Vivat, vivat
geschrieben am 08. Juli 2011 von Stefan Sasse
Von Stefan Sasse
Auf SpiegelOnline findet sich einmal mehr eine Lobhudelei auf Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der SPD. Der Autor, Roland Nelles, macht vier Probleme aus, die dieser bei den Wahlen 2013 als Spitzenkandidat haben könnte. Vorher ergeht er sich allerdings erneut in den Fähigkeiten, die Steinbrück zum idealen Spitzenkandidaten machen: Der Mann ist einfach gut, kantig, kompetent, nicht verschwurbelt. Ein Macher, Anführer und so weiter. Logo, dass er gut ankommt. Er sticht heraus aus der ewig gleichen Röttgen-Merkel-Westerwelle-Leier, er weckt politische Phantasien, Hoffnungen: auf ein besseres Deutschland, eine coolere Regierung, klare Verhältnisse, zackiges Durchregieren. Herrlich. Aha. Politische Phantasien weckt Steinbrück? Welche denn? Die Tugenden, die Nelles hier herausstreicht, sind Tugenden die beim deutschen Wähler tatsächlich ankommen. Durchregieren, zackig, schluss mit Kompromissen! Ja, das freut das deutsche Herz. Wenn es keine Kompromisse zu schließen gibt, wenn man auf die Partei und das Parlament so richtig scheißt, das sind die Zeiten, die der Deutsche für großartig demokratische hält. Nichts könnte falscher sein.
Warum die Redakteure an den grünen Tischen Steinbrück lieben ist nicht schwer zu verstehen, und Nelles liefert diese Gründe auch gleich mit: Steinbrück bedient diese Sehnsucht gekonnt. Er macht genau dort weiter, wo der gescheiterte Ex-Liebling der Deutschen, Karl-Theodor zu Guttenberg, aufgehört hat. Er gibt den Mann mit Überzeugungen, der anders als der Rest der Politiker-Truppe nicht beim ersten Widerstand einknickt. Er macht keine Kompromisse, er wirft seine eigenen Ideale nicht über Bord. Ganz genau. Steinbrück ist Guttenberg reloaded, oder, um es exakter zu sagen, er ist ein wiedergekehrter Gerhard Schröder. Medien stellen Politik gerne in Personen dar, das war schon immer so. Röttgen und Merkel liefern keine Personengeschichten. Steinbrück, Schröder, Guttenberg – die sind kantig, die bringen Zitate, wenige Worte lang, gerade richtig für Überschriften. Ich würde ihn auch lieben.
Allerdings, geeignet für einen Kanzlerkandidaten macht ihn das nicht. Die vier Gründe, an denen er laut Nelles scheitern könnte, sind dabei nicht das ernsthafte Problem. Sie sind vielmehr Produkt dieser speziellen Journalisten-Sehnsucht. Den Neid der “mittelmäßigen” Durchschnittspolitiker macht Nelles als ein Problem aus, und obwohl er nicht Unrecht darin hat, dass unser aktuelles Politikpersonal viel zu wünschen übrig lässt: Steinbrück ist maximal der einäugige König unter den Blinden, aber kaum die große Politikhoffnung. Ein viel größeres Problem als der “Neid” der Mittelmäßigen ist ein anderes, das Nelles auch erkennt: Steinbrück ist nicht teamfähig. Er sagt, die Grünen passen nicht zu ihm, da seine Koalition mit ihnen in NRW 2005 gescheitert ist. Politik aber ist die Kunst des Kompromisses, nicht die Kunst des möglichst großen Draufschlagens. Steinbrück kann das Letztere gut repräsentieren, aber kann er verantwortlich eine Regierung leiten, vermitteln und Kompromisse schließen?
Das ist sehr unwahrscheinlich. Stattdessen wird er wohl den Schröder machen und den Schmidt und sich gegen seine eigene Partei profilieren, den “besten Kanzler, den die CDU niemals hatte” geben, wie ein schönen Bonmot über Helmut Schmidt lautet. Er würde dann sicherlich gerne erinnert werden, und man würde ihn als elder statesmen begrüßen und um Rat fragen. Nur, die nächsten Wahlen würde er verlieren.
Stefan Sasse
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Heute Bilderberger, morgen Bundeskanzler. ;-)
Die Frage ist doch letztlich , mit wem die politische Agenda “Neoliberal” fortgeschrieben würde oder nicht. Steinbrück bzw. die SPD haben sich nicht davon nicht distanziert.
“Herr Steinbrück, wir wollen Sie nicht, und wir brauchen Sie auch nicht. Je eher Sie gehen, desto besser”
Köstlich :-) Hehe.
Ich habe von Peer Steinbrück eine Antwort auf meine Anfrage bezüglich der Bilderberger-Konferenz erhalten. Wenn Jens es erlaubt, würde ich sie hier veröffentlichen. Jens, bitte kurz melden! :-)
Interessant, auch wenn ich nicht an viel neues glaube. Es gibt jedoch bislang keine öffentliche Antwort von ihm. Lust mir das privat zu schicken?
Sicher, wie kann ich Dich erreichen?
Vielen Dank. Vorübergehend unter:
Mein Nickname at marsmail.de
Hallo Natalie,
diese Antwort von Herrn Steinbrück zum Bilderbergtreffen würde mich auch interessieren. Wäre super wenn du sie mir mal schicken könntest?!
An Nickname at gmx.de.
Vielen Danke
Mehr noch: ein Fall für den Kommissar. Ab in die Zelle.
Wie steht es heute bei den NDS so treffend zum Autor des Schleimtextes:
Was kann man daraus erkennen? Die SPD ist doch platt!!! Da ist nicht nur der
der Einäugige unter diesen Parteiblinden der König, da ist auch ein Schaum-
schläger der Macher unter den Waschweibern! Vom Regen in die Traufe!
Diese “Schaudemokratie” ist doch gelähmt! Weiter so??? Leute, der Knall
kommt früher als ihr denkt!
Komplett. Sie ist einfach überflüssig. Wirklich linke Themen deckt die Linke ab (wenn die nicht soviel mit sich selbst beschäftigt wäre und aus mehr als Gysi bestehen würde, könnten die richtig Stimmen fischen), alles Andere für was die SPD in den letzten Jahren stand, teilen sich CDUFPDGRÜNE untereinander auf. Das Personal ist komplett blutleer und/oder verbraucht (eine neue, große Brille macht nocht keinen besseren Politiker).
Nicht das es bei den anderen Parteien besser wäre, aber da erwartet man auch nichts anderes (wen gibt es neben Mutti eigentlich nocht so in der CDSU? Was sollen diese ganzen Praktikanten, die die FDP als Minister einsetzt? Wo sind die richtigen?).
Seit den letzten Jahren unter H.Kohl warte ich auf den Knall. Ich meine ich werde auch noch in zwanzig Jahren auf den Knall warten …..
Auch S21, Griechenland- Spanien- oder gar Italienpleite, Kriege in Nordafrika oder Pakistan, AlKaida oder CIA, bestochene Politiker oder korrupte Beamte werden daran nichts änder…. die Lethargie grenzt schon an Hirntot. Und ich schließe mich da nicht einmal aus, wenn ich ehrlich bin. Ein paar BLOGs lesen und hin und wieder demonstrieren. Was ist das schon? Die Arbeit bei ai habe ich schon seit ein paar Jahren an den Nagel gehängt, ebenso wie die aktive Arbeit in der Gewerkschaft. Sysyphos-Arbeit ohne Erfolgserlebnisse … und täglich grüßt das Murmeltier. Gute Nacht!
Also, nochmal, hab es gerade unter den SPIEGEL Artikel geschrieben.
Das groesste Problem Steinbruecks: Der ist fuer die 240 Mrd HRE und West LB Bad Bank Schulden verantwortlich, die dem Steuerzahler aufgedrueckt wurden. Locker mal 13% der Schulden, nur wegen persoenlichen Unvermoegens Steinbruecks (zusammen mit Weber/Weidmann/Asmussen sind das die Hauptschuldigen!)
So eine Flasche ueberahupt zu loben, ist schon eine Zumutung.
Dann kommt noch dazu, dass er ja wohl auch immer noch fuer eine Glaeubigerbeteiligung ist. Was das heisst fuer Griechenland, wo 90% der Glaeubiger hier in Deutschland jetzt der Steuerzahler ist, ist ja wohl klar. Der gehoert in die gleiche Klasse von Penner und Depp wie der Schaeuble. Einer der nur fuer die Plutokratie arbeitet – und dem Steuerzahler Schulden aufdrucekt, damit die Wohlhabenden reicher werden.
Das hat ich ja schon mal begruendet, warum Schaueble ein Depp ist – Steinbrueck kann man da gleich mit einreihen:
http://eurogate101.com/2011/07/06/pleiteapostel-wucherer-lugner-und-deppen/
Leider geht es hier nicht um Kompetenz, sondern um eine Person als Projektionsfläche. Und als solcher ist Steinbrück der einzige in der SPD, der eine gewisse Persönlichkeit darstellt.
Außerdem hält die Mehrzahl der Deutschen Peer doch für den sachlich, nüchternen Politiker, der uns während der Finanzkrise vor den Untergang des Abendlandes bewahrt hat. Ich bin mal gespannt, ob diese Seifenblase noch platzt.
“Leider geht es hier nicht um Kompetenz, sondern um eine Person als Projektionsfläche.”
Das ist aber doch wohl hoffentlich nicht akzeptabel! Oder?
Das ist nicht akzeptabel, aber in der heutigen Politikerlandschaft normal. Welche Kompetenzen besitzen unsere derzeitigen Minister für ihre Ämter? Die Kompetenz kommt meistens (oder auch nicht) durch die Wahl der richtigen Berater.
Kommt drauf an. Es braucht immer eine Person als Projektionsfläche; die Frage ist ja eher, was genau projiziiert wird.
Banal gesagt, dass was einen gerade in den Kram passt. Sarah Wagenknecht als kommunistisches Schreckgespenst, Oscar als unbelehrbarer “Flinte ins Korn”- Schmeißer oder eben Peer als markigen, kompetenten Staatsmann.
Traurig ist, dass daneben Inhalte mittlerweile kaum noch eine Rolle spielen.
Wo sind die wirklich wichtigen Details in diesem Artikel?
Was man wissen muß:
- Steinbrücks Teilnahme am Bilderbergtreffen 2011
- Laufbahn von Nelles: Journalistenschule des Axel-Springer-Verlags
Mit diesem ganzen Lametta lichtet man nicht den “Fog of War”.
who cares?
Entweder die SPD hat mit Steinbrück an der Spitze ein gutes Programm und ist glaubwürdig oder eben nicht. Mit wem der Mann sich privat trifft ist doch völlig unerheblich.
Der war gut!
Oder eben nicht, eben.
Wie kann man nur immer noch von der Glaubwürdigkeit der sPD reden oder gar darauf hoffen? Das Thema ist vom Tisch, und zwar schon lange. Wer immer noch auf ein Einsehen dieser Partei wartet, was Glaubwürdigkeit, Sozialdemokratie etc. angeht, der rennt auch ein zweites Mal mit dem Kopf vor die Wand. Und ein drittes und viertes Mal, weil es so schön war.
Das habe ich auch gedacht. Was uns Stefan eigentlich sagen will, ist mir nicht ganz klar. Die Frage, ob Steinbrück Kanzler könne, stellt sich angesichts seiner Vorgeschichte überhaupt nicht. Aber das Versagen im Amt wird gar nicht thematistiert.
Ich finde auch, dass Stefan bei seiner Auseinandersetzung mit dem Spiegel-Artikel dem Autor gehörig auf den Leim geht, wenn er den Zuschreibungen wie “Durchregieren, zackig, schluss mit Kompromissen”, die beim Wähler ankommen würden, zustimmt. Das bedeutet doch nur, dass es berechtigte Gründe gäbe, Steinbrück aufzustellen. Aber die gibt es in Wirklichkeit nicht. Nur so zu tun, als gäbe es doch welche, ist die Strategie der PR-Macher. Wo inhaltlich nichts ist, muss eine absurde Geschichte um das Wirken einer Person gesponnen werden. Sich daran zu beteiligen und die dahinter stehende Meinungsmache nicht zu durchschauen, ist wirklich schlecht.
Übrigens hat Steinbrück auch schon als Ministerpräsident von NRW die oben gelieferten Zuschreibungen erfüllt, auf Partei und Landtag geschissen und versucht mit dem anderen Gauner Roland Koch gemeinsame Sache zu machen. Das hat die Wähler auch nicht sonderlich beeindruckt genauso wenig, wie seine Extratour bei der Bundestagswahl 2009, wo er gegen die eigene Parteilinie verlauten ließ, am liebsten mit Frau Merkel weitermachen zu wollen.
Steinbrück ist kein Kandidat, sondern ein großes Unglück. Dementsprechend sollte er auch behandelt bzw. verhindert werden. Aber das besorgt der Herr Nelles schon selbst, wenn die Zeit vor der Wahl gekommen ist. Ernsthaft die Frage zu diskutieren, ob er als Kanzlerkandidat tauglich sei, ist einfach nur absurd und ablenkend zugleich. Zum neuen Guttenberg taugt er auch nicht, weil ihm a) die eingekaufte Facebook-Gruppe fehlt, b) eine öffentlichkeitsverliebte Frau, mit der er gemeinsam ins Kanzleramt paarlaufen könnte und natürlich c) der Haaransatz.
Die beste Steinbrück-Charakterisierung hat meiner Meinung nach ohnehin Michel Glos geliefert, als der sich nach seinem Rücktritt als Wirtschaftsminister in der Bundestagsfraktion ausgeheult haben soll. Merkel habe nur an den Lippen Steinbrücks gehangen, wurde er zitiert und dann kommt’s, “dabei müsse man ihm auch jeden Satz aufschreiben”.
das stimmt, ich wusste hinter auch nicht so genau, was er wollte.
So schlimm kann es aber irgendwie insgesamt nicht gewesen sein, immerhin ist Deutschland besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen Länder. Konjunkturprogramm und Kurzarbeit waren schon nicht das allerverkehrteste.
Gibt es ja auch. Die SPD könnte mit ihm u. U. die Wahl eher gewinnen als mit anderen Kandidaten.
Steinbrück hat das aber alles bis zuletzt abgelehnt. Für ihn war die Krise ein amerikanisches Problem. Im Bundestag hat er damals die Amerikaner verspottet. Als die Finanzkrise dann seiner Meinung nach wie ein “Spring ins Feld Teufel” doch noch über uns kam, hat er sich lange Zeit gegen Konjunkturprogramme gesperrt und sie als Strohfeuer diffamiert.
Ich würde sagen, die SPD kann mit keinem Kandidaten eine Wahl gewinnen, solange sie sich nicht inhaltlich von ihrer Agendapolitik distanziert und sich damit auch von ihrem belasteten Führungspersonal trennt.
Ich glaube nicht, dass der einst vergraulte SPD-Wähler so dumm ist, sich von den Stones einwickeln zu lassen.
Doch, doch… Er wählt ja diesmal die Grünen :-)
Steinbrück ist vor allem ein Mann der Finanzindustrie. Da hilft ihm auch sein Camouflage-Buch nicht. Es ist völlig unverständlich, dass die SPD in der aktuellen Situation mit dem Gedanken spielt, dieses trojanische Pferd als Kanzlerkandidaten aufzustellen. Die SPD hat Antworten zu finden auf die Fragen, die die Finanzkrise aufwirft. Das bedeutet auch, dass sie sich absolut unabhängig von der Finanzindustrie machen muss. Wenn sie Steinbrück aufstellt, ist sie konzeptionell grandios gescheitert und auf viele Jahre blockiert.
Die große Konstante in der deutschen Politik ist die zweite immer schön unaufällig im Hintergrund agierende Reihe im Finanzministerium (Asmussen, Weidmann, Issing, …). Von Eichel über Steinbrück über Schäuble jetzt wieder unter Steinbrück? Die machen die Politik über Jahrzehnte und der Finanzlobbyist Steinbrück wird sie nicht daran hindern.
Es gibt allerdings einen Hoffnungsschimmer. Gestern im ARD-Politbarometer wurde mal wieder medial dreist die Beliebtheit der Kanzlerin nur der Beliebtheit von Steinbrück gegenübergestellt. Auch dort schon der manipulative Spin, dass nur Steinbrück der Kandidat der SPD sein wird. Aber viel interessanter war, dass die Grünen in der Wählergunst fast gleichauf mit der SPD liegen.
Sollte sich die SPD entschließen, tatsächlich den Steinbrück aufzustellen, dann werden die Steinbrück-Gegner in der SPD das Zünglein an der Waage sein. Dann hoffe ich, dass die Intelligenten aus taktischen Gründen “Grün” wählen werden. Denn wenn die Grünen den Kanzler stellen, wird Steinbrück ganz sicher den Lafontaine machen und sich wieder seinen albernen Vorträgen und lukrativen Nebengeschäftchen widmen.
Kann natürlich sein, dass die SPD lieber unter der CDU weiter wurschtelt, als einen grünen Kanzler zu akzeptieren. Aber auch das würde ihr nicht bekommen und sollte sie sich gut überlegen. Dann wäre es nämlich Zeit für eine dritte Linke Partei, weil man die SPD komplett abschreiben kann.
Sehe ich im Ergebnis ähnlich. Die 23% der letzten Bundestagswahl waren noch nicht wenig genug.
Zumal auf jeden Hype das Bashing folgt. Bis zur Wahl gilt Steinbrück als zu kantig, inkompetent, selbstverliebt, unfähig als Politiker, weil er beim Kinderstreicheln keine gute Figur macht, und überhaupt, die Art, die hat die Journallie bis dahin über.
Als 15 Prozentpartei muss ;) doch dann die inhaltliche Neuausrichtung kommen
Nene, Steinbrück könnte eine Menge Wähler aus der Mitte (enttäuschte CDUler und FDPler) veranlassen, SPD zu wählen. Also vom Wahlergebnis her würde ich die SPD mit Steinbrück bei knapp über 30 % sehen. Ob dann aber eine rot/grüne Koalition irgendwas grundlegend anders machen würde als jetzt schwarz-gelb, wage ich zu bezweifeln. Steinbrück ist einfach inhaltlich nicht der Kanzler, den wir brauchen.
enttäuschte CDUler und FDPler gehen mindestens hälftig auch zu den Grünen, weshalb sich das dann aufhebt.
Einfach mal die Wählerwanderung der letzten Bundestagswahl studieren. Zwischen Grünen und FDP gibt es den geringsten Wähleraustausch, beide Segmente passen nicht zusammen. Häufiger wählen enttäuschte FDP-Anhänger Union oder SPD.
Hm.
Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, wie diese “Wählerwanderung” ermittelt wird. Ich glaube mich zwar dunkel zu erinnern, dass es stichprobenartige Befragungen von Wählern direkt nach Verlassen des Wahllokals geben soll, habe dies aber selbst noch nie gesehen, geschweige denn persönlich erlebt. Und selbst wenn. Eine stichprobenartige Befragung bringt noch lange keine wirkliche realitätsbezogene Ermittlung.
Ich habe eher das Gefühl, da sitzen ein paar kaffeesatzlesende Politstrategen in verdunkelten Hinterzimmern und basteln für die jeweils gerade erwünschte Erklärung, warum Partei X gerade dieses desaströse Ergebnis eingefahren hat, die dafür passende Wählerwanderung zurecht.
In bei früheren Wahlen repräsentativen Stimmbezirken werden die Wähler direkt nach der Stimmabgabe nach ihrer Wahl befragt. Zu den Fragen gehört auch, welche Partei man zuvor gewählt hat. Aus den Daten wird die sogenannte Prognose errechnet, die um 18 Uhr des Wahlabends erscheint.
Diese Prognosen sind mit geringen Varianzen meist sehr dicht am endgültigen Ergebnis. Wenn also die Prognosen als Gesamtschau sehr präzise sind, so gilt das prinzipiell auch für die Wählerwanderung. Sie haben jedoch einen statistischen Fehler: ein gewisser Prozentsatz erinnert sich nicht mehr richtig an die vorherige Wahl oder “schönt” seine Aussage, indem er behauptet, vorher das Gleiche gewählt zu haben. Dann gibt es keine Wählerwanderung.
Um Kaffeesatzleserei jedenfalls handelt es sich nicht.
… ‘Steinbrück ein Mann der Finanzindustrie’ – i.O. soweit, so gut! Aber dann outest du dich als schlichtweg dämlich, indem du ganz salopp meinst, Steinbrück würde ‘den Lafontaine’ machen.
He, was soll das ? Hast du keine Ahnung für was Oskar ’98 stand und heute immer noch steht ?
Steinbrück als Kanzler,…dann dürfte die SPD auf 15% sinken, wenn den Leuten aufgeht, dass Steinbrück mit dem S in dem Parteikürzel ähnlich wie Schröder aber auch rein gar NICHTS am Hut hat. Und ne Koalition mit den Grünen, die er offensichtlich zutiefst verachtet( der kann, wen wunderts, besser mir der wirtschaftsfaschistoiden FDP) kann überhaupt nicht funktionieren. Grobklotz und Besserwisser Steinbrück mit Roth, Trittin, Özdemir und vielen anderen der Grünen Führungsriege in einer Regierungskoalition,…wie sollte das funktionieren??
Sehe und höre ich Steinbrück in seiner speziellen (Gott)Attitüde , sehe ich das Bild eines Absolutisten, der großmäulig und selbstherrlich D noch tiefer in die mentale als auch wirtschaftliche Krise führen wird. Dagegen war Schröder ein Teamplayer. Deshalb würde ich Steinbrück eher mit dem (ebenso) Egomanen Clement vergleichen wollen.
Alles Diener der Plutokratie, wie absolut alle Presseorgane!
Gerade laeuft eine interessante Pressekonferenz in England, mit Cameron, ueber den Presseskandal hier in GB. Denn die Presseleute sind wirklich kriminell hier in GB (Besonders natuerlich von dermaechtigen Murdoch Gruppe), und dann wurden sie auch noch Pressesprecher fuer die Regierung. Ob sowas nicht auch in Deutschland passiert – nur mal so eine Ueberlegung?
Das mit dem Bilderbergmeeting wuerde ich Steinbrueck nicht so ankreiden. Wenn ich eingeladen wuerde, waere ich auch mit dabei! ;-)
Es geht hier um sein Versagen als Finanzminister und auch Ministerpraesident von NRW. Jeder andere mit weniger Erfahrung von der SPD koennte einen besseren Job machen, Aber die werden von der Plutokratiepresse natuerlich nicht hochgejubelt. Denn man will blos keinen anderen, der nicht fuer die Finanzbranche und die Millionaere und Milliardaere, denen die Presse gehoert, troetet.
Die Medien lieben Überschriftenlieferanten, das stimmt. Aber das ist keine dauerhafte Liebe, die wird auch wieder entzogen – bei Guttenberg gottlob sehr schnell, Schröder durfte erst noch Kanzler werden, war dann aber auch bald der Buhmann (und das war vor 13 Jahren, die Medienlandschaft hat sich seither aber verändert, ist schneller und gnadenloser geworden). Entsprechend wird auch die Entzauberung Steinbrücks nicht lange auf sich warten lassen. Einziges Risiko: Schwarzgelb fährt die Koalition innerhalb der nächsten Wocehn an die Wand, es gibt Neuwahlen, und die SPD braucht von einem Tag auf den anderen einen Kandidaten. Dann, fürchte ich, kommen wir um einen Kanzler Steinbrück nicht rum. Ansonsten hoffe ich auf die Erinnerung der Sozialdemokratie, für welche Politik der neoliberale Herr Steinbrück eigentlich tatsächlich steht.
Schwarzgelb fährt die Koalition innerhalb der nächsten Wocehn an die Wand, es gibt NeuwahlenIch muss zugeben, dass würde ich gerne erleben. Gerade wo es ab 01.07. kein gültiges Wahlrecht mehr gibt. Vor allem deshalb werden sich CDUFPD aber zusammenreisen, bis zum bitteren Ende.
Naja, nicht wirklich.
Die einschlägigen Medien mussten ja durchweg alle “zum Jagen getragen” werden. Bis zu der Plagiatsaffäre haben diese ihn doch auch trotz seiner oftmaligen zweifelhaften Ministerentscheidungen mit allen Klauen verteidigt und bis zum kommenden Bundeskanzler hochgejubelt. Erst als die Plagiate gar nicht mehr zu leugnen waren, sind die meisten (nicht einmal alle) vorsichtig umgeschwenkt.
Also, wenn die Medien (bzw. die dahinter stehenden Kräfte) jemanden unbedingt haben wollen, dann ziehen sie diese Nummer auch solange durch, bis die dagegen stehende Faktenlage zu erdrückend wird.
Die Frage ist doch eher, ob der durch die Medien Aufgebaute auch der wirklich Gewollte ist (wie im Falle Guttenberg) oder eher ein Pappkamerad, den man zum passenden Zeitpunkt schnell wieder sturmreif schießen kann.
Das ist ja eigentlich nicht das Schlimme. Ich glaube Guttenberg wurde bewusst geopfert, um mal von dem generellen Gemurksel abzulenken, was hier in der Bundesregierung vor sich geht. Wenn man sich mal objektiv betrachtet, was sich Schaeuble und Merkel in der Europakrise – die nun mal eine grosse Herausforderung an das Regierungsteam stellt, leisten, da bekommt man nur das Grausen. Da ist es egal ob man den Euro behalten will, oder nicht. Egal welche Einstellung man hat, die Regierung macht nur Dummheiten. Der einzigen Partei der sie hilft in der Krise ist den Spekulanten, die auf Pleite wetten.
Aber trotzdem – aus den MSM kein Muckser – dass Schaeuble/Merkel/Weber nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Da hoert man gar nichts! Oder vielleicht haben die alle mit CDS auf Griechenlandtot gewettet. Denn wieso sonst keine Kritik an der Fuehrung der Regierung?
O, super, endlich wieder einmal einen Sasse. Und erst noch zu Steinbrück, dem einzigen SPD-Politiker mit Rückgrat und klaren Worten (Kavallerie und so).
Das ist nicht mehr als ein untauglicher Vergleich mit den falschen Subjekten.
Was fehlt Steinbrück, was die anderen auch nicht haben ?
Den Banken und anderen Lobbygruppen nach dem Maul reden, kann nun inzwischen Jede und Jeder. Und mit “inzwischen” meine ich das bereits fortgeschrittene Stadium der Demokratie.
Natürlich hat Steinbrück keine Chance auf die Kanzlerschaft, jedenfalls aus heutiger Sicht.
Bis zur Wahl kann allerdings noch viel passieren…
Die SPD mit Steinbrück wäre das kleinste Übel. Bilderberger hin oder her.
Ich bin nun 48 Jahre. Ergo darf ich seit 30 Jahren wählen. In all dieser Zeit ging es (fast) immer darum das kleinste Übel zu Wählen. Soll DAS Demokratie sein? Mir wird übel …
Nur weil die Deutschen anno dunnemals 1933 das größte anzunehmende Übel gewählt haben müssen wir nun für alle Zeit das kleinere Übel wählen. Der bundesdeutsche Wähler als so eine Art verfluchter fliegender Holländer. Ein wenig erfreulicher Gedanke den man aber vielleicht mal in einem postmodernen Theaterstück verwursteln könnte …
Ich befürchte ich habe heute meinen “Depressiven”.
War nie anders, wird nie anders sein. Sollteste Dich langsam dran gewöhnt haben. Das hat auch nichts mit Deutschland zu tun, das ist in jedem Land so. Entweder man hat keine Wahl (Diktatur) oder die Wahl des kleineren Übels. Das geht gar nicht anders. Wie auch?
MOMENT!
Bevor wir aneinander vorbei reden. Selbstverständlich müssen in einer Demokratie immer Kompromisse gefunden werden. Das geht nicht anders.
Aber: nachdem der Bürger (=Wähler) der Souverän ist müsste man doch annehmen dass die ganz überwiegende Zahl der Politiker (und damit der Parteien) ganz konsequent das Wohl des einzelnen “Ottonormalbürgers” im Blickfeld haben. Jenseits aller unterschiedlichen Sichtweisen oder Ideologien müsste ich daher die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten haben und nicht zwischen “Übeln”.
Steinbrück, Steinmeier, Schröder, Merkel, vd Leyen, Schäuble, Guttenberg, Niebel, Westerwelle, Fischer … um ganz spontan ein paar Namen in den Raum zu werfen hatten doch immer “höhere” Interessen im Sinn. Der Bürger ist und bleibt Untertan. Wer heute mal die Debatte um die Panzer für SA verfolgt hat kann sich vorstellen was die Herren und Damen der Regierung von uns halten. Möglichst doof halten, die da unten. Und auch Rot/Grün lieferte bereits Waffen an die Saudischen Menschenschlächter. Also. Weg mit dem kleineren Übel, her mit echter Demokratie!
Die Antwort, fürchte ich, hast du dir hier gleich selbst gegeben:
(Stefan Sasse ist da zwar anderer Meinung; er meint, die NSDAP sei nicht demokratisch an die Macht gekommen.)
Und diese Aussage von Gast ist auch richtig:
Wer mehr erwartet wird enttäuscht.
Ich bin nicht sicher, ob man so klar zwischen “höheren” Zielen und den Interessen der Bürger unterscheiden kann. “Höhere” Ziele (Wirtschaftswachstum, Umwelt, Europa, whatever) sind ja mittelfristig auch für die Bürger wichtig. Z.B. kann man ja ohne weiteres argumentieren, dass die Bankenrettung großen Schaden von der Wirtschafts insgesamt abgewendet hat (also auch von vielen Bürgern bzw. ihren Arbeitsplätzen), genauso jetzt die Rettung von Griechenland. Ich sehe da nicht, dass sich höhere Ziele und Bürgerinteressen grundsätzlich ausschließen.
Bei Demokratie geht es insgesamt schon um bischen mehr als nur Repräsentanten auszuwählen, die einem verkauft werden wie Waschmittel. Dass sich die Demokratie in Deutschland dazu entwickelt hat, dass alles Augenmerk nur noch darauf liegt, welche Volkspartei nun gerade wieder “dran” ist, weil die andere gerade bischen abgewirtschaftet hat, ist eher ein Anzeichen ihrer Reformbedürftigkeit insgesamt. Guck mal über den Tellerrand, zb. nach Island, Spanien, in die arabische Welt oder auch nur Stuttgart, und du siehst, es tut sich sogar was…
Doch, doch .. Da kennst Du den deutschen Michel nur noch nicht gut genug. Der sagt sich kein “Schwarz-Gelb” mehr und wählt .. die Grünen und SPD.
Da kannst Du auch einen Hamster in seinem Rad wählen lassen, das Ergebnis wäre so ziemlich das gleiche.
Ich befürchte, der “Michel” wählt Schwarz-Grün. Das ist dann die ganz grosse Katastrophe.
Schlimmer als ein Steinbrück, der möglicherweise noch mit der FDP koaliert? Ich denke nicht. Der interne SPD-Reformprozess steht weiterhin aus. Sie in der Opposition zu halten, gibt ihr den Anlass, noch mal nachzudenken, und Dinge zu ändern. Mit der Wahl Steinbrücks würde man die SchröderBlairSeeheimer-SPD nur noch bestätigen, und gar nichts würde sich ändern. Die CDU dagegen hat sich – für ihre Verhältnisse! – schon positiv verändert. Nicht ohne Grund schimpfen Konservative über die “Sozialdemokratisierung” der CDU.
Und dass Merkel immer nur guckt, was gerade populär ist, um das dann zu machen – ja meine Herren, was wollt ihr denn sonst? Das ist doch genau Demokratie! Wenn eine Mehrheit was will, und die Regierung aber was ganz anderes macht im Interesse von Lobby-Minderheiten, ist es doch auch nicht besser. Und was würde der “kantige” Banken-Steinbrück wohl machen – Hartz4 abschaffen? Träumt weiter.
Die Worthülse “Demokratie” ist die größte Verarsche der Menschheitsgeschichte.
Die westliche Welt wichst sich noch immer einen ab auf ein System, das von Steuerhinterziehern (boston tea party) und Machtgeilen (Bourgeoisie wird zum Geldadel) begründet wurde.
Meinungsfreiheit: Als faselnder Penner mit einem Schild “das Ende ist nahe” durch New York laufen (wenns genehm ist)
Tähä
Alles was ich will ist meine Ruhe und die Versorgung der Menschheit und wenn’s geht noch einen kühlen Drink
…wenn nur diese Menschen nicht wären ;)
Tja, ohne Demokratie interessiert blos überhaupt niemanden irgendwie, was du willst. Außer natürlich, du bist der Diktator. Da würde ich aber Demokratie inkl. Merkel doch vorziehen.
@politclown
Du machst Deinem Namen alle Ehre!
interessiert es jetzt etwas was ich (der bürger) will?
nöö!
solange geld da war, haben die bürger alles abgenickt, aber das geld ist weg und die politiker sind verzogen (ja genau wie kleine a-lochkinder)
und deine “demokratie” ist eine illusion, zumindest das was du mit demokratie assoziierst
@ gast:
danke!
Ob schwarz-gelb und rot-grün ist doch inzwischen auch völlig egal. Der einzige Unterschied zu schwarz-gelb besteht im dauerempörten Gesichtsausdruck der Claudia Roth nebst passender Betroffenheitslyrik. Aber auch das wird an einem neoliberalen Politkstil, der weitermacht, wie bisher, rein gar nichts ändern
Eines wird hier sehr deutlich: eigentlich kann man die nächsten Wahlen ausfallen lassen. Diese Figur gehört nicht an die Spitze eines Kabinetts, der Kerl gehört wegen seiner Untreue zu Lasten der Bundesrepublik vor Gericht gestellt und für ein Weilchen aus dem Verkehr gezogen. Einschließlich seines Goldman-Sachs Deutschland Adlatus’ Asmussen.
Tja. Was sagt uns das?
Wir werden von einer CDU/CSU/FDP/SPD/Grünen Superkoalition regiert. Solange die einen regieren spielen die anderen ein bischen Opposition bis sich das ganze wieder dreht. Unter Steinbrück bekommen wir dann vielleicht eine Rot/Gelbe Koalition. An der Politik wird das nichts ändern, die machen nämlich Eon, Deutsche Bank und Co.
Tja, so richtig finde ich nicht die Kritik, die den Spiegel-Online-Artikel kritisieren sollte.
Derzeit haben wir genau das, was angeblich Stefan Sasse wünscht:
Funny. Habe ich hier in den letzten Wochen an irgendeiner Stelle überlesen, dass der Spiegelfechter zu den größten Verehrern Angela Merkels gehört? Die Stellenbeschreibung passt auf die amtierende Kanzlerin wie die Faust aufs Auge (zugegeben, ein unpassender Begriff). Merkel ist so kompromissbereit, die würde irgendwann selbst mit Gregor Gysi eine Linie finden, wenn’s denn der Macht, pardon, der Sache dienlich ist.
Sicher, Steinbrück ist eher One-Man-Show, aber der Wähler – nicht nur in Deutschland – hat gemeinhin eine Sehnsucht danach. Der Spiegelfechter auch, sonst würde er nicht soviel Wert darauf legen, Probleme auf einzelne Personen zu personalisieren, wo man den ganzen Frust abladen kann. Steinewerfer im Glashaus. Aber, Steinbrück hat auch etwas, das ebenfalls Gerhard Schröder hatte: eine große Überzeugungskraft, die Mehrheiten drehen kann. Dazu verfügt er über eine Eigenschaft, die Helmut Schmidt in seinem Bestseller “Außer Dienst” als wichtig für Politiker nannte: er kann sich in komplexe Sachverhalte einarbeiten und sich umfangreiches Fachwissen aneignen. Vor der Finanzkrise galt der Sozialdemokrat nicht als Fachmann für Finanzmärkte, heute zollen ihm die meisten Insider höchsten Respekt. Mit Anbiederung erhält man den jedoch nicht.
Die Wahrheit ist: ein rein linkes Programm ist weder in Deutschland noch in den meisten westlichen Ländern mehrheitsfähig. Außerhalb unserer Landesgrenzen geht es häufig nur noch um die Frage, ob nun eine rechts-konservative oder rechts-populistische Regierung an die Macht kommt. Die Union übrigens hätte auch nie mit einem dezidiert Rechtskonservativen reüssieren können. So ist Steinbrück eine sehr logische Wahl, fähig, zahlreiche enttäuschte gutverdienende Unionswähler und frustrierte Liberale für die Sozialdemokraten zu gewinnen. Auf der anderen Seite ist ein gewisser Teil der ehemals treuen Wählerschaft der Sozialdemokratie dauerhaft an die Linkspartei verloren. Das ist nicht nur in Deutschland so, einfach über den Tellerrand schauen.
Wäre er ein guter Kanzler? Ist das wirklich die Frage? Besser als jeder vom vorhandenen Personal, auf jeden Fall. Das ist das einzige Kriterium in einer Demokratie für die Personalauswahl. Ansonsten sollten wir demnächst auf monster.de eine Anzeige schalten. Deutschland fehlt in der Regierung Überzeugungskraft, über die verfügt Steinbrück. In nationalen und internationalen Gremien gehört weiterhin ein hohes Maß an Durchsetzungskraft und Machtkenntnis dazu. Auch dies gilt für den Hanseaten, zweifellos. Und letztends bringt er etwas mit, was für politische Ämter immer wichtiger, aber immer rarer wird: Unabhängigkeit.
Tatsächlich? Nun, Steinbrück wird bei der nächsten Bundestagswahl jenseits der gesetzlichen Altersgrenze sein, Zeit für eine große Karriere bleibt da nicht mehr. Er muss sich also darauf konzentrieren, in wenigen Jahren Eindrucksvolles zu bewegen. Wenn man es einzusetzen weiß, kann das Amt des Bundeskanzlers ein sehr mächtiges sein, wie Gerhard Schröder in seinen besten Stunden demonstrierte. Nur frisst das Amt so viel Kraft, dass dessen Ausübung sowieso nicht dauerhaft anzuraten ist.
Angela Merkel jedenfalls hat sich vor kurzem Lästerreien über ihren Vorgänger Schröder und dessen Abgang verbeten. Jeder Tag im Amt des Bundeskanzlers ist ein Überlebenskampf. Dies heute 7 Jahre durchzuhalten, ist eine Kunst.
Merkel ist kompromissbereit?
In welcher Welt denn? In einer Lobby-Welt!
Siehe Atomverlängerung, Rückzug nach Fukushima und dann Protektion des Energie-Oligopols!
Eine Linke Mehrheit wurde sogar schon gewählt, siehe Willy Brandt.
Peer würde eher sozialdemokratische Wähler vertreiben und konservative in geringem Maße zur SPD wechseln lassen. Was dann wohl eher diese Wähler zu den grünen oder Linken treiben würde.
Und zu Angies “Überlebenskampf” nur die Anmerkung, das wir das jetzt aussitzen müssen. “Alternativlos”!
Das ist doch eine sehr mutige Aussage. Historiker würden den Willy Brandt des Jahres 1969 nicht umbedingt als “links” einstufen. Gut, das beiseite. Die SPD zog ohne potentiellen Koalitionspartner in den Wahlkampf 1969, nachdem man zuvor mit der Union regiert und die Ämter geteilt hatte. Die SPD errang knapp 43% und wurde zweitstärkste Fraktion nach der Union mit 46%.
Die FDP war ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gegangen. Sie galt damals nicht gerade als linke Partei und auch nicht als “sozialliberal”. In der Wahlnacht dealten dann Willy Brandt und Walter Scheel eine Partnerschaft aus, die so für den Wähler nicht ersichtlich war. Zudem kamen die neuen Koalitionäre nur deshalb zu einer parlamentarischen Mehrheit, weil die rechtsradikale NPD knapp an der 5%-Hürde scheiterte.
Als einen Sieg linker Parteien und eines linken Kandidaten würde ich das keinesfalls bezeichnen.
aha, weil die FDP damals entdeckte, dass Sie auch sozialliberal können, war dies keine linke Mehrheit. Obwohl die konservative CDU in die Opposition geschickt wurde…
Deine Argumentation ist abstruß.
Was man auch am Wahlsieg rot-grün ´98 sehen kann.
Oder war das auch keine linke Mehrheit?
(Natürlich wurde der Wählerwille unter rot-grün nicht erfüllt, aber das bestreitet die SPD bis heute…)
“Der weltweit beachtete Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943 leitete symbolisch die Entspannungspolitik ein, die später in die Ostverträge mit Polen und der Sowjetunion mündete. Hinzu kam der Grundlagenvertrag mit der DDR. 1970 hatte er sich in Erfurt mit dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR Willi Stoph zunächst zum ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen im Erfurter Hof und dann in Kassel getroffen. Die Erfurter „Willy, Willy“-Rufe waren eindeutig auf Brandt bezogen und irritierten die DDR-Machthaber. Es folgte ein Abkommen mit der Tschechoslowakei. Für seine Ostpolitik erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.”
Ich würde Willy Brand schon als links bezeichnen.
Die Behauptung, die Deutschen würden einen linken Kanzler wählen, setzt voraus, dass dem Wähler das tatsächlich als Option präsentiert wurde. Oder meinst Du, die Deutschen hätten 2005 eine Mehrwertsteuer von 3% gewählt?
Mit einem dezidiert wirtschaftsfreundlichen Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder, der keine Politik gegen die Wirtschaft machen wollte? Dann ist Steinbrück auch ein linker Kandidat.
Was Du zu Willy Brandt nennst, war eine Veränderung der Außenpolitik – nachdem er zum Kanzler gewählt war. Die Frage ist jedoch, hatte er bei der Wahl 1969 ein dezidiert linkes Programm und einen entsprechenden potentiellen Koalitionspartner? Beides muss verneint werden.
Willy Brandt war in der Großen Koalition maßgeblich für die Notstandsgesetze verantwortlich, ein Gesetzespaket, das von der außerparlamentarischen Opposition vehement bekämpft wurde.
Bundestagswahl 1972:
“… Es war ein emotional geführter Wahlkampf mit hoher Wahlbeteiligung, denn es ging um die Bestätigung oder Ablehnung der ersten Sozialliberalen Koalition der Bundesgeschichte und ihrer kontrovers aufgenommenen Ostpolitik. Erstmals durften auch junge Menschen im Alter von 18 bis 20 Jahren an der Bundestagswahl teilnehmen, nachdem im Juli 1970 das Wahlalter gesenkt worden war.
Die Wahl endete mit dem größten Erfolg für die SPD in ihrer Geschichte.”
Aus Wikipedia.
“Dann ist Steinbrück auch ein linker Kandidat.”
LOL
Viel Spaß noch beim Trolln
Da ist aber was dran. Frau Kanzlerin war eine erfolgreiche FDJ-Funktionärin und hat Geld für den bewaffneten Kampf des kommunistischen Untergrunds in der dritten Welt gesammelt. Ich bin sicher, mit der gleichen Überzeugung würde sie heute vor die Kameras treten und solche “Kämpfer” (zutreffenderweise) als “Terroristen” benennen, falls dies die offizielle Sprachregelung erforderlich machen sollte. Frau Merkel würde als Pragmatikerin wahrscheinlich in jedem System Karriere machen.
Und welche “Insider” sind das? :-)
Davon abgesehen: Wann war Herr Möchte-Gern-Kanzler zuletzt im Bundestag? Man munkelt, dass er wegen seiner zahlreichen bezahlten Rede-Auftritte kaum dazu kommt.
Och,nicht schon wieder SPD.
The Flower ist doch viel interessanter. ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=hMM_T_PJ0Rs
Meine schlagen mich heute,weil ich sie gestern nicht gegossen hab.^^
Mfg
“Der Hochtrabende” – Der Freitag 23.9.010 – Die größten Kritiker der Platzhirsche sind selber welche – eine Replik auf Peer Steinbrück – von Hermann Scheer (verstorben am 14.10. 2010)
(http://www.freitag.de/kultur/1038-der-hochtrabende)
… lest den Artikel und ihr wisst, wohin die ‘Reise’ mit der SPD geht:
Verteidigung der Agenda 2010 und Verteidigung der Gesetze für die Finanzbranche bis zum letzten SPD-Mitglied und dem völligen Ruin der Partei….
das Projekt 18% wird durchgezogen – darauf würde ich jede Wette eingehen, allderdings weiß ich um die Manipulationsdimension des Mainstreams !
Einverstanden, aber das macht hiermit die CDU/CSU mit FDP nicht weniger destruktiv.
Wie wäre es mal mit einem Boykottaufruf, damit diese Hofberichterstattung a la Blöd am Montag und RTL 3 ein Eck hat?
Aber ach, Boykott ist bestimmt nazi und geht gaar nicht -,-
Bei der Schlagzeile auf ahnte man es schon was einen erwartet und natürlich klickte ich gleich auf den Namen des Autors – die Ahnung wurde bestätigt.
Noch immer schaue ich täglich auf SpiegelOnline vorbei aber es ist kaum noch zu ertragen was einem dort serviert wird. Um auf die Stufe von Murdoch zu gelangen fehlt zwar noch einiges aber sie sind auf gutem Weg.
Ich glaube kaum, dass Steinmeyer, Gabriel, Nahles und andere Spitzenfunktionäre der Bundes-SPD Steinbrück auf den Kanzlerthron heben werden.
Letztlich machen sie die Kärnerarbeit im Bundestag, Steinbrück derweilen schaufelt tausende Euros am Tag mit Klamaukauftritten/vorträgen in seine großen, wohl nimmersatten “Sozi”taschen und glänzt im Bundestag überwiegend mit arroganter Abwesenheit, da er fürs Tagesgeschäft eines MdB schlicht zu fein ist.
Genau, deswegen muss auch der schöne Siggi Kandidat werden. Das würde nämlich die größte Gaudi aller Zeiten.
Ich finde das nur noch genial: da wird die SPD aus den fetten Volksparteiweiden vertrieben, hat Zeit zum Nachdenken – und am Ende offeriert sie die Wahl zwischen Megatransatlantiker Steinmeier und Steinbrück, einem Neoliberalen vor dem Herrn. Natürlich kann man versuchen Grün zu wählen: die pflanzen dann, zwecks Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit, Blümchen vor dem neuen Stuttgarter Bahnhof. Panzer werden, so nehme ich an, auf Auslandseinsätzen nur mehr mit Biodiesel betankt.
Dann gibt es da noch die Linke, die sich gnadenlos als porschefahrende, lobsterfressende Antisemiten zwangsvermarkten lassen.
Nun, ich engagiere mich seit nun etwa 10 Jahren, den Anti-Irak-Krieg-Demos, für eine etwas bessere Gesellschaft. Der Fortschritt seither, trotz globalem Finanzcrash – was Ede Stoiber wohl als kontextuelle “Steilvorlage” bezeichnen würde – bestenfalls “0″.
Ich habe letztens anläßlich Lybien und aktuell unserer Panzerlieferung mal ein wenig in den SPON-Foren gelesen und war nicht nur angeekelt, sondern regelrecht schockiert. Mittlerweile glaube ich, dass unsere Politiker ein Spiegel der Mehrheit unserer Gesellschaft sind und das ist kein Kompliment.
Aha? Noch nicht klar, dass die SPD mit den soeben erstarkten Grünen koalieren wird? Die Aufstellung eines Kanzlerkanditaten seitens der SPD macht doch sonst gar keinen Sinn.
Es wird halt Zeit, eine weitere linke Partei zu gründen, um die Sozis noch einmal zu spalten.
Diese Partei müsste von Anfang an eine hohe Bereitschaft zeigen, zu koalieren, vor allem mit den Linken und mit den Grünen um endlich die linke Mehrheit im Lande zur Geltung zu bringen.
Übrig bliebe der rechte Flügel der SPD. Der könnte dann die FDP ersetzen und idealerweise auf 4 Prozent schrumpfen.
Es entstünde eine Parteienlandschaft mit echten Alternativen.
Okay, das wäre der sichere Weg in die Dominanz rechtskonservativer und rechtspopulistischer Parteien. Die Union hätte ein Kanzlerabonnement.
Dass der Rest Tagträume sind, zeigt in Blick in andere Länder: egal wo sich die Linke zersplittert hat, konnte sie nicht mehr mehrheitsfähig werden. Entweder Linke lernen Leute wie Steinbrück, Schröder, Schmidt als Frontmänner zu akzeptieren oder sie können dauerhaft von den Oppositionsbänken maulen, mit ihnen würde alles besser – ohne Aussicht, es besser machen zu können.
Da hast Du allerdings recht. Echter Kaffee ist scheiße. Muckefuck tut’s doch auch :-)
Ach. Moment!
Helmut Schmidt lasse ich außen vor :-)
Wer diese Type jemals bei parteiinternen Anlässen erlebt hat, weiß, es handelt sich nich mal um einen Neoliberale. Herr Steinbrück ist vielmehr ein waschechter Neokonservativer – und damit der parteievolutionär logische nächste Entwicklungsschritt hin zur Feudaldemokratie. Ganz ehrlich, da bevorzuge ich ja sogar noch die Frau Merkel.
und den Lafontaine
Davon ab halte ich Steinbrück für maximal inkompetent. Rundum. Seine ‘Leistungen’ als Finanzminister waren eine einzige Katastrophe für das Land. Seine eigenen Finanzen hat er ja bekanntlich weit besser im Griff, auch wenn seine eigentliche ‘Arbeit’ als gewählter Abgeordneter dadurch de facto nicht stattfindet.
Peer Steinbrück ist der perfekte Kandidat. Wenn Peer Steinbrück Kanzlerkandidat wird, schafft er es problemlos, die SPD unter die 15% zu drücken und dann werden die Ratten (aka Seeheimer Kreis, Netzwerker) schreiend das sinkende Schiff verlassen. Vielleicht gibt es dann einen sozialen Neuanfang.
Also weiter so, Peer for Bundeschancellor!
gruß
Sommerloch .. isn’t
Never mind the bollocks :-D
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Steinbrück ist doch ein wunderbarer Manchurian-Kandidat, der seine Ausbildung als neoliberales U-Boot sicherlich mit Bravour bestanden hat.
Ihn mit Helmut Schmidt zu vergleichen ist allerdings ähnlich einem Vergleich zwischen Hauskatze und Tiger: Beide gehören zwar derselben Gattung an, der Tiger hat aber doch ein wenig mehr auf dem Kasten. Auch wenn ich die hörige Schmidtbegeisterung eher lächerlich finde, das hat der alte Mann nicht verdient.
Die letzte Troika der SPD bestand aus Scharping, Lafontaine und Schröder. Jetzt sind es Steinbrück, Steinmeier und Gabriel. Unter den Blinden wurde damals der Einäugige König, dummerweise gibt es nun nur noch Blinde.
Da der Wähler aber kein mitleidiger Blindenhund ist der die alte Schabracke SPD aus dem Tal der Dunkelheit führen will, wird es bei der nächsten Wahl eine weitere Klatsche geben.
2017 können sie dann Möllemanns alte Projekt 18 % Flyer rot umfärben und damit auf Wahlkampf gehen, das wird dann ebenso Wunschmusik bleiben wie die Wahlerfolge des FDP Überfliegers seinerzeit.
Äääähm..auch wenn’s langweilt,aber bisher war es doch egal was der treue Bürger angekreuzt hat,,gewonnen hat immer Neolib™ egal in welcher Farb und Richtungskombination. Am großen Plan bei der Volksbewirtschaftung zum gemeinsamen Ziel zum Wohle von Kapital und Wirtschaft hat sich doch nichts verändert…. es ward immer dafür gesorgt das zum rechten Zeitpunkt die vom Bürger bestakzeptierten Umständeverschlechterungs-Beibringer am Ruder waren. Man stelle sich vor Kohl und die Agenda 2010 …
Oder spürt hier einer Erleichterung seit GroKo von SchwarzGeld abgelöst wurde .. ?
Bullshit … isn’t
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absolut richtig, und da wir ein zweikammernsystem haben, würde kammer ii (bundesrat) selbst im falle eines wahlgewinns der linkspartei oder appd oder tierschutzpartei jedes gesetze welches den global playern zuwiderliefe blockieren und die medien würden schmutzige wäsche ohne ende waschen, sodass strauss-kahn dagegen aussieht wie ein gruppenkuscheln in der waldorffschule :)
ps: ganz zu schweigen von den rating agenturen! von aaa auf xyz—
Wieder so nen schnoddrig-zeilenschindender Sasse-Artikel. Wenn nach Wortgrüppchen bezahlt wird, mülle ich den SF-Blog gern mit zu.
Der Spiegel liebt den Steinbrück doch nicht für seine schmissigen Parolen und seine Standhaftigkeit/Ideale (Welche, bitteschön?), sondern für seine Politiksimulation, die nicht am System kratzt. Der Typ hat x-mal gelogen, dass sich die Balken biegen. Von diese-Hypodingenskrise-in-den-USA-betrifft-uns-nicht (HRE, PIGS-Misere etc.) bis zur Garantie der Spareinlagen (ohne Not unbegrenzt und auch noch ohne gesetzliche Grundlage). Und die Kavallerie wurde in der Schweiz bis heute nicht gesichtet.
Und der Steinbrück ist doch net ungeeignet wegen mangelnder Teamfähigkeit. Das ist doch ein populärer Irrtum. Als ob die deutsche Wirtschaft oder Politik von Team-Playern angeführt würde! Erhard war auch mehr ein Einzelgänger. Und das die Merkel in der CDU die Kuschelskala anführt, dürfte auch nicht belegbar sein. Der NRW-Wahlverlierer Steinbrück ist doch ein totes Pferd und mit seiner rülpsig-polarisierenden Art schlicht weder geeignet, seine SPD hinter sich zu scharen inklusive das Potenzial der SPD, welches er als Kanzler bräuchte, noch Luschen wie den ich-lass-mich-selbst-noch-für-das-überspringen-der-5%-Hürde-feiern-Steinmeier zuvor vom Feld zu kicken. Die Agenda Zwanzigdingens ist nicht vergessen…
Und unter uns Blogschwestern: Meine Kommentare mögen drittklassig sein. Okay, fünftklassig. Aber ich bin auch nur nen frustrierter Hirnzwerg in der Kommentarspalte. Du bist Autor beim Spiegelfechter und geniesst damit eine gewisse Mindestreichweite in den linken Politikblogs. Das sollte dich zu mehr verpflichten, als zu Polemiken auf meinem Niveau.
Du gehst aber schon recht sorglos mit dem Begriff Lüge um, oder?
Gast ….Mit leerem Kopf nickt sich’s leichter !
Kannst du mit : wissentlich die Unwahrheit gesagt ,besser leben ? Wortspielerei … ;-)
Entschuldige mal, das war auch nicht wissentlich die Unwahrheit gesagt. “Krise betrifft uns nicht” war eine Fehleinschätzung, “Kavallerie” war ein bildlicher Vergleich und natürlich nicht wörtlich gemeint. “Garantie” war mit Merkel abgestimmt, um die Leute davon abzuhalten, ihre Konten zu räumen und die Finanzkrise noch schlimmer zu machen. Das alles hat mit “Lügen” nichts zu tun.
Eine “Fehleinschätzung” die Peers Kompetenz natürlich bestätigt. Die “Kavallerie” und die “Garantie” sind lediglich leere Worthülsen.
Was bleibt? Eine in den Sand gesetzte Landtagswahl und die “Rettung” der angeblich systemrelevanten Banken. Für letzteres kassiert(e) er reichlich ab. Korruption? Iwo doch nicht in Deutschland. Und genau das ist seine Kernkompetenz; er macht das, was ihm gesagt wird. Ansonsten ist da nur heiße Luft.
Es ist wohl reiner Zufall, dass in Deutschland in der Wirtschaftskrise die Arbeitslosigkeit kaum zunahm, während sie in fast allen anderen Ländern rasant anstieg? Es ist wohl reiner Zufall, dass Deutschland als erstes Land nach dem Kollaps wieder Wachstumsraten produzierte?
Ohne dass sonderlich mehr zu vertiefen, aber es war vorrangig eine Bank, die wegen der Finanzkrise vor dem Zusammenbruch gerettet werden musste, neben staatseigenen Instituten. Es ist am Ende auch nicht relevant, wie Du oder ich die Lorbeeren verteilen, sondern wie das der Bürger tut. Wenn etwas relativ gut gelaufen ist, bekommt die nunmal meistens der, der gerade in Verantwortung steht.
Wollen wir tatsächlich die Fehleinschätzungen beispielsweise des Oskar Lafontaine aufzählen (neben denen, zu denen er sich ohnehin bekannt hat?). Wer hätte 2005 die NRW-Landtagswahl nicht verloren? Peer Steinbrück hatte gute Kompetenzwerte, doch die Leute waren in Aufruhr wegen der zum Jahresbeginn sprunghaft gestiegenen Arbeitslosigkeit und der Arbeitsmarktreformen. Selbst mit einer dezidiert linken Kandidatin Hannelore Kraft konnte die Partei das verlorene Terrain vor einem Jahr nicht zurückholen.
Arbeitslosenzahlen, die immer stärker verfälscht werden, durch ständig zunehmende “Tatbestände”, die zur Herausrechnung aus den offiziellen Arbeitslosenzahlen führen. Temporär kranke Arbeitslose sind offiziell nicht arbeitslos. In Weiterbildungsmaßnahmen geparkte Arbeitslose sind offiziell nicht arbeitslos. An private Arbeitsvermittler weitergereichte Arbeitslose sind offiziell nicht arbeitslos. (Die Liste ist um eine zweistellige Anzahl “Ausnahmetatbestände” erweiterbar.)
Wachstumsraten, welche ausschließlich auf einer weiteren Ausweitung des Exports basieren, der wiederum durch Senkung die Löhne in Deutschland erkauft wird. Wachstum für die Unternehmen, im Interesse der Aktionäre und Anteilseigner, maximal noch der Managerkaste. Diejenigen, die dies erwirtschaften, haben fast ausnahmslos nichts davon. Gleichzeitig drückt das deutsche Exportwachstum auch noch eine Vielzahl der Euro-Staaten finanziell an die Wand.
Das ist eine wirklich große Leistung. Ich bin stolz auf Steinbrück und Co. für ihr wirtschaftliches Fachverständnis.
Wie gesagt, wie ich will das nicht sonderlich vertiefen, doch bei aller Kritik, die gerade Sozialpolitiker und Linke anbringen, sind mehrere Fakten zu akzeptieren:
Schon vor 25 Jahren wurde die Manipulation der Arbeitslosenstatistik moniert, auch damals wären Millionen Menschen nicht aufgeführt worden. Die statistische Berechnung ist seit 2005 praktisch unverändert. Und die international normierte Statistik weist niedrigere Quoten auf.
Aus all dem könnte man schon einen gewissen positiven Effekt herauslesen, wenn die Quote sinkt. Zumindest tun das ausländische Wissenschaftler, Journalisten, Politiker. Das alles hat mit Steinbrück nichts zu tun und kann ihm nur insoweit als Erfolg zugerechnet werden, als in der Krise die Situation sich nicht verschlechtert hat. Außerhalb unserer Grenzen honoriert man das. Es spricht nicht für manche Leute, dies nicht zumindest zu respektieren.
Deutschland ist, ganz nebenbei bemerkt, der viertgrößte Importeur. In Stückzahlen importiert die Bundesrepublik wahrscheinlich sogar mehr als dass sie exportiert. Das kann man sehr gut im Hamburger Hafen beobachten, wenn die Containerschiffe aus Übersee entladen und einige Zeit später wieder beladen werden. Die fahren fast leer gegen China. Aber eben nur fast. Ein, zwei extrem hochwertige Maschinen von Heidelberger Druck und anderen ist an Bord.
Dass die deutsche Wirtschaft hochwertige Produktionsgüter exportiert und geringwertige Konsumware importiert, hat nichts mit “niederkonkurrieren” zu tun. Falls Sie das nicht glauben, opfere ich gerne mal einen Tag, um Ihnen das in Hamburg zu zeigen. Anschließend debattieren wir die Import-/Exportstatistik. ;-)
Ist es sehr wahrscheinlich, dass Arbeitslosenstatstiken in anderen Ländern akkurater sind? Im Vergleich ist an der Aussage einfach nicht zu rütteln: Deutschland ist unter der GroKo besser durch die Krise gekommen als fast alle anderen Länder. Das mag nicht in Eure Ideologie von der stets unfähigen und bösen Politik passen, es bleibt aber trotzdem richtig.
EDIT: hier nochmal der Link zur Statistik, die ich oben schon gepostet hatte:
http://blogs.reuters.com/felix-salmon/2011/06/20/charts-of-the-day-the-rise-in-structural-unemployment/
Das ist, schlicht und ergreifend, falsch. Z.B. werden an private Arbeitsvermittler weitergereichte Arbeitslose seit 2009 nicht mehr offiziell als arbeitslos geführt.
Genau. Ich finde es auch respektlos, Fakten auf den Tisch zu legen und eine so überführte Lüge offen als Lüge zu bezeichnen. (Muss ich jetzt mehr dazu schreiben?)
“Wahrscheinlich …”, “In Stückzahlen …” – Entschuldigung. Gefühlte Stückzahlen sind wohl kaum ein brauchbares Maß. Das “Zauberwort” heißt Außenhandelsbilanz.
Quelle: Reuters
Tja, so sieht dann eine Grafik aus, die sich auf die offizielle Statistik bezieht. Wenn ich gefälschte Werte zugrunde lege, brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn eine falsche Grafik rauskommt. Falsche Prämisse – falsche Conclusio. Ist ganz simpel.
Ich orientiere mich vor allem an dieser Grösse:
Der Höhe der Verschuldung.
Und diese hat den “Point of noreturn” überschritten.
Arbeitslosenzahlen sind da a) zweitrangig und b) manipulierbar
Wenn Du so eine Behauptung aufstellst, dann zeig mir doch mal bitte, inwiefern nur der deutsche Arbeitslosen-Wert in dieser Statsitik geschönt ist, während die Zahlen für alle anderen Länder total akkurat sind. Die Daten sind aus einem wissenschaftlichen Paper vom IMF. Welches Interesse haben die gerade nochmal daran, Deutschland dort irgendwie anders zu behandeln als andere Länder?
Das glaubt doch kein Mensch.
Eben, das Gegenteil von Stückzahlen sind bewertete Güter. Niemand hat bestritten, dass Deutschland mehr Werte exportiert als importiert. Es sollte eigentlich unstrittig sein, dass die exportierten Waren einen höheren Stückwert im Durchschnitt besitzen als die importierten Waren. Das hat nichts mit Gefühligkeit zu tun.
Soll jetzt die Aussage sein, dass die Arbeitslosigkeit nur deswegen nicht nennenswert gestiegen ist, weil die Bundesregierung zu statistischen Kniffs gegriffen hat? Oder was soll für eine These stehen? Denn nur, wenn mal eine These formuliert wird, lohnt es sich hier weiterzudebattieren.
Das habe ich nie behauptet. Ich habe gar keinen Einblick, a) ob die entsprechenden Statistiken anderer Länder und b) wenn “Ja” in welchem Maße diese gleichfalls gefälscht sind. Dies liegt nämlich nicht offen auf der Hand und ist auch für meine Feststellung nicht von Belang.
Selbst wenn andere Regierungen ebenfalls fälschen, macht es diesen Fakt keinesfalls besser. Es werden Statistiken mit falschen Werten produziert und diese werden dann zur weiterführenden Argumentation missbraucht. “Sinkende Arbeitslosigkeit”, “Dem Land geht es gut”, “Aufschwung”, “hervorragend aufgestellt”, “gut durch die Krise gekommen” und ähnliche Propaganda – dort finden sich dann diese “Fakten” als angebliche Beweise wieder. Eine statistische Lüge als Beweis, da sollte doch nun aber auch der Allerletzte hellhörig werden.
@Gast
Es geht um international normierte Werte. Die nationalen Arbeitsagenturen übermitteln an OECD und Eurostat nicht einfach eine Zahl, sondern umfangreiche ILO-Auswertungen. So wissen die internationalen Statistiker z.B., dass in Deutschland als erwerbsfähig gilt, wer gerade mal 15 Stunden in der Woche arbeiten kann und will. Anderswo ist das nicht hinreichend.
Berechnet wird eine harmonisierte Statistik mit gleichen Berechnungsgrundlagen für alle Staaten. Nationale Definitionen bleiben außen vor. So ist eine Vergleichbarkeit zwischen Staaten und im Zeitablauf gewährleistet. Wer also der deutschen Entwicklung nicht traut, sollte sie sich bei Eurostat ansehen. Wir brauchen nicht über die deutsche Definition zu debattieren.
@Lutz
Du erinnerst mich ein bisschen an die Leute aus der amerikanischen Tea Party (und andere Konservative dort) – Fakten ignorieren oder zu bloßer Propaganda von politischen Gegnern erklären, um auch ja nicht die eigenen Ideologien infrage stellen zu müssen.
Fakt ist: Die Wirtschaft- und finanzkrise hat in beinahe allen Ländern zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt, in vielen sogar zu einem drastischen, während sie bei uns gesunken ist. Da spielt es auch keine Rolle, ob die Statistiken ein paar hundertausend nach oben oder unten abweichen.
Ob das gute Jobs sind oder nicht, wie groß Steinbrücks Anteil daran ist, wie groß der Anteil von Hartz4 daran ist oder der irgend eines anderen Gesetzes, darüber kann man gerne diskutieren. Aber man kann nicht einfach über die Fakten hinweggehen.
Um man einen Spruch etwas abzuwandeln:
Monokausalitäten führen idR ins Leere. So auch hier.
Die statistischen Mauscheleien bilden einen, wenn auch wichtigen Aspekt der Verzerrung der wirklichen Daten. Die Zunahme von (unfreiwilligen) Teilzeitbeschäftigungen einen weiteren. Den Job, den bis vor kurzem noch eine Vollzeitkraft gemacht hat, machen jetzt zwei Teilzeitkräfte. Nur leben kann davon keiner von beiden.
Und auch die Kurzarbeiter-Regelung hatte einen Einfluss darauf. Diesem Punkt könnte ich sogar sehr viel Positives abgewinnen, wenn … Ja wenn da nicht folgende Kritikpunkte wären: Es gab einen nicht unerheblichen Missbrauch der Kurzarbeiter-Regelungen durch Unternehmen. Firmen beantragten Kurzarbeitergelder für ihre Mitarbeiter – und ließen diese trotz allem weiter arbeiten.
Und noch ein Weiteres. Die ausgezahlten Kurzarbeitergelder gingen aus dem Sozialetat. Dies wurde jedoch nie thematisiert. Stattdessen beklagte man sich “3 Wochen später”, dass die Sozialausgaben so hoch seien und vermittelte der Öffentlichkeit damit, dass die Arbeitslosen richtig viel Geld bekommen würden, weil ja soviel Geld in den Sozialetat fließt.
@ Gast:
Glaubst Du nicht, dass solch eine Tatsachenverdrehung ein bisschen auffällig ist? Ich meine, es lesen ja noch 2, 3 Leute mit hier, die diese Behauptung von Dir auch gegenprüfen können. Und …
die “Ideologie” darfst Du getrost ganz schnell wieder streichen. Ich hänge keiner, wie auch immer gearteten, Ideologie an. Ich halte mich an Daten und Fakten und gleiche diese mit meinen Erfahrungen ab.
Jeder Einzelne ist ein Schicksal. Hunderttausende sind hunderttausende (bittere) Schicksale. Ich glaube nicht, dass man so mit hunderttausenden Menschen umgehen soll und darf.
Darüber hinaus. Die statistischen Manipulationen ergeben nicht nur Abweichungen von 2-300.000 Fällen. Je nach Betrachtungsweise betrifft dies mehrere Millionen. Auch wegen dieser Größenordnung spreche ich nicht von “Tricks”, sondern von “Fälschung” und “Manipulation”.
Nette Moralpredigt!
Blöd nur, dass ich niemals gesagt habe, dass es mir egal ist, ob wir mehr oder weniger Arbeitslose haben, sondern nur, dass diese Abweichung für die verlgeichende Bewertung der Zahlen keine Rolle spielt.
Jep. Und da ich davon ausgehe, dass die zwar die Realität nicht wirklich korrekt abbildet, aber wenigstens für alle Staaten ziemlich gleich weit danebenliegt, halte ich sie für eine Betrachtung der relativen Unterschiede zwischen Staaten nützlich.
Was soll der Streit um des Kaisers Bart und der massiv retuschierten Statistiken .. wer das noch glaubt ist echt mit dem Klammersack gepudert ;-)
Wenn man nur die Ochsen zählt muss die Anzahl der Hornviecher abnehmen..ich bin da ganz bei Lutz Hausstein
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Ne, so schlecht die hintere SPD-Personal das Steinbrück besser wäre.
Die SPD hätte durchaus genügend kompletentes Personal, die werden nur regelmäßig von der Presse niedergeschrieben da zu links.
Steinbrück – was hätte er denn “großartiges” vollbracht das er “der einäugige König unter den Blinden wäre”? Nichts, als Ministerpräsident abgewählt, als Finanzminister völlig versagt.
“Krise betrifft uns nicht” – natürlich war den “Eliten” (zumindest aus dem Finanzsektor) bekannt was da kommen könnte. Die Aussage sollte die Menschen ruhig halten und war eine Lüge, aber nichts anderes.
Was ist das denn?
Man mag Lafontaine nicht mögen, aber weder hat er mit seinem damaligen Ausstieg die SPD verraten noch ist eine solche (auch finanzpolitische) Lusche wie Steinbrück.
SPD, Steinbrück, Steinmeier, Sasse, Spiegelfechter, Sinn, SPON…
Soviele S – Wird Zeit das mal einer z.B. diesen online Gedichtegenerator dazu befragt, mit dem Ergebnis:
Das musste mal gesagt werden ;-)
Gast
Was da dauernd Krise™ …? Ich glaube du hast noch nicht realisiert das die “Kriese™” weder eine Naturkasastrophe noch ein unabwendbares Ereigniss ist .
Wenn du durch Deregulierung,Begünstigung und Unterlassung , Diebstal, Raub Betrug und Unterschlagung legalisierst , wunderst du dich dann das geklaut,betrogen und unterschlagen wird ? Ist das Krise™ ?
Wer auch noch so naiv ist, zu glauben, man müsse dem Räuber nur klarmachen, dass sein ganzes Rauben sinnlos sei, weil man den Bestohlenen den Ersatz des Schadens garantiert, der lädt doch geradezu dazu ein, dass sich Räuber und potentielle Opfer gegen die Versicherung und deren Beitragszahler verabreden.
Dem “Blanken Hans ” haben wir diese “Kriese™” mit zu verdanken .. warum, liest du besser selber nach … der Blog hier ist voll davon.
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Was willst Du von mir? Es ging mir nicht daraum, deregulierte Finanzmärkte oder Steinbrück zu verteidigen, es ging mir daraum zu zeigen, dass der Begriff “Lüge” einfach nicht passt. Warum Kritik nicht gezielter einsetzen? Dann trifft sie auch und ist überzeugender. Warum als nicht sagen “Steinbrück hat sich aber da geirrt”? Warum gleich “Lüge”? Diese permanente Darstellung von Politikern generell als grundböse und nur von schlechten Absichten getrieben nervt erstens und führt auch nicht gerade dazu, dass man Kritik von Euch ernster nimmt.
Steinbrück hat sich geirrt, bzw. voll ins Finanzklo gegriffen, und nun tun er und seine PR-Leute und Spindoktoren und Hofjournalisten alles dafür, diese Tatsache zu vertuschen, damit er Kanzler wird. Sein künstliches Image ist eine einzige große Lüge.
Gast
Geirrt hat sich jemand der nach bestem Wissen und Gewissen eine Entscheidung aus vollster inneren Überzeugung fällt die sich als falsch erweist !
Politiker haben keine innere Überzeugung zu haben denn die Trägerin der Richtlinenkompetenz verbietet sich diese und fordert Linientreue und Geschlossenheit also weit weg von “Inner Überzeugeung und nach Bestem Wissen und Gewissen ..oder ? Ansonsten sieht das im Parteiweit egal welcher Farbe und Richtung nicht anders aus.
Wer also seiert und salbatert von Krise™ wohlwissend, denn sonst währe er als dümmlicher Vollidiot falsch auf seinem verantwortungsvollen Posten ,das diese von Kapital und Wirtschaft erwünscht und natürlich auch wunschgemäß beiregiert wurde der
sagt ” wissentlich die Unwahrheit” ..oder ?
Lügner oder Überbezahlter falschbesetzter ahnungsloser Vollidiot … was würde dir besser passen ?
EDIT :Und wegen ihrer Entscheidungen nach bestem Gewissen bekommen diese auch die leckeren Aufsichtsratspöstchen z.B. GAZ Gerd etc.. Ahh geh’
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Wikipedia:
Wenn schon sonst nichts, so sollte doch wenigstens eine Tatsache den gewöhnlichen, unbedarften Spiegel-Online-Leser etwas stutzig machen:
Als sich Schröders Zeit ihrem Ende zuneigte, immer nur noch von “Chaos” und Streitigkeiten und einer schlechten Regierung die Rede war, gab es eine Nachrichtenseite, die Kommentar um Kommentar darüber brachte, dass doch die Zeit mal reif wäre für eine pragmatische wirtschaftsliberale Kanzlerin. Es wäre doch toll, zum ersten Mal eine Frau in dieser Position zu haben, die Dame sei eine “Physikerin der Macht” und habe einen nie dagewesenen Aufstieg hingelegt, sei weithin beliebt und werde sicher bald Kanzlerin – hurra! Die Wahlkampfberichte wurden oben immer mit einer Grafik illustriert, auf der einem mürrisch-unsympathischen Schröder eine frische, nett lächelnde Merkel gegenüberstand. Aus Versehen erschien auch schon mal eine Umfrage, nach der die CDU mit 5% mehr gewinnen würde, als sie es dann real tat. Kann ja mal passieren!
Überraschung: Die Dame gewann dann auch. Es ist die selbe, die heutebei Spon auf Bildern abgebildet wird, auf denen sie mürrisch, müde oder arrogant wirkt. Daneben erscheinen jetzt viele Bilder mit dem “kantigen” lachenden-optimistischen wahnsinnig beliebten SPD-Steinbrück, der bestimmt Kanzler “kann” und natürlich bald wird – hurra! Na, klingelts? Klingelingeling!
Gast
Ah..na nun komm’ doch nicht mit Wiki und Duden definitionen. Die Krise™ die hier in den regierunsamtlichen Qualitaetsmedien als Vorwand fuer den Umbau zu einem zweitem Rumaenien herhalten muss ist die, der Buerger darunter versteht und auch verstehen soll.
Schoenrednerei Wortklauberei … Volksverdummung !
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Irgendwer versucht Steinbrück ins Kanzleramt zu schreiben. Ich glaube, dass Steinbrück bis vor kurzen nicht mal eine Kanzlerschaft angestrebt hat. Bei der nächsten Bundestagswahl währe er bereits 66, am Ende währe er ganze 70 Jahre alt. Ein wenig zu alt für einen Deutschen Kanzler, meiner Meinung. Seit 2009 hat er auch keine Parteiämter angestrebt. Wenn er 2009 schon den Plan Kanzler zu werden hätte, hätte er sich ein Parteiamt gesichert.
Steinbrücks ambitionen auf die Kanzlerschaft wird meiner Meinung nur von Lobby Organisationen finanziert und damit Organisiert. Steinbrück macht da einfach nur mit, weil er ihm persönlich mehr Macht und Geld bringt.
So eine Medienkapagne ist allerdings schon bei Guttenberg daneben gegangen. Sehr viel mehr Substanz hat Steinbrück auch nicht. Daher kann das mit Steinbrück durchaus schief gehen.
So wird es sein. Gute Beurteilung.
Steinmeier sieht die Sache ähnlich und kann nur einen Vorteil für die SPD erkennen. Mit dieser Medien-Show soll Merkel diszipliniert werden……
Es war schon immer so: Wer zu früh zum Spurt ansetzt, gewinnt selten.
Es war der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel, der Steinbrüche Kandidatur als erstes ins Gespräch gebracht hat.
Steinbrück hat vor kurzem einen Vortrag an der Uni-Greifswald gehalten, die örtliche Presse berichtete mit dieser Schlagzeile:
„Steinbrück: Erstsemester wissen es besser als die Politiker
Der Ex-Finanzminister überzeugte die Zuhörer mit seinem Vortrag zu „Aktuellen Chancen und Gefahren für öffentliche Haushalte“ in der Aula der Universität.“
Mein Leserbrief dazu
http://www.ostsee-zeitung.de/leserbriefe/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3162132
wurde natürlich nicht in der Druckausgabe veröffentlicht.
Sicher nur ein kleines Beispiel für die Richtigkeit der These zu der Rolle der Presse in der Causa Steinbrück!
Ich verstehe ja all die Steinbrück-Kritik. Aber wen sähet Ihr denn (von der SPD) ?
Der Oskar kommt ja “von der SPD”, aber leider fällt mir bei den aktuellen aktiven Sozen keiner/ keine ein. Eigentlich wird mir so richtig übel wenn ich näher über Deine Frage nachdenke, m.E. ist da nämlich keiner/ keine, noch nicht einmal eine aufrichtige Partei! :-(
André H.
Keinen ! Wer hat uns verraten ….blabla und wer war mit dabei die grüne ….blabla
SPD ist flüssiger als Wasser .. Überflüssig !
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ich meine jetzt, wenn du einen wählen müsstest, auch wenn sie alle korrupte und machtgeile Typen wären…
Das giltet nicht.
André H.
Sei mir nicht böse, in dem Verein gibt es nicht eine habwegs charismatische Figur von der ich mich auch nur einigermaßen angesprochen geschweige denn vertreten fühlen würde … Ich gebe die Frage hiermit zurück ;-)
Was für eine Kompetenz soll ein Steinbrück denn haben, der sich mit Beginn der Finanzkrise 2007 hingestellt und felsenfest behauptet hat, wenn Deutschland keinen Plan für den Umgang mit der Krise habe, käme sie auch nicht nach Deutschland. Solche Halbwertszeiten wünsche ich mir für Uran.
Auf Messers Schneide:
Ich habe mir heute das “Interview der Woche” auf Deutschlandfunk gegönnt. Mit deutschlands Vizekanzler Dr. Philipp Rösler.
Mann, der kann schnell reden und denken.
Manchmal verschluckt er einige Silben, zum Beispiel “Weste…e” anstelle von Westerwelle. Aber sonst, klare und deutliche Aussprache, geschliffene Formulierungen, eine Prise Charme sogar. Nicht so gestelzt und angestrengt oberlehrerinnenhaft wie Westerwelle. Und diese Aufbruchsstimmung, die dieser Dr. Rösler verbreitet… Wachstum herrscht in Deutschland, und dieses Wachstum schafft nun Arbeitsplätze – Arbeitsplätze wiederum erzeugen Mehreinnahmen, welche die Sozialsysteme stärken und so weiter.
Nur zu den Panzern nach Saudi-Arabien wollte er sich partout nicht äusssern, ist ja ein Geheimausschuss. Und das ist nun mal so, muss man respektieren. Da konnte der Interviewer noch so verwinkelte und rückschlüssige Fragen stellen, er erhielt von Rösler höflich aber bestimmt einen Korb.
Wenn Rösler nun, wenn schwarz-rot, was wäre, wenn grün doch nicht, oder vielleicht sogar rot-gelb… Die Sozialen und die Liberalen!
Rösler als Kanzler. Das ist die Lösung. Der redet sozial und ist liberal. Also ein echter Sozialliberaler. Steinbrück Vizekanzler. Was will der Spiegelfechter mehr ?
http://www.philipp-roesler.de/
Sehr schöner Text! Mit der gleichen Ernsthaftigkeit:
der ideale Kanzlerkandidat für die SPD ist doch, *trommelwirbel*, *tusch*:
Frank-Walter Steinmeier!
Eloquent, charakterstark, überzeugend. Ein echtes Omegatier!
SCNR,
VB.
Off Topic
Weiß jemand zufällig, was mit der Seite “PaperBite – Portal für kritischen Journalismus” passiert ist?
Ich kann sie nicht mehr aufrufen!
PaperBite wird das Dossier [20. April 2010]
…
http://www.dasdossier.de/redaktionsblog/paperbitewirddasdossier
Danke schön!
Sie hatten sich meines Wissens schon vor längerer Zeit in “das Dossier” umbenannt, aber bis zu diesem Wochenende funktionierte das alte Bookmark noch – bis zu diesem Wochenende…
Aber jetzt kann ich ja weiter schmökern! :-)
Höre gerade den Presseclub ( möörks) und gerade wurde Herrn Steinbrück positiv “Kompetenzarroganz” attestiert. Noch Fragen ?
Was haben die dafür bekommen ;-)
Habe diesen Presseclub gesehen. Der das sagte war dieser Stephan Andreas Casdorff
der neben Tichy und Reitze in der unsäglichen Quandt-Jury saß.
@Lazarus
Ich glaube nicht, daß Casdorff dafür etwas bekommen hat. Casdorff ist freiwillig so, und glaubt sich selbst jedes Wort. ;-)
Grüße
Vielleicht kurz zur Auffrischung :
2004: Rot-Grün lässt unter Schröder und Fischer Hedge-Fonds und Derivate zu. Die absurden Renditeziele der Finanzwirtschaft werden zur allgemeinen Richtschnur.
2005: Im CDU-SPD Koalitionsvertrag wird die Förderung des Kreditverkaufs festgeschrieben. Zudem will man nur eine “Finanzaufsicht mit Augenmaß”.
Die Bundesregierung hat zur Unterstützung dieser Geschäfte sogar eine eigene Initiative auf den Weg gebracht: Die “True Sale International”.
http://www.mein-parteibuch.com/wiki/True_Sale_International_GmbH
Rest hier
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6405/vivat-vivat#comment-123310
666
in mir keimt so langsam der verdacht, dass die ganzen deregulierer und ihre fürsprecher an den universitäten etc. in wahrheit ANTIkapitalisten sind, die a) gerafft haben, dass der kapitalismus ohne regulierung sich selbst frisst und b) dass man deshalb doch deregulieren sollte, um das abgefuckte system zu schrotten. theori i
theorie ii: es sind schlicht und einfach nur totale psychos an zuviel macht und einfluss gekommen und haben schließlich allealle gekauft, ob rot oder schwarz und scheißen auf die zukunft
Das ist wohl so gewesen. Hast du auch verlässliche/seriöse Quellen dafür? Damit man, wenn jemand das Hohe Lied der SPD trällert, man auf diese Schandtaten von Eichel und Steinbrück verweisen kann.
Mir ist jetzt schon klar, wie ich wählen werde:
Ich werde nur noch Politiker und Parteien wählen, die sich für direkte Demokratie einsetzen. Und ich kann dieses Verhalten jedem empfehlen, der möchte, dass dieses Trauerspiel endlich ein Ende hat.
Viele Grüsse,
VB.
“der politclown” schrieb weiter oben, Demokratie sei nur eine Illusion. Ist direkte Demokratie dann so etwas wie eine direkte Illusion ?
Und wenn ja, warum ?
Wir wählen in einer Demokratie doch sogenannte Volksvertreter. Wieso klappt es dann nicht ?
Wo und wie genau vollzieht sich die Transformation eines zum Volksvertreter gewordenen Bürgers hin zum korrupten und interessegeleiteten Konzernvertreter ?
Wenn er merkt, dass Konzerne ihm sowohl persönlichen wie auch politischen Erfolg bieten können? Ottonormalwähler kann nicht beides, und doppelte Absicherung ist besser.
Ich habe gerade auf der letzten Zuflucht für ausgebrannte Werbeärsche…
http://www.sloganmaker.de/
…eine catchphrase für die Steinbrück-Kampa der SPD erklickt. Ergebnis:
Steinbrück – Hinterher weiß man immer mehr.
Geht doch.
Moin moin,
der Steinbrück als SPD-BKK wäre der letzte Sargnagel der SPD. Alternativen sehe ich in dieser Rumpfpartei z.Z. nicht, da sind nur noch wenige Linke in der 2. und 3.Reihe. Kommt mir bitte nicht mit Nahles, die ist etwa so links, wie eine Gurke als Banane durchgeht. Auf den IQ kommt es ja nicht mehr an.
Die einzige Rettung für die SPD vor Steinbrück wäre, das er sich aus Versehen selbst zum BKK ernennt. Das mögen die Sozen gar nicht. Aber selbst diese Tradition kann diese Partei noch verraten.
ich würde mal gerne wissen was sich die Jurnalisten eigendlich so unter einem tollen Parlament vorstellen ? Das wird bestimmt eine Mischung aus Dick & Doof gepaart mit JLoh Dieter Bohlen und einem Gottschalk möglichst mit Adelstitel. Evtl. noch ne’ Prinzessin und ein paar Bösewichter.
Das kann man wunderbar verkaufen und da kommen sicherlich schöne Storys bei raus.
Manche Jurnalisten sollten sich als Fantasy-Autoren versuchen.
So weit mir bekannt hat eine historische, amerikanische und politische Persönlichkeit sich zur Demokratie mal so geäussert das diese Demokratie der Kontrolle des Pöbels zum Wohle und Schutze der Elite dient.
Und wer sich die Demokratie heute anschaut sieht das sich dieser Mechanismus bis heute gehalten hat.
Dem Pöbel wird der Eindruck vermittelt was zu sagen zu haben aber die Entscheidungen fällen ganz andere Leute und Kreise …. ebenso bestimmt nicht der “Pöbel” die Richtung in die Gesellschaft und Wirtschaft getrieben wird.
Bis heute ist der Elite im Lande kein Haar gekrümmt worden durch “demokratische” Entscheidungen im Gegensatz dazu wurde der “Pöbel” ständig belastet durch Steuern, Abgaben, einschränkende Gesetze, Zwangsmaßnahmen, ökonomische Entscheidungen etc.
In diese “Eliten-Politik” hat sich auch die SPD fein säuberlich eingereiht, den politischen und demokratischen Betrug sogar öffentlich begangen und angekündigt …. kann mich noch an die Münteferings und Schröders und Co erinnern die wortwörtlich sagten das man sich jetzt der aufstrebenden und gutgestellten Mitte zuwenden wolle …. sich die Linke um die “Systemverlierer” kümmern könne die eh keine Rolle spielen im globalisierten Kapitalreigen.
Der Steinbrück gehört zu diesen Leuten die jetzt die “Eliten-Interessen” vertreten und den Pöbel nur dann zu schätzen weiss wenn er alle 4-5 Jahre dazu dient einem einen Posten zu verschaffen.
Gleichzeitig zum medialen Gehype und dem Aufbau solcher “Eliten-Funktionäre” und Parteien werden dann Parteien wie die Linke die diese gefestigten Strukturen und Rollenverteilungen in der Gesellschaft antasten und bedrohen mit Sturmsalven an Diffamierungen und Angriffen geschwächt und geächtet …. so das dann nicht mal der sogenannte “Pöbel” diese wählen würde obwohl diese Partei dem “Pöbel” wieder mehr Mitbestimmungsrechte einräumen würde.
Das darf natürlich nicht passieren in diesem Land, wer hier keine Eliten-Schutzpolitik fährt ist des Teufels und wird auch so behandelt.
Und solange der Bürger das nicht erkennt wird es keine Partei und keinen Bundeskanzler/in geben für die der Bürger und die Gesellschaft im Vordergrund steht und nicht irgendeine elitäre Lobby.
Was ist aus dieser Anfrage an “Jens” geworden?
Mich würde das schon interessieren.