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  • Fight of the Century: Keynes vs. Hayek Round Two

    geschrieben am 19. Juli 2011 von Spiegelfechter

    John Papola und Russ Roberts sind wieder da. “Fight of the Century” ist die Fortsetzung von “Fear the Boom and Bust”, das ich meinen Lesern vor einigen Monaten schon vorgestellt habe.

    Hintergrundinfos gibt es auf Econstories.tv.

    Viel Spaß

    106 Kommentare Print This Post
    John Papola und Russ Roberts sind wieder da. "Fight of the Century" ist die Fortsetzung von "Fear the Boom and Bust", das ich meinen Lesern vor einigen Monaten schon vorgestellt habe. Hintergrundinfos gibt es auf Econstories.tv. Viel Spaß
    Tags: Volkswirtschaft
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    106 Kommentare:

    1. Sten schrieb am 19. Juli 2011 at 09:55 - Permalink

      Hayek als Fürsprecher der kleinen Leute ist eine gewagte These…aber es ist verdammt unterhaltsam. :-)

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 10:02 - Permalink

        Stimmt, die “Schlagrichtung” ist bedenklich.

        Lustig finde ich aber die unterschiedliche Perspektive. Hier in D wäre Keynes der Underdog ;-)

        • Dimebag schrieb am 19. Juli 2011 at 11:44 - Permalink

          Hat mich gleich zu Beginn stutzig gemacht: Warum lässt er Keynes durch und Hayek muss sich ausweisen? Leider ziemlich ungewohnt….. :-)

        • Stumpf ist trumpf schrieb am 19. Juli 2011 at 15:47 - Permalink

          Hier stimmt doch irgend was nicht ? !!!

          http://www.youtube.com/watch?v=DNekJVWTh0g

          http://www.youtube.com/watch?v=a67GQE8RefM

          Gruß

          die heutige unvernuft …

        • Brettermeier schrieb am 19. Juli 2011 at 18:07 - Permalink

          Die Idee is ja ganz lustig. Aber schon der erste Teil war nicht ausgewogen, sondern versuchte Hayeks Ansichten als die “vernünftigeren” darzustellen. Ebenso auch der zweite Teil, da sind jede Menge Symbolik und Anspielungen enthalten, die doch arg manipulativ wirken (Hayek wird am Schluss vom “einfahcen Publikum”, Keynes von der Presse hofiert. Oder auch die subtile Verknüpfung von Keynes mit irgendwelchen Bonzen, die Geld verbrennen. Oder der Fakt, dass Hayek jede Strophe das letzte Wort hat. Usw. Usf.)

          Und wenn man dann mal fix auf deren Homepage den Hintergrund der Filmemacher nachliest, wird das auch allzu verständlich. So ist dort z.B. auch das Mercatus Center verlinkt, zu dem bereits in der Wikipedia zu lesen ist:

          The Mercatus Center was founded by Rich Fink, former president of the Koch Family Foundations, which funds a network of market-oriented think tanks and advocacy groups. Originally it was called the Center for Market Processes and established at the Rutgers University. After the providing of several millions dollars to the George Mason University from the Koch Family it moved to George Mason in the mid-1980s before assuming its current name in 1999.[2] The Mercatus Center is entirely funded through donations, including from companies like Koch Industries[3] and ExxonMobil[4], individual donors and foundations.

          Insofern ein gut gemachtes Stück marktliberale PR, clever umgesetzt. Für die Leute, die zu faul sind oder keinen Anlass sehen diese Hintergrundinfos nachzulesen, würde ich ja zumindest noch direkt unter den Artikel den Hinweis setzen, dass die Videos kein neutrales Machwerk sondern entsprechend ideologisch eingefärbt sind.

          • Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 19:37 - Permalink

            Die Idee is ja ganz lustig. Aber schon der erste Teil war nicht ausgewogen, sondern versuchte Hayeks Ansichten als die “vernünftigeren” darzustellen

            Ist er ja auch. Das Video ist im übrigen ca 1 Jaht alt wenn ich mich richtig entsinne. Da gibt es auch witziges Video von den Macher als Sie im Oktober 2010 vor einem gehobenen Publikum den These von Keynes und Hayek vorreppen, watch?v=7k7ob438hk0. Im übrigen sind die Macher keine “verkappte” Hayek’aner.

            Je mehr das keynsianische Kochbuch die Welt ins Desasastet führt, Schulden durch Schulden bekämpfen, desto mehr wird man sehen das der wahre Meister Hayek ist.

        • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 19:54 - Permalink

          “Lustig finde ich aber die unterschiedliche Perspektive. Hier in D wäre Keynes der Underdog ;-)”

          So ein Quatsch :-)
          Das kann doch nur jemand behaupten, der die Arbeiten von Hayek bestenfalls aus der Sekundärliteratur kennt :-)

          • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 20:13 - Permalink

            Klar, dass bei diesem Thema mein “Hauslibertärer” wieder aufschlägt und polemisiert ;-)

    2. na sowas schrieb am 19. Juli 2011 at 10:18 - Permalink

      Fight of the Century: Round Three

      #OCCUPYWALLSTREET | #OCCUPYWALLSTREET | #OCCUPYWALLSTREET

    3. Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 10:37 - Permalink

      Meine lieben Linken Zentralplanner,

      And the winner is HAYEK !

      Das sieht man ganz deutlich auch am steigendem Goldpreis welches die “Free Market” Ökonmisten seit Jahren vorhersagen.

      @Jens, glaubst Du immer noch das Gold eine Blase ist? Wenn ja, dann hast Du die “Free Market” Ökonomisten immer noch nicht verstanden. Komm zurück…es ist nich nicht zu spät für Dich. Mach jetzt die geistige Kehrtwendung. Verstehe endlich: Geld drucken funktioniert nicht. Du hängst immer noch der Simbabwe Schule an ;)

      Beste Grüsse

      Beste Grüsse

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 10:40 - Permalink

        *gähn*

        Natürlich ist Gold eine Blase. Die Goldbugs können nur beten, dass es keinen Bond-Crash gibt, sonst platzt auch die Goldblase.

        Kommentartoren, die Ökonomen “Ökonomisten” nennen, nehme ich übrigens inhaltlich ohnehin nicht ernst ;-)

        • Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 11:00 - Permalink

          Moin,

          verzeihe mir bitte meine Rechtschreibschwäche, bin grade aufgestanden :)

          Nein, im ernst.

          Der Goldpreis steigt ja nicht ohne Grund. Die Märkte trauen dem USD Dollar nicht, das Vertrauen schwindet durch die immense Nutzung der Druckerpresse durch Ben Barnanke. Die Fed wird momentan vom “Lender Of Last Resort” zum “Lender Of The Only Resort”. Der Dollar verliert immer mehr an Kaufkraft. Ähnlich sieht es aus mit dem Euro.

          Ron Paul, der nächste US Präsident wie ich hoffe, hat es mal auf dem Punkt gebracht:

          “Gold will be seen as an alternativ of paper money and will return to his historic rule as money”

          Und ausserdem bist Du auch ein Spekulant: Du hälst Deine Ersparnisse sicher in Euro, das ist spekulativ.

          Gold wird gegen Ende des Jahres bei 2.000 USD stehen. Börse ist jetzt ganz einfach.

          Mit besten Grüssen

          • SkycladGuardian schrieb am 19. Juli 2011 at 11:23 - Permalink

            Verzeih mir meine laienökonomische Naivität, wenn ich von meinem reinen gesunden Menschenverstand schließe, dass doch gar nicht genügend Gold auf diesem Planeten vorhanden sein kann, um für sämtliche momentan zirkulierenden Geld- und existierenden Sachwerte einen Gegenwert stellen zu können. Und die Industrie braucht Gold ja auch noch als Rohstoff, wo es meiner Meinung nach sowieso sinnvoller angelegt ist, als im Tresor irgendeiner Nationalbank…
            Damit wäre der Goldstandard also auch wieder eine rein ökonomische Fiktion… da kann ich auch an den Nikolaus glauben ^^

            • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 11:31 - Permalink

              Das ist nicht “laienökonomisch”, sondern vollkommen korrekt.

            • Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 14:36 - Permalink

              Moien,

              das ist natürlich nicht korrekt. Du kannst die Menge nicht erhöhen aber den Preis und der ist nach oben hin offen. Du siehst das ist kein Problem. Wie hoch der nun am Ende ist entscheidet der freie Markt. Ob Du nun dein Erspartes gegen Gold , USD, Zigaretteschachtel oder CHF tauscht, up to you. Gold spielt ausserdem in der Industrie eine sehr geringe Rolle im Gegensatz zu Silber. Gold ist GELD, das war es über 6.000 Jahre und ist es auch heute noch. Deswegen rate ich jedem etwas Gold zu halten. Das jetzige Umfeld spricht für Gold.

              Beste Grüsse

            • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 19:51 - Permalink

              @Mirsad

              Mei o mei. Das hört sich ja an wie auf dem Fischmarkt. Kauft Gold, schönes fettes Gold, heute noch fetter als gestern!

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 11:31 - Permalink

            Der Dollar verliert immer mehr an Kaufkraft. Ähnlich sieht es aus mit dem Euro.

            Das spiegelt sich aber in den Preisen kaum ab. Ich kenne ja die “Argumente” der Goldbugs. Hätten wir eine Hyperinflation á la 1923 könnte ich dieser Argumentation sogar was abgewinnen. Aber sowohl in den USA als auch in der EU liegt die Inflation so ziemlich exakt auf dem Zielwert. Die Goldbugs erzählen was vom Kaufkraftverlust, aber irgendwie scheint es den gar nicht zu geben ;-)

            Ron Paul, der nächste US Präsident wie ich hoffe, hat es mal auf dem Punkt gebracht:
            “Gold will be seen as an alternativ of paper money and will return to his historic rule as money”

            Ach jeh, Paul, die olle Nulpe. Für einen flotten Spruch immer zu haben, aber ansonsten dumm wie ein Goldbarren. Ein Glück, dass er 0,0% Chancen hat.

            Gold wird gegen Ende des Jahres bei 2.000 USD stehen.

            Oder bei 500 USD. Das ist dummes Spekulantengeschwätz.

            • Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 14:49 - Permalink

              Hätte jetzt nicht gedacht dass Du Ron Paul nicht gut findest.

              Das ist dummes Spekulantengeschwätz.

              Wie gesagt, dass ist kein Geschwätzt. Das ist die Lehre der Geschichte. Das Gold am Ende des Jahres bei 2.000 USD stehen wird werde ich deinen keynesianischen Vorbildern Krugmann und Ben Bad Bankie verdanken.

              Mit goldenen Grüssen

            • Bile schrieb am 19. Juli 2011 at 22:06 - Permalink

              Hi Spiegelfechter,
              Aber sowohl in den USA als auch in der EU liegt die Inflation so ziemlich exakt auf dem Zielwert

              wie ist deine Meinung hierzu:
              “Aber 1996 hat Bill Clinton die Ergebnisse der Boskin Kommission umgesetzt, welche uns die Inflation mittels dreier Kuriositäten messen lässt: Substitution, Gewichtung und „Hedonik“”

              Auch die Zahlen für das BIP werden in Zweifel gezogen.

              Quelle: http://www.chrismartenson.com/crashcourse/deutsch/kapitel-16-unscharfe-zahlen

              Falls du 20 Min. über hast, ich würde mich sehr über eine Einschätzung freuen ;-)

              PS:
              OT:
              Teil 18 Die Umwelt weitet den Blick.

            • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 22:20 - Permalink

              @Bile

              Ja, da ist natürlich was dran. Es mag durchaus sein, dass die Inflation nach seriöserer Berechnung nicht ca. 2% sondern meinetwegen 3% beträgt. Das ist aber immer noch im Rahmen. Von einem Kaufkraftverlust, den die Goldbugs uns glauben machen wollen, kann jedenfalls keine Rede sein.

            • Johannes schrieb am 20. Juli 2011 at 04:29 - Permalink

              Ron Paul: For Liberty

              Ron Paul vertritt gute Positionen zum Beispiel bzgl.:

              - Krieg
              - Folter
              - Militärbudget
              - CIA Blacksites
              - extraordinary renditions
              - Bürgerrechte
              - War on Drugs
              - Abhören ohne Gerichtsbeschluss
              - Airport Security
              - Imperialismus
              - US Militärbasen weltweit
              (Zugegeben tw etwas redundant)

              Das müsste doch selbst ein Linksideologe wie Spiegelfechter anerkennen..aber zum Glück hat Ron Paul 0.0% Chancen.

              Stimmt da irgendwas mit deinen Prioritäten nicht??

            • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 11:10 - Permalink

              @Johannes

              Doch doch, die Prioritäten stimmen. Ein Libertärer ist für mich absolut unwählbar und Paul ist erzlibertär. Diese Gruppe ist für mich die größte Gefährdung der Gesellschaft – dagegen sind selbst die Nazis sympathisch ;-)

            • Johannes schrieb am 20. Juli 2011 at 15:13 - Permalink

              @Spiegelfechter

              Das ist doch kindisch

            • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 20:06 - Permalink

              Das spiegelt sich aber in den Preisen kaum ab.

              Lol. Kein Wunder, das frisch erzeugte Geld landet vornehmlich in den Taschen der Reichsten und an der Börse. Das sagt einem schon allein der gesunde Menschenverstand bei einem Blick auf die Entwicklungen der Geldmengen M2 und M3 über die letzten Jahrzehnte. Das Geld ist ja nicht im Realumlauf, da eine entsprechend hohe Inflation bei den Waren ausgeblieben ist.
              Wundert sich niemand ernsthaft darüber, dass Aktienkurse trotz stagnierender Produktivität immer weiter steigen?

              Ergo: Wenn Du gegen die wachsende Kluft zwischen arm und reich bist, dann fordere das Ende der unkontrollierten Geldvermehrung. Fordere, dass die Reichen ihr Geld mit ehrlicher Arbeit und tatsächlichem Risiko verdienen :-)

            • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 20:19 - Permalink

              Lol. Kein Wunder, das frisch erzeugte Geld landet vornehmlich in den Taschen der Reichsten und an der Börse.

              Und was hat das mit dem angeblichen Wertverlust von Dollar und Euro zu tun? Für mich hat der Wert einer Währung etwas mit dem Tauschverhältnis zu den Gütern zu tun. Du siehst das offensichtlich etwas … sagen wir … abstrakter.

              Das sagt einem schon allein der gesunde Menschenverstand bei einem Blick auf die Entwicklungen der Geldmengen M2 und M3 über die letzten Jahrzehnte. Das Geld ist ja nicht im Realumlauf, da eine entsprechend hohe Inflation bei den Waren ausgeblieben ist.

              Siehste mal.

              Wundert sich niemand ernsthaft darüber, dass Aktienkurse trotz stagnierender Produktivität immer weiter steigen?

              Stagnierende Produktivität? Hüstel ;-)

              Ergo: Wenn Du gegen die wachsende Kluft zwischen arm und reich bist, dann fordere das Ende der unkontrollierten Geldvermehrung. Fordere, dass die Reichen ihr Geld mit ehrlicher Arbeit und tatsächlichem Risiko verdienen :-)

              Klar. Ich habe keine Probleme damit, strenge Regulierungen bei der Kreditvergabe für Finanz”investoren” zu fordern. Damit wäre die Geldmengenvermehrung schon mal gestoppt.

            • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 20:58 - Permalink

              Klar. Ich habe keine Probleme damit, strenge Regulierungen bei der Kreditvergabe für Finanz”investoren” zu fordern. Damit wäre die Geldmengenvermehrung schon mal gestoppt.

              Das wird das Problem aber nicht lösen, weil jede Kreditvergabe per se eine Ausweitung der Geldmenge ist, und weil Regulierer sowieso irgendwann zu Komplizen werden. Die Ursache der Verwerfungen ist nach meinem bisherigen Verständnis schon das gegenwärtige Währungssystem an sich. Kredite müssten nur mit bestehendem Geld vergeben werden, und auch die Investoren müssen bei der Vergabe ihrer Mittel die Bürde des Risikos tragen. Hättest Du Hayek nicht bloss höchstens aus der Sekundärliteratur gelesen, dann wüsstest Du, dass Hayek ein Geld haben wollte, wie wir es uns allgemein vorstellen, nämlich als ein blosses Tauschmittel. Das ist es heute aber nicht, es erfüllt noch ganz andere Funktionen.
              Auch die Idee einer konstant bleibender Geldmenge ist nicht ohne. Schliesslich “müsste” kein Staat Finanzinstitute retten, deren Budgets und Schulden das staatliche um ein vielfaches übersteigen.

              Noch etwas:
              Hayek ist überhaupt kein Ökonom des heutigen (deutschen) Mainstreams, da er sich seiner Zeit noch nicht einmal für eine Notwendigkeit der Existenz einer Zentralbank aussprach. Das ist für heutige Verhätnisse absolut gegen das Establishment und hochgradig subversiv. Gegenteilige Behauptungen zeugen also einfach nur von grober Unkenntniss. Du verwechselt Hayek offenbar mit dem ‘bösen’ Monetaristen Friedman, wie es fast alle Linke und Keynesianer bekanntlich tun:-)

            • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 21:11 - Permalink

              Das wird das Problem aber nicht lösen, weil jede Kreditvergabe per se eine Ausweitung der Geldmenge ist, und weil Regulierer sowieso irgendwann zu Komplizen werden.

              Sicher. Aber das ist ja auch kein Problem. Auch wenn Internet”ökonomen” das nie einsehen werden – der Kredit ist kein Teufelszeugs ;-)

              Die Ursache der Verwerfungen ist nach meinem bisherigen Verständnis schon das gegenwärtige Währungssystem an sich. Kredite müssten nur mit bestehendem Geld vergeben werden, und auch die Investoren müssen bei der Vergabe ihrer Mittel die Bürde des Risikos tragen.

              Das widerspricht aber komplett dem Sinn der Geldschöpfung und ist ohnehin komplett unsinnig.

              Hättest Du Hayek nicht bloss höchstens aus der Sekundärliteratur gelesen, dann wüsstest Du, dass Hayek ein Geld haben wollte, wie wir es uns allgemein vorstellen, nämlich als ein blosses Tauschmittel. Das ist es heute aber nicht, es erfüllt noch ganz andere Funktionen.

              Ein Grund, warum ich Hayek grundsätzlich ablehnen. Wir hatten ihn übrigens an der Uni gelesen … also nicht nur sekundär ;-)

              Auch die Idee einer konstant bleibender Geldmenge ist nicht ohne.

              Sie ist kompletter Unfug. Warum sollte die Geldmenge denn konstant bleiben? Welchen Vorteil hätte das? Natürlich würde das sofort zur Deflation führen. Das kann kein Mensch wollen.

              Du verwechselt Hayek offenbar mit dem ‘bösen’ Monetaristen Friedman, wie es fast alle Linke und Keynesianer bekanntlich tun:-)

              Hayek war m.E. auch gar kein Ökonom. Er war ein Ideologe. Ein Vertreter einer sehr gefährlichen Ideologie.

            • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 21:56 - Permalink

              – der Kredit ist kein Teufelszeugs ;-)

              Das schreibt doch niemand. Es geht nur darum, dass die Bank über das Geld, dass sie als Kredit vergibt, tatsächlich verfügt. Das tut sie bspw., wenn es real vorhanden ist, also durch jemand anders vorher bei ihr eingezahlt worden ist.

              Das widerspricht aber komplett dem Sinn der Geldschöpfung und ist ohnehin komplett unsinnig.

              Zwei konkrete Fragen:
              Was ist der Sinn der Geldschöpfung? Und warum sind Sicherheiten unsinnig?
              Selbst der Mainstreamer Friedman forderte einst eine Mindestreserve von 100 %.
              So abwegig kann es also nicht sein.

              Sie ist kompletter Unfug.

              Nach der Liquiditätsfalle von Keynes ja. Aber Keynes hat hier gehörig übertrieben und wird selbst von vielen bestritten. Es mag in vielen Fällen sein, dass Menschen sich mit ihrem Konsum zurückhalten, weil sie meinen, dass ihr Geld morgen aufgrund wachsender Produktivität mehr wert ist, und deshalb sparen. Aber gleichzeitig werden die Waren ja billiger, die Attraktivität für deren Erwerb steigt kontinuierlich wie auch der Lebensstandard. Je billiger die Ware, desto stärker der Konsumanreiz. Der Konsum geht also nicht zurück, während Menschen gleichzeitig genügend Mittel für einen komfortableren Lebensabend ansparen können.

              Zweiter Grund ist die Verhinderung der Kriege. Diese werden
              finanziert, indem Regierungen massiv Geld drucken.

              Warum sollte die Geldmenge denn konstant bleiben? Welchen Vorteil hätte das?

              Nun einen habe ich genannt. Von der Ausweitung der Geldmenge profitieren in erster Linie die Reichsten der Gesellschaft. Und das oft völlig leistungslos. Das meiste des neu geschaffenen Geldes landet eben dort und verschwindet aus dem normalen Verkehr. Umverteilung kann das Problem nicht beheben, das Resultat wäre eine gallopierende Inflation, so stark sind inzwischen die Unterschiede.

              Natürlich würde das sofort zur Deflation führen. Das kann kein Mensch wollen.

              Das habe ich eben schon kurz abgehandelt. Wenn Dich das dennoch nicht überzeugt, so bleibt festzuhalten, dass das auch von der Steuerpolitik abhängig sein kann. Wenn Du eine 3-prozentige Steuer auf Geldvermögen einführen würdest, würde bestimmt wie blöde konsumiert werden :-)

              Hayek war m.E. auch gar kein Ökonom.

              Und warum hat er dann einen Nobelpreis bekommen?
              Ironiemodus:War Deiner Meinung nach eine internationale kapitalistische Verschwörung dafür verantwortlich? :-)

              Er war ein Ideologe. Ein Vertreter einer sehr gefährlichen Ideologie.

              Jedenfalls hat er sauber und logisch argumentiert. Ob er ein Ideologe war, weiss ich nicht. Er glaubte eben an die Idee der persönlichen Freiheit des Individuums. Wenn Du willst, kannst Du das Ideologie nennen. Was ist daran gefährlich?

              By the way: Du bist kein Ideologe? Sahra Wagenknecht ist keine Ideologin?
              Und auch keine Ideen aus dem linken Spektrum, die gefährlich wären?

            • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 22:33 - Permalink

              Das schreibt doch niemand. Es geht nur darum, dass die Bank über das Geld, dass sie als Kredit vergibt, tatsächlich verfügt. Das tut sie bspw., wenn es real vorhanden ist, also durch jemand anders vorher bei ihr eingezahlt worden ist.

              Mir ist klar, was Du meinst. Mir ist aber nicht klar, welche Vorteile das bringen soll.

              Zwei konkrete Fragen:
              Was ist der Sinn der Geldschöpfung? Und warum sind Sicherheiten unsinnig?

              Geldschöpfung ist nötig, um leichter an Fremdkapital zu kommen. Gäbe es eine 100% Mindestreserve wären Kredite wesentlich teurer. Das ist sicher gut, wenn es um die Spekulanten geht, aber schlecht, wenn es um die Realwirtschaft geht. Du holst zum großen Rundumschlag aus und nimmst Kollateralschäden wissend in Kauf.

              Selbst der Mainstreamer Friedman forderte einst eine Mindestreserve von 100 %.

              Friedmann … so, so. Wie kommst Du darauf, dass ausgerechnet ich Friedman verteidige?

              Nach der Liquiditätsfalle von Keynes ja. Aber Keynes hat hier gehörig übertrieben und wird selbst von vielen bestritten. Es mag in vielen Fällen sein, dass Menschen sich mit ihrem Konsum zurückhalten, weil sie meinen, dass ihr Geld morgen aufgrund wachsender Produktivität mehr wert ist, und deshalb sparen. Aber gleichzeitig werden die Waren ja billiger, die Attraktivität für deren Erwerb steigt kontinuierlich wie auch der Lebensstandard.

              Quatsch. In Zeiten der Deflation sinken auch Löhne und Renten (vergiss die “Rentengarantie”). Von einer Deflation haben nur “Geldbesitzer” einen Vorteil (wenn überhaupt).

              Zweiter Grund ist die Verhinderung der Kriege. Diese werden
              finanziert, indem Regierungen massiv Geld drucken.

              Das sind Begleiterscheinungen von Kriegen, aber nicht deren Grund. Auch in Zeiten des Goldstandards gab es bekanntlich Kriege … und zwar mehr als heute.

              Nun einen habe ich genannt. Von der Ausweitung der Geldmenge profitieren in erster Linie die Reichsten der Gesellschaft. Und das oft völlig leistungslos.

              Ach was. Das ist doch von hinten bis vorne Unfug. Auch zu Zeiten der “großen Kompression” gab es natürlich eine Ausweitung der Geldmenge. Das Auseinanderdriften nahm erst in den Zeiten Fahrt auf, als die Libertären (Friedman, Laffer usw.) während der Reagan-Ära das ökonomische Ruder übernahmen.

              Und warum hat er dann einen Nobelpreis bekommen?

              Das würde mich auch mal interessieren ;-)

            • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 22:46 - Permalink

              @Ron Paul

              Ob Paul eine Chance gegen die starke Konkurrenz von Jonathon Sharkey, Jack Fellure und Robert John Burck haben kann? Man weiß so wenig ;-)

            • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 23:33 - Permalink

              Mir ist klar, was Du meinst. Mir ist aber nicht klar, welche Vorteile das bringen soll.

              Mensch, jetzt stellst Du Dich absichtlich dümmer, als Du bist :-)
              Das von den Banken durch Kredit neu geschaffene Geld hat noch keinen realen Gegenwert, wird in den Bilanzen der Banken aber faktisch als Kapital geführt. Wir sind mitten in der Finanzkrise, und Du tust so, als wären haufenweise platzende Kredite gar kein Problem. Das wäre in einer “konservativ” geführten Wirtschaft eben nicht so, da ja kein Kapital vernichtet werden könnte. So schwer zu verstehen, was ich meine?

              Gäbe es eine 100% Mindestreserve wären Kredite wesentlich teurer.

              Wenn man den künstlichen Leitzins abschaffen würde, nicht unbedingt.
              Du hast doch auch keinen Leitzins für Karrotten, und Geld sollte ein Gebrauchsmittel sein wie Karrotten. Dem Menschen nützen und nicht umgekehrt.

              Das ist sicher gut, wenn es um die Spekulanten geht, aber schlecht, wenn es um die Realwirtschaft geht. Du holst zum großen Rundumschlag aus und nimmst Kollateralschäden wissend in Kauf.

              Ja, das ist das Risiko. Vor ein paar Jahren hätte ich deshalb dasselbe gesagt. Mittlerweile gibt es aber trifftige Gründe dafür um davon auszugehen, dass langsameres Wachstum auf einer solventen Basis auf Dauer doch gesünder ist.

              Quatsch. In Zeiten der Deflation sinken auch Löhne und Renten (vergiss die “Rentengarantie”).

              Es ist wegen immenser Widerstände schwieriger Löhne zu senken als sich infolge einer Inflation mühevoll Lohnerhöhungen zu erkämpfen. Das Argument zieht also nicht. Bestenfalls nehmen sich beide Ansätze hier nichts.

              Von einer Deflation haben nur “Geldbesitzer” einen Vorteil (wenn überhaupt).

              Wieso? Es ist genau andersherum. In unserem Finanzsystem werden die Produktzuwächse von der Inflation weitgehend aufgefressen. Das ist eine Tatsache, die Du wohl nicht leugnen kannst. Wenn ich aber Millionär bin, dann macht mir das aber nichts, ich investiere dann eben bspw. in Immobilien.

              Auch in Zeiten des Goldstandards gab es bekanntlich Kriege … und zwar mehr als heute.

              Weswegen er dann immer wieder schnell abgeschafft wurde :-)

              Das Auseinanderdriften nahm erst in den Zeiten Fahrt auf, als die Libertären (Friedman, Laffer usw.) während der Reagan-Ära das ökonomische Ruder übernahmen.

              Das klingt für mich so, als würde ein Chinese ständig Rumpfsteak mit dem Wiener Schnitzel durcheinander werfen. Ist ja furchtbar mit Dir :-)
              Also, erstens war Reagan kein Libertärer, wie auch Friedman keiner war. Zweitens haben Thatcher und Reagan nie das gegenwärtige Finanzsystem kritisiert. Ganz im Gegenteil, sie fanden es ganz toll. Es ist aber leider von Anfang so konstruiert, dass es mit der Idee eines freien Marktes auf Dauer nicht vereinbar ist. Die von Thatcher und Reagan forcierte Liberalisierung bewirkte seinen Niedergang und die Verwerfungen lediglich schneller. Ein Anziehen der Zügel hätte die Entwicklungen jedoch nur hinausgezögern können.

              Noch etwas: Die Wirtschaft war nicht immer dermaßen auf Kredite fixiert. Es gab durchaus eine Zeit, in der Menschen konservativ primär ihre Spareinlagen investiert haben. Im Gegensatz zu heute war das nachhaltig und gesund.

            • Spiegelfechter schrieb am 21. Juli 2011 at 09:23 - Permalink

              Mensch, jetzt stellst Du Dich absichtlich dümmer, als Du bist :-)

              Das ist einfacher, als sich absichtlich klüger zu stellen, als man ist ;-)

              Das von den Banken durch Kredit neu geschaffene Geld hat noch keinen realen Gegenwert, wird in den Bilanzen der Banken aber faktisch als Kapital geführt.

              Und? Die Verbindlichkeiten gg.über der Zentralbank stehen doch auch in der Bilanz. Man kann das als “Aufpumpen” der Bilanz bezeichnen, aber dadurch entsteht kein Schaden. Der entsteht durch die lasche Regulierung und die viel zu lockeren Anforderungen.

              Wir sind mitten in der Finanzkrise, und Du tust so, als wären haufenweise platzende Kredite gar kein Problem.

              Du wirst lachen … das sind sie auch nicht. Ich hätte gar nichts dagegen, wenn man Banken über die Klinge springen lässt und die ordentlichen Bilanzposten in eine Good-Bank überführt, die dann dem Staat gehört, während der Rest Konkursmasse ist.

              Wenn man den künstlichen Leitzins abschaffen würde, nicht unbedingt.

              Diese 1,5% würden durch den Knappheitseffekt mehr als wettgemacht.

              Du hast doch auch keinen Leitzins für Karrotten, und Geld sollte ein Gebrauchsmittel sein wie Karrotten. Dem Menschen nützen und nicht umgekehrt.

              Ich leihe mir auch keine Karotten, das ist doch ungares Zeugs, was Du hier anführst.

              Wieso? Es ist genau andersherum. In unserem Finanzsystem werden die Produktzuwächse von der Inflation weitgehend aufgefressen.

              Sehr richtig und das ist kein Bug, sondern ein Feature ;-)

              Das ist eine Tatsache, die Du wohl nicht leugnen kannst. Wenn ich aber Millionär bin, dann macht mir das aber nichts, ich investiere dann eben bspw. in Immobilien.

              Das kannst Du gerne machen. Aber in einer gesunden Volkswirtschaft würden die durchschnittlichen(!) Preise für Immobilien auch “nur” im Rahmen der Inflation steigen.

              Das klingt für mich so, als würde ein Chinese ständig Rumpfsteak mit dem Wiener Schnitzel durcheinander werfen. Ist ja furchtbar mit Dir :-)

              So, so ;-)

              Dass Du Deine “Idole” in Schutz nehmen willst, ist mir schon klar. Aber … mal Hand aufs Herz .. das glaubst Du doch nicht selber?

              Zweitens haben Thatcher und Reagan nie das gegenwärtige Finanzsystem kritisiert. Ganz im Gegenteil, sie fanden es ganz toll.

              Nö, sie fanden das Finanzsystem ihrer Tage fürchterlich und darum haben sie es ja auch dereguliert und den Märkten ihre Freiheit wiedergegeben ;-)

              Mit dem heutigen Finanzsystem (das es damals so noch gar nicht gab!) wären sie allerdings sehr zufrieden.

              Die Wirtschaft war nicht immer dermaßen auf Kredite fixiert. Es gab durchaus eine Zeit, in der Menschen konservativ primär ihre Spareinlagen investiert haben. Im Gegensatz zu heute war das nachhaltig und gesund.

              Dagegen habe ich ja auch gar nichts.

          • Heldentasse schrieb am 19. Juli 2011 at 11:32 - Permalink

            Gold wird gegen Ende des Jahres bei 2.000 USD stehen. Börse ist jetzt ganz einfach.

            Die Kurse vorher zu sagen ist genauso einfach wie die Lottozahlen zu erraten. Fakt scheint aber zu sein, wenn alle sogn. “Experten” raten Gold zu kaufen, sollte man es lieber verkaufen.

            Dazu auch:

            Vor allem die Angst vor einer Inflation ist groß – die Angst davor, dass die Notenbanken das viele Geld, das sie in Umlauf gebracht haben, nicht mehr rechtzeitig einsammeln können. Nach Ansicht von Nouriel Roubini, Professor an der New Yorker Stern School of Business, der wegen seiner häufig korrekten Prognosen auch als Krisenorakel bekannt ist, muss man sich derzeit aber eher Sorgen vor einer Deflation, also einer Preisspirale nach unten, machen als vor einer Inflation. Roubini sieht die jüngste Rallye beim Gold skeptisch, glaubt, dass der Goldpreis nur dann zulegt, wenn Papierwährungen aufgrund von Inflation an Wert verlieren.

            Im übrigen wäre eine Deflation der GAU für das Wirtschaftssystem (Info), laut den Expertenmeinungen ist dieser nämlich nur sehr schwer beherrschbar und das Bunkern von Gold bzw. Goldoptionen nutzt dann dem einzelnen Anleger auch nur wenig.

            • Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 15:32 - Permalink

              Im übrigen wäre eine Deflation der GAU für das Wirtschaftssystem

              Das stimmt nicht. Das ist ein oft zitiertes aber falsches Märchen. Die USA haben im 19. Jahrhundert ein deflatorisches Wirtschaftswachstum gehabt, Indien hat heute auch eins.

              Fallende Preise sind Ausdruck einer freien Marktwirtschaft hervorgerufen durch technische Fortschritt und Konkurrenzkampf. Beispiel Computer und IT. Deflatorisches Wachstum ist ein “natürliches” Wachstum. Die Mär das Deflation schlimm ist haben Notenbänker erfunden. Die brauchen immer wieder eine Entschuldigung um Geld zu drucken.

              Das Schreckgespenst der Deflation übersieht natürlich ein wesentichen Punkt: Ein Kaufmann interessieren die absoluten Preise nicht, sondern die Preisspanne. Wenn ich zum Beispiel ein Prudukt für 1,00 € verkaufen kann dessen Produktion mich 0,50 € gekostet hat, dann ist für mich der Verkaufspreis von 0,95 € kein Problem wenn die Kosten dafür 0,45 € sind. Prozentaual gesehen ist der Gewinn sogar höher!

              An diesem Beispiel kann man wieder sehen, was “Geldschleier” bedeutet. Im Grunde geht es immer um reale Güter die durch ein Tauschmittel namens “Geld” getauscht werden. Im Grunde genommen ist ein Wirtschaftswachstum mit einer konstanten Geldmenge möglich. Das Geld wird dann halt “mehr Wert”

              Mit goldenen Grüssen

            • Bonsta schrieb am 19. Juli 2011 at 19:17 - Permalink

              Fakt scheint aber zu sein, wenn alle sogn. “Experten” raten Gold zu kaufen, sollte man es lieber verkaufen.

              Haha, gerade auf Galileo, dem Pro7 “Wissensmagazin”, haben sie kräftig die Werbetrommel für Gold gedreht in ihrer 100 Sec. Rubrik. Dabei fiel mir doch gleich wieder ein, dass die Pro7/Sat1 – Gruppe doch zu irgendwelchen Finanzspekulanten gehört. Natürlich wurde auch kurz erwähnt, dass der Preis auch wieder fallen könnte – wohl um den Schein der Seriosität zu wahren – aber ansonsten wurden gleich mehrere Tipps gegeben, wie man am besten Gold kauft und das alle Welt verrück darauf sei…

              Also haltet euch ran, Gold nur solange der Vorrat reicht. Sonst müsst ihr am Ende noch Nuggets Schürfen ;-)

            • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 19:53 - Permalink

              Yep. Da gibt es doch so ein feiner altes Börsen-Bonmot: Wenn Dein Friseur Dir Anlagetipps gibt, ist es Zeit auszusteigen. Beides ist auf dem Goldmarkt momentan der Fall.

            • Gast schrieb am 19. Juli 2011 at 20:43 - Permalink

              Ihr habt doch alle zu viel Glenn Beck geguckt :)

              http://motherjones.com/special-reports/2010/05/glenn-becks-golden-fleece

          • Serious Sam schrieb am 20. Juli 2011 at 07:50 - Permalink

            “Ron Paul, der nächste US Präsident”

            Der ist fast 76. Wenn Obama durch seine zweite Amtszeit ist, 2017, also schon 82. So ein Greis soll der nächste Präsident werden? :)

            • OAlexander schrieb am 20. Juli 2011 at 11:20 - Permalink

              Mirsad / Deflation

              Wenn sie eine deflationäre Wirtschaft haben, dann werden auch Schulden relativ höher. Es bräuchte dann auch so etwas wie negative Hypothekenzinsen.

              Die GFC 2008 ist bspw. ein Resultat von Hauspreis-Deflation.

    4. Alex F. schrieb am 19. Juli 2011 at 11:50 - Permalink

      Was ich bei den Keynesianern nie verstanden habe: warum deficit spending, wenn wir ein Nachfrageproblem haben? Warum überhaupt jemals Staatsverschuldung? Es macht wenig Sinn, dass sich der Staat verschuldet, wenn die Wirtschaft auf vollen Touren läuft, denn dann sprudeln auch die Steuereinnahmen. Kein Grund Schulden zu machen.
      Wenn dagegen eine Rezession oder schlimmeres herrscht, die auf ein Nachfrageproblem (kein Angebotsproblem!) zurückzuführen ist, braucht der Staat kein Geld aufzunehmen, er kann es einfach über die Zentralbank drucken lassen. Das Bekämpfen von Nachfrageschwäche sollte Aufgabe der Zentralbank sein. Kurzum, die Ausweitung der Geldmenge muss nicht mit einer Ausweitung der Verschuldung einhergehen, wenn die EZB ihren Job machen würde. Milton Friedman wusste das und ist damit “linker” als alle, die immer erst Schuldscheine meinen ausgeben zu müssen, bevor sie an Geld kommen.
      Indem man die Auweitung der Geldmenge mit höher Verschuldung verbindet, spielt man den Austrians direkt in die Hände. Man hält so die Illusion aufrecht, dass die Geldmenge ein knappes Gut sei – wie die Goldmenge. Damit spielen Keynesianer das Spiel ihres Gegners. Eine dumme Strategie. Kein Wunder, dass sie verlieren. Milton Friedman gegen Hayek und Keynes wäre der bessere Kampf. Da gäbe es ein klares K.O.

      • stefan schrieb am 19. Juli 2011 at 12:41 - Permalink

        Zu Zeiten von Keynes gabs noch Goldwährung, die konnte man nicht so leicht drucken. Aber sonst hast du recht, Notenpresse hätte einen ähnlichen Effekt, wobei es aber die Geldstabilität stärker gefährdet als Staatsschulden (einmal ausgegebenes Geld kann man nicht mehr so leicht vom Markt nehmen). Staatsverschuldung hat dafür das Risiko einer Schuldenkrise.

        • Alex F. schrieb am 19. Juli 2011 at 14:43 - Permalink

          Um das klarzustellen, Staatschulden sind, wenn man seine eigene Währung hat und sich in einer liquidity trap befindet, kein Problem. Es gibt keine Schuldenkrise in Japan. Die Zinsen sind im Keller, seit Jahren. Das Problem mit Keynes ist, dass er seine eigene Theorie nicht konsequent zu Ende denkt. Schulden sind kein Problem, aber sie sind auch nicht notwendig. Statt “borrow and spend” einfach “print and spend”. Einfach Party machen, ohne dass man später aufräumen muss.
          Das Problem mit den Austrians ist doch, dass sie im Sparwahn sind. Keynesianer widersprechen hier zu Recht, da sie aber selber meinen, Schulden machen zu müssen, erwecken sie den Eindruck, als wären wir arm, als müssten wir uns von irgendwem, den zukünftigen Generationen…, etwas leihen. Damit perpetuieren sie den Mythos, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, als gäbe es irgendeinen Mangel. Es mangelt aber an nichts, außer an buntbedruckten Papier.

          Es gibt einen “excess demand for money” und nur die Zentralbank kann den Markt räumen, da sie der Geldmonopolist ist. Tut sie es nicht, erzeugt sie Nachfrageschwäche und damit Arbeitslosigkeit. Die EZB und auch die FED machen ihren Job nicht. Zur Entschuldigung der EZB kann man sagen, dass sie kein doppeltes Mandat hat. Aber das macht sie eigentlich nur noch schuldiger.

          • AndreasM schrieb am 19. Juli 2011 at 16:08 - Permalink

            Ich stimme prinzipiell zu, dass der Staat eigentlich keine dauerhaften Schulden machen braucht, wobei etwas Schulden im Verlauf des Konjunkturzyklus ganz nützlich sind. Aber eben zum Zeitpunkt der Hochkonjunktur wieder Nullstand bei den Staatsschulden erreichen.

            Komplett auf “print and spend” sollte man sich aber auch nicht verlassen. Denn dabei verstärkt man den Druck, in beständige Sachwerte zu gehen, auch wenn man diese nicht wirklich nutzen will.
            Am besten zusätzlich zu “print and spend” progressive Vermögenssteuern, die generell zu einem Rückfluss von übermässigen Ansammlungen im Geld- und Vermögenssystem führen.
            Will man damit jetzt aber das Wirtschaftssystem voll auslasten, muss man sich auch noch überlegen, was man mit dem Geld anfängt. Denn auch wenn viele hier von “der Inflation” und “dem Markt” reden, sind es doch unzählige partiell gekoppelte Märkte.
            Vielleicht sollte man an dieser Stelle eine Restplanwirtschaft durchführen, indem man schaut, welche Kombination an ungenutzten Resten von volkswirtschaftlichen Resourcen vorhanden sind und dann überlegt, welche volkswirtschaftlich sinnvollen Unternehmungen damit durchgeführt werden können. Diese Pläne können dann über gezielte Subventionen, direkte Staatsaufträge und über Staatsunternehmen ausgeführt werden.

            • wednesday schrieb am 20. Juli 2011 at 01:11 - Permalink

              Das Problem mit der MMT (Modern Monetary Theory) ist, dass es nicht genug fähige Ökonomen gibt, die mit aktiver Geldpolitik umgehen können. Politiker sowieso nicht.

              Nimm zum Beispiel die USA, die haben viele fähige Ökonomen, eine frei handelbare FIAT-Währung, volle Kontrolle über die Geld-Druckerpresse und was machen sie?
              Die eigene Bevölkerung mit Geschenken in Form von einer Beschäftigungsgarantie zum Mindestlohn beglücken, welche die oft vor dem Zusammenbruch stehende Instrastruktur für eine wirtschaftliche Erholung flott machen könnte?
              Nein, sie nutzen die Möglichkeiten dafür, sich bei China bis zum GetNo zu verschulden, und mit einem vom Staat finanzierten, gigantischen Militärapparat die Rolle des Dollars als Welthandelswährung abzusichern.

              Und jedes Jahr gibts ein Theater für die Bevölkerung, ob man die Schulden noch bezahlen könnte, obwohl das überhaupt nicht das dringende Problem ist. Die Ankurbelung der inländischen Produktion und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist es. Aber das sehen die Bürger nicht.

      • Yoshi schrieb am 19. Juli 2011 at 14:06 - Permalink

        Du musst aber die Illusion eines knappen Guts aufrechterhalten. Denn Geld hat nur deshalb einen Tauschwert, weil es Leute gibt die an den zukünftigen Tauschwert glauben. Wenn dieser Glaube erschüttert wird, dann kannst du nur noch bei weniger Leuten mit dem bedruckten Papier einkaufen. Und du bekommst im Endeffekt eine Hyperinflation ( das gleiche kann auch mit Gold passieren). Es geht also darum die Erwartungen der unsichtbaren Hand zu erfüllen ;)

        • Alex F. schrieb am 19. Juli 2011 at 14:51 - Permalink

          Inflation ist nicht das Problem, wenn es um Nachfrageschwäche geht. Das Geld ist im Moment “zu viel wert”, deshalb räumt sich der Markt nicht. Wir haben eine Geldblase. Ein wenig Inflation (4%) ist genau was wir brauchen.

          • Yoshi schrieb am 19. Juli 2011 at 15:32 - Permalink

            Ein wenig Inflation wäre wirklich ganz nett, ich rede aber nicht von ein wenig Inflation sondern von Hyperinflation.
            Das Problem ist, dass den meisten Leuten gesagt wurde: Geld ist etwas Wert, weil es knapp ist. Indem du gleich Geld druckst, anstatt das sich der Staat, wie Lieschen Müller, bei der Bank verschuldet, zerstörst du diese Illusion. Dann wird Lieschen Müller aber nicht mehr Geld für ihre Milchmädchendienste annehmen. Deshalb sinkt der Wert des Geldes für den Müller, der deshalb mehr Geld für seine Ware nimmt… etc.
            Insgesamt riskierst du, dass das Geldsystem zusammenbricht, weil niemand mehr Geld als Zahlungsmittel akzeptiert.

            • Alex F. schrieb am 19. Juli 2011 at 16:30 - Permalink

              Hyperinflation ist sehr, sehr schwer zu erzeugen. In vielen Ländern gibt es Inflationsraten über 4% ohne das es deshalb gleich zur Hyperinflation kommt. Zumal die Zentralbanken doch sehr gut sind in der Bekämpfung von Inflation. Da droht überhaupt keine Gefahr.
              Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, wenn die Zentralbanken auf level targeting umsteigen. D.h. sie peilen weiterhin 2% Inflation an, kompensieren aber Phasen, bei denen dies Ziel nicht erreicht wurde. Wenn ein Jahr nur 1% Inflation war, gibt’s im nächsten Jahr 3%. Eine andere Idee ist Inflation targeting ganz aufzugeben und das Wachstum des nominellen BIPs als Ziel zu nehmen.

            • wednesday schrieb am 20. Juli 2011 at 00:58 - Permalink

              Die einzige Legitimation des Geldes in einer FIAT-Währung ist, dass man seine Steuern in dieser Währung zahlen muss. Unter Androhung von Gewalt und Strafe. Das sollte für eine Legitimation reichen. Milch akzeptiert der Staat nicht.

          • Mirsad schrieb am 19. Juli 2011 at 15:39 - Permalink

            Die Geldblase wird deutlich am steigendem Goldpreis.

            Inflation ist Raub am Rentner und armen Arbeitnehmern. Wir brauchen eine stabiles Geld. 4% Inflation bei 1,5% Sparzinsen? GEMEINGEFÄHRLICH

            • Alex F. schrieb am 19. Juli 2011 at 16:39 - Permalink

              Es gibt kein Re cht auf einen positiven Realzins. Es kann durchaus sein, dass der Marktzins negativ ist. Wenn zuviele Menschen sparen wollen, es aber nicht genung Investitionsmöglichkeiten gibt, vor allem nicht genug sichere Investitionen, dann kann der Realzins negativ werden. Das hat mit Raub nichts zu tun. Im Gegenteil, künstlich den Realzins hoch zu halten, indem man die Geldmenge verknappt, ist Raub.
              Arbeitnehmer profitieren, wenn die Wirtschaft auf vollen Touren läuft. Da die Renten an die Löhne gekoppelt sind, profitieren die staatlichen Renten ebenfalls.

              Nur wer vor allem von den Schulden anderer Leute lebt, verliert. Also der Rentier. Aber die Euthanasie des Rentiers war auch Keynes erklärtes Ziel.

            • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 20:08 - Permalink

              Warum? Das Geld soll ja eben ausgegeben und nicht gehortet werden. Eine Inflation, die über dem Sparzins liegt, ist keinesfalls falsch.

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 20:00 - Permalink

        Was ich bei den Keynesianern nie verstanden habe: warum deficit spending, wenn wir ein Nachfrageproblem haben?

        Das rappt der “Lord” doch im ersten Teil ;-)

        Die Idee dahinter ist, dass das “Defictit Spending” die Nachfrage ankurbelt. Das ist ja auch der Fall.

        Warum überhaupt jemals Staatsverschuldung? Es macht wenig Sinn, dass sich der Staat verschuldet, wenn die Wirtschaft auf vollen Touren läuft, denn dann sprudeln auch die Steuereinnahmen. Kein Grund Schulden zu machen.

        Zum Deficit Spending gehört natürlich auch, dass die Defizite in den Boom-Zyklen wieder ausgeglichen werden. Diese bremsende Wirkung ist ja auch volkswirtschaftlich sehr sinnvoll um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern. Die Chinesen haben ihren Keynes gelesen, bei den Amerikanern habe ich da arge Zweifel. Da klappt das Deficit Spending zwar toll, aber der Ausgleich des Defizits klappt nicht immer.

        Das Bekämpfen von Nachfrageschwäche sollte Aufgabe der Zentralbank sein.

        Das klappt aber nicht. In einer Krise nehmen die Leute auch bei 0% Zins keine Kredite auf – in einer Deflationsphase schon gar nicht. Das musste auch Japan bitter lernen.

        • Schierke-Nee-Sama schrieb am 19. Juli 2011 at 21:54 - Permalink

          Das musste auch Japan bitter lernen.

          Hach, ja ! Das gute alte Japan…
          Wann können wir eigentlich mal einen Artikel zur japanischen Wirtschaft von dir lesen ?
          Es kann ja eigentlich gar nicht angehen, das du immer wieder auf Japans Deflationsphase verweist, ohne mal einen Artikel zur japanischen Wirtschaft geschrieben zu haben.

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juli 2011 at 22:15 - Permalink

            Dazu haben viel klügere Männer schon sehr viel geschrieben.

        • wednesday schrieb am 20. Juli 2011 at 01:19 - Permalink

          > Das klappt aber nicht. In einer Krise nehmen die Leute auch bei
          > 0% Zins keine Kredite auf – in einer Deflationsphase schon gar nicht.
          Kredite des Privatsektors um den Konsum anzukurbeln sind eine schlechte Idee. Wenn einer die Nachfragelücke in der Krise stopfen muss, weil der Privatsektor sich verchuldet hat oder sparen will, dann der Staat. Nicht notwendigerweise, indem er sich verschuldet.

          > Das musste auch Japan bitter lernen.
          Das mussten auch die US bitter lernen, nachdem Clinton die Staatsverschuldung auf den privaten Sektor umgelagert hat. Den Nachfrageausfall im privaten Sektor haben sie bis heute nicht ausgeglichen.

        • Serious Sam schrieb am 20. Juli 2011 at 07:53 - Permalink

          “Zum Deficit Spending gehört natürlich auch, dass die Defizite in den Boom-Zyklen wieder ausgeglichen werden”

          In der Tat. Wo überall wurde dieser Teil der Theorie schon mal umgesetzt? In China wohl nicht.

          • Lago schrieb am 20. Juli 2011 at 11:48 - Permalink

            Soll das ein Witz sein? Was bitte hat die marginale externe Staatsverschuldung Chinas mit Keynesianismus zu tun? 400 Mrd. USD, das ist ein Fünfunddreißigstel des Wertes der USA, ein winziger Bruchteil der chinesischen Staatsschulden.

            Genauso könntest du sagen, dass du pleite bist, nachdem du 100 Euro von deinem Bankkonto abgehoben hast.

        • Alex F. schrieb am 20. Juli 2011 at 09:49 - Permalink

          “Das klappt aber nicht. In einer Krise nehmen die Leute auch bei 0% Zins keine Kredite auf – in einer Deflationsphase schon gar nicht. Das musste auch Japan bitter lernen.”

          Da du Krugman schätzt: Krugman hat Ende 90er darauf gedrängt, dass die BOJ Inflationserwartungen weckt. Er stimmt auch Woodford zu, dass sie das nicht wirklich versucht hat. http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/06/20/woodford-on-monetary-and-fiscal-policy/ BOJ hat die Geldmenge immer wieder kontrahiert. Sebst wenn du nicht an der Nullzinsgrenze bist, falls du die Erwartung weckst, die emittierte Geldmenge gleich wieder zurückzuziehen, kannst du den Zinssatz niemals verändern. Geldpolitik findet immer im Kopf statt, d.h. sie läuft über Erwartungen. Die Nullzinsgrenze ist kein technisches Problem, sondern ein politisches.

          Mein Punkt ist aber auch gar nicht, dass man keine Fiskalpolitik treiben sollte. Mich nervt am “deficit spending” das “deficit”, nicht das “spending”. Wenn man Fiskalpolitik machen will, dann ohne Schulden, einfach mit frisch gedrucktem Geld. Der berühmte helicopter drop.

          Politisch ist das nicht schwieriger als die jetzige Situation. Im Gegenteil, jetzt hat man es auf der anderen Seite mit 2 Schreckensszenarien zu tun: 1. Überschuldung, 2. Hyperinflation. Fiskalpolitik mit monetären Mitteln erledigt 1. Man muss ich dann nur noch mit den Hyperinflationsparanoikern auseinandersetzten. Das vereinfacht die Debatte.

          Die progressiven Kräfte haben sich selbst ein Loch gegraben. Obama kann kein Geld ausgeben, ohne als der Schuldenmacher da zu stehen. Und dass in einer Wirtschaft, die unter Nachfrageschwäche leidet. Makroökonomisches Mittelalter, um mit Krugman zu reden.

          • Alex F. schrieb am 20. Juli 2011 at 09:56 - Permalink

            Was ich hier vorschlage, ist rechtlich schwierig. Und das ist wohl auch der Grund, warum es so wenig diskutiert wird. Aber angesichts der Blockade, in der wir sind, und der Gefahr, dass wir, in Europa und den USA, japanische Verhältnisse bekommen, ist es wichtig, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass Nachfrageschwäche zu bekämpfen nichts mit Schulden machen zu tun haben muss.

            • ppp schrieb am 20. Juli 2011 at 10:35 - Permalink

              Da zur Zeit hoch ausdifferenzierten Finanzmärkten existieren, werden diese eventuelles Helikopter-Geld einfach absorbieren – so wie das jetzige Geld der FED ja keine Jobs schaffst, sondern die Finanzgeschäfte weiter aufbläht.

              Solange man mit kruden Finanzgeschäften problemlos mehr Rendite erzielen kann, als mit Realinvestitionen, wird Geld drucken keine Besserung bringen. Es hält uns nur über Wasser, klar was natürlich besser ist als Deflation.

              Das Gleiche gilt auch im Hinblick auf die massiven Ungleichgewichte in den Handelsbilanzen, die werden dann einfach weiterfinanziert, was langfristig nicht sinnvoll ist.

        • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 20:14 - Permalink

          Das rappt der “Lord” doch im ersten Teil ;-)

          Die Idee dahinter ist, dass das “Defictit Spending” die Nachfrage ankurbelt. Das ist ja auch der Fall.

          Lol. Wie wir das bspw. in den letzten Jahren bei Griechenland gesehen haben:-)

          Mann, habe ich heute Spass. Komme mit den Kommentaren kaum hinterher :-)

          Goldene Grüße, spider

          • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 20:21 - Permalink

            Lol. Wie wir das bspw. in den letzten Jahren bei Griechenland gesehen haben:-)

            Klar. Was meinst Du, wo die Nachfrage sonst gewesen wäre? Die aktuellen Zahlen – ohne Deficit Spending – geben da einen ganz guten Anhaltspunkt.

            • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 21:19 - Permalink

              Klar. Was meinst Du, wo die Nachfrage sonst gewesen wäre? Die aktuellen Zahlen – ohne Deficit Spending – geben da einen ganz guten Anhaltspunkt.

              Das ist zu einfach. Es handelt sich nämlich um über Jahre erzeugte Abhängigkeiten, die schlagartig aufgekündigt werden, was immer hart und verheerend ist. Stell Dir beispielsweise als Modell eine Insel vor mit uns beiden als Einwohner. Du könntest bspw. aus Eigeninitiative Fische fangen, ich könnte aus Eigeninitiative Gemüse anbauen. Irgendwann stellst Du aber fest, dass jede Woche ein Handelsboot mit Gemüse von einer anderen Insel kommt. Da Du bei weitem mehr Fische fängst als wir beide insgesamt brauchen, kaufst Du das Gemüse beim Händler und gibst mir die Fische, die ich zum Leben brauche, trotzdem. Dadurch erhälst aber das Privileg mir Bedingungen zu diktieren (wirst quasi der Bürgermeister :-) )

              Was passiert aber, wenn nach Jahren das Boot irgendwann nicht mehr kommt? Klare Sache: Ich habe von Gemüseanbau keine Ahnung mehr und rebelliere:-)

        • spider schrieb am 20. Juli 2011 at 20:28 - Permalink

          Die Chinesen haben ihren Keynes gelesen, bei den Amerikanern habe ich da arge Zweifel. Da klappt das Deficit Spending zwar toll, aber der Ausgleich des Defizits klappt nicht immer.

          Mal ehrlich. In über 90 % aller Staaten ist die Idee des Deficit Spending gnadenlos gescheitert, wie wir an dieser Krise sehen können und noch sehen werden. Zu glauben, erfolgreiches Deficyt Spending und Defizitausgleiche seien auf Jahrzehnte machbar und durchsetzbar, ist ungefähr so wie der Glaube an den wirtschaftlich erfolgreichen Kommunismus, was aber bekanntermassen auch wider Fakten zahlreiche Glaubensjünger von diesen Quasireligionen nicht abhält. Es gibt eben zwei Sorten von Menschen, Empiriker und Idealisten, und ich zähle mich zu den ersteren. An etwas zu glauben, das schon zig mal gescheitert ist, kann nur ein Idealist, ein Empiriker kann das nicht.
          Dieser schaut sich vorbehaltlos die Fakten an und ändert seine Strategie.

          • Brettermeier schrieb am 21. Juli 2011 at 00:45 - Permalink

            Wie wäre es denn zur Abwechslung mal damit, dass der Herr Super-Empiriker seine Quellen für diese Behauptungen auf den Tisch legt, anstatt hier nur von seiner eigenen Großartigkeit zu schwärmen? Und zwar bitte mit mehr als nur von Worthülsen à la “Mal Ehrlich” oder “was aber bekanntermaßen so und so ist” untermauert.

      • Lada schrieb am 20. Juli 2011 at 20:00 - Permalink

        Weil ich mir das nicht richtig vorstellen kann: Wo findet dann die Gegenbuchung bei der ZB statt? Im Normalfall findet doch die Ausweitung der Geldmenge über den Ankauf von Bonds statt?

        Das Bekämpfen von Nachfrageschwäche sollte Aufgabe der Zentralbank sein.

        Das sie das im Zweifelsfall nicht automatisch kann beweist wohl das derzeitige QEII der USA.

        • spider schrieb am 21. Juli 2011 at 00:01 - Permalink

          Im Normalfall findet doch die Ausweitung der Geldmenge über den Ankauf von Bonds statt?

          Das ist noch lange nicht alles. Deine Bank erschafft neues Geld (in Form von Giralgeld), wenn sie Dir einen Kredit gewährt.

          • Lada schrieb am 21. Juli 2011 at 13:35 - Permalink

            So wie ich das verstanden hab, meinte Alex, dass die ZB das Geld “einfach drucken” soll. In diesem Sinne schafft ja nicht die private Bank das Geld (diesen Mechanismus meinte Alex ja nicht, zudem ist er ja durch die ZB beschränkt), sondern die ZB sollte die Geldmenge ausweiten. Deshalb nur meine Frage, wie, wenn nicht über Bonds?

    5. Frank Powers schrieb am 19. Juli 2011 at 12:45 - Permalink

      Tja, leicht biased das Video diesmal. War beim ersten teil ja noch ein wenig ausgewogener… Schade drum, visuell aber wieder einmal gut gemacht von den beiden Alten…

    6. Stumpf ist trumpf schrieb am 19. Juli 2011 at 15:35 - Permalink

      Stumpf ist trumpf hm ?

      http://www.youtube.com/watch?v=RtIPScWkaIg

      kicher …

      • Frank Benedikt schrieb am 19. Juli 2011 at 16:39 - Permalink

        Und wie stumpf Trumpf ist ;-) Schöne Grüße von einem alten KFC-Fan.

        • Stumpf ist trumpf schrieb am 19. Juli 2011 at 16:57 - Permalink

          Danke … wie gesagt … ;) Gruß zurück … :)

    7. Yoshi schrieb am 19. Juli 2011 at 16:05 - Permalink

      Nachdem wir grade beim Thema sind (und ich meinen Tiroler Hut gefunden habe):
      Nach der Wiedervereinigung hat der Staat massiv Geld in die neuen Bundesländer gepumpt. Dadurch wurde die Kapitalstruktur verbogen (Spaßbäder, Abschreibungen auf Schrottimmobilien). In der Krise 2003 wurde die Kapitalstruktur bereinigt, mit dem Erfolg das Deutschland relativ gut durch die aktuelle Krise kommt. Schröder hat also 2002 alles richtig gemacht.

      • Stumpf ist trumpf schrieb am 19. Juli 2011 at 16:12 - Permalink

        Und ich dachte ich wäre bösartig … Krampen wie mich erwischt es zu erst was der Gag ist …

        http://www.youtube.com/watch?v=QJQlbLshax0&feature=related * hu hu ;)

        Tja … bildung ist auch nur noch ein Gag wert … das wird nicht schön werden …

    8. sw schrieb am 19. Juli 2011 at 16:08 - Permalink

      Fallende Preise sind Ausdruck einer freien Marktwirtschaft hervorgerufen durch technische Fortschritt und Konkurrenzkampf. Beispiel Computer und IT. Deflatorisches Wachstum ist ein “natürliches” Wachstum. Die Mär das Deflation schlimm ist haben Notenbänker erfunden. Die brauchen immer wieder eine Entschuldigung um Geld zu drucken.

      fallende Preise bei einer Warengruppe (Computer/IT) mit Deflation vergleichen.
      so einen Blödsinn kann nur ein Börsenanalyst verzapfen. Bei “Börsenanalyst” sei an Volker Pispers verwiesen.

      • Stumpf ist trumpf schrieb am 19. Juli 2011 at 16:30 - Permalink

        Sad it … ;)

    9. Yoshi schrieb am 19. Juli 2011 at 17:06 - Permalink

      @Alex F.

      Hyperinflation ist sehr, sehr schwer zu erzeugen. In vielen Ländern gibt es Inflationsraten über 4% ohne das es deshalb gleich zur Hyperinflation kommt. Zumal die Zentralbanken doch sehr gut sind in der Bekämpfung von Inflation. Da droht überhaupt keine Gefahr.

      Ich glaube in diesem Punkt reden wir aneinander vorbei. Mit Hyperinflation meine ich den Zusammenbruch des Geldsystems, also die Phase in der niemand mehr bereit ist Geld anzunehmen, weil niemand mehr glaubt das er sich etwas davon kaufen kann.
      Im Gegensatz dazu ist normale Inflation einfach Geldentwertung. Die entsteht zum Beispiel durch höhere Löhne. Dann kann der Bäcker höhere Brötchenpreise erzielen, weil der Arbeiter weiterhin den gleichen Anteil seines Lohnes für Lebensmittel ausgibt.

      Und ich befürchte eben, dass dein Ursprünglicher Vorschlag, einfach Geld zu drucken, das Geld als solches gefährdet. (Zumindest wenn man das öffentlich macht ;)

      Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, wenn die Zentralbanken auf level targeting umsteigen. D.h. sie peilen weiterhin 2% Inflation an, kompensieren aber Phasen, bei denen dies Ziel nicht erreicht wurde. Wenn ein Jahr nur 1% Inflation war, gibt’s im nächsten Jahr 3%. Eine andere Idee ist Inflation targeting ganz aufzugeben und das Wachstum des nominellen BIPs als Ziel zu nehmen.

      Für die reale Wirtschaft ist es eigentlich egal, wie stark (oder schwach) das nominelle BIP wächst, schließlich ist das reale BIP entscheidend. Beim ersten Nachdenken finde ich das level targeting deshalb ganz sinnvoll, wenn es deflationäre Tendenzen gibt (die Inflation sinkt), dann steigt gleichzeitig die Inflationserwartung. Das finde ich eine ganz elegante Methode die Inflation zu regulieren (und weit von einer Deflation entfernt zu bleiben).

      Du gibst außerdem, mit der Idee Geld (für Konjunkturprogramme) zu drucken, diesen Entscheidungsspielraum auf. Du kannst dann entweder sagen, wir machen diese Woche ein Konjunkturprogramm von 10 G€ oder du sagst, ich möchte 2% Inflation haben. Wenn sich der Staat die 10 G€ für das Konjunkturprogramm am Markt besorgt, dann gibt es sowohl ein Konjunkturprogramm (das real existierende Arbeit schafft) und du kannst ein Inflationsziel festlegen.

      • Alex F. schrieb am 20. Juli 2011 at 10:36 - Permalink

        Nominelles BIP hat den Vorteil, dass man nicht mehr einseitig an Inflation oder Deflation orientiert ist. Entscheidend ist doch letztlich die Beseitigung des Outputgaps. Was bringt es, wenn man die Inflation stabil hält, aber der Outputgap bleibt? Hier bin ich (als Milton Friedman-Fan) in Versuchung Marx recht zu geben. Geldwertstabilität auf Kosten der Produktivität klingt nach Unterwerfung der Produktivkräfte unter die Produktionsverhältnisse (aka Eigentumsverhältnisse). Geldwertstabilität ist kein Selbstzweck.

        “Du gibst außerdem, mit der Idee Geld (für Konjunkturprogramme) zu drucken, diesen Entscheidungsspielraum auf. Du kannst dann entweder sagen, wir machen diese Woche ein Konjunkturprogramm von 10 G€ oder du sagst, ich möchte 2% Inflation haben. Wenn sich der Staat die 10 G€ für das Konjunkturprogramm am Markt besorgt, dann gibt es sowohl ein Konjunkturprogramm (das real existierende Arbeit schafft) und du kannst ein Inflationsziel festlegen.”

        Verstehe ich nicht. Wenn die FED es schafft, Inflationserwartungen zu wecken (durch Verkündigung eines höheren Inflationsziels oder gleich NGDP level targeting) und so den Realzins zu drücken, dann wird der Staat sich noch günstiger verschulden können. Schon jetzt haben 5jährige inflationsindexierte Anleihen einen negativen Zinssatz. Man leiht sich Geld und zahlt dann weniger zurück. Schulden bekämpfen durch Schulden machen, wie cool ist das? http://research.stlouisfed.org/fred2/series/DFII5?cid=82

        “das real existierende Arbeit schafft”
        Gibt es auch andere? :-)

        • Yoshi schrieb am 20. Juli 2011 at 23:56 - Permalink

          Nominelles BIP hat den Vorteil, dass man nicht mehr einseitig an Inflation oder Deflation orientiert ist. Entscheidend ist doch letztlich die Beseitigung des Outputgaps. Was bringt es, wenn man die Inflation stabil hält, aber der Outputgap bleibt? Hier bin ich (als Milton Friedman-Fan) in Versuchung Marx recht zu geben. Geldwertstabilität auf Kosten der Produktivität klingt nach Unterwerfung der Produktivkräfte unter die Produktionsverhältnisse (aka Eigentumsverhältnisse). Geldwertstabilität ist kein Selbstzweck.

          Ich würde das (globale) potentielle BIP als wichtigste Größe sehen. Es bringt aber normalerweise nichts, wenn man sich über Observablen streitet – sonst will man am Ende Löcher buddeln und wieder zuschütten. ;)

          Verstehe ich nicht. Wenn die FED es schafft, Inflationserwartungen zu wecken (durch Verkündigung eines höheren Inflationsziels oder gleich NGDP level targeting) und so den Realzins zu drücken, dann wird der Staat sich noch günstiger verschulden können. Schon jetzt haben 5jährige inflationsindexierte Anleihen einen negativen Zinssatz. Man leiht sich Geld und zahlt dann weniger zurück. Schulden bekämpfen durch Schulden machen, wie cool ist das? http://research.stlouisfed.org/fred2/series/DFII5?cid=82

          Im wesentlichen ist mein Argument, dass man zwei Verschiedene Stellschrauben bedienen kann, wenn sich der Staat am Finanzmarkt verschuldet (Staatsanleihen und Leitzins). Wenn der Staat sich direkt Geld druckt, dann hat er nur noch eine Stellschraube.

          “das real existierende Arbeit schafft”
          Gibt es auch andere? :-)

          Krugman to the rescue. (die dritte These.)
          Konjunkturprogramme machen eben nur Sinn, wenn dabei Ressourcen besser eingesetzt werden, als ohne die Konjunkturprogramme.

    10. Stumpf ist trumpf schrieb am 19. Juli 2011 at 17:26 - Permalink

      Ah … Karl NAgel … ;)

      Zombies unter kannibalen … Es ist schwirig so weit zu gehen … oh hau hau HA … dieser Spruch wird mir bestimmt noch mal Pöse ausgelegt …

      Ziehe mir hier so nebenbei diese empörte Medien Kiste auf Phönix rein …

      Rupert Murdoch antichrist Gag … tun wir mal allle so als wenn wir Nix aber gar nichts gewust
      hätten … respektiv ( natürlich ) haben . Oh jetzt . Tzz … Aber immer noch damit rumpralen das ihr die Nazis ( Wallstreetbis 1943 ;p ) besiegt habt hm …

      Es wird langweilig … legt mal eine neue Platte auf … :D

      http://www.youtube.com/watch?v=Pi_ser2_Xm4

      Ich verabscheue mich ;)

      • Frank Benedikt schrieb am 19. Juli 2011 at 19:34 - Permalink

        Menno – wenn Du doch wenigstens “Deutsch” schreiben würdest, amit man Dich verstehe kann :-P

    11. Am_Rande schrieb am 19. Juli 2011 at 18:25 - Permalink

      “Lustig finde ich aber die unterschiedliche Perspektive. Hier in D wäre Keynes der Underdog ;-)”

      Underdog?
      Hahaha….
      Gesetz!

      http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_Förderung_der_Stabilität_und_des_Wachstums_der_Wirtschaft

      • AndreasM schrieb am 19. Juli 2011 at 18:36 - Permalink

        Naja, es ist ziemlich offensichtlich, dass zumindest außenwirtschaftliches Gleichgewicht heutzutage in Deutschland nicht mehr angestrebt wird.
        Stichwort Exportweltmeister (-vize-).

        • Am_Rande schrieb am 21. Juli 2011 at 16:53 - Permalink

          Mein Hinweis auf den Einfluss den Keynesianisches Denken auf die bundesdeutsche Wirtschaftspolitik hat, bezog sich nicht darauf, ob die aktuelle Politik, den Keynes’schen Vorgaben bis auf die vierte Stelle hinter dem Komma folgt.
          Mir ging es um den Geist, der hinter der Politik steckt.
          Es ist immer schwer (und meistens falsch), die Quintessenz des Denkens eines großen Geistes in ein paar Sätze zu zwingen; aber bei Hayek und Keynes will ich es doch hiermit versuchen:

          “[...] The recognition of the insuperable limits to his knowledge ought indeed to teach the student of society a lesson of humility which should guard him against becoming an accomplice in men’s fatal striving to control society [...]”
          (Hayek bei der Annahme des Nobelpreises, 1974)

          “[...] For my part I think that capitalism, wisely managed, can probably be made more efficient for attaining economic ends than any alternative system yet in sight, but that in itself it is in many ways extremely objectionable. [...]”
          (Keynes in “The end of laissez-faire”, 1926)

          [Beide Zitate aus dem Internet.]

          Ganz kurz gesagt, glaubte Hayek nicht, dass die Regierung positiven Einfluss auf die Wirtschaft nehmen kann, Keynes meinte, sie müsse es sogar.
          Und die Tatsache, dass die Bundesrepubklik überhaupt solche Gesetze, wie das angeführte, erlässt, zeigt doch nur, wessen Geistes Kind solche Politik ist.
          Keynes nicht Hayeks.

    12. na sowas schrieb am 19. Juli 2011 at 22:11 - Permalink

      @Stumpf ist trumpf – Es ist die Zeit der kühnen Visionen. ☂
      Damit das ‘kontrafaktische’ nicht wieder völlig aus der Mode kommt:

      Was wäre wenn:

      Ich Steinbruchbesitzer wäre…
      …würde ich Dir umgehend Zugang zu all meinen Dynamitvorräten gewähren – für eine bessere Welt. Also mal ehrlich … es könnte gut laut werden !

      Ich Kirke die Zauberin wäre…
      …würde ich Dich auf der Stelle in ein kleines rosarotes Ferkelchen verwandeln, und den Sowjets für ihre Verdienste um die Raumfahrt verleihen – alternative Putin als Glücksbringer vermachen – such Dir was aus.

      Ich ein liberaler Blogger namens Jens B. wäre…
      …würde ich Dir umgehend einen eigenen flattr-Button besorgen. Eins muß man Deinen Kommentaren lassen: furztrockene Theoriewüsten sind es keineswegs!

      [Mangels Spendenbutton - bis ca 2.20] ;-)

    13. TutnichtszurSache schrieb am 19. Juli 2011 at 23:05 - Permalink

      Es ist egal, wer von den beiden Recht hat und es ist auch egal, ob der Goldpreis eine Blase ist. Mit dem Fokus auf Italien und Spanien sowie der Pleite Griechelands hben wir die nächste Stufe des Meltdowns erreicht.
      Entweder unsere Politiker rücken nun näher, legen den Grundstein für eine gemeinsame Wirtschaftspolitik und ergreifen die richtigen Maßnahmen oder der Euro wird zerlegt.

    14. Lemmy Caution schrieb am 20. Juli 2011 at 02:32 - Permalink

      Russ Roberts ist erklärtermassen irgendwo zwischen Chicago School und Austrian Economics. Er unterhält einen wirklich hörenswerten Podcast von 1 Stunde wöchentlich (Econtalk -> jeden Montag), in dem er meist mit Buch-Autoren über ein aktuelles Ökonomie-Thema spricht. Sehr hörenswert nach meiner Meinung, gerade auch weil er sich bemüht die Themen allgemeinverständlich zu vermitteln. Er läd auch schon einmal Leute mit einer anderen Meinung ein, jedoch bleibt er in seiner Agenda bei einer klaren austrian-liberalen Perspektive. Ich hab gerad in einer dieser Busfahrten Chillán – Santiago die Folge “Skeel on Bancrupcy and the Auto Industry Bailout” gehört. Neben dem neuesten vom ebenfalls sehr empfehlenswerten anarcho/neo marxistischen “Chaucha con pegarse en el cogote, el matinal de la revolución” von Ariel Zuñiga und Elias Hienam vom letzten Sonntag. Aber ich schweife ab. Zum Video gibts ein “Making of” in Russ Roberts Podcast (2.5.2011).
      Man kann dieses ganze Zeugs in itunes sammeln und was soll man besseres auf langen Auto/Bus/Bahnfahrten oder im Fitness-Studio / beim joggen machen als das hoeren?

    15. Frl. Wunderlich schrieb am 20. Juli 2011 at 07:49 - Permalink

      Langsam weiß ich gar nicht mehr, wo man sein Erspartes einigermaßen “sicher” lassen kann?!

      -Lebensversicherungen? Nicht gut?!
      -Gold? Nicht gut?!
      -Fonds? Nicht gut?!
      -auf dem Konto lassen? Nicht gut?!

      Was soll man denn nun mit dem bischen ersparten machen?

      Und bevor ich mir Dreck reinlese; kennt jemand das Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik / die Wissensmanufaktur? Hab da einen Link bekommen und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll…

      Danke für die Antworten (hoffentlich).

      • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 11:06 - Permalink

        Langsam weiß ich gar nicht mehr, wo man sein Erspartes einigermaßen “sicher” lassen kann?!
        -Lebensversicherungen? Nicht gut?!
        -Gold? Nicht gut?!
        -Fonds? Nicht gut?!
        -auf dem Konto lassen? Nicht gut?!
        Was soll man denn nun mit dem bischen ersparten machen?
        Und bevor ich mir Dreck reinlese; kennt jemand das Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik / die Wissensmanufaktur? Hab da einen Link bekommen und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll…
        Danke für die Antworten (hoffentlich).

        Ich bin kein Vermögensberater, aber ich halte das immer folgendermaßen: Der Mix macht´s. Man sollte allerdings mindestens eine grobe Ahnung haben, in was man da investiert. Grundsätzlich ist nichts gegen Fonds oder Aktien zu sagen – es kommt halt drauf an, was für Fonds und was für Aktien man nimmt. Und hier ist wiederum das eigene Vorwissen der beste Ratgeber – scheiß auf Analysten ;-) Wenn Du z.B. Ahnung auf einem bestimmten Feld hast – sagen wir IT -, dann kannst Du ruhig in Unternehmen, die Deiner Meinung nach gut sind, investieren. Warum denn auch nicht? Ich habe meine kargen Ersparnisse beispielsweise größtenteils im Energiesektor investiert, da ich dort einen relativ guten Überblick habe (ich hatte für zig Artikel auf dem Gebiet recherchiert).

        Das Konto ist übrigens auch nicht unbedingt falsch – nur sollte es ein Festgeldkonto und kein Girokonto sein ;-)

      • na sowas schrieb am 20. Juli 2011 at 12:24 - Permalink

        wo man sein Erspartes einigermaßen “sicher” lassen kann?!

        Klar doch …ne Badewanne aus Gold und als Badewasser viele bunte Scheinchen:

        Then you better start swimmin’

        Or you’ll sink like a stone

        For the times they are a-changin’.
        [lyrics bob dylan]

      • Lohengrin schrieb am 20. Juli 2011 at 17:17 - Permalink

        Was soll man denn nun mit dem bischen ersparten machen?

        Gute technische Geräte kaufen, zB Wärmetauscher und Fotovoltaik auf dem Dach, ein gutes Fahrrad, haltbare Kleidung, warme Kleidung, Decken.
        Schau mal nach wieviel Energie deine Truhe verbraucht. Möglicherweise rechnet sich ein Neukauf schon nach vier Jahren bei heutigen Energiepreisen.
        Werkzeuge kaufen. Hast du schon Leiter, Sackkarre, Schubkarre, Betonmischer, Spaten, Kuhfuß, Multimeter, vllt noch einen Geigerzähler? Oder kennst du jemanden, von dem du so etwas leihen kannst?
        Waffen. Brauchen nicht unbedingt Feuerwaffen zu sein.

        Nahrungsmittel kaufen, zB Corned Beef, Zucker, anderes praktisch ewig Haltbares. Weizenmehl kostet pro Kilogramm 25 Cent. Wenn man das richtig lagert, hält es sich auch viel länger als draufsteht.

        Persönliche Beziehungen. Hast du gute Freunde, die gerade mal Geld brauchen? Das müssen aber wirklich gute Freunde sein, so dass du es auch verträgst, wenn sie später nicht zurückzahlen können. Einige dieser Investitionen werden platzen, aber nicht alle. Möglicherweise wird der Verlust geplatzter Investitionen durch dankbare zahlungsfähige Freunde kompensiert.
        Ich war vor zwei Jahren in Argentinien. Die haben vor ein paar Jahren eine Währungskrise erlebt. Die wissen wie wertvoll Freunde sind.

      • minimax schrieb am 24. Juli 2011 at 23:45 - Permalink

        die größten gewinne gibt es mit öl und rüstung.
        ich würde dir empfehlen in ackerfläche und in saatgut zu investieren, dann hast du auf jeden fall was zu essen in der zukunft.

    16. Alex F. schrieb am 20. Juli 2011 at 10:41 - Permalink

      @ppp
      Ein helicopter drop ist Fiskalpolitik, er geht nicht an die Banken, sondern an die Steuerzahler. Er könnte in Form eines refundable tax credits ausgezahlt werden.

      • ppp schrieb am 20. Juli 2011 at 11:13 - Permalink

        okay, ein Scheck an die Verbraucher wäre natürlich effektiv gg. einen Einbruch.

      • AndreasM schrieb am 20. Juli 2011 at 12:37 - Permalink

        Warum dann nicht gleich ein antizyklisches BGE einführen, das direkt von einer Mischung aus Vermögenssteuer und Notenbankgeld bezahlt wird? Denn letztendlich ist das ein Helicopter Drop (kommt natürlich darauf an, die richtigen Parameter zu wählen).
        Trotzdem würde ich zumindest einen Teil des Helicopter Drops für zukunftsorientierte Strukturprojekte verwenden, anstatt alles direkt dem Konsum zuzuführen.

        Um zu wissen, wieviel wohin, muss man sich aber nicht die Geldparameter oder Ähnliches anschauen, sondern direkt die volkswirtschaftlichen Resourcen.

        • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 14:40 - Permalink

          Weil das zu Inflation und(!) sinkenden Löhnen führt. BGE ist Unfug, egal ob zyklisch, antizyklisch oder sonst was.

          • AndreasM schrieb am 20. Juli 2011 at 20:10 - Permalink

            Es kommt immer auf die Parameter und die Umgebung an. Solange ein deutlicher Arbeitnehmerüberschuss da ist, stimme ich dir zu, was die sinkenden Löhne angeht.
            Mit den richtigen Parametern ist das BGE aber gleichzeitig ein Helicopter Drop, der die Nachfrage ankurbelt.
            Globale Inflation gibt es nur, wenn die Geldmenge sich an allen Stellen des Systems proportional erhöht.
            Das ist aber beim hinreichend hohen BGE genau wie beim Helicopter Drop nicht der Fall. Die Gewichte verschieben sich hin zu einer besseren Überdeckung von Geldanteil und potentieller Nachfrage (Wünsche und Verlangen), was die Nachfrage und die realen Warenströme erhöht. Nur bei begrenzten Waren würde das jetzt direkt zu Preiserhöhungen führen. Das sind aber die meisten Waren nicht, solange die Wirtschaft noch nicht voll ausgelastet ist. Die wirtschaftliche Expansion wirkt dann wie ein Puffer auf die Inflation bei diesen Waren.
            Für die Expansion braucht man Arbeitskräfte und in Folge werden die Löhne dort nicht unbedingt sinken. Bleiben jetzt manche bei hinreichend hohem BGE freiwillig ganz zu Hause, wird die Arbeitslosenarmee von zwei Seiten aus dezimiert.

            Solange es nicht mal im Großen mit den richtigen Parametern versucht wurde, halte ich die grundsätzliche Bezeichnung als Unfug jedenfalls für verfrüht.

            • Alex F. schrieb am 21. Juli 2011 at 08:55 - Permalink

              Bei einem BGE, das nicht zu hoch wäre, besteht keine Inflationsgefahr, aber es gibt ein Legitmationsproblem. Warum soll jemand, der nicht arbeitet, obwohl er arbeiten kann, alimentiert werden? Rentiers haben wir schon genug.

              Gerade wenn man richtige Geldpolitik macht, entfällt der einzige Grund, warum man Arbeitsfähigen fürs Nichtstun Geld geben sollte, nämlich unfreiwillige Arbeitslosigkeit.

              Das einzig gute am BGE ist, es ähnelt einer negativen Einkommenssteuer. Es ist unglaublich dämlich, Leuten Geld zu geben für Nichtstun und es ihnen wegzunehmen, wenn sie sich eine Arbeit suchen. Der Grenzsteuersatz am unteren Ende der Lohnskala sollte am niedrigsten sein und nicht am höchsten. Wer da nicht schwarz arbeitet, verhält sich ökonomisch irrational.
              Besser noch wäre eine negative Konsumsteuer, d.h. eine einheitliche MwSt schaffen und dann einen rebate auszahlen. Dadurch würde die MwSt progressiv.

            • AndreasM schrieb am 21. Juli 2011 at 11:57 - Permalink

              @Alex F.: Die Legitimation ist, dass er ein Mensch in unserem Land ist. Wir geben ja auch nicht erst ein Stimmrecht, sobald man arbeitet. Das Recht zum Existenzminimum leitet sich direkt aus den Menschenrechten ab (wir wollen ja kaum jemand verhungern lassen).
              Das Problem der jetzigen Rentiers ist, dass sie am oberen Ende der sozialen Leiter sind.

              Man muss sich einfach davon lösen, dass das Geld, das man als Arbeitnehmer ausgibt, zu 100% vom Arbeitgeber kommen muss (was beim Helicopter Drop ja auch nicht der Fall ist).
              Arbeitest du nicht, hast du halt deutlich weniger als jemand, der arbeitet. Aber deshalb muss der Nichtarbeitende noch lange nicht auf 0 gesetzt werden (was ja nichts anderes als ein Zwang zur Arbeit ist).

              Letztendlich ist ein BGE auch nichts anderes als eine negative Einkommenssteuer im unteren Bereich.

              Ja, in gewisser Weise ist das erstmal ein Kombilohn, wenn man irgendwo am Existenzminimum mit dem BGE anfängt. Und ja, im ersten Schritt werden die Arbeitgeber dann die Löhne senken (wobei das eine gewisse Zeit dauert). Die Gewinne steigen erstmal, aber das hole ich sofort über eine Vermögenssteuer, die in das BGE fliesst, zurück.
              Dann erhöhen wir das BGE langsam. Warum sollte dann jemand ohne Zwang für einen Hungerlohn arbeiten? Das führt unweigerlich zu einem Aufwärtsdruck auf die Löhne und in Folge auch zu einem Nachfrageanstieg. Um den zu befriedigen, steigt der Bedarf an Arbeitskräften. Wiederum ein Aufwärtsdruck auf die Löhne.
              Was wiederum ein Anreiz ist, doch eine Arbeit aufzunehmen (was dem Aufwärtsdruck dann doch entgegen wirkt).
              Das heisst, dass bei bestimmten Werten des BGE zu erwarten ist, dass sich ein Gleichgewicht bei einer niedrigen Menge an Arbeitslosen, die eigentlich arbeiten wollen, einstellt.

            • Lohengrin schrieb am 22. Juli 2011 at 01:08 - Permalink

              @Axel F.

              Warum soll jemand, der nicht arbeitet, obwohl er arbeiten kann, alimentiert werden?

              Das ist eine Frage der Gerechtigkeit.
              Ich kenne einen Mitte-30-Jährigen, der ist arbeitsunfähig aus psychologischen Gründen, bekommt 700 Euro pro Monat und hat Reisefreiheit. Das will ich auch haben!

              Es ist unglaublich dämlich, Leuten Geld zu geben für Nichtstun und es ihnen wegzunehmen, wenn sie sich eine Arbeit suchen.

              Was genau wegnehmen? Das Geld was der Nichtstuer bekommt, oder einen Teil des Lohnes?
              Jemand der arbeitet, muss deutlich mehr Geld bekommen als jemand der nicht arbeitet.

    17. OAlexander schrieb am 20. Juli 2011 at 14:14 - Permalink

      Zur Gold-Diskussion gibt es hier eine interessante Grafik (“Flight To Safety”). Ab welchen Vermögensverhältnissen (Gedanken-)Spielereien mit Gold Sinn machen ist etwas anderes. Wer Banken nicht traut wird wohl auch Probleme mit Gold-Zertifikaten haben. Bei “richtigem” Gold kommen dann Probleme wie Mehrwertsteuer, Lagerung, Transport, etc. zu tragen. Wenn man sich als Not-Notgroschen einige tausend Euro in kleingestückelten Goldmünzen hält und auch einen zeitweiligen Wertverlust gerne in Kauf nimmt, dem sei das nicht genommen. Bis zum Abschluss einer etwaigen Währungsreform ist man so liquide. Wer viel hat, also nicht der typische Spiegelfechter-Leser ist, darf sich auch gerne zusätzlich einige Kilobarren zu USD 50.000 das Stück zulegen. Falls und wenn der Mega-Crash kommt, kann man sich damit dann einige Schnäppchen zulegen: günstigste Yachten, Bentleys, Luxuswohnungen, Villas und, wenn es reicht, die eine oder andere Firma mit unzureichend gewordenem Cashflow aber sonst rosigen Aussichten.

      Jens Berger meint, “auf den Mix kommt es an”. Der längst verstorbene Börsen-Guru Kostolany meinte, “wer nichts hat muss spekulieren, wer wenig hat darf nicht spekulieren und wer viel hat kann spekulieren.”

      Heutzutage haben InteressierteInnen dank des Internetzes die 24/7/365 Rundumversorgung mit volkswirtschaftlichen Meinungen und Zukunftsprognosen. Früher musste man sich dafür teure “Briefe” (wie etwa den Platow-Brief) abonnieren. Darüber hinaus, wenn sie drei Volkswirtschaftler befragen, werden sie in etwa zehn verschiedene Prognosen bekommen. “Antworten” und “Lösungen” haben nur die Ideologen, die Neoliberalen und die genauso bekloppten Linksaussen, die meinen, wenn der große Crash kommt bricht umgehend der allgemeinbefriedigende Eudemonialstaat aus, und die daher den Crash herbeisehnen wie “Rapture”-Süchtige Christen Armaggedon.

      Global ist die Geldmenge seit 2008 stark ausgeweitet worden, was bislang keine größeren inflationären Auswirkungen hat, weil der Großteil davon schlicht und einfach nur als Buchgeld die Bilanzen von Banken, Versicherungen und Pensionsfonds aufhübscht. Wenn der Konsument davon mehr zu sehen bekäme, dann hätten wir wohl mit echter Inflation zu rechnen. Abgerechnet wird dann, wenn Gelder effektiv fällig werden, Leute Pensionszahlungen haben wollen, und dergleichen. Wir sollten nicht vergessen, dass ja in der Phase des GFC von 2008 gemutmasst wurde, dass in der Finanzwelt toxische Derivate wie CDSse usw. bis zu einer Gesamthöhe von USD 60 Billionen, einem Globalen BSP, herumlungern würden. Nichts Gewisses wissen wir auch heute nicht.

      Natürlich steht es um die Banken, zumindest in Europa, nicht so schlecht. Die wurden kürzlich stressgetestet. In der Süddeutschen Zeitung vom 12.7.2o32 lass ich unlängst einen Artikel zum fünften Todestag von Wolfgang Schäuble. Belobigt wird dabei besonders seine Leistung auf “dem EU-Finanzgipfel von 2010, auf dem er vorschlug, die europäischen Banken einem sogenannten “Stresstest” zu unterziehen. Dieser war zwar in der Praxis wenig mehr als eine oberflächliche Buchprüfung, gab aber dem europäischen Finanzsystem genug Zeit um sich bis zum Mega-Crasch 2012…” – hier brach meine Internetzleitung mit der Zukunft leider zusammen.

      Einstweilen muss aber auch festgestellt werden, dass einer der Faktoren warum die Inflation im Westen relativ gering war die chinesischen Importe der letzten 20 Jahre waren. 1980 kosteten halbwegs erträgliche Hemden 15 Euros (DM 30 für die Kaufhof Hausmarke), usw. Inzwischen werden die ersten chinesischen Autos angelandet – genauso scharf kritisiert wie 1970 die ersten Japaner. In zehn Jahren heißt das Opel ade, und Ford ist fort. In zwanzig Jahren liefert die Flugzeugfirma “Roter Flügel” aus Quingdao so viele Airbus-Kompatible aus wie ich haben will – Mindestabnahme 20 Stück, Lieferung in zwei Monaten gegen Vorkasse. Kleinere Modelle und Stückzahlen von Embraer aus Brasilien. Die Facharbeiter dort bekommen 8,80 die Stunde statt 48,00, Manager 200.000 im Jahr statt 2,8m.

      Wie oft man den Saudis “empfehlen” kann, mal eben schnell 60 Milliarden für diverse Rüstungsgüter auszugeben, und dabei auch 200 Leos einzubeziehen ist eine andere Frage. Diese Frage die beantwortet, wieviele Mercedesse und BMWs unsere amerikanischen Freunde kaufen können – und wie die deutschen die Heizkosten bezahlen sollen.

      Zurück zu Hayes vs. Keynes: volkswirtschaftliche Vorhersagen sind allgemein so wertlos wie Astrologie. Unter gewissen Bedingungen können gewisse Systeme etwas länger aufrecht erhalten werden. Wie genau wird “Erfolg” gemessen, wie ist “Erfolg” definiert? Ich habe viele Stunden über funktionierende Wirtschaftssysteme nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass es solche nicht gibt. Wirtschaft funktioniert nur mit kollektivem Glaubenssystem, was nichts anderes ist als das was – ich bin Atheist – Religion ermöglicht. Kollektiver Glaube ist ein Kitt menschlichen Zusammenlebens. Hin und wieder wird der Glaube ausgetauscht: Christentum verdrängt die Asen, Neoliberalismus die soziale Marktwirtschaft – und Morgen kommt dann ganz was anderes.

      Einstweilen hoffe ich, dass mir das buntbedruckte Zettelchen in der Gesäßtasche am Freitag, wie üblich, hinreichende Mengen von Bier und Nikotin einbringt. Darüber hinaus, ja: Menschen sind schrecklich hierarchisch organisiert. allzuviele Individuen haben da allzusehr leiden müssen, und tun es immer noch. Insgesamt hat das die Spezies Mensch so erfolgreich gemacht, so dass sie den Planeten Erde bis zum Brechreiz ausfüllt.

      • Spiegelfechter schrieb am 20. Juli 2011 at 14:39 - Permalink

        Wer viel hat, also nicht der typische Spiegelfechter-Leser, darf sich auch gerne zusätzlich einige Kilobarren zu USD 50.000 das Stück zulegen. Falls und wenn der Mega-Crash kommt, kann man sich damit dann einige Schnäppchen zulegen: Yachten, Bentleys, Luxuswohnungen, Villas und, wenn es reicht, die eine oder andere Firma mit unzureichend gewordenem Cashflow aber sonst rosigen Aussichten.

        Das ist ja die Frage. Du setzt voraus, dass die Inhaber der Luxuswohnungen ihr Hab und Gut für Gold hergeben würden. Warum sollten sie das tun? Gold hat zwar immer einen variablen Wert im Verhältnis zu Währungen. Der Wert im Verhältnis zu “immobilen” Gütern ist jedoch erstaunlich stabil. Das ist ja auch die Kernthese der Goldbugs. Wenn der Wert aber wirklich in einer Krise stabil bleiben sollte (wovon ich nicht ausgehe), dann kann man sich auch für sein Gold nicht mehr oder weniger Wohnungen und Häuser kaufen als vor der Krise. Es geht hier vielmehr um Angebot und Nachfrage. In einer Krise wird zwar das Angebot für Wohnungen massiv steigen (der Leute können die Kredite nicht mehr zahlen), aber gleichzeitig wird auch die Kaufkraft bzw. Tauschkraft zurückgehen, womit die Nachfrage nach Gold nicht steigen wird.

        Sollte der “Mega-Crash” kommen, wird etwas ganz anderes passieren: Da die allermeisten Anleger nicht zu 100% in Gold investiert sind, werden sie gezwungen sein, ihr Gold zu verkaufen, um andere Verbindlichkeiten zu decken. Es wird in der Krise also ein Überangebot an Gold geben, was den Tauschwert purzeln lässt.

        Jens Berger meint, “auf den Mix kommt es an”. Der längst verstorbene Börsen-Guru Kostolany meinte, “wer nichts hat muss spekulieren, wer wenig hat darf nicht spekulieren und wer viel hat kann spekulieren.”

        Jo mei, was ist denn Spekulation?

        Heutzutage haben InteressierteInnen dank des Internetzes die 24/7/365 Rundumversorgung mit volkswirtschaftlichen Meinungen und Zukunftsprognosen. Früher musste man sich dafür teure “Briefe” (wie etwa den Platow-Brief) abonnieren.

        Sicher. Und die “Analysen” im Internetz sind genau so unseriös wie die Briefe aus der guten alten Papierzeit. Es geht dabei doch nicht um tolle Tipps, sondern darum den Herdentrieb auszulösen. Ich kaufe mit eine Aktie der Spiegelfechter AG und erzählen allen meinen Lesern wie toll die Spiegelfechter AG doch ist. Wenn die Leser dann durch ihre Nachfrage den Kurs treiben, verkaufe ich meine Aktie. Am Ende gewinnt immer der Analyst. Das war früher so und das ist heute auch noch so. Bei Gold erleben wir diesen Effekt in seiner groteskesten Ausprägung.

        Global ist die Geldmenge seit 2008 stark ausgeweitet worden, was bislang keine größeren inflationären Auswirkungen hat, weil der Großteil davon schlicht und einfach nur als Buchgeld die Bilanzen von Banken, Versicherungen und Pensionsfonds aufhübscht.

        Nicht nur das. Die Geldmenge ist ein Wert, der eigentlich zu vernachlässigen ist. Ein kleines Beispiel gefällig? Bitte. Ich besitze ein Haus, das komplett abgezahlt ist. Du willst dieses Haus nun kaufen und nimmst einen Kredit über 100.000 Euro auf. Die Geldmenge steigt um 100.000 Euro. Ich kriege das Geld und – da ich nicht weiß, wohin damit – lege ich es auf mein Festgeldkonto. Nun haben wir zwar Geld geschaffen, aber bis dieses Geld zu Preissteigerungen führt, muss noch sehr viel passieren. Die Geldmenge als monokausale Erklärung reicht dafür nicht aus.

        Natürlich steht es um die Banken, zumindest in Europa, nicht so schlecht. Die wurden kürzlich stressgetestet.

        Das sehe ich genau so. Ich würde aus dem Stresstest sogar die Forderung ableiten, bei der Staatsschuldendebatte keine Rücksicht mehr auf die Banken zu nehmen. Nun ist ja zertifiziert, dass sie die Folgen von Haircuts überstehen.

        Wie oft man den Saudis “empfehlen” kann, mal eben schnell 60 Milliarden für diverse Rüstungsgüter auszugeben, und dabei auch 200 Leos einzubeziehen ist eine andere Frage, die Frage die beantwortet wieviele Mercedesse und BMWs unsere amerikanischen Freunde kaufen können – und wie die deutschen die Heizkosten bezahlen sollen.

        Wohin sollen die Saudis denn mit ihrem Geld? Sie können es ja nicht in der Wüste verbuddeln und der Trend, sinnlose Gigantomaniebauprojekte am Golf zu unternehmen, sollte seit der “Dubai-Krise” auch ein Ende gefunden haben.

        Zurück zu Hayes vs. Keynes: volkswirtschaftliche Vorhersagen sind allgemein so wertlos wie Astrologie. Unter gewissen Bedingungen können gewisse Systeme etwas länger aufrecht erhalten werden.

        Puh, das ist aber starker Tobak ;-)

        Hast Du Dich mal mit der Systemtheorie beschäftigt? Unser Wirtschaftssystem ist erstaunlich stabil und selbst massive Trends besagen noch lange nicht, dass dem System ein Aus droht. Streng genommen ist dieses Aus auch gar nicht möglich. Es ändern sich nur die Parameter. Die “Mad-Max-Dystopie” wird also auf sich warten lassen.

        Wie genau wird Erfolg gemessen, wie ist Erfolg” definiert? Ich habe viele Stunden über funktionierende Wirtschaftssysteme nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass es solche nicht gibt. Wirtschaft funktioniert nur mit kollektivem Glaubenssystem, was nichts anderes ist als das was – ich bin Atheist – Religion ermöglicht.

        Wenn Du Wirtschaftssystem streichst und dafür Finanzsystem einsetzt, wären wir nah beieinander. Ich gebe Dir eine Kuh und Du deckst mein Dach. Das funktioniert (so lange es eine Gewalt gibt, die dafür sorgt, dass unser Geschäft rechtlichen Bestand hat) immer. Ob wir diesen Handel mit Geld, Gold, Muscheln oder sonstigen Tauschmitteln vollziehen, spielt gar keine Rolle. Mit Glaub hat das nichts zu tun.

    18. OAlexander schrieb am 20. Juli 2011 at 18:57 - Permalink

      Jens,

      Wirtschaftlich sind wir auf Neuland. Schulden, Staat und Privat, können per Austerity abbezahlt oder abinflationiert werden – nach konventioneller Theorie. Möglicherweise kann man auch mit einem quasi ewig expandierenden Buchgeldkuchen (“magic pudding”) operieren. Zur Zeit sieht es so aus. Aber ist es so?

      Nach Modellen die von mir erdenkbar sind, funktioniert Marktwirtschaft auf Dauer nur dann, wenn es regelmässig up and downward redistribution cycles gibt die von den Marktteilnehmern nicht erwartet werden (sonst würden die antizyklisch handeln und das ganze Schema vor neue Herausforderungen stellen).

      Ultrakonservativ stehen Schulden Sachwerte gegenüber, weniger konservativ haben wir Schulden gegenüber zu erwartenden Sachwerten.

      Du stellst fest “Unser Wirtschaftssystem ist erstaunlich stabil und selbst massive Trends besagen noch lange nicht, dass dem System ein Aus droht.” es ist richtig, dass sowohl -stg als auch USD eine lange ununterbrochene Geschichte haben. Eine Geschichte in der der Wert des Geldes westwärts wanderte. Nu testen wir, wie das geht wenn essentiell die industrielle Produktion ausgelagert wird und der Markt feststellt, ob der Burger Flipper in der Bronx und der Döner Herunterschneider in Kreuzberg mehr verdienen soll als die Hemdenschneiderin in Quindao. Wieviel Prozent von einem Barrell Rohöl ist wer wert? Öl ist Energie, Energie ist Arbeit.

      Zum Anbeginn der industriellen Revolution brachten wir unsere Kinder als Flusensammler in Wollspinnereien ein, zuletzt unsere Frauen als Marketingassistentinnen und die Kinder als Burger Fipper. Die letzten Innovationsschübe waren Dinge wie Computer und Email, was addierünstlern und Postbeamte neue Karrieremöglichkeiten verschaffte. Die neueste Errungenschaft sind Windmühlen, die in all ihrer ökonomischen Unzweckmässigkeit das Aussterben der Menschheit verhindern sollen.

      Ohne Innovation befinden wir uns grundsätzlich in einem Vedrängungswettbewerb wo der billigste Anbieter gewinnt.

      Was Gold anbelangt, jeder der kann sollte ein paar Goldmünzen haben. Im Krisenfal schadet das sehr wenig. Alles andere ist letztendlich eine Frage des Einstandspreises.

      Und richtig, eine “Mad-Max-Dystopie” wird es nicht geben. Die Leute werden ab Dezember schlicht und einfach im Wintermantel vor dem Fernseher sitzen, solange der Strom dafür noch ausreicht. In China sitzen die Kinder ja auch noch heute gut eingepackt mit Handschuhen beim Schulunterricht. Die Zahnlückigen mit desolatem Fontgefriess werden auch mehr werden.

      Der sozial geneigte wird natürlich jetzt gerne an Umverteilung denken, was als solches eine gute Sache ist. Alles was kann, wird dann die Produktion in die noch billiger Länder auslagern. Dann sind wir bei der Tobin-Tax angelangt.

      Dann können wir noch kurz die Anthropologie besuchen, die uns sagt, dass bei herdenmässig hierarchisch organisierten Wesen wie beim Menschen trotz wunderschönen Deklarationen das Individuum als solches kaum eine Rolle spielt. Diese Deklarationen verbessern vielmehr die die Unterwerfung des Inividuums in die Herdenhierarchie.

      Etwa 1-2% bewaffneter, unterbezahlter aber mit relativer Jobsicherheit ausgestatteter Leute sichert, dass etwa 1% der Herdenmitglieder 90% alles Eigentums besitzen können. Da kann man marginal an den Prozentsätzen rumfummeln, aber so funktioniert das in etwa.

      • minimax schrieb am 25. Juli 2011 at 00:19 - Permalink

        Etwa 1-2% bewaffneter, unterbezahlter aber mit relativer Jobsicherheit ausgestatteter Leute sichert, dass etwa 1% der Herdenmitglieder 90% alles Eigentums besitzen können. Da kann man marginal an den Prozentsätzen rumfummeln, aber so funktioniert das in etwa.

        das so ein plan auch voll in die hose gehen könnte, das hatte auch schon der erzkonservative bismarck schon vermutet.

    19. Johannes schrieb am 21. Juli 2011 at 07:09 - Permalink

      zu Ron Paul: Glenn Greenwald (sicherlich kein Rechter):

      http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/2010/05/28/crazy/index.html


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