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  • Versicherungs-PR in der Süddeutschen

    geschrieben am 12. Juli 2011 von Spiegelfechter

    Der Pressekodex sieht vor, dass Anzeigen und redaktioneller Inhalt deutlich voneinander getrennt werden müssen. In Zeiten der rückläufigen Werbeeinahmen bei gleichzeitig zunehmender ökonomischer Abhängigkeit der Printmedien von Anzeigenkunden verschwimmt diese Trennung jedoch mehr und mehr. Wie stark das journalistische Ideal der unabhängigen Berichterstattung darunter leidet, zeigt ein redaktioneller Beitrag in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, der sich mit „Berufsunfähigkeitsversicherungen“ beschäftigt und sich liest, als stamme direkt aus der PR-Abteilung eines Versicherungsanbieters.

    „Richtig versichert – Was man über Berufsunfähigkeit wissen sollte“ – mit diesem Satz, der ebenso gut auf dem Cover einer Merkbroschüre eines Versicherers stehen könnte, überschreibt SZ-Autorin Alina Fichter einen Artikel, der die Leserschaft in sieben Punkten über das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) aufklären soll. Doch anstatt die Thematik im Sinne und Interesse der Leser kritisch zu analysieren, ist der Artikel als These-Antithese-Modell konstruiert, bei dem die BU-kritische These von der SZ jeweils durch eine BU-freundliche Antithese entkräftet wird. Ein solcher Aufbau mag für PR- und Werbezwecke durchaus sinnvoll sein, in einem redaktionellen Artikel hat er einen äußerst schalen Beigeschmack – vor allem dann, wenn einige wichtige redaktionellen Angaben falsch sind.

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    Der Pressekodex sieht vor, dass Anzeigen und redaktioneller Inhalt deutlich voneinander getrennt werden müssen. In Zeiten der rückläufigen Werbeeinahmen bei gleichzeitig zunehmender ökonomischer Abhängigkeit der Printmedien von Anzeigenkunden verschwimmt diese Trennung jedoch mehr und mehr. Wie stark das journalistische Ideal der unabhängigen Berichterstattung darunter leidet, zeigt ein redaktioneller Beitrag in der heutigen Ausgabe ...
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    1. Bloglos… « Ein Hund und seine Geier

    15 Kommentare:

    1. André H. schrieb am 12. Juli 2011 at 17:04 - Permalink

      Product Placement halt – ist zum Kotzen.

      Wie das da auch:
      “Die Wirtschaftspresse kritisiert ebenfalls, dass sich „die Kapitalmärkte freiwillig dem Diktat der Ratingagenturen unterwerfen“ (Financial Times Deutschland 8.7.2011). Doch diese Kritik dient der Verschleierung. Werner Rügemer ging der Frage nach, wem diese Agenturen gehören: Standard & Poor’s und Moody’s gehören den größten Vermögendsverwaltern und Anleihespekulanten wie Morgan Stanley, Blackrock, Fidelity Investments, auch der Allianz Versicherung, und Blackrock ist zugleich größter Aktionär der Deutschen Bank; Fitch gehört im wesentlichen dem US-freundlichen Großkapital Frankreichs.” (NDS, heute)

    2. P@trick schrieb am 12. Juli 2011 at 17:04 - Permalink

      Jaja der zunehmende Qualitätsverlust….
      Das ist ja auch schon wieder bestes Neusprech im Sinne vom negativen Wachstum.

      Ansonsten schöner Artikel. ;)

    3. leslie schrieb am 12. Juli 2011 at 17:37 - Permalink

      In den USA hat die Pharmaindustrie auch mal wieder geschafft,
      das ein Medikament was sich jeder selbst anbauen kann nicht erlaubt wird.
      http://www.latimes.com/news/local/la-me-marijuana-20110709,0,1346255.story

      Die Apothekenumschau liest sich im übrigem wie ein Anzeigenblatt der Pharmaindustrie.
      Und der Spiegel war echt mal gut.
      http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,260671,00.html
      Systematisch erfinden Pharma-Firmen und Ärzte neue Krankheiten. Darmrumoren, sexuelle Unlust oder Wechseljahre mit subtilen Marketingtricks werden Phänomene des normalen Lebens als krankhaft dargestellt. Die Behandlung von Gesunden sichert das Wachstum der Medizinindustrie.

      Mfg

    4. Peer Hausen schrieb am 12. Juli 2011 at 19:25 - Permalink

      Lieber Jens,

      vielleicht kannst du nochmal auf den Artikel “ich kaufe mir eine Zeitung” verweisen, der auch bei nachdenkseiten.de erschienen ist.

      Ich denke, er passt nochmal ganz gut zu dem Thema!

    5. der politclown (an der leine) schrieb am 12. Juli 2011 at 19:33 - Permalink

      man könnte es sich nun als leser der einschlägigen blogs und als halbwegs halbgebildeter sagen “sollen die altmedien doch untergehen”, aber das HAUPTPROBLEM sind ja die stammleser; hier sollte man überzeugungsarbeit leisten und gleichzeitig die älteren ins internet locken

    6. momo schrieb am 12. Juli 2011 at 20:01 - Permalink

      Meine habe ich wegen Punkt 5 vor Jahren gekündigt.

    7. benny schrieb am 12. Juli 2011 at 20:21 - Permalink

      bleibt nur zu hoffen, dass auf der seite der sz auch die kommentare gelesen werden.

    8. Winne2 schrieb am 13. Juli 2011 at 07:04 - Permalink

      Sorry. Aber der Artikel ist ziemlich abwegig. Das die “normalen” Medien (Print fast besonders) weitgehend PR-Plattformen sind, ändert nichts dran, dass der eine oder andere “Hinweis” zutreffend ist. Und der Hinweis, dass Abschluss einer BU Versicherung sinnvoll ist gehört dazu.

      Der Hinweis des Autors hingegen, dass ein Hartz IV-Empfänger aber eine BUV nicht benötigt ist z.B. so zutreffend, wie der Hinweis, dass Mieter auch keine Gebäudeversicherung brauchen (im Gegensatz zum Immobilieneigentümer).

      Ebenso, dass nur 60% der Versicherten auch dann Leistungen beziehen. Neben den (wenigen!) tatsächlich berechtigten Verweigerungen der Versicherungshaie, liegt des auch ganz wesentlich daran, dass die Leute sich von “Herrn Kaiser” und anderen Vertretertypen immer noch Policen mit miesen Versicherungsbedingungen aufschwatzen lassen (und liessen).

      Im Kapitalismus ist es aber bekanntlich das unveräusserliche Recht des Verkäufers sich dumme Käufer zu suchen und sie dumm zu belassen.

      So könnte man Punkt für Punkt widerlegen (übrigens auch die Höhe der Prämien, da liegen die Unterschiede leicht zwischen 1 zu 10!!! je nach anbietender Gesellschaft).

      Fazit: Eine gute und günstige BU Versicherung ist für bestimmte Menschen sehr, sehr sinnvoll (für andere nicht). Eine schlechte BU ist für niemanden sinnvoll.

      Den Unterschied stellt man nicht fest, indem man die BU grundsätzlich ablehnt, sondern entweder strengere gesetzliche Vorgaben durchsetzt, oder sich heute schon mal selbst schlau macht (Vertreter braucht man dafür nicht – aber leider sind sehr viele Leute immer noch zu faul selbst zu lernen und zu denken…).

      Die gesetzlich inzwischen durch Politik und Finanzkapital durchgesetzte viel zu schlechte gesetzliche Versorgung von Berufsunfähigen ersetzt die BU sowieso nicht. DAS aber ist ein anderes übles Kapitel und vermutlich nur mit dem System zu beseitigen. Innerhalb dieses Systems gibt es aber schon ganz brauchbare und sinnvolle BU Policen.

      • Spiegelfechter schrieb am 13. Juli 2011 at 14:33 - Permalink

        Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass eine BU nicht sinnvoll ist. Ich haben nur geschrieben, dass die, für die die (mönsch, trippleD ;-)) BU besonders sinnvoll wäre, entweder nicht aufgenommen werden oder sie sich schlicht nicht leisten können.

    9. Schierke-Nee-Sama schrieb am 13. Juli 2011 at 21:22 - Permalink

      Der bildblog hat deinen Beitrag verlinkt.
      Du weisst es sicher sowieso schon, aber ich schreibe es hier nochmal rein, damit du es auch schriftlich hast !

      • Spiegelfechter schrieb am 13. Juli 2011 at 22:06 - Permalink

        Nee, hatte ich noch nicht. Das erklärt natürlich das eilige Zurückrudern der SZ.

    10. Nudelsieb schrieb am 14. Juli 2011 at 01:02 - Permalink

      Das fast alles in den herkömmlichen Papiermedien ( ja nicht nur da ) auf irgendeine
      art und weise gekauft und gestellt ist und die Lämmer von Lesern dieser Schund auch
      noch bezahlen ist nun nichts neues Jens .

      Das System versagt . Klar ! Aber wenn man nicht mehr ganz so idealistisch in bezug auf
      diese Kiste ist ( was du meiner meinung nach bist ) dann ist dieses nun wirklich nicht
      das Thema was einen sehr schockiert !

      Ich sage nicht das du ab und an mal an VT´s glauben solltest . Es könnte deinen Kompass
      aber vielleicht ab und an mal wieder etwas ins Lot bringen in diesen überdurchschnitlich dreckigen Zeiten .

      Einen kleinen Guerillatipp für alle Leute die beim einkaufen im örtlichen Grindmarkt Leute vor oder hinter sich haben die eine dieser einschlägigen Giftblätter auf band legen :

      Entschuldigen sie , ich glaube sie haben sich im Regal vergriffen … das Toilettenpapier
      ist in der Regalreihe da hinten …

      Versteh mich nicht falsch ! Mann muss man einerseits darüber berichten ; andererseits
      ist das kraftverschwendung . Saubere Journalisten sind leider rah gesäht bzw. eine aussterbende Art .

      Vielleicht bin ich in bezug auf diese teufelein auch schon zu abgefuckt …

      Am ende noch etwas “zynismus”

      http://derstandard.at/1310511140592/Fuehrerschein-Nudelsieb-doch-nicht-aus-religioesen-Gruenden-genehmigt

      Ich schätze idealismus . Aber der ansatz ist zu unklar . Du hast meine Sympatie ,
      donquichotterie hin oder her .

    11. Martin schrieb am 14. Juli 2011 at 11:45 - Permalink

      Schade.
      Von der SZ war ich bislang trotz einiger Ups&Downs noch weitgehend überzeugt als halbwegs neutraler Wochenbegleiter durchzugehen.
      Einige Pharma-Sponsorartikel sind denke ich jedem Abonnenten bereits mal aufgefallen, wenn sich das jetzt die Bahn bricht wäre es natürlich schade.

      Zum Thema BU:
      Ich weiß dass eine Sachdiskussion nur schlecht anhand von Einzelfällen geführt werden kann, jedoch unterstreicht der Vorfall nur meine Einstellung zu 100% der handelsüblichen Versicherungsprodukte (aka “Legaler Betrug”):

      Ein Klassenkamerad, gelernter KfZ-Mechaniker wurde während seiner BW-Zeit in seiner Funktion als Kradmelder von einem Leo überrollt und hat nun folgerichtig keinen Original-Knochen mehr im Leib.
      Die BW sagte: “Dumm gelaufen, passiert.”
      Seine Allianz-BU erkannte den Anspruch erst nach 5 Jahren Prozess an, den er nur dank seiner Eltern weiterführen & durchhalten konnte.
      Und die Allianz gilt noch als Konzern mit der geringsten Klagequote.
      Allein dass eine “Klagequote” als offizielles Verkaufsargument benutzt werden kann:
      “Der Anbieter hat eine der geringsten Klagequoten im Feld.”
      Sorry, aber – *LOL*

    12. lol schrieb am 14. Juli 2011 at 12:53 - Permalink

      Ich hab da gerade einen interessanten Artikel bei n-tv gefunden. Einen “Ratgeber”, es geht da um Berufsunfähigkeit.

      http://www.n-tv.de/ratgeber/Irrtuemer-zur-Berufsunfaehigkeit-article3794901.html

      Lol, jetzt probiern sie es wohl da. Ich würde ja solche “Journalisten” einfach gleich feuern, dann hörte das bestimmt bald auf.


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