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  • kino.to – Kriminalisierung und Kriminalität im Internet

    geschrieben am 17. Juni 2011 von Spiegelfechter

    Zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen zählt auch die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben eines Gemeinwesens. Wer jedoch bei dem Begriff „Kultur“ nun an Goethe oder Beethoven, den Theater- oder Konzertbesuch denkt, verkennt womöglich die kulturellen Realitäten in unserer Gesellschaft. Vor allem für jüngere Menschen zählen neben Popmusik und Computerspielen auch aktuelle Kinofilme zur kulturellen Teilhabe. Die Schließung des Internetportals kino.to, das diese Teilhabe ermöglicht und dabei gegen geltende Gesetze verstoßen hat, wirft jedoch einmal mehr die grundsätzliche Frage auf, wie unsere Gesellschaft eine kulturelle Teilhabe ermöglichen will, ohne ganze Bevölkerungsschichten zu kriminalisieren.

    Wer einen aktuellen Kinofilm anschauen will, muss entweder rund sieben Euro an der Eintrittskasse eines Kinos berappen oder ein paar Monate warten und sich dann für – je nach Qualität und Ausführung – zehn bis zwanzig Euro die dazugehörige DVD kaufen. Wer keine Probleme damit hat, sich Filme auf dem Monitor anzuschauen und in einer rechtlichen Grauzone zu operieren, kommt jedoch heutzutage dank des Internets auch kostenlos zu seinem Filmvergnügen. Sogenannte Streaming-Portale leiten den Internetnutzer schnell auf zehntausende Filme weiter, die er dann direkt im Internetbrowser betrachten oder auch herunterladen kann. Weitere Portale bieten neben Filmen auch alle nur erdenklichen Inhalte an, angefangen bei Computersoftware über Computerspiele, Musik, Hörbücher bis hin zu pornographischen Inhalten jeglicher Couleur – das alles selbstverständlich kostenlos.

    Kriminalisierung einer ganzen Bevölkerungsschicht

    Natürlich kann man es sich leicht machen und solche Angebote wegen des offensichtlichen Verstoßes gegen das Urheberrecht brüsk ablehnen und deren Nutzer moralisch anklagen. Zielführend ist das jedoch nicht. Wie soll man einem Jugendlichen denn auch klarmachen, dass er mit dem Betrachten des neuesten X-Men-Films, über den der ganze Schulhof spricht, vielleicht gegen geltende Gesetze verstößt? Filme, die bei den Nutzern dieser Portale beliebt sind, gehören auch nicht unbedingt in die Kategorie Independent- oder Autoren-Film, deren Fortbestehen in der Tat gefährdet wäre, wenn die Einnahmen an der Kinokasse wegbrechen. Das Mitleid mit dem X-Men-Star Hugh Jackman, der sich dank des vermeintlich gesetzwidrigen Konsumverhalten der Internetnutzer nun nicht den zehnten Ferrari leisten kann, dürfte sich ebenfalls in Grenzen halten. Unser Rechtsempfinden orientiert sich nun einmal an der Frage, wen und in welcher Weise ein vermeintlicher Rechtsbruch schädigt und welche Folgen das für die Gesellschaft hat. Im Falle des systematischen Verstoßes gegen das Urheberrecht im Internet ist dies jedoch eine sehr abstrakte Frage, die vielleicht für Rechtsexperten interessant ist, von den meisten Internetnutzern aber bereits längst für sich selbst beantwortet wurde.

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    1. kino.to – Kriminalisierung und Kriminalität im Internet

    222 Kommentare:

    1. KaoZ schrieb am 17. Juni 2011 um 10:15 - Permalink

      noch dazu kommt, dass ich Filme uns Serien lieber im englischen Original sehe, da ich die deutsche Synchronisation einfach schrecklich finde.
      Kann man hier in Deutschland überhaupt Filme (bis auf einige wenige Kinos) und vor allem Serien in Englisch sehen? Nein! Somit wird einem jegliche freiheitliche Entscheidung genommen, und diktiert, was man wie zu sehen hat.

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 10:23 - Permalink

        Man kann. Jede DVD ist zumindest zweisprachig und die digitalen Abokanäle strahlen auch idR im Zweikanalton aus. Nur ist das a) nicht kostenlos und b) mit eingeschränktem Angebot.

        • KaoZ schrieb am 17. Juni 2011 um 10:30 - Permalink

          … und c) Muss man auf die DVD ne weile warten weil sie erst eine ganze weile nach dem eigentlichen Film erscheint. Außerdem habe ich nicht immer Lust, jeden Film, jede Serie die ich sehe zu kaufen.
          Ich würde im Kino an der Kasse gern zahlen für Leistung, die es sich lohnt zu zahlen.

          Bei der Deutschen Synchronisation lohnt es sich definitiv nicht, dafür zu zahlen.

          • Julius Census schrieb am 17. Juni 2011 um 10:37 - Permalink

            warten ist eine Tugend. Geduld ist ein guter Lehrmeister.

            • Badcreature schrieb am 20. Juni 2011 um 17:41 - Permalink

              Genau das fehlt vielen hier.
              Alles jetzt und sofort!
              Am besten Umsonst.
              Es gab da mal, aber ist schon lange her, Leute, die ebenso dachten. Anstatt digitaler Inhalte hatten die aber bares Geld zur Verfügung…

          • Benjamin schrieb am 17. Juni 2011 um 13:36 - Permalink

            Der Großteil der deutschen Bevölkerung spricht eben (mich eingeschlossen) Englisch auf Oettinger- und Sarrazinniewoh, da würde ich empfehlen, dass die paar Käpselen, die unbedingt alles auf English haben wollen und müssen, Druck auf die Kinos zu machen und wenn die Nachfrage danach zu gering ist, warum sollten die Betreiber dann auch was ändern?

            • Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 13:39 - Permalink

              Naja, aber zu überlegen wäre schon, Filme z.B. mit Untertiteln anzugeben. Und da mangelt es hier gehörig, obwohl ich mir gut vorstellen könnte, dass die OmUt besucht wären.

          • Arne schrieb am 17. Juni 2011 um 15:42 - Permalink

            d) Wird bei DVD-Veröffentlichungen gern die fürs Fernsehen lizensierte Musik durch billigere ersetzt. Das Original gibt es dann nur im (ausländischen) Fernsehen oder illegal (Beispiel: die britische Serie Skins).

          • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 15:50 - Permalink

            Filme und Serien im Fernsehen in Originalsprache mit Untertiteln versehen auszustrahlen halte ich für das billigst vorstellbare Bildungsprogramm. Ich bin immer neidisch auf die Holländer und Schweden, die die englische Sprache so “frei Haus” geliefert bekommen und infolge dessen deutlich besseres Englisch sprechen. Nun, es lohnt sich auch nicht für wenige Millionen Holländer teuer zu synchronisieren. Nur ist das nicht wirklich ein Nachteil.

          • JayAr schrieb am 18. Juni 2011 um 16:46 - Permalink

            Die deutsche Synchronisation ist eigentlich meistens recht gut. Es kann auch nicht jedes englische Wortspiel so einfach ins Deutsche uebertragen werden. Die Sprecher sind aber meistens ziemlich gut. Manchmal sogar besser als im Original.

            • Dimebag schrieb am 20. Juni 2011 um 11:14 - Permalink

              Das finde ich oft aber auch ein Problem. Viele, vor allem amerikanische, Schauspieler erhalten nur durch ihre wirklich gute deutsche Syncro (nicht diese übertriebenen Stimmen, sondern die natürlichen) Charakter etc. Wenn man dann das Original hört, wird man recht schnell enttäuscht…..

      • irreversible schrieb am 17. Juni 2011 um 16:01 - Permalink

        Ich schaue alle Filme/Serien nur OV mit (oft englischen) Subs und zum Glück lässt sich das in Berlin bei den meisten Filmen auch im Kino tun. Hier legen eben nicht nur ein paar “Käpselen” (was auch immer das ist) Wert auf Authentizität. Darüber hinaus bekommt man in bestimmten Videotheken auch Leih-DVDs in der Originalfassung zum Erscheinungstermin in den USA (d.h. man kann einen Film in der Originalfassung oft bereits auf DVD leihen während die verschandelte Synchroversion hier noch im Kino läuft). In der Provinz laufen die von mir gewünschten Filme dagegen i.d.R. nicht einmal in der sterilen Synchrofassung im Kino weil man dort offenbar nur totalen Mainstream anbieten kann und die Videotheken bieten keine Importware an.

        Bei Serien gibt es allerdings auch hier oft keine Alternative zum Download/Stream denn auf die DVD-Box wartet man selbst in auf Importe spezialisierten Videotheken bis zum Staffelende in den USA (und wer will das schon?) und in 08/15-Videotheken bis zum Ende der Ausstrahlung in Deutschland (was gerne auch mal 3 Jahre nach Erstausstrahlung in den USA ist). Von der Sendepraxis im Free-TV mal ganz zu schweigen (gerne Mittwochs um 1 Uhr nachts, unterbrochen mit x Werbepausen und unerträglicher Synchro). Selbst arte bietet bei englischen/amerikanischen Serien im Zweikanalton nur die französische und die deutsche Synchro an. Da fasst man sich echt an den Kopf.

        • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 16:19 - Permalink

          Ich schaue mir auch immer wieder gerne finnische Filme in der Originalversion an. Das ist einfach authentischer. Und wenn es mit dem Verständnis hapert, schalte ich halt die ungarischen Untertitel zu.

          Alles Andere ist für Weicheier und bildungsferne Schichten.

          • irreversible schrieb am 18. Juni 2011 um 19:43 - Permalink

            Vielleicht solltest Du lieber richtig lesen bevor Du mir hier mit billiger Polemik bildungsbürgerliche Arroganz unterstellst. Ich schaue mir in der Tat auch finnische, asiatische oder israelische Filme als OV mit (englischen/deutschen) UNTERTITELN an und wenn Du oder sonstwer Englischkenntnisse als elitären Bullshit ansiehst dann muss ich wohl schweren Herzens damit leben. Ist aber schon komisch, dass diese wahnsinnig elitäre Praxis in vielen unserer Nachbarländer selbst im TV völlig normal ist.

            Mir zu unterstellen, dass ich deshalb Leute, die gerne synchronisierten Kram schauen für “Weicheier” oder bildungsfern halte ist echt unterste Schublade. Ich habe das weder geschrieben, noch so gemeint. Fakt ist, dass Filme eines meiner liebsten Hobbies sind und ich (und nicht wenige andere Filmfans) daher diesbezüglich evtl. andere Ansprüche stelle als Du oder andere Leute. Ebenso wie Musikkenner wahrscheinlich einen anderen musikalischen Anspruch haben als ich. Oder Autofans an ihren fahrbaren Untersatz. Was daran verwerflich sein soll ist mir nicht klar und Deine Reaktion ist einfach peinlich.

            • Badcreature schrieb am 20. Juni 2011 um 07:00 - Permalink

              Haha. Anspruch….
              Auf Kino.to kriege ich Augenkrebs!
              Und der Ton schmerzt.
              Pfff Anspruch!
              Gott wo sind wir hingekommen?
              Erst MP3 und nun 320x200Pixel Filme.
              Freunde! Ihr kriegt schließlich was geboten wenn ihr irgendwann mal euer Portmonee wiederfindet und ein paar Euros in eine BluRay investiert.
              Eigentlich ist IMMER der Originalton dabei.
              Ech mal…

            • Bonsaibäumchen schrieb am 20. Juni 2011 um 12:07 - Permalink

              @ Badcreature
              Oder ich lad mir den aktuellen Kinofilm einfach als RD5 oder Blueray runter. Manchmal schon vor oder zum Kinostart. Da kann man sich dann entscheiden ob man eine nur Deutsche, eine Komplette oder eine nur Englische Version braucht.

              Gäbe es diese Möglichkeit auch Legal zu einem vernünftigen Preis wäre ich mehr als interessiert.

            • Badcreature schrieb am 20. Juni 2011 um 17:36 - Permalink

              @ Bonsaibäumchen

              Das ist toll.
              Hier geht es aber vorwiegend um Kino.to.
              Und da kann ich aufgrund der überwiegend extrem miesen Qualität die dort vorherrschte das Geheule derer die es nun vermissen nicht nachvollziehen.
              Dein Vorgehen beschreibt eher ein generelles ausweichen vor üblichen (bezahlten) Vertriebsmethoden.
              Und warum müssen heute eigentlich alle Menschen den neuesten Kinofilm unbedingt sofort sehen? Am liebsten den Master aus den Händen des Studios reißen noch bevor er für die Kinos dupliziert wird… Man man man.

              Eine sehr problematische “jetzt und sofort”-Mentalität.

          • Badcreature schrieb am 20. Juni 2011 um 17:49 - Permalink

            Hehe. Sehr schön.

    2. KaoZ schrieb am 17. Juni 2011 um 10:29 - Permalink

      … und c) Muss man auf die DVD ne weile warten weil sie erst eine ganze weile nach dem eigentlichen Film erscheint. Außerdem habe ich nicht immer Lust, jeden Film, jede Serie die ich sehe zu kaufen.

      Ich würde im Kino an der Kasse gern zahlen für Leistung, die es sich lohnt zu zahlen.
      Bei der Deutschen Synchronisation lohnt es sich definitiv nicht, dafür zu zahlen.

    3. Helmi schrieb am 17. Juni 2011 um 10:34 - Permalink

      Danke für den Artikel.

      Die Sieben Euro sind ja schon beinahe zu tief angesetzt. Dies zahlt man hier schon für vergünstigte Tickets (6,5€). Normalpreis ist 8,50-9€. Teilweise werden auch Blockbuster NUR in 3D ausgestrahlt, was minimum 12,50€ sind.

      Selbst Menschen, die das nötige Kleingeld haben schwenken auf illegale Angebote. Diese bieten meist ebenbürtige (DVD/Blu-Ray) oder bessere Qualität ( als legales Streaming), keine Werbung, mehrere Tonspuren, kurze Inhaltsangabe und sie lassen sich auf all den persänlichen Geräten konsumieren.

      Welches heutige legale Angebot kann das schon?
      Durch die stetige Vernetzung gehört Streaming die Zukunft. Weit und breit gibt es leider kein legales Angebot, welches oben genannte Kriterien erfüllt.
      Allein das ich mir einen Film (Streaming/VoD) kaufe/leihe und ihn nicht auf allen meinen Geräten konsumieren darf/kann (dank DRM) ist schon traurig.

      Warum erscheinen Serien erst Jahre später hier in Deutschland?
      Wo bleiben Hulu, NetFlix, Spotify und Konsorten?

      Das was die Musikindustrie nach Jahren langsam einsieht, muss die Filmindustrie erst noch lernen..

      • Badcreature schrieb am 20. Juni 2011 um 07:03 - Permalink

        Das stimmt.
        Ein Dienst wie Netflix fehlt eindeutig!

    4. Julius Census schrieb am 17. Juni 2011 um 10:35 - Permalink

      ersteinmal war das, was kino.to getan hat, schlichtweg eine Aufforderung zum Diebstahl.
      Man könnte jetzt meinen, warum nicht ? Wir fühlen uns ja jeden Tag auch beklaut. Ob es Banken, Versicherungskonzerne, Politiker, Energiekonzerne, Telefonkonzerne sind. Alle wollen nur unser Bestes und greifen oft ungefragt herzhaft zu.
      Das einzige was ich daran erkennen kann ist, dass unsere Kultur schlichtweg am Arsch ist.
      Unser Umgang miteinander ist ein Spiegelbild von unserer gegenseitigen Wertschätzung.
      Es ist mit Sicherheit richtig, das die “Content-Industrie” ( = Kanidat für das Unwort des Jahrtausends … ) schlicht eine falsche Verkaufsstrategie fährt.
      Das der Zugang zu bezahltem Kontent durch simple Bezahlsysteme und niedrige Preise erst einmal geschaffen werden muss.
      Man kann sicher darüber streiten ob “X-Men 3488″ oder ähnliche Werke wirklich “Kultur” genannt werden dürfen oder ob sie schlicht weg reine Massenmanipulation sind.
      Trotzdem ist es nicht nur kriminell sondern auf sehr schlechter Stiel seine Be- oder Ent- geisterung über ein Werk des Geistes duch Diebstahl zu bezeugen.
      Auch darüber kann ich mich empören !

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:23 - Permalink

        ersteinmal war das, was kino.to getan hat, schlichtweg eine Aufforderung zum Diebstahl.

        Das ist – aus juristischer Perspektive – ganz einfach Unfug. Diebstahl impliziert eine Entwendung eines Gutes. Im Falle kino.to wurde aber kein Gut entwendet. Wir haben es hier “nur” mit dem Verstoss gegen Urheberrechte und – was schwerwiegender ist – mit einer Steuerstraftat zu tun.

        • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 13:15 - Permalink

          Sonst würden ja auch Radiohörer die Musik beim Zuhören “klauen”, oder müssten erst einmal die Verträge der Radiostation mit Verwertungsgesellschaften einsehen, und sich solange vorsichtshalber die Ohren zuhalten, bis das sicher geklärt ist.

          • Julius Census schrieb am 17. Juni 2011 um 14:43 - Permalink

            beim Radio-hören oder Fern-sehen hast Du ja entweder schon GEZahlt oder erduldest die Werbung mit der dann auch das Urheberrecht finanziell gewürdigt wird.
            @spiegelfechter: Juristisch hast Du natürlich “recht” … aber juristisch kann man viel hinbiegen. In einem Land in dem Gesetzte von Rechtsanwaltskanzleien gemacht werden die nachweislich bestimmten Interessensgruppen nahe stehen gebe ich da nicht viel drauf …
            Trotzdem ist es eine Inanspruchnahme ohne entsprechende Gegenleistung ohne das der Gebende dazu gefragt wird ob er es erlaubt.
            Mag sein das das hier und da ok ist, aber es ist nicht mehr ok wenn es langsam zum “guten Ton” gehört Urheberrechte einfach zu ignorieren bzw. zu missachten.
            Ich finde es schon sehr bedenklich das eine Urheberrechtsverletzung eine lapalie, das nicht Begleichen einer evtl. daraus entstehende Steuerlast hingegen ein Kapitalverbrechen ist …

            • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 15:59 - Permalink

              Ein “Kapitalverbrechen” ist das Nichtzahlen von Steuern ganz sicher nicht. Der gesellschaftliche Schaden von Steuerhinterziehung ist allerdings ungleich größer.

              Ich lade mir auch weiterhin aktuelle US-Serien runter und sehe auch nicht ein, mich dafür kriminalisieren zu lassen. Gute Serien landen auch bei mir irgendwann als DVD Box unterm Fernseher. Dann kann ich sie auch später nochmal genießen. Plattformen wie kino.to nutze ich allerdings gar nicht, unter anderem auch aus den von Jens genannten Gründen (Werbepopups, drive-by-Infektionen, etc). Dafür nutze ich Seiten, die auf Filehoster verlinken. Blockbuster Filme interessieren mich eher weniger, denn hin und wieder nutze ich die seltene Möglichkeit ein Film im Kino in Originalsprache zu sehen oder warte dann eben auf die DVD. Auch der kleine Video-Verleiher um die Ecke kämpft ums Überleben und ist froh, wenn man hin und wieder ein paar Euro da lässt.

            • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 16:15 - Permalink

              beim Radio-hören oder Fern-sehen hast Du ja entweder schon GEZahlt oder erduldest die Werbung mit der dann auch das Urheberrecht finanziell gewürdigt wird.

              Nur weil da Werbung kommt, ist ja noch lange nicht sichergestellt, dass “das Urheberrecht finanziell gewürdigt wird” – siehe kino.to. Soll ich das erraten, mich auf mein Gefühl verlassen? Hanebüchern – ich müsste die Verträge einsehen können, um Rechtssicherheit zu haben. Um zu wissen, ob ich denn nun gerade “stehle”, oder halt nur normal Musik im Radio höre. Es könnte ja auch ein Piratensender sein, den ich da erwischt habe, oder was wie Youtube.

            • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 16:22 - Permalink

              @Dennis

              Auf Steuerhinterziehung stehen – in besonders schweren Fällen – bis zu 10 Jahre Haft. Das ist schon ziemlich kapital ;-)

            • Escherichia schrieb am 18. Juni 2011 um 18:27 - Permalink

              …und auf “Steuerfahnder” steht mit unter Irrenanstalt & Klapsmühle (siehe Hessen).

              Wer ist jetzt der größere Verbrecher? Derjenige, der eine Steuererklärung verlangt oder derjenige, der eine einreicht?

    5. ElBarto schrieb am 17. Juni 2011 um 10:39 - Permalink

      Die Jugendlichen, die nicht das nicht Privileg der Gnade der „richtigen Geburt“ hatten, fühlen sich jedoch verständlicherweise ausgegrenzt, wenn sie auf dem Schulhof nicht mitreden können, wenn es um die neuesten Filme geht.

      Das auf “wenig Kohle” zu reduzieren ist doch ein wenig flach. Fast alle streamen/saugen/tauschen wie die Blöden, unabhängig vom Einkommen/Taschengeld. Meine beiden Neffen bspw geht es finanziell recht gut, allerdings haben die sehr viele und auch teure Hobbys.

      Hat kino.to nicht auch Premium Zugänge verkauft und nicht nur auf Abo Abzocke gesetzt?

      Ansonsten schöner Artikel.

      • Kowalski schrieb am 17. Juni 2011 um 11:03 - Permalink

        Hat kino.to nicht auch Premium Zugänge verkauft und nicht nur auf Abo Abzocke gesetzt?

        Kino.to war eigentlich nur eine Linkschleuder.
        Premiumzugänge werden von den Hostern, z.B. Duckload, angeboten.

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:26 - Permalink

        Gehen wir mal von den Filmen weg zur Musik. Denn dort gibt es ja Alternativen wie z.B. itunes. Klar, die DRM-Frage stellt sich zusätzlich. Wenn itunes beispielsweise eine legale Musik-Flatrate für z.B. 30 Euro im Monat (also eine Art Musik-GEZ) anbieten würde, wäre ich u.U. auch legaler Kunde – vorausgesetzt, die Daten hätten keinen DRM-Knüppel. Schüler, viele Studenten, Hartz-IV-Empfänger und andere können sich aber diese 30 Euro im Monat nicht leisten.

        • Jens V. schrieb am 17. Juni 2011 um 12:55 - Permalink

          Klar, die DRM-Frage stellt sich zusätzlich.

          DRM bei Musik ist längst passé, jedenfalls was Downloads betrifft. Gekaufte iTunes-Musikstücke habe längst kein DRM mehr, das ein Abspielen oder Kopieren in irgendeiner Art limitieren würde. In den ID-Tags stehen aber die Nutzerdaten, sodass man bei unlizenzierten, öffentlich verfügbaren Kopien theoretisch zurückverfolgen kann, wer das Stück geleakt hat. Allerdings kann man die Nutzerdaten aus den ID-Tags entfernen, womit es auch kein echtes “passives” DRM ist (was z.B. in Form digitaler “Wasserzeichen” implementierbar wäre). Wie das bei legalen Streaming-Angeboten aussieht, kann ich nicht sagen, da kenne ich mich zu wenig aus.

          Wenn itunes beispielsweise eine legale Musik-Flatrate für z.B. 30 Euro im Monat .. anbieten würde …

          Das gibt es doch längst, sofern es nicht unbedingt iTunes sein muss – und zwar mit unter 10 Euro pro Monat deutlich günstiger:
          http://www.napster.de/registrierung/
          Oder gibt es da einen Haken, den ich übersehen habe?

          Schüler, viele Studenten, Hartz-IV-Empfänger und andere können sich aber diese 30 Euro im Monat nicht leisten.

          Das ist sicher richtig und stimmt vielleicht auch für Angebote um die 10 Euro noch. Allerdings ist das Hinnehmen von Urheberrechtsverletzungen eine fragwürdige Lösung für dieses Problem, die ein sozialstaatlich garantiertes Existenzminimum, das eine echte kulturelle Teilhabe ermöglicht, nicht ersetzen kann.

          • Helmi schrieb am 17. Juni 2011 um 14:15 - Permalink

            Ja. Napster hat DRM.
            Sobald du kündigst, kannst du mit den Lieder nichts mehr anfangen.

            Möchtest du sie auch noch mobil (Mp3-Player/Handy) nutzen, wird es auch teurer.

            • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 16:04 - Permalink

              Richtig, für 15 Euro gibt’s napster für den mp3 player. Ich hatte das auch mal eine gewisse Zeit in Anspruch genommen. Leider hat napster nicht mit allen Labels Verträge und vor allem ältere Sachen findet man dort nicht oder fallen plötzlich aus dem Angebot. Am DRM in Verbindung mit der Nutzung eines Players nervt zudem, dass man es immer wieder aktualisieren muss.

              Da ich Itunes nervig finde und die Software auf Windows nicht so dolle läuft kaufe ich meine Musik bei Amazon, wo die mp3s auch DRM-frei angeboten werden.

            • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 16:25 - Permalink

              Richtig, für 15 Euro gibt’s napster für den mp3 player.

              Aber doch auch nur mit DRM, wobei die Songs sich m.W. nur über eine spezielle Software abspielen lassen. Das ist nichts für mich ;-)

        • Mordred schrieb am 17. Juni 2011 um 12:58 - Permalink

          auf beiden seiten ist natürlich was zu tun. h4 brauchen mehr geld und der content muss billiger werde.
          nicht nur einseitig derart, dass das preisniveau auf heutige h4-verhältnisse abgesenkt wird.

        • spider schrieb am 18. Juni 2011 um 18:51 - Permalink

          Denn dort gibt es ja Alternativen wie z.B. itunes. Klar, die DRM-Frage stellt sich zusätzlich. Wenn itunes beispielsweise eine legale Musik-Flatrate für z.B. 30 Euro im Monat (also eine Art Musik-GEZ) anbieten würde, wäre ich u.U. auch legaler Kunde

          Eine zusätzliche mp3-GEZ-Flatrate?

          Bitte nicht. Der “linksliberale” Held möge doch bitte Gnade mit dem gefrusteten spider walten^^ Wie fast jede solche “Leistung” wäre sie zunächst freiwillig und später obligatorisch.

    6. Bonsta schrieb am 17. Juni 2011 um 10:39 - Permalink

      Ich finde die Borniertheit der Rechteinhaber lustig. Sie sind bis heute nicht in der Lage zu begreifen, dass sie gegen Windmühlen kämpfen. Anstatt sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu versuchen, wenigstens ein bisschen Geld damit zu verdienen, freuen sie sich, wenn es der Justiz einmal gelingt, eine Seite wie Kino.to zu sperren.

      Jeder der kann und willens ist, geht ins Kino. Ganz einfach weil Kino eben Kino ist. Diejenigen, die sich solche Filme auf die Art im Internet anschauen, werden auch so nicht ins Kino gelockt. Sei es mangels Geld oder weil es ihnen nicht so wichtig ist.

      Wenn Kino.to schon Millionen verdienen konnte, so könnten die Rechteinhaber das auch und vermutlich sogar noch sehr viel mehr. Aber nein, lieber kämpfen sie einen aussichtslosen Kampf.

      Wirklich albern…

      • Bonsaibäumchen schrieb am 20. Juni 2011 um 12:18 - Permalink

        Ganz so schlimm ist es nicht. Ich habe viele Filme als Stream vor oder zum Kinorelease gesehen und bin danach trotzdem ins Kino gegangen, oder auch anders herum.

        Es ist immer eine Frage welche Ansprüche man hat und wie man finanziell dasteht. Früher konnte ich mir Kinobesuche kaum leisten heute geht das viel besser daher gehe ich dann auch mal ins Kino wegen der Gesellschaft meiner Freunde und dem Flair auch wenn der Film mich weniger interessiert oder mir bereits bekannt ist.

        Wenn die Möglichkeit gegeben wäre sich Filme,Serien,Dokus legal zu herunterzuladen ohne irgendwelche DRM Schikanen oder sonstiges dann wären millionen User glücklich. Und die Filesharing nutzung würde sicher abebben. Nur würden dann natürlich Kinos und Videotheken unter umständen wegsterben weil sie einfach nutzlos werden.

        So ist das aber einfach beim Fortschritt was leider viel zu wenige Geschäftsbereiche zulassen wollen.

    7. schrotie schrieb am 17. Juni 2011 um 10:42 - Permalink

      Die unerträgliche und willkürliche Kriminalisierung unserer Kultur ist sozial, wirtschaftlich und natürlich kulturell völlig kontraproduktiv. Hier habe ich mich ausführlicher damit auseinandergesetzt und Alternativen aufgezeigt.

    8. Julia schrieb am 17. Juni 2011 um 10:42 - Permalink

      Das ist ja mal ein ganz seltsamer Beitrag.

      Unser Rechtsempfinden orientiert sich nun einmal an der Frage, wen und in welcher Weise ein vermeintlicher Rechtsbruch schädigt und welche Folgen das für die Gesellschaft hat.

      Aha, eine ungewöhnliche Sichtweise des Rechtsempfindens. Hat der Geschädigte also genügend Geld, dann ist der Rechtsbruch also nicht ganz so schlimm.
      Demnach dürfte sich also der Jugendliche auch das neueste Smartphone aus dem Laden klauen, weil auf dem Schulhof die Mehrheit eines hat und die Hersteller sowieso genügend Millionen besitzen und erwirtschaften. Und damit er nicht wegen einer Woolworth Jeans ausgelacht wird, klaut er sich einfach eine Levis, tut Levis ja keinen Abbruch.
      Diese Ansichten kann ich so gar nicht teilen, illegal bleibt illegal, egal wie reich oder arm der Geschädigte ist.

      Wie soll man einem Jugendlichen denn auch klarmachen, dass er mit dem Betrachten des neuesten X-Men-Films, über den der ganze Schulhof spricht, vielleicht gegen geltende Gesetze verstößt?

      Nicht vielleicht! Indem man ihn klarmacht, dass er sein Taschengeld spart und ins Kino geht oder eben warten muss, bis die DVD erschienen ist und er sich den Film für 1,50 Euro aus der Videothek ausleihen kann?
      Oder sind diese Vorschläge vielleicht heute nicht mehr zeitgemäß, weil sich unser Rechtsempfinden nun daran orientiert wen man schädigt?
      Da bleibt mir nur noch ein Kopfschütteln, das hätte ich sonstwo erwartet, aber nicht hier.
      Julia

      • Andi schrieb am 17. Juni 2011 um 11:15 - Permalink

        Aha, eine ungewöhnliche Sichtweise des Rechtsempfindens. Hat der Geschädigte also genügend Geld, dann ist der Rechtsbruch also nicht ganz so schlimm.

        Ja ganz richtig. Abhänig vom Schaden. Willkommen im Rechtsstaat!
        …aus dem Ihre rechtspopu Denke ganz sicher nicht herrührt…

        Nicht vielleicht! Indem man ihn klarmacht, dass er sein Taschengeld spart und ins Kino geht oder eben warten muss, bis die DVD erschienen ist und er sich den Film für 1,50 Euro aus der Videothek ausleihen kann?
        Oder sind diese Vorschläge vielleicht heute nicht mehr zeitgemäß, weil sich unser Rechtsempfinden nun daran orientiert wen man schädigt?

        Auch richtig. Ja sind sie nicht mehr… sie “Julia”….

        Vermutlich sind sie sich weder ihrer Zeit, ihrer Technik auf der sie gerade schreiben, noch ihrer Schicht und Klasse bewusst. Hauptsache law&order… damit wird man was Besseres.

      • Helmi schrieb am 17. Juni 2011 um 11:17 - Permalink

        Warum muss man ein halbes bis 1 Jahr auf eine DVD warten (Bei Serien teils noch länger)?
        Warum darf ich meine DVD aus der Videothek nicht auf meinem Smartphone, Tablet wiedergeben?
        Warum muss ich mir “Werbung” auf der DVD ansehen, dass ich doch gefälligst meine Filme legal besorgen soll?
        Warum gibt es keine guten legalen Streamingangebote?

        Warum also legale Angebote nutzen, wenn die illegalen vieles besser machen? Zudem ist die Chance dabei erwischt zu werden sehr gering. Dadruch sinkt natürlich auch die Hemmschwelle.

        Warum befindet sich durch die Übernahme von kino.to durch die Polizei kein Impressum auf der Webseite? Dies ist laut Telemediengesetz strafbar und wird durch Anwälte häufig abgemahnt. Warum darf das Land Sachsen diesen Rechtsverstoß begehen?

        • Alex schrieb am 17. Juni 2011 um 12:35 - Permalink

          Schon geschehen: siehe hier

      • André H. schrieb am 17. Juni 2011 um 11:27 - Permalink

        Aha, eine ungewöhnliche Sichtweise des Rechtsempfindens. Hat der Geschädigte also genügend Geld, dann ist der Rechtsbruch also nicht ganz so schlimm

        Das Recht ist ein Ding, das sich dauernd ändert!

        Beispiel: Bei uns in der Schweiz war es noch vor 20 Jahren verboten, mit Abblendlicht tagsüber Auto zu fahren. Heute ist es nicht mehr verboten, sondern erwünscht, mit Abblendlicht auch tagsüber zu fahren. Bei einigen Automarken lässt sich das Abblendlicht gar nicht mehr abschalten. Es würde mich nicht verwundern, wenn es nächsten verboten wäre, ohne Abblendlicht herumzufahren.
        Dabei stellt sich bei diesem Beispiel noch eine andere Frage: die der Rechtsgüterabwägung. Es konkurrieren sich hier nämlich die Sicherheit gegen den Klima- respektive Umweltschutz (da das Herumfahren mit Licht mehr Kraftstoff verbraucht).

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:33 - Permalink

        Aha, eine ungewöhnliche Sichtweise des Rechtsempfindens. Hat der Geschädigte also genügend Geld, dann ist der Rechtsbruch also nicht ganz so schlimm.

        Juristisch spielt das keine Rolle, moralisch ist dem so – vor allem dann, wenn dem Geschädigten überhaupt kein materieller Schaden entsteht.

        Demnach dürfte sich also der Jugendliche auch das neueste Smartphone aus dem Laden klauen, weil auf dem Schulhof die Mehrheit eines hat und die Hersteller sowieso genügend Millionen besitzen und erwirtschaften.

        Nein, das Smartphone ist ein reales Gut. Beim “Entwenden” eines Smartphones entsteht ein ganz realer Schaden.

        Diese Ansichten kann ich so gar nicht teilen, illegal bleibt illegal, egal wie reich oder arm der Geschädigte ist.

        Natürlich. Die Frage ist jedoch, ob das Anschauen eines gestreamten Filmes überhaupt illegal sein kann.

        Nicht vielleicht! Indem man ihn klarmacht, dass er sein Taschengeld spart und ins Kino geht oder eben warten muss, bis die DVD erschienen ist und er sich den Film für 1,50 Euro aus der Videothek ausleihen kann?

        Da vergisst Du aber das Internet. Der Geist ist aus der Flasche, eine freiwillige Selbstbeschränkung der Kiddies ist illusorisch.

        • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 13:23 - Permalink

          Gegen die Normative Kraft des Faktischen hat einfältige Vogel-Strauß-Politik oder die berühmte “3-Affen-Taktik” noch nie geholfen. Probiert wird es seltsamerweise aber immer wieder.

      • wizzlord schrieb am 17. Juni 2011 um 11:35 - Permalink

        Nix verstanden, wehrte Dame!

        Demnach dürfte sich also der Jugendliche auch das neueste Smartphone aus dem Laden klauen, weil auf dem Schulhof die Mehrheit eines hat und die Hersteller sowieso genügend Millionen besitzen und erwirtschaften. Und damit er nicht wegen einer Woolworth Jeans ausgelacht wird, klaut er sich einfach eine Levis, tut Levis ja keinen Abbruch.

        Sie müssen schon zwischen dem Diebstahl realer, physisch vorhandener Güter und dem Kopieren von Bits unterscheiden. Ich behaupte nicht, dass dieses Kopieren von Informationen wirtschaftsphilosophisch unstrittig ist, aber so platt wie Sie kann man nicht ernsthaft argumentieren. All die seitens der Multimedia-Industrie genannten Zahlen über angeblich verursachten Schaden in Milliardenhöhe sind erstmal rein imaginär. Es wird schliesslich kein reales Gut gestohlen, sondern lediglich kopiert. Der Schaden für die Filmindustrie beläuft sich erst einmal auf Null. Es wird lediglich angenommen, dass diese “Raubkopierer” die Waren sonst legal gekauft hätten.

        PS: Eine Studie von Ipsos Mori von 2009 oder so behauptete glatt, dass Raubkopierer wesentlich mehr Geld für Medien ausgeben als andere Konsumenten.

      • Gast schrieb am 17. Juni 2011 um 14:38 - Permalink

        Tja… Nicht, dass ihr euch wundert. Die Fortsetzung vom “Goldenen Kompass” werdet ihr vergeblich suchen. Den habe ich gleich nach der Fertigstellung geklaut. Ebenso die Shakespear-Verfilmung “The Tempest”, den habe ich an der Grenze zu Deutschland aus dem Container gezogen…

        Leute! Lest ihr eigentlich auch das, was ihr schreibt? Hier wird mit Begriffen wie “Raub” und “Diebstahl” um sich getippt, dass einem schummerig wird. Es wird nichts entwendet und niemand stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus, wenn eine Datei dupliziert wird. Es sind eben nur Daten, Masse und Energielos (abgesehen von der Energie, die nötig ist um diese Daten festzuhalten). Selbst wenn ich eine Seite eines Buches auf den Kopierer lege und sie ablichte, benötige ich einen gewissen Materialaufwand, aber auch hier kann das Buch nach dem kopieren wieder friedlich im Regal weiter seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und die seltsamsten Staubteilchen sammeln. Wieviele Studenten wurden bislang festgenommen, inhaftiert und verurteilt weil sie kostbare Literatur aus dem Springerverlag “raubkopiert” haben? Jeder, der sich damals einen Cassettenrekorder angeschafft hatte, ist kriminell, da dieses Gerät nur einem Zweck dient(e) – den illegalen Erwerb von Kunstgegenständen. Man kann alles übertreiben!

        Klar, haben sich technische Fortschritte ergeben, die neue Möglichkeiten bieten, auf die Gesetze, die damals in Steintafeln gemeißelt wurden oder auf Papyrus bzw. Pergament an nachfolgende Generationen weitergegeben wurden, keine Antworten haben. Also wird interpretiert auf “Teufel komm raus”. Wenn er dann draußen ist und mal wieder seine Fratze der Öffentlichkeit zeigt, kann man ängstlich auf die Knie fallen oder mit dem Finger auf ihn zeigen und fragen ob ein Interessenverein so einen starken Einfluß auf unsere Rechtsprechung haben darf. Bis die heutigen “Straftäter” abgeschlossene Jurastudiengänge und Refferendariate hinter sich haben, dauert noch eine Weile. Dann aber würde ein Richter nur müde lächeln, wenn ein Unternehmer, der nicht in der Lage ist sich der Realität zu fügen, versuchen würde sich mit Hilfe des Gerichts einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Anstatt stampfend den Fuß in den Staub zu rammen und sich gottgleich hinzustellen “Mir ist Unrecht widerfahren!”, sollten die Leute, die mit der Arbeit anderer (Ich kenne keinen Verkäufer, der regelmäßig in den Charts singt) ihr Geld verdienen auch mal anfangen, sich mit dem Produkt, dass sie verkaufen auseinanderzusetzen… und mit der realen Welt, die uns umgibt.

        • Badcreature schrieb am 20. Juni 2011 um 17:57 - Permalink

          Habe deinen Post kopiert, auf Facebook gepinnt und meinen Namen drunter geschrieben. Im Moment kommt das richtig gut an. Habe schon viele Daumen bekommen.
          Danke.
          Hat mir viel Zeit gespart.

    9. Jens schrieb am 17. Juni 2011 um 10:44 - Permalink

      Die legalen Alternativen müssen aber auch benutzbar sein.
      Die alternativen die es gibt (maxdome…) sind so voll mit DRM, das sie dadurch komplett unbenutzbar sind wenn man nicht gerade ein spezielles Betriebsystem mit passenden Browser Mediaplayer, Silverlight was weiß ich noch alles verwendet.

      Das selbe mit Blue Ray
      Legal auf Linux/Mac nicht zu benutzen, sorry da nehme ich andere Quellen und muss mir dann noch nicht einmal die Zwangswerbung ansehen

    10. stardust schrieb am 17. Juni 2011 um 11:01 - Permalink

      Wer bitte hat den noch so viel Geld, dass er sich regelmäßig Filme, Dokus, Serien … für 10-20 Euronen oder mehr kaufen kann, wie oft schaut man sich denselben Film an, sicher nicht öfter als ca. 1-2 mal im Jahr. Das heißt, um in dieser Form am kulturellen Leben teilzuhaben, wird der Zugang zu einer größeren Vielfalt nötig, was mit enormen Kosten (Kaufen, Kino) verbunden wäre, das können sich aber immer größere Teile der Gesellschaft schon längst nicht mehr leisten!

      Wie wäre es diese Streamingportale zu legalisieren und ein Bezahlangebot (realistische Gebühren!!! Beispiel: Flatrate 20€ im Monat) einzuführen, finanzieren können die sich dann auch noch zusätzlich über Werbung? Da bekommen die genug Schotter rein und alle sind glücklich.

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:36 - Permalink

        Ich handhabe das folgendermaßen: Für Massenkultur zahle ich nichts, sondern nutze die Möglichkeiten des Netzes. Dafür habe ich aber dann auch mehr Geld für kulturelle Werke zur Verfügung, die ich für unterstütztenswert hate. Die Summe, die ich im Monat für Musik und Filme ausgebe bleibt also konstant, nur dass ich “dank” des Netzes nun einmal unterstützenswerten Werken mehr Geld zukommen lassen kann. Ich betreibe also mein eigenes – freilich illegales – Flatratemodell ;-)

        • Mordred schrieb am 17. Juni 2011 um 13:05 - Permalink

          schreibe am besten noch dazu, dass du ausschließlich streams nutzt, sonst kommt hier noch einer auf die idee, dich anzuschwärzen^^

          • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 16:28 - Permalink

            M.W. ist der Konsum auch nicht strafbar, sondern nur die Weiterverbreitung.

            • Mercury schrieb am 17. Juni 2011 um 21:34 - Permalink

              Es gibt Rechtsauffassungen, die halten die Datenablage in einen flüchtigen Speicher (also einen Stream) bereits für eine Kopie, und damit im Falle einer illegal erworbenen solchen für strafbar.

              Freilich, sind dies die Rechtsauffassungen der “geschädigten” Medienindustrie, aber eine abschließende Rechtsprchnung mit Modellcharakter steht in diesem Zusammenhang noch aus.

    11. TutnichtszurSache schrieb am 17. Juni 2011 um 11:15 - Permalink

      Das Interessante ist ja, dass zB. in Kanada der Download von Musik UND Kinofilmen für den Eigengebrauch vollkommen legal ist. Ferner ist auch die Verwendung von Torrents, bei denen ein Musikstück oder ein Film herunter geladen und an andere User weiter gesendet wird legal!

      Leider scheint das der Rest der Welt nicht hinzubekommen und die Deutschen müssen sich mit solchen Aktionen wie bei kino.to wieder einmal vollkommen blamieren.

      Achja man kann Filme von Servern wie Rapidshare laden, sogar in MKV (1080p/ FullHD) und niemand kriegts mit.

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:39 - Permalink

        Achja man kann Filme von Servern wie Rapidshare laden, sogar in MKV (1080p/ FullHD) und niemand kriegts mit.

        Richtig, aber nach normalen Maßstäben gibt es das nicht umsonst. Einen FullHD-Film mit min. 6 GByte zieht sicher niemand über einen “Kostenlos-Account”. Dafür benötigt man dann schon den Premium-Account und der kostet dann wieder. Die 10 Euro im Monat mögen zwar günstig sein, aber da bleibt natürlich das schale Gefühl, dass die Hosting-Dienste ihr Geld mit illegalen Content verdienen. Wer würde denn schon 10 Euro für Rapidshare ausgeben, wenn es dort nur legalen Content gäbe.

        • wizzlord schrieb am 17. Juni 2011 um 11:45 - Permalink

          Rapidshare, Netload und Konsorten nutzen ebenso die Kino.to das Fehlen einer legalen, nutzbaren und bezahlbaren Alternative. Die “Reine Lehre” findet man beim P2P, wie z.B. Torrent, wo es keine Hierarchie gibt. Leider ist Torrent für die breite Masse viel zu riskant, und davon profitieren diese Gestalten hinter den One-Click-Hostern.

          Einen FullHD-Film mit min. 6 GByte zieht sicher niemand über einen “Kostenlos-Account”

          Doch, aber das ist für den Laien leider nicht effizient machbar..

        • TutnichtszurSache schrieb am 17. Juni 2011 um 12:10 - Permalink

          Das stimmt so nicht. Netload, Megaupload etc. benötigen beim herunterladen der Dateien lediglich einen Reboot des Internet Routers um eine neue IP zu erhalten. Danach kann weiter gesaugt werden, oft mit Vollspeed (Bei Rapidshare gibt es oft eine Beschränkung). Das heißt man kann auch HD Filme, es gibt natürlich aber auch einfache DiVX Formate, blitzschnell saugen. Und damit man solche Reboots nicht selber machen kann, gibt es solche Programme wie den JDownloader. Der macht das mit entsprechender Einstellung (Versionen, IP und Passwort des Routers) von ganz alleine.

          Heißt auch mit Kostenlos Accounts kann man locker saugen!

          • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 12:16 - Permalink

            a) die Geschwindigkeit ist bei Kostenlos-Accounts (teilweise sogar stark) gedrosselt
            b) ein Reboot nutzt Kabelmodem-Nutzern (so wir) gar nichts

            ;-)

            • P@trick schrieb am 17. Juni 2011 um 14:08 - Permalink

              Es gibt auch eine ganze Reihe von Programmen, die nach dem fertigen Download eines Paketes, den Router automatisch neu booten.

              Das wohl bekannteste Programm dieser Art ist wohl der JDownloader. Fragt mich nicht wohl ich das weiß. *hüstel*

            • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 16:17 - Permalink

              Dann könnte dich die neue Kabelbox von AVM interessieren, die soweit ich weiß im Angebot von Kabel Deutschland ist. Damit müsste ein Reconnect möglich sein. Allerdings weiß ich nicht, wie KDG seine Voip Telefonie organisiert. Wäre natürlich nervig, wenn dann jedes mal die Telefonie-Kanäle abbrechen. Bei Fritzboxen wird übrigens kein kompletter Reboot gestartet, sondern einfach nur die Einwahlverbindung getrennt und wieder neu aufgebaut.

            • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 17:41 - Permalink

              @P@trick und Dennis

              Ich bin – wie Ihr wisst – ja nicht der große Technik-Held. Aber m.W. hat man beim Kabelanschluss immer eine feste IP, die seitens des Vermittlungspunkts nach 24h gewechselt wird, womit ein Reset ohnehin erfolglos ist.

            • TutnichtszurSache schrieb am 17. Juni 2011 um 21:10 - Permalink

              Such nach Megaupload.com Links, da braucht man soweit ich das weiß keine neue IP und auch die Geschwindigkeit ist gut.

              Es gibt auch noch viele andere Server, wo man keine benötigt. Einfach mal ausprobieren.

              Desweiteren hier mal ein Link (ist nicht ohne):

              board.gulli.com/thread/928710-kabel-internet-mac-wan-ip-wechsel–change—software-reset-bsp-reconnectbat/

            • P@trick schrieb am 19. Juni 2011 um 01:13 - Permalink

              @Jens: Nein die IP Adresse ist idR nicht statisch. Wenn du dein DSL Modem neu bootest, also Stecker rausziehen oder automatisch per Software, bekommst du eine neue IP zugewiesen. Zumindest ist das bei mir der Fall.

    12. Andi schrieb am 17. Juni 2011 um 11:19 - Permalink

      @ SF

      Das Wichtigste haben Sie dankenswerterweise gleich am Anfang erwähnt… villeicht auch etwas zu knapp.

      Die legitime Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben eines jeden Menschen (Bürgers?)

      Dieser Sachverhalt gehört nämlich zu Fragen um den Gesellschaftlichen Kurs und wo und wie dieser hinführen soll. Erstaunlich wenig wird nach 1990 darüber noch Diskutiert….

    13. Robin schrieb am 17. Juni 2011 um 11:19 - Permalink

      Mich stört bei dieser Debatte der Begriff der Kriminalisierung – der in diesem Artikel ja zum Leitmotiv gemacht wird.

      Das nahezu kostenlose Vervielfältigen von Datenträgern, für die man andernorts Geld auf den Tisch legen muss, das Sehen von Filmen, für deren Betrachtung ansonsten Eintritt verlangt wird, ist für ein naives Rechtsverständnis a priori problematisch – um nicht zu sagen illegal.

      Neben dieser ethischen Betrachtungsweise steht natürlich die formal-juristische. Tatsächlich bewegen sich Streaming-Angebote wohl in einer rechtlichen Grauzone. Allerdings verwundert ein argumentative Rückgriff auf eine lückenhafte Rechtsordnung gerade von denjenigen, die ansonsten jede Verwendung der Phrase “rechtsfreier Raum” für ungültig erklären, als einigermaßen opportun.

      Das Durchsetzen geltenden Rechts in diesem Kontext nun als Kriminalisierung zu bezeichnen ist etwa so, als würde man von der Intoxinierung der Tollkirsche sprechen. Sinnvoller erscheint neben dieser verfehlten Rhetorik die Forderung nach einer Legalisierung solcher Dienste – das ist durchaus diskussionfähig. Doch auch hier kann massenhafter Rechtsbruch nicht die alleinige Grundlage von Legalisierungsbestrebungen sein. Denn sollte sich Diebstahl zum Massenphänomen aufschwingen, wäre das kein ausreichender Grund dafür, diesen Tatbestand aus dem Strafgesetzbuch zu streichen.

      • Andi schrieb am 17. Juni 2011 um 11:40 - Permalink

        Das nahezu kostenlose Vervielfältigen von Datenträgern, für die man andernorts Geld auf den Tisch legen muss, das Sehen von Filmen, für deren Betrachtung ansonsten Eintritt verlangt wird, ist für ein naives Rechtsverständnis a priori problematisch – um nicht zu sagen illegal.

        Sie gehören immer noch den zu Menschen die von der Technik überholt und ihrer Zeit überrollt wurden. Entschuldigung, aber sie sind ein klassischer Fall.

        Sie haben und werden es vermutlich nicht mehr begreifen (wie übrigens jede Generation), dass man nicht das Material eines Produktes zahlt, sondern nur die reine “Funktion”. Genauer gesagt haben Sie heute eine “Nutzungslizenz” für Geld gekauft. Mehr nicht.
        Stichwort: Obsoleszenz und definierte Lebensdauer.

        D.h. ihr “Produkt” ist im gewissen Sinne virtuell. Ihr “Produkt” besteht also einzig und allein im Sinn/Funktion.

        D.h. aber auch das eine Gesellschaft, eine Kultur, ein Gesetzgeber oder jeder andere diesen Sinn definieren kann. Im Fall Kino.to tun dies Millionen in ihrer Lebung von Gesellschaft und Kultur.

        Das das Menschen “alter Schule” nicht begreifen, tun, können oder wollen verstehe ich. Den psychologischen Menschnismus dahinter. Aber aus ebenso diesem empfinde ich auch eine gewisse Schadensfreude das Leute wie sie hierbei zwangläufig unter die Räder kommen. Die Nazis fanden ja auch das Ihnen Unrecht angetran wird bzw. wer würde schon einen Nazi nach seinem Rechtsempfinden fragen? Würde auch niemand. :-)

        Mfg

        • Robin schrieb am 17. Juni 2011 um 12:29 - Permalink

          Sie kommen hier mit irgendeinem Allgemeinplatz daher, der nichts mit meiner Ausführung zu tun hat, unterstellen mir Unkenntnis in einer Frage, die ich nicht mal angesprochen habe, um nach diesem argumentativen schwarzen Loch schnell zum Nazivergleich überzugehen. Ihrer Sache tun Sie auf diese Weise keinen Gefallen, fürchte ich.

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:41 - Permalink

        kennst Du die “normative Kraft des Faktischen”? ;-)

        • Robin schrieb am 17. Juni 2011 um 12:10 - Permalink

          Allerdings, und ich erkenne durchaus an, dass sich daraus ein gewisser Handlungsbedarf ergibt. Damit ist die Debatte aber ja nicht vorbei, sondern sie beginnt damit.

          • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 16:32 - Permalink

            Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wer die Debatte jahrelang nicht führen wollte, kriegt eben nun ungefragt ihre Ergebnisse präsentiert, und wird damit leben müssen.

      • Heimatprophet schrieb am 17. Juni 2011 um 11:50 - Permalink

        Im Gegenteil, genau dieses Rechtsverständnis, dass sich im in diesen Dingen weniger aufgeklärten Teil der Bevölkerung leider immer häufiger finden lässt, ist sehr problematisch:

        Das nahezu kostenlose Vervielfältigen von Datenträgern, für die man andernorts Geld auf den Tisch legen muss, das Sehen von Filmen, für deren Betrachtung ansonsten Eintritt verlangt wird, ist für ein naives Rechtsverständnis a priori problematisch – um nicht zu sagen illegal.

        Also eine simple Privatkopie (das Wort, das nach Industriesicht verboten gehört) nach Punkt 1 und ein DVD-Abend mit Freunden nach Punkt 2 sind also “a priori problematisch und illegal”? Woher kommt denn diese verquere Einsicht?

        PS: ein angeblich “rechtfreier Raum” und eine legale Handlung (weil nicht verboten) sind übrigens zwei grundverschiedene Sachen, von daher greift die Pauschalisierung nicht. Es ist nicht alles verboten, nur weil es nicht explizit erlaubt ist. Soweit sind wir dann doch noch nicht.

        Und weil man es auch 2011 anscheinend immer noch wiederholen muss: unerwünschte Kopien sind eben kein Diebstahl!

        • Robin schrieb am 17. Juni 2011 um 12:25 - Permalink

          Woran machen Sie fest, ich sei “weniger aufgeklärt”? Offenbar haben wir verschiedene Rechtsauffassungen.

          Ich habe nicht behauptet, das Internet sei ein rechtsfreier Raum. Ich habe diese Missbräuchliche These in Zusammenhang gebracht mit der bislang unbestrittenen Tatsache, dass die Rechtslage im Fall kino.to unklar – grau – ist.

          Ich habe nicht behauptet, dass Diebstahl und Kopie dasselbe sind. Diese Unterstellung lese ich oft – es scheint so eine Art Mode zu sein – und Sie trifft den Kern des Vergleichs in meinem Fall einfach nicht.

        • André H. schrieb am 18. Juni 2011 um 11:37 - Permalink

          unerwünschte Kopien sind eben kein Diebstahl!

          Im (schweizerischen) Strafgesetzbuch braucht es zur Erfüllung des Tatbestandes “Diebstahl” drei Voraussetzungen:
          a) Es muss sich um eine fremde, bewegliche Sache handeln
          b) Es muss eine Bereicherungsabsicht bestehen

          Bei Computerdateien scheint mir bereits die Voraussetzung “bewegliche Sache” zweifelhaft.
          Auch das “fremde” ist meines Erachtens umstritten, da eine Kopie dem ursprünglichen Eigentümer ja nichts wegnimmt.
          Höchstens bei der “Bereicherungsabsicht” liesse sich eventuell etwas machen.
          Da jedoch alle drei Merkmale vorhanden sein müssten, kann es sich nie um Diebstahl handeln… ausser: durch Gerichtsurteile erzeugte Präzedenzfälle, womit der usprüngliche Gesetzesartikel praktisch ins Absurde verändert werden kann. Und hier setzt eben wieder die Macht der Medien und Industrien ein, welche solche Präzedenzfälle beeinflussen können.

          • André H. schrieb am 18. Juni 2011 um 19:21 - Permalink

            Sorry, Jens Berger hat ja (weiter oben) bereits geschrieben, dass es sich um eine Urheberrechtsverletzung handelt.

    14. wizzlord schrieb am 17. Juni 2011 um 11:22 - Permalink

      Je mehr die großen Rechteverwertungsverbrecher geschädigt werden, desto besser. Es ist ein Witz, was für drakonische Strafen für das Kopieren von Einsen und Nullen erhoben werden. Vor der Abmahnwelle stand ich der Scene (genauer: deren Auswüchsen für die breite Masse) durchaus kritisch gegenüber.
      Aber die “Raubkopierer sind Verbrecher und gehören eingesperrt”-Kampagne und der Rattenschwanz an Abmahnanwälten, die unter Mithilfe von SOKO’s Jagd auf jugendliche Sauger machen, haben ihren Eindruck bei mir hinterlassen.
      Das ganze Geschwurbel von geistigem Eigentum und der Patentwahn (Stichwort Monsanto oder Algorithmen, Namen…) führt auf den Holzweg..

      • André H. schrieb am 17. Juni 2011 um 11:36 - Permalink

        Das ganze Geschwurbel von geistigem Eigentum und der Patentwahn (Stichwort Monsanto oder Algorithmen, Namen…) führt auf den Holzweg..

        Das Ganze ist auch eine Frage der Mentalität. Dass die Chinesen so viel kopieren, hat auch damit zu tun, dass sie zum Kopieren an sich eine andere Einstellung haben.
        Die Chinesen finden nichts Schlimmes dabei, etwas sinnvoll Neues zu kopieren, weil dies damit dem Wohl der Allgemeinheit dienen kann.
        Die eher amerikanisch/angelsächsische Vorstellung ist eine ganz andere. Hier geht es weniger um das Gemeinwohl, sondern vielmehr um das Portemonnaie. Mit allen Mitteln wird eine “Erfindung” mit Klagen und Patenten nicht nur geschützt, sondern zur Geldmaschine umfunktioniert.
        Oder sollen die Chinesen rückwirkend Patentgebühren auf die Herstellung von Nudeln einklagen ?

        • Heimatprophet schrieb am 17. Juni 2011 um 11:54 - Permalink

          Die wissenschaftliche Einsicht, dass Forscher lediglich Zwerge sind, die auf den Schultern von Riesen stehen, ist der westlichen Welt leider abhanden gekommen.
          Wer heute die Vereinigung der vier Kräfte findet, hat wahrscheinlich auch bloß dreist bei Einstein “geklaut”…

    15. Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 11:30 - Permalink

      Wer einen aktuellen Kinofilm anschauen will, muss entweder rund sieben Euro an der Eintrittskasse eines Kinos berappen oder ein paar Monate warten und sich dann für – je nach Qualität und Ausführung – zehn bis zwanzig Euro die dazugehörige DVD kaufen.

      Hat es einen bestimmten Grund, dass Du die Möglichkeit ausgeblendet hast sich den Film einfach in der on- oder offline Videothek für 1 Euro ausleihen zu können?

      95 % der Filme sind ein mehrmaliges Anschauen ohnehin nicht wert, einen Film wie “X-Men” einmalig auszuleihen reicht daher völlig aus. Im Vergleich zu einem Kinobesuch ein vielfach preiswerteres Vergnügen.

      • Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 11:43 - Permalink

        Guter Punkt! Allerdings ging’s, wie Dein Zitat zeigt, um aktuelle Kinofilme. Und die sind inden Videotheken i.d.R. noch nicht zu haben.

        Ansonsten stimme ich Dir zu. Videotheken wären auch eine Möglichkeit. Wobei ich mich dann allerdings frage, was die großen Firmen davon abhält, zu ähnlichen Konditionen eigene Streamingportale zu betreiben.

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:44 - Permalink

        Na ja, ich halte das Verleihmodell für komplett unsinnig. Warum soll ich in eine Videothek latschen und mir einen physischen Datenträger ausleihen, wenn es doch nur um die Daten geht, die heutzutage in der Regel über Netzwerke übertragen werden.

        • André H. schrieb am 17. Juni 2011 um 11:47 - Permalink

          Warum soll ich in eine Videothek latschen…

          … und dabei noch viel CO2 in die Umwelt ausstossen…

          • Kaffee Ole schrieb am 17. Juni 2011 um 14:28 - Permalink

            In die Videothek latschen ist gesund und produziert kein CO2!

            Ich möchte aber nicht wissen, wieviel CO2 durch das Streaming eines kompletten Films in guter Qualität ausgestoßen wird, Stichwort: Serverleistung.
            Und die benötigte Energie einer steigenden Zahl von Serverparks wird hoffentlich nicht durch AKWs bereitgestellt…

            • André H. schrieb am 17. Juni 2011 um 20:05 - Permalink

              In die Videothek latschen ist gesund und produziert kein CO2!

              Vom Parkplatz bis zur Videothek…

              Und die Angestellten der Videothek haben ihr Auto wo parkiert ?
              Zudem:
              - die vielen Videos/DVD’s wurden per Post geliefert, vorgängig per LKW verteilt
              - die vielen Neonröhren in der Videothek: Material und Energie
              - die Herstellung der Medien kostete Material und Energie
              - die Videothek muss zwischendurch gereinigt werden: Material (Putzmittel) und Energie (Staubsauger)
              - usw., usw.
              Am Ende haben wir eine Güterabwegung:
              Arbeitsstellen contra Klimaschutz

              Wollt ihr wirklich, dass das Klima geschädigt wird und uns immer mehr tropische Mücken heimsuchen ?
              http://web.ard.de/galerie/content/nothumbs/default/1079/html/1413_9748.html

        • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:00 - Permalink

          Jeder größere DSL Anbieter bietet auch eine online Videothek an wo Du Dir den Film legal runterladen oder streamen kannst. Bei meinem Anbieter ist das z.B. Maxdome. In den USA ist netflix sehr beliebt und erzielt Milliardenumsätze. Deren Umsatzrendite liegt im Moment bei um die 10 %, das Geschäftsmodell scheint also auch ganz legal zu funktionieren.

          • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 12:07 - Permalink

            Und die Filme, die ich dann bei Maxdome herunterlade, kann ich dann im Zug (das ist der einzige Ort, an dem ich – manges Alternative – den Computerbildschirm als Filmdisplay akzeptiere) gucken?

            • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:26 - Permalink

              Ich habe keine Ahnung in welchem Format Du die Daten runterladen kannst, darüber musst Du Dich dort schon selbst informieren. Es würde mich stark wundern wenn ein Abspielen auf Fernseher und PC nicht machbar ist, schließlich nutzen die Kunden entweder den einen oder den anderen Bildschirm.

              Fakt ist dass es auch legale Downloadmöglichkeiten für Filme und Serien gibt die preislich mit einem Gang zur Videothek vergleichbar sind, neben netflix z.B. auch itunes. Natürlich kann man sich auch diesen Euro sparen und bei piratebay dasselbe Angebot illegal beziehen, eine riesige Geldersparnis ist damit aber auch nicht verbunden.

              Für den Hartz IVler ist das sowieso irrelevant, da er nicht das Geld für den nötigen Breitbandanschluss hat um sich einen 10 GB Film bei piratebay in einer akzeptablen Zeit herunterzuladen.

              Die meisten Leute dürften Bequemlichkeit und schnelle Verfügbarkeit zu einem verhältnismäßig günstigen Preis schätzen, deshalb ist netflix auch so erfolgreich dass die Kinobetreiber darüber jammern dass dort Kinofilme schon wenige Monate nach Kinostart angeboten werden.

              Du tust in Deinem Artikel so als ob es legal nur die Möglichkeit gibt 20 Euro für einen Kinobesuch oder eine Kauf DVD zu bezahlen, was sich viele gerade junge Menschen nicht leisten können und praktisch gezwungen werden auf illegalen Konsum auszuweichen.

              Das ist nicht der Fall und diesen Zwang gibt es deshalb auch in dem dramatisierten Ausmaß nicht.

        • Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 12:13 - Permalink

          Deshalb auch meine Frage, was eigentlich das Problem sein soll, ein legales Streamingnetz zu etablieren. Wenn ich mir dazu die Angebote einzelner Kabelanbieter anschaue, scheinen wir da meilenweit hinter dem Stern zu leben.

          • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 12:20 - Permalink

            Richtig. Und nicht nur Streaming. Ich schaue mir beispielsweise heruntergeladene Filme (auch in HD) über eine Mediabox am großen TV-Bildschirm an. Die Möglichkeiten sind vorhanden, so lange die Rechteinhaber hier keine Angebote machen (z.B. mkv-Dateien zum kostenpflichtigen Download, womit ich kein Problem habe), muss man halt auf illegale Angebote zurückgreifen. Das hat in diesem konkreten Fall nicht mit mangelnder Zahlungsbereitschaft zu tun – ich würde auch z.B. 4 Euro für einen Film bezahlen. Da es aber kein legales Angebot gibt, wird man in die rechtliche Grauzone getrieben – ob man es will oder nicht.

            • Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 12:23 - Permalink

              Wobei ich noch einen Schritt weiter gehen würde. Wenn sich dadurch erstmal ordentliche Vertriebswege entwickelt und etabliert haben, vielleicht auch auf Basis von Open-Source-Software, könnte ich mir gut vorstellen, dass das auch für den Independent-Film bzw. kleinere Produktionen förderlich wäre.

              Aber machen wir uns nichts vor: Das wäre für die Einzelnen zwar ideal, aber bestimmte Leute, die heute ihre Kohle im bestehenden System verdienen, würden wohl in die Röhre schauen.

              Arbo

          • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:34 - Permalink

            Deutschland ist den Spitzentechnologieländern eben 5-10 Jahre hinterher, es gibt hier immer noch nicht überall HD-TV und 16:9, was in den USA nun schon seit fast 10 Jahren Standard ist. Dort hat mittlerweile so gut wie Jeder einen Tivo, auch das gibt es hier nicht als einheitliches System in der Breite.

            Flächendeckendes Streaming würde auch eine Modernisierung unserer Netzinfrastruktur erforderlich machen, denn bis auf die Neufünfländer und einige Wessis in Großstadtkerngebieten surfen die Deutschen auf Uralt-Kupferleitungen aus den 60ern deren physikalische Grenzen in Bezug auf die Übertragungsrate mittlerweile ausgereizt sind.

            Ich bin mir sicher dass jeder von uns Leute kennt die in ihren Käffern nicht mal DSL haben, das hier ist eben nicht Korea oder Norwegen wo selbst jeder Almöhi eine 100 mbit Leitung zur Verfügung hat.

            Du verwechselst uns mit einem Hochtechnologieland wo sowas einfach umzusetzen wäre. :)

            • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 12:43 - Permalink

              Vergiss bitte nicht das Kabelnetz. Internet kommt auch “in den Käffern” nicht nur aus der Telefondose ;-)

              In meinem Kaff bietet KD zwar auch keine 100 mbit, aber 32 mbit reichen für die Nutzung solcher Angebote m.E. auch aus und die werden in den meisten Ortschaften auch angeboten. Klar, in Wohnanlagen oder großen Mehrfamilienhäusern kann man dieses Angebot u.U. nicht voll nutzen.

            • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 13:00 - Permalink

              Vergiss bitte nicht das Kabelnetz. Internet kommt auch “in den Käffern” nicht nur aus der Telefondose ;-)

              Das Infrastrukturproblem ist dort doch auch nicht anders, oder? Auch die Kabelnetze müssen für Breitbandinternet infrastrukturell ausgebaut werden, was gerade im ländlichen und dünner besiedelten Raum nicht stattfindet, da es sich bei den Nutzerzahlen nicht lohnt hunderttausende Euro in Knotenpunkte und Verteiler zu investieren.

              Ich kenne mehrere Leute die noch mit ISDN surfen müssen.

              Mal gerade bei wikipedia geguckt:
              “Die deutschen Kabelfernsehnetze sind aus historischen Gründen in der Mehrzahl nur für Fernsehverteilung ausgebaut; vielerorts können die Signale nicht bidirektional übertragen werden, womit die Signalübertragung vom Benutzer zur Kopfstelle, von der aus die Fernsehkanäle ins Kabel eingespeist werden, nicht ohne Modernisierung möglich ist. Da diese Umbauarbeiten aufwendig und kostenintensiv sind, werden sie über mehrere Jahre gestreckt; Ende September 2007 gab es in Deutschland etwa eine Million Kabelinternetzugänge bei 18 Mio. DSL-Anschlüssen.”

            • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 17:18 - Permalink

              In Deutschland gibt es auch von jeher ein Akzeptanzproblem bei Pay-TV, in den USA ist das schon lange normal, bei Cable-Anbietern ein kostenpflichtiges Paket zu beziehen. Der Ami schichtet seine Ausgaben dann höchstens um oder der Kabelnetzbetreiber hat schon selbst ein attraktives Angebot am Start. Ich vermute aber auch schon immer zu attraktiveren Konditionen.

              HBO, Showtime und AMC würden mir schon völlig reichen. Da würde ich gerne 20 Mücken im Monat für ausgeben.

      • Mir schrieb am 18. Juni 2011 um 04:16 - Permalink

        Mal davon abgesehen, dass Ich bei meinen letzten Ausleihversuchen letztlich um die 20€ zahlen musste bis ich den Film dann mal gesehen hatte, ist der Preis von einem Tag auf den anderen in keiner mir bekannten Videothek 1€, sondern eher so um die 3 bis 4 € herum.

    16. Hapelo schrieb am 17. Juni 2011 um 11:34 - Permalink

      Das trifft es imho am Besten:
      http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/02/movies_deutsch1.png

      ;-)

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 11:46 - Permalink

        Sehr richtig!

      • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:04 - Permalink

        Nö, trifft es nicht. Bei den allermeisten DVD/BRs die ich ausleihe habe ich keine Zwangs-Trailer. Sowas ist nervig und kommt ab und zu wirklich vor, aber es ist nicht die Regel. Normalerweise lege ich die DVD ein, gehe auf das Kapitelmenu und fertig. Natürlich macht es sich besser die Realität für eine schicke Grafik etwas zu dramatisieren.

        • wizzlord schrieb am 17. Juni 2011 um 12:28 - Permalink

          Der Wurm steckt eher im DRM drin. Es gibt inzwischen dermassen viele propietäre Auswüchse und DRM-Verfahren, dass man als Konsument, der etwas flexibler sein möchte, keine Alternative zu illegalen Methoden hat. Eine Sicherungskopie ist sowieso nicht möglich.

          Bei Software ist es sogar so, dass Kopierschutzmechanismen das effiziente Benutzen einschränken oder sogar verhindern. PC-Spiele starten bei falscher Rechnerkonfiguration nicht. Technisch gesehen verhalten sich viele Kopierschutzmechanismen wie Viren – so sieht das oft auch die Antivirussoftware.

          • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:39 - Permalink

            Wenn der Konsument solche Spiele die z.b. nur ein dreimaliges Installieren erlauben einfach nicht mehr kauft sind solche Maßnahmen schnell Geschichte. Das liegt alleine in der Hand des Konsumenten.

            Ich kenne mich mit Computerspielen überhaupt nicht aus, aber es gibt doch sowieso keinen Kopierschutz der unknackbar wäre. Letztlich schadet die Industrie also nur Jenen die ein Spiel legal kaufen, nicht denjenigen die es sich ohnehin illegal runterladen. Die finden immer einen Weg.

            Darüber hinaus habe ich den Eindruck dass das meiste Geld in diesem Bereich der Entertainmentindustrie mit Multiplayerspielen verdient wird für die der Nutzer dann sowieso irgendwann zwangsläufig eine legale Version benötigt um teilnehmen zu können.

            • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 12:44 - Permalink

              Wenn der Konsument solche Spiele die z.b. nur ein dreimaliges Installieren erlauben einfach nicht mehr kauft sind solche Maßnahmen schnell Geschichte. Das liegt alleine in der Hand des Konsumenten.

              Sehr richtig. Darum steigt die Bereitschaft, sich Computerspiele o.ä. illegal zu beschaffen auch mit dem Ausmaß der Gängelung der Nutzer durch DRM und andere Schikanen.

            • wizzlord schrieb am 17. Juni 2011 um 12:54 - Permalink

              ..Das liegt alleine in der Hand des Konsumenten.

              Richtig. Leider sind die Konsumenten ein inhomogener Block, der zum Großteil eben dem Konsum frönt und dafür “kleinere” Einschränkungen billigend in Kauf nimmt.

              …aber es gibt doch sowieso keinen Kopierschutz der unknackbar wäre.

              Das Knacken eines Kopierschutzes ist strafbar.

              Darüber hinaus habe ich den Eindruck dass das meiste Geld in diesem Bereich der Entertainmentindustrie mit Multiplayerspielen verdient wird für die der Nutzer dann sowieso irgendwann zwangsläufig eine legale Version benötigt um teilnehmen zu können.

              Im Grund genommen richtig. Nur fliessen halt auch zwei- bis dreistellige Millionenbeträge in die Produktion von Singleplayertiteln. Oft werden diese Angebote künstlich gesplittet, d.h. ein Level, ein Auto oder was auch immer wird nachträglich als “Downloadable Content” angeboten und in den Monaten nach Erscheinen des Titels für 5-10 Euro angeboten, so dass ein vollständiger Titel gerne über Hundert Euro kosten kann. So wird der unbedarfte jugendliche Konsument über den Tisch gezogen.

              Aber das ist gar nicht der Punkt. Problematisch sind die AGB’s die inzwischen bei jeglicher Art kommerzieller,propietärer Software anzutreffen sind. Du besitzt die Software so gut wie nie, sondern hast lediglich ein genau umrissenes Nutzungsrecht. Und hier liegt die Krux.

            • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:54 - Permalink

              Sehr richtig. Darum steigt die Bereitschaft, sich Computerspiele o.ä. illegal zu beschaffen auch mit dem Ausmaß der Gängelung der Nutzer durch DRM und andere Schikanen.

              Das regelt der Markt. Bestes Beispiel ist doch die Musikindustrie, die eine Dekade lang versucht hat mit Massenabmahnungen das Downloaden in den Griff zu kriegen statt gemeinsam eine legale Plattform zu entwickeln. Apple erfand zwischenzeitlich itunes und verdient sich dumm und dämlich während Sony, BMG und Co. nur noch Mittelsmänner in diesem Geschäft sind.

            • dispalor schrieb am 17. Juni 2011 um 14:02 - Permalink

              Bei Computerspielen empfehle ich als Abendlektüre mal Assassins Creed 2. Ein echtes Lehrstück.

              Ubisoft hatte beschlossen dass die Spieler des Singleplayerspiels (!) eine permanente Internetverbindung brauchen, die natürlich total sicher ist und niemanden behindert, benachteiligt usw. Sie ist natürlich trotzdem ständig ausgefallen und da sassen dann die Spieler zuhause und konnten nicht spielen, weil die Server unten waren. Von MEnschen mit langsamen Verbindungen oder sogar ohne Internetverbindung, der verlorenen Anonymität, verlorener Spielstände, weil vielleicht mitten im Spiel auf einmal der Server einen Hickup hatte usw. ganz zu schweigen. Der Vorteil der ganzen Geschichte ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen. Laut Ubisoft besteht der nämlich darin, dass man egal auf welchen Rechner man das Spiel installiert, immer auf die Savegames zugreifen kann, die sind nämlich auf deren Servern gespeichert. Ein Feature, das bestimmt drei oder vier der Spieler auch benutzt haben :)

              Solche Probleme kommen immer häufiger mit Spielen, man kann sie nur ein paarmal installieren, muss sie erst freischalten (was eigentlich wenn die Server nach einem Jahrzehnt unten sind, gute Spiele sind wie gute FIlme, kann man immer wieder spielen), Spiele werden durch Zeitdruck völlig verbuggt ausgeliefert und die Käufer als Betatester missbraucht, Content wird aus dem fertigen SPiel genommen und seperat verkauft, Verhinderung eines Weiterverkaufs und und und.

              Die einzigen, die ALL diese Probleme nicht haben… ja, ratet mal. ;)

        • Mordred schrieb am 17. Juni 2011 um 13:29 - Permalink

          öh, ka, dann haste halt glück gehabt mit der auswahl deiner filme. bei mir siehts in 90% der fälle genauso aus wie auf der grafik.
          und da hier manche, wie du glaube ich auch, sagen, dass man halt die mainstream-produkte meiden soll:
          warum? jeder soll sich den content reinziehen können, der ihm gefällt. das ist ne subjektive angelegenheit. geschmack, anspruch, bla kannste imho alles in dieser diskussion vergessen.
          “einfach” ein allumfassende online-angebot an filmen, mucke usw. in allen erdenklichen qualitätsstufen/formaten für nen sehr schmalen € (ca. 1€/film/einmal schauen) – feddich. und wahlweise kann man sich die sachen dann noch für 50% mehr oder so downloaden.
          videotheken/schallplattenläden werden dadurch natürlich obsolet bzw. der großteil.
          und kinos werden dann halt ein paar weniger. ich habe bei mir im umkreis 10km ungefähr 5 multiplexe und ebensoviele einzelkinos. danach dann halt nur noch nen drittel. wenn die ihren preis halbieren werde ich trotzdem noch hingehen, weil ich nciht die räumlichkeiten und die kohle habe, mir etwas vergleichbares in bild und sound zu hause einzurichten.

        • Hapelo schrieb am 18. Juni 2011 um 00:42 - Permalink

          Glück für dich, wo auch immer Du wohnst.
          Bei uns gibt es VideoWorld, die für eine Eurone Videos auf DVD verleihen, und die haben ausnahmslos alle eine Warnung vorweg, die mich als zahlenden Kunden pauschal als Raubmordkopierer kriminalisiert. Trailer von anderen geschützten Werken werden mir auch selten vorenthalten.
          Schön für dich, wenn dir das erpart bleibt.

    17. Zuschauer_003 schrieb am 17. Juni 2011 um 11:39 - Permalink

      Was würde eigentlich dagegen sprechen, wenn sich eine jeweilige Gruppe (Freundeskreis) zusammenfindet, die DVD zusammen kauft und dann auch gemeinsam schaut. Damit hätte man gleich ein gemeinsames Erlebnis, der Gruppenzusammenhalt wäre gegeben und ggf. könnte auch über den Film diskutiert werden. Die Alternative, dass jeder einzeln (oder sagen wir mal max. zu zweit) vor dem Bildschirm sitzt ist ja auch nicht gerade verlockend, kommt aber der wunderbaren Dialektik des Internets und der sozialen Netzwerke sehr nahe: Individualität und zunehmende Vereinsamung, trotz globaler Vernetzung!

      • Andi schrieb am 17. Juni 2011 um 11:42 - Permalink

        Weil wir keine Duckmäuse vor der Wirtschaft sind!

        Wenn Sie das lesen – gehören sie zu Widerstand!

        • Zuschauer_003 schrieb am 17. Juni 2011 um 12:01 - Permalink

          Also würden Sie der These zustimmen, dass es unter den gegebenen Produktionsbedingungen (kapitalistische) von Film keine adäquate Rezeptionsmöglichkeit gibt? (So ähnlich auch schon von Brecht geäußert…) Dann wird aber das überaus spannende Feld gestreift, ob nicht auch die schlechte Qualität der Filme, das was inhaltlich geboten wird, begünstigend darauf wirkt nichts dafür bezahlen zu wollen. Mit anderen Worten: würden Filme die nicht für ein anonymes Massenpublikum (Alexander Kluge) gemacht werden, eher dazu führen diese Kunstwerke, wie auch immer (sei es durch den Kauf) zu belohnen?

    18. ElBarto schrieb am 17. Juni 2011 um 11:46 - Permalink

      witzige Aktion *g*

      http://www.netzpolitik.org/2011/abmahnung-an-land-sachsen-in-sachen-kino-to/

      • Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 13:10 - Permalink

        Jo, das ist schon drollig. Wobei “die Sachsen” ja eh ein etwas eigentümliches Rechtsverständnis an den Tag legen. Einfach mal bei ZAPP (NDR) suchen … da quellen einem die Augen über. Auch mensch, da fällt mir ein … der de Maizière …

        • daweed schrieb am 17. Juni 2011 um 14:54 - Permalink

          ja, richtig.

          ich bin Leipzscher und die Zustände erinnern schon öfters an BW vor der Wahl.

          Leider baut hier keiner so einen unterirdisch, beschränkten Bahnhof um endlich mal ein großes Reizthema zu schaffen.

          Und eine allgemeine Diskussion über den Filz loszutreten.

    19. egal schrieb am 17. Juni 2011 um 11:57 - Permalink

      Der Artikel hat mich sehr verwundert. Eigentlich bekennt sich der Spiegelfechter doch zur kapitalistischen Grundordnung, die den Zugang von Menschen zu Gütern über das Eigentum beschränkt. Im Fall von geistigem Eigentum soll es dazu eine Ausnahme geben? Wieso jetzt auf einmal?
      Ich gebe ja zu, dass die Absurdität von Eigentum bei Urheberrechten besonders offensichtlich ist. Sie ist aber auch nicht absurder als unausgelastete Produktionskapazitäten oder das Millionenheer von Arbeitslosen.

      Dass Hugh Jackmann sich durch die kino.to Nutzer keinen zehnten Ferrari leisten kann, ist Populismus. Die Rendite im Filmgeschäft ist gering. Die gigantischen X-Men Profite fließen halt in den nächsten Prince of Persia. Dass für einige Beteiligte zehn Ferraris rausspringen, ist im Kapitalismus immer so. Darf ich jetzt bei Karstadt klauen, damit für Begruen nicht noch eine zweite Kunstsammlung rausspringt?

      Die Filmindustrie war noch nie klug darin, sich an technische Veränderungen im Vertrieb anzupassen. Ich erinnere nur an die Klagen gegen die ersten Videothekenbetreiber in den 70ern. Das Geschäft lief dann lange an der Filmindustrie vorbei. Wenn sie jetzt wieder nicht aus dem Arsch kommt und eine Kulturflat o. ä. anbietet, müssen die Streamingempfänger halt weiter kriminalisiert werden. Immerhin geht es um die Grundlage des bürgerlichen Staates!

      • Spiegelfechter schrieb am 17. Juni 2011 um 12:04 - Permalink

        Der Artikel hat mich sehr verwundert. Eigentlich bekennt sich der Spiegelfechter doch zur kapitalistischen Grundordnung, die den Zugang von Menschen zu Gütern über das Eigentum beschränkt. Im Fall von geistigem Eigentum soll es dazu eine Ausnahme geben? Wieso jetzt auf einmal?

        Da hast Du aber etwas falsch verstanden ;-)
        Ich habe nie geschrieben, dass ich den Zugang zu Gütern “beschränken” will. Es geht mir um die Allokation knapper Güter, die natürlich Regeln folgen muss. Ob digitale Daten knappe Güter sind, wäre eine interessante Diskussion unter Ökonomen – wahrscheinlich sind sie es. Aber das wird natürlich nicht so wahrgenommen. Und daher plädiere ich idT dafür, die normative Kraft des Faktischen zu berücksichtigen und Handlungen zu entkriminalisieren, die nach heutigem Rechtsempfinden nicht kriminell sind.

        Ich gebe ja zu, dass die Absurdität von Eigentum bei Urheberrechten besonders offensichtlich ist. Sie ist aber auch nicht absurder als unausgelastete Produktionskapazitäten oder das Millionenheer von Arbeitslosen.

        Das siehst aber auch nur Du so ;-)

      • wizzlord schrieb am 17. Juni 2011 um 12:09 - Permalink

        Was sagen Sie denn beispielsweise dazu, dass Computerspielproduzenten immense Lobbyarbeit durchführen, um den Gebrauchtmarkt für Spiele zu verbieten?
        Oder haben Sie sich schonmal die AGB’s von Software durchgelesen? Das widerspricht an so vielen Punkten ihrer feinen kapitalistischen Lehre, da würde ihnen ganz anders werden.

        Immerhin geht es um die Grundlage des bürgerlichen Staates!

        Ist das jetzt ironisch gemeint? Ich sehe die Grundlagen in freier Meinungsäusserung und ähnlichen Grundrechten.

    20. Fian schrieb am 17. Juni 2011 um 12:04 - Permalink

      na ja, dass kein Schaden entsteht, kann man m.E. so nicht stehen lassen. Ansonsten bräuchte sich ja auch niemand aufregen, wenn die Chinesen mal wieder Wirtschaftsartikel kopieren (z.B. Stiehl Kettensägen). Wer die Kopie kauft, braucht das Orginal nicht – auch wenn es sich nicht jeder für den Preis leisten würde…

      • dispalor schrieb am 17. Juni 2011 um 13:47 - Permalink

        Wer die Kopie kauft, braucht das Orginal nicht – auch wenn es sich nicht jeder für den Preis leisten würde…

        Das ist hier eine Milchmädchenrechnung. Natürlich wird es häufig dazu kommen, dass jemand eigentlich eine DVD oder eine Kinokarte kaufen würde, dies dann aber nicht tut, weil er das Angebot auch gratis nutzen kann. Aber da man eben *alles* gratis bekommen kann, ist es eben auch sehr verlockend Angebote zu nutzen, für die man nie Geld ausgegeben hätte.

        Ich habe keine Ahnung wie gross der tatsächliche wirtschaftliche Schaden ist, der da so entsteht, aber dass die von der Wirtschaft angegeben Schäden auch nur annähernd der Realität entsprechen ist nicht vorstellbar.

        Juristisch entsteht er natürlich. Aber das ist eine andere Geschichte.

        Ich mag den Vergleich mit irgendwelchen Pröbchen in einer EInkaufsstrasse. Man geht die Strasse entlang, da gibts irgendwo einen Bäckereistand und die machen Werbung für sich. Da bekommt man dann eine Gratisbrezel. Lecker, denkt sich der Feinschmecker und nimmt eine. Ob er aber auch bereit gewesen wäre einen Euro dafür zu zahlen, ist eine ganz andere Frage. Aber genau das macht die Verwertungsindustrie. Sie verhält sich wie eine Konkurrenzbäckerei, schaut nach wieviele Brezeln dort umsonst verteilt wurden und rechnet für jede einen Euro. Dann verlang sie Schadenersatz.

        Schaden entsteht, klar. Aber wieviel das ist wissen wir beim besten Willen nicht, oder gibts dazu glauwürdige Statistiken?

        • LordSnow schrieb am 17. Juni 2011 um 16:03 - Permalink

          Schaden entsteht, klar. Aber wieviel das ist wissen wir beim besten Willen nicht, oder gibts dazu glauwürdige Statistiken?

          Nur Schaden zu betrachten ist einseitig, man muss auch den Nutzen sehen.

          Der normale Weg, so wie ich ihn in meinem Umfeld (viele Kulturgüternutzer) kenne, ist der, dass man sich einen Tipp gibt, schau dir mal Film xyz an, der ist geil…

          Wenn ich jetzt keine Möglichkeiten, wie kino.to habe, wäre an der Stelle hier schon sehr häufig, wenn auch nicht immer, Schluss bzw. hätte ich wahrscheinlich nie den Tipp bekommen, weil mein Tippgeber den Film auch nie in seinem Leben angeschaut hätte.

          Mit kino.to und co sieht es so aus, dass ich mir das Teil anschaue und wenn es mir gefallen hat, ich Geld für DVD/Blueray/Merchandisingzeug ausgebe bzw. mir den Film, wenn er denn im Fernsehr mit Werbung läuft, auch mal anschaue (trotz DVD).

          Meiner Erfahrung nach ist der Nutzen deutlich höher als der mögliche Schaden. Vor allem mit dem Hintergrund, dass die Gewinne der Filmstudios seit der (illegalen) Internetverbreitung von Jahr zu Jahr gestiegen sind. Also hätte man für den Nutzen sogar eher Zahlen als für den Schaden.

          • dispalor schrieb am 17. Juni 2011 um 19:23 - Permalink

            Meiner Erfahrung nach ist der Nutzen deutlich höher als der mögliche Schaden.

            Das denke ich mir auch. Ich lese ja regelmässig Telepolis und da taucht immer mal wieder irgendeine Studie auf, die ähnliches behauptet. Letztlich weiss ich nicht, wie die Realität aussieht, das ist für mich unüberschaubar, aber man muss solche MundzuMund-Propaganda und auch die Vielzahl von Käufen nach “Tests” als das betrachten, was sie sind: Multiplikatoren. Wir haben doch früher auch schon alles auf Platte oder CD-Rohling haben können, hatten es teilweise und sind trotzdem wie verrückt in die CD-Läden gelaufen, oder? Das kann doch heute nicht soviel anders sein. CDs, DVDs und ähnliches sind doch für viele auch schmückende Trophäen.

            Sicher aber weiss ich nur eins: Die Gedankenkonstrukte und vorgelegten Zahlen der Verwertungsindustrie sind ziemlicher Quatsch.

      • Phil schrieb am 17. Juni 2011 um 17:07 - Permalink

        Wer die Kopie kauft, braucht das Orginal nicht – auch wenn es sich nicht jeder für den Preis leisten würde…

        Dabei kam eine Studie, von der hiesigen MAFIA in Kanada aufgegeben, zu dem Schluss, dass P2P das neue Radio ist. Sprich, es ist Werbung.

        Mal einen persönlichen Schwank erzählt: Ich saß gerade im IRC als mir jemand ein paar Audiodateien anbot. Mir gefiel diese Musik sehr und ich frug, ob er noch mehr davon hatte.
        Kurze Zeit später ging ich in “meinen” Plattenladen und kaufte erst mal alle CDs davon. Später ging ich noch auf ein Konzert.
        Tja, ohne das Internet und dieser kostenlosen Werbung wäre ich nie auf diese Musik aufmerksam geworden und hätte mir das auch nicht geholt.

        Oder noch früher hatte ich mir mal eine Kopie eines Live-Konzerts anfertigen lassen, dieses sogenannte Raubkopieren (sic). Später habe ich mir das Album geholt und würde dieses mir immer wieder holen, einfach schon, weil es genial ist.

        Btw. es ist doch schöner mit bspw. einem schön aufgemachten Booklet.

        • Fian schrieb am 20. Juni 2011 um 08:39 - Permalink

          Na ob die angegebene Schadenshöhe stimmt oder nicht, steht ja auf einem ganz anderen Blatt und ist für die grundsetzliche Beurteilung irrelevant.

          Auch das kostenlose Brötchenangebot passt nicht: hier stellt ein Bäckerei etwas selber her und gibt es dann freiwillig kostenlos zur Probe weiter. Wenn irgendein Filmteam auf eigene kosten einen Blockbuster dreht und den kann kostenlos zur verfügung stellt, spricht ja auch nicht dagegen. Nur Hunger habe ich morgen wieder – den selben Film schaue ich mir sicher nicht ein Leben lang Tag für Tag an….
          Als kostenlose Proben kann man hier vielleicht die Trailer sehen.

          Das es sinnvoll sein kann (und höchst wahrscheinlich auch ist) Musik und Filme online anzubieten kann ja von allen hier anwesenden so empfunden werden – genau so wie Brötchenproben – aber den Bäcker zwingen darf es deshalb noch lange nicht…

          Jeder Geschäftsmann muß selber rausfinden, wie er sich besten ruiniert. Kino und DVD’s sind mir schon lange zu teuer, darum guck ich mir den Kram halt erst ein paar Jahre später im Fernsehen an – Mitreden will ich gar nicht können, da ich dadurch ja wieder optimale Werbung für Kino, DVD und dadurch auch illegale Onlineangebote machen würde. Wenn mich jemand fragt, ob ich den neuen Kinofilm schon gesehen habe, sage ich immer: “nein, ich bin nicht bereit für so ein kommerziellen Mist so viel Geld auszugeben. Hast du schon den neuen Spiegelfechterartikel gelesen?”

    21. Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 12:05 - Permalink

      @ Spiegelfechter:

      Unser Rechtsempfinden orientiert sich nun einmal an der Frage, wen und in welcher Weise ein vermeintlicher Rechtsbruch schädigt und welche Folgen das für die Gesellschaft hat.

      Diese Aussage ist ziemlich irritierend, weil Du – meiner bescheidenen Meinung nach – leider etwas unsauber die ethische und rechtliche Frage miteinander vermengst.

      Wie Andy (#17) richtig festhielt, hattest Du ja eingangs geschrieben:

      Zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen zählt auch die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben eines Gemeinwesens.

      Und das zielt ja eindeutig auf eine ethische Fragestellung ab. Ich will das hier nicht zu sehr “verkopfen” lassen. Aber wenn ich Deine Aussagen lese, kann es durchaus ethisch legitim sein, sich in den rechtlichen Graubereich zu begeben. Ein Grund dafür wäre, dass es bestimmten Gesellschaftsteilen mangels Finanzen versagt bleibt, an den aktuellen (!) “Kulturgütern” teilhaben zu können (Stichwort: Kein Sollen ohne Können!).

      Kurz: Entgegen anderweitiger Darstellung (in den Medien) kann das Agieren im “grauen Bereich” durchaus ethischen Überlegungen entspringen. Auch, wenn der Begriff der “Kriminalisierung” einen anderen Eindruck erweckt, handelt es sich keineswegs um a-moralisch motiviertes Handeln. Ich finde, dass es wichtig ist, das zu betonen.

      Deshalb hättest Du in der Summe einige Missverständnisse vermeiden können, wenn Du nicht vom Rechtsbewusstsein, sondern vom Unrechtsbewusstsein oder Gerechtigkeitsempfinden geschrieben hättest.

      Ansonsten will ich mir den Hinweis erlauben, dass das Thema auf eine Problemstellung abzielt, die eigentlich nicht so ganz unbekannt ist: Ich meine die sogenannte informelle Wirtschaft. Nur handelt es sich hier mal nicht um Länder der sogenannten Dritten Welt o.ä., sondern um einen informellen Sektor innerhalb der vermeintlich zivilisierten Industrie- und Dienstleistungsstaaten.

      Um jetzt noch das Ganze etwas abzurunden …

      Die technischen Möglichkeiten einer weltweiten Video-on-Demand-Plattform sind zweifelsohne gegeben und wenn die Rechteinhaber sich weigern, solche Plattformen legal und bezahlbar mit Inhalten zu versorgen, müssen sie sich auch nicht darüber wundern, wenn diese Angebote ohne ihre Zustimmung und somit in einer rechtlichen Grauzone entstehen.

      Das erinnert mich ein wenig an Karl Polanyi, der in seiner großen Transformation von der Doppelbewegung (double movement) schrieb: Dort, wo der Markt “sich” ausdehnt und keine Netzwerke sozialer Sicherheit existieren, reagiert “die” Gesellschaft mit eigenen Mitteln, um eben diese zu bewerkstelligen.

      Ansonsten noch Danke noch für folgenden Hinweis:

      Man sollte jedoch tunlichst vermeiden, die fragwürdige Kriminalisierung von Millionen Nutzern mit einem Freibrief für die Betreiber von Portalen wie kino.to zu verwechseln. Die Betreiber von kino.to und vergleichbaren Portalen sind keine modernen Robin Hoods, sondern knallharte Geschäftsleute, die mit dem vorsätzlichen Verstoß gegen Urheberrechte Gewinne in Millionenhöhe realisieren.

      Die Robin-Hood-Metapher finde ich in dem Punkte etwas unbrauchbar (weil sie auf eine romantische Verklärung abzielt), aber es ist wichtig zwischen Nutzern und Portalbetreibern zu unterscheiden.

      Arbo

    22. Avatara schrieb am 17. Juni 2011 um 12:08 - Permalink

      Lange her dass ich von Herrn Berger einen so schwachen Text lese, zumindest was den ersten Sinnabschnitt angeht.

      Es geht schon mit der Prämisse los. Wenns um Kultur geht, ist Teilhabe für alle so zwingend Notwendig, dass selbst der Produzent darauf Rücksicht haben muss. Das ein Auto für viele Menschen zur Teilhabe am Arbeitsleben absolut notwendig ist, so what? Das man auf Netzpolitik nie über den eigenen Bierdeckel schaut ist man ja gewohnt, aber jetzt auch hier die Digitale Verblendung? Oder hab ich den Teil wo Jens Berger den Neuwagen für 4000 Euro Fordert übersehen? Und müssen wir einfach mehr Autos klaun um daraus das Recht auf Auto ableiten zu können? Hier vertauschen sie, wie viele andere auch, kurzerhand Ursache und Wirkung, weil dann plötzlich alles passt. Nur war der “Diebstahl” (setzen sie den ihnenen genehmen Begriff ein) im großen Stil vorher da. Und dann pressen sie die Teilhabe dazu um das moralisch, wirtschaftlich zu rechtfertigen.

      Danach wirds lustig, die Jugendanalyse. Ich hoffe das tut nicht weh, aber sie sind womöglich älter als sie sich fühlen Herr Berger. Der 15 Jährige auf dem Schulhof glaubt also das wäre alles Legal? Dafür müsste er die letzten 14 Jahre schon hinterm Mond gelebt haben. Und dann sagen sie: “nach dem informierten, globalisierten Maßstab “[zu leben]“, den unsere Gesellschaft in anderen Bereichen stets als wünschenswert propagiert. Sie nutzen die Möglichkeiten moderner Technologie, sozialer Netzwerke und einer globalisierten Welt, um ihre Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen”… ja genau.

      Zwischendurch auch noch eine Zeile Klassenkampf, Hugh Jackman ist reich, böse böse, der fährt nichtmal nen alten Porsche, sondern direkt Ferrari. Und Frauen in Röcken selbst ….

      Das sie Kulturteilhabe wie Videotheken oder gar das Fernsehen ignorieren unterstreicht nur die einseitigkeit. Eine Diskusion ob X-Men zur Kulturelen Teilhabe dazugehört wäre natürlich nicht zielführend. Aber es wirkt schon absurd, wenn wir einerseits die Konsumgesellschaft ständig geißeln, andererseits ausgerechnet bei Kulturgütern nur die ständige und sofortige Verfügbarkeit als Erfüllung Menschlicher Grundbedürfnisse darstellen.

      • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 12:51 - Permalink

        Ich glaube Thomas D. war es der dazu mal sinngemäß sagte – wenn wir statt 500.000 nur 300.000 CDs verkaufen wegen Piraterie macht uns das nix, aber wenn eine neue Band statt 20.000 nur 10.000 CDs verkauft bedeutet das deren Aus.

        Man sollte also immer berücksichtigen dass Piraterie nicht nur die Großen trifft die es locker wegstecken können. Selbst bei Blockbustern wie X-Men profitiert eben nicht nur ein Multimillionär wie Herr Jackman vom Erfolg, sondern auch jeder ganz normal bezahlte Drehbuchautor, Maskenbildner, Stuntman usw. An solchen Produktionen hängen hunderte völlig normale Arbeitnehmer die beispielsweise über die Alimenteregelungen ihrer Gewerkschaften von jeder verkauften DVD einen kleinen Anteil bekommen.

        99,9 % der im Kunstbetrieb tätigen Menschen, egal ob das nun Film, Fernsehen oder Musik ist, sind ganz gewöhnliche Leute die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben. Das Robin Hood Argument (“wir stehlen von den Reichen und geben den Armen”) taugt deshalb auch nur bedingt.

        • Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 13:03 - Permalink

          Ich glaube Thomas D. war es der dazu mal sinngemäß sagte – wenn wir statt 500.000 nur 300.000 CDs verkaufen wegen Piraterie macht uns das nix, aber wenn eine neue Band statt 20.000 nur 10.000 CDs verkauft bedeutet das deren Aus.

          Da habe ich so meine Zweifel. Von “kleinen” Bands gibt’s die CDs heute direkt beim Konzert (im Club) oder im Direktvertrieb. Die Verlinkung zu Musikportalen habe ich auch schon gesehen.

          Ansonsten sind die Verkaufszahlen ja auch abhängig vom Genre usw. Selbst 10’000 CDs stellen in meinen Augen eine ziemlich utopisch hohe Zahl für eine “neue” Band dar.

          Zudem zweifle ich auch an dem Fokus auf den CDs. Meiner Beobachtung wird heute mehr Kohle über Konzerte und Merchandise gemacht. Und das kopiert kaum jemand in der Masse, wie die musikalischen Ergüsse.

          Beim Film mag das anders aussehen. Aber ich habe auch da meine Zweifel, ob die Drehbuch-AutorInnen, Leute vom Casting usw. so sehr von der Piraterie in den “Abgrund” getrieben werden. Für gewöhnlich werden die Kunstschaffenden ohnehin schon prekären Beschäftigungsverhältnissen “gehalten”. Die “Piraterie” macht da das Kraut sicherlich nicht fett und ist eher nur ein gelegener Vorwand …

          Arbo

          • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 13:40 - Permalink

            Die “Piraterie” macht da das Kraut sicherlich nicht fett und ist eher nur ein gelegener Vorwand …

            Der Knackpunkt bei der Piraterie ist: Würde derjenige der einen bestimmten Inhalt (z.B. ein Album oder einen Film) illegal runterlädt das Werk auch legal kaufen wenn es die Möglichkeit der illegalen Beschaffung nicht gäbe?

            Ich denke in den meisten Fällen ist die Antwort Nein. Deshalb entsprechen eine Million heruntergeladene Alben von Lady Gaga auch nicht 1.000.000 x 20 Euro Einnahmeausfall für Frau Gaga, auch wenn uns die Musikindustrie das stets glauben machen will.

          • Brick schrieb am 17. Juni 2011 um 13:55 - Permalink

            @Arbo
            Wo ist die “Thumbs-up” Funktion. Genau meine Meinung. Getroffen werden fast nur die großen der Industrie. Ich kaufe CDs nur auf Konzerten. Nur so unterstütze ich wirklich die Band.

            “Dinosaurs will die.”

        • leslie schrieb am 17. Juni 2011 um 13:19 - Permalink

          Die schlauen Künstler vermarkten auch SELBST,
          und begeben sich nicht in die Hände mafiÖser Strukturen. ;-)

          Das ist ungefähr so wie beim Drogenhandel.
          Der Produzent sieht fast nix.

          Arbo sagte es schon.

          Obwohl die GEMA ist ja auch noch.
          Will schon Geld fürs singen von Kinderliedern.

          Mfg

          • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 13:41 - Permalink

            Was mich an der GEMA am Meisten nervt ist ihr hirnrissiger Streit mit youtube der dazu führt dass Du dort die Hälfte der Musikstücke nicht mehr aufrufen kannst. Natürlich kann man auch das wieder umgehen, was aber ziemlich unkomfortabel ist auf die Dauer.

            • Braindead schrieb am 17. Juni 2011 um 18:21 - Permalink

              https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/stealthy/ ;-)

        • LordSnow schrieb am 17. Juni 2011 um 16:23 - Permalink

          Ich glaube Thomas D. war es der dazu mal sinngemäß sagte – wenn wir statt 500.000 nur 300.000 CDs verkaufen wegen Piraterie macht uns das nix, aber wenn eine neue Band statt 20.000 nur 10.000 CDs verkauft bedeutet das deren Aus.

          Diese Betrachtungsweise schließt einen extrem wichtigen Teil aus. Gerade für die Nachwuchsbands ist die Verbreitung (Reichweite) das mit Abstand Wichtigste. Wenn sich ihre Musik genügend verbreitet verdienen sie auch genug, wenn nicht, dann haben sie es schwer.

          Überlegen wir mal, wie die Realität denn so aussieht. ich kenne sie so:
          Hans hört bei Karl den illegal gedownloadeten Song x, daraufhin läd Hans sich den auch runter und spielt ihn Sabine vor, der gefällt ihr so gut, dass sie in das nächste Konzert dieser Band geht und sich dort auch gleich noch mit CDs und Merchandise eindeckt.

          Was passiert aber, wenn sich jeder an unser derzeitiges Urheberrecht hält oder die Technik (Internet, Datenträger, …) so reglementiert würde, dass man es nicht mehr umgehen könnte:
          a) (die knappe Geldmenge die alle in der Tasche haben vermehrt sich von selbst und) jeder kauft die Sachen, die er so auf dem Rechner hat und die Nachwuchsband wird auch ohne illegaler Verbreitung reich und berühmt?
          b) die Kulturgüterverbreitung geht wieder auf das Vorinternetzeitalter zurück und damit auch die Einnahmen, welche man mit Kulturgütern erziehlen kann und die Nachwuchsband wird wahrscheinlich unbekannt bleiben und sich irgendwann wegen Erfolglosigkeit auflösen?

          Es gibt sicherlich noch mehr Grautöne dazwischen, aber ich möchte damit nur verdeutlichen, dass freies nicht-kommerzielles Vervielfältigen nicht nur negative Folgen haben könnte, sondern auch direkt feststellbare/ beobachtbare positive Folgen hat.

          • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 19:48 - Permalink

            Dem widerspreche ich auch nicht, die Plattenindustrie und der Rattenschwanz der da dran hängt (Rechteverwerter wie GEMA, Abmahnanwälte etc.) blenden diese Contra-Argumente natürlich völlig aus.

            Da wird jede heruntergeladene CD mit einem Schaden von 20 Euro verbrucht und man kommt am Ende auf Milliardenschäden jedes Jahr. Dennoch – erstauntlicherweise – lebt die Industrie nach wie vor, es wird immer noch Musik gemacht, immer noch neue Bands gegründet und schlechte “Künstler” mit viel Trara vermarktet.

            Neueinsteiger haben in Punkto Selbstvermarktung sogar viele Optionen die sie vor 10-15 Jahren noch nicht hatten.

        • Nemo schrieb am 18. Juni 2011 um 02:55 - Permalink

          Grade bei neuen, daher unbekannten Bands ist es allerdings am unwahrscheinlichsten, dass sie leicht auf den einschlägigen Plattformen zu finden sind (vice versa bei Filmen).

          Abgesehen davon gibt es einen Einnahmeausfall nur dann, wenn jeder der illegalen Downlader ansonsten die legale DVD gekauft hätte. Wahrscheinlicher ist aber doch, dass er ansonsten trotzdem kein Geld dafür ausgegeben hätte (ausgeben hätte können …)

          Dritten sollte man den Werbeeffekt nicht vergessen: wieviele Band findet man durch “illegale” Vids bei youtube, von dnene man sonst so schnell nichts gehört hätte?

    23. walter white schrieb am 17. Juni 2011 um 12:30 - Permalink

      Zu dem Punkt, dass kino.to quasi nur als Vermittler der Streams tätig geworden sei. Soweit ich weiß ist dies nicht ganz richtig. Einige der Hoster sollen wohl ebenfalls von den Betreibern von Kino.to betrieben worden sein. Also hat kino.to die Streams zumindest teilweise angeboten und nicht nur verlinkt. Soviel zu diesem Detail.

      Meiner Meinung nach sind die meisten legalen Angebote für Filme/Serien einfach nicht mehr zeitgemäß. Das Fernsehprogramm nutze ich nur noch für einige wenige Live-Sportereignisse. Für einen Film zu einer bestimmten zeit parat zu stehen ist angesichts der technischen Möglichkeiten nicht mehr angebracht. Bei Serien ist es noch unzeitgemäßer, wer hat schon die Möglichkeit z.B. eine Serie jeden Dienstagabend zu schauen. ständig kommt was dazwischen, zumal man sich auch nicht darauf verlassen kann, dass eine Serie auch bis zum Ende ausgestrahlt wird. Stimmt die Quote nicht wird sie abgesetzt oder wie bei den Ö.R. gerne praktiziert, ins Nachtprogramm verschoben.

      Persönlich schaue ich Streams von Live Boxveranstaltungen hauptsächlich aus USA. Ist das legal? Vermutlich nicht, aber in dem Fall habe ich keine andere Möglichkeit und in den USA kosten solche Veranstaltungen als Payperview bis zu 60 Dollar. Soviel zu bezahlen wäre ich allerdings auch nicht bereit und es würde auch meinen finanziellen Rahmen sprengen.

      • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 16:59 - Permalink

        Und auch das ist bei mir schon vorgekommen: Ein eigentlich guter US-Thriller läuft auf Pro7 (oder wo auch immer), nur die Synchronisation nervt. Eben nach dem Originaltitel im Netz gesucht und in 10 Minuten runter geladen (ich pfeife auf HD, habe noch ne Röhre im Wohnzimmer) und dann halt so geschaut. Und das soll jetzt so richtig fies illegal sein?

        • Natascha schrieb am 17. Juni 2011 um 19:50 - Permalink

          Kennst Du denn den Werbespot nicht? Raubkopieren wird mit bis zu 5 Jahren Knast bestraft und Du landest in einer zwei Bett Zelle mit einem Serienvergewaltiger, während draußen vor den Gefängnismauern Deine Frau und zwei kleinen Kindern heulend darauf warten dass Papi wiederkommt.

    24. aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 13:17 - Permalink

      Die echte Avantgarde und richtige Film-Kunst gibts natürlich gratis. Bei der Vernissage, oder später im Netz: http://www.ubu.com/film/

    25. Brick schrieb am 17. Juni 2011 um 13:26 - Permalink

      http://www.der-postillon.com/2011/06/razzia-bei-kinoto-zwingt-millionen-user.html

      Es gibt einfach in Deutschland keine gute legale Streamingseite (wie netflix in USA-> $7.99 flatrate +geht auch mit der PS3/xBox360). Maxdome ist ein unverschämter Witz. Dazukommt, dass ich englische Serien auch zeitnah (zum release) und auf Englisch sehen will (true blood/BBT/scrubs).
      Love Film (zugeschickte DVDs) ist mir auch irgendwann auf den Sack gegangen. Es ist einfach so, wenn ich 2 h vertrödeln will, dann nicht erst morgen oder übermorgen sondern jetzt.
      Legales streaming zu akzeptablen Preisen und mit einem ähnlich großen Angebot wie kino.to und gut is. Wirds nicht geben? Na dann muss ich mich halt an neue Werbung gewöhnen, “die man erst wegklicken muss.” Kann ja wohl nicht sein, dass die illegalen Seiten nicht nur “gunstiger” sind, sondern auch das größere und aktuellere Angebot haben. Geld ist zumindest bei mir und wohl auch bei der Mehrheit der Nutzer nicht wirklich der Grund. Verarschen lass ich mich nur ungern.

    26. Arbo schrieb am 17. Juni 2011 um 13:26 - Permalink

      Btw.: Weil’s weiter oben eine Rolle spielte, hier mal zwei Links zur Breitbandversorgung.

      1) “Alle schnell ans Netz: Breitband-Internet in ländlichen Gebieten” von Urs Mansmann (c’t, 10/10); und

      2) Breitbandportal des BMWi.

      Arbo

    27. leslie schrieb am 17. Juni 2011 um 13:27 - Permalink

      Im übrigem.
      Legal,illegal,scheissegal.

      Und die Leute die hier Musik kopieren mit Autos,Handys und co klauen vergleichen.
      Aber sonst gehts noch gut!

      Und
      “”Und daher plädiere ich idT dafür, die normative Kraft des Faktischen zu berücksichtigen und Handlungen zu entkriminalisieren, die nach heutigem Rechtsempfinden nicht kriminell sind.”"

      Schade grad kein Klatsch Smiley.

      Und Deutschland unterscheidet sich von allen.
      http://winfuture.de/news,63776.html
      Die Gema gehört verboten.

      OT:
      Dumme Frau.
      http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/4970/2064387/pol-f-110617-739-altstadt-frau-droht-im-job-center

      Sowas macht man doch von der Telefonzelle.^^

      Mfg

    28. Struppi schrieb am 17. Juni 2011 um 13:31 - Permalink

      Ich sehe die Argumentation des Artikels auch als sehr schwach.

      Denn im Grunde geht es gar nicht um die Teilhabe an Kultur, sondern um ein Gesetz, dass die Verwertunsgrechte schützen soll. Richard Stallmann hat gerade in einem Vortrag einen interessanten Vorschlag zu genau dieser Problematik gemacht. Er ist der Auffassung, die Laufzeit des Urheberrecht (bzw. Copyright) stark zu begrenzen. Was die ganze Sache deutlich vereinfachen würde.

      Einerseits ist die Verwertungsdauer der meisten Werke tatsächlich nur wenige Jahre. Von daher würde die Verkürzung den Verwertern nicht sonderlich Schaden. Anderseits könnten die tatsächlichen Urheber danach die Verbreitung ihrer Werke in ihrem Sinne nutzen. Denn was nützt es einem Regiesseur, Autor oder Komponist, das sein Werk 50 Jahre geschützt ist, es aber im Handel nicht mehr verfügbar ist.

      Der andere ganz entscheidende Punkt ist, dass es heute eben möglich ist durch die digitale (und damit verlustfreie) Kopie Werke ohne technischen Aufwand zu vervielfältigen. Dadurch ist dieses rigide Urhebergesetz unrealistisch geworden. Denn jeder hat mit dem Computer ein Vervielfätigungswerkzeug an der Hand und es kann nicht wie früher auf jedes einzelne Medium eine entsprechende Abgabe erhoben werden. Mit dieser Frage mussten sich ja schon die Druckerhersteller befassen.

      Hier noch der Link zu den Thesen von Richard Stallman:
      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Richard-Stallman-fordert-umfassende-Urheberrechtsreform-1261198.html

    29. teekay schrieb am 17. Juni 2011 um 13:36 - Permalink

      Wenn ich das richtig gelesen habe, dann wurden ebooks noch gar nicht in die Diskussion gestellt, denn die sind doch ein interessanter Fall, wie man legal, digital, kostenguenstig und ohne ‘Industrie’ ein Kulturprodukt vermarken kann. Immer mehr amerikanische Autoren publizieren im Eigenverlag ueber Amazon ihre Buecher und alle gewinnen…wirklich alle? Nein, die Verlage natuerlich nicht. Gut so. Auch Top-Autoren verdienen wenig an verkauften Buechern und entscheiden sich daher lieber ihre intellektuellen Rechte nicht wegzugeben und selber ebooks zu verkaufen. Natuerlich verdient Amazon mit-aber eben auch der Autor und der Kaeufer bekommt ein gutes Buch fuer $3,99 und das ist offenbar ein fairer Preis wie die hogen Verkaeufe zeigen. Selbst illegale ebooks machen den Markt nicht kaputt und Paul Coelho hat ja das interessante Experiment gemacht, dass er Buecher gratis zum download anbot und DANACH hoehere Verkaeufe z.B. auf dem neuen russischen Markt erzielen konnte. Daher finde ich es schwer Mitleid mit Warner Bros, Universal oder der Buchpreisbindungsmafia zu haben-denn davon profitieren ausschliesslich ein paar grosse Firmen.

      Sehr interessant ist das lange Interview zwischen zwei US-Autoren:
      Ebooks and Self-Publishing – A Dialog Between Authors Barry Eisler and Joe Konrath
      http://jakonrath.blogspot.com/2011/03/ebooks-and-self-publishing-dialog.html

      Paul Coelho Blog:
      http://paulocoelhoblog.com/

    30. wehner schrieb am 17. Juni 2011 um 14:21 - Permalink

      Kino.to Benutzer wusste, dass es sich nicht um ein legales Angebot handelt.
      Wer solch ein Angebot in Anspruch nimmt, muss dann auch damit rechnen, dass eine wie auch immer geartete Strafe erfolgen könnte.

      Kriminaliseren ist Neusprech. Es bedeutet ja nichts anderes, als dass jemand bewusst unter Missachtung von Gesetzen agiert, aber sich für den Gesetzesverstöße Schutzbehauptungen oder Ausreden zurechtbastelt.

      Abgesehen davon ist die Gefahr als kino.to Benutzer enttarnt oder bestraft zu werden eher gering. Es ist ja nicht mal klar, ob kino.to überhaupt die IP Adressen gespeichert hat und selbst wenn, wären da Millionen Daten in mühsamer Kleinarbeit auszuwerten.

      • Phil schrieb am 17. Juni 2011 um 17:42 - Permalink

        Hm, wenn der Souverän ein Gesetz nicht befolgt, müsste dieses dann nicht geändert werden?

        • wehner schrieb am 20. Juni 2011 um 10:36 - Permalink

          Wenn die kino.to Benutzer den Souverän darstellen würden, wäre das eine Mäglichkeit. Halte ich aber eher für unrealistisch.

          Außerdem heilen zukünftige Gestzesänderungen auch nicht Verstöße aufgrund jetziger Rechtslage.

    31. Julia schrieb am 17. Juni 2011 um 14:22 - Permalink

      Ob ich etwas nicht verstanden habe oder wir einfach geteilter Meinung sind, das lasse ich mal dahin gestellt.

      Sie müssen schon zwischen dem Diebstahl realer, physisch vorhandener Güter und dem Kopieren von Bits unterscheiden. Ich behaupte nicht, dass dieses Kopieren von Informationen wirtschaftsphilosophisch unstrittig ist, aber so platt wie Sie kann man nicht ernsthaft argumentieren. All die seitens der Multimedia-Industrie genannten Zahlen über angeblich verursachten Schaden in Milliardenhöhe sind erstmal rein imaginär. Es wird schliesslich kein reales Gut gestohlen, sondern lediglich kopiert.

      Oh nein, das muss ich für mich nicht. Es macht für mich keinen Unterschied, ob ich ein Buch im Laden klaue, das andere bezahlen oder ob ich mir illegal einen Film anschaue, für den andere im Kino bezahlen.
      Könnte man ja auch sagen, sind alle ganz schön blöd, die noch meinen sie müssten ins Kino laufen.
      Ob ihre Argumentation tatsächlich als ernsthaft bezeichnen kann, ist sicherlich Ansichtsache.

      Über die Zahlen des angeblichen Schadens kann man sicherlich streiten, dennoch bleibt auch immer noch ein moralischer Aspekt.
      Ich jedenfalls möchte meinen Kindern nicht sagen, dass sie mal ruhig illegal saugen können, denn über den wirtschaftlichen Schaden kann man streiten und ob man Bits klauen kann oder ob sie nur kopiert sind, ist noch nicht so ganz geklärt.
      Aber wenn die Erwachsenen so denken, brauchen wir uns über Jugend nicht zu wundern.

      • Dennis schrieb am 17. Juni 2011 um 17:04 - Permalink

        Dann viel Spaß mit Ihren Kids *rofl*

      • Phil schrieb am 17. Juni 2011 um 17:49 - Permalink

        Könnte man ja auch sagen, sind alle ganz schön blöd, die noch meinen sie müssten ins Kino laufen.

        Die Atmosphäre im Kino kann zuhause nicht nach gestellt werden. Und ja, es gibt einige Filme, für die würde ich immer wieder ins Kino gehen, selbst wenn ich sie daheim hätte und/oder im Fernsehen (ob mit oder ohne Werbeunterbrechung) sehen könnte.

    32. aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 14:36 - Permalink

      Ich finde, der Markt sollte es richten. Der Staat sollte nicht eingreifen. Warum sollte er Filmproduzenten Gewinngarantien geben? Warum der Gesellschaft vorschreiben, wie sie mit einem Medium umgehen soll?

      Wenn sich klischeehafte Bombast-Produktionen mit den berühmten Stars aus der Klatschpostille und viel teurem Marketing und Merchandising für die Investoren im digitalen Zeitalter wegen dem Kopieren und Streamen nicht mehr lohnen, sollen sie sich doch eine andere Spielwiese suchen.

      Mit dem Medium Film an sich hat es ja nichts zu tun. Dann machen Andere eben kleinere Produktionen, mit unbekannteren Schauspielern und anspruchsvolleren Inhalten. Das tun sie ja bereits heute. Von dem, was so unter “Independent” auf mittelgroßen Festivals läuft, bis hin zu Low- oder No-Budgetproduktionen. Der Wandel bei den (heute ebenso digitalen) Produktionsmitteln macht es möglich – ähnich wie bei Musik, wo Manchem heute schon ein PC reicht, um ganze Alben zu produzieren. DSLRs, HD-Schnittprogramme und Postproduktion, CGI – auch “hohe” Production Values sind heute sehr günstig machbar. Niemand braucht mehr Großvaters Filmstudio, so wie niemand mehr Großvaters Plattenfirma braucht. Am wenigsten “kostet” die Kreativität, von einem zufriedenstellenden Lebensunterhalt der Kreativen mal abgesehen. Die echte Währung unter Künstlern ist ansonsten der Ruhm, die Anerkennung.

      Es wird also, wie bei der Musik, immer jemanden geben, der das weiterhin macht, weil es ihm wichtig ist und Spaß macht, weil er was zu sagen oder zu zeigen hat, so ist eben Kunst. Der Staat kann es noch fördern, wenn er es für wichtig hält, oder ein BGE könnte für den Lebensunterhalt von Beleuchtern, Schauspielern und Cuttern sorgen, wo nötig, oder Enthusiasten können Geld crowdsourcen und dafür im Abspann vorkommen.

      Aber ich sehe nicht, warum man einen vergangenen Zustand einfrieren und künstlich am Leben erhalten und in die neue Zeit retten sollte. Der künstlerische Wert von Film hängt nicht an tausenden Statisten oder Millionengagen oder Helicopterverfolgungsjagden und ähnlichem Kitsch. Da geht es um viel kleinere Sachen, das Drehbuch, Kameraeinstellungen, neue Arten des Sehens, des Schnittes oder Erzählens, oder um Psychologie, Darstellung von Gefühlen und Zeiterscheinungen, Fragen der menschlichen Existenz, etc. Um Denken. Das alles muss aber überhaupt nicht teuer gewesen sein, um wertvoll zu sein.

      Einige der heute berühmtesten Filme haben kaum was gekostet, von Bunuels Werken bis hin zu Night of the Living Dead oder dem Blair Witch Project. Und andersherum werden die Millionenproduktionen mit aufwendigen Verfolgungsjagden und teuren Stars von vor ein paar Jahren, die dann aber selbst bei Amazon nur einen oder zwei Sterne ernten, auf Wühltischen verramscht – weil man ihnen weder als Kritiker noch als Zuschauer noch als Hersteller selbst noch größeren Wert zuerkennt, völlig egal, wie teuer sie mal in der Herstellung waren.

      Der Haken für manche wird vielleicht sein, dass es ihre geliebten stumpfen derzeitigen Konsum- und Bombastproduktionen zum Popcornmampfen dann so nicht mehr gibt. Die Rezeption wrd sich also wohl auch ändern, das Publikum sich umgewöhnen müssen. Vielleicht wird es klüger, vielleicht nur kleiner. Film wird so wieder künstlerischer werden, weniger warenförmig. Ist das schlimm? Nein, überhaupt nicht, eher normal. Wer würde denn überhaupt nach der x-ten James-Bond- oder Herr-der-Ringe-Fortsetzung rufen, wenn es so etwas von vornherein nie gegeben hätte? Eben. Ansonsten gilt dann eben: Selber machen, kreativ werden, wie es heute bereits bei der Fan-Fiction im Anfangsstadium geschieht.

      Das ganze egoistische Gejammer gerade auf Produzenten/”Künstler”seite kann ich also gar nicht verstehen: Gings euch um Kunst oder um die Kohle? Wenns euch um Kohle ging, ist es kein großer Verlust. An den Filmhochschulen kennt man solche Leute: Über “Autorenfilme” lachen, Spielberg verehren, möglichst professionell/berechnend was als Abschlußfilm produzieren, was einem dann die Türen öffnet zur tollen Hollywoodwelt. Es gibt aber auch all die anderen – sollen sie doch mal wieder mehr zu Wort kommen.

      • Ulli schrieb am 17. Juni 2011 um 15:46 - Permalink

        “Der Markt soll es richten…ein BGE könnte für den Lebensunterhalt sorgen…Enthusiasten können Geld crowdsourcen…”
        Das ist alles sehr idealistisch, wenn nicht weltfremd. Für meine Begriffe kommt es vielmehr darauf an, die Gewinne, die in einer Branche gemacht werden, so zu verteilen, dass alle Beteiligten zum Zuge kommen und einigermaßen gut leben können. Heutzutage verdienen sich nur die Chefetagen dumm und dämlich.
        Es kommt ja auch keiner auf die komische Idee, dass die Werkzeugmacher bei VW oder Opel vom bedingungslosen Grundeinkommen leben sollten! (Naja, unser Staat subventioniert über die “Aufstocker” ja tatsächlich Milliarden an Firmengewinnen, aber das ist eine unsägliche Fehlentwicklung…)

        • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 15:58 - Permalink

          Es kommt ja auch keiner auf die komische Idee, dass die Werkzeugmacher bei VW oder Opel vom bedingungslosen Grundeinkommen leben sollten!

          Doch, natürlich, deshalb heißt es ja “bedingungslos”. VW und Opel und andere Arbeitgeber müssten sich eben noch mehr anstrengen, trotzdem attraktiv zu sein.

    33. Ulli schrieb am 17. Juni 2011 um 14:39 - Permalink

      Denkt doch mal an google books. Die stellen Milliarden Bücher ins Internet und verdienen angesichts der hohen Nutzerzahlen ohne jeden Zweifel Unsummen an den Werbeeinnahmen. Den Autoren jedoch zahlen sie, jedenfalls hier in Deutschland, bislang keinen einzigen müden Cent.
      Was sich so toll als “Freiheit der Information” aufbläst, ist in Wirklichkeit Ausbeutung: Man bereicht sich ohne Hemmung mittels der Arbeitsleistungen anderer.

      • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 14:54 - Permalink

        Oder die Stadtbibibliotheken. Da hab ich mir früher immer die VHS- und Audiokassetten ausgeliehen, und kopiert. So what?

        • Ulli schrieb am 17. Juni 2011 um 14:58 - Permalink

          Die Stadtbibliothek hat die Bücher ja auch gekauft. Außerdem zahlt die VG-Wort eine Bibliothekstantieme.
          Künstlerische Kreativität ist heute zu einem Teil des Niedriglohnsektors geworden. Ich glaube, das durchschnittliche Jahreseinkommen der Künstlersozialkasse liegt bei knapp 12 000.- Euros. Der Großteil der Leute, die die Kultur umsonst wollen, verfügt ganz sicher über ein deutlich höheres Einkommen.

          • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 15:11 - Permalink

            Die Stadtbibliothek hat das Buch 1x gekauft, und x-mal verliehen. Gerade an die, die es sich nicht hätten leisten können. Die Situation der Stadtbibliotheken ist derzeit übrigens nicht allzu rosig.

            Kunst war immer schon ein Risiko, nicht nur wirtschaftlich. Und das gerade unter den Bedingungen des Marktes, der Kategorien wie Vermarktbarkeit aufstellte, und Trivial-Genres förderte, und eher selten die große Kunst – auf einen Hitchcock kommen hundert Uwe-Boll-Epigonen. Kunst, die sich ganz den Bedingungen des Marktes unterwirft, wird zu Kunsthandwerk, und davon sehen wir heute ja viel.

            • Ulli schrieb am 17. Juni 2011 um 15:26 - Permalink

              Die inhaltliche Qualität der Produkte ist doch erstmal egal. Auf jeden Fall wird mit künstlerischen Werken sehr viel Geld verdient (google, amazon, etc) – nur kommt bei den tatsächlichen Produzenten kaum was davon an. (das ist so ähnlich wie beim Kaffee aus der III.Welt)
              Man sollte diese ganze billig-billig-alles-umsonst Mentalität viel mehr hinterfragen. Beim Discounter kriegst du quasi alles nachgeschmissen. Aber den Gewinn machen doch nicht die Kunden und Schnäppchenjäger, sondern die mächtigen Finanzgruppen, die da ihr Kapital investiert haben.

            • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 15:53 - Permalink

              Die inhaltliche Qualität der Produkte ist doch erstmal egal.

              Wenn man aber mit dem Grundbedürfnis an kultureller Teilhabe argumentiert, wie der Spiegelfechter, dann auch? Wenn es gar nicht mehr um Kultur geht, sondern eben nur um Produkte?

              Auf jeden Fall wird mit künstlerischen Werken sehr viel Geld verdient (google, amazon, etc) – nur kommt bei den tatsächlichen Produzenten kaum was davon an. (das ist so ähnlich wie beim Kaffee aus der III.Welt)

              Richtig. Das ist eines der Hauptprobleme. Woher kommt es? Es hat sich geschichtlich entwickelt. Einst waren die Zwischenhändler nötig für die Logistik oder Vorfinanzierung. Schallplattenaufnahmen kosteten viel Geld, Filmproduktionen noch mal mehr – nur wenige Spezialisten konnten die irrwitzig teuren technischen Anlagen bedienen, die notwendig waren, die Firmen bildeten die notwendige Infrastruktur. Auf der anderen Seite gab es einen einheitlichen Massengeschmack, der sich in den Top-Ten abbildete. Den Markt hatten paar Große unter sich aufgeteilt, die alle relativ ähnliches machten. Wer wieviel bekam, was beim Produzenten nur noch ankam, hatte mit Markt-und Verhandlunsgmacht zu tun. Nur Prince/Tafcap und ein paar andere Stars wagten es, sich dagegen aufzulehnen.

              Dann aber kamen digitale Technik, Independent-Labels, Internet. Die Gesellschaft differenzierte sich kulturell, es gab weiterhin Massenprodukte, aber auch zunehmend Nischen. Zunehmend wurde das zuvor noch Populäre als langweilig, brav, dressiert, eben “Mainstream” empfunden, das Neue, Raue, Zügellose von den Independents als echter, interessanter. Die “Großen” reagierten kurzfristig mit Plattenverträgen für die Band Nirvana, oder mit x Nirvana-Kopien (um mal eine Rockmusik-Metapher zu benutzen). Ansonsten produzierten sie immer billigere, marktschreierisch-grelle Wegwerfprodukte, statt Elvis gabs nun Lady Gaga. Aber spätestens das Internet machte auch damit eigentlich schluss.

              Auf natürliche Weise würden nun die Dinosaurier von früher absterben, die Zwischenhändler wären oft gar nicht mehr nötig. Die schönen Investments würden sich nicht mehr rechnen, der Markt würde es richten. Nur mit viel Lobbyismus können die alten Strukturen überhaupt noch am Leben gehalten werden. Man stelle sich vor, die Kutschenlobbyisten würden vor Autos warnen, oder Kerzenhändler gegen Glühbirnen wettern – würden wir ihnen ernsthaft zuhören? Bei Kultur tun wir es. Würde man diesen ganzen alten Overhead einfach rauskürzen, bliebe für Konsumenten wie für Produzenten wohl mehr Geld in der Tasche. Und die Kultur an sich würde auch noch profitieren.

              Es hieß immer: “Das ist eben der Markt”, wenn über verdummende Massenkultur, Seicht-Literatur, Kinofilme oder Retortenstars gejammert wurde. Aber ohne das künstliche am-Leben-halten dieser alten Dinosaurierstrukturen hätte der Markt diesen Dingen heute doch oft längst den Garaus gemacht. Wenn Bild-online sich nicht mehr rechnete, und den Laden zumachen müsste, wer außer den paar Hampelmännern, die da arbeiten, würde ernsthaft Tränen darum vergießen? Die Leute würden sich eben was anderes suchen, wahrscheinlich was besseres. Lasst den Dingen einfach ihren Lauf…

          • LordSnow schrieb am 17. Juni 2011 um 16:43 - Permalink

            Künstlerische Kreativität ist heute zu einem Teil des Niedriglohnsektors geworden. Ich glaube, das durchschnittliche Jahreseinkommen der Künstlersozialkasse liegt bei knapp 12 000.- Euros. Der Großteil der Leute, die die Kultur umsonst wollen, verfügt ganz sicher über ein deutlich höheres Einkommen.

            Man konnte mit Kulturschaffen noch nie soviel Geld verdienen wie heute. Das Gejammer steigt nur proportional zu den Gewinnen.

            Es ist ein Trugschluss, sich als Ziel zu setzen einen Großteil der Künstler bzw, Leute, die sich zum Künstler erklären und der Meinung sind, nicht genügend finanzielle Anerkennung zu erhalten, aus dem Niedriglohnsektor zu holen. Denn genau das ist der (erneute) Weg in die Planwirtschaft mit Mangelwirtschaft an Realgütern.

            Es kann nicht das Ziel sein, Leute die Immatierlagüter schaffen auf eine Stufe oder sogar höher mit Leuten zu stellen, welche z.B. für 5€/h in einer Textilfabrik Kleidung herstellen, damit wir im Winter nicht erfrieren. Oder schau dir die Milchbauern an, wo kaum noch Geld übrig bleibt, weil die Leute lieber noch eine DVD mehr kaufen, als paar Cent mehr für den Liter Milch auszugeben.

            Es ist traurig Leute, welche dazu beitragen, dass man überhaupt im Wohlstand und ohne Existenzängste leben kann, so gering zu schätzen, dass man anfängt Leute, die nicht so wichtige Dinge tun und häufig einfach nur ihrem Hobby nachgehen wollen, immer mehr Sonderrechte zu verschaffen und den Geldfluss quasi planwirtschaftlich umzulenken.

            • aeiou schrieb am 17. Juni 2011 um 16:52 - Permalink

              Es kann nicht das Ziel sein, Leute die Immatierlagüter schaffen auf eine Stufe oder sogar höher mit Leuten zu stellen, welche z.B. für 5€/h in einer Textilfabrik Kleidung herstellen, damit wir im Winter nicht erfrieren. Oder schau dir die Milchbauern an, wo kaum noch Geld übrig bleibt, weil die Leute lieber noch eine DVD mehr kaufen, als paar Cent mehr für den Liter Milch auszugeben.

              Casino-Banker, Monsanto-Vorstandsvorsitzende, Atom-Lobbyisten, TV-Werber, PR-Leute, Abmahnanwälte, Immobilienmakler und andere Telefondesinfizierer sollten dann aber noch weniger Geld als die Hungerkünstler haben, denn diese produzieren ja, wenn schon nichts, was die Welt verschönert oder ihr nützt, immerhin auch nichts, das sie noch hässlicher macht und ihr schadet.

      • Brick schrieb am 19. Juni 2011 um 16:19 - Permalink

        Wo finde ich denn nun diese Werbung bei google books? Außerdem sind das Millionen Milliarden Zillionen Bücher. Hauptsächlich geht es da um Fachbücher und für die zahle ich eh keinen Cent. Bibo und so.

    34. nagel schrieb am 17. Juni 2011 um 14:40 - Permalink

      solange es dienste wie streamseiten im netz gibt, werden diese auch genutzt werden. jetzt ist ein komfortables und vielschichtiges portal weggebrochen. das auf seiten wie youtube ebenfalls geschützte inhalte wie filme verbreitet werden, scheint niemanden zu interesieren. oder was ist mit usenext? dort zahlt man für traffic und bekommt alles was man will. bei mir stellen sich da keinerlei moralische bedenken ein. nehmen wir mal “hangover 2″. laut imdb.de hat dieser innerhalb von 2 wochen 15385022 euro in deutschland eingespielt. in amiland seit anlaufen ca. 216000000 dollar. in frankreich 8760035 euro. in italien 6787557 euro. laut wiki betrugen die produktionskosten für den ersten teil etwa 35 millionen. ich unterstell jetzt mal, das der zweite teil nicht teurer war, weil ich keine genaue zahl dazu gefunden habe. das soll jetzt nicht legitimieren, das nach belieben geklaut werden darf, soll aber mal die relationen veranschaulichen.
      jetzt darauf rumzureiten, das die betreiber der seite auch die hostserver betrieben haben und damit geld verdienten ist mir völlig egal. wenn jemand dachte, sich dort einen kostenpflichtigen premiumaccount zulegen zu müssen ist das seine sache.
      außerdem muß man heute jedem user, der mit ie oder chrome und ohne wenigstens ghostery, adblock und tor unterwegs ist sagen: selbst schuld. das gilt auch für die hirnis, die bereitwillig name und adresse in eine maske eingeben, wenn sie dazu aufgefordert werden.
      ich wage die these, das es die contentindustrie weder schafft, noch für nötig hält in den nächsten jahren eine zufriedenstellende on-demand-lösung auf die beine zu stellen. warum nicht? das veranschaulichen die o.g. zahlen.

    35. Flexo schrieb am 17. Juni 2011 um 14:48 - Permalink

      Die technischen Möglichkeiten einer weltweiten Video-on-Demand-Plattform sind zweifelsohne gegeben und wenn die Rechteinhaber sich weigern, solche Plattformen legal und bezahlbar mit Inhalten zu versorgen, müssen sie sich auch nicht darüber wundern, wenn diese Angebote ohne ihre Zustimmung und somit in einer rechtlichen Grauzone entstehen.

      Ich finde dieser Satz umreißt es eigentlich ziemlich gut. Es würden sich genug Leute finden, die für ein paar Euro im Monat so ein Angebot nutzen würden, wenn es soetwas denn gäbe.

      • nagel schrieb am 17. Juni 2011 um 15:04 - Permalink

        wenn es sowas denn gäbe, dann gäbe es aber bestimmt auch weiterhin kostenfreie! streamingportale.

        • Brick schrieb am 17. Juni 2011 um 19:02 - Permalink

          Ja aber jetzt haben wir exzellente “kostenlose” Portale und als Konkurrenten was? Maxdome?
          netflix ist genial. Gibts bei uns aber nicht.

          • nagel schrieb am 17. Juni 2011 um 20:23 - Permalink

            wozu soll es sowas geben? im falle musik, in dem von mir favorisierten musikalischen nieschenbereich, habe ich eine ganz andere wertschöpfungskette. lastfm – myspace – grooveshark – bandwebseite – plattenlabel – vinyl. so in etwa. ja und ich gebe zu, der myspaceaccount ist schon etwas obsolete. =) wenn jemand unbedingt scheißmusik ein bushidoalbum kaufen will, dann soll er das ruhig machen. bei filmen ist es ähnlich. willkommen bei den sch’tis, true grit oder the proposition habe ich mir auch im kino angesehen und zahle auch gerne dafür. nur hat für mich lastfm und grooveshark den selben stellenwert wie kino.to mit dem unterschied, das bei kino.to die inhalte eben nicht freiwillig eingestellt werden. mir ist das vollkommen egal. ich würde legale streamseiten mit paywall nicht nutzen wenn es kostenfreie alternativen gibt.

            • Brick schrieb am 19. Juni 2011 um 16:24 - Permalink

              Vergessen sie nicht, dass viele auch bei den hostern wie Duckload Premiumaccounts haben nur für Filme und das ist teurer als netflix.

    36. daweed schrieb am 17. Juni 2011 um 15:05 - Permalink

      Mal ne andere hypothetische frage,

      ich höre zum größten teil nur Französischen Rap und den bekommt man ja auch nur über teuere Umwege wenn man das Orginal wünscht.

      Kann ich also nach dem 3-strikes Gesetz in Frankreich, dann von dort aus vom Netzleben entfernt (bzw. gesperrt) werden?

      • nagel schrieb am 17. Juni 2011 um 15:48 - Permalink

        wie weitreichend das gesetz ist kann ich nicht sagen. wenn du aber denkst, das du dich mit deiner musikbeschaffung auf rechtlich unsicheren pfaden bewegst, versuchs mal mit grooveshark. wie weit der inhalt deinen musikalischen ansprüchen genügt, kann ich nicht sagen, weil meine musikalischen interessen dem sludge, doom, stoner und death gelten. dazu gibt es noch den passenden downloader bei chip.
        http://grooveshark.com/#/
        http://www.chip.de/downloads/Grooveshark-Downloader_45149082.html

        musikalische grüße =)

    37. se1f schrieb am 17. Juni 2011 um 16:36 - Permalink

      Ich bin eigentlich ganz froh, dass Kino.to dicht gemacht hat. Dadurch hat sich meinen bulemieartiger Konsum von minderwertiger Content auf Null reduziert. Zusätzlich habe ich beschlossen in Zukunft legal und hochwertiger und dafür weniger, zu konsumieren. Wenn ich mit einer anderen Person zusammen bei iTunes einen Film miete(3€), kostet mich das 1,50€. Da ich jetzt weniger schaue, glaube ich kaum, dass ich noch die 15€ im Monat überschreiten werde, so viele Qualitätscontent gibts einfach nicht. Klar, ein Angebot à la Netflix bei knapp 8$ für eine Flatrate wäre mir auch lieber, aber darauf wird man wahrscheinlich noch etwas warten müssen. Bis dahin treffe ich mich wieder mehr mit Freunden und Familie und gehe früher ins Bett und bin morgens ausgeschlafen ;)

      • carlo schrieb am 18. Juni 2011 um 02:20 - Permalink

        Na und! Du Witzbold, es gibt auch Schichtarbeiter, die morgens nicht so früh aufstehen. Abgesehen davon gab die jetzt gesperrte Seite eine Gelegenheit mal Filme, die schon längst nicht mehr im Handel oder irgendwelchem Austausch waren, mal anzuschaun.
        Beweise?! Hab ich: Number 17 von Alfred Hitchcock, Z, Der unsichtbare Aufstand und reichlich Filme die ich vor 35 Jahren wegen meiner resoluten Mutter nicht gucken durfte etc., also schade um Kino.to.

        Hör auf zu jaunern….lebbe ged weidä….schau halt ZDF

    38. LarsW schrieb am 17. Juni 2011 um 16:38 - Permalink

      Auch wenn Spiegel.de jetzt vielleicht nicht gerade als seriöse Quelle durchgeht:

      Nach Angaben der GVU haben die Verantwortlichen von kino.to diese Dienste, über die das tatsächliche Streaming der Filme abgewickelt wurde, zum Teil extra gegründet.

      http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,767375,00.html

      Man hat also wohl nicht einfach nur auf die Streamer verlinkt und da ein bisschen Abzock-Werbung zwischengeschaltet (die man fast komplett mit Adblock blocken konnte), sondern auch noch die Streamer betrieben.
      Ob man nur Geld damit verdient, darauf hinzuweisen, dass jemand illegal einen Film vorführt oder ob man darauf hinweist und auch gleich noch selbst den Film aufführt sind schon zwei deutlich unterschiedliche Kaliber.

    39. Robin schrieb am 17. Juni 2011 um 17:33 - Permalink

      Ich verstehe, dass das illegale Filesharing, -streaming, wie auch immer, nicht mehr aufzuhalten ist. Und es mag so sein, daß illegal kopierte Bits und Bytes aus juristischer Sicht etwas anderes sind, als ein geklautes Smartphone. Aber hinter diesen Bits und Bytes, die einen Film oder ein Musikstück ergeben steckt doch immer eine wertschöpferische Arbeit. Ich kann “ein Lied davon singen”, was es heisst ein Lied zu schreiben, zu komponieren, einzuüben, zu arrangieren, aufzunehmen u.s.w. Das ist Arbeit, nichts weiter als Arbeit, die ihren Wert hat. Das wird in meinen Augen viel zu oft überhaupt nicht registriert und anerkannt. Nun bin ich nur ein kleiner Songschrauber, der damit nicht sein Geld verdient, aber wenn ich mit dem Wissen um meinen Arbeitsaufwand an eine fette Hollywood-Produktion denke, habe ich kein Problem sieben oder acht Euro an der Kinokasse zu bezahlen, da stecken ja auch die Kosten des Kinos drin, die wollen auch leben.
      Egal ob kino.to nur ein “Verlinker” war oder nicht, da wurden normalerweise kostenpflichtige Inhalte angeboten und konsumiert und niemand hat dafür bezahlt. So richtig weit weg vom Diebstahl ist das für mich nicht, auch wenn das juristisch anders aussehen mag.

      • Ein anderer Robin schrieb am 17. Juni 2011 um 18:27 - Permalink

        Dass die Kopie von Daten und der Diebstahl von Dingen nicht ein und dasselbe sind, ist trivial. Es ist das Wesen von Vergleichen, dass das Verglichene nicht identisch ist – sondern in einem spezifischen Punkt Ähnlichkeiten aufweist. Dabei ist hier die Auswirkung des Vorgangs wesentlich: Die Untergrabung des bestehenden Geschäftsmodells.

        Ob das jetzt gut oder schlecht ist, ist wieder eine andere Frage. Mit der Kopie-ist-kein-Diebstahl-Keule zu schwingen ist aber ein ziemlich untauglicher Versuch, diese Tatsache auszublenden.

        • Phil schrieb am 17. Juni 2011 um 19:18 - Permalink

          Dabei ist hier die Auswirkung des Vorgangs wesentlich: Die Untergrabung des bestehenden Geschäftsmodells.

          Es gibt aber auch keine Garantie, dass ein Geschäftsmodell, vor allem wenn es veraltet ist, für ewig funktioniert.

          • leslie schrieb am 18. Juni 2011 um 12:33 - Permalink

            Oder auch.
            Beschissene Geschäftsmodelle sind dazu da,unterzugehen.

            Wenn die Kiddies das mal beim Brixgrasskauf beachten würden. :-/
            Oder würdet ihr euch Grass kaufen was mit Plastik überzogen ist?

            Mfg

    40. mick schrieb am 17. Juni 2011 um 18:53 - Permalink

      Fand es eigentlich viel interessanter was dort für ein Aufwand wegen einem einstelligen Millionenbetrag betrieben wurde.

      “250 Polizisten und Steuerfahnder sowie 17 Datenspezialisten im Einsatz, um bundesweit zeitgleich über 20 Objekte und Rechenzentren zu durchsuchen.”

      Den gleichen Einsatz wünschte ich mir für Banken, Versicherungen, Konzerne, etc.
      Dort dürfte die Schadenssumme (Betrug, Steuerdelikte) um einige Kommastellen höher liegen. Allerdings hat man in Hessen gesehen wie so etwas abläuft…

    41. Reiner schrieb am 17. Juni 2011 um 20:31 - Permalink

      Kino.to ist bzw war einfach zu bekannt geworden und das war der genickstoss.

      • André H. schrieb am 17. Juni 2011 um 20:37 - Permalink

        das war der genickstuss

        Reiner … du bist mir noch einer…
        Das war der Konsens der Politischen!

      • nagel schrieb am 17. Juni 2011 um 20:44 - Permalink

        es gibt gerüchte im netzt, das die db und der content gespiegelt wurde. das würde ich nicht anders machen. warten wirs ab.

    42. Magicdrummer schrieb am 17. Juni 2011 um 21:24 - Permalink

      Illegale Downloader werden ja mittlerweile nicht mehr ernsthaft kriminalisiert im Sinne, dass es zu einer Anklage kommt. Es werden aber Unsummen an Abmahngebühren erhoben und der Abgemahnte hat rechtlich kaum eine Handhabe, gegen exorbitante Abmahn- und Rechtsanwaltsgebühren trotz mittlerweile elektronisch produzierter Fließbandbriefe vorzugehen. Das ist der eigentliche Skandal und es gibt nicht wenige, die in den finanziellen Ruin getrieben werden. Die sogenannte Deckelung dieser Kosten war ja mal beschlossen worden, aber mit rechtlichen Hintertüren, die eher an Scheunentore erinnern. Hier wurde eine Familie auf eine Viertel Million Euro verklagt, weil sich der 12-jährige Sohn im Internet ein paar Songs gesaugt hat: http://www.zeit.de/digital/internet/2010-10/illegal-download-abmahnung

      Die Telekom gibt im Monat etwa 190.000 IP-Adressen auf Druck der Abmahnindustrie heraus, wobei mit “Adressen” hier nicht nur die Zahlenkombinationen gemeint sind: http://www.fr-online.de/politik/in-den-faengen-der-abmahnindustrie/-/1472596/5043408/-/index.html

      Das nenne ich echte legale Abzock-Kriminalität, die leider kaum Erwähnung findet. Es gibt aber seit ein paar Tagen wenigstens ein wenig Hoffnung für die Abgezockten: http://www.golem.de/1105/83858.html

    43. Anonyme Maus schrieb am 17. Juni 2011 um 21:34 - Permalink

      Kino.to ist tot, es lebe kino.to!

      • leslie schrieb am 18. Juni 2011 um 12:39 - Permalink

        Momentan aber nur Filme die mich eh nicht so interessieren. :-(

        Die Qualität der Kinofilme(Und damit mein ich nicht die Daten auf Hostern)
        sind in den letzten Jahren doch arg gesunken.
        Läuft nurnoch Schrott wofür man eh nie ins Kino gegangen wär.

        Mfg

    44. Blauklexer schrieb am 17. Juni 2011 um 22:40 - Permalink

      Diese Musik- und Filmindustrie hat sich doch vor dem Internetzeitalter dumm und dämlich an Jugendlichen vedient, so ist es nur recht, dass man heute auf anderen Wegen sich bedienen kann. Nur darf man sich nicht erwischen lassen, zumal Lobbyisten auf Juristen bauen, die die “User im Unrecht” lukrativ auzubeuten wissen

      • leslie schrieb am 18. Juni 2011 um 12:42 - Permalink

        Die einzigen wo ich mich erinnern kann,
        die so richtig an der Jugend verdient haben,
        waren diese elenden Klingeltonverkäufer.

        Das war Abzocke höchster Güte aber verboten wurd es nie.

        Mfg

    45. Mir schrieb am 18. Juni 2011 um 04:01 - Permalink

      Aktuelle Filme sehe ich mir eigentlich nur im Kino an, oder eben garnicht.
      Hinzufügen möchte ich, dass man etwas ältere Filme und Serien legal praktisch garnicht finden kann.

      Man könnte ja durchaus ein gewissens Verständnis für die schwere Lage der Hersteller solch medialen Popcorns aufbringen, aber das ist aufgrund ihres Verhaltens kaum möglich.
      Dem Käufer gehört das Produkt nichteimal, die Nutzung ist stark eingeschränkt.
      15€ für Wegwerf Ware.
      Die Gaga Gagen der Schauspieler und Regisseure.
      Legales Downloaden ist mit noch mehr Restriktionen verbunden.
      Die unsinnige versuchte Gleichsetzung mit physischem Diebstahl.
      Das zumüllen des Produktes mit Werbung und Copyright Informationen, so dass die illegale Kopie auch noch Qualitativ hochwertiger ist.
      Die Übertreibung bei den Schäden: Vermutete Anzahl illegaler Downloads X Preis der DVD im Laden = Hirnriss.

      Kurz: Die komplette Realitätsverweigerung.
      Dass sie es kriminalisieren (mAn. zu Recht) ist aber verständlich, sonst würde wirklich Niemand mehr ausserhalb des Kinos dafür bezahlen.
      Dass sie das Problem hauptsächlich darum haben, weil sie auch noch den letzten Cent aus dem Käufer quetschen wollen, ist aber auch kaum zu bestreiten.
      Unsympathen abzuziehen, die ihre Kunden selbst abziehen, fällt eben sehr viel leichter.

    46. Christoph schrieb am 18. Juni 2011 um 10:28 - Permalink

      Ähm…ich schaue liebend gerne Filme im Internet und schäme mich dafür nicht…aber der Content-Industrie (überhaupt kein Unwort, sondern eine treffende Bezeichnung für die Produzenten von Inhalten, also Waren, die im technisch verstanden beliebig kopierbar sind) – also, aber der Content-Industrie nehme ich es bestimmt nicht übel, dass sie kino.to kriminalisiert, auch wenn sie das Fass niemals zukriegen wird – und auch nicht jeden User kriminalisieren kann…der Herr der Ringe als beliebiges Beispiel hat in der Produktion 300 Mio Euro Kosten verursacht…meint Ihr, die Produzenten drehen das Ding, weil sie zuviel Geld übrign haben und allen Leute eine Freude bereiten wollen? Dass sie dafür auch was sehen wollen bzw. Kohle einschäffeln, um weiterhin Filme bezahlen zu können, ist doch klar und verständlich, ist eine konstruktiv Transaktion…vielleicht klingt es konservativ, aber wer will, dass alle Filme legal und kostenlos sind, der sollte auch mit Youtube-Niveau zufrieden sein…Und, vielleicht klingt auch das konservativ, aber: man muss nicht jeden Blockbuster und jede angesagte Serie gesehen haben, das treibt die kulturelle Teilhabe ins Absurde!

      • André H. schrieb am 18. Juni 2011 um 11:12 - Permalink

        man muss nicht jeden Blockbuster und jede angesagte Serie gesehen haben

        Man muss nicht, aber es hat sich in diese Richtung hin entwickelt. Und nun wird über jeden Müll – X-Men, CSI und was auch immer – debattiert, als ob es zum Allgemeinwissen gehörte. Es ist ja nicht so, dass über Filme grundsätzlich berichtet wird, es handelt sich ja fast immer nur um Filme der grössten, meist amerikanischen Produktionsfirmen (Sorry, Stefan Sasse).
        Und all die Gratis-Zeitungen (20 Minuten, Metropol usw.) berichten in Pseudoreportagen, welche in Wahrheit nichts anderes als Werbeinserate sind, darüber. Platziert neben als verbraucherfreundlichen Vergleichstests und Produkteinformationen getarnten Werbungen für die neusten Handys und Computerspielen.
        Diese permanente Werbewirkung – ermöglicht durch das lukrative Zusammenspiel von Medienmacht und Filmindustrie – lässt uns nun langsam aber sicher durch diesen Müll verblöden.

    47. Cassandra schrieb am 18. Juni 2011 um 10:57 - Permalink

      Interessanter Artikel… ja, es war Profitgier bei kino.to – technisch kann man Popups total blocken, Schadsoftware unschädlich machen, die Streams als flv, mp4 oder avi speichern – doch warum ist die Zitronenpresser-Inhalteverwertermafia nicht deutlicher an den Pranger gestellt?

      Früher wurde ein Film im Kino gezeigt, 1-2 Jahre später auf Video und im Fernsehen veröffentlicht (analog). Heute wird versucht,- mit DRM und Regionensperre auf DVD und Bluray bzw. durch Abgaben auf Technolgie und Datenspeicher + VG’s + GEMA + GEZ + andere Zitronenpressen und >12€ beim Kino, >50€ für die ganze Familie! – Kasse zu machen.

      Und so hat sich das immer ärmer werdende Brot-und-Spiele-Volk die Profitmaximierung zu eigen gemacht – durch Raubkopieren. Bis auf Internetanschlussgebühren (flatrate!) und Datenträger- + Stromkosten ist nur technisches Knowhow erforderlich. Der Konsument braucht bis auf das Internet keine Vertriebsstruktur mehr. Vergesst teure CI+ Riesenflatscreens, vergesst Privat- und ÖR-Fernsehen und -Radio. Vergesst Sendezeiten.

      Warum auf Sendezeiten warten? Wie Bill Gates es damals wollte, ist “Information beliebig unter den Fingerspitzen verfügbar”. Davor hat die Verwertermafia so Angst, deswegen kommt ACTA, deswegen gibt es schon Netzsperren, deswegen versucht man wieder “Kontrolle” zu erlangen. Siehe Hacker-/KiPo-/Terrorpanikmache.

      Im Übrigen möchte ich hier noch die R5 DVDs in Russland, die asiatischen 1$-DVDs und gebrauchte Amazon/Ebay-Produkte erwähnen. Alles Profitmaximierung “von unten”.

      Selbst mit ACTA werden durch Automatisierung und Effizienz aus der Arbeitswelt freigesetzte intelligente Menschen auf lokaler, kontinentaler und globaler Ebene Wege finden, an Kultur teilzuhaben.

    48. spider schrieb am 18. Juni 2011 um 16:21 - Permalink

      Frage zu der Überschrift:

      Kriminalisierung einer ganzen Bevölkerungsschicht

      Das verstehe ich jetzt nicht. Ich dachte, es geht hier darum, dass kino.to geschlossen wird. Wo ist da der Zusammenhang zur Überschrift?

      Downloads und die öffentliche Verbreitung von geschützten Inhalten sind illegal, aber seit wann der Online-Konsum von hochgeladenen Inhalten?

    49. Lazarus09 schrieb am 18. Juni 2011 um 20:36 - Permalink

      Gäähn … besonders Fatal das die Nutzer ca 5 Min. nach einem neuen Portal suchen müssen ..

      Ansonsten wie immer unsicherheit verbreiten .. abkassieren ,getreu dem weltweiten Motto zum bewirschaften der Bevölkerung :

      Alles was nicht ausdrücklich erlaubt ist, bleibt bei Strafe verboten

      Ja, das ist “unsere” Freiheit … man muss nur fest genug daran glauben

      • leslie schrieb am 19. Juni 2011 um 00:32 - Permalink

        Die Freiheit nehm ich mir. :-))
        Man muss sie sich wirklich nehmen,denn von selbst kommt sie ja nicht.

        Mfg

    50. leslie schrieb am 19. Juni 2011 um 00:22 - Permalink

      Hab grad einen guten Vergleich.

      Das kopieren einer Datei kann man mit dem Klonen von Pflanzen vergleichen.(Stecklinge nehmen)

      Und Steckis nehm ich vieele. :-))
      Vor einem halben Jahr einen Steckling von einer Futterpflanze(Golliwog)
      im Futterhaus stibitzt und zuhause bewurzelt.
      Inzwischen sind es über 100 Pflanzen.
      Die brauch ich auch,denn meine Schildkröte hat Hunger.

      Übrigens ist der Konsum von Cannabis in Deutschland legal.
      Nur das kaufen,herstellen,verkaufen und transportieren sind verboten.

      Jaja das deutsche Gesetz.

      Pispers über Haschisch.

      mFG

    51. Chris W. schrieb am 20. Juni 2011 um 04:16 - Permalink

      Wen schadet es eigentlich wenn ich mir n Film runterlad, angugg, und dann eh wieder in die Tonne klopp – die meisten sind doch sowieso Mist – so what!

      btw: ich lebe selbst von Tantiemen und bisher bin ich trotz I-Net noch nicht verhungert, vllt weil meine Publikationen nicht gerade “mainstream-tauglich” sind ;-)

      salu2

    52. Dimebag schrieb am 20. Juni 2011 um 11:19 - Permalink

      Ich lass das mal kommentarlos so stehen:

      http://cliphead.wordpress.com/2010/04/12/sind-leer-cassetten-der-tod-der-schallplatte/

      Solche Diskussionen werden schon seit Jahrzenten von der Industrie angestoßen, nix neues. Jetzt gab es doch einen Kommentar.

    53. Herr Liebreiz schrieb am 20. Juni 2011 um 12:48 - Permalink

      Ich hatte gerad mal ein paar Monate Pause von “hier” und anderen Orten gemacht. Ohne Vorsatz empfinde ich eine wunderliche Freude zurückzugehen und zu sehen, dass sich nichts geändert hat. Gut reden hat, wem es individuell doch noch zu gut geht. Natürlich werden einige das Klagen anfangen und mit ihrer eigenen Not dementieren, die es sie dennoch an der Gesellschaft partizipieren läßt, wenn man denn nur etwas arbeitete und mit seinem Geld umgehen könne. Daran nahtlos knüpft sich die Auffassung, der Hartz-IV´ler sei mehrheitlich doch einer, der mehr tun könne für sein Glück. Machen wir doch auch so.
      Und man könne ja nicht alles auf “wenig Geld” herunterbrechen, moralische Instanzen werden angeführt und eben immer wieder werden alle der Polarisierung dienlichen Beispiele angeführt, die mit dem Bundesdeutschen Durchschnitt, der hier gar nicht her findet, so gar nichts zu tun hat.

      Die durchschnittliche Verdienerfamilie, die nichts mit dem publizierten, statistischen Durchschnittsverdiener zu tun hat, verdient nicht genug um auch nur das Fahrgeld zu bezahlen, dass das Kind oder die Kinder für den Kinobesuch benötigen. Ebensowenig wie für den Schwimmbadbesuch, den Freizeitpark oder ähnliches. Vorhandenes entspringt nach aus eigenen besseren Zeiten oder wenigstens derer der Eltern. Man hält sich wacker und schaut, dass nichts entzwei geht. Man ermöglicht den Kindern das, was noch bundesdeutschem Generalplan erforderlich scheint. Der PC gehört dazu, weil er mittlerweile wirklich auch für die Schule benötigt wird und die Umgangstauglichkeit bei einer Vielzahl von – hoffentlich – späteren Berufsbildern zur Notwendigkeit zählt. Und dann hörts auch schon auf. Für mehr ist kein Geld vorhanden.
      Da sparen sich Eltern Hobbys, Freizeitbeschäftigung, Unternehmungen mit Freunden aus, weil es einfach nicht drin ist. In einer Tretmühle aus Arbeiten, Kinder mit Liebe nach bestem Wissen und Gewissen betreuen und ihnen für die Zukunft alles mitgeben, Nerven bewahren, ständigen Interimslösungen, abreissenden sozialen Kontakten, findet nicht jeder den richtigen Ton. Der ist auch kein sinnvoller Gegenstand allgemeiner Erziehungsmaßnahmen oder -gedanken. Weder juristischer noch sozialrepressiver Natur.

      Von dort aus, die richtigen Umstände vorausgesetzt, stürzt es sich beliebig nach unten.

      Im Rahmen dieser Gesesellschaftslage diskutieren einige ernsthaft das moralische Debakel eines wie auch immer zu bewertenden “Unrechtsbewusstseins”?

      Die Leuten kopieren doch nicht mit krimineller Energie, respektive die paar die es tun, können doch nicht Gegenstand einer zentralen Diskussion sein? Eine Änderung, wo auch immer diese passieren soll, ob nun im Urheberrecht, in der Kriminalistik oder in unserer gesellschaftlichen Strategie, kann sich in der ersten Linie nur am realen Durchschnitt orientieren. Nur so vermeidet man überzogene, repressive Reaktionen, die der Mehrheit Schaden erzeugen, der weder im Verhältnis zum schätzenswerten Gut, noch zur demographischen Realität steht.

      Und der eine oder andere jüngere, blendet scheints aus, dass das “Kopieren” in guter alter Tradition steht. Erst heute diskutieren wir, in welcher Grauzone wir uns damals schon befunden haben. Munter haben wir mit Bändern jedweder Natur am Radio mitgeschnitten und Kopien von Schallplaten auf hochwertigen Tonbandkassetten geschaffen, die den Qualitätsmöglichkeiten der Mehrheit entsprachen. Jeder wusste das, jeder tat es. In Discotheken in Berlin gab es eine Wand mit Klinkenbuchsen, wo man sogar Musik mitschneiden konnte. Ob eine Kassette heute im audiopilen Vergleich den ganz kurzen zieht, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Damals war es für den Durchschnitt state-of-the-Art.

      Die Industrie, die genau aus der “geschädigten” Ecke kam und kommt, hat damals sehr engagiert den Markt eingedeckt mit Kassettendecks und Tonbändern diversester esoterischer (Edel)metalloxidbeschichtungen. Und jede Neuerung wurde ein Jahr später vom Pro- in den Consumermarkt durchgetreten.

      Und noch heute sind es die gleichen, die CD-, DVD- und Bluerayrohlinge in den Markt schleudern, als würde jeder einzelne Bundesbürger einer Menge sichern wollen, die der Jahreskorrespondenz der Bill Gates betreuenden Anwaltskanzlei entsprechen müsste.

      Die Musikindustrie hat noch genug Umsatz. Der Alarm der da geschlagen wird, ist künstlicher Natur. Der Respekt den die Teenies den jährlich wechselnden Castingupcomern bescheinigt, entspricht ungefähr dem Respekt mit dem diese Scheisse für den Konsumten produziert wurde. Die paar tausend Kids, die da an der Bühne durchdrehen, haben mit dem Durchschnittskind nichts zu tun. So wenig wie alle Deutschen Jugendlichen Hippies waren, so wenig wie Deutsch-Türken migrationsunwillige Schmarotzer sind usw.
      Der Durchschnittsjugendliche zum einen nicht das Geld für und zugleich auch nicht den emotionalen Wert für diesen Schrott. Das Alltagsgedudel gehört dazu, aber es ist nichts wert.

      Man kann da viel juristisch drüber dozieren, Kosten aufschlüsseln und Werte schaffen. Aber es ändert nichts an den Tatsachen.

    54. In Dubio schrieb am 20. Juni 2011 um 12:51 - Permalink

      Selten hat man den Spiegelfechter sich so schnell widersprechen erlebt. Die Verletzung des Urheberrechts sei kein Diebstahl, so insistiert Herr Berger. Stimmt nicht, schreibt Stefan Sasse im folgenden Beitrag. Wenn jemand für eine wissenschaftliche Arbeit auf Gedanken anderer zurückgreift, ist das sehr wohl Diebstahl. Was denn nun, lieber Spiegelfechter? Warum soll man jemanden Adoleszenten nicht begreiflich machen können, dass die Herstellung eines Films nebenbei auch Geld kostet?

      Ein Hollywoodstreifen, an dem teilweise tausende Menschen mitarbeiten, kostet bei den Blockbustern heute gut und gerne 100-200 Millionen US-$, hinzu kommt nochmal der gleiche Betrag für Marketing und Vertrieb, schließlich weckt das erst das Begehren, weshalb angeblich so ein Halbstarker die x-te Fortsetzung eines Krachers im Computerspielformat umbedingt gesehen haben muss. Jens Berger verklärt das anschließend noch zum Kulturgut, das prinzipiell jedem offenstehen müsse. Nebenbei wird frech unterschlagen, dass heute die besten Filme für 1 bis 1,50 EUR jedem nach drei Monaten in der Videothek zur Verfügung stehen. Wer meint, Diebstahl geistigen Eigentums sei wegen 1 EUR gerechtfertigt, der kann wohl nichts dagegen haben, wenn Bibliotheken bei Kulturpreisen von 8-25 EUR geräubert werden.

      Offensichtlich sind zwei wesentliche Begriffe unseres Zusammenlebens nicht bekannt: das Recht auf Eigentum und das Recht des Ausschlusses. Sorry, Warner Brothers muss nicht jedem seine Produkte zeigen, weil angeblich noch das banalste Coulerit zum Kulturgut verklärt wird von Leuten, die einfach nur klauen und eine Rechtfertigung suchen. Wer bitte soll für die 100 mit 400 Millionen US-$ aufkommen? Wenn das Kulturgut ist, möge doch die Bundesregierung von unser aller Steuergeld einen angemessenen Betrag, sagen wir 10%, nach Hollywood überweisen. Andernfalls sind die Raubkopierer persönlich an dem Konkurs von traditionellen Unternehmen wie MGM schuld. Und dass ich auf den nächsten Bond warten muss!

    55. Herr Liebreiz schrieb am 20. Juni 2011 um 13:15 - Permalink

      Beinahe – werter in dubio – hätte ich das für echte Satire gehalten. Aber Du meinst das scheinbar ernst. Deine Darstellung ist (teils) auch richtig. Aber es ist eben nur eine Seite des Problems.

      “Eigentum und Ausschluß” – sososo. So kann man den schon lange nicht mehr goldenen Konsumkäfig natürlich auch nennen, in den man die Menschen gesperrt hat.
      Und jetzt komme er mir nicht, ein jeder könne sich schließlich auch anders beschäftigen. Um diesen Satz ohne Lachen aussprechen zu können, muss man sich die letztten zwei Jahrzehnte willig die Augen zugehalten haben.

    56. Herr Liebreiz schrieb am 20. Juni 2011 um 13:33 - Permalink

      Und noch eines und davon bin ich fest überzeugt. Die Umsatzeinbrüche der Software-, Film- und Musikindustrie gehen nur zum kleinsten Teil auf die Raubkopien zurück. Im Wesentlichen würde eine Vielzahl der Konsumten, die Kopien besitzen, davon keine Original kaufen oder kaufen können.

      Diese Verluste sind virtueller Natur. Tatsächlich sind es Umsatzrückgänge, die weder durch strafrechtliche Intervention, Kopierschutz oder sei es dem Verbot des Verkaufs von Rohlingen verschwinden.

      • In Dubio schrieb am 20. Juni 2011 um 13:56 - Permalink

        Es ist völlig belanglos, ob und warum es wo Umsatzeinbrüche gegeben hat. Es geht darum, dass ein Bürger das selbstverständliche Recht hat, andere von der Nutzung dessen auszuschließen, was er selbst entwickelt oder bezahlt hat. Und wer sich darüber hinwegsetzt, ist ein Dieb. Punkt. Wir haben ein bürgerliches Recht ausgerichtet an Prinzipien. Jens Berger will es durch ein Recht der Moral ersetzen. Das hat noch immer in der Rechtsgeschichte in eine Diktatur geführt.

        • LordSnow schrieb am 20. Juni 2011 um 15:41 - Permalink

          dass ein Bürger das selbstverständliche Recht hat, andere von der Nutzung dessen auszuschließen, was er selbst entwickelt oder bezahlt hat.

          Zum Glück galt das noch nicht als das Rad erfunden wurde. ;)

        • André H. schrieb am 20. Juni 2011 um 15:58 - Permalink

          dass ein Bürger das selbstverständliche Recht hat, andere von der Nutzung dessen auszuschließen, was er selbst entwickelt oder bezahlt hat. Und wer sich darüber hinwegsetzt, ist ein Dieb

          Bist du Patentanwalt ?
          (Es muss doch Satire sein…)

    57. Herr Liebreiz schrieb am 20. Juni 2011 um 16:30 - Permalink

      In dubio, verzeih mir, aber das ist einfach Unsinn. Straf- und Zivilrecht IST IMMER das deutliche Spiegelbild herrschender Moral. Egal wo gerad geherrscht wird. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass das immer oder sogar immer noch der gesellschaftlichen Bewegung oder dem sozialen Hintergrund gerecht wird.

      Daher ist es ebenso Bestandteil einer Demokratie, Recht und Gesellschaft diskutieren zu dürfen, ohne dass man mit dem Strafgesetzbuch totgeschlagen wird.

      Man kann sich einer Diskussion nicht mit dem Verweis auf das Strafrecht behaupten.

      • In Dubio schrieb am 21. Juni 2011 um 12:44 - Permalink

        In dubio, verzeih mir, aber das ist einfach Unsinn. Straf- und Zivilrecht IST IMMER das deutliche Spiegelbild herrschender Moral.

        Bei Weitem nicht. Das Zivilrecht, kodifiziert im BGB, geschrieben 1900, setzt auf dem römischen Recht auf. Sie werden kaum behaupten wollen, vor 100 Jahren habe man die gleichen Moralvorstellungen wie die Römer gehabt. Das Steuerrecht ist durchsetzt mit Prinzipien (Leistungsfähigkeitsprinzip, Prinzip der nachlaufenden Besteuerung, Gleichmäßigkeit der Besteuerung etc.). Moralische Vorstellungen fließen ein, sie bestimmen nicht das Recht.

        Jens Berger will das offensichtlich umkehren. Schon anno 1900 wusste man, dass der Austausch von Gütern und Dienstleistungen auf Tauschbeziehungen beruht. Diesem ist ein extra Kapital (Schuldrecht) gewidmet. Ob der Tausch nun in Autos, Pflegeleistungen, sexuellen Dienstleistungen oder eben dem Anbieten von cineastischen Vergnügungen besteht, ist dabei einerlei. Die Abtrennung dieser von anderen Leistungen ist willkürlich.

        Zudem, warum sieht Stefan Sasse in der Verletzung des Urheberrechts einen Diebstahl, Jens Berger aber nicht? Die Unterscheidung ist reine Willkür und hat mit Recht nichts zu tun. Ich habe nicht gelesen, dass Sie Stefan Sasse widersprochen hätten.

        • LordSnow schrieb am 21. Juni 2011 um 13:13 - Permalink

          Ein Beispiel:
          Ich lege einen schönen Garten an, gebe dafür viel Geld aus und investiere auch viel Zeit und will gern irgendwie damit reich werden. Dann kommt jemand vorbeigelaufen und bleibt einfach stehen und schaut sich einfach so den Garten an. Daraufhin übe ich Druck auf die Politik aus, dass ein Gesetz geschaffen wird, dass jeder der bewusst an meinem Garten stehen bleibt, obwohl er auch weitergehen könnte, dafür zahlen muss oder ich ihn verklagen kann, schließlich habe ich in etwas Zeit und Geld investiert und möchte wenn sich andere daran erfreuen auch eine Gegenleistung.

          Nach deiner Logik würden wir bald so ein Recht haben, und noch viele Weitere, die das tägliche Leben immer weiter einschränken.

          Wenn es nach mir geht, jemanden der für Marktwirtschaft und gegen Überregulierung ist und nicht auf jeden hört, der nach dem Staat schreit, müsste derjenige der mit etwas Geld verdienen möchte, auch ein entsprechendes Geschäftskonzept (ohne staatliches Zutun) entwickeln, wofür die Leute auch freiwillig bezahlen wollen und das ohne sie in Massen (wie bei kino.to allein 4 Millionen Menschen) von Staatswegen zu kriminalisieren.

          Der Staat ist nicht dafür da planwirtschaftliche Modelle aufzustellen, vor allem dann nicht, wenn es auch problemlos ohne diese Regelungen geht. Das Motto sollte lauten so viel Staat wie unbedingt nötig, alles andere ist nichts weiter als ein Machtmissbrauch und entbehrt jeglicher Legitimation, weil es nur die Interessen einer Seite berücksichtigt und die der Mehrheit/ Allgemeinheit, sogar noch komplett ignoriert.

          • In Dubio schrieb am 21. Juni 2011 um 14:16 - Permalink

            Falsches Beispiel: ich kann eine Mauer hochziehen und wer draufstände, macht sich strafbar. Auch die Filmkonzerne haben eine Mauer gezogen, nur mit etwas krimineller Energie und Technik kann die Mauer überwunden werden.

            Auch wieder ein Blick ins BGB Sachenrecht: durch einen Diebstahl kann ein Käufer niemals Eigentümer einer Sache werden. Analoge Anwendung. Und an den Widerspruch zwischen zu Guttenberg und dem obigen Artikel wagt sich schon keiner, sonst würde deutlich, dass man sich einen Kehricht um Prinzipien schert. Ohne die geht es nur nicht.

            Unternehmen brauchen gar nichts, schon gar nicht Produkte so günstig anzubieten, dass sie sich jeder leisten kann. Und auch hier die Frage: wer soll bitte die 200-400 Millionen US-$ für den Film einbringen? Hollywood kann gerne für Low produzieren, nur möchte das dann keiner kopieren.

            • LordSnow schrieb am 21. Juni 2011 um 14:47 - Permalink

              Du haust da etwas grundlegend durcheinander. Wenn geistige Dinge unter Eigentum zählen würden, bräuchten wir gar kein Urheberrecht, dann würden nämlich auch die Rechte nicht einfach so 70 Jahre nach dem Tod enden können, denn das wäre ja eine Enteignung, ist es aber nicht.

              Und wegen der Sache mit dem Diebstahl, die ist auch komplett falsch, denn man nimmt niemand eine Sache weg, sondern durch das was man tut, entgehen, wenn überhaupt, dem Urheber(rechtsverwerter) mögliche Einnahmen, aber selbst das ist sehr fraglich. Deshalb wird man auch nie wegen Diebstahl oder Raub angeklagt oder abgemahnt, sondern wegen Verstoß gegen das Urheberrecht.

              Sprich alles was du schreibst ist durchgängig falsch. ;-)

              Davon abgesehen ist es für die Beurteilung, wie etwas sein sollte, nicht sonderlich zielführend ausschließlich die aktuelle Rechtslage anzuschauen.

              nur mit etwas krimineller Energie und Technik kann die Mauer überwunden werden.

              Um eine Datei zu kopieren brauche ich nicht alzu viel kriminelle Energie.

              wer soll bitte die 200-400 Millionen US-$ für den Film einbringen?

              Zum Beispiel ich, jemand der kopiert und trotzdem viel (zu viel) Geld für Kultur ausgibt. Irgendwelche Sonderrechte sind keine Voraussetzung dafür das Menschen Geld für etwas ausgeben, allein ihr Wille ist das was entscheidend ist, und wenn du ohne Urheberrecht Leistung nicht mehr honorieren würdest und von dir auf andere schließt, so wie ich es auch bei mir umgekehrt tue, dann solltest du vielleicht nochmal über deine eigene Einstellung nachdenken und überlegen, ob die nicht das zentrale Problem ist, statt Leute wie mich und mind. 4 Mio andere einfach ohne jegliche Notwendigkeit zu kriminalisieren.

            • In Dubio schrieb am 21. Juni 2011 um 16:48 - Permalink

              Bitte, wen hat zu Guttenberg verletzt, schließlich hat er nur kopiert, was frei verfügbar war? 1900 konnten sich die Autoren des BGB nicht vorstellen können, dass man das Eigentum eines anderen einfach kopieren könnte. Doch erkläre mal einem älteren Menschen ohne engen Bezug zum Internet und er wird das Diebstahl nennen.

              Die Internet-Gemeinde versucht sich ein eigenes Recht zu geben, das sich einfach über das Recht anderer hinwegsetzt. Ich habe schon für andere kleine Programme entwickelt, ich würde aber jedem an den Hals geht, der meint das jetzt einfach an andere weiter kopieren zu dürfen.

              Du stellst die Internet-Nutzer als Dösbaddel dar: Ausnahmslos jeder weiß, dass Hollywood-Filme, frei verfügbar ins Netz gestellt, Raubkopien sind. Ihre Nutzung basiert auf einer kriminellen Voraushandlung.

              Wem die 8 Euro Kinoeintritt zuviel sind und auch nicht 3 Monate warten möchte, soll gefälligst auf den Film verzichten. Oder zumindest nicht noch behaupten, das sei alles in Ordnung was er tue. Das tut jeder Kleinkriminelle.

    58. Bolle schrieb am 20. Juni 2011 um 17:34 - Permalink

      Herr Liebreiz, da haben Sie gut gebrüllt und einen guten Schlusspunkt gesetzt.
      Was soll das ganze Geschwaffel von Moral und Ethik, ausgerechnet der Musik- und Filmindustrie gegenüber?
      Meinetwegen sollen die “Moralapostel” sagen, ich klaue geistiges Eigentum… pffft, was solls.
      In selbigen Atemzug lassen sie Menschen für Hungerlöhne schuften und speckulieren mit Nahrungsmitteln. Wo ist da die Moral und Ethik?
      Solange es die Möglichkeit gibt, mir für lau ein paar Stunden Kurzweil (Alkohol ist gestrichen worden) in diesem beschissenen Land zu genehmigen, tue ich es.
      Das gejammere der Genannten geht mir gehörig am Arsch vorbei, solange sie noch Kohle für unanständig abartig hohe Gagen haben.

      Also last uns die nächste Sau durchs Dorf jagen… vieleicht mal ein Artikel, wie es möglich ist, das ein ganzes Land btw. der ganze Planet von mafiösen Verbrechern regiert und ausgeplündert werden kann.

    59. Bullerbürger schrieb am 21. Juni 2011 um 11:34 - Permalink

      Kultur und die armen Schüler die diesen ewig gleichen Medienmüll auch noch zahlen sollen. Ich fang gleich an zu weinen. Was dieser seltsame Journalist meint ist Konsum. Konsum von Filmen, Konsum von Musik, Konsum von Fernsehen Konsum von Theater (man ist ja schließlich “gebildet” aka abgerichtet) und – das wesentliche – Konsum seiner seltsamen Traktate. Eines schlechter als das andere und die innere Leere die ich bei meinen Zeitgenossen zu spüren glaube rührt meiner ebenfalls eher bescheidenen Meinung nach genau da her.

      Was diese ganze Medienkonsumsch…. mit Kultur zu tun haben könnte wissen nur die Götter. Die passive Haltung seiner Schäfchen und Schafe kommt aber auch und gerade einem professionellem Internettextbausteinersteller zupaß (unterstelle ich jetzt mal frech, ebenfalls das dies wie so vieles hier “subconscience” ist).

      Mit Kultur hat das so viel zu tun wie ein Sportwagen mit Potenz. Käufliche Ersatzbefriedigung von Totalverdummten. Wer moderne Unterhaltung -eine Art Seelenparkhaus- mit “Kultur” verwechselt verdient nur eines; mein Beileid.

      • André H. schrieb am 21. Juni 2011 um 12:01 - Permalink

        Die passive Haltung seiner Schäfchen und Schafe …

        Hast du die Kommentare überhaupt gelesen ?
        Zum Beispiel unter Nr. 45:
        “Und nun wird über jeden Müll – X-Men, CSI und was auch immer – debattiert, als ob es zum Allgemeinwissen gehörte…
        …lässt uns nun langsam aber sicher durch diesen Müll verblöden.”

        Nichts gegen Konsumkritik…. aber Deine war eher ein Rundumschlag.

    60. r_surfer schrieb am 21. Juni 2011 um 17:09 - Permalink

      Keine Moral ohne Doppelmoral: Kostenloses Kopieren auf der Userseite will die Contenindustrie verboten haben, wird moralisch als Diebstahl gebrandmarkt – eine einmalig hergestellte Ware beliebig oft zu kopieren, um damit jedesmal aufs Neue wieder Geld zu verdienen, ist hingegen moralisch unbedenklich. Gäbe es wirklich geistiges Eigentum, wäre Microsoft gar nicht millardenschwer.

      Aber in Wahrheit geht es natürlich nicht um Moral, sondern um Interessen. Die einen wollen kassieren, die anderen nicht zahlen. Ich mag mich da nicht einmischen, die Sache mit dem Eigentum ist so oder so absurd, aber dass ein Schüler 5 Euro spart, steht bei mir schon ein wenig höher im Kurs, als dass BMG 5 Euro weniger kassiert.

      Ansonsten kann ich den Eigentumskritiern hier nur zustimmen: Jemand macht eine nützliche Erfindung (also eher nicht X-Man 3) und dann darf man sie nur mit seinem Willen anwenden. Ja, geht’s noch?

    61. LordSnow schrieb am 21. Juni 2011 um 21:51 - Permalink

      Bitte, wen hat zu Guttenberg verletzt, schließlich hat er nur kopiert, was frei verfügbar war?

      Guttenberg hat nichts gestohlen oder geraubt sondern plagiatiert. Er hat eidesstattlich versichert er hätte sich das Kopierte selbst ausgedacht, sprich er wäre der Urheber.

      Das hat nun wiedermal überhaupt nichts mit kino.to zu tun, da haben die Betreiber nicht behauptet die Filme selber gedreht zu haben. Im Gegenteil haben sie die Urheber explizit aufgeführt, so dass dann auch unzählige Leute nachdem sie den Film dort geschaut haben, bei entsprechender Begeisterung im Laden die richtige DVD/Blueray gekauft und jedes Jahr mehr Geld in die Kassen der Produzenten gespühlt haben.

      Ich würde aus meinen Erfahrungen heraus jetzt sogar die These aufstellen, dass die Einhaltung des Urheberrechts dazu führen würde, dass solche Filme, wie sie jetzt entstehen nicht mehr gedreht werden könnten, weil man damit deutlich weniger Geld verdienen könnte, da die Verbreitung und die Gewinne wieder auf Vorinternetzeitalter zurückgehen würden. Das ist zwar Spekulation, aber eine die sich mal an der Realität und den tatsächlich messbaren Fakten orientiert.

      Also die Aussage, wer sich den Kinobesuch nicht leisten kann, sollte den Film abhaken, ist wenn man es genau unter die Lupe nimmt, eventuell sogar der Tod vieler teurer Kinofilme. Aber du bist bestimmt gern bereit dieses Risiko einzugehen nur damit deinem Rechtsverständnis, was sich am Willen der Industrie statt der Allgemeinheit orientiert, genüge getan ist?

      • In Dubio schrieb am 22. Juni 2011 um 07:16 - Permalink

        Guttenberg hat nicht Posten und Ruf verloren, weil er eine falsche Versicherung an Eides Statt abgegeben hätte. Das hat bisher niemand behauptet. Die Filmindustrie hat große Probleme, Blockbuster zu refinanzieren. Keines der Studios ist eine Gelddruckmaschine. Daher führt Dein Argument in die Irre, Raubkopien würden eher nützen – möglicherweise bei der Abschaffung solcher großen Projekte, sonst nicht.

        Schon heute baut die Industrie keine Stars mehr auf, doch ich persönlich will keine besseren Computerspiele sehen, sondern George Clooney und Marilyn Monroe (lebt die noch?). Und: es gibt kein naturgegebenes Recht, dass jemand etwas sehen oder sonst wie nutzen darf, wofür er nicht bezahlt hat. Das ist dem Staat vorbehalten und dafür sollen die Leute gefälligst Steuern zahlen.

    62. LordSnow schrieb am 22. Juni 2011 um 09:21 - Permalink

      Guttenberg hat nicht Posten und Ruf verloren, weil er eine falsche Versicherung an Eides Statt abgegeben hätte.

      Guttenberg wurde als Lügner und Betrüger entlarvt, und dass weil er unterschrieben hat an Eides Statt zu versichern, die Arbeit allein ohne fremde Hilfe angefertigt zu haben. Seine Posten hat er letztendlich freiwillig abgegeben, im Grunde wegen dem öfftl. Druck, weil man einem Betrüger nicht trauen kann. Außerdem zeigt es wie faul er tatsächlich bei ihm auferlegte Arbeiten zu Werke geht.

      Rechtlicht belangt wird er allerdings wegen dem Vorwurf des Plagiats. Du brauchst jedoch nicht jedesmal versuchen vom Thema abzulenken, denn es ging um staatliche Regelungen, wo Menschen kriminalisiert und auch veruteilt werden können. Warum jemand freiwillig seine Posten abgibt spielt dafür genau gar keine Rolle.

      Filmindustrie hat große Probleme, Blockbuster zu refinanzieren.

      Die Filmindustrie meldet Rekordumsätze, sie hat noch nie zuvor soviel eingenommen wie jetzt. Allein Avatar hat schon 2.8 Mrd eingespielt, ein Vielfaches von dem was die Produktion gekostet hat. Liest du manchmal (Nachrichten) oder beschränkst du dich auf’s schreiben?

      http://de.statista.com/statistik/faktenbuch/75/a/branche-industrie-markt/filmindustrie/filmwirtschaft/
      http://www.shortnews.de/id/525931/US-Filmindustrie-macht-Rekordumsatz
      http://forum.cinefacts.de/130333-filmwirtschaft-meldet-rekordumsaetze.html

      • In Dubio schrieb am 22. Juni 2011 um 12:39 - Permalink

        In beiden Fällen geht es um Urheberrechtsverletzung. Nur hat zu Guttenberg nicht mal theoretisch jemanden wirtschaftlich geschädigt. Zudem drängt sich der Vergleich auf, hat Stefan Sasse doch selbst dies als Diebstahl gebrandmarkt. Bitte lesen.

        Wieviele Avatars werden im Jahr produziert? Es soll tatsächlich mehr Filme geben, die ihr Geld nicht einspielen, das ist unternehmerisches Risiko, das eben durch Mischfinanzierung gedeckt wird. Dennoch wechseln die Studios heute bei kritischer Finanzlage oft den Besitzer, einfach Wirtschaftskräfte lesen.

        Noch ein Hinweis: Umsatz nicht gleich Gewinn!

    63. LordSnow schrieb am 22. Juni 2011 um 14:28 - Permalink

      In beiden Fällen geht es um Urheberrechtsverletzung. Nur hat zu Guttenberg nicht mal theoretisch jemanden wirtschaftlich geschädigt.

      Das spielt gar keine Rolle, obwohl man da auch entsprechendes konstruieren kann, aber ich gehöre ja nicht zu denen, die sich irgendwelche fiktiven Schäden ausdenken. Kannst ja mal die Urheberrechtsverwerter fragen und denjenigen, der jetzt gegen Gutti klagt, die sehen das nämlich anders und sind beim Erfinden von Schäden sehr kreativ, selbst wenn die realen Zahlen genau in die entgegengesetzte Richtung zeigen.

      Das Problem bei Guttenberg ist, dass er an Eides Statt versichert gelogen hat und deshalb unglaubwürdig ist und zurecht seinen Titel aberkannt bekommen hat, weil man für diesen eine definierte Leistung erbringen muss, die er eben nicht (selbst) erbracht hat.

      Aber um Guttenberg geht es auch überhaupt nicht, deshalb back to topic.

      Wieviele Avatars werden im Jahr produziert?

      Deutlich weniger als sich extrem gut verkaufen würden, schätze ich mal.

      Es soll tatsächlich mehr Filme geben, die ihr Geld nicht einspielen, das ist unternehmerisches Risiko, das eben durch Mischfinanzierung gedeckt wird.

      Und das klappt auch problemlos, alles andere ist frei erfunden, oder bringe entsprechende Fakten bei!

      Dennoch wechseln die Studios heute bei kritischer Finanzlage oft den Besitzer

      Das ist ein ganz normaler Vorgang. Jedoch brauchst du nicht erst zu argumentieren, dass solche Filme wie Avatar durch Privatkopien nicht mehr finanzierbar wären, was ich dir mit Fakten knallhart wiederlegt habe und dann mit irgendwelchen schwammigen Behauptungen kommen. So braucht man keine Diskussion führen.

      Umsatz nicht gleich Gewinn!

      Achwas :-)

      Dann lies nochmal was ich geschrieben habe:
      “Allein Avatar hat schon 2.8 Mrd eingespielt, ein Vielfaches von dem was die Produktion gekostet hat.”

      noch ein Hinweis von mir: Gewinn = Umsatz – Kosten ;-)

    64. Sicherheit schrieb am 23. Juni 2011 um 08:19 - Permalink

      Mit Kassettenrekorder in den 70ern im Radio mitgeschnitten – zum Glück wurde nicht eine ganze Generation von Jugendlichen dem Jugendrichter zugeführt…
      Jetzt ist es das Internet!

    65. Ralf | Kanaran Urlaub schrieb am 4. Juli 2011 um 18:47 - Permalink

      Das Gesezt ist das Gesezt, wenn du ein Auto willst, dan musst du sparen um es dir su kaufen, du stiehlst es nicht, und wenn du ein film sehen willst, dan gehst du ins kino oder du kaufst dir den DVD. …


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