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  • Hans-Werner Sinns unverantwortliche Panikmache

    geschrieben am 07. Juli 2011 von Spiegelfechter

    Für die BILD ist Hans-Werner Sinn „Deutschland klügster Wirtschafts-Professor“. Kritischere Beobachter, wie FTD-Kolumnist Thomas Fricke halten Sinn indes eher für einen „Rumpelökonomen“. Hans-Werner Sinn hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Griechenland lieber heute als morgen in den Staatsbankrott schicken und die Hellenen am liebsten aus der Eurozone werfen würde. Doch die Sinn´sche Radikallösung fand überraschenderweise abseits von BILD & Co keinen großen Anklang. Für Sinn scheint dies Grund genug zu sein, abermals nachzulegen und via BILD ein Schreckensszenario aufzubauen, das seinen Forderungen Nachdruck verleiht. Bei näherer Betrachtung erscheint Sinns Warnung vor einer „Gefährdung der deutschen Renten“ im Falle einer Fortführung der Rettungsprogramme jedoch reichlich abstrus.

    „TOP-ÖKONOM SINN WARNT – Griechen-Rettung gefährdet Renten!“, so titelte in dieser Woche die BILD-Zeitung. Unter der reißerischen Überschrift bleibt der eigentliche Artikel jedoch inhaltlich mau. Sinn lässt sich in BILD lediglich mit dem Satz „Was nach Griechenland und Portugal fließt, um dort den Lebensstandard aufrechtzuerhalten, geht zulasten des Lebensstandards der Deutschen“ zitieren, um dann schließlich ohne Überleitung zur steilen These zu kommen, „[dass] die deutschen Rentner werden zu den ersten Opfern der Rettungspakete gehören“. Leider erklären jedoch weder Hans-Werner Sinn noch die BILD oder der verlagsinterne Zweitverwerter WELT den Lesern, wie man denn zu einem solchen Schluss kommen kann. Das ist freilich verständlich, da ein solcher Schluss wahrlich in die Kategorie „Rumpelökonomie“ gehört.

    Die Rente ist sicher

    Die gesetzliche Rentenversicherung ist weder kapitalgedeckt noch steuerfinanziert, sondern ein sogenanntes Umlageverfahren. Die ausgezahlten Renten stammen nahezu komplett aus den von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im gleichen Zeitraum eingezahlten Versicherungsbeiträgen. Der Staat zahlt lediglich einen – zu geringen – Bundeszuschuss, der die versicherungsfremden Leistungen der Rentenversicherung ausgleichen soll. Wenn Sinn also davor warnt, dass die Griechenland-Rettung, die bei näherer Betrachtung ohnehin eher eine Rettung der Gläubigerbanken ist, die „Renten gefährdet“, so kann dies ja nur heißen, dass die Beitragszahlungen in die Rentenversicherung durch die Garantien der Bundesregierung gefährdet werden. Da stellt sich jedoch unweigerlich die Frage, wie sich Hans-Werner Sinn ein solches Szenario konkret vorstellt, schließlich prognostiziert er selbst doch einen phantastischen Aufschwung.

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    158 Kommentare Print This Post
    Für die BILD ist Hans-Werner Sinn „Deutschland klügster Wirtschafts-Professor“. Kritischere Beobachter, wie FTD-Kolumnist Thomas Fricke halten Sinn indes eher für einen „Rumpelökonomen“. Hans-Werner Sinn hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Griechenland lieber heute als morgen in den Staatsbankrott schicken und die Hellenen am liebsten aus der Eurozone werfen würde. Doch die Sinn´sche ...
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    158 Kommentare:

    1. Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 12:10 - Permalink

      in einem bin ich mit Herrn Sinn völlig einig: Griechenlad sollte Insolvenz anmelden.
      Und bitte auch Spanien, Portugal und Irland. Das ist wohl der einzig Weg das internationale Casino unserer Bankster auffliegen zu lassen.
      Und danach hoffe ich auf eine Sinn-lose Zeit. Ich bin müde mir solches Flachschwätzertum weiter an zu tun.
      Auf den Absturz !

      • Katharina schrieb am 7. Juli 2011 at 17:06 - Permalink

        @Julius Census

        Ihrer Meinung kann ich nur zustimmen. Wohin die Privatisierung von Volksvermögen führt, sahen wir alle in vielen Beispielen in DE. Ich hatte insgeheim auf den in Aussicht gestellten Putsch des griechischen Militärs gewartet, das die Annahme des Rettungsschirms nicht wollte. Andere Länder kommen aus jedem Staatsbankrott gestärkt hervor – Island, Argentinien, Brasilien etc.

        Der griechische Staatsbankrott und die Rückkehr zur Drachme hätte den Griechen gut getan. Jetzt verscherbeln sie für Spottpreise ihr Tafelsilber.

        • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 19:51 - Permalink

          Jetzt verscherbeln sie für Spottpreise ihr Tafelsilber.

          Ist doch der “Sinn” und auch der “Schäuble” dahinter …

        • Bastl schrieb am 8. Juli 2011 at 11:21 - Permalink

          Der griechische Staatsbankrott und die Rückkehr zur Drachme hätte den Griechen gut getan.

          Und wer hätte auf dem Weltmarkt die Drachme haben wollen? Ich glaube nicht das Griechenland mit dieser Währung irgendwas erreicht hätte. Das machts ja so problematisch.

          Kann mal jemand bitte skizzieren wie so ein Ausstieg funktionieren würde? Da fehlt mir einfach die Wissensgrundlage. So wie ich mir das vorstelle würde man ja erstmal am Weltmarkt kein Geld bekommen. Man ist aber ja zu einem Teil auf das Ausland angewiesen was den Geldfluss angeht (Import/Export).

          Jetzt verscherbeln sie für Spottpreise ihr Tafelsilber.

          Das finde ich auch einfach schrecklich. Als ob es nicht schon genug Beispiele dafür gibt das dadurch fast nur Nachteile entstehen. Die Nachdenkseiten hatten das ja auch vor kurzem in ihrer “Kurzmitteilung” aufgegriffen.

        • Schierke-Nee-Sama schrieb am 9. Juli 2011 at 04:31 - Permalink

          Das ist doch ebenfalls nur Dogmatismus hier ?
          Die Staatsunternehmen Griechenlands waren mit ihren absurden Löhnen und Renten nicht haltbar und weit genug vom Median des Durschnittsgriechen entfernt. Sie zu verkaufen ist sicher richtiger als so weiterzumachen wie bisher.

    2. Weintraube schrieb am 7. Juli 2011 at 12:19 - Permalink

      Also eins steht für mich fest: Geld, das nach Griechenland fließt, fehlt anschließend Deutschland (und einigen anderen EU-Staaten).

      • Ich troete mit schrieb am 7. Juli 2011 at 12:35 - Permalink

        tja es fehlt vor allem den Deutchen Banken, die dann nicht in dem gleichen Masse im CASINO mitzocken koennen…von daher ist die weitere Unterstuetzung Griechenlands schon sinnvoll, nur nicht in der derzeitigen Form, sondern ueber einen EURO Bond, der den Griechen nicht nur niedrige, sondern vor allem auch planbare Zinszahlungen ermoeglicht.

        • TheRebel schrieb am 7. Juli 2011 at 18:43 - Permalink

          So ein quark, den Banken fehlt dann überhaupt kein Geld, die verdienen dann noch an den Geldtransfers und Schuldenmachen. Bitte vorher mal informieren wie das Geld leihen funktioniert. Wirklicher Verlust an Geld würde die Staatsbankpleite bedeuten. Problem ist das diese im Chaos für alle Geldgeber endet weil es kein Gesetz und damit geregelten Ablauf dafür gibt. Dennoch wäre es wohl die einzige Lösung und wird wohl ohnehin passieren.

    3. Count Krey schrieb am 7. Juli 2011 at 12:39 - Permalink

      Schon wieder mein alter Freund Herr Sinn, den Typen kann ich mir echt nicht mehr antun,…

      • P@trick schrieb am 7. Juli 2011 at 15:44 - Permalink

        Jaja Deutschland und seine Ökonomen…

        Wenn da schon ” Top-Ökonom ” im Titel steht, kannste nur noch wegrennen.

    4. André H. schrieb am 7. Juli 2011 at 12:49 - Permalink

      “Von IWF-Präsident Dominique Strauss-Kahn wurde eine stärkere Überwachung der Mitgliedsstaaten gefordert, gepaart mit Instrumenten, um Transfers zwischen den Euro-Staaten organisieren zu können.[68]
      Es wurde auch die Ausgabe von sogenannten Euro-Bonds diskutiert, also Staatsanleihen mit gemeinschaftlicher Haftung, mit denen insbesondere für überschuldete Mitgliedstaaten ein besserer und günstigerer Zugang zum Kreditmarkt geschaffen werden wollte. Größere und finanziell stabilere Staaten wie Deutschland und Frankreich, ohne deren Mitwirkung bei der Haftung ein solches Konzept kaum Sinn machen würde, waren jedoch damit nicht einverstanden.”
      (Wikipedia)

      Die Einen wollen eine Transferunion, andere einen Bankrott Griechenlands: zwei Glaubensrichtungen mit unterschiedlichen Interessen (siehe matt_us)
      Die Schweiz mit ihrer föderalen Struktur kennt diesen Transferausgleich auch. Und die Gründer der EU beabsichtigten ja ein solch einheitliches Gebilde. Die Reicheren werden halt nun ärmer und die Ärmeren ein bisschen weniger arm. Welche Alternative haben “wir” ? Krieg!

    5. R_Winter schrieb am 7. Juli 2011 at 12:53 - Permalink

      Griechenland ist pleite und es nur noch eine Frage “wie sage ich es meinem Kind” – sprich: dem Bürger und wie wird die Pleite – direkt oder indirekt – abgewickelt.

      Die Schlussfolgerung der (Un)Sinn-Äußerungen……..
      “…….Diese gezielt gestreute Desinformation dient in diesem Falle der Stimmungsmache für weitere neoliberale Sparprogramme zu Lasten der ärmsten der Armen…..”

      hat Methode und dient nicht einer möglichen (und sehr unwahrscheinlichen) Einschränkung der Staatsmittel zur GRV, sondern dient als Keule “sichert euch privat ab”.

    6. gerhardq schrieb am 7. Juli 2011 at 12:59 - Permalink

      Der Herr (Un)Sinn beweist immer wieder, daß er kein tieferes Verständnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge hat. Was er macht, ist Pseudowissenschaft auf Stammtischniveau.
      Das Ganze ist doch mal wieder ein Angriff auf den gesetzliche Rentenversicherung. Seit Jahren sind es die Typen wie Sinn, Raffelhüschen, Riester, Rürupp, die in Zusammenarbeit mit den neoliberalen Medien wie Bild, Welt, etc., unsere umlagefinanzierte Rentenversicherung versuchen sturmreif zu schießen. Diese Typen denken nur an die Vorteile ihrer Sponsoren, bedenken aber nicht die volkswirtschaftlichen Dimensionen. Die umlagefinanzierte Sozialversicherung ist eine der sichersten Formen einer sozialen Sicherung die vorstellbar ist. Bei ihr sind die Beiträge abhängig vom wirtschaftlichen Wohlergehen der Einzahler, zur Zeit Arbeitgeber und Arbeitnehmern und der Bund. Aber, und da hatte Norbert Blühm Recht, die Renten sind sicher. Nur ist ihre Höhe nicht unbedingt garantiert. Die umlagefinanzierte Rentenversicherung hat zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Währungsreformen erfolgreich überstanden. Und trotz des hohen Blutzolls der Einzahler während der Kriege konnte sie ihren Aufgaben nachkommen. Also wird sie auch die Finanzkrisen mit hoher Wahrscheinlichkeit gut überstehen. Daher sind die Aussagen des Herrn (Un)Sinn im Grunde Blödsinn und man sollte sich wirklich fragen, was er wirklich damit beabsichtigt.

      Natürlich geht es bei der Griechenlandrettung fast ausschließlich um den Erhalt der Finanzwirtschaft, nur sehe ich zur Zeit keine Alternative dazu. Die Folgen, die auftreten können, wenn Griechenland wirklich zahlungsunfähig wird, wären für Europa katastrophal. Und zwar vor allem deswegen, weil dann im Dominoeffekt andere europäische Staaten hinterherrutschen würden, angefangen bei Irland über Portugal, Spanien bis hin zu Deutschland und Frankreich. Auch Deutschland ist hochverschuldet und wenn international der Daumen gesenkt wird, bekommt auch unsere Regierung Probleme. Mit Griechenland und Irland haben wir im Grunde zwei Testkandidaten für erfolgreiches Wetten gegen Länder.

      Eines der wenigen Mittel, die wirklich erst einmal helfen würden, wären Eurobonds, also Anleihen Europas. Für Deutschland wäre das zur Zeit nicht so gut, da wir zur Zeit sehr niedrige Zinsen zahlen. Die Eurobonds wären wahrscheinlich etwas teurer. Für Länder wie Griechenland wäre es von Vorteil, da sie so ihre erhebliche Zinslast effektiv senken könnten. Ein anderer Weg wäre das Ausschalten der Privatbanken bei der Plazierung europäischer Anleihen und der Kreditvergabe. Wenn die Länder sich Geld direkt bei der EZB holen könnten, wären den meisten schon geholfen. Außerdem könnte man so die Empfehlungen der Ratingagenturen getrost in den Orkus kippen – wo sie eigentlich auch hingehören. Denn niemand soll einem Kreditgeber die Aufgabe abnehmen, sich von der Bonität seines Kunden selbst zu überzeugen.

      • Degnaphta schrieb am 7. Juli 2011 at 21:47 - Permalink

        Das von dir gelobte Rentensystem ist ein totes Pferd. Das ist seit ca den 70ern bekannt.
        Blüms Auftritt war reine Propaganda. Wer drauf steht…

        Sämtliche Sozialsysteme tragen nur zur Verwirrung bei. Und zur Freistellung der ‘Leistungsträger’ von Gemeinschaftsaufgaben. Sie (die Sozialsysteme) müßten eingestampft und durch steuerliche Regelungen ersetzt werden.
        Dann könnte der Dumpfmichel vielleicht endlich mal den Unterschied zwischen Nutto und Bretto kapieren und müßte sich nicht auf diesem Wege zusätzlich barbieren lassen.

        Daß sämtliche Ansätze (Rürup&Co), mit privatisierten Lösungen ans Ziel zu kommen, nur den Geldsäcken in die gierigen Griffel spielt, sollte klar sein.

        Eurobond schieben nur etwas auf. Danach käme der Terra-Bond, der aber ebenfalls an der exponentiellen Kraft des Zinseszinses verrecken wird.
        Um den ganzen Dreck am Leben zu erhalten, sterben allerdings mehrere Menschen pro Minute.
        Also Reformbedarf ist da.

      • Bruder Johannes schrieb am 8. Juli 2011 at 09:58 - Permalink

        Der Herr (Un)Sinn beweist immer wieder, daß er kein tieferes Verständnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge hat. Was er macht, ist Pseudowissenschaft auf Stammtischniveau.

        Solange es das Ifo-Institut gibt, wundere ich mich, wieso man auf einem solchen Niveau überhaupt eine öffentliche Plattform bekommt. Es spricht halt auch nicht für die Qualität unserer Journalisten, dass sie das Ifo-Institut seit Jahren mit Veröffentlichungen würdigen.

        • Degnaphta schrieb am 9. Juli 2011 at 09:02 - Permalink

          “Unsere Journalisten” ist bereits eine sehr optimistische Formulierung.
          Offiziell geht Demokratie ja nicht ohne “eine freie Medienlandschaft”, soll diese doch mit klar umrissenem Auftrag eine ‘inoffizielle’ Säule des Systems sein.

          Jetzt wird der Murdoch gerade als Einzeltäter durch die gewohnheitsmäßig desinformierenden Nachrichtensendungen gereicht.
          Daß wir hierzulande eine Frau Springer oder eine Familie Mohn haben, wurde nicht einmal erwähnt.

          Sogar über den Spiegelfechter habe ich bereits gelesen, daß er ein gekaufter Lump sein soll. Fand ich spontan lustig, aber letztendlich bleibt es eine Glaubenssache.
          Zumal Käuflichkeit ja nur ein ‘Zugang’ von außen darstellt. Der wesentlich Freizügigere wird jedoch von Erpressbarkeit gebildet, jedenfalls nach meiner Erfahrung.

          Sinn&Hüther sind die wahrscheinlich bekannteste Doppelspitze aus wissenschaftlicher und journalistischer Verkommenheit.
          Doch ohne umfassendes Grundrecht auf Demokratie brauchen wir uns über derlei Auswüchse eigentlich keine Gedanken zu machen. Das regeln sowieso Andere für uns.

    7. Oliver schrieb am 7. Juli 2011 at 13:15 - Permalink

      Ich frage mich ja immer noch, wann ein anderer nicht so kluger „Wirtschaftsprofessor“ kommt und uns erzählt, dass ein Schuldenschnitt die private Rente belasten wird. Dieser Zusammenhang wäre wenigstens noch logisch zu erklären.

      Allerdings muss ich dem Herrn bedingt Recht geben. Ein Schuldenschnitt (mit richtiger Beteiligung der Banken) wäre besser für Europa und Griechenland gewesen. Aber dass unsere Politnasen nicht rechnen können, zeigt sich ja wieder an der Debatte um Steuer-/Sozialversicherungssenkungen.

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 15:03 - Permalink

        Allerdings muss ich dem Herrn bedingt Recht geben. Ein Schuldenschnitt (mit richtiger Beteiligung der Banken) wäre besser für Europa und Griechenland gewesen.

        Diese Aussage ist ja nun nicht originär von Sinn – auch ich war immer dafür, den Schuldenschnitt so früh wie möglich zu vollziehen.

    8. Gekis schrieb am 7. Juli 2011 at 13:22 - Permalink

      Mr. DAX findet klare Worte.
      Ab Minute 4:00 spricht, Dirk Müller, genau das aus,
      was der gemeine Bankster und ihre gekauften Politclowns immer noch leugnen.

      http://youtu.be/y3gFOxeBZMA

      • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 14:22 - Permalink

        was Dirk Müller vergisst oder verschweigt aber sich gut aus dem Gesagen ableiten lässt:
        Ein Wachstum in der Finanzbranche bedeutet immer das neue Schulden generiert werden müssen. Expotentielles Wachstum entsprechend expotentielle Schulden. Wer also, wie Miss Piggy Merkel, auf Wachstum pocht und damit in 1. Linie die Deutsche Bank meint, treibt sein Volk und ganz Europa in die Schulden. Da die Selbe Dame gelichzeitig Sparprogramme fordert, sollte klar sein das Sie entweder keine Ahnung von Geld hat oder schlichtweg ein Mietmaul ist. Beides ein Grund sie schleunigst los zu werden.

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 14:34 - Permalink

        Bis zur 04:00 Minute ist das IV recht flockig, obgleich Müller natürlich verschweigt, welche soziale Sprengkraft eine Rückkehr zur Drachme hätte. Mit seinem exponentiellen Wachstum der Schulden und der Guthaben liegt er jedoch meilenweit daneben, wie u.a. auch das Beispiel Griechenland zeigt. Der Ausfall von Krediten ist ein elementarer Bestandteil des Kreditsystems.

        • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 14:48 - Permalink

          Der Ausfall von Krediten ist ein elementarer Bestandteil des Kreditsystems.

          nu bin isch aber Ratlos … Das Kreditsystem lebt davon das die Kredite ausfallen ??? Mach mir mal bitte den Erklärbär ..

          • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 15:08 - Permalink

            Es “lebt” nicht davon, die Ausfälle gehören jedoch elementar dazu. Was ist denn der Zins? Er ist einerseits eine Inflationsabsicherung, andererseits aber auch eine Risikoabsicherung. Je riskanter ein Kredit, desto höher der Zins. Dabei ist es natürlich zwingend notwendig, dass Kredite auch ausfallen. Ansonsten würde ein Einheitszins ausreichen, da es kein Risiko gibt.

          • schwitzig schrieb am 7. Juli 2011 at 15:15 - Permalink

            Das Kreditsystem lebt davon das die Kredite ausfallen ???

            Deswegen gibt es Zinsen. Quasi als Risikoaufschlag. Ideal wäre das System, wenn die Banken mit den Zinsen bei +/- herauskämen – dann gäbe es auch keine Systemimmanente Umverteilung von Unten nach Oben. In der Praxis war das nie so, da Kreditgeber Gewinne erzielen, weshalb ein derartiger Kapitalismus zwangsläufig in eine Produktivitätskrise laufen und via Krieg und Produktionsmittel/Menschen-Reduktion zyklisch neu gestartet werden muss.

            • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 15:21 - Permalink

              Deswegen gibt es Zinsen. Quasi als Risikoaufschlag. Ideal wäre das System, wenn die Banken mit den Zinsen bei +/- herauskämen – dann gäbe es auch keine Systemimmanente Umverteilung von Unten nach Oben.

              Sehr richtig. Beim Sparkassensystem ist das übrigens so.

              In der Praxis war das nie so, da Kreditgeber Gewinne erzielen, weshalb ein derartiger Kapitalismus zwangsläufig in eine Produktivitätskrise laufen und via Krieg und Produktionsmittel/Menschen-Reduktion zyklisch neu gestartet werden muss.

              Mit “Produktion” hat das m.E. gar nichts zu tun. Eine Alternative zum Krieg ist es übrigens, die Banken pleite gehen zu lassen ;-)

            • schwitzig schrieb am 7. Juli 2011 at 15:28 - Permalink

              Mit “Produktion” hat das m.E. gar nichts zu tun.

              Produktivitätsreduktion mischt die Karten neu, so dass neue Investitionen möglich sind. Unser “Wirtschaftswunder” hat nach dem 2ten Weltkrieg z.B. davon profitiert.

              Eine Alternative zum Krieg ist es übrigens, die Banken pleite gehen zu lassen ;-)

              Hey – TINA! Wir sind hier in Merkelhausen :-).

            • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 15:47 - Permalink

              Eine Alternative zum Krieg ist es übrigens, die Banken pleite gehen zu lassen ;-)

              Sag ich doch !
              Lasst die Banken platzen !
              Bin dafür !
              Wer noch ?

            • André H. schrieb am 7. Juli 2011 at 15:52 - Permalink

              @Julius Census
              Ich glaube du irrst dich.
              Die Banken (resp. die, denen die Banken gehören) entscheiden, ob und wann es Krieg gibt.

            • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 17:07 - Permalink

              @André H.: Mit der Haltung gibst Du dich doch schon auf. auch wenn im Moment “die Banken” entscheiden soll das mich als Bürger aber nicht davon abhalten mich als “Souverän” zu fühlen und den Banken eins auf die Finger geben wenn Sie mal wieder mir ins’ Portmonai langen oder mich gar in den Krieg schicken wollen. Da gehe ich mit den Neoliberalen Hardliner sogar auf Kuschelkurs und sage: Wer misswirtschaftet ist selbst dran schuld und darf sich nicht wundern wenn er pleite macht. Das gilt auch für Banken !

            • Vogel schrieb am 8. Juli 2011 at 10:48 - Permalink

              @Jens

              Eine Alternative zum Krieg ist es übrigens, die Banken pleite gehen zu lassen ;-)

              Sehr gut – und die Wirkung auf Stammtische und die breite Bevölkerung iss auch die gleiche, gelle? ;-|

        • spider schrieb am 7. Juli 2011 at 18:25 - Permalink

          Bis zur 04:00 Minute ist das IV recht flockig, obgleich Müller natürlich verschweigt, welche soziale Sprengkraft eine Rückkehr zur Drachme hätte.

          Allerdings. Griechenland kann nicht zur Drachme zurück, solange die Schulden in Euro zu bezahlen wären. Die Währung würde sofort inflationieren, die Schuldlast bliebe aber die alte. Nicht die südlichen Länder müssen den Euro verlassen, sondern die Länder mit den Exportüberschüssen. Das willst Du aber auch nicht, unklar ist mir warum, mir blieb nur Deine vage Angst vor den “deutschen Eliten” in Erinnerung. Die konkrete Begrünung bleibt für mich jedoch unklar.

          Ich muss aber auch leider wieder Kritik üben:
          Auch wenn es generell fraglich ist, warum irgendjemand Sinn überhaupt noch zuhören sollte, so gibt es keinen rationalen Grund sich auf die Linie “einmal bad guy, immer bad guy” zu versteifen. Sinn hat hier eine 180-Grad-Wendung vollzogen. Einst gehörte er zu den grössten Befürwortern des Euro, und nun änderte er seine Meinung. Und zufällig hat er nun recht. Der “Euro-Rettungsschirm” ist tatsächlich eine ernsthafte Gefahr für unseren Lebensstandard. Der deutsche Staat ist ebenfalls hoffnungslos überschuldet, und wir holen uns die Probleme Griechenlands. Das es längerfristig Rentenkürzungen (und etliche Kürzungen mehr) geben müssen würde, sollte Dir doch eigentlich klar sein. Das als Panikmache abzutun finde ich noch viel unverantwortlicher.

          • Vogel schrieb am 8. Juli 2011 at 11:45 - Permalink

            Der “Euro-Rettungsschirm” ist tatsächlich eine ernsthafte Gefahr für unseren Lebensstandard.

            Nur so’n Gedanke: Vielleicht isses genau anners ‘rum? ;-) Unser Lebensstandard – unser Exportüberschuss und unser ‘”american”way of Life’ – eine Gefahr für die anderen?

            • André H. schrieb am 8. Juli 2011 at 11:58 - Permalink

              Hallo Vogel,
              Jetzt bin ich aber ganz positiv überrascht!
              Mit paar wenigen Worten die Ursachen des Übels auf den Punkt gebracht.
              (ich war dir halt ein guter Lehrer…)

            • Vogel schrieb am 8. Juli 2011 at 12:49 - Permalink

              @Andre egü :-)
              Du Scherzkeksli *g*

            • spider schrieb am 8. Juli 2011 at 17:22 - Permalink

              Nur so’n Gedanke: Vielleicht isses genau anners ‘rum? ;-) Unser Lebensstandard – unser Exportüberschuss und unser ‘”american”way of Life’ – eine Gefahr für die anderen?

              Vielleicht sollte ich im Stile der katholischen Kirche Ablassbriefe verkaufen. Für 20 % Deines Einkommens könntest Du Dich von der Kollektivschuld freikaufen, und dann geht es Dir bestimmt besser :-)

      • M. Boettcher schrieb am 7. Juli 2011 at 15:25 - Permalink

        Jede Äußerung, auch die von Müller, zeigt nur wenige Seiten des Ganzen. Richtig ist immerhin, dass immer die Mehrzahl der Bürger eines Landes für Fehlspekulationen bezahlt hat und bezahlen wird, nie die, die Verursacher von sogn. Schieflagen sind. Das reflektiert nicht mehr als die realen, seit Jahrhundrten fast unveränderten Machtverhältnissse. Richtig ist auch, dass die ungleiche Verteilung der Vermögen in Deutschland zunimmt. Das ist politisch gewollt, jedenfalls was die gängige Politik in der BRD und Europa angeht. Unsinnig ist aber Müllers Kaprizierung auf ein “Geschäftsmodell”, das Griechenland seiner Meinung nach nicht habe. Da stellt sich sofort die Frage: welches Land hat ein Geschäftsmodell und über welches Geschäftsmodell verfügt die BRD? Etwa den des forcierten Waffenexports? Oder etwa das perfekte ausbluten der arbeitenden Bevölkerung durch jahrzehntelangen Lohnverzicht, Hartz IV und anderen “Segnungen” neoliberaler Politik um vor allem Exporte zu fördern? Das des leichten Steuerbetrugs, der Verseuchung der Umwelt, der Verblödung durch Privatsender und BILD? Oder der weiteren Jagd nach dem “Titel” des sogn. Exportweltmeisters? Das ist nämlich ein großer Teil des Problems. Wer mehr exportiert als er importiert, der liefert anderen Ländern auf Kredit. Den und die Zinsen könnte der andere nur mit stärkeren Warenlieferungen bedienen, die Deutschland aber nicht abnehmen will, weil man ja Exportweltmeister bleiben will. Und damit zum nächsten Punkt von Müller. Der da meint, Griechenland benötigt eine eigene Währung, die einen, der Wirtschaftkraft angemessen (niedrigen) Wert haben müsste. Ja, natürlich, die Drachme ist wieder da. Wer kennt sie nicht? Ebenso aber müsste Deutschland eine eigene, der hohen Wirtschaftsleistung angemessene Währung – Neumark – haben, die in diesen Zeiten und angesichts des Exportüberschusses gegenüber allen europäischen und anderen Währungen vermutlich stark aufgewertet werden würde. Ich war nie ein Freund des Euro, u. a. weil man sich dieses Mittel der Regulierung beraubte. Der Preis, den Europa dafür bezahlen muss, dass es vor allem ein Europa internationaler Konzerne und nicht eine politische udn kulturelle Einheit der Bürger ist, ist hoch. M. E. zu hoch.

        • André H. schrieb am 7. Juli 2011 at 15:34 - Permalink

          Den (Anm. Kredit) und die Zinsen könnte der andere nur mit stärkeren Warenlieferungen bedienen, die Deutschland aber nicht abnehmen will, weil man ja Exportweltmeister bleiben will.

          Diesen “Award” zu halten bedeutet auch, schwächeren Ländern – wie Griechenland zum Beispiel – finanziell unter die Arme zu greifen.

          Bezüglich einer stark aufzuwertender Neumark merke ich an, dass wir hier in der Schweiz täglich zu lesen bekommen, wie stark die exportorientierte Maschinenindustrie unter dem starken Franken zu leiden habe. Und dass die Schweiz somit der EU und dem Euro beitreten sollte.

          • M. Boettcher schrieb am 7. Juli 2011 at 16:11 - Permalink

            Nein. Dieser “Award” bedeutet ständiges Ungleichgewicht in den Handelsbeziehungen, wird zu Lasten der Importländer und der Löhne in Deutschland erzeugt und führt dazu, dass die schwächeren Länder erst die Schulden haben, die dann uneinbringlich werden. Was die aufgewerte “Neumark” betrifft: genau darum geht es. Was in einem System mit gleicher Währung nicht funktioniert, nämlich übergroßer Exportstärke wenigstens teilweise die Zähne zu ziehen, liess sich früher durch eine Neubewertung der Wechselkurse erreichen. Wenn die Schweiz dem System des Euro betreten würde, so entspräche das dem Versuch den eigenen Export durch eine, angesichts der Leistungsfähigkeit, ungerechtfertigte und mit dem Franken natürlich aussichtslose Abwertung zu stärken. Wenn die Schweiz natürlich so wie Deutschland die eigenen Sozialsysteme und andere europäische Volkswirtschaften ruinieren will, nur zu. Ob man in der EU allerdings noch das Nummernkonto haben kann und ob das diskrete Geschäft dann noch etwas abwerfen wird, halte ich für fraglich.

    9. Benedikt schrieb am 7. Juli 2011 at 13:33 - Permalink

      Sinn hat mit seiner Prognose recht, die Griechenlandkrise gefährdet die Deutschen Renten. Dies kann man allerding nicht mehr verhindern. Die Banken und die EZB werden die Kosten letzlich auf die Steuerzahler verteilen. Es wird es wohl 2013 zu einen Schuldenschnitt kommen, das heist der Bund (KFW, HRE Bad Banks, EFSF) muss seine Forderungen abschreiben, und für den Ausfall neue Schulden aufnehmen. Das Geld für die Zinsen, kann halt nicht für die Bürger ausgegeben werden. Die Rentenkasse ist schon lange nicht mehr eigenständig. Aus der Rentenkasse werden Versicherungsfremde Leistungen bezahlt. Der größte Haushaltsposten ist auch der Zuschuss zu Rentenversicherung. Wenn der Bund knapp bei Kasse ist, wird man den Rentner wohl keine großen Rentensteigerungen gönnen.

      Zumal Herrn Schäuble das Wohlergehen der Banken mehr am Herzen liegt, wie das Wohlergehen des Eckrentners.

      • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 14:27 - Permalink

        Nur zur Info: “Un-Sinn” ist einer der erfolgreichsten Vericherungsvertreter Deutschlands. Genau wie Rührup, Riester, Marschmeier. Und genau in diesen Topf gehört er auch.
        Man tut gut daran solchen fahrenden “Händlern” nicht die Tür auf zu machen.

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 14:35 - Permalink

        Sinn hat mit seiner Prognose recht, die Griechenlandkrise gefährdet die Deutschen Renten.

        Besitzt Du auch die Freundlichkeit uns zu erklären, warum das so sein soll?

        • spider schrieb am 7. Juli 2011 at 18:45 - Permalink

          Besitzt Du auch die Freundlichkeit uns zu erklären, warum das so sein soll?

          Mensch, Jens. Ist doch nicht zu fassen. Fakt ist doch:
          Griechenland, Portugal etc. sind ein Fass ohne Boden, wir werden das Geld zum grössten Teil nie wieder sehen, und der deutsche Staat hat das Geld für all das selbst nicht, er muss es sich leihen. Wir werden von unseren Politikern somit zwangsverschuldet. Unsere Verschuldung steigt so rasant wie nie zuvor, und auch wir haben den wachsenden Zinsdienst zu bedienen. Das kann ohne gravierende Einschnitte wie bspw. im Sozialbereich längerfristig somit nicht funktionieren, denn entweder stoppen wir weitere Neuverschuldung, oder wir gehen ebenfalls pleite. Oder glaubst Du etwa daran, dass man sich an die Kürzung der 160 Milliarden Subventionen pro Jahr zuerst herantrauen würde? Ich glaube das nicht.

          Es ist so einfach und klar, dass es eigentlich ein Sechsjähriger verstehen müsste. Du aber nicht. Wieso?

          • gerhardq schrieb am 7. Juli 2011 at 20:15 - Permalink

            Griechenland, Portugal, Irland hätten keine Schulden, wenn ihnen die Exportnationen keine Kredite für Waren gegeben hätten. Oder anders ausgedrückt, unser Wohlstand ist die Armut dieser Länder. Merkel z.B. hatte bei den Griechen immer wieder ein oder zwei Augen zugedrückt, um sich deren Unterstützung in der EU zu sichern. Wie Flassbeck immer sagt, Volkswirtschaftslehre ist keine Betriebswirtschaftslehre. Die Volkswirtschaften dieser Welt sind alle miteinander verflochten und voneinander abhängig, das nennt sich Globalisierung.

            Desweiteren geben wir Kredite, die wir uns gut verzinsen lassen. Unser Schäuble verdient ein erkleckliches Sümmchen an der Not der europäischen Peripherieländer.

            Wenn Deutschland vernünftig und ein guter Nachbar wäre, würden wir massiv in Griechenland, Portugal, Irland, etc. investieren, um deren Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Wir könnten ihnen helfen, das Steuer(un)wesen zu reformieren. Und wir könnten ihnen Waren abnehmen.

            • spider schrieb am 7. Juli 2011 at 20:47 - Permalink

              Griechenland, Portugal, Irland hätten keine Schulden, wenn ihnen die Exportnationen keine Kredite für Waren gegeben hätten.

              Wer ist hier die “Exportnation”? Ich? Du? Wir beide?
              Ich habe niemandem Kredite für Waren gegeben, noch bin ich für die Einführung des Euro verantwortlich, die uns als politische Entscheidung all das eingebrockt hat. (Ich hätte dagegen gestimmt.)

              Also hör auf hier anderen Menschen, die frei leben wollen, eine Kollektiv-Verantwortung überzustülpen, weil sie sie nicht haben. Dein gesamtes Gedankengebäude ist ein ideologisches Konstrukt der Verschleierung, nicht viel mehr. Denn es lebt von unzulässigen und grotesken Verallgemeinerungen: Nicht “Exportnationen” haben Kredite gegeben, sondern die Banken, und damit habe ich nichts zu tun.

              Wenn Deutschland vernünftig und ein guter Nachbar wäre, würden wir massiv in Griechenland, Portugal, Irland, etc. investieren, um deren Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

              Darum geht es jetzt nicht, und darum wird es auch nicht gehen. Es geht nur darum Verluste der Banken zu vermeiden, indem man sie sozialisiert (!).
              Bitte endlich aufwachen.

            • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:05 - Permalink

              Wer ist hier die “Exportnation”? Ich? Du? Wir beide?

              Du bist Deutschland ;-)

              Ich habe niemandem Kredite für Waren gegeben, noch bin ich für die Einführung des Euro verantwortlich, die uns als politische Entscheidung all das eingebrockt hat. (Ich hätte dagegen gestimmt.)

              Toll. Hast Du Deine kuriosen Interpretationen eigentlich schon mal Deinem Finanzamt mitgeteilt? Wenn Du ein “extraterritoiraler” Kommentator bist, hast “Du” Griechenland keine Kredite gegeben und zahlst natürlich auch keine Steuern. Bravo, verrate mir mal, wie das geht ;-)

              Also hör auf hier anderen Menschen, die frei leben wollen, eine Kollektiv-Verantwortung überzustülpen, weil sie sie nicht haben.

              Asoziale Elemente gab es schon immer und wird es auch immer geben. Zum Glück sitzt der Staat aber am längeren Hebel.

              Nicht “Exportnationen” haben Kredite gegeben, sondern die Banken, und damit habe ich nichts zu tun.

              Und Banken existieren im luftleeren Raum und finanzieren sich nicht über staatliche Notenbanken?

              Wenn Deutschland vernünftig und ein guter Nachbar wäre, würden wir massiv in Griechenland, Portugal, Irland, etc. investieren, um deren Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

              “Wir” sind aber nun einmal keine Planwirtschaft. Wenn Deutschland tatsächlich der Peripherie helfen wollte, gäbe es viele Möglichkeiten. Das ist aber nicht der Fall und wir wissen warum das so ist.

          • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 08:58 - Permalink

            Das kann ohne gravierende Einschnitte wie bspw. im Sozialbereich längerfristig somit nicht funktionieren, denn entweder stoppen wir weitere Neuverschuldung, oder wir gehen ebenfalls pleite.

            Rumpelökonom ;-)

            Es geht doch darum, dass die Rente nicht aus dem Bundeshaushalt bezahlt wird. Ich verstehe nicht, was Du mit der Neuverschuldungsgeschichte eigentlich (abseits Deines üblichen ideologischen Blabla) eigentlich sagen willst.

            Oder glaubst Du etwa daran, dass man sich an die Kürzung der 160 Milliarden Subventionen pro Jahr zuerst herantrauen würde? Ich glaube das nicht.

            Glaub, was Du willst. Wenn die Politik die Sozialleistungen kürzen will, tut sie das – Griechenland hin, Griechenland her. Es geht doch nicht um die Ausgaben, sondern um die Einnahmen. Hört doch endlich mit dem TINA-Quark auf.

            Es ist so einfach und klar, dass es eigentlich ein Sechsjähriger verstehen müsste. Du aber nicht. Wieso?

            Eigentlich sollte jeder Sechsjährige verstehen, dass man durch Steuererhöhungen ganz einfach die Schulden zurückfahren könnte. Du verstehst das nicht. Wieso?

            • spider schrieb am 8. Juli 2011 at 16:12 - Permalink

              Asoziale Elemente gab es schon immer und wird es auch immer geben. Zum Glück sitzt der Staat aber am längeren Hebel.

              Das ist Nazi-Sprache. Die Kulaken im Sowjetrussland, die sich der Kollektivierung widersetzten, waren auch „asozial“. Fazit: Ich bin Dein „Systemfeind“, ins Lager mit mir.
              Vielen Dank für den Einblick in Deine totalitären Denkstrukturen.

              Toll. Hast Du Deine kuriosen Interpretationen eigentlich schon mal Deinem Finanzamt mitgeteilt? Wenn Du ein “extraterritoiraler” Kommentator bist, hast “Du” Griechenland keine Kredite gegeben und zahlst natürlich auch keine Steuern. Bravo, verrate mir mal, wie das geht

              Ich wiederhole:
              Du hast einfach nicht begriffen, wie eine Demokratie funktionieren sollte, und Du bist offensichtlich kein Demokrat. Du möchtest Menschen über ihr Leben nicht selbst entscheiden lassen, Du möchtest ihnen Deine Fantasien aufzwingen, und sie gegen ihren Willen dafür zahlen lassen. Ja, Steuern sind notwendig, aber Steuereinnahmen haben den Bürgern zu gehören und zu dienen, nicht etwa Banken oder anderen Ländern. Ist dies nicht der Fall, so ist eine direktere Kontrolle und Überwachung seitens der Bürger erforderlich. Das kann bspw. geschehen, indem man die Steuerhoheit direkt den Kommunen überträgt. Demokratie bedeutet: Gewaltenteilung und Föderalismus, jedoch nicht der von Dir favorisierte Zentralismus. Das mag Dir nicht passen, ist jedoch eine historische Tatsache.

              Und Banken existieren im luftleeren Raum und finanzieren sich nicht über staatliche Notenbanken?

              Die Banken sind Privatinstitute und handeln eigenverantwortlich. Mit dem Moment, in dem das Ausfallrisiko aufgrund der Zwangshaftung des Steuerzahlers de facto abgeschafft wird, verliert auch der Zins in seiner Funktion als Ausfallabsicherung seine logische Berechtigung.
              Noch unmissverständlicher: Zins= gleich Risiko für die Banken=keine Haftung unbeteiligter Dritter

              Fazit:
              Eine ideologisch konstruierte Zwangsverantwortung, wie Du sie hier propagierst, entbehrt jeglicher Logik.

              Rumpelökonom ;-)

              Einem Mann, der allen Ernstes eine Direktverschuldung der Länder bei der EZB vorschlägt, nicht weiß, dass die EZB aufgrund der 17 Direktoren aus den Mitgliedsländern politisch nicht unabhängig sein kann, sowie nicht versteht, dass jegliche politisch festgelegte Verschuldungsobergrenzen deshalb nur reine Makulatur wären, spreche ich jegliches Urteilsvermögen ab.

              Es geht doch darum, dass die Rente nicht aus dem Bundeshaushalt bezahlt wird.

              Es ist völlig egal, ob die Rente formal aus dem Bundeshaushalt finanziert wird oder nicht. Fakt ist, dass sie ohne laufende Einnahmen nicht finanziert werden kann. Diese Finanzierung übernimmt der Bürger, und sein Einkommen ist begrenzt. Es ist folglich nicht von der Hand zu weisen, dass eine Erhöhung der Rentenbeiträge den Spielraum für die Erhöhung aller anderen Steuern einengt und umgekehrt. Somit operierst Du hier nur mit Taschenspielertricks.

              Ich verstehe nicht, was Du mit der Neuverschuldungsgeschichte eigentlich (abseits Deines üblichen ideologischen Blabla) eigentlich sagen willst.

              Da kann man über so viel Realitätsferne eigentlich nur noch den Kopf hängen lassen und weinen.
              Wir sehen anhand der Griechenlandkrise samt der inzwischen bürgerkriegsähnlichen Zustände dort, wozu eine Staatsverschuldung führt. Es ist der kleine Angestellte und der Sozialschwache, der für dieses Debakel dort bezahlen muss. Das ist die Realität, und das wird bei uns auch so sein, denn die Empirik und die herrschenden Kräfteverhältnisse sprechen absolut dafür. Stattdessen klammerst Du Dich an Deine Sozialromantik-Träumereien, und glaubst, dass eine Vermögenssteuer und Besteuerung der Milliardäre auf EU-Ebene politisch durchsetzbar seien. Du gehst auch irrtümlich davon aus, eine Transferunion, die den demokratischem Einfluß des Bürgers verringert, sei ein Schritt in diese Richtung. Du willst mir allen Ernstes etwas über Ideologien erzählen? Wach bitte endlich auf.

              Genauso abwegig und wirklichkeitsfern ist Deine Häme über die vermeintliche „Schwäbische-Hausfrau-Mentalität“. Welcher Haushalt der BRD war denn jemals ausgeglichen? Zwei in inzwischen 61 Jahren? Von einer solchen Mentalität kann folglich überhaupt gar keine Rede sein.
              Du verbreitest mit diesem Blog schlicht verklärende Propaganda.

            • spider schrieb am 8. Juli 2011 at 17:52 - Permalink

              Ach, ja:

              Eigentlich sollte jeder Sechsjährige verstehen, dass man durch Steuererhöhungen ganz einfach die Schulden zurückfahren könnte. Du verstehst das nicht. Wieso?

              Schau doch mal bitte:
              In den vergangenen 61 Jahren ist dies niemals passiert. Es wurden noch nie Schulden getilgt. Ein unbestreitbarer Fakt, oder?

              Wärest Du ein empirischer Realist und kein verträumter Ideologe, so müsstest Du folglich spätestens nach 61 Jahren konstatieren, dass der von Dir propagierte Ansatz gescheitert ist, und nur dazu führen kann, dass die Bürger der dem Allgemeinwohl dienenden Funktion der Steuern irgendwann zugunsten des Zinsesdienstes beraubt werden. Das Ergebnis wäre längerfristig entweder eine Revolution oder eine feudale Gesellschaft wie im Mittelalter.
              Und in der Tat ist dies wirklich so einfach, dass es normalerweise auch ein Sechsjähriger versteht. Zumal ich gegenwärtig leider sowieso nicht mehr den Eindruck habe, dass Dir mit gemäßigt formulierter Vernunft beizukommen ist. Man muss da offenbar schon sehr klare Worte wählen, und es ist traurig das tun zu müssen.

    10. In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 13:54 - Permalink

      Hans-Werner Sinn gehört zu den wenigen Ökonomen im deutschsprachigen Raum, die sich bemühen, wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Aussagen für die Allgemeinheit verständlich zu machen. Seine Formulierungen sind griffig und einprägsam. Nach der selben Methode und dem gleichen Bekenntnis arbeitet der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman, nur dass dessen Aussagen vom Spiegelfechter goutiert werden – einfach weil sie auf seiner Linie liegen. Wer Sinn wegen seiner anschaulichen Sprache kritisiert, muss das auch bei Krugman tun.

      Selbst wenn die EZB oder die Bundesbank durch die Rettungspakete langfristig Verluste ausweisen sollten, so müsste dafür nicht zwingend der Steuerzahler haften. Es gibt zwischen der EZB, der Bundesbank und der Bundesrepublik weder eine Anstaltslast noch eine Gewährträgerhaftung, die festlegen würde, dass der Steuerzahler für Verluste der Zentralbank in Rechenschaft zu ziehen ist.

      Das ist so, vorsichtig ausgedrückt, kaum richtig. Die Bundesrepublik Deutschland ist Anteilseigner der EZB und es ist wenig vorstellbar, dass die “Eigentümer” der Zentralbank diese pleite gehen lassen. Die EZB hat derzeit rund 50 Mrd. EUR Anleihen des griechischen Staates in ihren Büchern. Bei einer 40%igen Ausfallquote müsste die europäische Zentralbank mindestens 20 Mrd. EUR abschreiben, doch möglicherweise mehr. Das Eigenkapital der Zentralbank beträgt aber gerade 5 Mrd. EUR, die Anteilseigner müssten also Kapital umgehend nachschießen. Kurz: der Absatz ist komplett falsch.

      Zudem, das wird unterschlagen, dürfte die EZB griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten der hellenischen Banken akzeptieren, diese würden umgehend kollabieren. Weiterer Abschreibungsbedarf in Höhe von 40%-100% der hinterlegten Sicherheiten wäre fällig.

      Privatanleger sind seit einem Jahr nicht mehr bereit, dem griechischen Staat bei einer Verschuldung von demnächst 160% des BIP weiter Kapital zu leihen. Demgemäß hätte Griechenland 2010 den Staatsbankrott verkünden müssen. Bekanntlich hat man das nicht getan, sondern die europäischen Partnerländer sind als Kreditgeber eingesprungen. Das ist in erster Linie ein Bail-out der Traditionsdemokratie, nicht der Banken.

      Da die Bundesrepublik über die direkten Zahlungen weitere Garantien für Griechenland gewährt hat, kommen hier entsprechende Ausfälle auf den Bundeshaushalt zu. Gleichzeitig ist die Bundesregierung bis 2016 – das sind lediglich noch 5 Steuerjahre – die Schuldenbremse einzuhalten. In Summe addieren sich die Beträge so, dass möglicherweise sie nicht weiter vorgeschoben, sondern durch Steuererhöhungen oder staatliche Leistungskürzungen ausgeglichen werden müssen. Und damit sind wir bei Sinn: Der Bundesfinanzminister gibt derzeit rund 27% seines Haushaltes für die Stützung der Rentenkasse aus. Insgesamt sind über 90% des Bundeshaushaltes durch Leistungszusagen, Zins & Tilgung sowie Personalausgaben fest. Es liegt nicht völlig fern, die Zuschüsse zur Rentenkasse zumindest einzufrieren, was bei Abkühlung der Konjunktur dann zu stagnierenden Renten, also realen Verlusten, führen würde.

      Es bleibt dabei: im Zusammenhang mit Griechenland bleibt alles Spekulation.

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 14:49 - Permalink

        Wer Sinn wegen seiner anschaulichen Sprache kritisiert, muss das auch bei Krugman tun.

        Ich kritisiere Sinn nicht wegen seiner Sprache, sondern wegen seiner Inhalte. Ich kann auch ganz “anschaulich” sagen “Die Erde ist flach!!!” und liege dennoch meilenweit daneben.

        Das ist so, vorsichtig ausgedrückt, kaum richtig. Die Bundesrepublik Deutschland ist Anteilseigner der EZB und es ist wenig vorstellbar, dass die “Eigentümer” der Zentralbank diese pleite gehen lassen.

        Quatsch. Die Bundesbank ist Anteilseigner der EZB und sie ist ein eigenständiges Gebilde. Eine Notenbank kann nicht “pleite gehen” – das ist nun einmal per def. unmöglich.

        Die EZB hat derzeit rund 50 Mrd. EUR Anleihen des griechischen Staates in ihren Büchern. Bei einer 40%igen Ausfallquote müsste die europäische Zentralbank mindestens 20 Mrd. EUR abschreiben, doch möglicherweise mehr. Das Eigenkapital der Zentralbank beträgt aber gerade 5 Mrd. EUR, die Anteilseigner müssten also Kapital umgehend nachschießen. Kurz: der Absatz ist komplett falsch.

        Quatsch. Ich habe das alles extra verlinkt, da Krawallkommentatoren einem ausgewiesenen Experten für Notenbankenrecht wahrscheinlich eher glauben als mir. Aber was nutzen die Links, wenn die Krawallos sie gar nicht lesen?

        Privatanleger sind seit einem Jahr nicht mehr bereit, dem griechischen Staat bei einer Verschuldung von demnächst 160% des BIP weiter Kapital zu leihen.

        Aber natürlich sind sie das. Sie bestehen nur darauf, dass diese Anleihen durch das EZB-System oder das Euro-System abgesichert werden.

        In Summe addieren sich die Beträge so, dass möglicherweise sie nicht weiter vorgeschoben, sondern durch Steuererhöhungen oder staatliche Leistungskürzungen ausgeglichen werden müssen. Und damit sind wir bei Sinn: Der Bundesfinanzminister gibt derzeit rund 27% seines Haushaltes für die Stützung der Rentenkasse aus.

        Ach was, es sind “nur” rund 19% und dieses Geld ist vor allem für die versicherungsfremden Leistungen. Die kann man ja gerne streichen, dann muss man halt den jungen Müttern sagen, dass sie sich während ihres Schwangerschaftsurlaub und der Erziehungszeit selbst versichern müssen.

        Insgesamt sind über 90% des Bundeshaushaltes durch Leistungszusagen, Zins & Tilgung sowie Personalausgaben fest. Es liegt nicht völlig fern, die Zuschüsse zur Rentenkasse zumindest einzufrieren, was bei Abkühlung der Konjunktur dann zu stagnierenden Renten, also realen Verlusten, führen würde.

        Nein, laut Gesetz muss dann der Beitrag zur Rentenversicherung angehoben werden, was natürlich bei den Arbeitgebern ein Wolfsgeheul auslösen würde.

        • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 15:11 - Permalink

          Du kritisierst Sinn unter anderem, weil er in der Bild-Zeitung veröffentlicht. Nicht umbedingt mein präferiertes Medium, aber Krugman ist auch nicht gerade wählerisch. Außerdem sagt er auch immer nur das selbe egal ob die Sonne scheint oder es regnet.

          Meine Angaben habe ich aus dem Annual Report der ECB, es sei denn die sind da nicht ehrlich. Gegen den Begriff des Krawallkommentators wehre ich mich.

          Aber natürlich sind sie das. Sie bestehen nur darauf, dass diese Anleihen durch das EZB-System oder das Euro-System abgesichert werden.

          Also sind sie nicht bereit dazu. Ich kauf’ auch Aktien von einer Schrottanlage, wenn man mir 20% Rendite und meine Einlage garantiert.

          Der Bund überweist irgendwas von knapp 70 Mrd. EUR, die Bundesausgaben bewegen sich bei irgendwas 260 Mrd. EUR und darauf. So komme ich auf besagte 27%.

          Die kann man ja gerne streichen, dann muss man halt den jungen Müttern sagen, dass sie sich während ihres Schwangerschaftsurlaub und der Erziehungszeit selbst versichern müssen.

          Unsinn. Heute jungen Frauen Punkte in der Rentenkasse gut zu schreiben bedeutet nur ihnen zu versprechen, dass in 40 Jahren irgendwelche Enkelkinder irgendeinen Betrag zusätzlich an sie bezahlen. Der Bund zahlt heute für die Großmütter.

          Nein, laut Gesetz muss dann der Beitrag zur Rentenversicherung angehoben werden, was natürlich bei den Arbeitgebern ein Wolfsgeheul auslösen würde.

          Nicht nur bei denen. Wenn die Deutschen demnächst 21% Rentenbeitrag zahlen und die Griechen weiter 20%, könnte man als Bildzeitungsleser fragen, warum nicht die Griechen die 21% zahlen und dafür mehr Kredite zurückzahlen.

          • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 15:18 - Permalink

            Du kritisierst Sinn unter anderem, weil er in der Bild-Zeitung veröffentlicht.

            Nö, das hat Oskar Lafontaine auch gemacht. Es geht um den Inhalt. Außerdem “veröffentlicht” Sinn nicht in der BILD, sondern bestätigt Thesen der BILD, denen er Gesicht und Namen gibt.

            Meine Angaben habe ich aus dem Annual Report der ECB, es sei denn die sind da nicht ehrlich. Gegen den Begriff des Krawallkommentators wehre ich mich.

            Mach das. Welche Angabe willst Du denn von der EZB haben?

            Also sind sie nicht bereit dazu.

            Doch, doch, nur ist Griechenland nicht dazu bereit, die Risikoprämie, die gefordert wird, zu zahlen.

            Unsinn. Heute jungen Frauen Punkte in der Rentenkasse gut zu schreiben bedeutet nur ihnen zu versprechen, dass in 40 Jahren irgendwelche Enkelkinder irgendeinen Betrag zusätzlich an sie bezahlen. Der Bund zahlt heute für die Großmütter.

            Richtig, aber irgendwann muss man ja anfangen ;-)

            Nicht nur bei denen. Wenn die Deutschen demnächst 21% Rentenbeitrag zahlen und die Griechen weiter 20%, könnte man als Bildzeitungsleser fragen, warum nicht die Griechen die 21% zahlen und dafür mehr Kredite zurückzahlen.

            Auch von 21% geht das Abendland nicht unter. Was sich der BILD-Leser fragt, interessiert mich ehrlich gesagt nicht.

            • schwitzig schrieb am 7. Juli 2011 at 15:34 - Permalink

              Was sich der BILD-Leser fragt, interessiert mich ehrlich gesagt nicht.

              Ein BILD-Leser wird sich überhaupt nichts fragen – er bekommt gesagt, was er denken soll. Wäre er eigenständiger Gedanken fähig, könnte er die BILD nicht ohne laute Schmerzensschreie lesen.

              Und genau für so etwas sind (i.d.R. hochintelligente) Figuren wie Sinn, Raffelhüschen und Konsorten da: Meinungsbildung und -steuerung.

            • André H. schrieb am 7. Juli 2011 at 15:47 - Permalink

              Was sich der BILD-Leser fragt, interessiert mich ehrlich gesagt nicht.

              Finde ich jetzt aber nicht nett!
              Denken nicht viele Politiker ebenso ?

            • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 20:14 - Permalink

              Du kritisierst Sinn unter anderem, weil er in der Bild-Zeitung veröffentlicht.

              Nein … Jens macht das nicht. Aber ich .
              Alles was BILD abdruckt hat mehr oder weniger etwas mit Werbung in Eigener Sache oder bezahlter zu tun. BILD ist keine Tageszeitung im “Landläufigen” Sinne. Leider hat es immer noch eine enorme “Meinungsbildede” Kraft. Leider auch bei den Entscheidern. Durch die vermeintliche “Dem Volk aufs Maul geschaut”en Kampangen hat BILD einen extremen rechtsruck in Deutschland bewirkt der meineserachtens schon fast an Volksverhetzung grenzt. Wobei BILD eben nur seine eigenen Profit im Auge hat. Sonst nichts ! BILD ist ein gutes Beispiel wie fatal die Wirkung rein profitorientiertes Verhalten ist.
              Wer immer in BILD seine Meinung sagt ist entwerder von oder hat BILD gekauft. Entweder mit Geld oder Auflagensteigerung …

        • Karl Heinrich schrieb am 7. Juli 2011 at 22:08 - Permalink

          Ach was, es sind “nur” rund 19% und dieses Geld ist vor allem für die versicherungsfremden Leistungen. Die kann man ja gerne streichen, dann muss man halt den jungen Müttern sagen, dass sie sich während ihres Schwangerschaftsurlaub und der Erziehungszeit selbst versichern müssen.

          Kommst du wieder mit die Unfug an! Das haben sich die Deutschen als Abgaben-Rente zusammengewählt; da kann man sich nicht anschließend von distanzieren, indem man es “versicherungsfrei” nennt. (Versicherungsfrei ist die ganze staatliche Rente.)

          Richtig ist allerdings, dass die Leistungsausweitungen sicher als Kandidaten in Frage kommen, wenn es darum gehen wird, Kapital für die fallierende EZB einzusammeln. Insofern hat Sinn recht.

          Eine Notenbank kann nicht “pleite gehen” – das ist nun einmal per def. unmöglich.

          Dir kann nicht entgangen sein, wie panisch die EZB reagiert hat, als Deutschland seine laue Initiative für weiche Umschuldung gestartet hat.

          Die Griechenland-Portugal-Misere wird immer nur schlimmer werden, schließlich können die Rettungspolitiker nicht mal eine Perspektive aufzeigen, und die Konsequenz wird sein, was David Marsh hier sagt.

          • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:22 - Permalink

            Kommst du wieder mit die Unfug an! Das haben sich die Deutschen als Abgaben-Rente zusammengewählt; da kann man sich nicht anschließend von distanzieren, indem man es “versicherungsfrei” nennt.

            Das hat nichts mit “anschließend” zu tun. Diese Diskussion – mit den gleichen Begriffen – gab es schon 1958. Damals wurde entschieden, diese Leistungen nicht durch die Beitragszahler, sondern durch die Allgemein finanzieren zu lassen.

            Richtig ist allerdings, dass die Leistungsausweitungen sicher als Kandidaten in Frage kommen, wenn es darum gehen wird, Kapital für die fallierende EZB einzusammeln. Insofern hat Sinn recht.

            Das will Sinn sicherlich. Dennoch muss man kein Kapital für eine Notenbank “einsammeln”. Warum auch? Jedem Volkswirt müssen bei einem solchen Gedanken doch geistige Krämpfe kommen. Aber das ist wohl die fortlaufende Verblödung.

            BWL = VWL
            Ein Land muss so wie ein Betrieb geführt werden.
            Eine Notenbank ist nichts anderes als eine große Sparkasse.
            Und die schwäbische Hausfrau ist unsere Wirtschaftsideologie.

            Ein derart blödes Volk hat es wohl auch nicht anders verdient.

            Dir kann nicht entgangen sein, wie panisch die EZB reagiert hat, als Deutschland seine laue Initiative für weiche Umschuldung gestartet hat.

            Ja klar, da in der EZB der Monetarismus reagiert und progressive Geldmarktpolitik á la FED oder Bank of England immer noch verpönt ist.

            • Schierke-Nee-Sama schrieb am 9. Juli 2011 at 04:44 - Permalink

              Ein derart blödes Volk hat es wohl auch nicht anders verdient.

              Tu mir jetzt einmal einen Gefallen; und schreib dies nochmal genau so über die Griechen nieder.
              Du weisst schon … fürs “Protokoll”. Und weil ich sehen will ob du dazu den Mumm hast *Notizblock zück*

    11. zeno(bit) schrieb am 7. Juli 2011 at 14:27 - Permalink

      Nach fast 7 mauen Tagen endlich mal wieder ein guter Artikel.
      Danke dafür -viel zu diskutieren gibt es ja nicht -hast ja alles erläutert ;)

      • W. Buck schrieb am 7. Juli 2011 at 14:40 - Permalink

        Jau! Es hat auch mich überrascht, dass nach den neuen Erkenntnissen im Falle Strauss-Kahn, dem Panzergeschäft an Saudi Arabien oder der in der Endphase angelangten PID-Debatte ausgerechnet Frauenfußball zum Thema geworden ist …. da hat mich der Spiegelfechter spontan schon an die nicht besonders harten Macher von “Hart aber Fair” erinnert, die gerade auch nichts wichtiger gefunden haben … :-)

        Aber nun scheint ja das Sommerloch recht schnell überwunden … danke dafür.

        • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 14:52 - Permalink

          -> DSK

          alles Spekulation, das Feld überlasse ich gerne meinen phantasievolleren Kollegen ;-)

          -> Panzer für SA

          darüber kann man schreiben, aber ich habe nicht unbedingt das Gefühl, dass die klassischen Medien hier sonderlich viel Platz für zusätzliche Informationen lassen würden. Wenn der SPIEGEL ein Thema schon gut beharkt, muss ich darüber nicht auch noch schreiben.

          ->PID

          Über das Thema habe ich a) keine Ahnung und b) keine Meinung. Was soll ich das schreiben?

          -> Frauenfussball

          Yeah, manchmal brauch ich ein Ventil ;-)

          • W. Buck schrieb am 7. Juli 2011 at 16:34 - Permalink

            Sicher alles in Ordnung so.

            Und das Thema Frauenfußball darf man auch nicht Alice Schwarzer alleine überlassen , sonst könnte man ihn gleich wieder zu Grabe tragen … :-)

            Herr Sinn in BILD. Das ist aber doch auch nur der tägliche Kampf mit den Windmühlenflügeln. Oder?

            Auf jeden Fall an dieser Stelle ein Danke. Der Spiegelfechter ist und bleibt einer meiner “Leib und Magen BLOGs”.

          • P@trick schrieb am 7. Juli 2011 at 16:54 - Permalink

            Mich würde ja mal eine Analyse der “Arabischen Revolution” reizen. Kann man die einzelnen Staaten in einen Topf werfen? Was machen Ägypten und Tunesien? Nur so als Anregung, falls dir die Themen ausgehen. ;)

            • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:23 - Permalink

              Das ist ein wunderbares Thema … wenn man auf dem Gebiet kompetent ist. Das bin ich aber nicht. Ich werde mich aber mal umschauen, ob ich da einen guten Artikel finde, den ich hier als Open Thread zur Diskussion stellen kann.

    12. W. Buck schrieb am 7. Juli 2011 at 14:31 - Permalink

      Ein zentrales Problem unserer Gesellschaft ist der Umstand, dass sämtliche Felder politischen Handelns unglaublich komplex geworden sind. Das zieht sich von der Klimadebatte über die Energiedebatte bis zu den aktuellen finanzpolitischen Aufgaben (Euro-, Griechenland-, Banken-Rettung …).

      Sowohl die Bürger, als auch die Politiker, die letztlich Entscheidungen fällen müssen sind existenziell auf den Rat und die Unterstützung durch objektive Experten angewiesen.

      Der Punkt ist, das solche unabhängigen Experten immer seltener werden. Das ist unter anderem eine Folge der immer weiter greifenden Kommerzialisierung in Forschung und Lehre. Durch das “outsorcen” von Parlamentsarbeit z.B. an Anwaltskanzleien oder Banken bei Fragen von Steuer- und Finanzrecht entsteht des Weiteren eine breite Schneise der Interessen gesteuerten Einflussnahme.

      Die größte Gefahr für unsere Demokratie sehe ich daher in der massiven Kommerzialisierung unserer “beratenden Intelligenz”. Nicht mehr das Wohl des Souveräns (des Bürgers) steht im Mittelpunkt, sondern das wohl einzelner Interessengruppen und der dahinter stehenden Kapitaleigner.

      • Lutz Hausstein schrieb am 7. Juli 2011 at 20:10 - Permalink

        Ein zentrales Problem unserer Gesellschaft ist der Umstand, dass sämtliche Felder politischen Handelns unglaublich komplex geworden sind. Das zieht sich von der Klimadebatte über die Energiedebatte bis zu den aktuellen finanzpolitischen Aufgaben (Euro-, Griechenland-, Banken-Rettung …).

        Dem kann ich nur eingeschränkt zustimmen.

        Allzu häufig werden auch einfache Sachverhalte durch Zurückhaltung von relevanten Informationen verkompliziert, sodass man selbst beginnen muss, Informationen zu sammeln und im Zuge dessen dann jede einzelne Information auf Glaubwürdigkeit abzuklopfen. Dabei haben bestimmte Kreise diese notwendigen Informationen ganz klar auf dem Tisch liegen.

        Oder es werden eine/mehrere falsche Fährten gelegt, die zu denselben Problemen führen.

        Also. Nicht alles ist unbedingt so komplex, wie es sich manchmal darstellt. Man muss nur die dementsprechenden Informationen besitzen. Auch darum ist den “Entscheidern” ja u.a. Wikileaks so ein Dorn im Auge. Hätten die Menschen wirklich alle Informationen, würden sie viele Dinge ganz anders betrachten. Doch genau dies ist ja aber gar nicht gewollt.

    13. Schweigsam schrieb am 7. Juli 2011 at 14:32 - Permalink

      Ach Jens, wieso beschäftigst du dich noch mit Herrn Sinn?
      Über den wurde doch alles gesagt.
      Ich bin es auch leid, mir irgendetwas über Thesen von realitätsfernen Ökonomen durchzulesen.

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 14:54 - Permalink

        Weil wir in einer Demokratie leben, in der Menschen unsere Regierung wählen. Und diese Menschen glauben Herrn Sinn. Ihm zu widersprechen ist Gegenöffentlichkeit, da hier die klassischen Medien versagen.

        Was soll ich denn über “Netzthemen” schreiben, die keine gesellschaftliche Relevanz haben?

        • Berlingonaut schrieb am 8. Juli 2011 at 08:29 - Permalink

          Weil Herr Sinn nicht nur das Denken von Bild- Lesern beeinflusst. Ihn widerspruchslos gewähren zu lassen bedeutet, dass der neoliberale Geist weiter auf dem Vormarsch bleibt und sich mehr denn je in den Köpfen der Allgemeinheit manifestiert.

          Ich habe selbst bis vor ca. 5 Jahren noch an diesen Stuss geglaubt ohne jemals eine BILD erworben zu haben, nur weil es mir immer wieder von allen Seiten eingetrichtert wurde und ich kurz davor stand, mein eigenes Nachdenken einzustellen. Bloggern wie den Nachdenkseiten, Egon W. Kreutzer, und – last, but not least – dem Spiegelfechter verdanke ich meine intellektuelle Wiedergeburt.

      • nagel schrieb am 7. Juli 2011 at 15:03 - Permalink

        weil dieser heini genauso gefährlich und volksverhetzend ist, wie die BLÖD selbst. dem regelmäßigen leser hier mag das thema abgedroschen erscheinen. um aber eine gegenöffentlichkeit zu fördern, müßen auch solche themen abgearbeitet werden. es soll ja auch fleißig verlinkt und weiter gesagt werden. =)

        (jetzt heißt es klamotten packen, weils gleich zum festival geht. ich wünsche ein schönes wochenende.)

        • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 15:12 - Permalink

          (jetzt heißt es klamotten packen, weils gleich zum festival geht. ich wünsche ein schönes wochenende.)

          Viel Spaß! ;-)

    14. Axel schrieb am 7. Juli 2011 at 14:41 - Permalink

      Zudem, das wird unterschlagen, dürfte die EZB griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten der hellenischen Banken akzeptieren, diese würden umgehend kollabieren.

      Das gilt momentan. Das wird man schon hinbekommen. Das versucht man ja jetzt anzuleiern.

      Die EU verbietet die Rating Agenturen erklärt Griechenland und die anderen Krisenländer für solvent (biegt sich die Realität also nach eigenem Gusto zurecht) und stellt sich damit einen Persilschein dafür aus, die Anleihen weiterhin als Sicherheit akzeptieren zu können.

      Außerdem stelle ich mir die Frage: welcher Privatanleger soll sich nach Verbot von Ratingagenturen nach dem Bonitätsurteil der EU richten? Wieso sollte er dem trauen? Er muß doch davon ausgehen, dass die EU das Bonitätsurteil frisiert.

      Also läuft alles darauf hinaus, dass die Kredite demnächst direkt von der EZB vergeben werden, wohinter dann direkt der Steuerzahler steht. Mal sehen wann dann Schicht ist.

      • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 17:12 - Permalink

        Nun, die Europäischen Regierungen wollen eine eigene Rating-Agentur schaffen. Das dürfte spassig werden. Wem der Anleger glaubt, der sein Geld in Schuldtitel stecken soll, wird in einer Demokratie und im Rechtsstaat nicht durch die Politik bestimmt. Dann gibt es halt eine weitere sinnlose Behörde mit überbezahlten, aber nicht so kompetenten Staatsangestellten, die ihre Urteile über Anleihen abgeben – nur keinen wird’s interessieren. So wie es schon heute keinen Anleger interessiert, wenn der Bundesfinanzminister verkündet, er glaube an die Solvenz Griechenlands. Deswegen steckt er ja auch Steuermilliarden rein…

    15. Heldentasse schrieb am 7. Juli 2011 at 14:42 - Permalink

      Herr Sinn ist m.E. gelinde gesagt ein Mietmaul dessen Ansichten von dritter Seite bezahlt und u.a. von der Tageszeitung mit den vier Großbuchstaben verbreitet werden.

      Der vom SF gut beschriebene aktuelle Anfall, in dem der “Professor” die Rente mit Griechenland in Verbindung bringt, soll der gesetzlichen Rentenversicherung schaden und das zu Gunsten der privaten Versicherer, bei gleichzeitiger Vernebelung der wahren Ursachen der Finanzmisere. Diese Doppelstrategie ist perfide, diskreditiert diese doch unser gesetzliches Rentensystem, welches durch die beschriebene Umlagefinanzierung viel sicherer in Krisenzeiten ist, als die Alternativen welche uns die Versicherungswirtschaft an privater Rentenvorsorge verkaufen möchte.

      P.S.:

      Käme es zu einem GAU, so wäre dies zwar schmerzhaft aber wohl auch der erste Schritt in eine bessere Zukunft für den griechischen Staat und seine Bürger. Für deutsche Geldhäuser, den deutschen Fiskus und damit für die europaweite ja sogar weltweite, extrem fragile Finanzmarktstabilität könnte dieses Szenario allerdings den Todesstoß bedeuten. Und so wird er nun wohl erst einmal weiter vorangetrieben, der Ausverkauf eines Landes, begleitet von wohlfeilen „Spar-“ und „Reform-“ Kampagnen in den Medien.

      Ein todsicherer Plan möchte man meinen. Doch haben die Köche, die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Europas Bürger haben bereits begonnen, sich über alle Grenzen hinweg zu organisieren, sind längst auf der Straße und werden in rund einer Woche der Weltöffentlichkeit wieder vor Augen führen, dass der Status quo nicht mehr hinnehmbar ist.

      Die europäischen Eliten werden möglicherweise noch überrascht sein von der Dynamik, die die Empörung der Bürger gewinnen wird. Bereits jetzt erinnern die Bilder hunderttausender Menschen in Griechenland an die Demonstrationen der Ostdeutschen, die die letzten Züge der DDR einleiteten. Nun steckt das nächste System, das damals noch den Siegeszug der neoliberalen Marktwirtschaft pries, in einer in einer tiefen Legitimitätskrise. Eine Ironie der Geschichte.

      Das System krankt
      Die Mär von der „Griechenland- und Euro-Krise“

    16. Weintraube schrieb am 7. Juli 2011 at 15:59 - Permalink

      Was (nicht wer) ist ein “Rumpelökonom”?

      • André H. schrieb am 8. Juli 2011 at 02:52 - Permalink

        Was ist ein “Rumpelökonom”?

        Das ist ein Ökonom, der aussieht wie ein Gnom:

      • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:26 - Permalink

        Das ist eine Anspielung auf den Begriff “Rumpelfussball”, der jahrelang als Synonym für die lausige Leistung der deutschen Nationalmannschaft verwendet wurde. OK – das muss man sicherlich nicht wissen.

        • wschira schrieb am 8. Juli 2011 at 14:36 - Permalink

          Hallo Jens,

          wenn ich mich recht erinnere, sprach man von “Rumpelfüsslern” und meinte die Ausführenden. Das ist im Endeffekt fast das Gleiche, aber doch ein kleiner aber feiner Unterschied :-)

          • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 15:12 - Permalink

            Ooops, Du hast natürlich Recht. Mea culpa.

    17. Frank schrieb am 7. Juli 2011 at 16:11 - Permalink

      Die Griechen bringen anständige deutsche Rentner um ihre letzten Ersparnisse. Eine Legende, die sich die “Bild”-Zeitung natürlich nicht entgehen lässt und gern mit “Deutschlands klügstem Wirtschafts-Professor” illustriert.

      @Heldentasse:

      Die europäischen Eliten werden möglicherweise noch überrascht sein von der Dynamik, die die Empörung der Bürger gewinnen wird. Bereits jetzt erinnern die Bilder hunderttausender Menschen in Griechenland an die Demonstrationen der Ostdeutschen, die die letzten Züge der DDR einleiteten. Nun steckt das nächste System, das damals noch den Siegeszug der neoliberalen Marktwirtschaft pries, in einer in einer tiefen Legitimitätskrise. Eine Ironie der Geschichte.

      Zur Ironie der Geschichte empfehle ich die Lektüre von Robert Kurz/Schwarzbuch Kapitalismus.

      • Heldentasse schrieb am 7. Juli 2011 at 19:15 - Permalink

        @Frank

        Zitat aus dem Epilog dieses Werkes:

        Menschen, die gerade unter dem Diktat der kapitalistischen »Selbstverantwortung« jeder Selbstbestimmung über das eigene Leben beraubt und eigentlich selber nichts mehr sind, fragen unvermeidlich nach einem »Rezept«, wenn sie sich der Ausweglosigkeit ihrer Daseinsweise überführt sehen. Damit beweisen sie nur, daß sie selbst die Überwindung des Kapitalismus noch in kapitalistische Kategorien einbannen wollen. Denn ein »Rezept« setzt bereits voraus, daß die anzustrebende Selbstbestimmung nach vorgefertigten Mustern einer äußerlichen Instanz abzulaufen hat, also sich selber dementiert. Was sich angeben läßt, sind nicht »Rezepte« nach einem sozialen Baukastensystem (das wäre nichts als Sozialtechnologie, die ihren Ort nur im Kapitalismus haben kann), sondern vielmehr Kriterien der Emanzipation. Die »böse Horizontale« fängt nicht mit dem Abspulen eines vorgedachten Programms an, sondern mit der sozialen Rebellion gegen die unverschämten Zumutungen von »Marktwirtschaft und Demokratie«.

        Demnach dürften die möglichen Lösungen a priori grundsätzlich nicht vom kapitalistischen System selber generiert werden können, sondern “nur” von den (betroffenen) Menschen aus gehen. Was mich dabei zunächst sehr stört ist, dass der Autor scheinbar (ich habe das Buch nur mal sehr kurz überflogen) die Marktwirtschaft und Demokratie in einem negativen Sinne zusammen bringt/nennt.

        • Frank schrieb am 7. Juli 2011 at 22:33 - Permalink

          Ja nun, was stört Dich? Die Kritik an der Marktwirtschaft (=Kapitalismus)?

          Demokratie als Popanz und Wortungetüm verdient es, hinterfragt zu werden. Denn was ist Demokratie? Wer hat die Deutungshoheit über den Begriff? Alles spannende Fragen…

          … die hier aber wohl zu weit führen.

          • Heldentasse schrieb am 8. Juli 2011 at 18:31 - Permalink

            @Frank

            Was mich in aller erster Näherung stört ist, dass man mein Zitat aus dem Buch auch so verstehen könnte das Demokratie und Marktwirtschaft (=Kapitalismus ACK!) zwei Seiten der gleichen Problematik sind. Ich denke aber, dass “Mehr Demokratie im wagen” ein Teil der Lösung sein könnte.

    18. Tobias Beck schrieb am 7. Juli 2011 at 17:37 - Permalink

      Geld ist etwas viel zu Abstraktes geworden, als dass man es ernstnehmen sollte… Es gehorcht nicht den Gesetzen der Willkür, sondern der Exponentialfunktion! Sein Gegenwert in Gütern u. Werten schrumpft exponential, der Besitzstand derer daran, die es dicke haben, wächst exponential und die Verarmung derer, die abhängig sind sich als Lohnsklaven zu prostituieren, wächst ebenso explosiv.

      Die einen glauben, dass Backoblaten Sonntag Vormittag vom Kuttenpisser entgegengenommen und eingenommen etwas Anderes wären, gewissermasen eine Kapitalanlage für nach dem Tod….wir halten diese nicht für voll….

      Wieder andere glauben, dass eine Dollar- oder Euronote etwas anderes als ein Fetzen Papier wäre, sondern einen Gegenwert, einen Tauschwert hätte – derer die das glauben sind derzeit leider zuviele. Es ist auch nur ein unangefochtenes kaum hinterfragtes religiöses Konstrukt. Es können Zinsen und Zinseszinsen niemals zurückgezahlt werden, es ist wie die Reise nach Jerusalem, der regelmäsige Crash ist systemimmanent. Zudem schaffen es die FED zusammen mit der Administration der USA immer mehr immer wertloseres Papier zu drucken, nur denen kauft man es ab?? Die sind pleiterer als Griechenland. Liegts am Militär. Sollen doch die Griechen auch mehr Papier bedrucken. Hans Werner Sinn ist entweder ein widerliches Schwein, das wegen Volksverhetzung und – Verblödung für vogelfrei erklärt gehört, oder er ist einfach nur saublöd im Kopf, ähnlich den meisten BWLern, denen die einfache Logik nicht zugänglich ist. Nur Gott kann aus Nichts etwas erschaffen, Herr Sinn…und Herr Sinn, ein Kanalreiniger, eine Altenpflegerin und eine Erzieherin erwirtschaften eben schon einen Mehrwert, einen nicht greifbaren, aber einen sozialen und ethischen. Ihresgleichen, Herr Sinn produziert Luftblasen, Worthülsen und warme Luft…..Sie sind ein Agitator, ein Einpeitscher der kommenden neoliberalen Apartheid! Ihresgleichen ist daran schuld, dass heute alles eine Ware ist, es aber keinen Wert mehr gibt. Ich spucke ihnen ins Gesicht, sie widerwärtiger Mensch!

      Politiker! Wenn ihr auf unserer Seite seid, dann schwört dem religiösen System der Hochfinanz ab und alle sind wieder frei und glücklich. Es sind nur Zahlen in Computern, nichts anderes. Die Oliven auf Rhodos sind die gleichen, die Substanz und das KnowHow der Tourismusbranche auf Kreta ist unverändert. Selbst die Akropolis ist noch nicht zerbröselt. Es sind nur Zahlen in einem Computer! Man müsste ihn nur abstellen. Aber das ist nicht die Aufgabe der Politiker, die uns im Knebel, im Schwitzkasten und den Fesseln von immer mehr Inflation und immer mehr Sparmasnahmen halten sollen. Sie sind alle gekauft, von links nach rechts, reden immer nur von Arbeit und Wachstum, wie Authisten. Wo solle ma denn hinwachsen wie der Krebs. Wie um alles in der Welt kann ein vernunftbegabter Mensch das alles ernstnehmen.

      Sagt euchg los von dieser Religion. Korn wächst auf den Feldern und Brot entsteht aus vieler Hände Arbeit. Es entsteht nicht von selbst im Aktienfond oder dem Riesterpaket. Wer immer das glaubt leidet an Realitätsverlust!

    19. André Tautenhahn schrieb am 7. Juli 2011 at 17:38 - Permalink

      Die gesetzliche Rentenversicherung ist weder kapitalgedeckt noch steuerfinanziert, sondern ein sogenanntes Umlageverfahren. Die ausgezahlten Renten stammen nahezu komplett aus den von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im gleichen Zeitraum eingezahlten Versicherungsbeiträgen.

      Auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge benutzt das Umlageverfahren. Ein anderes System funktioniert auch nicht. Denn sämtliche sozialen Kosten einer Periode müssen aus dem laufenden Volkseinkommen erbracht werden. Es gibt ja immer Beitragszahler und Rentenbezieher.

      Der einzige Unterschied besteht im Preis. Die Kosten einer kapitalgedeckten Rente sind um ein Vielfaches höher als bei der gesetzlichen, die keinen Profit erwirtschaften muss. Die Kosten werden in der Regel vom Beitrag des Versicherten abgezogen, bevor dieser irgendwo investiert wird.

      Um die Kosten für Werbung, Vertrieb und Provisionen zu verschleiern, gaukelt man den Kunden nun vor, sie könnten durch ein richtiges Anlageprodukt ebenfalls einen Gewinn in der Zukunft erzielen, mit dem die Beitragsminderung der Gegenwart ausgeglichen würde. Überschussbeteiligung heißt das Zauberwort.

      Diese Logik ergibt aber volkswirtschaftlich gesehen keinen Sinn, weil der Verzicht auf Konsum in der Gegenwart (Sparen) nicht in einen Gewinn in der Zukunft (Rendite) verwandelt werden kann. Wird für die Altersvorsorge gespart, nimmt gleichzeitig die Nachfrage nach Gütern aus der Realwirtschaft ab. Die volkswirtschaftliche Leistung sinkt, Kapazitäten werden mangels Nachfrage abgebaut.

      Wenn nun der Neurentner in der Zukunft sein angespartes Guthaben auflöst, um zu konsumieren, entsteht plötzlich Nachfrage, der aber nun ein dezimiertes Warenangebot gegenübersteht. Knappes Angebot und berenzte Kapazitäten führen dann zu steigenden Preisen. Der Wert der angesparten Rente sinkt.

      Wer also in der Gegenwart ein privates Altersvorsorgeprodukt wählt, verhilft nur den Versicherungskonzernen in der Gegenwart zu zusätzlichen Gewinnen. Und wo die landen, ist spätestens seit 2008/2009 bekannt.

      • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:28 - Permalink

        Auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge benutzt das Umlageverfahren.

        Nein, sonst wäre sie ja ein Schneeballsystem. Das ist aber nicht der Fall. Die eingezahlten Gelder werden tatsächlich an den Märkten angelegt.

    20. LarsW schrieb am 7. Juli 2011 at 18:00 - Permalink

      Die Lösung der Griechenland-Krise ist ganz einfach und das Heute Journal hat die Antwort:
      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1375218/Wie-geht-es-den-Iren
      Wenn die Griechen nicht einfach die Steuern erhöhen würden (warum machen die das bloß, damit hat Deutschland sicher nix zu tun), sondern stattdessen attraktiv wie die Iren würden, sprich sie würden amerikanischen Firmen helfen ihre Gewinne praktisch unversteuert aus Europa zu schaffen, dann wäre die Krise locker gelöst.

    21. MNB schrieb am 7. Juli 2011 at 18:05 - Permalink

      “Hans-Werner Sinns unverantwortliche Panikmache” – Why? Gilt die Meinungsfreiheit nicht für Captain Ahab? Maulkorbgelüste für einen guten Zweck? – Unverantwortlich handeln jene, die seine Äußerungen BESTELLEN und dann als Grund für ihr Politiksüppchen nehmen. Sinn singt auch nur das Lied derjenigen, welche ihm Brot geben. Der ist nicht Täter, nur prinzipienloser Mitläufer. Wie alle hier. Ja sicher. Eine Meinung privat, eine zum anonymen Rumrülpsen in den Blogs und eine für den Beruf. – Wenn wir unsere Prinzipien ALLE IMMER hätten, wäre die Berufswelt und die Gesellschaft eine andere. Wenigstens machen wir uns noch nicht alle in die gleiche Hose…

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Juli 2011 at 18:07 - Permalink

        ja, ja und eine schwere Kindheit hatte er sicher auch. Schuld hat niemand, das wissen wir ja.

        • MNB schrieb am 7. Juli 2011 at 18:16 - Permalink

          sehr souverän reagiert. alle achtung ;) wenn sinn die ihm zugeschriebene bedeutung hätte, würde er mit dem finger schnippen und alles würde laufen wir er denkt. aber mit einem institut, welches von den auftraggebern finanziert wird, die ihr ergebnis kennen, ist er das selbe kleine a*loch, wie wir alle, die das system am laufen halten. siehe mehrere masstäbe größer bei hannah ahrendt. sinn ist doch nur das symbol, an dem man sich abarbeiten kann. auch wenn er sich zugegebenermassen prächtig eignet. aber sinn ist doch nur eines der gesichter der misere. nicht die misere selbst.

          hörtipp:

      • HHarlekin schrieb am 7. Juli 2011 at 18:33 - Permalink

        Gilt die Meinungsfreiheit nicht für Captain Ahab? Maulkorbgelüste für einen guten Zweck?

        Selbstverständlich gilt Meinungsfreiheit auch für unseren geliebten “Prof. Unrat”, aber wo bitte steht denn geschrieben, daß er seinen Quark ständig und überall unwidersprochen von sich geben darf? Meinungsfreiheit gilt doch auch für Gegenmeinung und Widerlegung. MERKE: GEGENMEINUNG IST KEIN MAULKORB! Ich staune immer wieder, wie oft das verwechselt wird.;-)

        Unverantwortlich handeln jene, die seine Äußerungen BESTELLEN und dann als Grund für ihr Politiksüppchen nehmen.

        Ja, aber:

        Der ist nicht Täter, nur prinzipienloser Mitläufer.

        stimmt natürlich nicht. Sinn ist selbstverständlich verantwortlich für den Käse, den er absondert, die Realität, die er verdreht, die Fakten, die er verfälscht.
        Sinn ist genauso ein Täter wie Hüther, Straubhaar, Weder di Mauro, Franz, wie alle ihre Auftraggeber und Handlanger etc … ;-)

        • schwitzig schrieb am 7. Juli 2011 at 18:39 - Permalink

          Sinn ist selbstverständlich verantwortlich für den Käse, den er absondert, die Realität, die er verdreht, die Fakten, die er verfälscht.
          Sinn ist genauso ein Täter wie Hüther, Straubhaar, Weder di Mauro, Franz, wie alle ihre Auftraggeber und Handlanger etc … ;-)

          Richtig. Und das sollte auch nicht vergessen werden, falls es tatsächlich mal zu einer Abrechnung kommen sollte. Die Entnazifizierung haben wir schon in den Sand gesetzt, da könnte Deutschland am Ende des Zyklus (das ich hoffentlich nicht mehr erleben muss) zeigen, wie man es besser macht.
          Falls ich es doch noch erlebe, werde ich mich auf jeden Fall an die Protagonisten erinnern :-).

          • HHarlekin schrieb am 7. Juli 2011 at 19:02 - Permalink

            ;-) Ah! Ca ira … les aristocrates…

            http://de.wikipedia.org/wiki/Ah!_Ça_ira

            Grüße

    22. Lemmy Caution schrieb am 7. Juli 2011 at 18:23 - Permalink

      Sinn ist halt wie Jens halt auch ein Polemiker.
      Aufgrund des demographischen Wandels und einer nach wie vor wenig durchdachten Einwanderungspolitik wird die Rentenkasse vermutlich in den nächsten Jahrzehnten Zuflüsse aus der Staatskasse benötigen. Und wenn Teile dieses Geldes in die Betroffenen der Verschuldungskrise fließt, fehlt es in Deutschland. So unlogisch find ich die Argumentation nun auch wieder nicht. Sicher polemisch, weil die Renten nur indirekt mit dem Staatshaushalt verbunden sind. Aber die Heftigkeit der hier vorgebrachten Unmutsäusserungen halte ich für ebenfalls polemisch.

      • Stefan K. schrieb am 7. Juli 2011 at 18:42 - Permalink

        Aufgrund des demographischen Wandels und einer nach wie vor wenig durchdachten Einwanderungspolitik wird die Rentenkasse

        Den demographischen Wandel oder besser, die geburtenstarken Jahrgänge liessen sich aus der Rentenkasse sehr gut finanzieren, wenn nicht nur die Lohn-und Gehaltseinkommen zur Finanzierung herangezogen werden – ist schließlich eine gesellschaftliche Aufgabe und zudem nur temporär).

      • Ranger schrieb am 7. Juli 2011 at 19:16 - Permalink

        Wenn wir EIN Problem auf dem Arbeitsmarkt nicht haben dann ist es ein demografisches. Dieser unsägliche Quatsch aus der Feder der neokonservativen Unternehmensführer dient NUR, NUR, WIRKLICH NUR dem Drücken der deutschen Gehälter bzw. noch perfider, dem Begründen der Abwanderung von oh so wichtigen und hochwertigen Jobs nach China.

        Polen wollen nicht für deutsche Zeitarbeitsfirmen arbeiten weil diese zu schlecht bezahlen, deutsche Fleischer arbeiten in Dänemark. Deutsche Doktoren der Chemie und zunehmend auch der Physik probieren’s in Deutschland wo sie ja gar so fehlen gar nicht mehr sondern schreiben statt 70 sinnlosen Bewerbungen in Deutschland lieber 5 in die Schweiz – mit gut 50% Zusagenquote. Bei der Einstellung wird dem deutschen Mitarbeiter dann sein Job und Arbeitsumfeld vorgestellt, das kann man sich hier gar nicht vorstellen (sei doch froh dass du hier sein darfst)…

      • Stefan K. schrieb am 7. Juli 2011 at 20:24 - Permalink

        Könnte natürlich auch sein, dass über die letzte Decade der Lohnzurückhaltung, zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnissen und Lohndumping eine Einnahmesituation für die Rentenkasse entstanden ist die so hohe Zuschüsse notwendig machen).
        D.h. auch, die Einnahmesituation ließe sich mit anderen Mitteln verbessern.

        • R_Winter schrieb am 7. Juli 2011 at 22:08 - Permalink

          Seit 1954 sind Gesetztes konform 350 Mrd. € für versicherungsfremde Leistungen mit Zustimmung der Gewerkschaften und Arbeitgeber aus der GRV entnommen wurden.
          Vom Aufbau der Bundeswehr unter Adenauer bis zur Sanierung des Personalbestandes in den Betrieben unter Kohl/Blüm..
          Wenn dieses bei den PRV geschehen wäre, hätten wir ein riesiges Geschrei von Enteignung der Aktionäre der PRV und Klagen vor den BVerG.

          • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 23:12 - Permalink

            Das sind Nebelkerzen ohne Ende, nicht darauf gerichtet, das eigene Argument zu verteidigen.

            Fakt ist dass, kontinuierlich wachsend, Steuerzahler und Beitragszahler (also wir als Gesellschaft) von Generation zu Generation relativ mehr vom Erwirtschafteten für die Versorgung der Altengeneration aufwenden. Auf den ersten Blick wäre das nicht das apostrophierte Erfolgsmodell.

            Die Verwaltungskosten sind gesetzlich gedrückt, wenn andere die eigenen Kosten tragen, braucht man es selber nicht. So etwas nennt man in Sinn’s Sprache Externalisierung von Kosten auf die Allgemeinheit. Wird sonst in diesem Forum nicht positiv gesehen.

          • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:43 - Permalink

            @34

            Lieber R_Winter, das hatten wir doch schon mal. Die GRV ist keine kapitalgedeckte Versicherung, sondern ein Umlagesystem. Aus einem Umlagesystem kann man kein Geld entnehmen und dann die Summen kumulieren. Das ist Unfug, auch wenn das auf eineigen nicht sonderlich seriösen Internetseiten so steht.

            • R_Winter schrieb am 8. Juli 2011 at 10:11 - Permalink

              Es ist unbestritten, dass sich die GRV durch ein Umlageverfahren finanziert und ich habe auch nichts anderes behauptet.
              Auch wenn es angeblich von wenig seriösen Internetseiten stammen soll, ist unbestritten, dass aus den Rücklagen der GRV seit 1954 über 350 Mrd. € für versicherungsfremde Leistungen entnommen wurden (Rücklagen wurden geplündert). In vielen Jahren waren die Einzahlungen für Rentenzahlungen höher als die geleisteten Rentenzahlungen.
              Es wäre ein leichtes gewesen, die Rentenberechnung zu ändern und höhere Renten auszuzahlen. Dann wäre die Schere zu den Pensionszahlungen heute mehr geschlossen.
              Es geht hier nicht um Worte, sondern um Tatsachen. Beweise das Gegenteil, dass aus den Rücklagen kein Geld entnommen wurde – es ist nicht möglich. Wortspiele bringen uns in der Sache nicht weiter.

            • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 10:33 - Permalink

              @R_Winter

              Auch wenn es angeblich von wenig seriösen Internetseiten stammen soll, ist unbestritten, dass aus den Rücklagen der GRV seit 1954 über 350 Mrd. € für versicherungsfremde Leistungen entnommen wurden (Rücklagen wurden geplündert).

              Wenn der Bund (angeblich) zu wenig Geld an die Rentner auszahlt, ist dies keine Entnahme. Eine Entnahme kann – genau so wie eine “Plünderung” – nur dann stattfinden, wenn man Geld aus einer Kasse nimmt. Das ist aber nie geschehen. Die Verzinsung und Akkontierung des Betrages ist zudem komplett unsinnig. Für einen heutigen Rentner macht es – egal wie man es dreht – 0,0% Unterschied, wenn der Bund im Jahre 1954 angeblich zu wenig Zuschüsse bezahlt hat.

              Es wäre ein leichtes gewesen, die Rentenberechnung zu ändern und höhere Renten auszuzahlen. Dann wäre die Schere zu den Pensionszahlungen heute mehr geschlossen.

              Was für eine blöde Idee. Wenn man Pensionen mit Renten vergleichen will, dann bitte mit der Summe aus GRV plus Betriebsrente – nur das ist seriös, weil vergleichbar.

              Es geht hier nicht um Worte, sondern um Tatsachen.

              Es geht um Propaganda der Rentner-Lobby. Propaganda, die relativ einfach zu entzaubern ist.

              Beweise das Gegenteil, dass aus den Rücklagen kein Geld entnommen wurde – es ist nicht möglich.

              ???

              Bei der GRV gibt es keine “echte” Rücklage, sondern nur die sog. Nachhatligkeitsrücklage, die nur die technische Funktion hat, Liquidität zu gewährleisten. Diese Rücklage kann man nicht “plündern”.

              Wortspiele bringen uns in der Sache nicht weiter.

              Eben. Erst wann man das Prinzip eines Umlagesystems verstanden hat, kommt man hier weiter.

      • gerhardq schrieb am 7. Juli 2011 at 20:36 - Permalink

        Mein Gott, was hatten wir für einen demographischen Wandel in den Jahren 1914-18 und 1939-45. Schon mal darüber nachgedacht, daß in dieser Zeit viele arbeitsfähige Menschen als Einzahler in die Sozialkassen ausgeschieden waren?
        Das Problem der gesetzlichen Sozialkassen liegt vor allem darin, daß sich viel zu viele Gutverdiener aus ihr verabschieden können. Und, daß die Arbeitgeberbeiträge gedeckelt sind. Beides ist politisch gewollt und hat vor allem den Sinn, daß die gesetzlichen Sozialversicherung diskreditiert werden können. Die Lobby der privaten Versicherungen spielt hier eine wichtige Rolle, ihnen geht es vor allem um das Abgreifen der Transferzahlungen. Jährlich werden in Deutschland ca. 800 Milliarden Euro an Transferleistungen bewegt, da wollen einige etwas von abhaben.

        Ich bin der Meinung, daß alle Einkommen zur Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen werden müssen. Da man heute bei Arbeitslosen und HartzIV-Empfängern schon keine Probleme damit hat, deren Zuwendungen zu deckeln, sollte es doch auch kein Problem sein, Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherungen ebenfalls zu deckeln. Das würde eben bedeuten, daß der Millonenzahler auch nur die Maximalrente erhält oder das gedeckelte Krankengeld.

      • Momo schrieb am 7. Juli 2011 at 20:43 - Permalink

        Sie schreiben:

        “Im Jahre 2009 betrug der gesamte Bundeszuschuß zu RV 57 Milliarden Euro, das entsprach 27,01 % der Gesamteinnahmen der RV. Von einem unerheblichen Zuschuß aus Steuergeldern kann somit nicht die Rede sein. Sinn hat recht.”

        Die zu dieser Thematik existierenden Daten sind zumeist bereits einige Jahre alt. Auf Basis der von mir im Internt aufgefundenen Daten für das Jahr 2002 zeigt sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung folgendes Bild (Daten lt. DIW):
        http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2005_06_versicherungsfremd.pdf

        - Versicherungsfremde Leistungen: 88,5 Mrd. Euro
        - Bundeszuschuss: 49,3 Mrd. Euro

        –> Durch Bundeszuschuss nicht abgedeckt (d,h. durch Versicherungsbeiträge fehlfinanziert): 39,2 Mrd. Euro.

        Résumé: Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung müsste um 39,2 Mrd. Euro höher ausfallen, um jene Rentenzahlungen auszugleichen, für die von den Rentenempfängern keine Rentenversicherungsbeiträge geleistet wurden.

    23. R_Winter schrieb am 7. Juli 2011 at 18:49 - Permalink

      Eine Rentenkürzung zur Finanzierung der Finanzspekulationen-Verluste gibt es schon lange in der der EU. Seit dem 1.1.2009 sind die Renten in Litauen um 12,5% gekürzt (200€ p.m. Durchschnittsrente bei Supermarktpreisen sehr nahe Deutschlands) und “hohe” Renten um 50%. Auslandsrenten – gleich welcher Höhe – wurden gesetzwidrig um 50% gekürzt. So ähnlich könnte es in Deutschland kommen, solange die Grenze von 648€ p.m. (Armutsgrenze) nicht unterschritten wird.
      Das Problem der nächsten 15 Jahre (ohne Finanzkrise) sind die zu 100% Staats finanzierten Pensionen. Sie betragen 2300€ p.m. (Renten 1048€ p.m.), aber dieses Problem wird nicht angegangen, da unsere Abgeordneten aus diesem Kreis kommen oder abhängig von ihnen sind. Das Problem der Pensionszahlungen ist noch zusätzlich größer, da sie um den Satz der Gehaltssteigerung der Beamtengehälter steigen und nicht um 0% – 0,99%, wie die Renten.
      Die vorgeschobenen Diskussionen um Rentenzahlungen sind nur ca. 60% des eigentlichen Problems. Sinn und die PRV wollen an die Renten, da die Pensionen unerreichbar sind.

      • Heldentasse schrieb am 7. Juli 2011 at 19:28 - Permalink

        Über Litauen wird in deutschsprachigen Medien m.E. selten berichtet, und wenn geht es in wohl in diese Richtung:

        Beim vergleichenden Blick nach Griechenland stellt sich schliesslich auch die Frage nach der Anspruchshaltung der Bevölkerung in Bezug auf den Sozialstaat. Eine solche gebe es durchaus auch in Litauen, sagt die LLRI-Analytikerin Leontjewa, doch sei sie wohl weniger ausgeprägt und werde weniger heftig zum Ausdruck gebracht. Jaunius Pusvaskis, der Generaldirektor des Baltic Management Institute, meint, in Griechenland hätte eine Regierung wie die Litauens keine Überlebenschance gehabt. Doch die Litauer tendierten zur Ansicht, dass die Regierung schon wisse, was sie tue, und ausserdem sei das Volk eher passiv.

        NZZ – Litauens harter Weg aus der Krise

        Aus Sicht der “mainstream” Analysten sind die Balten wohl die besseren Griechen :-(

    24. Momo schrieb am 7. Juli 2011 at 19:33 - Permalink

      Im Jahre 2003 forderte Sinn, die Rente für Kinderlose um die Hälfte zu kürzen. Rentenkürzungen soll es laut Sinn auch bei jenen greifen, die “nur” ein oder zwei Kinder in die Welt setzen. Siehe hierzu Professor Butterwegge anläßlich einer Anhörung im Hessischen Landtag im Jahre 2004:
      http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/butterwegge.pdf

      “Sinn empfiehlt die Staffelung von Altersrenten (und Pensionen) nach der Kinderzahl und eine Rentenkürzung für Kinderlose auf die Hälfte der „normalen“ Höhe: „Wer keine Kinder hat und insofern zu wenig tut, um seine eigene Rente im Umlagesystem zu sichern, muss die Konsequenzen tragen und selbst auf dem Wege der Ersparnis für Ersatz sorgen.“ Demjenigen, der keine Kinder in die Welt setzt und großzieht, kann man laut Sinn eine drastische Rentenkürzung zumuten. Altersrenten sollten seiner Meinung nach bloß deshalb „nicht auf Null reduziert“ werden, weil dadurch „ihre ökonomische Hauptfunktion als Schutz gegen die ökonomischen Konsequenzen der Kinderlosigkeit“ negiert und unberücksichtigt gelassen würde, dass Kinderlose wenigstens über den Familienlastenausgleich mit zur Finanzierung der Kinder anderer beitrügen: „Doch erscheint beim durchschnittlichen Rentenbezieher eine Kürzung der Rente auf die Hälfte als angebracht. Nur wer mindestens drei Kinder großzieht und durchschnittliche Beiträge gezahlt hat, dem kann die umlagefinanzierte Rente im bisher erwarteten Umfang erhalten bleiben.“”

      Und wer war im Jahre 2003 auf den Sinnschen Zug draufgesprungen? Richtig: Unsere damalige Oppositionsführerin und heutige Bundeskanzlerin Merkel. Im Jahre 2003 konnte man im Stern unter der Überschrift “Merkel will Kinderlose stärker belasten” folgendes lesen:
      http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/rente-merkel-will-kinderlose-staerker-belasten-505904.html

      “Konkret plädiere Merkel für die Vorschläge des Präsidenten des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn. Der ifo-Chef hatte angesichts der Überalterung der deutschen Bevölkerung gefordert, für durchschnittliche Rentner ohne Kinder die Bezüge zu halbieren. Auch Rentnern, die nur ein oder zwei Kinder erzogen hätten, sollten die Zahlungen anteilig gekürzt werden. Nur wer mindestens drei Kinder großgezogen und durchschnittliche Beiträge gezahlt habe, solle die gesetzliche Rente im erwarteten Umfang weiter erhalten, hatte Sinn gesagt.”

      Der sonst das hohe Lied von der “Eigenverantwortung” singende Professor Sinn gehört ja bekanntlich zu den Befürwortern der Verpflichtung der Arbeitnehmer zum Abschluss einer Riester-Rente. Wenn es um die Mehrung der Gewinne der privatwirtschaftlichen Versicherungkonzerne geht, dann ruft Sinn urplötzlich nach “dem Staat”, den er sonst zumeist verteufelt.

      • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:31 - Permalink

        Danke für den Ausflug in die Vergangenheit. Es ist schon erschreckend, was sich hinter dem Mann sonst noch verbirgt.

    25. hunsrückbäuerlein schrieb am 7. Juli 2011 at 20:17 - Permalink

      der herr prof. hat seinen namen frisiert, eigendlich heißt er sinnlos, damit paßt´s ja wieder. den kann man doch nicht ernst nehmen, aber leider kann der auch nicht seine klappe halten.

    26. Mirsad schrieb am 7. Juli 2011 at 20:24 - Permalink

      Moin meine lieben Linken Zentralplaner,

      Hr Prof. Sinn hat natürlich recht, obwohl er das sehr zuspitzt.

      Was viele nicht verstehen ist, dass das Phenomen “Inflation” nur durch einen Staat mit einer Notenbank möglich ist, soweit die Währung nicht goldgedeckt ist. Deswegen wären ja zB die ganze heutigen Finanzkrisen nicht möglich wenn es den Goldstandart gebe.

      Eure geliebte Notenbank, die EZB, die laut Statuten ja eigentlich keine Anleihen von Staaten kaufen darf, hat es trotzdem getan. SIe kaufte griechische Anleihen. Sie hat also etwas gekauft was eigentlich nichts wert ist. Wie hat sie es bezahlt? Sie hat Geld gedruckt.

      Dieses Geld erhöht die Geldmenge->Inflation

      Wen schädigt die Inflation? Genau, diejenigen die auf feste Geldströme angewiesen sind, Arbeiter und Rentner.

      Herr Sinn hat diesmal Recht.

      Beste Grüsse

      • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 20:35 - Permalink

        Was viele nicht verstehen ist, dass das Phenomen “Inflation” nur durch einen Staat mit einer Notenbank möglich ist, soweit die Währung nicht goldgedeckt ist. Deswegen wären ja zB die ganze heutigen Finanzkrisen nicht möglich wenn es den Goldstandart gebe.

        Inflation wie man es von goldgedeckten Währungen kennt (es gibt mehr Geld als die deckenden Goldreserven … ) gibt es in FIAT-Geldsystem nicht. Hier entsteht Geld (theoretisch) nur dann wenn es als Tauschmittel gebraucht wird und wird auch sofort wieder vernichtet wenn der Tausch stattgefiuunden hat. Sprich: Es entsteht nur dann Geld wenn jemand einen Kredit braucht. Da immer mehr Geld gebraucht wird (Börsenjargon “frisches Geld” ) entsteht unendlich viel davon.
        In FIAT-Geldsystemen wird Inflation einfach zu einem “allgemeinen starken Preisanstieg” “umgemünzt”. Und da von einer Inflation zu reden ist wie das lesen im Kaffeesatz ..

        EZB, die laut Statuten ja eigentlich keine Anleihen von Staaten kaufen darf

        Wo steht das ?

        • Lennard schrieb am 7. Juli 2011 at 21:32 - Permalink

          Nicht in den Statuten :P
          (http://www.ecb.int/ecb/legal/pdf/de_statute_2.pdf)
          Evtl. meint er den Passus im Lissabon-Vertrag, der angeblich die “Finanzierung der Schulden von Mitgliedsländern” verbietet. Tja, jetzt damit zu kommen ist bisl spät, nachdem der Vertrag mehrfach von den EU-Regierungen gebrochen wurde.

          Und weil’s gerade so gut passt:
          http://www.finanzfrage.net/frage/sollte-die-ezb-weiterhin-staatsanleihen-geschwaechter-eu-staaten-kaufen
          http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/eine-institution-broeckelt/1820832.html
          http://www.hintergrund.de/20100531917/kurzmeldungen/aktuell/bundesbank-ezb-muss-anleihenkauf-moeglichst-bald-beenden.html

          • Julius Census schrieb am 7. Juli 2011 at 21:42 - Permalink

            Evtl. meint er den Passus im Lissabon-Vertrag, der angeblich die “Finanzierung der Schulden von Mitgliedsländern” verbietet.

            Das kann das nur ein “Wasch mich aber mach mich nicht nass ” Statut sein.
            Als Bundesrepublik sind wir auch eine Förderation. Und wenn man das Geschreie in der EU bzgl. Griechenland ernst nimmt und auf die BRD anwendet hätte man Mecklenburg-Vorpommern oder früher auch das Saarand gleich in die “Selbständigkeit” entlassen können.

            Eine Solidargemeinschaft funktioniert eben nicht “ein Bisschen”.
            Entweder ganz oder gar nicht …

            Aber es gibt eben zu viele Paraneuiker in der Welt ..

            • Lennard schrieb am 7. Juli 2011 at 23:06 - Permalink

              Das kann das nur ein “Wasch mich aber mach mich nicht nass ” Statut sein.
              …
              Eine Solidargemeinschaft funktioniert eben nicht “ein Bisschen”.
              Entweder ganz oder gar nicht …

              Ich sehe Du verstehst.

      • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 09:34 - Permalink

        Wenn die Inflation hier eine Rolle spielt, dann nur bei der kapitalgedeckten Altersvorsorge. Eine umlagefinanzierte Altersvorsorge federt die Inflation naturgemäß ab, da die Löhne in der Regel mit der Inflation steigen. Wenn die Löhne dies nicht in voller Höhe tun, ist das ein Problem der Tarifpartnerschaft, aber kein Problem des Rentensystems.

        Der Zusammenhang zwischen “Griechenlandrettung” und Inflation ist jedoch ohnehin sehr vage. Machen wir doch mal ein Gedankenexperiment. Es gibt eine Umschuldung und die EZB muss 100 Mrd. Euro abschreiben. Diese 100 Mrd. stehen nun als Verluste in den Büchern. Nun “druckt” die EZB sich selbst 100 Mrd. Euro und gleicht die Schulden aus. Wo fließt ein Cent in den Geldkreislauf? Warum sollte durch einen solchen Buchungstrick Inflation entstehen?

    27. ricbor schrieb am 7. Juli 2011 at 20:29 - Permalink

      Im Jahre 2009 betrug der gesamte Bundeszuschuß zu RV 57 Milliarden Euro, das entsprach 27,01 % der Gesamteinnahmen der RV. Von einem unerheblichen Zuschuß aus Steuergeldern kann somit nicht die Rede sein. Sinn hat recht.

      • Momo schrieb am 7. Juli 2011 at 20:47 - Permalink

        Sie schreiben:

        “Im Jahre 2009 betrug der gesamte Bundeszuschuß zu RV 57 Milliarden Euro, das entsprach 27,01 % der Gesamteinnahmen der RV. Von einem unerheblichen Zuschuß aus Steuergeldern kann somit nicht die Rede sein. Sinn hat recht.”

        Die zu dieser Thematik existierenden Daten sind zumeist bereits einige Jahre alt. Auf Basis der von mir im Internt aufgefundenen Daten für das Jahr 2002 zeigt sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung folgendes Bild (Daten lt. DIW):
        http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2005_06_versicherungsfremd.pdf

        - Versicherungsfremde Leistungen: 88,5 Mrd. Euro
        – Bundeszuschuss: 49,3 Mrd. Euro

        –> Durch Bundeszuschuss nicht abgedeckt (d,h. durch Versicherungsbeiträge fehlfinanziert): 39,2 Mrd. Euro.

        Résumé: Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung müsste um 39,2 Mrd. Euro höher ausfallen, um jene Rentenzahlungen auszugleichen, für die von den Rentenempfängern keine Rentenversicherungsbeiträge geleistet wurden.

        • ricbor schrieb am 7. Juli 2011 at 21:13 - Permalink

          Momo, es gibt unzählige Berechnungen und Statistiken die mal das eine hinzufügen, das andere weglassen. Hier die offiziellen Angaben der DRV. Jeder kann sich rauslesen was er will.

          • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 21:38 - Permalink

            Eine Querüberlegung: Nach dem 2. Weltkrieg musste der Staat für die Versorgung von Millionen Vertriebener sorgen, die Versorgung von Kriegswitwen und Hinterbliebenen sicherstellen und die kriegsbedingten Folgen in den Sozialversicherungen abdecken.

            Daher leistete der Bund beispielsweise 1960 einen allgemeinen Zuschuss von knapp 30% zur Rentenversicherung. Nach seiner Rückführung bis 1985 auf 18% wurde er seitdem wieder kontinuierlich erhöht und beträgt heute wieder knapp 30% (inklusive Ökosteuer). Und das, obwohl in den letzten 40 Jahren keine vergleichbare nationale Katastrophe über Deutschland hereingebrochen ist.

            Und obwohl wir uns heute wieder auf Nachkriegsniveau befinden was die Unterstützung der Rentenkasse durch den Steuerzahler betrifft, ist der Beitragssatz in den vergangenen 40 Jahren von ehemals 17% auf heute 20% gestiegen, das System hat sich also relativ ziemlich verteuert.

        • R_Winter schrieb am 7. Juli 2011 at 21:48 - Permalink

          So?

          Bundesministerium für Arbeit und Soziales
          Bericht der Bundesregierung
          über die gesetzliche Rentenversicherung, insbesondere über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben, der Nachhaltigkeitsrücklage sowie des jeweils erforderlichen Beitragssatzes in den künftigen 15 Kalenderjahren gemäß § 154 Abs. 1 und 3 SGB VI
          (Rentenversicherungsbericht 2010)

          Seite 32:

          Renteneinnahmen 2010: 158 574 Mill. €
          Rentenausgaben 2010: 166 957 Mill. €

          So sieht die WIRKLICHKEIT aus. Alles andere sind keine Leistungen, die den Renten-Beitragszahler zukommen.

      • gerhardq schrieb am 7. Juli 2011 at 21:06 - Permalink

        Der Bundeszuschuß hat seine Ursachen in den versicherungsfremden Leistungen, der zu geringen Beitragsbemessungsgrenze und dem Rückgang der Einnahmen.
        Ein einfache Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen auf ca. 10.000,-EUR p.m. würde ausreichen, alle Bundeszuschüsse auf Null zu fahren!

        Aber viel interessanter sind die eigentlichen Kostenanteile der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie verbraucht weniger als 2% ihrer Einnahmen für Verwaltungsaufwand. Ich möchte die Privatversicherung sehen, die auch nur annähernd in diese Regionen vorstoßen kann. Das bedeutet doch, daß 98% aller Einnahmen direkt an die Leistungsempfänger weitergeleitet werden. Für mich ist die gesetzlichen Sozialversicherung nach dem Umlageverfahren ein Erfolgsmodell!

        Private Rentenversicherungen arbeiten nicht nach dem Umlageverfahren. Sie nehmen das Geld der Versicherten, ziehen ihre Kosten ab, und legen das Geld dann gewinnbringend an. Und sollten die Investitionen wider Erwarten keine Gewinne abwerfen und das angesparte Geld aufgebraucht sein, dann gehen die Privatversicherungen schlicht und einfach pleite. Ich glaube gelesen zu haben, daß in den letzten 10 Jahren etwa 80.000 Pensionskassen international pleite gemacht haben, vor allem in den angelsächsischen Ländern. Das ist das Risiko der kapitalgedeckten Altersvorsorge.

        Und was passiert mit der gesetzlichen Rentenversicherung im Inflationsfall? Ganz einfach, die Renten steigen wie auch die Löhne und Gehälter. Wenn mehr Einnahmen da sind, dann kann man auch mehr ausgeben. Diese Logik begreift ein Herr (Un)Sinn natürlich überhaupt nicht. Die gesetzlichen Sozialversicherungen nach dem Umlageverfahren sind weitestgehend inflationssicher. Die einzige wirkliche Gefahr droht ihr von den Neoliberalen und Finanzlobbyisten, für die eine preiswerte Versicherung Teufelswerk ist, daß man exorzieren muß. Schließlich muß man sich doch nach deren Verständnis mit allen wirtschaftlichen Tätigkeiten richtig die Taschen füllen. Gemeinnützigkeit ist für diese Herrschaften ein Fremdwort, daß sie noch nicht einmal übersetzen können.

        • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 21:25 - Permalink

          Ein einfache Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen auf ca. 10.000,-EUR p.m. würde ausreichen, alle Bundeszuschüsse auf Null zu fahren!

          Wie haben Sie das ermittelt?

          • R_Winter schrieb am 7. Juli 2011 at 21:56 - Permalink

            Warum sollten NUR die Beitragszahler zur GRV zahlen?
            Alle Steuerpflichtigen haben diese versicherungsfremde Leistungen zu zahlen – ALLE – auch jene, die nicht in die GRV einzahlen.

            Der Fehlbetrag für Rentenzahlung beträgt nur

            8383 Mill. € und nicht 40 000 – 55 000 Mill €, was wirklichkeitsfremd immer behauptet wird.
            Die Zahlen ergeben sich aus dem RENTENBERICHT 2010 der Bundesregierung.

            • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 22:06 - Permalink

              Ich hatte eigentlich eine Berechnung erwartet. Falls nicht, stelle ich morgen eine solche ein. Dann können wir schauen, ob Ihre These plausibel ist.

            • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 23:29 - Permalink

              Okay, rechnen wir. Die Erweiterung der Beitragsbemessungsgrenze würde ausschließlich das oberste Dezil der Bevölkerung betreffen. Bei den oberen 10% der Einkommenspyramide betrug 2007 das Durchschnittseinkommen 89.000 EUR, damals lag die Beitragsbemessungsgrenze bei 54.600 EUR. Es würden folglich 34.000 EUR im Schnitt zusätzlich dem Rentenversicherungsbeitrag unterworfen.

              Es gibt rund 40 Millionen Erwerbstätige in Deutschland, allerdings arbeiten davon nur 23,5 Millionen Vollzeit in Arbeitnehmerverhältnissen. Weiterer Tropfen im Wein: die oberen 10% beziehen nur einen geringen Teil ihres Einkommens aus Arbeitnehmertätigkeit. Aber unterstellen wir hier tatsächlich eine gleichbleibende Verteilung der Einkommensquellen. Dann reden wir von 2,35 Millionen Menschen.

              2,35 Millionen zahlen bestenfalls jeweils auf 34.000 EUR versicherungspflichtigem Einkommen Beiträge. So ergeben sich potentielle Mehreinnahmen von 16 Milliarden EUR bei einem Beitragssatz von 20%. Das wäre Best-case, tatsächlich verdient nur ein Bruchteil der oberen abhängig Beschäftigten im Schnitt 89.000 EUR.

              Quintessenz: Die Annahme, “Ein einfache Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen auf ca. 10.000,-EUR p.m. würde ausreichen, alle Bundeszuschüsse auf Null zu fahren!” ist völliger Unsinn.

            • gerhardq schrieb am 8. Juli 2011 at 09:32 - Permalink

              Sie haben Recht, es würde nicht ganz ausreichen. Aber meine Rechnung sieht etwa so aus:
              2,35 Mio Arbeitnehmer mit ca 90.000,-EUR Jahreseinkommen macht bei 20% Rentenanteil:
              18.000,-EUR Rentenanteil * 2,35 Mio Arbeitnehmer = 42,3 Milliarden zusätzliche Renteneinnahmen!

              In dieser Rechnung sind ein paar Annahmen:
              1. Die neuen Beitragszahler zahlen noch nicht ein
              2. 2,35Mio Arbeitnehmer sind eine grobe Schätzung

            • In Dubio schrieb am 8. Juli 2011 at 11:04 - Permalink

              Eben, Ihre Rechnung ist völlig geschönt. Da ja annahmegemäß es sich um Arbeitnehmer handelt, wurden auch bisher Rentenbeiträge entrichtet. Es kann also nur eine Differenzrechnung vorgenommen werden. Zudem unterstellt meine Kalkulation, dass die Beitragsbemessungsgrenze vollständig aufgehoben sei und sämtliches Einkommen aus Arbeitnehmertätigkeit stamme.

              Diese Annahmen sind natürlich unrealistisch und optimieren noch Ihre These. Tatsächlich könnte wahrscheinlicher mit so 20 Prozent des Optimalbetrages gerechnet werden. Lohnt sich wegen vielleicht 4 Milliarden Euro Mehreinnahmen eine komplizierte rechtliche, soziale und politische Debatte mit höchst ungewissem Ausgang?

        • ricbor schrieb am 7. Juli 2011 at 21:30 - Permalink

          Ein einfache Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen auf ca. 10.000,-EUR p.m. würde ausreichen, alle Bundeszuschüsse auf Null zu fahren!

          Wer das glaubt, glaubt auch, dass man Budgetdefizite durch Steuererhöhungen egalisieren kann. Bislang wurde noch jede Einnahmeerhöhung durch Beiträge und Steuern umgehend durch eine Leistungserhöhung konterkariert. Naturgesetz, sozusagen gottgewollt.

        • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 21:48 - Permalink

          [Die Rentenversicherung] verbraucht weniger als 2% ihrer Einnahmen für Verwaltungsaufwand. Ich möchte die Privatversicherung sehen, die auch nur annähernd in diese Regionen vorstoßen kann. (..) Für mich ist die gesetzlichen Sozialversicherung nach dem Umlageverfahren ein Erfolgsmodell!

          :-)
          Wenn einer Versicherung die meisten Verwaltungskosten von Dritten – Arbeitgebern (Unternehmen), Staat – abgenommen werden, der Gesetzgeber dazu dafür sorgt, dass viele Kosten erst gar nicht entstehen – Werbung aufgrund des Zwangscharakters, Prüfungskosten, Rechtskosten etc. – kann man lustig darüber philosophieren, wie günstig ein Zwangssystem ist.

          • R_Winter schrieb am 7. Juli 2011 at 22:00 - Permalink

            Die Overhead-Kosten der GRV beträt 4%
            Die Overhead-Kosten + Gewinn der PRV betragen je nach Versicherung 10% – 14%

            • In Dubio schrieb am 7. Juli 2011 at 22:05 - Permalink

              Was keine Antwort auf meinen Einwand ist. Die privaten Krankenversicherungen müssen den zu erhebenden Beitrag selber ermitteln und einziehen. Bei der Rentenversicherung übernehmen das die Arbeitgeber, säumige Zahler gibt es schon per definitione nicht, und die Ermittlung der zu erhebenen Beiträge übernehmen ebenfalls die Unternehmen nach Vorgaben des Staates. Für ein aus einer Fehlberechnung resultierendes Defizit springt der Bund ein, der ggf. auch eine Erhöhung der Einnahmen veranlasst.

              Und: Kundenwerbung muss nicht betrieben werden. All das können (und wollen) Sie nicht widerlegen.

    28. Serious Sam schrieb am 7. Juli 2011 at 20:57 - Permalink

      Hans-Werner Sinn hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Griechenland lieber heute als morgen in den Staatsbankrott schicken und die Hellenen am liebsten aus der Eurozone werfen würde

      Ich ebenso, leider hört da keiner auf mich, oder Sinn, oder sonstwen, der diese vernünftige Ansicht vertritt :)

      Es ist absolut notwendig, die Bundesregierung dafür zu kritisieren, dass sie diese Kosten dem Steuerzahler ohne eine erkennbare Notlage aufbürdet

      Meine Rede seit jeher. Ach ja: ich halte Sinn für inkompetent in seiner Eigenschaft als prophezeiender Ökonom, aber dieses harte Schicksal teilt er bei mir mit allen anderen prophezeienden Ökonomen. Nicht, dass die das was interessieren würde :)

      Zum Fachdetail: ja, genau. Wieder mal ein guter Artikel, danke!

    29. Thaniell schrieb am 8. Juli 2011 at 00:27 - Permalink

      ist schon ganz richtig die Griechen zu finanzieren, dann die Spanier und die Portugiesen und die Iren und am Ende gehören sie alle uuunnns …. dann wird das endlich was mit dem europäischen Superstaat – nur bitte lasst die Politiker von vor 50 jahren oder die Verfassungsrichter dann das Grundgesetz für die Super-EU machen, sonst reicht kein Regenwald für das Ausdrucken des Vertragwerks und was nicht niet und nagelfest ist wird an Banken verschachert…

    30. Thaniell schrieb am 8. Juli 2011 at 00:30 - Permalink

      @Jens: Irgendwas scheint mit deiner Kommentarfunktion nicht zu stimmen… mein Beitrag (8.7., 00:29) ist jetzt oberhalb von etlichen von gestern (z.B. Stefan K., 07.07. 20:24)
      Das nur zur Info.

    31. John schrieb am 8. Juli 2011 at 01:26 - Permalink

      “…so kann dies ja nur heißen, dass die Beitragszahlungen in die Rentenversicherung durch die Garantien der Bundesregierung gefährdet werden.”

      Rentenansprüche bestehen aber nicht nur an das umlagefinanzierte Rentensystem, sondern auch an private Rententräger oder Ansprüche aus der Riester-Rente.
      Beide Ansprüche sind letztlich abhängig von den Banken, die damit im globalen Finanz-Casino gepokert haben.
      Aber keine Bange, der Steuerzahler zahlt ja jetzt dafür und wird so zwangsweise zum Rentenversicherungsträger…

    32. SteinMain schrieb am 8. Juli 2011 at 05:23 - Permalink

      Na solange der nicht noch als Klima Experte sein armes schmalziges Hirn zum Besten gibt.. glaub nicht erwähnenswert diese gedankengänge eines kleinen frustrierten menschen.

    33. das kleine Dummerchen schrieb am 8. Juli 2011 at 08:01 - Permalink

      Arrgh, und auf MoMa wird die Flat-Tax gehypt.
      In Tschechien sind alle glücklich und wohlhabend, weil sie eine Flat-Tax von 19% haben.

    34. matt_us schrieb am 8. Juli 2011 at 09:32 - Permalink

      Sinns Argumentation wird abenteuerlicher mit jedem Tag, indem er Griechenland in die Insolvenz zu druecken versucht. Noch mal zur kleinen Erinnerung, Insolvenz -> Default -> Credit Event -> Zahlungen in Milliardenhoehe fuer Credit Default Swap Besitzer.

      Man kann hier nicht den Zusammenhang ausklammern, und muss hier fast zu der Schlussfolgerung kommen, der Sinn hat in seinem ifo Schreibtisch einige Credit Default Swaps liegen, die auf die Pleite Griechenlands wetten.

      Zu den Punkten die hier angesprochen werden. Es ist wahrscheinlich richtig, dass die EZB einfach Geld drucken kann, um sich zu rekapitalisieren, wenn es zu Verlusten kommt. Nur die EZB ist aus verschiedenen Gruenden nicht an solchen Verlusten interessiert. Ueberhaupt nicht. Und die EZB hat das gerade gestern wieder bestaetigt. Hoert man nichts drueber, in der Presse. Warum wohl nicht?

      Hier fuer alle, die sich informieren wollen, mein neuester Beitrag in meinem Blog:

      http://eurogate101.com/2011/07/08/ahead-of-the-curve/

    35. matt_us schrieb am 8. Juli 2011 at 09:50 - Permalink

      Also, man sollte auch noch mal ueberlegen, wenn man immer noch eine Glauebigerbeteiligung fordert, welche privaten Banken ueberhaupt noch Anleihen von Griechenland halten. Das sind Commerzbank (2,9 Mrd Euro) und Deutsche Bank (1,6 Mrd Euro). Der Rest ist in quasi oeffentlicher Hand, durch Bad Banks, Genossenschaftbanken, und Landesbanken, die hier nochmal etwa 10 Mrd haben.

      Dazu kommen jetzt die KfW (auch eine oeffenliche Bank) die unseren deutschen Teil zur EU/IWF Finanzierung ausschuettet – wie Jens Berger schon sagte.

      Also, Glaebigerbeteiligung ist jetzt (ein Jahr nach der Griechenlandpleite) Steuerzahlerveraeppelung. Das jetzt vorzuschlagen, dafuer sollte der Schaeuble eigentlich aus dem Amt fliegen. Das ist schlimmer als die Plagiate Guttenbergs oder die Luegerei Bruederles. Nur dadurch, dass der Schaeuble sich mit dem Ackermann letzten Donnerstag in eine Pressekonferenz gesetzt hat sollte man eigentlich genug wissen – um den Mann aus dem Amt zu jagen.

      Also, der Ackermann hat weniger Geld investiert als die Commerzbank und die HRE Bad Bank (Steuerzahlerbank). Aber in die Pressekonferenz darf der Ackermann. Das ist nur noch Plutokratie fuer die Maechtigen, was uns hier Schaeuble und Merkel bieten. Das sind die groessten Deppen die es gibt. Das ist total Volksverdummung. Toleriert und unterstuetzt von den Medien, natuerlich, die die Plutokratie vertreten. Denn die sagen zwar auch, es ist Veraeppelung. Aber konsequent und nach einem Ruecktritt Schaeubles zu rufen, das machen die Medien nicht. Das ist schon lange ueberfaellig allerdings, in dieser Eurokrise.

      Hier die Zahlen wer genau was nach Griechenland verliehen hat.

      http://www.faz.net/artikel/S30638/europas-schuldenkrise-die-mogelpackung-der-deutschen-banken-30453773.html

      Und mein Bericht, wie insgesamt die Politiker sich hier zu Deppen machen lassen.

      http://eurogate101.com/2011/07/06/pleiteapostel-wucherer-lugner-und-deppen/

    36. Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 11:12 - Permalink

      Es ist sehr schade, dass folgender Artikel der FTD kostenpflichtig ist. Die Idee der “drei Professoren” stösst genau in das Horn, das ich seit langem blase ;-)

      • matt_us schrieb am 8. Juli 2011 at 12:44 - Permalink

        Also, ich bezahl nicht 2,50 fuer einen Kommentar von Thorsten Polleit, der wahrscheinlich nur die Sozialisierung der griechischen Staatschulden fordert. Aus Prinzip nicht! Das war vor einem Jahr vielleicht eine gute Idee, aber jetzt nicht mehr. Jetzt haben sich die Banken der Schulden erledigt, sie haengen zu 90% am deutschen Steuerzahler, jetzt muss zurueckgezahlt werden

        Lass mal einer 2,50 springen, damit wir uns ansehen koennen, was der Mann, der es fuer eine gute Idee haelt wenn jeder seine eigene Waehrung hat, zur Eurokrise zu sagen hat.

        • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 15:14 - Permalink

          Also in der Kurzzusammenfassung am Anfang klingt das aber anders.

      • kurms schrieb am 8. Juli 2011 at 12:58 - Permalink

        Habe den Artikel jetzt nicht gelesen, scheint mir aber ähnlich der Idee von Ron Paul zu sein (http://www.heise.de/tp/artikel/35/35071/1.html). Sagen die Professoren denn was zu den Ratingagenturen die dann vermutlich D schreien würden?

        • matt_us schrieb am 8. Juli 2011 at 14:18 - Permalink

          Zu dem Ron Paul Vorschlag – die FED oder EZB kauft Anleihen auf, die dann verbrannt werden.

          Toll – da koennte man auch gleich neues Geld genau so schoepfen, einfach drucken, dass dann an die Leute verteilen, (an die aermsten das Meiste) und es so in die Wirtschaft bringen. Das ist dann die naechste logische Schlussfolgerung von so einem Vorschlag. – Kann ich mir nicht vorstellen, dass Polleit das wollte.

          Ok ich spende 50 Cent, wenn wir noch vier andere zusammenbekommen kaufen wir uns den Artikel. ;-)

          • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 15:18 - Permalink

            Nein, wenn das Geld in den Kreislauf kommt, treibt es die Preise. Das Ron-Paul-Manöver ist jedoch komplett inflationsneutral – wenn man nichts auf dem Sekundärmarkt kauft, aber der Sekundärmarkt für GR-Bonds ist ohnehin versiegt. Eigentlich halte ich ja 0,Nix von Paul, aber der Vorschlag hat was. Und ich glaube, die drei FTD-Gastartikel blasen ins gleiche Horn. Ich bin mit 50 Cent dabei ;-)

            • matt_us schrieb am 8. Juli 2011 at 17:57 - Permalink

              Also, ich hab noch mal nach den Co-autoren gesucht, der mit Polliet das geschrieben hat fuer die FTD.

              Das hier hab ich von von Suntum gefunden. 2 Minuten You Tube, wo er erklaert wie Bad Banks funktionieren. Von 2009.

              Da sagt er doch glatt “Der Steeurzahler wird nicht belastet!”. Das ist schlicht und ergreifend gelogen. Denn genau deshalb gibt es doch Bad Banks. Wir haben davon im Moment 240 Mrd Euro Schrottpapiere, Ende 2010 wurden die uns aufgedrueckt. Sind Teil unserer Staatschulden nun.

              WO WIRD DER STEUERZAHLER NICHT BELASTET??? 240 Mrd Euro sind 12% unserer Staatschulden in Deutschland, nur wegen zwei lausigen Banken! HRE und West LB. Wurden einfach in unsere Staatschulden mit aufgenommen 2011.

              Ich sag es Dir, Jens, das wird wieder so eine Story sein. Die erzaehlen uns was, und es passiert genau das Gegenteil!

              Hier die “Luegerei ohne rot zu werden” aus You Tube von vor zwei Jahren!

              http://www.youtube.com/watch?v=MNmn2Rhdd3E

              Wenn sowas passiert, sollte der der Uni verwiesen werden – Professor Titel wird eingestampt – als Gauner und Betrueger an den Pranger gestellt werden – nicht noch weiter Maerchengeschichtchen fuer die FTD schreiben:

        • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 15:15 - Permalink

          Lass sie doch schreien. Who cares? Wird dadurch denn die Sicherheit für Kredite beeinträchtigt? Die Antwort ist ganz klar: Nein!

    37. HvonDreist schrieb am 8. Juli 2011 at 11:24 - Permalink

      Ich habe hier einen Vortrag von Herrn Sinn gefunden. Seine unbeirrbaren Kritiker werden sich wahrscheinlich die knappe Stunde Vortag kaum anhören. Ich fand es aber schon interessant, da er hier etwas sagt, was der Bundesregierung wohl kaum schmecken wird: “Deutschland hat nicht vom Euro profitiert!”
      Die sinkenden Einkommen, die Steuererhöhung und die Sozialreformen seien Ergebnis der Währungsunion und der damit verbundenen realen Abwertung in Deutschland.

      http://www.youtube.com/watch?v=tvcN1gkaEew

      So langsam beginne ich an der Europäischen Union wirklich zu zweifeln, denn es wird doch immer deutlicher, dass Deutschland zu einem Teilstaat dieses politischen Ungetüms werden und seine Souveränität und somit auch seine Demokratie aufgeben soll. Hier die Reaktion aus dem Bundestag auf die Verfassungsklage gegen den Rettungsschirm.

      http://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2011/pm_1107051.html

      • Spiegelfechter schrieb am 8. Juli 2011 at 11:36 - Permalink

        Ich habe hier einen Vortrag von Herrn Sinn gefunden. Seine unbeirrbaren Kritiker werden sich wahrscheinlich die knappe Stunde Vortag kaum anhören. Ich fand es aber schon interessant, da er hier etwas sagt, was der Bundesregierung wohl kaum schmecken wird: “Deutschland hat nicht vom Euro profitiert!”

        Ja, diesen Unfug verbreitet Sinn schon seit Ewigkeiten. Wer “rumpelökonomisch” in der Welt der Sinn´schen Basarökonomie argumentiert und tatsächlich meint, dass eine ultraharte Währung das Nonplusultra sei, ist m.E. aber ohnehin nicht sonderlich ernst zu nehmen.

        Die sinkenden Einkommen, die Steuererhöhung und die Sozialreformen seien Ergebnis der Währungsunion und der damit verbundenen realen Abwertung in Deutschland.

        Süß, das klingt ja fast so, als sei Sinn gegen die Sozialreformen und für steigende Einkommen – und was für Steuererhöhungen sollen das eigentlich sein?

        • HvonDreist schrieb am 8. Juli 2011 at 11:47 - Permalink

          Wahrscheinlich die Mehrwertsteuer.

    38. Axel schrieb am 8. Juli 2011 at 11:57 - Permalink

      Und Banken existieren im luftleeren Raum und finanzieren sich nicht über staatliche Notenbanken?

      Die Notenbanken hätten also den Banken die Kredite verweigern müssen, damit diese dann keine Kredite an Griechenland hätten geben können?

      Aber die Aufgabe der Notenbank ist doch die Geldpolitik. Und die beeinflußt sie (u. a.) über den Leitzins. Ein für alle Länder angemessener Leitzins ist doch aber nicht festlegbar gewesen. Den nationalen Notenbanken wurde das Instrument zur Steuerung der Kreditaufnahme also genommen,

      Das ist doch die fatale Fehlkonstruktion des Euro.

    39. Axel schrieb am 8. Juli 2011 at 12:39 - Permalink

      Es steht doch viel mehr auf dem Spiel als nur die Rente.. Die Frage ist doch nur wie weit das gehen wird.

      Natürlich sinkt der deutsche Lebenstandard durch die Rettungsschirme, da das Geld nicht zurückgezahlt werden wird und dadurch für den deutschen Bürger nicht zur Verfügung steht. Natürlich finanziert der deutsche Bürger dadurch die Griechen und andere.

      Das kann man ja fordern, aber ich denke der deutsche Bürger wird das freiwillig nicht ewig mitmachen, denn es wird ja kein Ende mehr finden, außer durch einen Crash der Finanzsysteme.

      Wenn man sich erstmal an den Rettungsschirm gewöhnt hat wird man immer wieder darauf hinweisen, dass er nötig ist, um das System zusammenzuhalten. Und wenn sich die “Problem” -Staaten erstmal des Rettungsschirms sicher sein können, werden auch die geforderten Reformen und Auflagen verwässert werden. Die Griechen holen sich das Geld dann über gewaltsame Proteste. Das alles werden wir doch live miterleben. Und alle Maßnahmen werden den Umverteilungsprozess nicht aufhalten können.

      Das alles nicht zu sagen, ist doch reine ideologische Vernebelung.

      Die durchschnittliche menschliche Natur ist doch so unendlich simpel (bis auf Ausnahmen). Sie kann nur durch geschickt sich gegenseitig konstruierte Institutionen unter Kontrolle gebracht werden. Immer mehr Macht in einer Hand zu konzentrieren, wie über die EU, wird in einen neuen Totalitarismus führen. Auch mit weniger Lebensstandard für die, die zu den Mitläufern dieser neuen Diktatur zählen werden.

      Ansätze zum Totalitarismus sind durch die Diffamierung von abweichenden Meinungen als rechtspopulistisch bereits vorhanden. Die Meinungsfreiheit ist längst eingeschränkt.

    40. R_Winter schrieb am 8. Juli 2011 at 17:09 - Permalink

      Antwort zu SF #45 – leider verrutscht.:

      Die Verzinsung und Akkontierung des Betrages ist zudem komplett unsinnig. Für einen heutigen Rentner macht es – egal wie man es dreht – 0,0% Unterschied, wenn der Bund im Jahre 1954 angeblich zu wenig Zuschüsse bezahlt hat.

      Wer hat es gesagt?

      Was für eine blöde Idee. Wenn man Pensionen mit Renten vergleichen will, dann bitte mit der Summe aus GRV plus Betriebsrente – nur das ist seriös, weil vergleichbar.

      Stimmt, ist Blödsinn – zu mindestens dieser Satz.

      Eben. Erst wann man das Prinzip eines Umlagesystems verstanden hat, kommt man hier weiter.

      Kein Kommentar…..

    41. Zalluskowsky schrieb am 8. Juli 2011 at 21:55 - Permalink

      Die Idee eines “EURO-Illusionsausgleichsfonds” mit minimaler Verzinsung und Tilgung bei wieder positivem Eigenkapital gegengebucht als “Stammumlaufvermögen” ist absolut einfach und lösungsadequat. Think it over.

    42. Miroslav schrieb am 9. Juli 2011 at 16:11 - Permalink

      Also Herr Berger, es ist doch wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, daß im Fall von möglichen Einsparungen auch der Bundeszuschuß zur Rentenversicherung betroffen sein könnte. Genug der Konjunktive? Da der Sozialbereich und damit auch dieser Bundeszuschuß einen beträchtlichen Teil des Bundeshaushaltes umfassen, könnte dieser Zuschuß (ca. 80 Mrd Euro) sicherlich als Kürzungspotential angesehen werden. Die andere Möglichkeit wäre eine Erhöhung des Beutragssatzes. In diesem Fall wären nicht die Rentner, sondern die Betragszahler betroffen (AN und AG), Im anderen Fall müßten die Renten gekürzt werden, oder aber Dinge wie Familienlastenausgleich, Ostrenten Neubundesländer, Aufstockungen Mindestrente, Kriegsfolge ect. gekürzt oder gestrichen werden. Entweder werden alle rasiert, oder man streicht die aus dem Bundeszuschuß finanzierten sozialen Zuckerles. Im übrigen Jens, mir ist schon klar, daß ein Umlageverfahren keine riesige Kapitaldeckung hat (auch nicht haben sollte), gleichwohl dürften Ihnen nicht entgangen sein, daß die Kapitalrücklage in den 60er Jahren ungleich häher war als heute. Viel Vermögen der GRV wurde seitdem liquidiert. Auch die gesetzliche (Bar-)Rücklage als Schwankungsreserve war dunnemals weitaus höher. Bis 1957 war die Rente übrigens kapitalgedeckt.

    43. Antje schrieb am 9. Juli 2011 at 19:07 - Permalink

      sorry das ist jetzt -aus mir völlig ungeklärten Gründen, in die falsche Spalte gerutscht :-(

      Gerade beim Spiegelfechter sind sehr viel sehr gut verfasste Artikel gegen die übliche Meinungsmache zu lesen und ausgerechnet bei diesem Thema kann nicht sein, was nicht wahr zu sein hat?

      Von wegen unseriös,
      habe ich auch mal gedacht, auch bei den teils drastischen Darstellungen auf einigen Seiten, bis mir nach und nach klar wurde, warum das so drastisch ist.
      So könnte man also denken, wenn man sich nicht schon ein paar Jahre damit beschäftigen würde.
      Es stimmt, es wird auch nichts einfach aus der Rentenversicherung entwendet,
      auch nicht seit 1954-
      sondern seit 1957, seit dem hat man der GRV Aufgaben übertragen, die nicht durch Beiträge abgedeckt sind, gesamtgesellschaftliche Aufgaben.
      Dafür muss der Bund Ersatzleistungen zahlen (das was sich heute Bundeszuschuss nennt) und zwar komplett, und genau das ist nie passiert, mit der Folge, dass der GRV bis heute rund 700 Mrd. zu wenig zurückerstattet wurden. Auch die Rücklage war einmal höher, was heute arg zusammengeschrumpft wurde.
      Es hat zig Änderungen seit Einführung des Umlagesystems gegeben, aber der bismarcksche Grundsatz seines §9 ist nachwievor gültig.

      In den ersten Jahren nannte man das auch noch Zwangsanleihen, dann Ersatzleistungen des Bundes, Bundeszuschuss hört sich ja auch viel besser an, um die Veruntreuung zu verschleiern, selbst Peter Bofinger hat das mal in einer Phönixrunde bemerkt (ich weiß nicht mehr genau wann das war, muss ich suchen). Und Rudolf Dreßler ist auch unseriös? 10. Oktober 1997:

      Wenn ich mir Jahr für Jahr (für durchaus berechtigte Aufgaben), Geld leihe, die aber ebenso Jahr für Jahr nur zu zwei Dritteln zurückzahle, wie nennt man das?
      Die Beitragsleistungen aus den Löhnen der gesetzlich Versicherten für die GRV, aus der die aktuellen Renten gezahlt werden, unterliegen dem Eigentumschutz. Nur leider gibt es keine transparente Buchhaltung, die genau nachvollziehbar belegt, für was, außer den Renten, sonst noch Gelder verwandt werden. Mit der Begründung des BVG-Urteils von 29.Dez. 1999, die die GRV-Beiträge der Beliebigkeit der Politik unterwerfen, lassen sich auch die Schulden für Griechenland bezahlen- noch kommt ja was auf die Konten der DRV.
      Von daher- weiß der gute Herr Sinn vielleicht etwas mehr?
      Die Politik hat sich die Rentenbeiträge zur Beute gemacht und das GRV-Selbstverwaltungsorgan ad absurdum geführt. Die Verwalter sind nur Staffage, die Vertreterversammlung ebenso.
      Keine andere berufsständische Rentenversicherung musste das hinnehmen- wieso nur die GRV-Versicherten?
      Das Urteil bezüglich der Künstlersozialkasse sagt etwas deutlich, was den GRV-Versicherten verweigert wird, wieso diese Ungleichbehandlung?
      Zitat Beschluß des BVG-Zweiten Senats vom 8. April 1987
      -2 BvR 909, 934, 935, 936, 938, 941, 942, 947/82, 64/83 und 142/84 – :
      “Die Gefahr der Aushöhlung besteht insbesondere dann, wenn die Sonderabgaben unter Berufung auf Sachgesetzgebungs­kompetenzen von Bund und Ländern ausge­dehnt und so ausgestaltet werden, daß sie an die Stelle von Steu­ern treten können. Wegen dieser Konkurrenz versagt es das Grundgesetz dem Gesetzgeber kompetenzrechtlich, Sonderabga­ben zur Erzielung von Einnahmen für den allgemeinen Finanzbe­darf eines öffentlichen Gemeinwesens zu erheben und das Auf­kommen aus derartigen Abgaben zur Finanzierung allgemeiner Staatsaufgaben zu verwenden.”
      . . .
      “Der Gesetzgeber kann sich seiner Rege­lungskompetenz für die Sozialversicherung nicht bedienen, um dadurch Mittel für die Finanzierung allgemeiner Staatsaufgaben aufzubringen. Die Finanzmasse der Sozialversicherung ist tatsächlich und rechtlich von den allgemeinen Staatsfinanzen getrennt. Ein Einsatz der Sozialversicherungsbeiträge zur Befriedigung des allgemeinen Finanzbedarfs des Staates ist ausgeschlossen.”

      Was ist unseriös an welchen Seiten? Was nicht in die politisch gewollte Darstellung passt, ist unseriös? Den Sprechern aus dem BMA, BMF, Wikipedia und den Verwaltern der DRV zu den nicht durch Beiträge abgedeckten Leistungen, ist Folge zu leisten?

      Ist das was die ADG seit Jahrzehnten nach den Angaben der DRV recherchiert unseriös? http://www.adg-ev.de
      http://www.adg-ev.de/Dokumente/Infos/vfL10Januar.pdf

      Das was Knut Albrecht hier
      http://www.rentenreform-alternative.de/versichfremd.htm
      mühevoll zusammengestellt hat ist unseriös?

      Das Schwarzbuch von Immanuel Schaich (der daran 30 Jahre gearbeitet hat)
      ist unseriös?
      http://www.adg-ev.de/Dokumente/Infos/Schwarzbuch%20RV.pdf

      Unseriös?
      http://www.ak-sozialpolitik.de/doku/05_soziales/sgb_vi/1957ff_rente_anpassungen.pdf

      Prof. Winfried Schmähl ist unseriös?
      http://www.single-generation.de/wissenschaft/oekonomie/winfried_schmaehl.htm

      Zitat: “Lohnnebenkosten könnten um 7 bis 8 Beitragssatzpunkte sinken.
      Die Größenordnung der als versicherungsfremd angesehenen Leistungen beziffert Schmähl für 1995 im Gesamtvolumen auf 135 Mrd. DM (Neuere Zahlen liegen nicht vor.). Andere Schätzungen, z.B. die vom Institut für Wirtschaftsforschung oder vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger gelangen zu einem ähnlichen Volumen. Schmähl kommt zu dem Ergebnis, „dass die lohnbezogenen Beitragssätze in der Sozialversicherung bei vorsichtiger Kalkulation mindestens um 7 bis 8 Beitragssatzpunkte niedriger sein könnten“ (Schmähl, S. 614), wenn die Beiträge (sozial-) versicherungsbezogen verwendet würden. http://webarchiv.bundestag.de/archive/2008/0506/wissen/analysen/2003/2003_01_24.pdf ”

      etc.

      Nein, es wird auch nichts aus der Rentenversicherungs geklaut, das macht man anders.
      Die Zeitreihen der DRV offenbaren es:
      Alles bekommt man nicht, aber es gibt Leute die aus frühen Jahren, als es noch aufrichtigere Dokumentationen gab, die Ausgaben aufbewahrt haben, hier nur einige:
      http://www.deutsche-rentenversicherung-knappschaft-bahn-see.de/sid_AAE1735DCFD017F593B90F68BAA08B39.cae01/SiteGlobals/Forms/Suche/de/DRVKBS/Servicesuche_Formular.html?view=&resourceId=60844&input_=&pageLocale=de&allOfTheseWords=Zeitreihen&searchEngineQueryString=%28path_%3A%2FDRVM%2FDRVKBS%2F*+OR+path_%3A%2FDRVM%2FSharedDocs%2F*+%29&searchEngineQueryString.HASH=9d3caf06bc0e0df6&sortString=-score&sortString.HASH=15bcfdded4f6972e&searchArchive=0&searchArchive.HASH=9a5991435b13b7b3&searchIssued=0&searchIssued.HASH=9a5991435b13b5b3&submit=Suchen

      Es kann jede Quellenangabe gegen recherchiert werden.
      Die Lobby derer, die unbedingt verhindern wollen, wie hoch die tatsächlichen
      Entnahmen aus der GRV für nicht beitragsgedeckte Leistungen sind, ist weit größer als die Rentnerlobby-
      Rentnerlobby, das hört sich sehr verächtlich an, als wenn die nichts besserses zu tun haben, als 30 Jahre Daten auszuwerten, weit vorher als man Rentner wurde. Indem Moment wo man Rentner wird, mutiert man zu einem unseriösen Lobbyisten?
      (Ich bin übrigens noch einige Jahre davon entfernt).

      Die einfachste Sache ist, sich direkt mit Otto Teufel z.B. auseinander setzen- von wegen Seriosität.

    44. Antje schrieb am 9. Juli 2011 at 19:52 - Permalink

      ach ja,
      genau zum Thema:
      Otto Teufel referiert zum Thema Zweiklassengesellschaft in den Sozialversicherungen und das was sich Bundeszuschuss nennt,
      am 4. September beim ver.di-OV-Lübeck und am 5. Sept. 19:00 Uhr im Ostfriesenhof, Groningerstr. in Leer.
      Jeder ist herzlich eingeladen, vor allem die, die Fragen haben und nicht glauben/wissen können/wollen was mit Fakten belegt ist.

      Also, einfach seinen Ausführungen mit Fakten widersprechen und ihn
      der Unwahrheit überführen.

      Zu Stefan K.
      Ja, die zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse sind ein (gewolltes?) gigantisches Problem,
      damit würgt man jede Altersversorgung ab.
      Was bleibt? Jeder heutige junge Mensch wird hoffentlich dann auch mit gutem Beispiel voran gehen:
      sozialverträglich Frühableben?

    45. gexx schrieb am 9. Juli 2011 at 20:16 - Permalink

      Sinn ist ein Schwätzer der übelsten Sorte, aber so Unrecht hat er nicht.
      Wenngleich man – ähnlich Frau Schwarzer – das geistige Niveau schon an der Tatsache ablesen kann, dass er in der BILD veröffentlicht.

      Die Milliarden wären sicherlich besser angebracht, um Griechenland nach einer geordneten Insolvenz wieder auf die Beine zu helfen. Momentan schadet der “Rettungsplan” vor allem den europäischen Haushalten, nützt den Griechen wenig (trotz der verordneten Hungerkur wird auch diese Paket das Problem nicht lösen), und nützt in erster Linie den Gläubigern Griechenlands.

      Man kann sich ausmalen, wer am Ende wieder auf den wertlosen Wertpapieren sitzen bleiben wird….

      Aber wir haben’s ja, immer raus mit den Milliarden. Kommt über die Rüstungsindustrie ja wieder rein, vielleicht haben die arabischen Diktatoren ja auch Interesse an Plutonium. Endlager – und Finanzprobleme auf einen Schlag gelöst ;)


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