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  • Facebook – die Fressmaschine

    geschrieben am 25. Juli 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel von Thorsten Hild

    An Kritik an dem weltweiten Netzwerk Nr.1 mangelt es zwar nicht: Persönliche Daten werden nicht genügend geschützt; ist man als Nutzer facebook einmal ins Netz(werk) gegangen, ist es unmöglich sein Profil wieder vollständig zu löschen; als Nutzer wird man über die immer weiter gehende Datenfreizügigkeit des Unternehmens nicht rechtzeitig und umfassend informiert. Um nur drei weit verbreitete und sicherlich berechtigte Kritikpunkte an diesem mittlerweile milliardenschweren Unternehmen zu nennen. Ein Fall für die Datenschützer. Was soll man sich da als Ökonom einmischen? Viele Köche verderben doch nur den Datenbrei. Einverstanden.

    Facebook frisst Zeit

    Eine Dimension aber bleibt beim verengten Blick auf den Datenschutz völlig im Dunkeln. Und sie hat es in sich: Facebook frisst Zeit – ungeheuerlich viel Zeit. Und Zeit ist nun einmal seit jeher ein Gegenstand der Ökonomie. Das einzige Maß für den Wert ist die Zeit, stellte schon der englische Ökonom David Ricardo (1772-1823) fest, ein Klassiker der Volkswirtschaftslehre. Was er damit meinte? Ganz einfach ausgedrückt: Eine Ware ist so viel wert, wie die Arbeitszeit, die in ihr steckt. Was hat das mit facebook zu tun, werden Sie fragen? Nun, lassen Sie mich Ihnen eine Brücke vom Vor-facebook-Zeitalter zu uns bauen: Die Zeit, die wir in facebook stecken, macht das Unternehmen zu einer sprudelnden Gewinnquelle für seinen Erfinder und bestimmt damit auch den milliardenschweren Wert, der facebook heute schon für einen etwaigen Börsengang zugeschrieben wird.

    Während zu Ricardos Zeiten Ware und Unternehmen entsprechend der dort beschäftigten und entlohnten Arbeit Wert erhielten, schenken wir heute als Nutzer – rund 18 Millionen allein in Deutschland – facebook seinen Wert, indem wir in das Unternehmen unsere Zeit stecken. Umsonst. So verstanden, ist facebook nichts wert.

    Von wegen – um einen weiteren Fundamentalsatz der Ökonomie aufzugreifen – „there is no free lunch.“ Für facebook-Chef Zuckerberg schon. Denn würden wir das nicht tun, könnte facebook auch keine Werbeeinnahmen erzielen, die Haupteinnahmequelle des Unternehmens. So stiehlt uns facebook buchstäblich unsere Zeit. Gut, auch facebook muss etwas produzieren, programmieren, Speicherkapazitäten aufbauen usw. Das müssen andere Unternehmen auch – aber das erklärt weder den Unternehmenswert noch den Wert des Produktes facebook.

    Was könnten wir nicht alles unternehmen, sei es, dass wir einer vergüteten Arbeitszeit nachgingen oder unseren Freizeitwert erhöhten, wenn wir uns unsere Zeit nicht länger von facebook stehlen ließen bzw. ihm unsere wertvolle Zeit nicht länger schenken würden!


    Facebook geht auf den Geist

    Nun, dagegen ließe sich freilich einwenden, dass facebook ja gerade unseren Freizeitwert erhöht. Dann lassen Sie mich aber noch eine zweite Dimension ins Spiel bringen: Sinn. Nun erschrecken Sie bitte nicht gleich. Ich rede hier nicht von dem deutschen “Starökonomen” Hans Werner Sinn, dessen Aussagen ja für jeden aufgeklärten Ökonomen schon gar keinen Sinn machen. Ich meine den Sinn, im Sinne von Inhalt, Bedeutung; anders ausgedrückt: Facebook geht auf den Geist.

    Ganz konkret: Waren Sie heute schon auf facebook? Und, was haben Sie dort gelesen oder gar selbst geschrieben? Sie haben nur den „Gefällt-mir“-Button gedrückt? Ja, unter was denn, was war denn die Botschaft, die Ihnen so gefallen hat? Vielleicht die „Aussage“ einer Ihrer „Freunde“, wie: „Ich bin jetzt auf Sitzung xy.“ Gefällt mir! Oder: „Ich bin grad aufgestanden.“ Gefällt mir! Sehen Sie, das meine ich: Facebook lebt größtenteils im buchstäblichen Sinn von diesen sinnfreien Botschaften. Und plötzlich schauen Sie auf die Uhr, und es sind wieder drei Stunden vergangen, in denen Sie, wie das Kaninchen auf die Schlange, als Nutzer auf facebook geschaut haben. Und jetzt sagen Sie mir bloß nicht, dass Kaninchen zu spielen Ihren Freizeitwert erhöht! Kurzum: Höchste Zeit die sozioökonomische Dimension von facebook der des Datenschutzes an die Seite zu stellen.

    Revolution!

    Wenn jetzt schon Revolutionen in ganzen Weltregionen facebook zugeschrieben werden – auch dies durchaus sinndefizitär – warum nicht facebook mit seinen eigenen Waffen schlagen: Revolution – facebook alle auf einen Schlag verlassen? Na ja, wie das bei Revolutionen nun einmal so ist, würde auch bei dieser das Kind dann ja evtl. gleich mit dem Bade ausgeschüttet: Welcher Schreiberling – wie ich – sieht es zum Beispiel nicht gern, wenn seine Beiträge auf facebook „geteilt“ werden? Auch wenn er dann verdrossen ist, weil wieder ein Eintrag wie „Ich bin jetzt auf Sitzung xy“ mehr Kommentare und „Gefällt-mir“-Einträge bekommt als sein Erdachtes. Und ist es etwa nicht informativ und kommunikativ, wenn sich zum Beispiel alle Literaturmagazine dort präsentieren, man informiert wird, wo und welche Veranstaltungen stattfinden; Dinge, die für eine einfache Website schwer zu erreichen sind? Aber wie so oft liegt das Gute vielleicht in der Mitte (“Mitte” hier nicht im geistig verhunzten Sinne bzw. im Sinnlosen des Lobbyverbandes FDP, sondern im Sinne von dazwischen): Alternative Nachrichtenmedien, Kulturseiten bleiben, die Privaten verlassen das dann sicherlich zumindest im Wert sinkende Schiff. Vielleicht ließe sich Zuckerberg darauf ein, sich zum Zeitpunkt dieser Revolution filmen zu lassen, ein Event, das seiner Seite sicherlich viele Leser und damit Werbeeinnahmen bescheren würde. Den Verbliebenen kann facebook dann ein Angebot unterbreiten, mit ihnen aushandeln, welchen Betrag facebook diesen Nutzern denn zahlen darf, damit sie ihre Inhalte dort weiter präsentieren – und damit dann ja Leser auf der Seite halten – die sich dort fortan mit einer gewöhnlichen Registrierung informieren und äußern dürfen.

    Wir aber nutzen die gewonnene Zeit, um unseren Geist mal wieder richtig zu beschäftigten. Hier einige Vorschläge: Lesen, musizieren, schreiben, hinaus in die Natur, Lesung, Konzert, Theater, Oper, Freunde treffen (diesmal richtig), ihnen sagen, dass er oder sie ihm gefällt (diesmal richtig), Demos gegen Sozialabbau organisieren, mal wieder wählen gehen, Leserbriefe an die neoliberalen Mainstreammedien schreiben (als Brief, mal sehen, ob die damit noch etwas anfangen können – und ob Sie noch Briefe schreiben können); Briefe, am besten Sammelpost, an den Bundestag schreiben, wenn er mal wieder mehrheitlich für Krieg und Soziallabbau gestimmt hat usw.

    Ein Nebeneffekt: Wir werden sehr schnell feststellen, wie teuer das wirkliche Leben geworden ist, und das die gerade wieder aufs Neue durch eine Studie belegten realen Einkommensverluste keine bloße Statistik sind. Ist facebook vielleicht nicht auch ein Instrument uns diesen Blick zu versperren? Kost ja nichts (ok, die Stromkosten: noch ein Grund, facebook zu verlassen; jetzt, in Zeiten der Energiewende.) Würde also einer Revolution bei facebook unmittelbar eine Revolution im wirklichen Leben folgen? Nicht auszudenken!

    Ich habe facebook jedenfalls seit einigen Wochen verlassen, meine Daten, die sich nicht vollständig dort entfernen lassen, liegen dort zwar noch begraben, aber meine Zeit, die schenke ich jetzt anderen und anderem. Sonst könnten Sie auch diesen Beitrag gar nicht lesen, weil ich nicht die Zeit gefunden hätte, ihn zu schreiben. Vielleicht ziehen Sie es ja aber auch vor, Kaninchen zu spielen. Dann entschuldigen Sie bitte die Störung.

    Ach ja, eine allerletzte Bitte: Wenn Sie facebook schon nicht verlassen, bzw. dort nicht die Revolution im oben angedeuteten Sinne organisieren: Bitte „teilen“ Sie doch wenigstens diesen Beitrag. Vielleicht nimmt es dann jemand anderes in die Hand. In Wahrheit möchte er ja nur gelesen werden, werden Sie einwenden? Stimmt auch wieder! Wie heißt es so schön altbacken: Vielen Dank im Voraus! (Ja, und ich, werden Sie jetzt vielleicht auch noch fragen: Ich gebe zu, ich habe mich dort einfach davon geschlichen. Nicht jeder eignet sich nun einmal zum Revolutionär!)

    Thorsten Hild

    65 Kommentare Print This Post
    ein Gastartikel von Thorsten Hild An Kritik an dem weltweiten Netzwerk Nr.1 mangelt es zwar nicht: Persönliche Daten werden nicht genügend geschützt; ist man als Nutzer facebook einmal ins Netz(werk) gegangen, ist es unmöglich sein Profil wieder vollständig zu löschen; als Nutzer wird man über die immer weiter gehende Datenfreizügigkeit des Unternehmens ...
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    65 Kommentare:

    1. Uli schrieb am 25. Juli 2011 at 09:32 - Permalink

      Wir aber nutzen die gewonnene Zeit, um unseren Geist mal wieder richtig zu beschäftigten.

      …indem wir uns geschwind bei Google+ anmelden ;)

    2. Martin schrieb am 25. Juli 2011 at 09:53 - Permalink

      Ah… mal wieder jemand der sich an FB abarbeitet.
      Wie schön. :-)
      Einfacher Rat an dieser Stelle:
      Don´t like – don´t use.

      Vorweg:
      Der missionarische (G)eifer der Facebook-Ablehner erschließt sich mir ebensowenig wie der der Apple-Befürworter.

      Ihre Theorie der an das Unternehmen verschenkten Zeit setzt voraus, dass der Nutzer nichts für sein “Investment” zurück bekommt.
      Das mag fallweise sogar zutreffen, so wie bei Ihnen bspw. – wer es nicht schafft dem System etwas abzugewinnen sollte es folgerichtig nicht weiter nutzen um seine Abschreibungen möglichst gering zu halten und ja nichts zu “verschenken”.

      Ich für meinen Teil hingegen muss feststellen, dass Netzwerkplattformen wie FB richtig instrumentalisiert durchaus einen Zugewinn darstellen können.
      Zuerst fiel es mir am Beispiel der Dutzenden Freunde und Bekannten auf, die ich während diverser Auslandsaufenthalte (Auslandssemester, Arbeit, Urlaub) über die Welt verstreut kennenlernte.
      Durch meinen Beruf wäre es schier unmöglich all diese Kontakte auf traditionellem Wege (Briefe, Fax, Ticker…) aufrechtzuerhalten, sie wären ein klarer Fall von Versandung geworden, verblasst zu einer vagen Erinnerung aus ferner Zeit.
      FB setzt dort an: es verringert den Aufwand unterschwelliger und zeitunaufwändiger Kommunikation.
      Die erratische Begegnung im sozialen Umfeld (Einkaufszone,Strand,Theater) die im echten Leben Ausgangspunkt vieler Freundschaften ist gab es bis zum Erfolg der “sozialen Netzwerke” Online so nicht.
      Der Brief fand sein Pendant in der E-Mail (für viele ja schon ein schrecklicher Kulturverlust), Datingplattformen für gezielt Suchende bildeten Kontaktanzeigen ab.
      Die Zufallsbegegnung jedoch…

      Genau das schafft Facebook:
      Jarod aus Idaho – getroffen am 04.05.2001 am Topenga Beach in Californien – veröffentlicht 2004 via ein Facebook ein Foto von sich und seinen Buddys beim Snowboarden in den Rockies.
      I like!
      Prompte Reaktion: “Uh… the German guy from way back. Join us on our trip in 3 weeks!”
      Flug gebucht, alle wiedergetroffen, großes Hallo.

      [lange Liste gleichartiger Beispiele]

      Ich glaube das ist das einzige Geheimnis am LIKE-Button. Unterschwellige Kommunikation.
      Ohne direkt in Kontakt treten zu müssen, unter Bemühung aufwändiger Floskelei (Wetter, Frauen, Autos) und dem Zwang des Gegenübers sich das alles durchlesen zu müssen, kann ich signalisieren-Hey, ich habe Dich nicht vergessen, und ich finde es interessant was Du so treibst, wir sollten uns mal wieder treffen.
      I like!

      Wer das Problem nicht hat, seinen Freundeskreis ausschließlich aus dem direkten Umfeld rekrutiert und/oder Zeit findet, allen die weiter weg als im nächsten Viertel wohnen regelmäßig Urlaubs/Weihnachts/Geburtstags/Hochzeits/Nurmalebenso-Karten zu schicken: Respekt und absolut in Ordnung!
      Aber bitte hört doch auf den Rest der Welt, der außerhalb dieses beneidenswerten Zustandes leben muss missionieren zu wollen.

      Briefe, am besten Sammelpost, an den Bundestag schreiben, wenn er mal wieder mehrheitlich für Krieg und Soziallabbau gestimmt hat usw.

      Gerade das halte ich doch für eine Stärke des Internet, der Foren, Petitionsplattformen und der sozialen Netzwerke als Verbreitungskanal.
      Noch nie zuvor war es wenigen MÖGLICH, eine so breite Masse wie heute zu adressieren und mitzunehmen.
      Man erinnere sich an Aktionen für BGE, S21 & Co – ich behaupte auf dem Postweg hätte das alles unter Ausschluß der Öffentlichkeit, ergo gar nicht stattgefunden.

      Datenschutz & Co: Was Du nicht willst das jemand weiss, das gib nicht preis.
      Sagte Oma schon – und die hatte nichtmal einen Facebook Account.
      ;-)

      Gruß,
      Martin

      • David schrieb am 25. Juli 2011 at 11:32 - Permalink

        Wort.

      • grefel schrieb am 25. Juli 2011 at 11:50 - Permalink

        Don´t like – don´t use.

        Der missionarischen Eifer ist zwar übertrieben und der Artikel bescheiden, aber deine Handlungsanweisung hilft leider nicht weiter.
        Die Idee eines SN ist es eben möglichst viele Menschen zu integrieren und so werde ich alle Ecke gefragt ob ich auch auf FB oder sonstwo bin und ob ich mich doch mal endlich mal anmelde. Das passiert meist unterschwellig und nicht so direkt aber der soziale Druck ist enorm. Beispiel sind Geburtstagseinladungen über FB, die ich mangels Account nicht ansehen kann, die nervigen Einladungsmails sind da eher schon unerheblich.

        Gleiches gilt natürlich auch für andere Technologien – wenn man am sozialen Leben teilnehmen möchte kann man heute z.B. nicht mehr ohne Handy leben. Bei FB ist es schon fast so weit.

        Von daher gibt es schon sehr berechtigten Motive die Vereinahmung zu kritisieren, obs hilft ist ja nicht unbedingt die Frage.

        • Vogel schrieb am 25. Juli 2011 at 14:11 - Permalink

          Gleiches gilt natürlich auch für andere Technologien

          Oh Mann, wenn das Gesichtsbuch schon mit Technologie verwechselt wird, dann isses nich mehr weit bis Buxtehude.

          • grefel schrieb am 25. Juli 2011 at 14:39 - Permalink

            Technolgie ist etwas unscharf gewählt. Was ich hier etwas kurz gegriffen Vergleiche, ist die Bereitstellung einer technischen Möglichkeit (Handy oder Social Networking) und die sich daraus ergebende Nutzung. Nur ein Handy kaufen hilft ja nicht weiter, telefonieren muss man auch noch. Dieser Vorgang an sich scheint mir auch recht wenig technisch zu sein.

            • Vogel schrieb am 25. Juli 2011 at 22:27 - Permalink

              Sry, will Dich nich ärgern – iss natürlich nich

              unscharf gewählt

              . Solcher “Falschsprech” iss völlig normal, auch mir passieren (hoffentlich selten) solche Dinge: Wir wissen nicht mehr (genau genug) wovon wir reden, in Begriffen die wir nicht (genau genug) kennen! Der Artikel und viele Kommentare hier sind beredes Beispiel für diese – leider banale – These.

        • Tobias schrieb am 28. Juli 2011 at 11:43 - Permalink

          Wie kommt man auf die Idee, dass man ohne Handy nicht mehr am sozialem Leben teilhaben kann? Ich will ja grefel nicht schocken, aber ich lebe ohne Handy & ohne facebook &, oh wunder, ich habe doch einen Freundeskreis.

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 at 11:53 - Permalink

        Irgendwie fehlt mir nun hier der LIKE-Button…. :-)

        Seh ich auch so.
        Nicht das medium ist schuld sondern der User der was daraus macht.
        Wer Fisch kauft sollte sich nicht wundern, dass die Zeitung stinkt ….

    3. André B. schrieb am 25. Juli 2011 at 09:55 - Permalink

      Jeder hat es selbst in der Hand, sich vereinnahmen zu lassen oder nicht. Leider ist ein kritisches Hinterfragen angeblicher Neuerungen kaum noch feststellbar. Und so ergibt sich eine beachtlich große Gruppe von Leuten wehrlos dem technischen Fortschritt, sofern es denn ein Fortschritt ist, auf einen “gefällt mir” – Knopf zu drücken. Armes Deutschland, arme Welt.

      • Bonsta schrieb am 25. Juli 2011 at 11:54 - Permalink

        Jeder hat es selbst in der Hand, sich vereinnahmen zu lassen oder nicht.

        So logisch das klingt, so falsch ist es.

        Wir sind immer Kinder unserer Zeit, Spielball gesellschaftlicher Einflüsse, dem sich niemand entziehen kann. Als ich ein Kind war (den letzten Jahren der DDR), bin ich ich fast nur draussen herumgezogen, mit dem Fahrad (ohne Helm und Knieschoner!) oder auf dem Beppelplatz Fussball gespielt, oder auch noch ganz anderen Unsinn, wie in alten, einsturzgefährdeten Gebäuden oder alten Stollen herumgestrohmert. Mindestens 10 mal bin ich in unseren Fluss gestürtzt, halb ersoffen und das auch im Winter mit blauen Lippen halb erfroren nach Hause gekommen. Damals gab es kaum Fernsehen, an Facebook oder ähnliches war gar nicht zu denken und der Effekt war eben der, dass ich nie mit mir alleine beppeln musste.

        Was machen die Kids denn heute? Unsere Pampersgeneration weiß doch überhaupt nicht mehr, von was ich rede, wenn ich sage, dass ich im Sommer durch die Gärten zog, Tomaten wegfraß, bis ich platzte, auf Bäume kletterte und Kirschen stahl, manchmal auch einfach nur so auf einen Baum stieg, der gar kein Obst trug, um dann stundenlang nicht mehr runterzukommen. Hoch gehts einfach, runter schwer… All das kennen heute immer weniger Kinder. 6-Jährige sind zu blöd, sich ein Eis beim Eismann zu kaufen und selbst mit 10 bekommen sie es kaum mal hin, ihre Pfennige so zusammenzuzählen, dass sie an der Kasse nicht die Hälfte ihrer Süßigkeiten zurücklassen müssen. Dass Obst an Bäumen wächst, haben sie, wenn sie Glück haben, mal irgendwann in der Schule gehört. Wenn ich sowas sehe, weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Sie sind eben Kinder ihrer Zeit…

        • Hannzi schrieb am 26. Juli 2011 at 21:50 - Permalink

          Uhhhh da sind sie wieder … die früher war alles besser Prediger :D

          Den haste dir verdient:

          Ich wär sehr vorsichtig das Früher zu verherrlichen – Die Eltern der Großeltern, also als die Großeltern noch Kinder waren, haben nämlich einen Weltkrieg vom Zaun gebrochen und als Kinder in der HJ Militarismus “gespielt”.

          Alle sind Kinder ihrer Zeit wie sie richtigerweise annehmen und nicht jedes Kind ist zu blöde ein Eis zu kaufen. Es gab immer vernachlässigte depperte Kinder und früher waren die viel viel häufiger als heute (meines Wissens) – da hat es nur niemanden interessiert. Ich erinnere nur an die faschistischen “Erziehungsmethoden”. Millionen Kinder wurden von ihren Eltern einer Emotionsentzugstherapie unterzogen und viele erkrankten daran. Ähnlich das “Krippensyndrom” in der DDR.

          Es läuft nie richtig rund in dieser Welt. Freuen Sie sich darüber, das Sie verschont waren vom Verlust der Kindheit – werfen Sie aber nicht den davon Betroffenen ihre Situation vor. Das ist perfide und unfair.

          Die Unterschiede zwischen DDR und heutiger BRD mögen nicht nur zufällig oder zeitgeistorientiert sein. Vielleicht war ja nicht alles schlecht an der DDR und an vollen Supermärkten und Konsumwahnsinn in der BRD ist vielleicht nicht alles nur gut…

          Beste Grüße

    4. Das kleine Dummerchen schrieb am 25. Juli 2011 at 09:58 - Permalink

      meine zu verplemmpernde Zeit verbringe ich hier und diversen anderen Blogs, das reicht und geht schon über das erträgliche Mass hinaus…
      da brauche ich kein Gesichtsbuch, Gezwitscher mehr um zu registrieren, das ein anderer sich gerade erfolgreich den Hintern abgewischt hat…
      und solche Freunde brauch ich auch nicht, ich möchte denen ins Live-Gesicht schauen, den Gefällt-Button live, sprich Hand oder mal ne Umarmung, drücken oder auch mal einen kleinen Klaps auf den Hinterkopf mitgeben, um das Denkvermögen zu erhöhen…

    5. Marie schrieb am 25. Juli 2011 at 10:08 - Permalink

      Der Artikel klingt wie versteckter Antisemitismus, oder was soll das Genörgel über Mark Zuckerberg?

      • Das kleine Dummerchen schrieb am 25. Juli 2011 at 15:15 - Permalink

        oh, wie scheisse muss man drauf sein, in der Ablehnung von Gesichtsbuch Antisemitismus zu vermuten…?

        • Peter Weiss schrieb am 26. Juli 2011 at 16:03 - Permalink

          @Das kleine Dummerchen : Deswegen hast Du Dir wohl den Screennamen ” Das kleine Dummerchen ” geben, oder? Merkst Du noch was ?

      • Z schrieb am 25. Juli 2011 at 16:04 - Permalink

        Danke für diese kleine Kostprobe Wahnsinn.

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 at 12:00 - Permalink

        Das ist Wahnsinn der mir gefällt:

        Der Jude Zuckerberg (muss ja Jude sein mit solchem Namen) ist schuld daran, dass die Araber und Perser aufbegehren … könnte ein Script zu einer besonders abgefahrenen Verschwörungstheorie werden. Ich schlage vor wir schreiben ein Buch in dem wir behaupten die Facebook-User dort waren in Wirklichkeit CIA-Agenten. Die Tantiemen teilen wir uns.

    6. Shockwave KL schrieb am 25. Juli 2011 at 10:31 - Permalink

      Wenn ich diesen Artikel lese von diesem Schwachmatten krieg ich echt was zuviel.. der ganze Artikel ist absolut sinnfrei und ohne jeden Verstand geschrieben, denn genau diese Idioten sind es doch die von einem SN zum nächsten jumpen nur weil sie denken es wäre cool.. aber dann aufs alte SN schimpfen … Immer schön die Fahne in den Wind hängen!!!

    7. arkay3 schrieb am 25. Juli 2011 at 10:32 - Permalink

      @Marie Es gibt so Argumente, mit denen man jedes Gespraech kaputt machen kann. “Zuckerberg entstammt einem jüdischen Elternhaus, bezeichnet sich selbst jedoch als Atheist.” siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg

    8. Shockwave KL schrieb am 25. Juli 2011 at 10:34 - Permalink

      Danke Martin du drückst das aus was ich mir auch denke…. * EINSYMBOLISCHERILIKEBUTTON*

    9. Bastl schrieb am 25. Juli 2011 at 11:04 - Permalink

      Zum Glück ist es immer noch einem selbst überlassen mit wem man auf Facebook wie kommuniziert ;-) Wenn der Großteil der Freunde so ein Zeug postet sollte man sich vielleicht überlegen ob man die richtigen Leute in seiner Liste hat.

      Bei uns machen wir einen Teil der Vereinskommunikation über Facebook. Ausserdem nutze ich es um mit dem Teil meines Freundeskreises im Kontakt zu bleiben der über die halbe Welt verteilt ist oder auf der anderen Ecke von Deutschland hockt (vom Norden in den Süden ausgewandert um zu Arbeiten).

      Wie so oft ist es immer die Art der Nutzung die entscheidet welchen Nutzen man der ganzen Sache abgewinnen kann.

      Per se es damit als sinnfrei zu deklarieren ist vlt. des Unguten zu viel. Freizeit ist immer “Zeitverschwendung” wenn man argumentiert das man in der Zeit auch arbeiten könnte. Die Frage ist nur wofür man sie “verschwendet”.

    10. Blacksky schrieb am 25. Juli 2011 at 11:17 - Permalink

      Ich hatte noch nie was mit Facebook zu tun aber der Druck da irgendwie mitzumachen ist schon da. Wenn ich mich nach einiger Zeit wieder mit alten Bekannten unterhalte ist mittlerweile spätestens der zwote Satz die Frage ob man bei Facebook ist und ich bin da echt genervt zwischenzeitlich. Ich war ja schon immer meine eigene Randgruppe aber Facebook schafft es obwohl ich nichtmal dabei bin das Gefühl noch zu verschärfen.

    11. Banana Joe schrieb am 25. Juli 2011 at 11:43 - Permalink

      Dieser Artikel…

      …GEFÄLLT MIR :-)

      Mein Senf zum Thema

      Die Freiheit
      etwas zu tun
      beinhaltet die Freiheit
      es nicht zu tun

      In diesem Sinne…

      Banana Joe

    12. GustavGans schrieb am 25. Juli 2011 at 12:31 - Permalink

      Falsch, man kann sein Profil komplett löschen

      • Fussnote schrieb am 26. Juli 2011 at 13:47 - Permalink

        Komplett? – Auch falsch!
        Man beachte folgende…

        Fussnote

    13. Juzam schrieb am 25. Juli 2011 at 12:34 - Permalink

      Die ganze Argumentation basiert irgendwie nur darauf, dass Facebook sinnfrei sei.
      Auch wenn ich sicherlich ab und an meine Zeit dort “verschwende”, bereichert Facebook mich insgesamt. Darum schenke ich Ihm meine Daten und meine Zeit, es bietet mir einen Mehrwert. Die allerwichtigste Funktion: Kommunktion wird so einfach, jede Person ist nur zwei Klicks entfernt.

    14. Serious Sam schrieb am 25. Juli 2011 at 12:38 - Permalink

      Das Fratzenbuch wäre mir völlig Banane, würde nicht inzwischen ein Account dort zum Verabreden bzw. Besprechen von Projekten vorausgesetzt, die in der Schule meines Nachwuchses stattfinden. Ohne FB-Account ist also ein Kind von den Projekten praktisch ausgeschlossen. Diesen Zwang halte ich für inakzeptabel, und gehe auch dagegen vor.

      • Till schrieb am 25. Juli 2011 at 12:44 - Permalink

        Auch ich wehrte mich jahrelang. Zurst gegen eine eigene E-Mail-Adresse – bis ich von Versicherungen und anderen Institutionen mit der Androhung von Nachteilen regelrecht dazu gezwungen wurde.
        Nun wehre ich mich dagegen, einem sozialen Netzwerk wie Facebook beizutreten, bislang mit Erfolg.
        Ach, wäre ich doch nur im Mittelalter geboren worden…

        • Das kleine Dummerchen schrieb am 25. Juli 2011 at 15:28 - Permalink

          und wennste jetz auch noch gegen i-phone, pad, pod oder sonstige Wundereier bist, biste raus… aber sowas von raus du ewiggestriger, du…

          • Till schrieb am 25. Juli 2011 at 16:08 - Permalink

            Bin zu alt für Rock’n Roll und zu jung zum Sterben…

    15. Heinz Engels schrieb am 25. Juli 2011 at 13:02 - Permalink

      Hier werde nicht nur ich informiert, wer wann sich im Urlaub befindet, das Haus, die Wohnung nicht bewohnt wird ! Übrigens : Niemand wird gezwungen, fast sämtliche wichtige Daten seines Lebens allen Fb-Besuchern mitzuteilen.
      Manchmal erinnern mich die Kritiker an die flugzeuglärmklagenden Urlauber, die regelmäßig und gerne in den Urlaub fliegen.

    16. leslie schrieb am 25. Juli 2011 at 13:04 - Permalink

      Facebook.
      Extra3: Willkommen bei Facebook
      http://www.youtube.com/watch?v=SmRdsVvOYsg

      Mfg

    17. Natalie schrieb am 25. Juli 2011 at 13:07 - Permalink

      Ausgezeichneter Artikel, danke Thorsten!

      Ich werde seit Jahren von Verwandten, Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen gefragt, warum ich immer noch kein Facebook-, LinkedIn- und Xing-Account habe. Brauche all das nicht, mein Leben spielt sich in der Realität ab, weit fernab von virtuellen Freunden, möglichen Kollegen und eventuellen Verehrern.

      Der Faktor Zeit, den Thorsten zurecht als “Fressmaschine” bezeichnet und kritisiert hat (gilt nicht nur für Facebook – könnte manchmal genau so gut Gültigkeit für Spiegelfechters Plattform haben, hihihi), ist definitiv nicht zu vernachlässigen. Trotzdem ist es gegenwärtig so, dass immer mehr Menschen nicht mehr wissen, was sie mit der eigenen Zeit anfangen sollen bzw. können und sie, die Zeit, nicht mehr als das wahrnehmen, was sie ist: Das wertvollste Gut, das uns Menschen zur Verfügung steht.

    18. Frank Schenk schrieb am 25. Juli 2011 at 14:04 - Permalink

      Soll doch jeder seine (Frei-)Zeit mit dem Hobby seiner Wahl verbringen/totschlagen. Der Eine hängt jede freie Minute auf dem Campingplatz/(Schreber-)Garten oder in der Kneipe ab, der Andere drückt lieber “I like”-Buttons. Ich seh da kein generelles Problem. Und ob ich nun in der Kneipe den Werbeslogan/Namen einer Bierbrauerei anschaue, mir auf dem Campingplatz fachsimpeleien über die Hersteller von Campern antue, mich mit dem Nachbarn über die beste Aussaatzeit für Bohnen unterhalte und welche Firma das beste Saatgut verkauft oder ob ich bei FB Werbung wegclicke/blocke – wo ist der Unterschied?

      Äusserst dürrer und austauschbarer Rant (ersetze Facebook wahlweise mit Schrebergarten/Kneipe/wasauchimmer).

      Gruß

    19. Vogel schrieb am 25. Juli 2011 at 14:12 - Permalink

      @Thorsten!
      Thumbs up, Du sprichst mir aus dem Herzen!

      Sehr schöner Artikel!

    20. FK schrieb am 25. Juli 2011 at 15:01 - Permalink

      Meine FB wirklichkeit ist total anders als die des autors. Klar kommen banalitäten vor aber meistens ersetzt FB mittlerweile meine RSS Feeds, die leute posten interessante seiten, daraus entwickeln sich gelegentlich spannende, erhellende oder oft sauch einfach nur total lustige diskussionen.
      man teilt seine fotos, videos und termine von veranstaltungen, die man vor hat zu besuchen, dann melden sich spontan alte bekannte oder unbekannte die auch hinwollen oder denen langweilig ist und man trifft sich oder fährt halt gemeinsam zu den events, das lässt wiederum völlig neue freund- oder lieb- schaften entstehen.
      der klassische use-case ist natürlich das wiederfinden von alten bekannten, ex-partnern, alten besten freunden, großcousinen und sonstigen menschen deren lebenswege man mal gekreuzt hat. auch da hatte ich schon einige erfolgreiche wiedersehensfeiern.

      Wer über facebook schimpft hats einfach nicht geschnallt und augenscheinlich nicht richtig genutzt.
      vielleicht bin ich mit exakt 30 auch nur einer der ersten die mit dem internet aufgewachsen und sozialisiert wurden. FB ist zb. für mich nichts virtuelles, mein hirn unterscheidet nicht zwischen “onlinefreunden” oder “echten freunden” wie so manch ein schreiberling hier. was ich als statusmeldung ins facebook tippe würd ich auch oral als smalltalk bringen, was bei fb diskutiert wird, könnt genausogut auf irgendeiner party stattfinden, ob ich mir bei fb ne tante für nen netten abend im club aufreiss oder beim einkaufen im supermarkt, es macht keinen unterschied. ich mache da keinen unterschied.
      der like-button ist dabei eine geniale erfindung: er ersetzt schlicht und einfach smalltalk und standardfloskeln. statt unter nem urlaubsbild “oh wie schön die aufnahme geworden ist” zu tippen, klickt man auf den like knopf, so wie vllt 10 andere leute, der besitzer sieht dann dass er anscheinend ein kracherfoto gemacht hat, ohne 10 mal “oh das ist ja schön” zu lesen, win-win situation. und wenn der like knopf zur meinungsbekundung nciht ausreicht, erst dann tippt man nen kommentar.
      wenn ich also bei FB zeit verbrenne tue ich das genausogut wenn ich mich mit jemandem am see verabrede und beim spazieren über gott und die welt quatsche.
      da mir aber beides mein angeborenes bedürfnis nach sozialer interaktion befriedigt, ist beides eben viel wert, und die zeit gut investiert

      • Statistiker schrieb am 28. Juli 2011 at 14:25 - Permalink

        “vielleicht bin ich mit exakt 30 ”

        Ich gehe mal davon aus, damit ist Dein Lebensalter gemeint. Hierbei kann es sich jedoch nur um das biologische Alter handeln, beim Lesen des Beitrags hab ich eigentlich nur gedacht: “Für einen Pubertierenden eigentlich eine recht gute Orthographie…”

        • FK schrieb am 29. Juli 2011 at 12:39 - Permalink

          Und dein kommentar sagt jetzt was aus? ich meine, grundlose beleidigungen mal ausgenommen? dass dir meine orthographie gefällt? super.

    21. Tasha Davis schrieb am 25. Juli 2011 at 18:38 - Permalink

      Ich kenne genug freiberuflich tätige Menschen für die Facebook unverzichtbares Werkzeug zum Netzwerken ist. Natürlich kann man dort auch sinnlos seine Zeit beim Einhüten der Farmville-Hühner verplempern, ebenso wie man den Fernsehkasten auch nutzen kann um sich von Talkshows berieseln zu lassen oder um seinen Horizont mit Kultursendungen zu verbreitern.

      Der Horizont des Autoren reicht offenbar nur bis zum eigenen Tellerrand. Was mich irgendwie an einen Spruch meiner Großmutter erinnert: “Was der Bauer nicht kennt, das schmeckt ihm nicht.” Es liegt in der Verantwortung des Konsumenten, wie er eine Technologie nutzt.

      Dass der Autor vermutlich nicht besonders internetaffin ist merke ich schon daran dass ich mit 5 Sekunden googlen problemlos herausfinden kann wie sich ein facebook Account löschen lässt:
      http://www.gertis-pc-tipps.de/tutorials/so-kannst-du-dein-facebook-account-loeschen/

      Eine Möglichkeit deren Fehlen der Autor mehrmals beklagt. Auch bei einer zünftig-einseitigen Polemik wäre es nicht verkehrt sich zu informieren bevor man in die Tasten greift.

      • Banana Joe schrieb am 26. Juli 2011 at 01:02 - Permalink

        Das mit dem Löschen ist so eine Sache…

        wichtiger Hinweis:

        Falls du von deinen Freunden auf Fotos markiert wurdest, werden diese Bilder leider nicht gelöscht. Du solltest also deine Freunde bitten, die Fotos von dir aus ihrem Profil zu entfernen.

        -> Eine Möglichkeit deren Fehlen der Autor mehrmals beklagt…

        …und dies aus gutem Grund!

        @Tasha Davis

        Auch bei einer zünftig-einseitigen Polemik wäre es nicht verkehrt sich zu informieren bevor man in die Tasten greift.

        So ist es. ;-)

      • Vogel schrieb am 26. Juli 2011 at 06:58 - Permalink

        @Tascha Davis
        Dein Kommentar (und andere im Sinne von: man muss ja nur … richtig nutzen) iss mir nich aus dem Kopf gegangen.

        Ich kenne genug freiberuflich tätige Menschen für die Facebook unverzichtbares Werkzeug zum Netzwerken ist.

        Wie haben die das denn vor wenigen Jahren – ohne Gesichtsbuch – gemacht? Wie konnten wir überhaupt ohne Internezz und ohne Smartphone “so weit kommen”? Die rhetorische Frage würde ich zynisch beantworten: Na, gerade durch Internet und Smartphone sind wir so weit gekommen; und wir kommen noch weiter … (Zyn off)
        Und man sollte nich den sozialen Druck (besser: Denkzwang) außen vor lassen: “Wie Sie sind nicht … ja man sollte aber … wie kann ich Sie denn …?” Glaubst Du, diesen Mechanismus würde der Soziopath Zukerberg nich kennen und nutzen?
        Gesichtsbuch iss imho überflüssig wie ‘n Furunkel am Arsch. Die Menschen, die das brauchen tun mir leid, ich bemitleide sie jedoch nicht. Man kann ja … ausschalten, gelle?
        Und Dein Hinweis:

        Der Horizont des Autoren reicht offenbar nur bis zum eigenen Tellerrand.

        iss ja wohl pro domo gemeint, oder?

      • Thrombophlebitis schrieb am 6. August 2011 at 17:58 - Permalink

        Tasha Davis, fast alle Deine Kommentare haben mich bis jetzt völlig in den Bann gezogen. Selbst dann, als Du hier noch Natasha und noch früher vielleicht Schierke-Nee-Sama hießt. So lange lese ich Dich schon ;-)
        Deine Ausführungen waren und sind so scharfsinnig und kompetent, dass sie oft keiner Ergänzung bedürfen.

        Wenn Deine dargestellte Persönlichkeit der Realität entspricht, bist Du auch noch – erlaube bitte diese Unerheblichkeit – eine sehr schöne und selbstbewußte Frau.

        Deswegen: Was hat Dich denn geritten, um so einen schlecht recherchierten Scheiss zu schreiben?

        Merke: Überlege vorher gut, was Du dem Internet an persönlichen Daten zur Verfügung stellen willst. Das Internet, ob bei Facebook oder anderswo, vergisst nie!

        • Lohengrin schrieb am 10. August 2011 at 16:18 - Permalink

          Wenn Deine dargestellte Persönlichkeit der Realität entspricht, bist Du auch noch – erlaube bitte diese Unerheblichkeit – eine sehr schöne und selbstbewußte Frau.

          Keine Ahnung wieviele Leute Tasha sind. Und keine Ahnung wie die aussehen.

          Deswegen: Was hat Dich denn geritten, um so einen schlecht recherchierten Scheiss zu schreiben?

          Erst schreibst du als Tasha Davis so einen Scheiß, und dann antwortest du als Thrombophlebitis darauf.

          • Thrombophlebitis schrieb am 10. August 2011 at 17:25 - Permalink

            Das ist jezt echt witzig!

            Erst finde ich Deine Antwort zu meinem Kommentar völlig zufällig, da ich dummerweise nicht den E-mail-Haken angeklickt hatte und freue mich, völlig gespannt -egal wie sie ausfällt- auf die Antwort zu

            Wenn Deine dargestellte Persönlichkeit der Realität entspricht, bist Du auch noch – erlaube bitte diese Unerheblichkeit – eine sehr schöne und selbstbewußte Frau.

            wie schon seit meiner Kindheit nicht mehr (da ich Deine Antwort bewußt gaaaaanz langsam heruntergescrolt habe) gedacht, Lohengrin ist ein weiterer Name Tashas und war schon ganz gespannt, was Sie (Deiner Meinung nach ja Er-wenn ich Deinen Kommentar richtig verstanden habe) zu diesem Satz zu sagen hat. Der Name Lohengrin war mir bekannt aber nicht dessen Kommentare. Mit Lohengrin verbinde ich jedenfalls keine negativen Eindrücke.

            Im Übrigen: Wenn Du mich mit Tasha verwechselst, dann bedeutet das für mich nur ein wunderbares Kompliment (ich bin wirklich ein Mann; das kann ich glaubhaft versichern). Die drei Namen der Tasha mache ich nur an den dazugehörigen Fotos aus. Echt praktische Sache, diese. Und natürlich an den, für mich sehr qualifizierten, Kommentaren von ihr (ihm).

            Sonst steckt da wirklich kein Geheimnis ´hinter. Ich bin nicht Tasha, der Betrüger mit Bart, wenn, dann bin ich ein wehrloses Opfer. Tasha wird das alles bestimmt freuen, hi, hi.

            In Wahrheit habe ich an Deiner Antwort überhaupt nichts verstanden ;-)

    22. JayAr schrieb am 25. Juli 2011 at 22:20 - Permalink

      Den Spiegelfechter lesen kostet mich mehr Zeit als Facebook. Dass der sich nicht schaemt. Ich will gefaelligst bezahlt werden fuer diese Arbeitsleistung

    23. Florian H schrieb am 25. Juli 2011 at 22:21 - Permalink

      Herr Hild,

      irgendwie eine komische Mischung eigene fb-Erfahrungen mit einem ökonomisch geprägtem Zeitverständnis zu kreuzen…mässiges Ergenbnis.

      Lassen sie mich einfach mal folgende Sichtweise darlegen.

      Medien transportieren Informationen. fb ist also ein Medium. Ihr fb-Profil können sie als Informationskanal verstehen. Der Grad der Vernetzung den sie mit ihrem Kanal eingehen bestimmt dann letztendlich darüber wieviel Information durch diesen Kanal fließt. Wenn sie persönlich nun vor allem Nachrichten im Stile von “Bin gerade auf Konferenz xy” erhalten, liegt dies wahrscheinlich daran, dass sie dem Trugschlug erlagen zu glauben, mit ihrem fb-Profil eine Art Persönlichkeitsspiegel aubauen zu müssen. Sprich: Leute die sie persönlich kennengelernt haben nehmen sie in ihre Liste auf, andere nicht. fb-Nutzer wie sie sind sehr leicht zu profilen. Denn es ist gerade dieser übervorsichtige Umgang nach außen, der sie leicht einschätzbar und rekonstruierbar mach….und nach “innen” sind ihre Daten sowieso nicht sicher…fb hat cia-Anbindung (Assange) und würde/wird/hat natürlich Schindluder mit ihren Daten treiben wenn es sich für das Unternehmen lohnt.

      Was ist also der logische Schritt: Einfach wild vernetzen. Damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe:

      1. Man kann sie nicht mehr so leicht profilen
      2. Sie verbreitern ihren persönlichen Informationskanal, folglich erreicht sie viel mehr Information. Nun ist es ihre eigene Aufgabe diese Info-Matrix nutzbar zu machen. Sie werden lernen wo sie besonders wertvolle Information finden und welche Bienchen ihnen immer mal wieder etwas interessantes herantragen…Das ist wie Fahrradfahren lernen. Mit der Zeit lernen sie dann recht effizient valide Information über ihren Infokanal (fb-Profil) auszulesen.

      …und nun ja, das geht nun noch eine Weile so und irgendwann wechseln alle zum nonprofit-Projekt Diaspora ;-)

      VG

      PS: Nächstes mal ruhig auch sich selbst mit ner Sache beschäftigen bevor man drüber fachsimpelt. Danke…

    24. brandubh schrieb am 26. Juli 2011 at 00:45 - Permalink

      Ich gehe jetzt ins Bett.

      Gefällt mir ( )

    25. Blixten schrieb am 26. Juli 2011 at 11:52 - Permalink

      Wenn jetzt schon Revolutionen in ganzen Weltregionen facebook zugeschrieben werden – auch dies durchaus sinndefizitär – warum nicht facebook mit seinen eigenen Waffen schlagen: Revolution – facebook alle auf einen Schlag verlassen?

      Kann mir jemand die Logik hinter diesem Absatz erläutern? Also ausser dass vorne und hinten das Wort “Revolution” vorkommt.

      Man muss übrigens gar nicht so weit weg und zurückschauen, um dass grosse Potential zu sehen, das Facebook bietet um Menschen zu organisieren.
      Die Rosen- und Fackelzüge die gestern Abend um sechs zeitgleich überall in Norwegen stattfanden hatten ihren Ursprung auf Facebook und führten immerhin zur grössten Menschenansamlung des Landes seit Ende des 2. Weltkriegs (natürlich nicht nur wegen Facebook, aber basierend auf einer “von unten nach oben” Organisationsform).

    26. Bär_Tiger_Mann schrieb am 26. Juli 2011 at 19:16 - Permalink

      Ich werde erscheinen

      • Thrombophlebitis schrieb am 6. August 2011 at 23:32 - Permalink

        Wie schön. Aber als wer denn nu? Bär, Tiger oder Mann? Erzähl mir nicht, dass Du alle drei auf einmal drauf hast. Sozusagen in Dreifaltigkeit. Boah, wie sieht das denn aus? Ich könnte wetten, der Arsch ist dann vom Mann, ha, ha, ha … ich krieg hier jetzt echt einen Lachkrampf, bei der Vorstellung wie dieses Viech dann aussieht, ha, ha, ha, ….

    27. Volker Grabsch schrieb am 26. Juli 2011 at 20:44 - Permalink

      Die enorme Zeitverschwendung ist keineswegs neu. Früher waren es die Web-Foren und das Chatten, davor das Usenet und die Videospiele, davor das Fernsehen. All diese Zeitfresser findet man auch heute noch, je nachdem, in welche Generation bzw. Gesellschaftsschicht man schaut.

      Ich muss bei dem Thema auch zwangsläufig an Paul Graham denken, der vor einem Jahr einen sehr schönen Artikel über das Thema Zeitverschwendung schrieb: http://www.paulgraham.com/selfindulgence.html

    28. Martin L. schrieb am 26. Juli 2011 at 22:36 - Permalink

      Das fatale ist, dass Facebook unsere Zeit nicht stiehlt, sondern wir diese freiwillig rausrücken. Immer wieder, im furchtbar schönen Auf und Ab einer Hassliebe.

      Bis man realisiert: Es geht auch anders.

      Ich erteile Facebook eine Absage. Hier und jetzt! ->
      http://sekundemal.blogspot.com/2011/07/eine-absage-facebook.html

    29. individuum schrieb am 27. Juli 2011 at 17:44 - Permalink

      social media ermöglicht dem individuum seine geschichte selbst zu schreiben… für künftige generationen von imensen wert. man stelle sich mal vor die tote oma hätte dies schon zu lebzeiten genutzt und man selbst erbte jenen account… wirkliche geschichte inkl. der “angesagtesten” links seiner zeit… “LIKE” :)

    30. Lohengrin schrieb am 28. Juli 2011 at 09:30 - Permalink

      ist man als Nutzer facebook einmal ins Netz(werk) gegangen, ist es unmöglich sein Profil wieder vollständig zu löschen;

      Das ist Internet. Selbst wenn Facebook irgend etwas löscht, ist es nicht weg.

      Nutzer – rund 18 Millionen allein in Deutschland

      Wieviele Identitäten hat ein Facebook-Benutzer im Durchschnitt?

      Ich habe facebook jedenfalls seit einigen Wochen verlassen,

      Ich habe mich nie bei Facebook angemeldet. Wozu soll das gut sein?
      Wenn ich für andere Daten bereitstelle, stelle ich das ins Web, ganz altmodisch.
      Und wenn mir jemand etwas mitteilen will, kann er mir ein Email schreiben, ganz altmodisch. Ich kann da sogar unterschreiben und verschlüsseln.

      Übrigens gibt es kein Web2.0 . Das Web war schon von Anfang an biderektional gedacht. Erst Microsoft hat es mit dem Internetexplorer ohne Webpage-Editor zur Einbahnstraße gemacht. Jahre später wurde diese Hürde mit einem Trick überwunden.
      Der ursprüngliche Gedanke des HTTP mit dem Caching ist dem heutigen Wirrwar technisch überlegen. Leider hat es sich anders entwickelt.

    31. Thrombophlebitis schrieb am 6. August 2011 at 16:48 - Permalink

      Meine kleine Erfahrung mit Facebook ist folgende:

      Ich entferne mich immer mehr von neuen, technischen Entwicklungen, und zwar bis hin zur Totalverweigerung bei neuen Markteinführungen. Als technikaffiner Mensch, wie mein Lebenslauf eindeutig belegt, wundert mich das ja selbst am meisten. Warum das jetzt so ist, gehört aber wo anders hin.

      Jedenfalls habe ich neulich eine absurde Erfahrung machen müssen. Ich ging mit meinem Hund im Park spazieren, als ich eine junge Frau traf, die auch mit ihrem Hund dort war. Die Köter verstanden sich sofort, was bei meiner zickigen Töle ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

      So kam es, dass ich mit der Besitzerin des anderen Hundes eine sehr angenehme Unterhaltung hatte und es schien als bestünde eine starke, gegenseitige Sympathie. Als ich weiter musste und mich verabschiedete fragte sie mich, ob ich bei Facebook sei. Als sie meine Antwort hörte fragte sie, warum ich dort keinen Account habe. Ich antwortete, dass ich keine virtuellen Freundschaften mag, worauf sie entgegnete: “Ok dann, man sieht sich”. Bumm.

      Habe ich jetzt den Cyrano de Bergerac, nur anders herum gemacht, oder was? Das wäre eigentlich nicht schlecht, denn dann hätte ich eine hübsche Stupsnase und nicht den Zinken, der mein Gesicht ziert. Aber dann wäre die Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen, Oder ist die Internetgeneration von heute nicht mehr in der Lage ganz banale zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen?

      Ich glaube fast, dass ich ohne Hilfe von Leuten wie z.B. @FK weiter oben, gar nicht mehr eigenständig lebensfähig bin.

      Ich stehe wirklich auf dem Schlauch .-(

      Danke an Thorsten Hild, der mir gezeigt hat, dass es für mich besser ist, da zu bleiben wo ich bin: Draussen.

      • Till schrieb am 6. August 2011 at 19:34 - Permalink

        Vielleicht helfen auch ein paar kühlende Quarkwickel …

        • Thrombophlebitis schrieb am 6. August 2011 at 21:09 - Permalink

          Wohin?

          Auf die Nase? Aber hilft das wirklich?

          Du hast recht, vielleicht ist es nur eine Schwellung. Mann bin ich froh, das probiere ich gleich ´mal aus. Danke für den Tipp.

          • Till schrieb am 6. August 2011 at 22:16 - Permalink

            Ich dachte da eher an deine Venenentzündung …
            http://de.wikipedia.org/wiki/Thrombophlebitis

            Alles Gute noch, habe gerade Besuch bekommen, muss mich hier verabschieden …

            • Thrombophlebitis schrieb am 6. August 2011 at 22:42 - Permalink

              Ach so. Mein verrutschter Kommentar Nr. 32 hat sich leider mit Deinem hier überkreuzt. Autsch, wie peinlich.

              Vielen Dank (jetzt im Ernst) für den Tipp. Aber ich habe mich vor etwa 7 Wochen an den Varizen operieren lassen (beide Beine und eins zum zweiten mal) und habe somit keine Probleme mehr damit. Ich muss meinen Nick ändern aber momentan keine weitere Krankheit weit und breit.

              Sorry für das Missverständnis und viel Spaß mit Deinem Besuch.

    32. Thrombophlebitis schrieb am 6. August 2011 at 22:07 - Permalink

      Ich habe nach geguckt und festgestellt, dass ich noch etwas Quark im Kühlschrank habe *freumichtot*. Ich bin nämlich ein absoluter Quarkfan, wenn nicht sogar DER Quarkfan, hi, hi, …

      Gleich verziehe ich mich von hier, wo ich gerade physisch bin, gehe in ein einsames Zimmer und schüttele mir einen von meiner Palme, um mir dann mit dem herausquillenden Quark, oben erwähntes, geschwollenes Körperteil einzureiben. Bin jetzt schon gespannt, ob danach Ruhe ist.

      Also wie gesagt, ich bin ein Quarkliebhaber weshalb mein origineller Quarksshaker und -spender wie eine Dattelpalme aussieht. Lustig, ne? Im Kochkurs “Quark für alle Fälle” kommt das jedenfalls sehr gut an.

    33. Steffen Bochumer schrieb am 9. August 2011 at 22:20 - Permalink

      Facebook stiehlt uns die Zeit? Das klingt nach deja vu:
      Haben nicht auch die Grauen Herren in Michael Endes “Momo” die Zeit quasi gestohlen und damit am Leben Anderer teilgenommen und gleichzeitig davon profitiert?

      Ist nur so ein Gedanke,…


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