Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über uns
  • Kontakt

  • Blog-Flattr

    flattr this!
  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Kategorien

  • Archiv

  • Blogroll

    • Ad Sinistram
    • annotazioni
    • Das Blättchen
    • Das Dossier
    • Die Freiheitsliebe
    • Economist´s View
    • Egghat
    • Feynsinn
    • German-foreign-policy
    • le Bohémien
    • Maskenfall
    • NachDenkSeiten
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Nics Bloghaus
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Ossietzky
    • Paul Krugman
    • Philibuster
    • Real-World Economics Review Blog
    • Tautenhahn
    • Telepolis
    • Transatlantikblog
    • Wirtschaft und Gesellschaft
    • Wolfgang Michal
  • RSS Nachdenkseiten

    • Hinweise des Tages II
    • Arme SPD – 150 Jahre, beachtliche Erfolge und seit 40 Jahren Abstieg. Wie kommt das?
    • Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht
    • Die Vorfeldtruppen der schwarz-gelben Koalition machen für den Wahlkampf mobil
    • Hinweise des Tages
  • RSS ad sinistram

    • Von der Riesterrente lernen, heißt Rauchmelder werden
    • Der Kollateralschaden allgemeiner Herzlosigkeit
    • Hier können Familien Kaffee kochen
    • De auditu
    • Sie ist ja eigentlich ganz nett
  • RSS annotazioni

    • Massenexodus als wirtschaftspolitische Strategie: Vorbild Lettland?
    • Aufruf: Europa geht anders!
    • Soziale Ungleichheit und die Krise
    • Die „höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten“ unter die Lupe genommen
    • Ungleichheit und Krise – zwei aktuelle Wortmeldungen
  • RSS Feynsinn

    • Zensur bei Google
    • 150 Jahre Vernunft und Augenmaß
    • Sammelgammel
    • Georg-Schramm-Syndrom
    • Nachrichten aus der Montagehalle
  • RSS Freiheitsliebe

    • Es lebe die Anarchie! Ein Abend mit Lucio Urtubia
    • „Enteignet – warum der Medizinbetrieb uns krank macht“ von Sonia Mickich
    • Warum das Barbie Dream House nicht unser Problem ist
    • Einführung ins journalistische Schreiben
    • Hartz IV: Mehr Kontrolle, weniger Förderung
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Warum der Austritt aus der Sozialistischen Internationale für die SPD richtig ist
    • Die Meute wird zur Jagd geblasen – die Medien und die “Obama-Skandale”
    • Sie sprechen in Zungen! - Warum wir uns in der Politik nicht verstehen
    • Warum Vergangenheitsbewältigung so wichtig ist
    • Das Geld findet immer einen Weg - warum die Debatte um eine Parteispendenreform sich immer im Kreis drehen wird
  • RSS Wirtschaft und Gesellschaft

    • Nachgeschaut/Florian Pronold/Peer Steinbrück/Schattenkabinett/SPD/Hartz IV: Auch Pronold hat für Hartz IV gestimmt
    • Deutschlandfunk/Gregor Gysi/Drohnen/KalterKrieg: DLF-Moderator outet sich als krasser und geschichtsvergessener Ost-West-Ideologe
    • Konjunktur/Deutschland: Aufträge im Bauhauptgewerbe versprechen keine Erholung
    • Konjunktur/Deutschland: “Konsumfreude” sieht anders aus
    • Börse/Kursrutsch: Wir haben es gewusst – “Börsenboom” ist ohne Substanz
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Fernseher Preisvergleich

    Hier könnte auch Ihre Werbung stehen
  • Letzte Kommentare

      The Joker bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      OT: Beckmann schmeißt hin:...

      Andreas bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      Das Phänomen der...

      Andreas bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      Auf die Wettbewerbsfähigkeit...

      Andreas bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      Du mußt keine Angst haben, im Moment erwirtschaften wir...

      Heldentasse bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      Den Herrn Rether höre/ lese ich eigentlich ganz gerne,...

      Rainer N. bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      Nicht ganz richtig! Die Antwort auf – Wer hat uns...

      Bruder Johannes bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      Die sind gesellschaftlich längst abgekoppelt, spielen...

      Bruder Johannes bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      Die Erklärung ist denkbar einfach: Es sind die guten,...

      kimschmitzii bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      Was würde denn ein...

      Leynad bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      Ich bin da ja im Kern auf...

      Zikade bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      “Auf die...

      night bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      “Es ist viel simpler. In Europa geht die Angst der...

      Anton Chigurh bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      @ Motzky Öhhmm….wann geht eigentlich Dein...

      Mod bei Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Videopodcast zum Vortrag:

      “Überhaupt frage ich mich,...

      kein Kunde bei Konsumklima: Wir verkaufen uns glücklich:

      Der junge Mann in London hatte leider keine Predatordrohne...

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • Der Brandstifter und die Biedermänner

    geschrieben am 25. Juli 2011 von Spiegelfechter

    Politik und Medien gaben sich sehr überrascht, als offenbar wurde, dass die Terroranschläge in Norwegen von einem bekennenden „Konservativen“ verübt wurden. Diese Überraschung ist aber schlussendlich nur ein Beleg, für Blindheit auf dem „rechten“ Auge. In den letzten Jahren hat sich der rechte Rand merklich radikalisiert. Anstatt diese Radikalisierung zum Thema zu machen und auf die Gefahren hinzuweisen, haben Politik und vor allem die Medien sie stattdessen in unverantwortlicher Weise angeheizt. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Gerade auch Deutschland ist nicht vor einem Terrorismus von rechts gefeit.

    Als der damalige RTL-Star Thomas Gottschalk im Jahre 1992 den Republikaner-Vorsitzenden Franz Schönhuber in seine Late-Night-Show eingeladen hatte, war dies noch ein handfester Skandal. Auch Erich Böhmes Versuch, den österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider in seiner Talkshow zu demontieren, erregte acht Jahre später immer noch öffentliche und mediale Kritik. Die Zeiten, in denen zumindest der mediale Kompass noch halbwegs funktionierte sind vorbei. Heute werden Rechtspopulisten ohne Berührungsängste hofiert. Thilo Sarrazin darf sein verquastes Gedankengut per Vorabdruck in BILD und SPIEGEL unter das Volk bringen und ist gerngesehener Gast in den Talkshows der Republik. Der Rechtspopulist Henryk M. Broder darf seine undifferenzierte Hetze im SPIEGEL, der WELT oder dem Tagesspiegel verbreiten. Rechtspopulistisches Gedankengut ist heute gesellschaftsfähig.

    Weiter auf den NachDenkSeiten

    Teilen:

    • E-Mail
    • Facebook
    • Google +1
    • Twitter
    Print This Post
    Tags: Medien
    flattr this!

    Trackbacks:

    1. #Brunnenvergifter | chefarztfraulicher:beobachter

    479 Kommentare:

    1. Heldentasse schrieb am 25. Juli 2011 um 09:36 - Permalink

      @SF
      Auch ein sehr guter Artikel, vielen Dank!
      Als Kernaussage erachte ich:

      Dabei wäre es gar nicht so schwer, mittels Zivilcourage und einer Neuausrichtung der roten Linien des politischen Diskurses eine Brandmauer gegen Hass und Gewalt einzuziehen. Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, müsste gegen Hassprediger jeglicher Couleur gelten, gerade auch wenn sie als Biedermänner daher kommen.

      Mit nachfolgendem Satz – Zitat:

      Rassismus und Hass gegen Minderheiten zu schüren liegt außerhalb der gesellschaftlich tolerierbaren Meinungspluralität.

      Habe ich so meine Schwierigkeiten, denn welche Instanz soll den festlegen welche Meinung (mal abgesehen von den extremen Ausreißern) noch durch die Meinungsfreiheit (laut GG) gedeckt wird, und welche nicht? Es könnte durchaus sein, dass wenn es so eine Instanz gäbe diese im Prinzip nicht kompatibel zur dringend notwendigen demokratischen Meinungsbildung ist. Z.B. wäre es wirklich besser gewesen diesem unsäglichen Herrn S. einen offiziellen Maulkorb zu verpassen?

      • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 09:49 - Permalink

        Z.B. wäre es wirklich besser gewesen diesem unsäglichen Herrn S. einen offiziellen Maulkorb zu verpassen?

        In dem Fall: Eindeutig ja. – Nur geht das eben (gottseidank) nicht.

        Aber es wäre jedenfalls sicher nicht nötig gewesen, diesen widerlichen Thesen so eine große mediale Aufmerksamkeit, samt Vorabdrucken in Bild und Spiegel, zukommen zu lassen. Aber Schuld ist ja eigentlich die Dummheit der Leute.
        Weil wie kann man so einen Unsinn, wie der schreibt und sagt nur ernst nehmen?

        • Heldentasse schrieb am 25. Juli 2011 um 10:08 - Permalink

          @Sukram71

          Jedenfalls wäre es sicher nicht nötig gewesen, diesem Widerling so ein mediale Aufmerksamkeit, samt Vorabdrucken in Bild und Spiegel, zukommen zu lassen.

          Herr S. hätte m.E. alleine schon aus ethisch/ moralischen Gründen von den Medien scharf kritisiert, aber zumindest totgeschwiegen werden müssen. Das machen die aber nicht weil (auch da) kommerzielle Interessen vorgehen, und alles Rund um Herrn S. Buch hatte (besser: hat) leider das Potential für hohe Auflagen. D.h. weiter, wenn man will das diese (m.E. braune) Thesen in den Medien nicht behandelt werden, braucht es eine Zensur und damit treibt man IMO “den Teufel mit dem Beelzebub” aus.

          Aber Schuld ist ja eigentlich die Dummheit der Leute.

          Mag sein. Aber wie sagte der alte Adenauer so schön:

          Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.

          • CheckervonBeruf schrieb am 25. Juli 2011 um 10:23 - Permalink

            Achtung, das nur auf kommerzielle Interessen ist zu billig. Man kann darüber spekulieren, ob solche rechtspopulistischen Thesen nicht in manchen Redaktionsstuben Chefredaktuers-Denken sind. Dieser subtile Rassismus ist verbreitet, da soll man sich nichts vormachen. Noch hält aber diese political-correctness-Anstandsmauer. (Was Fleischhauer wiedeer als linken Terror diffamieren würden…)

            • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 11:56 - Permalink

              Noch hält aber diese political-correctness-Anstandsmauer.

              Davon kann überhaupt keine Rede sein!
              Wem zum arabischen Frühling nichts einfällt als sowas …
              Das ist so abartig, da fehlen mir immer noch die Worte.
              (Nur als kleines Beispiel.)

            • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 15:31 - Permalink

              Und sogar unserem neuen Innenmister Friedrich (CSU) fallen beim Integrationsgipfel nur die Themen “Sicherheitspartnerschaft” und anschließender “Präventionsgipfel” ein.

              Auf deutsch:
              Muslime sind in erster Linie ein Sicherheitsproblem, dem man präventiv begegnen muss. – Na wenn das nicht den inneren Frieden stärkt. ^^

              Vielleicht bietet das der beim nächsten Papstbesuch dem Heiligen Vater an, zum Thema Kindesmissbrauch. :D

            • Momo schrieb am 25. Juli 2011 um 19:53 - Permalink

              @Sukram71, 25. Juli 2011, 11:56 Uhr

              Der “Bronski – das FR-Blog” behandelt in dem Beitrag “Was will die “Islamkritik”?” einige jener Themen, welche im Hetzartikel des von Dir verlinkten FOCUS-Chefredakteurs Wolfram Weimer abgehandelt werden.

              http://www.frblog.de/was-will-die-islamkritik/

              So heißt es beispielsweise zum Thema Schwimmunterricht:

              “In einer Expertise von 2006 über die Teilnahme von muslimischen Mädchen am Schwimmunterricht schrieb Necla Kelek, Schwimm- und Sportunterricht finde an Schulen mit hohem Ausländeranteil “praktisch ohne weibliche Beteiligung statt”. Ein dramatisches Ergebnis! Bahners beschreibt, wie Frau Kelek zu diesem Ergebnis kam: “Am Telefon, erzählte Frau Kelek, habe sie von der Schulsekretärin der Moses-Mendelsohn-Schule in Berlin-Mitte erfahren, es würden keine Anträge mehr auf Befreiung (vom Schwimmunterricht) gestellt. Seit so viele Mädchen Kopftuch trügen, akzeptiere die Schule ohnehin, dass sie nicht zum Schwimmen kämen.” Eine andere Schulleiterin bestätigte ihr, so lägen die Dinge überall an Schulen mit hohem Ausländeranteil. Daraufhin interpretierte Kelek die Erhebung der Berliner Schulverwaltung, “wonach im Schuljahr 2004/05 nur fünfzehn Befreiungsanträge gestellt worden waren, im Sinne ihrer These, förmliche Gesuche seien gar nicht nötig.”
              Dabei steht in ihrer eigenen Expertise etwas anderes: An der Erika-Mann-Schule im Wedding, “Türkenanteill 55 Prozent”, müssen alle am Schwimmunterricht teilnehmen, “die Kopftuchträgerinnen trügen im Wasser eine Plastikhaube”. Ähnliches gilt für die Moses-Mendelsohn-Schule, deren Leiter sagte: “Schwimmen ist kein Problem. Ausnahmen sind mir nicht bekannt.” Damit widersprach er der Schulsekretärin – doch die war nur eine Aushilfsssekretärin. Das Fazit der Studie: “Von ‘erheblichen Verweigerungsquoten’ sei auszugehen. Frau Kelek forderte ein ‘einheitliches Meldesystem für Kulturkonflikte’.” Martin Spiewak, Zeit-Redakteur, hat die Kelek-Ergebnisse überprüft, indem er Stellungnahmen von Kultusministerien und Schulbehörden einholte, und kommt zu dem Ergebnis: “Die These vom breiten Unterrichtsboykott muslimischer Eltern scheint nicht haltbar.” Der Vorwurf der bewussten Integrationsverweigerung von Muslimen sei mittlerweile “eine feste Argumentationsfigur in der deutschen Öffentlichkeit und Politik, stütze sich aber auf Vermutungen und Einzelbeobachtungen.“ Aus Hamburg hörte Spiewak, die größten Schwierigkeiten habe man mit christlichen Fundamentalisten.”

              Und zu dem Thema “Sparschweine” heißt es im FR-Blog:

              “Henryk M. Broder dagegen hat überhaupt nicht nachgehakt. Sonst wäre ihm ein bestimmtes Detail nicht entgangen – ein Detail namens Dementi. Das Prinzip “Stille Post” ist Ihnen bekannt? Man tuschelt dem Nachbarn was ins Ohr, der tuschelt es weiter, und am Ende der Runde freuen sich alle, was dabei herausgekommen ist. In diesem Fall etwas schön Islamkritisches. Man ahnt es schon: Der Fall hat eher Anekdotencharakter. Es geht um das legendäre “Sparschweinschlachten”, dem Bahners ein kleines Kapitel widmet:
              Die britische Regionalzeitung Lancashire Evening Telegraph hatte am 21.10.2005 unter der Überschrift “‘Anstößige” Sparschweine werden geschlachtet” berichtet, dass aus Rücksicht auf muslimische Kunden Sparschweine aus den Schaufenstern von Bankfilialen entfernt worden seien. Der Daily Express übernahm die Nachricht, verbreitete sie um die Welt und bewirkte, wie Bahners schreibt, dass sich “Blogger, Radiomoderatoren und andere Knallbonbondealer” mit der bedrohten Tierart solidarisiert hätten. Doch als der Guardian bei den Banken, um die es ging, nachfragte, erfuhr er, dass die eine schon seit Jahren keine Sparschweine mehr als Werbemittel verwendete und die andere gerade eine Anzeigenkampagne mit einem Sparschweinmotiv gefahren hatte. Elf Monate nach dem Dementi verbreitete Ayaan Hirsi Ali die “Legende vom Sparschweinmassaker” weiter, und Broder brachte sie Anfang Februar 2007 “noch einmal in einem Videoblog unters Fanvolk”. Stefan Niggemeier stellte die Sache richtig, doch zwei Wochen später folgte “zur Warnung vor der ‘Verharmlosung des Islam’” eine Warnung der eher unbedeutenden Ulrike Ackermann: “In Großbritannien werden die Sparschweine aus den Banken geräumt, weil sie die religiösen Gefühle der Muslime verletzen könnten, die im Schwein ein unreines Tier sehen.” Ihr “Lob der Dissidenz” verlinkte sie auch auf Broders Blog
              “Achse des Guten”, und da steht der Link zu Perlentaucher noch heute.”

            • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 23:17 - Permalink

              @Momo

              Danke, aber das weiß ich, natürlich. ;)

        • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 10:08 - Permalink

          Wieso Maulkorb. In diesem Land kann jeder seine Meinung in Wort, Schrift, Bild und Ton äußern. Die wenigsten aber kriegen dafür die große Showbühne und das ganz große Mikrofon hingestellt, mit Vorabdruck und anschließender Debatte auf allen Kanälen. Seltsamerweise zählen zu diesen wenigen aber immer Broder, Sarrazin und ihresgleichen. Ich wüsste nicht, wo Meinungen von links, die sich für Pluralismus und Toleranz einsetzen, jemals so ein vergleichbares Podium geboten bekommen hätten. Also kein Maulkorb – aber runter von der Bühne mit den Hasspredigern.

          • Heldentasse schrieb am 25. Juli 2011 um 10:22 - Permalink

            Vielleicht sind wir in D.- Land auf einem Weg, auf dem sich andere Demokratien wie z.B. in Frankreich schon lange befinden. (Beispiel)
            Vielleicht müssen wir lernen mit einem gesellschaftlichen Bodensatz/ Sumpf zu leben, und da gefällt mit der Ansatz “Zivilcourage” am besten.
            Oder wie der Kölner als solches mal formuliert hat:
            Arsch Huh Zäng ussenander

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 11:30 - Permalink

        So etwas legt keine “Instanz” fest, sondern der Common Sense. Die WELT würde beispielsweise (ok, ich überziehe jetzt ein wenig) auch kein Pamphlet von Herrn Zündel oder Herrn Mahler abdrucken. Da gibt es auch keine Instanz, die ihr das untersagt, sie macht es freiwillig.

        • Schierke-Nee-Sama schrieb am 25. Juli 2011 um 18:34 - Permalink

          Nur mal so eine Frage …. habt ihr eigentlich die Hosen voll oder sowas ?
          Ich kann ja verstehen, das man jene kritisiert, die eine andere Meinung als die eigens genehme haben… oder publizieren …
          Aber es herrscht immernoch Meinungsfreiheit !
          Und Meinungspluralität in den Medien zu kritisieren ist doch heuchlerisch, wenn man selbst immer von ‘gleichgeschalteten Medien’ spricht.
          Selbst die konservative ‘Welt’ sperrt jede Form von ‘Rassismus’ oder generell Ablehnung des Multikulturalismus aus. Die ‘Welt’ ist ja sogar FÜR Immigration von ‘Fachkräften’, um die Löhne zu drücken ~ als typisches Kampfblatt der Arbeitgeber.

          Doch auch als liberale Person, lehne ich Immigration vollständig ab. Der Blick nach Japan konnte mir die Augen öffnen, offenbarte er mir das Potential einer Kultur, die nicht beeinflusst ist durch unzählige Immigranten.
          Wer durch eine andere Kultur geprägt ist, hat hier einfach nichts zu suchen – es sei denn er assimiliert sich vollständig.

          Vielleicht ist ja GERADE die Tatsache, das es nur Plattformen wie pi und Co. gibt, nur ein weiterer Grund wieso jemand durchdreht.
          Schon einmal in Erwägung gezogen ?
          Ihr sagt doch selbst, das ihr ‘Mikrofone’ nicht verbieten und Meinungen zulassen wollt/müsst, solange die Bühne dafür nicht zu groß ist …
          Aber in diesem Fall hat sich erwiesen, das eine mediale Barriere, in einer Gesellschaft wie ihr sie wollt, zu umso größerem Widerstand derer führt, die nicht in ihr leben wollen.

          So wie ich das sehe, seid ihr viel zu weit von einem Breivik entfernt, um euch auch nur ansatzweise anmaßen zu können, ‘Lösungen’ für diese Angelegenheit zu finden.

          • Shitop schrieb am 25. Juli 2011 um 19:22 - Permalink

            Wer durch eine andere Kultur geprägt ist, hat hier einfach nichts zu suchen – es sei denn er assimiliert sich vollständig.

            Wir rechnen mit einem “immigrierten” arabischen Zahlensystem, schreiben in lateinischen Buchstaben, essen Pizza, Lasagne und Eiscreme, manchmal auch beim Chinesen oder Griechen.

            Ohne nicht angepasste Einwanderer säßen wir täglich bei Linsensuppe und Schweinshaxen. Ok die mit der KK bräuchten wir uns nicht rumplagen und die “C”-Parteien wären uns auch erspart geblieben.

            • Heldentasse schrieb am 26. Juli 2011 um 08:37 - Permalink

              Ohne nicht angepasste Einwanderer säßen wir täglich bei Linsensuppe und Schweinshaxen.

              Das mit den Schweinshaxen mag ja sein, aber wahrscheinlich ist IMO die Linsensuppe ursprünglich ein Gericht der römischen Legionäre. Siehe: Linsensuppe im Bronze-Topf

              Im übrigen ist es bezeichnend, dass je mehr der teutsche Michel von den Errungenschaften der teutschen Kultur schwafelt, desto mehr Unkultur ist im Spiel. Oder wie man frrrüherrrr so schön sagte: Einbildung ist auch eine Bildung!

          • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 08:23 - Permalink

            Doch auch als liberale Person, lehne ich Immigration vollständig ab.

            Wer durch eine andere Kultur geprägt ist, hat hier einfach nichts zu suchen – es sei denn er assimiliert sich vollständig.

            Ach was bin ich liberal. Und jeder der genau so wie ich bin darf auch mit mir spielen.

            Ich war auch schon zu Gast bei Freunden in Japan. Schon beachtlich wie dort assimiliert wird; und zwar “der Japaner an sich”! Oder um es Zynisch zu sagen: Gut dass es da kein McDonalds, keine Haribo Gummibärchen und keine Pizza gibt …. und einer Japanerin würde es natürlich NIEMALS in den Sinn kommen Fußball zu spielen … HA HA HA!

            • Schierke-Nee-Sama schrieb am 31. Juli 2011 um 21:35 - Permalink

              Typisch links-dümmliches Geschwurbel ! Keinerlei Form von Intellekt, oder Zeichen von intelligentem Leben.

              Natürlich gibt es einen Unterschied zu kulturellen Einflüssen die durch eine heterogene Gruppe bewusst angenommen werden, und solchen die von außen über Migranten ins Land getragen werden.
              Den Japanern steht es als Gruppe frei, Aspekte anderer Kulturen in sich aufzunehmen. Die Aufnahme von Ausländern, die aus einem anderen Kulturkreis stammen jedoch, führt zwangsläufig zu Konflikten und Reibung und letztlich führt es zu vollkommener Beliebigkeit.

              Fragen sie doch mal ihre Freunde in Japan (sofern sie da tatsächlich welche haben sollten) ob sie bereit wären, hundertausende Millionen islamischer Migranten ins Land zu lassen !
              Oder von mir aus auch nur Gaijin.
              Welche Konsequenzen hätte so etwas wohl, für eine kollektivistische Gesellschaft wie Japan, in der Normen so eine große Stellung einnehmen…

              Für den Torf unter euch, zwei exemplarische (ich betone dies in dem Wissen das, die -leicht zurückgebliebene- spiegelfechter-community sonst auf genau diesen Beispielen herumreiten würde) Beispiele wieso verschiedene Kulturen nicht nebeneinander existieren können/sollten:
              Anhand Deutschlands:
              Muslime kennen historisch und kulturell keine Freikörperkultur. Im Gegensatz zu Deutschland. Als Höhepunkt der Freikörperkultur stellen wir uns die DDR vor…

              Jetzt werfe man in die Bevölkerung der DDR noch unzählige Muslime. Wie wird wohl deren Reaktion sein ?
              Muslime kämpfen auch heute noch gerne gegen FKK in Deutschland ab. Vor allen Dingen gegen FKK an öffentlichen Stränden natürlich.
              Natürlich kann man nun einwerfen, das es häufig auch konservative Christen sein können ~ aber der Unterschied zwischen konservativen Christen oder Menschen die -schlicht eine andere Meinung haben, ist evident.
              Lassen wir mal aussen vor, das Christen religiös gesehen eigentlich Pro-FKK sein müssten (Adam und Eva wurden sich erst durch eine Sünde ihrer Scham bewusst).
              Der Christ der hier aufwuchs, ist durch dieselbe Kultur und Geschichte geprägt wie ich. Wir sind uns ähnlicher; während der Moslem mit hoher Chance FKK ablehnt weil er anders geprägt wurde.

              Eine Veränderung innerhalb einer Gesellschaft ist legitim wenn diese nicht von aussen aufgedrängt wird. Was aber durch das Zussammenleben von Menschen, die durch verschiedene KK geprägt sind, quasi zwangsläufig erfolgt.

              Anhand Japans:
              Japan ist ein einzigartiges Land mit einzigartigen, und teilweise auch unter Gaijin umstrittenen, kulturellen Elementen.
              Einwanderer in dem Ausmaß wie Deutschland sie hingenommen hat, würden das komplette Gefüge aus den Fugen bringen.
              Doch glücklicherweise, sind die Gesetze zur Immigration sehr streng. Der Weisheit der Japaner geschuldet.

              Viele internationale Organisationen wie die UNESCO versuchen schon seid langer Zeit ein Verbot von lolicon in Japan zu erwirken, um die Rechte (fiktiver) Kinder zu schützen angeblich. Unzählige Proteste von Feministinen hat es seither ausserhalb Japans gegeben. Und natürlich werden alle geflissentlich ignoriert.
              Doch es wäre nicht verwunderlich, wenn immigrierte Gaijin in ihrer Ignoranz solche Veränderungen herbeiführen wollten. Obwohl sie geprägt durch ihre Kultur ein ganz anderes Verhältniss zu solchen Dingen haben.
              Die sehr wenigen Gaijin die in Japan leben, scheinen jedoch meist hervorragend integriert zus ein. Vielleicht gerade WEIL man nur so dort leben kann, ohne ein kompletter Aussenseiter zu werden. Troublemaker mag dort niemand.

              Jeder der Japan auch nur im Ansatz kennt, KANN gar nicht fordern das sie die Tore für Immigranten aller Coleur öffnen sollten.

              Das der deutsch-linke Pöbel nicht erkennt was er sich eingebrockt hat ist beschämend. Ich hoffe nur das dieses Land schnell untergeht, damit es endlich vorbei ist.
              Sehe ich jedoch 20 Jahre in die Zukunft, sehe ich eher hunderte Breiviks die in einem Akt der Verzweiflung versuchen, das unumkehrbare rückgängig zu machen.

            • Gast schrieb am 31. Juli 2011 um 21:55 - Permalink

              @Schierke-Nee-Sama

              Ich hoffe nur das dieses Land schnell untergeht

              Da sind doch rechts- und linksaußen aufs schönste vereint.

              Ansonsten: Was für ein unendlich lächerlicher Beitrag.

          • The Joker schrieb am 27. Juli 2011 um 00:46 - Permalink

            Doch auch als liberale Person, lehne ich Immigration vollständig ab

            Ich bin liberal.
            Ich bin gelb.
            Ich biete Platz für liberale Parteitage.
            Wer bin ich?
            Eine Telefonzelle. ;-)

            • Klos Hinnrich Wöllner schrieb am 27. Juli 2011 um 01:04 - Permalink

              Im liberalen Sinne heißt liberal nicht nur liberal.

          • Jacques Roux schrieb am 1. August 2011 um 12:54 - Permalink

            Doch auch als liberale Person, lehne ich Immigration vollständig ab. Der Blick nach Japan konnte mir die Augen öffnen, offenbarte er mir das Potential einer Kultur, die nicht beeinflusst ist durch unzählige Immigranten.
            Wer durch eine andere Kultur geprägt ist, hat hier einfach nichts zu suchen – es sei denn er assimiliert sich vollständig.

            Bravo, aber es geht auch noch kürzer “Ausländer raus” darf man doch jetzt mit höchstrichterlichem Segen wieder ganz offen postulieren:

            http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-03/auslanderhetze-urteil-augsburg

            Das Sie sich selbst als “liberal” einordnen ist nicht wirklich verwunderlich. Niemand, wirklich niemand bei den neuen Rechten würde sich selbst auch als rechts einordnen. Broder rechts ? Niemals. Sarrazin rechts ? Keinesfalls. Ihre unzähligen Stammtisch Claqeure ? Gewiss nicht.

            Rechts, das sind immer nur die Anderen, die Hitler und Heßfans, Judenhasser und Wehrmachts- und SS Versteher.

            Und die Japaner, denen sind, bedingt durch die Insellage, so schäd- und schändliche Einflüsse auf Kultur und Genpool, wie hierzulande z.B. die Völkerwanderung, glücklicherweise erspart geblieben. Zu welchem Potential die asiatischen Herrenmenschen fähig sind, konnte man vor kurzem erst bewundern. Sie bauten immerhin die sichersten Atomkraftwerke der Welt und erst das Krisenmanagement, als es dann dennoch in die Hose ging, also Hut ab. Die Verantwortlichen, schmissen sich flugs in Malocherkluft und haben sich dann sogar vor dem Volk verbeugt, ganz großes Kino, da können sich sicher etliche Nationen eine Scheibe von abschneiden.

      • Lutz Hausstein schrieb am 25. Juli 2011 um 12:13 - Permalink

        Maulkorb im engeren Sinne nicht.

        ABER … es hätte deutlich gemacht werden müssen, dass Sarrazins Äußerungen weit außerhalb des demokratischen Rahmens lagen und noch liegen. Denn einige seiner geistigen Ergüsse sind sehr wohl justiziabel und hätten dementsprechend geahndet werden MÜSSEN. Da greift auch die gern gebrauchte Verteidigungs-Totschlag-These der “freien Meinungsäußerung” nicht, da diese “Meinung” außerhalb des demokratisch tolerierbaren Meinungsbilds liegt.

        Der Eiertanz der SPD um den Parteiausschluss hat dabei zwar keine grundlegende Bedeutung, rundet dieses katastrophale Gesamtbild jedoch ab. Erst recht aufgrund des Beschlusses zum Verbleiben von Sarrazin in der SPD.

        Schon vor knapp zwei Jahren habe ich dies folgendermaßen in einem Artikel kommentiert:

        Der Verschiebung dieses gesamten Wertesystems wird durch die fortlaufend menschenverachtenden Äußerungen eines Thilo Sarrazin Vorschub geleistet, der, einem Bulldozer gleich, bestehende moralische Verankerungen vollständig planiert und den als zulässig erachteten Bereich auf bisher nicht „nutzbare“, weil inhumane, Denk- und Sprechweisen erweitert. In die dadurch freiwerdende Fläche werden anschließend die filigraneren Pflöcke eingeschlagen, welche umso wirkungsvoller ihren Dienst versehen.

        Die Nichtbereitschaft in Politik, Justiz, Medien und Gesellschaft, dem Einhalt zu gebieten, hat dazu beigetragen, dass diese Pflöcke nun die ersten schlimmen Triebe zeigen. Schaut man dem weiterhin aktionslos zu, werden diese Triebe zu Bäumen und verbreiten ihre Sporen in ihrem Umfeld noch weiter.

        Mittäterschaft muss nicht zwingend aktiv sein. Ignoranz von inakzeptablen Verhältnissen und Verhaltensweisen ist letzten Endes deren Akzeptanz.

        • Heldentasse schrieb am 25. Juli 2011 um 14:04 - Permalink

          Denn einige seiner geistigen Ergüsse sind sehr wohl justiziabel und hätten dementsprechend geahndet werden MÜSSEN.

          Nach meinem dafürhalten auch! Aber ob es wirklich Volksverhetzung war, was Herr S. mit einigen Aussagen betrieb, MÜSSEN die Gerichte entscheiden. M.W. nach hat aber noch kein deutscher Staatsanwalt Anklage erhoben – trotz einiger Strafanzeigen – geschweige denn ein Strafgericht Herrn S. verurteilt. Demnach ist dieser unschuldig im Sinne der Rechtsprechung und des GG. In meinen Augen sollte man deshalb hier sehr trennscharf argumentieren, und durchaus mal so “alte Klamotten” wie Ethik und Moral bzw. die Prinzipien des Humanismus aus der Schublade holen. In diesem Sinnen hat sich m.E. Herr S. zwar nicht strafbar aber schuldig gemacht.

          Mittäterschaft muss nicht zwingend aktiv sein. Ignoranz von inakzeptablen Verhältnissen und Verhaltensweisen ist letzten Endes deren Akzeptanz.

          Eine gute Aussage!

      • Lohengrin schrieb am 25. Juli 2011 um 21:21 - Permalink

        Habe ich so meine Schwierigkeiten, denn welche Instanz soll den festlegen welche Meinung (mal abgesehen von den extremen Ausreißern) noch durch die Meinungsfreiheit (laut GG) gedeckt wird, und welche nicht?

        Das steht im Grundgesetz Artikel 5.

        (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

        Im Klartext: Der Gesetzgeber kann das Recht auf Meinungsäußerung beliebig einschränken. Und falls das nicht reicht, kann mit persönlicher Ehre argumentiert werden.

        • Heldentasse schrieb am 26. Juli 2011 um 09:05 - Permalink

          Im Klartext: Der Gesetzgeber kann das Recht auf Meinungsäußerung beliebig einschränken. Und falls das nicht reicht, kann mit persönlicher Ehre argumentiert werden.

          So einfach ist es zum Glück nicht, denn:

          Bedeutung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit, Schutzbereich

          Die Bedeutung dieses Grundrechtes wurde vom Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung konkretisiert und unterstrichen. So heißt es in dem Lüth-Urteil von 1958: „Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt. Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend.“ (BVerfGE 7, 198 (208) – Lüth).

          Demnach ist Meinungsfreiheit ein Grundrecht, das man zwar einschränken kann:

          Außerhalb des Ehrenschutzes und des Jugendschutzes (→Schrankentrias, Art. 5 Abs. 2 GG) darf die Meinungsfreiheit nur durch solche Gesetze („allgemeine Gesetze“) eingeschränkt werden, „die nicht eine Meinung als solche verbieten, die sich nicht gegen die Äußerung einer Meinung als solche richten, die vielmehr den Schutz eines schlechthin, ohne Rücksicht auf eine bestimmte Meinung, zu schützenden Rechtsgut dienen“

          Quelle
          Aber wenn jetzt missliebige politische Meinungen unter dem Vorwand des Ehrenschutzes verboten würden, wäre eine Säule der Demokratie zerfallen (und der Spiegelfechter müsste schließen :D). Ich (juristischer Laie) kann mir nicht vorstellen, dass der Gesetzgeber damit durchkommen würde. Und das ist auch gut so, denn dieses Schwert wäre durchaus zweischneidig, und so wie ich diese “Veranstaltung” z.Z. gerade einschätze würde es dann mit der linken Seite sehr viel tiefer schneiden als mit der rechten.

          • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 09:39 - Permalink

            Aber wenn jetzt missliebige politische Meinungen unter dem Vorwand des Ehrenschutzes verboten würden, wäre eine Säule der Demokratie zerfallen (und der Spiegelfechter müsste schließen :D).

            Genau das ist mit StGB §130 möglich.
            Da heißt es inzwischen

            (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, …
            2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er … einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu … einem Teil der Bevölkerung beschimpft, … wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

      • Lohengrin schrieb am 25. Juli 2011 um 21:44 - Permalink

        Z.B. wäre es wirklich besser gewesen diesem unsäglichen Herrn S. einen offiziellen Maulkorb zu verpassen?

        Man muss nur richtig gegen Sarrazin argumentieren.
        Das ist ein Bänker, der auf Kosten der produzierenden Menschen lebt. Der lebt in ganz anderen Kreisen und kann von dem was er schreibt keine Ahnung haben. Der hat massive Unterstützung von Kreisen, die für die Probleme verantwortlich sind, über die er so verzerrt schreibt.

    2. salvo schrieb am 25. Juli 2011 um 09:43 - Permalink

      gut formuliert

      das Problem ist jedoch, dass dieser Massenmord zu absolut keiner Veränderung führen wird,
      Wie Du richtig bemerkst, sind der Wille zu Töten und der zu Grunde liegende Hass in einem ethischen Diskurs eingebettet, der ihn rechtfertigt, und diesen Diskurs ist breit gesellschaftlich verankert und wird tatgäglich reproduziert, in dem, was man ‘kollektives Bewusstsein’ nennen könnte. Der Mörder konnte nur so handeln, weil er sich der Zustimmung dieses ‘inneren’ Diskurses sicher sein konnte. Das Manifest ist nichts anderes als eine Rede an einen imaginären anderen, vor dem sich der Mörder für seinen Mord legitimieren lässt.

      Übrigens , Glenn Greenwald hat darauf hingewiesen, wie schwer es den Herren des Diskurses fällt, das Kind, das sie geboren haben, auch den Namen Terrorist zu geben, denn dieser Signifikant ist dem derzeitigen imaginären Feind vorbehalten

      “In other words, now that we know the alleged perpetrator is not Muslim, we know — by definition — that Terrorists are not responsible; conversely, when we thought Muslims were responsible, that meant — also by definition — that it was an act of Terrorism. As Silverstein put it:

      How’s that again? Are the only terrorists in the world Muslim? If so, what do we call a right-wing nationalist capable of planting major bombs and mowing down scores of people for the sake of the greater glory of his cause? If even a liberal newspaper like the Times can’t call this guy a terrorist, what does that say about the mindset of the western world?
      ”

      http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/2011/07/23/nyt/index.html

    3. Stefan K. schrieb am 25. Juli 2011 um 09:50 - Permalink

      Es ist leider auch unwahrscheinlich, dass bei den einschlägigen Medien ein Lern- oder Umdenkungsprozess einsetzen wird. In unserer schnelllebigen Aufmerksamkeitsökonomie wird es nach einer kurzen „Pietätspause“ weiter gehen mit der Hetze gegen Muslime und gegen die „Gutmenschen“.

      Es braucht nun einmal den “Feind” von Außen, um im Innenbereich unpopuläre Maßnahmen umsetzen zu können. Innenpolitisch ist es die Angst vor dem Terror, wirtschafts-, arbeits- und sozialpolitisch die vor dem Rest der Welt.

      Wie sagte Frau Merkel vor einem Jahr sinngemäß so schön?! – Multikulti ist tot.

      Oder Friedrich vor zwei Tagen – wir wollen die offenen Gesellschaft, aber die Kontrollmechanismen müssen effizienter werden.

      Gute Nacht – äh sorry – Guten Morgen.

    4. GOLD STAR FOR ROBOT BOY schrieb am 25. Juli 2011 um 09:50 - Permalink

      Danke,Herr Berger.Der Artikel spricht mir aus der Seele.

    5. Gast schrieb am 25. Juli 2011 um 09:53 - Permalink

      Hi Jens, super Artikel.

      Eine Frage: Du beschreibst Breivik als “bekennenden Konservativen“. Ist das eine Selbstbeschreibung von ihm? Mit Konservatismus im ursprünglichen Sinne (Skepsis gegenüber gesellschaftlichen Großentwürfen und Utopien, christliche Werte, Vorrang von kleinen, familiären Einheiten gegenüber dem Staat usw.) hat das Ganze nämlich eigentlich gar nichts zu tun.

      Und in diesem Zusammenhang sollten wir uns, finde ich, auch hüten, diese “neue Rechte” schlicht als “konservativ” zu bezeichnen. Konservative haben ja durchaus ihre Berechtigung im politischen Spektrum und sollten nicht pauschal mitverantwortlich gemacht werden für diese Tat.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 11:34 - Permalink

        Ja, hier ist eine Zuordnung schwer. Klar könnte ich ihn auch als Rechtsextremisten beschreiben. Aber das ist m.E. zu einfach, da man bei diesem Begriff meist an NPD-ler oder Skinheads denkt. Das trifft auf ABB aber nicht zu. Seine Denke wäre (wenn wir mal die Paranoia rauslassen) durchaus auch in einem CDU-Ortsverband gesellschaftsfähig.

        • Stefan K. schrieb am 25. Juli 2011 um 11:50 - Permalink

          Konservativ bedeutet Bewahrend – allerdings kann es auch als reaktionär bezeichnet werden, wenn das zu Bewahrende nicht mehr Teil der Gegenwart, sondern der Vergangenheit ist.
          Offensichtlich gibt es Menschen die nicht davor zurückschrecken, die Vergangenheit zurückbomben zu wollen, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass diese bereits Geschichte ist.

          Insofern erscheint mir auch der Begriff Konservativ angebracht.

          Bewahren kann man übrigens auch das eigene Weltbild, indem man alles nicht passende ignoriert und so das eigene Sichtfeld immer mehr einschränkt.

          • Gast schrieb am 25. Juli 2011 um 12:08 - Permalink

            Bewahren kann man übrigens auch das eigene Weltbild, indem man alles nicht passende ignoriert und so das eigene Sichtfeld immer mehr einschränkt.

            Was ja unter Progressiven und Linken niemals passieren könnte ;-)

            • Stefan K. schrieb am 25. Juli 2011 um 12:33 - Permalink

              Das ist wirklich unabhängig von der politischen Ausrichtung).

              Allerdings bedeutet progressiv ja vorwärtsgehend, also die Zukunft erschließend, was das konservative Element per Definition ausschließt.

          • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 12:27 - Permalink

            Was da “bewahrt” werden soll, ist ein Fantasyland, das so nie existiert hat.

      • The Joker schrieb am 27. Juli 2011 um 00:58 - Permalink

        Ein Linker wie Günter Gaus (ich hoffe, den kennen manche noch) wollte den Begriff des Konservativen nicht den Reaktionären überlassen: http://www.freitag.de/2002/41/02410101.php
        Er bezeichnete sich auch als linken Konservativen.

    6. Herrentett schrieb am 25. Juli 2011 um 09:55 - Permalink

      Hüstel hüstel, “Die Saat geht auf”? Herr Broder und Herr Sarrazin wollten also mit ihren Schriften Terrorakte säen?

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 10:04 - Permalink

        nimm ein taschentuch, mann!

      • Jacques Roux schrieb am 25. Juli 2011 um 10:12 - Permalink

        Aber nein, die wünschen sich höchstens, ein von Gutmenschen, Sozialschmarotzern und Muselmanen befreites Eurabien. Das wird man sich doch noch wünschen dürfen, ohne gleich mit Denkverboten belegt zu werden. Tss, Europa schafft sich ab.

      • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 10:29 - Permalink

        Nein, sie wollten nur, ganz friedlich und legal, ein wenig gegen Immigranten, “Gutmenschen”, “multikulti” und “Kopftuchmädchen” hetzen und hysterisch verbreiten, dass Deutschland sich “abschaffe”, dass der Islam Europa überrolle, und wir schon bald die Scharia haben werden.

        Dass dann irgendwann ein durchgeknallter verhinderter Kreuzritter die ganzen Hasstiraden beim Wort nimmt, und auch mal in entsprechende Mordtaten umsetzt – das hätte doch niemand ahnen können !!11! Das haben sie natürlich nicht gewollt. Aber was haben sie denn dann gewollt?

      • Ich troete mit schrieb am 25. Juli 2011 um 10:40 - Permalink

        das ist voellig unerheblich, was diese beiden Faschisten wollen (Sarazin und auch Broder (und ich weiss, dass Broder Jude ist).
        Entscheidend ist, dass das, was sie vertreten einfach nicht geeignet ist, dass Zusammenleben in Europa zu foerdern. Und gleiches gilt eben auch fuer den norwegischen Massenmoerder. Man kann nicht einerseits seine Ablehnung gegenueber Moslems kundtun (die ja durchaus auch berechtigt sein kann) und gleichzeitig unterstellen, dass Moslems aufgrund genetischer Defekte (meine Interpretation) gar nicht anders koennen. Denn daraus folgt als Handlungsalternative, dass man die Moslems entweder abschiebt oder umbringt (bzw. deren Sympathisanten, die der Killer wohl bei den Sozialdemokraten in Norwegen vermutet hat).

        • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 11:01 - Permalink

          Entscheidend ist, dass das, was sie vertreten einfach nicht geeignet ist, dass Zusammenleben in Europa zu foerdern. Und gleiches gilt eben auch fuer den norwegischen Massenmoerder.

          Humor at it’s best! Wenn man andere Menschen umbringt, ist das tatsächlich für das Zusammenleben nicht förderlich. :-) Ansonsten hast Du das Buch “Deutschland schafft sich ab” nicht gelesen. Es ist dann schwer zu beurteilen, was der Autor tatsächlich gesagt hat. Ähnlich verhält es sich bei Broder.

          • Ich troete mit schrieb am 25. Juli 2011 um 15:12 - Permalink

            Und Du labberst den gleichen Dreck daher wie Sarazin und Broder…wer so etwas liest oder auch nur verstehen will (was gibt es am Faschismus und seinen Nachkommen zu verstehen oder zu akzeptieren?) der sitzt mit im Boot und Du bist dann eben auch ein geistiger Mittaeter dieses norwegischen Massenmoerders, nicht mehr und nicht weniger.

          • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 08:34 - Permalink

            Sowohl bei Broder als auch bei Sarrazin gilt m.E. dass es ausreicht sich die Veröffentlichungen in den Printmedien und ihre Argumente in Talkshows anzutuen. Ich muss auch nicht “Mein Kampf” gelesen haben um mir eine Meinung über A.H. zu bilden. (Wobei ich keinesfalls so weit gehen will und die beiden Herren mit dem letzteren auf eine Stufe zu stellen!).

          • Haggorianer schrieb am 26. Juli 2011 um 13:43 - Permalink

            Habe die Drecksschreibe gelesen und stimme Ich troete mit trotzdem weitgehend zu. Was sagste nu?
            (Geschrieben mit reinem Gewissen, da Sarrazin für seine “Leistung” von mir keinen Pfennig gesehen hat)

          • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 14:02 - Permalink

            Nun, Broder ist gute Unterhaltung. Ich stehe auf Autoren, die hervorragend mit Sprache umgehen können. Sprache ist die Waffe in der demokratischen Auseinandersetzung. Wer da nicht mithalten kann, gesteht nur ein, dass er schwache Waffen hat. Eine politische Meinung bilde ich mir selber, dafür benötige ich nicht die Unterstützung von Medien und Blogs.

            Den Vielschreiber Albrecht Müller hat eine Mission, so etwas ist mir zutiefst suspekt. Broder will mit seinen Statements unterhalten und damit das, was ein guter Publizist eben auch können muss. Nebenbei: deswegen schätze ich Gregor Gysi und habe nichts für den Vorsitzenden der Linkspartei (sein Name ist mir gerade entfallen) übrig.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 14:40 - Permalink

              heino, hat man mir gesagt, sei auch gute unterhaltung: ja ja ja braun, braun, braun ist die haselnuss…

              gute unterhaltung!

      • Momo schrieb am 25. Juli 2011 um 20:06 - Permalink

        @Herrentett, 25. Juli 2011, 09:55 Uhr

        Du findest Dein dümmliches “Hüstel, hüstel” wohl auch noch witzig?!

        Sarrazin, Broder, BILD und die übrigen rechten “Hassprediger” haben doch überhaupt kein Interesse daran, daß hierzulande Integrationsprobleme gelöst werden. Diese Herrschaften brauchen scheinbar das permanent-propagandistische Säen von Hass und Zwietracht genauso notwendig wie andere Menschen die Luft zum Atmen.

        Unsere rechten “Hassprediger” sowie die auch hierzulande existierenden christlichen Fundamentalisten (die gibt es nicht nur in den USA und in Norwegen. Mir fällt da spontan der Name Peter Hahne/ZDF ein) merken gar nicht, wie ähnlich sie den Fundamentalisten von der radikalislamistischen Fraktion sind!

    7. In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 10:03 - Permalink

      So ein schöner Artikel, bei dem sich die meisten Leser hier wohl fühlen können – auf ziemlich günstige Art. Schlecht sind immer die anderen, man selber – ach dieses herliche Wort mit “Gut” und “Mensch”! Das möchte ich ungern stören und verzeihe die Unsauberkeiten, wie dass Henryk M. Broder schon seit einiger Zeit nicht mehr auf Spiegel Online schreibt, sondern jetzt seine Kolumnen in der Welt hat. Wer ihn daneben mal persönlich erlebt hat, kann ihn kaum als Hetzer beschreiben, er pointiert und mäßigt dann wieder.

      Wo gäbe es denn mal etwas zum Nachdenken? In den letzten 10 Jahren sind in Deutschland einige Amokläufe passiert, meist nach dem Genuß von Killerspielen. Klar ist, dass solche Spiele häufig die Aggressivität steigern und zur Versinglelung führen. Das Wort “Empathie” tauchte im Open Thread nicht auf, Begründung: der Spiegelfechter mag keinen öffentlichen Seelenstiptease vollführen. Den, öffentlich natürlich, empfiehlt er jedoch all jenen, die er als “Hetzer” katalogisiert.

      Ich hab’ da noch ‘ne Meldung gefunden, zugegeben von Henryk M. Broder, aber so etwas geht in unserem sauberen Land schon unter:

      “Es ist eine Geschichte, die zu lesen Schmerzen bereitet. Sie führt in einen Abgrund von Gewalt, aus dem man auch nach Jahren das Weinen eines Kindes hören kann, dem das Leben zerstört wurde.

      Die Eltern ließen nicht locker

      „Die Elfjährige empfand keinerlei Zuneigung zu dem zehn Jahre älteren Bräutigam wider Willen, einem arbeitslosen Analphabeten“, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“. „Doch alle Vorbereitungen waren im Oktober 2006 den kulturellen Traditionen entsprechend getroffen.

      Eine ganze Nacht lang verbrachten der Hauptangeklagte und die Elfjährige gemeinsam im Bett, ohne dass es jedoch zu Geschlechtsverkehr gekommen ist. Der damals 21-Jährige hatte zunächst darauf verzichtet, weil das von seinen Eltern auserwählte Mädchen sexuelle Kontakte mit ihm strikt ablehnte.

      Die Eltern des Mannes ließen nicht locker. … Die Mutter drohte den beiden damit, sich persönlich so lange neben das Bett zu setzen, bis der Beischlaf vollzogen ist. Danach wendete der Hauptangeklagte Gewalt an und zwang die Elfjährige zum Geschlechtsverkehr. Als das weinende Kind sich mit seinem Schicksal auch nach Tagen nicht abfinden konnte, wurde es schließlich zurückgebracht nach Lübeck.“

      Fünf Jahre später standen der Bräutigam und seine Eltern vor dem Osnabrücker Landgericht, wegen Vergewaltigung und Anstiftung zur Vergewaltigung. Der Mann und seine Mutter wurden zu zwei Jahren Haft verurteilt, der Vater zu einem Jahr und sechs Monaten. Alle Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.”

      Warum ließt man so etwas eigentlich nicht beim Spiegelfechter? Warum zeigt man hier nicht seine Empörung und gleichzeitig Empathie mit Kindern? In Norwegen handelte ein offensichtlich menschlich gestörter Einzeltäter und beging eine furchtbare Tat. In dem beschriebenen Fall geht es um gelebte deutsche Justiz, in der sich grundsätzliche Einstellungen widerspiegeln. Da könnte man wirklich darüber schreiben. Schade, Gelegenheit verpasst.

      • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 10:20 - Permalink

        Deutschland einige Amokläufe passiert, meist nach dem Genuß von Killerspielen.

        Ich habe Dich ja schon immer für dämlich gehalten.

        • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 10:43 - Permalink

          Nun, ich habe bei Dir noch keinen Satz gefunden, der darauf hindeutet, Du könntest ein demokratisch gesinnter Mensch sein. Da bringt eine Diskussion nicht viel.

          • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 15:10 - Permalink

            Nun, ich habe bei Dir noch keinen Satz gefunden, der darauf hindeutet, Du könntest ein demokratisch gesinnter Mensch sein.

            Na, erkennst Du denn jetzt wenigstens daran, wie dämlich Du bist?

        • sw schrieb am 25. Juli 2011 um 12:26 - Permalink

          wohl wahr.

      • CheckervonBeruf schrieb am 25. Juli 2011 um 10:28 - Permalink

        Der Norweger-Typ plant das neun Jahre lang, schreibt ein Manifest (bzw. plagiiert es sich zusammen) und du willst hier verharmlosen, indem du Killerspiele in die Diskussion wirfst? Weil es auch andere schlimme Typen gibt, muss man den hier ja nicht kleinreden… Der sucht die öffentliche Plattform bei seinem anstehenden Prozess… und du redest von Killerspielen. Manoman, ich könnte heute nicht sagen, ob ich in neun Jahren noch Killerspiele spielen würde, geschweige denn was da grad an spielbarem Material draußen ist, und erst recht nicht, weiß ich heute schon, dass ich danach Jungsozis verarsche und abknalle um meinen PC-Spiele-Stress abzubauen.

        • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 10:36 - Permalink

          Es geht um die Argumentationslinie des Spiegelfechters. Argument: Rechtspopulismus habe den norwegischen Attentäter inspiriert, die “Hass”-Reden der Deutschen Broder und Sarrazin wären ursächlich für die Wahnsinnstat. Beweis: das Pamphlet des Gestörten. Folge: In-sich-Gehen, ggf. solche Meinungsäußerungen verbieten, zumindest öffentlich ächten.

          In der gleichen Folge, da mit der gleichen Konsequenz (Tötung vieler Menschen) hätte man auf die Amokläufe reagieren müssen. Ich halte beides für nicht stichhaltig, um nicht zu sagen Unsinn.

          • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 11:09 - Permalink

            so nicht! in diesem thread geht es um deine argumentationsweise, die bösartigen tiraden der angesprochenen mit einem ausschnitt aus einem rundumschlag in der ‘welt’ zu relativieren.

            also bitte, nicht ablenken von den eigenen ergüssen!

            • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 11:19 - Permalink

              So doch. Ich dachte in Blogs läuft es so: der Bloginhaber stellt eine Meinung oder These dar, über die öffentlich debattiert wird. Der Artikel enthält eine Argumentationslinie, die ich gleichsetze mit einer anderen. Das ist legitim und nicht verwerflich. Hätte der Spiegelfechter keine Argumentationslinie, wäre das nur – Stuß.

          • Honk schrieb am 25. Juli 2011 um 11:35 - Permalink

            Was ist an dieser Argumentationslinie falsch?
            Sarrazin suggeriert praktisch, die Existenz einer 5. Kollone aus muslimischen Immigranten, welche Deutschland, mit Hilfe einer höheren Geburtenrate übernehmen wollen, Broder suggeriert ständig, linke “Gutmenschen” würden vor dem “muslimischen Geist” kapitulieren, und so “ihre Kultur” preisgeben, vulgo: verraten. Wenn das, den Herren so präsentiert wird, weisen sie das natürlich weit von sich, denn sie wollen ja nur zum “Nachdenken” anregen und auf “Probleme hinweisen”… -das ist typisch für den Schreibtischbrandstifter. Wenn man sie verbal kritisiert, sehen sie sich als Märtyrer der Meinungsfreiheit… -und Sprecher einer schweigenden Mehrheit, welche durch “Denkverbote” unterdrückt wird… -und wenn jemand das Geschwätz der Herren und vieler anderer, ernst nimmt, und gewalttätig wird, dann haben sie damit natürlich nie etwas zu tun… -den von GEWALT war ja nie die Rede… -nur was soll “man” denn sonst machen, wenn “der Feind schon im Land steht, und die meisten eigenen Landsleute ihm auch noch helfen”?
            Und da wären wir bei Typen wie Breivik!

            • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 11:49 - Permalink

              Hast Du mal das Buch “Hurra, wir kapitulieren!” gelesen? Eine Passage ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Broder verweigert darin moslemischen Attentätern das Recht, westliche Technik für ihre Taten zu nutzen. Sein Argument: in diesen, Mobiltelefonen, Flugzeugen, Internet steckt all das, was diese Menschen verachten, die Freiheit des Geistes, der Demokratie, der Gleichheit von Mann und Frau, die Selbstbestimmung.

              Er prangert an, wenn die Justiz gegenüber muslimischen Taten zurückschreckt. Das alles ist legitime Meinungsäußerung und wenn sich dadurch Menschen zu Gewalttaten aufgestachelt fühlen, dann ist das der Tod unserer freien Gesellschaft.

            • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 12:03 - Permalink

              ach ja, broder verbietet moslems moderne technik, klar doch. das ist einfach rabulistik. kann man lernen, und wenn man auf diese art humor steht, auch drüber lachen. es ist einfach sinnloses geblubber mit zweifelhaftem unterhaltungswert. leider bleibt er nicht bei dieser art von humor. das böse im gewand des narren – irgendwoher kenne ich diese strategie. ich weiss auch, wo man sie erlernt, doch das geht dich wieder nichts an.

            • Jacques Roux schrieb am 25. Juli 2011 um 12:18 - Permalink

              Sein Argument: in diesen, Mobiltelefonen, Flugzeugen, Internet steckt all das, was diese Menschen verachten, die Freiheit des Geistes, der Demokratie, der Gleichheit von Mann und Frau, die Selbstbestimmung.

              Hehe wie geil, der hat sich wohl ganz offensichtlich noch nie Gedanken darüber gemacht, wie dieses Coltan in Mobiltelefonen etc. abgebaut wird.

            • Heldentasse schrieb am 25. Juli 2011 um 12:22 - Permalink

              @In Dubio

              Broder verweigert darin moslemischen Attentätern das Recht, westliche Technik für ihre Taten zu nutzen.
              Sein Argument: in diesen, Mobiltelefonen, Flugzeugen, Internet steckt all das, was diese Menschen verachten,…

              So ein ausgemachter Blödsinn und Geschichtsverdrehung, nach dem Motto: “Wir machen und die Welt wie sie uns gefällt” :-(

              Ich behaupte, ohne die Einflüsse islamischer Kulturen stände der Westen technologisch nicht da wo er heute steht. Vielleicht wäre das für den Planeten und seine Bewohner besser, aber das ist ein anderes Thema.

              Dazu ein kleines Beispiel:

              Neuere Erkenntnisse unterstützen das Urteil des berühmten deutschen Mathematikers. 2007 haben Peter Lu von der Harvard-Universität und Paul Steinhardt aus Princeton eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht: Der Darb-i-Imam-Schrein im iranischen Isfahan aus dem Jahre 1453 ist mit einer Art von Muster verziert, das erst 1974 Eingang in die westliche Mathematik gefunden hat. Das “Penrose-Parkett”, benannt nach dem Briten Roger Penrose, der es mathematisch beschrieben hat, ist ein “quasiperiodisches” Muster mit einer “fünfzähligen Rotationssymmetrie”. Das bedeutet: Nach jeder Drehung um 72 Grad (einem Fünftel von 360 Grad) bietet es wieder denselben Anblick wie am Ausgangspunkt.

              Mathematik: Mauren kannten Geheimnisse der Symmetrie

            • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 18:10 - Permalink

              Klar, die Griechen haben uns die Mathematik gebracht. Was sie jedoch nicht davor geschützt hat, in den letzten Jahrzehnten ihren Staat in den Bankrott zu treiben. Natürlich könnten wir unser heutiges Wissen, das sich in unseren Produkten wiederfindet, auf Erfindungen vor 600, 700 und mehr Jahren zurückführen. Angesichts der Schnelligkeit, mit der heute Wissen produziert wird, ist das jedoch höchst albern.

              In den letzten 100 Jahren schaffte es kein islamisches Land, einen Nobelpreis in Naturwissenschaften zu gewinnen. Israel dagegen, so klein wie Hessen, brachte zwei Nobelpreisträger hervor. Überhaupt: das kleine Land ist eines der innovativsten Länder der Erde und Brutstätte für viele Start-ups. Nur ein paar Kilometer weiter befindet sich das Land mit der höchsten Förderung pro Kopf in der UNO, bettelarm und natürlich – islamisch.

              Innovation setzt Freiheit im Geiste voraus, Freiheit zu Fehlern und Freiheit, gegen den Strom schwimmen zu dürfen. Die arabische Revolution könnte hier die Dinge ändern, es wird aber Generationen bedürfen, bis der Mehrheit das tradierte, bigotte Denken abhanden gekommen ist. Osama Bin Laden, bekannt für seine sehr eng(stirnige) Auslegung des Koran, wollte alle Frauen ganzkörperverhüllt und unsichtbar haben. Doch selber genoß er offensichtlich westliche Pornos in Hülle und Fülle und verlustierte sich damit an einem Frauenbild, das er im Geiste und in Reden zutiefst verabscheute.

              So hat Broder in seiner Überspitzung Recht: wer unsere Werte und unsere Lebensweise ablehnt, möge bitte auch von den Früchten dieser Welt Abstand nehmen. Er ist dazu moralisch nicht berechtigt.

              In Zentralafrika darf es soviel Coltan geben wie es will. Ohne das technologische Wissen des Westens bleibt es ein wertloser Rohstoff.

            • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 20:36 - Permalink

              Es wird Herrn Broder vielleicht überraschen, aber Demokratie ist weder zur Herstellung, noch zum Betrieb eines Mobiltelefons notwendig.

              Ich frag mich aber, was man eigentlich für Probleme haben muss, um im Buchhandel, bei dem reichhaltigen Angebot, ausgerechnet ein Buch mit dem Titel “Hurra, wir kapitulieren!” aus dem Regal zu ziehen, und wahrscheinlich noch ordentlich dafür zu löhnen.

              Stand das vielleicht neben Werken wie “Alle in einen Sack und Knüppel drauf!” und “Der kleine Mann ist doch immer der Dumme!”? Oder eher im Rittergeschichten-Fach? Oder doch die Abteilung “Psychologie”?

            • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 14:08 - Permalink

              Es wird Herrn Broder vielleicht überraschen, aber Demokratie ist weder zur Herstellung, noch zum Betrieb eines Mobiltelefons notwendig.

              … aber die freiheitliche Gesellschaft, die nur durch Demokratie dauerhaft garantiert werden kann, ist Voraussetzung dafür. Sonst kann es kein Zufall sein, dass islamische Staaten mit ihrer früheren Hochkultur keinen Nobelpreisträger in Naturwissenschaften hervorbringen konnten.

              Bücher lese ich zur Unterhaltung, zur Bildung nehme ich sicher keine solchen meinungsschürfenden Erzeugnisse – weder von links, noch von rechts. Ansonsten greife ich auf wissenschaftliche Literatur zurück, Meinungsbombardements kann ich dagegen nichts abgewinnen.

            • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 14:26 - Permalink

              @In Dubio

              Sonst kann es kein Zufall sein, dass islamische Staaten mit ihrer früheren Hochkultur keinen Nobelpreisträger in Naturwissenschaften hervorbringen konnten.

              Informier dich!

            • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 14:55 - Permalink

              Der Ägypter Ahmed Zewail (Chemie) ist mir in meiner Tabelle tatsächlich durchgeschlüpft, ich bitte um Verzeihung. Dennoch, Israel hat mehr geschafft als die ganze arabische Welt.

            • Till schrieb am 26. Juli 2011 um 15:01 - Permalink

              Hoch lebe…
              … die freiheitliche Gesellschaft, die nur durch Demokratie dauerhaft garantiert werden kann…

              Wie hiess es auch schon wieder ? Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte, glaub’ ich.

            • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 15:10 - Permalink

              @In Dubio

              Dennoch, Israel hat mehr geschafft als die ganze arabische Welt.

              Ich habe da noch was für dich.
              Und jetzt kannst du mich im Arsche lecken!

            • Lennard schrieb am 26. Juli 2011 um 15:12 - Permalink

              Ansonsten greife ich auf wissenschaftliche Literatur zurück, Meinungsbombardements kann ich dagegen nichts abgewinnen.

              *kicher* So so, Bücher sind also keine wissenschaftliche Literatur. Du bist echt drollig. Selektiv zitieren und in Textanalyse versagen (siehe Steuerthema) und dann so’n Zeuch schreiben :P Scherzkeks

              PS.: Bei wissenschaftlicher Herangehensweise ist jede Literatur “wissenschaftlich” – auch Broders Soft-Porno-Schriften. Auch “2083″ kann der Wissenschaft dienen.

            • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 15:23 - Permalink

              Die Nobelpreisträger für Naturwissenschaften nach Ländern:

              Titel Country
              208 United States
              73 United Kingdom
              65 Germany
              27 France
              15 Sweden
              15 Switzerland
              13 Netherlands
              8 Denmark
              8 Japan
              8 Austria
              7 Canada
              7 Italy
              7 UdSSR
              6 Australia
              5 Belgium
              5 Russian Federation
              3 Hungary
              3 Argentina
              2 Israel
              2 China P.Rep.

              Nicht nur solche Zahlen belegen, dass die Wissenschaft im Islam keinen guten Stand hat. Zurück zur Eingangsthese: Unter den gegenwärtigen Bedingungen sind muslimische Staaten nicht in der Lage, Anschluss an die Hightech-Kultur des Westens zu bekommen. Broders Antwort darauf: dann sollen sie bitte diese auch nicht zu Attentaten gegen diesen Westen nutzen, dafür fehlt die moralische Legitimation.

            • Till schrieb am 26. Juli 2011 um 15:29 - Permalink

              Wieviele der aufgelisteten Nobelpreisträger mögen wohl moslemischen Glaubens sein ?

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 15:45 - Permalink

              seit wann legt jemand, der ein attentat begehen will, ausgerechnet auf eine solcherart konstruierte moralische legitimation wert? du zählst hier taube nüsse, nicht erbsen. und mal im ernst, was für eine moralische legitimation zur wahl der mittel für attentate würdest du jemandem zusprechen? wirklich 2 nobelpreise? hackt’s bei dir?

            • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 16:01 - Permalink

              Wieviele der aufgelisteten Nobelpreisträger mögen wohl moslemischen Glaubens sein?

              Darum ging es nicht. Natürlich ist jemand nicht dümmer oder weniger innovativ, weil er einen bestimmten Glauben hat. Es ging darum, dass die Bedingungen in islamischen Ländern, die eben maßgeblich vom Koran geprägt sind, der Wissenschaft und dem Entdeckergeist des Menschen nicht förderlich sind. Freie, demokratische und wettbewerbsintensive Gesellschaften sind das Ideal – kein Wunder sahnen die USA am kräftigsten ab – , dazu gehört aber eben auch die Distanz zur Religion.

          • Mir schrieb am 26. Juli 2011 um 17:36 - Permalink

            Die deutschen Amokläufer waren mWn. sämtlichst vor oder sogar während des Vorfalls auf Bewußtseinseinschränkenden Drogen. Daher stellt sich die Frage eines Motives oder äusserer Umstände nicht, da ihre Handlungen nicht auf die anderer Personen oder ihrer selbst in ähnlichen Situationen ohne Drogeneinfluß übertragbar sind.

            • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 18:00 - Permalink

              Laut Plädoyer des Anwalts stand der norwegische Attentäter ebenfalls unter Drogeneinfluss. Dennoch wird hier sein Motiv debattiert.

            • The Joker schrieb am 27. Juli 2011 um 01:19 - Permalink

              @In Dubio
              O.K.
              Freispruch für Göring!
              Er war morphiumabhängig, also unschuldig… ;-)

      • daweed schrieb am 25. Juli 2011 um 10:46 - Permalink

        Ich warte diese Woche darauf das Herr Schünemann nach Norwegen kommt um den Familien sein Beileid auszusprechen.

        Warum? Naja der Kerl will ins Rampenlicht und wohl in die Bundespoltik.

        Dann macht er wieder auf betroffen und erklärt warum der Täter wohl eher autonom und nicht nationalistisch gehandelt hat.

        So habe der Täter in Oslo die Regierungszentrale und damit den Staat angegriffen, sowas machen nur Linke!

        Und als er das Sommercamp besuchte, hat er dort die norwegische Mitte abgeschlachtet, sowas macht man nicht wenn man es mit seinem Land gut meint…

        Es kann so einfach sein zu verklären!

      • Lennard schrieb am 25. Juli 2011 um 11:19 - Permalink

        Dein Trollen wird immer lächerlicher. Allerdings bin ich Dir auch ein klein wenig dankbar dafür. Seit ein paar Wochen kann ich Deine “Posts” mit für meine Schulungen verwenden. Auch wenn Social-Engineering nicht so oft nachgefragt wird. Als Nebeneffekt landen evtl. ein paar Leute bei den ND oder beim SF.
        Hier machst Du es meinen Gästen allerdings sehr leicht. Du solltest den Versuch, die notwendige Diskussion über die rechtspopulistischen Ursachen dieses Massakers zu stören, besser tarnen.

        Und btw.: Broder ist nicht nur ein Hetzer und Porno-Schreiberling, er ist auch ein Aufschneider und Lügner – er will z.B. einen Preis zurückgeben, der ihm gar nicht gehört (bezieht sich auf Kulturrat-Kritik und “Entweder Broder”). Vor einiger Zeit behauptete er auch, er hätte nichts mit pi-news zu tun. Dumm nur, dass ihn ein Foto beim Feiern mit der Blog-Mannschaft und ein anderes Arm-in-Arm mit Stefan Herre zeigt.
        Von seinem Tourette-like Anfall in der Kommunikation mit Boris Palmer ganz zu schweigen. Und dererlei Beispiele von ihm gibt es mehrere. Vollkommen unabhängig davon, wo er gerade schreibt.

        OnTopic:
        Leider wird man das Thema nicht vollständig beackern können, ohne auf “pi” oder “grüne-pest” oder andere Hass-Seiten einzugehen. SPON, WELT, Tagesspiegel und diverse Lokal-Nachrichten sind doch nur die Schaumkrone auf der Suppe der Xenophobie. Leider sind viele Leser mittlerweile mit in die völkische Paranoia eines Sarrazin, Broder oder Wilders eingestiegen. Wenn man selbst bei (vermeintlich) seriösen Zeitungen wie der Süddeutschen oder taz oder der FAZ manchmal die Kommentare zu einigen Artikeln liest, kann einem Angst und Bange werden. Viele Online-Zeitungen schließen deshalb bei einschlägigen Artikeln meist fix die Kommentarfunktion (WELT und Stern z.B.), andere zensieren stark (SZ, Tagesspiegel, SPON) oder – und das ist fast SPON-exklusiv – versuchen durch Eröffnen mehrerer Threads zum selben Thema den menschenfeindlichen Kram aus der Sichtlinie zu nehmen. Man will es weiter ignorieren. Faschismus und Xenophobie wird nur als Symptom oder “Ärgernis” gesehen.

        Rechtspopulistisches Gedankengut ist heute gesellschaftsfähig.

        Leider. Hier rächt sich aber auch das jahrelange (behördliche) Ignorieren und Kleinreden von Faschismus und Rechtsextremismus. Lauter Einzelfälle, von denen doch nie eine systemische Gefahr ausging. Komisch, wenn Rechte wie z.B. in Norwegen morden, sind’s immer nur Individualisten oder “Verwirrte”. Kommt der böse Musel oder der linksterroristische Gutmensch, dann sind es immer die jeweiligen Religionen oder Systeme. Hitler war ja auch ‘nen Einzelgänger…

        Und wenn ich das Relativieren einiger Kommentatoren hier und “drüben” sehe, dann erscheint ein immer seltsamer werdendes Bild.
        Ungefähr so: “Nun, das ist natürlich ganz schlimm und doof und so, das mit den Toten, aber man muss doch mal über die eigentlichen Ursachen reden. Der war kein Nazi, das war ein Einzeltäter und besorgter Europäer, der sich Gedanken um unsere gesellschaftliche Zukunft gemacht hat. Ich meine, wenn wir nicht den Museln Einhalt gebieten, werden sich diese Einzelfälle noch häufen. Die Leute wissen doch einfach nicht mehr wohin mit ihren Sorgen und Ängsten. Wenn es nicht diese dämliche Einwanderung gäbe, und man uns hart arbeitende christlich-jüdische Abendländer endlich in Ruhe und Heimat leben ließe, ohne diese ganzen Nicht-Integrierer, gäbe es auch keine bösen Nazis und ängstliche junge Leute wie den armen fehlgeleiteten (wahrscheinlich krank und früher missbraucht) Norweger mehr. Nur noch linke Gutmenschen und Multikulti-Marxisten. Aber mit denen werden wir auch noch fertig – bald.”

        Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen müsste.

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 08:54 - Permalink

        Es gäbe zu Deinem Statemant viel zu sagen…und es wurde ja auch schon viel gesagt (geschrieben); daher nur eines:

        Der Attentäter hat offensichtlich Computer gespielt und Broder gelesen (neben einigem anderen). Ich sehe einschlägige Egoshooter (so er solche überhaupt gespielt hat) bestenfalls als mittel zur Übung des bevorstehenden Attentats. Die Tat wird im Vornherein “visualisiert”.

        Broder jedoch, ist für den Attentäter offenbar, nach eigener Verlautbarung (neben anderen) der argumentative Grund für seine Tat. Ob das nun Broder so wollte oder nicht. Ich gehe mal immer noch davon aus, das er so etwas nicht verantworten will. Sein Kommentar (inklusiver seiner Sorge um Ersatzteile für sein Auto) zeigt jedoch, dass ihm der Tot von ca. 80 Personen die er indirekt mit zu verantworten hat, nicht besonders nahe geht … anders wäre es sich bei einer entsprechenden islamistischen Tat. Wetten !?

        • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 09:04 - Permalink

          Du unterstellst, dass auf Utøya nur ein Täter aktiv war, und dass dieser mit dem Schreiber des Manuskripts identisch ist.

    8. Honk schrieb am 25. Juli 2011 um 10:05 - Permalink

      Samstag, 24.07. , spätnachmittags auf PHÖNIX, eine Moderateuse und ein grauhaariger Anzugträger, Marke: “Terrorexperte” (Unterhaltung sinngemäß wiedergegeben):
      Moderateuse: -Nun scheint klar zu sein, das dieser Anschlag keinen islamistischen
      Hintergrund hat, sondern die Tat eines rechtsradikalen Einzeltäters ist…-
      Terrorexperte: -Ja, es ist offensichtlich eine Antwort auf den islamistischen Al- Quaida-
      Terror und ein deutliches Zeichen für einen/den religiös motivierten
      Kulturkampf in Europa…-
      Moderateuse: -Kann so etwas auch in Deutschland passieren?-
      Terrorexperte: -Nein, in Deutschland sind keine gewalttätigen rechtsterroritischen
      Aktivitäten bekannt…- Ende Gelände.
      Wie gesagt, nur sinngemäß und nicht vollständig wiedergegeben, aber der Sinn stimmt!
      Und der ist: Erstens: Ohne Al- Quaida- Terror, kein Anders Breivick, und zweitens: Rechtsterrorismus ist für Terrorexperten kein Thema… -jedenfalls nicht in Deutschland, sowas ist eine norwegische Spezialität… -im Gegensatz zum “religiös motivierten Kulturkampf in Europa”… -das ist der Informationsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in diesem unserem Lande!
      Man könnte glatt ko…!

      • panettone schrieb am 25. Juli 2011 um 10:53 - Permalink

        Terrorexperte – der letzte echte Männerberuf…

        • Honk schrieb am 25. Juli 2011 um 11:03 - Permalink

          Ja, muss wohl so sein… -die meisten TV- Börsen-Claqeure sind ja jetzt fast immer hübsche Frauen. Für echte Männer gibt’s kaum noch Arbeit!

    9. Uli schrieb am 25. Juli 2011 um 10:05 - Permalink

      Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz

      Ein sehr guter Artikel, es muss endlich Schluss sein mit “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen” und dem Hofieren von Arschgeigen wie Sarrazin. Wenn solchen Leuten im ZDF (“Aspekte”) schon wieder ein Forum geboten wird oder Frau Merkel über faule Südländer fabuliert könnt ich die Decke hochgehen!
      Welche Folgen dieser populistische Mist hat, kann man schon seit längerem beobachten:
      http://www.freitag.de/wochenthema/1119-volkes-dunkler-wille

    10. schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 10:16 - Permalink

      @SF

      Sehr schön argumentiert. Ursachenforschung ist gerade jetzt angebracht, aber wird aller Wahrscheinlichkeit wohl nicht stattfinden.
      Dem Bloginternen Schmalspur-Duke-Nukem-3D dürfte der Artikel allerdings weniger gefallen (Serious Sam ist ein lahmes DN3D-Plagiat):-).

      Was mich an den ganzen Vorgängen allerdings viel mehr beunruhigt, sind folgende Punkte:
      1)
      Die “Saat” scheint schon aufgegangen zu sein und nicht erst zu gedeihen. Das könnte bedeuten, dass gerade in der nächsten Zeit Nachahmer zu befürchten sind.
      2)
      Von dem Attentäter wurden sehr konkret Länder wie z.B. Frankreich und Atomkraftwerke als Ziele benannt. Wenn aufgrund von 1) oder aufgrund von anderen Aktivisten z.B. ein Anschlag auf Atomkraftwerke ausgeführt wird, hat unter Umständen ganz Europa ein Jahrhunderte lang währendes Problem.
      3)
      Da in europäischen Ländern die Justiz, sowie Geheimdienst und Polizeien auf dem rechten Auge blind sind, können sich funktionelle Strukturen bilden, die in diesem Organisationsgrad bei linken Radikalen niemals möglich wären. Dementsprechend effizient könnte diese Organisationen dann auch vorgehen.

    11. gerhardq schrieb am 25. Juli 2011 um 10:18 - Permalink

      Broder und Sarrazin sind Verbalterroristen.

      Eines der Hauptprobleme des Rechtsextremismus ist die mangelnde Auseinandersetzung. Mit dem Sozialismus können wir diskutieren und dann auch bewerten. Beim Rechtsextremismus ist das öffentlich nicht möglich. Hier habe wir eine Zensur, die eine Auseinandersetzung verhindert und dafür sorgt, daß die Themen unreflektiert unter Gleichgesinnten diskutiert werden. Dadurch, daß die Auseinandersetzung mit rechtsradikalem Gedankengut schnell juristische Folgen haben kann, findet diese in unserer Gesellschaft öffentlich nicht statt. Ohne öffentliche Auseinandersetzung gibt es keinen Gegenpart für die fanatischen Anhänger und sie entwickeln ihr Gedankengut wie ein Krebsgeschwür, bei sich und unter Ihresgleichen. Gleichzeitig erleben und erlauben wir aber, daß prominente Parteigänger ihre Meinung frei und unzensiert äußern dürfen (siehe o.g. Verbalterroristen).
      Wir haben in Europa einen seltsamen Widerspruch, zum einen verbieten wir jede Diskussion über rechtsradikale Themen, gleichzeitig erlauben wir es aber prominenten Zeitgenossen, sich öffentlich zu dieser Richtung zu bekennen und ihre Meinung zu äußern.

      Wir sollten begreifen, daß die Auseinandersetzung, die öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Themen und diesen Menschen dringend erforderlich ist. Wir werden dadurch die Extremfälle wahrscheinlich nicht ausmerzen können, können aber die Unterstützer maßgeblich schwächen.

      Meine erste Reaktion war übrigens, bitte gebt diesem Typen keine Rechtfertigungsplattform. Denn jetzt, wo er sich durch seinen Terroranschlag hervorgehoben hat, bekommt er genau das, was er am meisten begehrt – Anerkennung und Diskussion. Nehmt diesen Typen doch einfach jede Öffentlichkeit. Ich hätte sein Pamphlet vom Netz genommen und ihn als Serienmörder bezeichnet. Ignoriert die Terroristen!

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 10:25 - Permalink

        sie haben ihre plattformen längst. das ist doch die tragik der geschichte. gegensteuern tut not. aber es ist sehr spät. das hat sich lange wie ein mycel im dunklen verbreitert und vergrößert, und wir versuchen jetzt die aus dem boden schießenden pilze loszuwerden. nein, der boden muss aufgebrochen werden. licht ist das, was ihnen am meisten schadet – helles licht.

      • Lohengrin schrieb am 25. Juli 2011 um 22:37 - Permalink

        Dadurch, daß die Auseinandersetzung mit rechtsradikalem Gedankengut schnell juristische Folgen haben kann, findet diese in unserer Gesellschaft öffentlich nicht statt. Ohne öffentliche Auseinandersetzung gibt es keinen Gegenpart für die fanatischen Anhänger und sie entwickeln ihr Gedankengut wie ein Krebsgeschwür, bei sich und unter Ihresgleichen.

        Richtig. Und ich befürchte, dass das Absicht ist.

        Meine erste Reaktion war übrigens, bitte gebt diesem Typen keine Rechtfertigungsplattform. Denn jetzt, wo er sich durch seinen Terroranschlag hervorgehoben hat, bekommt er genau das, was er am meisten begehrt – Anerkennung und Diskussion. Nehmt diesen Typen doch einfach jede Öffentlichkeit. Ich hätte sein Pamphlet vom Netz genommen und ihn als Serienmörder bezeichnet. Ignoriert die Terroristen!

        Gut, dass du das inzwischen anders siehst.
        Das Manifest wird sicher dazu benutzt werden, eine Zensur des Internets zu fordern.

    12. Weintraube schrieb am 25. Juli 2011 um 10:26 - Permalink

      Hat Sarrazin dazu aufgerufen, Jungsozialisten zu töten?

      • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 10:34 - Permalink

        Nein, er hat zu Toleranz und Solidarität gegenüber Schwächeren aufgerufen, und wollte klarstellen, dass alle Menschen gleich wertvoll sind. Deswegen schrieb er auch ein Buch namens “Deutschland schafft sich ab”, in dem steht, dass die “Kopftuchmädchen” sich zu sehr vermehren, und Gemüsehändler unnütz sind und schlechte Gene haben.

        • Herrentett schrieb am 25. Juli 2011 um 11:01 - Permalink

          Dann hat also die Frankfurter Schule das Fundament für die RAF gelegt? Hatte die BLÖD damals also doch recht?

          • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 11:02 - Permalink

            Welche Werke der Frankfurter Schule meinst du?

            • Herrentett schrieb am 25. Juli 2011 um 11:17 - Permalink

              Ich “meine” überhaupt keine Werke. Aber die Bild hat damals “linke” Professoren als “geistige Vorbereiter” der RAF ausgemacht… Kommt Dir das bekannt vor?

        • Till schrieb am 25. Juli 2011 um 12:11 - Permalink

          Deswegen schrieb er auch ein Buch namens “Deutschland schafft sich ab”,

          Bücher können, wie die Geschichte zeigt, schwerwiegende Folgen haben. “Mein Kampf” war so ein Buch, oder jenes rote Büchlein von Mao. Es kann also durchaus sein, dass ein Buch wie jenes von Sarrazin schlimme Folgen haben wird.
          Jede Gesellschaftsform kann Autoren hervorbringen, welche ein Buch schreiben, das Tod und Verwüstung zur Folge hat. Somit ist es praktisch unmöglich, bei einer Ideologie ein Verbot durchzusetzen. Ebenso wenig wie man Bücher gewisser Ideologien verbieten kann. Sonst müsste man ja wiederum alle Bücher verbieten (weil eben jede Ideologie Demagogen hervorbringen kann).
          Das Ende hiesse Fahrenheit 451.

          Es wird immer Verbrecher geben. In jeder Gesellschaftsform. Weil der Mensch ist, wie er ist.

          • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 12:23 - Permalink

            der mensch ist nicht nur, wie er ist, er holt sich’s auch, wo er’s kriegt!

            2038, aus der einleitung zu kap. 2.4, s. 322:

            I know many Americans, and Europeans, too, have more or less written off Western Europe as lost to Islam already. I would be lying if I said that I didn’t think this too sometimes, but I do see encouraging signs of a real shift of public opinion beneath the surface. Judging from information such as the extremely high number of Germans hostile to Islam, I still believe, or at least hope, that Europe can be saved. But this hope hinges on the complete and utter destruction of the European Union.

            The EU must die, or Europe will die. It’s that simple.

      • Blixten schrieb am 25. Juli 2011 um 10:43 - Permalink

        Wo kann man denn bitte in dem Artikel herauslesen, dass Sarrazin zu irgendwelchen Morden aufgerufen haben soll?

        Der Vorwurf an viele der Vordenker der rechten Anti-Islam Bewegung sind doch nicht konkrete Aufrufe, sondern dass sie das geistige Funderment bereiten, auf dem man andere Menschen hassen kann.
        Das alles in einem permanent alarmistischen Ton, bei dem es immer 5 vor 12 ist und “unsere Kultur”, “unser Volk”, “unsere Zukunft” usw in diesem Moment gerade der Verdammnis anheimfallen.

        Broder z.B. wird in dem Manifest u.A. zitiert mit:

        Europe is turning Muslim. As Broder is sixty years old he is not going to emigrate himself. “I am too old,” he said. However, he urged young people to get out and “move to Australia or New Zealand. That is the only option they have if they want to avoid the plagues that will turn the old continent uninhabitable.”

        Den Vorwurf der geistigen Brandstiftung muss er sich gefallen lassen.

        • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 10:49 - Permalink

          Man kann doch auch in seinem Alter nach Neuseeland auswandern. Aber so dringend war es dann wohl doch nicht.

          • danielj schrieb am 25. Juli 2011 um 11:54 - Permalink

            Das hat Neuseeland nicht verdient!

            *scnr*

      • Ich troete mit schrieb am 25. Juli 2011 um 10:54 - Permalink

        Sarazin hat etwas viel schlimmeres gemacht, er hat eine Analyse erstellt, die falsch ist und Ursachen behauptet, die ein friedliches Zusammenleben unmoeglich machen.
        Und damit ist er ein Schreibtischtaeter gerade auch an dem, was jetzt in Norwegen geschehen ist.

        • In Dubio schrieb am 25. Juli 2011 um 11:06 - Permalink

          Sarazin hat etwas viel schlimmeres gemacht, er hat eine Analyse erstellt, die falsch ist

          Das soll vorkommen und ist in einer freiheitlichen Gesellschaft längst kein Verbrechen.

          und Ursachen behauptet, die ein friedliches Zusammenleben unmoeglich machen.

          Wenn er eine falsche Analyse macht, ein kleiner, im Grunde unwichtiger Politiker, wie könnte er das Zusammenleben von 82 Millionen unmöglich machen? Nicht zu vergessen, sein Einfluss auf Millionen Menschen außerhalb Deutschlands?

          • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 09:04 - Permalink

            Gut T.S. ist definitiv NICHT mit A.H. zu vergleichen. Dennoch um deine Argumentation ad absurdum zu führen will ich mal den Namen T.S. durch Adolf Hitler vertauschen:

            “Wenn er eine falsche Analyse macht, ein kleiner, im Grunde unwichtiger Politiker, wie könnte er das Zusammenleben von 82 Millionen unmöglich machen? Nicht zu vergessen, sein Einfluss auf Millionen Menschen außerhalb Deutschlands?”

            Tja. Shit happens! Manchmal sind es kleine Politiker mit falschen Thesen die Millionen ins Verderben schicken!

            • In Dubio schrieb am 26. Juli 2011 um 16:19 - Permalink

              Du weißt doch sicher, dass der Chef der NSdAP ein Jahrzehnt lang ein herausragender und führender Politiker der Weimarer Republik war. Thilo Sarrazin dagegen war die meiste Zeit Beamter und dann Minister. Prägend war und ist er nicht für die politische Landschaft.

    13. Weintraube schrieb am 25. Juli 2011 um 10:58 - Permalink

      Wenn jetzt jemand Sarrazin erschießt, ist dann der Spiegelfechter mitverantwortlich?

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 11:14 - Permalink

        wenn er die munition verkauft, ja. tut er aber nicht. lies doch noch mal vollständig, und diesmal mit weniger schaum vor dem mund.

        • Weintraube schrieb am 25. Juli 2011 um 11:18 - Permalink

          Hat Sarrazin die Munition verkauft?

          • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 11:33 - Permalink

            frag ihn!

      • Traubenzucker schrieb am 25. Juli 2011 um 11:24 - Permalink

        Wenn jetzt jemand Sarrazin erschießt, ist dann der Spiegelfechter mitverantwortlich?

        Nach der Logik von Spiegelfechter und den Pseudolinken: ja!

        So ist das überall. Texte der Andersdenkenden werden als Hetze diffamiert. Eigene als Aufklärung dargestellt. So schließt sich der Kreis der von Links nach Rechts seine Bahnen zieht.

        Ich finde es schäbig wie manche aus der Tragödie versuchen Kapital zu schlagen. Die gleichen Leute, die bei jedem islamistischen Anschlag sofort den Islam und Moslems in Schutz nehmen, nehmen jetzt alle Konservative und Christen in Sippenhaft und wollen am besten alles verbieten, was rechts der SPD ist.

        Im übrigen sollte der Autor sich noch einmal die Definition von Konservativ durchlesen.

        Ach ja: gerüchtweise war der Attentäter auch Vegetarier. Vielleicht könnte SF auch daraus etwas herleiten.

        • rauskucker schrieb am 25. Juli 2011 um 20:35 - Permalink

          Und NICHTRAUCHER! Das sagt doch alles!

        • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 09:09 - Permalink

          Gut. Wenn Typen wie Sarrazin und Broder keine Mitverantwortung an der Motivation des Attentäters haben; warum bezieht sich dieser in seiner Argumentation explizit, zB auf Broder und allgemein auf Thesen wie sie auch Sarrazin äussert?

          Und weiter: wenn das kein Indiz für eine Mitverantwortung ist, warum sollten dann islamistische Hassprediger eine Mitverantwortung an islamistischen Attentaten haben?

          Etwas irre Argumentation, oder?

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 11:37 - Permalink

        Sicher nicht. Ich schreibe: “Wehret den Anfängen – nicht mit Verboten, sondern mit Aufklärung, Menschlichkeit und Empathie.” Diese Worte wirst Du bei Broder und Sarrazin vergeblich suchen.

    14. Arbo schrieb am 25. Juli 2011 um 11:04 - Permalink

      Guter Artikel, bei dem ich viel unterstreichen kann. Mich stört an der medialen Auseinandersetzung aber noch etwas Anderes.

      Ich bin zwar kein Fachmann für Psychologie, aber nach allem, was mensch so liest, könnte der Eindruck entstehen, dass die Tat(en) maßgeblich einer narzisstischen Note folgen. Damit beantwortet sich die Frage nach dem “Warum?” zumindest teilweise. Und ich frage mich, wieso die Medien genau das – den Wunsch nach öffentlicher Geltung – weiter befeuern müssen.

      Wenn ich richtig liege, hat Breivik genau das erreicht, was er wollte … und mehr noch: Er ist zum Shootingstar geworden (was in gewisser Weise den Zynismus dieser Tat mehr als deutlich hervorkehrt).

      Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, müsste gegen Hassprediger jeglicher Couleur gelten, gerade auch wenn sie als Biedermänner daher kommen. Rassismus und Hass gegen Minderheiten zu schüren liegt außerhalb der gesellschaftlich tolerierbaren Meinungspluralität.

      Gefühlt würde ich zustimmen. Praktisch stellt sich mir das als Ausgrenzung dar, die das Problem nicht löst, sondern eher in andere Bereiche abdrängt. Das Problem ist in meinen Augen auch eine mangelnde Kompetenz, mit diesem Problem umzugehen.

      Zumindest weiß ich von Leuten, die sich immer Demokratie und Pluralismus auf die Fahne schreiben und in Schulen gehen, um den Kids genau das pädagogisch nahe zu bringen, dass dies immer ganz super klappt, wenn dort ohnehin eine – sagen wir mal – pluralistische Atmosphäre herrscht. Sobald dann aber andere Meinungen auftauchen, stehen eben diese vor einem Problem, wirken hilflos und ohnmächtig … und dann verkommt der einstmal so hoch gelobte Pluralismus eine diktatorische Note, die wiederum Leute mit z.B. rechtsextremen Einstellungen in eben ihrer Einstellung bestärkt.

      Kurz: Wer den Konflikt und Streit scheut, macht in meinen Augen etwas falsch.

      Das – in meinen Augen – Kernproblem hast Du aber richtig erkannt und benannt: Mangelnde Zivilcourage. Die besteht für mich aber – aus den eben genannten Gründen – nicht darin, interolerant zu sein, sondern integer seine Meinung zu vertreten. Den Diskurs zu suchen und nicht auszuweichen oder auszugrenzen: Und zwar wieder und immer wieder!

      Das ist allerdings mit Arbeit verbunden, kann nerven und hat rein gar nichts mit harmonischer Blumenkinderidylle zu tun (letzteres ist leider eine Karikatur der “Gutmenschenfeinde”, die “Gutmenschen” auf “Wir müssen mal drüber reden” reduzieren und dabei ignorieren, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung kein Zuckerschlecken ist, sondern eine wahre Titanenaufgabe mit Sisyphos-Charakter).

      Arbo

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 09:12 - Permalink

        “Daumen nach oben”

        Du sprichst mir aus der seele.

    15. nagel schrieb am 25. Juli 2011 um 11:11 - Permalink

      abgesehen davon, dass ich mir bei der momentanen berichterstattung noch kein urteil über diese sache bilden will und kann, gibt es hier den zeit-online-totenrechner.
      hier, hier und auch hier gibt es aktuelle blogartikelzusammenfassungen zum thema.

    16. egal schrieb am 25. Juli 2011 um 11:15 - Permalink

      Auf diesem Blog wurde die Hysterie, die nach islamistischen Anschlägen einsetzte, nach meiner Erinnerung kritisiert. Umso ärgerlicher, dass der Artikel nicht frei von Innenministergequatsche ist. Die Gefahr des Rechtsextremismus liegt doch nicht in den paar Toten terroristischer Anschläge! Mit diesem geringen Risiko kann ich gut leben. Viel mehr Sorgen mache ich mir um multiresistente Keime oder übermüdete Lockführer. Die Betroffenen in Norwegen mögen das jetzt anders sehen, aber der Tod von Anghörigen gehört zu dem allgemeinen Lebensrisiko, das sich öfters realisiert.

      Die Gefahr des Rechtsextremismus liegt darin, dass lokal verbreitetes rechtsextremes Gedankengut den Alltag für Minderheiten unerträglich machen kann, viel stärker aber darin, dass er staatliches Handeln bestimmen kann. Ohne Asylrecht, Sozialstaat, liberales Strafrecht, Glaubensfreiheit und Freiheit von der staatlichen Geburtensteuerung wird die Lebensqualität auf dieser Welt nämlich noch niedriger sein.

    17. Arbo schrieb am 25. Juli 2011 um 11:22 - Permalink

      Die Gefahr des Rechtsextremismus liegt darin, dass lokal verbreitetes rechtsextremes Gedankengut den Alltag für Minderheiten unerträglich machen kann, viel stärker aber darin, dass er staatliches Handeln bestimmen kann. Ohne Asylrecht, Sozialstaat, liberales Strafrecht, Glaubensfreiheit und Freiheit von der staatlichen Geburtensteuerung wird die Lebensqualität auf dieser Welt nämlich noch niedriger sein.

      Das stimmt zwar, wurde aber im Artikel (unterer Teil) benannt.

      Außerdem empfinde ich

      Die Gefahr des Rechtsextremismus liegt doch nicht in den paar Toten terroristischer Anschläge!

      als unangemessene Verkürzung und Verharmlosung. Der Punkt ist, dass es nicht unbedingt Tote geben muss. Der Alltag in “national befreiten Zonen” ist durchaus von Gewalt und Angst vor Gewalt geprägt. Das lässt sich nicht so einfach vom Tisch wischen. Und wenn ich die letzten Berichte über Rechtsextremismus richtig im Gedächtnis habe, war da wohl eine Zunahme von Gewalt – um nicht zu sagen: kaltschnäuziger Gewalt – zu verzeichnen.

      Arbo

      • egal schrieb am 25. Juli 2011 um 12:01 - Permalink

        Im Artikel steht aber nicht, dass die Saat in den national befreiten Zonen aufgegangen wäre, sondern mit dem Terroranschlag in Norwegen. Das stimmt zwar, ist aber, wie ausgeführt, nicht problematisch.

        Mit dem Anschlag kann man zeigen, dass die Hassprediger ein gläubiges Publikum gefunden haben. Zweifellos leistet der Artikel das.
        Aber so ganz eindeutig frei von Terrorpanikgeschüre ist er auch nicht.

    18. Marc schrieb am 25. Juli 2011 um 11:26 - Permalink

      Die Reaktion des rechten Randes wird es sein sich in Selbstmitleid zu ergehen und sich abermals als Opfer darzustellen. Im besten Falle um nicht über die eigene Verantwortung nachdenken zu müssen, im, schlimmsten Falle, um wieder Täter legitimieren zu können.

      Einige Kommentare auf den einschlägigen Seiten, wie PI lesen sich eindeutig, wie eine Legitimierung. Die Tat wird als unausweichlich angesehen, da der “Multikulti”-Terror ja allgegenwärtig ist, andere verweisen gleich auf Fäkalien-Ulfkotte und seinen herbeiphantasierten (und herbeigesehnten?) Bürgerkrieg. Das schlimmste war wohl die offene Sympathiebekundung, die den Täter als “neuen Stauffenberg” bezeichnete.

      Was man den selbst erklärten “Islamkritikern” vorwerfen muss, ist nicht die mutmasslich teilweise Mitschuld an der Tat selbst, sondern ihre Reaktion darauf und die fehlende Bereitschaft sich mit antidemokratischen und rassistischen Gedanken in Ihrer Mitte auseinandersetzen zu wollen und sich stattdessen lieber wiederholt in die Opferrolle zu begeben. “Islamkritik” wird zu häfuig als Patina benutzt um Rassismus und Fremdenhass zu tarnen und sich unangreifbar zu machen. Wenn diese Menschen ernsthaft etwas zur Integration von Muslimen beitragen wollen (was wohl die Selbstsicht einiger ist), müssen Sie sich damit auseinandersetzen oder damit leben, dass sie eben doch nichts weiter als Hetzer sind.

      Viele die dort gegen einen agressiven und gewalt legitimierenden Islam wettern, merken leider nicht, wie nah sie selbst Ihrem Feindbild gekommen sind oder noch schlimmer sie merken es und empfinden es als notwendig.

    19. Peleo schrieb am 25. Juli 2011 um 11:27 - Permalink

      Auch in Deutschland finden jeden Tag zwei bis drei rechtsmotivierte Gewalttaten statt, pro Monat ereignen sich drei bis vie antisemitisch motivierte Gewaltdelikte. Insgesamt 48 Todesopfer rechter Gewalt wurden seit der Wiedervereinigung 1990 registriert …
      Sie gelangen nicht ins öffentliche Bewusstsein, weil sie an verschiedenen Orten stattfinden und zeitlich auseinander liegen

      Auch deshalb nicht, weil die Polizei oft einen “politischen” Hintergrund nicht sieht oder sehen will. Sie erscheinen dann in der Statistik als rein kriminelle Taten.

      Hinzu kommt: Das Familienministerium hat Fördermittel für Organisationen gegen Rechtsextremismus gestrichen. So erhält z. B. das Online-Portal, das damals ein Online-Formular zur Anzeige von rechtsextremistischen Straftaten eingeführt und den Homann-Fall aufgedeckt hat (www.hagalil.com) seit Jahren kein Geld mehr. Köhler/Schröder gibt Mittel gezielt, um “Linksextremismus” zu bekämpfen, der ja viel gefährlicher sei.

      @ Arbo
      Du hast leider recht. Und diesen Sisyphos kann ich mir beim besten Willen nicht als einen glücklichen Menschen vorstellen.

      • leslie schrieb am 25. Juli 2011 um 11:47 - Permalink

        Linksextremismus ist ja auch gefährlicher.
        Da müssen Kapitalfaschisten doch um ihre Pfründe bangen.
        Stromkonzerne würden plötzlich wieder verstaatlicht.
        Das wär natürlich gaaanz schlimm für ein paar tausend.
        Gut wärs für 80 Millionen hierzulande.

        Aber wir wissen ja:
        Kapitalfaschismus endet immer im Faschismus.
        http://ageofstupid.tao.de/

        -könnte Sarkasmus enthalten-

        Mfg

      • long jogg schrieb am 25. Juli 2011 um 14:08 - Permalink

        Diese, dem BKA-Bericht entnommene Zahl dürfte falsch sein. Von 1989 bis 2009 gab es http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/149-todesopfer/. Die NDS und der SF sollten das korrigieren oder trauen ihren “eigenen” linken Infoquellen nicht.

        • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:17 - Permalink

          Ich habe das mal an den NDS-Admin weitergeleitet – es wird geändert. Ich habe aber Bauchschmerzen bei dieser Aufzählung. Nehmen wir mal stellvertretend für viele Fälle dieses Beispiel:

          147.) Rick L., 20 Jahre (RT)
          Der Kunststudent Rick L. verweigerte am Abend des 13. August 2008 in der Nähe der Diskothek “Funpark” in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dem gleichaltrigen, wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraften Neonazi Bastian O. eine Zigarette. Dieser schlug und trat daraufhin sein Opfer zusammen. Die mörderische Reaktion des Täters auf eine Nichtigkeit lässt sein menschenverachtendes Weltbild erkennen. Rick L. erstickte an einer nahegelegenen Bushaltestelle an seinem eigenen Blut.

          Diese Tat ist schrecklich, aber m.E. nicht politisch motiviert und somit kein Fall von rechter Gewalt, obgleich sie von einem Rechten ausgeübt wurde. Aber wo soll man da die Grenze ziehen? Es ist schwer.

          • long jogg schrieb am 25. Juli 2011 um 14:36 - Permalink

            MUT schreibt dazu: “Aufnahme in diese Liste fanden alle Mordfälle, die nach gründlicher Sichtung der Quellen aus rechtsextremen und rassistischen Motiven (hierzu zählt auch der Hass auf ‘Andersartige’, ‘Fremde’ oder ‘Minderwertige’) erfolgten oder wenn plausible Anhaltspunkte für diese Annahme bestehen. Dazu kommen solche, in denen Täterinnen und Täter nachweislich einem entsprechend eingestellten Milieu zuzurechnen sind und ein anderes Tatmotiv nicht erkennbar ist.” Insofern hast Du Recht. Aber das BKA als Quelle dürfte da eher noch fragwürdiger sein. Da die Differenz aber zu groß ist, macht die Zahl 48 nachdenklich.

          • Pterry schrieb am 25. Juli 2011 um 15:16 - Permalink

            den hinweis auf die diskrepanz offizielle zahl (49) und “inoffizielle zahl” (149) gab es meines wissens dieses jahr schon auf den nds. ich hatte damals noch überlegt, es an bekannte vom aktionsnetzwerk gegen rechtsextremismus weiterzuleiten. damals wars ein artikel im tagesspiegel, der glaub ich über eine kleine anfrage der linken oder so berichtete (warum wird die zahl nicht geändert – antwort sinngemäß “weil wir nicht wollen” – gedächtnisprotokoll, verbürge mich nicht für angaben). ihr könnt es aber gern nochmal berichten…

            edit: link http://www.tagesspiegel.de/politik/die-90-vergessenen-opfer/3978946.html

    20. panettone schrieb am 25. Juli 2011 um 11:31 - Permalink

      Ich weiß, es mag ein wenig makaber erscheinen, aber irgendwie bin ich schon ein wenig gespannt darauf, wie Herr Fleischhauer heute bei SPON seiner Gemeinde erklären wird, warum auch daran letztlich die Linken schuld sind.

      • Weintraube schrieb am 25. Juli 2011 um 11:42 - Permalink

        An diesem Mord sind weder Linke noch Rechte schuld, noch Christen, Moslems oder Atheisten. Die Schuld trägt der Mörder.
        Weil ein junger Mann in Norwegen über 90 Menschen ermordet hat, müssen wir in Deutschland nicht Demokratie und Meinungsfreiheit einschränken.

        • panettone schrieb am 25. Juli 2011 um 11:48 - Permalink

          Aber sicher doch! Ist es bereits eine Einschränkung von Demokratie und Meinungsfreiheit, darauf hinzuweisen, dass Rechstpopulisten und so genannte ‘Islamkritiker’ unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit (“Wird man ja wohl noch sagen dürfen!”) seit Jahren das gesellschaftliche Klima vergiften?
          Aber egal, der Täter war ein Psychopath, ein Wirrkopf, außerhalb der Gesellschaft stehend. Das mach es einfacher, gelle?

          Mann, Mann Mann…

          • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 12:06 - Permalink

            Aber egal, der Täter war ein Psychopath, ein Wirrkopf, außerhalb der Gesellschaft stehend. Das mach es einfacher, gelle?

            Nein, eben genau nicht. Es ist viel einfacher ihn in eine Schublade zu stecken und “die Gesellschaft” dafür verantwortlich zu machen.

            Mann, Mann, Mann…

            • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 12:24 - Permalink

              Es ist viel einfacher ihn in eine Schublade zu stecken und “die Gesellschaft” dafür verantwortlich zu machen.

              Ah. Du meinst also Bad-by-genetic?

            • panettone schrieb am 25. Juli 2011 um 12:27 - Permalink

              Aha.

              *facepalm*

          • Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 20:14 - Permalink

            Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut.

            Aber was die “Freiheitler” davon halten kann mal z.B. auf PI erleben:

            “your comment is awaiting moderation”

            • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 20:24 - Permalink

              Das wundert mich auch. Sie wollen immer eine “Islamdebatte”, und das Thema soll nicht “totgeschwiegen” werden, und sie geben keine Ruhe, bis nicht auf allen Sendern Sarrazin seine steilen Thesen verbreiten darf. Angeblich geht es ihnen um “westliche Werte”, Meinungsfreiheit und so.

              Kommt man aber zu ihnen, um die Debatte zu führen, löschen sie einem sofort die Kommentare. Entweder wissen sie selbst nicht wirklich, was sie wollen, oder es soll überall nur noch ihre Meinung stehen. Ich fürchte, zweiteres.

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 09:23 - Permalink

        Die Vorlage um der “Linken” die tat unterzujubeln existiert bereits. In einem Kommentar unsere konservativen Lokalzeitung wurde schon darauf verwiesen, dass es in Oslo einen Ausländeranteil von über 30% gibt! Wenn DAS keine Emotionalen Reaktionen auslöst…dumm nur das die Deutschen eine der größten Ausländergruppen in Oslo stellen…

        Übrigens. Da fällt mir Rostock-Lichtenhagen ein und der damailige innenminister Seiters, der bei einem Besuch vor Ort bei dem ausgebrannten Asylbewohnerheim verlautbarte es würde Zeit endlich den Zuzug von Asylanten effektiv zu begrenzen …. ja Pipi Langstrumpf, ich mache mir die Welt so wie sie mir gefällt!

    21. Avatara schrieb am 25. Juli 2011 um 11:40 - Permalink

      “Heute werden Rechtspopulisten ohne Berührungsängste hofiert. [...] Rechtspopulistisches Gedankengut ist heute gesellschaftsfähig.”

      Und warum ist dem so? Weil der Journalismus zu abgehoben und unsere Linken zu dämlich sind. Wo bleibt denn der Diskurs, wo wird sich denn mal Inhaltlich mit den, als neuen rechten bezeichneten, Positionen auseinandergesetzt?

      Die Zeitungen knüppeln auf alles ein was sie nicht kennen, die geistige Elite weiß ja was die Probleme des “kleinen Mannes” sind, immerhin hat man davon schonmal auf Wikipedia gelesen. Nur ist eine Diskussion nicht nur im Internet am Ende sobald Hitler vorkommt, auch in anderen Medien ist das ein Point of no return. Unter diesen Vorraussetzungen verkommen das Geschreibsel der Wortgewaltigen Autoren zur peinlichen Selbstbeweihräucherung, inklusive Feststellung der eigenen geistig- moralischen Überlegenheit, Platz für Inhalte bleibt da nicht.

      Das zeigt sich auch wieder hier, Broder, Sarazin, haste nich gesehen, verbieten, Neuausrichtung, Zivilcourage, Empathie, Mckinsey könntes nicht besser ausdrücken. Und das beste ist, die andere Seite schreibt genau das gleiche, all die Schlagwörter finden sich auch dort, dem Leser bleibt überlassen seine Lebenswirklichkeit dorthin hinein zu projezieren.

      Blindheit auf beiden Augen, gegenüber dem was die Menschen tatsächlich beeinflusst, man braucht nicht so zu tun als würde man es der Rechten schwer machen.

    22. Schlesinger schrieb am 25. Juli 2011 um 11:42 - Permalink

      “Rechtspopulistisches Gedankengut ist heute gesellschaftsfähig.”

      Oh ja, solange der Wolf im Schafspelz des demokratischen Diskurs daherkommt oder die Hetzer als (Raub-)Ritter mit glänzendem Schild und Schwert wider den Antisemitismus auftreten.

      Die geistigen Brandstifter jedenfalls lehnen sich entspannt zurück und heucheln Unschuld. SIE haben das so nie gedacht, gewollt, … aber gesagt schon (darauf immerhin beharrt Broder).

    23. leslie schrieb am 25. Juli 2011 um 11:45 - Permalink

      Achja,CDU fordert(mal wieder) Vorratsdatenspeicherung.
      Wegen Norwegen.
      http://www.tagesschau.de/inland/vorratsdatenspeicherung158.html

      Ich hatte ja darauf getippt das die Killerspieledebatte zuerst entbrennt.^^

      Immerhin hier im Blog.

      Mfg

      • Marc schrieb am 25. Juli 2011 um 11:50 - Permalink

        Gibt es die nicht schon in Norwegen? http://www.datenschutz-praxis.de/fachwissen/fachnews/norwegen-beschliest-vorratsdatenspeicherung-2013-tschechien-hebt-sie-auf

        • Blixten schrieb am 25. Juli 2011 um 12:22 - Permalink

          Nein, noch nicht. Die Vorratsdatenspeicherung ging zwar schon durchs Parlament, wird aber erst 2012 eingeführt.

          • Shitop schrieb am 25. Juli 2011 um 19:57 - Permalink

            Was hätte denn eine Vorratsdatenspeicherung in diesem Falle gebracht? Wie oft hat ABB in der Vorbereitungszeit mit sich telefoniert? Nichts als Nebelkerzen.

    24. Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 11:46 - Permalink

      Ein guter Artikel Jens.
      Wer Hass sät, sollte Verachtung ernten.

      • Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 11:56 - Permalink

        Und hier noch ein schönes Lied von Hans Hartz.
        Trifft auf der heutigen Zeit sehr “schön” zu:

        • Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 11:57 - Permalink

          Ach scheiße, wie funktioniert das mit den Links?

          • nagel schrieb am 25. Juli 2011 um 12:30 - Permalink

            gewünschten link kopieten strg+c, wort oder worte im beitrag markieren und oben auf ‘link’ klicken, url bzw. link dort einfügen strg+v, dann ok. im text stehen dann die html-tags. sieht ein bisschen komisch aus, gibt sich aber wenn du deinen text abgeschickt hast. =)

            • Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 13:02 - Permalink

              Danke Nagel, so wie du es beschrieben hast habe ich es gemacht (Prinzip: wie beim Zitieren), aber funktionierte nicht.
              Liegt vielleicht am Browser. Ich habe es dann so gemacht wie es Till beschrieb.

            • Lohengrin schrieb am 25. Juli 2011 um 23:06 - Permalink

              Das geht mit ganz gewöhnlichem HTML-Code.
              Kleinerzeichena href="http://www.youtube.com/watch?v=4732iDcexdY"GrößerzeichenKlick michKleinerzeichen/aGrößerzeichen
              ergibt Klick mich

              P.S.
              Spiegelfechter, warum werden Link-Tags innerhalb von Code-Tags aufgelöst?

          • Till schrieb am 25. Juli 2011 um 12:31 - Permalink

            Du kannst auch nur die Pfadzeile (http:/www….) kopieren.
            Wie die Link-Funktion geht weiss ich selber nicht.
            Nichts für ungut.

            Hoppla, da war der Nagel schneller…

            • Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 13:05 - Permalink

              Danke Till. Einfach geht es doch noch am besten;-)

        • Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 12:59 - Permalink

          Hier das Stück:

    25. Charles Atlas schrieb am 25. Juli 2011 um 11:54 - Permalink

      Bei jeder Gelegenheit sollte auf die Parallelen hingewiesen werden, die zwischen Rechtsextremismus und Islamismus bestehen:

      - Geringschätzung der Frau: Die Frau hat dem Manne untertan zu sein und ihm zu dienen. Ihre biologische Funktion besteht darin, Kinder in die Welt zu setzen – vorzugsweise Knaben, die dann später in den heiligen Krieg ziehen.

      - Hass gegen Juden. Hierzu ist nichts weiter zu sagen, Beispiele sind zur Genüge bekannt.

      - Hass gegen Homosexuelle. Da sowohl der Rechtsradikalimus in seinen verschiedenen Spielarten als auch der islamische Fundamentalismus in Kreisen gedeiht, die von Männern dominiert werden und in denen Frauen praktisch nicht vorkommen, dürfte es sich hierbei zum großen Teil um ein Problem der Verdrängung bzw. Verschleierung handeln.

      - Herrenmenschentum (“Wir sind die Guten, die anderen sind die Bösen.” – “Wir sind dazu bestimmt, über die anderen zu herrschen; die anderen sind dazu verdammt, von uns unterworfen zu werden…”)

      - etc.

      • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 12:02 - Permalink

        Ist bestimmt jetzt Zufall, dass ich an die katholische Kirche denken muss. ;-)

        • Mischi schrieb am 25. Juli 2011 um 14:05 - Permalink

          Nö, in ihren extremen Auslegungen enden doch alle großen Ideologien im Faschismus.

          • Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 20:19 - Permalink

            *sign*

            Deshalb: ECHTE Gewaltenteilung!

    26. Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 12:01 - Permalink

      Diese beiden Jens-Berger-Zitate

      Anders Behring Breivik ist sicherlich ein Extremfall, in dessen Leben so einiges schief gelaufen ist.

      Anders Behring Breivik entspricht dem Prototyp eines neuen Rechten, wie es ihn auch in Deutschland tausendfach gibt – nationalistisch, islamfeindlich, rassistisch, internetaffin.

      (NDS)

      zeigen, dass die Argumentation Schwächen hat. Ein Extremfall kann kein Prototyp sein und umgekehrt.
      Interessant wäre zu erfahren, was beim dem Terror-Attentäter schief gelaufen ist, und wie man so etwas in Zukunft vielleicht verhindern kann. Das dürfte aber viel Detailarbeit sein und im Ergebnis niemanden wirklich interessieren.

      Es ist natürlich viel einfacher, “die rechte Gefahr” zu thematisieren. Vielleicht gäb’s die garnicht, wenn die “aufrechten Demokraten” nicht so unanständig und verlogen wären. Dort liegt das Risiko für Extremismus.

      Ich halte den Terror-Attentäter für einen Spinner, dessen krude Thesen jetzt von allen möglichen Seiten unter Zurhilfenahme einer gehörigen Portion Heuchelin instrumentalisiert werden.

      • Shitop schrieb am 25. Juli 2011 um 20:02 - Permalink

        Ein Extremfall kann kein Prototyp sein

        Doch gerade als Extremfall kann er Prototyp für eine kommende “Serie” sein. Viele technische Prototypen waren/sind Extremfälle.

    27. Jacques Roux schrieb am 25. Juli 2011 um 12:11 - Permalink

      @ Charles Atlas

      Trifft diese Charakterisierung nicht auch auf weite Teile des Christentums zu ?

    28. leslie schrieb am 25. Juli 2011 um 12:16 - Permalink

      Jesus und Stoiber
      http://www.youtube.com/watch?v=1foSmjJ4gSA

      “”- Hass gegen Homosexuelle. Da sowohl der Rechtsradikalimus in seinen verschiedenen Spielarten als auch der islamische Fundamentalismus in Kreisen gedeiht, die von Männern dominiert werden und in denen Frauen praktisch nicht vorkommen, dürfte es sich hierbei zum großen Teil um ein Problem der Verdrängung bzw. Verschleierung handeln.”"

      Haha.
      http://www.youtube.com/watch?v=lPjiLm6_Z0w
      Mein braunes Häschen.

      Und in der Türkei wird das so gelöst.
      http://www.tagesschau.de/videoblog/orient_express/oelcatcher100.html
      Öl, Muskeln und Leder
      Das macht mich geil. :-))
      Wenn die das wüssten.^^

      Mfg

    29. nagel schrieb am 25. Juli 2011 um 12:22 - Permalink

      ich möchte an dieser stelle der diskussion um links- oder rechtsmotiviert, die frage in den raum werfen: was bedeutet heute noch links oder rechts?
      für alle sollten die entstandenen nationalistischen strömungen (in beiden lagern) der letzten jahre, besonders in den eu-mitgliedsstaaten, ersichtlich sein. das liegt einerseits daran, das die eu nationales recht immer weiter untergräbt und ad absurdum führt, andererseits an einer verantwortungsslosen und rigiden sparpolitik zu gunsten der finanz- und versicherungswirtschaft und der industrie der jeweiligen nationalen regierung, die dann ihre hände dann in unschuld wäscht und den schwarzen peter den vorgaben aus brüssel zuschiebt.
      ist es noch links, wenn eine LINKE fordert, dass geringverdiener und hartzIV-empfänger steuerlich entlastet bzw. besser gestellt werden sollen? sind das nicht zuerst nationalistische interessen und damit rechts einzuordnen? gleiches gilt für den cdu-fdp-forcierten atomaustieg. ist oder war das nicht ein klassisches thema der linken/grünen? andererseits ist das verhalten unserer bundeshitlerin merkel in sachen griechenland schon wieder fast faschistisch und damit extrem rechts. ebenso ist ist der kriegsbeitritt in afganistan klassisch rechts einzuordnen. diese entscheidung wurde aber auch von der linken spd mit getragen.
      von links, rechts oder einer neuen rechten zu sprechen ist hier äußerst müßig.

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 12:36 - Permalink

        heute bedeutet rechts nur, dass sich da einer rechtskonservativ nennt und seinen entschluss, (bislang) 93 menschen umzubringen in einem textsammelsurium begründet, in dem er sich explizit auf die in deutschland weit verbreitete feindseligkeit gegenüber dem islam bezieht und dabei namen nennt, z.b. broder. dieser broder ist thema der momentanen auseinandersetzung um geistige brandstifter.

        hast du es jetzt verstanden?

        • nagel schrieb am 25. Juli 2011 um 12:59 - Permalink

          oha! ich bitte um entschuldigung, wenn ich hier für ein wenig verwirrung gesorgt habe. mein kommentar sollte eigentlich zu: ‘Open Thread – Terror von rechts erschüttert Norwegen’ sein. ich werd wohl mal ein paar tabs und fenster schließen müßen. =)
          edit: ich sehe gerade, kommentar nr. 15 sollte hier auch nicht rein. dafür sind die letzten drei links dort allgemein ganz brauchbar.
          peinlich, peinlich…

          • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 13:15 - Permalink

            drüben hätte ich dir – bis auf den vorletzten satz (dieser broder…) – das gleiche geantwortet.

            • nagel schrieb am 25. Juli 2011 um 13:29 - Permalink

              soso, du kannst diesen ganzen einheitsparteienwust also noch gezielt in links, rechts, konservativ oder liberal einordnen? respekt!
              die fressen doch alle am selben trog. der broder inbegriffen. unterscheidungen und abgrenzungen sind nicht mehr möglich.

            • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 13:50 - Permalink

              alles ne frage der übung und des historischen kontext.

      • long jogg schrieb am 25. Juli 2011 um 14:14 - Permalink

        Komm doch einfach mal am 03.09.2011 nach Dortmund. Da kannst Du Deine Frage hautnah und mit bleibender Erinnerung beantworten lassen.

      • Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 20:25 - Permalink

        Wenn man dieser Einteilung unbedingt braucht…

        “links” = gegen die Bonzen zu sein (bis man selber Bonze ist)

        “rechts” = gegen das Schwache, Fremde zu sein (z.B. Asylanten, Juden)

        Aber irgendwann haben die “Rechten” erkannt, dass mit Hitler heute kein Blumentopf zu gewinnen ist, weshalb man das ganze etwas umdefiniert hat:

        “links” = uncool, Alt-68, Heuchler, Diktatoren, Sozialisten, Kommunistennazis, Zecken, Islamisten, Kampflesben etc. (frag mich NICHT wie die alle zusammenkommen^^)

        “rechts” = Freiheit, Aufklärung, Werte!

        Ich nenne sie einfach Arschlöcher :)

        • nagel schrieb am 25. Juli 2011 um 21:53 - Permalink

          @groovex
          ach ja?! kann ja sein, das du einige jahre mehr auf dem buckel hast als ich, die deine übung begründen. bei mir jedenfalls werden sämtliche schotten dicht gemacht sobald ich berichterstattung im kontext von springer, selbsternannten qualitätsmedien und privatfernsehn wahrnehme.

    30. Sulukol schrieb am 25. Juli 2011 um 12:57 - Permalink

      Ohne alle Kommentare gelesen zu haben, ein Paar Gedanken:

      Ich stimme dem Autor zu, mit meinem Herzen sogar noch mehr als mit meinem Verstand.

      Man sollte aber auf folgende Versäumnisse unserer Gesellschaft aufmerksam machen, die in Zusammenhang mit dieser Tat aus meiner Sicht nicht unwichtig sind.

      Viele konservative Menschen fühlen sich in Deutschland und offensichtlich auch in Europa mit ihren Befürchtungen und ihren Vorstellungen nicht ernst genommen. Daran ändert nichts, dass in vielen Ländern sog. “konservative” Parteien an der Macht sind. Und sie tun es mit gleichen Recht, wie wir uns in Frage des Sozialstaates von den sog. “sozial-demokratischen” Regierungen nicht ernst genommen fühlen. Es existiert kein offener nicht verurteilnder Diskurs über Fragen, die viele Konservative bewegen. Wir haben die Situation, dass einerseits die Hetzer diese Fragen, Angst vor Überfremdung, vor nationalen, religiösen, sexuellen Minderheiten etc. immer wieder von Hetzern instrumentaliesiert werden, die progressive Kräfte jedoch jeden, der solche Ängste offen zugibt, als moralisch verkommenen Menschen darstellen und außerhalb des Diskurses stellen. Es wird nicht zwischen denen die Hetzen und denen die nur Ängste, Befürchtungen oder bloß Unbehagen mit einer Situatuion haben kaum differenziert. Viele Konservative, deren Positionen wier nicht teilen, haben dennoch respektable Einstellungen, aber es ist für sie fast unmöglich, sie in einer Weise einzubringen, dass sie sich ernst genommen fühlen. Die fühlen sich genauso wenig erntsgenommen wie wir mit unseren linksliberalen Positionen in vielen Bereichen. Das Problem ist eine Politik- und Medienlandschaft, die in ganz Europa praktisch dasselbe enge Spektrum an Intressen vertritt und niemanden, der auch nur ein wenig davon abweicht ernst nimmt. Aber das Problem sind auch all diejenigen, die das Ganze nur aus ihrer Werte betrachtend, den anderen das Recht auf bestimmte Vorstellungen absprechen und so einen produktiven Austausch verhindern.

      Das andere Problem scheint mir zu sein, dass in unserer Geselschaft immer wieder von allen Seiten die Position vertreten wird, dass man, um höhere Ziele zu erreichnen, über das unmittelbare Wohl des einzelnen Menschen hinweggehen könnte oder sogar müsste. Diese Einstellung ist zwar das Grundübel aller Unrechtsregime unabhängig davon, auf welche Ideologie sie sich sonst berufen, wird aber bis heute praktisch in jedem Bereich des gesellschaftlichen Spektrums in der einen oder anderen Form kultiviert. Das geht weit über den Bereich, der von den im Artikel genannten Hetzern besetzt wird, hinaus.

      • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 13:17 - Permalink

        Das Problem ist nur, dass es um “gefühlte” Probleme geht. Norwegen hat 1,7% muslimische Immigranten, und auch die Einführung der Scharia steht in Europa nicht bevor. Das interessiert die aber nicht, denn “gefühlt” müssen sie ja schon nächste Woche einen Turban tragen und zu Allah beten, und haben ein Minarett im Garten, “wenn nicht endlich mal jemand was macht”. Sie reden vom modischen Studentenviertel Neukölln, als sei es ein heruntergekommenes Ghetto, und dass das saubere reiche geleckte München 23% Immigranten hat, Berlin dagegen nur 13%, juckt sie auch nicht die Bohne. Ähnlich bei der Leugnung des Klimawandels, oder auf modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhender Innenpolitik: Alles falsch, alles nur “Klimaschwindel” und “Gutmenschentum”. Mit Fakten kommt man nicht dagegen an, was da “gefühlt” wird. Stattdessen sitzen sie dann in Echokammern wie PI, und bestätigen sich dort gegenseitig, recht zu haben, und alle “schlechten” “falschen” anderweitigen Meinungen werden einfach gelöscht.

        Man kam den Rechtspopulisten bereits genug entgegen, mit “Integrationstests” (die sie eher mal selber machen sollten), mit Konferenzen, Muslime mussten sich von Terroristen distanzieren, die SPD musste den Hetzer Sarrazin behalten, und die Bildzeitung kämpfte dafür, dass er seine “unterdrückte” Meinung auf allen Kanälen, von Spiegel Online bis ZDF, ins Land trompeten dürfte. – Es hat blos nichts geholfen.

        Niemand schränkt die Rechte der Rechtspopulisten ein, sie selber sind es, die Rechte Anderer einschränken wollen. Ihre Parteien nennnen sie dann gerne “Freiheit” oder “freiheitlich”, diese sind aber so freiheitlich, wie die DDR demokratisch war. Es müssten nur die Immigranten verschwinden und die Ökos die Klappe halten und die Gutmenschen nicht mehr Gutmenschen sein, die EU aufgelöst, Leistungsträger mit Steuererleichterungen belohnt werden, und die Frauen wieder am Herd hocken – dann wären sie endlich zufrieden, und wir angeblich frei. Nein Danke.

        • Sulukol schrieb am 25. Juli 2011 um 14:52 - Permalink

          Ich spreche ja nicht von Rechtspopulisten. Die surfen nur auf der Welle. Die meisten von ihnen haben wahrscheinlich auch gar keine Ängste, nicht einmal gefühlte. Sie verfolgen gewisse Interessen, indem sie Ängste anderer nutzen und weiter schürren. Bei Sarrazin oder Broder lassen sich die tatsächlichen Inetressen auch sehr klar benennen. Ich spreche von ganz normalen Menschen. Deren Ängste vor den Fremden, den Homosexuellen, dem Schwinden der “traditionellen Familienwerte” oder nationalen Souverenität sind da, auch wenn diese Ängste sich weitestgehend (nicht ausschließlich) aus unechten “gefühlten” Problemen speisen. Die Leute fühlen sich nicht ernstgenommen.

          Verwundert es niemanden, dass sowohl links als auch rechts eingestellte Leute die Übermacht der jeweils anderen Gruppe im öffentlichen Diskurs beklagen? Es liegt nicht allein auf der falschen Wahrnehmnung.

          Das Problem ist, dass die Politik und auch die Medien beide Seite nicht ernstnehmen.

          • Haggorianer schrieb am 27. Juli 2011 um 10:32 - Permalink

            a) “Die meisten von ihnen haben wahrscheinlich auch gar keine Ängste, nicht einmal gefühlte”: nenne mir nicht-gefühlte Ängste

            b) Selber Satz: der Durchschnitts-Nazi (pardon, der Neue Rechte) handelt natürlich aus einem Gefühl der Angst, auf ein Feindbild projiziert und damit in Ablehnung bis Hass umgewandelt. Da würde ich ein paar Geldgeier evtl. ausschließen (bei Sarrazin z.B. bin ich mir nicht sicher), wobei diese natürlich moralisch noch bankrotter als bankrott sind.

            C) Angst vor Fremden und Homosexuellen ist ist nicht ernstzunehmen. Als Krankheitsbild höchstens, wohl irgendwas psychotisches… Kannst Du Dich da einfühlen? Schäm Dich. Solche Überreste primitiv-steinzeitlicher Reflexe sollten schon rein biologisch-evolutionär längst überwunden sein, spätestens aber in der Pubertät durch eigene Weltbetrachtung und Reflexion mittels des eigenen Verstandes beseitigt werden.
            Im Ernst: Angst vor Homosexuellen? Da helfen wirklich nur noch starke Medikamente…

        • Habib schrieb am 25. Juli 2011 um 17:00 - Permalink

          und dass das saubere reiche geleckte München 23% Immigranten hat, Berlin dagegen nur 13%, juckt sie auch nicht die Bohne.

          Da muss ich, als in München lebender Preusse, mal sagen: Hier fuktioniert das Multi-Kulti Miteinander ganz wunderbar. Vermutlich wird mich gleich jemand mit Statistiken etc. widerlegen, aber gefühlt und beobachtet herscht hier ein herlich unverkrampftes Miteinander zwischen verschiedenen Kulturen, Deutschen/Migranten, Homos/Heteros etc. Ich selber gebe gerne zu: Die ein oder andere engstirnige Sichtweise wurde mit hier ganz schnell ausgetrieben.
          Könnte das evtl. daran liegen, dass es den meisten Leuten in München ganz gut geht und die schlicht andere Sorgen haben? Naaa?
          Einzig in den wenigen Ballungsgebieten der sog. “sozial schwachen” (egal welcher Herkunft) kann man hier ein Gegeneinander erleben, bspw. auf dem Gelände der berüchtigten “Kultfabrik”, wo man zum Feiern hin geht, wenn zur Mitte des Monats das Konto schon im Dispo ist.
          Zufall? Wohl kaum.

          Die Verwirrten gibt es hier aber auch. Vornehmlich Studenten aus gut bürgerlichen Verhältnissen, für die bspw. “Milbertshofen” n total krasses Ghetto darstellt. Da kann man Nachts durch den Park laufen und wird schlimmstenfalls nach einer Kippe angeschnorrt.

    31. Manuel schrieb am 25. Juli 2011 um 13:19 - Permalink

      Du hast Recht! Dass zwischen Schönhuber und Sarrazin eigentlich kein Unterschied besteht, fällt mir jetzt erst auf. Beider haben ja immer beteuert nicht fremdenfeindlich und rassistisch zu sein, um dann fremdenfeindliche, rassisitische Sprüche ablassen zu können.

      Dennoch sind sie nicht “schuld” an der Tat eines Norwegers, der Amok läuft.

      SIehe auch: http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/wer-hass-saet-kann-seinen-fruechten-beim-wachsen-zuschauen

    32. baumbaron schrieb am 25. Juli 2011 um 13:30 - Permalink

      Diese Schubladenmanier greift zu kurz. Wir leben in der Situation eines Multi-Kulti-Kuschelsprechs dessen Fundament der klipprige Bodensatz der political Correctness abgibt. Immer dann, wenn man sich bemüht, diesem Brei entgegenzutreten, steht sofort jemand auf, öffnet die Schublade und wenn man nicht aufpasst steckt man in der mit der Aufschrift rechtsradikal. Dies zerstört demokratische Streitkultur!
      Es gibt durchaus Ansätze, die es nahelegen, deutlich kritische Worte an Erscheinungen des Islam zu formulieren. Wo immer man dies tut, kracht einem entweder die Schubladen-Methode, oder Nebelgranaten entgegen, mit oft komischen Versuchen, z.B. das Thema Burka aus der religiösen Dimension in den Bereich einer sogenannten Tradition zu verfrachten. Oder es mündet in Aussagen unsere Großmütter hätten auch noch Kopftuch getragen (noch nicht so lange her). Man wird dann häufig den Eindruck nicht los, dies wird in erster Linie von Leuten ins Feld geführt, die mit Blick auf einen fundamentalistischeren Islam sehnsüchtig auf die Rückkehr naiven ‘Glaubens’ schielen mit dem Ergebnis, dass zum definitionsfreien Multi-Kulti sich auch noch eine ordentliche Portion ‘Weltreligion’ gesellt. Wo ist das dann anzusiedeln – links etwa?
      Dann aber erlebt man, dass jetzt in Belgien gegen ein Burka-Vebot geklagt wird wegen Einschränkung der Regligionsausübung – also was nun?
      Wenn wir uns diesen Diskussionen nicht stellen, sondern sie zukuscheln, steigern wir den Druck im Dampftopf und diese Feststellung hat noch lange nichts damit zu tun, dass die Hohlheiten Sarrazins – insbesondere die genetischen – Unsinn bleiben. Auflage und Hype zeigen aber, dass das Überdruckventil des Dampftopfs angeschlagen hat.
      Für mich lohnt es immer wieder in diesen Diskussionen Karlheinz Deschner (Kriminalgeschichte des Christentums) und Ibn Warraq (Warum ich kein Muslim bin) in die Hand zu nehmen. Aber oh Wunder, als der eine vor kurzem geehrt werden sollte, hat doch sofort wieder die Kirche gemuckt und der andere traut sich sowieso nur unter Pseudonym. Soviel zur Diskussionsbereitschaft.

      • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 13:37 - Permalink

        Was ist denn die “Situation eines Multi-Kulti-Kuschelsprechs”? Wo finde ich die?

        Hier?

    33. Natalie schrieb am 25. Juli 2011 um 13:42 - Permalink

      Gut geschrieben, gefällt mir!

      Da ich, fast wie immer, wenig Zeit habe, fasse ich mich kurz: Diese zwei Typen, Sarrazin & Broder, wobei es viel mehr von der Sorte gibt, sind meiner Meinung nach, gesellschaftlich und politisch, sehr gefährlich. (Und lösen bei mir immer Brechreiz aus.)

      Wen ich für viel gefährlicher erachte, sind die vielen Menschen, die solchen Demagogen folgen und sie in ihren schizophrenen Äußerungen bestätigen. Dazu gehören ebenfalls die [ironie on] Qualitätsmedien [ironie off], die seit Jahren diesen Typus “Experte auf allen Gebieten” hofieren und (be)schützen.

      Guten Nachmittag!

    34. sparfuchs schrieb am 25. Juli 2011 um 13:47 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Das der Kerl seine Tat schon vor 9 Jahren geplant hat, hast du aber mitbekommen oder? Du machst nichts anderes, als was du bei der sogenannten “Neuen Rechten” anprangerst. Du kreierst Feindbilder! Besonders die nicht nur bei dir vorzufindende Versteifung auf Sarrazin ist wird diesem überhaupt nicht gerecht. Er hat ein Buch geschrieben, in dem er sich mit dem seiner Meinung nach existierenden Problem mit Migranten widmet. Meinetwegen auch nicht wissenschaftlich und zum Teil mit kruden Thesen. Stammtischniveau eben, was man von vielen Deutschen Durchschnittsbügern hören könnte. Mehr ist es aber eben auch nicht. Aus ihm wird mehr gemacht als er ist. Begünstigt wird das Ganze noch durch das mediale und politische Tabu in Bezug einer Integrations- und Einwanderungdebatte.

      Komm mal bitte runter von deinem Sarrazintrip, auch wenn du vielen deiner Lesern damit sicherlich ein schönes, billiges Feindbild präsentierst, über das sich zu echauffieren den Meisten Spaß macht, ist es doch so einfach sich gut zu fühlen hat man einen Schuldigen.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 13:51 - Permalink

        Ach Jottchen, da sie sind sie wieder – die Bösmenschen und Extremistenversteher ;-)

        • sparfuchs schrieb am 25. Juli 2011 um 13:58 - Permalink

          Zu viel Sasse gelesen oder fällt das nachdenken durch die Nachdenkseiten langsam schwer? Mach ruhig mal ne Pause! Feier doch den für dich glücklichen Umstand, dass diese Menschen nicht durch Gaddafi gestorben sind.

          • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:01 - Permalink

            Da ist aber eine sauer ;-)

            • sparfuchs schrieb am 25. Juli 2011 um 14:07 - Permalink

              Eher amüsiert über dein Schubladendenken ;)

      • Sulukol schrieb am 25. Juli 2011 um 15:04 - Permalink

        Erstaunlicher Kommentar! Wie kann man verkennen, dass Sarrazin und ihn zu medialer Größe aufblasende Presse etwas bewirken wollen? Sie wollen bestimmte Ressentiments, die da sind, die , auch wenn sie auf falschen Annhamen beruhen,menschlich verständlich sind, verstärken und bestimmte Richtung lenken. Sie führen keine Integrations- und Einwanderungsdebatte. Eine solche ist keineswegs Tabu. Welche linke Übermächte könnten sagen wir der Bildzeitung eine wirklich fundierte Integrationsdebatte verbieten? Oder den anderen medialen Größen? Die wollen es gar nicht. Sie wollen gerade das, was Sarrazin macht. Polarisieren, um zu teilen.

        • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 10:09 - Permalink

          Die wollen es gar nicht. Sie wollen gerade das, was Sarrazin macht. Polarisieren, um zu teilen.

          was sie wollen, ist deutlich und klar erkennbar. “Ausländer Raus!” mit anderen worten. wir haben diesen ärger ja schon vor 1990 an der backe gehabt. dass eine ‘einwanderungsdebatte’ nicht tabu sein dürfe, das ist ein übler medialer twist unter ausnutzung aller sprachlich-logischer finten, eine eiskalte pr-maschine. es geht nicht um auseinander dividieren, es geht um ausgrenzung im wortsinne.

          • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 10:32 - Permalink

            was sie wollen, ist deutlich und klar erkennbar. “Ausländer Raus!” mit anderen worten.

            Das will vllt Sarrazin. Möglicherweise ist er auch einfach nur auf Geld aus.
            Die Presse hat andere Ziele. Die benutzt Sarrazin nur für “Spalte und Herrsche”.

      • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 00:05 - Permalink

        Das der Kerl seine Tat schon vor 9 Jahren geplant hat, hast du aber mitbekommen oder?

        Woher kommt diese Behauptung? Etwa aus dem absolut glaubwürdigen Manifest?

        • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 00:16 - Permalink

          ja, aus dem text. es war nicht diese eine tat geplant, aber die TAT!

          • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 01:48 - Permalink

            Wenn in dem Text steht, dass der Textschreiber diese Tat seit neun Jahren geplant habe, dann heißt das noch lange nicht, dass das stimmt.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 09:02 - Permalink

              sophismus pur.

              in erster linie heißt es einfach, dass er lange vorher angekündigt hatte, was er vor wenigen tagen verbrach.

              unterziehe dich der mühe des lesens, bevor du hier mit doubletwists kommst.

            • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 09:19 - Permalink

              @GrooveX
              Wann und von wem wurde das Manifest geschrieben?

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 09:27 - Permalink

              selber lesen macht klug.

      • Haggorianer schrieb am 27. Juli 2011 um 11:06 - Permalink

        Sarrazin als sich selbst als Feindbild kreiert. Und für nen Haufen Ratten einen Gullideckel aufgemacht, daneben eine Rattenfreiheitswiese samt Würstchenstand und Fangverbot mit eröffnet. Und da tanzen sie jetzt, und tanzen…
        Man mag sagen: hey, die waren ja sowieso da, nur jetzt sehn wir sie (siehe Dampftopfgleichnis in Kommentar 32). Man kann aber auch sagen: mmh, vielleicht vermehren die sich mit Sonnenlicht, Würstchen und Fangverbot noch besser.
        Und wenn eine Ratte dabei ist, die dann die Schnauze voll hat vom nach-Würstchen-anstehen, die Wiese verlässt und einen dieser Menschen beißt, der sie so lange unterdrückt hat, dann mag der Würstchenbudenbesitzer sagen: das habe ich aber nicht gewollt. Und man sollte ihm vermutlich sogar glauben. Aber dazu beigetragen hat er doch.
        Ob im Falle Norwegen jetzt Sarrazin oder Broder der Würtchenstandverkäufer war, spielt keine Rolle. Vielleicht wurde hier nur der Rahmen für eine ohnehin geplante Tat geliefert, vielleicht hätte diese aber ohne die öffentliche Diskussion nicht oder zumindest nicht so stattgefunden. Der Spinner hat ganz klar ein Sendebewusstsein, der hat sich nicht danach einfach selbst beerdigt, sondern geht missionieren, weil er anscheinend das Gefühl hat, es gäbe da genügend, die empfänglich für seine Weltanschauung sind.
        Brandstifter sind nicht harmlos. Gerade weil der Durchschnittsaffe, von denen es Millionen gibt, genau auf dieses Stammtischniveau anspringt. Hat man am Umfang der Diskussion ja gesehen und sieht es immernoch.

    35. Regierung schrieb am 25. Juli 2011 um 13:58 - Permalink

      http://www.youtube.com/watch?v=EkJ7GuA-qpo
      Merkel und Seehofer …

      Jaja die Leitkultur und das gute Multi-kulti.

      “Multi-Kulti ist tot!”

    36. Headliner schrieb am 25. Juli 2011 um 14:19 - Permalink

      Zitat aus dem NDS-Artikel:

      Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, müsste gegen Hassprediger jeglicher Couleur gelten, gerade auch wenn sie als Biedermänner daher kommen. Rassismus und Hass gegen Minderheiten zu schüren liegt außerhalb der gesellschaftlich tolerierbaren Meinungspluralität.

      Gilt das Obige auch für den Islam? Der ist nämlich inhaltlich betrachtet (Koran) sehr intolerant, duldet nichts neben sich (dort wo er Macht hat) und Hass gegen Minderheiten bzw. sogenannte Ungläubige sind ihm auch nicht fremd.

      Seltsamerweise hört man von Linken, die Rechtsextreme und die (wenigen) christlichen Fundamentalisten am liebsten einen Kopf kürzer machen würden, hierzu nichts. Im Gegenteil, diese Form der Intoleranz und auch die Menschenrechtsverletzungen in islamischen Ländern werden unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit einfach akzeptiert.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:28 - Permalink

        Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz – das gilt auch für intolerante Denke, die sich auf den Koran oder die Bibel beruft.

      • Sulukol schrieb am 25. Juli 2011 um 15:24 - Permalink

        Seltsamerweise hört man von Linken, die Rechtsextreme und die (wenigen) christlichen Fundamentalisten am liebsten einen Kopf kürzer machen würden, hierzu nichts.

        Zum einem hört nur dann nichts nur wenn man sich taub stellt.

        Zum anderen ist da noch ein Aspekt, der vielleicht durch ein Beispiel besser versändlich wird.

        Wenn ein Jugendlicher an jeder Straßenecke, auf allen Kanälen und in jeder Zeitung von Gefahren von, sagen wir, Vodka gewarnt wird, so kann ich mich, wenn mir seine Gesundheit am Herzen liegt, darauf beschränken, auf Gefahren von Korn, Rum, Whisky und weiß was ich noch was, oder auch des Alkohols allgemein, hinzuweisen, ohne Vodka nochmals explizit zu erwähnen.

    37. na sowas schrieb am 25. Juli 2011 um 14:20 - Permalink

      @SF
      grausam, aber notwendig
      … die Worte eines feigen Kindermörders. 3 Wörter, die man in der letzten Zeit auch bei anderen feigen Gelegenheiten gehört hat. Von Personalchefs bei den Entlassungen, von den Kriegshetzern, bei Agenda 2010 nur gedacht?,den Spekulanten, den Gürtelengerschnallenphrasendrescher u.s.f.
      Soll man sich jetzt auch noch in die Jauchegrube dieser zusammen kopierten
      “European Declaration of Independence”[via wordle.net] begeben und dort die altbekannten Fratzen herauszerren? L.m.a.A.! Diesen widerlich krähenden rassischten Irren auf der Spitze “Deines Eisberges” [Sorry] schon wieder Gehör verschaffen, und so ungewollt zu diesem wirren “Marketingkonzept”[sic!] auch noch beitragen? Der Arsch soll Ihnen fest frieren und die sabbernden Fressen zu!

      Als ob es die friedlichen Menschen im Arabischen Frühling, auf dem Syntagma-Platz und Plaça de Catalunya nicht gäbe – es gibt Besseres zu tun!

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:24 - Permalink

        Natürlich muss man Ross und Reiter beim Namen nennen. Niemand wird zum Kindermörder geboren. Man wird zum Kindermörder gemacht und es ist wichtig(!!!) diesen Prozess zu beleuchten und die Verantwortlichen bloßzustellen.

        • Till schrieb am 25. Juli 2011 um 14:34 - Permalink

          Man wird zum Kindermörder gemacht

          …und es ist wichtig(!!!) diesen Prozess zu beleuchten und die Verantwortlichen bloßzustellen.
          Sorry, aber das ist jetzt Blödsinn!
          Angenommen, ich habe zwei Kinder, Zwillinge sogar. Die erziehe ich genau gleich, gehen in die gleiche Schule, haben die selben Kollegen, Vereine usw.
          Einer wird ein Verbrecher.
          Wer hat diesen nun zum Verbrecher gemacht ?

          • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:43 - Permalink

            Vielleicht derjenige, der die Texte verfasst hat, die den Hass, der zur Tat führte, ausgelöst haben?

            • Till schrieb am 25. Juli 2011 um 14:48 - Permalink

              Damit überträgst du die Verantwortung, und somit die Schuld, weg vom Täter, auf irgend einen Autor.
              Das kann es doch auch nicht sein!

            • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:49 - Permalink

              Würde ich die “alleinige Verantwortung” auf die geistigen Brandstifter abschieben, wären Deine Zweifel berechtigt. Das tue ich aber nicht. Sie von der Verantwortung frei zu sprechen, liegt mir jedoch fern.

            • Till schrieb am 26. Juli 2011 um 13:30 - Permalink

              Die Schuldfrage eines Menschen wird (in der Schweiz) ungefähr so geregelt:
              “Die untere Interventionsschwelle liegt bei 7 und die obere bei 18 Jahren. Dazwischen besteht eine Trennlinie bei 15 Jahren, welche die Kinder (7-15 Jahre) von den Jugendlichen im engeren Sinne (15-18 Jahre) unterscheidet. Die noch nicht 7-Jährigen gelten nicht als strafrechtliche Subjekte (vollständige Unzurechnungsfähigkeit). Den Kindern wird eine begrenzte Zurechnungsfähigkeit zuerkannt (Art. 82 bis 88 StGB). Dasselbe gilt für die Jugendlichen, die allerdings zu einer Busse und zu einer Haft von einem Tag bis zu einem Jahr verurteilt werden können (Art. 89 bis 99 StGB). Ab Vollendung des 18. Lebensjahrs endet die Sonderbehandlung und beginnt die strafrechtliche Mündigkeit. Entscheidend ist der Zeitpunkt, in dem die Straftat begangen wurde…”
              (http://www.socialinfo.ch/cgi-bin/dicopossode/show.cfm?id=322)

              Dann kommt noch hinzu, ob einer mündiger Täter, welcher über 18 Jahre alt ist, geistig voll zurechnungsfähig ist. Dies wird von Gutachtern jeweils von Fall zu Fall abgeklärt. Eine verminderte Zurechnungsfähigkeit wird beispielsweise auch einer Hochschwangeren attestiert (Hormoneller Einfluss. Ich kenne einen Fall, wo eine Hochschwangere Ladendiebstähle begangen hat und selbst nicht erklären konnte, wieso sie dies tat).
              Eine schuldhafte Beeinflussung durch einen Dritten kann demnach nur dann geltend gemacht werden, wenn der Täter nicht zu 100 % schuldfähig ist (also bei einer begrenzten Schuldfähigkeit).
              Sobald man beginnt, eine Tat – auch eine noch so schreckliche – damit zu rechtfertigen (auch nur teilweise), dass ein Autor durch ein Buch Hass erzeugt hat, dann wird es meines Erachtens heikel. Dann müssten in letzter Konsequenz wirklich Bücher verboten werden. Dann wird es kompliziert. Je nach ideologischem Hintergrund würden die Bücher der jeweils Anderen verboten. Am Schluss wären wir bei Ray Bradburys “Fahrenheit 451″, wie ich schon erwähnte.
              Klar, ich spreche hier von der streng strafrechtlichen Sicht. Und nicht von der aktuellen allgemeinen Stimmung.

              Noch eine Überlegung zum Wort “geistiger Brandstifter”. Diesen Begriff finde ich ungenau. Ein hasspredigender Autor ist meinetwegen ein Anstifter, aber kein Brandstifter (=Brandleger), auch nicht ein geistiger. Die Missverständlichkeit liegt vielleicht im Wort “Brand-stifter”. dieses Wort suggeriert, einen Brand “anzustiften”, was aber rechtlich falsch ist. Weil ein Brandstifter nicht nur ein Anstifter, sondern ja der Täter selbst ist. Und die Tat meistens auch aus eigenem Antrieb durchführt.

              Fazit: Ein hasspredigender Auto könne also wegen “Anstiftung zu einer Straftat” belangt werden, was aber – mit einem guten Anwalt – äusserst schwierig werden dürfte. Der Täter selbst könnte, wenn er über 18 Jahre als ist, nur dann mit einer verminderten Schuldfähigkeit rechnen, wenn er zur Tatzeit (!) nicht voll zurechnungsfähig war.

              Vielleicht ist es ein speziell deutsches Problem, Verantwortung für begangene Verbrechen am liebsten einem Autor übertragen zu wollen.

        • na sowas schrieb am 25. Juli 2011 um 20:31 - Permalink

          @SF

          Niemand wird zum Kindermörder geboren.

          …aber auch Niemand zum Herr über Leben und Tod!

          Man wird zum Kindermörder gemacht

          Hier vergallopierst Du Dich aber gewaltig. Das war ein hinterhältiger Mord an völlig wehrlosen Jugendlichen. Die Verantwortung trägt “der mit dem Finger am Abzug”.
          M e n s c h kann es auch s e i n lassen!!! Dieser “Marxist Hunter Norway” mit der selbst erteilten “Erlaubnis zur Jagd von Multi-Kulti-Verrätern” hat n i c h t s
          s e i n lassen, nur sich selbst — wohlwissend und für sich[!] ausnützend, daß es in Norwegen die Todesstrafe nicht gibt. Hier hat sich ein Mensch in seinem Größenwahn mittels einer billigen Knarre zum “Herr über Leben und Tod” erdreisted und sich zum Mörder gemacht. Ein jämmerlicher Verrat an seinen Mitmenschen.
          Ich vertraue den Norwegern, daß sie mit dieser bitteren Dreistigkeit menschlich umgehen.

          und die Verantwortlichen bloßzustellen.

          Deine “geistigen Brandstifter” kannst Du Dir erstmal an die Backe schmieren. Sie sind mir noch nicht einmal einen GelbGrünen Rotzer in die feige Visage wert –
          es gilt Besseres zu tun!

          • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 23:43 - Permalink

            Hier vergallopierst Du Dich aber gewaltig. Das war ein hinterhältiger Mord an völlig wehrlosen Jugendlichen. Die Verantwortung trägt “der mit dem Finger am Abzug”.

            Nur weil die geistigen Brandstifter eine Mitverantwortung tragen, entbindet das den Mann am Abzug keineswegs von dessen Verantwortung. Das ist banal, ich weiß auch gar nicht, auf was Du eigentlich schon wieder hinauswillst.

            M e n s c h kann es auch s e i n lassen!!!

            Welch geistiger Tiefgang … wow ;-)

            Deine “geistigen Brandstifter” kannst Du Dir erstmal an die Backe schmieren

            Den Gefallen werde ich Dir ganz sicher nicht tun.

            es gilt Besseres zu tun!

            Niemand hindert Dich daran.

            • na sowas schrieb am 26. Juli 2011 um 12:03 - Permalink

              Ach HerrJeh! Berger und seine schofeligen Repliken gegen alles was nicht in seine Agenda passt, und mal wieder voll im Expertenmodus. Um Eure Hysterie bist Du und all die anderen Experten, egal von welcher Zunft, wirklich nicht zu beneiden.
              Für diese Betriebsblindheit sollte man dem ganzen Expertengesindel den “FaceBook-Orden am kurzen Hosenbande” verleihen, konnte aber auf die Schnelle keinen in Deinem getDigital-Shop auftreiben.

              Auch das noch → “Das Rätsel der Deutschland-Connection” und Angela Merkel wurde “in etwa einem Dutzend Textstellen” in diesem Manifest erwähnt. Jessas wie oft wurde die Merkel hier schon erwähnt? Leute unterlasst dies gefälligst in Zunkunft, möglicherweise hat die “anlasslose Speicherung” das auf SF.com schon alles erfaßt.
              Habt Ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank?

              Wer sagt’s denn? Skurriler geht immer!
              Nach Attentaten fordert der Chef der Gewerkschaft der Polizei die Speicherung von Menschen mit "kruden Gedanken".
              Bescheidene Frage: Wieviel Menschlein passen eigentlich auf eine Festplatte und in welchen Ordner packt man die “kruden Gedanken” – verschlüsselt mit “Arbeit macht frei”? Was ein feiger Massenmörder in Operettenkostümen doch so alles in den vernebelten Hirnen auslöst. Ob Bernhard Witthaut hier schon mitliest? Ich mach mich vom Acker …
              No_________________________________๏̯͡๏_____ way !

            • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 12:30 - Permalink

              Ich mach mich vom Acker …

              Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube

            • Haggorianer schrieb am 27. Juli 2011 um 12:24 - Permalink

              @SF: Einer Deiner interessantesten Kommentatoren, weißt Du mit Sicherheit auch selbst. Faszinierend, wie schnell es unsachlich wird, wenn Ihr beide nicht einer Meinung seid…
              Davon ab:

              Man wird zum Kindermörder gemacht und es ist wichtig(!!!) diesen Prozess zu beleuchten und die Verantwortlichen bloßzustellen.

              Und das wäre in diesem Fall wohl eindeutig er selbst und seine verkorkste Psyche (was kann nicht alles schiefgehen in so einer Geistesentwicklung… dürfte wohl unmöglich aufzudröseln sein), die sich in einem Schmodder aus ekelhaften Weltanschauungen eingenistet hat (welche wohl andere mit ihren verabscheuungswürdigen Äusserungen verstärkt haben).
              @ na sowas: Dass die Hetzfraktion keinen Frieden sät, seht Ihr wohl beide so, dass der Norweger abgedrückt hat, auch. Ob da ein unvermeidlicher Zusammenhang besteht, darf bezweifelt werden, möglich wäre der Zusammenhang immerhin. In Eurer Diskussion geht es doch ursprünglich nur um Fragen der Nuancierung und Gewichtung, die der Spiegelfechter (ich unterstelle bewusst) in Richtung Brandstifter verschoben hat. Naja, über einen Irren lässt sich halt auch schlecht eine Diskussion eröffnen…
              Besser zu diesem Anlass nochmal über die Brandstifter diskutiert, als über Killerspiele und Schützensportvereine. Die einzige Alternative hierzu wäre wohl ein virtuelles Kondolenzbuch auf SF gewesen… Auch kein Brüller, wenn Du mich fragst.

          • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 09:57 - Permalink

            mit der selbst erteilten “Erlaubnis zur Jagd von Multi-Kulti-Verrätern”

            Wäre es besser, er hätte sich diese Erlaubnis von jemandem erteilen lassen? Wer soll denn all die Ernennungen leisten, die immer wieder angemahnt werden?

            • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 10:05 - Permalink

              Das erinnert mich an die letzten Minuten des Films Ich klage an.

            • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 10:14 - Permalink

              Es ist schon so, dass ein gesellschaftliches Klima jemandem das Gefühl geben kann, seine Verbrechen seien irgendwie legitimiert, insgeheim “erwünscht”, und dass ihn dies dann noch weiter antreibt. Beispiele: Brennende Asylbewerberheime nach “Debatte” über “Scheinasylanten”. Reichskristallnacht nach der Machtergreifung der Nazis. Natürlich war es auch im NS verboten, Scheiben einzuwerfen, aber wenn das doch die Geschäfte von diesen “Volksschädlingen” sind, über die der Führer so schimpft, dann kann man das trotzdem mal machen, und die Polizei guckt ja auch weg… das entbindet die Täter nicht von ihrer Verantwortung, aber es bürdet der Gesellschaft/diesem Umfeld und Klima eine Mitverantwortung auf. Eigentlich wollte man ja hierzulande daraus was gelernt haben…

    38. Kaboom schrieb am 25. Juli 2011 um 14:22 - Permalink

      Schaut man sich die Diskussion hier (und anderswo) an, fällt als erstes auf. dass gerade jene, die sonst in Rekordzeit nach einem Anschlag von Islamisten zur Schlussfolgerung kommen “der Islam ist schuld” (was wirklich einiger Gehirnakrobatik bedarf), heute, wo im “Manifest” von Breivig schriftlich niedergelegt und somit wirklich für jeden nachvollziehbar sich all jene Positionen wiederfinden, die in Islamophoben Kreisen Konsens sind, zu Differenzierung raten.

      Dabei ist die Realität so offensichtlich wie banal: Der Mann war lange Zeit Mitglied der norwegischen Rechtspopulisten. Vertrat bis zuletzt deren Positionen. Und hat sich im Laufe der Zeit radikalisiert. Inspiriert wurde der Mann offenkundig von den führenden “Köpfen” der Islamophoben in Europa und ihren “Argumenten”.
      Da gibts bezüglich der Analyse der Situation offenkundig nur äusserst geringe Unterschiede zu Broder, Wilders und Konsorten (Sarrazin ist da etwas anders gepolt, der Mann lebt davon, dass er über etwas schreibt, wovon er keinen blassen Schimmer hat, und das anschliessend von Leuten gelesen wird, die noch weniger Ahnung vom Thema haben).

      Das Attentat ist das logische Ergebnis der “gefühlten Bedrohung” durch den Islam, die durch diese Leute erzeugt wird.

    39. meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 14:22 - Permalink

      Wers noch nicht kennt: Zwei “Kopftuchmädchen” ohne Kopftuch zerlegen verbal einen aufdringlichen Sarrazin-Fan.

    40. Robin schrieb am 25. Juli 2011 um 14:23 - Permalink

      Der Artikel liest sich ganz gut. Wenn man ihm inhaltlich auch zustimmen mag, so ist er dennoch deutlich zu kritisieren.

      So wird undifferenziert die “Neue Rechte” als gemeingefährliches Feindbild aufgebaut, das dabei sprachlich in die Nähe der Konservativen gerückt wird. Hier wäre größere Trennschärfe nötig, um einen diskursiven Austausch zuzulassen. Dieser wird nicht zuletzt durch Schlagwörter wie “Hetzer” und dergleichen erschwert; Broder und Sarrazin werden auf diese Weise als nicht diskursfähig dargestellt. Vielmehr scheint daraus aber der Wunsch zu sprechen, diesen Diskurs nicht zu führen. Dieser wäre aber nötig, um eine gesellschaftliche Balance herzustellen.

      Auch wird versucht beispielsweise den Begriff des “Gutmenschen” der “neuen Rechten” zuzuschreiben, um ihn so zu diskreditieren. Dies ist zwar zulässig ist, hat aber wohl anderweitige, politische Gründe. Generell ist es nicht eben aufrichtig, den Anschlag in Norwegen zu benutzen, um Stimmung gegen einen politischen Gegner zu machen. Dies geschieht, wenn beispielsweise die Mitschuld von Broder und Sarrazin, die ohne jede Distanz zu Protagonisten der Gesinnungsgenossenschaft um den Attentäter Breivik stilisiert werden, in aller Deutlichkeit festgestellt wird. Es ist zwar gängige Praxis, politisch Kapital aus derartigen Ereignissen ziehen zu wollen, ich kann mir aber gut vorstellen, dass im Falle der Debatte um die VDS, die nun wieder einmal angestoßen wird, eben dieser Umstand auch vom Spiegelfechter zurecht kritisiert würde.

      Letztlich leidet durch derartige Rhetorik die Autorität, gute Argumente auch glaubhaft vertreten zu können.

      • sparfuchs schrieb am 25. Juli 2011 um 14:28 - Permalink

        Ganz meine Meinung, Sie haben die Kritikpunkte wirklich gut herausgearbeitet.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:33 - Permalink

        Genau in diesem Punkt bin ich dezidiert anderer Meinung. Ich will keine Broder-Exegese. Ich ziehe hier die rote Linie. Er – und sein Gedankengut – ist außerhalb der von mir tolerierten Meinungspluralität. Punkt.

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 14:56 - Permalink

        So wird undifferenziert die “Neue Rechte” als gemeingefährliches Feindbild aufgebaut, das dabei sprachlich in die Nähe der Konservativen gerückt wird.

        was meinst du damit?

        Vielmehr scheint daraus aber der Wunsch zu sprechen, diesen Diskurs nicht zu führen. Dieser wäre aber nötig, um eine gesellschaftliche Balance herzustellen.

        welche gesellschaftliche balance? und mal ganz ehrlich, muss man sich auf jeden diskurs einlassen, der einem aufs auge gedrückt werden soll? um jeden preis, per fas et nefas? sophismen als überlegenheitskampf?

        Auch wird versucht beispielsweise den Begriff des “Gutmenschen” der “neuen Rechten” zuzuschreiben, um ihn so zu diskreditieren.

        und wem würdest du diesen ‘begriff’, es handelt sich ja wohl eher um eine diskriminierung, zuschreiben?

        Dies ist zwar zulässig ist, hat aber wohl anderweitige, politische Gründe.

        welche? oder gehört das nur zu einem der kunstgriffe?

        Generell ist es nicht eben aufrichtig, den Anschlag in Norwegen zu benutzen, um Stimmung gegen einen politischen Gegner zu machen.

        welchen politischen gegner? wen willst du da aufbauen?

        Es ist zwar gängige Praxis, politisch Kapital aus derartigen Ereignissen ziehen zu wollen…

        was für politisches kapital?

        Letztlich leidet durch derartige Rhetorik die Autorität, gute Argumente auch glaubhaft vertreten zu können.

        das musste mal gesagt werden.

        versuche bitte, konkret zu antworten, wo konkret gefragt wurde.

        • Robin schrieb am 25. Juli 2011 um 15:17 - Permalink

          was meinst du damit?

          Was verstehst du nicht?

          welche gesellschaftliche balance? und mal ganz ehrlich, muss man sich auf jeden diskurs einlassen, der einem aufs auge gedrückt werden soll? um jeden preis, per fas et nefas? sophismen als überlegenheitskampf?

          Individuell kannst du Diskurs führen worüber du willst. Gesellschaftlich ist der öffentliche Raum eben auch dafür wichtig, für Zusammenhalt und Ausgleich zu sorgen. Und natürlich nicht um jeden Preis.

          und wem würdest du diesen ‘begriff’, es handelt sich ja wohl eher um eine diskriminierung, zuschreiben?

          Warum würde ich sie jemandem zuschreiben wollen, wenn Meine Kritik liegt, dass genau das geschieht.

          welche? oder gehört das nur zu einem der kunstgriffe?

          Kunstgriff? Ich beziehe mich darauf, dass man auf diese Weise – Diskreditierung – eine leidige und unliebsame Polemik loswerden kann.

          welchen politischen gegner? wen willst du da aufbauen?

          Den Artikel hast du aber schon gelesen, oder?

          • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 15:21 - Permalink

            ich habs geahnt.

            • Robin schrieb am 25. Juli 2011 um 15:24 - Permalink

              Ich nicht, hätte ich vielleicht sollen.

    41. Herrentett schrieb am 25. Juli 2011 um 14:28 - Permalink

      Tja, was keinem hier bisher aufgefallen ist: Der Attentäter scheint ein ausgesprochener Gegner der EU gewesen zu sein. Wie die meisten Kommentatoren beim SF…. Tragen diese also eine “Mitschuld”?

      • Lennard schrieb am 25. Juli 2011 um 14:42 - Permalink

        die meisten Kommentatoren beim SF

        …sind Gegner der EU? Du hast doch sicherlich ein paar Beispiele? Viele hier halten im Gegensatz das eigentliche Ideal einer EU hoch. Evtl. verwirrt es dich ja, dass hier oft zwischen der Wirtschaftsgemeinschaft und dem sozialen Zusammenleben in Europa unterschieden wird.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:46 - Permalink

        Die Zahl der fundamentalen EU-Gegner dürfte sich hier in einem sehr überschaubaren Maß halten.

      • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 14:57 - Permalink

        Kritiker der EU in der jetztigen Ausgestaltung sind mitnichten “Gegner”. Ganz im Gegenteil wünschen sie eine bessere EU.

      • Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 20:35 - Permalink

        Man kann jawohl aus unterschiedlichsten Gründen gegen die EU sein bzw. den Stand der EU:

        Spesenritter a la Koch-Mehrin
        “Festung Europa”
        Bürokratiserung
        abgehalfterte Politiker der zweiten Garnitur

        …während Nazitypen eher gegen die EU hetzen, weil sie Nationalisten sind!

        Das ist ein Unterschied!

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 10:06 - Permalink

        …und wie schon weiter oben geschrieben wurde ist er auch Nichtraucher und eventuell Vegetarier (so wie der olle Adolf)…

        ACH JA!
        Der Attentäter ist ein Mann! Gefühlte 95% aller Attentäter sind Männer…und 90% aller Soldaten und Gewalttäter…. ich schaff mich am Besten gleich mal selber ab …. :-)

    42. long jogg schrieb am 25. Juli 2011 um 14:29 - Permalink

      “Thilo Sarrazin darf sein verquastes Gedankengut per Vorabdruck in BILD und SPIEGEL unter das Volk bringen und ist gerngesehener Gast in den Talkshows der Republik. ”

      Mich hat seinerzeit schockiert, welche rassistischen Gästebucheinträge der Grimmepreisträger und “Inlandskorrespondent” Frank Plasberg vor seiner Sendung am 01.09.2010 veröffentlichte. Die Sendung hatte das Thema “Rechthaber oder Rechtsausleger -
      Deutschland streitet über Sarrazin” und als Gäste unter anderem Thila Sarrazin und Arnulf Baring. Beim Lesen der Kommentare kam mir die Kotze hoch. Aus der Journalistenausbildung in den 90er Jahren, der Zeit, die von den Anschlägen in Mölln, Solingen, Rostock-Lichtenhagen usw. geprägt war, ist mir noch in Erinnerung, dass sämtliche Leserbriefe mit rassistischen Inhalt direkt im Papierkorb landeten. Heute werden sie unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit als rassistische Hetze online gestellt. Hauptsache die Quote stimmt.

      Die Krönung leistete sich Plasberg danach mit der Veröffentlichung seiner Ted-Abfrage: Stimmen Sie den Thesen von Sarrazin zu? 84 % JA, 16 % NEIN. Plasberg nennt das Demokatie, in seinem Sinne wohl: Wenn 9 Wölfe und 1 Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendbrot gibt.

    43. Headliner schrieb am 25. Juli 2011 um 14:38 - Permalink

      Aus der Journalistenausbildung in den 90er Jahren, der Zeit, die von den Anschlägen in Mölln, Solingen, Rostock-Lichtenhagen usw. geprägt war, ist mir noch in Erinnerung, dass sämtliche Leserbriefe mit rassistischen Inhalt direkt im Papierkorb landeten.

      Ja, in Zensurfragen, um die eigene “Meinungshoheit” zu bewahren, waren linken Journalisten/Redakteure schon immer sehr gut. Wer definiert denn eigentlich, was rassistisch ist?

      Die meisten Journalisten sind meiner Meinung nach sowieso nur noch DPA-Abschreiber.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:44 - Permalink

        Rassistische Äußerungen nicht zu publizieren, ist keine Zensur. Da brauchst Du gar nicht mit Deiner Journalistenschelte um Applaus betteln. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

    44. Serious Sam schrieb am 25. Juli 2011 um 14:43 - Permalink

      Auch in Deutschland finden jeden Tag zwei bis drei rechtsmotivierte Gewalttaten statt

      Jo, und dazu auch ca. vier linksmotivierte. Gell, da guggsch.

      Pro Monat ereignen sich drei bis vie antisemitisch motivierte Gewaltdelikte.

      Und wie viele davon verüben Linke? Unter denen soll es ja auch Antisemiten geben.

      So verabscheuungswürdig Rechte und deren Gewalttaten ohne Wenn und Aber auch sind: man sollte sich nicht auf dem linken Auge blind verhalten. Sonst bekommt man nie einen Gesamtüberblick.

      Ach ja, bei der Suche nach den Ursachen für derlei Taten muss man auch politisch inkorrekte Fragen stellen, ‘Baumbaron’ hat weiter oben einige angerissen. Wer jedwede sachliche Kritik an Multikulti pauschal als Rechts verunglimpft, um diese unbequeme Diskussion zu töten, dient der Sache des gedeihlichen multikulturellen Zusammenlebens jedenfalls nicht.

      Im Übrigen halte ich kreischenden Alarmismus a lá “Stehen wir vor einer neuen Ära des rechten Terrorismus? Mit welchen Mitteln kann man den Hass der neuen Rechten entgegnen?” nach wie vor für Springer-Presse-Niveau, halt von links.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 14:48 - Permalink

        Du weißt doch ganz genau, dass die Zahl “linker” Gewaltdelikte a) viel niedriger ist und sich b) meist gegen Sachen und nicht gegen Menschen richtet. Damit will ich linke Gewalt keineswegs negieren – natürlich gibt es sie, aber im Vergleich zur rechten Gewalt ist sie geradezu lächerlich gering. Du kannst ja gerne mal eine Statistik heraussuchen, die die Todesopfer linker Gewalt aufzeigt. Viel Spaß beim Suchen.

        • Serious Sam schrieb am 25. Juli 2011 um 14:58 - Permalink

          Was die Zahlen der Gewalttaten betrifft, möchtest du vielleicht mal den Verfassungschutzbericht 2010 durchblättern. Da sind es nun mal mehr links als rechts motivierte. Von ‘lächerlich gering’ kann keine Rede sein.

          • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 15:00 - Permalink

            Wenn Du das Beschmieren einer Fassade mit dem Ermorden eines Migranten auf eine Stufe stellen willst, hast Du sicher Recht.

            • Serious Sam schrieb am 25. Juli 2011 um 15:03 - Permalink

              Ich rede von Gewalttaten, nicht von Propaganda. Vielleicht schenkst du ja dem der Ausländerfeindlichkeit sicherlich unverdächtigen Migazin mehr Glauben? Zitat:

              “Insgesamt 1.955 Personen wurden durch politisch motivierte Gewalttaten körperlich verletzt. Davon waren rund 44 Prozent Opfer linker Gewalt und rund 42 Prozent Opfer rechter Gewalt”

            • Lennard schrieb am 25. Juli 2011 um 16:20 - Permalink

              @elwu: Kläre bitte, welche genauen Zahlen und welchen Problembereich du meinst.
              Selbst wenn ich die Zahlen addiere, komm’ ich nicht auf 1955.

              Interessant ist, die “Gewalttaten” sind in der Tat auf linker Seite höher, sofern man den BKA-Zahlen glaubt. Schaut man sich aber die Teilbereiche an, kommt folgendes zu Tage:
              *trommelwirbel*

              Links: (gesamt 944) (Seite 36)
              Tötungsdelikte = 0
              Versuchte Tötungsdelikte = 4
              Körperverletzungen = 541
              Brandstiftungen = 81
              Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion = 5
              Landfriedensbruch = 148

              Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Luft-,
              Schiffs- und Straßenverkehr = 34

              Freiheitsberaubung = 0
              Raub = 15
              Erpressung = 4
              Widerstandsdelikte = 112
              Sexualdelikte = 0

              Rechts: (gesamt 762) (Seite 28)
              Tötungsdelikte = 0
              Versuchte Tötungsdelikte = 6
              Körperverletzungen = 638
              Brandstiftungen = 29
              Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion = 2
              Landfriedensbruch = 25

              Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Luft-,
              Schiffs- und Straßenverkehr = 4

              Freiheitsberaubung = 0
              Raub = 7
              Erpressung = 3
              Widerstandsdelikte = 48
              Sexualdelikte = 0

              Na? Fällt Dir was auf?

              (Quelle: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2011/vsb2010.html?nn=110428)

        • Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 15:11 - Permalink

          @Spiegelfechter

          Vielleicht findest Du hier, bei dem Blog gegen NPD und menschenfeindliche Einstellungen, noch mehr dazu:

          http://npd-blog.info

          Tipp: Patrick Gensing hat dort eine Suchfunktion eingebaut ;-)

          Übrigens auch dies dürfte für Spiegelfechter interessant sein:

          “[...]Dokumente des Hasses
          25. Juli 2011 14:00 158 mal gelesen Kein Kommentar
          Abstreiten, relativieren – weiterhetzen – die “islamkritische” Szene in Deutschland versucht, ihren Gesinnungsgenossen Anders B. Breivik loszuwerden, den ideologischen Hintergrund der Wahnsinnstat auszublenden. Zudem wird auch die Schuld an dem Massaker den Opfern, also den Sozialdemokraten, zugeschoben, die Toten verhöhnt. Dokumente des Hasses aus deutschen Foren[...]”

          Quelle und kompletter Text:

          http://npd-blog.info/2011/07/25/dokumente-des-hasses

          Ich kann mich ja irren, aber ich meine auch hier schon solche Sachen beobachtet zu haben, wenn es zum Thema Terroranschlag in Oslo einem Diskussionsteilnehmer nicht paßt, dass wir hier menschliche Einstellungen haben.

          Gruß
          Bernie

      • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 14:50 - Permalink

        Was gefällt dir denn nicht an Multikulti? Der Freejazz oder Techno oder die Death-Metal-Kultur? Sushi, Falafel, Pasta? Oder waren es die Yogischen Flieger? Oder Opus Dei? Oder doch die Atheisten? Welche Monokulti-Kultur soll denn dann maßgeblich sein, und wie macht man das denen klar, die den “falschen” Kulturen anhängen? Darf man dann noch Vegetarier sein oder ist das zuviel multikulti? Muss der Bauchtanz dann in den Untergrund gehen, und Kung Fu auch? Ich frag ja nur. Es gibt ja auch Leute, die “fremde” Tier- und Pflanzenarten aus Deutschland entfernen wollen, weil sie, ähm, nicht hier her gehören. Was gehört denn hierher?

        • Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 20:41 - Permalink

          Die Lappen.

          Vornehmlich Schmier- und Jammerlappen a la Wilders, Sarrazin…
          ^^

    45. genova schrieb am 25. Juli 2011 um 14:51 - Permalink

      Sehr guter Artikel, danke.

    46. Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 15:05 - Permalink

      Lieber Spiegelfechter,

      diesmal stimme ich dem Artikel völlig zu ;-)

      So ein Artikel war lange überfällig.

      Gruß
      Bernie

    47. Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 15:09 - Permalink

      Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz

      Da beißt sich die Katze aber in den Schwanz, das wird auch durch die verschleiernde Erweiterung “tolerierte Meinungspluralität” nicht besser.
      Tatsächlich wird hier Intoleranz gegenüber Andersdenkenden befürwortet. In den Kommentaren zu dem Tagesspiegelartikel, in dem Broder sich über die Ersatzteile für sein Auto sorgt, sehen viele das ebenso. Es wird erwartet, Broder solle Empathie zeigen, gleichzeitig wird er aber verachtet. Doppelmoral at its best.

      Weiter oben drückt es “Traubenzucker” treffend aus:

      So ist das überall. Texte der Andersdenkenden werden als Hetze diffamiert. Eigene als Aufklärung dargestellt. So schließt sich der Kreis der von Links nach Rechts seine Bahnen zieht.

      Dazu kommt natürlich noch, dass schon die Fragestellung des Tagesspiegels keine Grundlage für eine ernsthafte Auseinandersetzung bot.

      Broder hat sicherlich ein ausgeprägtes Ego, aber er schaut sich an, was tatsächlich in der Realität passiert, ungeblendet von Ideologien und politischer Korrektheit. Obwohl ich mich selbst als tendenziell links bezeichnen würde, ist Broder für mich eine Art Politkünstler. Dali sagte “Wer interessieren will, muss provozieren.”. John le Carré sagt “Provozieren heißt, die Leute denken zu lassen.” In diesem Sinne erweist Broder der politischen Kultur einen zu oft unterschätzten Dienst.

      • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 15:21 - Permalink

        Eine Haupt-These Broders, die der Attentäter ja zitiert, ist, dass Europa bald islamisch würde und wir bald die Scharia bekommen oder auswandern sollen. Nennst du das “was tatsächlich in der Realität passiert, ungeblendet von Ideologien und politischer Korrektheit”? Ist das nicht eher wirre, hysterische Paranoia?

        • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 15:29 - Permalink

          Da würde ich gerne Broders Orginal lesen, hast Du einen link? Ansonsten muss das nicht widersprüchlich zu dem von mir gesagten sein. Es ist eben Provokation.

          Außerdem zitiert ABB angeblich auch Kant und ist Fan von Churchill…

          • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 15:39 - Permalink

            http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/me_and_the_manifesto/

            Ist die NPD auch Provokation?

            • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 16:07 - Permalink

              Das Originalzitat ist in dem Link aber nicht zu finden.

              Ist die NPD auch Provokation?

              Natürlich, aber leider auch mehr als das…

            • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 16:11 - Permalink

              Nein, da muss man schon dem zitierten “Volkskrant” vertrauen, dass er Broder da wahrheitsgemäß wiedergibt. Nachdem Broder aber selbst diesen Text auf achgut eingestellt hat, habe ich da eher wenig Bedenken.

              Und woran merkt man nun, ob etwas nur (positive) Provokation ist, oder (negativ) “leider mehr als das”? Daran, dass im zweiten Fall Irre losgehen und Menschen mit dieser Begründung umbringen?

          • Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 20:44 - Permalink

            Immanuel Kant war – nach heutigen Maßstäben – ein Rassist.
            Und Churchill war Antisemit.

          • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 10:34 - Permalink

            Er behauptet, etwas von Kant gelesen zu haben, aber bringt kein einziges Zitat; er beruft sich darauf – per Herder -, dass Kant sich Religionskritik erlauben konnte. Churchill ist für ihn einfach der starke Staatsmann, neben ein paar Kolonialreminiszenzen im Sudan. Ob er sich auch für Churchills Wünsche begeistern könnte, gegen das aufbegehrende Indien nochmal Bomber-Harry einzusetzen (der schon in den 1920er Jahren rebellische irakische Siedlungen bombardierte), ist nicht erwähnt.

    48. Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 15:17 - Permalink

      “[...]Broder hat sicherlich ein ausgeprägtes Ego, aber er schaut sich an, was tatsächlich in der Realität passiert, ungeblendet von Ideologien und politischer Korrektheit[...]”

      Da bimmeln bei mir alle Alarmglocken, wenn jemand ideologisches seine ideologische Einstellung, oder die bei anderen, glatt abstreitet, und die “politische Korrektheit” ist auch so ein Begriff den man eher in rechtsextremen Kreisen angreift.

      “[...]Obwohl ich mich selbst als tendenziell links bezeichnen würde, ist Broder für mich eine Art Politkünstler.[...]”

      Was heißt heute schon “links” oder “tendenziell links”? Gar nichts! Jeder Schröder-Fischer-Fan nennt sich neuerdings “links” und vertritt in der Realität wohl eher mittige, oder sogar rechte, Politik. Der Krux ist, dass sich heute “rechts” sehr wohl definieren läßt, aber “links” in Zeiten der neoliberalen Beliebigkeit so entwertet wurde, dass sogar Adolf Hitler einmal als sozialdemokratischer Kanzler bezeichnet wurde – von Rechtsneoliberalen. Stalin war ein Nazi……Götz Alys Geschichtsfälscherei läßt grüßen ;-)

      “[...]Dali sagte “Wer interessieren will, muss provozieren.”. John le Carré sagt “Provozieren heißt, die Leute denken zu lassen.” In diesem Sinne erweist Broder der politischen Kultur einen zu oft unterschätzten Dienst[..]”

      Aha? Broder provoziert nur? Hat Adolf Hitler mit “Mein Kampf” deiner Ansicht nach auch nur gegen Andersdenkende und Juden provoziert? Würde mich echt mal interessieren.

      Nix für Ungut
      Meine Meinung

      PS: Ich will dich hier nicht persönlich angreifen, aber irgendwie verharmlost Du Broder ebenso wie andere gerne Adolf Hitler verharmlosen würden. Meine schlechte Erfahrung mit Marktfundamentalisten, die immer wieder abstreiten, dass ihr Neoliberalismus eine Ideologie ist hat mich stutzig werden lassen, wenn jemand behauptet unideologisch zu sein – Sorry für, aber so ist es eben!

      • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 15:27 - Permalink

        Es gibt einen Unterschied zwischen “Ideologie abstreiten” und “sich nicht von Ideologie blenden lassen”. Aber vielleicht kannst Du mir erklären, warum da bei Dir Alarmglocken bimmeln?

        “politische Korrektheit” ist auch so ein Begriff den man eher in rechtsextremen Kreisen angreift.

        Zu differenzieren scheint nicht gerade eine Stärke der Broder-Verächter zu sein.

        Ich verharmlose Broder nicht, er ist harmlos.

        • meinung c schrieb am 25. Juli 2011 um 15:47 - Permalink

          Zu differenzieren scheint nicht gerade eine Stärke der Broder-Verächter zu sein.

          Eine Stärke Broders ist es ja auch nicht, insofern…

        • Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 16:56 - Permalink

          “[...]Es gibt einen Unterschied zwischen “Ideologie abstreiten” und “sich nicht von Ideologie blenden lassen”. Aber vielleicht kannst Du mir erklären, warum da bei Dir Alarmglocken bimmeln?[...]”

          Hab ich doch bereits, gerade weil jemand behauptet unideologisch zu sein halte ich es für eine Lüge – Wie bereits erwähnt, man kennt es ja auch neoliberalen Kreisen wonach alle Kritiker der neoliberalen Ideologie ideologisch verblendet sind, nur man selbst – als bekennender Neoliberaler – ist natürlich nicht “ideologisch” – Sorry, aber seither bimmeln bei mir alle Alarmglocken wenn jemand behauptet nicht ideologisch zu sein – Wollte nur meine Erfahrung posten, die sich, mit angeblich unideologischen Menschen, immer wieder bewahrheitet hat.

          Irgendwo habe ich übrigens einmal den interessanten Satz gelesen, dass alle Menschen irgendwie ideologisch sind – alles andere ist eine Lüge.

          Traurig, aber leider wahr, denn um weltanschaulich neutral, d.h. unideologisch zu sein, müßtest du schon keinen Kontakt zu Mitmenschen haben, die dich – bewußt oder unbewußt – prägen – “Einsame Insel”?

          So Broder ist harmlos? Sarrazin etwa auch? Oder die anderen Haßprediger dieser Sorte – oder aus dem Lager der Neoliberalen?

          Frägt sich
          Bernie

          PS: Irgendwo las ich, dass sogar, oder gerade, Religionen nichts anderes als Ideologien sind – Sehr treffend, denn auch Religiöse streiten gerne ab, dass ihre Religion nichts anderes als eine Ideologie (=Weltanschauung) ist.

      • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 15:41 - Permalink

        Aha? Broder provoziert nur? Hat Adolf Hitler mit “Mein Kampf” deiner Ansicht nach auch nur gegen Andersdenkende und Juden provoziert? Würde mich echt mal interessieren.

        Du wolltest wohl nicht Broder mit Hitler vergleichen…?

        • Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 16:48 - Permalink

          @Bruder Johannes

          Wo verbieten sich solche Vergleiche? Der eine hetzt gegen Moslems, der andere gegen Juden – Wo ist da der Unterschied?

          Ich weiß schon, dass Broder sakulärer Jude ist, aber darf man nicht vergleichen wenn er ähnliches wie Hitler betreibt – nur diesmal eben mit Moslems?

          Übrigens ich klammere den Holocaust bewußt aus, da es mir – auch bei Hitlers “Mein Kampf” um die Vorstufe dazu geht, und da ähnelt die Hetze gegen Moslems doch bedenklich dem unsäglichen Treiben, dass den Pogromen der Reichskristallnacht vorausging.

          Merke:

          Mit Hetze fängt alles an – auch bei Islamfeindlichkeit…...

          Gruß
          Bernie

          • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 18:15 - Permalink

            Wo verbieten sich solche Vergleiche? Der eine hetzt gegen Moslems, der andere gegen Juden – Wo ist da der Unterschied?

            Ich denke, das muss man nicht diskutieren. Es ist einfach abwegig. Nicht, dass ich alles was Broder von sich gibt, kritiklos hinnehme, aber dass er Völkermord fordert oder auch nur toleriert, wäre mir völlig neu.

            • Ramalamadingdong schrieb am 25. Juli 2011 um 18:25 - Permalink

              Das letzte Mal, als ich des Führers Bibel las, konnte ich auch da keinen Aufruf zum Völkermord finden.

            • Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 18:32 - Permalink

              @Bruder Johannes

              Wo konkret behaupte ich denn, dass Broder Völkermord fordert, oder auch nur toleriert?

              Noch einmal, mit geht es um die Vorstufe zur Shoa, d.h. noch lange nicht, dass eine solche mit Moslems (die für mich persönlich ebensowenig unantastbare Heilige wie ihre jüdischen, und christlichen, Gegner sind) praktiziert wird.

              Ein Blick in Goldhagens neuestes Buch, insofern man natürlich versteht was drin ist, zeigt, dass mit Hetze alles anfängt – Darum geht es mir, und um nichts anderes.

              Hinterher ist man natürlich oft klüger, aber ich hoffe eben nicht, dass es soweit kommt – Frei nach dem Motto “Wehret den Anfängen…..”

              Was ist daran für Dich abwegig, wenn man erkennt mit Diffamierung gegen Menschen fängt alles an……und endet….manchmal eben….mörderisch….wie in Oslo….

              Gruß
              Bernie

    49. Charles Atlas schrieb am 25. Juli 2011 um 15:37 - Permalink

      Man gebe bei GOOGLE die Begriffe
      broder euterclique
      ein – dort stösst man auf eine höchst aufschlussreiche Formulierung der einschlägigen Klientel!

    50. Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 16:03 - Permalink

      Wo ist hier eigentlich der [+1] Button?!
      Dann gibts von mir auch ne Einladung.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 16:05 - Permalink

        Ich bin mit Facebook schon überfordert. Was soll ich da noch mit Google+ ? Das ist doch eh alles das Gleiche.

        • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 16:34 - Permalink

          Oh menno … Das ist doch nicht so viel, nur nen klitze-kleinen +1 Button neben das “Gefällt mir” zu basten. Es kann doch nicht sein, dass ich hier als g+ Benutzer diskriminiert werde. :)

          Außerdem kann man bei google+ seine Kontakte viel besser sortieren. ^^

        • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 16:51 - Permalink

          Als Google würde ich alle Webseiten aus dem Index nehmen, die keinen +1 Button haben, aber auf Facebook verlinken.

          Facebook war mir immer zu verwirrend, deshalb fange ich mal mit g+ an.
          Außerdem kenne ich viele in Brasilien und die nutzen orkut.com (auch Google).

          • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 16:58 - Permalink

            Dann müssten Leser die URL ja ins Adressfenster und nicht in das Suchfenster eingeben. Ob die das schaffen?

            • Sukram71 schrieb am 25. Juli 2011 um 17:00 - Permalink

              Ja, stimmt. Macht die Tochter vom Chef hier auch immer.
              OMFG! Wie kommt man auf so nen Quatsch. :D

        • Gast schrieb am 25. Juli 2011 um 22:54 - Permalink

          google+ ist klasse (sage ich als facebook-hasser) ;-)

    51. Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 16:18 - Permalink

      Ich finde es übrigens außerordentlich bedenklich, wie leichtfertig mit dem Begriff des “geistigen Brandstifters” umgegangen wird.
      Ein Brandstifter wird für seine Taten verurteilt. Unsere Gesellschaft scheint aber schon so weit zu sein, Menschen für ihre Gedanken und Meinungen zu verurteilen.

      Außerdem kann ein Brandstifter nur “erfolgreich” sein, wenn brennbares Material vorhanden ist. Die Thesen des Denkers sind Funken – ob diese zu Vernichtung oder aber Erwärmung führen, hat er nicht in der Hand.

      In jedem Fall sollte aber die Funken-, also die Gedanken- und Meinungsfreiheit erhalten bleiben.

      • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 18:28 - Permalink

        In jedem Fall sollte aber die Funken-, also die Gedanken- und Meinungsfreiheit erhalten bleiben.

        Aber doch keine national-konservativen, braunen und “rechten” Funken! Die führen unweigerlich zu Massenmorden. Die Linken setzen die Leute nur auf Hartz IV. Da geht das Ableben wenigstens nicht so plötzlich. Die radikalen Linken zünden bloss Autos an. Und wenn, dann machen die Linken eine ordentliche Revolution! D. h. erschossen wird erst nachdem jeder weiß, woran er ist.

        • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 18:49 - Permalink

          Wie gesagt, ABB ist auch Fan von Kant und Churchill. Versprühten diese auch “rechte” Funken?

          Und natürlich muss es auch gestattet sein, rechte Funken zu äußern, es ist ja auch gestattet, linke zu äußern. Und wir sprechen nicht von Taten, deren Ausführer irgendwelche Funken falsch interpretiert haben.

      • f.luebberding schrieb am 25. Juli 2011 um 21:54 - Permalink

        Völlig richtig. Wer sich an einem intellektuellen Leichtgewicht wie Broder abarbeitet, verkennt den eigentlichen Sprengstoff, den der Norweger am Freitag unseren Gesellschaften hinterlassen hat. Broder redet nur, er hat gehandelt. Das ist mehr als ein gradueller Unterschied, auch für die Bewertung der Rolle Broders. Aber Broder gehört zu einem Diskurssystem, das mittlerweile auf Bürgerkrieg geeicht zu sein scheint. Es hagelt Verbotsanträge, jetzt auch von Dir, Jens, und Misik. Das fällt alles noch nicht so in das Gewicht, weil alle meinen, das wäre doch sowieso harmlos. Das übliche Mediengeplapper. Ihr irrt euch.

        • Gast schrieb am 25. Juli 2011 um 22:11 - Permalink

          Es hagelt Verbotsanträge, jetzt auch von Dir, Jens und Misik

          hu? hab ich da was überlesen?

          • f.luebberding schrieb am 25. Juli 2011 um 22:25 - Permalink

            “Der Rechtspopulist Henryk M. Broder darf seine undifferenzierte Hetze im SPIEGEL, der WELT oder dem Tagesspiegel verbreiten. … . Dabei wäre es gar nicht so schwer, mittels Zivilcourage und einer Neuausrichtung der roten Linien des politischen Diskurses eine Brandmauer gegen Hass und Gewalt einzuziehen. Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, müsste gegen Hassprediger jeglicher Couleur gelten, gerade auch wenn sie als Biedermänner daher kommen. Rassismus und Hass gegen Minderheiten zu schüren liegt außerhalb der gesellschaftlich tolerierbaren Meinungspluralität. Das hat nichts mit Denktabus oder Political Correctness zu tun, sondern ist Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.”

            Was ist das sonst? Geplauder? So sieht sich Broder auch. Als Plauderer. Berger adressiert das Denken und Schreiben als Ursache des Übels. Wer sich mit Breivik auseinandergesetzt hat, wird seltsamerweise feststellen, dass er genau das thematisierte. Er hat sich nicht zufällig, die jungen Leute der Arbeiterpartei zum Abschlachten ausgesucht. Aber man kann es auch machen wie Broder: Den Kopf in den Sand stecken.

        • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 23:47 - Permalink

          Lieber Frank, was ist am Satz “Wehret den Anfängen – nicht mit Verboten, sondern mit Aufklärung, Menschlichkeit und Empathie” eigentlich so schwer zu verstehen?

          • f.luebberding schrieb am 26. Juli 2011 um 09:07 - Permalink

            Dass er mit den anderen Sätzen nicht zusammenpasst … . Wo ziehst Du denn die Grenze, was noch vor der Brandmauer erlaubt ist? Wer soll das bestimmen? Der Diskurs? Die MSM: also Broder nicht mehr zu Wort kommen lassen? Würde das was nutzen? Angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten wirkt diese Vorstellung kurios. Hütt hat heute in der FAZ einen wirklich bemerkenswerten Artikel:

            “Seine Operation wirkt wie ein Standardwerk des Guerrilla-Marketings. Nicht von Rasse sprechen, von Weißen, von Ethnien. Die Wörter sind historisch befleckt, sind durch den marxistischen multikulturellen Mainstream stigmatisiert. Die Wundmale der Wörter drohen sich in Wunden dessen zu verwandeln, der sie gebraucht. Er wappnet sich als Rhetoriklehrer, orientiert sich an den linguistischen Codes seiner Gegner, passt sich ihnen an, um sie aus den Pantinen zu kippen. Man muss doch wohl noch fragen dürfen!”

            http://www.faz.net/artikel/C30351/die-normalitaet-des-attentaeters-ein-kind-unserer-welt-30472866.html

            Die Frage ist also: Wie ist heute noch Aufklärung möglich? Du setzt etwas voraus, was zunehmend selbst fraglich wird. Und das hat unter anderem etwas mit dem Bedeutungsverlust der klassischen Leitmedien zu tun. Albrecht Müller spiegelt die bloß, aber er ist diesem Diskurs noch verpflichtet. Breitvik zeigt wie es auch anders geht.

            • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 09:22 - Permalink

              Was die FAZ da für weltbewegende Erkenntnisse hat! Wer hätts gedacht, der Neonazi, pardon, “Islamkritiker” von heute rasiert sich keine Glatze, lässt die Springerstiefel beim Trödler stehen, lobt Israel und Bush, und möchte “nur” noch die islamischen Immigranten (und die “Gutmenschen”, und die “faulen” Arbeitslosen, und die Klimaschwindler, und die “Marxisten”, und die “Feminazis”, und und und) drangsalieren, die Juden lässt er diesmal aber in Ruhe, versprochen! Da sind die ja echt früh drauf gekommen. Gäbs nicht Patrick Bahners Artikel gegen Sarrazin, würde ich die FAZ wie auch die Welt selbst dem Rand dieser “Szene” zurechnen. Man muss sich nur die unsäglichen Leserkommentare dort angucken – und das sind die, die es durch die Zensur geschafft haben.

              Und wie ich schon weiter oben schrieb, es braucht natürlich keinen (inakzeptablen) Maulkorb für sie, solange sie nicht so dumm sind und sich der ganz plumpen Volksverhetzung schuldig machen. Sind sie ja nicht. Aber warum ihnen nahezu alle Zeitungen und Fernsehsender das ganz große Mikrofon hingestellt haben, Sarrazin-Vorabdruck bei Spon, Broder-Kolumnen, “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen”-BILD, das wird man ja wohl noch fragen dürfen.

              Und wie ist Aufklärung möglich? Wenn man statt der Hasstrompeten vielleicht mal die Fakten sendet? Immigrationsforscher, Genetiker, und ganz normale Bürger haben die Hetzkonstrukte längst auseinandergenommen und als unwissenschaftlich entlarvt, als Ressentiments, wie sie auch um die letzte Jahrhundertwende populär waren. Die Islamophobie ist längst Forschungsgegenstand. Nur Murdochs, nein, Springers Blätter weigern sich eben, diesen neuen Erkenntnisstand genauso laut hinauszutrompeten, wie zuvor die Ressentiments. Und so glaubt man bei PI und Co. weiterhin dran. Glauben ist aber nicht wissen.

              Mich hat der Stoltenberg beeindruckt: Ganz genau, “Mehr Demokratie, mehr Offenheit” als Antwort. So geht das! Und nicht wie Merkel bischen von “multikulti ist tot” schwadronieren, um sich bei den Hasstruppen auch noch anzubiedern.

            • f.luebberding schrieb am 26. Juli 2011 um 09:33 - Permalink

              meinung c

              Sie haben den Artikel gelesen oder nur nach Schlüsselwörtern durchsucht? Nach der Bestätigung dessen, was man sowieso schon wusste? FAZ ist rechts. Nazis haben manchmal keine Glatze. Oder die Frage, warum BILD und Spon den Sarrazin abdruckten: Die haben auch schon andere gestellt, unter anderem wir in unserem blog, und sogar beantwortet. Nur was hat das alles mit dem Text von Hütt zu tun?

            • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 09:45 - Permalink

              Hütt wirkt – wie Sie – sehr überrascht über seine Erkenntnisse. das alles war aber schon jahrelang zu beobachten, wenn man gelegentlich mal einen Blick auf PI, auf Broders immer wirrer werdende Tiraden, Sarrazins Rassismus, Wilders Dreistigkeit, oder auf Anti-teaparty-US-Blogs wie Little Green Footballs geworfen hat. Bei LGF ist übrigens sehr interessant, dass das nach 9/11 zunächst selbst ein Pro-Israel, Pro-Bush-Blog war, von tw. ehemaligen Linken. Denen ging aber vor wenigen Jahren auf, mit wem sie sich da ins Bett gelegt haben und was da so nachkommt, Kontakte von Teapartyleuten zu europäischen Rechtspopulisten und zu klassischen Rechtsextremen, rassistische Kampagnen gegen Obama, etc.

              http://littlegreenfootballs.com/article/38930_NYT-_US_Counter-Jihad_Bloggers_Heavily_Influenced_Oslo_Terrorist

              Rhetorisch geschult sind die Neuen Rechten/Rechtspopulisten seit langem, man kriegt mit (offenem) Antisemitismus keine Mehrheiten mehr, wohl aber mit dem aktuelleren Feindbild “die Musels”. Für mich macht es eben den Eindruck, als sei dies alles eben erst bei der Faz/Hütt angekommen, mir kommt es reichlich banal vor. Die wichtigere Frage, die Sie ja auch stellen, heißt: Was dagegen tun. Bei Neonazis stellen sich immer “alle Demokraten” dagegen, bei den Rechtspopulisten wäre nun ähnliches notwendig. Wer aber selbst um Stimmen damit wirbt, dass die Bürger demnächst ein “Minarett im Garten” haben könnten, wie die CSU, hat sich wohl schon für die böse Seite der Macht entschieden.

            • f.luebberding schrieb am 26. Juli 2011 um 10:08 - Permalink

              Meinung c

              Es geht in dem Artikel nicht um die Erkenntnisse von Breivik. Eben nicht um diese Variante des Suchens nach den schärfsten Stellen: Wen hat B. zitiert? Wer wird dadurch demaskiert? Dafür muss man den Text nur durch die Suchmaschine laufen lassen. Man arbeitet dann so wie B. selbst. Genau deshalb habe ich meine Einführung zu Hütt mit Benjamin aufgemacht. Es geht um die Methodik, die B. verwendete, und um die Funktion der Komposition im Kontext mit der Tat.

              “Breivik ist irritiert angesichts der kulturellen Übereinkünfte dieser Zeit, er sieht sich um das Recht gebracht, sich ein eigenes Bild von der Welt zu machen.”

              Sie antworten darauf:

              “Wenn man statt der Hasstrompeten vielleicht mal die Fakten sendet? Immigrationsforscher, Genetiker, und ganz normale Bürger haben die Hetzkonstrukte längst auseinandergenommen und als unwissenschaftlich entlarvt, als Ressentiments, wie sie auch um die letzte Jahrhundertwende populär waren. Die Islamophobie ist längst Forschungsgegenstand.”

              Hätte man also B. mit Entlarvung überzeugen können? Die Tat verhindern? Hier fallen Sichtweisen auseinander. Ich will das gar nicht bewerten: Ich stelle es nur fest.

            • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 10:09 - Permalink

              Dass er mit den anderen Sätzen nicht zusammenpasst … . Wo ziehst Du denn die Grenze, was noch vor der Brandmauer erlaubt ist? Wer soll das bestimmen? Der Diskurs? Die MSM: also Broder nicht mehr zu Wort kommen lassen?

              Nein, darum geht es nicht. Es geht aber darum, ihm keine Carte Blanche für seine Kommentare zu geben. Er ist doch ein zweifelsohne talentierter Polemiker und kann auch über andere Themen schreiben. Und seien wir doch mal ehrlich: Geht es Broder wirklich um den Islam? Glaube ich nicht. Er ist ein eitler Geck, der sich darin gefällt, als Tabubrecher gefeiert zu werden. Wie sähe Deine Reaktion aus, wenn er nicht gegen Ausländer hetzen, sondern den Holocaust in Frage stellen würde? Und komm mir bitte nicht mit §130.3 – ich will auf die moralische und nicht die strafrechtliche Grenze hinaus.

              Angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten wirkt diese Vorstellung kurios.

              Darum geht es doch nicht. Kannst Du Dir Broder als einsamen Blogger vorstellen? Ohne Talkshow-Einladungen? Ohne Medienpreise? Ohne dem Kotau der Branche? Ohne Buchtantiemen in sechsstelliger Höhe? Wohl kaum.

              Die Frage ist also: Wie ist heute noch Aufklärung möglich? Du setzt etwas voraus, was zunehmend selbst fraglich wird. Und das hat unter anderem etwas mit dem Bedeutungsverlust der klassischen Leitmedien zu tun.

              Indem man klarstellt, dass diese Gedanken gesellschaftlich nicht mehrheitsfähig und nicht konsensfähig sind.

            • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 10:24 - Permalink

              @L.

              Ja gut, Sie reden von Sichtweisen, ich würde es “Wünsche” nennen, hässliche Wünsche. Norwegen hat 1,7% muslimische Einwanderer, also an den objektiven Tatsachen kann es nicht gelegen haben. Aber B. träumte sich in eine mannhafte Ritterrolle hinein, in der er gegen “die Bösen” kämpft, er wünschte sich eine Welt, in der die Norweger wieder alle blond sind und in Kirchen gehen und sich scharf abgrenzen gegenüber den “Anderen”, Fremden, etc. Kinder machen sowas, Actionfilme sind so strukturiert. Das ist schon bizarr, wie jemand so kühl und logisch auf McKinsey-Niveau plant, aber dann auf seine eigene verzerrte Wahrnehmung reinfällt. Ein großes schreckliches Kind tötet die “Kulturmarxisten”-Kinder.

              Aber Demokratie, Pluralismus und Multikulturalismus sind ja gerade Denkrichtungen, die, anders als ihre Alternativen, jedem sein eigenes Bild von der Welt zubilligen. Solange man keine anderen Menschen (oder die Demokratie) angreift, kann man bei sich zuhause alles mögliche machen, denken, glauben, spielen, oder draußen vertreten. B.’s Hybris war aber nun, nicht nur sich ein anderes Bild von der Welt machen zu wollen als im Mainstream präsentiert (da gibt es ja viele, auch hier, oft zurecht), sondern er wollte, siehe Manifest, letztlich den Pluralismus selbst abschaffen zugunsten einer in die Vergangenheit projizierten heilen Norweger-Fantasywelt. Nicht er wurde eingeschränkt, er wollte uns alle einschränken (er spricht von ganz Europa, das wieder aus Nationalstaaten bestehen soll, Militärregierungen, usw).

          • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 10:06 - Permalink

            PS: Meiner Meinung nach hat das viel mit einer Krise des Konservatismus zu tun. Man weiß dort überhaupt nicht mehr, für was man denn (noch) sein soll: Atomkraft? Steuersenkungen? Neoliberalismus? Mehr Staat? Krieg? Frieden? Volksmusik? Rock?

            Also hat man sich was gesucht, gegen das man sein kann. Das verbindet, und schließt die Reihen zur Wagenburg, und für was man eigentlich ist, darüber kann man ja später irgendwie reden. Die “sozialdemokratisierte” CDU war da bisher, abgesehen von Figuren wie Roland Koch, größtenteils noch vernünftig und bedacht, nicht in diese Falle zu tappen.

          • f.luebberding schrieb am 26. Juli 2011 um 10:37 - Permalink

            Jens

            Er hetzt nicht gegen den Holocaust. Was hat also diese Frage mit Broder zu tun, wenn Du damit nicht zum Ausdruck bringen willst, dass man ihn strafrechtlich im Grunde genauso behandeln soll … ? Broder ist übrigens ein begabter Autor. Das kann niemand bezweifeln. Er ist in unserem Mediensystem nicht wegen seiner Thesen erfolgreich, sondern weil er eine Begabung hat, Dinge zuzuspitzen. Was die Mehrheitsfähigkeit betrifft: Da habe ich nun inhaltlich zu Broders Thesen eine klare Positionierung. Nur hat B. gerade deshalb so gehandelt, weil er diese Mehrheit attackieren wollte.

            Beunruhigt Dich das nicht?

            • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 10:45 - Permalink

              Broder ist natürlich schlau, oft witzig und überraschend, und geht an die Stellen, wo es wehtut, wenn er gut ist. Ist er deswegen sowas wie eine rechte Titanic? Nein – die Titanic hat kein homogenes Dauerfeindbild, auf das dauernd eingeprügelt wird, da kriegen alle was ab. Broder dagegen hat natürlich Tabus, und zielt immer in eine Richtung. Seine im Manifest zitierten Äußerungen würden nie in der Titanic stehen. Die sind nicht witzig oder originell, das ist einfach die Islamophobie-Rechtspopulismus-Schallplatte. Warum er sich da so verrannt hat, weiß ich nicht, aber es ist offenkundig zu einer unlustigen Obsession geworden, und in Verbindung mit seinem rhetorischen Talent wird es richtig unangenehm.

              Seine Erklärung der Tat in der Welt war zb. weder lustig noch klug noch selbstreflektiert: “Herr Kommissar, gibt es schon ein Tatmotiv?” “Ja, natürlich, wie immer: Mordlust”. Achso.

            • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 11:26 - Permalink

              Er hetzt nicht gegen den Holocaust.

              Natürlich nicht. Ich habe die Leugnung des Holocausts lediglich als Beispiel für ein Thema genommen, bei dem ein ganz klarer gesellschaftlicher Konsens besteht, wo die rote Linie zu ziehen ist. Das sollte aber aus meinem Kommentar durchaus klar hervorgehen.

              Was hat also diese Frage mit Broder zu tun, wenn Du damit nicht zum Ausdruck bringen willst, dass man ihn strafrechtlich im Grunde genauso behandeln soll … ?

              Die rote Linie, da sollte aus dem Text hervorgehen. Es ist auch heute noch selbstverständlich, dass man z.B. einem Holger Apfel im TV und in den großen Zeitungen keine Plattform bietet. Hier gibt es die rote Linie. Warum gibt es sie bei islamophober Hetze nicht. Ich spreche hier auch nicht von Islamkritik, sondern von Hetze. Wenn Broder von einem “Eurabia” phantasiert, in dem die Scharia gilt und die “Deutschen” sich dem Islam unterwerfen müssen, so hat dies nichts – aber auch gar nichts(!) – mit Islamkritik zu tun. Das ist die Saat, aus der Gewalt und Hass hervorgeht!

              Broder ist übrigens ein begabter Autor. Das kann niemand bezweifeln. Er ist in unserem Mediensystem nicht wegen seiner Thesen erfolgreich, sondern weil er eine Begabung hat, Dinge zuzuspitzen.

              Das kann man nicht von den Themen und Inhalten trennen. Würde Broder genau so eloquent über Themen schreiben, bei denen er keine vermeintlichen Tabus bricht und bei denen er keine Grenzen überschreitet, wäre er lange nicht so erfolgreich.

              Was die Mehrheitsfähigkeit betrifft: Da habe ich nun inhaltlich zu Broders Thesen eine klare Positionierung. Nur hat B. gerade deshalb so gehandelt, weil er diese Mehrheit attackieren wollte.
              Beunruhigt Dich das nicht?

              Keinesfalls. Totale Sicherheit gibt es nicht, kann es nicht geben und soll es m.E. auch gar nicht geben. Man muss aber nicht tatenlos zusehen, wie geistige Brandstifter ganze Heerscharen von Verwirrten radikalisieren.

        • Serious Sam schrieb am 26. Juli 2011 um 14:34 - Permalink

          “…Wer sich an einem intellektuellen Leichtgewicht wie Broder abarbeitet…”

          der sollte vielleicht, um ernst- oder auch nur wahrgenommen zu werden, in derselben Liga spielen wie Broder. Ohne Wertung seines Wirkens: der Typ ist weithin bekannt und einflußreich, ein mediales und meinungsbildendes Schwergewicht. Wie sieht das bei dir aus, du sicherlich intellektuelles Schwergewicht?

          • f.luebberding schrieb am 26. Juli 2011 um 14:46 - Permalink

            “der Typ ist weithin bekannt und einflußreich, ein mediales und meinungsbildendes Schwergewicht.”

            Das ist Dieter Bohlen auch. Das bezieht sich auf Relevanz. Genau davon habe ich übrigens geredet. Was hat das mit der Bewertung seiner intellektuellen Fähigkeiten zu tun? Nichts. Wie das bei mir aussieht? Keine Ahnung. Das darf jeder gerne selber entscheiden. Relevanz ist keine Frage der Selbstreflexion.

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 10:22 - Permalink

        Zumindest teilweise will ich dir recht geben: die Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut. Und wenn jemand wie Broder behauptet der Islam sei eine durch und durch auf Hass und Vernichtung anderer angelegt Religion so ist das zunächst sein Bier (bzw sein Recht).

        Deshalb darf den Anderen (und mir) aber nicht die Freiheit genommen werden solche Gedanken als falsch zu brandmarken und vor den Folgen solcher Polemik zu warnen. Oder?

      • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 10:50 - Permalink

        Also ungehemmte “Meinungsfreiheit”/Publikationsfreiheit für Julius Streicher und all jene, die die besten Publikationsmittel haben und genug Finanzen, um Gerichtsverfahren gegen ihre Kritiker durchsetzen zu können (ich empfehle Hamburg).

    52. Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 17:03 - Permalink

      “[...]Unsere Gesellschaft scheint aber schon so weit zu sein, Menschen für ihre Gedanken und Meinungen zu verurteilen[...]”

      Mag schon sein, aber leider folgen auf rechte Gedanken und Meinungen, wie der Terrorist in Oslo beweist, oft mörderische Taten.

      Darüber schon einmal nachgedacht?

      Übrigens, ich halte es auch mit der Meinungsfreiheit, so wie die in Deutschland im Grundgesetz geregelt ist, und nicht mit den USA wo jede Meinung einmal uneingeschränkt vertreten werden konnte.

      Ich denke seit dem 11. September 2001 hat sich – dank Patriot Act, der auch unter Obama gilt, einiges zum Schlechten gewandt – die sind nämlich weitaus rigoroser beim Verfolgen unliebsamer Meinungen als wir hier in Deutschland.

      Leider scheint es auch hier keinen Mittelweg zu geben, wie die USA beweisen:

      Entweder völlige Meinungsfreiheit oder quasi Verbot aller Meinungen – die USA neigen wohl immer zum extrem :-(

      Wie schon geschrieben, da ist mir unser Deutschland wohl doch noch lieber als die USA von “Patriot Act I und II”.

      Gruß
      Bernie

    53. schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 17:18 - Permalink

      @Ringo Paulusch
      Eine sehr eindimensionale Sichtweise. Entgegen der landläufigen Ansicht, gibt es eben keine unbedingte Gedanken- und Meinungsfreiheit, sobald sie im Konflikt mit der gerade aktuellen Gesetzgebung steht. Das prominenteste Beispiel dürfte das “Holocaust-Leugnen” sein. Aber auch, wenn ich z.B. im öffentlichen Raum deklariere, dass ich es persönlich gar nicht schlecht fand, was mit Hans-Martin Schleyer passiert ist, mache ich mich der sogenannten “Billigung von Straftaten” strafbar. Dann gibt es noch die berühmten “Volksverhetzungs”-Gummiparagraphen, die geeignet sind, nahezu jede politische oder ethische Äußerung bei Bedarf zu kriminalisieren, In Deutschland wird im Vergleich zu anderen Ländern relativ viel Strafbares nicht geahndet, was aber bei weitem nichts mit unbeschränkter Meinungsfreiheit zu tun hat.
      Sie wird – in meinen Augen auch überwiegend völlig zu Recht – aufgehoben, sobald ein negativer Einfluss auf eine nennenswerte Teilmenge der Bevölkerung ausgeübt werden könnte. So hätte sich der Parasiten-Clement der Straftat Volksverhetzung schuldig gemacht, wenn er nicht der besonderen Kaste der Politiker angehört und Immunität genossen hätte.
      Diese Gesetze dienten ursprünglich der Verhinderung von Demagogie, wie sie von Figuren wie Broder und ähnlichen Radikalen betrieben wird, denn das Wort kann sehr wohl töten und zerstören – zwar indirekt, aber das macht es nicht ungefährlicher. Broders, Sarrazine und Leute ähnlichen Kalibers sind im übrigen insbesondere verantwortlich, da ihnen über unsere Medien die Möglichkeit bzw. Macht gegeben wird, große Teile der Bevölkerung zu beeinflussen. Macht bedeutet Verantwortung. Verantwortungslosigkeit ist Machtmißbrauch.

      • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 17:47 - Permalink

        Ich bin kein Jurist, aber die “Billigung von Straftaten” (§ 140 StGB) bezieht sich auf Nichtanzeige bzw. Androhung von Straftaten und auf Sexualverbrechen, insofern kann ich nicht erkennen, inwiefern Du Dich strafbar machen würdest.
        Dass das Wort indirekt töten kann, bestreite ich ja nicht. Das Indirekte ist jedoch das Entscheidende.

        Ich kann nur Broders Deutschland-Safari empfehlen, coolerweise hier in HD und alle Folgen am Stück:
        http://www.youtube.com/watch?v=M17tuTL8wg8&feature=related

        Eventuell bekommt man dann ein anderes Bild von Broder.

        • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 17:50 - Permalink

          Ich bin kein Jurist, aber die “Billigung von Straftaten” (§ 140 StGB) bezieht sich auf Nichtanzeige bzw. Androhung von Straftaten und auf Sexualverbrechen,

          Das ist falsch.

          • sw schrieb am 25. Juli 2011 um 18:26 - Permalink
            Ich bin kein Jurist, aber die “Billigung von Straftaten” (§ 140 StGB) bezieht sich auf Nichtanzeige bzw. Androhung von Straftaten und auf Sexualverbrechen,

            Das ist falsch.

            richtig,
            siehe Merkel als sie den Staatsterrorismus gegenüber Bin Laden “gut” geheißen hat.

            Ich halte Broder nicht für einen “Provokateur”. Jemand der auf “PiPi”, “Achse-des-Guten” oder ähnlichen Drecksseiten seine Ergüsse postet möchte nicht provozieren oder auf “Mißstände” aufmerksam machen.

            • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 18:40 - Permalink

              Dann kläre man mich bitte auf, wie der Gesetzestext zu verstehen ist:
              http://dejure.org/gesetze/StGB/140.html

            • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 18:45 - Permalink

              Dann kläre man mich bitte auf,

              Mach’s Dir selbst. Ich weiß es aus eigener Erfahrung.

        • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 10:55 - Permalink

          Falsch, s. Mescalero-Verfolgung (klammheimliche Freude), obwohl der die Buback-Tötung dann gerade nicht gutheißt!
          Dann gibt’s noch die sehr weitreichende Anstiftung zu Straftaten.

      • rauskucker schrieb am 25. Juli 2011 um 20:54 - Permalink

        Schwitzig, mal wieder ein Kommentar von dir den ich gerne retweeten möchte.

        • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 21:19 - Permalink

          Tu’ Dir keinen Zwang an :-)

    54. Tasha Davis schrieb am 25. Juli 2011 um 18:08 - Permalink

      Ich habe den “Einzeltäter” mal zu einem waschechten “Terroristen” gemacht, mit langem Bart und anständig brauner Haut die dafür seit bin Laden unabdingbare Notwendigkeit sind:

      How to create a terrorist

      Was wohl Broder zu einem Vergleich mit Julius Streicher sagen würde?
      Ich hoffe er findet seine Motorrad-Ersatzteile. Der Mann hat noch Prioritäten.

      • Till schrieb am 26. Juli 2011 um 03:17 - Permalink

        Deine Einwürfe werden immer peinlicher…

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 10:32 - Permalink

        Ach dieses Morris-Ding ist ein Döff.
        Man(n) lernt nie aus…. ;-)

    55. Bernie schrieb am 25. Juli 2011 um 18:22 - Permalink

      Siehe oben – “Bruder Johannes”:

      “[...]Du wolltest wohl nicht Broder mit Hitler vergleichen…?[..]”

      Zynische Ironie:

      Solche Vergleiche sollten verboten werden, denn der säkulare Jude Broder, dessen Eltern sogar in einem KZ waren, ist weder Julius Streicher noch Hitler, und außerdem sind Juden allesamt Heilige, die seit dem Holocaust weder sich selber, noch von Nichtjuden, kritisert werden dürfen – qua Verfolgung genießen die einen besonderen Schutz, auch 66 Jahre nach dem Tod des Monsters Adolf Hitler.

      Cinti und Roma? “Slawen”? Andersdenkende? Nazi-Feinde? “Behinderte”? Kommunisten diverser Länder? Die wurden doch allesamt nicht von den Nazis vergast, sondern von den bösen Kommunisten (ihresgleichen)…..so die Denkweise so manches Rechtsterroristen bzw. -haßpredigers im In- und Ausland.

      Eine Hierarchie der Nazi-Opfer, die unsere selbsternannten “Eliten” aus Wirtschaft, Medien und Politik gerne kreeiren, und der beste Beweis, dass die auch nicht besser sind als Sarrazin, Broder & Konsorten.

      Übrigens, Sobibor wird vom dt. Staat – als Nachfolger der NS-Terroristen – nicht mehr finanziell als Gedächtnisstätte des Naziterrors unterstützt. Grund? Kontraste berichtet darüber:

      “[...]Unsichere Zukunft – Kein Geld aus Deutschland für KZ-Gedenkstätte Sobibor

      Nach der Verurteilung des ehemaligen SS-Freiwilligen John Demjanjuk in München wegen seiner Beteiligung an der Ermordung tausender Juden, wurde das Konzentrationslager Sobibor wieder zu einem Begriff. Doch jetzt musste die Gedenkstätte schließen – aus Geldmangel. Bislang kam Polen allein für den Unterhalt auf. Deutschland beteiligte sich nicht, zur Empörung der Opfer[...]”

      Quelle und kompletter Text:

      http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_21_07/unsichere_zukunft.html

      Könnte es daran liegen, dass “böse Kommunisten” aus der Sowjetarmee den Aufstand im Vernichtungslager Sobibor angeführt haben? Bei Westerwelles Kommunistenhass würde mich eine solche Verhaltensweise nicht wundern.

      Gruß
      Bernie

      • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 11:06 - Permalink

        Broder schrieb 29.7.09
        im übrigen: ob und wie viele KZ frau langers mann überlebt hat, sagt nichts über ihn oder seine frau aus. es sei denn, sie, herr palmer, gehen davon aus, dass die KZ erziehungsanstalten waren, deren absolventen über jeden verdacht erhaben sind, sich jemals daneben zu benehmen. und dass man diese unterstellung auch auf deren angehörige ausweiten kann.

        • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 11:12 - Permalink

          hier hängst du, glaube ich, schräg daneben.

          • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 12:28 - Permalink

            Das ist erstmal Broders drastischer Umgang damit (nach Bedarf). Wohl macht solches Erleben niemanden sakrosankt, aber das Schicksal Georg Benjamins (im Spiegel verhöhnt) sehe ich nicht ohne Einfluss auf das Verhalten der DDR-Justizministerin Hilde Benjamin.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 13:01 - Permalink

              ich meinte was anderes. die auseinandersetzungen um diesen teil der geschichte führt broder woanders, und ich will nicht alles in einen hut geschmissen sehen. was ich durchaus sehe, ist die gleiche rücksichtslosigkeit, die er anderswo auch an den tag legt. aber sein privater charakter ist nicht das thema. ich kenne die scharmützel mit palmer.

    56. Natalie schrieb am 25. Juli 2011 um 18:43 - Permalink

      Broder äußert sich zu ABBs “Manifest”

      http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13506649/Das-Manifest-des-Anders-Behring-Breivik-und-ich.html

      Unglaublich, was dieser Mann von sich gibt! Kommentare, die nicht seiner Meinung entsprechen, werden erst gar nicht freigeschaltet oder nachträglich gelöscht/als “inappropriate” gemeldet.

      Die PI-Horde ist auch schon da. ;-)

      • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 18:59 - Permalink

        Unglaublich, was dieser Mann von sich gibt!

        Was genau meinst Du?

        • sparfuchs schrieb am 25. Juli 2011 um 19:02 - Permalink

          Erwarte nicht, dass sich hier substanziell geäußert wird. Es geht nur um die Pflege von Feindbildern, über die sich artig empört wird. Und wer nicht für die ist, ist gegen sie.

          • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 19:05 - Permalink

            Blödsinn.

        • long jogg schrieb am 25. Juli 2011 um 19:05 - Permalink

          Broders Motivanalyse ist z. B. ziemlich verkackt:

          “Spaß am Töten?

          Wer Lebensmittel im Supermarkt klaut, der hat Hunger, wer nachts Autos abfackelt, der hat was gegen Reiche, wer ein Kind missbraucht, der hatte selbst eine schwere Kindheit. Was aber hat einer, der als Polizist verkleidet Kinder und Jugendliche wie herumfliegende Tonscheiben abknallt? Wie wäre es damit: Spaß am Töten?”

          ?? Rhetorisches Fragezeichen nennt er selber diese Interpunktionsform.

          • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 19:08 - Permalink

            Ist zwar Offtopic – aber Fleischhauer hat sich auch mal wieder stärkstmöglich blamiert (an die Terrorgeschichte hat er sich wohl noch nicht getraut oder sein Geschreibsel war selbst dem Spiegel zu krude):

            http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,776418,00.html

            Der ist so inkompetent, dass er schon wieder Satire ist.

        • Natalie schrieb am 25. Juli 2011 um 19:06 - Permalink

          Nachdem ich Deine früheren Kommentare zu diesem Thema überflogen habe, bin ich sicher, dass es keinen Sinn macht, mit Dir darüber zu diskutieren – such Dir bitte einen anderen Spielkameraden! Ähm, ich meine, einen anderen Diskussionspartner.

          • Ringo Paulusch schrieb am 25. Juli 2011 um 19:11 - Permalink

            bin ich sicher, dass es keinen Sinn macht, mit Dir darüber zu diskutieren

            Sieht aus, als ob Du recht hast.

          • sparfuchs schrieb am 25. Juli 2011 um 20:13 - Permalink

            Wo soll auch der Sinn sein, mit Leuten zu diskutieren, welche anderer Meinung sind? Man müsste vielleicht seine eigene Position überdenkenund mit Argumenten stützen, aber das ist ja nun wirklich zu viel verlangt. Harmoniesüchtiges Pack ohne eigene Meinung!

            • ola schrieb am 26. Juli 2011 um 11:46 - Permalink

              Sie haben weder eine Meinung noch Argumente. Wie also sollen wir mit Ihnen kommunizieren?

        • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 10:47 - Permalink

          Verkürzt gesagt und zugespitzt:

          Wenn Islamisten Flugzeuge ins WTC fliegen ist daran Bin Laden schuld.
          Wenn rechte Christen Kinder töten ist daran auch Bin Laden schuld.

          So die Quintessenz von Herrn Broder wenn man mal von den Seitenhieben und der Selbstbeweihräucherung absieht.

          • Arbo schrieb am 26. Juli 2011 um 15:22 - Permalink

            Ach der Broder … ich frage mich, warum der nicht schon längst selbst in die Luft geflogen ist. Wie ich den immer in den Medien erlebe, wäre der für mich der erste Selbstindieluftjager, der Attentate ohne Sprengstoff durchführen könnte … Aber halt: “geistiger Brandstifter” … trifft’s ja schon. ;)

            Arbo

      • name schrieb am 25. Juli 2011 um 19:07 - Permalink

        Ja…Broder ist halt ein Faschist, nicht mehr und nicht weniger…und schon lange niemand mehr, der sich andere Meinungen anhört oder wahrnimmt..geschweige denn, die Wirkung seines rassistischen Drecks in fragende Zeichen setzt..

    57. Gast schrieb am 25. Juli 2011 um 18:46 - Permalink

      Robert Misik ist mal wieder spot on:

      Das Massaker von Oslo und Utoya ist eine Wasserscheide: Hat die antiislamische Stimmung bisher allenfalls zu Pöbeleien und Gewaltakten gegen Einzelne geführt, so ist sie nun erstmals in Massenterror umgeschlagen. Die Zeit des Verniedlichens ist vorbei. In den vergangenen Jahren sind Rechtspopulisten in verschiedenen Ländern Europas nicht nur zu gewichtigen politischen Playern aufgestiegen – ein Aufstieg, den sie primär dem Schüren antiislamischer Ressentiments verdanken -, sie wurden mehr und mehr beinahe als „respektable” Kraft angesehen, als etwas radikale, aber doch im Grunde „normale” politische Kräfte. Aufgrund von 9/11 und angesichts der Veränderungen unserer Gesellschaften durch Migration wurden antiislamische Ressentiments nicht nur verbreiteter, sondern auch hoffähiger. Um die Zirkel radikaler Spinner bildeten sich konzentrische Kreise normaler Bürger, die zwar nicht alle Postulate der Moslemhasser vertreten, doch manche ihrer Meinungen teilen und selbst die bizarrsten Wortmeldungen tolerieren. Durchaus angesehene Zeitungen gaben ihnen Raum, ihre Positionen zu vertreten. Kurzum: Die gesellschaftliche Immunabwehr hat ausgesetzt. Sicherheitsdienste und Verfassungsschutz durchleuchteten islamische Szenen, Linksradikale und die alten Neonazi-Kreise, aber dass sich das Milieu der rechts-konservativen Wutbürger radikalisierte, wurde übersehen – trotz dessen sichtbar wachsendem Groll gegen Multikulti, Ausländer, Muslime, gegen alles, was anders ist, trotz deren zunehmend menschenfeindlicher Sprache, mit der sie sich über „Hinternhochbeter” und „Schafficker” auslassen.

      Nach dem Massaker werden die geistigen Brandstifter jetzt versuchen, den Kopf ein bisschen einzuziehen, sie werden wortreich bekunden, dass sie mit der Tat eines solchen „Irren” doch nichts zu tun haben, sie werden versuchen, sich davonzustehlen. Man sollte sie nicht einfach so damit durchkommen lassen.

      • long jogg schrieb am 25. Juli 2011 um 19:09 - Permalink

        Und genauso verhält sich Broder. Wenn nach einer Umfrage 84 % der Forumsbesucher einer Talk-Show die Thesen von Sarrazin für richtig befinden, dann gehören diese Typen zu den geistigen Brandstiftern. Aber wir kennen das ja in Schland: Hinterher will es wieder keiner gewesen sein. Natürlich werden sie versuchen, sich mit ihrer Verwantwortung davon zu stehlen. Geordneter Rückzug heißt das.

        • Arbo schrieb am 26. Juli 2011 um 15:32 - Permalink

          Aber wir kennen das ja in Schland: Hinterher will es wieder keiner gewesen sein.

          Ach komm, jetzt deswegen die Schland-ist-traditionell-Fascho-Karte zu ziehen ist echt dämlich. Die Typen sind das Letzte, absolute Vollspacken. Ja. Aber immerhin gibt’s noch Leute, die dem widersprechen. Ich bin ehrlich gesagt auch ziemlich erstaunt, wie kritisch die FAZ den journalistischen Hokuspokus aufgriff.

          Abgesehen davon: Dieses “Hinterherrennen” gab’s auch in den USA dank 9/11.

          Arbo

      • Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2011 um 19:15 - Permalink

        Misik ist immer wieder eine Perle

        • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 19:36 - Permalink

          Na ja, den Artikel find ich besser, auch wenn ich sonst nicht so auf SPON stehe:

          http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,776466,00.html

          (Ist nicht sooo besserwisserisch)

      • Schweigsam schrieb am 25. Juli 2011 um 20:06 - Permalink

        Sehr treffend beschrieben von Robert Misik.
        Wie sich unsere deutsche / europäische Gesellschaft radikalisiert hat ist schon besorgniserregend.

        • Bruder Johannes schrieb am 25. Juli 2011 um 20:44 - Permalink

          Ja, ja, jetzt fehlt nur noch die Deutschland-Connection http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,776468,00.html
          dann haben haben wir alle Klischees im Sack! Wie schön!

    58. name schrieb am 25. Juli 2011 um 19:23 - Permalink

      Ach ja Jens, Danke für den Artikel! Ich weiss ja selbst, manchmal gehen mit mir die Buchstaben durch…nur das Massaker drüben in Norwegen ist einfach zu viel und eine Zäsur, aus der viele Ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen werden…

    59. Der Politclown schrieb am 25. Juli 2011 um 19:56 - Permalink

      Diese ganze “freiheitliche” Ecke ist ziemlich widersprüchlich und ihre einzige Art zu argumentieren lautet “Ihr habt angefangen! Ihr seid die Nazis!” *sichdieohrenzuheb*
      Es sind sich selbst hassende Idioten ohne Kreativität.
      Sie kennen nur Zerstörung und haben ein vages Feindbild.

      Ich hoffe wirklich dass dieses Gesindel niemals Macht erhält.

    60. Mahwa schrieb am 25. Juli 2011 um 20:51 - Permalink

      http://imageshack.us/photo/my-images/88/tempelritter.jpg/

      Solche Beiträge finden sich auf einschlägigen Islamhasserseiten

    61. Ko-Mike schrieb am 25. Juli 2011 um 21:07 - Permalink

      Meinungsfreiheit ist eine Teilmenge von Toleranz – nicht umgekehrt.
      Ob die rechte Hand nun die linke nicht mag und umgekehrt, ist mir egal. Und ob der christliche Fuß den islamischen nicht mag und umgekehrt, ist mir auch egal. Fakt ist, ich muss mit beiden leben. Nicht abhacken, sterben etc.
      Beide Füße schleppen sich nur langsam voran. Die rechte Hand fuchtelt wie wild in der Luft herum, während die linke noch am Pullover zupft. Eine kulturelle Aufklärung findet von keiner Seite statt. Lieber tümpelt man im halbwahren Geschwätz und Geseiere. Weil man’s ja nicht besser wusste/weiß. Nicht dieser Anschlag in Oslo gibt mir zu Denken, sondern vielmehr die Ahnungslosigkeit aller politischen Richtungen gegenüber z.B. dem arabischem Frühling. Ahnungsloses Grau wählt keiner. Doch genau in diesem ahnungslosen Grau finden sich Populisten und noch viel mehr Extremisten jeglicher Gesinnung bestens zurecht.
      Nur gegenseitiges Bashing bringt das ahnungslose Grau ein wenig ins wabern, damit das Volk noch weiß, dass es eigentlich dort so etwas wie Politik geben müsste, wo es keine mehr gibt. Alternativen sind allerdings in weiterer Ferne als zuvor. Und Kompromisse schließt man sowieso nur mit Geld.
      Na dann, schönen Tag noch!

    62. Serious Sam schrieb am 25. Juli 2011 um 21:11 - Permalink

      Broder hat ja nun seine Sicht der Dinge dargestellt. Er scheint dabei durchaus Punkte zu machen. Seine Argumente inhaltlich zu wiederlegen, also nicht mit dem billigen, polemischen ‘Brandstifter’-Geschrei wie in diesem Artikel, wäre eine sportliche Aufgabe.

      • schwitzig schrieb am 25. Juli 2011 um 21:27 - Permalink

        Wieso? Wenn man mit Broder ins Bett geht, wird man nur schmutzig.

      • Daeva schrieb am 26. Juli 2011 um 02:46 - Permalink

        Was heißt denn hier punkten? Das ist ein einziges Rückzugsgefecht.
        Er windet sich noch nicht einmal damit, dass er ihn falsch verstanden hätte, sondern, dass er überhaupt nichts dazu kann, dass er sich auf ihn bezieht.
        Anstatt dazu zu stehen, versucht er anderen einen Vorwurf zu machen, nämlich, dass sie nicht genauso über andere schreiben. Nur, dieser Vorwurf fällt doppelt auf ihn zurück: Zum einen entkräftet er das Argument damit nicht, sondern lenkt ab. Zum anderen geht er selber so nicht vor in seiner “Islamkritik”, also der billigen Verschleierung für seinen Rassismus, dem einzigen Sujet, das sich durch seine Pressearbeit zieht, ganz im Gegensatz zu Kant oder John Stuart Mill.

        Typischerweise sieht er nur eine geistige Erkrankung des Täters als Ursache. Nur lässt das gesamte Vorgehen nicht auf eine solche Erkrankung schließen, da es viel zu komplex, reflektiert und kalkuliert ist, sondern auf ein geistiges Milieu, das auch Broder zu verantworten hat. Broder will ja nicht erklären, er will nicht analysieren, sondern nationale Feindbilder bedienen. Dazu zählt insb. seine Konzeption von Islam und die darauf beruhende Erklärung aller Konflikte und Disparitäten. Als interessanter Nebeneffekt kann er sich der Sympathie von rechts erfreuen, die lieber Moslems als ihn abschlachten.

        Wäre er mal lieber bei seinen Softcore-Magazinen geblieben.

    63. Clupea Rubra schrieb am 25. Juli 2011 um 21:32 - Permalink

      Wie lange wird es dauern, bis darüber wieder einmal “nüchtern” diskutiert wird? Zwei Wochen? Drei?
      Ich sehe schon die inkarnierten Talkshowsessel vor mir, die trunken vor Selbstgefälligkeit um Aufmerksamkeit eifern.

      Mit pseudointelektuellen Debatten über Political Correctness, Kulturkampf und Integration werden die Barings und Bosbäche wieder ihre geistigen Ergüsse absondern um dem Fernsehzuschauer zu vermitteln, dass das aber diesmal nur die Tat eines einzelnen verzweifelten, verrückten war(wie Oklahoma 1995 oder Oktoberfest 1980). Jemand, der die Dinge falsch interpretiert habe.

      Dann werden wieder schön zynisch die Toten gegeneinander aufgerechnet um zu beweisen dass der Islam aber grundsätzlich viel bösartiger sei und das Abendland trotz allem gegen “linksgrünliberale Muselfaschisten” verteidigt werden müsse.

      Gewürzt mit abgestandenen Stammtischparolen aus der Sarrazin-Debatte (“Im Grunde hatte er ja recht, …nur das mit dem Schießen, das war nicht so toll” etc.) brodert das Ganze auf künstlich erhitzten Gemütern vor sich hin.

      Das ganze wird dann noch mit Zitaten aus dem Pamphlet abgeschmeckt. Diese bilden quasi die konstituierte Beilage zum Fremdschämen, sind doch inhaltlich Paralellen zum eigenen Weltbild, sowohl bei den Diskutanten als auch bei manch einem Fernsezuschauer, nicht von der Hand zu weisen.

      Selbiger wird aber noch kurz den Zeigefinger gegen das Monster, dass zu allem Überfluss auch noch
      Killerspiele gespielt hat(muss ja ein Mörder sein), ausstrecken und so sein Gewissen in Selbstgerechtigkeit reinwaschen.

      Hinuntergespült mit den Tränen eines quotenwirksam vorgeführten Überlebenden oder Angehörigen, wandert das ganze letztendlich doch als leichte Fernsehkost in den geistigen Verdauungstrakt des Zuschauers hinab.

      Und genauso schnell verlässt es diesen wieder, da die ganze Inszenierung nur aus emotionalem Ballaststoff besteht und wie immer jeder inhaltlichen und sachlichen Grundlage entbehrt.

      Guten Appetit!

      Aber so ganz aus den Gehirnfalten wischen kann man es dann doch nicht. Bei jeder Wiederholung und jedem Interview, Zeitungs- oder Nachrichtenartikel bleibt ein bisschen mehr hängen.

      Vor allem bei denjenigen, bei denen es von Haus aus nie ganz sauber war. Die haben neues Propagandamaterial und einen neuen Märtyrer.

      Auch die anderen Medien werden sich freuen.
      Der Spiegel wird sein Konterfei auf die Titelseite und Passagen aus dem Text in Leitartikel packen und sagen: “schaut wie widerlich, das ist so widerlich, das müssen wir drucken…aber natürlich nur um zu zeigen wie widerlich das ist.”

      Anders Behring Breivik hat sein Ziel erreicht:
      Die Leute werden sich mit seinem Manifest auseinandersetzen. In den 1500 Seiten lässt sich sicher noch einiges finden womit sich der eine oder
      andere Identifizieren kann. Vielleicht hält er ja auch Einzug in die Popkultur?

      Das hat die RAF ja auch in gewissen Kreisen…
      Vielleicht wird es bald wieder (oder jetzt erst recht?) Mainstream, gegen Humanismus, Pluralismus und Demokratie zu wettern?

      • Heldentasse schrieb am 26. Juli 2011 um 11:41 - Permalink

        Anders Behring Breivik hat sein Ziel erreicht:
        Die Leute werden sich mit seinem Manifest auseinandersetzen. In den 1500 Seiten lässt sich sicher noch einiges finden womit sich der eine oder
        andere Identifizieren kann. Vielleicht hält er ja auch Einzug in die Popkultur?

        Dieser Satz ist sehr böse! Wenn es so kommen sollte, wäre uns nicht mehr zu helfen. :-(

    64. Frank Powers schrieb am 25. Juli 2011 um 21:46 - Permalink

      Was soll ich sagen – ich heute im Fitness-Studio (ja, gut, eigentlich nur’n KIESER…), rackere mich gerade an einer Maschine ab, da steigt gegenüber einer in ein anderes Gerät, und ich denke mir, “Mann, der Arme, der sieht aus wie Sarrazin”, und dann schau ich nochmal hin, und dann ist das der Sarrazin, mit Bauch und Ärmchen und allem, und sitzt mir gegenüber in diesem Trainingsstudio mit diesem wohlbekannten Schlaganfall-Blick… Selten war mir ein Training so zuwider wie heute.

      Die eigentlich Pointe aber: Ich hatte mir immer gedacht, dass ich dem schon die Meinung geigen würde bei Gelegenheit, und nun war die Gelegenheit da und ich ohne Worte, die Abscheu zu groß, die Überraschung, whatever. Hätte ich den Spiegelfechter allerdings vorher gelesen, vielleicht hätte ich die Worte doch gefunden, in der direkten Linie Sarrazin-Oslo, wer weiß…

      Herzlichen Dank für den Artikel, Jens. Schlimm genug, dass wir mit diesen Knallchargen leben müssen, gegen sie aufstehen sollten wir jedoch unbedingt (herade auch ich, bei der nöchsten Gelegenheit…)
      Und mir bleibt jetzt nur übrig, nach dem Auslaufen des Vertrages ein anderes Studio zu suchen.

      • toha schrieb am 25. Juli 2011 um 22:32 - Permalink

        Schlimm genug, dass wir mit diesen Knallchargen leben müssen

        klingt unpassend bei dem Thema?! Also auch vom Gedankengang her.

      • Serious Sam schrieb am 25. Juli 2011 um 22:35 - Permalink

        nun war die Gelegenheit da und ich ohne Worte

        Mach dir nichts draus. Fast alle, die in Blogs und Foren große Reden schwingen, sind reine Tastaturhelden, die im realen Leben weit weniger eloquent sind.

    65. zero_content schrieb am 25. Juli 2011 um 23:00 - Permalink

      ist dieser aspekt schon angemessen bedacht worden?
      http://jeffmilner.com/backmasking/index.html

    66. Rossi schrieb am 25. Juli 2011 um 23:01 - Permalink

      SF… warum muss man das Ding ins politische ziehen?
      Hier hat ein durchgeknallter Typ fast hundert Menschen getötet. Seine Rechtfertigung ist seine politische Gesinnung, aber sollte man das ernst nehmen?
      Ist es nicht eher wahrscheinlich, dass der Kerl ‘nen gewaltigen Dachschaden hat und die Politik vielleicht einfach nur der Aufhänger dafür ist seine Tat zu rechtfertigen?
      Ganz ehrlich glaube ich nicht -bei aller Verachtung für gewisse Personen- dass aufhetzende und radikale Vollspacken ursächlich dafür Verantwortung tragen was dieser kranke Typ am Ende getan hat. Wären es nicht radikale Rechte gewesen, dann hätten es sicher auch ein paar Radikale aus der Linken getan…
      Es überhöht die Person des Täters massiv, dass man ihm zugesteht politisch gehandelt zu haben. Genau das will er offenkundig erreichen. Ich finde es ehrlich gesagt ein wenig erschreckend, dass man sich gerade in der linken Bloggerszene so sehr dafuer vereinnahmen laesst. Das ist eine Blossstellung, die ihr euch nicht antun solltet. Damit geht seine Saat auf… schade drum!

      • danielj schrieb am 25. Juli 2011 um 23:16 - Permalink

        tja…
        ich bin ja irgendwie geneigt, dem zuzustimmen.

        Andererseits – hätte der Typ einen Vollbart und dunkle Haut, gäbe es diese Diskussion gar nicht. Dann würden alle Kanäle uns unisono darüber informieren, daß *sie* dahinter stecken, die Islamistische Weltverschwörung mit ihrer Armee von Terroristen.
        Weil der Terrorist aber diesmal ein blonder, blauäugiger Europäer ist sagen wir plötzlich nicht mehr Terrorist, sondern Attentäter oder gar Psychopath und verneinen jegliche politische Dimension?

        Keine Frage, wer zu einer solchen Tat fähig ist, der hat sich das Prädikat “durchgeknallt” allemal verdient. Aber das gilt für diejenigen, die beispielsweise Flugzeuge in Häuser stürzen doch nicht minder. Warum sind aber die einen politische Terroristen, die den Untergang des Abendlandes betreiben, die anderen – oder in diesem Fall der andere – aber verwirrte, durchgeknallte Kranke – und vor allem unpolitisch?

        • Rossi schrieb am 25. Juli 2011 um 23:32 - Permalink

          Dein Einwand ist genau das, was ich erwartet habe und er ist berechtigt. Natuerlich muss jeder von uns sich fragen, wo die Trennlinie ist zwischen politischen Motiv und “kranker Psyche”. Schlussendlich kann man es am Ende aber vielleicht doch auf letzteres zuspitzen, denn wer z.B. sein Leben in palaestinensischen Slums / Lagern verbracht hat, der handelt am Ende wohl wirklich politisch, obwohl er genauso wie der Taeter in Norwegen doch nur das Opfer seiner zerstoerten Psyche ist. Allerdings wurde seine Psyche eben wirklich aus politischen Motiven heraus zerstoert… was mir bei einem in einer freien / gewaltfreien Gesellschaft aufgewachsenen Menschen aber eben schwer vorstellbar erscheint.
          Im Ergebnis ist es aber eigentlich egal, denn warum jemand derart abdriftet ist fuer die Tat doch eher unerheblich. Am Ende bleibt ein Mensch, dem jegliche Empathie abhanden gekommen ist und der ohne Gefuehlsregung mordet. Sobald ein Mensch dort angelangt ist ist imo eh alles zu spaet. Entweder stoppt man ihn davor oder gar nicht mehr. Seine politische Gesinnung ist jedenfalls dann nicht mehr das eigentliche Problem.

          • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 00:01 - Permalink

            er befindet sich im krieg. wäre es nicht einfacher gewesen, ihn rechtzeitig in eine schmucke echte uniform zu stecken, um ihn dann ohne empathie, ohne jegliche gefühlsregung die ‘richtigen’ abknallen zu lassen? nein, lassen wir das politische außen vor. er benützte es nur als schutzschild. das allerdings 1518 seiten lang.

      • Gast schrieb am 25. Juli 2011 um 23:33 - Permalink

        Ins politische ziehen? Das muss nicht ins politische gezogen werden, das ist schon da.
        Ich stimme Andrew Sullivan zu:

        this was about as far from an act of meaningless violence as you can get. It is an explicitly articulated, carefully argued conclusion from a mishmash of every current far right platitude out there. [...] It’s a pastiche of vast tracts of the far right blogosphere. [...]

        Notice how unlike other crazed madmen, he does not end his killing spree by killing himself. Notice how he has not pled insanity; but has pled not guilty even though he concedes the horror of his actions. This man is extremely sane. Notice the justification:

        Speaking at a televised news conference, [Breivik's lawyer] Mr. Heger said that Mr. Breivik had acknowledged carrying out the attacks but had pleaded not guilty, because he “believes that he needed to carry out these acts to save Norway” and western Europe from “cultural Marxism and Muslim domination.”

        He did what he did, knowing it was evil, because of a passionate commitment to a political cause, which has become fused with a politicized parody of one religion, and with a passionate paranoid hatred of another one.

      • transwarp schrieb am 26. Juli 2011 um 00:05 - Permalink

        les sein Manifest.
        Dann weisst du das man ihn ernst nehmen sollte. Sehr ernst!

        Ich fasses mal zusammen. Broder, Sarrazin, Fjoerdman , Wilders Thesen zu 100 prozent geglaubt.
        +
        Er ist sich sicher (a guy with a believe, not one withs interests) das es in 50-80 Jahren Bürgerkrieg geben wird mit Millionen von Toten. Und das friedlicher “Wiederstand” zwecklos war, ist und sein wird!…. Und er opfert auch sein Leben dafür, so verdammt sicher und idealistisch ist er.

        Diese Kinder zu ermorden, war a. eine exekution zukünftiger multi kulti politiker (Exempel), hauptsächlich war es ein publicity stunt um mit möglichst wenigen Opfern, so bitter das klingt .. den grösst möglichen Effekt für die Verbreitung von seinem Manifest zu erzielen.

        Ein Manifest das zum wiederstand und zur Exekution aller Volks Verräter aufruft!

        Rechtfertigung: Wenn zum Krieg kommt, sind 90 “zivile” Opfer NICHTS!…
        zbsp:
        http://www.voanews.com/english/news/a-13-2009-01-14-voa28-68626237.html

        Die Rechnung ist aufgegangen.
        Viele prinzipielle Sympathisanten. Im Pi-Forum,…auf der Arbeit. Die stimmen defacto in fast allem mit diesem Täter überein (ohne es wohl zu wissen).

        Bis auf den gewalttätigen Wiederstand. Kinder ermorden, Zivilisten Ermorden. Dafür gibt es natuerlich kein verständnis…. Israel/USA werden voll unterstützt.

        Also diese Grenze zum Wahnsinn, und in seine Fusstapfen zu treten, ist hier nicht ganz so unüberwindbar wie es auf den ersten Blick erscheint!

        Und die Medien tun gut daran, aus ihren Fehlern zu lernen! Machen se wohl aber nicht.

        • Rossi schrieb am 26. Juli 2011 um 09:26 - Permalink

          Ich brauche sein Manifest nicht zu lesen. Ich habe nicht bezweifelt, dass er vorgibt politisch motiviert zu handeln und dass er das auch sehr umfangreich zu begründen versucht. Es geht mir darum, ob man seine Tat deswegen auch als solche betrachten muss.
          Ich kann mir hier auch in meinem kleinen stillen Kämmerlein tausend böse Feindbilder suchen und dann am Ende Ammok laufen und hunderte von Leute abknallen, von denen ich meine, dass sie es verdienen.
          Die Tatsache, dass das so gut wie keiner tut, spricht jawohl deutlich dafür, dass hier eine Ausnahmepersönlichkeit (im negativen) gewirkt hat. Irgend welche Hassschriften alleine machen jedenfalls imo keinen mal eben zu einem solchen Täter. Das ist mir einfach zu dünn. Der Kerl wäre -bei passenden Umständen- wohl auch mit jeder anderen politischen Gesinnung irgend wann hochgegangen.

          • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 09:33 - Permalink

            der letzte satz mag wohl stimmen (mit den vorherigen befasse ich mich jetzt nicht), aber er ist mit genau SEINER, eben nicht irgendeiner, gesinnung hochgegangen, wie du es nennst.

            • Rossi schrieb am 26. Juli 2011 um 10:25 - Permalink

              Die Art der Begründung bewegt sich dann allerdings auf dem gleichen Niveau wie die unsägliche Computerspiele Diskussion bei Ammokläufen.

              Ihr urteilt hier aufgrund dessen wie der Täter selbst gesehen werden will. Das sagt so allein betrachtet noch absolut gar nichts darüber aus, was schlussendlich dazu geführt haben mag, dass er so derart abdriften konnte. Daraus eine Diskussion über Brandstifter und die Mitverantwortung von rechten Hasspredigern zu machen, greift da viel zu kurz. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass hier die Tat für eigene politische Position gekapert wird, ähnlich dem wie es das konservative Lager reflexartig mit ihren Rufen nach mehr Kontrolle / Überwachung in solchen Fällen tut. Ist man im linken Lager so froh darüber, dass man das Spiel jetzt auch mal umgekehrt spielen kann oder was soll dieser ganze Aufwasch?

              Damit will ich übrigens nicht sagen, dass eine Diskussion über die besagten Brandstifter nicht durchaus angebracht ist und in den Schlussfolgerungen bin ich gar nicht so sehr einer anderen Meinung als SF, nur finde ich den Aufhänger an dieser Tat und die dabei geführten Verknüpfungen einfach nur unpassend und in Teilen auch ganz klar falsch, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt. Was am Ende des Strafprozesses übrig bleibt wird man ja sehen und wenn man dann mehr weiss über die Hintergründe seiner Persönlichkeit, dann wird man auch den politischen Teil besser einordnen können. DANN mag man gerne über Verantwortungen reden. Jetzt ist das aber noch einfach viel zu früh und wirkt damit eben einfach zu sehr nach einer politischen Vereinnahmung der Tat.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 10:50 - Permalink

              also deinen ersten satz verstehe ich überhaupt nicht, und ich sehe auch keine verbindung zu mir. zudem habe ich auch nichts gefunden, das ich politisch vereinnahmen wollte. ich spreche/schreibe weder für andere noch für irgendeine politische richtung.

              ich erkenne allerdings das bemühen, die paste zurück in die tube zu bekommen. ist nicht! es geht hier um seine dezidiert dargelegten motive und begründungen.

              mir zu unterstellen, ich sei froh, jetzt endlich auch mal den spieß umdrehen zu können, das ist schon grob bösartig. oder wen meintest du jetzt mit ‘den linken’?

            • Rossi schrieb am 26. Juli 2011 um 11:15 - Permalink

              Das bezog sich auf deinen Hinweis, dass er eben mit “SEINER” Gesinnung hochgegangen ist und -das impliziert deine Aussage jawohl- man daher sehr wohl darin eine Ursache sehen dürfe.
              Der Verweis auf die Computerspielediskussion bei Ammokläufen sollten darauf hinweisen, dass die öffentliche Diskussion in den Fällen ähnlich vereinfachend ablief / abläuft.

              Ach so, ich habe mich übrigens mit all meinen Punkten keineswegs zentral auf dich bezogen. Mein Verweis auf die Linke, die sich freut (was übrigens natürlich böswillig zugespitzt war) ist eher eine Quintessenz aus dem, was ich in den letzten Tagen so gelesen habe. Ich dachte das wäre auch rübergekommen.

              Und zu deinem “dargelegten Motive und Begründungen” kann ich mich nur auf mein letztes Posting beziehen: Das reicht mir definitiv erst einmal für gar nix. Der Kerl kann noch so viel begründen. So offensiv wie er das tut spricht das für mich sogar eher für eine geistige Störung. Der Strafprozess wird zeigen, was davon übrig bleibt und ich bleibe bei meinen deutlichen Zweifeln, dass der politische Aspekt abschließend einer der Hauptauslöser war.
              Eigentlich ist das auch das einzig positive, was man aus dieser Tat noch herausziehen kann: Analysieren was bei dem im Kopf schief gelaufen ist und warum es bis zu der Tat kam, um dann evtl. daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, die solche Taten in der Zukunft vielleicht vermeiden helfen. Das schafft man aber nicht indem man sich damit zufrieden gibt, dass er eben ein politischer Radikaler ist und die sowas eben tun. Tatsache ist nämlich nunmal, dass in unseren offenen westlichen Gesellschaften sowas nur verdammt wenige tun und man daher wohl davon ausgehen kann, dass da schon noch ein wenig mehr falsch verdrahtet sein muss.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 11:22 - Permalink

              ich gebe mich mitnichten damit zufrieden, dass er ein politisches motiv hat. hier, beim gewählten thema, geht es aber um ‘der brandstifter und die biedermänner’. das hat der jens berger so in sein blog gestellt. an der individualpsychologischen amateurdebatte würde ich mich nicht beteiligen wollen.

            • Rossi schrieb am 26. Juli 2011 um 11:34 - Permalink

              So langsam fängt der Drehtüreffekt in unserer Diskussion an.

              Genau darum ging es mir doch. Es wird das DARGESTELLTE Motiv des Täters genommen und daraus eine (Mit)Verantwortung der “Brandstifter und Biedermänner” herbeigeführt.
              Es unterstellt nämlich, dass die Tat seine Ursachen vorrangig in dem politischen Weltbild des Täters hat. Erstens glaube ich das ganz persönlich nicht und zweitens kann man sowas faktisch jawohl überhaupt erst dann sinnvoll abschätzen, wenn in Folge des Strafprozesses die Persönlichkeit des Täters begutachtet wurde. Ganz sicher NICHT sinnvoll beurteilen kann man es aber wohl aus der Ferne nur aufgrund der Stellungnahmen der Person, denn diese entsprechen ganz allein dem Bild, welches er von sich selbst in der Öffentlichkeit gezeichnet haben möchte.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 11:43 - Permalink

              So langsam fängt der Drehtüreffekt in unserer Diskussion an.

              so ist das.

            • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 11:56 - Permalink

              und lies dir das mal in ruhe durch:

              broder und die npd

          • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 11:38 - Permalink

            Was so lange vorbereitet wird, ist kein Amoklauf!

          • Martin schrieb am 26. Juli 2011 um 13:11 - Permalink

            Was am Ende des Strafprozesses übrig bleibt wird man ja sehen

            … und was, wenn ihm keine Psychose attestiert wird? War seine Tat dann politisch motiviert?

            • Rossi schrieb am 26. Juli 2011 um 14:53 - Permalink

              shit, falsch gelesen…

              also Edit: Klar kann das sein. Es ist ja nicht so dass ich das ausschließe. Es ist nur einfach verfrüht ohne entsprechendes Hintergrundwissen bereits von einer Tatsache zu sprechen. Viele tun das aber und wenn man schon damit anfängt von den geistigen Brandstiftern zu reden, die mitverantwortlich sein sollen, dann unterstellt das nunmal, dass man fest davon ausgeht, dass die Tat ZENTRAL politisch motiviert war.
              Wenn die geistigen Brandstifter wirklich soviel Einfluss hätten, dann frage ich mich doch, warum nicht fast wöchentlich jemand durchknallt?

            • Martin schrieb am 26. Juli 2011 um 15:43 - Permalink

              warum nicht fast wöchentlich jemand durchknallt?

              Eine gewisse Vernunftbegabung ist den meisten noch nicht abhanden gekommen.
              Das macht Hoffnung und darf kein Freibrief sein, wahnsinniges Gedankengut nach Belieben zu verbreiten.
              Natürlich bleibt die Frage: wer darf beurteilen, was akzeptabel ist, und was nicht?
              Jedenfalls soll sich keiner rausreden können mit “ich kann ja nicht’s dafür, wenn andere das umsetzten was ich nur gedacht und geschrieben habe”.

    67. transwarp schrieb am 25. Juli 2011 um 23:20 - Permalink

      Q: What tipped the scales for you? What single event made you decide you
      wanted to continue planning and moving on with the assault?

      A: For me, personally, it was my government’s involvement in the attacks on Serbia
      (NATO bombings in 1999) several years back. It was completely unacceptable how the
      US and Western European regimes bombed our Serbian brothers. All they wanted was to
      drive Islam out by deporting the Albanian Muslims back to Albania. When the Albanians
      refused, they really didn’t have any choice but to use military force. By disallowing the
      Serbians the right for self-determination over their sovereign territory they indirectly dug
      a grave for Europe. A future where several Mini-Pakistan’s would eventually will be
      created in every Western European capital. This is unacceptable, completely
      unacceptable.

      Da haette er ja auch fast vom SF zitieren können…
      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/390/kosovo-im-kaukasus

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 23:33 - Permalink

        das ist ein extrem vermintes gelände.

    68. gebintit schrieb am 25. Juli 2011 um 23:30 - Permalink

      Es überhöht die Person des Täters massiv, dass man ihm zugesteht politisch gehandelt zu haben. Genau das will er offenkundig erreichen.

      Genau so ist es! Peinlich sind doch seine Bilder, die ihn in den albernen Uniformen zeigen.
      Wäre er ein durchgeknallter Islamist gewesen, dann hätte er sich in der albernen Islamisten-Kluft fotografieren lassen, mit Waffe natürlich. Ich Krieger, ich Held.

      Das Broder-Bashing bringt doch auch keinen Schritt weiter, der Kerl ist in seiner Selbstverliebtheit ebenfalls ziemlich peinlich.
      Die größte Bestrafung solcher Täter wäre, über sie zu schweigen! Gute Nacht!

    69. memphis schrieb am 25. Juli 2011 um 23:31 - Permalink

      Aus den Medien aus dem Sinn

      Deiner Meinung nach müssten allen Populisten der Zugang zu Medien versperrt werden. Das ist albern und dumm. Lieber sollten wir uns dem offen entgegenstellen und das Absurde dieser Populisten für die selbe Öffentlichkeit blosstellen an die sie sich richten. Verbote und Sperrungen haben noch nie etwas gelöst. Du nimmst wohl immer die gleichen falschen Medikamente….

      Und eine Fernanalyse eines offenbar geistig gestörten Verbrechers zeugt von einer gigantischen Selbstüberschätzung verehrter SF!

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2011 um 23:38 - Permalink

        erstens stellen wir uns dem gerade offen entgegen, und zweitens ist das nicht so richtig erfolgreich. wenn man gegen eine laufende turbine anpfeift, sollte man wissen, was die anderen hören.

    70. COPOKA schrieb am 26. Juli 2011 um 00:10 - Permalink

      Jens, wer sind eigentlich Deiner Meinung nach “die gesellschaftlichen Eliten” in diesem Kontext?
      Sind es allerlei Schmierfinken a la Guttenberg, die irgendwie zu Macht und Geld gekommen sind? Oder sind es Maulhelden, die von Springerpresse hofiert werden?
      Für mich und – wie ich denke – für großen Teil der Gesellschaft sind es keine Eliten. Die Gesellschaft ist eben nicht homogen.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 00:31 - Permalink

        Lieber Vitus, diese Frage ist sehr gut. Nennen wir sie die “vermeintlichen Eliten” – das trifft die Sache wohl besser.

      • transwarp schrieb am 26. Juli 2011 um 00:36 - Permalink

        eliten..

    71. transwarp schrieb am 26. Juli 2011 um 01:04 - Permalink

      ach ja.

      More About the Jewish Right Wing Connection:

      just one day before last Friday’s Massacre in Norway, former Trotsky-ite turned neo-con David Horowitz carried an article by Joseph Klein in his Front Page magazine, entitled “The Quislings of Norway,” which might as well have provided mass murderer Anders Behring Breivik with all the motivation he needed to commit his crime.
      http://www.gilad.co.uk/writings/gilad-atzmon-massacre-in-norway-more-about-the-jewish-right.html#entry12257241

      http://frontpagemag.com/2011/07/20/the-quislings-of-norway/

      Vidkun Quisling was a Norwegian politician who turned traitor in World War II, siding with Hitler. He was shot by a firing squad at the end of the war.

      ps:
      In den letzten zehn Jahren töteten die israelischen Militärs mindestens 255 palästinensische Kinder durch einen Schuss in den Kopf.
      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4876/in-den-kopf-geschossen

      • Lennard schrieb am 26. Juli 2011 um 08:39 - Permalink

        Gute Besserung!

      • Granado schrieb am 26. Juli 2011 um 09:07 - Permalink

        “occupation of anti-Semitic leftists and radical Muslims”
        O ja, dagegen muss man sich ja auf den brillianten Widerstandskämpfer gegen Besatzer, Max Manus, und den starken Mann Churchill, der eine Okkupation verhindert hat, berufen. – Zitiert hat ABB diese Nationalhelden ja nicht, so dass daraus auch keine Anti-Nazi-Haltung zu ziehen ist, zumal, wenn dann z.B. die Frankfurter Schule verdammt wird.
        Und dann noch Widerstand gegen die Repression durch ach so mächtige “Political Correctness”.

        • transwarp schrieb am 26. Juli 2011 um 13:44 - Permalink

          Auch Frontpage wird zig mal in dem Manifest zitiert.
          Vieleicht sollte der SF mal auch auf diesen Ursprung der Hasspropganda hinweisen um glaubwürdig zu bleiben.

          aber vor rechts zu warnen, auch mit hinweis auf antisemitische Übergriffe, bei diesem Täter profil! Das halte ich für zu mainstream und feige. Nenn eine Hauptinspiration des Täters beim Namen: rechte hardliner islamhassende Zionisten.

          FrontPage Magazine, Daniel Pipes, Harry’s Place

          “Part of the motivation for this anti-Semitism is the influx into Norway in recent decades of masses of Muslims from Pakistan, Iraq, Somalia and elsewhere. Multiculturalism has taught Norway’s cultural elite to take an uncritical, even obsequious, posture toward every aspect of Muslim culture and belief. When Muslim leaders rant against Israel and the Jews, the reflexive response of the multiculturalist elite is to join them in their rantings. This is called solidarity.”

          http://frontpagemag.com/2011/07/20/the-quislings-of-norway/

          David Horowitz, whose David Horowitz Freedom Center, according to Politico, provided some 920,000 dollars to Jihad Watch in the latter part of the last decade, also defended Spencer on the far-right FrontPage website.

          Most of that money was donated by the Fairbrook Foundation, which is run by Aubry and Joyce Chernick and which has funded other Islamophobic groups, including Pipes’ MEF, Gaffney’s CSP, and Aish Hatorah, as well as the far-right Zionist Organization of America (ZOA), according to 2009 tax records. Indeed, many of the same funders – many of them right-wing Jews – have provided support to such Islamophobic organisations in recent years.

          http://www.ipsnews.net/news.asp?idnews=56618

    72. Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 02:32 - Permalink

      Ich weiß immer noch nicht, was genau auf Utøya geschehen ist.
      Das Ganze passt vorne und hinten nicht.
      Ist es möglich, dass ein Einzeltäter auf einer 14 Hektar großen Insel mit viel Wald über eine Stunde lang Menschen ermordet? Er soll von Zelt zu Zelt gegangen sein, und die Menschen erschossen haben. Er kann sich unmöglich dabei abgesichert haben. Außerdem musste er zwischendurch nachladen.
      Viele der Jugendlichen hatten doch wohl Kameras dabei. Selbst wenn man sich im Wald vor dem Mörder versteckt, kann und wird man doch wohl innerhalb von einer Stunde ein paar Bilder und Videos machen. Und irgendwer würde doch wohl solche Bilder und Videos irgendwo ins Internet stellen. Ich habe bisher nichts davon gehört.
      Erste Zeugenaussagen sprachen übereinstimmend von mehreren Tätern. Gestern wurden noch Tatverdächtige festgenommen, aber danach wieder freigelassen.
      Heute wurde die Zahl der auf Utøya ermordeten um 18 heruntergesetzt. Wie ist das möglich?
      Wer hat das Manifest online gestellt? Der Absender einer Email besagt gar nichts. Wann und von wem wurde es geschrieben?
      Mich würde es nicht wundern, wenn bald der Tod des Einzeltäters verkündet wird.
      Ich gehe auch davon aus, dass es keine Untersuchung der Ermordeten, insbesondere keine Untersuchung der verschossenen Projektile geben wird.
      Wann ist die Schießerei angefangen? Wann gab es den ersten Notruf? Wie ist der Einzeltäter festgenommen worden? Darüber gibt es widersprüchliche Angaben.

      Die Seite Medienanalyse International, die sich wie immer mit solchen Themen beschäftigt, ist seit mindestens sechs Stunden leer.

      Das Ganze ist Terror. Es soll die menschliche Gemeinschaft zersetzen. Dazu gehört insbesondere der Trubel in den Medien und das Manifest. Das Manifest enthält so ziemlich alle Punkte, die von verschiedenen Kritikern mit guten Gründen angesprochen werden. Jetzt wird jedem dieser Kritiker vorgeworfen, diesen Terror zu unterstützen, und der Kritiker ist erst einmal damit beschäftigt, sich von diesem Terror zu distanzieren. Außerdem wird wieder einmal mehr Überwachung und Zensur des Internet gefordert.

      • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 07:58 - Permalink

        Medienanalyse International ist wieder da. Es gibt jetzt auch eine Extra-Seite dazu.

      • Magicdrummer schrieb am 26. Juli 2011 um 08:59 - Permalink

        Viele der Jugendlichen hatten doch wohl Kameras dabei. Selbst wenn man sich im Wald vor dem Mörder versteckt, kann und wird man doch wohl innerhalb von einer Stunde ein paar Bilder und Videos machen. Und irgendwer würde doch wohl solche Bilder und Videos irgendwo ins Internet stellen.

        Klar, wenn auf dich geschossen wird, wirst du auch als erstes dein Handy rausfummeln und ein Video drehen, damit das posthum noch ins Fernsehen kommt. Ähnlich weit hergeholt ist der Rest deiner VT.

        • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 09:12 - Permalink

          Wenn ich im Wald liege, und der Mörder minutenlang in 50 Meter Entfernung herummacht, kann ich das problemlos tun.
          Ich habe tatsächlich immer einen Fotoapparat dabei. Es wäre einfach ärgerlich, wenn ich zB mal im Wald ein Braunbär sehe, und mir das anschließend keiner glauben würde.

          • danielj schrieb am 26. Juli 2011 um 11:53 - Permalink

            Wenn ich im Wald liege – wie gemütlich das bei Ihnen klingt – und in 50 Meter entfernt rennt jemand rum, der auf alles schiesst was sich (noch) bewegt dann halte ich ganz, ganz still und hoffe, daß ich da irgendwie lebendig rauskomme.
            Ich fange ziemlich sicher *nicht* an zu fotografieren.

            Ja, es ist möglich, daß es aufgrund einer ungeheuren Verschwörung keine Fotos gibt.
            Es ist aber auch möglich, daß das einfach daran liegt, daß die Leute damit beschäftigt waren möglichst nicht zu sterben.

            Ich finde so einen Mangel an Empathie schon erstaunlich…

            • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 12:36 - Permalink

              Es ist aber auch möglich, daß das einfach daran liegt, daß die Leute damit beschäftigt waren möglichst nicht zu sterben.

              Aber telefoniert und getwittert haben sie.

              Ich finde so einen Mangel an Empathie schon erstaunlich…

              Ich lasse meine Emotionen nur nicht heraushängen. Das vereinfacht die Kommunikation erheblich.

            • danielj schrieb am 28. Juli 2011 um 11:01 - Permalink

              Aber telefoniert und getwittert haben sie.

              Es macht wohl schon einen gewissen Unterschied, ob ich möglichst still und heimlich versuche (mit meinen Angehörigen) zu kommunizieren oder ob ich mich (zumindest teilweise) aus meinem Versteck wage, um ein Foto zu machen? Und wozu? Um es dem norwegischen Pendant der B!ld als Leserfoto zu verkaufen?

              Ich lasse meine Emotionen nur nicht heraushängen. Das vereinfacht die Kommunikation erheblich.

              Daß Sie sachlich kommunizieren ist ja sehr begrüssenswert. Aber darauf bezog ich mich auch nicht.
              Ich habe den Eindruck, daß es Ihnen vollkommen unverständlich ist, daß niemand Fotos gemacht hat (wenn es denn so war). Und das wiederum ist mir vollkommen unverständlich.

            • Lohengrin schrieb am 28. Juli 2011 um 11:14 - Permalink

              @danielj

              Es macht wohl schon einen gewissen Unterschied, ob ich möglichst still und heimlich versuche (mit meinen Angehörigen) zu kommunizieren oder ob ich mich (zumindest teilweise) aus meinem Versteck wage, um ein Foto zu machen?

              Bei fast 600 Menschen auf der Insel ist man bei dem von mir veranschlagten 50 Metern Abstand in Sicherheit.

              Und wozu? Um es dem norwegischen Pendant der B!ld als Leserfoto zu verkaufen?

              Um den Mörder identifizieren zu können. Möglicherweise entwischt er.
              Außerdem braucht man keine Begründung dafür. Dass ich es kann, würde mir reichen, es zu tun.

              Ich habe den Eindruck, daß es Ihnen vollkommen unverständlich ist, daß niemand Fotos gemacht hat (wenn es denn so war). Und das wiederum ist mir vollkommen unverständlich.

              Es wird doch wohl unter 600 Leuten ein paar zig geben, die so ähnlich drauf sind wie ich.

            • hugendubel schrieb am 28. Juli 2011 um 16:23 - Permalink

              @lohengrin Während du ja an anderer Stelle teilweise vernünftiges von dir gibst kann ich mit deiner checkermäßig vom Sofa aus genau wissend wie du dich verhalten würdest und was andere tun müssen wenn sie von einem Attentäter reihenweise abgeknallt werden Perspektive rein gar nichts anfangen und halte sie für totalen BS. Und das du dir damit anscheinend eine VT bauen willst macht die Sache nicht wirklich besser.

            • Lohengrin schrieb am 29. Juli 2011 um 00:02 - Permalink

              @hugendubel
              Du weißt nicht, was ich bisher erlebt habe, und wie ich mich verhalten habe. Und ich bin weder Computerspieler noch Filmjunkie.
              Es ging mir auch nicht darum, den Jugendlichen auf der Insel vorzuwerfen, dass sie etwas nicht getan hätten. Ich habe behauptet, dass es unter den fast 600 Jugendlichen einige Zig gegeben haben müsste, die das getan hätten. Ein Vorwurf an die Jugendlichen wäre ein Lamentieren über mangelnde Zivilcourage.

              Und das du dir damit anscheinend eine VT bauen willst macht die Sache nicht wirklich besser.

              Wie gut, dass die veröffentlichte Meinung festlegt, was gewesen ist. Wer da noch Fragen hat, muss wahnsinnig sein. Völlig egal, dass da 18 Leichen verschwinden.

              P.S.: Auch für dich der Verweis auf das dass

      • Till schrieb am 26. Juli 2011 um 11:38 - Permalink

        Ich schätze viele deiner scharfsinnigen Kommentare, aber hier wäre ich mit Verschwörungstheorien vorsichtiger. Dass die Tat jedoch von gewissen Kreisen nun dazu benutzt wird, um das Internet und die Blogger besser zu kontrollieren, das befürchte ich auch. Eben wurde auf Deutschlandfunk gemeldet, dass ein CDU-Politiker dem Internet eine Mitschuld gibt: dort würden immehr mehr Straftaten verübt, insbesondere Volksverhetzung.

        • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 12:24 - Permalink

          Es gibt noch viele offene Fragen. Solange das nicht geklärt ist, ist für mich die Identität des Schreibers des Manifests und des Einzeltäters fraglich.

          Eine weitere Möglichkeit ist, dass Breivik ein Wahnsinniger ist, der an dem Massenmord auf Utøya beteiligt war, den Alex von Clockwork Orange macht, und das Manifest gar nicht kennt. Er kann von dem, der das Manifest geschrieben hat, geführt worden sein. Wenn Breivik eine scharfe Kontaktsperre hat, kann das auch noch lange verschleiert bleiben.

      • brainOnaut schrieb am 27. Juli 2011 um 03:55 - Permalink

        verrenn dich nicht, selbst wenn irgendjemand aufnahmen gemacht hat, glaubst du ernsthaft einer von den betroffenen würde ein video vom attentäter der zu sehen ist, wie er einem kind in den kopf schiesst, online stellen? ganz abgesehen davon gibt es aufnahmen vom täter, gefilmt vom angrenzenden ufer, wie er genau das tut; auf einem felsen stehend einem kind in den kopf schiesst. die augenzeugen am ufer, die den täter auf der insel mit feldstecher beobachtet haben; kinder, die 400-600 meter zum ufer geschwommen sind, werden sich ebenfalls kaum gedanken um ihre handys gemacht haben.
        die zeugenaussagen bezogen sich nicht auf mehrere täter, sonder nur auf einen *zweiten* schützen (ich schätze einfach mal, in extremster todesangst sieht man auch mal mehr, zumal wenn mann weiss, daß viele dieser kinder sich anfangs NICHT von den echten polizisten helfen lassen wollten, bzw. sich nicht trauten, aus ihren verstecken zu kommen, immmer in der annahme, es handele sich um weitere attentäter, bedenke, wir reden hier von 14-17 jährigen in einem westeuropäischem land, nicht von kindern ohne zukunft in gaza (oder nigeria, irak, sonstwo) die den gewaltsamen, täglichen tod kennen.
        die ersten notrufe wurden nicht ernst genommen (ne minute, nachdem die schiesserei anfing), weil die behörde natürlich noch voll in anspruch genommen war durch oslo (war ja das perfide, breivik wusste genau, das er durch die autobombe erstmal zeit hatte).
        die zahl der toten war am anfang grobe überschlagung (vermisste, gerettete, die sich nicht sofort erfasst wurden, überlebende, die noch stunden in ihren verstecken ausharrten…).
        ps. breivik kam tatsächlich per fähre mit seinem wagen auf die insel, sprich: er hatte munition ohne ende…
        wie wurde der täter festgenommen? ist jetzt nicht dein ernst, oder? also DAS stand ja wohl überall unisono gleich: er-ergab-sich! und zwar stantepede!

        • Lohengrin schrieb am 28. Juli 2011 um 03:04 - Permalink

          selbst wenn irgendjemand aufnahmen gemacht hat, glaubst du ernsthaft einer von den betroffenen würde ein video vom attentäter der zu sehen ist, wie er einem kind in den kopf schiesst, online stellen?

          So ein Video wäre schon ein Glückstreffer. Ich dachte an irgend ein Foto, auf dem Breivik zu erkennen ist. Es werden sehr viele Bilder online gestellt. Besondere Hemmungen aus Pietät haben die Veröffentlicher nicht.

          ganz abgesehen davon gibt es aufnahmen vom täter, gefilmt vom angrenzenden ufer, wie er genau das tut; auf einem felsen stehend einem kind in den kopf schiesst.

          Ich habe solche Aufnahmen nicht gefunden. Außerdem wird man auf solchen Aufnahmen wohl kaum erkennen können, ob der Schütze Breivik ist.

          kinder, die 400-600 meter zum ufer geschwommen sind, werden sich ebenfalls kaum gedanken um ihre handys gemacht haben.

          Es sind nicht alle geschwommen. Da waren noch genug, die auf der Insel geblieben sind.

          die zeugenaussagen bezogen sich nicht auf mehrere täter, sonder nur auf einen *zweiten* schützen

          Das sind schon mehrere.

          (ich schätze einfach mal, in extremster todesangst sieht man auch mal mehr, zumal wenn mann weiss, daß viele dieser kinder sich anfangs NICHT von den echten polizisten helfen lassen wollten, bzw. sich nicht trauten, aus ihren verstecken zu kommen, immmer in der annahme, es handele sich um weitere attentäter,

          Es wurde von übereinstimmenden Zeugenaussagen gesprochen. Weil ein Täter als Polizist auftrat, ist klar, dass Probleme mit weiteren Polizisten hatten. Das begründet aber nicht, warum von mehreren Schützen gesprochen wurde.
          Dass in dieser Situation Zeugenaussagen mit Vorsicht auszuwerten sind, wissen die Norweger auch. Deswegen wurde das ja auch mit übereinstimmend verbreitet.
          Ich glaube es einfach nicht, dass ein einzelner Mörder eine Stunde lang in Zelte schaut und Menschen erschießt, ohne dass er angegriffen wird. Das mag ein paar Minuten lang funktionieren, aber nicht über eine Stunde lang.

          die ersten notrufe wurden nicht ernst genommen (ne minute, nachdem die schiesserei anfing), weil die behörde natürlich noch voll in anspruch genommen war durch oslo (war ja das perfide, breivik wusste genau, das er durch die autobombe erstmal zeit hatte).

          Das ist unglaubwürdig. Die Meldung “Hier erschießt ein Polizist Menschen.” muss erst genommen werden. Der Bombenanschlag ist da eher eine Unterstützung der Glaubwürdigkeit. Außerdem müssen das bei so vielen Jugendlichen mit Mobiltelefonen auf der Insel sehr viele Notrufe mit gleichem Inhalt gewesen sein.

          die zahl der toten war am anfang grobe überschlagung (vermisste, gerettete, die sich nicht sofort erfasst wurden, überlebende, die noch stunden in ihren verstecken ausharrten…).

          Das kann nicht sein. Tote sind gefundene Leichen. Überlebende sind erfasste Überlebende. Und alles andere sind Vermisste.
          Wieviele Verletzte gibt es eigenlich?

          ps. breivik kam tatsächlich per fähre mit seinem wagen auf die insel, sprich: er hatte munition ohne ende…

          Das wusste ich nicht. Ich dachte, der sei mit einem Taxi gekommen.

          wie wurde der täter festgenommen? ist jetzt nicht dein ernst, oder? also DAS stand ja wohl überall unisono gleich: er-ergab-sich! und zwar stantepede!

          Es gibt auch eine Version mit Tränengas.

    73. Folkher Braun schrieb am 26. Juli 2011 um 03:49 - Permalink

      Moin.

      Eine VT über den Tod des “Einzeltäters” ist nach meiner Ansicht etwas abseitig. Ich gehöre noch zu der Generation, die spätere RAF- Mitglieder – oder von Nebenzweigen – in Berlin “live” erlebt haben. Befund: eitle Gockel und Hühner, deren Reputation nach ihrer Auffassung darin bestand, dass sie in irgendeiner Ausgabe des “Spiegel” namentlich erwähnt worden waren. Wenn das abebbte, musste die Dosis für die Presse natürlich erhöht werden. Mit dem nächsten Mord. Wer sich die diversen “Bekennerschreiben” der RAF mal angesehen hat, wird bestätigen, dass dieses Herleitung-der-Tat-Gestammel grauenhaft dämlich war. Der Gockel jetzt in Norwegen gehört nach meiner Ansicht in dieselbe Rubrik. Ob vorgeblich “links” oder “rechts” ist völlig wurscht. Es handelt sich um Soziopathen, die infolge ihres Zugangs zu höherem Wissen – was ja jede Religion verspricht – sich befugt ansehen, anderes – minderwertiges – Leben auszulöschen. Das hatten wir in old Germany zwischen 1618 und 1648 auch schon mal. Nur, dass es 48 für die Mörder nix mehr zu Beißen gab, weil das Landvolk und das Vieh tot war. Für mich ist der Norweger ABB ein Beispiel dafür, wie kleine eitle Gockel unter Bezugnahme auf Quellen, die er wahrscheinlich selbst nicht verstanden hat, unter Verteilung von Noten an Politiker “around the world” meint, endlich einmal wichtig zu werden. Wie Baader, Meinhof und Co.. Therapie: Mit der Picke in den nächsten Autobahntunnel Granit hämmern. Da kann er Leistung zeigen, dieser Wicht.

      • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 04:21 - Permalink

        Ich gehöre noch zu der Generation, die spätere RAF- Mitglieder – oder von Nebenzweigen – in Berlin “live” erlebt haben. Befund: eitle Gockel und Hühner, deren Reputation nach ihrer Auffassung darin bestand, dass sie in irgendeiner Ausgabe des “Spiegel” namentlich erwähnt worden waren. Wenn das abebbte, musste die Dosis für die Presse natürlich erhöht werden. Mit dem nächsten Mord.

        Das glaube ich dir gerne. Solche Spinner gibt es überall. Und solche Spinner kann man auch sehr gut führen.

        Hätte der Einzeltäter innerhalb von 10 Minuten 50 Menschen erschossen, sich dann verschanzt oder über das Meer abgesetzt und sich von der nach weiteren 30 Minuten eintreffenden Polizei festnehmen lassen, hätte ich es geglaubt.

      • long jogg schrieb am 26. Juli 2011 um 12:16 - Permalink

        “Therapie: Mit der Picke in den nächsten Autobahntunnel Granit hämmern.”

        Bei der Bewertung terroristischer Anschläge durch die Gerichte und deren Einschätzung durch die Medien kommt es auch auf den Status der Opfer an. Während die Gerichte in Prozessen gegen SYMPATHISANTEN der RAF sicherheitshalber noch ein- zweimal Lebenslänglich obendrauf packten, erkennen dieselben Institutionen bei Morden durch Neonazis die resozialisiernde Wirkung niedriger Freiheitsstrafen.

        Bestes Beispiel auch der abgeschlossene Demjanjuk-Prozess: Fünf Jahre für Beihilfe zum Mord in 28.060 Fällen, das sind eineinhalb Stunden pro Ermordeten. Immerhin, bei Urteilen der fünfziger und sechziger Jahre kam nicht selten ein Schnitt von zehn Minuten heraus – oder gleich ein Freispruch. Und wenn nach der Verurteilung von KZ.-Wächtern zu 12, 10 oder nur 6 Jahren in der deutschen Öffentlichkeit „Genugtuung“ über die „hohen“ Strafen ausbrach, dann nur deswegen, weil sich die deutsche Öffentlichkeit daran gewöhnt hatte, dass die Ermordung eines Juden oder Zigeuners von deutschen Gerichten mit Strafmaßen geahndet wird, die jeden Tierschutzverein auf die Barrikaden getrieben hätte, ginge es um „unmenschliche“ Viehtransporte statt um den Transport von Menschen in Viehwaggons mit anschließender Vergasung.

        Da die Opfer von Anders B. keine staatlichen Funktionsträger waren, ist die öffentliche Empörung über die Motive nicht so groß wie sie bei dem Amoklauf eines Hartz-IV-Empfängers wäre, der mal eben mit der Kalaschnikow in einer Arge “aufräumt”. Es spielt also auch eine Rolle, “wer” geschädigt worden ist.

    74. Datamorgana schrieb am 26. Juli 2011 um 03:58 - Permalink

      an den Stammtischen der Republik wünschen sich selbst die Jungen schon seit Jahren ganz offen einen “kleinen Hitler” zurück. Die Schuldigen für ihre eigenen Probleme sind schnell gefunden (die üblichen Verdächtigen), Hartz4-Empfänger, Ausländer im Allgemeinen, Muslime im Speziellen und die Linken weil SED. Auch die ganzen Krisenpakete und Bankenrettungen in der EU werden als reine “Transferpolitik” ins Ausland verstanden und kommen nur den faulen Ausländern wie jetzt den Griechen zu Gute, deren Mitgliedschaft in der EU wir ohnehin nur Rot/Grün zu verdanken haben. Erstaunlicherweise sind sogar die ganzen Verschwörungstheorien der Nazipropaganda gegen Juden und (weil) Weltfinanz wieder sehr aktuell.
      Der Rechte Mob kriecht verstärkt aus seinen Löchern….

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 11:27 - Permalink

        Absolute Zustimmung!

        Der Rechte Mob kriecht aus seinen Löchern … und wird von den Medien jubelnd begrüßt!

        Endlich ist mal einer da, der sich traut das zu sagen…
        Humanismus wird zum “Gutmenschentum”
        Sachlicher Diskurs wird zur lähmenden “political correctnes”

        Und selbstverständlich will keiner ein neues Drittes Reich aber mit diesen ganzen Fremden, Faulen und genetisch Dummen muss sich was ändern…

        Mich kotzt dieser ganze “Diskurs” samt seiner Broders, Sarrazins, Henkels, Bahrings, … nur noch an. Aber: Demokratie ist eben kein Pony Hof…..da hilft nur argumentieren und argumentieren. Auch gegen die Allmacht von BILD und Co.

    75. Vogel schrieb am 26. Juli 2011 um 07:09 - Permalink

      Ist das nich ‘n guter Kommentar (von hier)?
      “Während Ministerpräsident Stoltenberg in der wohl düstersten Stunde seines Landes für mehr Offenheit und Demokratie plädiert, fordern Unionspolitiker in Deutschland schärfere Gesetze. Natürlich darf das Internet kein gesetzloser Raum sein. Doch was hätte die Vorratsdatenspeicherung im Fall Breivik gebracht? Soll die Polizei in Zukunft das weltweite Netz durchkämmen auf der Suche nach wirren Köpfen – wie es realitätsfern die Gewerkschaft der Polizei will? Beide Forderungen zu diesem völlig pietätlosen Zeitpunkt zeigen nur eines: Die Hilflosigkeit im Angesicht des unkalkulierbaren Wahnsinns. Die Menschen in Norwegen machen gerade deutlich, dass sich eine wehrhafte Demokratie durch den Zusammenhalt ihrer Bürger auszeichnet, nicht durch scharfe Sicherheitsgesetze”, unterstreicht die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG.

      An der Stelle stehen noch ‘n paar gute Kommentare!

      • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 07:43 - Permalink

        Es ist zwar nicht dein Text, Vogel, aber ich habe gerade etwas dazu aufgeschnappt.

        Doch was hätte die Vorratsdatenspeicherung im Fall Breivik gebracht?

        Eine norwegische Behörde hat herausgekriegt, dass Breivik im März von einem Polen Chemikalien gekauft hat. Es wird der Eindruck erweckt, dass mit besserer Überwachung der Bombenanschlag hätte verhindert werden können.
        Dass das nicht stimmt, wird klar, wenn man mal darüber nachdenkt. Breivik hatte einen Bauernhof, also einen Grund, so etwas zu kaufen.

        Der Terror wird als Begründen für die Forderung verschärfter Überwachung missbraucht.

      • Lennard schrieb am 26. Juli 2011 um 08:37 - Permalink

        Doch was hätte die Vorratsdatenspeicherung im Fall Breivik gebracht?

        Meinem Wissen nach ist die Vorratsdatenspeicherung in Norwegen vor einiger Zeit eingeführt worden. Aber weder CDU/CSU noch die Hardliner der SPD werden daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Siehe auch der momentane Fall von Spitzelei in Dresden.

        Edit: http://www.datenschutz-praxis.de/fachwissen/fachnews/norwegen-beschliest-vorratsdatenspeicherung-2013-tschechien-hebt-sie-auf

    76. Vogel schrieb am 26. Juli 2011 um 08:48 - Permalink

      Eine norwegische Behörde hat herausgekriegt, dass Breivik im März von einem Polen Chemikalien gekauft hat.

      Post festum!

      Vorratsdatenspeicherung bringt nur das Licht danach, nachdem sich die Daten bewegt haben. Solange die auf meinem Notbuch sind kann ich nur sagen: “Na dann speichert ‘mal schön!” :-)

      Kontrolle des Internetzes (Uhl, der unsägliche): Noch wehre ich mich dagegen, dem Gedanken – und wenn es erst ‘mal ‘ne Hypothese iss – zu folgen, aber: Vielleicht isses das (unter anderem, was weiß ich?)? Mir fällt dazu Dostojewski ein, “Aufzeichnungen aus dem Kellerloch” (in meiner Ausgabe S. 46 u. bis S. 49 o.) – sinngemäß zusammengefasst: “Je besser es dem Menschen geht umso absurder sind seine Ideen und Taten!” Und Dostojewski gilt ja nu nich gerade als Dummkopf, oder?

      Denkt man Uhls Forderung nur an, dann bedeutet das sich mit dem Gedanken an Scanning, Durchleuchting, Abhöring anzufreunden. Das will ich nun weiß Gott auch nich! Was meinst Du? Haben die Zellhaufen das Internet bis zu einem möglichen Ende durchgedacht? Oder eher: 42?

      • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 11:34 - Permalink

        Denkt man Uhls Forderung nur an, dann bedeutet das sich mit dem Gedanken an Scanning, Durchleuchting, Abhöring anzufreunden.

        Das heißt insbesondere Verbot von Anonymität und Verschlüsselung.

        Was meinst Du? Haben die Zellhaufen das Internet bis zu einem möglichen Ende durchgedacht? Oder eher: 42?

        Wir müssen dringend ein zensurresistentes Internet errichten. Dazu gehört insbesondere Anonymisierung.
        Trotz der Ereignisse in den arabischen Ländern, sehen die Leute hier noch nicht die Notwendigkeit. Auch nach dem Erdbeben in Japan, hat eine Japanerin auf ARD gesagt, dass sie froh sei, dass die Regierung nicht das Internet blockiert hat.
        Die Leute hier werden den Ernst der Lage wohl erst verstehen, wenn es zu spät ist.

    77. schwitzig schrieb am 26. Juli 2011 um 10:47 - Permalink

      Ein guter Artikel zum Thema:

      http://www.heise.de/tp/artikel/35/35196/1.html

      Wenn irgendein ein “Linker” so etwas wie Mannheimer abgesondert hätte, würde er wahrscheinlich via §129 bis 140 in irgendeinem Knast versauern. Eine Spiegelfechterei :-)

    78. Till schrieb am 26. Juli 2011 um 11:09 - Permalink

      Bezüglich dem Mordmotiv steht in der ARD-Internetseite (tagesschau.de):
      “Zum Motiv habe er angegeben, er habe sein Land vor dem Islam und dem Marxismus verteidigen wollen. Zudem habe er gesagt, dass die Arbeiterpartei in Norwegen versagt habe. Sie sei für den “Massenimport von Muslimen” verantwortlich und habe dafür bezahlen müssen.”
      Nachdem viele westlichen Medien zuerst über einen islamistischen Hintergrund spekuliert hatten, frage ich mich, wie die Schlagzeilen aussähen, wenn es wirklich einen islamistischen Hintergrund gehabt hätte.
      Und dann frage ich mich, nachdem nun eben kein islamistischer Hintergrund für das Motiv besteht, wie sich die islamische Welt nun so fühlt, wenn jemand wegen dem drohenden “Massenimport von Muslimen” rund 80 Menschen ermordet. Fallen die Medien islamischer Länder nun auch mit grossen Schlagzeilen über uns “Christen” her, wie es umgekehrt der Fall wäre ? Herrscht eine grosse Wut und Empörung in den arabischen Medien ?

      • W. Buck schrieb am 26. Juli 2011 um 11:43 - Permalink

        Die “muslimische Welt” würde es natürlich weitaus mehr interessieren wenn die Toten Moslems gewesen wären. Das ist ein Zeichen dieses ganzen ideologischen Lagerdenkens.

        Wenn in Afghanistan 80 Moslems bei einem Attentat sterben ist das schließlich auch nur eine Randnotiz. Lass aber gedanklich mal 80 Christen in Afghanistan sterben … au backe!

        Ich sehe nach wie vor nur eine Lösung: weg mit dieser ganzen ideologischen Kacke. Sei es Islam, Christentum, Judentum, Hinduismus, Nationalsozialismus, Kommunismus, Neoliberalismus oder sonst ein …ismus. Zuviel davon tut nie gut! Irgendwann steht die Ideologie über dem Menschen und zwar recht flott. Oder um es im ZEN-Buddhistischen auszudrücken: “Wenn dir auf deinem Lebensweg je Buddha begegnet; so töte Ihn!” (schon wieder so eine Ideologie aber weniger “ideologisch”….)

        • sw schrieb am 26. Juli 2011 um 14:09 - Permalink

          das ist reine Spekulation und muß nichts mit “Lagerdenken” zu tun haben.

          Die moslemische Welt hat auch über die US-Opfer am 11.9. getrauert.
          Natürlich trauert sie nicht über US-GI´s welche bei ihren Besatzungsaufgaben getötet werden. Warum auch.

    79. Charles Atlas schrieb am 26. Juli 2011 um 12:45 - Permalink

      Der Ungeist, der die Schreckenstaten vom 11.9.2001, von Madrid, London, Beslan, Moskau, Bombay, Djerba und vielen anderen Orten ermöglicht hat, war auch in Oslo und Utöya der Auslöser. Dass der Täter sich als „Anti-Islamist“, „Christ“, „Freimaurer“ und was weiß ich sonst noch ausgegeben hat, spielt nicht die geringste Rolle – schon gar nicht für die Opfer und ihre Angehörigen.

      Und dass in seinen Ergüssen die Namen Kafka, Kant und Broder vorkommen – soll das heißen, dass diese drei (und vielleicht noch andere) jetzt auf den Index gehören?

      Dass übrigens die – ich nenne sie mal so – „einschlägigen Kreise“ momentan glauben, keineswegs nur klammheimliche Freude zu empfinden, geht aus einigen ihrer Stellungnahmen ganz unzweideutig hervor. Man gebe das Wort „euterclique“ bei GOOGLE ein – dort kommt man gewissen Geistes- … nein: Ungeisteshaltungen auf die Spur, die uns aufs deutlichste verraten, wie gewisse „Gäste“ in Wirklichkeit ticken.

      • Bruder Johannes schrieb am 26. Juli 2011 um 13:59 - Permalink

        Und dass in seinen Ergüssen die Namen Kafka, Kant und Broder vorkommen – soll das heißen, dass diese drei (und vielleicht noch andere) jetzt auf den Index gehören?

        Auf den Scheiterhaufen mit Ihnen! Aber mindestens!

        Das ist schon eine absurde Debatte hier. Da werden Nazikeulen geschwungen, was das Zeug hält und natürlich auch Verbindungen zu Deutschland konstruiert (hat aber lang gedauert…).

        Hier wird schön beschrieben, was das für ein kaputter Typ war
        http://bazonline.ch/ausland/terror-in-norwegen/Mein-Stiefvater-Eine-sexuelle-Bestie-aber-sehr-liebenswert/story/31576486?dossier_id=996

        Aber bloss nicht lesen, passt überhaupt nicht in das sog. linke Weltbild.

        • Peleo schrieb am 26. Juli 2011 um 16:11 - Permalink

          Aber bloss nicht lesen, passt überhaupt nicht in das sog. linke Weltbild

          Wie alle Broder/Sarrazin-Fans legst Du jetzt ganz großen Wert darauf, dass der bloß gestört war und nicht politisch.
          Als ob man das trennen könnte.

      • sw schrieb am 26. Juli 2011 um 14:13 - Permalink

        Der Ungeist der wohl auch in den Angriffen auf moslemische Staaten und deren Besetzung zum Vorschein kommt, ebenso in der langjährigen Unterstützung von repressiven Regimen und Diktatoren in diesen Staaten. Ebenso wohl auch in einem Wirtschaftssystem welches Arme ausplündert und unterdrückt.

        Man sollte nicht die Augen vor den Taten der eigenen Regierung bzw. deren Bündnispartner verschließen.

    80. Hans schrieb am 26. Juli 2011 um 13:04 - Permalink

      Bei Bin Laden, M. Atta und Co. wird von den Linken behauptet, dass das nur Irre seien, die weder stellvertretend für den Islam, noch für die Muslime sind.
      Bei einem tatsächlich Irren sind dann angeblich aber Broder, Wilders, Sarrazin & Co. Schuld…

      Desweiteren wird wieder Christenbashing versucht. Man möge mir die Bibelstellen zeigen in denen direkt zum “Schlag in den Nacken der Ungläubigen” (warum werden wohl westliche Geiseln nicht erschossen, sondern geköpft?) aufgerufen wird.
      Zumal der Vergleich von Pazifist Jesus und Kriegstreiber Mohammed doch eigentlich genügen dürfte.

      • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 13:13 - Permalink

        du behauptest gerade was. willst du das auch mal belegen? welche linken haben in diesem zusammenhang was behauptet? warum sollte man dir bibelstellen zeigen, die niemand behauptet? zumal der vergleich von papst alexander VI. und hafez doch eigentlich genügen dürfte.

        • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 13:19 - Permalink

          Du meinst wohl Alexander VI. Ich lasse mir kein X für ein U vormachen.

          • GrooveX schrieb am 26. Juli 2011 um 13:22 - Permalink

            thx! korrigiert. da wollte mir doch glatt die tastatut ein x für ein v vormachen, sachen gibt’s!

      • meinung c schrieb am 26. Juli 2011 um 13:16 - Permalink

        Diese Sorte Gelaber findet man jetzt überall. Aufgeregt schwärmen sie jetzt aus ihren Echokammern und rechten Blogs aus, mit der neuen alten Botschaft: “Die Gutmenschen und der Islam sind (selbst) schuld”. Nein, eure Hetze hatte Anteil daran, dass der Attentäter glaubte, auf Verständnis zu treffen. Er las eure Hetze, er tat es für euch, wollte euch gefallen, und motivieren, sich ihm anzuschließen. Daran werdet ihr nicht vorbeikommen. Ihr seid der Sumpf, aus dem er kam.

        PS: Du redest hier von der Bibel und von Christentum, warum liebst du dann nicht deine Feinde?

      • Martin schrieb am 26. Juli 2011 um 13:23 - Permalink

        Kriegstreiber Mohammed

        … aus dem Munde eines wahren Christen.

        Da fühle ich mich doch zunehmend zum streng gläubigen fundamentalistischen Atheismus hin gezogen …

        • Hans schrieb am 26. Juli 2011 um 14:31 - Permalink

          Wie viele Kriege hat der historische Jesus geführt und wie viele der historische Mohammed?

          • Lohengrin schrieb am 26. Juli 2011 um 14:34 - Permalink

            Mohammed ist historisch belegt. Jesus nicht.

          • Peleo schrieb am 26. Juli 2011 um 16:20 - Permalink

            Und sein(e) Stellvertreter auf Erden?

      • danielj schrieb am 26. Juli 2011 um 13:34 - Permalink

        Tja, da kann ich genausogut umgekehrt argumentieren.
        Bei Anders B. behaupten Sie, daß das nur ein Irrer sei, der weder stellvertretend für das Christentum noch für die Christen ist.
        Bei offensichtlich ebenfalls Irren wie Bin Laden, Atta und Co. nehmen Sie aber wie selbstverständlich eine ganze Religion in Sippenhaft.

        Und nu?

      • schwitzig schrieb am 26. Juli 2011 um 13:44 - Permalink

        Bei Bin Laden, M. Atta und Co. wird von den Linken behauptet,

        zzzzzup -> in die Idiotenschublade.

      • Momo schrieb am 26. Juli 2011 um 14:18 - Permalink

        @Hans, 26. Juli 2011, 13:04 Uhr

        Ich sage nur und erwähne ausdrücklich die scheinheiligen christlichen Fundamentalisten Bush, Palin und Peter Hahne (ZDF).

        Wieviele Tote hat der Massenmörder Bush (und seine Helfershelfer Blair, Berlusconi und Aznar) auf dem Gewissen? Ich zitiere aus der Nobelpreisrede des Literaturnobelpreisträgers Harold Pinter (2005):

        http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2005/pinter-lecture-g.html

        “Wie jeder der hier Anwesenden weiß, lautete die Rechtfertigung für die Invasion des Irak, Saddam Hussein verfüge über ein hoch gefährliches Arsenal an Massenvernichtungswaffen, von denen einige binnen 45 Minuten abgefeuert werden könnten, mit verheerender Wirkung. Man versicherte uns, dies sei wahr. Es war nicht die Wahrheit. Man erzählte uns, der Irak unterhalte Beziehungen zu al-Qaida und trage Mitverantwortung für die Gräuel in New York am 11. September 2001. Man versicherte uns, dies sei wahr. Es war nicht die Wahrheit. Man erzählte uns, der Irak bedrohe die Sicherheit der Welt. Man versicherte uns es sei wahr. Es war nicht die Wahrheit. (…)
        Die Invasion des Irak war ein Banditenakt, ein Akt von unverhohlenem Staatsterrorismus, der die absolute Verachtung des Prinzips von internationalem Recht demonstrierte. Die Invasion war ein willkürlicher Militäreinsatz, ausgelöst durch einen ganzen Berg von Lügen und die üble Manipulation der Medien und somit der Öffentlichkeit; ein Akt zur Konsolidierung der militärischen und ökonomischen Kontrolle Amerikas im mittleren Osten unter der Maske der Befreiung, letztes Mittel, nachdem alle anderen Rechtfertigungen sich nicht hatten rechtfertigen lassen. Eine beeindruckende Demonstration einer Militärmacht, die für den Tod und die Verstümmelung abertausender Unschuldiger verantwortlich ist.
        Wir haben dem irakischen Volk Folter, Splitterbomben, abgereichertes Uran, zahllose, willkürliche Mordtaten, Elend, Erniedrigung und Tod gebracht und nennen es „dem mittleren Osten Freiheit und Demokratie bringen“.
        Wie viele Menschen muss man töten, bis man sich die Bezeichnung verdient hat, ein Massenmörder und Kriegsverbrecher zu sein? Einhunderttausend? Mehr als genug, würde ich meinen. Deshalb ist es nur gerecht, dass Bush und Blair vor den Internationalen Strafgerichtshof kommen. Aber Bush war clever. Er hat den Internationalen Strafgerichtshof gar nicht erst anerkannt. Für den Fall, dass sich ein amerikanischer Soldat oder auch ein Politiker auf der Anklagebank wiederfindet, hat Bush damit gedroht, die Marines in den Einsatz zu schicken. Aber Tony Blair hat den Gerichtshof anerkannt und steht für ein Gerichtsverfahren zur Verfügung. Wir können dem Gerichtshof seine Adresse geben, falls er Interesse daran hat. Sie lautet Number 10, Downing Street, London.”

        So lange Iraks Hussein den Interessen der US-Außen- und Militärpolitiker dienlich war, konnte er jegliches Verbrechen folgenlos begehen.

    81. anti-edl schrieb am 26. Juli 2011 um 13:13 - Permalink

      http://www.guardian.co.uk/media/2011/jul/26/glenn-beck-norwegian-dead-hitler

    82. Natalie schrieb am 26. Juli 2011 um 13:54 - Permalink

      Ich kann mich noch erinnern, als Welt Online Daniel Pipes Artikel “Barack Obama sollte den Iran bombardieren” (ich setze bewusst keinen Link zu seinem Artikel!) veröffentlicht hat.

      Kurz darauf stellte ein Leser von Gert Flegelskamp Strafanzeige gegen Daniel Pipes und die Axel Springer AG.

      Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte: Broder, Sarrazin, Fleischhauer und wie all die bekannteren Gesichter heißen mögen, sind nur die Spitze dieses widerlichen uns aus meiner Sicht höchst gefährlichen Neocon-Eisberges. Die Männer und Frauen, die hinter ihnen stehen, sind viel mächtiger und perverser in ihrem Gedankengut als die oben genannten.

    83. Hannzi schrieb am 26. Juli 2011 um 14:40 - Permalink

      Was muss eigentlich noch passieren, dass die geistigen Brandstifter ein wenig Empathie zeigen?

      Genau das ist der Kernpunkt rechtskonservativem Gedankenguts und Gewaltverbrecher (was bei genauem Hinsehen im Grunde dasselbe ist.)

      Ihnen fehlt genau diese Empathie, was ihnen erst ihre Taten ermöglicht. Erst dieser Mangel führt zu der Einstellung, Menschen in Kosten und Nutzenkategorien aufzuteilen und gar nicht zu bemerken, das man Menschen damit Gewalt antut. Betroffene fühlen nicht mehr mit und können diese Untaten genau aus diesem Grunde begehen.

      Eigentlich sind solche Menschen in ihrer Menschlichkeit eben zu tiefst verstört.

      Woher das kommt?

      Immerhin um die 80% rechter Gewalttäter ist in einem harten Gewaltmillieu aufgewachsen. Sie unterwerfen sich der Gewalt, die sie für Stärke halten und mit Macht gleich setzen. Macht über Andere haben wie sie Andere über einen selbst haben, vor allem um die eigene Angst zu vertreiben. Das sind die Ziele und tiefenpsychologischen Ursachen für rechtsgerichtete gewaltätige Gesinnung. Befreien kann man Menschen aus dieser Lebenslage nur auf zweierlei Wegen: Entweder sie erlernen durch Erleben zufällig was Mitgefühl ist z.B. durch eine Partnerin, die sie doch noch im Herzen anrührt. Oder sie werden Mental gebrochen und ihnen wird ihre ganze Erbärmlichkeit mit einem Schlag bewußt. An dieser Stelle können diese Menschen dann neu lernen und sind aufnahmefähig, weil sie keinerlei Abwehrmechanismen mehr aufzubieten haben.
      Mit Gesprächen oder Überzeugung durch Argumente ist diesen Menschen nicht beizukommen. Das werten sie nur als Schwäche und verachten Menschen dafür. Das erklärt auch die Haltung gegenüber der Linken “Analysefraktion” und “Diskussionskultur” und insbesondere weichen sensiblen Menschen gegenüber aber auch den Verlierern und Schwachen, nicht durchsetzungsstarken Menschen wie Obdachlosen oder Behinderten, die besonders auf Mildtätigkeit angewiesen sind. Diesen gegenüber verspürt der Rechte einfach nur abgrundtiefen Hass, weil sie dem Rechten genau die Hilflosigkeit vor Augen führen, an der der Rechte so stark erkrankt ist und die er mit seiner Unterwerfung vor der quälenden Autorität zu bekämpfen versucht! Er bettelt förmlich mit seiner Hörigkeit um die Anerkennung durch die rücksichtslose brutale Autorität und begehrt wie schon gesagt um den Platz als Autorität um selbst Foltermeister sein zu dürfen, weil er damit seinem eigenen Trauma entfliehen kann.

      Viel mehr gibts zu dem Täter von Oslo und den Rechten Brandstiftern nicht zu sagen.

      MFG

      • Serious Sam schrieb am 26. Juli 2011 um 16:20 - Permalink

        Was muss eigentlich noch passieren, dass die geistigen Brandstifter ein wenig Empathie zeigen?

        Genau das ist der Kernpunkt rechtskonservativem Gedankenguts und Gewaltverbrecher (was bei genauem Hinsehen im Grunde dasselbe ist.)

        Ihnen fehlt genau diese Empathie, was ihnen erst ihre Taten ermöglicht

        Verzeihung, und wie ist das bei linksradikalen und/oder radikalislamischen Terroristen? Die begehen ihre Gewalttaten aus purer Empathie?

        • Hannzi schrieb am 26. Juli 2011 um 19:05 - Permalink

          Linksradikale sind nicht der Autorität unterworfen, sondern rebellieren gegen die Falschheit einer Autorität, die sich auf Befehl und Gehorsam gründet.

          Wird der Linke Gewaltbereit, ist es viel eher eine Protestgewalt, die sich nicht an den Menschen sondern am abgelehnten System und seiner Symbolik äußert. Auch wenn Linke zu Gewalt neigen, ist es eine andere Erscheinungsform. Sie wettern nicht Hassüberströmt gegen die Verlierer der Gewaltenherrschaft, sondern gegen die Verursacher. Etwas, das der Rechte sich in der Regel nicht getraut, oder nur wenn er innerhalb einer zweiten Autorität dazu geführt wird, eine bestehende Autorität anzugreifen.

          Der Linke rebell will sich an den Tätern rächen, will sie zur Verantwortung für ihre Verbrechen ziehen und ja, auch der Linke wird im Zuge seiner Ohnmacht dazu verleitet Gewalt einzusetzen, zumeist jedoch gegen Sachen aber auch unter einem schleichenden Verlust des Mitgefühls, der Empathie.

          Radikale Terroristen ist eine neutrale Bezeichnung für jede Form der Gewaltanschläge gegen eine Mehrheit durch eine Minderheit. Diesem Zusammenhang wird man nicht so einfach darstellen können, weil darin auch individuell völlig unterschiedliche Motive eine Rolle spielen. Es werden viele Gewalt Aktivitäten als Terrorismus verkauft, die eigentlich Seperatismus oder staatliche Selbstverteidigung sind (wie jetzt z.B. in Lybien). Darunter Subsumiert sich auch eine internationale Protestbewegung gegen Imperialismus und Ausbeutung. Wie das jetzt bei dem einzelnen Attentäter selbst ist, kann man hier also nicht sagen.

          Letztlich bleibt nur die Gemeinsamkeit, das hier Personen oder Personengruppen ihre Ziele mit Gewalt gegen Gewaltherrschaft durchsetzen wollen. Wer ist da der böse Bube?

          Der Religiöse Fundemantalismus ist hier eher eine Feindbildideologie im Zusammenhang und führt zu einer Überbewertung und Idealisierung der eigenen Gruppe und Rechtfertigungslogik sowie Blindflecken für die Gewalt-Handlungen der eigenen Gruppe. Ähnliche Effekte erzielt der Nationalismus und Rassismus.

          Diese Systematik beinhaltet auch die Erkenntniss das das politische Handeln nie zum Erfolg führen kann, weil nicht das politische die Lösung sondern die Fortsetzung der dem Individiuum innewohnenden Konflikte ist.

          MFG

      • Weintraube schrieb am 26. Juli 2011 um 16:27 - Permalink

        Ach, wenn das alles so einfach wäre. Vielleicht sollten wir alle mal hier beim Spiegelfechter eine Schweigeminute einlegen. Und nachdenken. Und zwar zunächst über eigene Fehler. Und dann über die Fehler der anderen.
        Aber die meisten von uns teilen die Welt in “Gläubige” und “Ungläubige”. Dieses Denken gibt es nicht nur bei “Moslems”.

      • Lohengrin schrieb am 28. Juli 2011 um 06:18 - Permalink

        Immerhin um die 80% rechter Gewalttäter ist in einem harten Gewaltmillieu aufgewachsen.

        Es ist komplizierter. Es geht nicht um die Gewalt, die dem späteren Gewalttäter angetan wurde, sondern darum, was er als Gewalt empfindet.
        Mit anderen Worten: Wer einen Grund sucht, der findet einen.

        Mit Gesprächen oder Überzeugung durch Argumente ist diesen Menschen nicht beizukommen. Das werten sie nur als Schwäche und verachten Menschen dafür.

        Richtig. Es gibt viele Situationen, wo man mit Argumenten nicht weiter kommt.

        • Hannzi schrieb am 28. Juli 2011 um 16:15 - Permalink
          Immerhin um die 80% rechter Gewalttäter ist in einem harten Gewaltmillieu aufgewachsen.

          Es ist komplizierter. Es geht nicht um die Gewalt, die dem späteren Gewalttäter angetan wurde, sondern darum, was er als Gewalt empfindet.
          Mit anderen Worten: Wer einen Grund sucht, der findet einen.

          Darum geht es nicht direkt. Es ist die Folge von radikalen Gewalterfahrungen vor allem durch Erziehungsberechtigte, Mutter und / oder Vater, die dazu führt, das diese Kinder nie Empathie entwickeln konnten. Sie lernen keine Geborgenheit im Schutze familiärer Liebe kennen, sondern nur die Hilflosigkeit und weil sie aber genauso wie alle Anderen Anerkennung Sicherheit und Geborgenheit brauchen, verschieben sie diese Wahrnehmungsformen in Pseudobereiche wie nationale Identität, Pathos, Kadavergehorsam, Ritualität, Kameradschaft. Diese Selbst-Konstruktion ist empfänglicher für die Konzepte einer rechtsnationale Gesinnungshaltung, gerade weil diese Haltung Ausdruck der Kompensation ihrer ursprünglichen Probleme und Lösungsoptionen für die eigenen Bedürfnisse biette, die allerdings nie wirklich der menschlichen Natur von Gefühl und Emotionalität entspringen, sondern davon abgespaltet werden und sein müssen, weil sonst die Hilflosigkeit, die Angst und das Leiden den Menschen ständig begleitet. Aus dieser Summe von Verdrängung und Alternativen ist das System rechtsnationaler Lebensgestaltung entstanden und führt es gesellschaftlich weiter. Nicht umsonst ist gerade in der Nazi-Zeit die Erziehung eine besonders grausame Kinder-Folter gewesen! Dies hat insbesondere gerade jene Menschen reproduziert, die die Vernichtungsindustrie brauchte.
          Dies zur Erläuterung. Nun zu Ihrem Punkt:

          Was er als Gewalt empfindet ist ja genau der gestörte Faktor! Der Betroffene Gewalttäter aus dem rechtsnationalen Millieu ist nicht fähig seine Handlungen wirklich in den Kontext zu legen, den wir dafür haben. Er fühlt nicht mit, er tut einfach was er tut, weil er es zumindest nicht anders kennt und sich so seiner eigenen Probleme entledigen kann. Er ist seelisch behindert und findet in seiner Schwäche nicht zu sich selbst und kann das was er tut aus mangelnden Mitgefühl gar nicht als so brutal einordnen wie es das ist. Natürlich ist es schlicht auch bösartig wenn man so etwas tut, das kann auch der Rechte wissen. Aber er ist erst zu dieser Rolle in der er sich befindet gedrängt worden und ihm fehlt der Selbst- und Fremdschutz durch das Mitgefühl um zu verhindern das er diese Gewalt einsetzt. Es ist auch eine willentliche aber insbesondere eine erlernte Haltung, die ihn zur Gewalttat treibt. Ich sage nicht das diese Täter unschuldig wären, aber ich weise auf die strukturellen Mängel der Erziehung und Lebenserfahrungen hin, die einen Menschen in diese Richtung treiben. Bei den zitierten Zahlen wird das auch offensichtlich.

          Diese Probleme beginnen auch nicht erst mit der Jugend, sie liegen viel früher in der Beziehungsprägung im Kleinkindalter während der ersten Lebensjahre. Zu diesem Zeitpunkt wird die Grundlage gelegt, die später für solche Ausuferungen Basis wird.

          Was kann man eigentlich dagegen tun? Kümmern Sie sich um Ihre Kinder. Pfeiffen Sie auf Ratschläge, die gewaltsame Abnabelung fordern. Kümmern Sie sich um ein schreiendes kleines Kind IMMER, lassen Sie das Kind nie alleine im Schmerz und mit seiner Angst. Nehmen Sie die Gefühlsäußerungen der Kinder sehr ernst, lassen Sie die Kinder möglichst oft und deutlich ihre Gefühle beschreiben. Bestärken Sie die Kinder darin ihren Empfindungen Ausdruck zu geben, ohne dabei unkultiviertes Verhalten zu gestatten bzw. zu honorieren.
          Gehen Sie zu Therapeuten, wenn Sie merken das das Geschrei und die emotionale Versorgung ihres (oder eines) Kleinkindes bei Ihnen zu Aggression führt, oder wenn das Gefühl Sie beschleicht, das Kind wolle Sie terrorisieren. Lassen Sie nicht zu, das Ihre eigenen früheren negativen Erfahrungen die Oberhand gewinnen über ihre jetzigen Handlungen, sondern wehren Sie sich gegen den “Trieb” und machen Sie sich mit ihren eigenen Erziehungstraumata vertraut. Dann kann man auch im Regelfall verhindern, das Kinder zu gewalttätigen Despoten werden.

          Den meisten mag das alles irgendwie doch selbstverständlich scheinen, aber genau das ist es für einen erheblichen Teil der unserer Mitmenschen nicht (gewesen) und aktuell genauso wenig.

          MFG

          • Lohengrin schrieb am 28. Juli 2011 um 22:55 - Permalink

            Es ist die Folge von radikalen Gewalterfahrungen vor allem durch Erziehungsberechtigte, Mutter und / oder Vater, die dazu führt, das diese Kinder nie Empathie entwickeln konnten.

            Ich kenne Familien mit mehreren Kindern, von denen eins derart gestört ist, die anderen aber nicht. Was sollen diese Eltern denn falsch gamacht haben? Auch Begründungen über das erste Kind funktionieren nicht. Die gestörten Kinder sind mitten drin.
            Es scheint sogar umgekehrt. Während sich die Eltern immer mehr um das gestörte Kind kümmern, und dabei die anderen Kinder vernachlässigen, wird das Problem immer schlimmer.

            Nicht umsonst ist gerade in der Nazi-Zeit die Erziehung eine besonders grausame Kinder-Folter gewesen! Dies hat insbesondere gerade jene Menschen reproduziert, die die Vernichtungsindustrie brauchte.

            Ursache und Wirkung? Die Menschen, die 1940 gewirkt haben, wurden nicht 1940 erzogen.

            Es ist auch eine willentliche aber insbesondere eine erlernte Haltung, die ihn zur Gewalttat treibt.

            Das ist eine selbsterfüllende Vorhersage. Mit der perversen Interpretation seiner Erlebnisse, erlernt der Gestörte sein Verhalten. Wenn sich seine Eltern besonders um ihn kümmern, wird er genau das als Begründung seines Verhaltens nehmen. Er kann behaupten, dass diese Bevorzugung seine Geschwister gegen ihn aufgehetzt hätte.

            Diese Probleme beginnen auch nicht erst mit der Jugend, sie liegen viel früher in der Beziehungsprägung im Kleinkindalter während der ersten Lebensjahre.

            Nachher ist man immer schlauer. Das was die Kinder prägt, ist derart komplex, dass ich mich nicht traue, darüber Vorhersagen zu machen.
            Nochmal: Wer einen Grund sucht, der findet einen.

            Kümmern Sie sich um Ihre Kinder. Pfeiffen Sie auf Ratschläge, die gewaltsame Abnabelung fordern.

            Wenn das Kind dann doch gestört ist, wird einem genau das vorgeworfen – auch von dem Kind.

            Kümmern Sie sich um ein schreiendes kleines Kind IMMER, lassen Sie das Kind nie alleine im Schmerz und mit seiner Angst. Nehmen Sie die Gefühlsäußerungen der Kinder sehr ernst, lassen Sie die Kinder möglichst oft und deutlich ihre Gefühle beschreiben. Bestärken Sie die Kinder darin ihren Empfindungen Ausdruck zu geben, ohne dabei unkultiviertes Verhalten zu gestatten bzw. zu honorieren.

            Ich habe keine Kinder, weil ich mir das ersparen will. Hätte ich aber die Verantwortung für Kinder, dann würde ich selbstverständlich so handeln.
            Hast du Kinder?

            Gehen Sie zu Therapeuten, wenn Sie merken das das Geschrei und die emotionale Versorgung ihres (oder eines) Kleinkindes bei Ihnen zu Aggression führt, oder wenn das Gefühl Sie beschleicht, das Kind wolle Sie terrorisieren.

            Wieso haben solche Leute Kinder? Wer macht mit solchen Leuten Kinder?
            Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es solche Eltern gibt. Nach meiner Erfahrung kommt das bei Müttern viel häufiger vor als bei Vätern.

            Dann kann man auch im Regelfall verhindern, das Kinder zu gewalttätigen Despoten werden.

            Und trotzdem, oder sogar gerade deshalb, kommen auch aus socher Kindheit feinfühlige, verantwortungsbewusste, liebende Menschen.

            • Hannzi schrieb am 29. Juli 2011 um 02:25 - Permalink

              In der Psychologie gibt es nicht Formelwissen wie in der Mathematik. Es sind immer nur Formen, die bestimmte Ergebnisse mit sich bringen. man erkennt Formen und Muster, sieht was diese Bewirken und kann daraus Schlussfolgerungen ziehen.

              Der Mensch ist natürlich komplexer als meine Beschreibungen auf den ersten Blick hergeben. Insbesondere weil diese Tiefenpsychologischen Zusammenhänge nicht so ohne weiteres einleuchten.
              Trotz allem Bemühen kann Erziehung schief gehen, oder gerade wegen zu viel Bemühen. Wider Erwarten kann aus einem mißhandelten Kind ein einfühlsamer Mensch werden. Ersteres wird allerdings eine Warscheinlichkeit von über 90 von 100 und letzteres eher irgendwo im einstelligen Prozentbereich liegen, wenn nicht sogar nur im Promillebereich.

              Es gibt keine Garantie, keine Formel, keine absolute Sicherheit.

              Ich kenne Familien mit mehreren Kindern, von denen eins derart gestört ist, die anderen aber nicht. Was sollen diese Eltern denn falsch gamacht haben? Auch Begründungen über das erste Kind funktionieren nicht. Die gestörten Kinder sind mitten drin.
              Es scheint sogar umgekehrt. Während sich die Eltern immer mehr um das gestörte Kind kümmern, und dabei die anderen Kinder vernachlässigen, wird das Problem immer schlimmer.

              Das ist ohne genaue Kenntnisse nicht zu bestimmen. Eine Störung kann durch ganz kleine aber katastrophale Ereignisse passieren. Für massiven Vertrauensverlust reicht eine innerfamiliäre oder für ein Trauma ein einziges Erlebniss prägender Art. Man kann so einfach nicht sagen ob ein Kind einfach ungewöhnliche Besonderheiten im Verhalten oder pathologische Störungen hat.

              Fachleute sind auch nicht immer eine Hilfe, aber empfehlen kann man es wenn man in der Familie nicht mehr weiter kommt.

              Ursache und Wirkung? Die Menschen, die 1940 gewirkt haben, wurden nicht 1940 erzogen.

              So einfach ist das nicht. Es geht auch nicht immer nur um Kinder die erzogen wurden, sondern auch um Erwachsene. Diese Form der Prägung wird nachdrücklich in der Kindheit und Jugend gelegt, aber auch über das halbe Leben erlernt. Der Mensch hört nie auf zu lernen.

              Das ist eine selbsterfüllende Vorhersage. Mit der perversen Interpretation seiner Erlebnisse, erlernt der Gestörte sein Verhalten. Wenn sich seine Eltern besonders um ihn kümmern, wird er genau das als Begründung seines Verhaltens nehmen. Er kann behaupten, dass diese Bevorzugung seine Geschwister gegen ihn aufgehetzt hätte.

              Nein so ist das nicht zu verstehen. Die Beschreibungen sind reine Analyse, das weiß der Betroffene nicht. Gerade rechtsnational gesinnten ist es sehr sehr oft gar nicht möglich überhaupt irgendwelche Argumente zu verarbeiten. Sie können das aus nicht, weil sie sofort wenn sie anfangen sich mit irgendwas zu konfrontieren, den eigenen verdrängten Problemen näher kämen.

              Kümmern Sie sich um Ihre Kinder. Pfeiffen Sie auf Ratschläge, die gewaltsame Abnabelung fordern.

              Wenn das Kind dann doch gestört ist, wird einem genau das vorgeworfen – auch von dem Kind.

              Die Warscheinlichkeit wie schon geschrieben ist dabei radikal verringert. Wenn Kinder mit ihren Ängsten alleine bleiben, ist die Gefahr für Probleme sehr viel größer. Das es immer ein Risiko gibt, das nie alles perfekt laufen kann, das gehört zum Leben eben dazu. Damit müssen wir uns alle auseinandersetzen.

              Wer dann solche unfairen Vorwürfe macht sollte schleunigst zurecht gewiesen werden. Die Angst Fehler zu machen, wenn die regiert, dann kann man gar nichts mehr richtig machen. Diese Angst darf gar nicht erst aufkommen.

              Hast du Kinder?

              Warum diese Frage? Ist doch nicht wichtig. Kinder haben oder nicht ist keine Notwendigkeit um einen psychologischen Blick zu entwickeln.

              Wieso haben solche Leute Kinder? Wer macht mit solchen Leuten Kinder?
              Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es solche Eltern gibt. Nach meiner Erfahrung kommt das bei Müttern viel häufiger vor als bei Vätern.

              Es ist vielen eben nicht klar, was Kinder für eine Aufgabe mit sich bringen und welche Konfrontationen mit der eigenen Psyche das mit sich bringt. Leider stecken gerade jene, die diesen Anforderungen nur schwer gerecht werden können, viel Hoffnung in eine eigene Familie, in ein Kind. Sie erhoffen sich die bisher versagte Liebe und / oder wollen es besser machen und auch ihren Eltern beweisen das sie es besser können. Sehr oft ist es aber den Betroffenen überhaupt nicht bewußt.
              Wer mehr betroffen ist weiß ich in diesem Zusammenhang nicht. Warscheinlich sind die Störungen in der Versorgung der Kinder jeweils nur anderer Natur, so das die speziellen Fehler der Mütter viel stärker auffallen, insbesondere auch weil gerade diese mehr mit den Kindern in Kontakt stehen als die Väter. Die klassische Vaterrolle erlaubt hier eine große Distanz zum Kind. Das ist etwas, das ja nicht von ungefähr kommt, sondern eben in den alltäglichen Störungen teilweise Ursache haben dürfte.

              MFG

            • Lohengrin schrieb am 29. Juli 2011 um 23:53 - Permalink

              @Hannzi

              Trotz allem Bemühen kann Erziehung schief gehen, oder gerade wegen zu viel Bemühen. Wider Erwarten kann aus einem mißhandelten Kind ein einfühlsamer Mensch werden. Ersteres wird allerdings eine Warscheinlichkeit von über 90 von 100 und letzteres eher irgendwo im einstelligen Prozentbereich liegen, wenn nicht sogar nur im Promillebereich.

              Das stimmt nicht. Möglicherweise bist du hier einer falschen statistischen Interpretation aufgesessen.

              Beispiel (die Zahlen sind ungenau, weil das schwer zu erfassen und zu definieren ist):
              Unter 1000 Menschen gibt es 20 Psychopathen und 200 als Kind misshandelte. 16 Psychopathen wurden in der Kindheit misshandelt.
              Dann sind 80% der Psychopathen als Kind misshandelt worden. Allerdings sind nur 8% der als Kind Misshandelten Psychopathen. Außerdem sind 0.5% der als Kind nicht Misshandelten Psychopathen.

              Wer als Kind misshandelt wurde, hat ein negatives Beispiel. Er weiß, wie er nicht werden will. Das kann zu besonders feinfühligem, verantwortungsbewussten und liebendem Verhalten führen.

              Man kann so einfach nicht sagen ob ein Kind einfach ungewöhnliche Besonderheiten im Verhalten oder pathologische Störungen hat.

              In einem von den mir bekannten Fällen, ist der Mann nach dem Mord an einem Kind, das ihm bei einem Einbruch in einem Haus begegnete, eingesperrt worden. Über die Erklärungen des Psychologen waren die Eltern und Geschwister sowie deren Bekannte entsetzt bis erbost.

              Gerade rechtsnational gesinnten ist es sehr sehr oft gar nicht möglich überhaupt irgendwelche Argumente zu verarbeiten.

              Richtig. Wenn sie aber erst einmal derart auffällig geworden sind, dass sie psychologische Unterstützung bekommen, werden diese Argumente entwickelt.

              Die Angst Fehler zu machen, wenn die regiert, dann kann man gar nichts mehr richtig machen. Diese Angst darf gar nicht erst aufkommen.

              Das ist das größte Problem, das arme Leute mit Kindern in Deutschland haben.

              Hast du Kinder?

              Warum diese Frage? Ist doch nicht wichtig. Kinder haben oder nicht ist keine Notwendigkeit um einen psychologischen Blick zu entwickeln.

              Ich kenne Menschen, die, nachdem sie selbst Kinder bekommen haben, ihre Meinung über die Ratschläge, insbesondere über die Ratschläge von Kinderlosen, grundlegend geändert haben.

              Leider stecken gerade jene, die diesen Anforderungen nur schwer gerecht werden können, viel Hoffnung in eine eigene Familie, in ein Kind. Sie erhoffen sich die bisher versagte Liebe und / oder wollen es besser machen und auch ihren Eltern beweisen das sie es besser können. Sehr oft ist es aber den Betroffenen überhaupt nicht bewußt.

              Viele Leute machen ein Kind, um ihre Beziehung damit zu festigen.

            • Hannzi schrieb am 30. Juli 2011 um 13:04 - Permalink

              Ihnen geht die Distanz in der Betrachtung ab. Sie schließen von bekannten Einzelfällen, subjektiver Sichtweise auf das Gesamtbild und lassen Modellbetrachtungen nicht gelten.

              Ich empfehle Ihnen noch einmal Literatur von Arno Gruen, genauso Alice Miller, Erich Fromm, Fritz Riemann u.ä.

              Nun wird es hier unübersichtlich und wir werden das hier auch nicht weiter vertiefen können.

              Psychologie ist nicht alleine der Ratschlagpark elterlicher Gedanken- und Erziehungskonzepte. Es ist fraglich ob sich mein “Rat” so stark ändern könnte. Darum gehts hier auch nicht, also um Rat alleine. Mir ging es ursprünglich darum, deutlich zu machen wieso Politik eben so sinnlos ist. Denn sie ist erst einmal Fortsetzung und nicht Ursache zwischenmenschlicher Probleme und Verhaltensstörungen bzw. -fehler. Wie in der christlichen Geisteslehre wird heute immer wieder deutlich, das die falschen Haltungen mit falschem bzw. zumindest fragwürdigem Verhalten zu Problemen führt. Lieblosigkeit ist die Wurzel vieler Übel dieser Welt. Darum dreht sich das Hamsterrad menschlicher Konflikte immer wieder und diese Konflikte werden von Generation zu Generation weitergereicht. Besonders deutlich wird dies bei tiefgreifenden Störungen. Da liegt die “Vererbungsquote” über neunzig Prozent.

              Danke für den Gedankenaustausch.

              liebe Grüße

            • Lohengrin schrieb am 31. Juli 2011 um 01:03 - Permalink

              @Hannzi

              Ihnen geht die Distanz in der Betrachtung ab. Sie schließen von bekannten Einzelfällen, subjektiver Sichtweise auf das Gesamtbild und lassen Modellbetrachtungen nicht gelten.

              Ich kenne viele solche Fälle. Daraus ergibt sich dann ein Schema und ein Modell. Modelle, die meiner Beobachtung widersprechen, lasse ich nicht gelten.
              In den meisten Fällen halte ich ein “Reiß dich zusammen! Schau nach vorne! Hör auf, andere Leute zu belästigen!” für sinnvoller als einfühlsames Nachvollziehen.

              Ich empfehle Ihnen noch einmal Literatur von Arno Gruen, genauso Alice Miller, Erich Fromm, Fritz Riemann u.ä.

              Vom Arno Gruen wüsste ich gerne mehr. Ich bitte Sie daher noch einmel um einen konkreten Hinweis.

              Lieblosigkeit ist die Wurzel vieler Übel dieser Welt.

              Leider wissen die meisten Menschen gar nicht, was Liebe ist. Es geht dabei nicht nur um Verständnis und schon gar nicht um Unterwerfung, sondern um das Überwinden der Individualität. Der Liebende erkennt das Geliebte als Teil von sich selbst, und handelt entsprechend.

              Oft wird Liebe mit Verliebtheit verwechselt und als Gegenteil von Hass gesehen. Eine schöne Formulierung dieses Phänomens, das leider auch Liebe genannt wird, ist von Misantrophe

              So sage mir, was Liebe ist, du eitler Narr! Was gabst du hin, und was war es, das zu dir kam? War es gar zu wenig, als dass du dich je damit zufrieden gäbst?

              Besonders deutlich wird dies bei tiefgreifenden Störungen. Da liegt die “Vererbungsquote” über neunzig Prozent.

              Das muss präzisiert werden (unabhängig davon, ob die Zahl 90% stimmt).
              Neunzig Prozent der tiefgreifenden Störungen wurden durch Misshandlungen verursacht.
              Das heißt nicht, dass neunzig Prozent der Misshandelten tiefgreifende Störungen entwickeln.

              Danke für den Gedankenaustausch.

              Ebenso. Hoffentlich bekomme ich von Ihnen noch einen Link.
              Und entschuldigen Sie bitte mein Duzen. Ich nehme zur Kenntnis, dass viele Menschen das Duzen als Respektlosigkeit auffassen, verstehe das aber nicht so.

            • Hannzi schrieb am 31. Juli 2011 um 13:50 - Permalink

              Irgendwie kann man wohl mehrere Links nicht einfach posten, ich hatte nämlich schon vor Tagen welche geliefert und dachte, diese wären noch in der Moderationsschleife, eben weil es mehrere Links ohne viele Worte waren. Ich probiere es hier noch einmal, finde es jedoch eigentlich, wenn Ihnen diese Namen zwar nichts sagen, aber Sie wirklich Interesse hätten, überflüssig. Denn Google, Wikipedia und Amazon sowie Youtube steht jedem frei mit minimalstem Aufwand kurz durchzuschauen nach Hits zu einem Namen.

              http://www.irwish.de/Site/Biblio/ArnoGruen.htm

              Auf Youtube finden sich noch Videos von Ihm, die das weiter behandeln. Seine Werke finden Sie auf Amazon, mit vielen Rezensionen, die noch mal viel über die Werke aussagen.

              Fritz Riemann “Grundformen der Angst” zeigen im Kontext mit Gruen deutlich auf, wie die Persönlichkeitsstrukturen bei Menschen reproduziert werden. Eben nicht durch Anlagen und Vererbung, sondern primär durch Angst, Versagung, Ablehnung.

              Auch das ist ein Klassiker, der viele Rezensionen bei Amazon bereit hält. Ebenso Alice Miller.

              Lesen Sie einfach drauf los, fangen mit Riemann an und dann einfach durchgehen eins nach dem anderen. Das fruchtet schon mit der Zeit :-)

              Gruens festhalten am Politischen halte ich für einen sinnlosen Rettungsanker, aber eben logische Folge einer Idee, die zu wissen meint, das wir sowieso einer Gesellschaftsform unterworfen sind und sich das weniger schlimme Übel herausgreifen möchte. In dem verlinkten Video sagt er auch etwas dazu, er bezieht sich auf ein Zitat Fromms.

              Aber das nur am Rande, wichtiger sind die Erkenntnisse und Zusammenfassungen Gruens, die Empathie betreffend und den Folgen für die Gesellschaft und das Individiuum.

              In den meisten Fällen halte ich ein “Reiß dich zusammen! Schau nach vorne! Hör auf, andere Leute zu belästigen!” für sinnvoller als einfühlsames Nachvollziehen.

              In den allermeisten Fällen ist genau das der falsche Weg. Gerade Menschen die unter Druck stehen, Depressive und Vergleichbare Situationen, setzen Sie mit solchen Ansätzen noch mehr unter Druck und helfen GAR NICHT sondern schaden sogar.
              Denen, die in vollem Bewußtsein anderen schaden, denen ist Ihre Ermahnung einfach lächerlich und höchstens ein Dorn im Auge. Den anderen, die Instinktiv-Triebhaft anderen schaden kann eine Zusammenreiß Parole genauso wenig helfen wie einem Süchtigen oder Depressiven.

              Ich sage das nicht um zänkisch zu werden bzw. Recht zu behalten, möchte das auch gar nicht unbedingt weiter vertiefen, sondern Ihnen den Gedanken anbieten.
              _____

              (1. Korinther 13:1-7) (Brief von Paulus an die Versammlung in Korinth)

              13 Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen rede, aber nicht Liebe habe, bin ich ein tönendes [Stück] Erz oder eine schallende Zimbel geworden. 2 Und wenn ich die Gabe des Prophezeiens habe und mit allen heiligen Geheimnissen und aller Erkenntnis vertraut bin und wenn ich allen Glauben habe, um Berge zu versetzen, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe austeile, um andere zu speisen, und wenn ich meinen Leib hingebe, um mich zu rühmen, aber nicht Liebe habe, so nützt es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf, 5 benimmt sich nicht unanständig, blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, läßt sich nicht aufreizen. Sie rechnet das Böse nicht an. 6 Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sondern freut sich mit der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles.

            • Lohengrin schrieb am 3. August 2011 um 20:55 - Permalink

              @Hannzi

              Ich probiere es hier noch einmal, finde es jedoch eigentlich, wenn Ihnen diese Namen zwar nichts sagen, aber Sie wirklich Interesse hätten, überflüssig. Denn Google, Wikipedia und Amazon sowie Youtube steht jedem frei mit minimalstem Aufwand kurz durchzuschauen nach Hits zu einem Namen.

              Es ging mir um einen konkreten Link. Arno Gruen hat sehr viel geschrieben. Ob das alles derart interessant ist, dass ich irgendwas von ihm lesen soll, weiß ich noch nicht.
              Inzwischen habe ich mir ein paar der verlinkten Texte durchgelesen und weiß noch nicht, ob ich mir ein ganzes Buch von ihm durchlesen werde. Einige seiner Behauptungen finde ich sehr interessante, andere widerprechen meinen Erfahrungen. Insbesondere der lehne ich seinen Feminismus ab, zB

              Der Kampf, den die Mutter gegen das Kind führt, spiegelt jedoch den Willen der Väter wider, den manche Mütter übernehmen, weil sie sich dem männlichen Mythos der Stärke und Überlegenheit ergeben haben.

              Ich sage das nicht um zänkisch zu werden bzw. Recht zu behalten, möchte das auch gar nicht unbedingt weiter vertiefen, sondern Ihnen den Gedanken anbieten.

              Ich kenne Ihre Argumente, habe aber mehrfach etwas Anderes erlebt.
              Wenn man auf einen Psychopathen eingeht, legt der nach. So werden Depressionen gezüchtet. Weist man ihn aber sofort in die Schranken, ist er erst beleidigt, bekrabbelt sich dann aber, und wird erträglicher.
              Bitte beachten Sie auch, dass psychopathisches Verhalten andere Leute, insbesondere den Therapeuten, beeinflusst. Borderline ist ansteckend.

              (1. Korinther 13:1-7) (Brief von Paulus an die Versammlung in Korinth)

              Paulus hat das Christentum vergiftet. Jesus hat, gemäß anderer Schriften, noch seine Begleiter als Brüder bezeichnet. Paulus macht daraus ein Führer-Gefolgsmann-Verhältnis. Kaiser Konstantin benutzte Paulus’ Interpretation zur Gründung der römischen Staatsreligion.

            • Hannzi schrieb am 3. August 2011 um 23:33 - Permalink

              @Lohengrin

              Arno Gruen hat sehr viel geschrieben.

              Das Problem mit dem Verständniss von Arno Gruen, ist die Perspektive, die er gegenüber der Gesellschaft als Kritiker einnimmt. Er ist Sozialpsychologe und das TamTam des sonstigen Psychologisierens ist anderer Natur als seine Werke.

              Er sucht den Urgrund eines Gesellschaftszustandes zu ergründen und leitet daraus einige Konzepte und Modelle ab, die absolut schlüssig sind, wenn man seine Sichtweise überhaupt zulassen kann.

              Das Fremde in Uns
              Wahnsinn der Normalität
              Der Verrat am Selbst: Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau
              Weiterführend halt der Rest seiner Bücher, die das Politische Berühren.

              Mir zeigen seine Bücher deutlich den Zusammenhang zwischen der individuellen emotionalen Reife, der eigenen Stellung zu Autorität und der eigenen wirtschaftlichen Stellung in der Gesellschaft auf. Die genannten Konzepte fördern eine bestimmte Haltung zu Tage und bringen das plitische Wesen des Individuums hervor und meiner Meinung nach zeigt dies deutlich auf, das Politik keine Lösung sein kann, sondern nur die Fortsetzung zwischenmenschlicher Konflikte ist. Das heißt: Solange der Mensch ist wie er ist, wird das Rad der Geschichte sich weiterdrehen. Eine Lösung kann nur dort liegen, wo der Mensch ein besserer Mensch wird und auf eine Gewaltherrschaft verzichtet, die aber jedem politischen Gestaltungswillen durch Herrschaftsbestrebung und Vormachtstellungen innewohnt.
              Politische Neutralität ist für mich somit der einzige Weg.

              Um nach den Ausschweifungen meinen Standpunkt zu wiederholen, um den es ging.
              __

              Insbesondere der lehne ich seinen Feminismus ab, zB

              Der Kampf, den die Mutter gegen das Kind führt, spiegelt jedoch den Willen der Väter wider, den manche Mütter übernehmen, weil sie sich dem männlichen Mythos der Stärke und Überlegenheit ergeben haben.

              Sie verstehen Gruen hier falsch. In “Der Verrat am Selbst: Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau” wird seine Position deutlich. Das hat mit plumpem Feminismusgerede überhaupt nichts zu tun, auch nichts mit dem “Lob der Frau”, das aus den Reihen des Feminismusses so oft zu hören ist und eher “rassistische” Züge aufweist. Aber auch genau diese Effekte, die kann Gruen so perfekt erklären! Wieso ist der Feminismus wie er ist? Wieso sind Deutsche wie sie sind? Was bekommen Nationen in ihrer Prägung mit und wieso hat er europäische Rationalismus so viel Erfolg gehabt? Eigentlich genau nur deshalb, weil der europäische Rationalismus den Menschen von sich selbst entfremdet hat und ihn damit zu einer Machtmaschine und oft genug zu einer Mordmaschine gemacht hat.
              Europas Vormachtstellung war eine Folge seiner Bereitschaft Gewaltherrschaft auszuüben und seiner der Rationalität erwachsenden Methoden und der Ausbeutung anderer erwachsenden Mittel.
              Auf diesem Niveau ist Gruen beheimatet. Wenn Sie Gruen verstehen, können Sie auch Psychopathen aus seiner Sichtweise heraus verstehen. Die ist durchaus nicht allumfassend, aber der des Pudels Kern Warum? Das wird deutlich, eben was befähigt diese zu ihren Verbrechen und was formt sie und andere gesellschaftlich anerkannte Psychopathen, die nicht selten Führungsrollen in der Gesellschaft inne haben.

              Paulus hat das Christentum vergiftet. Jesus hat, gemäß anderer Schriften, noch seine Begleiter als Brüder bezeichnet. Paulus macht daraus ein Führer-Gefolgsmann-Verhältnis. Kaiser Konstantin benutzte Paulus’ Interpretation zur Gründung der römischen Staatsreligion.

              Lesen Sie die Bibel und nicht die Kirchhistorie. Die Kirchengründer sind für diese Definition von Paulus Rolle verantwortlich, nicht Paulus selbst.
              Es ging mir um die Definition von Liebe, die er gebracht hat. Völllig unabhängig von jeder anderen Betrachtung seiner Rolle kann man ohne Diskussion diesen Worten folgen.

              MFG

            • Lohengrin schrieb am 4. August 2011 um 01:03 - Permalink

              @Hannzi

              Das Fremde in Uns
              Wahnsinn der Normalität
              Der Verrat am Selbst: Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau

              Danke! Ich werde mir diese Bücher besorgen.

              Sie verstehen Gruen hier falsch.

              Hoffentlich. Ich habe so etwas drei mal gelesen und mehrfach in den Videos von Gruen gehört.

              …auch nichts mit dem “Lob der Frau”, das aus den Reihen des Feminismusses so oft zu hören ist und eher “rassistische” Züge aufweist.

              Exakt. Das trägt nicht nur rassistische Züge. Es gehört zu der selben Kategorie. Gibt es einen Begriff für diese Kategorie?

              Lesen Sie die Bibel und nicht die Kirchhistorie.

              Wie ich schon vor vielen Jahren einem Freund, einem katholischen Priester, sagte: “Wenn Jesus gewollt hätte, dass wir eine Buchreligion werden, dann hätte er einen Koran geschrieben.”
              Die Bibel ist nur eine Auswahl an Büchern, die zu den wichtigen Büchern für die römische Staatsreligion zusammengefasst wurden. Es viel bessere Werke als die die Texte der Bibel.
              Weiterhin verweise ich zu Paulus auf Matthäus 5,19 (das Original ist griechisch)

              Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird ‘ho Paulos’ heißen im Himmelreich;

              Jesus wird im Islam Geist Gottes genannt.
              Ich, Lohengrin, nenne Gott den heiligen Gral.

            • Hannzi schrieb am 4. August 2011 um 10:08 - Permalink

              …auch nichts mit dem “Lob der Frau”, das aus den Reihen des Feminismusses so oft zu hören ist und eher “rassistische” Züge aufweist.

              Exakt. Das trägt nicht nur rassistische Züge. Es gehört zu der selben Kategorie. Gibt es einen Begriff für diese Kategorie?

              In den allermeisten heutigen Gesellschaften ist das bürgerliche Ideal ein Leistungsideal. Ein zeitgemäß geformtes aber “archaisches” Stärkeideal, das sich in den diversen Gesellschaften heute von früheren kaum unterscheidet. Rücksichtslosigkeit, Nutzentheorie, Rationalität, Kampfbereitschaft. Dieser Stärkemythos, der den einen zur herrschenden Autorität macht und den anderen vermeintlich schwächeren zum Gefolge degradiert, ist eine an sich stattfindende Entfremdung des Menschen von sich selbst. Sie vermeidet das Einende im Menschlichen zu suchen, sie vermeidet den Konflikt mit dem eigenen Leiden, das jeden Menschen heimsucht und beherrscht. Diese Gefolgsamkeit wird auch realisiert in den VORSTELLUNGEN von Männlichkeit und Weiblichkeit. Während der Mann in seiner Rollenzuweisung regelmäßig dieser Destruktivität ausgesetzt ist, sie ihn menschlich degeneriert, da sie ihn zwingt Anti- bzw. unmenschliche Eigenschaften hervorzubringen, ja dieses menschliche Rühren im Herzen des Mannes regelrecht zu bekämpfen (Mitgefühl auf dem Schlachtfeld oder im Überlebenskampf ist dem eigenen Überleben nicht förderlich), bezieht die Frau ihre Stärke daraus, das sie einer weniger starken ICH-Entfremdung unterworfen ist. Sie kann sich insbesondere auch als Mutter näher an der Menschlichkeit entfalten, dies ist in den allermeisten Kulturen den Frauen durchaus erlaubt (Männer weinen nicht, Frauen SIND in ihrer Grunddefinition weinerliche Wesen!). Was nicht heißt das sie das zu einem besseren Menschen mache, sondern das sie eben mehr Mensch bleiben darf und kann weil der Mann ihr die Unbill des Lebens abfängt bzw. -fing. Dies aber mit dem Bedürfniss nach Schutz, der Suche nach Stärke bezahlt, nach der sich die Frau sehnt um ihrer Angst im Sein Herr zu werden. Daraus folgt aber eben auch das, die Weiblichkeit sich nach der Autorität und Sicherheit unter der Herrschaft des Mannes sehnt.
              Männlichkeit und Weiblichkeit sind also hier zwei Mythen, die sich verfestigt haben zu Rollenbildern, zu Leitbildern, Innerseelischen Motiven, denen sich die Menschen als Ideale unterwerfen. Der starke Mann dem männlichen Mythos, die schöne, feine sinnliche Frau dem weiblichen Mythos. Ganz unerheblich und unabhängig von ihrer tatsächlich gelebten Menschlichkeit, ihrem Bei-Sich-Sein, das vor allem durch das Erfühlen der eigenen emotionalen Bedürfnisse gekennzeichnet ist und dem Bewußtsein für die eigenen emotionalen Bedürfnisse, der Fähigkeit diese einzufordern, auszuleben, selbst an andere weiter zu geben und gleichzeitig anderen diese Bedürfnisse zuzubilligen.
              Dem Menschen seien diese Fähigkeiten im Sinne von Potentialen von Anfang mitgegeben (Krankheit mal aussen vor), der Mensch ist erstmal “Gut” von seinem Wesen her. Erst die Erziehung unter dem “männlichen” Stärke-Ideal, das ja nichts anderes als eine gefühlskalte Autorität darstellt, ist eben die Götze, von der sich der Mensch dann Erlösung aus der Unbill des Lebens verspricht. Es sind eben bestimmte Verhaltensweisen und Eigenschaften um die es sich dreht, die diese vermeintliche Autorität ausmachen.

              Jetzt ist das ganze aber nur eine Täuschung, wenn man unter den Aspekten, die Gruen zu Tage fördert die Betrachtungen zuläßt (Ergänzend und wichtig ist das Verständniss von Riemann “Grundformen der Angst”, der belegt wie Charakter durch Angst und nicht durch Stärke geformt ist) . Denn die Zuflucht des Individuums zur Stärke ist eigentlich nur Ausdruck der Schwäche, das das Individuum sich einer überlegenen Stärke und Autorität unterwirft indem es die eigenen Bedürfnisse verneint und sich Selbst verrät! So wie der Junge das Bedürfniss hat zu weinen, weil ihm etwas schmerzt, es verboten bekommt und seine ganze innere Haltung aufgibt und irgendwann glaubt, das es Stärke sei, die Qual der Unterwerfung und das Vermeiden eigener Bedürfnisse auszuleben! Der Verrat am Selbst als Kern des Verrats am menschlichen.

              Genau mit diesem Rüstzeug kann man auch verstehen wieso Männer mehr geschädigt sind als Frauen, wieso aber der Feminismus so ist wie er ist: Nämlich der Griff zum männlichen Mythos! Die Weiblichkeit will nicht mehr weiblich sein(im Sinne der klassischen Stereotypie), sondern will selbst die Eigenschaften des männlichen Mythos besitzen und unterwirft sich freiwillig den gleichen Zwängen in dem sie ihre eigene Menschlichkeit und im besonderen viele gerade weiblichen Eigenschaften unterdrückt, verneint und sich zum Sklaven einer Stärkeideologie macht, also selbst eine Autorität mit Gewaltherrschaftsanspruch lebt. Das sie sich damit einer Selbsttäuschung hingibt, wie sie bei Männern viel üblicher ist, will sie nicht erkennen.

              Es ist schwierig diese Erkenntnisse in dieser Verkürzung richtig darzustellen. Ich hoffe es ist gelungen und hilft ihnen für eine erste Orientierung in den Thesen Gruens und eben meiner daraus resultierenden Sichtweise, die die Lektüre vertieft.

              Im übrigen ist das für viele Menschen ganz intiuitiv erkennbar, weshalb vieles wie aufgeblasene Banalitäten klingt. Real ist aber: Diese Konzepte bestimmen über viele Grenzen hinweg unser Leben. Sie reichen in alle Ideologien, nicht nur die Politischen. Auch in die Wissenschaft in der Koryphäen das Denken bestimmen und nicht selten dabei das Menschliche niemals beachten. Auch in die Religion, die oft eine andere Autorität lehren will, aber selbst nicht frei vom Verrat an den Idealen ist.
              Gerade deshalb im übrigen bin ich Christ aus tiefer Überzeugung. Weil diese Dinge so offensichtlich an der christlich-biblischen Religion messbar sind. Der Aufruf menschlich zu bleiben, der Mensch als Schöpfung im Spiegel des Wesens Gottes, der ja bekanntlich Liebe ist. Die Entfernung des Menschen von den Idealen einer Religion, die das Befolgen von nur zwei Gesetzen einfordert, Gott mit dem gesamten Sinn und und ganzem Herzen (aller Kraft der Vorstellung und Überlegungen) zu folgen und dabei eben Sich selbst zu lieben wie seinen Nächsten (Sogar die FEINDE die einen verfolgen und töten wollen!) auch. In diesen beiden Gesetzen erfüllt sich alles und wir hätten heute schon ein Paradies wenn alle Menschen die Ideale verfolgen würden und sich nicht herausreden täten mit irgendwelchem Realismus, der letztlich nur vorgeschoben ist um den eigenen Verrat an den menschlichen bzw. Göttlich-Christlichen Idealen zu Rechtfertigen.

              Ich hoffe das meine Sichtweise das jetzt Gruens Thesen nicht verzerrt.

    84. alvin schrieb am 26. Juli 2011 um 16:10 - Permalink

      Noch ein paar Takte zu Broder, was wahrscheinlich eh’ niemand lesen wird bei den vielen Beiträgen hier:
      Der hat sich längst verabschiedet aus jeder ernstzunehmenden Debatte. Schade eigentlich, weil das war mal ein guter Mann, finde ich, Mitte, Ende der 1980er, als ich noch jung war und jeden Montag den Spiegel gekauft habe und auch gelesen. Dass er hier, bei diesem Massenmord in Norwegen, nicht einfach mal seine Klappe hält, vielleicht mal in sich geht, bevor er sein Maul aufreisst, aber wir kennen ja unseren Broder. Zynisch ist das gar nicht mehr zu nennen, was er da absondert, dieser Mann ist längst irrelevant, aber ich wiederhole mich. Diese Bauchpinselei (kann man das so sagen?), Schmerbauchpinselei – dummerweise kenne ich sogar Leute, die seine Bücher kaufen und gut finden und sie mir dann leihen:-)

      • Ich troete mit schrieb am 26. Juli 2011 um 16:19 - Permalink

        das ist ja das Problem, dass die Broders und CO eben nicht irrelevant sind, sondern in den Eliten der Gesellschaft viel Anerkennung erhalten. Solche Leute wuerden ja zu Talk shows nicht eingeladen, wenn nicht zum Establishment gehoeren wurde.

        • alvin schrieb am 26. Juli 2011 um 17:26 - Permalink

          Latürnich ist Broder relevant, das habe ich doch gar nicht bestritten, woher sonst kommen die ganzen Leute, die ihm hinterherlaufen. Wie hoch ist die Auflage seiner Bücher? – man will das besser gar nicht wissen. Irrelevant ist er, dass seine Argumente und Schlussfolgerungen nicht ernstzunehmen sind – nebenbei halte ich seine letzten zwei Bücher für Zeilenschinderei und schlecht geschrieben, er will auf seinen alten Tage auch noch was vom Kuchen haben. Zwischendurch hielt ich ihn für einen Opportunisten, weil der Wind nun mal günstig steht, wenn man gegen die Muslime schreibt. (Wind meint Auflage, Aufmerksamkeit, Geld.) Mittlerweile ist er ein Überzeugungstäter und hat sich sowieso als ziemlicher Dummkopf herausgestellt. Wie könnte es auch anders sein bei den Kreisen, die er hofiert, die ihn hofieren, man kommt da schon mal durcheinander. Broder hält sich für einen Spassvogel, nur ist das nicht mal witzig, was er da macht. Aber mit Verlaub: Soo relevant ist er nun auch wieder nicht, oder?
          Wieso fällt mir in diesem Zusammenhang Udo Ulfkotte und der Kopp-Verlag ein? Wahrscheinlich weil ich mir vorstelle, Broder und Eva Herrmann trinken zusammen ein Bier und verstehen sich prächtig. Hat es alles schon gegeben, jede Wette.

      • Peleo schrieb am 26. Juli 2011 um 16:46 - Permalink

        Doch, hab´s gelesen. Seh ich auch so. Hab ihm damals sogar noch zum Börne(?)-Preis gratuliert. Ist ihm wohl zu Kopf gestiegen.

        • GrooveX schrieb am 27. Juli 2011 um 12:49 - Permalink

          und? hast du aus diesem fehler, der einen labilen menschen leicht zum größenwahn verleiten kann, gelernt?

          • Peleo schrieb am 27. Juli 2011 um 13:04 - Permalink

            Ja. Gründlich.

    85. lavendel schrieb am 26. Juli 2011 um 16:21 - Permalink

      @all:

      http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/falscher_fehler1/

      was haltet ihr von dieser meldung? echt? und wenn sie echt sein sollte, warum berichten die massenmedien nicht darüber?

      fände ich nur klasse, wenn die norwegischen jusos wirklich so eine israelkritische haltung hatten. mutig in der heutigen zeit.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 16:29 - Permalink

        -> Israelkritik

        Echt

        -> Geschichte über die vermeintliche Übung

        Wohl falsch, dafür gibt es außer dieser obskuren isr. Zeitung keine Quelle und Sahm ist nicht eben integer.

      • zero_content schrieb am 26. Juli 2011 um 16:50 - Permalink

        habe es gestern gelesen.
        was will uns der autor sagen?
        das die juden den anschlag geplant haben.
        und das in achgut.
        die fronten werden immer unübersichtlicher!

    86. lavendel schrieb am 26. Juli 2011 um 17:01 - Permalink

      @spiegelfechter:

      okay, dann ist DER punkt immerhin echt. und warum erfahren wir nichts davon auf spon und co.? es sind verfickt nochmal zig tage vergangen und keiner von diesen journalisten-klippschülern hat es bis jetzt fertiggebracht, mindestens in einem nebensatz zu erwähnen, für welche ziele diese jusos u.a. eintraten (z.b. die im link erwähnte gaza-blockade und israelkritik) ?! das ist doch ekelerregend, was die medien da vertuschen (ja, ich nenne das mittlerweile “vertuschen”, weils mir genau so vorkommt!)

      okay, das ist jetzt reichlich krude verschwörungs-theorie, aber nehmen wir mal an, in ein paar monaten kommt heraus, dass der attentäter gelder aus dunklen zionistischen kanälen bekommen hat…dann würde der fall nochmal in einem anderen licht erscheinen. wie gesagt, nur theoretisch. (wer hätte sich damals denken können, dass ein mossad-agent eine deutsche staatsbürgerschaft mit holocaust-vergangenheit annimmt, um einen missliebigen menschen wie im agentenfilm zu meucheln? eben, keiner…)

      in israel sind rechte zionisten, die islam und “kulturmarxismus” hassen, an der tagesordnung.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 22:10 - Permalink

        Hä? Was ist den das für ein Quatsch?

        • Gast schrieb am 26. Juli 2011 um 22:30 - Permalink

          @SF

          Sind beiträge wie der von lavendel nicht ein Indiz dafür, dass die Weissgarnix-Crew doch recht haben könnte mit der Vermutung, dass Breivik im Grunde repräsentativ ist für die alltäglichen Wutbürger-Ideologie-Mashups, die einem überall im Internet begegnen?

          http://www.weissgarnix.de/2011/07/25/ein-kind-unserer-welt/

          http://www.faz.net/artikel/C30351/die-normalitaet-des-attentaeters-ein-kind-unserer-welt-30472866.html

          • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2011 um 22:33 - Permalink

            Kann ich nicht sagen. Ich verstehe diesen Metadiskurs intellektuell nicht.

            • Peleo schrieb am 27. Juli 2011 um 08:48 - Permalink

              Tröstlich. Ich auch nicht.

            • f.luebberding schrieb am 27. Juli 2011 um 15:32 - Permalink

              Lennard

              Nur zum mainstream. Der Spiegelfechter hat eine größere Reichweite als wir. Und natürlich war das eine kleine Bosheit, weil ich zu dem Thema “blogs und mainstream” einmal einen WDR Beitrag gemacht habe … , und zwar über den Blogger Kongress in Köln von Kaiserbubu. Aber natürlich verlaufen Debatten unterschiedlich, das hat vor allem mit dem Temperament und der Herangehensweise der Kommentatoren zu tun, etwa von Goodnight oder Morph bei uns im blog. Ansonsten gibt es keinen Streit mit Jens, nur Meinungsunterschiede.

          • Lennard schrieb am 27. Juli 2011 um 09:28 - Permalink

            Den Kommentar von “ergo sum” bei wgn fand ich aber sehr passend:

            Die Manifeste aller mehr oder weniger wirren Weltveränderer von Mein Kampf über Breyvik bis zum weit harmloseren Sarrazin haben gemeinsam, dass ihre Autoren sich mittels cut & paste aus dem einschlägigen Schrifttum eine Art von Pastiche zusammenbasteln, in der sie ihre vorgefasste Idee-fixe immer wieder von neuem bestätigt finden. Teilsätze werden bewusst aus ihrem ursprünglichen, oft ganz anders gemeinten Kontext gerissen und zweckentsprechend uminterpretiert. Benjamin bezeichnet diese Methodik daher zutreffend als “unkontrollierte Verarbeitung des Tatsachenmaterials”.

            Nur bei “Tatsachenmaterial” bekomm ich bisl Bauchschmerzen.

            • GrooveX schrieb am 27. Juli 2011 um 12:45 - Permalink

              und noch eine unkontrollierte verarbeitung des tatsachenmaterials… diesmal benjamins.

              jens’ antwort war perfekt.

            • Lennard schrieb am 27. Juli 2011 um 15:00 - Permalink

              Nein war sie nicht. (falls Du mit perfekt wirklich “perfekt” meinst)
              Ich verstehe z.B. sehr gut, wohin f.lübberding hin will – und warum. Ich kann seinen Ansatz absolut nachvollziehen.
              Ich verstehe allerdings nicht, warum er seine Herangehensweise an die Tragödie für “richtiger” hält, als die von Jens. Für ihn ist das hier (bei SF) die “Mainstream-Diskussion”.
              Irgendwie werfen sich sowohl Jens, als auch f.lübberding gegenseitig vor, nur eine Meta-Diskussion zu führen.
              Ich finde beide Sichtweisen (oder Analyseformen) interessant und notwendig. Oh, und btw. habe ich durchaus interessante Links zur “taz” und zur “FR” bei wgnx gefunden, die auch hier sehr gut passen könnten.

            • GrooveX schrieb am 27. Juli 2011 um 15:57 - Permalink

              hier ging es meines erachtens nicht darum, eine sichtweise zu erläutern oder auszudiskutieren. so wie ich jens’ artikel verstehe, geht es darum, ein öffentliches zeichen zu setzen und klar zu machen,

              DASS ES JETZT REICHT!

              ich persönlich finde, dass eine gepflegte unterhaltung unter intellektuellen über walter benjamin und seine fortdauernde implementierung in jedes noch so abwegige themengebiet durchaus angemessenere anlässe haben darf. ich muss ja zum glück nicht dran teilnehmen.

            • Lennard schrieb am 27. Juli 2011 um 16:24 - Permalink

              jedes noch so abwegige themengebiet durchaus angemessenere anlässe haben darf

              Hast’ ja recht. Nur bin ich hinsichtlich der Anlässe, um über etwas zu reden, ziemlich schmerzbefreit. Abgesehen davon wusste ich ja, dass dieses “ES REICHT JETZT” hier besprochen wird (oder ‘s wird angesichts der Trolle zumindest versucht). Hätte ich zuerst f.luebberdings Artikel dazu gelesen, und dann erst zu SF gefunden, wär’s sicherlich anders gekommen.

              PS.: Der Artikel ist i.d.T. etwas abgehoben. In den Kommentaren weiter unten wird aber klarer, was er eigentlich meint.

              PPS.: Hier mal die 2 Links von Kommentatoren:

              “Die These vom einsamen Spinner”
              http://taz.de/Kommentar-Norwegen/!75118/

              “Kolumne zum Massenmörder von Norwegen: Breiviks Weltsicht”
              http://www.fr-online.de/politik/meinung/breiviks-weltsicht/-/1472602/8710188/-/index.html

            • f.luebberding schrieb am 27. Juli 2011 um 16:36 - Permalink

              Lennard

              Nur als Hinweis: Mein Blogbeitrag liefert nur den Rahmen für Hütts FAZ Artikel von gestern. Die Ehre gebührt ihm, der Tadel natürlich mir … .

            • Gast schrieb am 27. Juli 2011 um 16:40 - Permalink

              @f.luebberding

              Hütts FAZ Artikel von gestern

              Auch der könnte allerdings etwas klarer ausdrücken, was er uns eigentlich sagen will.

            • GrooveX schrieb am 27. Juli 2011 um 17:33 - Permalink

              er wollte uns sagen, dass der mann ‘ein kind der mitte’ (unserer mitte) sei. ein irre geleiteter. dem leser wird eine art schicksalsdurchtränkter wust über den kopf geschüttet; er wird eingelullt in einem gespinst aus metaphergeschwafel. nun haben die verehrer hölderlins das wort. GRRR!

              Noch bewegt er sich in semiotischen Operationen. Darin zucken Blitze und Synapsenstürme…

              …Die Wundmale der Wörter drohen sich in Wunden dessen zu verwandeln, der sie gebraucht…

              …er panzert so den eigenen semantischen Leib im Drachenblut des Gegners…

              …Ich möchte, möchte, darf nicht – so durchzuckt es den Gesinnungsgenossen, aber dann postet er doch einen Kommentar, durchläuft eine innere Feuertaufe, ja, da steht es auf dem makellosen Bildschirm, unter seinem Kampfnamen, wie auch immer der heißt, in glorioser Überwindung der von ihm gehegten Zweifel, jetzt ist es raus, jaaaaaaaa….

              …Aus seinem Text spricht der Chor der Erniedrigten und Beleidigten, die im Ausdruck ihres Hasses auf alle und alles zu grandioser Form finden.

              was für ein verquaster mist!
              edit: HIRNWICHSEREI!

    87. Clupea Rubra schrieb am 26. Juli 2011 um 17:28 - Permalink

      Ich habe die Thematik Terrorismus Einzeltäter mal bildlich dargestellt. http://twitpic.com/5w6lv8

    88. xxx schrieb am 26. Juli 2011 um 17:36 - Permalink

      @Clupea: Frau Koch-Mehrin sind Sie es? Die Idee hatte hier schon eine Userin und sogar den gleichen Wortlaut in ihrem Post benutzt.

      • Clupea Rubra schrieb am 26. Juli 2011 um 17:44 - Permalink

        Nein, bin ich nicht :) Ich habe allerdings auch nicht alle Posts und Links gelesen…

    89. lavendel schrieb am 26. Juli 2011 um 18:29 - Permalink

      zum nachdenken (eben gefunden):

      “Einen Tag vor dem Massaker in Norwegen wurde im US-Bundesstaat Georgia der 37-jährige Andrew DeYoung getötet. Es ist nicht so, dass die Medien das nicht mitbekommen hätten. Die Webseite des konservativ-christlichen Spiegel berichtete beispiels darüber, dass die Hinrichtung gefilmt wurde, doch entschiedene Kritik daran, dass mit der Hinrichtung gegen das fünfte Gebot verstoßen wurde, blieb aus – und das obwohl Nathan Deal, der Gouverneur des Staates Georgia, der die Hinrichtung hätte verhindern können, sich als Christ bezeichnet. Und es gab trotz der eklatanten Verletzung des fünften Gebotes unter Federführung eines christlichen Governeurs im befreundeten Staat USA auch keinerlei Aufschrei über die Tötung von Andrew DeYoung in der deutschen Politik, auch nicht in den christlichen Unionsparteien. Das Töten anderer Menschen ist so ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Gesellschaft geworden. [...]

      Die Ideologie von Anders Behring Breivik ist der von Timothy McVeigh in einigen Teilen nicht ganz unähnlich. Anders Behring Breivik ist ein konservativer Christ wie er im Buche steht: antikommunistisch, islamophob, Anti-Multikulti, nationalistisch und europäisch denkend zugleich und selbstverständlich pro-israelisch. Dieses Weltbild predigen die Medien den Menschen immer wieder und immer wieder. Als die mörderischsten Ideologien betrachtet Anders Behring Breivik den Marxismus, den Islam und den Nationalsozialismus – in dieser Reihenfolge. Er wähnte sich in einem Krieg zur Bewahrung der Kultur des christlich-jüdischen Abendlandes gegen den Islam, von dem er glaubte, dieser werde durch Vermischung die europäische Kultur auslöschen. So kann die Welt aussehen, wenn man sie durch das Prisma des Kampfes der Kulturen betrachtet, das Samuel Huntington entwickelt hat, und von zahlreichen Medien ganz ernsthaft diskutierend massenhaft verbreitet wurde, ganz so, als ob in den Massenmedien niemand gemerkt hätte, dass damit von interessierter Seite inspiriert die Grundlage für eine Neuauflage der Ideologie einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung gelegt wurde, wobei diesmal jedoch die Religion des Judentums gegen den Islam, und der Begriff der Rasse gegen den der Kultur ausgetauscht wurde – und demnach nun eine kulturelle marxistisch-islamische Weltverschwörung, deren Waffe die Kultur ist, das Feindbild sein soll. “

      http://www.mein-parteibuch.com/blog/2011/07/24/konservativer-terrorismus/

    90. XKing schrieb am 26. Juli 2011 um 18:50 - Permalink

      Naja mir fällt schwer zu Glauben das es die Lösung sein kann ansatt Menschen mit der Falschen Hautfarbe Menschen mit der Falschen Meinung auszuschliesen.
      Meiner Meinung nach ist beides nicht zielführend für eine pluralistische offene Gesellschaft.
      Jemanden auszuschliesen von einer Diskussion ändert nicht dessene Meinung, sondern macht diese nur radikaler.
      Und wird ihn und alle anderen mit der Meinung nur noch vom Hass zerfressen lassen.

      Der Rechtspoplismus gründetet sich ja darauf das man vorher einfach alles ignoriert hat im Bezug auf Schwierigkeiten mit Einwanderen, oder mit Schwierigkeiten im Bezug auf die Europäische Union.

      • ola schrieb am 28. Juli 2011 um 14:26 - Permalink

        Nein, die Probleme gründen darauf, dass die immer vorhandene Anzahl von Extremisten jetzt wieder glaubt, eine Meinung haben und mitteilen zu dürfen. Das war einmal entschieden anders. Ich bin klar dafür den Deckel geschlossen zu halten. Pluralismus muss seine Grenzen haben.

        • politisches Grafitti schrieb am 29. Juli 2011 um 11:09 - Permalink

          Die aktuelle Tendenz die sich seit mindestens 2 Jahren abzeichnet, nämlich, dass die Xenophoben phrasendrescher, die nur noch schiss vor der Welt da draussen haben, verbal auf Mitmenschen unserer Gesellschaft einprügeln, DAS ist die RIchtung die wir gerade einschlagen.

          Es wird über “Ausländerkriminalität” berichtet, die es ohne Zweifel gibt. Aber dass rechte Gewalt unter den Teppich gegkehrt wird ist nicht zu übersehen. Ebensowenig zu übersehen ist die Tatsache, dass wir eine Zunahme an rechten Attacken zu verzeichnen haben & die gleichgeschalteten Medien schweigen.

          Wir haben es dem angstschürenden Konglomerat der Medien zu danken, dass Thilo salonfähig geworden ist und lauter wirrköpfe mit rechter Propaganda gefüttert werden.
          Immer schön drauf auf die Harz4-Empfänger & Ausländer (die nichteinmal Ausländer sind! Hier geboren, hier aufgewachsen, oft sogar religionslos & dann kommen irgendwelche Spacken und wollen alle mit der Schaufel in den “Ausländer-Aushub” kehren) draufkloppen!

          Und niemand, der öffnetlich der Diskussion wirklich etwas intelligentes beiträgt.
          Lasst die Nazis quatschen, aber entlarvt sie dann auch im nächsten Atemzug als solche!
          Das wird aber versäumt & so kann selbst ein Markus Lanz öffentlich dieses rassistische Machwerk vom Thilo in schutz nehmen!

    91. Truvor schrieb am 26. Juli 2011 um 20:38 - Permalink

      Über norwegische “Meinungsfreiheit” und “Demokratie” http://www.rosbalt.ru/main/2011/07/26/872971.html

    92. gutmensch schrieb am 27. Juli 2011 um 10:39 - Permalink

      Die Wurzeln des geistigen Kollapses Europas ortet Behring Breivik in der Frankfurter Schule. Deren «Kulturmarxismus» habe Erziehungswesen, Medien und Politik verseucht. In Herbert Marcuse sieht er den gefährlichsten Propagandisten dieser Richtung. Fast alles, was nicht in Behring Breiviks Weltbild passt, verdammt er als «kulturmarxistisch». Sogar den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg beurteilt er als marxistisch kontrollierte politische Organisation. Um eine Änderung herbeizuführen, ruft er eine «konservative Revolution» aus. Ein Abtreibungsverbot soll die Geburtenzahlen im Westen kräftig ansteigen lassen. Den Norwegern predigt er die Rückkehr zum Katholizismus, denn er ist gegen «Pastoren in Jeans, die für Palästina marschieren, und gegen Kirchen, die wie minimalistische Einkaufszentren aussehen». Weiter fordert er die Wiedereinführung der Todesstrafe, die Internierung von Rauschgiftsüchtigen, Umerziehungskurse für Marxisten, die Rückkehr zum Patriarchat, um die Kernfamilie zu fördern, mehr Disziplin in Elternhaus und Schule, auch Körperstrafen. Den Konsum will er einschränken, Forschung und Bildung massiv unterstützen.

      http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/propaganda_der_tat_1.11646771.html

      • Gast schrieb am 27. Juli 2011 um 10:45 - Permalink

        Den Konsum will er einschränken, Forschung und Bildung massiv unterstützen.

        Das kann ich aus ökologischer Perspektive unterstützen ;-)

    93. Till schrieb am 27. Juli 2011 um 13:46 - Permalink

      „Und wenn sie sich dennoch verlaufen und abstürzen, tritt die Ursachenforschung in Aktion. Ja, hätte man Hitler damals an der Kunstakademie angenommen, wäre er nicht in die Politik gegangen, wäre der Zweite Weltkrieg ausgefallen, würde Wroclaw noch immer Breslau heißen.
      Und hätte der blonde und blauäugige Norweger nicht Broder und Sarrazin gelesen, sondern Patrick Bahners und Roger Willemsen, wäre er nicht zum Massenmörder geworden.“ (aus Welt via NDS)

      Da komme ich nicht umhin, Ray Bradbury erneut zu bemühen. Der Flügelschlag eines Schmetterlings …

    94. Peter schrieb am 28. Juli 2011 um 04:15 - Permalink

      Fuer die NPD ist Breivik ein durchgeknallter Oekobauer

      Fuer die Schwarzer, die Alice, ist B. ein Mensch mit Penis, ein Frauenhasser, der sich ausserdem noch negativ ueber den Feminismus geaeussert hat

      Fuer die politische Linke ist er ganz einfach ein Rechter

      Fuer die Christen ein gottverd… Ahm ein atheistischer Freimaurer

      Fuer die Atheisten ist B. ein christlicher Fundamentalist

      Ist fuer jeden was dabei, um sein Sueppchen auf diesem Feuerchen zu waermen. Guten Appettit!

    95. YooYOoYOOYo schrieb am 28. Juli 2011 um 04:54 - Permalink

      Die Broder-Fans sind schon komisch, ebenso wie die Wilders-Fans.

      Sie sagen z.B. das Wilder total mutig ist, da er durch seine Aussagen gegenüber den Islam auch eine Strafe wegen Volksverhetzung risikieren würde.

      Nun gut, fairerweiste müsste man dann ja sagen, dass Mahler auch ganz mutig ist, denn immerhin ist er gerade im Gefängnis.

      Ab diesem Punkt würden die PI-Spinner wehemend protestieren, da das ja etwas ganz anderes sei und Mahler ein böse Nazi ist und Hetze gegen Juden ist schlimm, während Islamkritik(es gibt keine Hetze) notwendig ist.

      So ungefähr sieht das Weltbild der PI-Spinner aus.

      Witzig ist jedoch, dass die PI-Spinner ausgerechnet dem Antideutschen Broder immer zu jubeln, bei WELT.de kann man das bei den Kommentaren immer gut beobachten.

    96. salvo schrieb am 28. Juli 2011 um 09:27 - Permalink

      Jeff Sharlett, der das ‘Manifest’ tatsächlich gelesen hat

      “You know, you mentioned that marketing line, and there’s another line, and he says, “I’m not only a one-man army, I’m a one-man marketing agency.” That’s how he describes himself. And what’s interesting is he analyzes what he thinks the media reaction is going to be. And so, he predicts correctly that, you know, a lot of mainstream media is just going to dismiss him as a madman, as insane. “You can use that to your advantage,” he says, “because they’re not going to take you very seriously.” And he says, but the other thing is, he says, a lot of cultural conservatives, like Pat Buchanan, he said, they will be forced to condemn what I’ve done. They may, in fact, genuinely condemn what he’s done, he says, but they’re going to read my manifesto, and they’re going to find in it this great document, this wake-up call, as Pat Buchanan has described it, “wholly accurate,” as American Christian right leader Bryan Fischer of the American Family Association has described it.

      So when you look at—you know, one of the things that comes out of that, all that sort of rhetoric about preparing for battle is terrifying, but even more terrifying is his really sort of correct assessment of how conservatives would use it. And so far, they’ve been playing pretty close to the script and condemning the violence but saying, “Hey everybody, this is—you know, we really do need to fight the Muslim menace,” and so on, which sort of starts to lead you in this kind of circular logic where you get back to, ultimately, atrocities like the one Breivik has committed.”

      http://www.democracynow.org/2011/7/27/norwegian_shooting_suspects_views_echo_xenophobia

      • Lennard schrieb am 28. Juli 2011 um 09:52 - Permalink

        Yep, und genau das, was Jeff da beschreibt, kannst Du auch schon hier im Thread beobachten. Von konservativen Zeitungen wie der WELT (und den Leserkommentaren) ganz zu schweigen.

    97. Adbusting Deluxe schrieb am 28. Juli 2011 um 10:02 - Permalink

      Viel interessanter finde ich aber die Tatsache, dass in Deutschland wieder mit Schaum vor dem Mund nach härteren Sicherheitsmaßnahmen & Internet-Zensur geschrien wird, während Norwegen mit “Unsere Antwort wird mehr Offenheit und mehr Demokratie sein” eine deutlich reifere Sicht der Dinge an den Tag legt!

    98. Jacques Roux schrieb am 28. Juli 2011 um 16:34 - Permalink

      SPD Hoffnungsträger Gabriel sagt mal etwas vernünftiges:

      „In einer Gesellschaft, in der der Anti-Islamismus und die Abgrenzung von anderen wieder hoffähig wird, in der das Bürgertum Herrn Sarrazin applaudiert, da gibt es natürlich auch an den Rändern der Gesellschaft Verrückte, die sich letztlich legitimiert fühlen, härtere Maßnahmen anzuwenden.“ Attentäter wie Anders Behring Breivik hätten dann den Eindruck, der schweigenden Mehrheit zum Durchbruch zu verhelfen: „Das ist ja deren Wahnvorstellung.“

      und zieht dann, vor “Menschenrechtsbeauftragter” E. Steinbach und der BILD den Schwanz ein, tsss.

      http://www.focus.de/politik/deutschland/aussage-zu-sarrazin-und-norwegen-terror-gabriel-fuehlt-sich-falsch-verstanden_aid_650263.html

    99. Peleo schrieb am 29. Juli 2011 um 10:22 - Permalink

      Robert Misik zu Broder u. a. : Die Zeit der Verniedlichung ist vorbei.

      http://www.taz.de/Debatte-Attentate-in-Oslo/!75205/

    100. Jörg Trochowiak schrieb am 29. Juli 2011 um 15:12 - Permalink

      Die Moslems selber wollen mehr Sicherheit: http://www.frischpresse.de/2011/07/wegen-oslo-muslimischer-verband-fordert-abschottung-deutschlands/

    101. Jan Lolling schrieb am 30. Juli 2011 um 00:23 - Permalink

      Henryk Broker ist alles nur eben nicht rechts!
      Kann sein, dass er nicht unbedingt objektiv mit dem moslemischen Teil unserer Gesellschaft umgeht aber macht ihn zu einem “rechten”?
      Als strammer “Rechter” würde ich mich jedenfalls nicht für Israel einsetzen oder?
      Mir geht dieses eindimensionale Weltbild was nur aus der Mitte und Rechts/Links besteht gewaltig auf die Nerven. Immer wenn einem einer nicht passt ist er abhängig von der eigenen Position rechts oder links. Diese dumme Haltung trägt auch zu einer Polarisierung und Versachlichung der Diskussion bei.

      • rioriogh3498ghrtguirhui schrieb am 30. Juli 2011 um 00:35 - Permalink

        Natürlich ist Broder kein Rechter.
        Broder ist ein Antideutscher und die Antideutschen sind extreme Islamhasser und Israel-Liebhaber, genauso wie die rechtspopulistischen PI-Spinner(die neuen Rechten).

        “Als strammer “Rechter” würde ich mich jedenfalls nicht für Israel einsetzen oder?”

        Damit meinen Sie wahrscheinlich die “alten Rechten”. Die werden immer weniger und die NPD wird sich vermutlich in den nächsten Monaten den ganzen rechtspopulistischen Parteien anpassen.

        Diese neuen Rechten sind Pro-Zionistisch und hassen Muslime, so einfach ist das.

      • hugendubel schrieb am 30. Juli 2011 um 03:03 - Permalink

        Wieso sollten sich Rechte nicht für Israel einsetzen? Dort ist schließlich eine strammrechte Siedlerkolonialisten-Regierung an der Macht die aus ihrem Hass auf Araber und Moslems keinen Hehl macht. Das sich Europas Rechtspopulisten allesamt auf Israel beziehen und dort sogar ihre Treffen abhalten scheint auch an dir vorbeigegangen zu sein.

    102. Serious Sam schrieb am 30. Juli 2011 um 17:49 - Permalink

      Als “Deutschlands dümmste Debatte” bezeichnet der Stern das, was u.a. hier abgeht. Recht hat er.

      • Martin schrieb am 30. Juli 2011 um 18:21 - Permalink

        Na ja, ich glaub’ nicht, das diese schon die dümmste Debatte Deutschlands ist. Und der Stern-Artikel sticht aus der Debatte auch nicht gerade als besonders erhellend heraus.

        Zeit für ein paar Schweigeminuten.

    103. Aki schrieb am 30. Juli 2011 um 22:36 - Permalink

    104. Hans schrieb am 1. August 2011 um 21:48 - Permalink

      “Oft werde ich von moderaten Muslimen gefragt, ob ich mir keine Sorgen mache, dass “Rechtspopulisten” und “Rassisten” meine islamkritischen Ansichten, die ich in meinen Büchern vertrete, für ihre Hasspropaganda missbrauchen könnten. Es sind die gleichen Muslime, die auf jeden islamistischen Terroranschlag mit der Standardantwort reagieren, militante Fundamentalisten würden Koranzitate aus ihrem Zusammenhang reißen um sie für ihre Zwecke instrumentalisieren. Auch ich habe inzwischen eine Standardantwort auf ihre Frage parat: Wenn selbst Gott der Allmächtige sein heiliges Buch vor Missbrauch und Instrumentalisierung nicht schützen kann, was kann ein Sterblicher wie ich denn tun?”

      “Doch wer Broder, Sarrazin und Wilders für das Attentat von Oslo mitverantwortlich machen will, muss konsequenterweise auch den Koran direkt für alle islamistischen Terroranschläge machen. Aus der gleichen Logik heraus muss jeder deutscher Politiker oder Islamfunktionär, der die Mohammed-Karikaturen als Rassismus bezeichnet hatte, für den Anschlag auf Kurt Westergaard verantwortlich gemacht werden.”

      Autor: Abdel-Samad

      • Momo schrieb am 2. August 2011 um 22:16 - Permalink

        Hans, 1. August 2011, 21:48 Uhr

        Sie sprechen von “Islamfunktionären”. Gibt es auch “Christenfunktionäre”?

        Roberto J. De Lapuente schreibt unter der Überschrift “Der hat nichts mit uns gemein!”:

        http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/07/der-hat-nichts-mit-uns-gemein.html

        “Selbstverständlich ist die bürgerliche Mitte hierzulande, die sich größtenteils für christlich oder christlicher Herkunft erklärt, wegen der Ereignisse in Norwegen schockiert. Behauptete doch der Terrorist, er sei bekennender Christ, womit er seinen Massenmord zu begründen trachtete. So einer ist kein Christ, hört man jedoch nun. Wenn man dessen Herkunft aus der bürgerliche Mitte schon nicht aberkennen kann, so doch wenigstens den religiösen Tand, den er in die Waagschale wirft. So einer ist kein Christ, denn wer so etwas tut, der hat etwas falsch verstanden. Dem wäre gar nichts hinzuzufügen, wenn es nicht dieselben Leute wären, die Terroristen islamischer Herkunft nachsagten, diese seien besonders gläubig, besonders koranfest. Wie sonst, wenn nicht im tiefen Glauben an Allah, hätten sie so eine Bluttat begehen können?
        Diese Selbstgerechtigkeit passt wie ein geschnitzter Jesus aufs Holzkreuz. Der Terrorist, der sich als christlicher Kreuzritter sieht, den erkennt man seinen Glauben, sei es auch nur sein Irrglaube, besonders christlich zu sein, ab. Leitet der Terrorist sein Handeln aber irrigerweise aus dem Koran ab, so zweifelt man nicht an dessen muslimischer Standfestigkeit – nein, man sieht sie bestätigt. Der christliche Mörder ist ein Irrgänger, der die Bibel nicht verstanden hat – der muslimische Mörder ist nur konsequent, weil er den Koran eins zu eins umsetzt. Der Mordschrist gehört nicht zu uns, unken sie – aber der Mordsmuslim, das ist einer von denen, ein ganz typischer Vertreter von denen. Der Terrorist, der den Koran heranzieht, um zu töten, gilt als strukturelles Problem des Islam. Der Terrorist, der Bibelweisheiten rezitiert, um der Gerechtigkeit willen zu morden, der ist ein Irrgänger, ein Ketzer. Keiner aus unserer Mitte, wissen Christen dann zu entschuldigen – aber der Muselmann, der war fest im Islam verankert, war fromm, war korannah.”

        Hatten wir nicht im Weisren Hauss mit George W. Bush einen fundamentalistischen Gotteskrieger christlicher Provinienz, der für unzählige Tote und Verwundete z.B im Irak juristisch zur Verantwortung zu ziehen wäre? Handelt es sich bei der menschenverachtenden rechtsextremen “Tea-Party” nicht ebenfalls um christiche Fundamentalisten?

        Nicht nur der “böse” Islam, auch das Christentum bringt extremistische Täter hervor!


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    loading Abbrechen
    Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren!
    E-Mail-Überprüfung gescheitert. Bitte noch einmal versuchen.
    Ihr Blog kann leider keine Artikel per E-Mail sharen.