Stellungnahme zur Verleihung des Herbert Quandt Medien-Preises
geschrieben am 16. Juni 2011 von Spiegelfechter
„Eine intensive Recherche, Sachverstand und die fundierte eigene Meinung – das ist es, was ich mir auch in der Zukunft vom Wirtschaftsjournalismus wünsche“. Johanna Quandt
Stellungnahme von Dr. Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz, Autoren von „Drucksache BILD“, zur Verleihung des Herbert Quandt Medien-Preises an „Bild“
Die Entscheidung der Johanna-Quandt-Stiftung, „Bild“ für eine fünfteilige Serie im Herbst 2010 – einen nachgeschobenen Teil der Veröffentlichungen des Blattes über die Griechenland- und Euro-Krise vom ersten Halbjahr 2010 – mit dem Herbert Quandt Medien-Preis auszuzeichnen, ist befremdlich und hilfreich zugleich.
Befremdlich ist die Entscheidung der Quandt-Stiftung und der Preis-Jury aus zwei Gründen.
Erstens: Auch die Juroren wissen, dass die fünfteilige Serie „Geheimakte Griechenland – der große BILDReport“ untrennbar mit der Kampagne von „Bild“ im Frühjahr/Frühsommer 2010 verbunden ist. Ein zentrales und zahllos wiederholtes Motiv dieser Kampagne lautete: Die Griechen haben mit falschen Zahlen und statistischen Betrügereien die Mitgliedschaft in der Eurozone erschlichen – auch deshalb haben sie die Hilfe der deutschen Steuerzahler nicht verdient. Mit der Serie liefert „Bild“ Monate später angeblich Belege hinterher. Aber egal, wie es wirklich war: Das „Recherche“-Ergebnis dieser „Bild“-Serie stand längst fest. Es musste auch vorab feststehen, hatte die Serie doch von vornherein nur die Aufgabe, eine zentrale Botschaft der Frühjahr-/Frühsommer-Kampagne im Nachhinein zu stützen.
Zweitens: Selbst wenn die fünfteilige Serie für sich alleine nach inhaltlichen und handwerklichen Kriterien des Journalismus bewertet wird, wird schnell klar, dass die Arbeit alle Vorgaben für schlechten Journalismus bestens erfüllt. Hier sollen nur die wichtigsten Kritik-Punkte genannt werden: „Bild“ präsentiert, abgesehen von Details, altbekannte Sachverhalte, fälschlicherweise als neue Enthüllung inszeniert. Informationen und Werturteile fließen untrennbar ineinander. Es werden systematisch alle Register der Dramatisierung und Emotionalisierung gezogen. Die Botschaft, die Griechen haben getrickst, wird in den fünf Teilen der Serie zahllos wiederholt. Es werden die aus der Kampagne vom Frühjahr/Frühsommer bekannten Stereotypen gepflegt, aber es fehlen zentrale Fakten und selbstverständlich auch alle wichtigen Informationen über die dazu in den vergangenen Jahren bereits erfolgte Aufklärung. Nachprüfbare Fakten, gesicherte Informationen und journalistische Einordnungen
werden ignoriert, weil „Bild“ sonst seine Texte ja auch nicht als Enthüllung präsentieren könnte. Die Berichte in „Geheimakte Griechenland“ leben zudem nicht selten von unbeweisbaren Vermutungen und Behauptungen, die schon im Frühjahr nicht belegt worden waren. Dass die Johanna-Quandt-Stiftung und die Preis-Jury eine „Recherche“, deren Ergebnis von vorneherein feststand, als „exzellenten Wirtschaftsjournalismus“ auszeichnet, ist für uns befremdlich, weil es auch dem Credo der Stifterin widerspricht. Es lautet: „Eine intensive Recherche, Sachverstand und die fundierte eigene Meinung – das ist es, was ich mir auch in der Zukunft vom Wirtschaftsjournalismus wünsche.“
Diese Preisverleihung ist jedoch auch hilfreich. Dass die drei angesehenen und jeweils in verantwortlichen Positionen amtierenden Journalisten Roland Tichy, Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“, Helmut Reitze, Intendant des „Hessischen Rundfunk“, und Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur des „Tagesspiegel“, als Mitglieder der Jury in dieser Serie einen überzeugenden Beleg für ausgezeichneten Journalismus sehen, macht den gesamten Berufsstand auf die noch zu leistende Aufgabe aufmerksam, gerade in diesen Zeiten der Medien-Krise präziser als bisher zu definieren, was guten Journalismus im Kern ausmacht. Dies ist nicht nur für den Berufsstand wichtig, sondern vor allem auch für das Publikum.
Wir haben die Veröffentlichungen von „Bild“ zur Griechenland- und Euro-Krise detailliert untersucht (siehe: www.bild-studie.de ), auch die prämierte fünfteilige Serie haben wir analysiert und gedeutet. Unsere Befunde belegen: Inhaltliche und handwerkliche Kriterien des Journalismus werden von „Bild“ ignoriert oder verletzt und überschritten. Diese Befunde könnten zu der Bewertung führen, „Bild“ produziere keinen guten, sondern eher schlechten Journalismus. Jedoch belegen wir darüber hinaus, dass „Bild“ im Rahmen ihrer Veröffentlichungen in hohem Maße Elemente aus Werbung, PR und Marketing einsetzt. Dies führt zu dem Schluß, dass es sich bei „Bild“ in summa um kein journalistisches Produkt handelt, sondern um einen fachlich noch neu zu definierenden Kommunikations-Hybriden, den eine enge Verwandtschaft mit den
Quotenjägern des Privatfunks charakterisiert.
Die Verleihung des diesjährigen Herbert Quandt Medien-Preises sollte zum Anlass genommen werden, endlich die längst überfällige öffentliche Debatte über Qualitätsjournalismus intensiv zu führen und über die Grenzen zwischen Journalismus und der Selbstvermarktung eines Mediums engagiert zu streiten. Das Beispiel „Bild“ eignet sich dafür besonders gut.
Kontakt:
Dr. Wolfgang Storz; Tel.: 069 – 663 717 40 oder stobad@aol.com
Dr. Hans-Jürgen Arlt; Tel.: 030 – 850 747 44 oder h-j.arlt@gmx.de
Weitere Informationen:
Zur „Bild“-Studie von Arlt/Storz: www.bild-studie.de
Zur „Herbst“-Serie der „BILD“ über die „Geheimakte Griechenland“:
www.bild-studie.de/bild-studie-der-obs/teil-iv-der-studie-nur-online.html
Zur Otto Brenner Stiftung: www.otto-brenner-stiftung.de
Zur Johanna-Quandt-Stiftung und zum Herbert Quandt Medien-Preis:
www.johanna-quandt-stiftung.de/index2.html
Anm. d. Hrsg.: Auch der Spiegelfechter hatte sich bereits zur Absurdität dieser Preisvergabe geäußert.
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Bild ist keine Zeitung.
Ich habe noch nie die Bild gekauft.
Denn, egal wie billig Sie angeboten wird, Sie ist das Lesen nicht wert !
Bild ist überflüssig.
Sprecht mir nach : Ich übe #BildBoykott aus !
Es wird leider keine Debatte über Qualitätsjournalismus geben. Ähnlich wie in den Medien (außer gestern bei Zapp) nirgends über die Streiks der Journalisten in Deutschland berichtet wird, werden die verschiedenen Medien eine Debatte über Qualitätsjournalismus zulassen. So eine Debatte kann nur außerhalb der Medien geführt werden, so schlimm dies auch ist. Auch wenn es Journalisten gibt die gerne so eine Debatte führen würden, werden sie von ihrem Arbeitgeber vermutlich angehalten eben diese Debatte nicht zu starten. Gerade die Bild hätte ja damit erhebliche Probleme denn es würde einem breiten Publikum enthüllen das die Bild weit weg von einem Qualitätsjournalismus ist. Leider muss man mit Bedauern zusehen wie die angeblich 4. Macht kaum noch Enthüllungen hervorbringt und kaum noch dem Anspruch der 4. Macht in Hinsicht auf Aufklärung der Bürger gerecht wird. Nein die 4. Macht macht meiner Meinung nach mittlerweil mehr Meinungsmache als Aufklärung. Dies liegt aber oft an den verschiedenen Besitzern der Medien und nicht allgemein an den Journalisten. Es gibt gewiß noch Journalisten die gerne über alles Berichten würden und auch gerne die Bürger über das eine oder andere aufklären würden, aber sie werden in meinen augen gebremst. Richtiger Journalismus scheint nicht mehr von den Besitzer der Medien gewollt zu sein. Leider kommen dann auch noch die ÖR ihrem Auftrag nicht mehr nach. Alles in allem muss man heute anscheinend selber mehr tun bzw. sich die Informationen selber aus mehreren Quellen zusammensuchen um sich ein vernünftiges Bild machen zu können.
Hier liegst du gänzlich falsch. Du darfst die Menschen nicht für so blöd halten, dass sie nicht wissen, dass Bild kein journalistisches Erzeugnis ist. Das wissen im Grunde alle Bild-Leser.
Was sie nicht wissen, ist, für wen Bild eigentlich zuarbeitet. Sie meinen dieses Blatt sei im Grunde harmlos. Das ist es nicht. Der Quant-Medienpreis ist in dieser Hinsicht einer der tiefsten und unverstelltesten Einblicke der jüngeren Vergangenheit. So klar konnte man selten die zu Marionetten verkommenen Tanzpuppen – die Journalisten zu nennen, mir nicht einfällt – an den Fäden der Macht hängen sehen. Dass dies bis zu den ÖR, zum hessischen Rundfunk reicht, ist ebenfalls entlarvend, wie selten so offen zu sehen.
Leider werden das nur wenige zur Kenntnis nehmen. Aber dieser Fall und auch die Stellungnahme von Jens Berger hier auf dem SF sind wirkungsvolle Augenöffner. Das kann ich aus Erfahrung durchaus so sagen.
bei diesem kommentar tun mir die Augen weh.
Noch nix von Absätzen gehört?
Die “Medien-Krise” besteht leider nicht darin, dass ein auf qualitativ-ethischer Basis stehender Konsens für “guten Journalismus” fehlt, sondern darin, dass die traditionellen Medienmacher nicht die gewohnten Profite einfahren.
Damit wären wir auch schon bei einer Definition von “gutem Journalismus”: Etwas, was sich Journalismus nennt und viel Profit einfährt.
Da die Medienmacher und solche, die ein Interesse daran haben, dass eben nicht das Finanzsystem, sondern irgendein angeblich faules und unlauter handelndes Volk für die Krise verantwortlich gemacht wird, im selben Boot sitzen, kann man in dem Sinne bei der Bild-Kampagne schon von gutem Journalismus reden.
Klingt zynisch, ist auch so gemeint.
Die Preisverleihung ausgerechnet an die Bild, zeigt doch nur das der gesamte deutsche Journalismus auf den Prüfstand müsste, denn nicht nur Bild bringt täglich dümmliche Propaganda. Ob Bild, Spiegel, Fokus, Tagesspiegel – Recherche ist für diese Erzeugnisse des “Qualitätsjournalismus” längst überflüssig. Die bedienen sich lieber Vorurteilen und schlagen die Pauke der Populistik um die Verkäufe und Klicks zu steigern. Dabei ist kein Vorurteil zu grob und keine Diffamierung und Stigmatisierung zu schändlich, um sich ihrer zu bedienen, wenn denn nur der Rubel rollt. Und der rollt nun mal am besten mit dümmlichen Hetztiraden über Transfergeldempfänger (ob Personen oder Länder), Migranten, Linke, u.a. Randgruppen der Gesellschaft, oder sogar mit Kriegspropaganda, mit der sich der Spiegel in letzter Zeit so häufig “auszeichnet”. Angst und Hass verkaufen sich bedauerlicherweise nun mal am besten.
Solange der Journalismus an Profitraten gebunden ist, ist diese bedauerliche Entwicklung auch ganz verständlich. Es ist wie mit dem Fernsehen – um so dümmer etwas ist – destso mehr Zuschauer sind dabei und destso mehr Geld kommt in die Kasse. Journalismus hat daher heutzutage weniger mit Information zu tun, als mit dem Streben nach Profit. Da mus man dann allerdings zugeben, das “Bild-Jounalismus”, offenbar profitabler und damit “guter” Journalismus ist.
“Es ist wie mit dem Fernsehen – um so dümmer etwas ist – destso mehr Zuschauer sind dabei und destso mehr Geld kommt in die Kasse.”
Das bedeutet also, dass die meisten Menschen dumm sind? Mach es dir nicht zu einfach; Bilds großer Bruder, die Welt, verzapft genau die gleiche Propaganda, aber eben nur in Klüger.
das problem ist, dass ihr euch weigert 1. zu definieren was MENSCHLICH ist und dies 2. dann nach Mehrheitswillen in unserer Gemeinschaft zu IMPLEMENTIEREN.
Was steht euch im Weg: Skeptizismus, Relativismus, Mutlosigkeit, Laissez Faire Liberalismus Materialismus
du kannst die welt nicht ändern bevor du dich selbst nicht änderst . viel erfolg auf der reise
Musste das sein.
Schon wieder diese Hackfressen.
Das versaut einem gleich den ganzen Tag.^^
OT:
Das kann einem auch schon den Tag versauen.
Bis 2030 verdoppelt sich die Zahl der Flugzeuge:
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:20-jahres-prognose-von-boeing-bis-2030-verdoppelt-sich-die-zahl-der-flugzeuge/60065854.html
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Age_of_Stupid
http://www.youtube.com/watch?v=WTVBYBi6DSY
Dann sieht unser Himmel wohl
nurnoch so aus.
Mfg
‘qualitätsjournalismus’ ist (für mich) eine marke, mehr nicht. und wenn markeninhaber mitarbeiter einer anderen marke mit einem markenpreis belohnen, dann ist das für mich so viel wert wie die armbanduhr für den mitarbeiter des jahres bei xyz. warum hypen wir diese marke ‘qualitätsjournalismus’, indem wir sie kritisieren und an maßstäben messen, die für diese marke keinerlei gültigkeit haben? werden wir damit nicht zum opfer einer definition für etwas, das ohne sie gar nicht existieren würde?
nur mal ganz kurz angerissen: ‘qualitätsjournalismus’ soll als prädikatsjournalismus verkauft werden. der einzige, den ich bislang als prädikatsjournalismus kennen gelernt habe, ist der gossenjournalismus. dieser gossenjournalismus war und ist bei mir untrennbar mit der bildzeitung verbunden. gosse wird zu qualität, und wir sollen darüber qualifziert debattieren? da empfehle ich doch immer noch jedem hans fallada, bauern, bonzen und bomben, ein buch, das, wenn auch nicht als hauptthema, opportunistischen kampagnengossenjournalismus schonungslos entlarvt.
wikipedia und tucholsky über bbb helfen.
Ja und? Es war doch allen Politikern und den Zeitungen vor Eintritt Griechenlands bekannt.
Man wollte aus politischen Gründen den Betritt. Wann schreibt BILD die Wahrheit außer dem Datum?
Welcher BILD-Leser oder Regierungsmitglied will oder versteht “nachprüfbare Fakten und gesicherte Informationen”? Mit solchem Dingen hat sich BILD noch nie belastet.
Im übrigen wird hier nur nachvollzogen, was in der Show-Welt üblich ist:
Man feiert ist selber und erfindet irgendwelche Preise.
Meine Empfehlung:
Nicht sachlich auseinander setzen – sondern schweigen – maximal lächerlich machen.
ymmd
Noch nicht mal das Datum glaube ich BILD!
zum Thema “Qualitätsjurnalismus”
… Wenn Du nur was zum Beissen bekommst wenn Du “konforme” Artikel schreibst ist das wohl klar was hier geschieht.
Alt, kapitalisiert, selbstreferentiell. Der Journalismus spiegelt das Land und seine “Eliten” wieder. Über 60 Jahre hat die Republik jetzt auf dem Buckel – das ist im Rahmen der Deutschen Zeitgeschichte verdammt alt.
Oh Mann, die “Bild” wieder.
Schon vor 35 Jahren bekam mein Deutschlehrer Eifer-Attacken wenn einer seiner Schüler von der Bild-”Zeitung” sprach. “Die Bild ist keine Zeitung!”.
Absolut nichts Neues also. Es gibt massenhaft Publikationen die das Papier nicht wert sind und schon aus Emissionsschutz-Gründen eingestellt werden müssten.
Richtig peinlich ist allerdings die hohe Auflage. Ist mir noch immer ein Rätsel wer diesen Schrott kauft – und sich davon willentlich oder hilflos aber in jedem Fall beeinflussen lässt. Ich folge noch nicht mal einem Link, der auf die Bild verweist.
Moin.
Ich verstehe die Aufregung nicht. Beinahe wöchentlich wird in diesem unserem Lande irgendein “Pressepreis” von irgendwelchen Firmen und Verbänden ausgelobt. Und das Interessante ist: da bewerben sich immer irgendwelche Journalisten und nicht zu wenige. Also gibt es einen Bedarf. Journalist will gelobt werden. Sehen ich mir auf der anderen Seite die Zeilenpreise, für die die (freien) Kollegen arbeiten, wenn die Verlegerverbände für die angestellten Journalisten Gehaltssenkungen von 20 % fordern, dann kann das nur eine Ursache haben: zu viele Journalisten für zu wenig Nachrichten. Also gehen die Einkommen in den Keller. Die am oberen Ende der Einkommensskala stehen, haben dann auch kein Problem ( wie Herr C. bei der Laudatio der JQ-Stiftung), in vor Selbstgefälligkeit triefender Lobhudelei recht beliebige und austauschbare Geschreibsel in den Himmel zu loben. Dass dabei Meinungsmache betrieben wird (gegen Griechenland, gegen Wiedeking), versteht sich von selbst. Der Stifter wird in der Richtung Interessen haben.
gruß fb
Mit dem Juror Roland Tichy wundert mich das nicht – der Volkswirt, dem Grundbegriffe der Statistik fehlen, und damit auch der Ludwig-Erhard-Stiftung; Ersatz durch große Schnauze & Pöbelei.
Die meisten derjenigen, die sich hier über die Bildzeitung ereifern, würden nicht einmal den Intelligenz-, Wissens- und Schreibtest der Axel Springer Journalistenschule bestehen, geschweige denn, den einer anderen Journalistenschule.
Und? Was willst du damit suggerieren?
BTW: Die Typen, die die Atombombe entwickelt haben, waren bestimmt auch keine schlechten Studenten…
Bild lesen ist weniger Zeitung lesen, sondern eher ein Lifestyle-Produkt konsumieren.
Man liest Bild wie wenn man bei McDonald’s isst – beides ist nicht gut, aber man macht’s trotzdem.
Fazit: Bild-Journalisten sind eher Marketing-Spezialisten (Werbefritzen), als der objektiven Information Verpflichtete.
Ergo ist eine Bild-Journalistenschule eine Marketing-Ausbildung.
Wäre ja auch naiv anzunehmen, dass hinter der Verblödung keine durchdachte Methode steckt.
Das Ross ist selten schlauer als der Reiter^^
es geht ja auch nicht um die persönliche Kompetenz der Bild-Mitarbeiter…dass die etwas drauf haben, weiß jeder…es geht darum, was sie daraus machen…Axel Springer ist unter Journalisten eben ein Name, der die Türe auch in den “Qualitätsjournalismus” öffnet. Du kannst dir sicher sein, dass dieselben Leute, die einmal für Bild etwas verzapft haben, auch unter denen sind, die für die SZ, FAZ, vielleicht sogar für die TAZ schreiben. Das könnte man auch Karrierismus nennen, austauschbare Ideologien und Meinungshintergründe, hohe technische Fähigkeiten, aber ganz im Dienste der persönlichen Karriere, also dem Willen der Verleger
Beste(r) Weintraube,
allein die Tatsache, dass es eine Journalistenschule dieses Namens gibt, reicht schon, da nicht hinzugehen. Ich hatte das Vergnügen, in den besten Zeiten dieses bedruckten Papiers im westlichen Teil der heutigen Reichshauptstadt anwesend zu sein, zwischen 1969 und 74. Leider gehörte ich zu einem Bevölkerungskreis, den die Oberste Heeresleitung in der Kochstraße nicht mochte. Ansonsten erlaube ich mir zu bemerken, dass weinträubliche Vermutungen über die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Blog-Mitstreiter hier doch wohl eines empirischen Nachweises bedarf. Bevor man so etwas unterstellt. Ich persönlich arbeite zwar als Journalist, komme aber aus dem Gütertransport-Geschäft. Weil ich mir den Link von Martin angesehen habe und dort den “Leser-Reporter”-Bericht über die vom Pkw gezogene Sattelzugmaschine, sage ich hier kraft meiner sämtlichen Druckluft- und Elektronik-Bremsenscheine für Lkw: das Ding ist getürkt. Der Spinner ist zu dämlich oder zu faul, das Leergewicht nachzulesen (ist ein DAF XF105). Der wiegt leer 7,5 und nicht 12. Den zu ziehen ohne laufenden Motor, das macht kein Mensch, denn die Energieversorgung der Maschine (Lenkung, Bremse) ist gestört. Hat er bei laufender Maschine gezogen, ist er selten blöd. Denn mit dem Notprogramm des Getriebes (ist ´ne AS-Tronic von ZF) würde das Auto selber fahren können. Und dann wurde das Gespann von der Polizei nicht gefunden … fuhren die 160? Ich meine, wer so dumm ist als Redakteur von Blöd, diese Sachen nicht gegenzuchecken, was hat das mit Journalismus zu tun? Das ist das Brüll-Zeter-Titten-Niveau, was ich seitdem ich lesen kann – und das tu´ich schon über 50 Jahre -, von diesen Typen kenne.
gruß fb
Das könnte man zu nicht wenigen Beiträgen auf diesem Blog auch bemerken. Etwa immer wenns über Hans Werner Sinn geht.
Ich habe die Bildserie nicht gelesen. Soweit ich das verstanden habe, wurden Lücken in der griechischen Regulierung kritisiert. Und das halte ich sehr wohl für ein wichtiges Thema.
In jeder Krise steckt auch eine Chance. Die Griechen machen eine schwere Zeit durch, aber die Kritik der nicht effektiv durchgesetzten Regulierung bohrt doch an der richtigen Stelle, oder etwa nicht?
Nun sind die meisten hier Marktskeptiker. Ich eingeschlossen. Der Staat als Vertreter des Volkes muss seinen Standpunkt z.T. gegen Mächtige auf dem Markt durchsetzen UND muss sich gleichzeitig aus diesem Markt finanzieren. Eine echt schwierige Aufgabe. So verstehe ich Thomas Strobl oder wie immer weissgarnix heißt. Das dieses Dilemma nicht nur in Griechenland sondern auch in Deutschland wirkt, ist völlig klar. Aber nicht jede Kritik an den griechischen Verhältnissen ist böse.
Das Thema einer effektiven Regulierung halte ich für den entscheidenden Punkt für die Entwicklung von Gesellschaften. Und in diesem Punkt halte ich Deutschland nicht für perfekt, aber im weltweiten Vergleich auch nicht schlecht.
Ich verstehe gerade nicht, warum hier auf BILD herumgehackt wird? Man kennt doch seine Pappenheimer.
Wichtiger ist doch die Zusammensetzung und Rolle der Jury. Das ist für mich der eigentliche Skandal. Scheiß doch auf BILD.
Aber wenn jetzt Teile des ÖR und des Tagesspiegels das Verhalten von BILD honorieren – na dann gute Nacht.
Genau. Und neben der Jury sollte man sich auf jeden Fall auch noch eingehend mit der dem Preis namensgebenden Familie befassen. Die bourgeoise Elite unserer Gesellschaft.
Profite durch Zwangsarbeit. Nazibüttel. Ekelhaftestes Gezücht. Uarghs!
Stichwort: “Das Schweigen der Quandts”.
Mal ne Frage: Eigentlich hackt man natürlich auch ungesehen gerne auf der Bild rum, aber gibt es das Anschauungsmaterial auch aus erster Quelle? Damit man auch selber lesen kann, was die Bild da verbockt hat?
Würde mich echt mal interessieren (und ganz nebenbei frage ich mich, wer von den Kommentatoren davon mal was gelesen hat …).
Was den Preis angeht: Bild und Preis in einem Satz ist hart. Bild und Journalismus in einem Satz ist hart. Bild und Wirtschaftsjournalismus in einem Satz ist für mich als Wirtschaftsblogger schon sehr hart. Aber dass die Bild einen Preis für Wirtschaftsjournalismus bekommt, ist dann schon echt derbe …
(Die Griechenland Diskussion möchte ich an dieser Stelle gar nicht führen. Selbst auf den Nachdenkseiten wurde ja schon angemerkt, dass man in Griechenland seine eigentlich negative Meinung zu Privatisierungen überdenken sollte, denn der Staatssektor dort ist so korrupt und grotesk überbezahlt, dass eigentlich kein klarer Mensch einen Grund finden kann, genau den zu schützen. Denn daran geht Griechenland gerade zugrunde. Ich wette, alle negativen “Griechen sind faul”-Beispiele aus der Bild kommen aus diesem Sektor. Der Rest der Bevölkerung (3/4) ist nämlich weder faul, noch verdient er viel, hat viel Urlaub oder geht früh in Rente. Die Privilegien hat ausschließlich der Staatsbedienstete).
In die Richtung geht aber die für mich entscheidende Frage der Gestaltung staatlicher und gesellschaftlicher Spielregeln für die nächsten Jahrzehnte. Und da steht Deutschland (noch) gar nicht so schlecht dar. Und da gehen die hier gerne im Überschwang geäußerten anti-deutschen Beschimpfungen an den Kernen der Probleme vorbei. Das gilt nicht nur für Griechenland sondern auch für praktisch alle Schwellenländer, die in den nächsten Jahrzehnten immer größere Stücke des Wohlstandskuchen erhalten werden. Fragt sich nur, wie das innerhalb dieser Länder verteilt wird.
In den heftigsten Protesten in Chile seit 1982 werden diese Wochen die traditionellen Industrieländer als Referenz und nicht als Feind genutzt. Explizit auch von der explizit linken aber beeindruckenden Studentenführerin Camila Vallejo. Etwa in der Sozialpolitik im weiteren Sinne (Finanzierung von Schulen und Gesundheitswesen, Verbraucherschutz) oder der Umweltpolitik. Und in Richtung der Kritik an einigen Spezialitäten der griechischen Spielregeln, von denen eben deutlich eher die reichen Griechen profitieren, lief auch die Bild Serie.
Eine positivere Lesart der Serie von Leuten, die sich für einen starken, sich für sozialen Ausgleich einsetzenden Staat einsetzen, ist also möglich.
(auch wenn es eigentlich nicht zu dem Artikel gehört …)
Klar, ist mit dem negativen Beispiel “korrupter Staatssektor in Griechenland” nicht der Staat an sich tot, nur in Griechenland weiss niemand, wieso man den verteidigen sollte (außer den Leuten, die dort einen Job haben und 50% mehr verdienen als im Privatsektor).
Herbert-Quandt-Medienpreis, oder?
Alles Ablenkung. Denn den Stuss den die Bild verbreitet hat, haben natuerlcih auch die “Qualitiaetsmedien” aufgegriffen. In die gleiche Bresche geschlagen, auf hoeherem Niveau.
Alle die gleiche gleichgeschaltete Medienlandschaft. Wir sollten uns ueber Zeit und HB und WiWo viel mehr aufregen, ueber die FAZ, oder eigentlich allen deutschen Zeitungen. Nur Bild ist bescheuert, weil manipulativ sind vor allem die anderen. Hier ein Beispiel, meine Kommentare nicht gedruckt im Herdentrieb von der Zeit. Warum nicht?
http://www.weissgarnix.de/2011/06/16/termin-heute-abend-in-hamburg/#comment-117962