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  • Das Spiel mit der Unkenntnis

    geschrieben am 11. August 2011 von Gastautor

    Manipulation als Agent des Status quo

    ein Gastkommentar von Florian Hauschild

    Es ist kein Geheimnis, dass die wirtschaftliche und politische Bildung der meisten Menschen in Deutschland mangelhaft ist. Defizitäres Grundwissen entziehen auf Dauer einem demokratischen Gesellschaftssystem die Basis. Leider hat das deutsche Bildungssystem darin versagt, breiten Bevölkerungsschichten die Grundzüge unserer Gesellschaftsordnung verständlich zu machen.

    Gerade auch Themenbereiche wie die Architektur des Finanz- und Geldsystems oder Medienkompetenz und kritisches Denken werden oft einfach außen vorgelassen. Umso leichter ist es für das große Orchester aus Konzernmedien, PR-Schreibern und Hetzern, nun von dieser Unkenntnis zu profitieren.

    Je lauter das Orchester spielt desto wahrscheinlicher ist es, dass systemische Hintergründe und komplexere Informationen untergehen oder überspielt werden.

    War vor Wochen Ihre Grundeinstellung noch „Ich habe keine Zeit mich mit so etwas zu beschäftigen“, glauben Sie nun sie müssten nur SPON anklicken oder die FAZ aufschlagen und schon finden Sie die Antwort auf all ihre Fragen, Erklärungen, Erleuchtung vielleicht sogar. Verabschieden Sie sich am besten ganz schnell wieder von diesen Gedanken. Denn so wird das nicht gelingen. Glauben Sie auch nicht denjenigen, für die nun alles ganz einfach ist und Ihnen mit dieser Einfachheit gleich auch noch die Schuldigen an alledem benennen.

    Doch werfen wir den Blick zurück: Bevor nun einige der weltweit Milliarden Verlierer im großen Umverteilungsmonopoly in England begonnen haben, ihrem Frust Ausdruck zu verleihen – was natürlich Ihre Aufmerksamkeit erregt, denn physische Gewalt ist ja irgendwie immer „realer“ als strukturelle Gewalt – schaute der größte Teil der europäischen Öffentlichkeit noch gebannt auf „die Märkte“. Ja die Märkte…

    Plötzlich entdeckte der Standard-Medienuser, dass es ja eine Wirtschaftsordnung, ein Geldsystem und eben auch so etwas wie Herrschaft gibt, und beginnt sich zu fragen, wie das denn alles zusammenhängen mag. Also schnell auf Spiegel online klicken und da ist er ja schon: Der Live-Ticker vom Dax! Na wenn das mal keine Erklärung bietet.

    Dax-Live-Ticker und aufgewärmte Analysten-Meinungen sind allerdings nur die Sperrspitze eines völlig aus dem Ruder gelaufenen Mediensystems. Frank Lübberding kommentiert dazu in der FAZ:

    „Solche Meldungen sind ohne jeden Informationswert. Die Medien werden damit zum bloßen Verstärker von Marktentwicklungen und verlieren jede kritische Distanz. Diese Logik ist nicht mehr auf die Online-Angebote beschränkt. So titelte der „Spiegel“ am Montag in seiner Druckausgabe: „Geht die Welt bankrott?“ Er liest sich wie die Vorbereitung auf das kommende Drama, das der Verlag in seinem Online-Ticker im Laufe des Tages inszeniert. Medien berichten damit nicht über die Märkte: Sie sind Teil eines gemeinsamen Geschäftsmodells geworden.“

    Auch Albrecht Müller merkt an:

    „Die Börsen- und Wirtschaftsjournalisten tun so, als hätte es nicht mit der Finanzkrise die Offenbarung eines gigantischen Spielcasinos gegeben.“

    In der Tat. Was die Konzernmedien nun abliefern, ist – unverblümt gesagt – nichts anderes als die systematische Umdeutung weltweiter Unterdrückung, Ausbeutung, Massenenteignung und Verarmung zu einer Art Sportevent, dessen Ergebnisstand sich an Börsentafeln ablesen lassen soll. Kein Gedanke wird dabei daran verschwendet, dass das neoliberale Gesellschafts- und Geschäftsmodell längst gescheitert ist. Kein Wort davon, dass in Spanien, Griechenland, Israel und zuvor in Nordafrika Millionen Menschen aus ähnlichen Gründen auf die Straße gehen: Weil eine Weltwirtschafts- und Finanzordnung nicht mehr den Menschen dient, sondern zum reinen Selbstzweck verkommen ist. In Ostafrika wird freilich nicht demonstriert. Dort stirbt man bereits.

    Besonders eifrige Wirtschaftsjournalisten und Lohnschreiber bemühen sich nun Vorschläge zu entwickeln und zu besprechen, wie die bereits gescheiterte Gesellschaftsordnung vor „dem Schlimmsten“ bewahrt werden könnte. Eine noch expansivere Geldpolitik der Notenbanken oder auch ein weiteres Hinaufsteigen auf der Stufe des Wahnsinns werden da als vermeintliche Lösungen besprochen. Stets mit dem Ausblick man würde „wenigstens Zeit gewinnen“. Nein, Angst ist kein guter Berater.

    Das Problem bei all dem: Solche Schreiber sind ihrerseits oft selbst manipuliert oder befangen, glauben die Mär von einer „Krise“, glauben am Horizont würde Schlimmes aufziehen wenn der Neoliberalismus nun endgültig zu Grabe getragen wird, lassen sich beeinflussen von Angstparolen und Schreckensszenarien und verkennen so, was das eigentliche Problem ist: Die Ordnung des Wirtschafts- und Finanzsystem als solche.

    Ein System, das seit jeher Millionen verarmen und gnadenlos verrecken lässt; breite Bevölkerungsschichten zur Selbstausbeutung und Unfreiheit zwingt. Ein System, aufgebaut auf einer Ideologie, in der alles – selbst der Mensch – zum Produkt wird und Geld die Messgröße für all diese Produkte darstellen soll. Legitimiert durch Apologeten, die selbst die eklatanteste Verunmöglichung gesellschaftlichen Zusammenlebens als „normal“ banalisieren.

    Die Menschen aber, die nun in Spanien, Griechenland, mittlerweile auch in Israel und England und vielen anderen Ländern die Straßen bevölkern und sich organisieren, haben diese „Banalitäten“ und „Normalitäten“ am eigenen Leibe zu spüren bekommen. In Deutschland dagegen, bisher von all dem am wenigsten faktisch betroffen, herrscht vielerorts Apathie. Noch.

    Florian Hauschild

    238 Kommentare Print This Post
    Manipulation als Agent des Status quo ein Gastkommentar von Florian Hauschild Es ist kein Geheimnis, dass die wirtschaftliche und politische Bildung der meisten Menschen in Deutschland mangelhaft ist. Defizitäres Grundwissen entziehen auf Dauer einem demokratischen Gesellschaftssystem die Basis. Leider hat das deutsche Bildungssystem darin versagt, breiten Bevölkerungsschichten die Grundzüge unserer Gesellschaftsordnung verständlich zu machen. Gerade auch Themenbereiche ...
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    1. Linktipps vom 11.08.2011 « brackmeister

    238 Kommentare:

    1. Rowin schrieb am 11. August 2011 at 08:18 - Permalink

      Schöner Artikel.
      Was die Medien nicht erst seit Beginn der “Krise” 2007 abliefern ist tatsächlich eine Schande. Zumal es ja wirklich alle betrifft, vom volksfinanzierten ÖR bis zur Regionalzeitung. Man muss ihnen an den Entwicklungen daher auch eine Mitschuld geben und anfangen diese zu thematisieren. Da sie aber selbst Teil des menschenfeindlichen und wirtschaftsfaschsistischen Systems sind wird sich da vermutlich leider nich viel ändern.
      Hoffen wir die Apathie in Deutschland findet bald eine Ende und der vielerorts angestaute Zorn macht sich endlich Luft!

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 09:44 - Permalink

        @ rowin

        du hast faaaaast recht, denn ich unterscheide immer zwischen mainstreammedien und anderen. “die” medien gibt es inhaltlich-einheitlich nicht. spiegelfechter ist auch teil des mediensystems.

        es gibt, grade dank des internets, heute viele informative alternativen zu “den” brainwashmedien wie http://www.nachdenkseiten.de oder fefe. fefe ist für mich das, was für andere die tagesschaau ist. jeden abend gehört fefe für mich dazu.

        • Dimebag schrieb am 11. August 2011 at 13:52 - Permalink

          FeFe kannte ich garnicht, ist nicht schlecht, guter Tipp.

          • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 14:23 - Permalink

            @ dimebag

            biddeschön … smile. gibt von ihm auch ein interview aus dem letzten jahr. bei meinem gott. alexander kluge im dctp.

        • gast schrieb am 11. August 2011 at 13:57 - Permalink

          tagesschau? nicht dein ernst oder?

          fefe ist für mich das, was für andere die bild ist.

          http://blog.fefe.de/?css=bild.css

          • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 14:15 - Permalink

            @ gast

            “…fefe ist für mich das, was für andere die bild ist….”

            na dann wünsch ich ihm auch die reichweite der bild. verdient hat ers. ansonsten wäre es schön, wenn die bild fefe wäre. aber leidaaaa… naja….

            ps: taschesschau und fefe ist kein inhaltlicher vergleich, sondern meine aussage bezieht sich auf die zeremonielle ebene. aber es soll ja auch leudde geben, die michael moore für eine in mensch gegossene bildzeitung halten. egaaaaaal. der mann erreicht mehr menschen, als jedes bei kerzenschein ach so diskurstheoretische soziologenseminar.

          • Florian schrieb am 12. August 2011 at 10:09 - Permalink

            Fefe ist auch mit Gewalt als Meinungsäußerung einverstanden.

            Damit hat er sich für mich disqualifiziert.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 10:18 - Permalink

              Ja, warum?

              Wenn es keine andere Wahl mehr gibt, soll man sich in sein Schicksal fügen?

              Der Engländer hat das hier gesagt_

              “Yes,” said the young man. “You wouldn’t be talking to me now if we didn’t riot, would you?”

              Was sagt uns das?

              Wie stehst Du zu der Gewalt, die gerade von den Polizisten gegen die Randalierer ausgeübt wird? Das ist dann ja auch böse, nicht wahr? Da sollten die Bobbies doch besser einfach alles brennen lassen und die Randalierer freundlich bitten, sich auf der Wache wegen einer Anzeige zu melden.

              Für Humanisten gibt es keine gute/schlechte oder legitime/illegitime Gewalt. Aber es gibt notwendige Gewalt. Wenn mich ein Raubtier angreift und meine Lebensgrundlage gefährdet, werde ich Gewalt ausüben, um es daran zu hindern, wenn es nicht anders geht – wenn z.B. Trillerpfeifen, die bei Bären hilfreich sein können, versagen. Wenn mich eine neoliberale Regierung angreift und meine Lebensgrundlage gefährdet, werde ich Gewalt ausüben, um sie daran zu hindern, wenn es nicht anders geht – wenn z.B. Wahlen nichts mehr verändern und ich sonst keinerlei Machtoption habe.
              Ich bin kein Schaf, das man einfach ausweiden kann.

            • Terenz schrieb am 12. August 2011 at 10:25 - Permalink

              Fefe nimmt kein blatt vor den Mund . Und das er in dem abschnitt gewalt gutheißt kann ich nicht sehen . Braucht man vielleicht auch eine besondere Brille für . Hier habe ich noch einen für dich über den du dich aufregen kannst weil er für dich auch nicht passen wird . :)

              http://www.harmbengen.de/toonpool/2011%2008%2010%20britischer_fruehling_1394645.jpg

            • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 10:27 - Permalink

              @ florian

              fefe dokumentiert sachen, die in den brainwashmedien nicht vorkommen und komplementiert so das bild.

              60 % der berichte in der tageschau sind 7 tage vor dem aufsendung-gehen schon klar bzw fertig. was bitte ist das ? !

              du kannst in jedem medium , wenn du nur lange genug suchst, etwas finden, was einem nicht gefällt. hitler war vegetarier- soll er jetzt für mich toll sein? weil ich mich jetzt nur auf einen aspekt fokussiere. der gesamteindruck bei fefe ist für mich ok. der mann geht arbeiten und macht das ding nebenbei.der bekommt nix dafür.da ist keine Werbung ( außer im dez. für sachen, wo er 100% hinter steht) drauf.

              hast du den film “la haine” / “hass” gesehen?

              mir fällt eine szene aus dem film ein. die drei jungs sitzen gelangweilt auf einem platz. ein reporterteam kommt grade vorbei. die reporterin provoziert die jungs solange, bis die drei austicken. dann camera drauf und ab mit den bildern ins studio, wo sie dann als aufmacher für die gewalttätigen jugendlichen aus den vorstädten dienen.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 10:48 - Permalink

              http://www.harmbengen.de/toonpool/2011%2008%2010%20britischer_fruehling_1394645.jpg

              witzig – aber die Vorgänge in England mit den in Syrien gleichzusetzen, ist meines Erachtens völlig fehl am Platz.
              In England gibt es ein Problem mit verwahrlosten und nicht selten asozialen, gewaltbereiten Randalierern. Das ist wahrscheinlich eher weniger politischer Widerstand mit dem Ziel der Verbesserung der Umstände, sondern ein Frustausbruch einer Gesellschaftsschicht, die sich die Thatchers, Blairs und Camerons durch ihre Politik der Entsolidarisierung, Law & Order, Repression, Umverteilung von unten nach oben usw. selbst herangezüchtet haben.
              Allerdings sieht man hier sehr schön die Früchte neoliberaler Politik: Eine radikalisierte, entsolidarisierte, fast anarchische Gewaltgesellschaft.

            • Terenz schrieb am 12. August 2011 at 11:23 - Permalink

              @ schwitzig

              Mir ist schon klar das sich das nicht so platt vergleichen läst .
              Der Cartoon ist sehr zugespizt . ;)

              Ich höre zu den riots in England gerade einen passenderen Podcast :

              http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/derTag/derTag_20110811.mp3

              Dort wird die Situation schon besser beleuchtet .

            • Florian schrieb am 12. August 2011 at 16:52 - Permalink

              @schwitzig
              Baseballschläger sind keine Argumente, egal welche Ton-Steine-Scherben-Ideologie du ausgräbst.

              @sternburg
              Weiß ehrlich gesagt nicht genau, was deine Antwort mit meinem Kommentar zu tun hat.

              Ich fass deine Absätze mal zusammen:

              1. Gewalt gutheißen ist super, solange es nicht Bild oder Spiegel tun.
              2. Ein Amateur-Schreiberling darf Schwachsinn verzapfen.
              3. Alle Medien sind Teil einer Verschwörung oder nutzlos.

            • Florian schrieb am 12. August 2011 at 17:01 - Permalink

              Eine Anmerkung noch zu diesem Thema:

              Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem bewaffnete Gruppen jedes Mal prügelnd und brandschatzend durch die Städte ziehen, wenn sie mit der “politischen Situation” unzufrieden sind.

              Wenn unsere Meinung in dem Punkt divergiert, ist eine weitere Diskussion wahrscheinlich sinnlos.

            • Martin schrieb am 12. August 2011 at 17:08 - Permalink

              fefe ist sicher nicht unparteiisch, dass er Gewalt gut heißt, kann man ihm nicht guten Gewissens unterstellen. Er prangert Gewalt an, soweit diese von einer – wie auch immer gearteten Obrigkeit ausgeht. Gewalt gegen Obrigkeit betrachtet er eher als eben unausweichliche Antwort, sieht sie als früher oder später unausweichlich – wer könnte dem widersprechen.

              Es bringt nichts Gewalt oder Armut zu relativieren und es bringt auch nichts Gewalt gegen Gewalt aufzurechnen. Allerdings erscheint mir diese generelle Gewaltablehnung heuchlerisch, diese “huch, Gewalt, das ist böse”-Allüre, während jenem Gewaltablehner gleichzeitig das sprichwörtliche Messer in der Tasche aufspringt.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 17:17 - Permalink

              Florian schrieb am 12. August 2011 at 16:52 – Permalink

              @schwitzig
              Baseballschläger sind keine Argumente, egal welche Ton-Steine-Scherben-Ideologie du ausgräbst.

              Was bist Du denn für ein unwitziger Minimobber? Habe ich davon etwas geschrieben? Nein! Habe ich versucht, die Reaktion zu erklären? Ja! Ansonsten – schlage mal das Wort “Humanismus” nach. Du scheinst ja herbe Defizite zu haben.

              Für den Anfang versuche mal, die Bedeutung dieses Satzes zu verstehen:
              Zitat schwitzig:
              Für Humanisten gibt es keine gute/schlechte oder legitime/illegitime Gewalt.

            • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 17:19 - Permalink

              @ florian

              keine ahnung welche sterne du mit sternburg verwechselst, aber mich kannst du ja net meinen.

              1. muss ich mich hier überhaupt nicht von gewalt denunzieren, weil ich nirgends pro gewalt geschrieben habe.

              2. muss ich mich nicht für verschwörungstheorien rechtfertigen, weil ich selber weiter oben schreibe, das es nicht “die” medien gibt. weil “die” blablalba immer zu vorurteilen führen.

              3. finde ich das rumnörgeln an sog. amateur-schreiberlingen wie du sie nennst billig. mach doch einfach selber ein blog auf. andere investieren ihre freizeit für so was. außerdem hat selbst die ( achtung jetzt mache ich wieder billige pauschalmedienschelte) springerpresse den sog. bürgerjournalismus entdeckt. sie setzt ihn zwar erst mal nur in ostdeutschland ein aber immerhin. einfach nur billig da ne front von angeblichen qualitätsjournalismus versus stümperhafte-amateur-blogger zu basteln.

              ansonsten cool down florian.

              schau dir mal das bei freitag.de an. das klappt da sehr gut, zwischen berufsjournalisten und bloggern.

            • Martin schrieb am 12. August 2011 at 17:21 - Permalink

              Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem bewaffnete Gruppen jedes Mal prügelnd und brandschatzend durch die Städte ziehen, wenn sie mit der “politischen Situation” unzufrieden sind.

              Das geschieht nicht “jedes mal”, das ist nur die sichtbare Folge einer langen Entwicklung. Die Spitze des Eisberges. Danke an sternburg für seine Anschauliche Darstellung zu “struktureller Gewalt“.

            • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 17:44 - Permalink

              @ martin

              es gibt dazu ein lesenswertes interview mit einem britischen soziologen http://taz.de/Soziologe-ueber-Armut-in-Grossbritannien/!76184/ der die jüngsten krawalle in u.a. einen größeren zeitrahmen fast.

              @ schwitzig

              hörste die scherben? hab ich auch mal. ist ewig her. aber werd durch florian angeregt ,mal gleich was hören gehen. im pösen, pösen kapitalistischen youtube.

              ps: ich denk mal net, das die jungen streetfighter von london “macht kaputt, was euch kaputt macht ” von den scherben kennen hehehehehehehe

            • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 19:00 - Permalink

              @ florian

              ich glaub ich weiß ,was du mit punkt 3 an mir kritisierst. du beziehst dich auf brainwashmedien von mir ?

              den meisten fällt wahrscheinlich die bild dabei ein. ist die bildzeitung so was ? es gibt dazu eine aktuelle studie. leider, kann ich dir jetzt auf die schnelle nichts mehr zu ihr geben. aber ist so 4 monate höchstens her. in der studien kommen die medienwissenschaftler u. a. zu dem ergebnis, das die bildzeitung nicht mal als presseerzeugnis bezeichnet werden kann. hihihihihihihih so was wie eine reine marketingmaschine eher.

              der klassiker zu medien und manupulation ist doch der olle wallraff. das ist zwar jahrzehnte her http://www.guenter-wallraff.com/bildimmerwieder.html sozusagen ein blick aus der binnenperspektive. jüngstes beispiel für die bildzeitung und ihren ,ich nenns mal, volkserzieherischen habitus ist doch die pro guttenberg-stimmungsmache gewesen.

              florian mal ehrlich. hast du dich zu anfang der griechenlandkrise 2010 von medien wie spiegel, tagesschau, stern,… gut über hintergründe, ursachen informiert gefühlt? ich nicht. über monate nicht. ich hab erst durch diverse blogs, etc im netz mein gefühl dafür bekommen, ich wüsste jetzt einiger maßen bescheid, warum griechenland die probleme hat. warum der euro so nicht funktioniert.

              die selben erfahrungen machen auch andere in meinem freundes – und bekanntenkreis. ich spielle fußball und kenne deshalb sehr unterschiedliche leute: akademiker, nicht studierte, deutsche, ausländer,…. egaaaaal. alles eigentlich. überall treffe ich welche, die sagen, das ist doch scheixxx was uns die großen medienkonzerne über zb die schweinegrippe erzählen. da stimmt doch was nicht.

              und so leute wie fefe oder der johnny haeusler von spreeblick, burkhard schröder von burks blog und all die anderen könnten ja auch golf spielen in ihrer freizeit :)))

              mach dich ein bisschen mehr schlau über den fefe. der ist cool.

            • Thrombophlebitis schrieb am 13. August 2011 at 05:36 - Permalink

              @ schwitzig am 12. August 2011 um 10:48

              aber die Vorgänge in England mit den in Syrien gleichzusetzen, ist meines Erachtens völlig fehl am Platz

              Das sehe ich genau so. Und zwar weil ich mir nicht vorstellen kann, wer uns zu Hilfe eilen könnte (sollte/wollte) wenn, ich sag´s einmal despotisch, unsere europäischen Despoten mit Demonstranten – meinetwegen auch randalierenden – die gleiche Brutalität wie Gaddafi an den Tag legen würden.

              Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass die dazu fähig sind. Erste Anzeichen sieht man bereits. Im Vertrag von Lissabon, den wir ja alle demokratisch mitgetragen haben, steht ja klar und deutlich drin, dass sie töten dürfen, um einen Aufstand oder eine Aufruhr nieder zu schlagen. Wie praktisch. Nie wieder Bürgerkrieg in Europa? Logisch wenn man sich dazu legitimiert hat, die eine Seite vorher wie die Ratten abzuknallen. Was für ein Dreckspack!

              Wenn von diesem System ausgespuckte Menschen, die dann auch noch von den verantwortlichen Individuen dafür verhöhnt werden, denen körperliche sowie seelische Gewalt angetan wird zu den Knüppeln greifen, ist das nicht weiter verwunderlich. Mit ihnen sprechen will von den Herren im feinen Zwirn keiner.

              Bei einem Fernsehinterview eines Demonstranten, antwortete er auf die Frage:

              “Ist Aufruhr der richtige Weg, eure Unzufriedenheit auszudrücken”?

              mit:

              “Ja. Sie würden jetzt nicht mit mir sprechen, wenn wir nicht rebellieren würden, nicht wahr?

              Da der Reporter keine Antwort geben konnte, setzte er fort:

              “Vor zwei Monaten marschierten wir zum Scotland Yard, mehr als 2000 von uns, alle schwarz und es war friedvoll und ruhig und sie wissen was (darüber)? In der Presse kein Wort. Letzte Nacht war etwas Unruhe und Plünderungen, sehen sie sich um”.

              Ich habe das ziemlich wörtlich übersetzt. Den Originaltext kann man hier lesen.

              Der Florian versteht nichts von dem, was um ihn herum geschieht. Leider bin ich mir dessen sicher, dass auch er einmal seine Augen öffnen wird.

              Gewalt ist abgrundschlecht und führt zu nichts. Aber für viele Menschen wird das TINA sein.

            • Thrombophlebitis schrieb am 13. August 2011 at 06:27 - Permalink

              Bei meinem obigen Kommentar macht der erste Absatz natürlich keinen Sinn. Beim Schreiben hatte ich nämlich Libyen und nicht Syrien im Kopf. Jetzt kann ich das aber auch nicht mehr ändern. ´tschuldigung.

            • Florian schrieb am 13. August 2011 at 13:28 - Permalink

              @Martin

              fefe ist sicher nicht unparteiisch, dass er Gewalt gut heißt, kann man ihm nicht guten Gewissens unterstellen. Er prangert Gewalt an, soweit diese von einer – wie auch immer gearteten Obrigkeit ausgeht.

              Satz 1: “Fefe heißt Gewalt nicht gut.”
              Satz 2: “Fefe prangert Gewalt nur an, wenn sie von oben ausgeht.”

              @schwitzig

              Wie stehst Du zu der Gewalt, die gerade von den Polizisten gegen die Randalierer ausgeübt wird? Das ist dann ja auch böse, nicht wahr?

              Nein. Du hast sicher gelesen, dass ich geschrieben habe: “Gewalt als Meinungsäußerung”.

              @sternburg
              Ich weiß nicht – schon dein erster Beitrag war wie komplett am Inhalt meines Kommentars vorbei geschrieben. Und jetzt das. Bist du sicher, dass wir über das gleiche Thema reden?

              muss ich mich nicht für verschwörungstheorien rechtfertigen, weil ich selber weiter oben schreibe, das es nicht “die” medien gibt. weil “die” blablalba immer zu vorurteilen führen.

              Naja, dann nenn nicht 3 Beispiele für Medienverschwörungen (“Brainwashedmedien”, “Tagesschau”, “Franzosendoku”) in einem einzigen Beitrag, wenn dich nicht dafür rechtfertigen willst! Kasper.

              finde ich das rumnörgeln an sog. amateur-schreiberlingen wie du sie nennst billig. mach doch einfach selber ein blog auf. [...] einfach nur billig da ne front von angeblichen qualitätsjournalismus versus stümperhafte-amateur-blogger zu basteln.

              Du hast geschrieben, Fefe sei Freizeit-Blogger und deshalb solle man ihm etwaige Fehler nachsehen, nicht ich! Deine Beiträge sind z.T. echt absurd.

              Mir ist es völlig egal was Fefe offline macht. Aber: Unsinn, der von einem Amateur-Schreiber stammt, bleibt Unsinn.

            • Martin schrieb am 13. August 2011 at 13:58 - Permalink

              @ Florian

              Unsinn, der von einem Amateur-Schreiber stammt, bleibt Unsinn.

              Ach, gut, dass Du Dich als Profi outest – das wäre ja sonst im Dunkel geblieben. Nur: Profi in Bezug auf was? In Realitätsverweigerung? Du trollst hier nur rum, eine eigene Meinung scheinst Du nicht zu haben.

            • sternburg schrieb am 13. August 2011 at 15:41 - Permalink

              @ florian

              uie uie uie jetzt wird er aber aggro watt… wie süss. da bin ich also dein kasper. da hast mich ja gaaaanz böse beleidigt.

              1. baldrian für die nerven lieber florian.

              2. ist das keine franzosen doku. das ist ein spielfilm. wenn auch dokucharakter ( weil laiendarsteller, realitätsnah,…. ) . für mache kult. eigentlich ziemlich bekannt.

              3. halte ich nix von verschwörungstheorien. verschwörungstheorien sind was für leute, denen die realität zu komplex ist.

              über medien und manipulation der selbigen, könnte ich jetzt hier seitenlange, belegbare beispielle bringen. spare ich mir. denn du bist einfach zu im kopf und auf krawall aus.

              4. ja du hast recht. toll nech. hab ich tatsächlich geschrieben. fefe ist ein mensch und macht fehler. soll beim rest unserer gattung auch so sein.

              hier in berlin scheint die sonne. ich hoffe bei dir auch florian? dir ein schönes we. dein kasper hihihihi wie süss : ))))

          • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 11:31 - Permalink

            @ gast

            es gibt ein theaterstück über die tagesschau

            die mädels u jungs von rimini protokoll haben mal ein ganzes stück zu medienvermittelter realität mit der tagesschau in der hauptrolle gemacht. war glaube vor zwei (?) jahren. habe ich im hau gesehen. war sehr lehrreich für mich.

      • bornabas schrieb am 11. August 2011 at 16:21 - Permalink

        Schöner Artikel.

        Dem kann ich leider nicht ganz zustimmen. Inhaltlich mag er ganz gute Punkte ansprechen, mich stört aber die Polemik, die in diesem Artikel

        systematische Umdeutung weltweiter Unterdrückung, Ausbeutung, Massenenteignung und Verarmung zu einer Art Sportevent

        und Deinem Kommentar

        menschenfeindlichen und wirtschaftsfaschsistischen Systems

        enthalten sind.

        Tut mir leid, aber aus meiner Sicht ist das Niveau des Artikels und des Kommentars damit sehr nah am Boulevard. Polemik schreckt mich immer ab, egal von welcher Seite sie kommt. Das hätte dieser Artikel eigentlich nicht nötig. Das gleiche stört mich auch an den Nachdenkseiten. Die Ausnahme, warum ich trotzdem da lese, ist Jens Berger. Der schafft es fast ganz ohne Polemik rasiermesserscharf zu analysieren und Probleme anzusprechen.

        Wenn ein Artikel so wie der obige mit

        … herrscht vielerorts Apathie. Noch.

        endet, dann weiß ich, dass ich mir das Lesen lieber erspart hätte.

        • Hannzi schrieb am 11. August 2011 at 17:45 - Permalink

          Sie stört also der emotional-zornige Botenstoff zwischen den Zeilen? Der auch in der rabiaten explosiven Wortbedeutungen zwischen Vorwurf und Verbrechen zusammenfließt? Die Vereinigung zwischen gefühlter Realität und Wirklichkeit?

          Löst das bei Ihnen selbst Angst aus? Stört Sie das beim Denken?

          Im Grunde ist es dasselbe, wie von einem Mob auf der Straße mitgerissen zu werden, wenn man sich völlig auf diese Linie einließe. Insofern verstehe ich Ihren Einwand und kann ihre Position nachfühlen.

          Vielleicht ist aber ihre Distanzierung auch nur Ihr verzweifelter Versuch eine analytische Distanz zwischen dem anstürmenden Chaos und ihrer eigenen aufkeimendnen Panik zu schaffen. Einerseits ist die Strategie gut und fruchtbar, andererseits führt sie wenn man die Tragik und den Horror auf diese Weise verdrängt und verneint, zum Unterschätzen der Lage.

          Unsere Herren können es sich oft leisten so locker von der Lage zu sprechen. Ihre Mietmäuler können auch relativ gelassen von der Lage schwadronieren. Desto besser sie sich andienen, desto sicherer ist die Miete für ihre Dienste.

          Zertrampelt werden ja nur die Anderen, vor allem die Verlierer, die kleinen Leute.

          Kurzum:

          Die Lage brennt – Da muss auch deutliche Sprache her. Sonst wird der Horror nicht greifbar, der die Welt im Würgegriff hat.

          MFG

          PS: Ich meine nicht nur Sie persönlich, diese Erläuterung zielt auf alle, die sich gern hinter einer rationalen Fassade einsperren

          • follow the white rabbit schrieb am 11. August 2011 at 22:38 - Permalink

            Danke Hannzi für diese Antwort, da muss ich sie nicht schreiben. ^^

            Mir sind diese Typen mittlerweile sowas von zuwieder, die immer schön “sachlich” über den Tod dort, den Hunger da, die schreiende Ungerechtigkeit nebenan labbern wollen um am Ende alles zu relativieren. Gut das wir drüber geredet haben. Zum Glück gibt die Sprache auch derbe Schimpfwörter her, die werden jetzt auch mal gebraucht. So Schluss des palaverns, Kann es sein, dass nicht alles schon längst besprochen wurde? Zeit für Taten, für Veränderungen…

    2. Cato schrieb am 11. August 2011 at 08:46 - Permalink

      Machen wir uns doch nichts vor: es wird seit 30 Jahren über Pseudowahlen am
      Volk vorbei regiert! Ergebnis: Siehe England. Und da kommt noch mehr, in
      weiteren EU Staaten, denn dieses Kunstgebilde einer Cadokratie(Lumpenherr-
      schaft)schleimt seine Bürger ein und versetzt sie in träge Dummheit. Irgendwann wacht man aber trotzdem auf: Empört Euch – Stephane Hessel
      hat recht. Die Erneuerung kann nur von der Basis kommen!

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 09:34 - Permalink

        @ cato

        ein beispiel von wirtsschaftskompetenz aus der welt unsere vorbilder:

        koch-mehrin (FDP) schätzt schulden: http://www.youtube.com/watch?v=1gVSRXrJVjk

      • Pterry schrieb am 12. August 2011 at 21:22 - Permalink

        wieso, die Engländer ärgern sich bestimmt gerade nur, dass sie keine Strafkolonien mehr haben (Stichwort: die Gefängnisse sind voll und Konservative)…

    3. Sanctus schrieb am 11. August 2011 at 08:52 - Permalink

      Danke für den Artikel. Ich frag mich sowieso schon seit Jahren, warum z.B. MDR Info jede Stunde einmal zur Börse nach Frankfurt schaltet um die neuesten Wasserstandsmeldungen zu verlesen, oder die angeblichen “Nachrichtensender” N-TV und N24 mit ihrem Börsenticker. Wozu? Die Leute die ich kenne und welche was mit der Börse zu tun haben schauen Bloomberg, das läuft bei denen den ganzen Tag auf Arbeit. Ist wahrscheinlich nur Ablenkung.

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 10:03 - Permalink

        sanctus grade fernsehen und manipulation finde ich spannend. ich wusste beispielsweise gar nicht, das die einschaltqouten , nach denen alle schielen und die das a und o sind, nicht repräsentativ sind.

        diese boxen, die in privathaushalten aufgestellt und den fernsehkonsum aufzeichnen werden nicht nach sachlichen, objektiven gesichtspunkten in ausgesuchten haushalten instaliert.
        die ganzen migranten in deutschland kommen zb da gar nicht vor etc. habe dazu mal einen film gesehen . “free rainer dein fernseher lügt” heisst der. http://freerainer.kinowelt.de/ die einschaltquoten, denen auch politiker hohe wichtigkeit beimessen, sind null aussagekräftig.

        ansonsten triff doch dieser kleine film es ganz gut http://www.youtube.com/watch?v=LNeZYWoXml4

        ps: ich denke jeder von uns wird in irgend einer weiße durch medien mal manipuliert worden sein. ich auch. find es arrogant zu sagen, das man selber ja so independet sei und die andere alle arme manipulierte mutanten. aber die dosis machts und die kann man klein halten.

    4. gerhardq schrieb am 11. August 2011 at 09:01 - Permalink

      In Prä-Internet-Ära würde ich die genannten Argumente – vielleicht – noch gelten lassen. Heute kann sich jeder nach seinen Wünschen sehr preiswert informieren.

      Wenn wir es zulassen, daß uns journalistische Dummpfbacken mit mangelhaften Fakten versorgen, haben wir im Grunde selbst schuld. Wir sind zu faul und zu bequem, uns selbst zu informieren. Denken strengt eben an!

      Was wir aber alle noch lernen müssen, ist die Fähigkeit, Fakten und Informationen zusammenzusuchen und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Das Internet bietet diese Möglichkeit, ja sogar Fremdsprachen können seit Google-Translate nicht mehr als unbedingtes Hindernis gelten (natürlich sind das keine perfekten Übersetzungen, aber der Sinn des Inhalt läßt sich mit ein wenig Nachdenken erschließen!).

      Wir müssen weg von der Idee der Bringschuld der Journalisten, hin zu einer Form der Holschuld. Wer heute Journalist sein will, der muß in der Lage sein, seinen Lesern die von denen geforderten Informationen besser zu liefern, als es deren Suche es vermag. Das wäre wirklicher Journalismus – nicht das heutige automatische Abschreiben von Reutersmeldungen o.ä..

      Wenn die Medien immer wieder den Qualitätsjournalismus beschwören, dann sollen sie diesen auch liefern wollen! Zum Beispiel sind die Nachdenkseiten in meine Augen eine Form des Qualitätsjournalismus, sie liefern Informationen besser als ich das selbst tun könnte.

      • Gedankenverbrecher schrieb am 11. August 2011 at 09:42 - Permalink

        Sie haben eines richtig erkannt – dabei aber meiner Meinung nach den falschen Rückschluss gezogen.
        Der Satz “… jeder kann sich nach ‘seinen Wünschen’ sehr preiswert informieren” ist völlig richtig.
        Jedoch geht obiger Artikel genau auf diese Problematik ein. Die Frage sind hier die eigenen Wünsche. Diese wiederum sind, denke ich, eine Folge der eigenen Sozialisierung. Was habe ich in meinem Umfeld gelernt, wie wurde ich erzogen, was hat man mir beigebracht.
        Sicher – das sind nicht die einzigen Gründe, die zur Bildung meiner Wünsche beitragen. Doch der Grundstock dafür, wie ich mich informieren möchte und was mich interessiert, wird in der Regel in meiner Kindheit und Jugend relativ festgelegt.
        Und wenn da nichts kommt – weder von den Eltern noch von der Schule oder meinem Umfeld – woher soll ich dann ‘lernen’ das die Welt aus mehr besteht, als nur den plakativen Nachrichten die in der Tageszeitung (oder den gängigen Onlineportalen) stehen?

        Sicher. Jeder hat die Möglichkeit sich umfassend und kritisch zu informieren. Jedoch hat nicht jeder die Fähigkeit (anerzogen bekommen) sich kritisch zu informieren.

        Und genau da liegt das Problem.
        Wir lassen zu dass ‘journalistische Dumpfbacken’ uns mit Informationen zumüllen, weil wir nie gelernt haben hinter die Kulissen zu blicken.
        So liegt die Lösung nicht in der Erziehung und im Bildungssystem.

        Die einfache Forderung ‘Wir müssen lernen Fakten und Informationen zusammenzusuchen’ ist richtig. Aber zu einfach.

        Kann ich von einem heute 50-jährigen tatsächlich ‘erwarten’ dass er sich für seine Verhältnisse völlig neu orientiert?
        Kann ich von jemandem, der ohnehin schon ums soziale Überleben kämpft, noch dazu erwarten, dass er sich optimal informiert?

        Ich denke, eine schnelle Lösung wird es nicht geben können (ich lasse mich hier gerne berichtigen.)
        Was getan werden kann ist eine Anpassung im Bildungssystem.
        Frei nach dem Zitat mit Hänschen und Hans – müssen wir den Kinder beibringen selbst zu denken. Über die Schule als auch über die Erziehung (auf die der Staat naturgemäß allerdings weniger Einfluss hat)
        Dann – so denke ich – wird sich Qualitätsjournalismus als Folge ergeben.

        Gruß
        Gedankenverbrecher

        • langlode44 schrieb am 11. August 2011 at 12:28 - Permalink

          oh, der 50igjährige tut es, gut schon seit längerer Zeit.
          Aber ist richtig, es tun viel zu wenige.

        • gerhardq schrieb am 11. August 2011 at 16:34 - Permalink

          Ich gebe Dir Recht, daß nicht jeder die Fähigkeiten hat, sich die Informationen entsprechend zu suchen. Und wer um das Überleben kämpft, der muß erst einmal vorrangige Ziele befriedigen.
          Nur haben wir heute allein durch das Internet jeder die Möglichkeit, uns zu informieren. Das war früher nicht der Fall. Auch wenn es Politiker aufregt, so kann mich keine daran effektiv hindern, mir rechts- oder linksextreme Informationen anzusehen. Ich habe z.B. “Mein Kampf” gelesen und finde, daß es ein fürchterliches Machwerk ist. Aber das Internet hat mir diese Möglichkeit gegeben, frei zu entscheiden.
          Diese Möglichkeiten hatten unsere Vorgängergenerationen nicht!

          Ich gehöre übrigens der Fraktion “over Fifties” an, also bitte vorsichtig :-). Ich bin mit der Zensur aufgewachsen, zwar in Westdeutschland, aber nur ein paar Kilometer von der Zonengrenze entfernt. Schon damals hatten ich mir den Spaß gegönnt, neben dem westdeutchen Fernsehen auch die DDR-Sender anzuschauen. Es war für mich als Kind schon interessant, welche Schwerpunkte und unterschiedlichen Ansichten geäußert wurden.

          Aber wir bringen unseren Kindern heute nicht diese Fähigkeiten bei. Wer bringen ihnen nicht bei, mehrfach zu hinterfragen, um herauszufinden, welche Absichten hinter einer Aussage stecken könnten. Wir wollen brave, wohlerzogene, gehorsame Arbeitsdronen, oder wie es die Konservativen gern ausdrücken, Menschen, die wissen wo ihr Platz im Leben ist (und auch gefälligst dort bleiben!). Auch in den vergangenen Diskussionen über das Schulwesen wird diese immer wieder deutlich. Um Gottes Willen keine frei denkenden Menschen, die erzeugen nur Unruhe!
          Wir erziehen Zombies und wundern uns, daß das keine Menschen sind.
          Insofern muß ich Dir vollkommen Recht geben, wir müssen unsere Kinder zu kritischen und auch aufmüpfigen, freien Wesen erziehen!

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 10:28 - Permalink

        mein medienwirksames erweckungserlebnis war der g8 gipfel in heiligendamm. da war die berichterstattung vom ehemaligen nachrichtenmagazin oder zb bei frontal im zdf der art grotesk verzerrt, das ich mich dann hauptsächlich im netz informiert habe. früher habe ich auslandsjournal, weltspiegel und so was gesehen. regelmäßig. heute findet fernsehen für mich nicht mehr statt. ich habe seit jahren kein fernseher mehr und information wird nur noch über internet bezogen. mein medienkonsum ist zu 99 % auf dem internet basierend.

    5. schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 09:13 - Permalink

      Der Artikel spricht mir aus der Seele und bestätigt mich in meiner Ansicht, dass es sich bei unserem Finanz- und Geldwesen kapitalistischer Prägung um eine reine Religion handelt.

      Gerade heute morgen habe ich noch darüber nachgedacht, dass sich seit dem Mittelalter nicht sehr viel verändert hat. Damals war die Christenreligion gerade recht stark und wer nicht mit der Kirche geschwommen ist, ging unter oder wurde ein sogenannter “Ketzer”. Das konnte einem z.B. passieren, wenn man behauptete, dass die Welt keine Scheibe sei. Und die Leute, die damals “Ketzer” zu “Ketzern” erklärten, waren auch schon damals nicht der gemeine Plebs – nein, es waren die sogenannten “Eliten”. Die Führer, die Gebildeten, die ihre Form der “Alternativlosigkeit” im Bedarfsfall mit dem Scheiterhaufen durchsetzten. Menschen verbrennen im Namen der Menschlichkeit – das war damals wie heute “in”.
      Auch in Anbetracht der zunehmenden Verrottung unseres Rechtswesens, sehe ich zwischen den Neolibpriestern und den Scheiterhaufen-Freunden nur sehr marginale Unterschiede.
      Aber ein Gutes hat das Ganze: Die Scheiterhaufen-Freunde wurden zwar nicht abgeschafft, aber sie verkamen zu einem Zweite-Reihe-Haufen mit teilweise humanistischem Gedankengut und als negativer Gegenpol einer Vorliebe für junges Fleisch, können aber in ihrer neuen Position bei weitem nicht so viel Schaden anrichten, wie vor der angefangenen aber nicht zu Ende gebrachten Säkularisierung.
      Das Schlechte dabei: Die eine Religionsherrschaft wurde – durch eine kurze Pause nach dem 2ten Weltkrieg unterbrochen – durch eine andere Religionsherrschaft, nämlich die der Reagonomics abgelöst. Aber man soll ja nicht die Hoffnung verlieren – vielleicht werden wir beim nächsten Crash ja die Religion los und können ein humanistisch-rationales System etablieren.
      Der in letzter Zeit immer häufiger propagierten “Wirtschaftsregierung”, die sogar der Deppendorf ganz öffentlich in seinem ARD-Kommentar herbeigesehnt hat, gebe ich keine langfristige Chance, denn dazu ist das Finanzsystem viel zu kindisch und instabil. Vielleicht gibt es ja wirklich mal Platz für Humanismus – ein Ismus, der Menschenrechte nicht nur kennt, wenn “der Feind” sie gerade verletzt?

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 09:22 - Permalink

        @ schwitzig

        “Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.” (Henry Ford, 1863-1947)

        “Demokratie – eine Java-Applikation für das Volk, ohne Zugriff auf das Betriebssystem der Welt.” (F. Aigner)

        und jetzt ALLE mitsingen http://www.youtube.com/watch?v=Pg-kroQTARM

        • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 09:30 - Permalink

          (Henry Ford, 1863-1947)

          Die perverse Ideologie des Faschisten und Menschenfeinds Henry Ford, die witzigerweise auch gerne von sogenannten “Linken” mit “Autos kaufen keine Autos” zitiert wird, hat mich lustigerweise das erste Mal interessiert, als ich vor mehr als 20 Jahren von Aldous Huxley “Schöne, neue Welt” gelesen habe. Das fiktive System dort (auch lt. Huxley in Vorworten der neueren Ausgaben) ist eine Extrapolation der Fordistischen Ideologie – jedem zu empfehlen, der sehen möchte, wohin Neoliberalimus im Idealfall (also mit möglichst wenig Schaden für die Menschheit) führen wird. Unsere Neolibsekte ist allerdings zumindest derzeitig derart radikalisiert, dass sie noch nicht einmal so ein Fordistisches System hinbekommt, sondern nur noch ein Mangelsystem. Ich hoffe ja, dass sie an diesem Fehler verrecken.

          • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 09:38 - Permalink

            jupp schwitzig

            gerne auch praxisnah wie zb griechenland. kein staat, keine steuern, vieles der asozialität neoliberalen denkens entsprechend. ergebins derzeit. pleite.

          • Thrombophlebitis schrieb am 11. August 2011 at 12:46 - Permalink

            Ich hoffe ja, dass sie an diesem Fehler verrecken.

            Das wäre ja nicht schlimm, im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass sie gerade dabei sind dies zu tun. Sehr bedauerlich dabei ist nur, dass Millionen, wenn nicht gar Milliarden Menschen mitverrecken werden. Viele haben das ja schon, dank diesem Gesindel, voreilend getan.

            Die Antworten zu @ 6. Serious Sam sind absolut nachvollziehbar.

          • kroppschock schrieb am 11. August 2011 at 12:48 - Permalink

            Fordismus und Neoliberalismus in einen Topf werfen – Oh My God!

            Fordismus heisst unter anderem auch: Hohe Löhne. Wie lange musste ein Fordmitarbeiter arbeiten um sich ein T-Modell zu kaufen? Wie lange muss ein VW-Mitarbeiter heute arbeiten um sich einen Golf zu kaufen?
            Batz.
            LeiderLeider ist der Fordismus zusammengebrochen. Den mit ökologischem Antlitz auf globaler Ebene wiederzubeleben wäre das beste was uns realisitischer Weise passieren könnte – also innerhalb des Kapitalismus. Ich hätte persönlich kein Problem damit, dass alle den gleichen Fernseher haben. Individualisierung ist ja leider der Hauptnährboden auf der Konsumentenseite, die den Neoliberalismus erst ermöglichen.
            Fordismus heisst nämlich auch: 25% Eigenkaptialrendite brauchen wir nicht. Uns reichen auch 5 %. Das Ford auch ne rechte Socke war hat mit der Architektur des Regulationsmodus den wir als Fordismus bezeichnen im Übrigen nix zu tun.

            • Thrombophlebitis schrieb am 11. August 2011 at 13:51 - Permalink

              Danke für diese wunderbare Ausführung.

              Auch meiner Meinung nach, liegt genau da der Hase im Pfeffer. Dieses System wurde dann schnell der Obsoletität geopfert, d.h. dem geplanten Verfallszeitpunkt eines Produktes. Also dem neolib gedöns.

              Sehr gut.

            • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 19:56 - Permalink

              Fordismus und Neoliberalismus in einen Topf werfen – Oh My God!

              Natürlich sind Fordismus und Neoliberalismus nicht dasselbe – aber sie einige gleiche Grundprinzipien, was auch der Grund ist, weshalb wir aus dem “domestizierten” Fordismus bis Ende der 70er Jahre so problemlos in den Neoliberalismus abgleiten konnten.

              Die fatalen Gemeinsamkeiten, die Denkweisen und Weltanschauung prägen, sind unter anderem:
              - Der Mensch als ökonomischer Faktor.
              - Der Mensch als Leistungsklasse.
              - Die Spezialisierung in Schubladen und Kasten.
              - Die wenn möglich unmögliche soziale Mobilität.
              - Die Unterteilung von (menschlichem) Leben in wertvolles und wertloses Leben.
              - Kein Lebensrecht ohne Leistung.

              Dies sind meiner Ansicht nach wichtige Grundpfeiler, die den Neoliberalismus überhaupt ermöglicht haben. Es gibt noch mehr Parallelen, die in meinen Augen gut erklären, weshalb Dein Wunsch nach einem Fortbestehen des Verwandten des Fordismus – der “sozialen Marktwirtschaft” bis Ende der 70er – prinzipiell schon unmöglich war, es sei denn, es wäre eine Stagnation durch äußere Umstände erzwungen worden.

    6. Serious Sam schrieb am 11. August 2011 at 09:14 - Permalink

      Um zu diesen Schlüssen zu kommen, muss man schon sehr selektiv lesen und wahrnehmen. Denn bei aller berechtigten Kritik, etwa der erwähnten von Frank Lübberding: viele ‘große’ Medien stellen sehr wohl Vergleiche an, Verbindungen her, und arbeiten die Unterschiede heraus zwischen den genannten Ereignissen.

      Ein System, das seit jeher Millionen verarmen und gnadenlos verrecken lässt

      Du schreibst sicher vom realen Sozialismus, wo er herrschte und noch herrscht. Dort war und ist das in der Tat so.

      Die Marktwirtschaft, sofern einigermaßen sozial wie z.B. in Deutschland, Frankreich, England usw. erreicht jedenfalls bislang das genaue Gegenteil.

      • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 09:31 - Permalink

        Nö. Kapitalistische Systeme sind in der Leichenproduktion mindestens gleichwertig.

      • SwENSkE schrieb am 11. August 2011 at 10:59 - Permalink

        Und was ist mit den Millionen Toten in der dritten Welt? Die gehen zum großen Teil auf Kosten dieses Systems – ohne die billigen Rohstoffe und Arbeitskräfte wäre das System längst zusammengebrochen.

        Unser Wohlstand ist aufgebaut auf Millionen Leichen – um es mal überspitzt auszudrücken.

        • memphis schrieb am 11. August 2011 at 12:32 - Permalink

          Das ist leider überhaupt nicht überspitzt, es ist eine Tatsache. Wenn ich das nötige Wissen hätte oder die Zeit, würde ich die Anzahl an Toten ausrechnen/schätzen die jeder Deutsche auf dem Gewissen hat. Nur damit es mal jedem klar wird wie wir unseren Lebensstandard hier erkaufen.

          • Dersonstandersheisst schrieb am 11. August 2011 at 19:46 - Permalink

            Es ist eine sehr vereinfachte Aussage – und deswegen “überspitzt”.

            Oder siehst Du unter Dir irgendwelche Leichen liegen? ;)

      • Dirk schrieb am 11. August 2011 at 15:18 - Permalink

        Danke, der einzige Kommentar (bislang) bier, dem ich zustimmen kann. In dem Artikel wird der Kapitalismus an sich verteufelt, in einer sonst eher seltenen Form. Gleichzeitig werden aber Auswirkungen kritisiert, welche lediglich aus ihrer falschen Ausprägung (was wir allgemein als Neoliberalismus bezeichnen, als eine fehlende Regulierung gepaart mit einer Elitenpolitik) resultieren.
        Der Autor verurteilt alles, zeigt aber nichts auf. Für ihn scheint der Weg nur ein anderes Gesellschaftssystem zu sein – Da frage ich mich doch, welches? Sozialismus/Kommunismus funktioniert ja nun augenscheinlich auch nicht so gut und hat sich in der berherigen Historie nicht annähernd bewährt.

        Ich stimmte dem Autor zwar zu, dass auch ich diesen SPON-Liveticker eine katastrophe fand und es mich in meiner Meinung bestärkte, dass SPON eigentlich nur eine bessere Bildzeitung ist, aber dann muss man auch mal andere Medien konsultieren. Ich lese die FTD und die Zeit und häufig auch die taz und da konnte ich solche Tendenzen überhaupt nicht feststellen. Aber natürlich, wenn man seie Scheuklappen nur eng genug macht, stellt sich auch das gewünschte Bild ein (“alle Medien sind schlecht”).

        Regelrecht unverantwortlich finde ich, wie der Autor die Plünderungen in England mit den Protesten in Griechenland und co gleichstellt. Diese haben nichts, aber auch gar nichts gemein. Die Proteste in England sind nichts anderes als kriminell und keiner sollte die Leute dort für Robin Hoods halten. Ganz im Gegenteil sind sie ja sogar derart vom Kapitalismus fasziniert, dass sie lediglich Geschäfte plündern, um selber mehr Sachen zu besitzen. Für mich sind das schlichte Verbrecher und einen festen politischen Hintergrund gibt es da doch gar nicht. In Griechenland hingegen sind die Proteste – berechtigterweise – auf Grund der einzigartigen Sparmaßnahmen des Staates ausgelöst wurden.

        Die Lösung wäre nicht, wie der Autor suggeriert, einfach das gesamte System abzulehnen, sondern in inkrementellen Schritten zurück zu einer sozialen MW zu gehen. Denn diese ist es nämlich auch, welche uns den fairsten und größten Wohlstand bringen kann. Auch wenn der Autor scheinbar dies lieber nicht erwähnt und stattdessen die Hungerkatastrophe in Ostafrika anführt, so sind z.B. in vielen afrikanischen Ländern in den letzten Jahren die Lebensbedingungen stark verbessert wurden – natürlich von einem niedrigen Niveau beginnend. Und Hungerkrisen gab es im Übrigen auch in deutlich größerer Zahl vor dem Neoliberalismus, insofern ist es auch einfach nicht fair diese ihm anzuhängen. Die einfach Formel der Radikalgegner (westliche Staaten udn China kaufen Ackerfläche in den Ländern = weniger Anbaufläche für die Bevölkerung = Hungersnot) ist nämlich schlicht und einfach nur eins: Vereinfachend und damit verfälschend.

        • Jacques Roux schrieb am 11. August 2011 at 15:57 - Permalink

          Die Lösung wäre nicht, wie der Autor suggeriert, einfach das gesamte System abzulehnen, sondern in inkrementellen Schritten zurück zu einer sozialen MW zu gehen. Denn diese ist es nämlich auch, welche uns den fairsten und größten Wohlstand bringen kann. Auch wenn der Autor scheinbar dies lieber nicht erwähnt und stattdessen die Hungerkatastrophe in Ostafrika anführt, so sind z.B. in vielen afrikanischen Ländern in den letzten Jahren die Lebensbedingungen stark verbessert wurden – natürlich von einem niedrigen Niveau beginnend. Und Hungerkrisen gab es im Übrigen auch in deutlich größerer Zahl vor dem Neoliberalismus, insofern ist es auch einfach nicht fair diese ihm anzuhängen. Die einfach Formel der Radikalgegner (westliche Staaten udn China kaufen Ackerfläche in den Ländern = weniger Anbaufläche für die Bevölkerung = Hungersnot) ist nämlich schlicht und einfach nur eins: Vereinfachend und damit verfälschend.

          Hm, auch bei einer sozialen Marktwirtschaft aka sozialer Kapitalismus, bliebe doch die Ausbeutung der sogenannten dritten Welt, der Ressourcen und die Umweltverschmutzung, Stichwort Fukushima. Mir will auch partout nicht einleuchten, wieso und weshalb wir Milliarden in die 10 jährige Besetzung eines Landes stecken, aber um eine akute Hungersnot abzuwenden, keine Knete da ist.

          • Dirk schrieb am 11. August 2011 at 17:31 - Permalink

            Geld für Kriege und kein Geld für Hungersnöte sind auch keine Auswirkungen, die ich mir wünsche. Es sind aber leider Entscheidungen, die getroffen wurden und es gilt halt bei allen Sachen: Hinterher ist man immer schlauer. Man ist ja auch nicht nach Afghanistan gegangen und hat gesagt: “Witr bleiben jetzt hier 15 Jahre”. Aber das dies vorhersehbar war, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

            Die Ausbeutung der dritten Welt hat weniger etwas mit dem Kapitalismus zu tun (die sozialistische SU hat auch Krieg um Bodenschätze angefangen), sondern mit dem Ausnutzen von Menschen generell. Aber auch hier gilt zu sagen, dass man dem sich am Besten und am sinnvollsten entgegensetzen kann durch vernünftiges Wirtschaften FÜR die Bevölkerung. Das größte Problem der afrikanischen Staaten ist nämlich deren völlig mangelhafte Demokratisierung, welche Entwicklungszusammenarbeit extrem schwierig macht und Investitionen in Infrastruktur extrem unwahrscheinlich. Das ist aber alles nichts, was systemisch von einer sozialen MW vorgegeben wird.

            • sad rane schrieb am 12. August 2011 at 15:25 - Permalink

              die sozialistische SU hat auch Krieg um Bodenschätze angefangen

              Wo und wann war das doch gleich?

              Und die mangelhafte Demokratisierung in Afrika ist zwar ein Problem, aber nicht das Hauptproblem. Dieses ist der Druck der reichen Länder und der finanzkräftigen Konzerne auf diese Länder, der den günstigen und dauerhaften Zugriff auf deren Rohstoffe und – in letzter Zeit auch – auf deren Märkte gewährleisten soll. Dafür nimmt man auch korrupte Despoten in Kauf. Anders herum ist auch eine Demokratie in der dritten Welt nicht von langer Dauer, wenn sie den Rohstoff- und Marktzugriff der o.g. Akteure zu stark behindert (siehe Chile 1973).

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 21:35 - Permalink

        nur im sozialismus ?
        “….Sind Konzerne totalitär?
        kimschmitzii (mehr als 1000 Beiträge seit 18.02.02)

        Es gibt benennbare Konzerne, die demokratieschädlich sind und dafür
        nicht mit den zur Verfügung stehenden rechtstaatlichen Mitteln
        abgestraft werden (damit unterstreiche ich meine Ansicht, dass vll.
        teilweise weniger die Konzerne Rechtstaat- und Demokratiegefährdend
        sind; sie verüben zwar die Taten, aber Politiker und Justiz schauen
        bewußt und absichtlich weg, häufig aus Eigennutz). Von Coca Cola,
        Haliburton, Shell, CitiGroup, Chiquita und vielen mehr dürfte es
        bekannt sein.

        Nun macht auch AT&T einem ‘totalitären’ Ansinnen alle Ehre (so wie
        wir es auch Deutschen Medien, insbesondere auch den ÖR kennen):

        http://www.heise.de/newsticker/meldung/94344

        Eine generelle Frage ist wohl: je mehr einige wenige Konzerne das
        alltägliche Leben bestimmen, inwiefern sie sich da demokratischen
        Maßstäben zu unterwerfen haben. Monopole z.B. sind mit Sicherheit
        totalitär (zumindest aber monarchistisch). Konzerne, die einen
        Lebensraum stark beeinflussen (z.B. VW in Wolfsburg, Bayer in
        Leverkusen) müssen vll. auch stärkeren demokratischen Regeln (Wahlen,
        Informationspflichten usw.) unterliegen. Von daher ist es vll. nicht
        nur überlegenswert sondern sogar stark angebracht, dass ein Land auch
        Anteile an einem Unternehmen halten können muss (z.B. Niedersachsen
        an VW; was ja die Neoliberalisten der EU aufbrechen wollen).
        Stimmrecht MUSS es vll. gar so oder so erhalten und sei es nur ein
        auf jeweiliges Werk bezogenes….” von kimschmitzii

    7. Uli schrieb am 11. August 2011 at 09:30 - Permalink

      Kein Wort davon, dass in Spanien, Griechenland, Israel und zuvor in Nordafrika Millionen Menschen aus ähnlichen Gründen auf die Straße gehen: Weil eine Weltwirtschafts- und Finanzordnung nicht mehr den Menschen dient, sondern zum reinen Selbstzweck verkommen ist.

      Naja davon liest man hier ja auch nicht mehr viel, stattdessen wird wiederholt was schon andere (Albrecht Müller, Frank Lübberding) gesagt haben und der hundertste Verweis auf die anscheinend weltbewegende Rede von Jean Ziegler gemacht.

      Solche Kurzartikel zum aktuellen Tagesgeschehen sind ja ganz nett aber eine detaillierte Beschäftigung mit beispielsweise den Protesten in England oder Israel wäre doch wesentlich gehaltvoller.

      • André B. schrieb am 11. August 2011 at 09:49 - Permalink

        Richtig, ich hätte auch gerne mal eine Analyse, die die Hintergründe des aktuellen Geschehens an den Finanzmärkten ausleuchtet. Denn nach dem Absturz an der Börse erfolgt wieder der Absturz der Realwirtschaft. Und das betrifft uns alle.

        • SwENSkE schrieb am 11. August 2011 at 11:04 - Permalink

          Denn nach dem Absturz an der Börse erfolgt wieder der Absturz der Realwirtschaft.

          Das ist keine zwingende Folge. Das Geschehen an der Börse ist längst abgekoppelt von der realen Wirtschaft.

          Oder glaubst Du ernsthaft daß sich der Wert von Unternehmen innerhalb von 6 Jahren vervierfachen und dann wieder auf den ursprünglichen Wert zusammenschrumpfen kann? So geschehen zwischen 1996 und 2002. Und zwischen 2003 und 2009 dasselbe Spiel nochmal.

          Siehe auch hier!

        • Florian Hauschild schrieb am 11. August 2011 at 11:29 - Permalink

          @André: So, so…hättest du gerne? Google kannst du doch benutzen oder? …wie wärs wenn du recherchierst und ne Analyse schreibst und sie anderen dann auch zur Verfügung stellst…das wär doch mal ein Ansatz, oder?

      • Lennard schrieb am 11. August 2011 at 10:23 - Permalink

        Die gibt es doch aber – nur im Moment nicht hier.
        Wenn hier redundanterweise auch noch darüber geschrieben würde, kommen doch genauso wieder Vorwürfe des “Nachbetens” o.ä.. Im Spiegelfechter kann ja auch nicht alles jederzeit behandelt werden.

        Zur Krise in GB gibt’s z.B. gute Artikel beim Guardian und im Umfeld von NBC.

        • Uli schrieb am 11. August 2011 at 11:01 - Permalink

          Die Proteste in England waren nur ein Beispiel, inzwischen sind auch diese in den Mainstreammedien angekommen, nachdem es Tote gab. Israel hingegen wird kaum wahrgenommen und wie ist eigentlich die Lage in Libyen, Syrien oder (jawohl) Fukushima?

          Warum es mir ging war das der Spiegelfechter früher Themen beleuchtete die Abseits des Mainstreams standen. Während alle Welt nach Tibet gaffte gab es beispielsweise Artikel zu den unterdrückten Uiguren in China.
          Heute gibt es das zu lesen was man überall anders auch schon gelesen hat und sei es nur das ein CSU Minister wieder irgendwelchen Unsinn fordert. Das ist “mal” ok, nimmt aber inzwischen völlig überhand.

          • Lennard schrieb am 11. August 2011 at 11:42 - Permalink

            Ist ja richtig, aber der SF sollte doch nicht die alleinige Info-Quelle sein.
            Evtl. hast du auch übersehen, dass Jens bei den NachDenkSeiten mitarbeitet und kaum noch Zeit für’s eigene Blog hat?
            Die Alternative zu Gast-Autoren wäre wahrscheinlich das endgültige Schließen.
            Zu Libyen oder Afrika fällt mir im Moment auch nur Andreas Fecke ein (http://andreassozpol.blog.de/), der aber im Moment auch nicht viel Zeit zu haben scheint.

            Und wie gesagt, bei England fällt mir spontan der Guardian ein und teilweise NBC und BBC. Deutsche Medien kann’st fast vergessen bei dem Thema.
            Die Brits sind durch die Brixton Riots ’81 etwas sensibilisierter bei dem Thema. Es wird zwar nicht gleichgesetzt, aber Parallelen werden schon gezogen.

            Ich hab den Bruder von nem guten Freund in Birmingham, ich selber bin eher in Schottland ab und zu – interessant ist, dass den Leuten hier in D und dort in GB z.T. völlig verschiedene Dinge erzählt werden.
            Heute wurde dort z.B. erzählt, dass es aufgrund des Regens(!) kein “looting” und “rioting” gab (TV/BBC). In Deutschland heißt es zur selben Zeit: “Polizei-Großaufgebot stoppt die Randalierer”.
            Die Riots momentan haben auch absolut nichts mehr mit dem erschossenen Schwarzen zu tun. Selbst Kinder gehen mittlerweile mit den Assis mit und klauen alles was nicht niet- und nagelfest ist. Sollte es irgendwo eine politische Komponente gegeben haben, ist diese lange übereckt oder verloren gegangen.

            • Jane Smith schrieb am 11. August 2011 at 11:55 - Permalink

              Evtl. hast du auch übersehen, dass Jens bei den NachDenkSeiten mitarbeitet und kaum noch Zeit für’s eigene Blog hat?
              Die Alternative zu Gast-Autoren wäre wahrscheinlich das endgültige Schließen.

              Das wäre ein böser Entzug! Worüber sollten wir uns verlustieren kommentierender Weise die Zeit vertreiben, wenn es den Spiegelfechter nicht mehr gäbe!?
              Ganz egal, was serviert wird, wir freuen uns schon darauf!

            • Uli schrieb am 11. August 2011 at 12:11 - Permalink

              Ist ja richtig, aber der SF sollte doch nicht die alleinige Info-Quelle sein.
              Evtl. hast du auch übersehen, dass Jens bei den NachDenkSeiten mitarbeitet und kaum noch Zeit für’s eigene Blog hat?

              Nein das ist mir natürlich bekannt, aber ich fände es schöner Jens würde mal wieder einen ausführlichen Artikel raushauen statt Linklisten (“Hinweise des Tages”) zu erstellen.

              Klar kann man sich auch woanders informieren, aber man wird wohl noch seine Meinung zu dieser Verschlechterung sagen dürfen, ohne das man von einem Gastautor gerüffelt wird man solle doch selbst Google benutzen (siehe oben).

            • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 12:31 - Permalink

              @ lennard

              schönes beispiel von sich-selbst-mal-ein-bild-machen. wenn einem die möglichkeiten dazu gegeben sind.

            • Sanctus schrieb am 11. August 2011 at 15:32 - Permalink

              Noch besser, bei MDR Info lief ein Telefoninterview mit jemandem, der in Birmingham war. Seine Aussage sinngemäß:

              “In der ersten Nacht war es gespenstisch, überall die Randalierer und Plünderer… UND KEINE POLIZEI! Die kam erst am nächsten Abend und verhinderte weitere Plünderungen unter dem Beifall der Anwohner…”

              Da lauert doch die nächste VT hinter der Ecke. Oder kann mir mal jemand erklären, warum die Polente nicht kommt, wenn geplündert wird?

            • Lennard schrieb am 11. August 2011 at 19:17 - Permalink

              @Sanctus:
              Weil die Polizei in GB generell anders “drauf” ist als die aggressiven deutschen BPE.
              Das “Herz” der Polizei sind dort (neben der lückenlosen Überwachung mit Kameras) immer noch die Constables, die allein oder zu zweit und relativ unbewaffnet auf Streife gehen. Vieles wird auch sehr lokal geregelt. Meist in Form von Ratschlägen zur Verhinderung von Kriminalität oder dem Unterstützen von “neighbourhood watches”. In Birmingham hat z.B. eine Firma ihre Mitarbeiter in Eigeninitiative um 15:00 nach Hause geschickt – aus Sicherheitsgründen.

              Die Polizei in GB ist einfach traditionell nicht so gewaltgeil. Man diskutiert dort z.B. ewig, ob man denn Wasserwerfer einsetzen sollte.
              Momentan gibt es derer 6-8 – und alle in Nord-Irland (wo momentan marching season ist, sprich die nord-irische Polizei wird die ungern ausleihen).

              Das Einsetzen von starker Gegengewalt nimmt man dort nicht so auf die leichte Schulter, wie z.B. hier in Deutschland. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube speziell Wasserwerfer wurden in England (außer in Nord-Irland) noch nie eingesetzt. Die Tories sind zum Teil dafür, andere warnen:

              the authorities would risk “sending out a message that we have lost control” and inflaming tensions “in a country that has never been comfortable with the idea of militarisation”

              Im Moment wird auch eher über Ausrüstung mit Gummi-Geschossen (umgangssprachlich, heißen eigentlich baton rounds und sind meist aus plastik oder ringe aus folien) diskutiert.
              Weiterhin ist die normale Polizei vielerorts einfach kaputtgespart (der nächste Spar-Batzen steht ja von Cameron demnächst an), so dass man sich nicht mal eine nächtliche Ausgangssperre (über längere Zeit) leisten könnte.

              Allein das Militär ist dafür ausgebildet und mit entsprechender Technik versorgt.
              Und da greift wieder das Zitat oben. Militarisierung im Alltag geht dort nicht so leicht über die Bühne. Und vielleicht ist es auch teilweise eine Art Starre in Erinnerung an die Brixton Riots.

    8. Gast schrieb am 11. August 2011 at 09:43 - Permalink

      Plötzlich entdeckte der Standard-Medienuser, dass es ja eine Wirtschaftsordnung, ein Geldsystem und eben auch so etwas wie Herrschaft gibt, und beginnt sich zu fragen, wie das denn alles zusammenhängen mag.

      Solche Schreiber sind ihrerseits oft selbst manipuliert

      Könnten wir mal damit anfangen, anderen Menschen andere Meinungen zuzugestehen, ohne sie entweder als dumm oder manipuliert darzustellen?

      • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 09:47 - Permalink

        ohne sie entweder als dumm oder manipuliert darzustellen?

        Ja, aber was wenn sie doch schlicht und ergreifend dumm und manipuliert sind? Wenn mir z.B. einer erzählt, dass sein Geld “arbeitet”, dann weiss ich ganz rational, dass dieser Mensch entweder dumm, manipuliert oder beides ist. Und das soll ich ihm nicht sagen dürfen?
        OK – man könnte es anders formulieren: “Dein Realitätsverständnis befindet sich in einer Phase der suboptimalen Ausprägung.” oder so …

      • Serious Sam schrieb am 11. August 2011 at 10:23 - Permalink

        Florian Hauschild ist sicherlich undumm und unmanipuliert. Denn dumm und manipuliert, oder dumm und manipulierend, das sind immer nur die anderen!

        • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 10:29 - Permalink

          Denn dumm und manipuliert, oder dumm und manipulierend, das sind immer nur die anderen!

          Ah. Wen genau findest Du denn dumm oder manipulierend?

          • Serious Sam schrieb am 11. August 2011 at 22:21 - Permalink

            Wen genau findest Du denn dumm oder manipulierend?

            Du jedenfalls bist zu dumm, dass du manipulieren könntest :)

            • Schweigsam schrieb am 11. August 2011 at 23:25 - Permalink

              Du denkst also nur der Intelligente könnte manipulieren.
              Da fehlt dir aber einiges an Menschenkenntnis :)

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 09:48 - Permalink

              Du jedenfalls bist zu dumm, dass du manipulieren könntest :)

              Verstehe ich nicht. Erkläre es mir, großer Meister des Duke Nukem 3D Plagiats.

            • Serious Sam schrieb am 12. August 2011 at 15:24 - Permalink

              Du jedenfalls bist zu dumm, dass du manipulieren könntest :)

              Verstehe ich nicht

              Ich weiß :)

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 16:16 - Permalink

              Ich hätte gedacht, dass Du es nicht verstehst.

    9. jpj schrieb am 11. August 2011 at 09:50 - Permalink

      Hallo herr Hausschild,

      Sie schrieben:

      die wirtschaftliche und politische Bildung der meisten Menschen in Deutschland (ist) mangelhaft. (…) Leider hat das deutsche Bildungssystem darin versagt, breiten Bevölkerungsschichten die Grundzüge unserer Gesellschaftsordnung verständlich zu machen

      Das deutsche Bildungssystem ist verstaatlicht; der Gedanke liegt nahe, dass es jenes Bild vermittelt, das die Politik gerne vermittelt sehen will. Es ist richtig, dass dabei nur eine mangelhafte Bildung herauskommen kann.

      Umso leichter ist es für das große Orchester aus Konzernmedien, PR-Schreibern und Hetzern, nun von dieser Unkenntnis (des Finanz- und Geldsystems) zu profitieren.

      Und woran unterscheiden wir die “Hetzer” von jenen, die sich um die Vermittlung eines wahrheitsnahen Bildes bemühen? Vielleicht dadurch, dass letzere dieses nachvollziehbar zu erklären versuchen und vielleicht sogar Vorhersagen darauf aufbauen? Etwa folgende:

      “Sobald die Immobilienpreise nicht mehr steigen oder gar zu fallen beginnen, droht eine regelrechte Katastrophe. (…) Ein Platzen dieser Blase dürfte ohne Umschweife einen Aktiencrash auslösen, das Finanzsystem – allen voran die im Zentrum der Blase stehenden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac – in Schwierigkeiten bringen und die Wirtschaft in eine Rezession stürzen.” (Claus Vogt 2004 in “eigentümlich frei”)

      “Wie der berühmte Ökonom Ludwig von Mises bereits in den 30er Jahren schrieb, führt jedoch die künstliche Absenkung des Zinsniveaus zu einer stärkeren Kreditnachfrage, die nur durch die Ausweitung der Geldmenge kompensiert werden kann. (…) Das Schicksal der gesamten US-Wirtschaft hängt somit zunehmend davon ab, ob die amerikanischen Hausbesitzer ihren monatlichen Amortisationszahlungen für ihre Immobilien nachkommen können. Gelingt dies nicht mehr, gleicht das ganze amerikanische Finanzsystem immer mehr einem Kartenhaus, welches bei kleinsten Störungen zusammenbrechen kann. Hierbei können Kettenreaktionen entstehen, die wie bei den Dominosteinen einen Marktteilnehmer nach dem anderen und in der Folge viele gleichzeitig in den Konkurs treiben können.” (Artur Schmidt 2005 in “Telepolis”)

      Und könnte man erstere vielleicht daran erkennen, dass sie lediglich ihre Meinungen bekannt machen? Meinungen, wie

      das neoliberale Gesellschafts- und Geschäftsmodell (ist) längst gescheitert.

      Es ist richtig, dass “Die Ordnung des Wirtschafts- und Finanzsystem als solche” ein Problem ist. Diese Ordnung ist jedoch nicht liberal, Neo- oder sonstwie. Sie beruht auf Geldschöpfung über Staatsschulden. “Lombardfähigkeit” der Staatsanleihen nennt man das, auf deren Grundlage Zentralbanken Bargeld für die Geschäftsbanken erschaffen. Mit diesem als Barreserve erzeugen Geschäftsbanken ein Vielfaches an Buchgeld, indem sie Kredite vergeben. Für den Staat bedeutet das einen gesicherten Markt für seine Schulden. Für die Banken bedeutet das Zinsen für Geld aus dem Nichts.

      Mit seinen Schulden finanziert der Staat einerseits einen aufgeblähten öffentlichen Sektor. Es waren Gewerkschaften des dieses Sektors, die Griechenland die Krawalle begannen. Die Staatsschulden finanzieren andererseits Abhängigkeit von staatlicher Zwangswohlfahrt. Es waren deren Kostgänger, die in England die Sport- und Elektronikläden plünderten und die Geschäfte ihrer Nachbarn in Brand setzten. Liebralismus ist nicht das Problem; im gegenteil sollten wir es mal wieder damit versuchen. Politik ist nicht die Lösung. Politik ist das Problem.

      • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 09:53 - Permalink

        Hallo herr Berger,

        Der Artikel ist nicht von Jens Berger.

        Sie schrieben:

        Schon wieder einer aus dem SPON/SPIEGEL-Umfeld?

        • spider schrieb am 13. August 2011 at 16:28 - Permalink

          @schwitzig

          Schon wieder einer aus dem SPON/SPIEGEL-Umfeld?

          Also das ist nun wirklich albern:

          http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,760484,00.html .

          Fazit: Wenn Dir der Spiegel irgendwie “rechts” erscheint, dann bist Du “sehr, sehr, sehr links”.

          • schwitzig schrieb am 15. August 2011 at 10:15 - Permalink

            Fazit: Wenn Dir der Spiegel irgendwie “rechts” erscheint, dann bist Du “sehr, sehr, sehr links”.

            Dummsülz. Bläh. Kannst du noch etwas anderes?

      • Florian Hauschild schrieb am 11. August 2011 at 11:32 - Permalink

        “Und woran unterscheiden wir die “Hetzer” von jenen, die sich um die Vermittlung eines wahrheitsnahen Bildes bemühen? ” …oft auch wissend was “DIE LÖSUNG” ist.

        Hetzer sind jene die Schuldgruppen oder Schuldige benennen, die dann angeblich alles zu verantworten haben. Kritiker sind die, die sich auf die systemische Ordnung als solche konzentrieren und deren Fehlerhaftigkeit anprangern.

        …was mit “gescheitertes System” gemeint ist können Sie unter dem Artikel nachlesen, der im Text mit dem Begriff verlinkt ist. :-)

      • Thrombophlebitis schrieb am 11. August 2011 at 13:10 - Permalink

        Liebralismus ist nicht das Problem

        Doch, genau das ist das Problem.

        Denn … wir haben uns eben nicht alle lieb. Das liegt doch auf der Hand.

      • tar schrieb am 12. August 2011 at 00:00 - Permalink

        Für die Banken bedeutet das Zinsen für Geld aus dem Nichts.

        Nicht “aus dem Nichts”, sondern aus dem zugehörigen Pfand des gegenseitigen Kreditkontrakts, sprich Eigentum, das belastet wird. Nachzulesen bei den Prof. Heinsohn/Steiger: “Eigentum, Zins und Geld”.

        Mit seinen Schulden finanziert der Staat einerseits einen aufgeblähten öffentlichen Sektor.

        Ja, das haben Herrschaftsstrukturen (und damit Unterdrückungsstrukturen) so an sich.

        Politik ist nicht die Lösung. Politik ist das Problem.

        Politik ist ein Problem. Wirtschaften ebenfalls.

        Die Entwicklungen einer Wirtschaft ohne funktionierenden Staat kann man gut in Russland studieren. Schlägt da das liberale Herz höher? Wohl kaum. Es ist doch klar, dass Machtlücken ausgefüllt werden – von mafiösen Strukturen.

        Mafia und Staat unterscheiden sich nun mal beim Tribut eintreiben kaum. Und just jene Tributforderungen sind es, die zum Wirtschaften zwingen. Nachzulesen bei Dr. Martin: “Der Kapitalismus”.

    10. Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 10:01 - Permalink

      Ein wie ich finde guter Artikel, der aber u.a. auch einen Schwachpunkt unseres demokratischen Gesellschaft aufzeigt, nämlich das auch in einer Demokratie Entscheidungen möglichst kompetent und objektiv getroffen werden müssen, nur wie soll das funktionieren wenn die Mehrheit aus leicht nachvollziehbaren Gründen diese Kompetenzen gar nicht haben kann? Z.B., auch im wichtigen Bereich der Wirtschaftspolitik muss Otto Normal, auch wenn er sich fachlich noch so bemühen sollte, auf die Expertenentscheidungen vertrauen. Fatal wird es wenn später herauskommt, dass diese Entscheidungen wider besseres Wissen gegen die Interessen der Mehrheiten getroffen wurden. Das zerstört zwangsläufig Vertrauen, und zwar nicht nur in die Experten sondern leider auch in die Demokratie an sich. Ein möglicher bzw. vielleicht auch einziger Weg scheint der zu sein, die Menschen gerade wegen der Systemkrise stärker demokratisch ein zu binden. Vielleicht ist so was “Anstrengendes” wie die öffentlichen Dispute – analog zu der S21 Schlichtung – mit anschließender Volksbefragung (Stichwort: Schweiz) bei wirklich wichtigen Entscheidungen notwendig?!

      Ein anderer (aber IMO mit Sicherheit nicht gangbarer) Weg wäre der, dass wir unser Gesellschaft radikal vereinfachen. Dann wäre theoretisch auch eine Demarchie möglich:

      Die Demarchie (Kunstwort aus dem altgriech. δῆμος demos „Volk“ und ἄρχειν archein „Erster sein, herrschen“) ist eine demokratische Herrschaftsform, in der Regierung und Volksvertreter durch das Los und nicht durch Wahlen bestimmt werden. Der Begriff wurde durch den australischen Philosophen John Burnheim bekannt gemacht.
      …
      Die Entwickler von Demarchiekonzepten versuchen das, was sie als Mängel der repräsentativen Demokratie ansehen, zu überwinden. Deshalb sind die von ihnen genannten Vorteile gleichzeitig eine Kritik an den realen Demokratieausgestaltungen.

      Quelle

    11. HELLMOOD schrieb am 11. August 2011 at 10:15 - Permalink

      @ Kommentar Nr. 8 – Gast

      “Könnten wir mal damit damit anfangen, anderen Menschen andere Meinungen zuzugestehen, ohne sie entweder als dumm oder manipuliert darzustellen?”
      Richtig! Es taugt die Tautologie von “dämlichen Journalisten” eh nur zur Satire. Von “selten dämlichen Journalisten” zu reden, ist ein Oxymoron zur Steigerung des Spasses und zudem doppelsinnig. Denn die sind in der tat eher selten dämlich. Die wissen was sie tun. Der Tross weil er Vorgaben folgt und die vornweg, weil sie mit ihrer Art “Mehr-Leistung” auch noch Karriere machen.

      • Florian Hauschild schrieb am 11. August 2011 at 11:35 - Permalink

        Schon mal was vom Journalistenstreik gehört der Anfang Juni stattfindet?…Texte für die Menschen von anderen bezahlt werden, sind seitdem zu noch größeren Teilen PR als zuvor: http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2011/08/streik-um-die-wurst/

        Streikbrecher=Lohnschreiber

    12. BruceMangee schrieb am 11. August 2011 at 10:21 - Permalink

      Meiner Erfahrung nach (Baujahr ’70) wird nur von Ausnahmelehrern das kritische Denken (oder auch nur das selber Denken) gefördert. Und heute müssen unter widrigen Bedingungen schulische Vorgaben von den Lehrern eingehalten werden, da bleibt fürs selbsttätige Denken wieder wohl nicht viel Zeit. Konformität und Lernerfolg sind da wichtiger.

      Später fühlen sich die Leute durch Job und Familie ebenfalls zu beschäftigt, um sich Zeit für die eigenen Bildung zu nehmen.
      In vielen mir bekannten Firmen verrichten zu wenig Arbeitnehmer ihre Jobs nur mit Unmengen an Überstunden. Da bleibt für viele nur wenig Zeit und auch Lust für ernsthaftes übrig.

      Diese Leute glauben dann einfach den öffentlichen Medien, denn die werden ja dafür bezahlt (GEZ) objektiv zu bleiben. Leider kommen die kritischeren Berichte und Dokus meist nach 22 Uhr und erreichen somit niemals den normalen Arbeitnehmern.

      Und wenn ich ehrlich bin, ich war für lange Zeit auch so … wäre da nicht meine Freude am politischen Kabarett gewesen.

    13. In Dubio schrieb am 11. August 2011 at 10:25 - Permalink

      Kurze Frage: Warum bin ich in der Moderationsschleife?

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 10:31 - Permalink

        mal sehen was kommt in dubio. war ich gestern im thread davor auch.

      • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 10:31 - Permalink

        @in Dubio
        Vielleicht irgendwelche URLs verlinkt? Den Beitrag von Dir zumindest sehe ich.

        • In Dubio schrieb am 11. August 2011 at 10:49 - Permalink

          Nee, nix verlinkt. Ganz einfacher Text. Seltsamerweise kam die Frage jedoch durch. Technik (oder Spiegelfechter?) ich versteh’ Dich nicht.

          Ups, da kommt das Wort “Het..r” vor, zitiert aus dem Beitrag. Könnte für vielleicht darauf anspringen?

          • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 10:57 - Permalink

            Dann hat wahrscheinlich irgendein Schlüsselwort einen false positive im Spamfilter ausgelöst – oder vielleicht doch ein echter positive? :-). Schreib’ Jens doch mal direkt an.

          • In Dubio schrieb am 11. August 2011 at 11:07 - Permalink

            Okay, Buzz-Wort entfernt, klappt nicht. Jetzt warte ich, die Welt geht davon nicht unter. Danke trotzdem.

    14. Jane Smith schrieb am 11. August 2011 at 10:36 - Permalink

      dass die wirtschaftliche und politische Bildung der meisten Menschen in Deutschland mangelhaft ist.

      Das ist sicher wahr, etwas Anderes, was vernachlässigt wird, ist das Denken in Analogien. Daraus lassen sich zwar keine exakten Zahlen gewinnen, doch es eignet sich gut um ein Gesamtbild zu bekommen.
      Die Krawalle in England sind eine sehr anschauliche Analogie zu den Vorgängen auf den Finanzmärkten. Einige streuen falsche Nachrichten, erfreuen sich des entstehenden Tumultes und nutzen die Gelegenheit mitgehen zu lassen was immer sie greifen können, während Andere glauben für ein höheres Ziel zu kämpfen.
      Die Börse brennt – die Brandstifter sind schwer zu fassen.

      Denn nach dem Absturz an der Börse erfolgt wieder der Absturz der Realwirtschaft.

      Nur wenn man daran glaubt. Die Finanzwelt hat mit der realen gar nicht so viele Schnittpunkte mehr. Ein Unternehmen ist doch nicht weniger leistungsfähig nur weil seine Aktien durch den Boden brechen. Ein anständiges Unternehmen ist nicht mal eine Aktiengesellschaft.

    15. André B. schrieb am 11. August 2011 at 10:43 - Permalink

      Zum letzten Satz des Artikels muß man, mal wieder, den Klassiker auspacken:

      „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“

      Na, wer hat es gesagt?

      • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 11:24 - Permalink

        Lenin wird folgendes Zitat zugeschrieben:

        „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“

        Quelle

        Das hat er aber wahrscheinlich nur gesagt, weil er eine Zugfahrt durch das kaiserliche Teutschland machen musste ;-):

        Nach der Februarrevolution 1917 kehrten Lenin und andere prominente Kommunisten mit Unterstützung der deutschen Obersten Heeresleitung aus der Schweiz über das Gebiet des Kriegsgegners Deutschland, Schwedens und Finnlands nach Russland zurück. Sie fuhren in einem versiegelten Zug, der zu exterritorialem Gebiet erklärt worden war.

        Quelle

        • Schweigsam schrieb am 11. August 2011 at 12:22 - Permalink

          Was du alles so weisst. Meine Güte.

          • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 12:27 - Permalink

            Nö, durchaus nicht! Aber die goldene “google” Regel lautet: Man muss nichts wissen, man muss nur wissen, wo es steht. ;-)

            • Thrombophlebitis schrieb am 11. August 2011 at 13:20 - Permalink

              Dat war früher. Heute muss man wissen, wie man´s findet. Stichwort: Stichwort :-)

            • Schweigsam schrieb am 11. August 2011 at 13:25 - Permalink

              Nichts für ungut;-)

      • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 12:41 - Permalink

        @ andre b.

        das hier ist vielleicht was für dich:

        “….Die Deutschen ein Volk von Angsthasen?
        Ein Gespräch mit dem Publizisten Martin Häusler über sein Buch “Fürchtet euch nicht!…”
        http://www.wdr3.de/resonanzen/details/artikel/wdr-3-resonanzen-6888d098e0.html

    16. klaus59 schrieb am 11. August 2011 at 11:03 - Permalink

      Was soll denn dass turnusmäßige Lamentieren über die üblichen 95% Schlafwandler?
      Die Gründe für zu wenig vergleichendes Lesen verschiedener Informationequellen sind:
      Faulheit, Desinteresse, Dummheit, keine Zeit
      und nicht:
      Journalisten, Finanzmarktptofiteure, Neoliberale, die Regierung…
      Beweis: die vielen gut informierten Foristen hier, deren Beiträge und links mich noch umfassender informieren.

      • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 11:37 - Permalink

        Die Gründe für zu wenig vergleichendes Lesen verschiedener Informationequellen sind:
        Faulheit, Desinteresse, Dummheit, keine Zeit

        Mag sein, aber leider gibt es auch hoch komplexe Bereiche – die wirtschaftlichen Entwicklungen/ Strukturen der Märkte/ und Politik schließe ich da ein – die m.E. leider auch von Koryphäen (wenn überhaupt) nur noch partiell durchschaut werden. Faul/ Dummheit auf der einen und Nebelkerzen/ Propaganda von der anderen Seite machen die Lage da allerdings noch undurchschaubarer, was insgesamt leider einen guten Nährboden für verwirrte und bösartige Geister ergibt.

    17. leslie schrieb am 11. August 2011 at 11:07 - Permalink

      Vorallem hätten die Kinder in der Schule beigebracht bekommen sollen:

      Was ist schon ein Bankraub,gegen die Gründung einer Bank.

      Aber wenigstens erkennen die meisten heutzutage,
      das Banken retten nicht das gelbe vom Ei ist,
      weil sie´s bezahlen müssen.^^

      Mfg

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 12:13 - Permalink

        @ leslie

        wir lernen doch was von bankenindustrie, systemimmanent,… was für ein scheixx. als wenn banken irgend etwas herstellen. das ist keine industrie die werte schaft.

        bankster eben : ))))

        hab in irgend nem kommentar den satz, sinngemäß, gelesen: wenn harz4 bezieher wirklich so asozial wären, wie oft dargestellt, hätten banken sie längst angeheuert.

    18. sternburg schrieb am 11. August 2011 at 12:05 - Permalink

      an alle hier .mich auch klar.

      zitat: “….Ob in der Werbung oder in der Politik – es wird viel heiße Luft geschwafelt. Doch mit dem Blablameter kommt man jeder Worthülse auf die Schliche.

      Bernd Wurm stört sich maßlos an Worthülsen und aufgeblasenen Sätze und ärgert sich über das Viel-Reden ohne etwas zu sagen. Der Frankfurter Programmierer hat deshalb eine Software entwickelt, die Texte auf ihren wahren Gehalt hin überprüft. Das Tool nennt Wurm das Blablameter.
      Schwallfaktor in Sekundenschnelle ermitteln

      Die Anwendung ist denkbar einfach: Man kopiert einen Text in ein Feld und bekommt im nächsten Augenblick eine Note zwischen 0 und 1. Die Note 1 bedeutet besonders viel Blabla. In der Regel gilt, Werbesprüche sind viel inhaltsleerer als zum Beispiel die Bibel. Auch das FDP-Parteibuch schneidet schlechter ab als die Heilige Schrift….”

      und hier gehts lang zum blablameter http://www.blablameter.de/

      viel spass : )))))

      ps: bei mir hier in berlin ist wahlkampf. der blabalmeter ist nur am rotieren.

      • Lennard schrieb am 11. August 2011 at 13:10 - Permalink

        Ah, ein BildBlog-Leser. *g*

        PS.: http://www.lafontaines-linke.de/2011/08/rbb-streit-neue-runde-wahlkampf-tv-lederer-berlin/

        • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 14:09 - Permalink

          nenenene @ lennard hab ick ausm perlentaucher und da dann ab in den medienticker

        • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 15:45 - Permalink

          ps: danke für den link lennard

      • Thrombophlebitis schrieb am 14. August 2011 at 05:04 - Permalink

        Hallo Sternburg, ich habe gespannt Deinen Blablameter getestet, indem ich mir anspruchsvoll erscheinende Texte von hier, da hinein kopiert habe. Das beste Ergebnis erreichte 0,07 Punkte, das schlechteste weit über 3 (je weniger, desto besser) mit dem Hinweis “Ihr Text zeigt keine oder nur sehr geringe Hinweise auf ‘Bullshit’-Deutsch”. Als es mir nicht gelang darunter zu kommen (Idealwert scheint die 0 zu sein) setzte ich einen spontanen, unsinnigen Text ein, und zwar, um erst einmal den von den Machern als höchstwert gedachte Zahl zu ermitteln. Es war folgender Text:

        Letzte Woche habe ich etwas entdeckt. Es war etwas kleiner als das, welches ich zuvor gefunden hatte aber doch um einiges größer. Ich hielt dieses Etwas in der Hand und fragte mich ob ich es behalten sollte, konnte mich aber nicht wirklich entscheiden. So kam es, dass ich es achtlos weg warf. Jetzt ist es für immer verloren. Das ist sehr schade, denn jetzt hätte ich es gut gebrauchen können.

        Mein Staunen war nicht schlecht, als ich das Resultat sah. Da war sie, die satte Null.

        Jetzt habe ich bis hierhin alles oben stehende da hinein kopiert und die Null steht immer noch, völlig unbeeindruckt, wie eine deutsche Eiche.

        Tut mir leid aber dieses Programmchen scheint nicht viel zu taugen. Ich vermute, dass der Widerspruch im zweiten Satz das Teil zum rotieren gebracht hat, so dass das Ding mir die Bestnote gegeben hat, damit ich da endlich verschwinde :-)

        Ha, ha. Jetzt habe ich während den 15 min. Wartezeit noch einmal den letzten Absatz einfließen lassen und das hat ihm anscheinend nicht gefallen. Es hat mich jetzt herabgestuft auf 0,01. OK, das ist nicht viel aber beleidigt scheint der doch ein bißchen zu sein, ob der offenen Kritik :-P

        • sternburg schrieb am 14. August 2011 at 06:25 - Permalink

          @ Thrombophlebitis

          och schaaaade. hab mich schon gefreut über das nützliche ding. ich habs gelesen, kurz bei mir getestet und dann gleich mal hier rein gestellt.

          mein fehler: ich war nicht so gründlich wie du.

          habe bei deinen beispieltext “Letzte Woche…..” laut lachen müssen. sehr gut. ein lustiger kleine einstieg für den tag heute. hehehe … danke.

    19. klaus baum schrieb am 11. August 2011 at 12:13 - Permalink

      >>Was die Konzernmedien nun abliefern, ist – unverblümt gesagt – nichts anderes als die systematische Umdeutung weltweiter Unterdrückung, Ausbeutung, Massenenteignung und Verarmung zu einer Art Sportevent, dessen Ergebnisstand sich an Börsentafeln ablesen lassen soll.<<

      Florian, so ist es.

    20. klaus59 schrieb am 11. August 2011 at 12:31 - Permalink

      @Heldentasse
      Dazu kommt dann noch Dein Lamentieren ” leider gibt es auch hoch komplexe Bereiche”. Aber ja doch, die gibt es, und auch hierbei hilft nur, sich selbst zu schulen und die Schuld nicht beim Rest der Welt zu suchen. Die Suche nach “Systemfehlern” (insbesondere von links betrieben) verschleiert den Blick auf die Mentalitäten der Einzelnen, welche sich in ihrer massenhaften Richtung das System selbst an den Hals geschafft haben oder sich von Wenigen verarschen lassen.
      Ich bin aber nicht pessmistisch, dass diese Verarschung voranschreitet, sondern dass immer mehr Potentaten zum Teufel gejagt werden.
      Neoliberalismus:
      Dieser scheint zu einem Sammelbegriff für alle möglichen kapitalistischen Auswüchse geworden zu sein. Wer die heutige Wirtschaftslage für fatal hält, muß erkennen, dass der aktuelle Wohlstand mit dieser “neuen Freiheit” erarbeitet wurde. Was soll denn eine fundamentale Kapitalismuskritik mit Nachweisen, dass es an einigen Stellen nicht funktioniert? Ebenso billig wäre eine Sozialismuskritik, wenn mal wieder die Orangen ausverkauft sind oder “schaut mal nach Nordkorea”.

      • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 13:23 - Permalink

        @klaus59

        …und auch hierbei hilft nur, sich selbst zu schulen und die Schuld nicht beim Rest der Welt zu suchen.

        Schulen kann man nur Wissen und da sollte jeder vernünftige Mensch nun mal einsehen, dass wir grundsätzlich(!) nicht in der Lage sind objektiv und umfassend die Realität zu erfassen. Was wir jedoch machen können sind (unzulängliche) Modelle dieser Realität, die diese mehr oder weniger gut abbilden. Wobei mir persönlich dabei wissenschaftliche Theorien viel lieber sind als politische Ideologien, weil letztere eher die Eigenschaft haben geschlossene Weltbilder zu generieren.

        Die Suche nach “Systemfehlern” (insbesondere von links betrieben) verschleiert den Blick auf die Mentalitäten der Einzelnen, welche sich in ihrer massenhaften Richtung das System selbst an den Hals geschafft haben oder sich von Wenigen verarschen lassen.

        Mit dieser Aussage kann ich nichts anfangen, was bitte haben “die Mentalitäten der Einzelnen” mit den grundsätzlichen kognitiven Begrenztheit der Menschen zu tun?

        Wer die heutige Wirtschaftslage für fatal hält, muß erkennen, dass der aktuelle Wohlstand mit dieser “neuen Freiheit” erarbeitet wurde.

        Hier an dieser Stelle möchte ich mal die Frage stellen: Wohlstand für wenn? Bestimmt nicht für die unteren 17% unserer Gesellschaft (relativ Arme & Armutsgefährdete), oder wenn man den gesamten Planeten betrachtet, die 21% der Weltbevölkerung die absolut arm sind.

        P.S.: Ein “altes” Thema: Es ist gibt durchaus vernünftige Wissenschaftlicher die langfristig den (ungezügelten) Kapitalismus als Sargnagel betrachten:

        Im Jahr 2004 veröffentlichten die Autoren das 30-Jahre-Update. Darin brachten sie die verwendeten Daten auf den neuesten Stand, nahmen leichte Veränderungen an ihrem Computermodell World3 vor und errechneten anhand verschiedener Szenarien mögliche Entwicklungen ausgehend vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2100. In den meisten der errechneten Szenarien ergibt sich ein Überschreiten der Wachstumsgrenzen und ein anschließender Kollaps („overshoot and collapse“) bis spätestens 2100. Fortführung des „business as usual“ der letzten 30 Jahre führe zum Kollaps ab dem Jahr 2030.

        Auch bei energischem Umsetzen von Umweltschutz- und Effizienzstandards kann diese Tendenz oft nur abgemildert, aber nicht mehr verhindert werden. Erst die Simulation einer überaus ambitionierten Mischung aus Einschränkung des Konsums, Kontrolle des Bevölkerungswachstums, Reduktion des Schadstoffausstoßes und zahlreichen weiteren Maßnahmen ergibt eine nachhaltige Gesellschaft bei knapp 8 Mrd. Menschen.*

        Die Grenzen des Wachstums – 2004: Das 30-Jahre-Update
        *Hier stellt sich für mich die Frage, ob diese Forderungen überhaupt kompatibel zum Kapitalismus sein können?

    21. Schmitz schrieb am 11. August 2011 at 12:33 - Permalink

      eigentliche Problem ist: Die Ordnung des Wirtschafts- und Finanzsystem als solche.

      Ja gut, was schlägt denn der Spiegelfechter vor? Hat eine Meinung, oder kann er nur zitieren?

      Was ist mit der Kritik von Keurinfuih, dass das Wertesystem selbst das Problem ist und dass wir ein leistungsbasiertes und kein materiell basiertes Geldsystem haben sollten?

      Was ist mit Glass-Steagall-Act, also Trennung von Zockern und Banken?

      Warum dürfen Banken überhaupt Geld schöpfen?

      Warum wird Geld nur für materielle Güter geschöpft, obwohl bereits jetzt fast die gesamte Erde, d. h. alle Werte sich in der Hand von wenigen Familien befinden? Das hat doch Sklaven weltweit zur Folge.

      • Till schrieb am 11. August 2011 at 17:08 - Permalink

        Es geht eben seinen plutokratischen Gang …

    22. Born2Pwn schrieb am 11. August 2011 at 12:41 - Permalink

      Leicht OT:

      Laut Citygroup ist England eine Plutokratie:
      http://jdeanicite.typepad.com/files/plutonomy-1.pdf

      Selbst die da “oben” wundern sich über unsere Blödheit^^

    23. Schweigsam schrieb am 11. August 2011 at 12:51 - Permalink

      Manipuliert sind wir doch alle. Ob von der Werbung, Experten, “Schönrednern” und natürlich auch von der Politik. Bis hin zur Liebe und Selbstmanipulation. Nur wo besteht bei der Manipulation die Grenze zum Schädlichen bzw. zum Verbrechen wie es derzeit u.a. bei dem wirtschaftlichen Ungleichgewicht einher geht? Einige hier sollten nicht so tun als wären sie frei von Schuld. Wir leben nun mal nicht in der besten aller Welten.

      • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 13:42 - Permalink

        Manipuliert sind wir doch alle.

        Was m.E. grundsätzlich nicht negativ ist. So gesehen ist jegliche Kommunikation auch Manipulation, und sei es nur weil man den anderen zum Zuhören gebracht hat. Bedenklich wird es IMO erst, wenn das Gegenüber meine Schwächen ausnutzt, und so den Versuch unternimmt mir seinen “Willen” auf zu zwingen.

        • Schweigsam schrieb am 11. August 2011 at 20:40 - Permalink

          Manipulation bzw. Indoktrinierung findet man schon bei den Kids.
          Z.T. sind die Kids in 4 oder 5 Vereinen und nebenbei sollen sie noch Abitur machen, damit sie entsprechend für den Erfolg geschult werden und “funktionieren”. Aber die wenigsten Eltern dieser Zunft fragen das Kind ob es das überhaupt möchte.

    24. Guilty Of Silence schrieb am 11. August 2011 at 13:04 - Permalink

      Das Problem ist in der Tat die Perspektive. Die Menschen haben durch die Konzern- und auch die Staatsmedien verlernt eine andere Perspektive als die des Systems einzunehmen. Das wurde durch Jahrzehntelang angewandte Propagandamittel, wie falsche Prämissen-vorgebende “Fragestellungen” (Beispiel hier “Geht die Welt bankrott”) und den darauf folgenden “Fake Debates” erreicht. Deswegen bemerkt auch kaum jemand, dass in allen großen Talk-Runden im TV immer nur unterschiedlich geprägte Systemvertreter über die Symptome “debattieren”, anstatt über Ursachen, Strukturen und Alternativen zu sprechen. Ich kann übrigens allen nur empfehlen sich mal den Film “Manufacturing Consent” von Noam Chomsky anzusehen, schon 20 Jahre alt, aber aktueller als je zuvor…

    25. Nils schrieb am 11. August 2011 at 13:26 - Permalink

      Moin Florian,

      ich finde den Artikel schlecht. Von den Aussagen und der politischen Schlagrichtung bin ich zwar einer Meinung mit dir, aber du bringst inhaltlich einfach nichts Neues.

      Du legst los mit dem Prinzip Bildung als Vorraussetzung einer Demokratie. Mit der Feststellung, dass diese bei “den meisten” (Quelle?) Menschen “mangelhaft” ist, stellst du dich gleich erstmal schön über den ungebildeten Pöbel. Dass das Allgemeinwissen bei “den meisten” vermutlich ständig wächst, dank Internet, Schule etc. passt nicht in deinen Aufhänger.

      Na gut, weiter gehts mit der Belehrung von dir: Aha, irgendwas mit Finanzkompetenz, die uns allen anscheinend fehlt und außerdem sind die Medien böse Hetzer. Du benutzt zwar die Wörter “systemisch” und “komplex”, auch das obligatiorische SPON-Bashing fehlt nicht, aber neue Fakten oder Einsichten fehlen. Das alles wurde schon 1000mal geschrieben, oder?
      Einzig die beiden Zitate geben einem deiner Punkte, der Kritik am Verhältnis von Medien und Börse, eine anständige Grundlage.

      Deine haarscharfe Analyse, dieses sei alles eine “systematische” Umdeutung von *die Welt ist schlecht* und anderswo würde ja schon längst protestiert und außerdem, äh, Afrika! kann man bestimmt auch im Kommentarbereich der Gamestar lesen, wenn der nächste DLC veröffentlicht wird.

      Ja, die Medien sind manipulativ. Ja, das Finanzsystem muss neu geordnet werden. Aber das begründest du nicht, es sind bei dir einfach nur Aussagen, die du ständig wiederholst, wohl in der Hoffnung, dass sie dann “die mangelhaft gebildeten Menschen in D.” als Wahrheit erkennen?
      Mit Argumenten auf Tea-Party-Nivau und gegenseitigem Bestätigen ist niemandem geholfen. Damit kann man keine anständige Diskussion führen.
      Ich muss allerdings zugeben, dass ich den Artikel, den ich hier gerne von dir lesen würde, selber auch nicht schreiben kann, aber wenn du hier als Gastautor auftauchst erwarte ich schon etwas mehr.

      Grüße,
      Nils

      • Florian Hauschild schrieb am 11. August 2011 at 14:39 - Permalink

        Hey Nils “aber du bringst inhaltlich einfach nichts Neues.” ..ja das mag für dich so sein..aber man sollte ja nicht immer von sich auf andere schließen nicht…? Es ist deine berechtigte Meinung den Artikel “schelcht” zu finden und wenn für dich nichts neues dabei war, ist das prinzipiell erstmal gut…an den Kommentaren siehst du allerdings, dass das bei weitem nicht für alle gilt. Was die Hintergründe angeht: Ich kann nur immer wieder empfehlen in den blogarchiven zu wühlen…wir bei le bohémien haben da auch viele interessante Debatten, die es lohnt nochmal zu lesen.

        Kommentare basieren meist auf zuvor getätigten umfangreichen Ananlysen ;-)

        …Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss!

        • Nils schrieb am 11. August 2011 at 16:02 - Permalink

          Joa, meine Kritik ist auch darin begründet, dass ich persönlich einen sehr sachlichen Stil bevorzuge. Immer wenn ich feststelle, dass das nicht für alle gilt, bin ich wieder verwirrt :D. Alles andere *hustGESCHWAFELhust* verwirrt, kostet Zeit und erschwert den BLick auf das Wesentliche, für mich zumindest.
          Klar, du hast viel verlinkt, aber ein Artikel soll doch hauptsächlich dem Leser neues vermitteln und keine Linksammlung sein, die die Arbeit dem Leser überlässt. Meine Foderung ist ja nur (nur?-also das wär das Optimum), dass ein Autor dem Leser die Recherchearbeit abnimmt und aus den wichtigsten Fakten einen Bericht kondensiert und dann eine knappe und schlüssige Bewertung/Analyse anschliesst.

          Prima ist natürlich, dass du vielen Lesern hier aus der Seele gesprochen hast und auch zum weiteren Beschäftigen mit dem Thema, sogar zum Protestieren, aufrufst und motivierst.
          Würde man jetzt aber versuchen einen eher konservativen und diesen Gedanken fremden Menschen mit deinem Text zu überzeugen, würde er mM nah keinen Zugang dazu finden und dich als linken Spinner abstempeln.
          Auch angestammte Spiegelfechter Leser werden zwar dem Text wohlwollend zunicken (siehe Kommentare), aber nicht protestieren gehen, weil sie keine konkreten Lösungsvorschläge haben und hier nicht erhalten.
          Obwohl ein vollständiger Plan die Welt zu retten von dir hier vermutl. etwas viel verlangt wäre ;).
          Naja, also immer schön weiter hoch mit dem Niveau sonst sind wir hier nur n Stammtisch linker Säcke!
          Grüße,
          Nils

          • Florian Hauschild schrieb am 11. August 2011 at 16:33 - Permalink

            Jou das ist das wenn Politiker davon reden man müsse die Menschen da “abholen” wo sie sind..dann versuchen sie zu analysieren wo “die Menschen” sind bzw. irgendwelche Insitute und PR-Berater machen das und dann schwätzen sie “den Menschen” nach dem Maul…Problem an der Sache ist aber dass “die Menschen” aus vielen einzelnen Individuuen bestehen und jeder ist eben woanders, was seine Sicht auf die Welt betrifft.

            Und genauso ist das dann mit “dem Leser”..deswegen kann man als Schreiber per se nicht sagen was für “ihn” nun neu sein soll oder eben nicht…man kann nur versuchen Dinge so klar wie möglich zu sagen und Vertiefungsquellen an die Hand zu geben. Den Rest muss “der Leser” dann schon selbts machen, wenn er Erkenntnis will…die wird nämlich nicht zu “ihm” hingetragen, sondern die muss jeder selbst suchen ;-)

            • Nils schrieb am 11. August 2011 at 20:55 - Permalink

              Hä? Politker? PR-Berater? Abholen? Individuuen?
              Was war jetzt die Aussage?
              Tut mir leid, aber das klingt als wenn du nicht einsehen willst, dass dein Text echt noch Optimierungspotential hat.
              Anständig zu argumentieren hat nichts mit “Menschen abholen” (als wenn hier IRGENDWO im Text Wissen vorrausgesetzt wurde) zu tun, sondern bedeutet statt nur Phrasen zu Dreschen und kluge Wörter zu benutzen, Thesen anständig zu begründen und zu belegen. Ist doch jetzt nicht so schwer!
              Falls du es vorziehst in einem Gedankenkonstrukt zu leben und zu schreiben, das nur aus Thesen besteht und keine logischen Verbindungen zur realen Welt braucht, is dein Artikel einfach überflüssig.

              Folgendes leicht off-topic:
              Sorry wenn das nicht sehr nett war, aber bei Studentenprotesten gibt’s immer wieder diese Leute, die ein paar andere gefunden haben, die eine ähnliche Geisteshaltung teilen und alle gerne Phrasen dreschen und nicht anständig argumentieren. Gib so einer Gruppe von 10 Leuten n halbes Jahr und die haben sich total radikalisiert und wollen alles anzünden und beschmieren. Weil die eben auch kein Feedback von Leuten außerhalb ihrer Gruppe mehr zulassen. Solche Typen haben dafür gesorgt, dass ich auf schlechte Argumentation total allergisch reagier.
              Sowas regt mich echt total auf, weil man ja eigentlich mal vom gleichen Ausgangspunkt kam und ähnliche Kritikpunkte hatte und dann ist man nur noch damit beschäftigt sich von denen Abzugrenzen, damit der rest der Welt (bzw des Campus) einen noch ernst nehmen kann. Super ätzend.

      • Lada schrieb am 11. August 2011 at 18:52 - Permalink

        Dem kann ich nur zustimmen. Vor allem: Würde ein 13.Klässler den Text auf These, Argument, Beweis absuchen müssen – er würde nur Thesen finden. Ein Spruch reiht sich an den anderen ohne das irgendwann etwas begründet oder gar zu beweisen versucht wird.

        • Nils schrieb am 11. August 2011 at 20:57 - Permalink

          /|\ genau das mein ich

          • Florian Hauschild schrieb am 11. August 2011 at 21:53 - Permalink

            Jeder liest und versteht einen Text nunmal anders…für die einen ist es alter Käse, für die andern vielleicht komplett neu, wieder andere finden vielleicht auch nur einen Satz oder eine neue Info die sie toll finden…deshalb gibt es doch das Internet…es gibt keine Gleichzeitigkeit. Information kann für dich heute banal wirken und morgen revolutionär. Je nachdem eben mit welcher Vorinformiertheit man auf nen Text trifft…und da gibt es kein dumm oder schlau, sondern einfach nur verschiedene Anknüpfungspunkte und verschiedene Interpretationen…wenn du den für dich perfekten Text willst, wirst du ihn wohl oder übel selbst schreiben müssen ;-)

    26. R_Winter schrieb am 11. August 2011 at 14:22 - Permalink

      Alles richtig, aber….

      Es ist kein Geheimnis, dass die wirtschaftliche und politische Bildung der meisten Menschen in Deutschland mangelhaft ist.

      ……….

      …….wer versteht heute noch, wie ein Computer funktioniert? 1% oder 0,001% der Bevölkerung?
      Mehr oder weniger richtig bedienen können vielleicht 30%-40% der Bevölkerung einen Computer.
      Viele Finanzprodukte waren vor 20 Jahren unbekannt und werden heute nicht einmal von den Vorständen der Banken verstanden – sehr wohl, wie diese Produkte angewandt werden.

      Wieso klagen wir über mangelhafte wirtschaftliche und politische Bildung?
      Im System stimmt etwas nicht, nicht bei den Menschen.

    27. klaus59 schrieb am 11. August 2011 at 15:06 - Permalink

      @ Heldentasse
      “…dass wir grundsätzlich(!) nicht in der Lage sind objektiv und umfassend die Realität zu erfassen.”
      Wer hätte das gedacht? Und Du willst das auf wissenschaftlichem Niveau diskutieren? Das haben viele Wissenschaftler längst gemacht und arbeiten täglich an neuen Definitionen über unsere Erkenntnisfähigkeit. Das ist von Dir eine Binse auf scheinbar hohem Niveau.
      Wohlstand heute:
      Ich lehne die Definition von persönlich gefühlter Armut ab bzw. die Relation zum Durchschnitt in dem jeweiligen Land, weil so gesehen die Armut immer bleibt (um davon Forderungen an jene abzuleiten, die mehr haben – auch länderübergreifend, Neudeutsch: Transfer). Realistischer sind Kategorien wie z.B. Mangelernährung, versiffte Wohnverhältnisse, körperliche Bedrohung u.ä.. Wenn man dazu die Verhältnisse vor 100 Jahren vergleicht, geht es fast allen Menschen besser. Frag mal die Chinesen, wie sich auf ihr persönliches Leben der “verhasste” Neoliberalismus ausgewirkt hat im Vergleich zu den Lebenschancen ihrer Eltern.

      • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 15:32 - Permalink

        Ich lehne die Definition von persönlich gefühlter Armut ab bzw. die Relation zum Durchschnitt in dem jeweiligen Land, weil so gesehen die Armut immer bleibt (um davon Forderungen an jene abzuleiten, die mehr haben

        Das interpretiere ich mal so, dass Du auch die fatalen gesellschaftlichen Auswirkungen der relativen Armut leugnest in dem Du die Begrifflichkeit in Frage stellst, weil womöglich daraus Forderung an die Habenden entstehen könnten?! Und in Deinem Weltbild der nur “persönlich gefühlten Armut” gibt es dann als Gegenpol dann wohl auch nur die “persönlich gefühlte Verantwortung”. Nachvollziehen kann ich das absolut nicht, aber bitte sehr jeder darf sich hier outen!

    28. Frank schrieb am 11. August 2011 at 15:31 - Permalink

      Kein Wort davon, dass in Spanien, Griechenland, Israel und zuvor in Nordafrika Millionen Menschen aus ähnlichen Gründen auf die Straße gehen: Weil eine Weltwirtschafts- und Finanzordnung nicht mehr den Menschen dient, sondern zum reinen Selbstzweck verkommen ist. In Ostafrika wird freilich nicht demonstriert. Dort stirbt man bereits.

      Manchmal ist die Wahrheit so simpel. Ich könnte jetzt mit der Gegenfrage kommen, ob die Weltwirtschaftsordnung jemals den Menschen gedient hat. Ich würde meinen, nein. Allerdings war es früher so, dass es in den kapitalistischen Kernstaaten häufig noch eine Interessenkongruenz zwischen “oben” und “unten” gegeben hat. (Manifest im zynischen neoliberalen Slogan “Sozial ist, was Arbeit schafft”). Diese Interessenkongruenz hat sich mit der Globalisierung, der Verlagerung von Arbeitsplätzen in die “Dritte Welt” oder die von der Wirtschaftspresse abgefeierten “BRIC-Staaten” und anderen Dingen aber endgültig erledigt.

      Just my two cents.

      • Tasha Davis schrieb am 11. August 2011 at 16:33 - Permalink

        (Manifest im zynischen neoliberalen Slogan “Sozial ist, was Arbeit schafft”).

        Dieser Slogan ist auch nur die Umformulierung des faschistischen Slogans der meine Nana bei ihrem Zwangsurlaub in Auschwitz gleich am Tor begrüßte: Arbeit macht frei.

        Sozial ist allenfalls, was gute Arbeit zu gutem Lohn schafft.

        Ansonsten sind auch Sklavenhändler “sozial”, sind Arbeitslager sozial, ist die Vernichtung des Juden, Zigeuners, Sozialisten und Homosexuellen durch Arbeit “sozial”, ist der Krieg “sozial” weil er Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie noch und nöcher schafft und Arbeitslose in Arbeit bringt weil die vorigen Halter der Arbeitsplätze gerade an der Front verrecken.

        • Frank schrieb am 11. August 2011 at 17:12 - Permalink

          Tasha, da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Diese Parole hat eine gewisse Tradition in Deutschland. Und zwar eine sehr böse.

        • Till schrieb am 11. August 2011 at 17:42 - Permalink

          Ob die “Behebung” des “Problems der Überbevölkerung” auch “sozial” ist … ?

          “Das was Du ansprichst geht letzten Endes auf das Problem der Überbevölkerung zurück…”
          http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6454/leitkultur-feminismus

          • Tasha Davis schrieb am 11. August 2011 at 19:30 - Permalink

            Das kommt wohl darauf an wie humanistisch Du veranlagt bist.

            Vom Unterstützen der Länder mit extrem hoher Geburtenrate bis zum Völkermord ist Alles drin. Da ich Dich nicht kenne, könnte ich nur raten welche Lösungsvorschläge Du wählen würdest.

          • totalverweigerung schrieb am 12. August 2011 at 09:24 - Permalink

            …wenn man weiß, daß die landwirtschaftlichen flächen weltweit zusammengenommen locker das 4-fache der weltbevölkerung ernähren könnten, relativiert sich das mit der ach so problematischen überbevölkerung sehr schnell.

        • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 20:07 - Permalink

          @ tasha davis

          derartige neusprech phrasen erinnern mich an die initiative neue soziale marktwirtschaft http://www.youtube.com/watch?v=TMaK3Ia65Jo oder http://www.youtube.com/watch?v=nOMzMEuWcYQ

          mehr zur propaganda der insm bei http://insmwatchblog.wordpress.com/

          und zu deren politischer entsprechung:

          “…Freidemokraten starten Sympathie-Offensive

          Die FDP will aus dem Umfrageloch heraus und nicht länger als Partei der Verlierer gelten. Generalsekretär Lindner hat daher angeregt, älteren Arbeitslosen die Bezüge zu kürzen. “Wenn die Leute erst mal verstehen, daß wir unsere eigene Klientel nicht schonen, werden sie uns wieder ins Herz schließen”, kündigte er in einem Interview an. Als nächstes will sich die Partei deshalb alleinerziehende Mütter, psychisch Kranke und Robbenbabys vornehmen….” titanic

          • Tasha Davis schrieb am 11. August 2011 at 20:36 - Permalink

            Diese Vorschläge finde ich doppelplusgut. Trippelplusgut und nur konsequent wäre es natürlich, gleich eine dauerhafte “Frühverrentung” ab dem 30. Lebensjahr einzuführen wie in “Logan’s run” sowie eine Futurama-Selbstmordzelle um die Arbeitslosen Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

            Praktischer Nebeneffekt: Lindner ist schon über 30 und könnte den Äther nicht mehr mit seinem sommerlichen Verbaldiarrhö füllen.

            • Till schrieb am 11. August 2011 at 21:12 - Permalink

              und könnte den Äther nicht mehr mit seinem sommerlichen Verbaldiarrhö füllen.

              Durchgefallen:
              Diarrhö ist weiblich.
              Also: …und könnte den Äther nicht mehr mit seiner …
              (ein grammar nazi eben)

    29. H.P Lolcraft schrieb am 11. August 2011 at 15:32 - Permalink

      Meine Meinung:
      NeoLib mag am Ende sein, positiv ist das nicht.

      In Deutschland wird traditionsgemäß lieber nach unten als nach oben getreten. Bevor hier die ersten “Modernisierungsverlierer” randalieren, werden Asylantenheime brennen. Das wird zu einer noch nicht gekannten Radikalisierung des NeoLib Models führen, oder alternativ zu was noch schlimmeren…

      Als dieser CSU Peinlon neulich ein Verbot der Linken forderte, war im NTV Text ne Umfrage, mit dem Ergebnis, dass knapp 60% dies befürworteten (natürlich muss man sowas nicht ernst nehmen, sehe so eine Tendenz aber in der Realität bestätigt).

      • Frank schrieb am 11. August 2011 at 16:05 - Permalink

        Das mag so sein, ich traue den Deutschen auch nicht über den Weg. Aber Du meinst, unter der neoliberalen Knute sind sie gefälliger…?

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 22:52 - Permalink

        @ h.p lolcraft

        der orthodoxe neoliberalismus ist antidemokratisch. beispiel friedmans Chicago-Schule und ihre wertung zum pinochet putsch in chile.

        oder butterwegge im interview mit klarmann bei heise.de

        auszug:

        “….Glauben Sie also, dass solche Leistungskürzungen den Sozialstaat zu einem “Kriminalstaat” werden lassen. Meint: immer mehr Kinder und Jugendliche sehen keine Perspektive und geraten auf die so genannte schiefe Bahn?

        Christoph Butterwegge: Je weniger großzügig die Sozialleistungen einer reichen Gesellschaft ausfallen, umso schlagkräftiger muss in der Regel ihr Sicherheits- beziehungsweise Gewaltapparat sein. Anders gesagt: Was die Parlamentsmehrheit den Wohlfahrtssystemen an Ressourcen entzieht, wendet sie später für Maßnahmen gegen den Drogenmissbrauch, Kriminalität und Gewalt auf. Justiz, Polizei und private Sicherheitsdienste verschlingen jenes Geld, das beim Um- beziehungsweise Abbau des Sozialstaates vorgeblich “eingespart” wird.

        Und was passiert dann?

        Christoph Butterwegge: An die Stelle des “wohltätigen” tritt auch hierzulande mehr und mehr der “strafende” Staat – wie in den USA. Leitbild des Neoliberalismus ist kein schwacher, demokratischer und toleranter, vielmehr ein hart durchgreifender und nötigenfalls disziplinierender Staat. Das raue öffentliche Klima, die verschärfte Disziplinierung durch Sozialgesetze beziehungsweise Verwaltungsrichtlinien und die zunehmende Repression der Behörden spüren hauptsächlich Langzeitzeitarbeitslose, Bezieherinnen und Bezieher von Sozialhilfe und Wohnungs- beziehungsweise Obdachlose….”

    30. Tasha Davis schrieb am 11. August 2011 at 16:26 - Permalink

      “In a time of universal deceit, telling the truth is a revolutionary act.
      - George Orwell

      • Till schrieb am 11. August 2011 at 17:50 - Permalink

        “Eine entstehende Weltsprache (Englisch) und Kommunikationsnetzwerk (Internet) können erste Schritte hin zu einem globalen Bewusstsein darstellen.”
        - Tasha Davis

        http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6454/leitkultur-feminismus

        • Hannzi schrieb am 11. August 2011 at 18:23 - Permalink

          “Eine entstehende Weltsprache (Englisch) und Kommunikationsnetzwerk (Internet) können erste Schritte hin zu einem globalen Bewusstsein darstellen.”
          - Tasha Davis

          Die Dame scheint zuviel Perry-Rhodan gelesen zu haben oder ähnliches Niveau.

          Ich frage mich, worauf diese Prediger der Zukunftsgläubigkeit ihre Kristallkugelpropaganda gründen?

          Die gesamten Daten über unsere Welt und Kultur sagen etwas anderes, nämlich die langfristige komplette Zerstörung des Planeten. Die “Science-Fiction-Jünger” werden wohl die letzten sein, die das mitbekommen.

          MFG

          • Tasha Davis schrieb am 11. August 2011 at 19:37 - Permalink

            Wie fatalistisch. Der Planet wird noch unbeirrt um die Sonne kreisen Jahrmilliarden nachdem jedes Zeugnis von uns verschwunden ist, abgesehen von ein paar Fossilien unter der Erde.

            Ich kann mit Fatalisten und Pessimisten wenig anfangen, da ihr auch nur eine Gruppe seid die zu faul ist den Hintern hochzubekommen um am Status Quo was zu ändern. Dann ergeht man sich in Selbstmitleid (“Ich kann ja eh nichts ändern”) um sich der eigenen Verantwortung zu entziehen.

            Aber gut, das ist auch eine Art sein Leben zu “leben”.

            • Till schrieb am 11. August 2011 at 20:59 - Permalink

              Aber gut, das ist auch eine Art sein Leben zu “leben”.

              Na sowas, du hast aber scharfe Krallen!

              “leben” in Anführungszeichen ?
              Also eine Art weniger lebenswertes Leben ?
              Unwertes Leben sogar ?
              Wer “leben” in Anführungszeichen setzt, setzt höherwertiges Leben voraus …

              “Ich kann mit Fatalisten und Pessimisten wenig anfangen, da ihr auch nur eine Gruppe seid die zu faul ist den Hintern hochzubekommen um am Status Quo was zu ändern.”
              Nicht alle arbeiten haben einen Job im Büro vom Papi …

              “Da ich Dich nicht kenne …”

              Ich bin der paranoide Aliengläubige mit dem Aluminiumhut. Und der grammar nazi.
              Eine Entschuldigung von dir – und ich sehe über deine geschwurbelten Widersprüche hinweg.

            • Schweigsam schrieb am 13. August 2011 at 14:27 - Permalink

              Ich kann mit Fatalisten und Pessimisten wenig anfangen

              Pessimisten sind Optimisten, die nachgedacht haben;-)

          • Heldentasse schrieb am 11. August 2011 at 20:15 - Permalink

            Die gesamten Daten über unsere Welt und Kultur sagen etwas anderes, nämlich die langfristige komplette Zerstörung des Planeten. Die “Science-Fiction-Jünger” werden wohl die letzten sein, die das mitbekommen.

            1. Science-Fiction ist nicht nur Perry Rhodan & Star Trek & Co. sondern es gibt durchaus ernsthafte Ansätze, auch im Themenbereich der Ökologie. Ein aktuelles und populäres Beispiel: Der Schwarm
            2. Zum Glück können wir, auch wenn wir wollten, nicht die gesamte Biosphere der Erde zerstören. Große globale Artensterben kommen immer mal wieder in der Erdgeschichte vor, beim nächsten sind halt “wir” auch dabei. Es gibt sogar Stimmen die besagen das “wir” aussterben müssen, damit die evolutionäre Entwicklung weiter geht.

            Die Entdeckung der Evolution schließt die Einsicht ein, daß unsere Gegenwart mit absoluter Sicherheit nicht das Ende (oder gar das Ziel) der Entwicklung sein kann.

            Hoimar von Ditfurth – Wir sind nicht nur von dieser Welt, 1981, S. 20

            • Tasha Davis schrieb am 11. August 2011 at 20:32 - Permalink

              Gerade ernsthafte Science Fiction setzt sich immer wieder kritisch mit “Predigern der Zukunftsgläubigkeit” auseinander – ohne in seichte “back to nature” Lösungen à la Avatar zu verfallen. Ich denke da spontan an Lem, Asimov, Herbert, Clarke, Dan Simmons oder Ursula K. LeGuin.

              Diese Perry Rhodan Heftchen kenne ich allerdings nicht, der obige Experte kann uns aber sicher mehr dazu sagen – oder wie ein guter Cyberstalker ein weiteres aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat posten welches ich vor einem Monat in einem völlig anderen Kontext zu einem anderen Thema geschrieben habe.

              Ich fühle mich jedenfalls geehrt dass sich jemand die Mühe macht Zitate aus meinen Beiträgen zu sammeln um mir Monate später mal so richtig eins reinzuwürgen. Das ist wohl das jugendliche Internetäquivalent des gelangweilten Rentners der die Parkverstöße seiner Nachbarn protokolliert.

            • Till schrieb am 12. August 2011 at 11:49 - Permalink

              @ Natascha, alias Tasha Davis

              Ich fühle mich jedenfalls geehrt dass sich jemand die Mühe macht Zitate aus meinen Beiträgen zu sammeln um mir Monate später mal so richtig eins reinzuwürgen

              .
              Ich sammle deine Beiträge nicht. Da überschätzt du dich. Es reicht, bei AOL die beiden Suchbegriffe „Tasha“ und „Spiegelfechter“ einzugeben. Dann findet man zum Beispiel auch solche Sachen von dir:

              Weltfrieden ist mit Sicherheit kein “Quatsch” sondern ein Ziel das vermutlich jeder halbwegs anständige Mensch unterschreiben kann.
              Was Models angeht so sind die meisten Models welche ich kennen gelernt habe klüger und welterfahrener als Otto Normalo. Es ist doch eher ein liebgewonnenes Klischee dass man, sozusagen im Sinne der ausgleichenden Gerechtigkeit, hofft und erwartet eine besonders attraktive Frau wäre ein Doofchen

              oder

              Der geistige Durchfall welcher regelmäßig aus den Sprechwerkzeugen gewisser Politiker entweicht warf in mir schon öfter die Vermutung auf ob diese nicht vielleicht auch einen inneren Scorpius in ihrem Geiste mit sich spazieren tragen, anders ist diese temporäre Akut-Demenz doch kaum noch zu erklären.
              http://www.tashadavis.net/2011/07/30/an-end-of-appeasement/

              Das ist wohl das jugendliche Internetäquivalent des gelangweilten Rentners der die Parkverstöße seiner Nachbarn protokolliert.

              Wieder eine deiner Pauschalbeleidigungen. Diesmal von Rentnern. Nebst den Pessimisten, Fatalisten und anderen “Dünnbrettbohrern”. Ich bin 51 Jahre alt und habe vier Söhne und eine Tochter. Sie ist 27 und etwa in deinem Alter. Da ich abends arbeite, habe ich tagsüber Zeit den Spiegelfechter zu lesen. Deine Kommentare fallen mir schon seit längerer Zeit unangenehm auf. Unschlagbar auch deine peinliche Schreibschwächekritik an einem Gastautor (Stefan Sasse) mit deiner anschliessenden „grammar nazi“-Keule. Problematisch wurde es für mich erst dann, als du mich wegen meiner Sympathie für einige VT als aliengläubigen Spinner hinstelltest und mir einen Aluminiumhut gebastelt und einen paranoiden Tag gewünscht hattest. Meine Antwort darauf wurde vom Spiegelfechter, der dich anscheinend originell findet, gelöscht und ich war in der Folge tagelang gesperrt und auf der Moderationsliste.
              Ich erwarte von dir nichts weiter als eine Entschuldigung. Dann werde ich dich in Zukunft übersehen.
              André H. alias Till

            • Martin schrieb am 12. August 2011 at 12:00 - Permalink

              @ André H. alias Till
              An den Aluminiumhut erinnere ich mich – und fand’ das recht charmant. Ich war damals ein wenig eifersüchtig, dass ich keinen bekam.

            • Till schrieb am 12. August 2011 at 12:03 - Permalink

              Hallo Martin
              Ich erinnere mich auch an dich. Bist du nicht der aus dem schönen Südfrankreich (damals noch mit Bild) ?
              Der Aluminiumhut alleine wäre ja noch gegangen …

            • Terenz schrieb am 12. August 2011 at 12:13 - Permalink

              Terenz alias MKD

              @ André H

              Nett das du mich wegen meiner “schreibschwäche” meinst in schutz nehmen zu müssen . Ist aber nicht nötig . Damit kann ich noch recht
              gut leben selbst wenn man sich daran stört .
              Jeder hat seine schwächen … ob er sie kennt oder auch nicht . ;)

            • Martin schrieb am 12. August 2011 at 12:36 - Permalink

              Hallo Till,
              ja, der bin ich. Das war ja mal ein Knistern zwischen Dir und Natascha ;-)
              Gemerkt habe ich mir auch Dein “aber wir kennen uns doch gar nicht” – das kann in Blog’s und Foren manchmal nützlich sein, wenn’s zu persönlich wird.
              Nebenbei, wir sind beide 60er, dürfen uns also offiziell mit “alter Sack” titulieren lassen. Auch neige ich eher zum Glauben an eine gute inoffizielle VT als an die offizielle (z.B. 9/11) und mochte Science- und Social-Fiction, das hat etwas nachgelassen, oder ich finde nichts ansprechendes mehr.

              Zu Natascha wollte ich mal posten: “Ich mag sie nicht, sie ist zu intelligent und weis zu viel”. Das hab’ ich mir verkniffen, wenigstens das, ich schreib’ auch so schon zu viel Müll.

              Also – alter Sack – mach’s gut.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 13:24 - Permalink

              Auch sehr unterschätzt: Kate Wilhelm “Hier sangen früher Vögel”. Gibt es leider nicht mehr neu.

              Ein Großteil der Werke, die zwischen 1980 bis 1990 in der Heyne Reihe “Bibliothek der Science Fiction Literatur” (die weissen Umschläge) erschienen sind, sind tatsächlich hochklassige Literatur, die sowohl in wissenschaftlicher als auch in soziologischer Hinsicht teilweise herausragend sind.
              Die Leute, die Science Fiction in eine Schublade mit Perry Rhodan, Star Trek etc. schmeissen (oder der neuesten Mode: Dämliche Forsetzungsromane), sind auch die Leute, die nie in ein Weltklasse-Restaurant gehen, weil sie bei McDonalds alles Scheisse fanden.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 13:30 - Permalink

              Ein aktuelles und populäres Beispiel: Der Schwarm

              Frank Schätzing ist als Biologe sicher interessant und hat einen flüssigen Schreibstil. Aber das Buch “Der Schwarm” habe ich regelrecht gehasst, weil mir die Charaktere viel zu sehr stereotyp erschienen. Erst gegen Ende kam ein wenig Genuß auf, als auch die Hauptcharaktere nach und nach das Zeitliche segneten.
              Die Thematik, die er angerissen hat, war und ist ungeachtet dessen natürlich sehr interessant.

            • Lennard schrieb am 12. August 2011 at 13:43 - Permalink

              Ich will ja eure Buchdiskussion nich stören, aber *lufthol*
              Philip K. Dick > all :) (zumindest die früheren Werke)
              Wer keine “klassische” Alien/VR/Raumschiff/Tralala-Geschichten mag, sollte mit “Das Orakel vom Berge” einsteigen.

              PS.: So verschieden können Geschmäcker sein, ich fand die 2. Hälfte von “Der Schwarm” öde und viel zu sehr gestreckt. Ich hatte ständig den Eindruck, als ob irgendwie Ideen und Dramaturgik verloren gingen und man unbedingt noch paar Seiten rausquetschen musste.

              Im Moment nehm’ ich mir Bret Easton Ellis “American Psycho” vor. Danach kommt “Fight Club” und Dietmar Wischmeyer dran.

              …nur die harten komm’ in Garten…
              Soviel zum Thema “Literaturklub beim Spiegelfechter” :P

            • Till schrieb am 13. August 2011 at 10:47 - Permalink

              @Martin

              Gemerkt habe ich mir auch Dein “aber wir kennen uns doch gar nicht”

              Ach, du meinst das hier:
              André H. schrieb am 4. Mai 2011 at 13:41 - “Wir kennen uns doch kaum…”
              Zu diesem Zeitpunkt versuchte ich das Ganze noch mit ein bisschen Ironie zu entschärfen. Aber nach diesen Sätzen eskalierte dann die Sache:
              “An solchen Fakten haben Verschwörungstheoretiker natürlich kein Interesse, es ist eben bequemer die Welt in Schwarz und Weiß wahrzunehmen und stets mit missionarischer Genauigkeit zu wissen wer die wahren Bösewichte sind.
              Ich wünsche Dir einen paranoiden Tag.”

              http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5887/tod-eines-terrorfursten

              Nachdem sich der Spiegelfechter eingeschaltet und meine Antwort gelöscht hatte, gipfelte dann das Gesprächsende in folgender “öffentlichen Hinrichtung”:

              Spiegelfechter schrieb am 5. Mai 2011 at 10:03 – @smukster
              Ich habe den Kommentar von André H. gelöscht und ihn erst einmal auf die Moderationsliste gesetzt.

              Natascha schrieb am 5. Mai 2011 at 12:52 – Kannst mir ja mal mailen was er geschrieben hat, dann habe ich was zu Lachen in der Mittagspause, und Lachen ist gesund.

              André H. schrieb am 5. Mai 2011 at 13:05 – @SF
              Hallo Dave,
              dann wünsch’ ich Dir mal viel Spass in der Zusammenarbeit mit Natascha…
              http://www.youtube.com/watch?v=px0c4Tgg6gg&NR=1

              Kann gut sein, dass ich jetzt wieder gesperrt werde.
              Diese Natascha, alias Tasha Davis, hat nämlich die selbe Kommentarstruktur und die selbe Software auf ihrem “Blog” wie der Spiegelfechter.
              André H. alias Till

            • Martin schrieb am 13. August 2011 at 11:27 - Permalink

              gipfelte … in folgender “öffentlichen Hinrichtung”:

              Ja, das hätte mich auch wütend gemacht. Andererseits … Aussenstehende, also alle, die nicht direkt betroffen sind, empfinden das gar nicht so – eher lustig, nicht als Hinrichtung. Ich hatte ein ähnliches Problem erst kürzlich ganz woanders, in einem Forum, in dem einer mit den wildesten Unterstellungen über mich her fiel; ohne etwas über mich wissen zu können benahm er sich als seinen wir alte, aber inzwischen verstrittene Freunde.
              War nicht leicht für mich, da wieder runter zu kommen. Jetzt ignoriere ich den Typen, wobei ich einen Vorteil habe: der ist so blöd, dass er mich nicht braucht, um sich vorzuführen.

              Ja, die Jugend ist verdorben! Früher, zu unserer Zeit, hätte der Lehrer die Streithähne am Schopf gepackt, ihnen die Köpfe aneinander geschlagen und sie aufgefordert sich die Hände zu geben. Das war noch Erziehung.

              Ich möchte es gerne positiv sehen: Aufmüpfigkeit und Respektlosigkeit sind notwendige Tugenden um Veränderungen auszulösen.
              Ich habe die ganze Geschichte nicht im Detail verfolgt (manchmal mache ich eine Spiegelfechter-Pause und finde das sehr entspannend), kann mich also irren, doch dem Gefühl nach seid ihr beiden euch in der Sache gar nicht uneins!? Fast, nur fast, möchte ich sagen: “Was sich liebt das neckt sich”.

            • Till schrieb am 13. August 2011 at 11:33 - Permalink

              @Martin
              Gut, sehen wir es positiv!
              Ich hör’ dann mal eine Runde Alpha Blondy …
              http://www.lastfm.de/music/Alpha+Blondy/+videos/+1-uUMPw4GEOJo

      • The Third Man schrieb am 11. August 2011 at 23:32 - Permalink

        Das wird ja immer ulkiger auf SF.com, dabei ist der nächste Vollmond erst am Samstag * 13. August 2011 * 20:57:30 Uhr
        Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ)

        …telling the truth is a revolutionary act.

    31. spider schrieb am 11. August 2011 at 16:45 - Permalink

      Ein System, das seit jeher Millionen verarmen und gnadenlos verrecken lässt; breite Bevölkerungsschichten zur Selbstausbeutung und Unfreiheit zwingt. Ein System, aufgebaut auf einer Ideologie, in der alles – selbst der Mensch – zum Produkt wird und Geld die Messgröße für all diese Produkte darstellen soll.

      Das hätte auch ein Marxist schreiben können. Es wird ein Resultat beschrieben (Ausbeutung, Verarmung etc.), pauschal einige ideologisch gefärbte moralische Anklagen in den Raum geworfen, doch eine logische und kausale Analyse der einzelnen “System-Schräubchen” fehlt. Wenn mir ein Auto hängen bleibt, tausche ich doch auch nicht den ganzen Wagen aus, sondern ich untersuche die einzelnen Komponenten und behebe die Ursache. Die Ursache in diesem Fall ist schlicht das weltweite Währungssystem.

      Bevor nun einige der weltweit Milliarden Verlierer im großen Umverteilungsmonopoly in England begonnen haben, ihrem Frust Ausdruck zu verleihen – was natürlich Ihre Aufmerksamkeit erregt, denn physische Gewalt ist ja irgendwie immer „realer“ als strukturelle Gewalt –

      Während das vorherige noch nach einem Freizeit-Marxisten klang, klingt das hier schon eher nach nach den Anfängen der RAF. Es gibt keine Rechtfertigung für die Zerstörung umgebender Geschäfte und Autos auf der Strasse. Genauso wenig übrigens wie für Gewalt. Gibt es nicht, und wird es auch nicht geben.

      Das Problem bei all dem: Solche Schreiber sind ihrerseits oft selbst manipuliert oder befangen, glauben die Mär von einer „Krise“,

      Wie? Die Krise nur als ein Medien-Ereignis?
      Das ist völliger Kokolores. Die Krise ist absolut ernst und real und wurde von zwei ökonomischen Schulen (beide kein Mainstream) schon Jahre im Vorraus vorhergesagt. Wovon man sich in diesem Hörspiel auch selbst überzeugen kann.

      • Martin schrieb am 11. August 2011 at 16:57 - Permalink

        Die Krise ist absolut ernst und real

        Die Krise ist hoffnungslos, aber nicht ernst :-)

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 21:08 - Permalink

        @ spider “… und man kann wieder sicher mercedes fahren, ohne das die dinger immer explodieren… ” http://www.youtube.com/watch?v=Y9r_uic0s00 in deinem zitat von hauschild kann ich übrigens keine anfänge von raf erkennen. es gibt einen unterschied zwischen etwas erklären und etwas rechtfertigen. oder spider ? wenn jemand etwas beschreibt und erklärt, macht es denjenigen damit nicht zum sympathisanten.

        • spider schrieb am 12. August 2011 at 00:45 - Permalink

          @sternburg

          in deinem zitat von hauschild kann ich übrigens keine anfänge von raf erkennen. es gibt einen unterschied zwischen etwas erklären und etwas rechtfertigen. oder spider ?

          Der Ausdruck “strukturelle Gewalt” in diesem Kontext ist eine analoge Rhetorik zu damals. Es ist die ideologische abstrakte These, dass das “System” Gewalt ausübt, was direkt zu der Frage führt, inwieweit “Gegengewalt” als “Notwehr” gerechtfertigt ist. Das führt exakt zu den Pathalogien von damals, und ist für mich indiskutabel.

          • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 08:38 - Permalink

            @ spider

            lieber spider strukturelle gewalt ist kein begriff, der aus dem terroristischen kontext kommt. ich habe den begriff das erste mal vor keine ahnung gefühlten 10 jahren bei johan galtung gelesen.

            wenn ich mich recht erinnere, damals am beispiel eisberg. vom eisberg sehen wir das was aus dem wasser zeigt. den rest vom eisberg sehen wir nicht. aber das was wir sehen ist nur die spitze. der größere und gefährlichere teil, den sehen wir nicht. der ist unter dem wasser.

            auf gewalt übertragen heißt das, zb den strassenbahnschläger hier in berlin in der u bahn. er wird gefilmt bei seiner gewalt. seine gewalt ist sichtbar. strukturelle gewalt ist im vergleich zum vidogefilmten u bahnschläger weniger spektakulär in ihrer darstellung. das ist das problem dann auch. sie ist aber nicht weniger gefährlich.

            ich gib dir ein beispiel

            beispiel für strukturelle gewalt ist das abfertigen, der palästinensischen arbeiter aus dem gaza streifen an israelischen checkpoints.

            jede kamera hält auf den noch vor seiner tat gestellten selbstmordattentätter. live sendungen im fersehen. volle aufmerksamkeit.
            gewalt breitenwirksam.

            was ist mit der tagtäglichen demütigung von arbeitern aus gaza an den checkpoints? ein vater ( 45j) der zusammen mit seinem sohn ( 22j) in israel aufm bau malochen gehen und dazu jeden tag über die grenze muss. eines morgens , ein israelischer soldat hat spas, schlechte laune, keine ahnug. egaaaaal. jedenfalls lässt der den vadder nackt ausziehen. sohnemann steht daneben. sieht wie es seinem vadder peinlich ist. sein vater zuhause familienoberhaupt, respektsperson im haus. hier am grenzposten ein nix. eine kleine dreckige maus über die gelacht wird.

            WAS DENKST DU GEHT IM KOPF SEINES SOHNES IN DIESEM MOMENT VOR ? WELCHER FILM LÄUFT DA AB ?

            DAS ist strukturelle gewalt (ein von vorgesetzten erlaubte, massenhaft und täglich stattfindendes demütigen von menschen ). was z. t. in deutschen elendsbehörden unter harz4 abgeht DAS IST STRUKTURELLE GEWALT. die gesetzgebung in südafrika während der apartheid – das war strukturelle gewalt.

            strukturelle gewalt ist ein wissenschaftlicher arbeitsbegriff und kein ideologischer kampfbegriff.

            lieber spider wenn du wissen willst, was mit wissenschaftlern passiert, deren arbeitsmaterial ihre sprache und begriffe in den verdacht der ideologischen stichwortgeberei für terroristen geraten, dann befasse dich bitte mal mit dem fall andrej holm. hier in berlin. der mann saß im gefängnis, weil irgend ein lka schlaumeier meint, das begriffe eines international bekannt und anerkannten soziologen in bekennerschreiben einer deutschen terrogruppe auftauchend, ihn zum mitglied der gruppe machen.

            jeder erstsemester / soziologie hätte den lka leuten bzw der da ermittelnden staatsanwaltschaft dokumentieren können, das diese begriffe wissenchaftsübliche wörter sind, die in jedem text von wissenschaftlern auftauchen, die sich mit stadtentwicklung schwerpunkt gentrification befassen.

            in deinem zitat von hauschild lese ich keine rechtfertig für terroismus. manchmal verrät die interpretation mehr über das was im kopf des leser abgeht, als der text selber hergibt.

            ps.: aber jetzt mal zu einem begriff von dir: pathalogien. am beispiel terroismus ist nix pathologisch. terroristen werden nicht als solche geboren. terroristen fallen nicht vom himmel hat mal eine algerische schriftstellerin gesagt. da gibt es keine körperlichen ursachen. ich weiß, das man an gehirnen ( ulrike meinhof) von terroristen geforscht hat.

            terrorismus zu pathologisieren oder mit der kulturalistischen ideologie zu analysieren kostet zeit, bindet personal und bringt im ergebnis nix.

            wer zb den islamischen terrorismus verstehen will, soll der wirtschaftsteil in der zeitung lesen und nicht koranstudien betreiben.

            • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 09:24 - Permalink

              ergänzung noch zu spider oben:

              ist das was die mitglieder der weißen rose getan haben , dem anfang von terrorismus ähnlich- der raf ?

              in einer zeit und in einer gesellschaft, wo polizeibeamte wissen, das sie nichts zu befürchten haben, wenn sie samstag nacht ein paar schwule klatschen gehen, ist das was dann als stonewall aufstand geschichte machte, der anfang einer gay terror bande gewesen?

              kann es nicht momente und verhälltnise geben, in denen menschen sehr sehr widerständig sein müssen, um ihre rechte zu verteidigen?
              kein terror. aber mehr entschlossenheit bitte, als mit einer lichterkette und flugblätter-verteilen.

              der u bahnschläger das ist direkte gewalt, die gesetze in saudiarabien gegen frauen und homosexuelle, das ist indirekte/ struturelle gewalt.

              eine frau, die von ihrem mann geschlagen, gedemütigt und gequält wird und weiß, das kein gesetz und keine polizei ihr helfen wird, weil immer ihr mann recht bekommen wird, wenn diese frau sich nach 10 jahren ehehölle gewaltsam wehrt, ist sie anders zu verurteilen, als eine mörderin, die zb aus habgier ihren mann umgebracht hat. das zeigt also, das es momente in einer tat gibt, die die tat nicht entschuldigen – aber erklären und der kontext ein anderes urteil fordert , als in anderen fällen.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 09:43 - Permalink

              @sternburg
              Danke für die Ausführungen! Gerade mit solchen Analogien kann man schön Ursachen aufzeigen.

              Zu Andrej Holm: Bis jetzt ist noch nicht einmal klar, dass es die “mg” überhaupt gibt. Klar ist nur, dass das BKA Beweise gefälscht hat und die Justiz und Polizei – nachträglich via Urteil von der Justiz bestätigt – den Rechtsstaatlichen Weg verlassen hat und illegal vorging.

            • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 15:53 - Permalink

              jupp schwitzig hab den andrej holm mal live erlebt. ein vortrag in der volksbühne. ein sympathischer, sachlicher, bescheidener mann. überhaupt nicht eitel. wissenschaftler eben.

            • spider schrieb am 13. August 2011 at 01:55 - Permalink

              ich gib dir ein beispiel

              beispiel für strukturelle gewalt ist das abfertigen, der palästinensischen arbeiter aus dem gaza streifen an israelischen checkpoints.
              …..
              was ist mit der tagtäglichen demütigung von arbeitern aus gaza an den checkpoints? ein vater ( 45j) der zusammen mit seinem sohn ( 22j) in israel aufm bau malochen gehen und dazu jeden tag über die grenze muss. eines morgens , ein israelischer soldat hat spas, schlechte laune, keine ahnug. egaaaaal. jedenfalls lässt der den vadder nackt ausziehen.
              …
              was z. t. in deutschen elendsbehörden unter harz4 abgeht DAS IST STRUKTURELLE GEWALT.

              Was willst Du mir damit sagen? Dass H4-Empfänger mit Gewehren bedroht werden? Dass sie sich auf Befehl komplett ausziehen müssen? Dass man sie verprügelt, wenn sie sich einem Befehl widersetzen? Dass es dabei gelegentlich zu “versehentlichen Schusspannen mit Toten und Verletzten” kommt?

              Ich hätte mich mit vielen anderen Begriffen abgefunden: “Staatlicher Zwang”, “Bevormundung”, “Psychologischer Druck zwecks Aufgabe einiger durch das Grundgesetz garantierten Rechte”, aber eben nicht mit Gewalt.

              dann befasse dich bitte mal mit dem fall andrej holm. hier in berlin.

              Ja, ich kenne den Fall. Völlig uninformiert bin ich ja auch nicht. Sicher ist das in dem Fall so nicht akzeptabel, aber auch nicht systematisch, da es immer irgendwelche Einzelfehler geben kann und auch leider wohl immer geben wird. “Strukturelle Gewalt” ist das jedoch auch nicht.

            • sternburg schrieb am 13. August 2011 at 08:22 - Permalink

              @ spider

              morgäähn. klar werden h4-empfänger nicht mit waffen bedroht oder müssen sich aufm amt nackelig machen. geschenkt. aber lass dich doch gedanklich auf das beispiel ein.

              das war ein beispiel für strukturelle gewalt in deutschland. die dürfen nicht einfach so in eine andere stadt ziehen , sondern müssen ihr amt um erlaubnis fragen. die dürfen niemanden über nacht bei sich in der wohnung haben. das amt kann wohnungsdurchsuchungen jeder zeit vornehmen lassen. ohne richterlichen durchsuchungsbeschluss, wie bei nicht h4 menschen nötig. wenn ein h4 mensch seine stadt auch nur für einen tag verlassen will, muss er das amt in kenntnis setzen. zur beerdigung der muti ? naaa erst mal bitte , bitte machen aufm amt. es gibt den fall einer frau, die deswegen die stütze gekürzt bekommen hat.

              strukturelle gewalt findest du in deutschland zb auch in der asylgesetzgebung. die ermessensspielräume , die eine grauzone schaffen und raum für willkür und sadismus möglich machen sind die voraussetzungen für strukturelle gewalt in meinem beispiel.

              zu andrey holm

              den andrey holm habe ich hier rein geholt, als beispiel für einordnung in einen terrorismuskontext nur auf grundlage von textbaussteinen seiner arbeiten. ich habe den nicht als opfer struktureller gewalt oben beschrieben. er steht hier, weil du florian hauschild in die nähe der raf oben gestellt hast. ich will dir mit dem berliner soziologen zeigen, welch tragische folgen das für den betroffen wie für seine familie haben kann.

              sooooo…muss jetzt los. dir ein schönes we noch.

            • spider schrieb am 13. August 2011 at 15:46 - Permalink

              die dürfen niemanden über nacht bei sich in der wohnung haben. das amt kann wohnungsdurchsuchungen jeder zeit vornehmen lassen. ohne richterlichen durchsuchungsbeschluss, wie bei nicht h4 menschen nötig.

              Das ist Quark mit Soße. Vereinzelt gab es zwar solche Vorfälle, aber diese waren und sind illegal. Die Strategie dabei: Der Betreffende ist über seine Rechte uninformiert und weiß sich nicht zu wehren.

              strukturelle gewalt findest du in deutschland zb auch in der asylgesetzgebung. die ermessensspielräume , die eine grauzone schaffen und raum für willkür und sadismus möglich machen sind die voraussetzungen für strukturelle gewalt in meinem beispiel.

              Das ist “strukturelle Gewalt”? Wieso? Wird jemand verprügelt? Mit Waffen bedroht? Nein, es gibt einiges zu kritisieren, aber man sollte schon auf dem Boden bleiben und fair arbeiten.

            • sternburg schrieb am 13. August 2011 at 16:58 - Permalink

              “….Das ist Quark mit Soße.…” da haste absolut recht. sehe ich auch so. trotzdem passiert es. und wenn du sagst, das das alles bedauerliche einzelfälle sind…himmm…..leider nicht. kennst du selber arme?

              meine exfreundin studiert jura und macht ehrenamtlich rechtshilfe für h4-empfänger. wenn wir uns am we getroffen haben und wir auch über so was reden, dann kommt es massenhaft und wirklich an der wortbedeutung bleiben, massenhaft zu falschberatung der h4-opfer, falschen bescheiden, ….

              ich will den sachbearbeitern nicht unbedingt pauschal irgend was unterstellen. die meisten steigen von denen selber nicht durch dieses wirr war. was will man erwarten, wenn ein personalentscheider aus der autowirtschaft, einen ausflug in die deutsche sozialgesetzgebung macht und sein entspannungswerk den deutschen zum geschenk macht ?

              das ist auch kein sozialarbeiter gejammer. rede mal mit richtern für sozialrecht. hier in berlin haben wir europas größtes sozialgericht. die streitfälle wegen h4 kommen von mo- fr im minuten abstand da rein. ich glaube alle 2 minuten ( iin de rposteingangsstelle / moabit ). jedes jahr eine steigerung im zweistelligen bereich der zuwachs.

              nicht die linkspartei beklagt die schlampigkeit der h4-sozialgesetze, sondern vor allem richter. in berlin bekommt jeder 2. h4 klärger recht. also 50 % der bescheide und h4-strafkürzungen der ämter sind falsch. 50 % man man man… wenn ich so eine fehlerquote abliefern würde auweia…..

              asylgesetzgebung . strukturelle gewalt ? wo ist denn da die wumme ?

              und am schluss biste wieder beim prügeln und waffen zücken …smile… ne ne ne mein lieber… dit is noch watt janz anderes…… wir sind doch bei struktureller jewalt jetzse.

              also die gewalt – und konfliktforscher befassen sich mit gewalt. dabei stellen sie fest, das sich gewalt unterschiedlich äußert, von unterschiedlicher qualität ist und sich in der struktur unterscheidet. weil wissenschaftler systeme lieben, stellen sie also gewaltklassifizierungen auf. es gibt ja noch viel mehr, aber der einfachheitshalber nur mal die unterscheidung in direkte – und indirekte gewalt.

              beispiel direkte gewalt:

              frau wird überfallen und vergewaltigt.

              beispiel indirekte- / strukturelle gewalt:

              frau wird vergewaltigt und schwanger davon. staat ( zb bis vor ein paar jahren in irland noch so ? ) verweigert der frau den schwangerschaftsabbruch. die gesetzgebung stellt in dem land der frau, abtreibungen unter strafe. ausnahmen gibt es nicht.

              in beispiel eins ist die dame opfer direkter gewalt. in beispiel zwei, ist die dame opfer direkter plus struktureller gewalt. mache bekommen es aber auch dicke. naja ist ja net witzig sorry….

              http://www.youtube.com/watch?v=u5pzRePE0sY

              der ist noch besser http://www.youtube.com/watch?v=cR54VltkN8A&feature=related

            • spider schrieb am 14. August 2011 at 05:38 - Permalink

              @sternburg

              Das ist so doof, dass ich Dich nicht einmal zitieren mag. Nur so viel:

              Rechtsverstöße seitens irgendwelcher Behörden sind keine Gewalt, und immerhin steht einem der Rechtsweg, also eine Klage, offen. Das ist in solchen Ländern wie Nordkorea (und vielen mehr) nicht so. Zehntausende Dollar wie in den USA musst Du dafür auch nicht ausgeben. Der Staat erstattet Dir dafür sogar die Kosten und ermöglicht Dir den Zugang zu einem Anwalt, selbst wenn Du kein Geld dafür haben solltest. Sicher noch nicht ganz Deinen Wünschen entsprechend, aber eben keine “strukturelle Gewalt”.
              Gewalt geschieht höchstens, wenn jemand auf der Polizeistation verprügelt wird, oder wenn ein friedlicher Demonstrant von der Polizei verletzt wird. Aber auch das ist eben nicht systematisch. Zum Vergleich:
              Jedes Jahr verunglücken Fußgänger, die die Strasse überqueren. Das ist schlimm. Aber ist das die Regel?
              Antwort: Nein.

            • sternburg schrieb am 14. August 2011 at 06:16 - Permalink

              @ spider

              auch ein frühaufsteher?

              oki zur strukturellen gewalt weiß ich jetzt nicht , wie ich dir den unterschied zu anderen gewalterscheinungen noch besser aufzeigen kann.

              aber ist ja auch hier egal. ich halts da wie die juden. ich muss dich ja nicht missionieren.

              nur generell zur differenz. differenzieren soll nicht der verwirrung dienen. differenzieren hat nix mit relativieren zu tun. das differenzen entspricht der realität, weil bei näher betrachtung, egaaaal um welches phänomen es sich handelt, es nie nur zwei seiten der medalie gibt. aber vielleicht brauchst du dich da auch gar nicht persönlich angesprochen fühlen.

              ps: das beispiel von den 50 % falscher h4- bescheide bzw. rechtswidriger leistungskürzungen bei h4-empfängern in berlin , wirst du nirgends wo anders finden.

              kein anderer verwaltungsakt wird so eine fehlerquote bringen in deutschland. in der freien wirtschaft wirst du das über einen zeitraum wie hier nicht finden, weil sich das privatunternehmen nicht leisten können. wenn verkehrsunfälle als fehler gewertet werden können, dann werden nicht die hälfte alle berliner fussgänger einmal im jahr einen unfall erfahren. glaub mir, da kannste lange suchen. das ist einmalig. zu denken sollte einem der kreis der kritiker von h4 geben. der ist total. 100 %. wenn man die drei betroffenengruppen in der bevölkerung fragt: h4 behörden mögen h4 nicht, richter und anwälte mögen h4 nicht und h4 empfänger mögen h4 nicht. ob da wohl grundsätzlich was schief gelaufen ist?

              pps: rechtsmittel einlegen. wo ist das problem?

              es gibt berliner politiker von der fdp, die haben folgende idee:

              richter beklagen sich über die klageflut bei h4 ? sozialgerichten ersticken an den folgen von h4 ? oki. kein problem. nix lange ursachenforschung betreiben, warum das so ist. es sollte lieber darüber nachgedacht werden, die rechtsbeihilfe und die prozesskostenerstattung für rechtsschutzversicherungslose h4 empfänger abzuschaffen. die sollten einfach nicht mehr klagen dürfen.

      • Thrombophlebitis schrieb am 14. August 2011 at 03:42 - Permalink

        Das hätte auch ein Marxist schreiben können. Es wird ein Resultat beschrieben (Ausbeutung, Verarmung etc.), pauschal einige ideologisch gefärbte moralische Anklagen in den Raum geworfen, doch eine logische und kausale Analyse der einzelnen “System-Schräubchen” fehlt.

        Spider, Du scheinst die Demokratie toll zu finden. Ich auch und ich finde auch, dass sie, in Anbetracht des menschlichen Wesens (und nur deswegen), die, in Theorie und Praxis, aktuell für´s nackte Überleben noch denkbar beste Staatsform darstellt.

        Aber ich glaube auch, dass Du da etwas durcheinander bringst. Du willst an irgendwelchen Systemschräubchen drehen, verkennst aber dass das System in dem wir leben nicht die Demokratie ist. In die Rahmenbedingungen dieser Staatsform hat sich eine parasitäre Klicke eingeschlichen und eingenistet, hat den Rahmen abgecheckt und die Lücken analysiert und hat dann alle möglichen Stellschräubchen entweder blockiert oder zur ausschließlichen Selbstbedienung eingenommen. Meine Vermutung, ihre Motivation betreffend, ist selbstverständlich Macht, über den kleinen Umweg Gier und Geld zwar, aber mit dem Ziel der absolutistischen Machtausübung. Was dem System ja ganz gut gelingt, wie man allerorts sehen kann – natürlich immer vorausgesetzt, man ist nicht blind. Den Mitgliedern der Klicke ist es übrigens egal ob sie es sich in der Demokratie gemütlich machen oder in einer anderen Staatsform. Mir erscheinen sie immer und überall als die gleichen Hunde mit verschiedenen Halsbändern. Irgendwie sind die auch alle verbandelt, bis natürlich einer von denen dem anderen auf den Schlips tritt. Dann ist Schluss mit Lustig und der schwächere der beiden muss halt u.U. auch mit seinem Leben dafür zahlen. Manchmal; nein oft; nein IMMER gewinnt seltsamer Weise der “Demokrat” diesen Kampf. Scheint für die Klicke eine gute Basis zu sein, die Demokratie. Dabei gibt es ein paar andere Kinder, die nicht mit der Klicke spielen dürfen weil die immer ihre Spielsachen kaputt machen wollen. Von den wenigen geächteten haben es die meisten aber auch meiner Ansicht nach verdient, nur damit keine Misverständnisse aufkommen.

        DAS ist das System, von dem viele glauben, es sei Demokratie. Es gibt eine denkbar schwache Demokratie in dem sich ein starkes System etabliert hat, und zwar so, dass man lange suchen muss, um Beispiele für eine funktionierende solche zu finden (erzähl mir in dem Zusammenhang bitte nichts von Wahlen). Je mehr Jahre ins Land gehen, desto rudimentärer werden die Funde.

        • spider schrieb am 14. August 2011 at 05:15 - Permalink

          …. Aber ich glaube auch, dass Du da etwas durcheinander bringst.
          … verkennst aber dass das System in dem wir leben nicht die Demokratie ist.

          LOL :-)
          Was Du so alles glaubst, da mit Deiner Glaskugel. Fasst Euch lieber an die eigene Nase und fragt Euch lieber, was Ihr die letzten 30 Jahre so gewählt habt, wenn Ihr nun meckert.

          Mit “struktureller Gewalt” hat das ganze empirisch allerdings nichts zu tun, also abhacken.

          • Thrombophlebitis schrieb am 14. August 2011 at 06:28 - Permalink

            Natürlich freue ich mich darüber, wie könnte es auch anders sein, dass Du mich im Pluralis Majestatis ansprichst. Aber man kann das wirklich übertreiben, was sollen denn die anderen denken? Trotzdem danke. You made my (sun)day.

            Zur Sache: Ich habe nichts von struktureller Gewalt gesagt. Aber jetzt tue ich es, und zwar kurz und bündig.

            Die von mir erwähnte Klicke übt ständig und überall diese Art der Gewalt aus. Und zwar in allen drei Varianten der Gewaltenteilung (woran sich übrigens auch nicht gehalten wird), der Exekutive, der Judikative und erst recht der Legislative.

            Einige Details haben Dir die anderen Kommentatoren oben gegeben. Ich hingegen spare mir die Mühe, da ich mittlerweile weiß (und erst recht Du), dass es keinen Sinn hat, da Du irgendwie immer wieder auf etwas herum reitest was hier längst plausibel widerlegt wurde.

            So, jetzt muss ich aber husch ins Bett ´ne Mütze schlaf nehmen. Um 8:00 Uhr muss ich schon wieder raus.

            Schönen Sonntag, Spider. Nutz den Tag um ein bißchen zu entspannen. Du kannst es gut gebrauchen.

            • sternburg schrieb am 14. August 2011 at 07:06 - Permalink

              @ Thrombophlebitis

              “Die von mir erwähnte Klicke übt ständig und überall diese Art der Gewalt aus.…” hehehehe …..

              ansonsten: wir leben in einer postdemokratie und merkel hat nicht die macht, merkel repräsentiert die macht.

              thrombophlebitis dir nen schönen sonntag.

            • Thrombophlebitis schrieb am 14. August 2011 at 14:16 - Permalink

              Ja Sternburg, so ist es. Zu dieser Klicke gehören graue Eminenzen im Hintergrund sowie die Politikermarionetten, die globalisierten Industriellen und Bankiers und was weiß ich noch für´n Gesocks. Am wenigsten zu sagen haben die Politiker, egal in welcher Position. Das sind bloß die Kurriere. Geradeso wie bei der Mafia.

              Zum lichtscheuen Gesindel im Hintergrund (Rockefeller, Rothschild, usw) gehören wohl bekannte Zitate, die aufgeklärte Menschen zu genüge kennen. Die sind nicht nur entlarvend sondern arrogant hingerotzt weil die eben nichts zu befürchten haben. Ich kann erwähnte Zitate leider nicht wörtlich aus dem Gedächnis wiedergeben und dem jeweiligen Klickenmitglied zuordnen. Ich könnte wetten, dass Du weißt wovon ich rede. Wenn dennoch Du oder jemand anderes wissen will was ich meien, ja dann beiße ich halt in den sauren Apfel und google mir den ganzen Kram halt so gut ich kann zusammen.

              Dir wünsche ich auch einen schönen Sonntag trotz des miesen Wetters, das zumindest hier im geografischen Mittelpunkt Deutschlands herrscht.

            • sternburg schrieb am 14. August 2011 at 15:19 - Permalink

              wir sind doch alle gleich hier:))) aber es gibt dann wohl doch welche, die gleicher sind hehehehehe.

              ich würd auch gerne mal ne party im kanzleramt schmeißen. ich habe bestimmt mehr freunde als ackerman. egaaaaal.

              ich möchte spiders glauben an den deutschen rechtsstaat nicht erschüttern.
              warum nur denk ich bei spiders 5:38 h kommentar an das hier http://www.youtube.com/watch?v=YmIdla8Q2Q0 ?

              ps: bin vom brunchen zurück. wir hatten hier glück mit wetter, weil draußen sitzen. diesmal im roten wedding yääh !

            • sternburg schrieb am 15. August 2011 at 20:13 - Permalink

              @ schwitzig

              -faust voll stahl- hat mir von den vier tracks auf der startseite am besten gefallen. ich hör fast alle richtungen. ist wie bei jedem wohl, eben stimmungsabhängig.

            • Thrombophlebitis schrieb am 15. August 2011 at 23:19 - Permalink

              Wenn ich meinen Senf zum Thema Musikgeschmack geben darf:

              Prinzipiell geht es mir wie Dir, Sternburg. Es hängt von der Stimmung ab. Manchmal höre ich sogar HR4 ganz gerne :-)

              Hier beim Spiegelfechter, hat vor einigen Wochen jemand (ich weiß nicht mehr wer das war) das Lied “Wir werden alle sterben” von Knorkator auf youtube verlinkt. Da an diesem Tag meine Stimmung entsprechend war, bin ich dem gefolgt und habe dabei festgestellt, dass mir das, was ich hörte und sah (in dem Fall als Zeichentrickfilm) sehr gefiel. Und zwar so gut, dass ich darauf hin alles von der Gruppe verfügbare auf youtube sichtete und hörtete :-=). <— [diesen Smiley (habe ich den gerade erfunden oder gab´s den schon?) versteht wohl nur ein Knorkator-Insider - ich sag nur: Nazis raus!]

              Die sind echt abgefahren. Der Stil nennt sich wohl Funrock oder so, obwohl ich bei denen keinen besonderen Stil erkennen kann. Ich war sehr begeistert von der Gruppe bis ich dort ein Fernsehinterview sah, welches zwei biedere Typen zeigte, die nicht nur einen flüchtigen Eindruck darüber vermittelten, dass sie auf der Bühne die durchgeknallten spielten während sie im richtigen Leben genau das Gegenteil sind. Ich wendete mich also wieder ab, von dem Gedanken, die gut zu finden.

              Als ich später über Google dieses Interview suchte, fand ich dafür ein anderes. Was soll ich sagen: Es war das genaue Gegenteil! Es war so gegenteilig, dass es sogar mein durchaus robustes Empfinden für guten Geschmack schwer beleidigte.

              Jedenfalls bin ich denen Verfallen und habe deshalb versucht Freunde zu einem Konzertbesuch im Oktober (Hannover) zu bewegen. Alle winken angewiedert ab. Für mich hingegen ist diese Gruppe ein faszinierendes Gesamtkunstwerk. So muss ich wohl allein zu diesem Konzert gehen müssen, was mir ziemlich widerstrebt. Was soll´s, ich freue mich riesig darauf.

              Cool wäre, wenn durch mein Geschreibsel hier die Fanschar von ein paar hundert auf ein paar hundert und ein paar wachsen könnte. Ich gönne es den Jungs, ihren Plagen (für mich auch sehenswert wie sie sie ausbeuten [sic!]) und ihre Frauen.

        • Thrombophlebitis schrieb am 14. August 2011 at 19:42 - Permalink

          wir sind doch alle gleich hier:))) aber es gibt dann wohl doch welche, die gleicher sind

          Nun, zumindest Spider empfand hier kürzlich das Bedürfnis diesen Spruch aus “Animal Farm” zu erwähnen :-)

          Aber bitte bitte Sternburg, ich war nie ein Fan von Grönemeyer, ich kann ihn auch gar nicht akkustisch verstehen. Ja, die Bilder zu Beginn des Videos gaben mir eine vage Information darüber, worum es da ging, aber als dieses Flötengedudel oder was das war, begann, konnte ich nicht mehr hinhören und musste abstellen. Einmal war ich vor langer Zeit auf einem Konzert, in unserer Stadthalle. Das ist jetzt echt nicht übertrieben. Ich kannte die Texte noch nicht, sodass ich am Ende keine Ahnung hatte, was der da vorne überhaupt gesagt hat, eineinhalbstundenlaaaaaaang. Bis zum Ende konnte ich mir das damals schon nicht antun und das lag nicht nur an der Raumakkustik.

          Außerdem fiel mir später auf, dass für Grönemeyer sozial ist, was Grönemeyer an Tonträgern verkaufen kann. So war das jedenfalls früher, mMn. Also irgendwie immer Lieferung tagesaktueller Massenware. Das war jedenfalls immer mein Eindruck bei diesem Mann.

          Bitte tu mir das nie wieder an ;-)

          PS: Hey, cool! 0,07 bis hierhin auf dem Blablameter ohne Dein Zitat, ha, ha, ha, … So ein blödes Ding. Na ja, aber Sätze und Wörter zählen kann der wirklich gut. boahahahahha…. Der hats mir angetan, der Blablebalabblablub…

          … der hats mir angetan, genauso wie Spider.

          Bitte, sei mir nicht böse, Spider. Tief im Herzen mag ich Dich eigentlich ganz gern, wegen Deiner, irgendwie immer ein bißchen hilflos wirkenden Art. Hi, hi, hi, es war nicht die Kristallkugel, es war der Aluminiumhut, den ich einem Kollegen, für kurze Zeit, entwendet habe.

          • sternburg schrieb am 15. August 2011 at 05:56 - Permalink

            jupp. grönemeyer ist auch nicht mein ding. mag deutschrock ( ist der eigentlich deutschrock? ) nicht. ist net mein sound.

            aber in dem stück ist das thema ignoranz ganz gut ausgearbeitet. finde ich jedenfalls.

            habe mich mal vor vielen jahren mit ein paar texten von gönemeyer beschäftigt, weil ich durch den konflikt zwischen kohl und ihm neugierig geworden bin. die sollen ja nen ziemlichen hass aufeinander gehabt haben. so haben in der zeit zb einige sender im öffentlich-rechtlichen rundfunk gönemeyertitel nicht gespielt .

            mit dem sozial als verkaufsmasche himmm… das glaube ich bei dem nicht. grönemeyer ist so. das ist kein marketing. glaube ich. kenn ihn ja nicht. nur interviews und so.

            grundsätzlich finde ich es gut, wenn menschen mit alle privilegien und voraussetzungen für ein geiles, sorgenfreies leben sagen: nö. ich hab kein bock auf eine lebenslange, geile sause. ich will auch das “hässliche”. die sich da engagieren, werden ja oft von leuten ihrer eigenen kaste dafür angegriffen. schlechtes gewissen ? stichworte wie kaviar kommunist, salon revoluzzer,…. ich finde das unfair. wenn das eine echte haltung ist, dann haben solche leute auch mut aufzubringen.

            • schwitzig schrieb am 15. August 2011 at 11:09 - Permalink

              Es gibt auch anderen Deutschrock :-)

              http://www.20prozentaufalles.com/wie.html

            • Thrombophlebitis schrieb am 15. August 2011 at 16:25 - Permalink

              Vielen Dank Sternburg, für Deine Aufklärung. Dass Grönemeyer Probleme mit der Obrigkeit hatte ist mir völlig neu. Mein Eindruck von ihm ist ja an Subjektivität kaum zu übertreffen, da ich mich nie ernsthaft mit ihm und seinem Werk beschäftigt habe. Es sind nur punktuelle Dinge, die mir unangenehm aufstoßen. So z.B. die Verwertung des Todes seiner Frau und seines Bruders in einem Musikstück. OK, das kann natürlich auch eine Art der Verarbeitung dessen, was einem das Schicksal an schmerzenden Dingen beschert, darstellen. Ich selbst befinde mich seit Anfang des Jahres in einer solchen Situation, die mich zu zerbrechen droht. Möglicherweise schlägt sich das bei mir z.B. hier, in meinen Texten nieder. Kanonenfutter für jemanden der mich nicht leiden kann? Vielleicht, was soll´s.

              Eventuell ist Grönemeyer ja ein cooler Typ. Aber verstehen (akkustisch) kann ich ihn trotzdem nicht.

              Lass es Dir gut gehen.

              Gruß

              Thrombo

            • sternburg schrieb am 15. August 2011 at 20:17 - Permalink

              @ Thrombophlebitis

              thrombo ich finde deinen dialogstil sympathisch.

              dir auch einen schönen abend.

            • Thrombophlebitis schrieb am 15. August 2011 at 21:47 - Permalink

              Vielen Dank Sternburg, für dieses sehr nette Kompliment. Gern´ gebe ich es an Dich zurück.

          • Thrombophlebitis schrieb am 15. August 2011 at 17:59 - Permalink

            aber in dem stück ist das thema ignoranz ganz gut ausgearbeitet. finde ich jedenfalls.

            Sternburg, ich bin jemand, der sich einer fundierten Belehrung nicht widersetzt. Wäre auch ziemlich dumm, nicht wahr? Ich gebe zu: Dir ist dies beim Thema Grönemeyer vollends gelungen!

            Da ich nicht in der Lage bin, seine gesungenen Texte zu verstehen bin ich hier zu seinen Lyrics gegangen und habe, ob seiner Wahnsinnsproduktivität, erst einmal nicht schlecht gestaunt.

            Ja, der von Dir erwähnte Text aus “Luxus” kann von mir, fast komplett unterschrieben werden. Die Kleinigkeit “luxus ist das, was uns zusammenhält” allerdings nicht absolut. Luxus ist meiner Meinung nach nur eine kleine Nebenerscheinung von all dem Treiben. Was sollen diese Leute auch anderes mit der vielen Kohle machen, als es in Luxus zu verbraten?

            Mit dem Kokain und dem Alkohol hat er natürlich völlig recht. Wenn man z.B. Kokain, Rhein und Themse googlet, wird das mehr als deutlich. Spider, mein Freund (es gibt leider auch einseitige Freundschaften), wenn Du hier mitliest sage ich Dir nur: Lass doch Leslie mit seinen harmlosen Pflänzchen glücklich werden und widme Dich doch lieber diesem Thema. Das hätte Deine Aufmerksamkeit in Sachen Drogen sicher eher verdient.

            Ein echter Fan von Herber Grönemeyer werde ich zu meinen alten Tagen wahrscheinlich nicht mehr werden, zumal auch mir seine Musikrichtung nicht wirklich gefällt. Aber meinen Respekt hat er durch Deine heutige Hilfe mehr als verdient.

            Danke dafür.

            • Thrombophlebitis schrieb am 15. August 2011 at 20:47 - Permalink

              @ Spider ich habe Dir Unrecht angetan. Es war @dfd, der in “US-Schuldenstreit – Das Spiel mit dem Feuer” unqualifizierten Quatsch über besagte Pflänzchen von sich gab.

              Sorry.

    32. Brick schrieb am 11. August 2011 at 17:24 - Permalink

      Ein System, das seit jeher Millionen verarmen und gnadenlos verrecken lässt; breite Bevölkerungsschichten zur Selbstausbeutung und Unfreiheit zwingt.

      Jaja.

      Ein System, aufgebaut auf einer Ideologie, in der alles – selbst der Mensch – zum Produkt wird und Geld die Messgröße für all diese Produkte darstellen soll.

      WTF?

      Legitimiert durch Apologeten, die selbst die eklatanteste Verunmöglichung gesellschaftlichen Zusammenlebens als „normal“ banalisieren.

      Große Worte, null Substanz. Was soll das überhapt heißen? Wirklich, ich verstehe das nicht. Meinst du dich damit selbst?

      Bevor nun einige der weltweit Milliarden Verlierer im großen Umverteilungsmonopoly in England begonnen haben, ihrem Frust Ausdruck zu verleihen – was natürlich Ihre Aufmerksamkeit erregt [..]

      Hmm Ja du trollst dich einfach nur selbst.

      Jens bitte Gastbeiträge vorher LESEN. Herrgott. Das war alberne Kindergartenpropaganda, die auch noch durch das Ausnutzen der Hungersnot in Afrika richtig eklig war. Der Grundgedanke ist doch schon flasch:

      Ein System, das seit jeher Millionen verarmen und gnadenlos verrecken lässt

      Im Vergleich zu was? Wem geht es schlechter als vor 100 Jahren? Das ist einfach doof.

      • schwitzig schrieb am 11. August 2011 at 20:03 - Permalink

        Im Vergleich zu was? Wem geht es schlechter als vor 100 Jahren? Das ist einfach doof.

        Spätestens damit hast du Dich als Diskussionspartner disqualifiziert.

        • Nils schrieb am 11. August 2011 at 21:07 - Permalink

          @schwitzig
          na wenn das nicht mal konstruktiv ist. willst du diskutieren, oder recht haben? :-P

          • kackklo schrieb am 11. August 2011 at 23:51 - Permalink

            Mit “Jaja.” und “WTF?” usw. antworten ist dagegen sehr konstruktiv.

            • Brick schrieb am 12. August 2011 at 09:35 - Permalink

              Ne ist es nicht aber, wenn jemand so alberne und nichtsagende Verallgemeinerungen bringt, und sich dann auch noch selbst p0wned brauch ich mir doch keine Mühe machen.

              @schwitzig

              Spätestens damit hast du Dich als Diskussionspartner disqualifiziert.

              Inwiefern? Menschen sterben und teilweise auch grausam aber ich denke, dass ich beweisen kann, dass unter diesem System dies weniger passiert als in allen die er vorschlagen könnte.
              Sternburg unten scheint ja z.B. vorzuschlagen, dass der Kommunismus besser war.

            • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 09:45 - Permalink

              @Brick

              Ich zitiere Dich mal:

              “WTF?”

              und

              “Jaja”

              Übrigens: Was an diesem Satz:

              Spätestens damit hast du Dich als Diskussionspartner disqualifiziert.

              hast Du nicht verstanden?

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 20:21 - Permalink

        @ brick

        falscher rahmen. net vor 100 jahren. egaaaaaal. vor zb 30 jahren. das passt. da können viele schon viele beispielle bringen.

      • Terenz schrieb am 12. August 2011 at 10:09 - Permalink

        [...] Ein System, das seit jeher Millionen verarmen
        und gnadenlos verrecken lässt [...]

        [...] Im Vergleich zu was? Wem geht es schlechter als vor
        100 Jahren? Das ist einfach doof. [...]

        Das war wohl global gemeint und genau betrachtet ist es leider war Brick . Es nicht zu sehen ist doof wenn nicht schlimmeres wenn man es auf deine art und weise tut . Hier im Lande zb.
        wird einer privat Bank mehr interresse zuteil als allen hungernden der Welt . Auch wenn es für dich polemisch klingt . Mit 6 Milliarden Euro könnte man laut UN dieses Jahr die schlimmsten auswirkungen von hunger auf der Welt bekämpfen .
        Aber schon klar … das ist eine doofe sich auf die Welt . Und wirklich helfen würde das den Leuten ja auch nicht weil nächtes Jahr das gleiche problem wieder da wäre . Ist dann doch
        humaner sie gleich verrecken zu lassen genau so wie nächstes Jahr auch .

      • sternburg schrieb am 12. August 2011 at 12:34 - Permalink

        @ brick

        “….Sternburg unten scheint ja z.B. vorzuschlagen, dass der Kommunismus besser war….”

        so nach dem motto: geht doch nach drüben ! nö.

        ich hab nirgends den kommunismus gepusht, weil ich den kommunismus nicht mag. ich finde arbeiterdiktatur unsexy.

        im übrigen lieber brick lebst du hier auch nicht mehr im kapitalismus. das was seit 4 jahren in den usa und eu passiert hat mit kapitalismus nix mehr zu tun.

    33. MNB schrieb am 11. August 2011 at 18:27 - Permalink

      Das neoliberale Modell ist gescheitert? Welche Deregulierungsmaßnahme wurde im Finanzsektor denn durchgesetzt? Inwiefern unterscheidet sich die Regierung Merkel/Westerwelle grundlegend von Merkel/Müntefehring oder Schröder/Fischer? Wurde irgendeiner der Profiteure vom Netz genommen? Also wenn ich aus dem Fenster sehe, feiern die Neo’s fröhliche Urständ. – Jetzt haben die Neoliberallalas schon genauso viele allerallerallerletzte Sargnägel wie die SPD verpasst bekommen und fahren dennoch Gewinne wie vor der Krise ein. Im Gegenteil, die Bankenkonzentration ist jetzt noch höher. Die Staaten noch handlungsunfähiger.
      Wunschdenken, lass nach! Der Kelch ist noch lange nicht ausgetrunken. Und das Publikum glotzt bloss. Die Neo’s sind voll auf Kurs…

    34. Till schrieb am 11. August 2011 at 19:04 - Permalink

      Je lauter das Orchester spielt desto wahrscheinlicher ist es, dass systemische Hintergründe und komplexere Informationen untergehen oder überspielt werden.

      Die Polizei erschiesst einen Unbequemen mit zwei Kugeln. Seine Familie erfährt von seinem Tod durch die Medien. Die Polizei behauptet zuerst, der Unbequeme habe zuerst geschossen. Später stellt sich heraus, dass der Unbequeme nicht geschossen hat. Es beginnen Krawalle. Die Polizei schreitet mit 6000 Mann ein. Der Premier tobt. Die Krawalle gehen weiter. Es werden 16000 Mann an Polizei eingesetzt. Der Premier droht mit dem Einsatz der Armee und mit Ausgangssperren. Er werde die Kriminellen schon finden, er habe ihre Gesichter gespeichert, dank der vielen Kameras in der Stadt. Er ist empört. Er denkt darüber nach, bei der Polizei die bei Staatsangestellten beschlossene 20 %-ige Lohnreduktion auszunehmen.
      Bilder von plündernden Jugendlichen. Eine Gesellschaft zerbricht.
      (Quelle: Der Hintergrund, eben auf Deutschlandfunk gesendet)

      • MNB schrieb am 11. August 2011 at 19:08 - Permalink

        Der Witz dabei: man denkt über die Rücknahme der Kürzungen bei der Polizei nach. Nicht über die bei den Sozialarbeitern etc.

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 19:42 - Permalink

        @ till

        das beispiel aus berlin ist doch auch putzig http://www.youtube.com/watch?v=W_cG1TVTge4 der mann mit dem fahrrad ist ganz eindeutung in die faust des polizisten gelaufen. der polizist hat jetzt probleme mit seiner hand. was fällt dem radfahrer ein , auch mit seinem kopf voll gegen die polizeifaust zu boxen und und und nicht nur das, danach dann weiter in eine ganze gruppe berliner polizisten zu rennen und den freundlich ausgestreckten fäusten der beamten nicht aus dem weg zu gehen , sondern offensichtlich die konfrontation zu suchen. so gefährlich sind radfahrer in deutschland.

        • Till schrieb am 12. August 2011 at 19:31 - Permalink

          Die “City of London” ist das grösste Finanzzentrum der Welt. Die “City of Lonon” ist eine Art Staat im Staat. Sie hat die grösste Dichte an Überwachungskameras der Welt (Der Spiegel schätzt 1 Million Überwachungskameras in London). Allein in London wird ein Passant, der sich einen Tag in der Stadt aufhält, im Schnitt 300 Mal vom Kamerasystem CCTV (Closed Circuit Television) erfasst (sueddeutsche.de, 8.5.2008). Was zur Zeit in London an armutsbedingten sozialen Spannungen und Krawallen passiert, ist das, was bei uns noch kommen wird. London ist uns einfach einige Schritte voraus.
          “Ich kann mit Fatalisten und Pessimisten wenig anfangen, da ihr auch nur eine Gruppe seid die zu faul ist den Hintern hochzubekommen um am Status Quo was zu ändern” …trifft in London nicht mehr zu. Sie bekommen ihren Hintern hoch und schlagen die Scheiben von Elektronikmärkten und Juwelieren ein. Status Quo war gestern.

    35. sternburg schrieb am 11. August 2011 at 19:33 - Permalink

      „ökonomische Freiheit als Vorbedingung für jede andere Freiheit“ hayek

      wenn das der glaubenssatz im orthodoxen neoliberalismus ist…. keine weiteren fragen euer ehren : ))))

      stetiges wachstum gibts nur einmal in der natur http://www.youtube.com/watch?v=LSdrsoCPBUQ

    36. Brandubh schrieb am 11. August 2011 at 21:10 - Permalink

      Schon der Begriff “Neoliberalismus” muss für das “gemeine” Volk ja ein Mysterium bleiben, wenn es nicht begreift, was Wirtschaftspolitik bewirken kann.
      Und die Befürworter des Neoliberalismus können dann ganz dämlich fragen, was soll das denn sein: Neoliberalismus?

    37. Der Politclown schrieb am 11. August 2011 at 22:24 - Permalink

      Alles wiederholt sich.
      Wenn in früheren Zeiten es die Tyrannen zu weit trieben, wurden sie vom Volk gestürzt; unten gegen oben.
      Dann erkannten ein paar gerissene Herrscher, dass man die Bevölkerung doch wunderbar gegeneinander ausspielen könne; links gegen rechts.
      Heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Bevölkerung so entzweit, geviertelt und ausgequetscht ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann es die Regierung zu bunt getrieben hat und die grauen Mäuse von 100 Parteien, 1000 Subkulturen, 1000000 Vereinen 1000000000000 Steuerklassen die Schnauze voll haben und wieder EIN Volk sein wollen.
      …bis dann wieder ein Tyrann emporsteigt und
      Alles wiederholt sich

      • sternburg schrieb am 11. August 2011 at 22:40 - Permalink

        @ der politclown

        hab irgendwo mal sinngemäß (weiß es leider nicht mehr wortwörtlich ) den satz gehört , das geschichte sich nicht wiederholt, aber sie reimt sich hier und da.

    38. klaus59 schrieb am 11. August 2011 at 23:45 - Permalink

      @Heldentasse

      Ich habe gleich mal in “Deinen” WIKIPEDIA link geschaut, (mit dem Du mich über relative Armut aufklären wolltest?) wo unter anderem steht:

      “Armut im Vergleich zur Relativen Armut [Bearbeiten]
      Über den tatsächlichen Lebensstandard der Menschen sagt die relative Armut wenig aus.”

      Das entspricht auch meinem Verständnis. Die relative Armut ist eine von Links lancierte Neudefinition, die dazu führt, sich mit unterdurchschnittlichem Einkommen unterbezahlt vorzukommen, anstatt zu begreifen, dass der gerechte Lohn jener ist, den einer aus eigener Tasche für Deine Leistung bereit ist auszugeben.
      Zuwanderern, die der absoluten Armut ihres Heimatlandes entflohen sind, sollten wir nicht einreden, dass sie bei uns wiederum relativ arm sind.

      • Sven schrieb am 12. August 2011 at 01:14 - Permalink

        “…dass der gerechte Lohn jener ist, den einer aus eigener Tasche für Deine Leistung bereit ist auszugeben.” – Jeder Arbeitgeber versucht den geringstmöglichen Lohn zu zahlen, Dich dann noch bei Pausen und Überstunden zu bescheixxen und wenn der Staat subventioniert, das dann auch noch gleich einzupreisen. Also wo da jetzt die Gerechtigkeit ins Spiel kommt, erschließt sich mir nicht. Löhne werden nach Knappheit der benötigten Arbeitskräfte gezahlt, nicht nach Gerechtigkeit. Von Löhnen müssen Menschen leben. Deine Schiene betrachtet die Wirtschaft so, als ob sie getrennt von der Gesellschaft existierte. Das hätte diese (die W.) zwar gerne so, stimmt natürlich aber nicht. Siehe auch: Polanyi, Great Transformation.

        PS: Das die WHO, die OECD und die EU linke Veranstaltungen sind, war mir auch neu.

    39. wehner schrieb am 12. August 2011 at 10:06 - Permalink

      In der Demokratie zählen Mehrheiten. Es ist rhetorisch immer wieder ganz nette,, zu behaupten, dass die Mehrheit manipuliert, unaufgeklärt oder schlichtweg dumm ist, sofern sie nicht der eigenen Ansicht ist.
      Wer meint,, dass seine Theorien und Ansichten fundierter oder besser sind, sollte zunächst mal versuchen, dies auch dementsprechend populär zu machen. , Hilfreich wäre es da schon,, Artikel zu schreiben, die nicht überwiegend Sozialpädagogen und Lehrer ansprechen, die muss man ja nicht mehr überzeuegen.

      • schwitzig schrieb am 12. August 2011 at 10:10 - Permalink

        In der Demokratie zählen Mehrheiten.

        Du musst aber auch bedenken, wie die “demokratischen” Mehrheiten zustande kommen. Wird z.B. über Medien gezielt desinformiert gepaart mit einem disfunktionalem Bildungssystem, ist die “Mehrheit” durch Betrug zustande gekommen. Das ist keine Demokratie, sondern die Vortäuschung einer Demokratie.

    40. Hustenstorch schrieb am 12. August 2011 at 10:48 - Permalink

      Es ist kein Geheimnis, dass die wirtschaftliche und politische Bildung der meisten Menschen in Deutschland mangelhaft ist. Defizitäres Grundwissen entziehen auf Dauer einem demokratischen Gesellschaftssystem die Basis. Leider hat das deutsche Bildungssystem darin versagt, breiten Bevölkerungsschichten die Grundzüge unserer Gesellschaftsordnung verständlich zu machen.

      Ich sehe das ein bißchen anders. Das Bildungssystem hat genau das gemacht, was die Politik und die Herrschenden wollten:

      Defizitäres Grundwissen entziehen auf Dauer einem demokratischen Gesellschaftssystem die Basis.

      Sehr guter Beitrag übrigens!

    41. Ominoko schrieb am 12. August 2011 at 12:46 - Permalink

      Gestern noch hab ich auf YouTube ein Video mit Helmut Schmidt über die mittelalterlichkeit des Finanzrechts gesehen [1], und heute wurde er indirekt auf FTD.de bestätigt. Da steht doch tatsächlich:

      Zitat: Die ESMA wies darauf hin, dass Leerverkäufe eine zulässige Handelsstrategie darstellen können. “Wenn sie in Kombination mit der Verbreitung falscher Marktgerüchte genutzt werden, ist sie aber eindeutig missbräuchlich.” Zitat Ende. [2]

      Es liest sich für mich wie:
      Hexenverbrennung und Kätzereiparagraphen sind zulässige inquisitorische Verteidigungsstrategien. Wenn sie in Kombination mit der Verbreitung falscher Gerüchte genutzt werden, sind sie aber eindeutig missbräuchlich.

      [1] http://www.youtube.com/watch?v=SSMh63c5s_I
      [2] http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:marktturbulenzen-boersenaufseher-gehen-gegen-leerverkaeufer-vor/60090552.html

    42. klaus59 schrieb am 12. August 2011 at 14:27 - Permalink

      @ Sven
      “Also wo da jetzt die Gerechtigkeit ins Spiel kommt, erschließt sich mir nicht. Löhne werden nach Knappheit der benötigten Arbeitskräfte gezahlt, nicht nach Gerechtigkeit. ”

      Korrekt, Angebot und Nachfrage wie bei allen Weltmarktprodukten. Wie willst Du denn die Lohnfindung aus dem Markt herausnehmen? Stell Dir vor, Du fordert einen (für Dich gerecht gefühlten Lohn), und keiner ist bereit zu zahlen?
      Wenn 1000 Leute VWL studieren und nur 100 nachgefragt werden, soll wer die 900 alimentieren? Gleiches gilt für untere Lohngruppen. Ich kann mir schlichtweg keine Reinigungskraft leisten – und bei wem soll sich diese nun beschweren?

      • Martin schrieb am 12. August 2011 at 15:38 - Permalink

        Nun verstehe ich das Wort “neoliberal” auch langsam ein bisschen.

        Korrekt, Angebot und Nachfrage wie bei allen Weltmarktprodukten.

        Das wäre nur unter dem Gesichtspunkt korrekt, dass der Arbeitsmarkt nicht längst fehlgesteuert wäre. Faktisch gibt es, was es laut Grundgesetz nicht geben darf: Arbeitszwang (HartzIV). Dieser wirkt sich nicht nur auf die direkt betroffenen, sondern auf alle Arbeitnehmer die sich in diesem Lohnsegment bewegen aus.
        Deine Aussage hätte Wahrheitsgehalt in einer Welt, in der jeder leben kann, ohne zwingend arbeiten zu müssen. Eine Welt, die menschenwürdige Mindeststandards vertritt, zum Beispiel in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).
        Man kann Deine Aussage auch gerne mal von der anderen Seite betrachten: dem erbärmlichen Unternehmergejammere à la “und wenn die Arbeitskosten nicht noch niedriger werden, dann müssen wir, so leid es uns tut, ins Ausland”. Wenn diese Unternehmer wirklich nachgefragte “Weltmarktprodukte” herstellen würden könnten sie auch anständige Löhne zahlen. Alle die das nicht können sollen doch bitte der Menschheit den kleinen Gefallen tun und sich davon machen – weg von der Bildfläche.

        • leslie schrieb am 13. August 2011 at 10:32 - Permalink

          “”"Wenn diese Unternehmer wirklich nachgefragte “Weltmarktprodukte” herstellen würden könnten sie auch anständige Löhne zahlen. Alle die das nicht können sollen doch bitte der Menschheit den kleinen Gefallen tun und sich davon machen – weg von der Bildfläche.”"

          word!

          Es wär schon viel getan,
          wenn schonmal diese ganzen elenden Leih und Zeitarbeitsbuden verschwinden würden.

          Abbrennen wär vielleicht was.^^

          Übrigens Weltmarktprodukte.
          http://www.youtube.com/watch?v=BYaObBQTkpk

          Momentan machen die falschen den grossen Reibach.

          Mfg

          • Thrombophlebitis schrieb am 13. August 2011 at 14:35 - Permalink

            Es wär schon viel getan,
            wenn schonmal diese ganzen elenden Leih und Zeitarbeitsbuden verschwinden würden.

            Leslie, das sehe ich etwas anders.

            Leih- und Zeitarbeitsunternehmen finde ich im Prinzip OK. Aber auf keinen Fall so wie in Deutschland praktiziert. Der Leiharbeiter muss mehr Stundenlohn erhalten als der fest Angestellte (so wie z.B. in Frankreich), da er nicht nur flexibler und mobiler sein muss, sondern weil er auch noch von der Stammbelegschaft wie ein Aussätziger behandelt wird und oft auf Abruf bereit stehen muss und dies, manches Mal sogar ohne jegliche Bezahlung.

            Einiges hiervon betrifft auch Arbeitnehmer in gehobeneren Positionen. Wenn etwas schiefläuft, war´s im Zweifelsfall immer der Externe. Ich weiß wovon ich rede.

            Da diese Arbeitnehmer bei Auftragsflauten den Verleihern von jetzt auf sofort zurück gegeben werden und diese sie daraufhin, im Falle keiner anderen Beschäftigugsmöglichkeit, entlassen können (so sind die Gesetze in Deutschland), übernimmt die Allgemeinheit die Kosten der “Wartezeit” bis sie wieder irgendeine Verwendung finden. Das alles finde ich ziemlich asozial. Wie wäre es denn mit einem Arbeitgeberfond, in den alle Arbeitgeber, die diese Art der Beschäftigung bevorzugen, einen kostendeckenden Betrag einzahlen, um die Fristen der Nichtbeschäftigung zu überbrücken? Nur so eine Idee wie man das, meiner Ansicht nach, gerecht für alle Seiten handhaben könnte. Aber Gerechtigkeit ist wohl zur Zeit nicht besonders hip, wie man überall sehen kann. Wer ehrliche Gerechtigkeit (also nicht die, wie sie z.B. die FDP propagiert) fordert, wird schnell in die linke Ecke der “Gutmenschen” gestellt und damit der Lächerlichkeit preis gegeben.

            Na Gewerkschaften: Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag so?

    43. DerFlaschengeist schrieb am 12. August 2011 at 20:20 - Permalink

      Naja…der Artikel hätte jetzt auch in der TAZ oder Süddeutschen stehen können. Man kenn kaum nen Unterschied.
      Wer hier seit Jahren auf SF oder NDS seine Anlaufstelle hat, der kennt das Thema an sich schon in und auswendig.
      Mir fehlt hier echt die Tiefe. Klar, im Kern stimmt es schon, was geschrieben wurde, aber mir klang es doch sehr populistisch und oberflächlich.
      “Der Deutsche” ist politisch “unterentwickelt”…das Bildungssystem trägt Mitschuld…die “Medien” (und hier gebe ich Sternburg 1 recht…es müsste eher Mainstreammedien heissen, denn es gibt Unterschiede) berichten parteiisch und manipulativ…. und irgendwann krachts bei uns auch noch.
      Das ist so die Botschaft, die der Artikel hier für mich so vermittelt, und die ist weder neu noch wird näher auf Details eingegangen.
      Dabei gäbe es zu all den kleinen Ursachen, die sich in den letzten Jahren aufsummiert haben, soviel zu sagen, zu bedenken und verständlich zu machen. Aufklärung und Erklärung tut bitter not, aber so?
      Vor allem muss differenziert werden. Die Zustände in England, Spanien, oder Frankreich haben im Kern die selben, in der Ursache für die Proteste aber andere Auslöser…schon angefangen bei der Mentalität über andere Sozialsysteme bis hin zu prozentualer unterschiedlicher Arbeitslosigkeit. Soetwas einfach in einem Topf, bzw Artikel zu verwursten ist die Art von Focus, Zeit Online, oder Stern. Hier beim SF war ich das bisher nicht gewohnt.

      Also lieber Florian…nix für ungut, aber das Thema gibt wirklich viel her. Es ist nötig, dass es Menschen wie dich gibt, die sich damit auseinandersetzen und versuchen, andere Sichtweisen aufzuzeigen und möglichst sachlich zu informieren. Ganz besonders aber deine letzten 2 Zeilen hatten Bild-Niveau…und da das verständlicherweise ganz leicht als Beleidigung verstanden werden kann…als Beleidigung war es nicht gedacht.
      Ich stelle mir da aber gerade folgende Schlagzeile vor:
      “Unruhen in England! Deutsche von Krise faktisch noch nicht betroffen, aber bereits apatisch. NOCH!!!”

      in diesem Sinne

      DerFlaschengeist

    44. Naja, schrieb am 13. August 2011 at 09:31 - Permalink

      Hm, jetzt bin ich aber mal gespannt, wie ihr den Wertewandel in Deutschland in den letzten ca. 35 Jahren erklärt (Stw. Ökologie). Die fand ja gegen den “Widerstand” der Industrie statt. Und trotz der Manipulation der “Mainstreammedien”, oder welche Rolle spielten die dabei???

      • Heldentasse schrieb am 13. August 2011 at 17:57 - Permalink

        @Naja

        Hm, jetzt bin ich aber mal gespannt, wie ihr den Wertewandel in Deutschland in den letzten ca. 35 Jahren erklärt (Stw. Ökologie)

        Da ist in meinen Augen nicht schwer zu erklären, es gibt für alle ersichtliche Exempel wie sich ein Handeln gegen die Natur auswirkt. Ein ganz aktuelles Beispiel ist die Atomreaktorkatastrophe in Fukushima, hier heben sich die Regierenden nur bewegt weil die Bilder zu offensichtlich waren. (Diese Bilder verblassen z.Z. aber wieder. Ich hoffe/ bitte, dass der Spiegelfechter zu noch einmal der Sache annimmt)

        Was z.Z. ökonomisch abgeht, könnte sich im Endeffekt (in letzter Konsequenz) als genau so schlimm wie die Folgen einer großen ökologischen Katastrophe erweisen, nur es läuft auf einer sehr abstrakten Ebene ab, die sich wohl die wenigsten (schließe mich da mit ein) vorstellen können. Das fängt schon mit der Vorstellung von großen Zahlen an, stell Dir doch bitte mal eine Million € vor, und danach stelle Die vor dass es bei der Staatsverschuldung um eine Größenordnung geht, die um den Faktor Millionen mal größer ist als ein Million €.

        Fazit: Ethische Werte im Bereich der Ökonomie können sich u.a. nur schwer oder gar nicht entwickeln weil die meisten Menschen die Lage nicht durchschauen.

        P.S.:

        Es ist gut, dass die Bürger der Nation nicht unser Banken- und Geldsystem verstehen, denn wenn sie es würden, glaube ich, gebe es eine Revolution vor morgen früh.

        Henry Ford

    45. Fidele Klara schrieb am 13. August 2011 at 12:55 - Permalink

      Fidel Castro Cumple 85 Años. ¡¡FELICIDADES COMANDANTE!! ;-)
      Fidel Alejandro Castro Ruz (* offiziell 13. August 1926 in Birán bei Mayarí, Provinz Oriente)

    46. Der Schachspieler schrieb am 13. August 2011 at 15:28 - Permalink

      Eine fette eins plus für diesen Artikel.

      Angebracht und sinnvoll.

    47. susi bibelmaus schrieb am 13. August 2011 at 16:39 - Permalink

      Die Welt, so wie sie noch während der Schulzeit zu Beginn der 80´er war, rückt zusammen. Doch die Menschen erleben das Bündeln und Zentrieren der Kräfte – hin zu einer „neuen Weltordnung“ eben nicht als Bereicherung einer aufgeklärten Zukunftsvision, sondern als eine neue religiöse Form vom alten Wunsch: „sich ans Werk zumachen, um zusammen einen Turm so hoch bis zum Himmel zu bauen… und dieses Bauwerk wird uns dann zusammenhalten (1.Mo 11)“. Mit dieser neuen alten Wiederbelebung pseudoreligiösem Habitus, errichteten unsere europäischen Politiker das Brüsseler UN-Gebäude nicht nur als sichtbare Silhouette des Turms von Babel – sondern Bauen seitdem gehetzt im religiösem Wahn an einem „Europäischen Gebäude“, dass wirtschaftlich- politisch- religiös- militärisch und finanziell den alten Traum jener weltweiten Allianz wiederbeleben soll. Zug um Zug engt sich so einst kohärent säkulares Leben durch einen Trichter formatierter Gleichwertigkeit.
      .
      Zusätzlich der „Bündelung“ von Staaten- Geld- Wirtschaft und Politik, sehen sich so übergangene Weltenbürger dann auch zunehmend demagogischen Linguismen ausgeliefert. Im Wunsch nach Systemkontrolle zu konformer Deutungshoheit preschten auch bei uns heimische Mandatsträger die Zielvorgabe einer positiv prozentualen Berichterstattung durch! Seitdem werden aus Angst vor beruflicher Konsequenz exzentrische Negationen meist schon vorher, im Kopf der Journalisten gefiltert! Sie alle haben ja an zahlreichen Beispielen sehen können wie mit kritischer Ausscherung umgegangen wird. Und sortierte der Kioskhändler gestern noch die zahlreich auflagestarken Journale gewissenhaft in seine Regalauslagen, macht es heut, wegen der inhalts- und textgleichen Nachrichten schon keinen Unterscheid mehr welches charakterlose Blatt vom Endkunden für Geld erworben wird. Also auch hier…wenig aufbegehren gegen ein Europäisches Haus und globale Einheit.
      .
      .
      Dabei ist für einen erfahrenen Theaterbesucher die Analyse gar nicht so schwer. Die Aushänge an den Häusern und Bäumen der Straßen sagten uns wie sie das Stück benannten. Im Foyer werden wir begrüßt und eingewiesen. Der Gong tönt, der Vorhang geht auf,… im Saal wird es ruhig. Auf der Bühne bekannte Darsteller. Das Stück ist geprobt und jede Miene und Geste sitz. Was die Zuschauer nicht sehen, am Bühnenrad beim Regiepult die Techniker, Maskenbildner und der Regisseur. Was die Zuschauer noch weniger sehen: im Bühnenboden eingelassen mit dem Rücken zum Zuschauer, der Souffleur. Er haucht den Darstellern die rechten Töne ins Angesicht. Europa, das Geld, unsere Freiheit, unser Leben… das Stück lag schon als Skript vor, dass Ambiente bauten die Bühnentechniker, die Darsteller wurden gecoacht und die Plakate geklebt. Wir wurden gestern durchs Foyer geschleust, sitzen heut im Saal und der Vorhang ist geöffnet worden… und im Saal ist es ruhig.
      .
      .
      .
      susi

      • Heldentasse schrieb am 13. August 2011 at 18:47 - Permalink

        Sehr schön geschrieben, aber ich glaube es ist alles sehr viel trivialer, es ist so wie es Kurt Tucholsky mal lyrisch beschrieben hat:

        Gruß nach vorn
        Lieber Leser 1985- !
        …
        Soll ich dir Schmeicheleien sagen? Ich kann es nicht. Selbstverständlich habt ihr die Frage: “Völkerbund oder Paneuropa?” nicht gelöst; Fragen werden ja von der Menschheit nicht gelöst, sondern liegen gelassen. Selbstverständlich habt ihr fürs tägliche Leben dreihundert nichtige Maschinen mehr als wir, und im übrigen seid ihr genau so dumm, genau so klug, genau so wie wir.
        …
        Ja, die Hand will ich dir noch geben. Wegen Anstand.

        Und jetzt gehst du.

        Aber das rufe ich dir noch nach: Besser seid ihr auch nicht als wir und die vorigen. Aber keine Spur, aber gar keine-

        Quelle

        • Martin schrieb am 13. August 2011 at 20:53 - Permalink

          Ich mag den Kurt.

    48. minimax schrieb am 14. August 2011 at 03:15 - Permalink

      bei vielen artikeln die hier erscheinen habe ich oft den eindruck das die symptome der gesellschaftlichen kriese immer mit deren ursache verwechselt wird. insofern finde ich es bei diesem artikel gut das die gesellschaftlichen verhältnisse generell in frage gestellt werden.
      ein zurück in die gute alte marktwirtschaft würde bedeuten die entwicklung der globalisierung noch einmal zu wiederholen. angeblich kann man ja das rad der geschichte nicht mehr zurück drehen.

    49. Heldentasse schrieb am 14. August 2011 at 11:54 - Permalink

      Moin Moin,

      wenn wir hier schon über Erkenntnisse diskutieren ->
      just for info: IMO trifft dieser Artikel Das Löschfahrzeug als Brandherd analytisch genau ins Schwarze.

      …
      Die Wirtschaftspolitik befindet sich in einem heillosen Dilemma. Einerseits muss die Ausdehnung der Staatsverschuldung weitergehen, um eine Deflation zu vermeiden. Gleichzeitig ist die Ankündigung einer baldigen Haushaltskonsolidierung unerlässlich, um die Kreditwürdigkeit des Staats zu simulieren.
      …
      Umso klarer ist, welcher Ausweg in dieser verfahrenen Situation noch bleibt. Auf sich gestellt hat die Wirtschaftspolitik zwar keine Spielräume mehr, aber noch eine geldpolitische Option. Die Zinsen können die Zentralbanken angesichts bereits extrem niedriger Leitzinsen zwar nicht mehr senken, dafür kaufen die Zentralbanken die Anleihen ihrer notleidenden Staaten auf.
      …
      Vor einigen Jahren galt genau das noch als größter denkbarer Sündenfall wider die Geldwertstabilität. Nicht zu Unrecht: Eine Zentralbank, die statt rentierlicher Papiere Staatspapierschrott als Währungsreserve einlagert, verlagert die Krise auf ein neues Feld. Die Entwertung von Staatsschulden wird vertagt, an ihre Stelle tritt die schleichende Entwertung des Geldes. Der Schritt von der Krise der Staatshaushalte zur Krise des Geldmediums stellt die nächste logische Stufe des Krisenprozesses dar.

      Als VWL Laie sieht das für mich so aus, dass die Staaten ihre Währungen entwerteten, indem sie ohne Gegenwert die Märkte mit Geld fluten. Es kann aber zu keiner “richtigen” Inflation (mit dem entsprechendem Nachfrageschub von Gütern und Produktionskapazitäten) kommen, weil dieses Geld sofort an die Finanzmärkten “weiter gereicht wird” wird. Frage an die Experte: Wäre dann nicht mittel/ langfristig eine Stagflation wahrscheinlich?

    50. R_Winter schrieb am 14. August 2011 at 13:15 - Permalink

      off-topic:

      http://www.faz.net/artikel/C30351/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-30484461.html

      Der Artikel von Schirrmacher -FAZ- ist sehr lesenswert.
      Erstmalig werden NachDenkSeiten und Albrecht Müller positiv von Schirrmacher genannt.
      Wir sind im richtigen Fahrwasser……

      • Heldentasse schrieb am 14. August 2011 at 13:54 - Permalink

        Das ist ja so, als ob die Mafia die Polizei loben würde! Höchst bedenklich, finde ich. ;-)

    51. ralle schrieb am 16. August 2011 at 23:03 - Permalink

      Ich finde die These, dass die Medien versagen, geht noch nicht weit genug. Ohne, dass diese Annahme falsch ist, liegt das Problem meiner Ansicht nach vielmehr tief in der Gesellschaft verwurzelt. Ich glaube es gibt tabus, wie etwa unser System als “menschenfeindlich” zu beschreiben. Auf der anderen Seite sehen wir immer wieder selbst auf SPON Artikel, welche Banker geißeln und nach mehr Regulation rufen oder die Auswirkungen in Schwellen oder sog. “Dritte Welt” Ländern beschreiben.

      Die großen Zusammenhänge, könnte man meinen, werden hier nicht hergestellt aber der Author dieses Artikels ist sich, so denke ich, auch zu sicher mit seinem Urteil. Ich finde es gut, dass er seine Ansicht hier so klar macht und das System als gescheitert darstellt. Aber wir leben in einer Gesellschaft, die immernoch Angst hat vor der Ideologie und unser jetziges System scheint ideologielos. Zumindest für den Bürger, den die Freiheit der Ideologie haben wir nach wie vor. Eine stark abweichende aber in der Öffentlichkeit auszusprechen kann zur Isolation führen.

      Diese Isolation ist es meiner Meinung nach, die Journalisten und Politiker fürchten.


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