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  • Der übersehene Trend: Videospiele und die Mitte der Gesellschaft

    geschrieben am 31. August 2011 von Stefan Sasse

    Von Stefan Sasse

    RTL hat ein unschönes Erkenntnis-Erlebnis. Anlässlich der Gamescom, einer Art Videospielmesse in Köln, erstellte das RTL-Magazin “Explosiv”, das stets mit relevanten Nachrichten und guter Recherche aufzuwarten weiß, einen Beitrag. In der üblichen tendenziösen Machtart gedachte man, ein bisschen auf Minderheiten herumzutrampeln und gemeinsam mit den Zuschauern Hohn und Spott über eine Randgruppe auszuschütten. Man fröhnte also in anderen Worten dem üblichen Geschäftsmodell. Dumm nur, dass man sich fundamental verschätzt hatte: die Gamer, die man mit Bildern der absurdesten Exemplare ins Lächerliche zu ziehen hoffte, sind nämlich keine Randgruppe mehr. Noch zu Beginn der 2000er Jahre konnte Gerhard Schröder ungestraft Punkte sammeln, indem er die Indizierung und am besten gleich Verbot und Beschlagnahmung für das Spiel “Counter-Strike” forderte, bei dem es nach einhelliger Presserecherche etwa der FAZ hauptsächlich darum ging, Punkte durch das Erschießen von Großmüttern und Kinderwägen zu erzielen.

    Nur, diese glorreichen Zeiten des gedruckten Qualitätsjournalismus sind zehn Jahre her. Schon der damalige tendenziöse FAZ-Artikel rief einen solchen Proteststurm der Gamer-Community hervor, der sich vorrangig in verhältnismäßig seriösen Kommentaren manifestierte, dass sich die Zeitung zu einer Entschuldigung genötigt sah. Weitere Ausrutscher dieser Art fanden zwar regelmäßig weiter statt, wurden aber seltener. Besonders anlässlich von Amokläufen feierten sie immer wieder ihr Stelldichein; zuletzt durften wir erfahren, dass Breivik seine Tat im Ego-Shooter (!) “World of Warcraft” plante (wie auch immer er das gemacht haben will). Nun hat auch RTL als Reaktion auf seinen Beitrag einen wahren Shitstorm erlebt, musste sich offiziell entschuldigen und – das ist neu – wurde sogar von den Mainstreammedien für seine Quatsch-Berichterstattung auf dem Sektor abgewatscht. Das hat, ich erwähnte es, mit den vergangenen zehn Jahren zu tun. RTL stolperte hier mit seinem “Explosiv”-Team über den demographischen Faktor.

    Inzwischen ist eine ganze Generation erwachsen, die mit Videospielen aufgewachsen ist. Auch haben inzwischen viele Menschen Zugang zu Spielen gefunden, die schon ein wenig älter sind, was wohl auch auf die großen Erfolge der auf familienfreundlich getrimmten Wii zurückgeht. Im Durchschnitt ist der deutsche Videospieler inzwischen 31 und die Geschlechterverteilung fast bei 50:50 angelangt. Das alte Bild vom männlichen, jugendlichen Kellerkind trifft einfach nicht mehr zu. Das Spielen von Videospielen ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und keinesfalls mehr eine Beschäftigung einer leicht ein- und ausgrenzbaren Randgruppe. Auch ist die Bandbreite von Spielen deutlich größer geworden: wir reden hier nicht nur vom klassischen PC-Spiel oder Konsolenspiel, sondern auch von den zahllosen Handy- und Facebookspielen, die einen elementaren Anteil an der Verbreitung des Hobbys haben.

    Nur um ein kurzes Beispiel eines in Deutschland weitgehend übersehenen Wandels zu geben: die E-Sport-Szene, die in Korea ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hat, wird inzwischen auf Fernsehkanälen live übertragen und lässt die Athleten um Preisgelder im fünfstelligen Dollarbereich kämpfen. Viele Spieler haben das professionelle Spielen inzwischen zu ihrem Beruf gemacht. Der Trend wird derzeit in den USA ebenfalls stärker, wo der durchschnittliche Spieler 37 Jahre alt und der Anteil der über 50-jährigen mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland ist. Diverse Sportbars im ganzen Land übertragen inzwischen mit großem Zuspruch neben Football und Basketball auch StarCraft II, wie das Wallstreet Journal berichtet. Eine eigene Studie beschäftigt sich mit der Frage, was StarCraft II überhaupt zum Zuschauen interessant macht.

    Diese Entwicklung wird, wenngleich mit Verzögerung, vermutlich auch Deutschland erreichen. Die Bundesrepublik ist ein Phänomen auf dem weltweiten Spielemarkt. Nirgendwo sonst wird so rigide zensiert wie hier, sind die Vorurteile so beständig und aggressiv wie hier, und ist zugleich der Markt so wichtig, dass trotz dieser Faktoren die Spielefirmen große Mühen auf sich nehmen. Wie sonst ist es zu erklären, dass es von Actionspielen fast immer zwei Versionen gibt – eine für Deutschland und eine für den Rest der Welt? Der deutschen Zensurschere fallen regelmäßig Darstellungen von Gewalt zum Opfer; bisweilen aber nimmt die Zensur übertriebene Formen an: aus “Call of Duty: Black Ops” etwa wurde ein im Hintergrund dudelnder Rolling-Stones-Song “Dancing with the devil” entfernt, weil der Text des Lieds im Bezug zum Geschehen für Jugendliche verstörend sein könnte. Ernsthaft, ich erinnere mich nicht einmal mehr daran dass überhaupt ein Rocksong in diesem Spiel lief, geschweige denn dass ich in dem spezifischen, echt nervigen Level den Nerv gehabt hätte die Lyrics im Hinterkopf zu übersetzen und zum Geschehen in Bezug zu setzen.

    An der deutschen Zensurpraxis zeigt sich auch erneut das deutsche Vorurteil, dass Spiele eine Beschäftigung der Jugend währen, denn die solcherart entschärften Versionen sind oftmals die Einzigen, die im Handel erhältlich sind. Warum ich aber Geld für die deutsche Version von Bulletstorm ausgeben sollte, entzieht sich vollständig meinem Verständnis. So oder so wird das Vordringen von Videospielen in alle Gesellschaftsschichten ein kaum aufzuhaltender Prozess sein und dürfte auch in Zukunft Formen annehmen, wie sie derzeit kaum vorhersehbar sind. Wer beispielsweise hätte noch vor fünf Jahren den Erfolg der Facebook-Spiele oder der Spiele-Apps auf Smartphones auf der Platte gehabt? Oder die beiden Plattformen überhaupt, davon einmal ganz abgesehen?

    Videospiele haben sich in den letzten Jahren enorm diversifiziert und weiterentwickelt. Die Evolution ist aber noch lange nicht am Ende. Zwar hat inzwischen jeder, der irgendwie mit dem Internet in Verbindung steht Spiele zur Verfügung, ob auf Smartphone, Facebook oder Browser, aber Spiele könnten noch in völlig andere Lebensbereiche vorstoßen und tun dies teilweise bereits. Einige Softwareentwickler, die auf der Seite “The Escapist” die Videokolumne “Extra Credits” betreiben, haben diese Entwicklung unter dem Schlagwort “Gamification” vorausgesagt und besprochen. Kurz zusammengefasst bedeutet Gamification, dass die Grundprinzipien von Spielen auf andere Lebensbereiche übergreifen und diese bereichern – beispielsweise indem ein Barcodescanner eine Art interne Fortschrittsanzeige erhält, die das Durchführen einer Inventur gleich viel spannender gestaltet. Extra Credits haben Recht wenn sie sagen, dass der Arbeitsalltag auf einem katastrophal rückständigen Niveau der Langeweile und Abgehobenheit existiert und psychologische Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte über Motivation geflissentlich ignoriert werden – ebenso wie im pädagogischen Bereich, nebenbei bemerkt.

    Da technische Entwicklungen en detail praktisch unmöglich zu prognostizieren sind, kann man nur über grundsätzliche Möglichkeiten, nicht aber über die genaue Ausgestaltung sinnvoll nachdenken. Warum aber sollte es undenkbar sein, alltägliche Aufgaben sinnvoll in Spiele zu integrieren? Der Siegeszug des Mikrochips wird dessen Verbreitung in alle möglichen Geräte so oder so begünstigen. Staubsauger und Geschirrspüler, die bei der Benutzung Punkte verteilen, wären eine Motivationsspritze der ganz anderen Art für den Nachwuchs, sich an den Haushaltsarbeiten zu beteiligen. Und die psychologischen Studien zeigen, dass bereits solch primitven Systeme funktionieren. Der Mensch funktioniert so.

    Das zeigt der bisherige Fortschritt von Gamification in der Werbeindustrie, der zugleich gewissermaßen die dunkle Seite einer potenziell positiven Entwicklung darstellt. Denn all diese psychologischen Erkenntnisse können auch dazu benutzt werden, um das Konsumverhalten der Menschen, und hier besonders der gegenüber solchen Strategien sehr verwundbaren Jugendlichen, entscheidend zu steuern. Payback-Karten und das Monolopy-Spiel von McDonalds zeigen bereits einen ersten Vorgeschmack darauf, wie das gehen könnte. Der feuchte Traum jedes Marketingspezialisten ist es, das bewusste Ansehen von Werbung durch die Kunden begehrenswert und spannend zu gestalten. Das könnte zu einer wahren und angsteinflößenden Revolution der Werbung führen.

    Es macht wenig Sinn, diese Implikationen zu beklagen und zu hoffen, dass mit ein paar geschickten Regulierungsgesetzen oder dem Glauben an die Integrität familiärer Erziehung diese Probleme präventiv bekämpft werden können. Die Marketingleute sind viel zu kreativ, um sich von ein paar Regeln auf einem so erfolgversprechenden Pfad abhalten zu lassen, und der Glaube an die pauschale moralische Überlegenheit von Familien kann tatsächlich jeden Tag auf RTL erschüttert werden. Es scheint vielmehr angebracht, die positiven Potentiale zu ergreifen und selbst in der alltäglichen Erziehung der nächsten Generation zu nutzen. Ich erinnere mich noch daran, wie uns auf der Grundschule die Tricks der Supermärkte und Werbefirmen beigebracht wurden, mit denen Süßkram möglichst attraktiv erscheinen sollte. Solche Erziehung bräuchte es dann für die Werbeformen der nächsten Generation ebenfalls.

    Dies kann am besten funktionieren, wenn Gamification genutzt wird, um die Schule interessanter zu machen. Extra Credits haben einige Beispiele dafür exemplarisch auseinandergenommen, und es kann definitiv funktionieren. Im Idealfall würde Gamification tatsächlich dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche spielerisch mit Lernen beschäftigen anstatt der jüngsten Zurschaustellung von sozial schwachen Familien am Pranger von RTL zu beobachten oder Instanzen bei WoW zu durchlaufen. Das allerdings würde voraussetzen, dass einerseits die dafür produzierten Spiele qualitativ ansprechend sind und an Attraktivität und Spannung mit den derzeitigen reinen Entertaintmentprodukten mithalten können. Andererseits aber müssten auch diejenigen, die meiner Generation angehören, diese Entwicklung mitmachen, denn wir wären diejenigen, die unseren Kindern den verantwortlichen Umgang mit diesen neuen Instrumenten beibringen müssten. Wir dürfen dann nicht den Fehler machen, mit Zensur und Ignoranz gegen diese Formen vorzugehen, nur weil wir sie nicht verstehen, wie es 20 verlorene Jahre lang mit dem Videospielsektor geschehen ist. Dies führt nur zur Bildung einer eigenständigen, nicht mehr voll integrierten Welt – und damit genau dem Szenario, dass die übereifrigen Sittenwächter verhindern wollen.

    Links:
    SpOn – Spieler verspottet
    CNN – Koreaboom
    Games report
    Computer Bild – Zensur in Spielen
    Wall Street Journal – Barcraft
    Extra Credits – Gamification
    Extra Credits – Games in education

    233 Kommentare Print This Post
    Von Stefan Sasse RTL hat ein unschönes Erkenntnis-Erlebnis. Anlässlich der Gamescom, einer Art Videospielmesse in Köln, erstellte das RTL-Magazin "Explosiv", das stets mit relevanten Nachrichten und guter Recherche aufzuwarten weiß, einen Beitrag. In der üblichen tendenziösen Machtart gedachte man, ein bisschen auf Minderheiten herumzutrampeln und gemeinsam mit den Zuschauern Hohn und Spott über eine Randgruppe ...
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    233 Kommentare:

    1. Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 09:01 - Permalink

      Bevor sich jemand wundert, warum die Extra Credits Links nicht gehen: das Team hat “The Escapist” gestern wegen juristischen Streitereien verlassen. Ich hoffe mal die Dinger stehen bald auf Youtube.

    2. sw schrieb am 31. August 2011 at 09:18 - Permalink

      beispielsweise indem ein Barcodescanner eine Art interne Fortschrittsanzeige erhält, die das Durchführen einer Inventur gleich viel spannender gestaltet.

      Ja, wirklich uuunglaublich spaaaandend. Du meine Güte.

      Und die psychologischen Studien zeigen, dass bereits solch primitven Systeme funktionieren. Der Mensch funktioniert so.

      “Der Mensch” ist also ein “primitives” System.
      Bis hierher dachte ich – ein sehr interessanter Artikel von Stefan Sasse. – interessant. Jetzt würde ich eher sagen – er hat nur partiell Ahnung vom Thema. Dazu ein paar Plattheiten wie:

      Die Marketingleute sind viel zu kreativ, um sich von ein paar Regeln auf einem so erfolgversprechenden Pfad abhalten zu lassen

      naja, egal

      PS: übrigens gibts massive Zusammenhänge zwischen Werbung und Propaganda. Auch aus diesem Grund empfinde ich den begeistertenden Unterton ziemlich deplaziert.

      • Alexander schrieb am 31. August 2011 at 09:53 - Permalink

        Ja! Genau das habe ich beim lesen auch gedacht, sw, danke.

        Durch passive Reize werden Menschen nicht aktiv. Erziehung ist Arbeit, braucht Anstrengung und Fürsorge – Zeitinvestition. Genauso ist es mit (Lohn-)Arbeit und allem anderen, was der Mensch tut.

        Wenn ich weiter spinnen darf: Irgendwann sind leuchtende Balken und Punkte für gescannte Ware nicht mehr ausreichend, weil passive Reize abstumpfen und Verstärkung bedürfen, um denselben Effekt zu haben. Die Parallele zu Drogen ist nicht zufällig.

        Denkt nach!

        Alexander

      • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 12:03 - Permalink

        @ sw

        der unterschied zwischen medium und inhalt

        das medium ist was anderes. nicht buch, papiertext, sondern elektronikgeräte, speicherchips,…. aber was soll jetzt die neue entwicklung sein? ich lerne jetzt, das es technische veränderung gibt. ok. aber ich versteh den bewusstseinsverändernden aspekt nicht?

        es gibt technische verbesserung. dinge geschehen leichter. aber wird deswegen unser denken verändert? wenn ich in einem sozialen netzwerk mit anderen kommunizieren und abends mit mit anderen in einer literaturveranstalung in einem theater kommuniziere, dann ist der unterschied ein technischer und kein inhaltlicher.

        ob ein kind etwas von einem sehr guten pädagogen lernt oder aufgrund eines sehr guten pc-lernprogammes….himm… im ergebnis hat das kind etwas gelernt.

        ps.: entschuldigung bei hier mitlesenden lehrern für den vergleich oben:))

        • sw schrieb am 31. August 2011 at 18:11 - Permalink

          @sternburg schrieb am 31. August 2011 at 12:03
          Ich glaub ich steh gerade auf der Leitung. Ich versteh nämlich gerade nicht was du meinst.

          Übrigens hat die digitale Entwicklung unser Denkschema schon verändert.

          • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 20:56 - Permalink

            naja… ich versteh nicht, was in dem text von stefan oben wirklich neu ist?

            es geht um wissenvermittlung und information, die aber jetzt technisierter übermittelt wird. richtig ?

            der weg einer information ist der selbe, nur die verpackung ist anders.

            also nichts substanziell neues. richtig ?

            hab mich auf deinen kommentar bezogen, weil es auch dein eindruck ist?

            Übrigens hat die digitale Entwicklung unser Denkschema schon verändert.

            himm…. gibt es da schon erkenntnisse sw ?

            würde mich interessieren, weil ich bisher denke, das hat keinen einfluss.
            ich seh das rein technisch. eine technik , die hilft und benutzt wird, aber nicht unser denkmuster verändert.

            • brainOnaut schrieb am 1. September 2011 at 10:59 - Permalink

              weil ich bisher denke, das hat keinen einfluss.

              ist jetzt nicht dein ernst?

              jede technik die die gesellschaft so massiv durchdringt wie zb die digitalisierung, muss zwangsläufig zu veränderten denkschemata & einhergehenden verhaltensweisen führen…

            • sternburg schrieb am 2. September 2011 at 07:21 - Permalink

              @ brainOnaut

              jede technik die die gesellschaft so massiv durchdringt wie zb die digitalisierung, muss zwangsläufig zu veränderten denkschemata & einhergehenden verhaltensweisen führen…

              himm… wieder was gelernt.

              vielleicht passt das hier noch als ergänzung für uns. ich kopier einfach mal frech, fast den ganzen text hier rein:

              “….Der neue Leviathan

              Rudolf Stumberger 31.08.2011

              Das Internet der Zukunft als komitative Sphäre

              Nach dem Der Kapitalismus der Trostlosigkeit[1] und Die barbarische Moderne[2] wird als dritter neuer Begriff für unsere Zeit der der komitativen Sphäre vorgeschlagen. Ein neuer Leviathan ist dabei, aus den Wellenbewegungen der Geschichte aufzutauchen. Noch ist vor allem das Blubbern und Twittern an der Oberfläche zu sehen, doch in der Tiefe sind bereits seine mächtigen Konturen zu ahnen. Der Leviathan des englischen Philosophen Thomas Hobbes war der Staat, der dem Menschen im Chaos des Naturzustandes über den Gesellschaftsvertrag die Ordnung brachte.

              Der Leviathan des 21. Jahrhunderts ist die künftige Form des Internets. Was jetzt noch weitgehend, aber auch schon immer weniger, über Kabelverbindungen und lokal fixierte Computer geschieht, wird sich zu einer allgegenwärtigen, den Menschen begleitenden Sphäre, der komitativen Sphäre ausweiten. Diese Sphäre wird sich als eine weitere Hülle neben den atmosphärischen Schichten wie der Stratosphäre über den Planeten legen.

              Wie über eine zweite Nabelschnur wird der Mensch drahtlos mit dieser Sphäre verbunden sein und sie dient ihm als künstliches Organ. Mehr noch, er wird über die komitative Sphäre Teil eines großen Organismus und der Begriff des Leviathans steht hier als Bild für die allgegenwärtige Mächtigkeit dieses Organismus. Sein Blut sind die digitalisierten Informationen und sein Blutkreislauf ist global. Der Einzelne wird mehr als je zuvor zum angedockten Teil eines Ganzen und es gibt kein Entrinnen mehr. Die komitative Sphäre leitet eine neue Epoche der Geschichte ein: So lange die Herzmaschinen dieses Organismus laufen, wird der Mensch nicht mehr alleine sein (können).

              Die Genealogie der Medien beginnt jenseits von pränatalen Eindrücken und Hautberührungen mit Sprache, mit Lauten und Zeichen; geht von der prähistorischen Höhlenmalerei über die Schrift zum Buchdruck, vom Altarbild zur Fotografie, vom Rauchzeichen zur Telegrafie, vom Film zum Fernsehen und vom Brief zur email. Manchmal sterben Medien auch aus, wie am 31. Dezember 2000 der Auslandstelegrammdienst in Deutschland. Oft aber leben Medien noch fort, freilich dann mit anderer Bedeutung. Den Inlandtelegrammdienst gibt es noch immer, freilich nur als Grußtelegramm.

              Medien-Amalgam

              So finden wir heute ein Nebeneinander von verschieden “alten” Medien. Der Rundfunk existiert neben dem Fernsehen weiter wie die Malerei dies neben der Fotografie tat und im Theater hebt sich auch angesichts des dreidimensionalen Kinospektakels noch immer der Vorhang.

              Wenn wir einen Blick auf das Internet werfen, so stellen wir unschwer fest, dass es sich bei diesem neuen Medium unter bestimmten Blickwinkel um ein Amalgam von “alten” Medien handelt, jedenfalls soweit es sich um digitalisierbare Formen handelt – eine Theateraufführung im Internet ist ebenso wie im traditionellen Fernsehen noch immer eine Bildaufzeichnung oder eine Live-Übertragung, aber auch diese Grenzen sind nicht als dauerhaft anzusehen. In diesem Medien-Amalgam finden wir all das zusammengeführt, was sich bisher separat zeigte. Es ist die neue Plattform für die “alten” Medien vom Buch und der Zeitung, vom Radio über TV bis hin zu neuen elektronischen Arten des alten Plaudern und Tratschens wie dem Blog oder dem Twittern oder dem PDF-Format als Ersatz für das Fax mit der Presseerklärung.

              Der Ausdruck Medien-Plattform oder Medien-Amalgam erklärt dabei aber den revolutionären Charakter des Internets noch nicht. Dieser gründet auf der Digitalisierung der Welt. Ein Prozess, in den die “alten” Medien mit ihrer analogen, physikalisch verschiedenen Form eintauchen, um als binärer Code wieder aufzutauchen. Dies war die wahre Revolution in den 1980er Jahren, für die das Internet dann kongenial und in Wechselwirkung die Bühne bot. Die Digitalisierung war der Sturm auf die Bastille, das Internet der Vorstoß und Sieg der Revolutionstruppen.

              So wie die französische Revolution ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte einläutete, schufen Digitalisierung und Internet ein neues Medium, das als Hypermedium die Eigenschaften all seiner Vorgänger nicht nur weit übertraf, sondern eine grundsätzlich neue Qualität erzeugte.

              Historische Zäsur

              Der Begriff des Mediums ist dabei unzulänglich. Wir haben es vielmehr weitergehend mit einer Umwälzung der Produktivkräfte zu tun. Dabei geht es natürlich nicht um den Fluss des glühenden Stahls, sondern um den Fluss der Information. Die gesamten Inhalte der menschlichen Kultur, soweit sie sich in Zeichen, Bildern, Tönen und Symbolen darstellen lassen, sind Bestandteile der komitativen Sphäre. In Zukunft werden auf dem gesamten Planeten diese Inhalte zugänglich sein – von der Übersetzung altägyptischer Schriftrollen über die Gedichte Goethes und die Reden von Adolf Hitler bis hin zu den Reparaturanleitungen eines Opel Astra und dem Lehrbuch für klinische Psychologie.

              Beim Internet als Übertragungsmedium werden prozesssteuernde Informationen quer über den Erdball ausgetauscht, der Blutdruck eines in New York weilenden Patienten kann von seinem Arzt in Hamburg ebenso kontrolliert werden wie der Standort eines Lkws oder die Position eines Schiffes, begleitet von Echtzeit-Aufnahmen einer Kamera oder den elektronischen Augen eines Satelliten. Bestandsdaten von Warenlagern werden koordiniert mit den elektronischen Bestellungen der Kunden und das Klima von Gebäuden in Kalifornien geregelt von einer Zentrale in Boston.

              Wenn wir Menschen begegnen, können wir über die komitative Sphäre auf seine Daten zurückgreifen und noch während wir die Hände schütteln, wissen wir alles über seine Finanzverhältnisse, Krankheiten, Schulbildung, Konsumgewohnheiten und den letzten Sommerurlaub. Wenn wir auf einem städtischen Platz stehen, erzählt uns eine unsichtbare elektronische Marke, dass hier vor zwei Stunden ein Bekannter vorbeigekommen ist.

              Die Entstehung der komitativen Sphäre ist als historische Zäsur vergleichbar mit einem massiven Klimawandel oder der Entdeckung Amerikas, jedenfalls was zumindest die Folgen für die indigenen Einwohner anbelangte. Es ändert sich die Umwelt des Menschen, nicht wirklich sichtbar, aber wirksam. Die Kultur löst sich von ihren bisherigen materiellen Trägern und verdichtet sich zu einer neuen Sphäre. Der Geist schwebt über den Wassern und kumuliert in neuronalen Netzwerken zu Wolken digitaler Codes. Es ist der Prozess der Entsinnlichung des Wissens und wir tauschen den Geruch von gegerbtem Leder der alten Folianten in den Klosterbibliotheken ein gegen die allgegenwärtige Präsenz ihrer Inhalte.

              Eine zukünftige Geschichtsschreibung wird diese Geschichte in zwei große Epochen einteilen: Die Epoche des analogen Zeitalters und darauf folgend die Epoche des digitalen Zeitalters. Dieses ist gekennzeichnet durch die Entstehung der komitativen Sphäre. Zukünftig werden sich wirkliche Luxusgüter durch ihren Entzug gegenüber dieser Sphäre auszeichnen….”

      • Dominik schrieb am 1. September 2011 at 09:48 - Permalink

        “Der Mensch” ist also ein “primitives” System.
        Bis hierher dachte ich – ein sehr interessanter Artikel von Stefan Sasse. – interessant. Jetzt würde ich eher sagen – er hat nur partiell Ahnung vom Thema. Dazu ein paar Plattheiten wie:

        Herr Sasse hat das schon richtig erfasst. Der Mensch kann sehr leicht durch simple passive Belohnungen bei der Sache gehalten werden. Und genau das ist der Fortschrittsbalken bei der Inventur.

        Zum Thema einfach mal ein bisschen über Facebook Spiele informieren. Farmville und co. sind genau betrachtet grausige Spiele. Das einzige was die Spieler bei der Stange hält ist die kurzfristige Gratifikation und Belohnung. Oder Erfolge, die neuerdings in jedem Spiel enthalten sind.

        Zu behaupten, dass man sich von solchen Dingen nicht beeinflussen lässt ist genauso albern wie die Behauptung, dass man nicht von Werbung beeinflusst wird.

    3. t schrieb am 31. August 2011 at 09:19 - Permalink

      Ja, wie unglaublich klug und vorrausschauend hätte man vor 5 Jahren sein müssen, um den Erfolg von Simplespielen auf Facebook oder dem Smartfon erahnen zu können?

      Moorhuhn schon vergessen?

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:44 - Permalink

        Nein, Moorhuhn nicht vergessen. Es ist ja weniger das Spielkonzept als die Verbreitung in andere Lebensbereiche, die anders ist.

        • t schrieb am 31. August 2011 at 11:04 - Permalink

          Viele fleißige Facebookfarmer haben ja mit Snake auf nem alten Nokiahandy begonnen.
          Vielleicht schließt sich da der Kreis der Erahnbarkeit.

          Gamingkonzepte auch in die Arbeitswelt einfließen zu lassen ist ein Gedanke, der von Jane McGonigal ja auch in erfrischender Weise gedacht wird.

          http://blog.ted.com/2010/03/17/gaming_can_make/

          Und auch gedacht werden muss, denn all die technologisch zwar gut ausgestatteten, aber an kurzer Leine gehaltenen, Nachwuchskonsumenten die da so kommen mögen in den nächsten Jahren, denen wird man einen sehr “konsoligen” Zugang an ihre Arbeitsplätze bieten müssen.

          Ein Office 2010 lässt da ja auch schon einiges durchblicken.

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:11 - Permalink

            Wieso Office 2010? *verwirrt*

            • t schrieb am 31. August 2011 at 11:23 - Permalink

              Wegen der bunten Ribbonoberfläche. :-)

              Und zB. Ribbon Hero googlen.
              Da gibt’s dann all die Visionen aus dem Artikel, einfach mal mitmachen und den Score auf Facebook posten.

              Und Kinect, das ist der spielerische Test für die totale Mitarbeiterüberwachung im Büro, wird dann eingeführt unter dem Deckmäntelchen der Gesundheit.

    4. Count Krey schrieb am 31. August 2011 at 09:26 - Permalink

      Ich erinnere mich noch an “damals”, als ich noch gerne WC3-Matches geschaut habe, da kam auch ein großer Teil der Unterhaltung durch den Kommentator. Es war teilweise einfach unfassbar wie schnell die reden konnten und richtige Informationen in den Sätzen verbaut wurden.. ich sag nur „surrounding!“ :D Denke bei SC2 wird es ähnlich sein?

      Dem Rest kann ich auch zustimmen. Es ist einfach unglaublich wie oft sich Leute – gerade in MMOs – irgendwelche Quests antun, nur weil es eine Fortschrittsanzeige gibt. Dann noch die sogenannten „Erfolge“ bzw. Achievements in diversen Games, die einfach nur gemacht werden um diese zu haben und somit die Liste zu komplettieren.

      Ich weiß aber nicht so recht was ich davon halten soll, so ein „Belohnungssystem“ in den Alltag zu integrieren, denn die Motivation diese Erfolge zu erreichen entsteht auch dadurch, dass man sie „zur Schau“ stellen kann. Aber wem kann man denn seine Wöchentliche-Hausarbeitsliste zeigen, der einem auch noch props dafür gibt? ;)

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:45 - Permalink

        Ich hab zwar nie WC3 Spiele geschaut (nur selber gemacht), aber es ist wie du es beschreibst.

        Wie das technisch funktionieren soll/wird – keine Ahnung. Das wird die Zukunft zeigen.

      • Till schrieb am 31. August 2011 at 11:01 - Permalink

        Ich weiß aber nicht so recht was ich davon halten soll, so ein „Belohnungssystem“ in den Alltag zu integrieren…

        Solche “Belohnungssysteme” sind ein Teil des amerikanischen Denkens, wie der “Mitarbeiter des Monats”, die “Beauty Queen” der 8. Klasse, der umsatzstärkste “Verkäufer des Jahres”, ja selbst die “standing ovations”. Ein widerliches, komplett leistungsbezogenes Denken, das meines Erachtens schleichend in unser zwischenmenschliches Verhalten eingreift und das Gegenteil von “Service public” oder Allgemeinwohl bewirkt.
        Ich glaube, diese Spiele richten mit ihrer Erziehung – hin zum totalen Konsum und zum ewigen Wettbewerb – einen grösseren gesellschaftlichen Schaden an, als mancher (vielleicht) ahnt.

        • Count Krey schrieb am 31. August 2011 at 11:08 - Permalink

          Ja, deswegen hab ich auch extra “im Alltag” geschrieben. Im professionellen Bereich ist es was ganz anderes, da man ständig Konkurrenz ausgesetzt ist und die Arbeitgeber durch zusätzliche Anreize, einen zu höheren Leistungen motivieren möchten. Dieses Konzept funktioniert aber auch nur in dem oder ähnlichen Bereichen. Um auf mein Beispiel zurück zu kommen: Wen interessiert es, ob ich meine Hausarbeit für eine Woche bereits an einem Tag gemacht habe oder beim Staubsaugen 5 Sekunden schneller als am Vortag war? In dem Bereich kann dieses Konzept imho nicht funktioniert und minimiert sich so auf eine einfache To-Do-Liste.
          Aber es soll auch Leute geben, denen es Spaß macht To-Do-Listen-Punkte abzuhaken :)

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:13 - Permalink

            Kommt drauf an. Wenn du ein System hast, das alle solchen Dinge tatsächlich misst und in Bezug setzt kann das schon klappen…

            • Till schrieb am 31. August 2011 at 11:19 - Permalink

              Eben.

        • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:10 - Permalink

          Du missverstehst mich und das Konzept hier. Es geht nicht um einen erbarmungslosen Wettstreit, an dessen Ende ein Sieger steht, sondern um ein individuell befriedigenderes Fortschrittssystem. Noten, mit denen man besser als jemand anderes sein kann, gibt es schließlich auch schon. Ich rede nicht davon, jeden Monat einen Sieger zu küren oder so etwas. Es soll eher darum gehen, dass jeder eine Art von Straße vor sich sieht und seinen bisherigen Erfolg in Bezug zu etwas setzen kann, anstatt es nur passiv zu erwarten.

        • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 11:33 - Permalink

          @ Till

          Solche “Belohnungssysteme” sind ein Teil des amerikanischen Denkens, wie der “Mitarbeiter des Monats”, die “Beauty Queen” der 8. Klasse, der umsatzstärkste “Verkäufer des Jahres”, ja selbst die “standing ovations”.

          das haben sozialisten auch drauf. mach dich mal schlau lieber till, was es alles so für anreise und auszeichnungen zur leistungssteigerung in der ddr gab.

          aber du hast natürlich recht, das der wettkampf und die geimpfte konkurrenz im angelsächsischen kapitalismus perfekter ist.

          • t schrieb am 31. August 2011 at 15:54 - Permalink

            Stichwort Weltmarktführer in der Blechordenproduktion xD

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 16:03 - Permalink

              jupp… kaufen dann touris ausm ausland, bei den straßenhändlern mit den dicken fellmützen am checkpoint charlie :))

        • sw schrieb am 31. August 2011 at 18:15 - Permalink

          Zur US-Kultur (und Kapitalismus) gehört “Konkurrenz” – abgeleitet vom Darwinismus. Allerdings, und das wird sehr gerne ignoriert, haben viele Untersuchungen schon ergeben das a.) Menschen wenn irgendwie möglich Kooperation der Konkurrenz vorziehen und b.) die Natur (es soll ja ein “Naturgesetz” sein) die Konkurrenz auch nur in Nischenbereichen nutzt.
          Aber es gibt sehr viele derartige kapitalistische Märchen nach denen wir leben.

      • Dominik schrieb am 1. September 2011 at 09:58 - Permalink

        Ich finde es unglaublich, wie viele Menschen über solche “Erfolge” den Kopf schütteln und tatsächlich meinen sie wären immun gegen solche Methoden. ;)

        Ein Belohnungssystem ist denke ich wie so oft weder positiv noch negativ, sondern nur ein Mittel zum Zweck. Wofür es dann wie eingesetzt, das ist die moralische Frage. Ein individuelles Belohnungssystem, kann den Lernerfolg von Schülern um einiges verbessern. Das zur Schau stellen ist hierbei nur ein Teil des Motivationsaspekts. Viel entscheidender ist das kurzfristige und erreichbare Erfolgserlebnis.
        Genau darüber funktionieren ja auch die meisten Erfolge in Computerspielen. Die Präsentation gibt es nur bei einigen wenigen Prestige-Erfolgen, die dann auch nur wenige Spieler erreichen. Alle anderen dienen dazu dem Spieler das Gefühl zu geben: “Jetzt habe ich etwas erreicht.”

    5. W. Buck schrieb am 31. August 2011 at 09:33 - Permalink

      Die alltägliche Realität des “Homo Consumicus”:

      8 Std Arbeit
      4 Std TV/DVD/Blueray
      5 Std FB/Games/Jetten
      5 Std Pennen
      2 Std. Kacken/ Essen/ Waschen/Shopping
      (je nach Individuum unterschiedlich gewichtet…)

      Wie prophezeite schon in den frühen 80ern Neil Postman?
      Wir amüsieren uns zu Tode.

      Recht hatte er! Gerade bei den Menschen die man heute verächtlich “Unterschicht” nennt ist der Realitätsverlust in Verbindung mit der Flucht in die “Virtualität” erschreckend. Aber auch die so called “Mitte” interessiert sich immer mehr für irgend einen neuen FB- oder iPhone-Hype als für das eigene Wohnviertel. Ich weis wovon ich rede….

      DAS ist das primäre Problem unserer Gesellschaft. Oder aber ein willkommener Nebeneffekt für jene die uns beherrschen und nichts mehr fürchten als den mündigen Bürger, der sich für etwas “reales” einsetzt.

      Immer wieder kann ich darüber lesen wie sehr “World of Warcraft” die soziale Kompetenz steigern soll etc. Diejenigen Gamer in meinem Bekanntenkreis (ganze Familien) sehe ich eher als Zombies. Bleiche Gestalten gefangen zwischen Flatscreen, PC und Smartphone.

      Ich bin bei Weitem kein Maschinenstürmer (als Applikationsentwickler wäre das absurd). Die Entwicklung unserer Gesellschaft finde ich aber schon befremdlich.

      • twex schrieb am 31. August 2011 at 11:32 - Permalink

        I have claimed that Escape is one of the main functions of fairy-stories, and since I do not disapprove of them, it is plain that I do not accept the tone of scorn or pity with which ‘Escape’ is now so often used. Why should a man be scorned if, finding himself in prison, he tries to get out and go home? Or if he cannot do so, he thinks and talks about other topics than jailers and prison-walls?
        – J.R.R. Tolkien, On Fairy-Stories

    6. André B. schrieb am 31. August 2011 at 09:43 - Permalink

      Ähm, darf man das hier sagen? Ich habe noch nie am Rechner gespielt, denn ich habe dazu keine Zeit. Ein bißchen bei SF mitzudiskutieren ist ganz in Ordnung, aber virtuell Leute abschießen oder Hühner füttern? Nö, da gehe ich lieber an die frische Luft. Das Leben findet immer noch draußen statt.

      • Count Krey schrieb am 31. August 2011 at 10:19 - Permalink

        Das Leben findet vor allen Dingen in deinem Kopf statt.

      • Thomas schrieb am 31. August 2011 at 10:28 - Permalink

        Das Leben findet immer noch draußen statt.

        Aha, und aus demselben Grund liest Du wahrscheinlich auch keine Bücher, schaust weder Fern noch Filme, hörst keine Musik und surfst auch nicht im Internet.

        Jedem das seine, aber unterschwellig so zu tun, als sei Deine Art der Freizeitgestaltung der des durchschnittlichen Gamers irgendwie überlegen ist einfach nur – entschuldigung – dumm.

        • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 11:16 - Permalink

          Sie IST überlegen und zwar aus folgendem Grunde:

          Sie ist tiefsinniger, feiner justiert, nicht aus einfacher Phantasie am Reißbrett konstruiert sondern echt erlebbar und nicht nur im Phantasiespektrum des Users impliziert.

          Sich nur in der Phantasie bewegen – das ist kleinkindhaft regressiv.

          Die Realität ist viel komplexer im Vermitteln von Erlebnissen. Wer sich zu sehr der Virtualität hingibt, verliert die nötige Feinsinnigkeit, weil ihm die Vielschichtigkeit der realen Erlebnisswelten abhanden kommen.
          Genau hierin liegt die große Gefahr der Virtualität: Sie entfremdet den entfremdeten Menschen noch viel weiter von sich, als es schon die bisherigen technischen und sozialen “Errungenschaften” geschafft haben.

          Ja, das Leben findet im Kopf statt. Richtig soweit. Alles sind Reize, die im Kopf landen und dort interpretiert werden, klar! Aber diese werden über komplexe Regelkreise ganzheitlich wahr genommen und das nicht nur über Tastatur und Mausklicks.

          Dort wo aber schon die Vielfalt natürlicher Lebensräume fehlt, dort wo Menschen mehr Zugang zur Ursprünglichkeit haben werden sie noch weiter davon entfernt indem sie die den eigenen Körper und das eigene Körpererleben verlernen, weil es ihnen immer weniger möglich ist dieses überhaupt zu registrieren. Bewegung wird dann nur noch in bestimmten sozialen Millieus zum Ausgleich geschaffen, reduziert sich zum Pflichtprogramm, zur Gesunderhaltung und ist nicht mehr Werkzeug der Welterkundung, und immer weniger ist der eigene Körper das sinnliche Wahrnehmungsinstrument, das es sein könnte. Nicht mehr nur deshalb weil Menschen oft so verroht erzogen sind, das sie kaum mehr auf positive Körpererfahrungen zurückgreifen können, sondern auch, weil sie immer weniger Sehnsucht danach entwickeln, da ihnen die eigenen Grundbedürfnisse fremd werden.
          Die emotionale Komponente der Computerspiele, die süffisante Darstellung und Initiierung von Gewalt, deren Potential visuell durch TV und Kino bereits relativ ausgereizt ist, wird in Computerspielen noch einmal verstärkt. Die Gefangennahme der ureigenen Gefühlswelten, die Nötigungen durch die mediale Führung und Fütterung mit Gewalt und die “freiwillige” Vergewaltigung der eigenen Gefühlswelten, die daraus resultierenden Projektionen von Gefühlen wie (All)machts- und Gewaltphantasien, Konkurrenzgehabe, Gier und Protzgetue, zerrüttet das eh oft emotional ungefestigte weil vor allem junge oder jung gebliebene Publikum noch mehr.

          Nein, wie schon M. Spitzer betont ist virtuelle Realität eine verarmte Realität und sie ist im allgemeinen keine Bereicherung für den Nutzer, sondern eine Verarmung für ihn.

          Für alle selbstkritischen Gamer / VL-User der Tip: Solange du ohne Probleme ab jetzt sofort den PC abstellen kannst für eine Woche, solange du den PC nie einschaltest bevor du deine Arbeit erledigt hast, solange dir deine Spiele nicht während deiner Arbeit die Gedanken blockieren, solange kann man ein “gesundes” Maß dieser ungesunden Sache annehmen.
          Eine Woche pro Monat ohne PC. Das wäre der Crashkurs um selbst zu prüfen wie sehr man schon gefangen und befangen ist in dieser virtuellen Welt. Tu das einmal und finde heraus, ob sich deine Zeit plötzlich hohl leer anfühlt (bedenklich) oder merke, wie sehr dir andere Aufgaben und soziale Belange gefehlt haben, die sonst der PC besetzt hatte oder merke und erlebe einfach mal wieder wieviel schöne Dinge man ohne Facebook, Gaming, Chatten und Mailen machen kann.

          Bei allem sollte man Maß halten und einen gesicherten (Selbst-)kritischen Überblick über das eigene Verhalten. Das gilt auch für den Gebrauch virtueller Welten.

          • schwitzig schrieb am 31. August 2011 at 11:46 - Permalink

            Sie IST überlegen und zwar aus folgendem Grunde:

            Sie ist tiefsinniger, feiner justiert, nicht aus einfacher Phantasie am Reißbrett konstruiert sondern echt erlebbar und nicht nur im Phantasiespektrum des Users impliziert.

            Genau! Weil er etwas NICHT kennt!

            • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 11:54 - Permalink

              Verarmte virtuelle Realität hat für manche Menschen eben keinerlei Reiz. Diese fühlen sich gar nicht angezogen, in diese Welten einzutauchen. Intuitiv fühlen sie die Beschränkungen, die von dieser Welt ausgeht und mögen es schlicht nicht. Um auf H.P.Dürr zurückzugreifen: “Wir erleben mehr als wir begreifen”, so heißt ein Vortrag von ihm. Viele Menschen jedoch erleben wenig und halten dieses bischen für so gigantisch, das sie gar nicht bemerken wie stumpfsinnig ihr Erleben ist. Medienkonsumenten gehören neben Drogenkonsumenten im hohen Maße dazu.

              MFG

            • Haggorianer schrieb am 31. August 2011 at 15:47 - Permalink

              @Hannzi:
              Ja. ‘Ne Fuge von Bach ist im Vergleich zum Verkehrslärm auf der Straße stumpfsinnig, Orwells “1984″ ist weit weniger infiltrierend als die neugierige Nachbarin hinterm Zaun, das Beobachten der Penner im Park schlägt “Spiel mir das Lied vom Tod” um Längen und dieses Internet konsumierst Du offensichtlich ebenso wenig wie ich. Aber Drogen nimmst Du anscheinend schon… Und nicht die guten.
              Geht nicht beides? Konsum von Medien und von “Realität” (ich nehme an Du meinst eher originäre Umwelt, denn Realität ist unbestreitbar auch die virtuelle Realität)?

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:53 - Permalink

            Um deinen Ratschlag mal vom Kopf auf die Füße zu stellen:
            Für all diejenigen da draußen, die “draußen” so viel mehr mögen als den PC und einen Gegensatz zwischen “realer” und “virtueller” Welt konstruieren, der so nicht existiert: Versucht doch mal, eine Woche pro Monat ohne Rausgehen auszukommen (bis auf das Notwendige, natürlich). Das wäre ein Crashcurs um zu prüfen und zu beurteilen, wie sehr man gefangen ist in dieser Welt, blablabla.

            Ich akzeptiere diese künstliche Unterscheidung nicht. Da die Realität, da der PC. Da gut, da böse.

            • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 12:00 - Permalink

              Ziemlich befangene Ansichten, die Sie da pflegen.

              Und Schwitzigs Vorwurf greift bei mir mal gar nicht. Ich spreche aus Jahrzehnten Gamererfahrung. Seit den Neunzigern habe ich bis vor wenigen Jahren die Wellen der PC Games mitgespielt.

              Ich schrieb nirgendwo vom Bösen in PC und Virtualität, sondern von der Vereinnahmung des Lebens durch eine Maschine und vorgegaukelte Pseudo-Wirklichkeit und der notwendigen Abrenzung vom Spiel, um seine Bodenständigkeit nicht zu verlieren.

              Wer die Welt und die Virtualität schon verschmelzen sieht, der schwebt in einer Phantasiewelt.

              Ich empehle: einfach mal den Stecker ziehen und dann darüber nachdenken, wieviel Wert eine solche Welt hat, die davon abhängig ist, ob Sie noch ihre Stromrechnung zahlen können oder nicht.
              Desto früher man sich darüber im Klaren ist, desto sanfter ist der Fall in die Wirklichkeit zurück.

              MFG

            • FK schrieb am 31. August 2011 at 12:04 - Permalink

              richtig.
              allein schon die unterscheidung in virtuelle und reelle welter ist schlichtweg blödsinn und die darauf aufbauen argumentatuionen allesamt nichtig.
              alles ist die reale welt, basta.
              ob ich da nun ein buch drin lese, ein spiel spiele oder mich stundenlang in der blogosphäre bewege, es ist alles real.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 12:04 - Permalink

              Ich sehe sie verschmelzen, und ich sehe das definitiv als Problem. Nur glaube ich nicht, dass man das Problem dadurch lösen kann, einfach mit ein bisschen zurück-zur-natur-rhetorik an die Leute hinzureden.

            • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 12:08 - Permalink

              Nur weil es sich im Kopf abspielt und alle fäden dort zusammenlaufen, ist die virtuelle Realität nicht der wirklichen Welt gleichwertig.

              Vielleicht lesen Sie meinen ersten Posting noch einmal. Da zerpflücke ich Ihre Vorstellung der Einheitlichkeit von Virtualität und Realität.

              Falls Sie lust haben das Thema zu differenzieren. Ihre “Basta-Ansage” weist eher in die andere Richtung.
              Vielleicht kaufen Sie sich einfach mal einen Gartensimulator und versuchen die Blume zu riechen und die Äpfel zu essen? Möglicherweise finden Sie dann heraus das Virtualität keine Sättigung realer Bedürfnisse mit sich bringt.

              Es gibt halt auch jene, die sich niemals mit dem auseinandersetzen möchten, das sie gefangen hält. Das unerkannte Gefängniss kann halt sehr bequem sein, wenn man nicht weiß das man gefangen ist.

              Also nicht hinschauen, dann ist es weg?

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 12:14 - Permalink

              Es handelt sich einfach nicht per se um ein Gefängnis! DIe Unterscheidung, die du aufbaust, ist einfach nur künstlich. Der antike Aristokrat, der für sein Leben gerne das Theater besucht, entzieht sich auch der “Realität”, genauso wie der Plebs im Colosseum. Nur, sie tun es eben nicht. Dadurch dass sie es machen, wird es Teil ihrer Realität, für die Dauer der Beschäftigung damit. Problematisch wird es erst, wenn jemand die Unterscheidung nicht treffen kann, aber das kommt praktisch nie vor.
              Dass man sich nach dem Fluchtpunkt sehnt – ob das jetzt ein Spiel oder der Stadtpark ist – ist normal. Wie viele Leute freuen sich auf das Bundesligaspiel am abend? Der einzige Unterschied ist, dass Videospiele und Internet neu sind, und Neues wirkt immer erst mal bedrohlich. Im ausgehenden 18. Jahrhundert gab es eine riesige Debatte über die schädlichen Auswirkungen von Romanen, deren Lektüre damals erstmals Mode wurde, und wie sie die Realitätswahrnehmung verzerren würden. Gleiche Diskussion, neues Medium.

            • FK schrieb am 31. August 2011 at 12:25 - Permalink

              wo beginnt ihrer meinung nach denn diese virtuelle welt? ein buch vielleicht, in dem ich ein abenteuer erlebe?

              wo hört die reale welt auf? was ist an der situation “ich sitze zu hause auf dem bett und spiele einen gartensimulator irreal? ich bewege da doch nur ganz real diverse elektronen durch die leitungen.
              dabei hab ich all meine sinne und körperfunktionen völlig unter kontrolle, ich behalte mein körpergefühl, erkenne mich selbst als denjenigen, der grad vor der kiste sitzt. Genauso weiss ich auch, dass ich im spiel an keiner blume riechen kann, dafür muss ich aufstehen und zum fensterbrett laufen. das kann ich auch ganz locker tun, es ist kein problem “sich aus der virtuellen welt auszuklinken” weil man eben nie drin war. man ist immer in seiner eigenen kleinen mehr oder weniger realen welt. und die ist im kopf.

              deswegen ist das gerede und geschreibe von den gefahren schlichter, verarmter virtueller welten halt so ein blödsinn: ich kanns nur wiederholen, man verlässt die reale, spannende, tolle welt mit all seinen erfahungen und sinnhaftigkeiten niemals, also vermisst man auch nichts.

              irgendwann mal, wenns gehirninterfaces o.ä. gibt und man zum spielen dann in wirklich in virtuelle umgebungen eintaucht, dann könnten wir anfangen darüber zu diskutieren welche gefahren von virtuellen welten ausgehen, bis dahin sind und bleiben computerspiele genauso virtuell wie bücher, lagerfeuergeschichten und brettspiele. harmlos.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 12:26 - Permalink

              +1

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 12:33 - Permalink

              Ich sehe sie verschmelzen, und ich sehe das definitiv als Problem.

              wo ist das problem? es gibt keine inhaltliche grenze. die genzen sind technischer art, sinnlicher natur. online- offline. egaaaal. es ist nur technik, es sind nur algorithmen. ein system aufbauend auf zahlen. 0 und 1. aber der inhalt ist offline, auch wenn er online ist. alles im netz ist ergebnis von menschen. es gibt keine eigene internetwelt. das ist nichts selbstgeschaffenes. wenn menschen “verschmelzen” mit dem netz, was soll das heißen? das netz sind wir. wir alle. alles da drinne ist ein teil von irgend was da draußen. das netzt schaft nix eigenes!

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 12:38 - Permalink

              Du wirst wirr. Papier schafft auch nichts eigenes, und wow haben wir tolle Bücher.

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 12:50 - Permalink

              @ Stefan Sasse

              Du wirst wirr.

              jupp…bücher..genau…deswegen sehe ich ja auch keinen unterschied bist auf die potenz. und die potenzierung unterschiedet sich rein quantitativ, nicht qualitativ. es gibt von allem im netz mehr. ansonsten keinen unterschied.

              und deine gefahren von verschmelzen… keine ahnung was du da so gefahren volles verschmelzen siehst. aber das scheinst ja lieber für dich behalten zu wollen. egoist:))

              ps.: dit mit dem schöpferischen kommt ja net von mir, sondern manch ein cdu politiker meint, das internet schafft kriminalität und ohne internet gäbe es das schlimme und dies schlimme net blablabla

            • OAlexander schrieb am 31. August 2011 at 12:55 - Permalink

              wo beginnt ihrer meinung nach denn diese virtuelle welt?

              Die virtuelle Welt begann für mich, als ich etwa mit fünf meinen imaginären Freund erstmals traf.

              Mit der Pubertät kamen virtuelle Freundinnen dazu – gottseidank wurde seither neu tapeziert.

          • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 12:18 - Permalink

            Dein Armchair-Psychology-Post ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Thomas doch recht hat.
            Für dich scheint es offenbar nur Jugendliche in Verbindung mit Gewaltspielen am Rechner zu geben. Dass es Spiele wie Portal, MineCraft, Deus Ex: Human Revolution, Limbo oder Harveys Neue Augen gibt, blendest du aus Unkenntnis komplett aus.
            Sorry wenn ich das sage, aber wir leben nicht mehr Anfang der 90.er.
            Genau deine festgefahrene Sicht hat Stefan im Artikel mit kritisiert.
            Und Spitzer ist vor allem ein Schwätzer, der seine eigenen Bücher verkaufen will, und deshalb, genau wie Regine Pfeiffer, mit monothematischen Vorträgen durch das Land tingelt. (und dabei nebenbei sekundären Antisemitismus zeigt)
            Und genau wie Spitzer begehst du den gleichen Fehler, den auch viele andere Fachfremde machen. Du versuchst ja noch nicht mal, Handlungsweisen oder Motivationen zu verstehen. Stattdessen plapperst du die üblichen Scheinargumente nach.
            Du benutzt sogar die Wortkombination “Virtuelles Leben”, was (imho) deutlich zeigt, dass du wesentliche Bewegründe des “Zockens” nicht verstanden hast. Und am Ende mischt du natürlich noch ein paar buzz words wie FaceBook oder “Chatten” und “Mailen” in deine Text-Soße. Sorry, aber das ist billig und um Lichtjahre am Thema vorbei.

            Kann es sein, dass du Mitte 50 oder älter bist?
            Für den Anfang könntest Du ja mal lernen, dass es für verschiedene Genres und Spiele auch verschiedene Zielgruppen gibt.
            Hilfreich wäre auch, wenn du begreifst, dass die Mehrheit der Spieler kein reales Leben “nachspielen” wollen.
            Adventure- und Strategie-Liebhaber lachen dich ob deines Textes eher aus.

            Sich nur in der Phantasie bewegen – das ist kleinkindhaft regressiv.

            Du unterstellst, dass sich Spieler “nur in der Phantasie” bewegen. Du bist auch nicht weit vom Säugling entfernt. Kannst oder willst du nicht differenzieren?

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 12:26 - Permalink

              Sehe ich genauso, und obwohl diese Ansichten mit dem Alter zunehmen, gibt es keinen Automatismus – der Quatsch wird auch von Dreißigjährigen verkündet.

            • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 16:28 - Permalink

              Sie liegen völlig falsch.

              Natürlich will jeder, der Bücher schreibt auch welche verkaufen. Sonst kann er sich das Schreiben sparen. Das kann man keinem Autoren vorwerfen, sonst müsste man jeden hier in Frage stellen, der seine Meinung bzw. seine Beiträge mehr oder weniger auch verkaufen möchte.

              Und nein, Sie dichten mir eine Menge an. Weder bin ich in irgendeiner Weise weltfremd oder technikfremd, noch bin ich vom aktuellen zu weit entfernt. Ich rede von einem Verlust, den Sie vielleicht gar nicht erkennen können oder von dem Sie möglicherweise nicht betroffen sind. Solange man nicht zwanghaft am PC klebt, ist ja alles ok.

              Es geht vor allem gegen diese Zwanghaftigkeit und die daraus folgenden Probleme, das immer weniger soziales Miteinander gepflegt wird. Und ja, ich kenne das wovon ich rede aus eigener Anschauung und ja ich rede als ehemaliger WOW Spieler, “D2Süchtel” und Browsergame-Nächte-um-die-Ohren-schlager und nicht als inkompetenter Opa ohne Plan.

              Nur weil Ihnen meine Art zu kritisieren nicht gefällt, müssen Sie nicht gleich wieder im argumentum ad hominem verfallen.

              Bevor Sie auch meine Begriffe als Unsinn titulieren, fragen Sie erstmal was damit gemeint ist.
              Virtuelle Realität = alle Formen der medialen Konsumierung von Inhalten

              DIe Unterscheidung, die du aufbaust, ist einfach nur künstlich.

              Nein ist sie nicht. Es ist ein Faktum, das die Welten der Eindrücke in der Wirklichkeit um ein vielfaches größer sind. Stellen Sie sich in einem Spiel an einen Abhang und im RL. Die Gefühle im Spiel unterscheiden sich und sind vor allem viel weniger intensiv, sie regen das Gehirn weniger an, wirken degenerierend, weil das Gehirn diese Rückmeldungen braucht um sich zu entwickeln und zu entfalten.

              Die Sinnlichkeit verliert sich in den virtuellen Welten.

              Sehr schön auch die “Quatsch-Theorie” von Sasse. Von einem Autoren sollte man zumindest mehr Niveau erwarten.

              Dir ist schon klar, dass man heutzutage für nahezu jede qualifizierte Arbeit einen PC benötigt, oder?

              Ihnen ist schon klar, das ich davon nicht gesprochen hatte? Wenn Sie sich während der Arbeit schon nicht mehr auf dieselbe konzentrieren können und das Browsergame steuern, statt ihre Aufgaben zu erledigen, nicht weil die Aufgaben nerven oder der Chef nervt der Lohn zu niedrig ist, sondern weil sie Zwanghaft von Spielinhalten verfolgt werden, dann sollten Sie sich darüber Gedanken machen.
              Mehr schlage ich eigentlich nicht vor…

              Aber Vorschläge sind hier selten gern gesehen wie mir in den letzten beiden Diskussionsrunden auffällt.

              Wenn Sie mich für einen stumpfen Idioten halten, dann mag das in Ihren Augen so sein.
              Wer mit meinen Erklärungen und Vorschlägen etwas anfangen kann und will, der ist von mir angesprochen. Jeder entscheidet über die seinen Horizont selbst.

              MFG

            • Haggorianer schrieb am 31. August 2011 at 16:50 - Permalink

              So stellt sich das doch schon ganz anders dar. Den Aspekt der Sucht hast Du nur leider bisher zumindest teilweise unterschlagen. Eine Sucht, egal welcher Form, nimmt dem Tun (ebenfalls egal welcher Form) das eigentliche Erleben und reduziert es auf reine Befriedigung des Zwangs.
              Noch lange kein Grund, das virtuelle Kind mit dem virtuellen Bade auszuschütten.

            • Haggorianer schrieb am 31. August 2011 at 17:07 - Permalink

              DIe Unterscheidung, die du aufbaust, ist einfach nur künstlich.

              Nein ist sie nicht.

              Doch, ist sie wohl. Du machst über weite Strecken einen Denkfehler: Wenn Deine virtuelle Figur an einem virtuellen Abgrund stehst, erlebst Du real, wie Deine virtuelle Figur an einem virtuellen Abgrund steht. Du stehst nicht real an einem realen Abgrund. Du erlebst (real!) eine künstliche Welt.

              Die Sinnlichkeit verliert sich in den virtuellen Welten.

              Nein, warum? Wenn “ich” in Mass Effect auf die Tanzfläche gehe, sehe ich die Tanzbewegungen und höre die Musik. Alles sinnlich. Ich darf nur nicht den Fehler machen, davon auszugehen, Tänzerschweiß zu riechen, oder gar zu hoffen, dass mir die Dame auf dem Bildschirm nach dem Zocken mit meinem Sexualtrieb behilflich ist…

            • Bonsaibäumchen schrieb am 1. September 2011 at 13:12 - Permalink

              Antwort auf: Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 16:28 – Permalink

              Völlig falsch.
              Vermutlich werde sie es mir nicht glauben aber viel Zeit ob Privat oder auf der Arbeit am Computer zu verbringen reiss einen nicht aus der Realität, oder entfremdet einen davon. Wenn überhaupt dann schafft es sehr viel Potential die verschiedensten Erfahrungen zu sammeln.

              Zum Thema der Videospiele:
              Es gibt tausende wenn nicht millionen von Videospielen die sich mit ganz realen Themen ausgiebig befassen, die zwischenmenschliche Beziehungen von allen Seiten beleuchten, die einem einen tieferen Einblick in Ethik und Moral ermöglichen. Man muss sie nur mal spielen und sich auf die Geschichte und die möglichen Hintergründe einlassen.

              Zum Thema der Sozialen interaktionen über Computer:
              Auch hier ist es völlig falsch zu behaupten man würde sozial verkümmern nur weil man Spielt oder am Pc sitzt. Heutzutage bietet das Internet sehr praktische Möglichkeiten um im ständigen Kontakt mit anderen Menschen zu sein.
              Seit Jahren unterhalte ich mich täglich mit meinem Freundeskreis über das Internet, mit den engsten Freunden bin ich jeden Tag im Gespräch über Skype, wir können sofort aufeinander reagieren wenn irgendetwas geschehen sollte. Wir verabreden uns um dann in der von Ihnen gennanten “Realität” zusammen zu sein.

              Sie sagen man würde in der “Realität” viel mehr erleben?
              Ich sage ihnen ich habe durch all die “Virtuellen” (Bücher,Comics,Filme,Spiele,Rollenspiele etc pp.) erlebnisse sehr viel Erfahrung gesammelt die mir sehr gut dabei helfen “Reellen” Ereignissen in meinem Leben , besser vorbereitet entgegen zu treten. Ich denke eher das all dieses “Virtuelle” einem enorm dabei helfen kann seine Mitmenschen besser zu verstehen, wieso sie etwas anders sehen könnten als ich oder ein dritter, wieso manche Probleme entstehen usw. usf.

              Dazu muss man sich allerdings darauf einlassen. Und es verstehen.
              Dazu scheinen sie nicht gewillt zu sein.

          • Thomas schrieb am 31. August 2011 at 14:15 - Permalink

            solange du den PC nie einschaltest bevor du deine Arbeit erledigt hast

            Eine Woche pro Monat ohne PC. Das wäre der Crashkurs um selbst zu prüfen wie sehr man schon gefangen und befangen ist in dieser virtuellen Welt.

            Dir ist schon klar, dass man heutzutage für nahezu jede qualifizierte Arbeit einen PC benötigt, oder?

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:49 - Permalink

        Das Leben findet immer noch draußen statt.

        Genau das scheint sich gerade zu ändern. Ich finds auch nicht so pralle, aber mit “geh mal raus” wirst du das kaum ändern…

        • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 11:14 - Permalink

          alles eine frage der präsentation. was einen mehr anspricht. in sinnlicher art. aber grundsätzlich gibt es keinen thematischen unterschied. online ist 1 zu 1 das selbe thema zu offlinewelt. online ist das spiegelbild zu offline. der unterschied ist nur die potenzierung in der onlinewelt.

      • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 11:05 - Permalink

        @ André B.

        Nö, da gehe ich lieber an die frische Luft. Das Leben findet immer noch draußen statt.

        für die armen, die pc spiele. ein notebook gibt es bei aldi grade für 444 euro. die pc spiele kann man sich für 2 euro aus leihen. ich glaube, videotheken verleihen heute mehr games , als filme oder ?

        die leute, mit etwas mehr kleingeld, spielen mit echten darstellern. großwildjagd soll wieder richtig trendy sein.

        “….Der neueste Wintertrend ist die Großwildjagd. Ausgerüstet mit den teuersten und besten Jagdgewehren und den größten und schnellsten Skijets rast man über die weiten schneebedeckten Ebenen und Täler des Urals. Bevorzugtes Ziel sind Wölfe – von Rücksicht oder Einsicht in ökologische Zusammenhänge sind diese Jäger weit entfernt. …” sr – online

        für mich macht es kein unterschied, ob einer online ballert oder offline schießen geht. gut ok, in der offline welt ist das blut echt. bei evesafari gibts jagdsafaris in afrika für 10 000 euro die woche. soll für lustkiller aber ein schnäppchen sein.

        gute luft ist immer besser, aber grundsätzlich ist nix draußen an der frischen luft anders, als am heimischen pc und im netz. alles was es draußen an der frischen luft gibt, findet seine online entsprechung. die online welt ist keine eigene welt. ist ja logisch, denn die die an den computern sitzen und alles ins internet stellen/ bringen, sind ja aus der offline welt.

        himmm… ich weiß halt nicht, was das spezifisch andere ist, bei online spielen gegenüber dem offline spielen?

        ob sich jetzt ein paar jungs ( die gamer/innen sind zu 99 % männlich oder? ) zu einem pc – strategie – spiel treffen oder im wirtshaus um die ecke zum kartenspielen, wo ist da der unterschied? ich kenn beides nicht? weder kartenspielen mit menschen die ich vor mir sehe und anfassen kann, noch online games mit menschen, mit denen ich nur über text und stimme verbunden bin. vielleicht kann es mir einer erklären?
        jedenfalls vom sport, was eher meine erfahrungswerte sind, kann ich mir nicht vorstellen, das ein sport pc game so erfüllend ist, wie sport ganz oldschool aufm bolzplatz mit freunden. das zwischen meinen freunden und mir jeweils ein pc steht und wir sport spielen…himm….?

        @ W. Buck

        Aber auch die so called “Mitte” interessiert sich immer mehr für irgend einen neuen FB- oder iPhone-Hype als für das eigene Wohnviertel

        dazu fällt mir eine geschichte, gelesen bei golem.de ein. in china hat das iphone einen sehr großen stellenwert für die mittelschicht. überhaupt alles von apple. es dient zur abgrenzung gegen die unterschicht und ist eines der wichtigsten statussymbole. das soll da schon fast neurotische züge haben. in cafés der mittelschicht, sollen alle ein iphone haben. “…..17jähriger Chinese verkaufte Niere für Ipad2…” schlagzeile bei nickles.de

        ps.: bei martin walzer gibt es auch noch das alte kartenspielen. papierkarten, menschen in einer runde, keine animationen auf einem bildschirm….”…..Die drei Damen, alte Damen, die das Mädchen (die Untermieterin) abends nicht mehr ausgehen
        lassen wollen, sie muß mit Karten spielen! Die Damen werden Spinnen beim Kartenspielen,
        sie fressen die Karten dem Mädchen aus der Hand und kriechen auf seinen Brüsten ……” die alte welt, auch nicht ganz ungefährlich:))

        • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:12 - Permalink

          ob sich jetzt ein paar jungs ( die gamer/innen sind zu 99 % männlich oder? )

          Ein Glück hast du den Artikel gelesen…

          • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 11:26 - Permalink

            @ Stefan Sasse

            Ein Glück hast du den Artikel gelesen…

            himmm… ich beziehe mich ja auch auf den kommentar von André B.

            ansonsten kann ich das aber auf deinen artikel ausdehnen. was ist da wirklich neu?

            das was du u.a. aus gamification machst, können wir doch bei wechselwirkung sportlicher wettkämpfen und kapitalistischen wirtschaftssystem beobachten.

            wie bestimmte feste und sportwettkämpfe auf die nichtsportgesellschaft rückwirken? ehrlich geschrieben…keine ahnung, was nun besonders neues bei dir beschrieben wird, was es nicht vorher schon gab. vielleicht nicht so trendy englisch ausgedrückt.

            das was rtl macht, machst du doch auch. etwas was im kern net anders ist, zu exotisieren.

        • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 11:51 - Permalink

          jedenfalls vom sport, was eher meine erfahrungswerte sind, kann ich mir nicht vorstellen, das ein sport pc game so erfüllend ist, wie sport ganz oldschool aufm bolzplatz mit freunden. das zwischen meinen freunden und mir jeweils ein pc steht und wir sport spielen…himm….?

          Das kann man “Fachfremden” nicht erklären. Das ist fast in allen Bereichen so. Beruf, Kampfsport, Musik, Kochen…etc. Um in diesem konkreten Fall zu verstehen, müsstest du wahrscheinlich selber über längere Zeit Computerspiele im Mehrspielermodus spielen. Als Sportler kannst du ja schonmal den Punkt “Competition” verbuchen.
          Ich hab’ jahrelang versucht, MP3-Internet-Kids zu erklären, warum ich Platten kaufe (die komischen Dinger mit der Rille) UND gleichzeitig digitale Musik in Form von FLACs.

          Das Gefühl oder die “Erfahrungswerte” kannst du am ehesten mit Brettspielen vergleichen.
          Zusätzlich kommt noch Auge-Hand-Koordination und Timing/Reflexe dazu. Der Rest ist doch genau wie im Sport/Brettspiel.
          Du verfolgst eine grundsätzliche Strategie und kurzfristig eine Taktik. Das Ganze wird noch mit ätzenden Sprüchen in Richtung des Gegners verbunden (oder gemeinsamen Freuen/Jubeln beim CoOp) und evtl. Schadenfreude – fertsch.

          Das oft gebrachte Beispiel Starcraft funktioniert i.Ü. sehr gut als “Zuschauersport” – leider nur, wenn man es selber spielt. Für Nicht-Spieler ist die Terminologie meist zu anstrengend, um dem Spiel entspannt zu folgen.
          Ich poste dir mal nen Link, und du sagst mir mal, was du davon hältst…
          Auf http://blip.tv/day9tv bitte mal die 5 GSPA-Spiele von Boxer vs. Taeja anschauen (vom 26. August – BestOf5, unten im “Episode archive”). Beide Koreaner, im selben Team (SlayerS) und beide die gleiche (Spiel-)Rasse – das machts evtl. einfacher für den Einstieg.
          Man muss sich nur damit anfreunden, dass ein Spiel selten länger als 10-12min geht. Langweiler gibts natürlich auch – aber selten.

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:58 - Permalink

            Hi Lemnard,

            wenn ich mir ein Spiel Fußball ansehe ohne die Regeln zu kennen isses auch langweilig, das taugt als Argument IMHO nicht. Nur kennt fast jeder die Fußballregeln. Schau dir mal ein Spiel Baseball an oder American Football…
            Wenn du StarCraftII lernen willst ist Day9 allerdings super, der erklärt extrem viel, macht auch mal Pause etc. Außerdem redet er ganz angenehm. Mein Favorit ist HD, aber das ist Geschmackssache :)
            Wo du Brettspiele erwähnst – ich bin auch begeisterter Brettspieler^^

            • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 12:30 - Permalink

              Das mit Day9 war ja nur ein Test. Ich weiß halt nicht, wie es wirkt, wenn Fachfremde die Terminologie von SC2 nicht kennen. Da ich aber die Spiele selbst für spannender als manches öh Echtsport-Ereignis halte, wollte ich mal schauen, wie’s ankommt. DotA ist zu “nerdy” und bei CounterStrike geht bei vielen schon die Vorurteils-Mauer zu, bevor sie die dahinter stehende Taktik begreifen. Da fand ich SC2 mainstreamig genug für Naturburschen wie den Sternie :P

              PS.: Ich würde Day9 und Husky nicht unbedingt vergleichen wollen. Aber hey, in den von mir angesprochenen Videos hast du beide als Caster. Win-Win quasi *g*
              Aber da du ja vom Fach bist, kannst du ja später mal sagen ob die spannend sind. Evtl. hab’ ich Mist empfohlen. Es sind i.Ü keine “Pause-Spiele”, eher wie live gecasted. Und lernen brauche ich nicht. Eher ist Üben angesagt. 4 Wochen Pause und schon gehts ab in die Holz-Liga.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 12:38 - Permalink

              Ich bin grad im Geschäft, da kann ich schlecht mal eben Day9 laden ^^
              DotA ist tatsächlich n bisschen nerdyer als SCII, aber ich mag es auch nicht übermäßig. Bin mal gespannt, wie das Blizzard-Dota wird, das mit Heart of the Swarm rauskommt…
              Ich kämpf derzeit drum, die Platzierungen von Season 2 wieder zu erreichen, aber es will irgendwie nicht, hänge überwiegend in Platin fest. Wenn du Lust hast, adde mich über Bnet-Mail (die gleiche wie bei mir im Impressum) und wir machen mal n 2v2 ^^

          • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 12:21 - Permalink

            @ Lennard

            himm… hab was gelernt. danke dir.

            Zusätzlich kommt noch Auge-Hand-Koordination und Timing/Reflexe dazu. Der Rest ist doch genau wie im Sport/Brettspiel.
            Du verfolgst eine grundsätzliche Strategie und kurzfristig eine Taktik. Das Ganze wird noch mit ätzenden Sprüchen in Richtung des Gegners verbunden (oder gemeinsamen Freuen/Jubeln beim CoOp) und evtl. Schadenfreude – fertsch.

            ansonsten sehe ich auch hier wieder, das die grenzen künstlich sind.

            du hast schon recht mit dem fachfremden. erkenn ich mich wieder. deswegen kein wertendes urteil von mir:)) bei mir nicht schlimm, weil konsequenzenlos :)) nur wenn eine monika griefahn über hip hop urteilt oder ein cdu mann wie uwe schünemann über bestimmte computerspiele urteilt, aber ein fachfremder ist und seine bewertungen folgen haben können……

            • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 13:04 - Permalink

              Tja, genau das ist ja das Problem. Außerdem wertest du ja auch nicht so, sondern hast nur dein Unverständnis zum Ausdruck gebracht. Das ist maximalstens diplomatisch :) Bei den Politikern läuft das leider anders herum. Und beim ominösen Christian Pfeiffer glaube ich immer noch, dass es (auch) um Fördergelder und Aufträge für sein Institut in Niedersachsen geht. Marketing ist alles.

              Örgs, Schünemann, ich habe schon wieder den Drang mich zu waschen. Weiß auch nicht woher das kommt.
              Der Typ hat’s hinbekommen, Stunden nach dem er bei Frontal21 in die Kamera gelogen hat, (Thema “Killerspiele” und GTA) zur feierlichen Einweihung einer Schützenhalle zu fahren.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:07 - Permalink

              Der Pfeiffer *schüttelt*

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 14:15 - Permalink

              Der Typ hat’s hinbekommen, Stunden nach dem er bei Frontal21 in die Kamera gelogen hat, (Thema “Killerspiele” und GTA) zur feierlichen Einweihung einer Schützenhalle zu fahren.

              hehehehe… kenn ich vom umsumsumsums ..technoooooo.

              sich über angeblich drogenverseuchte subkulturen aufregen und nebenan noch schnell die kameraden treffen. auf dem größten besäufnis der welt. dit zünftige oktoberfest.

            • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 16:33 - Permalink

              @Stefan: Seine Schwester ist härter:
              http://www.regine-pfeiffer.de/

    7. doomhammer schrieb am 31. August 2011 at 10:00 - Permalink

      Guter Artikel,

      Gamifikation ist im Endeffekt nichts anderes als das Notensystem, was die Schulen nutzen. Frei nach dem Motto: “Streng dich an und du bekommst Erfolgspunkte”. Funktioniert in WoW, Starcraft II, warum sollte es nicht z.B. beim Putzen der Wohnung funktionieren? Das gleiche gilt halt auch im Arbeitsleben.
      Ich selbst habe 4 Jahre in einem Supermarkt gearbeitet (zum größten Teil an der Kasse). Da ein Chef manchmal besseres zu tun hat, als seine Mitarbeiter zu loben, wäre eine Art “Achievement-System” doch nicht verkehrt. “Ding: Sie haben 500 Kunden bedient. 20 Achievementpunkte”. Davon kann man sich zwar nichts kaufen, aber so etwas gibt einem dann schon das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Auch wenn eine Maschine mitzählt.

      Dass hierzulande Computerspiele von Politik und teilweise auch den Medien noch immer verteufelt werden, hat meiner Meinung nach mal wieder mit der “German Angst” zu tun. Man versteht nicht, was das ist, man versteht nicht, warum Leute sich davon begeistern lassen und schon hat man wieder das Naziregime oder die DDR vor Augen. Die einzig logische Konsequenz dabei ist natürlich, dass es verboten gehört. Dass Verbote nichts bringen und heute unzählige Möglichkeiten bestehen, an verbotene Dinge heranzukommen, ist dabei irrelevant. Wer des Englischen nicht mächtig ist, kann sich mittlerweile für viele englischsprachige Spiele deutsche Sprachpakete herunterladen und installieren, ohne bestimmte Szenen oder Blut zu zensieren. Davon mal abgesehen sind im Ausland gewisse Spiele für Konsole und PC eh viel billiger als in Deutschland.

      Gruß, Doomhammer

      • Paul Vincent schrieb am 31. August 2011 at 10:39 - Permalink

        Ich sehe diesen ganzen Hype um “Gamifikation” und überhaupt das ganze “Motivations-Gesockse” am Arbeitsplatz sehr kritisch.

        Es ist doch so: Ich habe einen Vertrag mit meinem Arbeitgeber: Er erhält von mir gute, qualifizierte Arbeit und ich erhalte dafür einen angemessenen Lohn.

        Der Trend geht dahin die vertraglich festgelegte Gleichheit der Vertragspartner zu untergraben. Gutes Geld für gute Arbeit ist ein Kostenfaktor. Also muss sich der Arbeitgeber mit Lob zufrieden geben. Ein Schulterklopfen vom Chef oder ein virtueller Score … das tut doch gut oder?

        Unser Familienhund bekommt auch nicht jedesmal ein Leckerlie für ein gutes Verhalten. Ein Lob reicht doch völlig aus. Ein Chef der mich ständig wegen meiner Arbeit (für die ich ordentlich bezahlt werden will) lobt ändert die Beziehung zwischen uns.

        Heute sind wir nicht mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit gleichen Rechten, sondern
        Herrchen und Hund. Na denn danke!

        • Paul Vincent schrieb am 31. August 2011 at 10:47 - Permalink

          Einmal “Arbeitgeber” mit “Arbeitnehmer” verwechselt…das reduziert hoffentlich meinen Score nicht zu sehr …. ;-)

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:51 - Permalink

            Doch, du kriegst einen Level Abzug.

          • viosz schrieb am 31. August 2011 at 16:14 - Permalink

            Wer in dieser Beziehung Arbeit gibt (arbeitet) und wer sie annimmt und vergütet … kann man so oder so sehen.

        • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:51 - Permalink

          Ich verstehe dich nicht ganz…du denkst dass niedrige Löhne so leichter zu ertragen wären?

        • Dominik schrieb am 1. September 2011 at 10:13 - Permalink

          Ich glaube du missverstehst das System, dass hinter den Erfolgen in Spielen steckt. Es geht hierbei weniger um das Kopf tätscheln durch den Chef. Es geht darum, dass eigenen Fortschritte in deiner Arbeit deutlicher erfasst und bewusst gemacht werden.

          In Spielen setzt man bei den Erfolgen daher neben den schwierigen und “echten” Herausforderungen auch eher triviale Erfolge aus, die jeder automatisch erreicht. Es geht um regelmäßige und kurzfristige Gratifikation. Nicht durch den Chef, sondern vor dir selbst.

          Die einfachste Form des ganzen ist die Checkliste, bei der man immer wieder einen Punkt als erledigt abhaken kann.

    8. nin schrieb am 31. August 2011 at 10:09 - Permalink

      Das Rolling Stones Lied heißt nicht “Dancing with the devil”, sondern”Sympathy for the Devil”.

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:52 - Permalink

        Sorry, danke. Ich korrigiere es bei Gelegenheit. Ich sag ja, keinen Gedanken dran verschwendet :P

        • Dragobil schrieb am 1. September 2011 at 13:07 - Permalink

          Da ich das Game zum Song gerade nicht zur Hand habe: es könnte sich auch um “Dancing With Mr. D” handeln.

    9. ElBarto schrieb am 31. August 2011 at 10:12 - Permalink

      Vor gut zehn Jahren stand man immer als Sonderling und Nerd da, wenn man von seinem WE auf LAN-Partys und Shootern wie UT oder BF berichtet hat. Als das Netz bei uns dann mal schneller wurde, brauchte man wenigstens nicht immer sein ganzes EQ mitnehmen und konnte vernünftig über i-net zocken. *g*

      Ich denke, Wii und co und die neuen Steuerungsmöglichkeiten haben wesentlich dazu beigetragen Videospiele gesellschaftlich zu etablieren. Meine Schwester bspw. würde sich nie vorm PC setzen um auch nur Moorhuhn und co zu daddeln. Aber mit ihrem 12 jährigen Sohnemann spielt sie gerne Wii.

    10. Dr.Evil schrieb am 31. August 2011 at 10:14 - Permalink

      Der Unterschied zwischen realer und virtueller Motivation ist, dass sich letztere einfacher erreichen lässt. Die Spiele sind darauf programmiert einen geringen Frustfaktor und eine hohe Motivation zu erreichen für den Spielenden zu erreichen.

      Oft vergisst man auch wie einfach und schnell “Quests” im realen Leben sind. Bei dem Satz “Räume Spülmaschine aus” werden einige, den Quest wegen vermeintlich hohem Zeitaufwand nicht machten wollen. In Wirklichkeit dauert es 2-3 Minuten sie ausrzuräumen, als Belohnung winkt der Dank des Lebenspartners :)

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:54 - Permalink

        Ja, aber genau diese Brücke würde ja dadurch geschlossen, oder? Es ist ja gerade die motivierende Leichtigkeit, die durch Gamification ins reale Leben übergebracht werden soll.

        • Dr.Evil schrieb am 31. August 2011 at 11:23 - Permalink

          Das reale Leben ist unvorhersehbar. Im Spiel ist alles vorgegeben, selbst in einem Open-World Spiel mit vermeintlicher Freiheit. Klar gibt es auch hier zufällig Dinge. Doch nur in begrenztem Ausmaß und genau das ist der Unterschied zwischen Spiel und Realität. Im Leben ist es teilweise schwer sich zu Motivieren oder Unterstützung zu bekommen.

          Wobei jetzt wo ich schreibe verstehe ich was du meinst ;)

          Ich stelle es mir amüsant vor, wenn 14-Jährige den Haushalt der Eltern perfekt organisieren, weil es ja dafür eine Platin-Trophäe gibt.

          Das demotiviert mich in Spielen. Kleine Kinder mit zuviel Zeit :)

          • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 15:16 - Permalink

            Diese “Platin Trophy” gab es früher schon. Nannte sich damals nur “50 Pfennig für jede Eins in Mathe”. 20 Pfenning für ‘ne Zwei war dann “Gold”.
            Nachdem ich zum Powergamer beim Taschengeld-Aufbessern wurde, gab’s das Achievement-System aber nicht mehr allzu lang.

    11. Thomas schrieb am 31. August 2011 at 10:20 - Permalink

      Hehe, als der Eklat rund um RTL explosiv passiert ist, habe ich noch gedacht, das das eigentlich ein interessantes Thema für den SF wäre.

      Schöner Artikel, eine Anmerkung allerdings: Manche eSport-Liga hat bereits siebenstellige Hauptgewinne: http://euw.leagueoflegends.com/news/league-legends-season-two-feature-5-million-prize-pool

      Und noch ein bereits etwas älteres Video zum Thema Gamification: Altglascontainer als Spiel! http://www.youtube.com/watch?v=zSiHjMU-MUo

    12. Paul Vincent schrieb am 31. August 2011 at 10:25 - Permalink

      “Gamification” …. beispielsweise indem ein Barcodescanner eine Art interne Fortschrittsanzeige erhält, die das Durchführen einer Inventur gleich viel spannender gestaltet. … Und die psychologischen Studien zeigen, dass bereits solch primitven Systeme funktionieren. Der Mensch funktioniert so. … Dies kann am besten funktionieren, wenn Gamification genutzt wird, um die Schule interessanter zu machen. Extra Credits haben einige Beispiele dafür exemplarisch auseinandergenommen, und es kann definitiv funktionieren. Im Idealfall würde Gamification tatsächlich dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche spielerisch mit Lernen beschäftigen …

      Welcome to the brave new world!

      In Zukunft soll also die virtuelle “Supernanny” die uns virtuelle Sternchen und Herzchen verteilt dafür sorgen, dass stupide Arbeiten mit großer Freude durchgeführt werden und die Kinder lernen zu lernen ohne sich darüber groß Gedanken zu machen was man sie lehrt. Einfach nur für den “Score”.

      Ein Lebensmotto von mir stammt von Dietrich Dörner (Die Logik des Mißlingens – Strategisches Denken in komplexen Situationen): ” Wer Spiel nur als Spiel betrachtet und Realität nur als Realität hat beides nicht verstanden.”

      In diesem Sinn möchte ich zum Artikel von Stefan Sasse bemerken: “Wer Spiel mit Realität gleichsetzt hat beides nicht verstanden.”

      Und eben diese Realität ist bereits deutlich perfider als sie sich Orwell und Huxley vorzustellen vermochten …

      • Haggorianer schrieb am 31. August 2011 at 16:38 - Permalink

        Und wer denkt, der Satz “Wer Spiel mit Realität gleichsetzt hat beides nicht verstanden.” liege auf einer Wellenlänge mit ” Wer Spiel nur als Spiel betrachtet und Realität nur als Realität hat beides nicht verstanden.”, versteht den ersten und/oder den zweiten Satz nicht.

      • Tidaltree schrieb am 2. September 2011 at 02:45 - Permalink

        “Wer Spiel mit Realität gleichsetzt hat beides nicht verstanden.”

        Wer Spiel mit Realität gleichsetzt, hat SICH verloren.

    13. FK schrieb am 31. August 2011 at 10:26 - Permalink

      Das thema gamification ist ein großes und mir scheint in dem beitrag nicht ganz rübergekommen zu sein, worum es da eigentlich geht und wie weltbewegend das ist.
      habe deswegen für alle interessierten mal nen ted talk vom letzten jahr rausgesucht der die thematik in 30min auf den punkt bringt, die aktuellen anfänge anhand von beispielen aufzeigt und eine vision entwirft wie unser alltag in einigen jahren aussehen könnte.
      http://www.ted.com/talks/jesse_schell_when_games_invade_real_life.html

    14. Sukram71 schrieb am 31. August 2011 at 10:26 - Permalink

      was wohl auch auf die großen Erfolge der auf familienfreundlich getrimmten Wii zurückgeht.

      Nicht zu vergessen die legendäre Shii für Frauen … :)

      • Sukram71 schrieb am 31. August 2011 at 10:50 - Permalink

        Besonders auch im Hinblick auf:

        Staubsauger und Geschirrspüler, die bei der Benutzung Punkte verteilen, wären eine Motivationsspritze der ganz anderen Art für den Nachwuchs, sich an den Haushaltsarbeiten zu beteiligen. Und die psychologischen Studien zeigen, dass bereits solch primitven Systeme funktionieren. Der Mensch funktioniert so.

      • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 12:56 - Permalink

        :))

    15. Frank Schenk schrieb am 31. August 2011 at 10:33 - Permalink

      Bin doch überrascht, wie wenig elegant der Bogen vom RTL-Spektakel einmal quer über die Spieleszene wandert, ohne wirklich irgendwo in die Tiefe zu gehen. Die Buffet-Variante. Von jedem Töpfchen ein oder zwei Löffelchen.

      Ok, also mal meine Erfahrungen:
      1. Von Fernsehen wird mir inzwischen fast immer schlecht. Die Sender unterbieten sich gegenseitig, was Niveau und Tiefgang angeht. Schon bei den Nachrichten möchte ich mich pausenlos erbrechen. TV läuft bei mir wenn überhaupt nur noch nebenher und wenn ich denn wirklich auf die Glotze schaue, zuckt meine Hand schon direkt zum Zappen. Natürlich gibt es Ausnahmen/Perlen aber das Gros der Sendungen unterfordert schon den IQ einer Amöbe.

      2. Deutscher Zensurwahn: Inzwischen bestelle ich mir Titel, die als Kastrat nach Deutschland kommen und die ich gerne spielen möchte, im Ausland. Ich bin über 18 (schon sehr lange) und ich kann selbst entscheiden, was ich mir antue. Diese typisch deutsche Bevormundung widert mich an. Andere Länder – andere Sitten – bei den Amis sind es dann die Nippel aber jeder Laden hat unterm Tresen die Hardcore-Pornohefte wie Hustler etc. Die Doppelmoral christlich-fundamentalistischer Prägung in westlichen Ländern gehört angeprangert, das wäre mal ein Thema für Explosiv.

      4. Facebook und co. Trivialspiele: Hab ich mir eine Zeitlang angetan, die Firmen machen ein Heidengeld damit, indem sie den Spielern die Illusion geben, wenn sie für nur 10/20/50/100 Euro Punkte kaufen, macht das Rumklicken/Gießen virtueller Felder gleich doppelt soviel Spaß. Mir schleierhaft, wieso die soviel Geld einnehmen wobei diese Miniatur-Ausgaben von “Free to Play”-Spielen wohl auch von der hohen Fluktuation und nur kurzen Aufmerksamkeitsspanne leben. Lieber jeden Tag 1000 neue Nutzer, die 20 Euro da lassen, als einen festen Spielerstamm, die einmal im Monat 10 Euro zahlen. Pay per Click – irgendwie geht das an mir vorbei.

      5. Extra Credits: Also Fleißmärkchen gabs vor 30+ Jahren schon in der Schule.

      gruß

      • Fian schrieb am 31. August 2011 at 10:52 - Permalink

        Fehlt Punkt 3 absichtlich? Vielleicht als Zeichen das die bösen Brüder Fernsehen und Internet uns verblöden lassen? ;-)

        • Frank Schenk schrieb am 31. August 2011 at 11:31 - Permalink

          Nein, ich wollte nur schauen, ob du aufpasst, hier ist dein Fleißmärkchen :)

          • Fian schrieb am 31. August 2011 at 13:37 - Permalink

            Yeah! Oh man der Tag ist gerettet – ich bin so glücklich! :)

            Das muss ich gleich bei facebook posten…

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:57 - Permalink

        Bin doch überrascht, wie wenig elegant der Bogen vom RTL-Spektakel einmal quer über die Spieleszene wandert, ohne wirklich irgendwo in die Tiefe zu gehen. Die Buffet-Variante. Von jedem Töpfchen ein oder zwei Löffelchen.

        Danke, danke.

        1. Von Fernsehen wird mir inzwischen fast immer schlecht. Die Sender unterbieten sich gegenseitig, was Niveau und Tiefgang angeht. Schon bei den Nachrichten möchte ich mich pausenlos erbrechen. TV läuft bei mir wenn überhaupt nur noch nebenher und wenn ich denn wirklich auf die Glotze schaue, zuckt meine Hand schon direkt zum Zappen. Natürlich gibt es Ausnahmen/Perlen aber das Gros der Sendungen unterfordert schon den IQ einer Amöbe.

        Ich schau aus dem Grund seit über zehn Jahren kein Fernsehen mehr.

        2. Deutscher Zensurwahn: Inzwischen bestelle ich mir Titel, die als Kastrat nach Deutschland kommen und die ich gerne spielen möchte, im Ausland. Ich bin über 18 (schon sehr lange) und ich kann selbst entscheiden, was ich mir antue. Diese typisch deutsche Bevormundung widert mich an. Andere Länder – andere Sitten – bei den Amis sind es dann die Nippel aber jeder Laden hat unterm Tresen die Hardcore-Pornohefte wie Hustler etc. Die Doppelmoral christlich-fundamentalistischer Prägung in westlichen Ländern gehört angeprangert, das wäre mal ein Thema für Explosiv.

        Zustimmung.

        4. Facebook und co. Trivialspiele: Hab ich mir eine Zeitlang angetan, die Firmen machen ein Heidengeld damit, indem sie den Spielern die Illusion geben, wenn sie für nur 10/20/50/100 Euro Punkte kaufen, macht das Rumklicken/Gießen virtueller Felder gleich doppelt soviel Spaß. Mir schleierhaft, wieso die soviel Geld einnehmen wobei diese Miniatur-Ausgaben von “Free to Play”-Spielen wohl auch von der hohen Fluktuation und nur kurzen Aufmerksamkeitsspanne leben. Lieber jeden Tag 1000 neue Nutzer, die 20 Euro da lassen, als einen festen Spielerstamm, die einmal im Monat 10 Euro zahlen. Pay per Click – irgendwie geht das an mir vorbei.

        Ich verstehe es auch nicht, aber offensichtlich klappt es…

        5. Extra Credits: Also Fleißmärkchen gabs vor 30+ Jahren schon in der Schule.

        Wird aber inzwischen praktisch nicht mehr gemacht.

      • Nils schrieb am 31. August 2011 at 11:22 - Permalink

        Mal wieder gilt für die Artikel von Herrn Sasse: Zu seicht, zu leicht, zu wenig Fakten, aaaber gut, dass das Thema angeschnitten wird. Ich bestehe aber weiterhin auf meiner Foderung, dass Artikel hier mehr als nur Aufhänger für die folgende Diskussion (die natürlich trotzdem wichtig&super ist) sein sollten!

        @ Frank
        Pkt. 1.:
        Ich muss dir total zustimmen. Ich wohne in einer WG und verlasse fluchtartig das Wohnzimmer, wenn ich nur sehe, dass schon wieder Skripted Reality läuft. Den einzigen Unterhaltungswert von solchen RTL2 Produkten finde ich, wenn sie von Fernsehkritik verarbeitet werden. Da wird wenigstens halbwegs reflektiert gebasht.
        Ganzschön deprimierend finde ich, dass soviele Menschen das gerne schauen. Ich habe nichts gegen “ehrlich” dumme Filme, wie stumpfe Action, stumpfe Comedy oder von mir aus stumpfer Porno. Schnulzen finde ich schon wieder grenzwertig, weil da meisten so blöde Geschlechterrollen vermittelt werden.

        Pkt. 2.:
        Das zensiert wird, ist manchmal nervig und für uns Erwachsene bevormundend. Ich finde es trotzdem gut, dass das Gewalt und Sexualität Heranwachsenden in geringeren Dosen verabreicht wird. Wenn die Eltern da sind, um klar zu machen wie schrecklich Krieg ist und vorleben wie man eine Beziehung führt – klar alles kein Problem. Davon kann man aber nicht immer ausgehen.

        @Gamification stehe ich zweispältig gegenüber. Einserseits finde ich auch, dass man in Spiele viel Zeit, Arbeit und Kopf hineinsteckt und man damit woanders, bei realen Aufgaben, wirklich viel erreichen könnte.
        Andererseits haben mich Lernspiele nie interessiert. Die waren einfach nur öde.
        Meine Schlussfolgerung ist, dass es immer wichtig dem Menschen ist Fortschritt und Erreichtes zu zeigen und jedem Erfolge zu gönnen. (Das Thema der Identifizierung mit der eigenen Arbeit, bzw. mit der Entfremdung davon, gab es ja auch schon bei Marx)
        Dem Punkt, dass man für Arbeit ein Gehalt als Gegenleistung bekommt und nicht als Belohnung und so dem Arbeitgeber gleichberechtigt und nicht als Hund gegenübersteht kann ich mich nur anschliessen.
        Spiele sollten dagegen Spiele bleiben, d.h. ohne Stress durch Bezug zu realen Problemen die dich selbst betreffen. Sonst sind sie weniger interessant und verlieren ihren Wert als Freizeitprojekt. Gut finde ich allerdings, wenn über bestimmte Themen aufgeklärt wird, z.B. über das Szenario in dem Spiel (Umweltprobleme, Fallout, Krieg ist scheiße, Faschismus).

        Worüber man auch nachdenken kann, ist Aufgaben für ein Kollektiv, die zum Bsp. digital gelöst werden können, aber real sind, ähnlich Spielen zu organisieren – also klare Aufgaben, klare Rollenaufteilung, klare Möglichkeiten, klare Erfolge – ohne das Ganze dann als Spiel zu verkaufen. Gemeinsames Arbeiten in der Cloud geht ja schon in die Richtung.

        • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:29 - Permalink

          Das zensiert wird, ist manchmal nervig und für uns Erwachsene bevormundend. Ich finde es trotzdem gut, dass das Gewalt und Sexualität Heranwachsenden in geringeren Dosen verabreicht wird. Wenn die Eltern da sind, um klar zu machen wie schrecklich Krieg ist und vorleben wie man eine Beziehung führt – klar alles kein Problem. Davon kann man aber nicht immer ausgehen.

          Das Problem ist dass ich die ungeschnittenen Versionen als Erwachsener nicht kriegen kann, nicht legal zumindest.

          Andererseits haben mich Lernspiele nie interessiert. Die waren einfach nur öde.

          Lernspiele sind auch überwiegend scheiße. Genau das Problem soll Gamification ja heben – die Grenze zwischen Spiel und Lernspiel aufheben.

          • Brick schrieb am 31. August 2011 at 13:19 - Permalink

            Sexualität ist in Computerspielen fast kein Thema. Und wenn doch, dann auf fast kindliche Weise, wie in the Sims oder Dragon Age. Gib nur genug Geschenke und irgendwann hat sie dich ganz doll lieb. Witcher ist da anders aber ansonsten haben Sex und Beziehungen in Spielen das Niveau von den Larry Spielen aus den 90ern.
            Gewalt hingegen ist ein Teil von fast jedem Spiel. Außer vielleicht Farm Ville und Sims. Das liegt wohl an zwei Faktoren: 1. Man will der Held sein und der Held bekämpft nunmal das “Böse”. 2. Schießen ist eine ganz einfache Mechanik. Das kann jeder ganz leicht einbauen.
            Krieg ist schrecklich haben mir nicht meine Eltern beigebracht sondern “Stalingrad” und “Im Westen nichts neues”.

            Zensur in Deutschland von weltweit verkauften Produkten, die zusätzlich auf einem riesigen Schwarzmarkt ganz leicht “erworben” werden können ist einfach lächerlich.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:23 - Permalink

              Da die meisten PC-Spiele aus den USA kommen wundert der Fokus auf Gewalt und das Vernachlässigen von Sex nicht ^^

            • Nils schrieb am 31. August 2011 at 14:27 - Permalink

              Bei Sex hab ich auch eher an Pron im Netz gedacht, als an Darstellung von Sex in Spielen. Dragon Age ist da doch total fortschrittlich, man(n) kann doch sogar schwul spielen, oder?

              Krieg ist schrecklich – Du musst aber auch mal einsehen, dass Spiele immer von aktuellen Konflikten beeinflusst werden und dabei diese teilweise verharmlosen. Ich möchte da nur an C&C generals erinnern, das auf deutsch krass zensiert wurde – nicht weil es so blutig war, sondern weil die Kampagne ganz klar vermittelt hat die Iraker sind Menschenverachtende Terroristen und die coolen USA bomben sauber alles platt.
              Mal angenommen ein Spiel wie BF3 was bald rauskommt vermittelt eine ähnliche Botschaft und sieht dazu noch realistisch aus – ich kann mir gut vorstellen, dass ich wenn ich als 13 jähriger erst das Zocke und dann n Fliegerangriff in der Tagesschau gucke, der ganz anders rezipiert wird.

              Generell habe ich nichts gegen Gewalt in Spielen (ich zock ja selber alles), es sollte aber darauf geachtet werden, dass Leute für die Spiele das Hauptmedium sind keine komplett verschobenen Vorstellungen haben.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 14:32 - Permalink

              Teilweise hat solche Zensur halt den absurden Effekt, der Verharmlosung Vorschub zu leisten.

            • Brick schrieb am 31. August 2011 at 17:15 - Permalink

              Mal angenommen ein Spiel wie BF3 was bald rauskommt vermittelt eine ähnliche Botschaft und sieht dazu noch realistisch aus – ich kann mir gut vorstellen, dass ich wenn ich als 13 jähriger erst das Zocke und dann n Fliegerangriff in der Tagesschau gucke, der ganz anders rezipiert wird.

              Das ist richtig aber nicht per se ein Problem von Computerspielen sondern von Propaganda. Hierfür kann ich jedes Medium einsetzen.
              Zumeist ist aber der Kampf doch immer noch Blau-Land gegen Rot-Land. Und Blau-Land muss sich gegen die Invasion vom bösen Rot-Land verteidigen. Da lächle ich nur drüber.

              Dragon Age ist da doch total fortschrittlich, man(n) kann doch sogar schwul spielen, oder?

              Jupp. Aber wie gesagt, das ganze bleibt kindlich. Bis zum Ende-> da wirds einfach nur bitter böse je nachdem was (mit wem) man getan hat.

          • Mephane schrieb am 31. August 2011 at 13:53 - Permalink

            Noch absurder ist, dass ausgesprochen viele der zensierten Spiele am Ende so oder eine Einstufung ab 18 erhalten; viele Publisher/Studios zensieren daher auch eher in vorauseilendem Gehorsam, meist eher vom Publisher gewünscht, in der Hoffnung eine etwas niedrigere Einstufung und damit potenziell größere Zielgruppe zu erreichen. Nur um dann am Ende mit FSK18 Siegel und völlig unnötiger Zensur dazustehen.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:54 - Permalink

              Ja, das System ist total kaputt.

            • Bumsi schrieb am 1. September 2011 at 14:29 - Permalink

              Ja, bestes Beispiel ist Fallout3 Vegas. Wurde ab 18 eingestuft, hat in Deutsch aber kein (visuelles) Rag Doll System und damit keine Bluteffekte. Erst eine Österreichische Exe hat Abhilfe geschafft, die dann aber, nach einigen Monaten Spielpause, dank Steam wieder überschrieben wurde…

          • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 16:34 - Permalink

            Wer unbedingt die ungeschnittene Version haben muss!, sollte sich fragen wie “erwachsen” er eigentlich ist.

            Erwachsen hat nicht nur etwas mit fortgeschritten an Jahren +18 zu tun.

            MFG

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 16:54 - Permalink

              Was soll denn das heißen? Ich will die ungeschnittene Version. Oder muss ich mich, wenn ich unzensierte Nachrichten haben will auch fragen lassen wie erwachsen ich bin?

            • Bastl schrieb am 1. September 2011 at 13:44 - Permalink

              Wie heißt es so schön:
              Zensur ist, wenn ich kein Steak essen darf, weil ein Säuglich es nicht kauen kann.

              Warum sollte man nicht die unzensierte Version spielen wollen? Manche Leute wollen halt lieber Marines in Halflife als Gegner und nicht eine Roboter-Armee die mit der bisherigen Geschichte zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht vereinbar ist. Manche Leute haben kein Problem damit wenn die Taliban eine spielbare Fraktion in “Call of Duty” darstellen.

              Hier geht es nicht um Blutgeilheit sondern um den Wunsch nach dem/der ursprünglichen Setting/Geschichte das/die durch die Zensur verzerrt wurde.

        • Brick schrieb am 31. August 2011 at 12:50 - Permalink

          Gameification: Das mit der Kasse ist wohl nicht das beste Beispiel gewesen. Nehmen wir ein Konstruktionsprogramm. Mir macht das Arbeiten damit zum Teil viel Spass; andere Bereiche nerven mich. Ich weiß, dass ein System, dass mir meinen Fortschritt aufzeigen würde, eine zusätzliche Motivation wäre mich auch durch das Bemaßen zu wühlen. Ich merk ja, dass ich so funktioniere. Ich spiele World of Tanks und der motivierenste Teil ist die Statistik. Ich kann sehen, dass ich besser geworden bin.

          Das Verhältnis zum Arbeitgeber ändert sich nicht dadurch, dass ich auch an öden Teilen meiner Arbeit Spass habe.

          Spiele sollten dagegen Spiele bleiben[..].

          Nein! Das sind sie schon lange nicht mehr. PC-Spiele sind ein Medium genau wie Bücher und ich erwarte, dass ich auch welche “spielen” kann, die mein Hirn fordern. Ich lese gerne sowohl King als auch Hugo. Ich mag “Schindlers Liste” genau wie “The Rock” bei Filmen. Der Name Spiel ist nicht mehr zeitgemäß. Pong war ein Spiel aber schon das erste Deus Ex war keines mehr. Klar mag ich Spiele wie WoT oder TF2 die überhaupt keine Geschichte haben, aber ich will auch Spiele in denen ich moralische Entscheidungen treffen muss. Das Kunstprojekt Limbo hatte auch seinen Reiz. Wir sind da noch nicht ganz am Ziel aber wir sollten “Games” als genauso ein Medium betrachten wie das Fernsehen oder Bücher, mit dem großen Vorteil, dass ich meine Geschichte selbst schreiben kann.

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:00 - Permalink

            Absolut. Und wer mal Max Payne gespielt hat weiß, dass PC-Spiele auch Kunst sein können.

            • Till schrieb am 31. August 2011 at 13:06 - Permalink

              Jaja, Stefan Sasse der gamende Revolutionär …
              Oder der revolutionäre Gamer ?

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:08 - Permalink

              Weder noch?

            • Brick schrieb am 31. August 2011 at 14:15 - Permalink

              Verdammt. Jetzt muss ich doch glatt zum Regal gehen und Max Payne mal wieder rauskramen… DU BIST SCHULD!!11!1elf

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 14:26 - Permalink

              Du musst sogar gleich beide Teile spielen ^^ Obwohl die Story vom ersten besser war; das Gameplay vom zweiten ist dafür überlegen. Bald kommt der dritte :)

            • Till schrieb am 31. August 2011 at 14:44 - Permalink

              Und wer mal Max Payne gespielt hat weiß, dass PC-Spiele auch Kunst sein können

              So was soll Kunst sein ?
              Ts, ts, die heutige Jungend …
              http://www.youtube.com/watch?v=Wde1AFVNtbg&feature=related

              Bei Kunst denke ich eher an Gabriele Münter …

            • Brick schrieb am 31. August 2011 at 15:22 - Permalink

              @Till
              Ja man kann es sich leicht machen. Oder man hätte versuchen können herauszufinden ob es einen künstlerischen Part bei Max Payne gibt:

              Film Noir ist nicht jedermanns Ding aber mir gefällt das sehr.
              Zu was Modernerem:
              http://www.youtube.com/watch?v=gnEIEsF1cDM

              Auf welcher Seite sthest du? Du kannst dich frei entscheiden.
              Aber vergiss nicht unsere Welt ist nicht schwarz-weiß:

            • Till schrieb am 31. August 2011 at 15:41 - Permalink

              @Brick
              Diese Deus Ex-Sache ist schon beängstigend gut gemacht …

              (Danke für deine Mühe)

          • Nils schrieb am 31. August 2011 at 14:35 - Permalink

            Mit Spiele sollen Spiele bleiben, meine ich nicht, dass sie kein Medium sind. Das schreibe ich doch auch deutlich. Ich finde nur, es steht jeden zu eine nicht sinnvolle, nicht produktive Freizeitbeschäftigung zu haben!

            Die Gier auf höhere Produktivität klingt immer wieder durch – ich will aber eben auch Spielen um mich zu erholen, und dabei weder für jemand anderen arbeiten noch ständig durch Werbung genervt werden. Es wird immer übliche, alle Bereiche des Lebens nach ökonomischen Gesichtspunkten zu bewerten und das ist teilweise einfach bescheuert.

            Das Spiele das Hirn fordern, richtig tolle Kunst sein können, inspirieren können und und und finde ich super.
            Der große Vorteil gegenüber Film und Buch ist ja auch noch, dass man dabei was selber machen, Entscheidungen treffen, bauen, basteln, malen rätseln, planen… kann.

    16. Fian schrieb am 31. August 2011 at 10:41 - Permalink

      Der Artikel hat mir gut gefallen. Danke!

      Die Krankheit Spielsucht als Gefahr hätte noch mit eingebaut werden können.

      Grundsätzlich finde ich aber manche Entwicklungen gar nicht so schlecht, auch wenn wie immer viele gegen alles Neue sind. Wichtig ist doch möglichst vielen Menschen das Leben so schön wie möglich zu machen. Der eine ist glücklich beim daddeln, der oder die Andere beim Lesen, fernsehen, spazieren, Freunde treffen oder was auch immer… Hauptsache glücklich!

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:58 - Permalink

        Hätte ich einbauen können, aber ich denke immer, dass eine Sucht bei wirklich allem entstehen kann – da ist Daddeln keine Ausnahme…

        • Fian schrieb am 31. August 2011 at 13:34 - Permalink

          Da gebe ich dir natürlich recht, nur wird beim zunehmen der Spiele im Alltag auch das Suchtpotenzial und die Zielgruppe deutlich vergrößert. Menschen die vorher weder Kontakt hatten noch wünschten werden womöglich leichte “Opfer”. Wie ich schon geschrieben habe bin ich kein Freund davon alles Neue abzuweisen (wenn die Welt voll Skeptiker wär, gäbe es heute wohl noch keine Computer), aber dieser Punkt ist sicher zu beobachten.

          Ich kenne schon Menschen, die ihr Leben rund um Onlinespiele planen…

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:41 - Permalink

            Gut, aber dein Argument, dass je unerfahrener desto gefährdeter stützt ja eigentlich eher das Argument das umso mehr in die Erziehung einzubauen, oder?

            • Fian schrieb am 31. August 2011 at 17:26 - Permalink

              Klar, Erziehung ist Präfention. Nur kann kaum ein Elternteil mit dem technischen Fortschritt im nötigen Maße mithalten. In meinem Bekanntenkreis ist jedenfalls jeder 16jährige seinen Eltern in diesem Bereich haushoch überlegen.

              Eine praxisnahe Schulausbildung halte ich daher nicht für falsch. Mathe, deutsch und Chemie wird ja auch unterrichtet, warum nicht ein paar grundästzliche Dinge zum Vertagsrecht, Technik und co.. Der Umgang mit dem Internet etc. ist später sicherlich relevanter als tiefere Erkenntnisse in der Chemie (zumindest für die Meisten).

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 17:34 - Permalink

              @ Fian

              stimmt.

              muss ich an meine, zum glück, nur zwei jahre latain denken:))

    17. Dimebag schrieb am 31. August 2011 at 10:45 - Permalink

      Staubsauger und Geschirrspüler, die bei der Benutzung Punkte verteilen, wären eine Motivationsspritze der ganz anderen Art für den Nachwuchs, sich an den Haushaltsarbeiten zu beteiligen. Und die psychologischen Studien zeigen, dass bereits solch primitven Systeme funktionieren. Der Mensch funktioniert so.

      Schon richtig, Stichwort intrinsische und extrinsische Motivation. Wenn es aber soweit geht, dass man sich nur noch von extrinsichen Faktoren leiten lässt, ist das ein klarer Schritt in die falsche Richtung.

    18. LarsW schrieb am 31. August 2011 at 10:53 - Permalink

      Anlässlich der Gamescom, einer Art Videospielmesse in Köln

      Nicht “eine Art” Messe, eine Messe.

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 10:59 - Permalink

        Korrigiere ich bei Gelegenheit.

        • LarsW schrieb am 31. August 2011 at 11:54 - Permalink

          zudem übrigens auch die größte Zuschauermesse für Videospiele weltweit

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 11:59 - Permalink

            Danke :)

    19. Lemmy Caution schrieb am 31. August 2011 at 11:30 - Permalink

      Das Interface wird massiv überschätzt.
      Zum Lernen oder Re-Lernen lieb ich gerade so retro-Zeugs wie das hier von indischen Universitäten angebotene.
      Schwungvolle Musik, Maschinen aus richtigen Metall und ein kompetenter Vortragender.
      http://www.youtube.com/watch?v=6QOKk_pcv3U
      Kreatives und kritisches Denken beginnt sowieso mit Assoziationen im eigenen Kopf. Dabei unterstützen sehr konfortable Interfaces nur sehr bedingt.

    20. Alliser schrieb am 31. August 2011 at 12:00 - Permalink

      Eine interessante Übersicht zu einem aktuellen Thema inkl. Auswirkungen auf die Gesellschaft (ich persönlich habe von Gamification zuvor noch nichts gehört, meine Bewertung wechselt zwischen “faszinierend” und “abschreckend” :ugly:).

      Aber auch hier haben wir einen derart klassischen Fehler, welcher so oft zu einem Spiele-Thema gemacht wird, sofern der Artikel nicht von einem Spieleportal o.ä. verfasst worden ist:

      Warum wird auf dem Foto eine Uralt-Konsole von vor zwei Generationen gezeigt? Oder sollte das Foto ein Querverweis auf die Schröderzeiten sein? ;)

      • FK schrieb am 31. August 2011 at 12:11 - Permalink

        Warum wird auf dem Foto eine Uralt-Konsole von vor zwei Generationen gezeigt? Oder sollte das Foto ein Querverweis auf die Schröderzeiten sein? ;)

        Weils einfach symbolisch für computerspielen stehen sollte?

        • Alliser schrieb am 31. August 2011 at 12:49 - Permalink

          Wenn ich aber zu einem aktuellen deutsch-politischem Thema ein Foto auswähle, dann würde ich doch auch z.B. eher ein Merkel-Foto nehmen als eines von Kohl. Oder eines über die Formel 1 und ich nehme ja auch keines von vor 15 Jahren mit Schumi drauf.

          Die Entwicklung der Akzeptanz von Spielekonsolen u.ä. in der Gesellschaft wird damit doch geradewegs konterkariert.

          • Mephane schrieb am 31. August 2011 at 13:56 - Permalink

            Ich verstehe das Problem jetzt nicht. Es geht doch gar nicht um das abgebildete Gerät, sondern eher die Szene, Gestik und Mimik der abgebildeten Person. Soll der Autor jetzt ein vergleichbares Bild erst suchen oder anfertigen lassen, wenn ein völlig passendes bereits existiert und verfügbar ist?

            • Alliser schrieb am 31. August 2011 at 14:26 - Permalink

              Ich weiß, daß meine Kritik kleinkariert ist. Nur finde ich es halt seltsam, daß sobald ein Gaming-Thema von einem Nicht-Gaming-Medium berichtet wird, solche Detail-Fehler halt immer wieder vorkommen. Dann könnte man ja meinen, daß das Thema doch noch nicht in der Mitte der Gesellschaft bzw. beim Autor angekommen ist. ;)

              Nochmal das Beispiel: wenn wir hier ein Thema über z.B. Formel 1 berichtet worden wäre, aber mit einem Bild unterlegt ist, auf dem ein schon damals vor, also 10 bis 15 Jahren, nicht F1-GP beherrschender Fahrer abgebildet ist, dann ist das natürlich nicht falsch. Aber “richtig” im Sinne von… “richtig” (:ugly:) auch nicht. Der abgebildete Spiele-Klischee-Nerd ist ja auch gar kein Hauptthema des Artikels, sondern die Verbreitung von Spielen in D. Jede Wii+OmaxEnkel-Abbildung wäre eine “richtigere” Abbildung gewesen. Oder auch eine Achievement-Anspielung hätte einen “passenderen” Eindruck ergeben.

              Ist das so vielleicht nachvollziehbarer? Nicht weniger kleinlich, aber verständlicher?

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 14:33 - Permalink

              Die Bildauswahl, da geb ich den Schwarzen Peter weiter, treffe prinzipiell nicht ich, sondern der Herausgeber. Das gilt für alle Artikel. :)

    21. fw schrieb am 31. August 2011 at 12:09 - Permalink

      Faszinierender und beängstigender Vortrag zum Thema Gamification (wenn auch etwas alt):
      http://www.ted.com/talks/jesse_schell_when_games_invade_real_life.html

      Ach ja: Apple bashing inside (bei 15:15) ;)

    22. OAlexander schrieb am 31. August 2011 at 12:10 - Permalink

      Ich habe auf meinem Rechner XP, Office 97, Firefox, Moorhuhn und Solitaire. Beim Facebook bin ich immer noch nicht dabei (wird wahrscheinlich bald Pflicht). Ansonsten verwende ich meine Feuerkraft fast ausschliesslich für das Posten beim Spiegelfechter. Gibt es hier ähnliche Frugalisten wie mich?

      • Till schrieb am 31. August 2011 at 12:12 - Permalink

        Ja, mich.

      • Dimebag schrieb am 31. August 2011 at 12:58 - Permalink

        Hallo, meine Name ist Dimebag und ich bin heute in diese Gruppe gekommen, weil……

        Ja, ich gehöre auch dazu. Nur ohne Moorhuhn.

      • Brick schrieb am 31. August 2011 at 13:32 - Permalink

        Ich würde euch allen dringend raten auf Office 2010 und Windows7 umzusteigen. Man muss sich dann zwar wieder etwas einarbeiten aber am Ende erspart man sich viel Ärger und Zeit.

        Zu Spielen: Ich würde sagen ihr verpasst etwas. Ihr verpasst sogar viele schöne Geschichten und es ist schade, wenn man einem ganzen Medium keine Chance einräumt und es fälschlicherweise auf eine einzige Mechanik, nämlich das Schießen reduziert.

        • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:43 - Permalink

          Absolut +1

          • Till schrieb am 31. August 2011 at 13:48 - Permalink

            Stefan Sasse, ich habe da mal eine Bitte:
            Verzichte doch auf die +1 Notengebung, diese Unart findet ja bereits Nachahmer hier.

            Ich bin war ja schon froh, dass die Kommentare beim Spiegelfechter nicht mit den dämlichen Sternchen oder Daumen bewertet werden. Die Auswirkungen wären nämlich verheerend …

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:54 - Permalink

              *lach* Das ist keine Bewertung, das wäre 1+.
              Mein “+1″ ist lediglich die Kurzform von “stimme vollständig zu”.

        • OAlexander schrieb am 31. August 2011 at 14:51 - Permalink

          @ Brick / Stefan Sasse

          Vor ettlichen Jahren führte mein grosser Chef einmal einen Gast durch die Büros, und ich spielte gerade “Tetris” (habe ich immer noch in der Urversion auf dem Rechner). Mir wurde daraufhin beschieden, dass ich mich da doch etwas zur Schande des Unternehmens missverhalten habe. Ich habe dem Chef dann erklärt, er hätte dem Kunden doch einfach erklären sollen, das ist der hochproduktive Mitarbeiter OAlexander, der darf die Hälfte des Tages Tetris spielen. Vier oder sechs Wochen später wurde ich entlassen. Vier oder sechs Monate später durfte die Firma zusperren.

          Damit haben wir mal geklärt, dass ich nicht grundsätzlich gegen Computer Spiele bin. Ich habe auch das ausprobiert, was dieser Tage als “Computer Spiele” angeboten wird. Und ich muss feststellen, “Nein Danke!” Aus rein anthropologischer Gesichtsweise sind die Tötung von Menschen, Krieg, und das totale Entmenschlichung von anderen, den “Gegnern”, höchst natürliche, angeborene und entwicklungsgeschichtlich ausserordentlich erfolgreiche Konzepte. Mir persönlich graust es dennoch davor, diese Prozesse auch nur spielerisch nachzuvollziehen. Ich würde mich einer wesentlich besseren Welt wähnen, wenn mehr Menschen das Konzept von “Spielen” die Tötung anderer Menschheit wegen absoluter Absurdität ablehnen würden.

          Was die Meinungen zu Windows 7, Office 2010 usw. anbelangt, die brauche ich nicht unbedingt. Ich masse mir dazu eine gewisse Ahnung an; bspw. habe ich 1995 im nordostbrasilianischen Maranhão den ersten Webserver unterhalten. XP ist schnell, und visuell erträglich, wenn man die uxtheme.dll zu ersetzten weiß. Office 97 öffnet so schnell wie wie Notepad ohne irgendwelche realen “Features” nicht zu haben.

          • Till schrieb am 31. August 2011 at 15:01 - Permalink

            und ich spielte gerade “Tetris”

            OooooAlexander, ich kann nicht mehr … ich krieg keine Luft mehr …
            Ich stell mir vor, wie dein Chef mit einem Gast in Anzug und Krawatte durch das Büro wandert und du sitzt hinter dem PC und spielst Tetris.
            Köstlich.

          • Brick schrieb am 31. August 2011 at 16:38 - Permalink

            Ich habe auch das ausprobiert, was dieser Tage als “Computer Spiele” angeboten wird. Und ich muss feststellen, “Nein Danke!” Aus rein anthropologischer Gesichtsweise sind die Tötung von Menschen, Krieg, und das totale Entmenschlichung von anderen, den “Gegnern”, höchst natürliche, angeborene und entwicklungsgeschichtlich ausserordentlich erfolgreiche Konzepte.

            Das ist schlicht nicht wahr. Auf allen Ebenen ist das nicht wahr.
            1. Egoshooter(wohl gemeint): Man schießt auf Spielfiguren, gespielt von Freunden, Bekannten, Fremden oder gesteuert von der KI. In keinster Weise entmenschlicht man hierbei eine tatsächliche Person. Es sind Figuren. Schach ist auch ein Spiel, bei dem man “tötet”. Dabei entmenschliche ich aber nicht den Gegenspieler. Nie. Sie bleiben meine Freunde oder werden sogar neue.
            2. Strategiespiele: Man lässt ganze Armeen gegeneinander antreten, genau wie bei Risiko und genau wie beim Egoshooter findet keine Entmenschlichung statt. Es waren nie Menschen auf dem Schlachtfeld. Es sind immer Spielfiguren und es macht keinen Unterschied, dass sie detailierter sind als bei Risiko oder Stratego.
            3. Rollenspiele: Man kämpft meist gegen das “Böse”. Hierbei werden auch keine Drachen entdrachlicht.
            4. Es gibt so viele Spiele bei denen man nicht kämpft. Portal ist das beste Beispiel. Zumindest diesem Meisterwerk solltest du eine ernsthafte Chance einräumen.
            5. Aufgrund der Software von dir kann ich schließen, dass du nicht die ausreichende Hardware besitzt um moderne Spiele zu zocken. Falls du diese woanders ausprobiert hast, hast du nie einen Einblick bekommen um was es geht. Das ist ja wie 5 Minuten von Fight club zu sehen und dann zu sagen, der ist fad. Da gehts nur um das langweilige Leben von einem Ingenieur mit Schlafstörung.

            Ich würde mich einer wesentlich besseren Welt wähnen, wenn mehr Menschen das Konzept von “Spielen” die Tötung anderer Menschheit(sic) wegen absoluter Absurdität ablehnen würden.

            Oder beim “Lesen” oder beim “Fernsehen” oder beim “Kinobesuch” oder bei Kindern, die sich nicht als “Cowboys” und “Indianer” verkleiden und Völkermord nachspielen. Oder als “Ritter”. Ja legen wir einfach völlig andere Maßstäbe an Computerspiele an als an alles andere. Seht nur wie böse die sind….

            Du glaubst, du hättest den “moral high ground”? Nein hast du nicht. Komm von deinem hohen Ross runter.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 16:55 - Permalink

              Absolut. Dieses Argument von der Entmenschlichung (hört man ständig mit “der Attentäter trainierte am PC”) ist völliger Unsinn.

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 17:09 - Permalink

              als kind haben wir uns in banden organisiert und so kinderkriege gespielt.
              hehehehe… naja mit selbst gebastelten, geschnitzten schwertern etc.

              in der grundschule später war eines meiner lieblingsspiele “völkerball”.

              naja .. ich war oft in den klassen der größte und bin ziemlich sportlich. wer das spiel völkerball kennt, der weiß, das du da mit einem ball, versuchs klassenkammeraden “ab zuballern” . war eins meiner lieblingsspiele. ich treffe gut:))

              trotzdem bin ich meist ein friedlicher typ. ich mag keine konflikte in der beziehung oder am arbeitsplatz. ich finde begriffe bei vorgesetzten über die charakterisierung einzelner mitarbeiter, als zu harmoniebedacht beschießen. was soll das zu harmoniebedürftig ? soll derjenige spass am konflikt haben?

              was ich als kind gerne gespielt habe, waren oft kriegsspiele. mit anderen kindern. draußen. das ich aber grundsätzlich kein aggressiver kerl bin, liegt an mehr, als nur daran was ich gespielt habe.

              welche games jugendliche spielen, sagt glaube ich nichts darüber aus, wie ihre persönliche neigung zu gewalt ist.

              die forschung dazu scheint sich auch net einig zu sein. und studien sind ja auch nicht immer wissenschaftlich und seriös. leider.

              “…..Experiment weist Aggression nach

              Adachi testete Menschen anhand von Videospielen, unter anderem dem gewalttätigen “Conan” und dem kompetitiven “Fuel”, einem Autorennspiel. Nachher wurden die Probanden gebeten, eine scharfe Sauce aus vier verschiedenen Teilen zusammenzustellen, die ein Tester dann verkosten sollte.

              Im Laufe der weiteren Untersuchungen wurde dann festgestellt, dass jene, die die kompetitiven Spiele gespielt hatten, eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit von sadistischem, aggressivem Verhalten hatten: Ihre Herzfrequenz war erhöht und sie bereiteten auch schärfere Saucen zu. Weitere kontroversielle Ergebnisse zum Thema Videospiele und Gewalt wurden bereits dikutiert (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110818027 ).

              Videospiel gegen Angst und Stress

              Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die Versuchsreihe des RIT: Menschen, und dabei vor allem Jugendliche, sollen mit den Spielen Selbstkontrolle und Artikulation lernen. Dieser Therapie-Ansatz vereint Biofeedback, eine kognitive Verhaltenstherapie und Gesundheitserziehung in einer für Jugendliche ansprechenden Videogame-Umgebung. Die Jugendlichen können durch den scheinbaren Abstand, den sie zur virtuellen Figur haben, leichter Ängste und sich wiederholendes Verhalten erkennen und darüber lernen. Eigene Sensoren und Controller sorgen für mehr Realismus.

              Sugarman sieht die Neuigkeit darin, dass physiologische Gesundheit in einem Spiel direkt eingebunden wird. Das Spiel sei sehr anpassungsfähig und würde den Probanden Spaß machen. Ein Prototyp des Entwicklerteams um Sugarman soll schon diesen Herbst zu weiteren Einsätzen kommen, eine breitere Verwendung wird angepeilt…..”

            • Brick schrieb am 31. August 2011 at 17:33 - Permalink

              @ sternburg

              welche games jugendliche spielen, sagt glaube ich nichts darüber aus, wie ihre persönliche neigung zu gewalt ist.

              I second that

              Adachi testete Menschen anhand von Videospielen, unter anderem dem gewalttätigen “Conan” und dem kompetitiven “Fuel”, einem Autorennspiel[..]Im Laufe der weiteren Untersuchungen wurde dann festgestellt, dass jene, die die kompetitiven Spiele gespielt hatten, eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit von sadistischem, aggressivem Verhalten hatten:

              Muahaha. Das haben die von der Zeitung recht geschickt gemacht. Man muss schon genau lesen, um herauszufinden was das tatächliche Ergebnis war: Autorennspiele machen aggresiv. Das kann jeder, der in der letzten Kurve – wegen einem eigenen Fahrfehler – ein Rennen nicht gewonnen hat, bestätigen. Gott musste ich flatout oft mal ne Weile ruhen lassen, weil ich mir mal wieder selbst den Sieg gekostet hatte. Aber ich kann auch beim Fußball aggro werden (Werden ja manche nur vom Zuschauen). Ein Wettkampf heißt ja nicht umsonst so.

              Ich muss wohl ein gemeiner Sadist sein, da ich liebend gerne scharf esse und manche Freunde auch wenn ich versuche mild zu kochen gelegentlich überfordere.^^

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 17:43 - Permalink

              jupp…

              ich bin als beifahrer vor so 3 wochen aggressiv geworden. bin auch ausgestiegen, gebrüllt und gut ist. hehehehe

              immer wieder bemerkenswert, auf welchen gebieten , bestimmte leute versuchen, ins internet und allem was dazu gehört, dinge hinein zu interpretieren.

              oberflächlich und wenn sie ehrlich sind und nur mal etwas länger überlegen, werden sie das alles auch sonst wo finden.

              aber hauptsache das internet halt schuld.

              mich erinnert die diskussion um die bösen gamer in deutschland an die kindersex-geschichte um zensur urzula:
              ich mein, der kindersex findet in der offline welt statt. im internet wird kein kindersex produziert.

              ist eben bequemer, über bestimmte spiele zu lästern, als darüber, wie erziehung in manchen familie stattfindet oder was arbeitslosgkeit, das schließen von jugendzentren etc mit aggressionförderung bei jugendlichen zu tun hat?

              wenn jugendliche frust haben, dann bestimmt net von spielen!

      • Count Krey schrieb am 31. August 2011 at 13:54 - Permalink

        Nein ich nicht, liegt aber wohl daran, dass ich in der IT-Branche arbeite und sonst auch ein sehr Technik interessierter Mensch bin :)
        Wenn du deinen Computer allerdings nur für Posts beim SF nutzt, dann reicht es ja dicke aus, was du da hast ;)

        • OAlexander schrieb am 31. August 2011 at 15:03 - Permalink

          Dicke, und für vieles mehr. Dicke! Vielleicht habe ich auf dem Rechner auch noch einige andere “best of breed” Programme. Vielleicht habe ich auch einen Server ohne graphic interface overheads, und vieles mehr. Ich kenne mich schon ein wenig aus. Mein Motto ist, “speed is of the essence”.

    23. Edeldenker schrieb am 31. August 2011 at 13:06 - Permalink

      +1

      @ Dimebag

      Kleine Festplatte oder schwache CPU, wah?

    24. sternburg schrieb am 31. August 2011 at 13:07 - Permalink

      @ OAlexander

      Beim Facebook bin ich immer noch nicht dabei (wird wahrscheinlich bald Pflicht).

      ich halte facebook für überschätzt. meine freunde habe ich online über nen messenger, werbung brauche ich nicht, neuigkeiten im freundeskreis bekomme ich so mit. weil 90 % der freunde in meiner stadt wohnen. himm… keine ahnung was facebook mir zusätzlich bringen soll?

      da verpasst du nix alexander.

      • OAlexander schrieb am 31. August 2011 at 13:23 - Permalink

        @ sternburg

        Ich habe weit weniger als die “durchschnittlichen” 130 Freunde (Zahl gestern irgendwo im Fernsehen gehört) die der durchschnittliche Facebook User haben soll. Welchen meiner Freunde ich ständig Wasserstandmeldungen über meinen Stuhlgang abgeben, permanent einer Dia-Show meiner kürzlichsten Snapshots oder geistigen Ergüsse aussetzen sollte, erschließt sich mir nicht. Ich gebe zu, ich habe mal versucht eine Facebook Page aufzustellen, gab aber alsbald auf, weil sich mir der Sinn absolut nicht erschließen wollte. Diverse Leute hielten mich seither an, Photos ihrer Kinder, Haustiere, Spanienurlaubs oder sonst was auf deren Facebook Page anzusehen. Ich habe freundlich zugesagt und beließ es dabei.

        Ich habe auch einen Twitter Account. der noch verzweifelt nach irgendeinem Sinn ruft.

        Motto des Tages: “Facebook: they are on it – so get off it!”

        PS: Bedanke mich für die Bestätigung, dass ich da nix verpasse.

        • Brick schrieb am 31. August 2011 at 17:49 - Permalink

          Ich nutze facebook, denn ich habe Freunde in den USA und ich finde es schön von denen was zu hören. Ich habe aber noch nicht ein Bild hochgeladen. Da fehlt mir das Bedürfnis.
          Es ist ein wunderbares Mittel sich nicht aus den Augen zu verlieren.

          • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 18:08 - Permalink

            @ Brick

            ich glaube oalexander hat auch international gearbeitet (?). wusste ich noch nicht, als ich ihm geschrieben habe, das er nix verpasst, wenn er nicht bei fb ist.

            ich finde nur der hype sollte einen nicht unter druck setzen, da unbedingt mit machen zu müssen. kenn beim fussball einen typen, der hat nicht mal mit computer irgend was am hut und meinte eines tages, du sag mal wie geht das mit facebook?

            wir unterhalten uns und ich merke, dem gehts nur darum , ne olle klar zu machen. ich mein , viele haben da übersteigerte erwartungen speziell was fb betrifft.

            wenn das deine kommunikation mit freunden überall in der welt erleichtert. ist doch wunderbar. wenn oalexander denkt, er muss es unbedingt haben um-dazu-zu-gehören… himmm… brauch er doch gar nicht.

            ich war da. habe es mir angesehen. bringt mir nichts. außerdem hat fb das hässlichste interface von allen hehehe. aber ist egal.

            ps.: dem kollegen vom fußbal, hab ich auch bessere seiten zum mädels klarmachen genannt:))

    25. epikur schrieb am 31. August 2011 at 13:09 - Permalink

      Hannzi hat meiner Ansicht nach, schon ein paar wichtige Punkte angeschnitten, die übergangen worden sind. Stattdessen hat man sich hier auf den vermeintlichen Gegensatz Realität-Virtualität konzentriert, den ich so auch nicht sehe.

      Ich bin selbst leidenschaftlicher Gamer und stelle immer wieder fest, dass viele Spieler schon sehr empfindlich reagieren, wenn man sie ein wenig in Richtung Selbstreflektion und Selbstkritik schubsen möchte. ich würde PC-Spiele nicht per se verurteilen, da ich auch der Meinung bin, dass es viele Spiele gibt, die das eigene Wissen und den eigenen Horizont schon sehr erweitern können. Die Civilization-Reihe sagt z.B. eine Menge über Staatsführung und Politik aus. Die Monkey Island-Reihe ist sehr humorvoll und schräg. Witcher und Mass-Effect sind kinoreife Inszenierungen usw. usf.

      Dennoch sollte man auch noch andere Hobbys außer zocken haben. Viele lesen keine Bücher mehr, machen keinen Sport, bewegen sich kaum. Auch wird sich weniger mit Freunden real getroffen, stattdessen wird per icq gechattet oder per facebook geschrieben. Bleibt es wirklich folgenlos, wenn man täglich 6-8 stunden oder mehr nur vor dem Bildschirm hängt? Denkt ihr das wirklich?

      Die Spieler-Community tut gut daran, ein wenig ehrlicher zu sich selbst und ein wenig selbstkritischer zu sein. Denn die ewige Verherrlichungs- und Verharmlosungsstrategie (“früher waren es Horrorfilme, heute sind es PC-Spiele” usw.) der Gamer verleugnet doch auch gezielt die Realitäten des Alltags.

      Wer nur ab und zu zum Ausgleich zockt, noch andere Hobbys außer Spielen hat, Schule/Lohnarbeit gebacken kriegt, ein intaktes soziales Umfeld hat und auch kein Zittern bekommt, wenn er mal 3 Tage NICHT an den PC geht, der muss sich nicht angesprochen fühlen. Alle anderen sollten ehrlicher mit sich und ihrer Umwelt sein.

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:21 - Permalink

        Klar, aber das gilt doch für jedes Hobby.

      • FK schrieb am 31. August 2011 at 13:35 - Permalink

        Ist sicherlich alles richtig was du sagst, doch sinds nicht mehr als plattitüden. Natürlich ist das stundenlange verharren in einer position nicht grad gesundheitsfördernd, das gilt für spieler, bildschirmarbeiter, piloten, kassiererinnen und jeden anderen menschen der welt.
        Klar hält gelegentlicher sport fit, beugt krankheiten vor usw usf.

        Ob man jetzt speziell “Bücher lesen” als wichtig einstufen sollte wage ich zu bezweifeln, es geht wohl eher darum dass die leute überhaupt lesen, und ich denke das tun sie, grad die negativbeispiele facebook, messenger usw. fördern doch vor allem lese- und schreibkompetenzen, weit stärker als jemals zuvor in der menschheitsgeschichte.

        meine erfahrungen mit freundetreffen seit facebook ist, dass es eher mehr wurde, dass der bekanntenkreis sich stark erweitert hat, man trifft auf alte bekannte oder halt freunde-von-freunden und kommt sich in kommentaren oder diskussionen bei FB näher, trifft sich dann halt auch mal so explizit oder zufällig irgendwo.
        grad events organisieren wie zb mal nen abend lang eine bowlingbahn mieten oder regelmäßig mehrere badmintonplätze für jeden der lust hat ist facebook super.
        grad beispiel badminton wär in der vor-facebook zeit mega aufwendig geworden: die leute sehen immer wer alles zeit zum spielen hat und tragen ein ob sie können und wen sie mitnehehmen und schon kann man ein paar plätze für sonntag reservieren. allein die orga wär vor-fb in extremtelefonitis ausgeartet und unsere runde niemals so groß geworden hätten viele leute nicht ums-eck gesehen dass jemand den sie kennen in der badminton gruppe ist usw usf. da sind soziale netze einfach ungeschlagen: beim leute vernetzen. und deswegen investiert man da halt auch zeit rein, und das wirkt sich dann halt auf freundeskreis und allerlei aktivitäten aus die man so macht.
        ist es also gut oder nicht relativ viel zeit bei fb zu verbrningen? ich für meinen teil muss sagen, ohne fb hätt ich meine aktuelle freundin nie kennen gelernt, hätte nicht immer genügend partner für 2 stunden badminton sonntag abends, würd nicht immer up to date sein wo im sommer die coolsten brachlandparties der stadt stattfinden, wäre wohl kaum in so engem kontakt mit guten freunden die mittlerweile überall auf der welt verstreut sing und die ich hin und wieder besuche, und, und, und :)

        fazit des ganzen: es ist wie es schon immer war, nichts ist per-se schlecht, aber zuviel ist nie gut, auf die richtige mischung kommt es an, und diese ändert sich mit der zeit und den lebensumständen

        • epikur schrieb am 31. August 2011 at 15:12 - Permalink

          grad die negativbeispiele facebook, messenger usw. fördern doch vor allem lese- und schreibkompetenzen, weit stärker als jemals zuvor in der menschheitsgeschichte.

          Richtig. Die Chatsprache fördert das Denken und das Schreiben der heutigen Jugendlichen:

          Lol…rofl…afk…cu…hdl…omg….omfg…wtf…kp…stfu….grmpf…g…gg…ggg….

          Brecht, Goethe und Heine würden sich bei dieser sich alles verkürzenden Nicht-Sprache im Grabe umdrehen.

          • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 15:59 - Permalink

            @ epikur

            himm… ich glaub den satz meint fk ironisch.

          • FK schrieb am 31. August 2011 at 16:00 - Permalink

            nö, sie würden sie nutzen, schlicht weil sie nötig ist.

            in sachen wie lol, wtf oder diverse smilies drückt sich halt schriftlich das aus, was bei face-2-face kommunikation gesten und gesichtsausdrücke tun.
            sie beschreiben die grundstimmung des sprechers, setzten akzente, relativieren, intentionieren usw.
            in goethe und schillers zeiten war es nun mal nicht üblich stundenlange gespreäche von smalltalk bis zu erbittertsten beziehungskrisen schriftlich und in echtzeit abzuhalten.
            heutztage ist das allerdings der fall, deswegen sind emoticons, gewisse standardabkürzungen für floskeln oder konsequente kleinschreibung, usw schlicht eine emergente folge der schriftlichen echtzeitkommunikation.

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 16:19 - Permalink

              in sachen wie lol, wtf oder diverse smilies drückt sich halt schriftlich das aus, was bei face-2-face kommunikation gesten und gesichtsausdrücke tun.
              sie beschreiben die grundstimmung des sprechers, setzten akzente, relativieren, intentionieren usw.

              da haste recht.

              nur das mit dem größten alphabetisierungsprogramm in der menschheitsgeschichte, welches fb sowie diverse messengers ausgelöst hätten, war wohl ein schnellschuss:))

              die motivation fürs lesen und schreiben lernen, wird hoffentlich andere gründe haben, als ein fb profil erstellen zu können.

            • FK schrieb am 31. August 2011 at 16:28 - Permalink

              @sternburg:
              während wir zb in dtl eine anfängliche alphabetisierungsquote von >99% haben, gibt es nach schätzungen irgendwo zw 4 und 9mio funktionale analphabeten, also leute die lesen und schreiben schlichtweg wieder vergessen haben, weil sie es in arbeit und privat nicht brauchen.

              soo, und nun die frage, wie schaut die zukünftige entwicklung wohl aus wenn immer mehr leute ihre zeit bei fb & co vergeuden und jeder dabei sein will?

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 16:45 - Permalink

              während wir zb in dtl eine anfängliche alphabetisierungsquote von >99% haben, gibt es nach schätzungen irgendwo zw 4 und 9mio funktionale analphabeten, also leute die lesen und schreiben schlichtweg wieder vergessen haben, weil sie es in arbeit und privat nicht brauchen.

              na na na mein lieber jetzt kommst du ins schwimmen :)) die menschen, die in d. nicht lesen und schreiben können gibt es. das geht auch in die millionen. bis hier her haste recht.

              aaaaber… nie im leben sind das menschen, die mal lesen und schreiben konnten und zb durch arbeit, wo sie nichts mit lesen und schreiben zu tun haben, diese fähigkeiten vergessen haben. schlicht weg wie du schreibst.
              diese menschen konnte immer schon nicht lesen udn schreiben. gründe ? zb. die legastheniker.

              abgesehen vom arbeitsalltag, musste doch den fahrplan an der u bahn lesen können, die fernsehzeitung oder die anmeldung für das erstellen eines profils bei fb.

              himmm… kann man da aus der übung kommen? kann ein mensch in deutschland das lesen und schreiben verlernen/ vergessen ?

              aber wenn du da belege für hast. her damit. ich lernen gerne dazu.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 16:57 - Permalink

              Ich stimme FK voll zu. Die online-Kommunikation wird das Lesevermögen eher befeuern als behindern, und die Abkürzungen und Emoticons sind praktisch ausschließlich als Substitut für die Gesichtausdrücke und Emotionen, die im geschriebenen Text nicht sichtbar sind. In die Schriftsprache haben sie es keinesfalls geschafft, und manches geht in die Alltagssprache über – ich sage selbst häufiger mal “lol” oder “wtf”, aber so what?

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 17:18 - Permalink

              darum gehts ja nicht. die lobdudeldei zu facebook ist ja z.t. schon peinlich genug, wenn man das substrat betrachtet, aber das facebook angeblich die meisten menschen, in der gesamten menschheitsgeschichte dazu bewegt, endlich schreiben und lesen lernen zu wollen? ich bitte dich.

              sollen die doch so was als kampagne aufziehen. peinlicher gehst ja schon net mehr.

              oder ist das größenwahn, wegen dem bevorstehen börsengang von fb?

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 17:31 - Permalink

              @ Stefan Sasse

              wenn eltern ihre kinder in die schule schicken, dann ist ihre hauptmotivation, das der nachwuchs u.a. lesen und schreiben lernt, um später einen guten job zu bekommen.

              keiner der eltern hat das motiv, die kinder brauchen lesen und schreiben, damit sie mit 15 in lage sind, im internet chatten – und selbstständig einen facebook account erstellen zu können.

            • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 18:51 - Permalink

              Behauptet doch auch keiner.

            • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 20:31 - Permalink

              @ Stefan Sasse

              Behauptet doch auch keiner.

              schon mal gelesen um welches zitat es bei fk und epikur geht?

              grad die negativbeispiele facebook, messenger usw. fördern doch vor allem lese- und schreibkompetenzen, weit stärker als jemals zuvor in der menschheitsgeschichte.

      • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 13:40 - Permalink

        Ja, er hat wichtige Punkte angesprochen, aber derart platt und verallgemeinernd, dass man das kaum ernst nehmen kann. Das ist 90-er-Jahre-Stil. Da waren wir doch schon mal weiter. Oder? Das erinnert mich in der Plattheit nämlich an die vergangenen Debatten über Comics oder Techno. Ich persönlich hab’s einfach satt, dass sich ständig alles im Kreis dreht. Mit jeder neuen Generation die gleichen Kämpfe.

        Vielleicht hättest du Hannzi’s Part übernehmen sollen. Wer Mass Effect und Monkey Island mag, kann kein schlechter Mensch sein. (SCNR)

        PS.: Weil du gerade die “Empfindlichkeiten” ansprichst: Viele haben es einfach nur dermaßen satt, seit Jahren ständig die gleichen Allgemeinplätze und vagen Vermutungen zu hören – meist von Leuten, die sich mit der Materie nicht mal beschäftigen. (Regine Pfeiffer ist da absolutes Negativ-Beispiel)
        Das hat man sich Jahre lang widerspruchslos gefallen lassen (was ein großer Fehler war), nur mittlerweile ist einfach das Maß voll. Man hat Frontal21 z.B. per Video-Beweis damals widerlegt – und was passiert? Man wiederholt die Märchen und unterstellt, man hätte die Kritik nicht verstanden. Es gab Initiativen, Unterschriftensammlungen und Diskussionsrunden. Sogut wie alles wurde ignoriert. Stattdessen gelten Schünemann oder Spitzer immer noch als Experten. Auf die sanfte Tour scheint es all die Jahre nicht funktioniert zu haben. Dass die Kriegsszenen in Modern Warfare 1&2 z.B. kontrovers in der Szene diskutiert wurden, hat “da draußen” (RL ist was für Leute, die im Internet keine Freunde haben) auch keiner mitbekommen. Es passt anscheinend nicht in’s Cliché.

        • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 13:44 - Permalink

          Modern Warfare wäre nen eigenen Artikel wert^^

        • Hannzi schrieb am 31. August 2011 at 17:12 - Permalink

          Ich bin mitte 30 und habe bereits 30 Jahre! Konsolen und PC Zock Erfahrung. Damit überrunde ich viele Jungspunde, die mich kritisieren mit Sicherheit.
          Ich habe mich in der Virtualität mal mehr mal weniger verfangen und weiß wovon ich schreibe und tue es, weil es mir wichtig ist auf meine Erfahrungen und Eindrücke aus diesem Erfahrungsschatz hinzu weisen.

          Das Problem von dem ich schreibe ist: Um in einem Computerspiel surreale Erlebnisse zu haben, wie einen nicht vorhandenen Bach zu hören oder einen Wald zu riechen, wenn man virtuell unterwegs ist im Grünen, das kann man nur, wenn man etwas vermißt, wenn Erfahrungen bereits gelegt wurden, dann nimmt man die minimalistische Darstellung im Spiel als Billigabklatsch der Wirklichkeit wahr.
          Genau das verliert sich wenn die Virtualität den Takt angibt. Es führt zur verarmten Realität, wenn keine Wirklichkeit mehr erfahren wird und degeneriert den Menschen.
          Wie es im Film Surrogates angedeutet wurde, verliert sich der Mensch im weitläufigen Virtuellen mit heroisierten Projektionen seiner Selbst aber entfernt sich von seinem eigenen Körper und damit auch von seinem eigenen ICH und seinen Gefühlen, seiner eigenen Verletzlichkeit und Verletztheit und fürchtet die reale Welt mehr und mehr, vor allem weil er sie meidet und keine Erfahrungen mehr in ihr sammelt.

          Insofern gebe ich einigen Kritikern etwas Recht: Nichts neues. Gibts schon länger. Aber so massiv wie heute die Versuchung ist, sich in diese Welten zu begeben, die Breitenwirkung und Sogwirkung ist massiv erhöht durch die Reiz-Reaktions-Prinzipien der Spiele.
          __

          Die Konzerne kennen eure Psyche besser als Ihr selbst und nutzen alles was sie können Abhängigkeit und Zwänge einzurichten. Wo Milliarden Euro Profite locken, gibt es kein Pardon! Da wird Propaganda geschürt und notfalls User in den Ruin getrieben! Steht erstmal eine Infrastruktur/Distribution fürs Game, muss die Kasse klingeln. Wenn sie das nicht tut, rollen Köpfe und müssen Firmenwagen zurückgegeben werden. Diese Existenzbedrohnung für die Programmierer und deren Krawattenherren ist ein Damoklesschwert über den Konsumenten, die mit immer perfideren Mitteln zur Kasse gebeten werden. Man schaue sich die Offerten bei WOW heutzutage nur mal an oder den Micropaymentwahn bei Browsergames.

          Lasst euch nicht blenden! Das ganze GamingHypeGebaren ist kaum mehr als ein Geschäft und ein volkswirtschaftlicher SachSchaden und oft ein menschlicher Verlust.

          MFG

          • Brick schrieb am 31. August 2011 at 19:13 - Permalink

            Genau das verliert sich wenn die Virtualität den Takt angibt. Es führt zur verarmten Realität, wenn keine Wirklichkeit mehr erfahren wird und degeneriert den Menschen.

            Aber klar doch Computerspiele sind nicht teil des Lebens sondern irgendwo daneben. Unwirklich – so wie Bücher. Was soll die Unterscheidung? Das ist unser Leben, wir gestalten das wie wir wollen. Man sammelt neue Erfahrungen, lernt neue Leute kennen. Das ist das Leben. Degeneriert? Du bist ganz schön anmaßend (das wird den Rest beeinflussen).

            Lasst euch nicht blenden! Das ganze GamingHypeGebaren ist kaum mehr als ein Geschäft und ein volkswirtschaftlicher SachSchaden und oft ein menschlicher Verlust.

            Verstehst du was du da schreibst? Du sagst also volkswirtschaftlich gesehen sind Geschäfte ein Schaden? WoW stellt dem Spieler eine Dienstleistung in Aussicht für die er einen bestimmten Betrag entrichtet. Mit dem Geld des Spielers werden dann die Infrastruktur, Angestellte, neue Produkte und Anteilseigner bezahlt. Der Spieler kann dafür soviel Spielen wie er will über den Zeitraum, für den er bezahlt hat.

            Da wird Propaganda geschürt und notfalls User in den Ruin getrieben!

            Reden wir hier über Computerspiele oder dein Onlinecasino Problem?

            Die Konzerne kennen eure Psyche besser als Ihr selbst und nutzen alles was sie können Abhängigkeit und Zwänge einzurichten.

            WTF? Blizzard macht weniger Gewinn, wenn jemand 18 h am Tag spielt als 2 mal in der Woche. Macht dir dein Chip im Kopf Angst, weil der von EA da hingesteckt wurde um dich zu steuern?

            • Hannzi schrieb am 1. September 2011 at 15:21 - Permalink

              Verstehst du was du da schreibst?

              Verstehen Sie, was Sie lesen?

            • Bastl schrieb am 1. September 2011 at 16:54 - Permalink

              @Hannzi
              magst du auch noch auf seine Argumente eingehen oder bist du nur zum Fischhandel hier?

            • Hannzi schrieb am 2. September 2011 at 14:47 - Permalink

              Aber klar doch Computerspiele sind nicht teil des Lebens sondern irgendwo daneben. Unwirklich – so wie Bücher. Was soll die Unterscheidung?

              Laufen Sie in einem Spiel durch den Wald und laufen Sie in der Realität durch den Wald.

              Einmal ist ihr Finger und die Maus Bestandteil der Aktivität, das andere Mal ein Körper mit seiner gesamten Konzeption. Hinzu kommt die Sinnlichkeit, die kein Computerspiel bedient bzw. nur sehr beschränkt bedient. Hören, riechen, schmecken, die eigenen Reaktionen darauf, der gesamte Rahmenkontext eines realen Spaziergangs, das ist das was ein Computererlebniss nicht herstellen kann und daraus resultiert bei Kindern, die immer weniger reale Erfahrungen machen eine Degeneration. Das ist ja schon messbare Realität bei vielen Menschen.

              Das ist unser Leben, wir gestalten das wie wir wollen. Man sammelt neue Erfahrungen, lernt neue Leute kennen. Das ist das Leben.

              Jojo. Das können Sie ja tun, habe ich weder kritisiert noch verboten und gegen neue Erfahrungen habe ich nur dann etwas, wenn ein bischen nachdenken schon aufzeigen kann, das diese Erfahrungen keinen Nährwert haben.

              Degeneriert? Du bist ganz schön anmaßend (das wird den Rest beeinflussen).

              Das hat mit anmaßend überhaupt nichts zu tun. Jeder vergleich zwischen der körperlich-geistigen Leistungsfähigkeit eines Konsolen, TV und PC Zöglings mit jenen, die einen Medienfreien bzw. -armen Weg gingen, wird ein Defizit kognitiver und körperlicher Leistungen auf Seiten eines Medien-Zöglings aufzeigen.
              Das hat mit moralisierendem Gefasel überhaupt nichts zu tun.

              Verstehst du was du da schreibst?

              Verstehen Sie was sie da lesen?

              Du sagst also volkswirtschaftlich gesehen sind Geschäfte ein Schaden?

              Das kann sein. Wie das Tabakgeschäft und Alkoholgeschäft gibt es unter dem Strich einen Schaden in der Volkswirtschaft. Zumal man sehen muss, welche Firmen die Geschäfte machen und wohin das Kapital fließt. Volkswirtschaft ist nicht global sondern bezieht sich auf unsere deutsche Volkswirtschaft.

              WoW stellt dem Spieler eine Dienstleistung in Aussicht für die er einen bestimmten Betrag entrichtet. Mit dem Geld des Spielers werden dann die Infrastruktur, Angestellte, neue Produkte und Anteilseigner bezahlt. Der Spieler kann dafür soviel Spielen wie er will über den Zeitraum, für den er bezahlt hat.

              Ich habe einige Jahre WOW gespielt. Ich bin nicht Herr Dr. Pfeiffer, der aus Distanz und ohne konkrete Vorstellung an der Realität vorbeizieht.

              Da wird Propaganda geschürt und notfalls User in den Ruin getrieben!

              Reden wir hier über Computerspiele oder dein Onlinecasino Problem?

              Nicht entweder oder – Spielsucht und die neurobiologischen Grundlagen dafür, sind genau in den modernen Spielen verankert. Es ist Sinn und Zweck die Abhängigkeit vom Casino ins Kinderzimmer zu lenken, um Profit zu erwirtschaften. Darauf weise ich hin. Glauben Sie allen Ernstes das da ein besonders großer Unterschied existierte?
              Kosten sind nicht nur in Geld aufzuwiegen. Fragen Sie die Fachleute der Computerspielesucht wie stark die sozialen und emotionalen Kosten für Spielesucht sein können.

              Die Konzerne kennen eure Psyche besser als Ihr selbst und nutzen alles was sie können Abhängigkeit und Zwänge einzurichten.

              WTF? Blizzard macht weniger Gewinn, wenn jemand 18 h am Tag spielt als 2 mal in der Woche. Macht dir dein Chip im Kopf Angst, weil der von EA da hingesteckt wurde um dich zu steuern?

              Es ist kein Chip in deinem Kopf. Es sind aber Reiz-Reaktions-Muster angelegt, die mit regelmäßiger Dopamindusche bei Erfolgen belohnt werden. Glauben Sie nicht, das die Macher der Games das nicht wüßten. Und ja, die Macher von Games wollen steuern. Jede Werbung will manipulieren und steuern. Nämlich für welches Produkt wir unser Geld ausgeben. Dafür machen diese Konzerne! diese Spiele! Nicht weil sie nette Menschen sind oder sich um die Freizeit der Kunden sorgen machen und nette Erlebnisse / Geschichten vermitteln wollen.
              Spiele haben nicht einfach ein Suchtpotential, sie werden darauf ausgerichtet und angelegt eines zu befördern! Ansonsten würden die Macher einen schlechten Job machen.

              Anhand dieser Tatsache orientiert weise ich nur darauf hin, einfach etwas selbstkritischer zu sein.

              Zufrieden @Bastl?

            • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:37 - Permalink

              @Hannzi

              Ich bin mitte 30 und habe bereits 30 Jahre! Konsolen und PC Zock Erfahrung. Damit überrunde ich viele Jungspunde, die mich kritisieren mit Sicherheit.
              Ich habe mich in der Virtualität mal mehr mal weniger verfangen und weiß wovon ich schreibe und tue es, weil es mir wichtig ist auf meine Erfahrungen und Eindrücke aus diesem Erfahrungsschatz hinzu weisen.

              Das Problem von dem ich schreibe ist: Um in einem Computerspiel surreale Erlebnisse zu haben, wie einen nicht vorhandenen Bach zu hören oder einen Wald zu riechen, wenn man virtuell unterwegs ist im Grünen, das kann man nur, wenn man etwas vermißt, wenn Erfahrungen bereits gelegt wurden, dann nimmt man die minimalistische Darstellung im Spiel als Billigabklatsch der Wirklichkeit wahr.
              Genau das verliert sich wenn die Virtualität den Takt angibt. Es führt zur verarmten Realität, wenn keine Wirklichkeit mehr erfahren wird und degeneriert den Menschen.
              Wie es im Film Surrogates angedeutet wurde, verliert sich der Mensch im weitläufigen Virtuellen mit heroisierten Projektionen seiner Selbst aber entfernt sich von seinem eigenen Körper und damit auch von seinem eigenen ICH und seinen Gefühlen, seiner eigenen Verletzlichkeit und Verletztheit und fürchtet die reale Welt mehr und mehr, vor allem weil er sie meidet und keine Erfahrungen mehr in ihr sammelt.

              Insofern gebe ich einigen Kritikern etwas Recht: Nichts neues. Gibts schon länger. Aber so massiv wie heute die Versuchung ist, sich in diese Welten zu begeben, die Breitenwirkung und Sogwirkung ist massiv erhöht durch die Reiz-Reaktions-Prinzipien der Spiele.
              __

              Die Konzerne kennen eure Psyche besser als Ihr selbst und nutzen alles was sie können Abhängigkeit und Zwänge einzurichten. Wo Milliarden Euro Profite locken, gibt es kein Pardon! Da wird Propaganda geschürt und notfalls User in den Ruin getrieben! Steht erstmal eine Infrastruktur/Distribution fürs Game, muss die Kasse klingeln. Wenn sie das nicht tut, rollen Köpfe und müssen Firmenwagen zurückgegeben werden. Diese Existenzbedrohnung für die Programmierer und deren Krawattenherren ist ein Damoklesschwert über den Konsumenten, die mit immer perfideren Mitteln zur Kasse gebeten werden. Man schaue sich die Offerten bei WOW heutzutage nur mal an oder den Micropaymentwahn bei Browsergames.

              Lasst euch nicht blenden! Das ganze GamingHypeGebaren ist kaum mehr als ein Geschäft und ein volkswirtschaftlicher SachSchaden und oft ein menschlicher Verlust.

              MFG

              stimmt, Gamer vergeuden zeit, in der sie sich reich sparen könnten.

              Wie ein Hartz-4 Empfänger nur durch Verzicht und Sparsamkeit aus circa 365€ 670€ macht?

              Hannzi weiß es.

      • Hannzi schrieb am 2. September 2011 at 14:50 - Permalink

        Ich bin selbst leidenschaftlicher Gamer und stelle immer wieder fest, dass viele Spieler schon sehr empfindlich reagieren, wenn man sie ein wenig in Richtung Selbstreflektion und Selbstkritik schubsen möchte.

        Das Verhalten kennt man von Rauchern und anderen “Suchtmittel”-Nutzern :-)

        Klingt weit hergeholt, ist es aber nicht.

        MFG

        • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:25 - Permalink

          @Hannzi

          Such dir einen Job oder höre auf, anderen von einer vermeintlich höheren Position heraus, Tipps zu geben / bzw. sich über sie derogativ zu äußern.

          • Hannzi schrieb am 2. September 2011 at 17:24 - Permalink

            stimmt, Gamer vergeuden zeit, in der sie sich reich sparen könnten.

            Wie ein Hartz-4 Empfänger nur durch Verzicht und Sparsamkeit aus circa 365€ 670€ macht?

            Hannzi weiß es.

            Sind Sie Kaufsüchtig oder wieso jammen Sie, wenn jemand bewußten Konsum bzw. Sparsamkeit gerade jenen empfielt, die besonders davon profitieren könnten?

            Such dir einen Job oder höre auf, anderen von einer vermeintlich höheren Position heraus, Tipps zu geben / bzw. sich über sie derogativ zu äußern.

            Hören Sie auf, mir Vorschriften zu machen und mich zu beleidigen. Dann reden wir über das Thema und Ihr Verständnissdefizit meiner Ansichten bzw. Äußerungen.

            MFG

    26. Lennard schrieb am 31. August 2011 at 13:20 - Permalink

      Da hier schon einige male das Thema “Zensur” aufgetaucht ist: Fairerweise muss man auch erwähnen, dass vor allem in letzter Zeit Indizierungen von alten Filmen oder Spielen zurückgenommen werden. Doom1&2 oder “Total Recall”(Film) als jüngstes Beispiel.
      Einzig bei nationalsozialistischer Symbolik scheint man in D unnachgiebig zu sein.

      Und da Frank Schenk oben etwas von Importen schrieb: Zumindest bei Spielen wird das immer öfter verhindert. Jüngstes Beispiel war hier “Deus Ex: Human Revolution”. (davor “Modern Warfare 2″ )
      In England gekaufte Versionen sollten z.B. auch nur dort aktiviert werden können. Nach massiven Protesten ist der Publisher allerdings zurückgerudert (die massenhaften Stornierungen bei Amazon.UK waren wohl ein Warnzeichen).

    27. Determinist schrieb am 31. August 2011 at 13:28 - Permalink

      Ich warte noch auf eine Reportage über den “typischen” RTL-Glotzer; Bierbauch, Auto und Hirn tiefergelegt, Lockenwickler im Haar, die Kinder heißen KÄVIN und SCHACKELIEENE, faul und asi, Kettenraucher, Alki, Kampfhund, hört Dieter-Bohlen, Irokesenvokuhila und und und
      So kennt man sie ja!
      Vorurteile sind soo was feines :)

      Gell, RTL?

      Und ansonsten gilt: das GG
      (ihr wisst schon Würde, freie Entfaltung der Persönlichkeit und so Zeugs)

      • Brick schrieb am 31. August 2011 at 13:38 - Permalink

        Gibts schon nur in besser: http://www.youtube.com/watch?v=gR0ovnVO1Uo
        Direkter Angriff auf RTL
        edit. man muss aber dazu das Original kennen.

        • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 14:24 - Permalink

          @ Brick

          hehehehe schön scheinheilig.
          geiles video:))

      • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:26 - Permalink

        Ich warte noch auf eine Reportage über den “typischen” RTL-Glotzer; Bierbauch, Auto und Hirn tiefergelegt, Lockenwickler im Haar, die Kinder heißen KÄVIN und SCHACKELIEENE, faul und asi, Kettenraucher, Alki, Kampfhund, hört Dieter-Bohlen, Irokesenvokuhila und und und

        wenn unsere Unterschicht wenigstens Kampfhunde hätte….

    28. H.P Lolcraft schrieb am 31. August 2011 at 13:58 - Permalink

      Die Bundesrepublik ist ein Phänomen auf dem weltweiten Spielemarkt. Nirgendwo sonst wird so rigide zensiert wie hier

      Völlig überzogen.
      1. Es gibt in D keine staatliche Zensurstelle. Die Prüfung ist freiwillig. Man kann in D alles und zwar ungeschnitten veröffentlichen wenn man will. Macht nur kaum ein Publisher, weil finanziell unrentabel (keine Freigabe = automatisch indiziert=Werbeverbot).

      2. Insgesamt ist der Anteil geschnittener Spiele in Relation nicht der Rede wert. Ein paar, wirklich brutale, Ego Shooter, das wars. Selbst Gears of War 3 hat ungeschnitten eine 18er Freigabe bekommen.

      3. In Australien bspw. gibt es keine 18er Freigabe. Alles was dort nicht für 15 Jährige geeignet scheint, wird dort nicht veröffentlicht. (ändert sich demnächst, man übernimmt nämlich das deutsche System!)

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 14:05 - Permalink

        Zugegeben, Australien ist fast noch extremer. Aber das Problem ist eher die vorauseilende Zensur.

      • Lennard schrieb am 31. August 2011 at 15:08 - Permalink

        2. Insgesamt ist der Anteil geschnittener Spiele in Relation nicht der Rede wert.

        Das ist nicht wirklich korrekt. Beim Gewalt-Aspekt magst du teilweise recht haben. Du übersiehst aber die berühmten “verfassungsfeindlichen Symbole”. Selbst harmlose Strategie-Spiele wurden zensiert.

        Und was nutzt denn die “freiwillige Prüfung”, wenn Firmen die Spiele gar nicht erst veröffentlichen oder bewerben? Oder vorrauseilend selbst zensieren? Die Roboter-Soldaten mit Öl-Blut im ersten Command & Conquer schon vergessen? Oder die Zensur von SNES-Spielen in Europa?
        Selbst harmlose Dinge wie “Mass Effect 2″ tauchten nicht mal als Demo im deutschen PSN auf.

        Dass es bei uns nicht so arg wie in Australien ist, sehe ich als reines Glück an. *g*

        • H.P. Lolcraft schrieb am 31. August 2011 at 16:30 - Permalink

          Wie gesagt: Staatliche Zensur und Änderungen seitens des Herstellers sind halt zwei paar Schuhe

          ie Roboter-Soldaten mit Öl-Blut im ersten Command & Conquer schon vergessen?

          Nee aber die hat Westwood halt selbst eingebaut, nicht der deutsche Staat oder irgendeine deutsche Institution. Mit den SNES Spielen ist wiederum was völlig anderes. Nintendo America fuhr zur damaligen Zeit eine strikte family friendly Politik und auf diesen Versionen basierten auch die europäischen.

          Und was nutzt denn die “freiwillige Prüfung”, wenn Firmen die Spiele gar nicht erst veröffentlichen oder bewerben?

          Verstehe ich jetzt nicht ganz, aber mit Prüfung erreichst Du halt eine größtmögliche Kundenschicht. Deswegen zensieren die Hersteller sich selbst. Wirtschaftliche Überlegungen sind der Grund.

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 16:59 - Permalink

            Ist richtig, aber ich sehe vorauseilende Selbstzensur ja fast noch als schlimmer an.

            • Lennard schrieb am 1. September 2011 at 07:58 - Permalink

              Eben. Deswegen ist die “freiwillige Prüfung” in Deutschland auch kein gutes Argument gegen Zensur. Wenn Firmen oder Institutionen in vorauseilendem Gehorsam selbst zensieren, ist das auch eine Form von staatlicher Zensur. (siehe auch Zeitungen oder Fernsehen in D) Nur halt eine sehr heuchlerische.
              Und gerade bei Spielen (vor allem PC-Spiele) trifft das Argument der wirtschaftlichen Aspekte nicht (immer) zu. Spiele wie Gears of War oder Modern Warfare sind eher Spiele für die sogenannten Core-Gamer. Also eh keine Familien-Spiele.
              Da wurde zensiert (oder nicht veröffentlicht), um von vornherein eine Indizierung oder Beschlagnahmung zu vermeiden.

          • H.P. Lolcraft schrieb am 1. September 2011 at 14:56 - Permalink

            @Lennard (ich kann dir nicht direkt antworten, nervt, sollte der Spiegelfechter mal ändern):

            Eben. Deswegen ist die “freiwillige Prüfung” in Deutschland auch kein gutes Argument gegen Zensur. Wenn Firmen oder Institutionen in vorauseilendem Gehorsam selbst zensieren, ist das auch eine Form von staatlicher Zensur.

            Nein. Es ist ein meilenweiter Unterschied ob ein Publisher sein Spiel “editiert” um eine größere Käuferschicht zu erreichen oder ob jemand anderes Hand anlegt oder sagt “so nicht”. Du kannst in D jeden noch so kranken Scheiss veröffentlichen, Punkt. Manche DVD Labels sparen sich den Gang zur FSK z.B. komplett, auch wenn die Filme harmlos sind und ne Freigabe bekommen hätten. Oder guck dir die ganzen Pornos an, keiner von denen würde eine FSK Freigabe bekommen, Du kannst sie trotzdem in jeder Videothek erwerben. Von rigeroser oder gar staatlicher Zensur kann also keine Rede sein.

            Und gerade bei Spielen (vor allem PC-Spiele) trifft das Argument der wirtschaftlichen Aspekte nicht (immer) zu. Spiele wie Gears of War oder Modern Warfare sind eher Spiele für die sogenannten Core-Gamer. Also eh keine Familien-Spiele.
            Da wurde zensiert (oder nicht veröffentlicht), um von vornherein eine Indizierung oder Beschlagnahmung zu vermeiden.

            Gerade hier trifft das Argument der Wirtschaftlichkeit zu. Eine Indizierung ist ein Scheiss. Die hat keinerlei rechtliche Konsequenzen für den Publisher. Das Spiel darf lediglich nicht mehr öffentlich beworben werden. Microsoft hätte Gears ungekürzt und ungeprüft in D herausbringen können, ein Volljähriger Zocker hätte es in jeder Videothek ausleihen oder im Elektromarkt direkt an der Kasse kaufen können. Microsoft war das nicht rentabel genug, denn gerade Gears ist kein Nischenprodukt, sondern neben Halo eine der Hausmarken.

            • Lennard schrieb am 1. September 2011 at 16:03 - Permalink

              Microsoft war das nicht rentabel genug, denn gerade Gears ist kein Nischenprodukt, sondern neben Halo eine der Hausmarken.

              Der Grund ist/war halt klassische Selbstzensur. Die USK verweigerte damals eine Alterseinstufung nach §14 JuSchG. Microsoft hatte damals (und hat glaub ich noch heute?) die Selbstverpflichtung, keine Spiele ohne Alterskennzeichnung zu veröffentlichen.
              Sony geht ähnlich vor. (in Deutschland noch rigoroser – siehe deutsches PSN)
              Die englische Version wurde Anfang 2007 indiziert.
              Währe es nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten gegangen, hätte MS trotzdem veröffentlicht. Hatte ja auch schon PEGI18 im Rest Europas. Und Indizierung ist bei Core-Gamern nunmal eher ein “Qualitätsmerkmal”. Siehe Doom1 oder Duke3D. Gears Of War hätte sich auch in Deutschland trotz “Nur Für Erwachsene” (oder Indizierung) verkauft wie geschnitten-Brot. Modern Warfare 2 war ebenso ein Spiel für Erwachsene und ein kommerzieller Erfolg.
              Wie gesagt, das Argument der Zensur aus Wirtschaftlichkeit zieht (für mich) irgendwie nicht.

              Und ich halte Selbstzensur immer noch für staatlich gelenkt und für genauso schlimm, wenn nicht schlimmer. Wohl gemerkt – es geht um Zensur bei Produkten für Erwachsene, nicht um Jugendschutz. Dass Gears Of War oder GTA4 eigentlich nicht in Kinderhände gehören, ist klar.

              PS.: Das mit dem Kommentieren wird Jens nicht ändern. Wenn du ‘nen WordPress-Profi mit Vorschlägen kennst – schick ihn zu ihm. Er selbst hat wohl nicht das große IT-Team hinter sich stehen. Außerhalb eines Forums hab ich auch keine Ideen, wie man das vernünftig lösen könnte.

            • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:28 - Permalink

              Dass Gears Of War oder GTA4 eigentlich nicht in Kinderhände gehören, ist klar.

              weil was sonst?
              Ein 16 jähriger GTA-Spieler an der Kreuzung eine Person aus deren Auto schleift und damit ein paar Runden dreht?

    29. Ko-Mike schrieb am 31. August 2011 at 14:08 - Permalink

      beispielsweise indem ein Barcodescanner eine Art interne Fortschrittsanzeige erhält, die das Durchführen einer Inventur gleich viel spannender gestaltet

      Na wenn das ausreicht, brauchen wir ja keine Mindestlöhne. Brauchen wir überhaupt noch Löhne? Wer weiß… O.o

      Staubsauger und Geschirrspüler, die bei der Benutzung Punkte verteilen, wären eine Motivationsspritze der ganz anderen Art für den Nachwuchs, sich an den Haushaltsarbeiten zu beteiligen.

      … Stöckchen holen und auf Gummiknochen kauen sind auch interessant. Findest du nicht auch?

      Und die psychologischen Studien zeigen, dass bereits solch primitven Systeme funktionieren. Der Mensch funktioniert so.

      Man soll nicht von aus Zahlenspielen abgeleiteten Perversionen auf den Mensch schließen.

      Wie wär’s mit nem Spaziergang, Sasse? Wuff, wuff, wuff….

      • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:30 - Permalink

        Wie wär’s mit nem Spaziergang, Sasse? Wuff, wuff, wuff….

        Ko-mike ist empört über den Artikel Stefan Sasses, da er ein Gamer ist.

    30. sternburg schrieb am 31. August 2011 at 14:09 - Permalink

      himmm… über was lachen denn gamer so ?

      himm… wie heißt das hier ?

      “…50 Merkmale für zuviel CounterStrike…”

      ooh ja.. alle 50 werd ich jetzt hier rein kopieren. hehehehe

      “…..1. Man verlässt die Wohnung nur durch den Lüftungsschacht.

      2. Man betritt seine Wohnung nicht bevor man eine Flashbang durch
      die Tür geschmissen hat.

      3. Bei jedem “klicken” das man hört, springt man in Deckung…..da könnte ja ein Sniper sein.

      4. Jeder der auf öffentlichen Toiletten länger als 1 Minute braucht wird sofort wüst als CAMPER beschimpft.

      5. In Unis zupft & zerrt man an den Profs rum und brabbelt was von Rescue Point & Kohle, bis die Profs verwirrt gegen Wände laufen.

      6. Nach dem aufwachen, versuchst Du zwanghaft Waffen zu kaufen.

      7. Man stirbt etwa 20mal am Tag
      8. Man redet in der Arbeit bzw. Schule nur über Waffen.

      9. Wenn Du morgens das Haus verlässt, startest Du mit den Worten “GO GO GO”.

      10. Jedesmal wenn Du Deinem Chef begegnest, rutscht Dir ein “Enemy Spotted” raus.

      11. Wenn man es eilig hat, rennt man nur noch mit nem Messer durch

      die Gegend.

      12. Beim Zocken übers Internet ruft man automatisch “Hammer, kick

      mal einen!”, wenns schon voll ist.

      13. Wenn man die Zigarettenkippe wegschmeißt, ruft man automatisch “fire in the hole!”

      14. Wenn du auf, unter oder hinter der Bushaltestelle wartest !
      15. Wenn du in der Fußgängerzone wie ein Kängeruh vorwärts springst !

      16. Wenn du mit Kugelsichern Weste und Helm zur Schule gehst !

      17. Wenn du ständig versuchst überall irgendwelche Geiseln zu befreien die keine sind !

      18. Wenn du bei Aldi vergeblich hinter den Regalen vergeblich das MG-Geschütz suchst !

      19. Wenn du beim “Roten Kreuz” Bomben legst !

      20. Wenn du nach jedem geschriebenen Satz die Patrone im Füller leerst und eine neue ein legst.

      21. Man schreit auf dem Fussballplatz vor jeden Angriff Stick Togheter, team und dann GOGOGO!

      22. Bevor man um die Ecke geht schreit man Storm the Front!

      23. Man will sich die Beine verbinden, aber man ist ja in CS und nicht in Actionquake!

      24. Man regt sich auf, dass man sein Crosshair gar nicht sieht…

      25. Man springt 5 Meter tief, weil es zu lange dauert zu laufen und man meint dass man den Tag auch mit 40 Health überlebt.

      26. Man steht im Supermarkt sieht einen Einkaufswagen und sucht verzweifelt nach dem Schalter um ins Weapon buy Menu zu kommen.

      27. Man schießt durch jede Tür bevor man durchgeht.

      28. Die Mutter sagt man soll lüften, man die Scheibe wegballert und sich wundert, dass Scherben liegen bleiben.

      29. Man sich wundert dass die Scheiben am nächsten Tag immer noch da liegen.

      30. Wenn man morgens aus dem Koma von seinem immer lauter und schneller pipenden Wecker gerissen wird, und dann aus dem Bett springt, verzweifelt nach einem Defusion Pack sucht, aber keines findet (bzw. kaufen kann). Und man dann dank 5.0 aber den Wecker aber einfach die Batterien rausnehmen kann… oder ganz schnell wegläuft!

      31. Man trägt auch beim Schwimmen eine Sturmhaube.

      32. Man sprüht seine Logos in jede Kanalisation.

      33. Wenn man jemanden mit `ner Taschenlampe sieht, schreit man sofort: “Mach das verdammte Flashlight aus! Die sehen uns nachher noch…”.

      34. Man fragt seinen Arzt ständig, ob er einen auf BETA 5.2 updaten kann.

      35. sobald man Leute in schnee-tarn hose sieht möchte man doppel rechts click machen und abdrücken!! (ob ihr es glaubt oder nicht Leute, das ist mir vorgestern wirklich passiert!!!!!

      IRRE WAS?)

      36. Man erschreckt sich zu Tode wenn ein Kanal-Arbeiter aus dem, Gullideckel gekrochen kommt.

      37. Sobald etwas knallt dreht man sich um und guckt wer der Kumpels tot umfällt!

      38. Man macht beim pissen nicht die Klo-Brille hoch, da man
      denkt: “Alles über 9mm schießt durch!!!”

      39. Man rennt in der Wohnung gegen alle Türen, weil man dachte, dass sie automatisch aufgehen.

      40. Man kann nicht mehr gemütlich rauchen, da man nur 5 Minuten Zeit hat.
      41. Man fällt vom Wolkenkratzer, weil man dachte, dass man spectator ist.

      42. Man geht nur noch in Gruppen über 4 Personen auf die Straße, da man ständig Angst hat, ein Sniper könnte irgendwo hocken.

      43. Man verliert in der Schule beim Sprintwettkampf und ärgert sich dass man selbst in Cs und nicht in Q3 ist.

      44. Man sich wundert, dass der Vorschlag an der Uni die Professoren durch die Models nackter Frauen zu ersetzen nicht angenommen wurde.

      46. Man sich eine Tafel über den Kopf hält darauf schreibt, bind schnippenlinks pistol, oder Name Arnold S. man weder ne Waffe in der Hand hält, wenn man mit der linken Hand schnippt noch man tatsächlich Arni heißt.

      47. Man seine Lehrer anbrüllt dass die nicht immer campen sollen, sondern auch mal rauskommen sollen.

      48. Man versucht vergeblich die deutsche Version des Englischlehrers zu kriegen oder zumindest den Befehl für die Lautstärke!

      49. In der Schule hält man seinem Bank-Nachbarn ne Desert-Eagle an den Kopp und hofft das Friendly-Fire aus ist…

      50. Man sieht einen halbtoten Penner auf der Strasse liegen, guckt ihn durchdringend an und wartet vergeblich auf die Lebenspunkte Anzeige

      Man fühlt sich schon den ganzen Tag unwohl weil man am morgen vergessen hat Armor+Helmet zu kaufen

      Man kommt sich beim Fußball – Vereinsspiel komisch vor einfach nur den Ball zu schießen, und regt sich über die scheiß Map auf .
      Man wird Linkshänder….”

      • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 14:10 - Permalink

        Jo, kenne ich noch *Nostalgie anwerf* Wirklich lustig war der Text aber damals schon nicht ^^

        • sternburg schrieb am 31. August 2011 at 16:06 - Permalink

          ja nech. find ick och.

          ist grundsätzlich das problem bei witzen über einen selbst

          • Stefan Sasse schrieb am 31. August 2011 at 17:00 - Permalink

            Nö, es gibt sicher auch gute Witze. Aber das Problem ist dass vieles von dem Zeug einfach völlig abwegig ist, zu abwegig um noch witzig zu sein. Und ich hab CS seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr gespielt, deswegen sehe ich mich da nur sehr bedingt betroffen ;)

    31. t.h.wolff schrieb am 31. August 2011 at 14:42 - Permalink

      Wer Return to Castle Wolfenstein nicht gespielt hat, ist im gesellschaftlichen Diskurs doch überhaupt nicht mehr satisfaktionsfähig. Wenn Uschi von der Leyen wirklich Kanzlerin werden will (was sich ja andeutet), dann sollte sie das zuvor nachholen. Am besten im Rahmen einer christdemokratischen Parteitags-LAN-Party.

    32. Juliane schrieb am 31. August 2011 at 14:51 - Permalink

      Sympathisch, dass ca. 11 500 Beschwerden diesbezüglich eingegangen sind.

    33. JayAr schrieb am 31. August 2011 at 22:46 - Permalink

      Der durchschnittliche Videospieler ist 31?? Das ist ja erschreckend!

      • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:31 - Permalink

        ne, es ist beruhigend.

    34. Sukram71 schrieb am 2. September 2011 at 10:33 - Permalink

      Killerspiele sind Landminen für die Seele!

      5-, 15- und 25jährige sitzen heute Stunden, Tage und
      Nächte vor Computern und Spielekonsolen. In „Spielen“
      wie „Counter-Strike“, „Doom 3“, „Call of Duty“, „Halo 3“,
      “Crysis”, “Grand Theft Auto IV“ u.a. üben sie systematisches
      und exzessives Töten mit Waffen vom Maschinengewehr
      bis zur Kettensäge. Sie demütigen, foltern, verstümmeln,
      zerstückeln, erschießen und zersägen Menschen
      an ihren Bildschirmen. …

      … Die US-Armee
      setzt Computerspiele zur Anwerbung von Soldaten ein
      (z.B. http://www.americasarmy.com). Games-Konzerne dienen
      somit als Teil des militärisch-industriell-medialen Komplexes
      dazu, mit „Spielen“ die künftigen Soldaten heranzuziehen.
      Das Alltagsleben wird vom Krieg durchdrungen um Akzeptanz
      für die derzeitigen und künftigen Kriege zu schaffen.

      … Wissenschaftler, die dies leugnen, machen sich zu Komplizen
      und sind Profiteure des militärisch-industriellmedialen
      Komplexes, denn deren Institute erhalten umfangreiche
      finanzielle Unterstützung der Games-Industrie.

      • Bonsaibäumchen schrieb am 2. September 2011 at 11:50 - Permalink

        Was für ein blödsinn.
        Ich spiele seit meiner Kindheit (5) Videospiele ( Commodore/Amiga/Atari ) und habe auch spiele gespielt die nur “gewaltverherrlichend” sind (bsp. Postal). Und trotzdem bin ich ein absolut harmloser Mensch. Ich verabscheue reelle Gewalt. Und da ist es egal ob es Mensch gegen Mensch oder Mensch gegen Tier ist.

        • Sukram71 schrieb am 2. September 2011 at 12:08 - Permalink

          Guck dir die Unterzeichnerliste an.
          Alles Doktoren und Professoren, die es besser wissen als du. ^^

          • schwitzig schrieb am 2. September 2011 at 13:40 - Permalink

            Ja, das sind genau solche Vollidioten-”Doktoren und Professoren” wie die, die mir in meiner Jugend immer erzählt haben, dass Heavy Metal musik aggressiv macht. Sie blamieren sich allerdings echt professionell. Seit Jahrzehnten.

            • tronde schrieb am 2. September 2011 at 15:32 - Permalink

              Ja, das sind genau solche Vollidioten-”Doktoren und Professoren” wie die, die mir in meiner Jugend immer erzählt haben, dass Heavy Metal musik aggressiv macht. Sie blamieren sich allerdings echt professionell. Seit Jahrzehnten.

              Du bist hier einer der aggressivsten User. So unrecht scheinen die Vollidioten-”Doktoren und Professoren” nicht gehabt zu haben.

            • schwitzig schrieb am 2. September 2011 at 17:21 - Permalink

              @tronde
              Selten etwas dämlicheres gelesen.

            • tronde schrieb am 3. September 2011 at 00:11 - Permalink

              @schwitzig

              Selten etwas dämlicheres gelesen.

              Du bist hier einer der aggressivsten User. So unrecht scheinen die Vollidioten-”Doktoren und Professoren” nicht gehabt zu haben.

              q.e.d.

            • schwitzig schrieb am 3. September 2011 at 08:07 - Permalink

              @tronde

              Haben wir hier jemanden, der nicht zwischen verbalem Dominanzverhalten und tatsächlicher Aggression unterscheiden kann? :-) Das ist ja genau das Problem, das unterstützt, dass einfache Denkweisen komplexe Ergeignisse erklären sollen – nehmen wir z.B. einen Computerspiel-”Amokläufer”:

              http://www.schwittay-networks.de/zensur/

            • tronde schrieb am 3. September 2011 at 09:12 - Permalink

              @schwitzig

              Du bezeichnest deinen Diskussionsstil als verbales Dominanzverhalten?
              :-)

        • Hannzi schrieb am 2. September 2011 at 17:58 - Permalink

          Es sind auch weniger diejenigen, für einen massiven Einfluss gefährdet, die sowieso mit realer Gewalt nicht viel am Hut haben, sondern diejenigen, die sich sowieso mit Gewalt identifizieren und durch diese Spiele darin bestärkt werden bzw. enthemmt werden können.

          Es ist auch nicht so zu verstehen, das jeder, der 100 Stunden Gewaltgames hatte, gleich auch gewalttätig würde. Genausowenig wie ein paar Gewaltfilme dazu führen.
          Der Punkt ist, das eine Desensibilisierung je nach dem bis hin zu einer feinen Traumatisierung einsetzen kann. Zudem findet unter Umständen eine lustorientierte Verknüpfung mit Gewaltdarstellungen statt, die andauernd ist. Also Sadismus kann befördert werden.
          Dabei ist die Desensibilisierung erst einmal eine nach dem Konsum für einen Zeitraum anhaltende und nachweisbare Folge. Hinzu kommt der allgemeine Gewöhnungseffekt.
          Die Traumatisierung durch den Konsum von Gewaltdarstellung ist eine zumeist bei Kindern zu erwartende Sache, die bisher unbelastet sind und legt die Grundlage für eine fortschreitende Desensibilisierung, schon als Schutzmechanismus gegen den Streß durch die Traumatisierungen, die anhalten solange das Leiden durch eine Darstellung direkt greifbar aktiv ist. Kinder heulen und faseln dann von dem gesehenen, gelegentlich noch ohne zwischen Fiktion und Realität unterscheiden zu können (das kann das Gehirn im ersten Moment auch bei Erwachsenen nicht, die Gewalt wirkt also immerfort desensibilisierend!). Es folgen häufig Alpträume und andauernde Beschäftigung mit den “erlebten” Eindrücken von Gewaltdarstellungen (im Falle der Kinder) bis dann irgendwann diese feinfühligen Mechanismen überlastet sind und durch Verdrängung nicht mehr relevant sind.

          Das Leidenspotential der Gewaltdarstellung ist auch im folgenden Beispiel nachvollziehbar: Jeder, der damit prahlt wie “harte” Sachen er anschauen kann, zeigt anderen vor allem damit, das er extrem Leidensfähig ist, also viel aushalten kann. Genau an dieser Stelle trifft sich die mediale Gewaltdarstellung dann mit anderen Konzepten unserer kulturellen Verrohung und Desensibilisierung und dem Stärke- und Leistungsmythos unserer Gesellschaft.
          Dabei geht aber der Mensch und seine Empfindsamkeit verloren. Das Bedauerliche bleibt, das alle Menschen sensible Geschöpfe sind, aber gerade durch verschiedene fehlgeleitete Sozialisierungsprogramme und Einflüsse in unserer Gesellschaft (und den meisten anderen natürlich auch), verrohen.

          MFG

        • Kritiker schrieb am 3. September 2011 at 20:13 - Permalink

          Menschen, die behaupten bei so expliziten Gewaltdarstellungen wie in Postel immer noch der selbe Mensch zu sein, belügen sich selbst.

          • Hannzi schrieb am 5. September 2011 at 13:10 - Permalink

            Ja, Sie haben einen Wichtigen Punkt gebracht. Nur diese Lügner sind wie alle Lügner nicht bereit die Tatsachen und die Wahrheit gelten zu lassen. Überzeugungsarbeit ist sehr schwer.

            An dem http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?print=1&textid=1384 Text und vor allem den Unterzeichnern der Petition wird überdeutlich, das Wahrheit selbst bei höchstem Gewicht durch Fachleute nichts bedeutet.
            Nun verkaufen sich diese Fachleute mit ihrer fremdlichen Art häufig sehr schlecht und sind nun was Gaming angeht wirklich inkompetent, das ändert aber eben nichts daran, das sie das richtige meinen es aber sehr oft schlecht auszudrücken und vor allem den üblichen gesellschaftlichen Heucheleien unterliegen

            Z.B.: Gewaltspiele für meine Kinder nicht! Gleichzeitig aber wird eine militaristische Gesellschaft hingenommen und mit dem Militär an Uni und Instituten zusammengearbeitet – hängt doch die eigene wirtschaftliche Existenz daran! Oder: Spitzer, der die Leistungseinbrüche durch Medieneinflüsse der folgenden Generation beklagt und mit dem Leistungsoptimum anderer Kulturen droht! (O-Ton Spitzer: Wenn das in D so weitergeht, dann können wir hier bald die T-Shirts für China nähen!
            So machen sich Autoritäten natürlich lächerlich. Denn wenn sie selbst für eine Überzeugung etwas aufgeben müssen, wird herumgedruckst und vom Ernst des Lebens geredet, bei Kindern wird mit anderem Maß gemessen.

            So gesehen entdeckt man dann im Verhalten der nachfolgenden Generation nur dieselbe Heuchelei in der verlogenen Verteidigung der hier angesprochenen “Spiele”.

            MFG

            • Lennard schrieb am 5. September 2011 at 14:06 - Permalink

              Du darfst gern auch weiterhin deine Zwangsneurosen auf andere projizieren. Das macht eure unwissenschaftliche Propaganda aber nicht ein Stück wahrer.
              Angesichts von Spielen wie “Portal”, “Day Of The Tentacle”, “Limbo”, “MineCraft”, “EVE Online” u.a., kann man über euren Kreuzzug fast nur schmunzeln.
              Dieses Pamphlet vom GWG eV. wurde schon an anderer Stelle auseinandergenommen.
              Die GWG-ler wissen nicht wovon sie da überhaupt schwafeln. Da wird in “World Of Warcraft” auch schon mal “systematisches und exzessives Töten mit Waffen vom Maschinengewehr bis zur Kettensäge” aufgeführt. Oder es werden “über 3500 empirische Untersuchungen” erwähnt, ohne dass auch nur der geringste Hinweis auf eine einzige(!) ernstzunehmende Quelle gebracht wird.

              Aber schön, dass für euch alldiejenigen “Spezialisten” und “Fachleute” sind, die nur eurer “Argumentation” folgen. Das Märchen, dass “Killerspiele” vom Militär zur Desensibilisierung benutzt werden, wurde schon hinreichend widerlegt – u.a. vom Militär selber. Aber das ficht euch ja auf eurem Kreuzzug nicht an. Das erinnert frappant an die 9/11-Mythologen. Da wird auch alles konstruiert, was den eigenen Ideologien dient.

              Und auch für dich nochmal (wahrscheinlich vergebliche Liebesmüh):
              http://stigma-videospiele.de
              Lies vor allem mal den Abschnitt über das Militär.

              *perlen vor die säue*

            • Hannzi schrieb am 5. September 2011 at 15:24 - Permalink

              Du darfst gern auch weiterhin deine Zwangsneurosen auf andere projizieren. Das macht eure unwissenschaftliche Propaganda aber nicht ein Stück wahrer.

              Was Ihnen nicht gefällt, ist also automatisch eine Zwangsneurose, unwissenschaftlich und Propaganda?

              Angesichts von Spielen wie “Portal”, “Day Of The Tentacle”, “Limbo”, “MineCraft”, “EVE Online” u.a., kann man über euren Kreuzzug fast nur schmunzeln.

              Von harmlosen Spielen spricht keiner im Zusammenhang mit den Gefahren der Gewalt. Vielleicht projizieren Sie Ihren “Kreuzzug” gegen eine faire Diskussion und sachliche Analyse der Risiken und Probleme der Spielkultur auf Meinungsgegner?

              Dieses Pamphlet vom GWG eV. wurde schon an anderer Stelle auseinandergenommen.

              Von Schülern und Spiel”profis”? Spielsüchtigen WOW-Freaks? Nur weil jemand Ihre Ansicht vertritt hat er in einer Diskussion nicht automatisch die Wahrheit gepachtet. GWG e.V. macht auf einige der Probleme aufmerksam. Kritik an der Art der Petitionsrichtung habe ich schon geäußert. Darüber wie manche Dinge gesagt werden kann man reden. Darüber welche Methoden gewählt werden kann man reden.
              Wie groß die Gefahren sind z.b. bei der Gewaltförderung durch Spiele, Militarisierung der Gesellschaft, Dehumanisierung, Zerstörung von Mitgefühl und ähnlichen Positionen, darüber kann man reden. Das diese Gefahren existieren, darüber müssen wir nicht mehr reden.
              Ich würde diese Diskussion wie in meiner Kritik allerdings auf eine gesamtgesellschaftliche Kritik aufbauen und nicht einfach auf den Bereich der Computerspiele. Meiner Meinung nach sind viele Kritiker der Spielekultur nämlich selbst keinen Deut besser als die Spieler. Den Kritikern fallen die negativen Aspekte der Spielekultur m.E. nur deshalb so deutlich ins Auge, weil sie zumeist nicht in dieser sozialen Gruppe aktiv sind und sie ausschließlich als Beobachter wahr nehmen. Dadurch findet keine Verfremdung oder Entschuldigung bzw. Verharmlosung der Zusammenhänge statt, wie Sie das praktizieren.
              Nichts desto Trotz stehen die Beweise für die Wirkung von zuviel Zocken, zuviel Gewaltkonsum, zuviel sitzende Tätigkeit, maßlose Onlinekultur, Verlust realer Gesellschaftsbasis etc.
              Das leugnen nur Idioten, die keinerlei Bezüge zu den Sozialen, Psychologischen und Neurologischen Zusammenhängen haben oder einfach die Wirklichkeit nicht akzeptieren wollen, wie es bei vielen Spielern zu beobachten ist. Ein Raucher läßt sich nicht seine Kippe wegnehmen und reagiert auf Kritik nicht selten äußerst irrational. Bei Spielern beobachtet man dasselbe Verhalten. Genau das zeigt, wo das Problem liegt.

              Die GWG-ler wissen nicht wovon sie da überhaupt schwafeln. Da wird in “World Of Warcraft” auch schon mal “systematisches und exzessives Töten mit Waffen vom Maschinengewehr bis zur Kettensäge” aufgeführt. Oder es werden “über 3500 empirische Untersuchungen” erwähnt, ohne dass auch nur der geringste Hinweis auf eine einzige(!) ernstzunehmende Quelle gebracht wird.

              Über die häufig radikale Inkompetenz der Kritiker brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Da gebe ich Ihnen Recht. Sie sollten nur nicht der Wahrnehmungsverzerrung unterliegen, das alle Kritiker so einen Unsinn faseln, nur weil einige wenige aber medial präsente Professur-Geschädigte das praktizieren und so wenig Einfühlungsvermögen in die Sache an sich besitzen.

              Aber schön, dass für euch alldiejenigen “Spezialisten” und “Fachleute” sind, die nur eurer “Argumentation” folgen. Das Märchen, dass “Killerspiele” vom Militär zur Desensibilisierung benutzt werden, wurde schon hinreichend widerlegt – u.a. vom Militär selber. Aber das ficht euch ja auf eurem Kreuzzug nicht an. Das erinnert frappant an die 9/11-Mythologen. Da wird auch alles konstruiert, was den eigenen Ideologien dient.

              Inwieweit das Militär solche Spiele zur Desensibilisierung nutzt weiß ich nicht. Ich halte das auch für Mumpitz. Es dürfte andere Konzepte geben, für die sich virtuelle Welten nutzen lassen. Z.B. werden Menschen, die seit ihrer Kindheit auf Targetmonitoren Machtgefühl, Präzision geübt haben bei einer vergleichbaren Nutzung innerhalb des militärischen Alltags z.B. der Steuerung einer elektrisch gesteuerten Waffe aus einem Helikopter über einen Bildschirm automatisch an die im Gehirn gespeicherten Fähigkeiten andocken.
              Inwieweit natürlich Spieler überhaupt zum Militärdienst bereit sind, ist ein anderer Punkt. Das moderne Waffensysteme heute ebenso über einen Bildschirm ablaufen wie es bei Computerspielen der Fall sein kann, das ist nicht von der Hand zu weisen.
              Man muss schon differenzieren. Aber eines steht fest: Spiele die eine entwürdigende und rücksichtslose Gewaltdarstellung zeigen sind grundsätzlich gegen das Grundgesetz und müssten tatsächlich verboten werden, weil sie die Würde des Menschen verletzen. Genauso wie einige Kassenschlager im Kino bis zu mancher Talkshow / scriptet Reality Show im TV über einiges an “Privat”filmen, die einst nur unter der Ladentheke gehandelt worden sein dürften.

              Wir sehen das es ein weites Feld ist und Pauschalurteile sicher nicht angebracht sind. Verbote führen auch zu nichts. Wichtiger wäre eine aufrichtige Diskussion das ist offensichtlich kaum gewünscht. Das läßt sich an Ihrer grundsätzlichen Ablehnung der Diskussion schon aufzeigen.

              “Perlen vor die Säue?”

              Ich weiß nicht ob sie da nicht im Glashaus sitzen und die “Steinwürfe” lieber unterlassen sollten.

              MFG

      • Lennard schrieb am 2. September 2011 at 12:08 - Permalink

        Nachdem du schon im Heise-Forum getrollt hast, versuchst du’s hier nochmal?
        Mit einem alten “Aufruf” vom GWG? Selbst der Pfeiffer hat sich anschließend davon distanziert. Vage Vermutungen, falsche Behauptungen und blinder Aktionswahn. Nicht viel mehr als Propaganda.

        PS.: Kommentarlos Mist zu zitieren ist keine Satire, nur Trolling.

        Sollte Interesse an ernsthafter Diskussion bestehen, zerlege ich das Ding noch mal explizit. Habe ich vor Jahren schon getan, kann ich jederzeit wieder.

        • Sukram71 schrieb am 2. September 2011 at 12:11 - Permalink

          Ach, das Schwachsinnsthema ist eh gegessen.
          Das kann doch kein Mensch mehr sehen.
          Da kann man gleich mit 9/11-VTlern diskutieren.
          Nur dass sich dieses Thema langsam biologisch löst.

          • schwitzig schrieb am 2. September 2011 at 13:38 - Permalink

            9/11-VTlern

            Welche bekloppten Verschwörungtheoretiker meinst Du? Die Irren von der US-Regierung und dem SPIEGEL/BILD mit ihrer Spassgeschichte oder die Irren aus der Truther-Szene mit ihren teils kruden Gags?

          • Lennard schrieb am 2. September 2011 at 14:24 - Permalink

            So locker sehe ich das nicht. Schon allein aufgrund der Überschneidungen mit der Vorratsdatenspeicherung und Zensur im Allgemeinen. Selbst Teile von Attac oder der Arbeiterfotografie haben diesen komischen Aufruf unterzeichnet. Das Ignorieren dieser langlebigen Ideologen hat all die Jahre nicht funktioniert.

            Außerdem hab’ ich was dagegen, dass ständig Märchen weiterverbreitet werden (z.B. der Mythos, “Killerspiele” würden zur Desensibilisierung von Soldaten eingesetzt, oder werden/wurden zum Schießtraining eingesetzt).

    35. nighthawkFX schrieb am 2. September 2011 at 21:47 - Permalink

      Für all jene, die nicht einfach nur jemandem nachplappern wollen, der dahergelaufen kommt und selbst wahrscheinlich noch kein Videospiel jemals angerührt hat(Pfeifer und Co.), denen empfehle ich diese Seite hier:

      http://stigma-videospiele.de/wordpress/?page_id=7

      Sie fasst die ganze Thematik sachlich und zum größten Teil objektiv zusammen und setzt auch keine Vorkenntnisse voraus.

    36. ERRORrothe schrieb am 11. September 2011 at 16:21 - Permalink

      Hallo zusammen,

      ich finde es immer wieder amüsant, wie schnell man eine Tätigkeit oder eine Gruppe von Menschen exakt spezifizieren kann.. und das innerhalb von Sekunden. Ein Spieler (ich hasse es “Gamer” zu lesen -.-) ist nicht automatisch ein Extremist oder Süchtiger! Die Mehrheit der weltweiten Spieler haben genauso andere Hobbys wie jeder Nichtspieler. Ich persönlich zocke sehr gerne sowohl am PC als auch an der Konsole und das seit meinem 6. Lebensjahr. Und denoch war ich in meiner Kindheit genauso oft an der frischen Luft wie jeder andere auch, ich habe genauso viel TV geschaut und habe mir genauso oft die Knie aufgeschürft wie jedes andere Durchschnittskind meines Alters. Heute zocke ich immernoch und fotografiere nebenbei sehr gerne, ich habe Spaß daran Videos zu schneiden, ich zeichne gern und bin allgemein ein recht kreativer und ideenreicher Mensch (würde ich zumindest sagen), ich spiele ein Musikinstrument und spiele auch Paintball oder renne auch mit einer Softair über die Wiesen – mit ersten und letztem falle ich wohl perfekt in das weit verbreitete Klischee-Muster der aktuellen Gesellschaft und gehöre offiziell zu den potenziellen Amokläufern. Das ich dabei aber ein völlig friedlicher Mensch (und Christ) bin würde dabei niemanden interessieren. Jedes Hobby hat seine Berechtigung auch wenn sich nicht jeder damit identifizieren kann. Genauso kann man von jedem Hobby süchtig werden wenn man es übertreibt, das macht aber nicht jeden automatisch zum Süchtigen!

      Dazu stellen sich mir noch die Nackenhaare auf wenn ich lese dass, man schon als süchtig gelten soll, wenn man an einem Tag mal 3 oder 4 Stunden zockt. Das diese Leute aber oft nach ihrer Arbeit sich auf die Couch legen und sich 4 Stunden vom TV brieseln lassen ist dann natürlich etwas ganz anderes. Es ist doch völlig egal womit ich meine wenige Freizeit verbringe. Ich entspanne mich jedenfalls lieber mit ein paar Runden Counter-Strike oder ArmA, wo ich mit Freunden zusammen oder gegeneinander spielen kann und mich nebenbei auch noch sportlich und taktisch messen kann, als mir am TV jeden Tag aufs neue Halbwarheiten anzusehen – aber wem das gefällt, der soll es genauso tun dürfen.

      Ich sehe es auch nicht so, dass man durch “virtuelle Welten” völlig eingeschränkt wird und nur in der “realen Welt” neue, wirkliche Erfahrungen oder Erlebnisse sammeln kann. Der reiz von Computerspielen und “virtuellen Welten” (jedes beliebige Medium) liegt doch gerade darin Dinge geschehen zu lassen und beobachten zu können, die es in der realen Welt nicht gibt!
      Als Beispiel sei hier mal Herr der Ringe genannt – je nach Typ liest eben jemand lieber die Bücher und malt sich im Kopf aus wie die Welt und Geschehnisse wohl aussehen oder schaut sich den Film mit seinen tollen Effekten und schauspielerischen Leistungen an oder spielt im Onlinerollenspiel eben eine eigene Geschichte in dem HdR-Universum nach.
      Nur weil ich einen Ork nicht riechen kann heisst es doch nicht, dass ich keine neuen Eindrücke sammeln kann. Je nachdem hängt der Umfang der gesammelten Erfahrungen entweder von der Fantasie der Leser/Spieler oder von den Grenzen der Technik/Filmemacher/Spielentwickler ab – es sind aber dennoch neue Erfahrungen! In Minecraft oder Second-Life baue ich spektakuläre Welten und Bauwerke die in der Realität nie existieren könnten (zBsp durch die gegebene Physik) und lasse mich von der Kreativität anderer begeistern. Und da soll ich immernoch weniger Erfahrungen sammeln können als in der realen Welt? Es gibt Dinge die ich nur in der realen und nur in der virtuellen – oder auch in beiden – erleben kann. Also haben beide ihre Existenzberechtigung. Das beide Welten verschwimmen können bestreite ich dabei garnicht. Das liegt aber nicht an den eingesetzten Medium sondern am sozialen Umfeld bzw. unserer gesamten Gesellschaft. Wenn man sich zBsp über jemanden lustig macht, der sich fantasievolle Geschichten ausdenkt und sie auch auslebt (zBsp durch reale Rollenspiele), braucht man sich nicht zu wundern wenn ab einem gewissen Grad dieser Mensch lieber in eine Welt abtaucht in der er Anerkennung bekommt oder auch nur Beleidigungen und Gelächter entfliehen kann. Das ganze kann man aber genauso auf einen Alkoholiker beziehen…

      Zum Abschluss wollte ich noch etwas zur Zensur in Videospielen sagen. Einerseits rege ich mich auch sehr oft über die teilweise zerstörten deutschen Versionen auf. Andererseits halte ich es durchaus für sinnvoll Kinder und Jugendliche in gewissen Stufen vor bestimmten Inhalten zu schützen. Wer will schon seinem 5jährigen Kind den Film Stalingrad antun? Man sollte diesen Schutz aber nicht nur auf ein Medium einseitig beschränken. Bestimmte Bücher halte ich zBsp auch für Kinder bedenklich! Dennoch liegt die Verantwortung immernoch bei den Eltern – es ist ihre Entscheidung was sie ihren Kindern zeigen oder vorenthalten.
      Das Spiele, die ab 18 freigegeben werden teilweise trotzdem “dämlich” beschnitten sind ist dagegen zumeist sehr albern. Ein Erwachsener sollte nicht von Papa Staat bevormundet werden, was er sehen darf udn was nicht (auch wenn es in vielen Bereichen des Lebens so üblich ist – leider). Aber auch hier gibt es auch zwei Seiten. Ich persönlich fände es zBsp gut, wenn man selbst den Grad der Brutalität in Spielen einstellen könnte (in einigen Spielen geht es ja, wenn auch nur sehr minimal). Denn oft genug sehe ich Dinge, wo ich mich frage: “Wozu muss ich das jetzt im Spiel haben?!”. Das beste Beispiel, das mir dazu einfällt ist Fallout 3/ New Vegas. Diese völlig übertriebene Gewaltdarstellung halte ich für völlig überflüssig. Das Spiel ist auch ohne (für mich besonders ohne!) abtrennbare Körperteile ein absolutes Meisterwerk. Ich weiss, das viele es so interpretieren, das eben die hemmungslose Übertreibung ein Stilmittel sein soll.. aber ganz ehrlich – ich halte das nur für einen plumpen Versuch die umgesetzte Gewalt zu rechtfertigen. Ein einfacher Regler hätte hier Wunder gewirkt.
      Bei Beziehungen, Erotik und Sex sind Spiele andererseits aber sowas von Prüde, das es schon langsam peinlich wird. Wann traut sich endlich mal ein Entwickler ein erwachsenen Spiel (für Erwachsene) herauszubringen, in denen auch mal das natürlichste der Welt gezeigt wird. Und das kann sowohl zur reinen Luststeigerung als auch für eine festere Bindung/Beziehung zu den Charakteren genutzt werden. Ich hasse “(Super)Spielehelden die offensichtlich keinerlei Sexualtrieb oder Sozialkompetenz haben…

      • Hannzi schrieb am 12. September 2011 at 11:36 - Permalink

        Es sind so gesehen nicht ausgeglichene Menschen wie Sie davon betroffen, die für die negativen Einflüsse virtueller Aktivität eine kompensierende Einstellung und entsprechende alternative Freizeitaktivitäten haben. Es geht nicht um die Masse derer, die MAL ein paar Stunden spielen oder auch eine differenzierte Sichtweise bei den Gewaltdarstellungen haben, es geht primär um die Folgen für jene, die bereits auf einem höheren Niveau abgestumpft sind, die möglicherweise ihre Bezüge zur Realität verwässern oder gar verlieren, den Alltag der Wirklichkeit verdrängen, weil das virtuelle so angenehm einfach ist, so leicht zu gewinnen.

        Es ist schlicht die Suchtgefahr und der neue Charakter der Abstumpfung um den es geht. Das aktive Foltern. Wenn schon das Militär in den USA Serienanbiter von 24 darauf hinweisen muss, sich mit den Folterszenen zurückzuhalten, weil offensichtlich Soldaten diese Szenen nachspielen oder sich mit einem Jack Bauer Ego identifizieren, dann ist das noch einmal verschärft, wenn die Spiele selbst schon eine quasi aktive Handlung einfordern im Gegensatz zum reinen klassischen Schauspiel der TV- und Kinofilme.

        Ich kann nicht einmal akzeptieren, das in einem Land mit Menschenrechten Serien entstehen, die die Menschenrechte und Bürgerrechte mit Füssen treten und damit einfach nur Geld und Quote scheffeln wollen. Diese Verlogenheit wiegt meines Erachtens viel mehr als es die Verlogenheit vieler Spieler tut, die einfach nutzen was diese Gesellschaft ihnen anbietet und damit nur den Spiegel stellen, der den Schatten der Gesellschaft aufzeigt.

        Das ist es was ich schon weiter oben anführte: Ohne Kulturkritik kann man keine Medienkritik durchführen. Denn innerhalb einer destruktiven Kultur wird sich auch immer destruktive Unterhaltung durchsetzen.

        MFG

        • ERRORrothe schrieb am 12. September 2011 at 13:47 - Permalink

          Und genau dann frage ich nochmal warum sich nahezu jedesmal jeder auf den kleinen Prozentsatz stürzt der aus dem “normalen” Rahmen fällt. Es ist doch fraglich warum so viel Interesse darin besteht, sich auf die Menschen zu stürzen, die das richtige Maß nicht mehr gut einschätzen können anstatt auf die Mehheit einzugehen und überhaupt ersteinmal das Hobby an sich zu akzeptieren. Damit will ich keineswegs sagen das man ignorieren soll, wenn es Süchtige gibt bzw die Möglichkeit existiert süchtig zu werden. Jedes Suchtopfer benötigt Hilfe und bei jedem Medium oder jeder “Droge” bedarf es Aufklärung um die Sucht zu vermeiden. Bei alteingesessenen Medien ist das aber lustigerweise inzwischen alles vergessen. Das man sich auch in “virtuellen Welten” aus Büchern verlieren kann vergessen oder ignorieren die Meisten – da bedarf es keine Hilfe. Ebenso spricht niemand über die teils bis ins Detail niedergeschriebene Brutalität, die man sowohl früher als auch heute in Schriftstücken finden kann. Computer- und Videospiele sind eben nicht irgendwelche “Magie” die das Böse verkörpert und verboten gehört und es ist auch nicht irgendwas sonderlich Neues. Videospiele gibt es seit nunmehr über 40 Jahren und jeder der selbst spielt sieht darin etwas ganz normales – nur der streng Konservative und nicht Gewillte versperrt Augen und Ohren davor – oder perverse Medienkonzerne.

          Und es hat meiner Meinung nach auch nichts mit “abstumpfen” zu tun wenn man nicht jedes Mal in Depressionen versinkt, wenn ein Mensch in einem Buch/Film/Spiel stirbt. Es hat ganz einfach etwas mit rationalem Denken zu tun. Bestes Beispiel wieder der Jahrestag des 9/11. In jedem Forum heuchelt die halbe Welt vor, wie sie am Tag vor dem TV gesessen und sich das Herz ausgeheult haben. Bitte?! Davon mal abgesehen wie völlig pervers es ist “zutiefst betroffen zu weinen” während man sich gespannt live! ansieht wie Menschen sterben halte ich es für völlig absurd nur aus “Solidarität” Mitleid vorzuheucheln obwohl ich keines empfinde – nicht weil ich die Leute nicht mag/verachte/was auch immer sondern weil ich sie einfach nicht kenne. Ich habe keinerlei Beziehung zu ihnen aufgebaut und genau deshalb haben sie in meinen persönlichen Leben keine so große Rolle gespielt. Das mag jetzt für manchen herzlos klingen aber wie kann ich denn Emotionen für jemanden aufbringen, für den ich keinerlei Gefühle hege?(man denke auch hier gerne an die Höhlenmenschen oder an die Römer!) Wenn jemand aus meinem näheren Umfeld stirbt und ich diesen Menschen geliebt habe, dann hat eine entsprechende Reaktion seine Berechtigung, ansonsten ist es aber überflüssig, wobei man natürlich unterscheiden muss zwischen Solidarität/Beistand und persönlicher Trauer.

          Aus ihrem obigen Text lese ich auch heraus, das sie quasi präventiv verbieten wollen was sie für moralisch zweifelhaft halten (ich kann mich natürlich auch irren ;) ). Das halte ich aber für den falschen Weg. Jeder Film, jedes Buch, jedes Spiel will auf seine Art irgendeine Kunst sein. Kunst wird von jedem unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert und einer findet sie geschmacklos, wo der andere begeistert ist. Anstatt also etwas verbieten zu wollen was einer bestimmten Gruppe von Menschen missfällt, sollte man lieber mehr Wert darauf legen, den Menschen von klein auf beizubringen, wie sie mit Kunst und Medien umgehen sollen und wie sie sie “richtig” bewerten. In einer idealen Welt wäre das wohl auch ohne weiteres problemlos möglich aber aufgrund der Vergangenheit und diverser politischer und ideologischer Gegebenheiten sind uns da in der wirklichen Welt/Gesellschaft Grenzen gesetzt. Ach und.. letztendlich bleibt es alles Interpretationssache.

          Beispiel: Es ist verboten menschliches Leid/Elend öffentlich zur Schau zu stellen (man vergebe mir jetzt den nicht ganz korrekten Wortlaut). Was zählt darunter? Jemanden öffentlich zu foltern? Zu zeigen wie jemand wegen unterlassener Hilfeleistung stirbt? Wie jemand aufgrund seines mangelnden Talents peinlich in einer nicht näher benannten TV-Show eines Privatsenders vorgeführt wird? Wie ein durch eine Bombe verletztes Kind in den Armen seiner Mutter stirbt, was des öfteren um 20.00 Uhr auf einem öffentlich rechtlichen Sender zu sehen ist…

          • Hannzi schrieb am 12. September 2011 at 16:25 - Permalink

            Und genau dann frage ich nochmal warum sich nahezu jedesmal jeder auf den kleinen Prozentsatz stürzt der aus dem “normalen” Rahmen fällt. Es ist doch fraglich warum so viel Interesse darin besteht, sich auf die Menschen zu stürzen, die das richtige Maß nicht mehr gut einschätzen können anstatt auf die Mehheit einzugehen und überhaupt ersteinmal das Hobby an sich zu akzeptieren. Damit will ich keineswegs sagen das man ignorieren soll, wenn es Süchtige gibt bzw die Möglichkeit existiert süchtig zu werden. Jedes Suchtopfer benötigt Hilfe und bei jedem Medium oder jeder “Droge” bedarf es Aufklärung um die Sucht zu vermeiden. Bei alteingesessenen Medien ist das aber lustigerweise inzwischen alles vergessen. Das man sich auch in “virtuellen Welten” aus Büchern verlieren kann vergessen oder ignorieren die Meisten – da bedarf es keine Hilfe. Ebenso spricht niemand über die teils bis ins Detail niedergeschriebene Brutalität, die man sowohl früher als auch heute in Schriftstücken finden kann. Computer- und Videospiele sind eben nicht irgendwelche “Magie” die das Böse verkörpert und verboten gehört und es ist auch nicht irgendwas sonderlich Neues. Videospiele gibt es seit nunmehr über 40 Jahren und jeder der selbst spielt sieht darin etwas ganz normales – nur der streng Konservative und nicht Gewillte versperrt Augen und Ohren davor – oder perverse Medienkonzerne.

            Warum das so ist, warum die Kritik so massiert auftritt und wieso es dadurch zu seltsamen Konglomeraten von Kritikern kommt, die sich über die Fiktion mehr aufregen als über die reale Gewalt, die dann einfach mit einem: “Die Welt ist halt so!” abgetan wird, habe ich weiter oben ja erwähnt und noch einmal darauf hingewiesen. Das muss man im Gesamtgesellschaftlichen und -kulturellen Konzept sehen und vor allem in dem Sinne, das die Beobachter und Kritiker häufig jene sind, die selbst nicht innerhalb der Szene unterwegs sind.
            Beobachter machen hier eben den Fehler die Spieleindustrie / Spieler zu kritisieren für etwas, das in anderen Medien und Industrien gang und gäbe ist. Ohne Gesamtkritik käme man hier nicht weiter. Das fällt aber vielen Kritikern schwer, weil sie dann die eigenen realen Interessen auf den Tisch legen müssten und die sind nicht immer so sauber, wie es die moralinsauren Forderungen teilweise scheinen lassen.

            Und es hat meiner Meinung nach auch nichts mit “abstumpfen” zu tun wenn man nicht jedes Mal in Depressionen versinkt, wenn ein Mensch in einem Buch/Film/Spiel stirbt. Es hat ganz einfach etwas mit rationalem Denken zu tun.

            Richtig. Und Massenmord wird auch rational durchgeführt. Das emotionale, das Menschliche “Wir” Ich und Du wir sind eins, jeder auf seine Art dasselbe. Das ist längst verloren wenn man nur noch Rationalität walten läßt. Und hier liegt die Gefahr der Abstumpfung, das aus der Spielewelt, die nur noch rational erfasst wird, nur Spiel ist, “Metaerfahrungen” geprägt werden, die dann das ganze Verhalten eines Menschen beeinflussen, das er allgemein im Leben an den Tag legt.

            Mörder verlieren oft den Blick für die Menschen. Für sie ist der normale Mensch nur noch ein Schatten seiner selbst, ein Opfertier. Und diese Mentalität findet sich allzuoft in den Medien als Identifikationscharakteristikum für den Spieler/Betrachter/Leser wieder.

            Das Problem hier wird jetzt, das die Prägung von Erfahrungen im Spiel und ihre Übernahme in die Realität ein gewisses Grundverständniss der Psychologie erfordert, welches aber von Betroffenen nicht vorhanden oder verweigert wird. Ganz das Beispiel wenn man 20 Leute fragt ob Werbung prinzipiell wirkt: Ja, schon sagen die allermeisten. Fragt man ob Werbung auf einen Persönlich einfluss nimmt, heißt es eher … och nein, damit komme man klar, das kann man handeln. Werbung ist nur Unterhaltung.

            Und diese Spaltungen zwischen Wirklichkeit und Wunschwirklichkeit ist bei Spielern oft sehr ausgeprägt, insbesondere dann, wenn diese bereits einen überzogenen Spielekonsum praktizieren. Dann wird die Argumentation nämlich irrational. Darüber hat Erich Fromm ja schon geschrieben, als er die Alltagsdroge TV kritisierte und vor über 50 Jahren schon der Auffassung war, das man den Menschen gar nicht ohne Folgen diese “Drogen” bzw. Beschäftigungsprogramme wegnehmen könne. Diese sind Füllmasse degenerierter schöpfungsarmer Kultur mit schwindendem Bewußtsein für diese Zusammenhänge. Wenige erschaffen etwas kreativ, die Mehrheit verzehrt mit wachsender Begeisterung diese Produkte und lebt nicht mehr wirklich selbst, sondern wird gelebt indem sie in ein Korsett der Medienunterhaltung gepresst wird.

            Es ist wohl tatsächlich eine Art Matrix, ein Bewußtseinsprogramm das da abläuft und die Menschen teilweise in eine Scheinwelt schickt. Computergenerierte Spiele sind dabei nur die neueste teilweise besonders perfide Erfindung, die besonders extreme Bindungskonzepte verfolgt.

            Es gab noch nie ein Hobby glaube ich, das dermaßen große Massen von Menschen dermaßen lange an die Bildschirme fesselte. Aber auch hier müsste man hinterfragen warum das überhaupt so ist, und man müsste Kulturkritik einfließen lassen.

            Ihr letztes Argument ist ja auch eher wieder so angesiedelt, wie ich das auch meine. Wir sind da dicht zusammen. Dieselben Medien, die die PC-Welten kritisieren, sind selbst brutalstmöglich dabei wenn Ekelhafte Szenen zu Quote führen könnten.

            MFG (aus zeitmangel hier mal ein cut)

    37. ERRORrothe schrieb am 12. September 2011 at 17:57 - Permalink

      Okay das mit dem rationalen Denken habe ich vielleicht nicht gut genug beschrieben.
      Was ich meinte, war die Fähigkeit zwischen aus Pixel geformten Menschen und realen Menschen zu unterscheiden. Wenn ich einen Menschen am Bildschirm erschiesse hat das noch lange keinen Einfluss auf mein reales Leben. Wenn es danach ginge wäre ich inzwischen ein Massenmörder und wäre eine potenzielle Gefahr für die Gesellschaft. Genauso glaube ich nicht das die Anzahl der getöteten virtuellen Menschen Einfluss auf die Entwicklung des Spielers hat (wir reden von einem bereits “erwachsenen” und “stabilen” Menschen). Der Spieler sieht in dem Moment nur die Regeln des Spiels vor sich und da ist der virtuelle Mensch vor sich eben der Feind, der böse Mann und er hält sich an die ganz klar vorgeschriebenen Regel: töte den bösen Mann (sonst tötet er dich). Ich erspare mir jetzt Diskussionen um das für und wieder und mögliche unterschwellige Propaganda, die man einbauen kann. Der Spieler wird in eine vorgegebene Umgebung, in eine Geschichte gesteckt, es werden Regeln definiert und die Spiele legen je nach Typ ihre Schwerpunkte anders. Ein Spiel fordert eben strategisches Denken, ein anderes ist ausschliesslich auf Reaktionsgeschwindigkeiten ausgelegt, ein anderes legt Wert auf Beziehungen zwischen (virtuellen) Menschen oder wieder andere wollen einfach nur eine bestimmte Atmosphäre bieten. Gleiches (oder ähnliches) gibt es auch bei Filmen oder Büchern. Vor allem bei Mehrspielerspielen ( ;) ) liegt der Fokus zBsp ganz einfach auf dem Sportsgeist oder Teamplay. Da achtet der Spieler nicht darauf das er einen virtuellen Menschen erschiesst sondern er besiegt einfach seinen Gegner. Warum man so oft Menschen und Schusswaffen wählt? Weil die Spielmechanik einfach ist. Der Spieler weiss wie ein Mensch physisch zerbrechlich ist und er weiss das Waffen pysischen Schaden verursachen. Dazu kommt das das Spiel dadurch schnell wird. Eine Waffe schiesst schnell, bin ich zu langsam, habe ich verloren. Finde ich es deswegen gut, dass in der realen Welt Menschen durch Waffen getötet werden? Nein. Ich verleugne aber nicht das ein menschliches Feindbild mehr Anreiz hat als beispielsweise eine Kartoffel. Ich glaube aber das das auf die menschliche Entwicklung zurückzuführen ist. Der Mensch hat sich seit jeher irgendwie bekämpft, ob nun sportlich oder kriegerisch. Trotzdem gibt es auch genügend Spiele die ohne menschliches Feindbild erfolgreich sind, weil sie ein gutes Spielkonzept besitzen.
      Durch den bloßen Konsum eines Mediums stumpft der Mensch nicht ab. Er stumpft erst ab (wobei es auch wieder reine Interpretationssache ist, was man als abgestumpft ansieht), wenn er das Vorgesetzte nicht rational, logisch und auch emotional bewerten kann. Das hat aber nichts mit dem Medium als solches zu tun sondern mit den Werten, die er vermittelt bekommen hat – durch Eltern, Schule und Gesellschaft. Mit jedem neuen Medium muss sich die Gesellschaft weiterentwickeln udn zwar dahin das Medium zu akzeptieren, es zu verstehen und zu bewerten und es zu “limitieren”(was Nutzung(sdauer) angeht). Genauso degeneriert ein Mensch nicht durch Konsum eines Mediums. Klar kann man sagen, früher gab es kein TV, da haben sich die Leute zusammengesetzt und geredet, dafür fehlten ihnen aber zBsp die Informationen, die sie durch den TV erst überhaupt erlangen konnten, wie eben zBsp weltweite Geschehnisse. Es gibt immer Gründe die für oder gegen etwas sprechen, alles hat Vor- und Nachteile und genauso gibt es für alles ein gesundes Maß. Das habe aber sowohl ich als auch schon tausende andere Menschen bereits gesagt und darüber weiter zu diskutieren würde zu keinem Ergebnis führen. Hier geht es nicht darum das es immer Menschen gibt die das gesunde Maß verfehlen sondern um die, die ihr Hobby “normal” ausüben und von der Gesellschaft dafür nicht akzeptiert werden – und das auch nur, weil sie völlig absurde Vorstellungen und Vorurteile hat die in keinster Weise der Realität enstprechen (alle Spieler sind männlich, 12, haben Pickel, riechen schlecht und sitzen den ganzen Tag in einem dunklen Raum -.-’ ). Dazu kommt noch, das man ja geradezu vorgeschrieben bekommt wie man als “normaler” Mensch auszusehen hat, was für ein Breuf als erstrebenswert gilt und eben auch was für Hobbys man haben darf/sollte weil sie als “normal” oder “hipp” gelten. Und wodurch wird das besonders gut verbreitet? Richtig! Zeitungen, Plakate, TV und auch Spiele. Sind diese Medien deswegen schuld daran? Nein – sondern die Menschen/Gruppen/Gesellschaften die diese Medien nutzen um ihre Ansichten über “Normalität” festzulegen und zu verbreiten.

    38. Hannzi schrieb am 13. September 2011 at 11:13 - Permalink

      Wie gesagt sind wir auf eine Art dicht beieinander. Auch der kulturkritische Diskurs findet bei uns beiden eine Basis. Nur bei der Wirkung und den Wirkmechanismen sind Sie anderer Meinung. Ich jedenfalls sehe das eher kritisch (heute). Allerdings ist meine Kritik nicht auf Spieler begrenzt, wie das üblicherweise in der Spielekritik stattfindet, sondern ich kritisiere die gesamte verkommene gewalttätige rücksichtslose Gesellschaft, die so etwas wie brutale Unterhaltung! überhaupt hervorbringt. Es ist schlicht Menschenverachtend ein Spiel zu spielen, dessen Ziel es ist, virtuell Menschen zu erschießen und dies oft noch in süffisante Gewaltdarstellungen oder gar mit lüsternen Sadismuselementen verschmelzen zu lassen.

      Es ekelt mich regelrecht an! Allerdings wie ich schrieb habe ich selbst eine echte Spielerkarriere hinter mir. Ich verstehe sehr gut wieso manche Spass daran haben und wo die Grenze der Wahrnehmung der meisten angesiedelt ist, die verhindert das den meisten diese Erkenntniss bewußt wird, das das Bild des Menschen abballern auch nur eine Symbolvernichtung von Leben ist und den Spieler in eine scheinbare Machtposition bringt, die aber real empfunden wird.
      Wer eine echte Schusswaffe in den Händen hält, wird wie Spieler von der Machtaura eingenommen, die diese Waffe aussendet. Die Macht Gewalt ausüben zu können und das ist auch nachweisbar durch Testosteronausschüttungen, die sofort erhöht sind, wenn Menschen Waffen befingern oder eben diese Spiele spielen.
      Es gibt die Effekte und wer etwas anderes behauptet lügt sich selbst etwas vor und verweigert aus seinen persönlichen Motiven die Wirklichkeit anzuerkennen. Wer jedoch ehrlich ist, kann diese Zusammenhänge anerkennen und trotzdem eine persönliche Entscheidung treffen. Aber die Verlogenheit dieser Diskurse sind das was mich nervt. Wie ich weiter oben schon sagte, ist das typische Irrationalität für Süchtige denen man ihr Suchtmittel in Frage stellt. Wieso Spieler sich so oft desselben Verhaltens befleissigen muss jeder für sich selbst herausfinden.

      Nochmal Spiel ist der Weg die Realität zu lernen. Kinder lernen spielerisch die Welt kennen und wenn diese Welt heute zu einem erheblichen Teil aus militaristischen Computerspielen besteht, wird sich das auch auf das Menschen und Gesellschaftsbild dieser Generation auswirken.

      MFG


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