“ oder eine „Schuldenbremse“ ist keine Heilung sondern nur eine Oberflächenbehandlung. „Das Kapital muß bedient werden“ … bis das System zusammenbricht. Dieses Ereignis tritt zwangsläufig ein, da die Schulden exponentiell wachsen, während die Wirtschaft in einer begrenzten Welt eben nur begrenzt wachsen kann.
Sobald sich die Menschen nicht mehr noch weiter verschulden wollen oder mangels Sicherheiten können, fehlen dem System die zusätzlichen Schuldner, die die steigenden Zinslasten erwirtschaften sollten.
Für das Wachstum der Vermögen gibt es dann keine zusätzliche Substanz mehr. Die Banken, die bis dahin nur Instrument des Systems waren, geraten nun selbst in seine Fänge. Da die Banken immer mehr Zinsen an ihre Eigentümer und andere Inhaber von Kapitalsammelbecken liefern müssen aber selbst niemanden mehr finden, der ihnen noch mehr Zinsen bezahlt, zehren sich die Kapitalzentren am Ende selbst auf.
Staatliche Rettungspakete – die schlußendlich alle bei den Banken landen – dienen nur dazu, dem System und seinen Nutznießern aus Hochfinanz und Politik noch so lange wie möglich einen angenehmen Lebensabend zu ermöglichen. Der Zusammenbruch wird um jeden Preis so lange wie möglich hinausgezögert, am besten bis die Nachfolger im Amt sind. Sobald auch der Staat hoffnungslos überschuldet ist, geht er mit dem System gemeinsam unter.
In der Endphase des Systems wird nun versucht, diese Schuldenlücke durch explosionsartig wachsende Staatsverschuldung aufzufüllen. Nur der Staat gilt dann noch als vertrauenswürdiger Schuldner, denn er kann seine Bürger gewaltsam enteignen und zu immer mehr Schuldendienst zwingen. Regierung, Banken und Konzerne unterdrücken dann das Volk gemeinsam.
„Der Staatsapparat ist ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.“ (Ludwig von Mises, 1881 – 1973)
Den Menschen bleibt nach Steuern, Abgaben und Zinsen automatisch immer weniger zum Leben übrig. Die Grenzen dessen, was in einer Demokratie durchsetzbar wäre, werden zwangsläufig irgendwann überschritten. Es folgt der Polizeistaat.
Die Grundrechte werden heute schon immer weiter eingeschränkt. Elektronische Massenüberwachung, BKA-Gesetz, Online-Durchsuchung, Wohnraum-Verwanzung, Abschaffung des Bankgeheimnisses, Einsatz des Geheimdienstes gegen die Bürger, Straffreiheit und Prämien für Datendiebe und Denunzianten und vieles mehr ist vor allem für einen Zweck vorgesehen und wurde auch schon dafür eingesetzt: Steuereintreibung.
Der kontinuierliche Ausbau der Machtapparate wird ohne äußere Einflüsse nicht einfach so stoppen. Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte setzen sich fort, denn diejenigen, die die Macht haben, werden freiwillig niemals einen Machtentzug zulassen. Sie wollen immer mehr und immer noch mehr. Machtgier kennt keine Grenzen. Anstatt ihr System aufzugeben, werden sie erst mal noch das Bargeld abschaffen, denn so kann man aus den Untertanen noch einiges mehr herausquetschen und noch etwas Zeit gewinnen. Dann sind Zahlungen und Geldvermögen nur noch elektronisch und unter vollständiger staatlicher Kontrolle erlaubt. Steuern, Strafen, Gebühren und was sonst noch so gebraucht wird, kann man dann direkt von den Steuersubjekten einziehen. Und wer aufmuckt, kriegt das Konto gesperrt – schlechte Zeiten für Regimekritiker und Widerstandskämpfer…
Der Volksaufstand ist vorprogrammiert, denn früher oder später werden sich die Menschen ihrer Unterdrückung bewußt, und die Unzufriedenheit übersteigt die kritische Schwelle. Unter diesem Aspekt sind die Einführung der Internet-Zensur, die juristische Vorbereitung des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren und der per Lissabon-Vertrag eingeführte Schießbefehl bei Aufständen alarmierende Entwicklungen.
Für solche Maßnahmen brauchen die Machthaber natürlich Gründe, die von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert werden. Der angebliche Kampf gegen Terrorismus und Kinderpornographie liefert hierfür den idealen Vorwand.
Terrorismus wurde jedoch schon oft inszeniert. In der Geschichte (Reichstagsbrand) und in der Gegenwart (9/11), dienten solche Mittel schon vielen Regimes als Rechtfertigung für die Beseitigung von Bürgerrechten und dazu, Verbündete in angebliche Verteidigungskriege zu zwingen, die tatsächlich Angriffskriege sind.
Und gegen Kinderpornographie braucht man keine Zensur des Internet. Dieses Mittel ist dazu technisch völlig ungeeignet. Es ist sogar kontraproduktiv, da die Täter so anstatt verhaftet nur versteckt werden. Von Systemkennern wurde dieser Angriff auf das Internet jedoch schon lange erwartet. Das Internet ist für die Machthaber und ihre Medien die größte Bedrohung, der sie sich jemals stellen mußten. Mit wachsender Geschwindigkeit verbreiten sich dort die Informationen, die das System zum Wanken bringen und deshalb von den Mainstream-Medien entweder verschwiegen oder falsch dargestellt werden.
Der Polizeistaat kann das System noch eine Weile künstlich am Leben erhalten. Dabei wird aber das Leben für die meisten Menschen immer unerträglicher. Doch auch so gibt es noch mathematische Grenzen, die spätestens dann erreicht sind, wenn der Staat so hohe Zinszahlungen leisten muß, daß das gesamte Arbeitseinkommen aller Bürger nicht mehr dafür ausreicht.
Wieviel von dieser sinnlosen Endphase wir noch erleben müssen, bevor das System wegen seines Konstruktionsfehlers ohnehin zusammenbricht, hängt davon ab, wie lange die Menschen es noch erdulden und wie lange sie es mit ihren Steuern und Zinsen noch künstlich am Leben erhalten.
Wie der Ausstieg funktioniert, ist schon lange bekannt. Ein schnellstmöglicher Umstieg auf ein nachhaltiges Finanz- und Wirtschaftssystem würde uns diese schmerzhafte Endphase ersparen. Trotzdem halten die Politiker mit allen und zum Teil verfassungswidrigen Mitteln am bestehenden System fest, denn dieses bietet ihnen Privilegien, die sie sonst verlieren würden. Dabei betrügen und verraten sie das eigene Volk.
Nettes Zitat:
(Ludwig von Ilse, 1881 – unbekannt)
(Karl Marx, 1818 – 1883)
Habe ich eben noch vergessen zu erwähnen:
In der Marktwirtschaft ist’s nichts mit Freiheit (oder Natur):
Sogar (!) bei Max Weber nicht (obwohl der die ganze Chose noch für rational hält)!
Zu einem Nettolohn von 1000 Euro für einen Ledigen gehört heute ein Bruttolohn (Arbeitgeberbrutto) von 2000 Euro. Hinzukommen unglaublich teure Mieten und die Umsatzsteuer.
Was könnten wir für einen Wohlstand haben, bei durchschnittlicher Arbeitszeit von 15 Stunden! Aber stattdessen kaspert der größte Teil der Arbeitenden (Arbeitsvermittler, Verwalter, Juristen, Werbestrategen, …) unproduktiv herum und bekommt dafür oft mehr Lohn als die Produktiven.
Ich hoffe, dass das scheitert, weil unterbezahlte Vollstrecker die Seite wechseln.
Solange es Kontakte von Mensch zu Mensch gibt, kann man auch ohne Geld durchkommen. Leider werden gerade die kleinen Gemeinschaften (Familien, Kleinbetriebe) systematisch zerstört.
Zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Tamtam um Kinderporno zersetzt kleine Gemeinschaften, insbesondere Familien.
Wie wichtig es ist, ein zensurresistentes Internet zu bauen ist leider bis heute den Meisten in Deutschland nicht klar. Dabei kann man es schon daran erkennen, dass Leute, die so etwas technisch einrichten, massiv von Juristerei und Massenmedien als Kriminelle gebrandmarkt werden.
Ich kenne einige Ideen, aber bisher hat mich noch nichts überzeugt. Den meisten Leuten ist die Notwendigkeit für so etwas nicht bekannt.
Das ist völliger Nonsens.
Dir ist klar, dass der Arbeitgeber ebenfalls seinen Anteil abführen muss, der auf Deinem Lohnzettel gar nicht erscheint?
Genau das war gemeint.
Ja, danke, ich kenne mich aus. Es bleibt Nonsens. Es sind c.a. 1750€ mit AG Anteil. und ich wüsste auch nicht, wo da genau das Problem liegen sollte.
Der von ihm gepostete Betrag überschreitet die von Dir angegebene Summe um einen Siebtel. Grosse Sprünge kann man mit der Differenz ja sowieso nicht machen. Du tust aber so, als hätte er sich genauso verschätzt, wie Frau Koch-Mehrin bei der Schätzung der von der BRD pro Stunde aufgenommenen Schulden.
Nonsens? Ich hätte nur gesagt “unpräzise”.
@ola
Du hast recht. Ich habe das von den Werten für Nettolöhne von 1100 Euro und von 1800 Euro extrapoliert.
Gestern habe ich gesehen, dass zu 920 Euro Netto 1450 Euro Brutto gehört. 1750 Euro wird es dann wohl sein.
Auf den Gehaltsmitteilungen meines bisherigen Arbeitgebers war der sogenannte Arbeitgeberanteil separat ausgewiesen. Sogenannt deshalb, weil diese Bezeichnung seit jeher eine absichtliche Irreführung ist, die eine solidarische Aufteilung der Lohnnebenkosten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer suggerieren soll. Es gibt aber keinen Arbeitgeberanteil.
Übrigens wurde von der rotgrünen Regierung die hälftige Aufteilung des Krankenkassenbeitrages aufgekündigt. Vielen Dank noch mal dafür (und für viele andere einseitig die Versicherten belastenden Systemänderungen der roten und der grünen), besonders an Frau Ulla Schmidt und Herr Lauterbach, die beiden effizientesten Lobbyisten des medizinisch-industriellen Komplexes.
@Egal
Sehr ausführlicher Kommentar. Ich verstehe einfach nicht, warum Herr Spiegelfechter Deinen Ansatz nicht aufgreift.
Du verfolgst einen alternativen kritischen Ansatz, mit dem sich Jens meines Wissens noch nie in seinen Artikeln ausführlich auseinandergesetzt hat. Die Spannung ausgelöst durch die Kollision der beiden Ansätze, all die Pros und Kontras wären doch gerade interessant.
Wegen der – und das sage ich aus eigener Erfahrung – Zinskritik und der Wachstumskritik. Er geht selten überhaupt noch darauf ein.
Ausserdem finde ich die Analyse von “Egal” genial, pointiert und treffend.
Warum eigentlich nicht? Traut er sich das nicht, weil der Angriffe von seinen “politisch korrekten” linken Kollegen fürchtet? Oder ist das Dogmatismus? Oder blosse Vorurteile, weil ihm das Thema zu negativ konnotiert ist?
Es gibt doch nichts bedauerlicheres als sich freiwillig gedanklich zu kastrieren :-(
Ohne verstanden zu haben, was Geld ist, ist man nicht in der Lage die heutige Welt vollständig zu verstehen, geschweige denn richtige Ursachen für viele Probleme zu erkennen. Das Geldwesen ist doch absolut essentiell, fast alles hängt davon ab!
weil das in seinen Augen alles Blödsinn und VT ist.
er will seine 70er soziale Marktwirtschaft wiederhaben, weint der vergangenen SPD nach, ist eben von den Haarspitzen bis zu den Fussnägeln sozialliberal, dazu sein eingetrichtertes VWL Wissen -
da bleibt kein Platz für Revoltionäre Gedanken.
Vielleicht ist es nicht so schlimm. Wenn ich seine Kommentare zu den “Hinweisen des Tages” auf NDS lese, sehe ich einen ganz anderen Jens Berger als hier. Gewisse Äusserungen von ihm weichen von meiner, eher VT-mässigen Linie, oft nur wenig oder gar nicht ab.
Machmals kommt es mir so vor, als sähe er all die vielen Bäume (=Skandale und Systemfehler), weigere sich aber all diese Bäume als “Wald” zu erkennen.
Wieso eigentlich VT? VT bedeutet doch:
Mindestens zwei Personen verabreden sich im Geheimen zu einem illegalen oder unmoralischen Zweck, bzw. auch um vermeintliche Missverständnisse zu beseitigen.
Dazu sehe ich hier keinen Zusammenhang. Er kann doch den von egal umrissenenen Ist-Zustand aus seiner sozialdemokratischer Sicht kritisch analysieren oder nicht?
Übrigens waren meine eigenen Ansichten mit seinen einst ziemlich deckungsgleich. Noch in meinen 20-ern war ich von meinen Überzeugungen her Sozialdemokrat alter Prägung. Drei Dinge haben sich seither jedoch geändert:
1. Simple Kausalität:
Die Uhr um 20 Jahre zurückzudrehen würde bedeuten, all die ärgerlichen Entwicklungen noch einmal durchmachen zu müssen. All die Fehler, Interessenskonflikte und Ausgangsbedingungen wären ja wieder die selben.
2. Die Welt ist nicht beliebig verbesserbar/Anmassung des Wissens:
Gute Absichten führen nicht immer zum erstrebenswerten Ziel. Menschen verschätzen sich in vielen Fällen, besitzen nicht alle notwedigen Informationen um die richtige Entcheidung zu treffen, agieren dogmatisch etc. .
Dadurch erreichen sie mit ihren Aktionen häufig sogar das Gegenteil von dem, was sie ursprünglich beabsichtigten. Die Welt ist eben komplizierter, als man meist glaubt.
3. Menschen sind leider egoistisch und korrumpierbar. Je höher die eingenommene Position, desto verheerender die Auswirkungen hiervon. “Marktmacht” mag in einigen Fällen schlimm sein. Noch viel schlimmer ist jedoch die Möglichkeit sich selbst Gesetze zu schreiben, also faktisch mitzuregieren.
Jeder weitere Beamte mit entsprechenden Befugnissen, die dies verhindern sollen, ermöglicht genau dieses.
In allen drei Fällen ist das Problem die Macht. Macht sollte daher möglichst gleichmässig verteilt sein. Dem Staat möglichst viel Macht anzuvertrauen (um gutes zu tun) kann deshalb keine sinnvolle Lösung sein.
@egal:
Darf ich deinen Beitrag 1:1 auf meinen Blog übernehmen?
Schön zusammnengefasst und schwerlich zu widerlegen. Allein, die schmerzliche Endphase wird uns nicht erspart bleiben. Leider!
“Ich jedenfalls erkläre hiermit den Liberalismus für gescheitert!”
So ein, verzeihung!, quatsch. Der Liberalismus bedeutet nicht mehr als privates Eigentum und privates Wirtschaften bzw, die Wahl, sich auszusuchen, wo man arbeitet, wen man einstellt und was man kauft. Viel Spaß in Staatsbetrieben (die ja heute auch auf größtenteils liberalen Vertragsverhältnissen beruhen) – also viel Spaß in Staatsbetrieben, denen du nicht kündigen darfst! Und viel Spaß beim Buckeln vor Staatsbeamten, die ja nicht profitorientiert arbeiten und daher nicht nach der Leistung bewertet werden, die sie für den Kunden bringen.
Gäbe es einen Liberalismus, hätte keiner die Banken gerettet, hätte keiner Geld nach Griechenland geschaufelt, hätte keiner Griechenland zum Sparen gezwungen…Griechenland wäre schlicht pleite gegangen, die Banken wären pleite gegangen, viele Sparer hätten ihre Einlagen verloren.
Entschuldigt, ich lese gerne den SF und auch sehr gerne die Kommentare, aber ich glaube, eine etwas liberalere Sichtweise würde vielen hier guttun, gerade wenn es um Griechenland geht. Wenn das Kapital dem griechischen Staat nichts mehr leihen will – oder, wie es alle Kreditgeber tun: eine höhere Verzinsung wegen höherer Risiken verlangt – wollt ihr den Markt zwingen, Geld nach Griechenland zu führen? (das machen die Staaten ja, wenn sie Steuergelder in Griechenland investieren)
Ist das jetzt ein “Freud’scher Verschreiber” ?
@Christoph, deine Rede:
Das Libyen-Problem II March 26, 2011, 12:30 pm Filed under: Politik:
“Mein armer Kopf und Verstand…weiß mal wieder überhaupt nicht mehr, was er denken soll…ganz gewiss gibt es einen Zusammenhang mit meinem 1,75€-Brot und dem Krieg gegen Libyen, doch ich kenne ihn nicht und möchte keine VT betreiben.”
http://chrisse.wordpress.com/category/politik/
Aber ein Patentrezept hast auch du nicht (ich auch nicht), aber einige Zusammenhänge sehe ich da auch…
nö, ich habe kein Patentrezept aber sehe sehr wohl den Zusammenhang zwischen meinem Brot oder meiner Miete und den Finanzmärkten…bestimmt nicht chirurgisch-präzise wie ein Experte, eher als nebulöses Dingsda…aber was hat das eigentlich mit dem Thema zu tun?
Mich nervt nur diese einseitige Sichtweise auf Griechenland (ich habe mich seinerzeit am allermeisten darüber aufgeregt, dass propagiert wurde, die Griechen würden über ihre Verhältnisse leben, steht aber auch in meinem Blog, ein paar Seiten weiter hinten) – zu sagen, die Misere in Griechenland liegt daran, dass die neoklassische Theorie an der Empirie gescheitert ist. Boom. Das war’s. Es hat zwar noch kein Land dieser Welt ohne Kapitalismus den Wohlstand gehabt, den es in Griechenland auch jetzt noch gibt, aber gut…bevor einem der Kopf schwirrt, weil Ursache und Lösung und Problem nicht klar zu trennen sind, ersäuft man lieber das Kind im Badewasser…
Und wieso Freudscher Versprecher? Im Liberalismus hätte keiner die Banken gerettet, das ist nun mal so (andererseits würde auch keiner im Liberalismus die Kranken pflegen, sofern sie ihn nicht bezahlen)
Genau das ist ja jetzt hier das Thema: die Auswirkungen des (Neo)Liberalismus!
Weil die Bankrettungen usw. nichts anderes als eigennützige Massnahmen der neoliberalen Auswüchse sind.
Die Banken”rettungen” waren keine Auswüchse des liberalen Systems, sondern Irrwege neoliberaler Politik. Jeder handfeste Liberale wird dir dabei völlig zustimmen – das ist Korruption, das ist, wie glaub ich hier schon jemand gesagt hat, Sozialismus für die oberen zehntausend.
Vor den Bankenrettungen war aber das Casino mit den credit-swaps und “innovativen Finanzprodukten” und dem “liberalisierten Finanzmarkt” und den tollen Krediten auch für Arbeitslose, Laufzeit 50 Jahre. Das ist wohl leider schon in Vergessenheit geraten.
Ein Treppenwitz der Geschichte, dass die deutsche Sozialdemokratie mit ihren Herren Steinbrück, Steinmeier, Asmussen und all diesen anderen traurigen Figuren erst so richtig die Schleusen des Neoliberalismus öffnete.
Das mit der Lohnzurückhaltung und dem “Gürtel-enger-schnallen” für den Wirtschaftsstandort war ja noch gut durchgegangen, dank INSM im TV und Schröder an der SPD-Spitze, und weil die Gewerkschaften schön mitspielten (weil ja zumindest die Gewerkschaftsführungen davon profitierten), auch wenn schon die Löhne hinter den europäischen Nachbarn zurückfielen. Sozial, war schließlich, “was Arbeit schafft”, und nicht etwa, was glücklicher macht. Neue Jobs etwa für Gewerkschaftsführer bei Eisenbahngewerkschaften, die erst Lohnzurückhaltung predigten, und dann, nanu, auf einmal auf der Arbeitgeberseite saßen – so kanns gehen.
Aber wohin nun mit dem schönen vielen Wirtschaftsstandort-Rettungs-Geld, das nun auf den Konten der Neoliberalismusgewinner lag? Viele Prozente Rendite sollte es doch bitte auch bringen, das war modern so, das propagierte auch der Ackermann. Mit normaler Geschäftstätigkeit ist das nur noch schwer zu erreichen. Na, kaufen wir uns doch “Kreditderivate”! Ladies and Gentlemen, das Glücksrad rollt wieder, steigen Sie ein! Rien ne va plus!
Rumms, bumms, huch, was ist denn nun los, unser Finanzsystem klappt auf einmal dominoartig zusammen wie eine billige Filmkulisse? Zur Hilfe – rettet unsere Banken! So war das.
Und wer jetzt denkt, ja aber hinterher, da hat man das irre Casino doch bestimmten verboten, und die Türen zugenagelt und die swaps abgeschwafft, und die Banken mal zur Brust genommen und ordentlich reguliert, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt – tja. Das sollte man meinen. Schön wärs.
Und in Griechenland und Spanien sieht man nun nicht ein, für all das nun die Zeche zu zahlen. Wer solls ihnen verdenken. In Island sind sie damit ja durchgekommen.
@ProfessorBressor
Das ist kein Treppenwitz, sondern Sozialdemokratische Tradition – seit dem ersten Weltkrieg.
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!
Damals, als Vodafone Mannesmann übernommen hat. Was haben die Leute über den Ackermann gemeckert! Und kaum einer hat bemerkt, dass da auch der ÖTV-Mann Mai dabei war.
Dem Ackermann war das zuzutrauen. Der hat nie etwas anderes behauptet zu tun. Aber der Mai ist ein Verräter!
Das System ist gut aber der Mensch ist schlecht. Haben meine Eltern mir auch immer gesagt, als Begründung für die Unmöglichlkeit des Kommunismus..: Damals in den 70gern. Ist schon witzig, wie sich jetzt die andere Seite mit eben jenen Argumenten verteidigt, die für die Linken nie gelten durften.
Tut mir leid, der Mensch ist schlecht und deshalb ist Liberalismus die noch bei weitem weltfremdeste und verrückteste aller Ideoligien.
Weiterhin.
Ist garnicht so falsch, wenn man sagt, ein System sei gut aber der Mensch sei schlecht.
Man muss nur mal nachdenken: im Grunde genommen kann man alles zu Bösem Zweck missbrauchen. Mit dem Brotmesser, das ja nun jeder haben wird, kannst du jemanden tödlich verletzen oder eben – ganz banal – Brot in Scheiben schneiden. Wie kommt es nun zum einen oder anderen?
Korruption – Mangel an Moral – Raub – …
Mehr Kontrollen und Schranken für Kapitalismus und Freie Marktwirtschaft aber auch für Demokratie und Wahlen müssen her, aber wie?
Mindestlöhne – Veto durch direkte Volksabstimmungen bei einigen Sachen – direkte Volksabstimmungen für von Volksinitativen direkt eingebrachte Gesetze, die dann im Parlament verhandelt werden müssen – stärkere Kontrolle der privaten Medien, die müssen dafür gerade stehen, wenn sie Volksverhetzung oder Betrug (Riester-Renten-Berichterstattung) verbreiten – mehr Unabhängigkeit für staatliche Medien …
Da die Betreiber der Umverteilung mit Argumenten nicht erreichbar sind, sollte die Guillotine bei der Sanierung unserer Gesellschaft zumindest diskutiert werden.
Je offener unsere Staatsmarionetten ihre Fäden präsentieren, desto mehr drängt sich mir die Vermutung auf, dass die RAF auf dem richtigen Wege war. Ärgerlich war es aber, dass sie sich vom Ostblock ausnutzen und unterwandern ließ.
Bei einer Befreiung von jeglicher Bevormundung muss der geneigte Revoluzzer daher aufpassen, dass er nicht wieder vor einen Karren gespannt wird, dessen Ladung er überhaupt nicht ziehen will;-)
Die Befreiung von den Dagobert Ducks dieser Welt wird ohne massiven Druck nicht gelingen.
Da diese ums Verrecken nicht von ihrem Weg abweichen wollen, wird es wahrscheinlich nicht ohne Blutvergießen funktionieren.
Meiner Einschätzung nach gilt für die sog. erste Welt die gleiche Handlungsmaxime wie in der arabischen Welt:
Jagd die Despoten aus ihren Palästen.
Egal ob Wüstenfürst, oder Wirtschaftsboss, beide handeln selbstsüchtig nur für ihre Bereicherung.
Mitmenschen kennen die nicht!
Als weitere geistige Nahrung empfehle ich das Dosadi-Experiment von Frank Herbert.
Dort gibt es ein Büro für Sabotage, daß die Aufgabe hat, für die Gemeinschaft gefährliche Wesen zu eliminieren.
Ich würde es “Büro für Gemeinschaft und Soziales” nennen.;O)
ach…warum nehmen wir uns dann nicht gleich jeden vor, der dir nicht gefällt?
Ich mag Wirtschaftsbosse auch nicht, ich mag deren Stil, deren Workaholismus-Hymnen, deren Gier, deren Selbstgerechtigkeit nicht…aber ich kann immerhin noch erkennen, dass ein Wirtschaftsboss sein Geld nicht damit verdient, anderen Menschen mit Feuerwasffen zu bedrohen, sondern damit, etwas herzustellen, was irgendjemand anderes will…und wann fängt bei dir denn der “Wirtschaftsboss” an? Bei jemandem, der einen anderen beschäftigt? oder bei jemandem, der mehr als 5 Mitarbeiter hat? Bei jemandem, der mehr als 1 Mio. im Jahr verdient?
Das kann ich nicht erkennen. Das Ergebnis zählt. Übrigens: Anstiftung zum Mord ist zu Recht strafbar.
Der Wirtschaftsboss beutet andere Menschen aus, zwangsläufig und zu seinem Vorteil. Immer. Deshalb ist Frohnarbeit auch immer Umverteilung. Zwangsläufig. Zumindest das sollte Ihnen doch klar sein. Auch wenn Sie und ich von unserem Lohn gut leben können und somit durch Konsum milde gestimmt unser Schicksal annehmen, bleibt die Tatsache bestehen, dass sich jemand direkt an unserer Arbeitskraft bereichert.
Jetzt sind Sie in der glücklichen Lage in Deutschland geboren zu sein, wo Ihre Väter und Großväter für Ihre kleine Welt Privilegien gestorben sind und nicht in Bangladesh…
Ist doch so schwer jetzt auch wieder nicht zu kapieren, oder?
Doch. Das ist schwer zu kapieren.
Es gibt Wirtschaftsbosse, die zahlen Hungerlöhne und verdienen mehr als das 20fache eines durchschnittlichen Arbeitnehmergehaltes.
Und es gibt Wirtschaftsbosse, die zahlen anständige Löhne und verdienen nicht derartig perverse Einkommen.
Ersterer ist meiner Meinung nach kriminell, letzterer ein Organisationstalent mit Weit- und Überblick und die brauchen wir auch.
Ich hab nix gegen Banker, Wirtschaftsbosse oder Aktienbesitzer, solange Gehälter nicht ausarten und Vermögen besteuert wird und gute Krankenversicherung für alle und gleiche Startchancen für alle . . .
Einige, im Vergleich zu heute aber stark gemäßigte Unterschiede müssen sein, in Maßen kann man gemäßigte (!) Einkommensunterschiede als Leistungsanreiz vorsichtig verteidigen. Was heute aber so an Unterschieden mit “Leistung” gerechtfertigt wird, ist pervers.
diese von dir benannte perversion ist allerdings systemimmanent. auch die kriminellen wirtschaftsbosse haben organisationstalent mit weit- und überblick. was ihnen fehlt, ist das mächtige regulativ, das sie einschränkt. aber in ihrem weit- und überblick haben sie eben darauf geachtet, dass ein solches entweder von ihnen selbst besetzt oder eben nicht vorhanden ist.
Es geht aber nicht um die Einkommensunterschiede, sondern um das Prinzip der privaten Aneignung der Arbeitskraft. Nur die Einkommensunterschiede zu kritisieren und ansonsten alles zu lassen wie es ist, ist klassisches SPD-Terrain. Ziel: Die Ausbeutung “humaner” gestalten, weil der Kapitalismus “gezähmt werden muss’, ansonsten aber ein ganz ganz tolles System ist. (z.B. weil es angeblich der menschlichen Natur entspricht)
Die andere Alternative wäre die Ausbeutung abzuschaffen, etwas was mit großem Einsatz (Lobbying, Parteispenden, Geheimdienste, Krieg usw.) von interessierten Kreisen verhindert wird.
Nicht nur der Ostblock. Da haben auch die Geheimdienste der BRD mitgemischt.
Die RAF waren genauso nützliche Idioten wie die Neonazis. Es ist schon erstaunlich wie schnell die Spitzel in einen Verein reinkommen. Und die Leute wissen einfach nicht, wie sie mit so etwas umgehen müssen.
Sie haben völlig Recht. Viele Jahrtausende menschlicher Geschichte lassen nur diesen Schluss zu. Die Rübe muss ab. Freiwillig verlässt niemand seinen Platz. Auch wenn das natürlich vom weichgespulten Teil der Kommentarzeile als gar schröcklich gegeisselt wird.
Sie beschreiben eine Realität. Wie alt ist die BRD jetzt? 70 Jahre etwa? Ein Mückenschiss in der Geschichte. Und klar ist auch und zwar so sicher wie das Amen in der Kirche, dass auch dieses Staatsgebilde den Weg allen irdischen gehen wird und das wird nicht mit Wattebäuschchen werfen geschehen. Auch wenn das den ein oder anderen zutiefst erschrecken mag.
So, ein Haufen krimineller Spinner sind Deine Helden? Das kann nicht Dein Ernst sein.
Davon abgesehen: Jeder militante Feind ist der Traum sämtlicher Befürworter einer autoritären Innensicherheitspolitik, der Befürworter des Abbaus freiheitlicher Bürgerrechte inklusive. Hätte es die RAF also nicht gegeben, so hätte man sie aus der Sicht dieser Befürworter wohl erfinden müssen. Herr Buback Junior wundert sich beispielsweise bis heute, warum es über so viele Jahre nicht möglich war Verena Becker auf die Anklagebank zu bringen. Das nur so am Rande.
Btw: Ist Dir Gladio eigentlich ein Begriff?
Also: Finger weg vom jeglichen Extremismus.
Ich habe keine Helden.
Das Einzige, was mir an der RAF gegenüber anderen Politbanditen gefiel, ist, dass sie an die Bosse und deren Handlanger ran gegangen sind und nicht wahllos in der Bevölkerung rumgemetzelt haben, wie es besonders bei religiösen Fanatikern unter den Politbanditen gängige Praxis ist.
BTW:
Mit Wirtschaftsbossen meine ich Kreaturen, die mehr Geld haben, als sie ausgeben können und bei der Beschaffung von noch mehr Geld über Leichen gehen.
Das sind asoziale, mörderische Kreaturen, die ohne Not Andere in Not drängen und sogar deren Tod in Kauf nehmen.
Z.B.: Bhopal
Bei denen Greift das Gesetz nicht.
§32 StGB gibt uns das Recht, uns gegen einen unmittelbaren, rechtswidrigen Angriff zu verteidigen. Diese Verteidigung darf auch mit illegalen Mitteln erfolgen.
Wenn also Dagobert Duck, -der selbst nicht weiß, wie viel fantastilliarden Taler er in seinen Geldspeichern hat-, mit seinen Machenschaften das Leben meiner Familie und mir gefährdet, gibt es kill ‘n grill;O)
Wie seine Winkeladvokaten darüber denken ist mir herzlichst Schnuppe.
Die Strategie der RAF, die feindliche Führung zu zerlegen ist ohne Zweifel effizient. Aber was wäre danach gekommen?
Die RAF hatte doch keine funktionierende Alternative zu bieten. Die RAF wären die neuen Schweine geworden.
Was denn nun? Juristerei oder nicht? Juristerei ist Opium fürs Volk!
Nicht der Zweck, sondern der Erfolg heiligt die Mittel. Und bei der RAF wäre der Erfolg viel Schaden und keinen Nutzen gewesen. Daher bin ich froh das sie es nicht geschafft haben.
Hätte die RAF eine funktionierende Alternative zu bieten gehabt, dann hätte sie vermutlich sogar den Umsturz ohne diese Aktionen geschafft. Andersherum: Diese Aktionen waren überhaupt erst durch diesen Mangel notwendig.
Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob die RAF keinen Nutzen hatte. So lange die Eliten zumindest ein wenig das Gefühl haben, eventuell für ihre Sauereien zahlen zu müssen, so lange bleiben sie auch vorsichtig.
Wir alle würden ja auch unterschreiben, dass nach Wegfall des Kommunismus hier alle Dämme brachen.
Ist ja nicht zu fassen. Welche Sauereien hatten denn Siegfried Buback, sein Fahrer Wolfgang Göbel und der Justizbeamte Georg Wurster denn zu verantworten?
Bin ich hier in einem linksradikalen Extremisten-Blog? Solche Kommentare häufen sich hier nämlich …
Hier sind in der Tat jede Menge verballinksradikaler Tastaturanarchisten unterwegs, die verfassungsfeindliche Ansichten absondern. Am besten ignorieren.
Vielleicht ist das da auch verfassungsfeindlich (aus griechischer Sicht):
“Denn zur Wahrheit gehört eben auch, dass es in erster Linie deutsche Geschäftsbanken sind, die ein Interesse daran haben, dass Griechenland zahlungsfähig bleibt. Um nichts anderes geht es bei den so genannten „Rettungs-“ und „Hilfs-“ Paketen. Die Griechen sollen weiter ihren Schuldendienst leisten können, die sozialen Kosten spielen bei diesen Taktierereien nicht die geringste Rolle. Mit rund 16 Mrd. Euro haben sich deutsche Geldhäuser an der finanziellen Abhängigkeit der Hellenen beteiligt.”
@Serious Sam
Nachtrag betr. “verfassungsfeindlich”:
…sagen griechische Sozialverbände, die gegen die Kreditvereinbarungen vor dem Obersten Verwaltungsgericht geklagt haben. Nach über einem halben Jahr steht eine Entscheidung noch aus.”
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/die-rache-der-empoerten/
“Die in diesem System verankerten Architekturen führen unweigerlich zu einer immer größeren Umverteilung von unten nach oben, zu einer Spaltung der Gesellschaft in der viele nichts und wenige viel haben…
…lässt sich zu mindest noch kein breit aufkeimender Nationalismus und Extremismus in Europa beobachten. Tendenzen sind jedoch bereits klar zu erkennen…
…sehen wir nun in Griechenland Menschenmassen auf den Strassen …
Käme es zu einem GAU…”
Ich vermute, dass wir am Anfang einer grossen Veränderung stehen. Ich bin aber zu wenig Optimist, um an einen glücklichen Ausgang der Auswirkungen durch den (Neo)Liberalismus im Endstadium zu glauben, resp. hoffen.
Siehe auch “Egal” weiter oben: geniale Analyse!
Einfach mal googeln nach dieser “genialen Analyse”
Fazit: An allem sind die Juden schuld!
Pfui Deibel.
Bokatov
Du hast recht, es ist ein Plagiat!
Nur, wenn… sagen wir mal 70 % davon trotzdem stimmen würde… was dann ?
Sollen wir uns an die 70 % Irreführung des “Systems” halten, welches uns nun in diese Scheisse geritten hat ?
Guter Artikel, danke. Es zeigt sich, wie erfolgreich und flexibel das Kapital agiert. Die Privatisierungen werden für weitere Renditen sorgen, und zwar für die, die es eh schon haben. Dass Ressentiments gegen Deutschland wachsen, ist ja zu begrüßen, aber es trifft nicht den Kern. Die Frage, was kapitalistische Logiken mit der jetztigen Situation zu tun haben, wäre sinnvoller.
Jegliche Art zivilisatorischen Wirtschaftens – und damit das Wirtschaften überhaupt – ist mörderisch, vernichtend und deshalb grundsätzlich abzulehnen. Sämtliche nationalökonomischen Schulen und Modelle (vom Magerstaat der Wiener Aristokraten über den Starkstaat der Keynesianer bis zum Totalstaat in Nordkorea) sind Ideologien, die auf das Selbe hinauslaufen: auf die Vernichtung der Arten.
Na schön! Schaffen wir das ab. Muß nur noch einer dafür sorgen, daß das nicht wiederauftaucht. Der stellt sich dann ganz unzivilisiert mit der Keule in die Mitte.
Seufz: Ich fürchte, deine Ideologie läuft auch darauf hinaus.
Hallo!
Was hast Du gegen Keynes? Meines Erachtens war dieser der einzige, dessen Wirtschaftspolitik Erfolg hatte -und heute auch noch hätte, wenn die neoliberale Ideologie nicht zur Konterrevolution gerufen hätte. Im Übrigen war Keynes dafür, daß das sogenannte “gute Leben” oberste Priorität haben sollte. Ich denke, dies verträgt sich auch gut mit dem Artenschutz.
Ja, so sehr sogar, dass Dutzende Länder vor der Pleite stehen.
*It’s all about spending, muaha*
Wegen des Trends zur keynsianischenPolitik? Muahh, wirklich. Sie sind einer der Härtesten.
OK, angenommen ich läge falsch. Weswegen dann sonst?
Der Monetarist Friedman, den Ihr – aus welchen Gründen auch immer – für so dominierend haltet, hat niemals Konjukturpakete und Verschuldungsorgien vorgeschlagen, kann also nicht die treibende ideologische Kraft hierbei sein. Ich halte mich nur an die Fakten.
Sparen auf Griechisch
http://bit.ly/iim9yA
Das ist die Wahrheit!
;-)
Das ist dummes Zeug.
Naja… Dass all diese ‘Hilfspakete’ vor allem der Finanzwirtschaft dienen, daran besteht kein Zweifel. Aber nicht fokussiert auf die deutschen. die Franzosenbanken haben allein im letzten Jahr ihre Risiken gegenüber den PIGS um 45 Milliarden reduziert, es standen zum Jahresende aber immer noch 57 Milliarden aus. Daher ist der Franzose Trichet auch so dahinter her, dass es ja keinen Haircut gibt bevor nicht all die französischen Geschäftsbanken ihre PIGS-Anleihen an die EZB und damit an die Steuerzahler (vor allem die deutschen) weitergereicht haben.
Bei den deutschen Banken waren es Ende 2010 ca. 62 Milliarden, gerade mal 3 Milliarden weniger als im 1. Quartal. Mittlerweile haben aber auch die das deutlicher reduziert.
Zu
meine ich, dass du den selbstverantworteten Anteil gewisser griechischer Gepflogenheiten über viele Jahrzehnte am nun eingetretenen Bankrott weit unterschätzt.
Na ja, man muss das als vorauseilendem Gehorsam verstehen:
Es sind halt noch genug Deutsche übrig, die die Verantwortung für das nächste weltweite Desaster bedingungslos übernehmen können. Wir haben uns halt an die Rolle mittlerweile gewöhnt!
Es ist nur nicht ganz klar, wer die Kapitulationsurkunde diesmal ausarbeitet (Die Deutsche Bank? Das Bundeskanzleramt?), und wer sie entgegennimmt (Rothschild? Warburg? Rockefeller?). Wird sich alles klären. Davonkommen werden wir gewiss nicht.
Trotzdem wünsche ich mir, dass “die Straße” in GR und ES siegt und die großen und kleinen Oligarchen hinwegfegt. Und wir sollten auch mal langsam den A… hochkriegen.
“[...]Bereits jetzt erinnern die Bilder hunderttausender Menschen in Griechenland an die Demonstrationen der Ostdeutschen, die die letzten Züge der DDR einleiteten. Nun steckt das nächste System, das damals noch den Siegeszug der neoliberalen Marktwirtschaft pries, in einer in einer tiefen Legitimitätskrise. Eine Ironie der Geschichte[...]”
Lieber Jens Berger,
danke für, ich hoffe es auch, und zwar auf das eine bessere Gesellschaft entstehe, die sich von diesen Markttaliban der neoliberalen Sorte entfernt hat.
Mein Pessimismus sagt mir allerdings, dass die Ex-DDR weit weniger Machtmittel zur Verfügung hatte als die neoliberale Marktwirtschaft, die sich eben auf geldmächtige “Eliten” verlassen kann.
Ich bin mir fast sicher hätten Honecker, Krenz & Konsorten in der damaligen DDR die Geldmittel zur Verfügung gehabt, die ihre politische Ziehtochter, die Große Staatsratsvorsitzende Angela Merkel heute, dank Neoliberalismus, hat die DDR wäre nie untergegangen – Das gleiche gilt übrigens für die autoritäre Version des Staatskommunismus/-sozialismus östlicher Prägung – Ein Land beweist, dass die janusgesichtige neoliberale Ideologie eben auch auf den Kommunismus aufgepropft werden kann: China.
Erst wenn diese Taktik scheitert, dann hoffe ich, dass die marktradikale Ideologie genauso mausetot ist wie jede andere Ideologie, aber solange China sich prächtig entwickelt, und auch andere Staaten diesem Januskopf folgen sehe ich als Pessimist dunkelschwarz, und dies schreibe ich obwohl ich selbst, wie du, und andere hier, hoffe, dass diese neoliberale Ideologie, die keine sein will, bald ebenso mausetot ist wie jede andere mörderische, menschenverachtende Ideologie der Vergangenheit.
Gruß
Bernie
PS: Im angelsächsischen Raum, so eben beim googeln entdeckt kursieren schön Bücher mit dem vielsagenden Titel “Zombie Capitalsm” – Das ist was ich meine, der neoliberale Kapitalismus ist mausetot, aber der Untote neoliberale Kapitalismus lebt, und zerstört, weiter.
Der Artikel ist gut.
…und darum lässt sich der Gau nicht aufhalten.
Drei Dinge werden in Griechenland geschehen:
1. Ausverkauf der staatlichen Vermögenswerte und auslutschen der Bürger.
2. Verkauf aller Staatsanleihen an die Zentralbanken.
3. Konkurs der fast leeren griechischen Hülle…….
und dann wird die Finanzmafia nach Portugal weiter ziehen.
ALLE Parteien im Bundestag wissen es und machen nichts.
Merkel wird – wie in der Atomdebatte – erst umschwenken, wenn Ackermann sein o.k. dazu signalisiert.
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist, daß die Finanzrettungsmaßnahmen der letzten Jahre nicht besonders marktwirtschaftlich waren und sind. Wir haben es eher mit konzeptionsloser “Wurschtelei” zu tun, dem Versuch ein loderndes Flammenmeer mit der Gieskanne zu löschen. Immer in der Hoffnung, daß der medial aufgeführte Regentanz an Durchhalteparolen und festklammern an vermeintlichen Gewissheiten den erlösenden göttlichen Schauer von oben bringt. Daher auch die häufig anzutreffenden moralischen Argumentationslinien “Die Griechen haben missgewirtschaftet, also müssen sie bestraft werden”. Man selbst hat doch alles richtig gemacht, ist doch Export(vize)weltmeister und Wirtschaftsprimus, ackert und schuftet für lau, wieso wird man von Gott also so gestraft?
Es werden schon seit Lehman’s 2008 die marktwirtschaftlichen Tontafeln nachhaltig zerbröselt – im Austausch gegen einen Sozialismus für die oberen Zehntausend. Nicht ohne Ironie ist, daß ständig zu hören ist, daß die Milliarden-Finanzspritzen “alternativlos” seien, da sonst das Gemeinwesen zusammenbricht und “der kleine Sparer sein Vermögen verlöre’ (Volker Kauder ist darin z.b. ein Meister der Rabulistik).
Es wird daher in der Sandwüste des Spätkapitalismus planlos herumgestochert, weil die Verantwortlichen nicht mehr wissen, in welche Richtung sie laufen sollen. Auf diesem Weg ohne Ziel wird das letzte Wasser versoffen.(resp. Wein. Brüderle hat vorgestern Nacht laut welt.de ‘Wein auffahren lassen’, um die dürstenden Fehlgeleiteten seiner Fraktion zur Zustimmung für den Entschliessungsantrag zu begeistern – In der Union dagegen hat man den zahlreichen Abweichlern anscheinend kurzerhand mit Karriereende gedroht.)
Ich glaube daher, dass es gutgläubigen wirklich freien Marktwirtschaftlern im Angesicht der perversen Entwicklungen genauso den Magen umdreht wie waschechten Sozialisten. (Natürlich jeweils aus anderen Gründen). Meiner Ansicht nach wäre auch für freie Martkwirtschaftler eine Zerschlagung der Banken auf ein Maß, welches ihre jeweilige Insolvenz erlaubt, eine Forderung, der sie zustimmen könnten und müssten. Denn wenn man der Lehre von Angebot und Nachfrage wirklich folgen würde, wäre das privatwirtschaftlich getragene Finanzsystem insolvent, und müsste abgewickelt werden.
Im Endeffekt wird aber das real praktizierte planlose Herumwurschteln mit vor allem CDU/CSU-christlicher Hoffnung auf göttlichen Beistand, daß alles wieder so wird, wie es war, in einer Katastrophe enden. Der fehlende Mut, sich gegen Lobbyisten wie die Bankenmafia durchzusetzen, wie es für Regierungschefs im Sinne ihres Amtseides selbstverständlich zu sein hat, wird möglicherweise das Ende des Projekts europäische Integration sein. Weitere massive desintegrierende Szenarien sind nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich. Man denke z.B. an die Entwertung von Lebensversicherungen, (und damit das deutsche Urvertrauen in den Nachkriegsstaat) falls das deutsche Kreditrating im Zuge von unweigerlich demnächst folgenden Rettungsmaßnahmen für Spanien und Italien angezweifelt wird. Somit wird sehr wahrscheinlich genau das eintreten, was man versucht mit aller Macht zu verhindern.
Völlig richtig. Die Tatsache, dass das Korrektiv des Scheiterns aus dem Markt entfernt wurde, ist eins der beiden Hauptprobleme. Das andere ist, dass Zentralbanken – sprich Regierungen – des Geld zu einem Zinssatz unter die Banken bringen, dass die nächsten Blasen nicht lange auf sich warten lassen. Mit Liberalismus hat das alles wahnsinnig wenig zu tun. Ich bin ja für einen schmalen und schlanken Staat, ein großer Teil dessen in was dieses Biest seine häßliche Nase steckt ist im besten Fall überflüssig, oft unangenehm und manchmal gefährlich. Aber wenn irgendwas zu seinen Aufgaben gehört, dann dafür zu sorgen, dass kein Mitspieler auf dem Markt “too big to fail” wird und das Fehler durch scheitern bestraft werden. Klappt leider nicht so richtig gut. Was aber auch nicht wirklich überraschend ist.
@Christoph
Das sehe ich anders. Es soll im Mittelalter weise Könige oder Fürsten gegeben haben, welche dank geschickter Finanz- und Währungspolitik (mittels umlaufsteuernden Massnahmen wie z.B. die Umlaufsicherung durch Wertverlust der jeweils aktuellen Währung) einen für uns unglaublich klingenden Wohlstand erzeugt haben. Fast 200 Sonn- und Feiertage im Jahr, Fleisch im Überfluss…
Wieso dies heute fast keiner weiss ?
Vielleicht absichtliche Unterdrückung dieser historischen “Fakten” zwecks Aufrechterhaltung unseres kranken Systems ? Es gibt diverse Bücher darüber.
Vlt einige Anregungen parat?
Aha. Da sprichst du zufällig einen Historiker an…1. das Mittelalter wird tatsächlich häufig unterschätzt. Ich finde es auch eine riesige Frechheit des Systems, ein versagen des Kapitalismus, dass die Menschen damals vermutlich weniger gearbeitet haben als wir heute. 2. man weiß es allerdings nicht und kann es nicht wissen. Darüber, wie es den Leuten gegangen ist, schweigen sich alle Quellen aus. Im alleridealsten Fall hat man von den Menschen Geburts-, Heirats- oder Todesurkunden, und selbst das ist eher die Ausnahme. Die Schätzungen, wieviele Leute am schwarzen Tod gestorben sind, schwanken bezeichnenderweise um Werte von mehreren Millionen. Wirklich zu sagen, wieviel die Menschen gearbeitet haben ist unmöglich. Wer sagt dir denn, dass an Feiertagen nicht gearbeitet wurde? Kannst du dir vorstellen, welche Mühe ein Haushalt ohne moderne Technik macht? Und was die Leute auf dem Tisch hatten – haha, das weiß man schon gar nicht. Das wäre, als würdest du von einem Gourmet-Kochbuch ableiten, was der durchscnittliche Bundesbrüger in einer durchschnittlchen Wochen ist. 3. Was man mit relativ großer Bestimmtheit weiß, ist, dass die Wahrscheinlichkeit, älter als 18 Jahre zu werden, bei ungefähr 50% lag. Weiter weiß man, dass Altersarmut unter normalen Menschen genauso die Regel war wie arbeitsverursachte Verkrüppelungen. Zudem blieb auch unter den finanzpolitisch weißesten Fürsten die gesamte Gesellschaft davon abhängig, ob das Wetter eine gute Ernte zugelassen hat – gab es zuwenig Sonnenschein, musste ein Großteil der Bevölkerung hungern. 4. Ich nehme an, dein Wissen über das Mittelalter kommt aus dem Umfeld der Gsell-Zinskritik. Da werden die wenigen Quellen ideologisch verdreht und es wird aus Werken zitiert, die über 100 Jahre alt sind und vom Stand der Wissenschaft alles andere als haltbar.
Zitate:
Definiert das Wort doch mal endlich! Ihr gebraucht das Wort nämlich inflationär. Ein polemischer Schreibstil voller Empörung und Entrüstung ist einer sachlichen Diskussion unwürdig, vorallem dann, wenn er sowohl in seiner mangelhaften Präzision als auch aufgrund seines obsessiven aggressiven Eifers an das Treiben der heiligen Inquisition erinnert. Genauso wie einst die katholische Kirche habt Ihr Euch ein simples Schwarz-Weiss-Weltbild aufgebaut, bei dem alles schlechte dieser Welt teuflisch ist, also eben irgendwie “neoliberal”.
Ihr kritisiert bspw. ständig den freien Markt. Aber den gibt es meines Erachtens so nicht. Genauso wenig erschliesst es sich mir, was der Neoliberalismus nun eigentlich mit der Idee des freien Marktes zu tun haben soll.
Nein natürlich nicht, über solche Petitessen sollten wir alle hinwegsehen! LOL!!
Stell Dir mal vor, Du gehst zur Bank und beantragst einen Kredit. Den bekommst Du nur, wenn Du dem Geschäftsführer der Bank ein Drittel der Summe bar in die Hand drückst.
Das ist auch nicht Vergangenheit! Das ist Gegenwart und wahrscheinlich auch die Zukunft. Das gleiche gilt auch für die sog. Vetternwirtschaft (Beispiel Transportsektor).
Nicht, dass es bei uns in D systemisch besser wäre. Die Korruption ist bei uns nicht so direkt (es wird eher in Pöstchen bezahlt) und die Vetternwirtschaft heißt hier Netzwerk.
Der Grund für die Krise liegt übrigens nicht in einem “desaströs entfesselten, teuflischen, freien Markt”. Er ist in erster Linie eben in der Leitzinspolitik der Zentralbanken begründet, insbesondere der FED. Zu hohe Leitzinsen erzeugen Investitionsausfälle und Wachstumskrisen. Zu niedrige Leitzinsen erzeugen hingegen expansive Booms, die irgendwann platzen müssen. Manch einer wird sich hoffentlich noch an die New Economy-Blase und die Politik von Alan Greenspan erinnern. Welche bekannten Unternehmen von damals sind noch übrig geblieben?
Eigentlich nur Amazon. Über 90 % haben in den letzten Jahren Konkurs angemeldet.
Ein weiterer Grund für die Krise sind zu niedrige Mindestreserven der Banken.
Spider schreibt:
“[...]Genauso wie einst die katholische Kirche habt Ihr Euch ein simples Schwarz-Weiss-Weltbild aufgebaut, bei dem alles schlechte dieser Welt teuflisch ist, also eben irgendwie “neoliberal”[...]”
Eigentlich sogar lustig, wie sich die Befürworter der neoliberalen Ideologie, eben Markttaliban, immer wieder – mit eigenen Worten – als Opfer darstellen wollen, und ihr eigenes Schwarz-Weiss-Weltbild auf andere übertragen lieber “Spider”.
Amüsierte Grüße
Bernie
PS: “Taliban” passt schon, denn die sind ebenso unbelehrbar, und fanatisch, was ihre islamistische Ideologie angeht, wie die neoliberalen “Taliban” bzw. Terroristen dieser Welt. Die NATO spricht da schon die richtige Sprache mit den richtigen Taliban……den Rest kannst du dir selbst zusammenreimen….
Ich bin kein Befürworter der neoliberalen Ideologie, mir gehen nebulöse Euphemismen einfach nur auf den Sack. Daher möchte ich gerne eine ernst zu nehmende linke Definition sehen.
“[...]Der Grund für die Krise liegt übrigens nicht in einem “desaströs entfesselten, teuflischen, freien Markt”[...]”
Ja, klar, und in Afrika gibt es neuerdings karierte Zebras, und gestreifte Giraffen *grins*
Amüsierte Grüße
Bernie
Wenn Du Dich für so schlau hälst, dann erkläre mir doch bitte, warum die Krise nicht schon in den 60-ern, 70-ern, 80-ern oder 90-ern aufgetreten ist.
Ein Tipp: Schau Dir die Entwicklung der Geldmenge M3 an. (Wenn Du weisst, was das ist.)
Weil das aktuelle Währungs- und Finanzsystem damals noch keine 50 Jahre alt war. Somit hatte sich noch nicht die gigantische Verschuldung bilden können, welche wir heute haben. Heute steht dieses System vor dem Kollabieren; es befindet sich im Endstadium (siehe auch “Egal” weiter oben).
Es ist wie bei einer Zimmerpflanze: sie wird immer grösser und grösser; auf einmal ist sie oben an der Decke angelangt und dann ist Schluss mit dem grösser werden.
Richtig. Wir wissen beide, dass die eigentliche Ursache im Geldwesen liegt. Du verstehst das, und ich verstehe das, die Frage ist nur, ob Bernie das verstanden hat. Bisher hatte es noch nicht den Anschein.
“[....]Du verstehst das, und ich verstehe das, die Frage ist nur, ob Bernie das verstanden hat. Bisher hatte es noch nicht den Anschein[...]”
Nett, auf jemanden eindreschen, der diese Diskussion hier – als BWLer, (Ironiemodus an) der lt. Spider ebensowenig vom Geldsystem versteht wie Spiegelfechter alias Jens Berger – einfach für zu blöde hält.
Ich weiß sehr wohl was “die Entwicklung der Geldmenge M3″ ist, und was die “ernst zu nehmende linke Definition”
angeht, da halte ich es mit anderen, die meinen, dass “links” mittlerweile so ein x-beliebiger neoliberaler Begriff geworden ist, dass sich neuerdings sogar FDP-Heinis wie Rösler, Westerwelle & Konsorten sowie die CDU-Tussy Angela Merkel als “links” ganz zu schweigen von der “Linken” Andrea Nahles, dem “Linken” Sarrazin & Joschka Fischer etc. bezeichnen.
Wie bereits erwähnt, ich verabschiede mich hier mal für eine Weile, aber diese Antwort mußte ich leisten, da ich es einfach für zu billig halte über Abwesende negativ zu urteilen, lieber “Spider”.
So eine Vorgehensweise passt zu dörflichen Tratschweibern, aber nicht für eine ernsthafte linke Diskussion mit einem gewissen “Spider”.
Wie bereits erwähnt, selten so gelacht…..
Immer noch amüsierte
Grüße
Bernie
“[...]Wenn Du Dich für so schlau hälst, dann erkläre mir doch bitte, warum die Krise nicht schon in den 60-ern, 70-ern, 80-ern oder 90-ern aufgetreten ist[...]”
Zunächst einmal “die Krise” gibt es nicht, es gab eine Abfolge von Krisen – Die sogenannte “New Economy Krise” ist Dir persönlich wohl entgangen? Oder? Noch nie was von den “Roaring Nintees” gehört? Oder? *grins*
Tja, auch egal, die Diskussion ist mir einfach zu blöde, und insbesonder die mit dir, lieber “Spider”.
Amüsierte Grüße
Bernie
@Bernie
Eine Diskussion ist aber angeregter, wenn nicht alle der selben Meinung sind…
“[...]Eine Diskussion ist aber angeregter, wenn nicht alle der selben Meinung sind…[...]”
Lieber Andrè H.,
Du wirst dich wundern, da stimme ich Dir sogar zu
Übrigens, sorry, ich wollte hier eigentlich nicht mehr diskutieren, aber dass will ich doch einmal klarstellen, bevor wieder jemand in meiner Abwesenheit über mich, als Person, urteilt ohne mich zu kennen.
So was kann ich gar nicht abhaben!
Du doch sicher auch nicht? Oder?
So was passt nämlich eher zu anderen Personen, und ihren unqualifizierten Kommentaren, hier als zu Dir.
Gruß
Bernie
Du solltest schon aufmerksam lesen: Ich habe die “New Economy Krise” sogar explizit erwähnt.
Noch etwas: Dein emotionaler und unsachlicher Diskussionsstil ist eine absolute Bankrotterklärung. Die Tatsache, dass Du BWL-er bist, macht diesen Eindruck noch schlimmer.
Weder bist Du in er Lage plausibel zu erklären, wie all diese Krisen zustande kamen, noch bist Du dazu in der Lage das Wort “neoliberal” zu erklären. Das war aber das, was ich ursprünglich verlangt hatte.
Noch was:
Ich verabschiede mich hier mal für einige Zeit.
Selten so gelacht, ab so manchem unqualifzierten Kommentar, der, trotz Fall des Neoliberalismus, besser Marktradikalismus genannt, immer noch meint, dass dieser “Zombie Capitalsm” eigentlich ein harmloses Opfer der Umstände ist.
Empfehle zur Kur einmal die Lektüre von Robert Kurz “Schwarzbuch des Kapitalismus”, und, damit mich keiner für einen Kommunisten hält, die Lektüre des “Schwarzbuch des Kommunismus” – im direkten Vergleich beschreiben beide Bücher das jeweilige Aufsteigen, und Scheitern, einer Ideologie, wobei der marktradikale Kapitalismus nur eines dem autoritären Staatskommunismus voraus hat, er hat reichlich Geld sein Ableben hinauszuzögern, sogar mit bezahlten Ghostwritern in diversen kapitalismuskritischen Foren.
Amüsierte Grüße
Bernie
Keine Sorge, das tue ich bereits.
Du hast einfach nichts verstanden. Das Geldwesen war in allen kommunistischen Staaten im Prinzip genauso organisiert wie bei uns, nämlich über die Zentralbank.
Die Kommunisten konnten sich folglich selbst so viel Geld drucken lassen, wie sie wollten. Geholfen hat das nicht, und zwar deshalb, weil es vor allem reale Waren und Dienstleistungen sind, die zu einer erfolgreichen Wirtschaft gehören.
Geld kann man nicht bekanntlich nicht essen.
“[...]Keine Sorge, das tue ich bereits[...]”
Und was verstehst Du unter einem “Kommunisten”? Würde mich einmal interessieren. Die neoliberale Definition des Wortes “Kommunist” ist Dir sicher geläufig – Oder?
“[...]Du hast einfach nichts verstanden. Das Geldwesen war in allen kommunistischen Staaten im Prinzip genauso organisiert wie bei uns, nämlich über die Zentralbank[...]”
Aha? Schreibst Du das allein, oder hat dir das jemand aufdiktiert?
“[...]Die Kommunisten konnten sich folglich selbst so viel Geld drucken lassen, wie sie wollten. Geholfen hat das nicht, und zwar deshalb, weil es vor allem reale Waren und Dienstleistungen sind, die zu einer erfolgreichen Wirtschaft gehören.
Geld kann man nicht bekanntlich nicht essen[...]”
Das man Geld nicht essen kann ist klar, aber was die Gelddruckmaschine der Kommunisten angeht – Der Dollar wird nicht derzeit auch massiv gedruckt, wie du es oben beschreibst? Ist Obama gar ein Kommunist, und die US-Notenbank gleich mit? Würde mich einmal interessieren.
Selten so gelacht *grins*
Amüsierte Grüße
Bernie
Und für diesen Eindruck bist Du aus meiner Sicht leider selbst schuld. Ich wollte nur endlich eine Definition für einen hier inflationär gebrauchten Begriff lesen. Du hast sie mir nicht nur nicht gegeben, dann hätte man angenehm diskutieren können, Du hast mich förmlich wie ein Pitbull aggressiv und beleidigend angesprungen, mich sofort als “neoliberal” tituliert, und genau das ist die typische Reaktion, die ich aus der extremen Linken gewohnt bin. Rein empirisch.
Wie gesagt: Eine argumentative Bankrotterklärung. Du möchtest offenbar nur herumpöbeln.
Ja, wird er. Und es wird sich herausstellen, dass die “Medizin”, welche die meisten Krisen einst auslöste, niemals die Kur sein kann. Vielmehr riskiert man damit einen Totalcrash.
Wenn Du wirklich objektiv und nach allen Seiten offen bist, sollte Dich dieses zitat stutzig machen:
„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll“
Ludwig von Mises
Nein, Obama befürwortet einen starken Staat, aber ich würde ihn nicht als Kommunisten bezeichnen. Der US-Dollar ist aber kein Marktgeld. Die Institution der Zentralbank funktioniert in den USA in der Tat prinzipiell genauso, wie sie es einst im Ostblock tat.
Ich empfehle: Das Geldsyndrom, von Helmut Creutz (unbedingt lesen!)
@André H.
Danke für den Tipp, und die Empfehlung (unbedingt lesen!).
Hab das schon in meinem BWL-Studium gelesen, und werde es sicher wieder einmal tun ;-)
Grüße
Bernie
Warum liest du Bücher mehrmals?
Solange in der Öffentlichkeit nicht ankommt das “die Krise” nicht ein unabwendbares Ereignis sondern in jeder Facette das Ergebinis zielgerichteter politischer Entscheidungen ist nutzt keine “Aufklärung” .
Was da wo überall krankt …..
Man könne nun zum x-ten mal beleuchten warum und wieso es so ist wie es ist und wem es nutzt oder wer profitiert….aber wozu,wenn die Mehrheit lieber den Wahrheiten der von Werbeeinnahme abhängigen Lohnschreiber der Kapitaleigner glauben schenken. Das ist bequemer, entbindet es sie doch von der Pflicht sich zu entrüsten und zu handeln …
666
Ich sehe das Problem des deutschen Neoliberalismus darin: Es wird ein Wettkampf der Nationen angestrebt. Die Deutschen gegen die Griechen, die Deutschen gegen die Portugiesen… Wenn das zwei konkurrierende Unternehmen unter vernünftigen staatlichen Gesetzen durchziehen, dann wird das eine Unternehmen das andere irgendwann mitsamt einiger seiner Mitarbeiter übernehmen. Wenn die Deutschen die Griechen “besiegt” haben, dann sind die Griechen aber immernoch da. Eine Übernahme ist nicht möglich und dann passiert das, was wir in Griechenland wöchentlich auf den Straßen sehen. Zurecht.
Ja, etwas, was die marktradikalen Kräfte nicht bereit sind zu akzeptieren. Sie wollen zwar den Wettbwerb von allem und jedem, aber der Verlierer (und den gibt es im Wettbewerb zwangsläufig, sonst wärs ja keiner) soll bitte sozialverträglich und still das Feld räumen. Macht er natürlich nicht, hat er nie getan und schon aus diesem Grund ist das ganze Konstrukt immer eines auf Kosten Anderer.
Nur deshalb können sich die allerhirnlosesten Apologeten noch immer über zweifelhafte Titel wie Exportweltmeister fast so dolle freuen wie über Fussballweltmeister und Co.
a:) Solange diese Erkenntnis ohne Folgen bleibt interessiert sie niemanden
b:) Wer sich anders entscheidet wir mit Hochsicherheitstrakt nicht unter 20 Jahren bestraft.
Demnächst wird wieder eine vorzeitig aus der Haft entlassen, die das lange vor uns begriffen hat.
@Cobra Liberaleusis
Ich zitier’ mich mal selbst …
Die Regierung hat sich zu einer verfassungsfeindlichen Organisation entwickelt die die Vorraussetzung für die Anwendung Artikel 20 zweifelsohne erfüllt . Sie führt sprichwörtliche Kriege in Grenzen die das Kapital in Gestalt von BarakO vorgibt zu Wohle einiger weniger die sich “das Kapital” nennen lassen,ebenso treibt die Regierung die Ausbeutung der Bevölkerung zum Wohle dieser wenigen als Helfer voran..
Wenn nun jemand Maßnamen billigt die das erschweren sollen ..lesen sie hier –>
http://www.faz.net/artikel/C30923/ehemalige-raf-terroristin-anklage-gegen-inge-viett-gewalt-gebilligt-30432379.html
Gekaufte Regierung,gekaufte Gesetze,verkaufte Bevölkerung .. FREIHEIT ? RECHTSSTAAT ?
..bleibt immer noch …. was tun ,legal nichts ,den das Regime bestimmt was legal ist und was nicht !
“Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.” Martin Luther King
666
Ja. Der Text hätte auch von mir sein können.
Alles eine Frage der militärischen Überlegenheit – sonst von garnichts.
Diese Überlegenheit der Systembetreiber verhindert letztendlich dass wir unsere Blutsauger abschütteln und zu einer Politik finden in welcher der Mensch im Mittelpunkt steht – und nicht das (nur scheinbar) namenlose Kapital.
Dennoch: Das System IST verwundbar!
Als ich das Symbolfoto oben gesehen habe musste ich gleich denken:
“Wie viele würden tatsächlich so eine Reaktion zeigen”
Bei 95% ALLER Kommentare in ALLEN Foren, sehe ich überall:
‘Endlich geht das System zu Grunde’
‘Besser ein Schrecken mit Ende als Schrecken ohne Ende’
Die Leute scheinen vielmehr eine gewisse Sehnsucht nach der finanzpolitischen und wirtschaftlichen Apokalypse zu haben.
Trotzdem mals chön wieder was andres als Symbolbild zu sehen.
Diese fatalistische Einstellung/Meinung scheint eben sehr einfach vertretbar zu sein. Leider erkennen viele nicht, das auf dieser Grundlage eine Diskussion gar keinen Sinn macht.
Das System wird zugrunde gehen.
Hat nämlich eine Halbwertzeit von circa 70 Jahren.
Und ja,ich habe eine Sehnsucht.
Endlich in einer freien Welt leben.
Und Freiheit wird immernoch in Hanf gemessen.
http://www.youtube.com/watch?v=KScMrrx9GHA
Mfg
Wohl eher eine Vollwertzeit von 70 Jahren denn bei Halbwert müßte es nochmal so lang gehen und das glaube ich ehrlich nicht ;-)
666
Ich bin kein Ökonom, aber nachdem ich einige Wochen Texte über unser auf Zins basiertem System gelesen habe, scheint mir nur logisch, dass wir gerade wieder mal eine Ende desselben sehen.
HIer wurde die Frage gestellt, welche Lösung denn eine mögliche wäre. Mir scheint es eine zu geben, deren Namen in den Köpfen aber eher mit Chaos und Gewalt verbunden wird. Die Geschichtsschreiber der Herrschenden haben da gute ARbeit geleistet.
Ich empfehle die Lektüre des Buchs über Anarchie von Horst Stowasser. Er beleuchtet die Geschichte der Anarchisten, die sich von den Sozialisten, die sich aus der Internationalen Ende des 19. Jahrhunderts agekoppelt hatten. Der Grund war die Annahme, dass es nur zu einem Staatskapitalismus führen kann.
Anarchisten sind gegen den Staat als Mittel der Unterdrückung der Bevölkerung und setzen komplett auf die Selbstorganisation der Menschen in ihren Kommunen und Arbeitsgruppen.
In Spanien gab es vor der Übernahme der Faschisten eine größere, funktionierende Verwaltung in dieser Form, wenn auch nur kurz. Dass diese Denke noch in Spanien vorhanden ist, können wir gerade an der Empörung der verlorenen Generation in Spanien sehen (siehe ihr Manifest: http://bit.ly/jVl20u ) .
Ich sehe drei notwendige Änderungen für eine funktionierende Gesellschaft:
1. Ein Geldsystem ohne Zins (siehe die Projekte der Regionalgelder in Deutschland)
2. Die Gewalt geht vom Volk aus, da es keine Gewählten gibt, die Anderes tun dürfen, als das, wozu sie beauftragt wurden (Anarchie = ORGANISATION ohne HIERARCHIE)
3. Weg von dem zerfleischenden, krankmachenden, Resourcen-zerstörenden Leitbild der Konkurrenz hin zu dem Menschen-würdigen Leitbild der Kooperation.
Warum müssen wir so vieles redundant tun, nur damit die wenigen Gewinner profitieren und die vielen Verlierer an Depression und Burn-Out erkranken.
Eine gesunde Gesellschaft kann nur in Kooperation leben!
Und das können wir schon heute im Kleinen leben. In den Vereinen sind wir schon geübt. In den Kommunen beginnt es auch wieder. In unseren Firmen sehen ich schon erste Ansätze. Fragt die Software-Programmierer nach der SCRUM-Methode, die schon veile verwenden.
Heute las ich in einer Kölner Zeitung: “Ihr Eltern müsst Euch nicht wundern, wenn wir, Eure Kinder, keine Lust haben, uns mit Politik zu beschäftigen. Wir sehen Euch immer nur mit dem Kopf über die falschen Entscheidungen der Politiker schütteln. Ihr tut dann nichts mit der Begründung, dass man ja doch nichts ändern könne.”
Haben wir Alten uns zu lange hinweg geduckt. Alles geschluckt, was unsere Gesellschaft nur noch kälter und kränker hat werden lassen.
Wie kann es sein, dass ein so reiches Land wie Deutschland, es sich leisten kann, so viele Menschen am unteren Ende verelenden zu lassen, nur weil wir alle Angst haben, dort selbst zu laden?
Ja, auf die Taten kommt es an, nicht auf das Nichttun.
Aber bitte nicht mit Kopf ab. Das kann auch friedlich funktionieren. Siehe Spanien und Griechenland, aber auch die Wende in der DDR.
Es heißt, dass 5-10% der Gesellschaft zwei Drittel des Reichtums besitzen. D.h. aber dann aber auch, dass 90-95% der Bürger den Bedarf haben, in einer anderen Ökonomie leben zu wollen.
Göthe sagte zwei wichtige Sätze: “Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.” und “„Es hat etwas Vertracktes mit dem Wissen. Gibt man es wenigen, befördert man den Staat, gibt man es vielen, befördert man die Freiheit.“
Ich wünsche ein schönes Pfingstwochenende
In Deutschland gab es die nach dem Ersten Weltkrieg auch. Die wollten sich partout nicht den Sozis und den Kommunisten unterwerfen. Und dann kam Fritz Ebert und Noske, der Bluthund, und die haben die Führung übernommen und alles gegen die Wand gefahren.
Ja, ich bin ein verdammter Romantiker. Aber ich sage dir, es wird an einem 9. November, dem Tag der Deutschen passieren, und diesmal klappt es!
Die BRD hat Angst vor diesem Datum, und deshalb erzählen sie immer viel von 1938 und wenig von 1989, aber nie etwas von 1918.
Das ist schwer. Wer Rechtssicherheit fordert, bekommt Verträge, auf die der Schuldner festgenagelt werden kann. Und damit bekommt er echtes Geld und damit Zins. Auch ein Regionalgeld wird sich dahin entwickeln, wenn nicht Redlichkeit vor Treue geht, aber das widerspricht (noch) dem deutschen Ideal (siehe Rumpelstielzchen).
Eigentum und Recht und Freiheit hat einen Pferdefuß!
Ist dir klar, dass dich damit Grundgesetz Artikel 20 Absatz 4 für vogelfrei erklärt?
Technisch habe ich da große Hoffnung in das Prinzip von Liquid Democracy.
Das größte Problem ist es, den gewöhnlichen Menschen deine Mission klarzumachen. Es reicht einfach nicht aus, dass nur du erkennst. Sei Elsa dir ein warnendes Beispiel!
@Marin Bartonitz
Mit neuen gesellschaftlichen Lösungen habe ich mich, als ewig Grübelnder, auch schon beschäftigt. Deine Vorschläge hier und auf deiner Homepage sind interessant und theoretisch machbar. Nur glaube ich inzwischen nicht mehr daran, dass sich unser (offensichtlich pervertiertes) System ändern lässt. Die heutige globalisierte Welt, sowie der Grad der technischen und militärischen Möglichkeiten sind – gegenüber vor 50, 100, 200 Jahren – dermassen gigantisch, dass schon nur der Versuch einer Änderung innert kurzer Zeit erstickt würde. Ich glaube inzwischen, dass die Gesellschaft, so wie wir sie heute kennen, vor “die Hunde” gehen wird.
Vielleicht wird es auf die prophezeite biblische Endzeit heraus laufen, ob nun selbsterfüllend oder nicht. Vielleicht wird, wenn wir Glück haben, nach einigen Monaten des Chaos wieder eine gesellschaftliche Sturktur entstehen. Vielleicht wird dann die “Vernunft” etwas mehr zum Tragen kommen, als jetzt. Das tönt jetzt alles sehr pessimistisch und extrem. Nur: wer hätte sich z.B. 1925 vorstellen können, was die nächsten 20 Jahre bringen werden ?
Die Leute, welche der Meinung sind, dass ja zur Zeit alles gar nicht so schlimm ist, wissen einfach nicht was da genau abläuft. Sehen die Menschen, die vor Lmpedusa absaufen als Randnotiz oder freuen sich noch, weil weniger Ausländer den hiesigen Wohlstand bedrohen. Aber 1. steht das Finanzsystem vor dem Kollaps (die Frage ist nich ob, sondern wann) und 2. sind die Unruhen in Nordafrika meines Erachtens die Vorboten einer riesigen Umwälzung, welche ich wie anfangs beschrieben als nicht zielführend einschätze (was haben eigentlich die Revolten in Tunesien und Ägypten gebracht ?).
Es wäre ja alles sooo einfach: es bräuchte nur ein wenig guten Willen, Rücksicht und Gerechtigkeit. Aber genau das wird es nie geben!Der Mensch ist und bleibt der Mensch. Gierig, machtbesessen, rücksichtslos, brutal. Das war schon immer so und wird so bleiben. Wer das nicht akzeptieren will, wird keine Ruhe finden. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als den Tag so gut als möglich zu geniessen und im engeren Umfeld versuchen, anderen, welche vom System noch benachteiligter als wir sind, ein wenig zu helfen. Die Gierigen, welche vom System immer mehr profitieren werden, schauen schon genügend für sich selbst.
Einen guten Rat will keiner annehmen,wohl aber Geld …somit scheint Geld willkommener und wertvoller als ein guter Rat …
that’s it …
“Es gibt eben keinen Kapitalismus zum “Nulltarif”, einer MUSS immer die “Arschkarte” ziehen!”
Recht hast du!
+++BREAKING NEWS+++
Im Rahmen der EU-Verhandlungen haben sich auf dem Gebiet der Kürbisgewächsproduktion zwischen Deutschland und Spanien schwerwiegende Differenzen ergeben. Um einem endgültigen Scheitern der Gespräche zuvorzukommen, hat vor drei Tagen eine erregte Bundestagsdebatte stattgefunden. Herr Ministerialdirigent Dr.Walter Klöbitz vom Bundeswirtschaftsministerium erörterte die Frage “Gefährdet die deutsche Gurke den Zusammenhalt der Europäischen Union?”
Herr Präsident, meine verehrten Damen und Herren, die deutsche Gurke (Beifall)… die deutsche Gurke ist in den Mittelpunkt des Weltinteresses gerückt, seit die Bundesrepublik mehr Rohgurkenmasse vergurkt als England, Frankreich und Spanien zusammen. In der bevorstehenden Ministerratssitzung der Europäischen Union muss sich die qualitative Überlegenheit der deutschen Salatgurke erweisen, oder wir gehen einer Gurkenkrise unvorstellbaren Ausmaßes entgegen (Beifall). In diesem Zusammenhang bringe ich mein Bedauern über eine Pressemeldung zum Ausdruck. Ich habe in meinem letzten Gespräch mit dem spanischen Ministerpräsidenten nichts geäußert von einem sauren Angebot an unzureichenden Gurken, sondern von einem unzureichenden Angebot an sauren Gurken.
Es ist beschämend, dass gerade die linksintellektuelle studentische Jugend an der Gurkenfrage völlig vorbeidiskutiert. Weiß man denn in Linksjugend- und SDS-Kreisen überhaupt, welche entscheidende Rolle die gemeine Salatgurke im politischen Bewusstsein des deutschen Volkes spielt? Das linksintellektuelle Unbehagen an der stürmischen Entwicklung der deutschen Kürbisgewächsindustrie (Beifall) kann uns nicht hindern, in der Arbeit fortzufahren, unbeirrt, nüchtern und gurkenbewusst.
In diesen Tagen wird sich wohl entscheiden, ob die Koalition an der Gurke zerbricht, oder ob sich neue gemeinsame Impulse an ihr entzünden. Ich kenne keine linke und keine rechte Gurke – (Beifall) es gibt nur eine – deutsche – Gurke! (anhaltender Beifall)
Lieber Florian Hausschild
Weisst Du dass der Spruch “lieber ein Ende mit schrecken als ein Schrecken ohne Ende” mit dem Dein Artikel aufhoert, nicht nur totaler Quatsch ist, sondern der Wahlspruch alle CDS Investoren die auf die Pleite Griechenlands setzen.
Das weiss doch jeder!
Jetzt mal eine kurze Frage. Gehoerst Du dazu, zu denjenigen die finanziell von einer Umschuldung Griechenlands profitieren wuerden. Auch im weistesten Sinne, Koenntest DU dir vorstellen, dass es Interessen gibt, die so eine Panik, die Du hier machst (auch in Deinem Blog – profitieren koennten?
Oder hast Du vielleicht konkrete Loesungsvorschlaege. Hab ich aber. Schau mal hier, dann wirst Du sehen, dass solche Panikmache doch wohl total fehl am Platz.
Schaut mal auf die Konkurrenz, weissgarnix.de, liebe Spiegelfechterfreunde.
Was da so vorgeschlagen wird (in der Diskussion) ueber verschiedene Geldsysteme, und wie es Griechenland helfen koennte. Und denkt mal darueber nach.
http://www.weissgarnix.de/2011/06/05/marchenonkel-straubhaar-erzahlt-uns-was-von-der-stadt/#comment-115861
Und uebrigends. Irlands Zentralbank gibt sich schon lange Geld fuer nichts heraus. Zinsfrei. 51 Mrd. Spart also 3 Mrd Zinsen jedes Jahr, die sonst and die Finanzbranche abfliessen wuerden. Hat nur noch keiner mitbekommen.
http://www.weissgarnix.de/2011/06/11/eine-kreditkrise-im-land-daneia/#comment-116585
Solche Sachen sind natuerlich relevant, in einer Debatte ueber oekonomische Probleme.
Es muessen oekonomische Vorschlaege gemacht werden, von Oekonomen, oder Leuten die verstehen welche oekonomischen Forderungen Bloedsinn sind, und welche nicht. Und die was von Finanzmaerkten verstehen. Und wo Systemaenderungen noetig sind. Welche Qualifikation hast Du dafuer, lieber Florian?
Hier ein paar Vorschlaege von mir. (Meiner Ansicht nach ist die Spekulation mit Credit Default Swaps, die auf die Pleite der Europeripherie setzen ein Hauptgrund fuer die Krise. Ueber 80 Mrd brutto sind auf die Pleite gesetzt (brutto) und die Spekulanten wollen alle gerne ausbezahlt werden. Wenn nicht umgeschuldet wird, ist das Geld weg! Also wird laut nach Umschuldung gerufen. Deshalb kommen CDS hier im Loesungsansatz des oefteren vor.)
1.) Vermoegenden Griechen besteuern (280 Mrd in der Schweiz)
2) langfirstigen Kredit gewaehren, mit dem man Griechenland vom Markt nimmt (350 Mrd zu 3% ueber 30 Jahre)
3) CDS besteuern (Einmalig 20% vom Nominalwert fuer Ausgeber und Kaeufer – rund 10 Mrd Dollar nur fuer Griechenland CDS kaemen da zusammen, wenn wir davon ausgehen, dass 50% aller CDS in Europa gehalten werden). Wird am 1. Juli eingefuehrt.
4) Auflage dass CDS sofort mit Anleihen gedeckt werden muessen, ab 1. Juli. Das fuehrt zu ungeheimer Nachfrage nach Anleihen. Griechenlandanleihen ziehen an im Preis. Griechenlandrenditen fallen von 15% auf 4%.
5) Ab Januar 2012 werden CDS verboten. Damit niemand mehr damit spekuliert. Die gab es vor 10 Jahren noch nicht, warum also sollten die zugelassen werden.
6) Einfuehrung von 3% Finanztransaktionssteuer Europaweit, ab Januar 2012.
7) Einfuehrung von Europaweiter Millonaervermoegensteuer 3-5%, die nur dazu genommen wird die Staatsschulden abzubauen, damit man nicht immer das Geplaerre der Reichen hoeren muss, sie muessten zu viel Steuer zahlen, weil die Staatschulden zu hoch sind.
8) Dann zusaetzlich noch, wie kann man Leistungsbilanzen ausgleichen? Auch durch Urlaub, den wir in den Europeripheriestaaten machen koennten. Der Staat gibt uns 1.500 Euro, jedem von uns, um in der Europeripherie Urlaub zu machen. In der Nebensaison (im Sommer ist es zu voll). Kosten genau 120 Mrd Euro. Koennte man einen Teil Millionaervermoegensteuer fuer benutzen, anstatt Staatsschulden abzuzahlen.
Wuerde zu unheimlichen hohem realen Wachstum in der Europeripherie fuehren, die ja alle Touristenziele sind.
Genau solche Vorschlaege sind konkret realisierbar. Nateurlich muesste man wollen!
Wuerdest Du die unterstuetzen – Florian?
….ein Arzt in Begleitung zweier bulliger 1Euro Jobber die als ehemalige Bauarbeiter nun im Pflegesektor ein kärgliches Auskommen gefunden haben betreten das Podium unter den verwirrten Blicken der Anwesenden bekommt Ministerialdirigent Dr.Walter Klöbitz ein starkes Beruhigungsmittel gestiftet von dem Pharmaunternehmen seines vertrauens während die ehemaligen Bauarbeiter die halbe Portion in eine unbequeme Jacke stecken und wie ein Paket verschnüren…. Unter schallendem Gelächter aus den billigeren Rängen wird der inzwischen seelig vor sich hin lächelnde Ministerialdirigent Dr.Walter Klöbitz in die Klinik für sehr, sehr, sehr Nervöse gefahren.
Das Ende naht … Muhahahahaaa 666
Nope:
Nur noch der teutsche Steuerzahler ist noch im Boot … ;-) wie geplant .. alles läuft wunschgemäß ..
nur eben für den Bürger nicht ..aber das ist auch wunschgemäß ;-)
\m/ 666
Wenn ich das schon lese wird mir schlecht. Der Herr Autor scheint sein Hirn nur bekommen zu haben um sinnlose Elaborate einer einseitigen altersdementen Ideologie abzulassen.
Der “Gemeinschaftsgedanke” besteht leider ausschließlich darin Monopolgewinne zu verfrühstücken und sich ansonsten in der Herde von 60-70% überflüssiger Mitarbeiter die Eier zu Schaukeln. Das wird in GR nicht anders sein wie in D (wo dieses Zahlen durch die Privatisierung nachweisbar wurden).
Sicher gibt es Staatsaufgaben, z.B. bei den natürlichen Monopolen (wer die nicht kennt sollte lieber andere Webseiten als die von Sozialverdummern lesen). Der Rest ist durch Konkurrenz und Marktgesetze besser regelbar als es diese 5 Jahrespläne von EU-Pleite Merkel und anderer Dummköpfe je vermögen werden. Wenn schon diese simplen Prämissen vernebelt werden kann man sich den Rest auch sparen.
Der Kommunismus wird scheitern weil in ihm keine Marktpreise ermittelt werden können (Hayek ca. 1946). Wo sind die Marktpreise bei der Griechenland “Stütze”?
Wer eine http://www.Adresse kennt wo sinnvoll statt ideologisch diskutiert wird kann mir einen großen Gefallen tun. Stichworte wären Feudalstaat, EU Finanzbetrugskreislauf, leistungsloses Einkommen vermögender, Plünderung durch kalte Progression und so weiter.
Ne andere Platte habt ihr nicht, was?
Hayek war wenigstens so ehrlich und gab offen zu, dass ihm Demokratie im Prinzip am Arsch vorbei geht. Sein Freund Pinochet kann das bestätigen…
Der Sozialstaat steigert die Produktivität der Arbeitnehmer ungemein.
Wenn die Hälfte der Arbeitnehmer Polizist spielen müssen, wird die Hälfte weniger produziert werden können.
Die herrschende Klasse , die in Deutschland eine rational kalkulierende ist, hat gar kein Interesse daran den Sozialstaat abzuschaffen.
Sie ist durchaus zu Kompromissen bereit.
Durch Wählen gehen ist etwas zu ändern.
Durch Warten auf den Systemzusammenbruch nichts.
Also vom Spiegelfechter bzw der Webseite ist man eigtl bessere Artikel gewohnt als diesen hier.
Sorry, aber plumper geht es nicht mehr. Das Geschriebene mag ja stimmen, aber Hinweise auf das WARUM dem so ist, oder einfach nur Hinweise auf entsprechende Literatur wären angebracht. Einfach zu sagen, der Leser ist dumm, wenn er das nicht erkennt, ist unter aller Sau. Da lob ich mir doch lieber die argumentativen Beiträge von Jens.
Auch das lässt sich so einfach sagen. Gegenfrage an den Autor: Wieso ist die Neoklassik dann immer noch so bestimmend, wenn sie angeblich fundamental an der Empirie gescheitert ist? Fakt ist eigtl, dass die Empirie nicht mit einer Stimme spricht, sondern viele, teils widersprüchliche Dinge erzählt.
Zu klären wäre auch noch, was eigtl die “Neoklassik” sein soll oder besser gesagt, was der Autor darunter versteht. Auch wird die Frage nicht beantwortet, was denn “gesellschaftsrelevante Zahlen” seien (wenngleich ich bei dieser Aussage doch zustimmen würde).
Der Autor will einfach seine Schäfchen zusammen halten, das macht die BLÖD Zeitung nicht anders. Klickraten sind nun mal das A und O ob nun Henkel und BP zahlt oder VG Wort.
Je blöder die Elaborate auf Metaebene um so mehr Dummköpfe finden sich um das zu lesen. Das mache ich nur in Ansätzen der Content steht meist unter dem Artikel. Womit wir wieder beim Schmarotzertum und leistungslosen Einkommen wären. Aber das kann dem Betreiber auch egal sein.
Den sog. Journalisten ist so weit zu trauen wie der BonzenEhefrau und HummerVerputzerin S.Wagenknecht.
“Unsere” Pressefreiheit beschränkt sich doch in Wirklichkeit darauf, die Meinungen der von Werbeeinnahmen abhängigen Lohnschreiber der Kapitaleigner lesen zu dürfen,damit hat’s sich’s.
666
Das hat mich schon immer interessiert, weil ich es nie verstanden habe: Dürfen Kommunistinnen keinen Hummer essen? Wieso das? Sollen sie in Sack und Asche gehen, und auf Graubrotkanten kauen und Leitungswasser dazu trinken? Aber welchen Sinn soll das haben? Müssen Kapitalisten dann auch Zylinderhüte tragen und dicke Zigarren rauchen und dicke Bäuche haben? Ich frag ja nur.
Sie konkurrieren mit spider um das dümmste post des Tages. Ein echter neoliberaler Wettbwerb!
Super.
@ola
So kann man es auch sagen, aber den Neolibs fällt halt, außer unqualifizierten Kommentaren, einfach nichts mehr anderes ein, als Gegner des Marktradikalismus persönlich anzugreifen. Schwache Leistung, die zeigt wie weit dieses System schon am Boden liegt, und erinnert mich fatal an die Zeit als die Sowjetunion den Staatskollaps erlebt hat, d.h. das Ende des autoritären Staatssozialismus/-kommunismus.
Da gab es sicher auch nur unqualifizierte Kommentare von Stalinisten & sonstigen Kommunisten, die einfach nicht wahr haben wollten, dass ihre Ideologie gescheitert ist – Tja, ist doch amüsant, dass sich Ideologien immer wieder ähneln – im Scheitern.
Jetzt ist eben der marktradikale Kapitalismus dran, und verteidigt mit Klauen und Zähnen seine Ideologie mit allen Mitteln – auch mit bezahlten Lohnschreibern in Foren, oder einfach sich selbst täuschenden Menschen (!: kennt man von fanatischen Religionsanhängern, die sich, trotz offensichtlichem Scheitern ihrer jeweiligen Religion, an diese klammern und mit der untergehen – Eine Ironie der Geschichte ist übrigens, dass Religionen auch nichts anderes als Ideologien, mit allen Kennzeichen einer Ideologie, sind, und dies heute eben weglügen – auch hier, wie bei der neoliberalen Ideolgie Selbstbetrug bis zum bitteren Ende).
Fazit:
Habt Mitleid mit diesen neoliberalen Selbstbelügern, die einfach persönlich werden müssen, weil die nicht wahr haben wollen, dass ihre Ideologie eben genauso gescheitert ist wie einst der Staatskommunismus/-sozialismus östlicher Prägung.
Sahra Wagenknecht hat dies eingesehen, aber ihre ideologischen Gegner eben nicht, die kämpfen mit Klauen und Zähnen für eine untote Ideologie namens Neoliberalismus, oder noch besser Markttalibanismus.
Amüsierter Gruß
Bernie
1. Ich sehe mich nicht als neoliberal.
2. Nicht ich habe Dich zuerst persönlich angegriffen, sondern Du mich. Und all das, weil ich die linke Definition von “neoliberal” wissen wollte. Daraufhin hast Du mich sofort emotional heftig angegriffen und als “neoliberal” tituliert. DAS nenne ich Verblendheit und Fanatismus. Eine Erklärung habe ich von Dir jedoch nicht gesehen. Wieder einmal typisch.
Ich bin nicht hier um etwas zu verteidigen. Wir können uns auf den Nenner, dass einige wenige auf Kosten der Allgemeinheit völlig unverhätnismässig und egoistisch ihre Ziele verwirklichen, sofort einigen. Ich behaupte nur, dass etliche Gründe hierfür ganz andere sind, als Du sie siehst.
Wenn bspw. der Neoliberalismus der freie Markt sein soll, dann hat man ihn in Zeiten der 5-Jahrespläne der EU entweder nie eingeführt, oder der Neoliberalismus ist eben nicht der freie Markt. Simple Logik.
Als volkswirtschaftlicher Laie (ich habe zwar auch schon im Gastgewerbe gearbeitet…) bedeutet für mich:
Freier Markt = freier Markt, alle Marktteilnehmer haben die gleich langen Spiesse, die selben Chancen und Voraussetzungen – der Klügere und Anpassungsfähigere hat Erfolg, die anderen gehen pleite
Liberalismus/Neoliberalismus = Freiheitliche/Neu-Freiheitliche Marktlehre
In der Praxis sieht es dann so aus:
Einige halten sich für besonders schlau und zahlen Löhne, von denen man nicht leben kann – ergo bezahlt die Allgemeinheit den Rest. Einige andere halten sich auch für besonders schlau und bilden geheime Absprachen, so dass die Allgemeinheit bei z.B. öffentlichen Bauaufträgen wieder bezahlt. Einige andere halten sich auch für besonders schlau und lassen frisierte Studien, tendenziöse Gesetze, erpresserische Methoden wirken usw. usw.
Fazit: Auch der Lieberalismus ist eine Sekte. Eine Sekte, die, dank der Demokratie, an einen “freien” und “gerechten” Markt und seine Mechanismen glaubt. Wie beim Kommunismus, welcher auch an eine gerechte Verteilung der Güter des Kollektivs an den Einzelnen glaubt. Der Liberalismus mündet früher oder später in einer Konzerndiktatur – der Kommunismus in einer Diktatur, wo die “Gleicheren” die “Gleichen” unterdrücken. Am Ende ist beides Faschismus.
Auch wenn ich mich mit meinen Überlegungen wieder lächerlich mache:
Sooo schlecht war die Monarchie im Vergleich zu den nun bereits sichtbaren Auswüchsen des Liberalismus nicht. Diese Monarchie könnte ja auch mit klar umrissenen Vorgaben ausgestattet werden. Es müssen ja nun nicht die übelsten Beispiele herangezogen werden. Es gab auch gute und weise Königsherrschaften.
Nicht dass ich mich nach einer Monarchie sehne – ich bin nur auf der Suche nach etwas weniger Schlechtem als dem Liberalismus.
Interessanterweise gab es nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland ernstzunehmende Bestrebungen zur Wiedereinführung der Monarchie, welche jedoch bekämpft wurden. Wer sind die Bevorteilten einer Nicht-Monarchie ?
Es muss doch erlaubt sein, nach anderen gesellschaftspolitischen Formen zu suchen, wenn die aktuelle bereits nach so kurzer Zeit vor dem Scheitern steht und einen solch grossen Schaden in der Welt verursacht hat!
andré, soweit mir bekannt, ist ‘liberalismus’ keine staatsform, im gegensatz zur monarchie, und insofern ihr auch nicht gegenüberzustellen. in großbrittannien haben wir als staatsform eine monarchie und als wirtschaftsideologie den gefräßigsten liberalismus aller zeiten. also das funktioniert nicht. hier versuchen zwar immer wieder irgendwelche idioten, dieser wirtschaftsideologie den status einer staatsform aufzudrücken, aber bislang ist es noch nicht so weit, auch wenn die sogenannte ‘fdp’ das gerne anders sähe.
Okay, du hast recht. Meine Gegenüberstellung ist nicht ganz korrekt, aber eine Demokratie (als Staatsform) mit liberaler Prägung ermöglicht Firmen eher eine Machtfülle, welche im Endeffekt in einer Konzerndiktatur mündet (meine These), indem die Macht der Konzerne die Politiker weitgehend unter Kontrolle hat. Ein Monarch (mit echten Kompetenzen) könnte vermutlich die Wirtschaft auf einfachere Art am Übermächtigwerden hindern. Zudem müsste sich ein Monarch nicht nur für eine oder zwei Amtsperioden verantworten.
‘könnte vermutlich’ und ‘müsste nicht’ gilt selbstverständlich für jede denkbare staatsform.
andererseits gilt für mich persönlich als ausgewiesenem nihilisten ‘zum teufel mit der monarchie’.
:-))
Nein, eben nicht. In diesem Fall hast Du nämlich staatlich subventionierte Lohnzuschüsse. Das ist doch kein freier Markt, wenn direkt oder indirekt subventionierte Unternehmen gegen nicht subventionierte Unternehmen konkurrieren. Mehr noch, der Staat zwingt etliche Menschen unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Genau das passiert nämlich, wenn Leute nach dem Staat rufen. Es wird immer mehr oder weniger verdeckten Lobbyismus geben, und er wird immer solche oder ähnliche Lösungen generieren.
Einzige sinnvolle Konsequenz: Man muss dem Staat die Einmischung in diesen Bereich strikt verbieten.
Wenn es um Löhne geht, sollen sich die Leute selbst organisieren, und öffentlichen Druck auf die Unternehmen ausüben und nicht nach dem Staat rufen. Das Gesetz sollte sie in diesem Fall lediglich vor einer beruflichen Benachteiligung schützen. Denn in einer offenen und freien Gesellschaft darf ihnen das niemand verbieten. Aber bitte keine politisierten und regierungsnahen Gewerkschaften mit SPD-lern, die die aufgrund einer Agenda diskret und unauffällig gegen die Wand gefahren werden.
Wozu dienen frisierte Studien und erpresserische Methoden oder auch Lobbyismus? Sie dienen doch einzig dazu, den Staat zu den gewünschten Gesetzen und Verordnungen zu bewegen.
Der Staat ist also kein Gegenpol zum Markt, kann in diesem System kein reiner Gegenpol sein, er ist ein Instrument des Kapitals. Das fatale:
Je mehr Befugnisse er hat, desto attraktiver für Einwirkungen und desto instrumentalisierbarer ist er. Und desto mehr schreit Ihr wegen den schlechten Folgen nach zusätzlichen Befugnissen. Aus meiner Sicht ein Teufelskreis. Geradezu teuflisch genial.
Die Auswirkungen sind aber bereits jetzt verheerend. Wir haben staatlich subventionierte Leiharbeit, ein völlig überteuertes Zwangs-Gesundheitssystem, und die Wirtschaft lässt sich jedes Jahr circa 150 Milliarden Subventionen aus den Steuern der normalen Bürger finanzieren. Zahlen dafür Bürger Steuern?
Die Lösung kann ja wohl nur sein dem Staat diese Kompetenzen zu entziehen und sie auf das Individuum zu übertragen. Erst dann mindert man die Macht der Lobbys erheblich. Dafür braucht man nur ein gut funktionierendes Justizsystem, in dem jeder Bürger unabhängig vom Geldbeutel jede Organisation und jedes Unternehmen mit Erfolg verklagen und gewinnen kann. Über Bauprojekte bspw. könnte per Abstimmung in den jeweiligen Kommunen entschieden werden.
“Der Staat ist also kein Gegenpol zum Markt, kann in diesem System kein reiner Gegenpol sein, er ist ein Instrument des Kapitals. Das fatale:
Je mehr Befugnisse er hat, desto instrumentalisierbarer ist er. Und Ihr schreit ja hier nach zusätzlichen Befugnissen. Aus meiner Sicht ein Teufelskreis. Geradezu teuflisch genial.”
Genau! Wenn ich hier den “freien Markt” wegen dessen Einfluss auf die Politik kritisiere, geschieht dies nicht, um damit dem (heutigen) Staat zuzustimmen: Ich sehe keine Lösung in der Demokratie; sie ist zu anfällig für wirtschaftliche Interessen. Was Demokratien anrichten, sehen wir heute global. Wir sind in einer Sackgasse gelandet. (Wer an eine Reformierung der Demokratie glaubt, muss auch zwingend an das Gute im Menschen glauben. Und das tue ich nicht.)
Wie stellst du dir das vor – Allmenden ?
Der Grad der Technisierung und die Möglichkeiten der Überwachung sind dermassen weit fortgeschritten, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie das die zur Zeit Machthabenden (Konzerne und deren Politikvertreter) zulassen könnten.
Wie ich schon einmal ausführte, werden wir den eingeschlagenen Weg wohl zuende gehen müssen, bis es knallt…. Erst danach entstehen vielleicht gerechtere Strukturen – für eine kurze Zeit.
Das würde ich generell nicht sagen. Zwischen der Schweiz beispielsweise und den restlichen europäischen Demokratien bestehen durchaus beträchtliche Unterschiede zugunsten der Schweiz. Die politische Elite der Schweiz mag zwar in weiten Teilen auch korrupt sein, ihr sind in vielen Dingen aufgrund des Volkes als Souverän und aufgrund der direkten Demokratie die Hände gebunden. Der Föderalismus in Form der Unabhängigkeit der Kantone trägt ebenfalls dazu bei. Und genau darum geht es.
Was vielen gar nicht bekannt ist: Schweiz, Liechtenstein und Norwegen verfügen über den höchsten Lebensstandard in Europa. Alle drei Länder sind nicht Mitglied der EU.
Bei uns ist der Wähler für all die Debakel verantwortlich, der sich nicht eigenständig informiert, nicht selbständig denkt und sich immer wieder von den Medien einlullen läßt.
@spider
Das hat meines Erachtens weniger mit der Staatsform und/oder der Mitgliedschaft in der EU zu tun.
Norwegen: sehr reich wegen den Bodenschätzen (Öl)
Schweiz und Liechtenstein: wer in diesem MONOPOLY die Bank spielt, kann fast nichts mehr falsch machen
Direkte Demokratie und Föderalismus in der Schweiz:
Ist sicher nicht das Schlechteste, aber auf Dauer wird auch das durch die Verfilzung von Industrie und Politik ausgehebelt.
Aktuelleres Beispiel: SVP-Mann Christoph Blocher kann mit seinen Industrie-Milliarden locker die Werbeplakatverpflasterung der SVP sponsern und die Meinung und das Abstimmungsverhalten so nachhaltig beeinflussen.
@TreBon:
Sarah Wagenknecht hat wenigstens bewiesen, dass sie einen Verstand besitzt und diesen auch einzusetzen weiß – wie sieht es bei Ihnen aus? Oder mit Hummeressen, Zigarrerauchen und Bauchreiben beschäftigt? ;-)
Wagenknecht ist in ihrem ganz realen, von ihrem von den unglaublich dämlichen Anhängern weit entfernten Lebensstil her ebenso ein Luxuskommunist wie der andere Säulenheilige der Dummen, Lafontaine, Hummeressen eingeschlossen. Na?
Jetzt bin ich aber gespannt – steht denn schon die Anklage für die verwerflichen Taten?
Du kannst der staunenden Gemeinde sicher auch gleich die Beweise für deine Behauptungen liefern.
Ich warte!
Ich frage mich wie du sowas fragen kannst ….? _\m/
Also irgendwie habt ihr zwar alle recht, aber trotzdem seid ihr nicht fähig das wahre Problem beim Namen zu nennen: democracia real ya!
Wir wissen doch alle wer die wirklich exekutiven Kräfte sind und solang ihr nur so um den Bei herum diskutiert wird sich an den Tatsachen auch nichts ändern – großartige Audienz, aber ohne tatsächliches Engagement!
Wäre ich Grieche und hätte die “Macht” der demokratischen Mehrheit auf meiner Seite hätte ich als Bürger dieses Landes niemals für den Lissabon-Vertrag gestimmt – leider hatten wir alle keine Alternative dazu und nun können wir auch mal so ganz nebenbei vergessen was uns die “Aufklärung” eigentlich ermöglichte – was wir leider niemals so richtig verstanden haben, bzw. nicht unbedingt 1×1 umsetzen wollten, denn unsere nur allzu menschliche Kondition scheint das Beispiel des “Tellerwäschers zum Millionär” attraktiver zu finden als die ganz normale Form eines Lebens in Harmonie mit seinem ganz persönlichen Umfeld.
Das System krankt weil es jegliche Ethik auf den Kopf gestellt hat, “Werte” wie Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft werden/wurden ersetzt durch Egoismus und Opportunismus: alles ist nur noch eine Frage des “Preises” – Einige verkaufen sich bereits für ein paar € und merken gar nicht dass sie sich damit selbst prostituiert haben, und all das ohne jegliche “Kompensation”
“Verschwörungstheorie”
Die Bilderberger hatten diesmal als Hauptthema Griechenland – Land das anscheinend gerade mal nicht mehr in die Euro-Zone passt; mal sehn was daraus entsteht ;-)
salu2 y buenas noches
Lieber Spider,
wieso fühlst Du dich immer angesprochen?
Wer sagt dir eigentlich, dass ich mit dem Beitrag vom 12. Juni 2011 at 23:37 dich persönlich anspreche?
Irgendwie hab ich ja Mitleid mit Menschen von deinem Schlage – immer das letzte Wort haben müssen, und immer wieder andere persönlich, und in Abwesenheit, angreifen.
Wird dir das nicht selbst langweilig?
Ich verabschiede mich jetzt aber wirklich, denn – obwohl ich andere Meinungen schätze – auf solchen Blödsinn hab ich keinen Bock mehr.
Tipp:
Es gibt noch ein real Life, nicht nur das Internet – Mach’s mir nach und geh mal an die frische Luft.
Immer noch amüsierte
Grüße
Bernie
Hehe. Sagt genau der Richtige, der sich – mal wieder – meldet^^
Wird es. Du bist eben einfach keine Herausforderung.
“[....]Das System krankt weil es jegliche Ethik auf den Kopf gestellt hat, “Werte” wie Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft werden/wurden ersetzt durch Egoismus und Opportunismus: alles ist nur noch eine Frage des “Preises” – Einige verkaufen sich bereits für ein paar € und merken gar nicht dass sie sich damit selbst prostituiert haben, und all das ohne jegliche “Kompensation”[...]”
Lieber Chris W.,
kann ich nur unterschreiben, den obigen Satz – man sieht es den ganzen Politkamarillas, und Wirtschaftsbonzen, direkt an wie krank die sind, und genau davon haben immer mehr Europäer/-innen die Schnauze gestrichen voll.
Es geht nicht mehr um Kommunismus/Sozialismus (m.E. seit 1992 mausetot), und um Kapitalismus/Neoliberalismus, es geht um Ehrlichkeit und Räuberideologie (= nichts anderes sind Markttaliban).
Tja, mein Trost ist, dass am Ende doch die “Werte” wieder in sind, und die neoliberalen Räuberstaaten vor dem Aus stehen – Beispiele? Schau mal nach Südamerika, dort wird gerade vorgelebt, wie es ohne Ideologie geht – in den bolivarischen Staaten.
Gruß
Bernie
Noch was:
Ich beschränk mich jetzt auf’s Mitlesen.
Ich finde es lustig, und die Diskussion hier erinnert mich fatal an Diskussionen zum Thema Ausländer. Kaum greift man die Ideologie der Rechtsextremen an, kommen die angerannt und schreiben den größten unqualifizierten M…. den ich je gelesen habe – Insofern erinnern mich die marktradikalen Taliban hier wirklich an Rechtsextreme wie z.B. die REPS, die auch immer so reagieren, wenn man einen Text zum Thema Ausländerfeindlichkeit verfasst – als Bloggestalter.
Tja, vielleicht gibt es ja wirklich Parallelen zu erklären Neonazis? Ich weiß es nicht, und es ist mir egal…..denn die eigenen Worte der Neolibs verraten diese immer wieder als demokratiefeindlich und undemokratisch.
Schöne Pfingsten
Gruß
Bernie
PS: Auch bei Diskussionen über den rechtsextremen Sarrazin soll ja schon geschrieben worden sein “es darf ja mal gesagt werden….” – Irgendwie sind sogar die einleitenden Wortformeln dieselben. Darüber einmal nachgedacht?
Ich habe hier noch was passendes zum Thema gefunden – einfach so zum mitsingen – und vielleicht auch mitdenken ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=q8d0Gow1fhw
Wir brauchen eine Veränderung hin zu einer Wirtschaftsordnung in welcher der Mensch (wenigstens näherungsweise) im Mittelpunkt steht – und nicht die vernetzten Triebtäter des Großkapitals, welche ohne gesetzlich garantierten und staatlich kontrollierten Repressionsapparat keinen Cent ihrer fiktiven Kredite wiedersehen würden.
Dass wir von der Geld-Kaste keine Namem sehen sondern im günstigsten Fall vielleicht gerade noch den Namen der “Bank” wundert mich keineswegs. Es könnte ja ein Bild enstehen…
Einfach mal so als Zwischenruf: Das Artikel Bild ist einfach genial. >>zur Seite duck
Mir gefällt das blaue Shirt mit dem “schweren Ausnahmefehler” Aufdruck besser :-D
Ja ja ich weis …. Chauvie ;-)
666
Ich fragte mich schon lange, was dieses “Brustbild” bei diesem Thema hier zu suchen hat. Jetzt, da du die Schrift entschlüsselt hast, ist es mir auch klar:
Der “schwere Ausnahmefehler” ist eine Anspielung auf die Fehler im System…
Wenn meine Rechner seinerzeit noch unter Win 95/98SE die Meldung immer so nett verpackt hätten ….. ;-)
Da hab ich den Bluescreen des öfteren gesehen … Da hatte ich eine Diagnosesoftware die hat den stabilsten Rechner gelähmt ..
Mal ganz blöd gefragt:
Weiß eigentlich IRGENDJEMAND hier, wohin die Reise geht?
Ich vermute, dass das noch viele Jahre lang so weiter geht.
Das System fährt nämlich erst gegen die Wand, wenn die großen Geldklumpen auf den Markt drängen. Die Verwalter der großen Geldklumpen sind aber nicht dumm. Die wissen wie man Frösche kocht, und die wissen auch, dass der Parasit nicht seinen Wirt töten darf.
Die Verwalter der großen Geldklumpen werden vom Apparat nicht die Zinsen einfordern können, erlassen dann eben ein paar Schulden, und erscheinen als Wohltäter.
Die meisten Leute kriegen nicht mit wer sie aussaugt, selbst wenn es offensichtlich ist. Der Drang nach Konformität ist sehr stark. Die veröffentlichte Meinung kann den größten Unfug schreiben, und die meisten Leute glauben es. Das konnte man bei der letzten Osama-Klamotte erleben.
Sollte wir da dennoch irgendwie herauskommen, wie werden wir dann unseren Kindern erklären was heute so abgeht?
Die grossen Geldklumpen drängen jetzt schon auf den Markt. Ein grosser, milliardenschwerer Börsengang nach dem anderen – 100 Milliarden mit Facebook 2012. Die Einen wissen nicht mehr wohin mit ihren Milliarden – die Anderen wissen nicht mehr wohin mit ihren Geldsorgen.
Wohin die Reise geht ?
Wenn wir keine Globalisierung hätten, könnte das System eventuell reformiert werden. Aufgrund der heutigen, total vernetzten Gesellschaft und dem noch nie dagewesenen Grad der Technisierung (Internet, Cyberwar-Gefahr, militärische Hochrüstung, Möglichkeit der totalen Überwachung, Medienmacht in wenigen Händen, Saatgut mit Killergen usw.) fällt eine Reformierung des Systems meines Erachtens weg.
Es bleibt die Weiterführung des eingeschlagenen Weges.
Ich hätte auch lieber eine weniger pessimistische Prognose gestellt, aber wenn schwere dunke Wolken heranziehen, wäre es naiv zu verkünden, es werde schon kein Gewitter geben…
Ich hätte auch lieber das Rad 30, 40 Jahre zurückgedreht, aber die damaligen, noch harmlosen Verhältnisse (viel kleinere Verschuldung, kleinerer Umverteilungsgrad, genügend Arbeitsstellen usw.) waren nicht einfach bessere Zeiten, sondern nur ein Teilabschnitt auf dem Weg zu der heutigen Entwicklung.
Vor ein paar Wochen vermeldete die Presse, China wolle seinen Außenhandel in Yüan abwickeln. Die FAZ berichtete sogar schon davon, dass die deutschen Banken die Einrichtung von Renminbi-Yüan Konten vorbereiten.
Das klingt harmlos, kommt aber einer Revolution gleich, von der die gesamte Welt betroffen sein wird. Schließlich tritt damit eine Währung auf die Bühne der frei Konvertierbaren*), hinter der eine gigantische Wirtschafts- und Exportleistung steht. Wenn Chinas Außenhandel künftig in Yüan abgewickelt wird, werden in gleichem Umfang, wie der Yüan zum Einsatz kommt, Dollar- und Euro-Guthaben verdrängt.
*)wenn der Umtausch von Yüan in Fremdwährung zunächst auch noch einzig der chinesischen Zentralbank vorbehalten sein soll, was aber aufgrund des jetzt schon erkennbaren Yüan-Hungers der westlichen Wirtschaft praktisch keine Rolle spielen wird
Die Etablierung einer neuen Währung bedeutet zunächst einmal das Auftreten zusätzlicher Liquidität auf den Weltmärkten. Diese zusätzliche Liquidität wird das Kreditgeschäft der Banken auf Dollar- und Euro-Basis massiv beeinträchtigen und die “Gleichgewichte” (so man davon noch sprechen kann) in den Devisenreserven der Zentralbanken ins Wanken bringen.
Denn damit das Ausland in China mit Yüan einkaufen kann, muss China vorher massiv Yüan für seine Einkäufe im Ausland ausgeben. Das spricht dafür, dass China versuchen will, sich einer ausgeglichenen Handelsbilanz anzunähern, also Exporte und Importe ins Gleichgewicht zu bringen.
Damit fordert China nun den Gegenwert für die in langen Jahren eingesammelten Papiergeldberge vom Rest der Welt ein – und behält dabei sogar (und das ist das besonders Aufregende und Raffinierte) seine Dollar-Reserven zurück.
Bullshit as usual……..
@Lazarus09
Deutschlandfunk meldet eben, dass die Deutsche Bank für interessierte Firmen ein Renmimbi-Konto eröffnet. Man merke bereits jetzt eine deutliche Ausweitung des Handels in Renmimbi…
(Ich weilte vor ein paar Jahren- auf Einladung eines japanischen Lieferanten – in China. Was mir dort extrem auffiel: bei einer Strassen-Baustelle sah ich etwa 50 Leute mit einer Schaufel arbeiten – an Baumaschinen sah ich nur eine einzige. Bei uns sieht man mehrere Baumaschinen und höchstens ein paar wenige Leute.)
André H.
Wie es zu erwarten war ;-) …..
Nun in China sind Baumaschinen teuer … Bauarbeiter … der malocht für ne Handvoll Reis und wenn der mit der Schaufel in der Hand umfällt ist das sein Problem,der nächste wartet schon da “alternativlos”. Darum kläppert sich das Kapital da auch einen auf das guten Investitionsklima.
Menschen egal,Umwelt egal,Gesetze egal …
Man kann es auch anders sehen. Die Menschen haben wenigstens Arbeit. Wie hoch der Lohn ist, weiss ich nicht, aber die Millionen Wanderarbeiter sind immerhin imstande, Geld nach Hause zu ihren Familien zu senden. Wenn ich da bei euch Deutschen an Hartz4 denke…
Bei uns (im deutschsprachigen Kulturkreis) haben die Maschinen zwecks Rentabilitätsoptimierung viele Arbeitsstellen verdrängt.
Ja wie ich immer sage : “Der Gewinner des globalen Wettbewerbs liegt verhungert im Erdloch während sein Herr fett ist !”
Ich sag’ aber auch : Warum zum Teufel will jemand diesen Wettbewerb gewinnen ? Da muß man doch eine an der Birne haben !
Übrigends bin ich nicht in Deutschland ..schon ne ganze Weile nicht mehr . Und vom deutschen Scheißstaat hab ich mal in den 70′ 50DM pro Monat Kindergeld für Sohn No1 bekommen für No2 nur noch 30DM weil zu “viel” verdienet, für den Rest nix mehr … aber ich hab’ geblecht und nicht zu knapp .. der Teufel soll die …….. holen!
666
@Lazarus09
Wenn du in – sagen wir mal 5 Jahren – deine Rentner-Gang in London gründest….. Wie heisst die dann ?
Kreidler-Florett-Gang zum Beispiel ?
Der Angel-Verein ist ja schon fast ne Rentner Gang ;-) gegen das was die Regierung und Bankster abliefern ..
Kreidler Florett .. gute alte Zeit ;-)
Muhahahaaa
A Haufen nagelneue Autos, a Haufen zwid’re G’sichter dran
Mit dem ganzen Land, der eig’nen Wohnung und mit der Alt’n unzufried’n
Im Job verbissen, sonst bist d’ vierzig und niemand brauch so alte Leut’
Was früher in den Köpfen war, is im Computer heut’
Die Kinder in der Schul’ hau’n sich die Gosch’n ein
Das Rockerl von Lacoste, die Jeans von Calvin Klein
Der Papa hat keinen Bock, dass er mit ihnen redet
Er hängt die halbe Nacht am PC in Internet
Wohin geht die Fahrt, wohin die Reise
Nimm mich, wenn’s geht, net mit, Kapitän
Es beruhigt mich auch auf gar keine Weise
Wenn wir alle z’sammen untergeh’n
Alles muß immer mehr werd’n und immer schneller
Die Krallen g’schärft, die Ellbog’n knochenhart
Das Licht am Horizont wird nur net heller
Wenn man in die falsche Richtung fährt
Zeitungsschlagzeilen schrei’n, dass alles völlig morsch is
Im Parlament erklärt der eine, was der and’re für a Arsch is
Im Radio und Fernseh’n is die Werbung Hauptprogramm
Also einzig wahrer Freund, am Abend allein daheim
Ich glaube, STS hat es in diesem Lied schon vor Jahren ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Die Medien senden vor allem Opium für´s Volk, eine Marke ist mehr wert als jede Ideologie (und ist damit selbst Ideologie), das System beschleunigt jeden Tag ein bißchen mehr.
Wenn man heute mit jungen Leuten, egal wo in Europa, spricht, dann stellt man mit Erschrecken fest, daß sie komplett entpolitisiert sind. Deswegen ist natürlich weit und breit keine Revolution in Sicht, nicht mal eine kleine Korrektur der Richtung. Denn dazu braucht man Leute, die sich Gedanken machen und Veränderung wollen. Und die sehe ich in größere Menge…nirgendwo.
Einzige Schlußfolgerung aus der allgemeinen Krise des Systems: Wer noch Geld hat, sollte es jetzt in Sachwerte investieren. Wenn Angela M. den deutschen Steuerzahler schonend auf kommende Einschnitte vorbereitet, dann weiß man, daß es kurz vor 12 ist. Ich haue meine Kohle jedenfalls jetzt für sinnvolle Dinge raus, dann tut es demnächst nicht so weh, wenn alles den Bach runtergeht.
Ach, ist das so? Wenn ich heute mit jungen Leuten in Deutschland spreche (wo genau in Europa sprichst du denn mit denen?) stelle ich fest, dass sie weit mehr politisch interessiert, informiert und oft auch engagiert sind, als es die jungen Leute in den 80ern und 90ern waren.
lieber libertär statt liberal.
ohne genaue begriffliche definitionen ist eine inhaltliche diskusion sehr schwierig.
alleine der begriff kommunismus ist so undifferenziert, daß man nie weiß was gemeint ist.
wissenschaftlicher kommunismus
früh-kommunismus
stalinismus
staats-kommunismus
marxismus
trotzkismus
maoismus
utopicher-kommunismus
anachister-kommunismus
konsumtions-kommunismus
leninismus
realexistiereder-sozialismus
eurokommunismus
?
Wer wissen will, wo der ganze “Rotz” herkommt, der sehe sich mal den hier an:
http://www.youtube.com/watch?v=ML1OZCHixR0
die nachfolgende Er- und Ausbeutung des Wasserloches gegen eine unterprivilegierte Affenhorde habe ich als Filmschnipsel leider nicht gefunden^^
Und was die “unpolitische Jugend” angeht – wer, wie ich viele Jahre Kommunalpolitik betrieben hat, der weiß, warum da nix geht.
Ein selbstreferentielles System von gegenseitigen Bestärkungen und Beschwichtigungen, getrieben von einer Defizitorientierung, wo keiner weiter kommt, wenn er da nicht mitspielt.
Außerdem fängt reeller politischer Gestaltungsspielraum frühestens in der Landespolitik an.
In der Bundespolitik hat dann jemand, falls er da tatsächlich mal angekommen ist, wieder kaum Spielraum, weil fraktionelle, lobbyistische und soziale Verflechtungen und Verpflichtungen kaum Veränderungsspielraum lassen.
Das System ist so alt, wie die Affenhorde im Film.
Erst ein systemischer Bruch mit einem ordentlichen Tipping Point versehen wird da Veränderungschancen bieten.
Dann aber ohne die meisten von uns, weil die gibt´s dann nicht mehr.
Das Kernproblem ist unsere Vielzahl, da diese, um sie irgendwie strukturiert zu führen und zu gestalten, Hierarchien benötigt und damit bereits den Keim des Machtmissbrauches (= eigene Vorteilsorientierung zu Lasten weniger Privilegierter) legt.
Ursache dürfte tatsächlich unser genetisches Erbe aus Zeiten erheblichen Mangelerlebens und dementsprechenden Kampfes um geringe Ressourcen sein, deren erfolgreiche Überlebende ihre genetische Disposition natürlich dominant weiter vererbt haben^^.
Wie heißt doch der Titel von Theo Löbsacks Buch so schön?:
“Versuch und Irrtum. Der Mensch: Fehlschlag der Natur”