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  • Lippenbekenntnisse im Sommerloch

    geschrieben am 26. August 2011 von Spiegelfechter

    икони на светциVor etwas mehr als einem Monat haben die NachDenkSeiten gefragt, wo denn die Steuererhöhungsdebatte bleibt? Der Sommernachtstraum wurde wahr, seit wenigen Wochen findet weltweit eine Steuererhöhungsdebatte statt. Doch diese Debatte hat einen faden Beigeschmack, denn sie wird nicht von der Politik, sondern ausgerechnet von einigen Superreichen geführt.

    Es liest sich ja rührend, wie Superreiche wie Warren Buffet (Berkshire Hathaway), Luca di Montezemolo (Ferrari) oder Maurice Lévy (Publicis) ihre jeweiligen Regierungen auffordern, Reichtum stärker als bisher zu besteuern. Warum ist dies den Herren eigentlich nicht schon früher eingefallen? Die Prozesse, die zu der sagenhaften Vermögenskonzentration bei den oberen Zehntausend führten, sind ja nun keineswegs plötzlich und unerwartet über die Menschheit gekommen, sondern vielmehr Ergebnis einer mindestens drei Jahrzehnte fortwährenden Politik der massiven Umverteilung von unten nach oben. An diesem Paradigmenwechsel haben gerade diese Milliardäre tatkräftig mitgewirkt und diese Politik millionenschwer gefördert. Natürlich kann man nun sagen, dass es besser sei, zu spät als gar nicht auf den Pfad der Tugend zurückzukehren. Es stellt sich hierbei jedoch unweigerlich die Frage, schlägt wirklich einigen ihr schlechtes Gewissen auf den Magen oder sind es nur Lippenbekenntnisse.

    Die einfachsten Versprechen sind diejenigen, von denen man bereits vorweg weiß, dass man sie nicht einhalten muss. Weder in den USA, noch in Frankreich, Italien oder gar Deutschland gibt es eine politische Mehrheit, die bereit wäre, hohe Einkommen oder Vermögen stärker zu besteuern. Im Gegenteil: das „große Geld“ sponsert gerade die Parteien, die den Staat noch mehr ausbluten wollen. Wenn man weiß, dass man ohnehin nicht zusätzlich zur Kasse gebeten wird, kann man natürlich auch eine „Reichensteuer“ fordern – die Öffentlichkeit wird dies bewundernd zur Kenntnis nehmen. Dass zwischen Reden und Handeln eine tiefe Kluft besteht, zeigt sich etwa darin, dass sich an der französischen „Taxes-Nous“-Kampagne auch so illustre Steuerhinterzieher wie Lilliane Bettencourt (L´Oreal) und Gesetzesbrecher wie Christophe de Margerie (Total) beteiligen. Die PR-Wirkung einer solchen Kampagne ist nicht zu unterschätzen, weshalb PR-Legende Maurice Lévy auch der optimale Initiator für diese Kampagne ist.

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    86 Kommentare Print This Post
    икони на светциVor etwas mehr als einem Monat haben die NachDenkSeiten gefragt, wo denn die Steuererhöhungsdebatte bleibt? Der Sommernachtstraum wurde wahr, seit wenigen Wochen findet weltweit eine Steuererhöhungsdebatte statt. Doch diese Debatte hat einen faden Beigeschmack, denn sie wird nicht von der Politik, sondern ausgerechnet von einigen Superreichen geführt. Es liest sich ja ...
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    86 Kommentare:

    1. R_Winter schrieb am 26. August 2011 at 17:31 - Permalink

      Das Thema ist überfällig und wurde bisher im Spiegelfechter nur mit Nebensätzen behandelt, obwohl es ein Grundproblem unserer Gesellschaft ist.

      In der Printausgabe der FAZ vom 26.8.2011 wird dieses Thema behandelt und nur Ernst Probst (Liqui Moly) fordert 50% Spitzensteuersatz.
      Alle anderen Gruppen von der Familienunternehmer über dem Institut der deutschen Wirtschaft bis Schäuble sind gegen eine Erhöhung der Steuersatzes für Spitzeneinkommen.
      Das Finanzministerium hält eine Haushaltssanierung über eine “Reichensteuer”
      (klingt verdammt nach “Neidsteuer”) für ungeeignet. Dieses ist aber nicht die Frage, sondern die Steuergerechtigkeit.
      Ein realer Steuersatz von ca. 30% ist lächerlich für Einkommen über 500.000€, da gerade von diesen Personen alle legalen Steuerverkürzungen genutzt werden.
      Die Steuern dieser Gruppe muss auf über 50% erhöht und alle Steuerverkürzungen auf Null gebracht werden.
      Die gebetsmühlenartige Begründung, der jetzt schon angeblichen Belastungen, ist bei einer Einkommensschere in den letzten 10 Jahren von 52% zwischen Arbeitnehmereinkommen und Unternehmens- und Finanzeinkommen, muss schnell reduziert werde, sonst fliegt unsere Gesellschaft auseinander.
      Unsere Abgeordneten – aller Parteien – haben die Hosen voll in diesem Bereich, denn viele wären selber betroffen (siehe Steinbrück mit seinen Korruptions- Vorträgen).

    2. teekay schrieb am 26. August 2011 at 17:42 - Permalink

      Warum auf Steuererhoehungen warten, liebe Superreiche? Einfach mal freundlich anfragen bei den Regierungen wo man denn 100 oder so Millionen einzahlen kann damit die dem Staat sofort und unmittelbar helfen. Ich bin mir sicher es gaebe da auch eine PR-Moeglichkeit wenn Herr Buffet Herrn Obama so einen grossen Symbol-Scheck ueberreichen moechte…koennte man im kleineren Rahmen auch lokal machen.
      Das ist Sommerloch-Geplauder und ein Herr Aldi, Oetker oder eine Frau BMW werden einen Teufel tun sich da zu Wort zu melden. In den USA haeufen die Reichen lieber die Kohle an damit sie dann ganz Wohltaeter am Lebensende eine Stiftung einrichten koennen die ihren Zielen nutzt und nicht einfach so dem gemeinen Volk.

      • Vogel schrieb am 26. August 2011 at 21:32 - Permalink

        BINGO!!

    3. Karl Heinrich schrieb am 26. August 2011 at 17:43 - Permalink

      Das Thema wird in seiner Bedeutung im Volk traditionell überschätzt:

      Das sieht Stefan Bach ähnlich. Der Steuerfachmann des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) plädierte im Dezember für eine höhere Besteuerung der zuletzt gewachsenen hohen Einkommen. Wichtig sei dabei, dass es nicht zu Ausweichreaktionen komme, sagt Bach. Für das großflächige Stopfen von Haushaltslöchern sei eine solche Steuer aber nicht geeignet. Nehme man etwa an, dass Einkommen von 100.000 Euro an ausweichneutral besteuert werden, könnte ein einstelliger Milliardenbetrag herausspringen, schätzt Bach.

      FAZ.NET

      • Serious Sam schrieb am 26. August 2011 at 18:13 - Permalink

        Das DIW ist natürlich bezüglich Objektivität und Neutralität über jeden Zweifel erhaben.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. August 2011 at 18:22 - Permalink

        Das kommt natürlich auf den Steuersatz an ;-)

    4. t schrieb am 26. August 2011 at 18:26 - Permalink

      Ok, ich hab den Artikel nur bis zum Reizwort Buffet gelesen.
      Aber was der abgeliefert hat, das war schon so eine dreckige und dreiste Täuschung, unglaublich!

      Da erzählt uns der gute Mann – auf 50.000.000.000 $ sitzend, er bezahlt 7 Millionen an Steuern und er würde gerne mehr bezahlen.
      Schließt man nun von seinen Steuern auf seinen Verdienst, dann müsste Waren Buffet älter als Jesus sein, wenn er also nur mit dem Geld, welches er denn gerne höher besteuert hätte, auf seine 50.000.000.000 kommen will.

      Was ein unverschämter Versuch die Wogen zu glätten.

      Die Brandstifter in den Löschzug zu nehmen ist immer eine blöde Idee.
      Buffet beweist es …

      Gut das ich jetzt unter die Dusche springe, da kann ich eigentlich wirklich ungeniert soviel kotzen, wie ich es, wenn ich so ein geschwurbel lese, auch muss.

    5. noLo schrieb am 26. August 2011 at 18:29 - Permalink

      Guten Abend,

      selbst wenn jetzt Dr. Harald Wozniewski und andere erhört werden, glaube ich trotzdem, dass es knallt. Irgendwann ist auch mal Schluss mit der Verarsche. Frei nach Marx: Je länger die Kacke am dampfen ist, umso besser wird die Lösung…. :-)

      • Spiegelfechter schrieb am 26. August 2011 at 18:33 - Permalink

        selbst wenn jetzt Dr. Harald Wozniewski und andere erhört werden,

        Ersetze “werden” durch “würden”. Noch wird hier niemand erhört.

        • noLo schrieb am 26. August 2011 at 19:31 - Permalink

          True, true!

          Ausm Film Cube:
          “Who do you think the establishment is? It’s just guys like me. Their desks are bigger, but their jobs aren’t. They don’t conspire, they buy boats.”- Quentin

          False, false! I think some conspire, some not.

    6. In Dubio schrieb am 26. August 2011 at 18:51 - Permalink

      Nun ja, bei der Linkspartei macht seit kurzem (einige behaupten seit langem) der Unterschriftenautomat Politik. So einer kann schlecht konstruktive Vorschläge unterbreiten.

      Was ist rührend daran, wenn einige Super-Reiche höhere Steuern fordern? In der Regel bezahlen solche Forderungen die gehobene Mittelschicht. Es ist ja nicht gerade originell, Steuern zu fordern, von denen man nicht oder lediglich unterdurchschnittlich betroffen ist. Zugegeben, linke Parteien und ihre Anhänger haben da mehr Übung drin. Da ist es schon glaubwürdiger, wenn Warren Buffett die Hälfte seines Vermögens spendet. Was mag wohl zusammenkommen, wenn man das Spendenaufkommen der Spiegelfechterleser zusammenrechnet? Ich glaube, die Wetten ständen nicht hoch, dass das mehr als 1% der gesamten Einkommen wäre.

      Doch zurück und zu dem Glauben, Vermögensteuer und höhere Einkommensteuern würden die Ungleichheiten einebnen. Zugegeben, viele Staaten in der OECD haben keine Vermögensteuer mehr. Die Amerikaner haben eine. Nun raten wir mal, wie es dort mit der Vermögenskonzentration aussieht. Obwohl die USA die deftigste Besteuerung durchführen (3,1% des BIP) haben sie mit die höchste Vermögenskonzentration. Ups.

      Okay, ein Land ist unfair und da man weiß, dass hier große Schwedenfans versammelt sind, probieren wir es damit. Die Schweden haben tatsächlich Taxes on Property, maßvoll. Und das Beste: sie haben sogar die höchste Einkommensbesteuerung in der OECD. Jetzt könnte man erwarten, das hätte Auswirkungen auf die Vermögensverteilung. Deutschland hat bei der Vermögenskonzentration einen Gini-Koeffizienten von knapp 67%, was deutlich unter dem internationalen Mittel liegt. Und was ist mit den Skandinaviern? In Schweden ist die Vermögenskonzentration mit 77% um über 10%-Punkte höher. Ups.

      Soviel dazu, dass hohe Einkommens- und Vermögenssteuern die Einkommens- und Vermögensverteilung maßgeblich beeinflussen würden. Das nächste Mal bitte mehr Substanz.

      • Peleo schrieb am 26. August 2011 at 22:15 - Permalink

        @ In Dubios

        Glauben, Vermögensteuer und höhere Einkommensteuern würden die Ungleichheiten einebnen.

        Dann bleibt also nur: Enteignung oder Revolution?

        • In Dubio schrieb am 26. August 2011 at 22:27 - Permalink

          So wie man das aus empirischen Daten ableiten kann, gibt es nur zwei Möglichkeiten, ständige weitere Vermögenskonzentration zu unterbinden:

          1) Verbot von Bildung, Begrenzung der schulischen Ausbildung auf Hauptschulabschluss, Verbot von Unternehmertum, Festlegung einer einheitlichen Sparquote, gleiche Verdienste für jede Tätigkeit.

          2) 3. Weltkrieg mit umfangreicher Vermögensvernichtung.

          Ansonsten weiß ich auch nicht.

          • sternburg schrieb am 27. August 2011 at 08:32 - Permalink

            @ In Dubio

            So wie man das aus empirischen Daten ableiten kann, gibt es nur zwei Möglichkeiten, ständige weitere Vermögenskonzentration zu unterbinden:

            1) Verbot von Bildung, Begrenzung der schulischen Ausbildung auf Hauptschulabschluss, Verbot von Unternehmertum, Festlegung einer einheitlichen Sparquote, gleiche Verdienste für jede Tätigkeit.

            führt bildung zu vermögenskonzentration?

            sind menschen, mit sehr viel asche aufm konto, einfach nur gebildeter als andere?

            wenn eine frau im altenheim, menschen hilft, die ohne hilfe nicht mehr weiter leben könnten und diese frau, für ihre tätig so schlecht bezahlt wird, das immer weniger in der branche arbeiten wollen, sie aber ihren job nicht aufgibt, weil sie ihre arbeit liebt, dann kann ich doch nicht sagen das marta schulz, die altenpflegerin eine ungebildete frau ist und sven klinke, der unternehmensgründer im it bereich ein gebildeter ist.

            was die steuerdiskussion angeht: dein maßstab mit gerechtigkeit ist da verkürzt. es geht um handlungsspielraum für den staat und damit die gesellschaft.

            es sollte uns allen zu denken geben, wie grotesk die situation ist: auf der einen seiten, jährlich neue schuldenrekorde und auf der privaten seite, jährlich neue guthabenrekorde.

            • In Dubio schrieb am 27. August 2011 at 10:20 - Permalink

              Ja, Bildung ist der Parameter, der am meisten Ungleichheit hervorbringt. Es kann kein Zufall sein, dass die Ungleichheit in den westlichen Industriestaaten ab der Zeit stark zugenommen hat, wo einfache Arbeit aus den Produktionsprozessen zurückging und die Bildung von “Human Capital” allerorts ausgerufen wurde.

              Als Altenpfleger(in) bedarf es einer Menge, nicht zuletzt Belastbarkeit, Leidensfähigkeit, Empathie. Doch ein Diplom ist dafür sicher nicht von Nöten. Eine Autobahnbrücke dagegen lässt sich nicht ohne langjähriges theoretisches Studium und intensive Mathematikkenntnisse bewerkstelligen. An den Bildungsabschlüssen lässt sich bereits ablesen, dass mit zunehmendem Grad die Zahl immer geringer wird.

              was die steuerdiskussion angeht: dein maßstab mit gerechtigkeit ist da verkürzt. es geht um handlungsspielraum für den staat und damit die gesellschaft.

              Ist es nicht. Es ist die Begründung des Spiegelfechters und vieler in diesen Foren. Durch eine hohe Besteuerung von Vermögen und hoher Einkommen soll mehr Gleichheit hergestellt werden. Wenn es tatsächlich um ausreichende Finanzmittel des Staates ginge, macht es wenig Sinn, auf eine Steuer zuzugreifen, die enorm hohe Erhebungskosten verursacht, also wenig “Netto vom Brutto” in der Kasse des Staates lässt.

              es sollte uns allen zu denken geben, wie grotesk die situation ist: auf der einen seiten, jährlich neue schuldenrekorde und auf der privaten seite, jährlich neue guthabenrekorde.

              Wieso? Das Argument ist grotesk: Menschen haben immer gearbeitet, um sparen und ansparen zu können und am Ende ihres Lebens Vermögen zu haben. Der Staat kann nicht das Ziel haben, Vermögen zu bilden, sondern seine Aufgabe ist, Leistungen bereit zu stellen und einen finanziellen Ausgleich zwischen den gesellschaftlichen Gruppen herzustellen. Vermögensbildung fällt da nicht per se an.

              Es gibt OECD-Staaten mit hohen Steuerquoten und hohen Defiziten. Es gibt Länder mit geringen Abgaben und Haushaltsüberschüssen. Und es gibt natürlich Staaten mit hohen Steuerbelastungen und ausgeglichenen Haushalten. Doch ein messbarer Zusammenhang zwischen Höhe des Abgabenniveaus und solider Haushaltsführung existiert nicht.

              Anmerkung zum Schluss: aus all dem lässt sich nicht ableiten, wie ich generell zu Vermögensbesteuerungen stehe. Es geht einzig darum, dass die angeführten Begründungen nicht schlüssig und an den Fakten vorbei sind.

            • sternburg schrieb am 29. August 2011 at 07:57 - Permalink

              @ In Dubio

              Ist es nicht. Es ist die Begründung des Spiegelfechters und vieler in diesen Foren. Durch eine hohe Besteuerung von Vermögen und hoher Einkommen soll mehr Gleichheit hergestellt werden.

              es geht da nicht um ein mehr an gleichheit. ich tue der spd oder der cdu und der fdp sicherlich kein unrecht, wenn ich mal unterstelle, das bei den gedankenspielchen, um die einführung, einer sog. reichensteuer, der gerechtigkeitsimpuls, net motor der motivation ist… smilie

              Wieso? Das Argument ist grotesk: Menschen haben immer gearbeitet, um sparen und ansparen zu können und am Ende ihres Lebens Vermögen zu haben.

              gedanke gut- aber falsche zielgruppe in dubio

              es geht nicht um die menschen, die hart arbeiten und sich am monatsende vom erarbeiteten verdienst, etwas auf sparbüchlein, bei der kreissparkasse meppen legen.

              abgesehen, das sicherlich diese gruppe von kleinsparern mit dem süßen sparbüchlein, bei der volksbank um die ecke, nicht die sind, die das feuer im casino weiter versorgen.

              der pensionierte studienrat ist das schon eher. kein plan von finanzen , aber die kohle u.a. bei hedgefonds “anlegen”. sonntags dann bei einem gläschen wein, sich von theoretischen betrachtungen über gier bei anselm grün anregen lassen. uppss…aber zwischendurch eben noch mal portfolioanalyse checken.
              wenn ich mich zurück erinnere, was da für opfer der lehman-brothers pleite im zdf interviewt wurden: ein furchtbar nettes, liebes architektenehepaar im ruhestand, ein pensioniert gymnasiallehrer,…

              wenn ich oben geschrieben habe, das es schon grotesk ist, das die jährliche staatsverschuldung neue Rekorde feiert und die guthaben auf privater seite, jedes jahr neue höchst stände erklimmen, finde ich das beispiel familie aldi / durchschnittslohn kassiererin passender, als das sparbuch von der fleichereifachverkäuferin aus kleinpichelsstein.

              sinngemäß in einer rbb sendung: wenn eine aldi kassierin mit durchschnittslohn, vom vermögen der aldi brüder ( einer sitzt schon auf einer wolke oder ? ) 0,01 % bekäme, bräuchte sie 10 000 jahre nicht mehr arbeiten gehen. muss ich das verstehen? nö! raffgier, der bessere ansatz zum diskussionseinstieg?

              himmm und weil ja bald der papst zu uns nach berlin kommt…( och schon ganz aufgeregt ) …. hier watt passendes:

              „Denn wer ist so
              grob, der nicht siehet, wie die Gesellschaften nichts anderes sind denn eitel rechte
              Monopolia.“ luther

              himm… shit. papst katholisch. himm…luther…anderer verein. … oki…muss nochmal nachsitzen. will mich net blamieren , wenn ich seiner heiligkeit, die kleinen , weißen schühchen küssen darf:))

              ps.: zu deinem argument, das vor allem bildung, der schlüssel zum verständnis von z.t. extremer vermögensbildung auf einem patz ist, kann die lösung net sein, jetzt quasi eine art massenbildung durch zuziehen. wir schicken 100 % eines jahrgangs auf die uni und haben dann in 10 jahren nur noch millionäre . das es arm und reich gibt, hat nichts mit ungebildet und gebildet zu tun.

              und die münchner jungs haben mirs heute morgen angetan. deswegen nerv ich euch jetzt mit noch einem schmankerl http://www.youtube.com/watch?v=EMqRUUacSFM&feature=related ach schön…himmm…
              neind, neiddd, neiddd… yeahhhhhh

            • sternburg schrieb am 29. August 2011 at 08:13 - Permalink

              nachtrag

              uni gleich bildung.
              net immer. vielleicht immer weniger:))

            • In Dubio schrieb am 29. August 2011 at 08:22 - Permalink

              Doch, bei der Einführung der Reichensteuer hatte die Große Koalition den sozialen Ausgleich im Blick. Andernfalls wäre ihr Aufkommen nicht so interessant.

              Die meisten Millionäre machen ihr Vermögen noch immer innerhalb einer Generation. Wer kauft denn im KaDeWe, auf der Zeil und wo sonst samstäglich für hunderte, ja tausende Euro ein. Sicher nicht vor allem Erben.

              Obwohl das auch ein Punkt ist: da die Bevölkerung schrumpft, Vermögen aber immer ungleich verteilt war, konzentrieren sich Werte immer mehr.

              Ob jemand reich wird oder arm bleibt, hängt von einer Vielzahl Entscheidungen ab. Der eine wird Wirtschaftsingenieur, der andere Sozialpädagoge. Ersterer macht ein Anfangsgehalt von 70.000€, gründet nach 2 Jahren ein Unternehmen und wird in den Folgejahren durchschnittlich 200.000€ verdienen. Sein Geld legt er in gut gehenden Hedgefonds und PE an.

              Der Sozialarbeiter findet seine Arbeit auf der Straße, steigert sein Salär nur geringfügig und spart konservativ. Es ist leicht vorstellbar, dass der eine innerhalb zwei Jahrzehnten Millionär und der andere guter Mittelverdiener bleiben wird.

              Soll eine Vermögensteuer diese Lebensentscheidungen korrigieren?

            • sternburg schrieb am 29. August 2011 at 08:46 - Permalink

              Doch, bei der Einführung der Reichensteuer hatte die Große Koalition den sozialen Ausgleich im Blick. Andernfalls wäre ihr Aufkommen nicht so interessant.

              geh doch net ihrer pr auf den leim lieber in dubio. wo bleibt dein zweifel:))

              wie eine regierung neue steuern verkauft ist das eine, ob wir es ihnen ab nehmen, das andere.

              deutschland steht mit dem rücken zur wand. die brauchen kohle. die cdu hat nix mehr mit kapitalismusform aller 70iger am hut. die fdp sitzt mit in der regierung. gut die haben da nix zu melden aber die spd ist auch keine alternative.

              nie und nimmer, ist die begründung der reichensteuer, die ein mittel zum sozialausgleich zu haben. wären wir vor 2007, hätten wir diese diskussion nicht auf der agenda der cdu. das hängt nur mit der staatsverschuldung zusammen. nix anderes. nix ein herz für die gerechtigkeit. steuergerechtigkeit schaffen? lachhaft.

              jeder von uns lernt ja irgendwann auch, zu unterscheiden zwischen werbeversprechen und realität.

              Soll eine Vermögensteuer diese Lebensentscheidungen korrigieren?

              nein. weil – kann sie nicht.

              was entlohnung in der berufswelt angeht, gibt es noch jede menge mehr, als nur die alternative aller planwirtschaftlichem diktieren und neoliberaller asozialität vom recht des stärkeren, was nur natürlich ist, das es sich durch setzt. aber ich muss los. malochen. vielleicht später mehr.

          • Brettermeier schrieb am 28. August 2011 at 12:15 - Permalink

            So wie man das aus empirischen Daten ableiten kann

            Legen Sie die empirischen Untersuchungen, auf die sich Ihre Aussagen stützen, doch bitte mal auf den Tisch. Die würden mich brennend interessieren. Behaupten kann man ja viel.

            • In Dubio schrieb am 28. August 2011 at 21:05 - Permalink

              Legen Sie die empirischen Untersuchungen, auf die sich Ihre Aussagen stützen, doch bitte mal auf den Tisch.

              Habe ich das nicht? Sie kennen doch die Länder, die eine Vermögensteuer haben, oder? Gut, und dann habe ich nach deren Vermögensverteilung geschaut, das ist wirklich nicht schwer und nicht sehr anspruchsvoll. Mich wundert eher, dass noch keiner der hier versammelten Koryphäen darauf gekommen ist, solche Relationen zu bilden.

              Jetzt habe ich aber genug getan.

            • Brettermeier schrieb am 29. August 2011 at 17:52 - Permalink

              Ich bin beeindruckt von Ihren Fähigkeiten, die Wikipedia zu bemühen. Was Sie in ihrem unheimlich repräsentativen Beispiel mit Schweden und den USA allerdings unterschlagen ist, dass Schweden bei der Einkommensverteilung wesentlich gleicher da steht als bei der Vermögensverteilung. Ihre implizite Schlussfolgerung, dass die hohen Einkommenssteuern keinen Effekt hätten (sie zitieren ja nur die relativ ungleichere Vermögensverteilung), ist also falsch. Überhaupt ist es natürlich äußerst beeindruckend, wie Sie aus zwei Korrelationen eine Kausalität schlussfolgern. Oder wie Sie, anstatt eine Entwicklung und damit die relativen Verschiebungen von Vermögens/Einkommenskonzentrationen durch entsprechende Veränderungen der Steuersätze zu erklären, eine Betrachtung zum Zeitpunkt X anstellen. Sehr aussagekräftig. 5,0 durchgefallen, würde Ihnen jeder Uni-Dozent darunter setzen.

              Da habe ich mich in meiner Annahme, Sie hätten für ihre abenteuerlichen These, dass Einkommens/Vermögenssteuersätze keine Verteilungseffekte zeitigen würden, belastbare wissenschaftliche Untersuchungen in der Hinterhand, wohl getäuscht. Welch Wunder.

            • In Dubio schrieb am 29. August 2011 at 18:51 - Permalink

              Wieso Wiki? Haben Sie die Quelle nicht aufgemacht? United Nations ist nicht Wiki. Schön, dass Sie Noten verteilen, sollte ich das auch? Für Quellenstudium gibt schon mal 5.0.

              Wie messen Sie die Wirkung von Vermögensteuern, wobei wir da nicht die Entwicklung von ein paar Jahren, sondern eben nach Jahrzehnten den erreichten Status betrachten sollten.

              Aus Einkommen entsteht Vermögen, das war bisher auch hier Argumentationsgrundlage. Dann darf man doch betrachten, ob hohe Einkommensteuersätze und Vermögensteuern das Ziel erreichen, oder? Es wird doch allenthalben geklagt, die Vermögensverteilung in Deutschland sei ungerecht, wie ist sie erst in Schweden? Super ungerecht?

              Wozu ist Einkommen da? Um den eigenen Lebensunterhalt zu decken und sich etwas aufzubauen (Vermögen). Die Mehrheit der Deutschen, wie die Mehrheit der Menschheit will nicht wie die Schweden leben, Sie übersehen die unheimlich homogene Gesellschaft in Skandinavien. Ein paar Millionen Wikinger können kaum als Master dienen.

              Übrigens: in Schweden ist die Armut vor Verteilung durch den Staat größer als in Deutschland, weil keine auskömmlichen Löhne gezahlt werden. In Deutschland ist das ein Skandal, mit Blick auf Schweden wird das immer ignoriert.

            • Brettermeier schrieb am 30. August 2011 at 00:25 - Permalink

              Angesichts dessen, dass Ihre Quelle beim einschlägigen Wikipedia-Artikel verlinkt ist, liegt die Vermutung nahe, dass Ihre Rechercheleistung sich eben beim dortigen Nachschlagen erschöpft. Zitat:

              Jetzt habe ich aber genug getan.

              Meine bescheidene Erweiterung zielt darauf ab, dass Sie eben auch die einschlägige Liste der Einkommensverteilung in Ihrem Beispiel unterschlagen haben. Wie gesagt, ich warte noch immer auf wissenschaftlich fundierte (möglichst empirische) Beweise für Ihre These, dass Einkommens/Vermögenssteuerhöhe keinen Einfluss auf Einkommens/Vermögensverteilung habe. Aber darauf kann ich wahrscheinlich bis zum St. Nimmerleinstag warten, während Sie Vorträge über Schweden halten und mir Vorhaltungen machen (“Sie übersehen…”), zu denen ich mich mangels exakten Wissens überhaupt nicht geäußert habe. Nach dem Motto: Wenn ich schon nichts Substantielles zum Hauptpunkt entgegnen kann, stürze ich mich in Nebenthemen, von denen ich (vorgeblich) Ahnung habe. Durchsichtiges Manöver.

            • In Dubio schrieb am 30. August 2011 at 10:28 - Permalink

              Die Einkommensverteilung und deren Entwicklung sind nun wirklich sattsam bekannt. Niemand bestreitet, dass der Einkommenssplit in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich zugenommen hat, allerdings immer noch unter OECD-Niveau liegt. Niemand bestreitet, dass progressive Steuern auf Einkommen natürlich einen Verteilungsaspekt haben.

              Ich diskutiere nicht über Sachverhalte, die unstrittig sind, das ist gähnend langweilig. Allerdings können auch progressive Steuersätze verschärfende Trends in der Einkommensentwicklung nicht aufhalten, auch dies sollte unstrittig sein. Aktuell erstreckt sich der Einkommensteuertarif in Deutschland über eine Spanne von 30%-Punkten. Als Schröder Kanzler wurde, war dieser Split und damit tendenziell die Verteilungswirkung des Steuertarifs, mit 28%-Punkten sogar niedriger.

              Soweit das geklärt ist, stellt sich die Frage, besteht ziemlich der Erhebung von Vermögenssteuern und Verteilung der Vermögen grundsätzlich ein Zusammenhang. Und da muss man von den Daten sagen: nein. Es gibt Länder, die eine Vermögensteuer haben und eine hohe Vermögenskonzentration und das Gegenteil davon. Mehr werden Sie aus keinem meiner Kommentare herauslesen können.

              Bestreiten Sie die internationale Vermögensverteilung, wie von mir dargestellt oder wollen Sie einfach rummosern, weil deren Zahlen Ihnen nicht gefallen?

            • Brettermeier schrieb am 30. August 2011 at 11:14 - Permalink

              Ihr Hauptpunkt war folgender:

              Soviel dazu, dass hohe Einkommens- und Vermögenssteuern die Einkommens- und Vermögensverteilung maßgeblich beeinflussen würden. Das nächste Mal bitte mehr Substanz.

              bzw.

              Allerdings können auch progressive Steuersätze verschärfende Trends in der Einkommensentwicklung nicht aufhalten, auch dies sollte unstrittig sein.

              Immerhin erkennen SIe inzwischen an, dass Einkommens/Vermögenssteuern natürlich einen Verteilungseffekt hätten. Aha. Und wo genau kommt jetzt Ihre wissenschaftliche fundierte Argumentation dazu, dass höhere Steuern einen (bei Ihnen anscheinend vom Himmel fallenden) Trend bei der Einkommens/Vermögensentwicklung nicht aufhalten würden? Haben SIe dafür irgendwelche Belege? Wie erklären Sie den Trend, wenn nicht mit sinkenden Steuern für Wohlhabende und auf Kapitaleinkommen, sowie mit steigenden Möglichkeiten der Steuervermeidung, bzw. generell Deregulierung und Liberalisierung?
              Ich finde da die These, dass Reagonics und Thatcherism über diverse Stellschrauben im wesentlichen die Umverteilung von unten nach oben, von Arbeitseinkommen zu Kapitaleinkommen, verursacht haben, deutlich plausibler.

              Empirische Literatur, die diese Zusammenhänge untersucht, ist mir so spontan nicht bekannt (außer vllt. die einschlägigen Langfrist-Studien zur Einkommens/Vermögensverteilung von z.B. Piketty/Saez für die USA). Falls ich Zeit dafür finde, such ich mal. Fürs erste aber schließ ich mich ausnahmsweise Ihnen an:

              Jetzt habe ich aber genug getan.

            • Brettermeier schrieb am 30. August 2011 at 11:37 - Permalink

              Nachtrag: Die wissenschaftliche Neugier hat mich doch verleitet, mal einen schnelllen Blick auf die LIteratur zu werfen und einige Papers kurz zu überfliegen. Bisher kein Anzeichen für die Bestätigung ihrer These. Im Gegenteil:

              While Pareto argued that “egalitarian taxation” did not have any significant effect on the distribution of income, many have later concluded that the redistributive taxation regimes introduced after WorldWar II did in fact significantly reduce income and wealth inequality; notably, e.g., Lampman (1962) and Kuznets (1955). Most recently, Piketty (2001) has argued that redistributive taxation may have prevented large income shares from recovering after the shocks that, he documents, they experienced duringWorldWar II in France.

              Falls Sie weiterlesen möchten, eine wirklich schnelle Recherche bei IDEAS liefert genügend Treffer. Viel Spaß.

            • In Dubio schrieb am 30. August 2011 at 12:02 - Permalink

              Immerhin erkennen Sie inzwischen an, dass Einkommens/Vermögenssteuern natürlich einen Verteilungseffekt hätten.

              Niemand bestreitet, dass progressive Steuern auf Einkommen natürlich einen Verteilungsaspekt haben.

              Wo kam in meinem Text die These, Vermögenssteuern hätten einen Verteilungseffekt? Fürs Protokoll: habe ich nicht gesagt.

              Soviel dazu, dass hohe Einkommens- und Vermögenssteuern die Einkommens- und Vermögensverteilung maßgeblich beeinflussen würden. Das nächste Mal bitte mehr Substanz.

              Finden Sie darin die Behauptung, progressive Einkommensteuern hätten keinen Verteilungseffekt?

              Und wo genau kommt jetzt Ihre wissenschaftliche fundierte Argumentation dazu, dass höhere Steuern einen (..) Trend bei der Einkommens/Vermögensentwicklung nicht aufhalten würden?

              Egal welches Steuersystem besteht: in allen OECD-Staaten hat der Einkommenssplit in den letzten 20 Jahren zugenommen, selbst in Skandinavien mit sehr hohen Steuersätzen. Ist Ihnen das nicht Beweis genug?

              Zum Schluss: mir ging es um die Wirkung von Vermögenssteuern und einzig um die Frage, ob sie langfristig die Vermögensverteilung beeinflussen.

              P.S.: Ich mag es gar nicht, wenn meine Sätze sinnentstellt werden. Wer zitiert, ist verpflichtet sich zu bemühen, den anderen möglichst getreu wiederzugeben.

            • In Dubio schrieb am 30. August 2011 at 12:22 - Permalink

              Die wissenschaftliche Neugier hat mich doch verleitet, mal einen schnelllen Blick auf die LIteratur zu werfen und einige Papers kurz zu überfliegen. Bisher kein Anzeichen für die Bestätigung ihrer These. Im Gegenteil

              Ihr Link ist eine ausschließlich theoretische Betrachtung mit mathematischen Modellen unterlegt. Keine Spur von Empirie. Finden Sie das tatsächlich fundierter?

            • In Dubio schrieb am 30. August 2011 at 12:33 - Permalink

              Bestreiten Sie die internationale Vermögensverteilung, wie von mir dargestellt oder wollen Sie einfach rummosern, weil deren Zahlen Ihnen nicht gefallen?

              Nachdem Sie darauf nicht eingegangen sind, schließe ich daraus, Sie bestreiten die Zahlen nicht. Was bedeutet, Sie wollten einfach rummosern, um das Ganze zu diskreditieren. Das nennen Sie wissenschaftlich arbeiten?!

            • Brettermeier schrieb am 30. August 2011 at 13:14 - Permalink

              Ok, der Reihe nach.

              Nachdem Sie darauf nicht eingegangen sind, schließe ich daraus, Sie bestreiten die Zahlen nicht. Was bedeutet, Sie wollten einfach rummosern, um das Ganze zu diskreditieren. Das nennen Sie wissenschaftlich arbeiten?!

              Meinen Sie ernsthaft, ich sollte auf solche lächerlichen Spiegelfechtereien eingehen? Habe ich in irgendeinem Beitrag die Vermögensverteilung angezwèifelt?

              Fürs Protokoll: habe ich nicht gesagt.

              Ok, geschenkt. Tippfehler meinerseits.

              Finden Sie darin die Behauptung, progressive Einkommensteuern hätten keinen Verteilungseffekt?

              Nein, aber die Behauptung, dieser Effekt sei marginal (“nicht maßgeblich”). Das bezweifle ich.

              Egal welches Steuersystem besteht: in allen OECD-Staaten hat der Einkommenssplit in den letzten 20 Jahren zugenommen, selbst in Skandinavien mit sehr hohen Steuersätzen. Ist Ihnen das nicht Beweis genug?

              Natürlich nicht. Eine Entwicklung erklärt man doch nicht durch das bestehende grundlegende System, sondern durch einen Trend. Dass die Entwicklung der Einkommens/Vermögensverteilung selbst in skandinavischen Ländern so entwickelt hat, ist doch nicht der Beweis dafür, dass die Veränderung von Steuersätzen keinen Einfluss auf die Verteilung hätte. Im Gegenteil, sie deutet vielmehr darauf hin, wie stark sich der Trend neoklassischer Wirtschaftspolitik selbst in ebendiesen Ländern ausgewirkt hat. Das kann man z.B. auch an komparativen Untersuchungen zur Entwicklung der Sozialsysteme sehen (z.B. Busch 2005, S. 29-35). Kurz gefasst: Auch das skandinavische Wirtschaftsmodell hat diese Länder nicht vor den Verwerfungen des sog. Neoliberalismus schützen können. Sie haben sich ebenfalls dem Trend gebeugt.

              Ihr Link ist eine ausschließlich theoretische Betrachtung mit mathematischen Modellen unterlegt. Keine Spur von Empirie. Finden Sie das tatsächlich fundierter?

              Nun stellen Sie sich bitte nicht dümmer, als Sie sind. Der Link ist das erstbeste Beispiel, was ich gefunden habe und sollte lediglich zeigen, dass Ihre SIcht der Dinge nicht wissenschaftlichem Konsens entspricht (sondern mindestens umstritten ist). Die zitierte Passage aus dem Paper ist ja eben eine Literaturzusammenfassung aus der Einleitung, die die den wesentlichen Erkenntnisstand zusammenfasst. Bei Bedarf können SIe gerne im Orignal weiterlesen. Oder zur Abwechslung Studien präsentieren, die Ihre Thesen belegen. Anstatt wissenschaftliche Verfahrensweise und Kritik als “rummosern” zu diskreditieren.

            • In Dubio schrieb am 30. August 2011 at 13:28 - Permalink

              Dass die Entwicklung der Einkommens/Vermögensverteilung selbst in skandinavischen Ländern so entwickelt hat, ist doch nicht der Beweis dafür, dass die Veränderung von Steuersätzen keinen Einfluss auf die Verteilung hätte.

              Auch das hat keiner behauptet. Es besteht – über alle Parteigrenzen hinweg – Konsens, dass progressive (oder pauschaler: unterschiedliche) Steuersätze dem Einkommensdrift entgegenwirken. Genau deshalb ist dies in jeder Gesellschaft akzeptiert und in jedem System angelegt, selbst in sogenannten Flat Tax-Modellen. Und: dieser Effekt ist unterschiedlich ausgeprägt, auch das ist unstrittig. Die Steuersatzspreizung und seine nivellierende Wirkung findet jedoch in jeder Gesellschaft auch Grenzen darin, was als “gerechte” Besteuerung empfunden wird.

              Auch das skandinavische Wirtschaftsmodell hat diese Länder nicht vor den Verwerfungen des sog. Neoliberalismus schützen können.

              Das ist wohl extrem kurz gefasst und wird der skandinavischen Politik nicht gerecht.

              Sie haben eine theoretische Abhandlung angeführt und ich habe empirisch untersucht. Das sind zwei unterschiedliche Verfahren. Ich diskutiere gerne mit intelligenten Leuten, die mehr als ein Argument haben. Das konzidiere ich Ihnen. Erweisen Sie Ihrem Gegenüber auch etwas Respekt.

            • Brettermeier schrieb am 30. August 2011 at 14:31 - Permalink

              Das ist wohl extrem kurz gefasst und wird der skandinavischen Politik nicht gerecht.

              Da haben Sie Recht. Ist ja auch keine detaillierte Auseinandersetzung, sondern lediglich ne Kurzzusammenfassung.

              Sie haben eine theoretische Abhandlung angeführt und ich habe empirisch untersucht.

              Ich bin auf dem Gebiet kein Experte. Die theoretische Abhandlung war nur das erstbeste Beispiel meiner Schnellsuche. Maßgeblich wären natürlich auch empirische Studien, wie eben z.B. die dort in der Literaturzusammenfassung angeführten. Ich habe aber keine Zeit da jetz weiter zu recherchieren. Und – bei allem Respekt – Ihre am Beispiel Schweden, Deutschland und USA (ohne Zeitreihe und ohne wirkliche Repräsentativität) festgemachte These, dass Vermögenssteuern und höhere Einkommenssteuern Ungleichheiten kaum einebnen, kann ich so nciht als wissenschaftlich fundiert ansehen. Ganz abgesehen davon, dass der von Ihnen behauptete empirische Zusammenhang ja auch einer theoretischen Erklärung bedürfte, die Sie bisher nicht dargelegt haben. Ich vermute ja, dass es solche Untersuchungen geben könnte, die Ihre Thesen stützen würden. Nur suchen (oder erarbeiten) sollten Sie diese schon selbst.

              Erweisen Sie Ihrem Gegenüber auch etwas Respekt.

              Falls Sie in einigen Formulierungen mangelnden Respekt erkennen, tut mir das Leid. Man sollte aber bei solchen Diskussionen (besonders im Netz) die sich gegenseitig aufschaukelnden Polemiken auch nicht überbewerten^^

          • spider schrieb am 28. August 2011 at 19:05 - Permalink

            @In Dubio

            Das sind Worte, die hier wirkungslos verhallen werden.
            Schließlich ist die ergiebigste Kraftquelle der Macht die geschickte Bewirtschaftung des Neides, und Jens ein Meister dieses Fachs :-)

            • Frank Benedikt schrieb am 30. August 2011 at 14:55 - Permalink

              Häh? Jens und “Neid”? Da scheinst Du meinen Freund und Kollegen besser zu kennen als ich! Ich vernute eher, daß nicht wenige auf Jens Berger “neidisch” sind, da er gelegentlich große Worte gelassen äußert und auch Menschen erreicht.

      • sternburg schrieb am 27. August 2011 at 07:01 - Permalink

        @ In Dubio

        Zugegeben, linke Parteien und ihre Anhänger haben da mehr Übung drin.

        himmm…. die linken können mit geld nicht umgehen und die rechten haben es drauf beim thema wirtschaft, finanzen und steuersenkungen. naja… das sind halt alles nur sterotypen.

        wenn zb die spd als linke partei und die cdu als rechte partei vorgestellt werden soll, wer kann da besser mit der wirtschaft? wer kann besser mit den staatsfinanzen umgehen? die spd, die cdu? gibt es da einen unterschied?

        mein leben ( zb krankenversicherung) ist unter der schröder spd teurer geworden. mein leben ist unter merkel teurer geworden.

        wie sieht es denn mit der verschuldung unter kohl aus? da ging die sause doch richtig los. also die cdu hat schon gut übung im schulden machen.

        wer an das klieschee glaubt, die linken können nicht mit geld um gehen und sind die hauptschuldenmacher, soll sich mal zb das wahlprogramm der npd ansehen.

        “deutschland findet zu sich selbst”. was da so unter den punkt “…SOZIALE GERECHTIGKEIT SCHAFFEN – VOLLBESCHÄFTIGUNG DURCHSETZEN…” alles steht. man lieber scholli, dit wird teuer.

        oder der punkt “… ARBEIT STATT BEREICHERUNG…” ab seite 68:))

        wie sieht den der umgang mit geld bei der npd und dvu selber aus? hören wir da nicht ab und zu von pleite gehenden landerverbänden?

        können rechte besser mit geld umgehen?

        beispiel :

        “…Die Wirtschaft hat der Volksgemeinschaft zu dienen und nicht umgekehrt. Die von den herrschenden Parteien rücksichtslos vorangetriebene Globalisierung fördert die gemeinschaftsschädigenden Interessen asozialer Kapitalisten und führt zwangsläufig zu Arbeitslosigkeit und sozialer Ungerechtigkeit. Die NPD setzt der Globalisierung ihr Konzept der raumorientierten Volkswirtschaft entgegen….”

        klingt nach mauer um deutschland rum:))

        • In Dubio schrieb am 27. August 2011 at 09:36 - Permalink

          …. die linken können mit geld nicht umgehen und die rechten haben es drauf

          So habe ich es nicht geschrieben und so habe ich es nicht gemeint. Schließlich zeigen die internationalen Beispiele, dass “rechte” den linken Parteien in schlechter Haushaltsführung nicht nachstehen. Eher ist es umgekehrt.

          Nein, Linken fällt es weit leichter Steuererhöhungen und das Geld anderer zu fordern, egal in welcher wirtschaftlichen Situation man sich befindet. Für Linke sind Steuererhöhungen immer die Lösung, für Rechte meist die Ausgaben (und machen dann doch Steuererhöhungen).

          • sternburg schrieb am 27. August 2011 at 10:16 - Permalink

            Für Linke sind Steuererhöhungen immer die Lösung, für Rechte meist die Ausgaben (und machen dann doch Steuererhöhungen).

            für spd und cdu stimmt das auf jeden fall. die anderen hatten ja wenig möglichkeit, es auch mal zu demonstrieren.

            für mich persönlich, hat es bisher keinen unterschied gemacht, ob schröder regiert oder unsere geliebte bundeskanzlerin. wenn die einen über steuererhöhungen gehen, dann nennen es die anderen zusätzliche gebühren und beiträge.

            • In Dubio schrieb am 27. August 2011 at 10:44 - Permalink

              Ob andere linke Gruppierungen es anders machen würden, dazu bedarf es nur zweierlei: Erstens, die Forderungen der Linkspartei als auch der Grünen verlangen explizit Steuererhöhungen zur Finanzierung weiterer Staatsaufgaben und zur Haushaltssanierung. Zweitens, Wenn Du nach Frankreich, Italien, Großbritannien, USA blickst, unterscheidet sich das in der Tendenz auch nicht. Linke Parteien fordern immer Steuererhöhungen.

              Ich müsste wirklich sehr lange überlegen, bis mir ein Gegenbeispiel einfällt.

            • sternburg schrieb am 27. August 2011 at 12:06 - Permalink

              @ In Dubio

              ich bin ja immer skeptisch gegenüber den leuten, die nur von der mitte und der überwindung von rechts-links-kategorien denken. weil das meistens im ergebnis getarnte rechte sind:))

              für mich persönlich bringt es nicht über steuersenkungen bei links und ausgabenkürzung bei rechts mit dem ergbnis indirekter steuern bei rechts, zu trennen. bei beiden hat die masse hinterher weniger. ich glaub nicht das das grundsätzlich in vielen, anderen ländern anders ist.

              es ist für mich völlig müßig, hier sich zwischen rechts und links entscheiden zu müssen.

            • Lemmy Caution schrieb am 28. August 2011 at 22:01 - Permalink

              Ach ja. Die neoliberale Spätscholastik.
              In der Beschränkung von Staatsausgaben waren mitte-links Regierungen in den letzten 20 Jahren eher erfolgreicher als rechte (SPD-Grüne oder Demokraten unter Clinton sowie übrigens auch skandinavische Sozialdemokraten, Chiles Ausbau des Kupferausgleichfonds mit Finanzminister Andrés Velasco unter Bachelet, Brasilien unter Cardoso und Lula da Silva).

              Und dann dieses dolle Argument, das indirekte Steuern einfacher einzuziehen sind. Nimmt man das ernst, enden wir in einem Steuersystem wie in Chile und das wird inzwischen von praktisch allen als dringend reformbedürftig angesehen.

              Es gibt eine starke Korrelation zwischen dem Entwicklungsgrad eines Landes und dem Anteil der direkten Steuern. Es scheint sogar so zu sein, dass die Tendenz hin zu indirekten Steuern in vielen entwickelten Ländern der letzten 20 Jahren eine Anomalie darstellt, die in den nächsten Jahren korrigiert wird. Eher das Indiz einer Fehlentwicklung aufgrund einer ideologischen Strömung, an die niemand mehr glaubt. Ähnlich wie die Erkenntnis der Unbrauchbarkeit der Phillips Kurve Ende der 70er.

            • In Dubio schrieb am 28. August 2011 at 22:07 - Permalink

              Es ist immer wieder interessant, dass gegen etwas argumentiert wird, was zuvor gar nicht behauptet wurde. Es geht um linke / rechte Rhetorik, nicht um Realpolitik. Linke Parteien, das wird vergessen, werden von ihrer eigenen Anhängerschaft bitter attackiert, wenn sie seriöse Finanzpolitik betreiben.

            • Lemmy Caution schrieb am 28. August 2011 at 22:21 - Permalink

              In der Rhetorik reden alle mitte-rechts wie mitte-links von einer nachhaltigen Finanzpolitik. Mitte-Linke Regierungen waren hier in den letzten 20 Jahren in der Umsetzung oft erfolgreicher.
              (Mitte)-Rechts Regierungen mit einer nachhaltigen Politik der Haushaltskonsolidierung mag es in den Niederlanden, Österreich und einigen osteuropäischen Staaten gegeben haben. Bin mir da nicht sicher. Überwiegen in dem Punkt aber wohl die mitte-links Regierungen. Btw. auch Australien.

      • Serious Sam schrieb am 27. August 2011 at 10:58 - Permalink

        Was soll das? Es ist doch klar, dass eine höhere Besteuerung großer Einkommen und dazu eine Vermögensbesteuerung nicht allein die Ungleichverteilung mindern, dazu gehören weit mehr Stellschrauben bei den Steuern und Abgaben, die bei der Mittelschicht zuschlagen.

        Und es geht neben dem Finanzierungsaspekt für Staatsaufgaben auch um Gerechtigkeit. Es ist nun mal nicht gerecht, und genau das sagt Buffet zu Recht, dass vom Einkommen bei ihm weit mehr übrigbleibt als bei Normalverdienern. Mach doch mal einen konstruktiven Vorschlag, wie das zu ändern ist.

      • ul schrieb am 27. August 2011 at 22:45 - Permalink

        Hä ?

      • spider schrieb am 28. August 2011 at 19:04 - Permalink

        @In Dubio

        Das sind Worte, die hier wirkungslos verhallen werden.
        Schließlich ist die ergiebigste Kraftquelle der Macht die geschickte Bewirtschaftung des Neides, und Jens ein Meister dieses Fachs :-)

        • Frank Benedikt schrieb am 30. August 2011 at 14:58 - Permalink

          Das hatten wir schon oben :-P

      • Lemmy Caution schrieb am 28. August 2011 at 21:48 - Permalink

        Was ist bitte ein Gini Koeffizient von 77%?
        Informier dich erstmal. was Gini Index überhaupt ist. In Wikipedia gibts einen Artikel dazu.

        • In Dubio schrieb am 28. August 2011 at 22:00 - Permalink

          Ja ich weiß, aber als ich den Fehler bemerkte, konnte ich es nicht mehr ändern. Natürlich wird der Gini nicht in % gemessen, dafür brauche ich nicht Wiki.

          Ändert das etwas an der Richtigkeit? Ich hätte gerne kontroverse Argumente.

          • Lemmy Caution schrieb am 28. August 2011 at 22:11 - Permalink

            Es existiert in der Welt keine Gesellschaft mit einem Gini Koeffizient von 77.
            Gini verschiedener Länder
            Schweden: 25
            Slowakei: 25,8
            Deutschland: 28.3
            Bangladesch: 31,8
            UK: 36
            Portugal: 38,5
            Russland: 41
            Uruguay: 44,6
            USA: 46,6
            Venezuela: 49,1
            Argentinien: 51,1
            Chile: 57,1
            Brasilien: 59,3
            Namibia: 70,7

            Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Einkommensverteilung

            Mit “statistischen” Daten rumzuwerfen ohne nachzuschlagen halt ich für unhöflichen. Ein bischen mehr Mühe, bitte.

            • In Dubio schrieb am 28. August 2011 at 22:20 - Permalink

              Du weißt aber schon, dass es nicht um Einkommens-, sondern Vermögensverteilung ging?

              Jetzt könnte man erwarten, das hätte Auswirkungen auf die Vermögensverteilung. Deutschland hat bei der Vermögenskonzentration einen Gini-Koeffizienten von knapp 67%, was deutlich unter dem internationalen Mittel liegt. Und was ist mit den Skandinaviern? In Schweden ist die Vermögenskonzentration mit 77% um über 10%-Punkte höher. Ups.

              Es hilft ungemein, genau zu lesen.

            • Lemmy Caution schrieb am 28. August 2011 at 22:34 - Permalink

              Genau das meine ich mit neoliberaler Spätscholastik.
              Man pickt sich die statistischen Daten heraus, die in seine Argumentation passt.
              Der Einkommens-Gini ist wesentlich aussagekräftiger als der Vermögens-Gini, weil auch in sehr wohlhabenden Volkswirtschaften viele Menschen kein Vermögen besitzen.

            • In Dubio schrieb am 28. August 2011 at 22:56 - Permalink

              Moment, die These des Textes geht, hohe Steuern auf Einkommen und Vermögensteuern würden unter anderem der Vermögenskonzentration entgegen wirken. Dann ist es keine Rosinenpickerei zu schauen, ob Staaten mit Vermögensteuern und (im Falle beispielsweise Schwedens) hohen Einkommensteuersätzen tatsächlich eine gleichmäßigere Verteilung aufweisen.

              Tatsächlich gibt es da keine erkennbare Korrelation. Wie hättest Du es denn anhand empirischer Daten untersucht?

            • Frank Benedikt schrieb am 30. August 2011 at 15:01 - Permalink

              “Hübsch”, daß Ihr plötzlich alle den Gini kennt ;-) Mit dem “arbeiten” wir seit den 90ern. Der “Theil” ist auch bekannt?

            • In Dubio schrieb am 30. August 2011 at 15:37 - Permalink

              Die Gini bitte! Hübsch und kurvenreich.

          • Frank Benedikt schrieb am 30. August 2011 at 16:58 - Permalink

            @ in dubio;

            Die Gini bitte! Hübsch und kurvenreich.

            Bezaubernde Gini? *lol* Gut zu sehen, daß auch Du über Humor verfügst ;-)

    7. Vogel schrieb am 26. August 2011 at 20:26 - Permalink

      „Die Fettesten erklären sich bereit, ein bisschen zu geben, um nicht alles zu verlieren“.

      Das ist der einzig zhulässige Schluss!!
      Denn, wie heißt es u. a. hier:

      Warren Buffett [...] zur New York Times: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.

      Das heißt zweierlei:

      Ersten: Die wissen was sie tun! und
      Zweitens: Sie handeln in böser Absicht!

      Wie war das noch?, … mit den Laternen?, … isch komm nedd drauf …

    8. sw schrieb am 26. August 2011 at 20:53 - Permalink

      Wie hoch hatte Franklin D. Roosevelt gleichnochmal die Reichensteuer gesetzt?

      • Peleo schrieb am 27. August 2011 at 11:43 - Permalink

        Wie hoch hatte Franklin D. Roosevelt gleichnochmal die Reichensteuer gesetzt?

        In Dubio, was sagen Sie dazu?

        • In Dubio schrieb am 27. August 2011 at 22:48 - Permalink

          Guter Punkt.

          Whereas the federal budget was balanced throughout the low-tax 1920s, the huge tax increases of the 1930s coincided with large deficits. On the campaign trail in 1932 Roosevelt noted: “For over two years our federal government has experienced unprecedented deficits, in spite of increased taxes.” Under Roosevelt, however, total federal tax revenues jumped from $1.9 billion in fiscal year 1932 to $6.5 billion by FY1940. Yet, the FY1940 deficit of $2.9 billion was larger than the FY1932 deficit of $2.7 billion. That tripling of tax revenues occurred during a near-zero inflation period.

          Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass solche exorbitanten Steuersätze die Steuerflucht anregen und am Ende weniger Steuern in die öffentlichen Haushalte bringen, so hatten diesen Beweis bereits Hoover und Roosevelt erbracht. Es ist erstaunlich, dass dieser alte Hut trotz des offensichtlichen Mißerfolges heute wieder ausgekramt wird. Wie bei der Vermögensteuer – man sollte schauen, ob das, was man will, auch erreicht werden kann:

          Another reason that tax rate increases do not succeed in balancing the budget is that they shrink the tax base by reducing economic growth and spurring greater tax avoidance. As a result, the government typically gains only a fraction of the revenues it hopes to receive. (..)

          The inverse relationship between tax rates and the tax base is evident in 1930s tax return data for high-income individuals. Figure 2 shows that as the marginal tax rate on those earning over $100,000 was sharply increased from 25 to at least 62 percent, the share of overall taxes paid by that group fell from 50 to 27 percent. That occurred partly because taxes were increased at all income levels. But the very high tax rates at the top end stifled the economy and encouraged tax avoidance, thus suppressing tax revenues. By contrast, in late 1920s the top tax rate was just 25 percent, the economy was strong, and those earning over $100,000 paid up to two-thirds of all income taxes.

          • Peleo schrieb am 28. August 2011 at 22:18 - Permalink

            dass solche exorbitanten Steuersätze die Steuerflucht anregen

            Dagegen kann man natürlich nichts machen. Niemand, auch nicht der Gesetzgeber und des Gewaltmonopols. Briefkastenfirmen auf den Caymans sind unabänderlich wie die Schwerkraft. Nur bei Nummernkonten in der Schweiz gelten die Naturgesetze nicht mehr in vollem Umfang.

          • Lemmy Caution schrieb am 28. August 2011 at 22:37 - Permalink

            Höhere direkte Steuersätze führen nicht automatisch zu Steuerflucht, wie in der Great Compression in den USA und West-Europa 1945-1980 bewiesen wurde.
            Dagegen korrellieren extrem niedrige direkte Steuern fast immer mit einer sehr ungleichen Einkommensverteilung.

            • In Dubio schrieb am 28. August 2011 at 23:00 - Permalink

              Der Gegenbeweis findet sich wieder in den USA: seit 1980 ist der Steueranteil der oberen 10% und oberen 1% trotz rückläufiger Steuersätze gemäß ihrem gewachsenen Anteil an den verfügbaren Einkommen gewachsen. Wir können das gerne auch für Deutschland untersuchen, ich vermute, wir kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

            • Lemmy Caution schrieb am 29. August 2011 at 00:17 - Permalink

              Ich hab aber mit meinem Beispiel bereits deine Ausgangsthese falsifiziert,

              dass solche exorbitanten Steuersätze die Steuerflucht anregen und am Ende weniger Steuern in die öffentlichen Haushalte bringen

              Man kann also die Steuersätze erhöhen, ohne dass es zu nennenswerter Steuerflucht kommt.
              Dass der Anteil der US-Superreichen an den Einkommenssteuern trotz der diese Gruppe zugute kommenden Steuersenkungen auch relativ gegenüber den anderen Schichten zugenommen hat, ist zwar richtig (und von dir wieder nicht mit einem Link belegt, hier ist einer -> http://www.american.com/archive/2007/november-december-magazine-contents/guess-who-really-pays-the-taxes ) sagt aber nix darüber aus, dass dieser Anteil sinken würde, wenn die Steuersätze für Superreiche erhöht würden.
              Es kann nämlich durchaus sein, dass der Anteil der Reichen am Gesamtsteueraufkommen noch weiter zugenommen hätte, wenn ihre Steuersätze erhöht worden wären.
              Wir sollten das ausprobieren.

            • In Dubio schrieb am 29. August 2011 at 00:34 - Permalink

              Es kann nämlich durchaus sein, dass der Anteil der Reichen am Gesamtsteueraufkommen noch weiter zugenommen hätte, wenn ihre Steuersätze erhöht worden wären.
              Wir sollten das ausprobieren.

              :-) Jetzt hast Du mich mal echt zum Schmunzeln gebracht. Irgendjemand sagte mal, mit einem Land spielt man nicht. Doch wenn es Dich beruhigt: im Falle der USA wäre es wahrscheinlich nicht schadhaft, die Einkommensbelastung auf das Niveau Kanadas zu bringen.

              Dennoch: tendenziell steigt natürlich der Anreiz sich der Besteuerung zu entziehen mit zunehmendem Abgabenniveau. Interessant fand ich eine neue Studie, wonach homogene Gesellschaften wie die skandinavischen Länder mehrheitlich hohe Belastungen zu tragen bereit sind, diese Bereitschaft jedoch mit steigender Heterogenität abnimmt und selbst untere Einkommensschichten niedrigere Steuern befürworten. Ich meine es war in einem der letzten SPIEGEL.

              P.S.: Die Daten hatte ich bereits mal verlinkt, als es explizit um das Thema ging und wurde ausreichend diskutiert.

            • sternburg schrieb am 29. August 2011 at 06:56 - Permalink

              Höhere direkte Steuersätze führen nicht automatisch zu Steuerflucht, wie in der Great Compression in den USA und West-Europa 1945-1980 bewiesen wurde.

              das sind ein paar promis, die um die welt jetten und immer da grad sich so schön heimelig fühlen, wo die steuern besonders niedrig sind.

              die meisten aber, finden es doch auch bei denen , zuhause am scheensten:))

          • schwitzig schrieb am 29. August 2011 at 08:49 - Permalink

            Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass solche exorbitanten Steuersätze die Steuerflucht anregen

            Selbst wenn (wider Erwarten und wider Deiner üblichen Desinformationsgepflogenheiten) die Zahlen stimmen sollten: Dann sollen sie doch abhauen! Aber nicht nur mit ihren Geldern, sondern auch mit ihrem Nachwuchs und zugehörigem Pack.
            Sie bringen der Gesellschaft so oder so nichts. Ergo: Schmarotzer raus.

      • HHarlekin schrieb am 27. August 2011 at 11:51 - Permalink

        Als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise wurde der Satz 1932 erst auf 63 % und dann im Zuge des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich auf seinen Höchstsatz von 94 % für Einkommen über 200.000 US-Dollar erhöht. Der Spitzensteuersatz blieb bis 1964 über 90 %, wurde dann aber auf 70 % gesenkt. Unter der Regierung des republikanischen Präsidenten Ronald Reagan, der mit Steuersenkungen und einer umfassenden Steuerreform in den Wahlkampf 1980 ging, wurde der Spitzensatz 1982 erst auf 50 % und 1988 schließlich auf 28 % reduziert.

        Grüße

    9. zeno(bit) schrieb am 27. August 2011 at 08:40 - Permalink

      Lippenbekenntnisse

      Erinnert ein wenig an die Läuterung der Konservativen:
      http://www.wolfgangmichal.de/?p=758
      Scheinbar will man sich auch hier von dem Übel, dass man selbst in die Welt gesetzt hat, eiligst distanzieren. Am Besten man wird mit der neolibearalen Agenda überhaupt nicht mehr in Verbindung gebracht. Hat auch den positiven Effekt, dass man linke Politik überflüßig macht. Ob den “Lippenbekenntnissen” getraut werden kann? Der Text von Wolfgang Michael hat mich nachdenklich gemacht.

      Das diskutierende Bürgertum [Anm. ergänzt durch das Reichentum] wird sich auf die Linke setzen und sie mit moralischen Entlüftungen narkotisieren.

    10. Manuel schrieb am 27. August 2011 at 09:11 - Permalink

      Ich möchte an dieser Stelle auch mal eine Lanze für den Buffet brechen, denn anders als von dir impliziert sagt er das nicht erst seit Neuestem. Er geht damit schon länger hausieren, aber er hat nun ein paar (zweifelhafte) Unterstützer und somit mehr Öffentlichkeit bekommen.

      Was nun das “dann zahl doch free willy” angeht. Es ist vermutlich nicht leicht, wenn man
      1. nicht durch Gesetze dazu gezwungen wird. Oder wie oft hat sich hier schon einer gedacht: “Ooch diesen Monat habe ich noch 50€ übrig, die kriegt Papa Staat, weil er so gute Arbeit macht”? – Aber man kann diesen Zwang ja auch für sich einfordern.
      2. der Einzige ist und nicht viele Hoffnungen hat, dass sich andere dazu gesellen.

      Versuchts mal: bei mir jedenfalls kräuseln sich die Fußnägel bei dem Gedanken – und ich betrachte mich nicht als arm (aber auch nicht als reich).

      Aber natürlich sind diese Forderungen insgesamt nicht besonders glaubwürdig…

      • Peleo schrieb am 27. August 2011 at 11:48 - Permalink

        eine Lanze für den Buffet

        Sehe ich auch so. Immerhin. Andere seiner Klasse tun das nicht, im Gegenteil. Da kommt sofort das Neid-Argument.

    11. Morgentau schrieb am 27. August 2011 at 09:35 - Permalink

      Von W. Buffet vernimmt man schon seit Jahren die Legende das Er meint zu wenig Steuern und Abgaben zu bezahlen. Gerne vergleicht Er sich auch mit seiner Sekretärin die im Verhältnis mehr abgibt als Er…

      Und nun?

      Nicht’s! Beinahe 20 Jahre sind seither vergangen… seit ich diese dümmliche Aussage von einem Milliardär das erste mal vernommen habe.

      Es muss gefragt werden wie man die Neoliberale Indoktrination bzw. die Argumentation der vergangen 30 Jahre wieder aus den Köpfen der Leute bringt. Immerhin zieht sich diese Art von Ausbildung bereits bis in jüngste Lebensjahre runter. Es wird einem schon früh beigebracht was etwa Leistungsträger sind (Aktionäre, CEO’s, Grosskapitaleigentümer, Investoren, Hedgefonds), was Schmarotzer sind (Sozialhilfeempfänger, prekär Beschäftigte, Rentner, Arbeitslose), wer faul ist und die Gründe dazu, was Steuergerechtigkeit wirklich ist (Flat Rate Tax), das alles Staatliche im Grundsatz ineffizient, teuer, ungerecht, von schlechter Qualität usw. ist…

      Kommt noch dazu das wir nicht einmal mehr in der Lage sind tatsächliche Lösungsansätze zu verarbeiten da diese in ihren Aussagen und Inhalten der langjährigen Indoktrination was eine gerechte und freiheitliche Gesellschaft wirklich ausmacht diametral gegenüber stehen.

      Es ist wohl naheliegend das sich heute, im aktuell verbreiteten links-rechts Schema nicht Freiheit und Staat gegenüber stehen (wie eben immer behauptet wird) sondern freiheitlich-gemeinschaftlich versus authoritär-privat-wirtschaftlich…

      Die meisten Menschen unterschätzen das enorme Potential der Verwertungsfähigkeit des Kapitals (i.e. Aktionäre, Shareholdervalue, Investoren) sich seine Renditen und Profite sichern zu wollen. Es geht Grundsätzlich über Leichen… was heisst, das alle möglichen ehtischen und moralischen Wahrnehmungen derart hingebogen werden um dieses Ziel zu erreichen…

      Der Begriff Stakeholdergesellschaft… wann wurde der denn das letztemal breit debatiert und unter die Leute gebracht?

    12. R_Winter schrieb am 27. August 2011 at 11:21 - Permalink

      An 27.8.2001 berichtet die FAZ in der Printausgabe:
      “…Der Wirtschaftsflügel der Grünen warnt die eigene Fraktionsspitze davor, mit der neuen Ausrichtung in der Steuer- und Finanzpolitik die Unternehmen über Gebühr zu belasten…..”

      Die Grünen entwickeln sich immer mehr zum Darmanhängsel der CDU und erkennen in ihrer beamtenhaften Selbstgefälligkeit, die wirklichen Notwendigkeiten der Gesellschaft nicht mehr. Es geht nicht “um mehr Belastungen…”, sondern um einen funktionsfähigen Staat und eine gerechtere Vermögensverteilung.

    13. Findus schrieb am 27. August 2011 at 18:06 - Permalink

      Herr Spiegelfechter, das Sommerloch findet doch nur in ihrem Blog statt.
      Es ist zwar ehrenhaft, dass Sie sich nicht an der Kriegspropaganda der deutschen Staatsmedien gegen Libyen beteiligen. Aber ich finde ihr Schweigen für einen linkslliberalen Blogger deprimierend. Oder bewegen Sie sich auf die Tony-Blair variety von Bloggern hin a la Leftfood Forward?

      Die deutsche Journaille schweigt und lügt. Ja, warum wohl – man möchte dem Grossen Anglo-Bruder bei seinem Domino-Weltkrieg Irak>Libyen>Syrien>China>Russland nicht auf die Füsse treten. Vielleicht fallen die humanitären H-Bomben auf China/Russlnad und nicht in Deutschland, China ist ja soweit weg. Der deutsche Boiled-Frog-Journalist merkt in seinem Kochtopf nicht wenn die Kriegs-Hitze allmählich steigt. Der Rote Atomknopf wäre doch auch ein Reset-Button für die Staatsschulden der Amerikaner gegenüber der Welt. Staatsschuldner haben ein Interesse an Krieg als “externen Schocks” als Ausrede um die Schulden wegzuinflationieren, auf Kosten der in- und ausländischen Sparer.

      Man kann zu Gaddaffi stehen wie man will. Aber Libyen war eine “alternative” Moderne in Afrika, z.B. mit weitreichenden Rechten für Frauen.
      Die Nato ist nicht hinter dem libyschen Petroleum her, sondern hinter den libyschen Petro-Dollars.
      Die Unterstellung, dass die Nato Libyen wegen Öl angreift ist ein Mythos – denn Libyen gab ja das Öl bereitwillig preiswert her.
      Somit kam ein äquivalenter Tausch zustande. Ja wo ist dann der Grund für die Invasion?
      Der Nato kommt es darauf an, dass der Tauschpartner aus dem für Öl erhaltenen Tauschwert (Dollar/Euro-Forderungen auf Güter und Leistungen) einen möglichst geringen Nutzen (Gebrauchswert) zieht.

      Saudi-Arabien ist im Vergleich zu Libyen ein vorzüglicher Tauschpartner, da es seine Petro-Dollars zu seinem eigenen Schaden und zum Nutzen der USA verwendet:
      - Recycling von Petrodollars durch Kauf amerikanischer Staatsanleihen (Übernahme des “Emittenten-Risikos” des Staatsbankrots, sowie des Hochinflations-Risikos)
      - Investition (“Recycling”) von Petrodollars durch den staatlichen “Souverein Wealth Funds” Saudi-Arabiens in Kapitalmärkten wie USA, wobei die Araber hier von den Wallstreet-Banken über den Tisch gezogen werden und abermals Geld verlieren.
      - Investition von Petrodollars in arabische Luftschlösser, indem Milliarden buchstäblich in den Sand gesetzt werden, wie z.B. “The Palm” mit seinen leerstehenden Häusern und nach Abfall stinkenden Lagunen.
      - Rückfluss von Petro-Dollars von Saudi-Arabien nach USA zum Kauf von High-Tech-Waffen, wobei 70% des Preises der Waffen als Profit an Nato-Konzerne fliesst.
      (würden dagegen Low-Tech-Produkte wie z.B. Schweinebäuche gehandelt, wäre auf Grund der vergleichbaren saudischen Produktivität der Low-Tech-Produktion solche Profite nicht möglich)
      - Einsatz der Waffen gegen die moslemischen Allierten (Libyen, Syrien, Iran) der Nato-Erbfeinde Russland und China
      - schnellstmögliche Nutzlosigkeit der High-Tech-Waffen durch den technischen Fortschritt (es wird ohnehin nicht Top-Qualität geliefert). Es wird also schnell das Neueste nachbestellt.

      Libyen ist für die Nato dagegen ein schlechter Tauschpartner, da es seine Öleinnahmen zum Schaden der Nato verwendet:
      - Libyen verwendet die Öleinkünfte zur Pan-Afrikanische Wirtschaftsentwicklung (Libyen strebt Hegemonie in Afrika an, unter Einbindung von China)
      - Libyen kauft relativ wenig High-Tech-Waffen vom Westen (klar, weil der Stuxnet-Virus bereits eingebaut mitgeliefert wird).
      - Libyen drohte, anstelle von Petrodollars und Euros auch andere Währungen für Öl einzufordern (d.h. Libyen verringert seine Gefährdung durch Emittenten-Risiko oder Hochinflations-Risiko für Dollar und Euro).

      SF: “Ach jeh. Immer der gleiche Bullshit. Diesmal ist es der “Gold-Dinar”. Das Internet macht blöd.”

      Ja SF,
      Ob Gold-Dinar oder Euro oder Yuan, kommt doch auf das gleiche heraus. Hauptsache die Währung ist durch eine Ware (Gold) oder durch die Lieferbarkeit eines Basket von Konsumgütern gedeckt.

    14. Lemmy Caution schrieb am 27. August 2011 at 22:42 - Permalink

      Zumindest die Tendenz scheint gebrochen, dass im Fokus eben nicht mehr eine Entlastung der sogenannten Leistungsträger geht sondern halt ein stärkerer Beitrag der Gutverdiener und Vermögenden am Gemeinwesen diskutiert wird. Das bedeutet aus meiner Sicht nicht zwangsläufig eine höhere Unternehmensbesteuerung. Erbschaftssteuer, Kapitalverkehrssteuer und höhere Spitzensteuersätze halte ich für die interessanteren Ansatzpunkte.
      Ein entsprechender Wandel des Diskurses gibts nicht nur in Europa sondern auch in makroökonomisch erfolgreichen aber höchst unsozialen peripheren Ländern wie Israel und Chile sowie vielleicht auch in den USA.

    15. Stefan K. schrieb am 28. August 2011 at 07:54 - Permalink

      Selbst wenn es nur Lippenbekenntnisse sind, vielleicht geht ja einigen Bürgen ein Licht auf und sie erkennen einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Staatsverschuldung auf der einen Seite und der privaten Vermögenszunahme auf der anderen.

      • schwitzig schrieb am 29. August 2011 at 08:42 - Permalink

        Bürgen ein Licht

        den Bürgern, die bei der BTW Schwarz-Gelb gewählt haben? Im Leben nicht …

        • dfd schrieb am 29. August 2011 at 11:57 - Permalink

          den Bürgern, die bei der BTW Schwarz-Gelb gewählt haben? Im Leben nicht …

          den Leuten, die bei der vorvorletzten und vorletzten BTW Rot-Grün wählten?

          Im Leben nicht…

          • schwitzig schrieb am 29. August 2011 at 14:24 - Permalink

            Im Leben nicht…

            Korrekt, es sei denn, man ist so merkfreit und kann in der CDUSPDGRÜNEFDP-Mischpoke irgendwelche Unterschiede ausmachen.
            Die Spanier haben wenigstens eine 2-Parteiendiktatur. Wir haben eine Einheitspartei mit einer von den Medien totgeschwiegenen oder attackierten Opposition.

    16. Bernd schrieb am 28. August 2011 at 13:46 - Permalink

      Was mich interessieren würde wären absolute Zahlen bei den gezahlten Steuern – also wieviel jemand der xyz Euro an Einkommen hat dann wirklich an Steuern wieder dem Staat zur Verfügung stellt.
      Ich glaube, dass eben die Summe der “Wenigverdiener” hier eben keine Chancen hat um irgendwelche Absetzungsmöglichkeiten zu finden und die Steuern daher ganz gut mit dem “offiziellem Steuersatz” übereinstimmt – aber gerade bei den Vielverdienern wird dann durch entsprechende Steuerschlupflöcher eben bei weitem nicht der “offizielle Steuersatz” abgeliefert. Dann kauft man eben noch ein Haus und wenn man geschickt genug ist kann man dies schon steuerwirksam absetzten.
      Also ich glaube nicht wirklich, dass jemand der z.B. eben dann am Jahresende 1 Million an Bonus bekommt, davon dann wirklich den Spitzensteuersatz – also 420 000 Euro – an den Staat abliefert.
      Aber wie gesagt – ich weiß es nicht und mich würde es eben wirklich interessieren wie viel an Steuern eben wirklich beim Staat landet.
      Mir fällt dazu ein Fernsehbericht ein über einen Immobilienmakler, der definitiv ein absolutes Luxusleben führt – aber durch geschickten Zu- und Verkauf von Immobilien immer “an der Armutsgrenze lebt” und sehr stolz zugab grundsätzlich seine Geschäft so zu planen, das er niemals Steuern abführen muss.
      Natürlich zahlt niemand gerne freiwillig viel an Steuer – aber während der “kleien Mann” kaum Möglichkeiten hat dem zu entgehen werden diese Möglichkeiten mit zunehmendem Einkommen immer größer.
      Also ich fand das vorgeschlagene Steuersystem von Kirchhoff daher durchaus als einen Weg in die richtige Richtung und besser als die Beibehaltung des bestehenden Systems mit ständigen Diskusionen über Prozentzahlen.

    17. sternburg schrieb am 29. August 2011 at 06:09 - Permalink

      morgääääähn,….

      und die ansprache zum kommentariat des spiegelfechters am heutigen montag lautet:

      „Ferner verurteilen wir die Raffgier der Geldverleiher, die
      vom göttlichen und menschlichen Gesetz zutiefst verabscheut und durch die Schrift im Alten
      und Neuen Testament verworfen ist. Diese, sage ich, unersättliche Raffgier verurteilen wir
      und schließen die Geldverleiher von allem kirchlichen Trost aus. […] Die Zinsnehmer gelten
      ihr ganzes Leben als ehrlos und erhalten kein christliches Begräbnis, wenn sie nicht Vernunft annehmen.“ aus 2. laterankonzil im jahr 1139

      kommt doch bald der papst nach berlin:))

    18. Hans Bambel schrieb am 29. August 2011 at 08:26 - Permalink

      So wie ich das lese, spenden wohl viele dieser Milliardäre ihr Geld der Bill Gates Stiftung. Was macht bitte eine Stiftung mit so viel Geld – korrigiere – Macht? Es wird ja nicht so sein, dass diese Stiftung dann alles oder fast alles für Wohltätigkeiten ausgibt….

      • dfd schrieb am 29. August 2011 at 11:40 - Permalink

        Was macht bitte eine Stiftung mit so viel Geld – korrigiere – Macht?

        Sie macht das Bildungssystem kaputt und sorgt dafür, dass die Schulen nur noch unternehmerplankonforme und pflegeleichte 08/15 Schüler ohne jeglichen (bzw. sehr einseitigen) volkswirtschaftlichen, philosophischen, geschichtlichen und soziologischen Grundwissen verlassen.

        PS: Viele profitorientierte Konzerne firmieren eigentlich als “Stiftungen”, da dies u.a. steuerliche Vorteile mit sich bringt, bzw. hinter vielen profitorientierten Konzernen steht eine Stiftung als Mehrheitseigner, da dies u.a. steuerliche Vorteile mit sich bringt.

    19. Juliane schrieb am 29. August 2011 at 09:27 - Permalink

      2009 hatte sich in D mit Dieter Lehmkuhl ein Club Vermögender gebildet, die mit Abgeben kein Problem haben. Siehe da.
      Damals waren es so um die zwanzig Leute,
      heute sind es ungefähr 50, die den Appell unterstützen nur 256.
      http://www.appell-vermoegensabgabe.de/

      “Lehmkuhl betrachtet seine Spenden als “soziales Risikokapital”. Und jetzt ist er eben das Risiko eingegangen, eine staatliche Vermögensabgabe zu fördern. Auch wenn er nun immer erklären muss, warum er kein naiver Spinner ist.” (taz, 20.Mai 2009)

      Dr. Harald Wozniewski wird seit Jahren nicht erhört, aber es gibt ihn:
      http://www.meudalismus.dr-wo.de/index.htm

      „Solange die Maulhelden in Führungspositionen behaupten, sie wollen Fortschritt, in Wirklichkeit jedoch nicht anderes tun, als den Nachlass zu verwalten und eine riesige Blase vor sich her tragen, bleibt die Zukunft Deutschlands ein riesiger Luftballon. Diese Konformisten bauen die Autos des 2. Jahrtausends und haben noch gar nicht begriffen, dass wir bereits mitten im 3. Jahrtausend sitzen.“ Luigi Colani, 2004

      • HHarlekin schrieb am 29. August 2011 at 09:59 - Permalink

        Ergänzung Vermögensagabe:

        Auch der Unterstützer Peter Vollmer, ein Berliner Unternehmer, hat 2009 dazu dradio ein lesenswertes Interview gegeben.

        Grüße

    20. Peleo schrieb am 31. August 2011 at 12:16 - Permalink

      Offenbar hat noch niemand hier Robert Misik verlinkt?

      http://derstandard.at/1313025363737/Videocast-von-Robert-Misik—Folge-196-Ich-beginne-zu-glauben-dass-sogar-Konservative-manchmal-recht-haben


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