Klabautermann führt das Geisterschiff
geschrieben am 19. August 2009 von Spiegelfechter
Ein Frachter einer finnischen Reederei, der unter maltesischer Flagge fährt, wird in schwedischen Gewässern entführt und vor der Küste Frankreichs gesichtet. Doch nicht etwa EU-Behörden, sondern Russland unternimmt alles in seiner Macht stehende, um den Frachter auf hoher See aufzubringen. Die ?Arctic Sea? wird zur Chefsache. Moskau setzt bei seiner Suche Atom-U-Boote und Kriegsschiffe ein und aktiviert den Inlandsgeheimdienst FSB. Nachdem die ?Arctic Sea? angeblich nördlich der Kapverden aufgebracht wurde, schickt Moskau ? russischen Quellen zufolge ? gleich mehrere Kampfjets und Transportflugzeuge, um die Besatzung und die vermeintlichen Ostseepiraten heim ins Reich zu holen. All dieser Aufwand wegen fünfzehn russischer Seeleute?
Die offiziellen und inoffiziellen Versionen des ?ersten europäischen Piraterievorfalls? seit mehreren hundert Jahren sind nicht nur unglaubwürdig, sie entbehren auch jeglicher Logik. Zeit, ein wenig Seemannsgarn zu spinnen ? denn die ?wahre? Geschichte wird die Öffentlichkeit wahrscheinlich nie erfahren.
Ein finnischer Holzfrachter sticht in See
Die gesicherten Fakten sind rar. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in Kaliningrad verließ die ?Arctic Sea? am 23. Juli den Hafen von Pietarsaari (Jakobstad) in Finnland. Die ?Arctic Sea? wurde von der finnischen Reederei Sol Chart Management, die sich in russischem Besitz befindet, gechartert. Das Schiff fährt unter maltesischer Flagge.
Ab hier wird es bereits schwammig. Nach Angaben der Reederei und der finnischen Behörden hatte das Schiff Holz des Multis Stora Enso im Werte von 1,3 Mio. Euro geladen, das ins algerische Bejaja transportiert werden sollte. An Bord sollen fünfzehn russische Seemänner gewesen sein, als der Frachter gen Süden in See stach.
Wer viel misst, misst Mist
Am 7. August meldete die finnische Lokalzeitung ?Österbottens Tiddings?, dass die lokale Feuerwehr von Pietarsaari aufgrund eines Hinweises am Kai, an dem die ?Arctic Sea? angelegt hatte, Strahlenmessungen durchgeführt hätte. Darüber berichtete dann auch die britische ?Daily Mail? exklusiv. Es wäre demnach auch nicht eben verwunderlich, wenn der Hinweis von der ?Daily Mail? selbst gekommen wäre. All dies wäre eigentlich nur ein weiteres Beispiel journalistischen Übereifers. Die Reaktion der Behörden gibt indes Anlass zur Skepsis. Zur Messung kam es nach offiziellen Angaben nämlich gar nicht. Die finnische Strahlenschutzbehördehielt derlei Messungen nämlich für ?nicht notwendig?, schritt sofort ein und untersagte der Feuerwehr die Strahlenmessungen. Gegenüber der Presse gab der Chef der Strahlenschutzbehörde dann so richtig Gas ? ?völlig unverantwortlich? und ?dumm? sei die lokale Feuerwehr. Es mag durchaus sein, dass sich die Ortsfeuerwehr von der britischen Presse hat benutzen lassen. Das Gerücht vom ?Atomschmuggel? war nun jedoch in der Welt.

Die Wikinger schlagen zu!
Zwischen Gotland und Öland kam es dann in schwedischen Gewässern zu einer Unregelmäßigkeit. Nachgewiesen ist, dass die ?Arctic Sea? am 24. Juli für eine gewisse Zeit den Kurs geändert hat und im Kreis fuhr. Was genau in der Ostsee passierte, ist allerdings unklar. Später meldete die schwedische Tageszeitung ?Metro?, die angeblich am 31. Juli mit dem Kapitän der ?Arctic Sea? gesprochen hat, dass Männer in schwarzen Uniformen, die an amerikanische Elitesoldaten erinnert und Englisch mit Akzent sprachen hätten, die ?Arctic Sea? von einem Schlauchboot aus geentert hätten. Die Männer hätten demnach behauptet, Kokain zu suchen, das in Kaliningrad an Bord gebracht worden sei. Kokain, das von Kaliningrad über Finnland nach Algerien geschmuggelt wird? Unwahrscheinlich.
Seemannsgarn über die Ostseepiraten
Die ?Kontrolleure?, die einer anderen Variante zufolge vorgaben, sie wären von der schwedischen Polizei, hätten dann mit Gewalt die ?Arctic Sea? übernommen, die Kommunikationselektronik zerstört, die Handys der Mannschaft an sich genommen und die Seemänner gefesselt. Zwölf Stunden später seien sie dann wieder von Bord gegangen. Die ?Arctic Sea? setzte ihren Kurs fort, umschiffte Dänemark durch den Kattegat und den Skagerrak und nahm Kurs auf den Ärmelkanal.

Wären die ?Piraten? wirklich von Bord gegangen, so ergibt die ganze Geschichte keinen Sinn. Warum hat der Kapitän den Vorfall nicht gemeldet? Warum ist man nicht durch den Nordostseekanal gefahren, sondern hat den zeit- und kostenintensiven Umweg um Dänemark herum genommen? Demzufolge müssen die ?Piraten? noch an Bord gewesen sein. Sie hätten die Mannschaft zwingen können, ihren Befehlen Folge zu leisten.
Ground control to Major Tom
Erstaunlicher ist allerdings, dass die europäischen Behörden kein gesteigertes Interesse mehr an der ?Arctic Sea? haben. Schweden ermittelt nicht, obgleich die schwedischen Behörden von dem Zwischenfall in ihren Gewässern wissen. Die ?Arctic Sea? darf ohne Kontrolle weiterfahren. Wären zu diesem Zeitpunkt tatsächlich Piraten an Bord gewesen, so hieße dies, dass die EU-Behörden sich blindlings auf die Angaben von der Brücke der ?Arctic Sea? verlassen haben, obgleich natürlich ein Verdacht bestehen müsste, dass die Meldung, die ?Piraten? hätten das Schiff wieder verlassen, auch unter Gewaltandrohung gefallen sein könnte.
Your circuit’s dead, there’s something wrong
Am 28. Juli wurde die ?Arctic Sea? noch im Ärmelkanal geortet. Am 30. Juli verlor man jedoch in der Biskaya angeblich jeglichen Kontakt mit der ?Arctic Sea?. Was war geschehen? Offensichtlich hat jemand an Bord das AIS-Signal außer Betrieb gesetzt. Nun nahm auch die Außenwelt Notiz von dem verschwundenen Schiff. Niemand weiß, wo das Schiff in den nächsten Tagen so kurz vor der französischen Küste war. Wenn sich allerdings bewahrheiten sollte, dass die ?Arctic Sea? am 18. August vor den Kapverden aufgebracht wurde, hat das 11 Knoten “schnelle” Schiff sich schon bald auf Südkurs begeben.
Was in der Zeit zwischen dem 31. Juli und dem 10. August geschah, entzieht sich der Kenntnis. Hinter den Kulissen müssen in diesen Tagen auf jeden Fall die Köpfe geraucht haben. Am 10. August melden die Russen plötzlich, dass die ?Arctic Sea? jetzt verschwunden sei ? drei Wochen, nachdem sie in der Ostsee für zwölf Stunden in der Hand von ?Piraten? gewesen sei. Präsident Medwedew erklärt die Affäre nun zur Chefsache und setzt ausgerechnet den Inlandsgeheimdienst FSB auf die ?Arctic Sea? an. Gleichzeitig machen sich zwei russische Atom-U-Boote und mindestens eine Fregatte und drei Landungsschiffe der Schwarzmeerflotte, die sich zu diesem Zeitpunkt kurz vor Gibraltar im Mittelmeer befanden und Kurs auf die Ostsee hatten, auf die Suche nach der ?Arctic Sea?. Die NATO kündigt ihre Hilfe an und Satelliten der Russen und der NATO suchen gleichzeitig das Meer ab.
Am 12. August trifft der russische Flottenverband angeblich in der Biskaya ein und startet eine zweitägige Suche. Während die drei Landungsschiffe am 14. August die Suche abbrechen, nimmt die Fregatte Ladniy an diesem Tag plötzlich Kurs auf die Kapverden. Am 15. August wird die ?Arctic Sea? jedoch plötzlich wieder geortet ? und zwar mitten in der Biskaya. Doch das AIS-Signal stammt, so sollte es sich später herausstellen, nicht von der ?Arctic Sea?, sondern von einem Kriegsschiff.

Can you hear me Major Tom?
Dem Sprecher der französischen Marine, Kapitänleutnant Jerôme Baroe, zufolge, stammte das AIS-Signal zunächst von einem französischen Kriegsschiff. Baroe korrigierte sich im Laufe des Tages und behauptete später, dass es sich nicht um ein französisches, sondern um ein russisches Kriegsschiff gehandelt habe, das das AIS-Singal der ?Arctic Sea? in der Biskaya ausgesandt hätte. Entweder die Franzosen oder die Russen haben demnach in betrügerischer Absicht entweder das originale AIS-System des verschwundenen Schiffes aktiviert oder ? ebenfalls in betrügerischer Absicht ? das Signal gefälscht. Fest steht nämlich ? das Signal wurde abgegeben und es wurde auch von nichtmilitärischen Stellen registriert. Natürlich ist es ein krimineller Akt, wenn Militärs ein Seesignal fälschen. Wer aber sandte das gefälschte Signal aus?
Die Russen sind immer schuld!
Eine Variante wäre, dass die Russen die NATO hinters Licht führen wollten. Offensichtlich hatten die Russen die ?Arctic Sea? mit Kurs Kapverden gesichtet und die Fregatte Ladniy losgeschickt, sie zu verfolgen. Um die NATO auf eine falsche Spur zu locken, versuchte man ? dieser Variante zufolge ? vorzugaukeln, die ?Arctic Sea? sei noch in der Biskaya. Diese Theorie ist allerdings mehr als schwach. Binnen einer Stunde hätte die französische Luftwaffe den Schwindel aufgedeckt. Außerdem hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein portugiesischer Seeaufklärer die ?Arctic Sea? im Seegebiet vor Portugals Küste gesichtet.
Die Franzosen sind immer schuld!
Eine weitere Variante wäre, dass es tatsächlich die Franzosen waren, die die Russen hinters Licht führen wollten und der Marinesprecher mit seiner ersten Version sogar recht hatte. Dieser Theorie zufolge, wollte man die Ladniy in der Biskaya binden, um der ?Arctic Sea? einen größeren Vorsprung zu geben, um sie so vielleicht dem Zugriff der Russen zu entziehen. Niemand weiß, was die ?Arctic Sea? wenige Tage zuvor vor der französischen Küste eigentlich gemacht hat. Theoretisch hätte sie dort Ladung löschen oder aufnehmen, Personal von Bord oder an Bord gehen lassen können.

Gotcha!
Die Ladniy ließ sich jedenfalls nicht beirren und fuhr mit voller Fahrt Richtung Süden, wo sie die ?Arctic Sea? am 18. August aufbrachte ? angeblich 300 Seemeilen nördlich der Kapverden. Der FSB sorgte dafür, dass die Mannschaft und die ?Piraten? sofort in russische Obhut genommen und wenig später zur Befragung nach Russland geflogen wurden. Der Umstand, dass dafür mehrere Frachtflugzeuge eingesetzt wurden, lässt vermuten, dass die Ladung bereits ebenfalls gelöscht wurde ? und die Ladung bestand sicherlich nicht aus finnischem Holz.
Spekulatius
Ob die Öffentlichkeit je erfahren wird, was die ?Arctic Sea? geladen hatte, ob sie überfallen wurde, und wer hinter der seltsamen Affäre steckt, ist ungewiss. Alleine das intensive Engagement der russischen Marine lässt jedoch die offizielle Version des ?Piratenüberfalls? mehr als unglaubwürdig erscheinen. Das wären schon echte Teufelskerle, die einen Holzfrachter vor Schweden entern und dann durch die am besten überwachte Seezone der Welt fahren, um Kurs auf Westafrika zu setzen.
Was aber war an Bord? Drogen? Unwahrscheinlich ? um einen Kokainschmuggler zu fangen, würde Moskau nicht seine Seestreitkräfte in Marsch setzen. Waffen? Es ist natürlich möglich, dass die ?Arctic Sea? in Kaliningrad Waffen an Bord genommen hat, die man dann in einem afrikanischen Staat löschen wollte. Wer waren dann aber die ?Piraten?? Wenn die ?Arctic Sea? wirklich Waffen an Bord hatte, so waren diese wohl eher ?sophisticated? ? russische Luftabwehrsysteme für Syrien oder Iran? In diesem Falle wären die ?Piraten? vielleicht Mossad-Agenten und die Russen wollten nach der Enttarnung durch die NATO alles in ihrer Macht stehende tun, um die Waffen wieder in russischen Besitz zu bringen. Dies würde auch die Kooperation zwischen der NATO und Russland erklären.
Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass die Franzosen ihre Finger im Spiel hatten. Schließlich verschwand die ?Arctic Sea? in der Nähe der französischen Küste. Hat der französische Geheimdienst vielleicht einem Drittstaat geholfen, in Besitz von Waffentechniken oder nuklearem Material aus russischen Schwarzmarktbeständen zu kommen? In diesem Falle wären die ?Piraten? Franzosen und die Russen hätten von diesem Deal Wind bekommen. Man hätte die ?Arctic Sea? von den Bildschirmen verschwinden lassen, sie hätte die brisante Fracht in Frankreich gelöscht und wäre in einem befreundeten Land, wie beispielsweise dem Senegal, untergetaucht.
Aber das ist alles wilde Spekulation. Die Affäre ?Arctic Sea? wird jedoch noch einige Überraschungen bereit halten, soviel steht fest.
Jens Berger
Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test
www.PARSHIP.de



Mich hat es auch gewundert, warum die Russen ihre Marine dahin entsenden und die Europäer nichts dergleichen unternommen haben. Aber wenn wir zur Zeit die Wirtshafts…äh ich meine Weltkrise nicht hätten, dann wäre noch ein weiteres Szenario denkbar. Terroristen! Die haben das Schiff gekapert und fahren damit in einem wichtigen Hafen, z.B. Rotterdam und versenken es im Becken. Somit wäre der Hafen lahm gelegt und somit auch die Welt schwer getroffen. Okay die Idee habe ich mir von Forsyth abgeschaut, aber sie ist “gut”.
meiner Meinung nach haben da viel zu viele Journalisten im Sommerloch viel zu viele Spekulatius gegessen, Mossad? War den die Lösung der Judenfrage an Board?
Frage: Wieso verscherbelt Russland seine Waffen in den Iran nicht über den Landweg?
Mit dem Zug dürfte das doch gehen. Es gibt Eine Gemeinsame Grenze und man hat es immer im jeweiligen Land unter direkter Kontrolle. Keine Gefahr durch Piraten, Stürme und es dürfte schneller gehen.
Wenn man größere Mengen an Gütern in ein Flugzeug umlädt, sollten doch einigermaßen fähige Geheimdienste das mittels Satelliten oder Agenten vor Ort raus kriegen können. Da keine Flugzeuge (sprich Träger als Startmöglichkeit) vor Ort waren, muss das umladen an Land geschehen sein. Die russischen Schiffe werden doch wohl überwacht worden sein. Es werden doch wohl nicht nur ein paar Kisten voll mit Kalaschnikows gewesen sein.
Und Wasserflugzeuge dürften auch die Aufmerksamkeit der Geheimdienste noch mehr erregen.
@Anonymer Leser
Eine Lieferung an Iran halte auch ich für wenig wahrscheinlich – zumindest dann, wenn die “Güter” aus offizieller russischer Hand stammen. Stammen sie aus “inoffizieller” oder gar aus westlicher Hand … wer weiß?
Spekulatius!
Man könnte den Artikel auch so zusammenfassen: Nichts genaues weiss man nicht.
Ehrlich gesagt, ein klitzeklines bischen enttäuschend.
Und am Rande, der FSB? Wäre da nicht eher der SWR zuständig, oder wie läuft das dort?
@Sigmund Igzorn
Stimmt ;-)
Nun ja – eine publizistische eierlegende Wollmilchhsau bin ich auch nicht ;-)
Yep – ganz genau das finde ich auch merkwürdig.
ich hab die sache auch mitverfolgt und bin ehrlich gesagt gespannt ob man überhaupt noch was davon hört. aus erfahrung würd ich mal sagen man hört und liest nichts mehr davon, das ganze soll so schnell wie möglich aus dem gedächtnis der öffentlichkeit verschwinden… dabei wärs wirklich interessant zu wissen was da eigentlich los war!
Aber für ein publizistisches Universalgenie darf man dich schon halten, oder?
Zu Kommentar 4: Es waren Spekulatius-Kekse! Jetzt ist es raus.
“Ehrlich gesagt, ein klitzeklines bischen enttäuschend.”
Finde ich nicht ,ganz im gegenteil mit Abstand der beste Artikel den ich über diesen Fall gelesen habe.
Ach so noch eine Anmerkung, dass die russische Marine sucht, halte ich für nicht notwendigerweise für verdächtig, immerhin handelt es sich irgendwie um ein russisches Schiff mit russischer Besatzung. Und man kann nebenbei mal wieder Präsenz zeigen. Immerhin hat die französische Marine auch nach dem abgestürzten Air France Flugzeug gesucht. Wobei der Einsatz von Kampfflugzeugen doch etwas überzogen klingt.
Auf alle Fälle klingt das Szenario wie ein Bruchstück von Tom Clancy.
Meine Herren, Ihr habt die GRU (Militärische Geheimdienst) vergessen.
Die GRU ist nämlich, der ewige Gegenspieler von SWR (ex-Erste Verwaltung des KGB) und FSB.
Also, die GRU könnte auch ihre Finger im Spiel haben (wir dürfen nicht vergessen, der FSB bzw. SWR können keine Atom-U-Boote einsetzen, weil sie zu einem anderen Verein gehören).
@Sigmund Igzorn
Nee, da kriege ich Ärger mit Gabor Steingart ;-)
Ich bevorzuge: Selbsternannter Fachmann für alles! ;-)
@Anonymer Leser
Das Schiff ist aber in keinster Form “russisch” – finnisch oder maltesich, meinetwegen – aber russisch?
Stimmt – oder Frederick Forsythe
@ Meister
Stimmt, die charternde Reederei war in russischem Besitz, nicht das Schiff. Entschuldige die Verwechslung, ist schon spät.
Du schreibst die Reederei sei in russischem Besitz. Da kann man auf den Gedanken kommen, das Schiff sei russisch ;) Nicht, dass es wirklich was ändert, ob es nun finnisch, russisch oder gar maltesisch ist.
“Man hätte die ?Arctic Sea? von den Bildschiremn verschwinden lassen,” Da hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen.
Joa, die Geschichte könnte wirklich aus nem Agenten/Polit-Thriller stammen. Ist wahrscheinlich noch abgedrehter (oder banaler) als wir uns vorstellen können.
@SF
Mich wundert, dass du FSB ‘nur’ als Inlandsgeheimdienst betrachtest. Oder hast du Information darüber, dass in all den Operationen ausgerechnet entspr. Ressort/Organ von FSB beteiligt war? FSB vereint unter seinem Dach alle(!) Geheim- und Aufklärungsdienste und einiges mehr: http://www.fsb.ru/fsb/structure.htm
Siehe auch (Abschirmdienst, Kontr-Spionage): http://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A4%D0%B5%D0%B4%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D1%81%D0%BB%D1%83%D0%B6%D0%B1%D0%B0_%D0%BA%D0%BE%D0%BD%D1%82%D1%80%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B5%D0%B4%D0%BA%D0%B8_%D0%A0%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D0%A4%D0%B5%D0%B4%D0%B5%D1%80%D0%B0%D1%86%D0%B8%D0%B8
nach 1995 wurde es in FSB integriert/umbenannt. Man kann ja grob sagen, dass FSB ziemlich genau die Aufgaben hat, die früher KGB inne hatte, darunter auch Bekämpfung von organisierter Kriminalität, Terrorismus, … und bis zu Grenzschutz und militärischer Aufklärung.
@Copoka
Hmmm, wenn Du meinst, es sei normal, dass der FSB in einem solchen die Koordination übernimmt, dann rudere ich gerne zurück – in diesem Bereicht bist Du sicher fitter als ich.
@Kalle
Hast recht – mit beiden Punkten ;-)
Nein, Koordination hat ganz bestimmt nicht FSB übernommen – das geschah ‘ne Etage höher. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass FSB mehr als ein Inlandsgeheimdienst a la FBI ist und durchaus auch außerhalb Russ. Föd. aktiv seien kann.
Bist ja doch ein richtiger Verschwörungstheoretiker SF :-)
Mit Spekulatius gewürzt kommt das Geschmäckle schon 4 Monate vor Weihnachten. Wahrscheinlich hatten sie nur Zimt geladen. Als Rindenbestandteil durchaus auch als Holz zu kennzeichen. In jedem Falle eine sehr skurile Geschichte.
Mmh, COPOKA, also beide Links zeigen nur die Binnenstruktur des FSB, und daraus kann man nicht schließen, das etwa SWR und FSO dem FSB unterstellt sind.
Wie die sich in der Praxis um Kompetenzen streiten, ist natürliche eine ganz andere (aber nicht uninteressante) Frage.
Und in der Etage über den Diensten, die wie gesagt eigentlich gleichrangig sind, sitzt bereits der Präsident, und vielleicht noch sein Sekretär des Sicherheitsrates (etwa das Gegenstück zum amerikanischen NSA). Das ist übrigens Herr Patruschew, vorher selbst Direktor des FSB.
@Sigmund Igzorn
Nein, dass sind sie nicht, wie auch GRU es nicht ist. Das [alte] Problem mit FSB/KGB ist, dass seine Kompetenzen sich mit anderen Geheimdiensten überschneiden. Daher auch ‘Reibungen’ zw. versch. Geheimdiensten.
Wobei FSO kein richtiges Geheimdienst, sondern eher Schutzdienst für Präsidenten und Regierung ist.
Zum Thema:
nstarikov.ru
segodnia.ru
rosbalt.ru
@ Truvor
Ja, ganz putzig fand ich: http://www.rosbalt.ru/2009/08/18/664556.html
;))
Waffen sind unwahrscheinlich. Es macht keinen Sinn diesen Weg zu nehmen: aus Finnland, durch Ostsee, Ärmelkanal etc. Einfach die Karte aufschlagen, dann wird alles klar.
Interessant ist Info aus Malta: danach wussten Finnland, Schweden und Malta, wo sich das Schiff befindet, haben aber in Interesse der Seemänner die Öffentlichkeit desinformiert. Offensichtlich ist, dass Frankreich, Malta, Schweden, Finnland Russland gehofen haben. Wer sollte dann diese Information glauben? Vllt. GB und ihre Satelliten (Esten und Letten haben das Schiff ja gekappt)?
Das Geisterschiff mit russischer Besatzung eilte zu Capa Verde akkurat zu dem Tag, an dem Capa Verde Clinton besuchen wollte und besucht hat. Jetzt wird interessanter, nicht wahr? :) Also, Clinton kommt an und gleichzeitig gibt die capaverdische Regierung die Mitteilung aus – “Das Schiff ist gesichtet und befindet sich 400 Meilen nördlich (also etwa eine Tagesreise)”. War das vllt. ein Signal – “wir warten, hört auf, bleibt, wo ihr seid”?
Auf jeden Fall wurde das Schiff dann 300 Meilen von Capa Verde 3 Tage später von Ladniy erwischt. Also hat das Schiff seine Route korrigiert. Signal angekommen?
Es kann ganz wohl sein, dass es eine Verbindung zwischen dem Schiff und der Reise von Clinton bestand, und Russland mit Frankreich (plus Swe und Fin) eine Provokation mit unvorstellbaren Folgen verhindert haben. Nicht zufällig kam aus einer EU-Quelle die Aussage, dass die ganze Geschichte Hollywood reif wäre.
Wer die Provokation geplant hat, kann sich jeder selbst ausdenken, ein Paar Stinger, die man mit einem kleinen Boot auf das Schiff holt, hätten sicherlich gereicht.
Es gibt auch Information, dass die Piraten die nordkoreanische Fahne aufgehängt hatten. Angeblich zur Tarnung, aber das ist Quatsch, damit erreicht man das Gegenteil. Also “totalitär-terroristisches” Schiff und alle Terroristen – die Russen. Wunderbar :).
Gott und FSB sei Dank, lebt Frau Clinton noch :). Und hat nicht das Schicksal von Zwillingstürmer wiederholt. Ja, man kann tatsächlich ein Film daraus machen :).
@ COPOKA
Ja, das fand ich auch: ein “ehrlicher” Mensch ist dieser Rogosin. Oder ?
@ Corwin
In zwei Monaten wissen wir mehr und in drei Monaten schenkt uns Hollywood einen Blockbuster über die böse Russen.
R a m b o ist nämlich gerade arbeitslos.
@ Corwin
Nö, laut http://www.rosbalt.ru/2009/08/18/664339.html waren darunter nur zwei Russen, ansonsten Esten und Letten. Estland hat es auch bestätigt.
Ja, interessant an der Geschichte ist idT, dass alle Auslanddienste den/mit Russen geholfen/kooperiert haben. Zumindest russischen Verlautbarungen nach.
@Truvor
Wohl kaum. Nur als Beispiel: http://svpressa.ru/issue/news.php?id=12447
Von Estonia ist auch nicht viel zu hören: http://de.wikipedia.org/wiki/Estonia
Offizielle Versionen gibt’s idT zu jedem Fall.
@Truvor und Copoka
*hüstel*
Immerhin könnte Rogozin auch hierzulande politische Karriere machen – so viel Scheinheiligkeit hat schon was.
@Copoka
In der estnischen Postimees habe ich gelesen, dass die estnischen Behörden verlautbart haben, dass die beteiligten Esten eigentlich Russen mit estnischen Wohnsitz seien. Ich kann mit der Meldung aber nichts anfangen, da ich nicht glaube, dass die estnischen Behörden die Identität der “Piraten” kennen. Und wenn, dann woher?
@Corwin
Wenn die Waffen nun aber Kaliningrad kommen? Und was wäre wenn die Waffen nicht aus Russland, sondern aus dem Westen kommen?
Da fragt man sich jedoch auch nach der Glaubwürdigkeit. Wußten die Staaten vom 1. bis 10. August wirklich, wo das Schiff war?
Hmm – wollten sie ihr etwa ein paar Zigarren für den werten Gatten übergeben?
Das könnte sein – ja
Wenn die Freitagsmeldung korrekt ist, dann hat sich das Schiff in drei Tagen fast gar nicht bewegt.
Möglich ist das – Spekulatius halt ;-)
@all
Nicht uninterressant ist auch ein ein Treffen zwischen der Arctic Sea und ihrem Schwesterschiff vor Gotland auf der Fahrt von Kaliningrad nach Finnland. Kurz zuvor gab es folgende Agenturmeldung:
( 17.7.09 ) Der unter Malta-Flagge laufende Frachter “Arctic Spirit”, 6.395 BRZ (IMO-Nr.: 8419128) erlitt am 16.7. im Hafen des finnischen Loviisa einen Wassereinbruch im Maschinenraum. Das Schiff war dort am 12.7. von Felixstowe kommend eingetroffen. Das Schiff gehört zur Klasse der Holzfrachter, die in der Vergangenheit mehrfach durch Untergang oder Ladungsverlust auffielen. Schwesterschiffe sind z.B. die im Ärmelkanal gesunkene “Ice Prince”, die “Kodima” und die “Sinegorsk”.
In Loviisa gibt es übrigens ein Kernkraftwerk vom WWER. Aber das kann natürlich alles auch ein Zufall sein. Spekulatius halt.
Schief gegangener Versicherungsbetrug. Da hat der eine oder andere schlicht unterschätzt, wie dicht vernetzt so ein Schiffchen heute im internationalen Kommunikationsverkehr ist.
Woher nimmst Du die Information, dass “Entführer” und Mannschaft nach Russland ausgeflogen worden seien? Lt. Communique der russischen Staatsanwaltschaft (z.B. SpOn-Video v. gestern) werden/wurden die Beteiligten auf der Ladniy befragt und dürften sich immer noch dort aufhalten. Wo sollen denn die angeblichen Transportflugzeuge gelandet sein, um Fracht aufzunehmen?
ich find die ufo-theorie immernoch am plausibelsten ;)
andererseits: vielleicht hat jetzt auch europa in anlehnung an die bermudas sein kapverden-dreieck ;)
Vom VT-Verdacht muss man den Spiegelfechter hier wohl wirklich freisprechen. Die Sache stinkt zum Himmel, Sommerloch hin oder her. Spekulationen wurden ja sehr deutlich als solche gekennzeichnet.
Komisch finde ich auch, dass 3 FRACHTflugzeuge nach Kap Verde geschickt wurden, um 15 Seeleute abzuholen.
Russisches Fernsehen zeigt Videos von den gefassen Entführern. Voll fit die Leute …
http://worldcontent.twoday.net/stories/5889330/
Und die Artic Sea wird in einen Schwarzmeerhafen gebracht, um die Spuren zu
verwischensichern.@SF
#29
Die gefragten Kernqualifikation im Geschäft unterscheiden sich hüben wie drüben kaum. Nur russische Politiker sind erfahrener in Sachen Kooperation mit organisierter Kriminalität. Aber das lernen bald auch die deutschen Politiker nach all den “Rettungsaktionen”, die bewiesenermaßen dem Vorschub leisteten. Dazu noch anwachsende Verelendung der Bevölkerung, und der Humus für Bananenrepublik ist perfekt. Das wäre auch interessantes Thema für dein Blog. Vernichtung größeren Werten (Stichwort – Abwrackprämie) wie auch Umverteilung an Abermilliarden fördert immer die Kriminalität – siehe dir die GUS-Staaten an.
#30
Na ja, ich hab einige Meldungen dazu auf Russisch gelesen, halte es insgesamt für absolut nebensächlich. Estland ist auch so’n Wespennest für Kriminalität. Kein Wunder, wenn Leute im Lande nach ethnischer Herkunft diskriminiert und kriminalisiert werden.
Von Russen. Angeblich haben Russen die alle gefasst und wohl auch ihre Identitäten geprüft.
#31
Mir kommt diese VT gar nicht plausibel vor. Wenn die ‘Piraten’ wirklich so was vorgehabt hätten wie auch das nötige Equipment dafür, wäre doch viel vernünftiger für sie, mit einer Jacht oder einem Privatflugzeug ohne großes Aufsehen hin zu kommen. Nicht?
Ich habe das blöde Gefühl, daß diese sogenannte “Piraten” aus irgendeinem rissischen Knast geholt wurden, nur um unsere Aufmerksamkeit von den Geheimdiensten bzw. den wichtigeren Dingen wegzulenken (um bzw. zu vertuschen).
Am 9 August habe ich bereits von dem Verschwinden dieses Schiffes gelesen.
Die Piratenversion galt damals als absolut lächerlich, aber in den letzten Tagen ist die Version samt den “Piraten” wieder aufgetaucht.
Für mich sieht es so aus, daß die Geheimdienste ohne irgendwelche “Piraten” ihre schmutzige Geschäfte nicht mehr durchführen können.
Ich meine, seht doch die Gesichter von diesen “Piraten” an, das sind doch echte Knastbrüder.
Ich habe keine Ahnung, wie die reale Route der russischen Kriegsschiffe verläuft.
Speku on:
Solch ein “Vorfall” gibt den Russen die Möglichkeit, ihre Kriegsflotte durch Gewässer zu bewegen, die nichts mit dem Antipirateneinsatz zu tun haben.
Es kann vermutet werden, dass man eine Art Manöver oder sogar eine Art Provokation generiert hat.
Fakt ist, dass russische Kriegsschiffe (plural) meilenweit von ihrem eigentlichen Bestimmungsort auf Schiffsuche waren.
Man hat damit gezeigt, wie leicht die alt-römische Juristerei, die den Russen oft zum Verhängnis wurde, einmal umgedreht angewandt wurde.
Möglicher Weise, hat man sogar die russischen Kriegsschiffe verloren und fieberhaft nach ihnen gesucht.
Vielleicht auch nur eine Ablenkung vom explodierten Maschinenraum des Wasserkraftwerks oder vom Terroranschlag in Inguschetien.
Speku off:
Das ganze erinnert ein wenig an das zeitweilige Verschwinden der “Scheersberg A” vor ettlichen Jahren (1968). Interessierte können auch unter den Stichworten “Operation Plumbat” weitere Informationen finden. Damals ging es um 200 Tonnen Yellowcake, die letztendlich in Israel landeten und so das israelische Atomprogramm trotz des franz. Lieferstopps für Nukleartechnik in Folge des israelischen Angriffs- bzw. Präventivkriegs (die Wahrheit liegt wie immer im Auge des Betrachters) von 1967 am laufen hielten.
Vielleicht haben die Piraten die Besatzung unter Alkohol gesetzt (das Klischee fehlte nämlich in der Berichterstattung) und einen 3-Monats-Vorrat erstklassigen Wodka auf dem Schiff stationiert und haben es so in ihre Gewalt gebracht. Bei dem Gehalt der russischen Seeleute sollte es auch leicht fallen sie zu bestechen.
Die Frage nach dem Warum?
Es war vielleicht ein Testlauf um offiziell auszutesten wie gut die Überwachung funktioniert. Und ob man einen wahren Aufenthaltsort auch verschleiern kann durch technische Möglichkeiten. Das Resultat: beides ist möglich.
Das Wissen ist Gold wert. Denn die Arctic Sea war ja offiziell verschwunden und wurde gesucht. Was wäre aber, wenn sich ein Schiff durchschleicht, das gar nicht gesucht wird? Das würde doch niemals auffallen, wenn zudem noch von woanders her das offizielle Signal geortet wird.
Geladen hatte das Schiff nach meiner Theorie wirklich nur Holz (wenn auch nicht so wertvolles Material wie in der Öffentlichkeit propagiert) und Wodka. Mehr nicht. Und in ein paar Tagen kommt heraus, dass alle die ganze Zeit besoffen waren und deshalb im Kreis gefahren sind bzw. mal kurz zwischen Biskaya und Kapverdischen Inseln hin- und hergebraust äh getuckert sind. :-)))
@Werner
Das hatte ich aus Moscow Times – allerdings ist mir ein kleiner Übersetzungsfehler passiert. Zum Zeitpunkt der Meldung waren die Maschinen zwar schon losgeflogen, aber die Seemänner waren natürllich noch nicht an Bord für den Rückflug. Das ist nun aber passiert. Und auch AP wundert sich über die drei Iljuschins.
@Copoka
Kommt drauf an, was sie transportiert haben. Höhere Nutzlasten lassen sich wohl am besten mit einem Frachtschiff oder einem Frachtflugzeug transportieren.
@Truvor
Wie sehen denn Deiner Meinung nach Piraten aus? Haben die einen Zwirbelbart, ein Holzbein, eine Augenklappe und einen Papagei auf der Schulter?
@SF, #45
Schweres Gerät? Mit ‘sie’ meinst du dann die Mannschaft mit der Ladung. Die Piraten sind doch angeblich mit einem Schlauchboot dazugesellt, könnten also nichts schweres mit dabei haben.
Weißt du, wenn wir aus einer breit angelegten Verschwörung ausgehen, wo das schwere Gerät vorab auf das Schiff geladen wurde, so könnten doch ‘Piraten’ gleich als Matrosen dazustoßen. Ein Teil der Mannschaft würde doch gerne für kleines Entgegenkommen einen Urlaub machen.
A propos Ostsee, erinner die Öffentlichkeit doch mal an die U-Boot Spiegelfechtereien die sich da in den 80ern abgespielt haben. Sone Klassiker sind ja die Sesambrösel auf der Schrippe.
Und wer hat Olof Palme getötet?
@Copoka
Ich bin mir auch nicht sicher, dass das Schiff überfallen wurde. Aber anderes Thema – die besagte Ladung (also außer dem Holz) war sicher an Bord. Ob sie in Kaliningrad, auf See oder in Finnland geladen wurde, kann ich natürlich nicht sagen.
@antonym
klar – “Russen”, die in amerikanischen und deutschen(!) U-Booten saßen ;-)
Dank an Billy für den Querverweis auf die Operation Plumbat. Diese interessante Geschichte kannte ich noch nicht. Ein interessantes Dokument, das auch aufzeigt, wie die Israelis mit Hilfe der Nukleardrohung die Amerikaner zu massiver konventioneller Waffenhilfe erpresst haben:
THE THIRD TEMPLE’S HOLY OF HOLIES: ISRAEL’S NUCLEAR WEAPONS (by Warner D. Farr, LTC, U.S. Army).
Das Beispiel gibt reichlich Anregungen für Spekulationen, warum mit Schiffen seltsame Dinge passieren können.
@Jens:
Mal ein wenig OT:
Bist Du ein (Spam)Bot? Du haust ja Artikel wie eine Maschinenpistole raus. Wie machst Du das?
@ Spiegelfechter
Ha, ha, ha, aber ganz bestimmt ohne den Papagei auf der Schulter !!!!!!!!!!
Die ersten Berichte seitens der Mannschaft waren meiner Meinung nach glaubhafter als die späteren, die von den Geheimdiensten oder jemand “Anderen” geschliffen worden sind.
Und die Mannschaft hat damals von einer Spezialeinheit a la SEAL oder russischen Speznas berichtet.
Ich habe schon viele russische Militärs in meinem Leben gesehen (und nicht im Fernsehen).
Die Hälfte von meinen Freunden und Bekannten sind ehemalige Fallschirmjäger (WDW) und sie sehen auch anders aus als diese “Piraten”.
Die Militärs verhalten sich auch anders als die Knastbrüder, die ich haufenweise in der Sowjet Union gesehen und kennengelernt habe.
Wie gesagt, die Mannschaft hat am Anfang von den (militärischen) Profis berichtet.
Mein Verdacht scheint sich zu bestätigen.
Die russische Reporter berichten gerade über die “Piraten” mit Tattoos, die (die Tattoos) offensichtlich aus ihrer (der “Piraten”) krimminellen Vergangenheit stammen (vz.ru).
Empfehlenswert:
nstarikov.ru/blog/1888#more-1888
Auch interessant:
expert.ru/articles/2009/08/20/arctic/
Schaut mal die Tattoos an:
newsru.com/russia/20aug2009/ecologists.html
Spannend wird vor allem eines: wann kommen die Seeleute frei, die noch vom russischen Geheimdienst befragt werden und werden diese Seeleute jemals unabhängigen Reportern Interviews geben?
Nach allem was ich noch über den Fall im Internet fand, muss ich mich der SF-Theorie anschließen, dass der Mossad oder ein anderer Geheimdienst einen brisanten Waffentransport in einen “Schurkenstaat” verhindern wollte und den Russen Gelegenheit gaben, die Sache zu beenden ohne das Gesicht zu verlieren.
Die Frage, warum die Russen drei Frachtmaschinen vom Typ Il-76 (siehe auch 20 Minuten Online) nach Kap Verde schickten, beantworten jedenfalls deine Bilder (@Truvor) von den Tattoos nicht!
Das ganze Ding trägt dick und fett die Handschrift der GRU, und wenn die Jungs anfangen zu spielen, gehts nicht um Honigkuchenpferde.
Die Arctic Sea sollte ja ursprünglich nach Algerien fahren. Ich denk mal, dass die Waffen
in Algerien zwischengelagert werden sollten, Algerien, das ja auch offiziell Waffengeschäfte
mit Russland macht, hätte dafür vielleicht irgendwas umsonst gekriegt,
und ein paar Monate später hätte ein algerisches Schiff die Waffen dann zum Ziel gebracht.
fragt sich nur noch welches Ziel ? und welche Waffen ?
auf jeden Fall, eine sehr respektable Leistung vom Mossad, oder wem auch immer,
dass die das so verhindert haben.
@ Gebintit
Die echten Piraten müßten mindestens ehemalige Militärs sein (diese Vermutung entnehme ich den ersten Berichten der Mannschaft, die am anfang von einer professioneller Spezialeinheit sprach), aber auf den Fotos sehen wir laute Kriminelle (mit Tattoos), nicht mehr und nicht weniger.
“fragt sich nur noch welches Ziel ? und welche Waffen ?”
Irgendwo (Ich glaube es war Zeit Online) stand was von Marschflugkörpern (AS-15) in verbindung mit dem Iran. Was der Iran mit luftgestützten Marschflugkörpern ohne entsprechendes Trägersystem soll stand da aber leider nicht ;)
Das die allerdings scharf auf das Lenksystem sind (Was wohl bei den Anno irgendwann erschmuggelten ukrainischen AS-15 fehlte) kann ich mir allerdings gut vorstellen.
Vielleicht waren’s auch böse Islamisten, schließlich kann ja jeder Bauer einen Marschflugkörper von der Ziegenweide aus starten o_O (Ironiemodusaus)
Spekulatius halt.
@ name
Weißt du, am anfang glaubte ich auch (Kommentar 11) an die GRU-Version, aber dann habe ich diese Geschichte weiter verfolgt, und jetzt meine ich, irgend jemand hat viel zu viele Fehler gemacht, die GRU macht aber meistens nicht so viele dumme Fehler.
@63
Truvor
Mit der Handschrift meinte ich nur, so massiv eingegriffen hat die GRU und nicht der FSB. Ich vermute, hinter diesen ganzen Aktion eine massive Provokation gegen Rußland, in irgend einem höchst brisanten Bereich, den das Militär betrifft.
Das die GRU diesen Deal eingefäldet hat, glaube ich nicht. Ich vermute eher, jemand wollte Rußland massiv Ärger bereiten, und was die Bilder der veröffentlichten (!) “Piraten” betrifft, hast du recht: Wie Angehörige von Spezialtruppen erscheinen diese wirklich nicht. Echt komisch die ganze Geschichte.
Das waren Atrappen. In Holzstämme verpackte Raketenatrappen. Es sind ja schon Länder für weniger angegriffen worden…
Ich glaube immer noch, dass das Schiff nichts geladen hatte, das echte Schmuggelschiff hat sich dann klammheimlich durchgeschlichen, während alle Welt die Arctic Sea suchte, die Verstecken spielte…
@ name #64
Mit der Provokation hast du recht, vieles spricht dafür.
[quote] Warum ist man nicht durch den Nordostseekanal gefahren, sondern hat den zeit- und kostenintensiven Umweg um Dänemark herum genommen? [/quote]
trägt nicht viel zum insg. mysteriösen gesamtbild bei, aber: die gewinnspannen sind so niedrig im schiffsverkehr, dass es sich (bei den niedrigen spritpreisen zzt.) mehr lohnt, um jütland zu fahren, als den NOK zu benutzen.
du brauchst einen lotsen, schleusengebühren usw, die du bei der umfahrt um dänemark nicht zahlst.
Hier kommt ein Thema, mit dem sich auch die Linke früher oder später beschäftigen muss:
Andreas Hauß hat über Monate Fakten und Details zum Amoklauf in Winnenden zusammengetragen und ist dabei auf unzählige Ungereimtheiten und Widersprüche und nicht zuletzt auf eine schweigende Justiz gestoßen. Wie konnte Tim K.’s Identität so plötzlich von der Polizei ausgemacht werden? Warum gibt es keine Zeugen, die K. identifiziert haben? Weshalb wird den Angehörigen der Opfer bis heute die Einsicht in die Ermittlungsakten verwährt?
Neben den vielen Ermittlungspannen und Widersprüchen, sind das nur einige der Fragen, die sich stellen, wenn man sich mit dem Fall Winnenden näher auseinandersetzt. Der Freiburger Historiker und Germanist, Andreas Hauß, hat das getan und will seine Erkenntnisse, von denen er sagt, “jeder”, der sich darauf einlasse, könne sie nachvollziehen, erstmals vor breiter Öffentlichkeit präsentieren.
Im September erscheint zudem ein Buch im Kai Homilius Verlag, in dem Hauß seine Fakten und Fragen nochmals gesondert in Schriftform darlegt.
Doch bereits am Donnerstag, den 27.08., wird Hauß, der auch Recherchen am Ort des Geschehns anstellte und sich mit den Angehörigen in Verbindung setzte, erstmals in einem öffentlichen Vortrag über den Fall Winnenden referieren. Eingeladen sind des weiteren die regionale Presse, sowie ein Rechtsanwalt einer der Angehörigen-Familien.
Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 27.08., um 18 Uhr, im Cafe NIL, in Stuttgart (Schloßpark, 5 Min. Gehweg vom Hbf)
Damit eine größtmögliche Öffentlichkeit erzeugt wirdm, ist der Eintritt frei!
Weitere Informationen:
http://nuoviso.tv/veranstaltungen/stammtisch-stuttgart.html
http://www.medienanalyse-international.de/
Gerade habe ich etwas ganz interessantes gelesen (http://www.odin.tc/GPublisher/articles/1131————————————————-Arctic-Sea—————.asp). Normalerweise kriegen alle Schiffe Mitteilungen, wenn irgendwas passiert ist, damit die besser auf sich aufpassen können und vielleicht auch den anderen bei ihren Problemen helfen können. Die ganze Welt hat angeblich “Arctic Sea” gesucht, aber… es gaben gar keine Mitteilungen darüber! Tausende Schiffe in Atlantik, mit moderner Technik ausgestattet – und keine Mitteilung über Arctic Sea, obwohl schon über jede kleinste Sache mitgeteilt wird.
ZB. am 13. August:
NAVAREA IV 299/2009 (GEN). NORTH ATLANTIC.32 FOOT S/V GOOSE, WHITE HULL, ONE PERSON ON BOARD,UNREPORTED CALIFORNIA TO UNITED KINGDOM OR SPAIN.LAST KNOWN POSITION SANTIAGO DE CUBA, CUBA.VESSELS IN VICINITY REQUESTED TO KEEP A SHARPLOOKOUT, ASSIST IF POSSIBLE. REPORTS TO HORTA RADIOOR MRCC DELGADA. (131021Z AUG 2009)
Am 14. August
HYDROPAC 1446/2009 (93). GULF OF THAILAND.DISTRESS SIGNAL RECEIVED ON 406 MHZ IN08-54.4N 104-00.6E AT 140320Z AUG. VESSELSIN VICINITY REQUESTED TO KEEP A SHARP LOOKOUT,ASSIST IF POSSIBLE. REPORTS TO SINGAPORE PORTOPERATIONS CONTROL CENTER. (140649Z AUG 2009)
Und nichts über Arctic Sea. Also der Westen wollte nicht wirklich, dass das Schiff gefunden wird. Was mich auf ganz einache Erklärung der Geschichte bringt. Also…
Die Geschichte von Arctic Sea war nichts anderes als die neue Provokation gegen Russland geplant. Nicht Neues in der Reihe von Politkovskaja, Litvinenko und anderen, die immer wieder regelmässig zu irgendwelchen Summits laut und öffentlich getötet werden. Das Lustigste war der Attentat auf Gaidar, der sich in Irland parallel zu Litvinenko (ein Tag später) vergiftet gefühlt hat und in beste Klinikum Englands unter der Schutz der Polizei eingewiesen worden ist. “Kreml tötet”, aha :). Nur wollte Gaidar nichts wie weg, ist nach Russland geflüchtet, nicht ein mal wollte er Analysenergebnisse abwarten. Somit ist er bis jetzt noch lebendig und gesund. Aber zurück zum Thema.
Geplant war das Schiff zu kappern, das nicht verbotenes fuhr. Das Schiff musste eindeutig mit Russland in Verbindung zu bringen sein und leicht zu besetzen sein. Sollte das Schiff “etwas” haben, würden ausser 15 Seemänner evtl noch 50 Soldaten drin hängen. Schwer zu besetzen. Aber Schiff mit Holz geht einwandfrei. Arctic Sea war noch 2 Wochen in Kaliningrad repariert. Ideales Opfer. Also das Schiff wurde gefangen genommen nicht weil es “etwas” hatte, sondern weil es nichts hatte.
Danach fährt das Schiff England, Frankreich, Spanien, Holland, Portugal etc. entlang – und keine Mitteilungen von der Küstenwache. Mich würde nur interessieren, was der Westen von Russland wollte, damit das Schiff nicht “voll mit “etwas” beladen gefunden wird”. Zeitungen haben parallel schon Kampagnie gestartet mit völlig absurden Inhalten, wie “Raketen für Iran”, als ob es nicht einfacher wäre über kaspischen Meer und mit einem Militärschiff Raketen zu Iran zu befördern (sogar “Toilettenpapier” hat USA nach Georgien mit Militärschiffen geschickt). Aber das ist egal, Menschen im Westen glauben ihren Medien eh jeden Scheiß.
Natürlich war es wichtig, dass das Schiff nicht vorzeitig gefunden wird. Deswegen keine Mitteilungen. Also eben “der Verbrecher” ist interessiert, dass das Schiff nicht gefunden wird.
Und Russland schafft es doch die Sitation zu kippen. Es wird an Westen kommuniziert, dass es ganz wo anders gesucht wird. Bis das Schiff gefunden wird, soll der Westen weiter denken, dass alles unter Kontrolle sei.
Russen haben jetzt das Schiff wieder. Ende? Umgekehrt :). Neuer Anfang. “Piraten” sind geschnappt, sie können viel erzählen. Sie sind Bürger von EU und Nato (3 davon weigern sich bis jetzt ihre Bürgerschaft zu nennen ;) ). Und betreiben Piraterie. Man kann daraus schöne TV Präsenz kreieren. Ich bin mir aber sicher, dass Russland kein Show daraus macht, sondern sich das gut vom Westen “auszahlen” lässt :).
Aus meiner Sicht einer der weniger guten Beiträge nach dem Motto: “Verschwörung um jeden Preis.
@Corwin
Interessante Spekulation, nur bist du damit zu spät ;)
nstarikov.ru/blog/1888#more-1888 (s. Truvor, #55).
Mitnichten! Und die EU ist am wenigsten daran interessiert, es an die große Glocke zu hängen, dass mit s.g. jüngeren Demokratien Millionen Menschen der Union beigetreten sind, denen eine ordentliche Staatsangehörigkeit nach ethnischen Merkmalen verwehrt bleibt.
Wenn das Ganze nur eine Provokation war, kann mir dann mal einer erklären, warum man zur Rückholung der Schiffsbesatzung eine lljuschin Il-76 geschickt hat? In Presseberichten ist sogar von zwei bis drei Il-76 die Rede. Aber selbst wenn es nur eine war, davon gibt es ja sogar eindeutige Fernsehbilder, gibt es denn in Russland keinen Rechnungshof, der über die Staatsausgaben wacht?
Vielleicht sind die Russen gelinkt worden. Natürlich könnte Russland Waffen in den Iran auch mit einem Kriegsschiff durchs Kaspische Meer transportieren. Es könnte aber z.B. sein, dass hier Kriminelle in (oder um) Kaliningrad in den Besitz brisanter Waffen gekommen sind und diese auf eben diesem Weg durch die Ostsee verschiffen wollten und der Mossad (oder ein anderer Geheimdienst) davon Wind bekamen und dies zu verhindern versuchten. In Moskau hat man zumindest diese Möglichkeit so ernst genommen, dass man das Ganze zur Chefsache erklärt hat und nach dem Motto Klotzen nicht Kleckern vorgegangen ist. Und wenn es nur eine Provokation war, warum bedankt man sich dann öffentlich so ausdrücklich für die Hilfe der NATO? Für die Verarsche?
Na, was öffentlich kommuniziert wird, ist ohnehin ohne jede Bedeutung. Natürlich ist es verdächtig, daß selbst Sender wie n-tv, die jede kritische Berichterstattung konsequent verweigern, sofort mutmaßen, es könnte sich um Waffentransporte oder ähnlichen handeln, aber mehr ist da auch nicht. How about facts, boys?
@truvor
Was ist denn an den Tatoos besonderes? Ich hätte irgendwelche Schriften erwartet, sehe aber nur Ornamente.
@Thom
Ein paar Fakten gibt es ja durchaus, im Spiegelfechter-Artikel ja schon hinreichend dargestellt. Überhaupt muss ich SF für Recherche und Analyse hier mal wieder ein Kompliment aussprechen! Gute Arbeit!
Wenn es nur eine Provokation war, dann sind die Russen übel darauf reingefallen! Teure Aktion!
@ superguppi
Welche Schrifte hast du denn erwartet ?
Irgendwelche Memoiren vielleicht ?
Die Bilder bzw. Ornamente auf dem Oberkörper eines Kriminellen in Russland, sprechen mehr über sein Status oder seine kriminelle Karriere (kriminelle Geschichte) als irgendwelche Schriften (vergiß nicht, eine Schrift hat meistens eine eindeutige Bedeutung, die gegen diesen Kriminellen (z.B.) vor Gericht als Beweis benützt werden kann, aber ein Ornament könnte eigentlich alles mögliche bedeuten).
Ein Beispiel, eine (tättowierte) ortodoxe Kirche mit drei Glockentürmen bedeutet, daß diese (kriminelle) Person bereits drei Mal verurteilt wurde, und folgend drei Mal in den “Genuß” eines Aufenthaltes in einem Knast kam (in der Knastsprache ” drei Gänge gehabt”).
PS. Die russische, kriminelle Welt ist wesentlich intelligenter bzw. schlauer als wir sie aus irgendwelchen Hollywood-Filmen kennen.
@ Gebintint:
Im Artikel ja, aber was danach passiert, sprich in den Kommentaren, ist doch größtenteils frei jeder Ingredienz, die nicht direkt Phantasie zu nennen wäre.
Typen wie Thom, die zu Rußland gar keine Andeutungen samt Sprache einordnen können und von den n-tv Supernews, gerade n-tv, als Informationszutat für ganz Arme träumen, haben hier wirklich noch gefehlt.
Da bleibe ich doch eher bei http://www.myspace.com/bolshevikings :)
Truvor- richtig ;)
Gebintit, ich kenne mich zwar schlecht mit Flugzeugen aus, kann auch nicht sagen, welche Alternativen hier Russland hatte und ob hier Kosten ‘ne Rolle spielten, aber deine Frage ist sowieso leicht zu beantworten. Niemand behauptet, dass der Westen das Schiff nicht bereits beladen hat.
Wenn man sich die Kerle anschaut, die nun vor dem Moskauer Untersuchungsgericht gelandet sind (siehe http://life.ru/news/223605), dann hat man eher das Gefühl hier wurden irgendwelche armen Schlucker auf der Straße aufgesammelt, denen eh alles egal ist, die nichts zu verlieren haben. Spielfiguren, die selbst nur Opfer sind.
Rechtlich ist die Sache ja schon interessant, wenn der Angeklagte Dmitry Bartenev die Zuständigkeit des russischen Gerichts in Frage stellt, da seine angebliche Straftat in schwedischen Hoheitsgewässern und auf einem unter maltesischer Flagge fahrendem Schiff passiert ist. Gerne würde ich die Entgegnung des russischen Gerichts erfahren.
Gebintit: Die Entgegnung ist die selbe, die jedes andere Gericht der Welt geben wird: Wenn kein Auslieferungsgesuch vorliegt, verhandelt bei Offizialdelikten, und dazu gehören Geiselnahme, räuberische Erpressung etc. nun einmal, das Gericht, in dessen Bezirk der Straftäter festgenommen oder überführt wurde. Das hätte auch ein kapverdisches Gericht sein können, und die finnischen oder estnischen Täter können bei entsprechendem Gesuch nach Finnland oder Estland ausgeliefert und dort abgeurteilt werden, wenn entsprechende Gesuche und Abkommen vorliegen.
Vor Gericht gestellt werden sie auf jeden Fall. Ein Mörder kann für einen Mord in Ghana dort, in Deutschland oder in den USA oder China angeklagt und abgeurteilt werden. “Herr Richter, ich habe in ihrem Revier keinen umgebracht, nur nebenan” ist kein Argument.
Ich lese das ein wenig spät. Aber einiges wirkt vor dem Hintergrund das laut süddeutscher Zeitung (print Ausgabe), die Russen zugegeben haben täglich über Kurs und Position des Schiffs informiert worden zu sein (durch die Nato). Da ich mir nicht alle (aber die meisten) Kommentare durchgelesen habe hoffe ich das ich das nicht als erster hier mitteile :).
http://www.sueddeutsche.de/politik/621/485052/text/
Zitat: “Russlands Nato-Botschafter Dmitrij Rogosin gab jetzt sogar zu, vom 12. August an habe er aus Brüssel täglich “Aufenthaltsort, Kurs und Geschwindigkeit” erfahren. Die Russen, heißt es bei der Nato, hätten jedoch von Anfang an darauf bestanden, sie wollten das Problem selbst lösen. “Da haben wir uns bewusst rausgehalten. Sonst hätte es mächtige Verwicklungen gegeben.”"
Daher halte ich eine Provokation Russlands für abwegig.
Das mit der Provokation ist doch auch eine These von Leuten, an deren Sprache man ihre russische Herkunft ablesen kann. Freilich ist die Nato ein Sauhaufen und Provokationen gegen Rußland findet statt – aber alles immer aus der Opferperspektive zu sehen und diese unselige Art für das Leid, das von den russischen Machthabern angerichtet wird, blind zu sein, das ist mir schon ziemlich zuwider.
@83
Es ging nur darum, ob Du Thom, die Bedeutung von Ereignissen, die mit Rußland zu tun haben, erfassen kannst, erfassen, weil dir das politische Rußland in Ansetzen bekannt ist, und dein Verweis auf n-tv in diesem Zusammenhang war nur lächerlich.
Und russischer Herkunft, um dein Pseudoargument in völkischer Sichweise mal zu benennen, muß man dafür noch lange nicht sein. Wie kommst Du überhaupt auf so eine Sichtweise, der “Russe verteidigt sein politisches Russland, der “Deutsche sein politisches Deutschland”, und “Franzose sein politisches Frankreich”?
Wegen dem Link etwa, weil dies keinen Link zu Madball, die Wildecker Herzbuben oder Bob Marley darstellte?
Ein finnischer Holzfrachter sticht in See . . .
wenn denn, dann nur ein maltesischer Frachter.
Ein Schiff ist immer Rechts- und Hoheitsgebiet des Staates, welche Flagge es führt!
UN-Convention über die Hohe See!!
Sorry wegen off topic.
Für Spiegelfechter :
interessanter Artikel http://edinros.ru/text.shtml?9/3732,110051
Lieber “name”,
einmal mehr scheinen Sie Schwierigkeiten zu haben, meinen Beitrag kognitiv zu erfassen. Es ist, um ehrlich zu sein, gar nicht so besonders kompliziert. Mein Verweis auf n-tv war ja nun wirklich nicht der Natur, daß ich den Sender als Quelle heranziehe, sondern als Grund die Informationen und Spekulationen, die er verbreitet, skeptisch zu betrachten.
Auch bin ich nicht der Meinung, daß man als Deutscher deutsch und als Russe russisch denkt, oder gar zwangsläufig sein Land in ein besseres Licht zu drängen geneigt ist, wohl aber kommt es mir so vor, als würde genau das hier geschehen. Und nur darauf wollte ich verweisen, ohne damit irgend Ihre flachen und wenig intelligenten Repliken zu rechtfertigen, deren Pseudo-Pointen auch noch stets auf einem Mißverständnis des von mir Kritisierten beruhen.
Und, um das noch nachzulegen, ob für die wilden Spekulationen und Konjekturen hier wirklich eine Kenntnis des “politischen Rußlands” (als gäbe es auch ein unpolitisches) notwendig ist, das möchte ich ja gerade in Zweifel ziehen.
Thomy, ich machs kurz, ohne Liebe und solchen Quatsch, damit du das besser verstehst. Du kannst von mir aus bei n-tv einziehen, bei einem Tittytainmentsender, den du ja doch durch die Blume und dem Gras als fernes Leuchtbeispiel der Information für Dich auserkoren hast. Du kannst dabei auch gerne mit völkischen Geisteshaltungen hin- und herglotzen, aus dieser Haltung Bewertungen treffen und dir zusätzlich Rethorikurse für Anfänger in der Meditationsauslage buchen, wenn Dir das irgendwie hilft, nur, wo inhaltlich diese Fastfoodannahmen und strukturelle Mängel der Erkenntnisfähigkeit vorherrschen, kann auch über drei Begrifflichkeiten in hellgrün einfach nichts, außer deine eigene Lächerlichkeit entstehen. Punkt Quatschköpfchen ;)
nur zur info: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,644930,00.html
@89
Interessant der Artikel bei Spon, und es scheint, wie vermutet, hinter dieser ganzen Aktion eine massive Provokation gegenüber Russland in einem für Russland sensiblen militärischen Bereich zu stecken, sehr ähnlich dem Estoniafall. Ich würde sogar neben dem klassischen Schmuggelmotiv, noch Diebstahl von sehr hochwertigem russischen militärischen Materials für das massive Einschreiten Russlands vermuten, welches auf keinen Fall in fremde Hände fallen durfte.
@ name zu @90
Bin auch deiner Meinung.
Nicht umsonst haben die Russen ganze 4 Schiffe und 2 Atom-U-Boote auf die Suche geschickt.
Den beiden Atom-U-Booten müssen wir die besondere Aufmerksamkeit schenken.
Ein Atom-U-Boot (samt Atom-Waffen am Bord) ist ein sehr, sehr seriöses Argument, aber in diesem Fall hat man sogar ganze ZWEI eingesetzt.
Ich frage mich, haben sie (die U-Boote) vielleicht jemand (fremde Kriegsschiffe ?) in Schach gehalten ? oder weggejagt ?
Ich kann nur eins sagen, dieser Fall war ein sehr, sehr gefährliches Spiel.
Und irgendwann gehen solche Spielchen schief, weil diese Dinge (die Atom-U- Boote) scheiß gefährlich sind.
Viel Glück an Alle !
Amen