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  • Die Eurokrise in Zahlen (I)

    geschrieben am 01. September 2011 von Spiegelfechter

    КартиниWie Musterschüler zu Problemkindern wurden

    Mit steter Regelmäßigkeit behaupten die deutsche Regierung und viele deutsche Medien, dass die Eurokrise eine direkte Folge des finanzpolitischen Schlendrians einiger Eurostaaten sei. Eine unwahre Aussage wird jedoch nicht wahrer, wenn man sie regelmäßig wiederholt. Ein Blick auf die statistischen Daten der OECD reicht aus, um diese Aussage zu widerlegen. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall – am Vorabend der Finanzkrise galten die heutigen Problemkinder noch als finanzpolitische Musterschüler.

    Eigentlich ist es unter Ökonomen weltweit unbestritten, dass eine der Hauptursachen — wenn nicht sogar die Hauptursache — der Krise — nicht nur jetzt, sondern schon 2008 — die zu hohe Verschuldung der öffentlichen Haushalte auf der ganzen Welt ist.
    Wolfgang Schäuble in einem Interview mit der ARD-Sendung Plusminus

    Spekulanten und „Märkte“

    Die Griechenlandkrise hat gezeigt, dass Staatsschulden sich in ein Damoklesschwert verwandeln können, wenn Spekulanten sich gegen ein Land verschwören. Nicht die Höhe der Schulden, sondern die Zinskosten sind es, die ein Land an den Rand der Zahlungsunfähigkeit treiben können. Diese Zinslast setzt sich aus der Höhe der Verschuldung und dem Zinssatz zusammen. Während die Höhe der Schulden von der Politik bestimmt wird, bestimmen die Akteure auf den Finanzmärkten den Zinssatz.

    Weiter auf den NachDenkSeiten

    133 Kommentare Print This Post
    КартиниWie Musterschüler zu Problemkindern wurden Mit steter Regelmäßigkeit behaupten die deutsche Regierung und viele deutsche Medien, dass die Eurokrise eine direkte Folge des finanzpolitischen Schlendrians einiger Eurostaaten sei. Eine unwahre Aussage wird jedoch nicht wahrer, wenn man sie regelmäßig wiederholt. Ein Blick auf die statistischen Daten der OECD reicht aus, um diese Aussage zu widerlegen. ...
    Tags: Europa Finanzkrise Sparen Volkswirtschaft
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    133 Kommentare:

    1. Alex schrieb am 1. September 2011 at 15:55 - Permalink

      OT: Ja, endlich habt ihr das auf NDS mal hinbekommen mit der Zoomfunktion bei Grafiken. Wenn ihr jetzt noch das Layout ein wenig Richtung Spiegelfechter- Design peppt, machts auch wieder mehr Spaß, längere Artikel zu lesen.

    2. noLo schrieb am 1. September 2011 at 16:59 - Permalink

      Flattr funzt nur auf der Kommentarseite! (Evtl. gewollt? :-))

      • Spiegelfechter schrieb am 1. September 2011 at 17:35 - Permalink

        Nö ;-)

        Flattr ist eine echte Zicke *g*

        • spider schrieb am 3. September 2011 at 21:34 - Permalink

          Was heißt “Musterschüler”?
          Du schaust Dir falsche Daten an und instrumentalisierst sie anscheinend für Deine Verschwörungstheorie der “verschworenen Märkte”. Nicht um Neuverschuldung und BIP-Wachstum geht es hier sondern um Leistungsbilanzen, Leistungsbeilanzen, Leistungsbeilanzen .. (kann man nicht oft genug wiederholen)

    3. wehner schrieb am 1. September 2011 at 17:02 - Permalink

      Ist ja schön, wenn die aufgenommenen Schulden im Vergleich zum BIP mal irgendwann gesunken sind. Nur nutzt das halt wenig, wenn es auch in den “guten” Zeiten immer noch ein Defizit in den Staatshaushalten gibt.
      Man braucht eigentlich keine Witschaftsexperten oder -wissenschaftler, die einem mit Taschenspielertricks dies oder auch genau das Gegenteil verkaufen wollen, um festzustellen, dass permanente Verschuldung irgendwann ins Nirvana führt.
      Die Banken- oder Finanzkrise hat das Fass zum Überlaufen gebracht, mehr aber auch nicht.

      • Spiegelfechter schrieb am 1. September 2011 at 17:36 - Permalink

        Die Schulden müssen ja gar nicht abgebaut werden. Irland hat z.B. m.W. nie Schulden abgebaut. Es hat sie aber auch nicht erhöht und während das BIP wuchs, sank dadurch die Schuldenquote.

        • kimschmitzii schrieb am 2. September 2011 at 01:51 - Permalink

          Dieser Rechenansatz ist am Beispiel von Irland allerdings problematisch. Irland’s Wirtschaft ist auf Sand gebaut (gewesen). Ich gehe davon aus, dass der ‘keltische Tiger’ deutlich an finanzieller (BIP) Substanz verloren hat, weil vor allem US-Investoren in Zeiten der Krise bzw. des Krisenhöhepunkts mit der Lehman-Pleite ihr Geld abgezogen haben. Der Begriff ‘Tiger’ passt demnach gleich doppelt: nicht nur den rasant schnellen Aufschwung (Blase?) hat Irland mit den seinerzeit Tigerstaaten genannten asiatischen Ländern gemein sondern auch den Zusammenbruch.
          Ich will Deinen Artikel damit nicht negieren; das Gegenteil ist der Fall: ich schätze seine Qualität, jedoch gibt es einige Punkte, die ich anders sehe. Irland hat im Zuge des Kapitalabflusses natürlich drastisch an Wirtschaftsleistung verloren und damit auch an BIP-Volumen. Das hat wiederum die Schulden ‘steigen’ lassen, nicht real, aber im Vergleich zum BIP (auch wenn die Schulden gleich geblieben sein mögen, was nicht der Fall ist; Irland ist seinen Banken – wie beschrieben – in großem Stil beigesprungen). Ich teile den Blickwinkel, dass vor allem das Finanzkasino in strenge Regelments gelegt werden muss. Alles andere hilft nicht. Dazu zähle ich jedoch auch Eurobonds: diese wären eine Gefahr für den Euro, weil ein weiteres potenzielles Angriffsziel für die Zocker / Spekulanten (in Kooperation mit den Ratinghuren). Würden sie nur die Zinsen europaweit auf ein Niveau bringen, wäre daran nichts auszusetzen. Ich bin sogar für die Einführung von Eurobonds, jedoch nur auf lange Sicht und nicht in der aktuellen Lage (die noch einige Jahre so anhalten kann). Ich hab kein Konzept wie Eurobonds derzeit eingeführt werden könnten, ohne von Spekulanten kleingetreten zu werden. Die Hauptgefahr, die ich sehe, ist folgende: die Eurobonds werden nie und nimmer aus dem Stand weg ein Volumen erreichen, welches es den Zockern schwer macht sie anzugreifen. Die einzige Möglichkeit Eurobonds einzuführen wäre evtl. alle bisherigen Staatsanleihen von heut auf morgen – wie bei der Einführung des Euro selbst – in Eurobonds umzutauschen. Dabei weiß ich nicht, wie sich das logistisch / rechtlich realisieren ließe (ich gehe davon aus, dass es defacto unmöglich ist, lass mich aber gerne eines besseren belehren).
          Es bringt alles nichts: es muss vor allem den Zockern das Handwerk gelegt werden. Ich wäre sogar dafür drakonische Strafen einzuführen. Apropos. Wo sind sie eigentlich die Law & Order Politiker, die z.B. bei realen Amokläufen von Counterstrike-Spielern immer wieder auf den Plan treten? Kann es die jetzt nicht auch mal gegen das Finanzkasino geben?

          • Spiegelfechter schrieb am 2. September 2011 at 08:52 - Permalink

            Sagen wir es mal so: Irlands Aufschwung war parasitär. Vor allem aufgrund der niedrigen Steuern und der Subventionen kam Irland in die komfortable Lage, seine Schulden über den Wachstum zu minimieren. Ein reine “Sandburg” war dies jedoch nicht. Kaum wer erinnert sich heute daran, wie es in Irland zu Zeiten aussah, als hier die Mauler fiel. Auch wenn der Tiger nun keine Zähne mehr hat, hat sich das Land in den letzten zwanzig Jahren doch ganz gewaltig geändert.

            • kimschmitzii schrieb am 2. September 2011 at 14:22 - Permalink

              Ich will jetzt eigentlich keine Diskussion anfangen, will sagen es geht mir nicht um die Begrifflichkeit ob Sandburg oder nicht. Ganz neutral… Ich hab vor einiger Zeit einen sehr interessanten Beitrag im Radio gehört, WDR5. Da ging es um einen Irland- und England-Reporter der taz. Er lebt in Irland, macht aber auch für England / London die Korrespondenz. Für die taz kam das ganz gelegen, weil London wirklich ein – das sind jetzt meine Worte – unverschämt teures Pflaster ist (mit 3000 Euro netto kommt man da gerade so über die Runden, sprich gilt fast schon als arm, wenn man ein Kind und Frau hat). Nun gut. Ich hoffe ich vermische da jetzt nicht zwei Beiträge, die zu etwa der gleichen Zeit liefen. Jedenfalls war die Aussage, dass einige schon sehr früh hätten nachdenklich werden müssen. Irland war immer ein sehr armes Land. Jetzt bot sich mal die Chance auch mit dazu zu gehören. Die Regierung bot schlüsselfertige Fabriken und niedrigste Steuersätze, um ausländische Investoren ins Land zu holen. Diese kamen auch reichlich. Das Krasse aber war auch dort der Immobilienmarkt. Man erzählte sich, dass eine Immobilie für einen das Geld verdient. Deren Wert würde am Tag um einen höheren Betrag steigen als man durch (ehrliche) Arbeit verdienen konnte. Das sind die klassischen Zeichen einer Blase. M.W. wurden Immobilien denn auch mit 120 % beliehen, weil der Wert ja ohnehin stieg… Die, die nicht mitgemacht haben, erschienen irgendwie als die Dummen und eine weitere blöde Eigenart machte sich breit: Materialismus begann mehr zu zählen, andere wichtige Dinge im Leben zu verdrängen. Ich fand die Geschichte sehr interessant, weil sie nah dran war, am Leben selbst und dennoch einige Fakten und Daten offenbarte. Deshalb: ich will jetzt keinen moralischen Zeigefinger erheben und eine klare eindeutige Deutung abgeben. Es gibt wie immer viele Blickwinkel im Leben.

        • wehner schrieb am 2. September 2011 at 10:39 - Permalink

          Selbst „stabile“ Schulden bescheren uns aber einen Schuldendienst im jährlichen Haushalt, der afaik doch der zweitgrößte Posten zumindest im Bundeshaushalt ist.
          Dadurch wird der finanzielle Spielraum doch arg eingeschränkt.
          Ein langfristiger Schuldenabbau, anders geht’s ja eh nicht, sollte schon durch die Schuldenbremse erreicht werden. Langfristig werden dann auch Mittel frei, die eben nicht für Tilgung oder Zinseszahlungen benötigt werden.

          Zumindest seh ich keinen Sinn im Vergleich von nicht gedeckten Hauhaltabgaben mit dem BIP. Interessanter wäre doch eher der Vergleich von BIP und Staatseinnahmen sowie darüberhinaus die Entwicklung des Gesamthaushaltes.

          • viosz schrieb am 2. September 2011 at 16:25 - Permalink

            Selbst „stabile“ Schulden bescheren uns aber einen Schuldendienst im jährlichen Haushalt, der afaik doch der zweitgrößte Posten zumindest im Bundeshaushalt ist. Ein langfristiger Schuldenabbau, anders geht’s ja eh nicht, sollte schon durch die Schuldenbremse erreicht werden.

            Staatsschulden kann man nicht mit Privatschulden gleichsetzen, sie sind das Gegenteil davon. Staatsschulden ermöglichen erst privates Sparen. Wenn Staatsschulden abgebaut werden, sinken auch die privaten Vermögen.
            Die staatliche Schuldenbremse ist also eine “private Vermögensbremse”. Mögen viele für sinnvoll halten, weil das Guthaben bestimmt nicht auf ihrem Konto landet ist aber zu kurz gedacht, wenn wegen Einsparmaßnahmen der eigene Job beim Staat wegfällt.

            Langfristig werden dann auch Mittel frei, die eben nicht für Tilgung oder Zinseszahlungen benötigt werden.

            Das Argument “Oh mein Gott, was man mit den Zinszahlungen alles anstellen könnte” ist keins. Es steht dem Staat jederzeit frei, die Zinszahlungen durch entsprechende Steuern wieder einzusammeln. Die Umverteilung von unten nach oben durch private Refinanzierung der Staatsausgaben ist daher politisch gewollt.

            • Cherio schrieb am 2. September 2011 at 18:10 - Permalink

              Staatsschulden ermöglichen erst privates Sparen.

              Als ob es keine anderen Möglichkeiten gäbe! Man kann auch in Sachwerte sparen, Aktien, Edelmetalle, Land, Immobilien.

              Es steht dem Staat jederzeit frei, die Zinszahlungen durch entsprechende Steuern wieder einzusammeln.

              Wir haben also eine Investition, bei der trotz Ausfallrisiko (Haircut) und Inflation möglichst keine Zinsen gezahlt werden sollen, und der Rest über die Steuer wieder eingesammelt wird? Warum sollte man dann noch Anleihen kaufen?

            • wehner schrieb am 5. September 2011 at 12:52 - Permalink

              Staatsschulden kann man nicht mit Privatschulden gleichsetzen, sie sind das Gegenteil davon. Staatsschulden ermöglichen erst privates Sparen. Wenn Staatsschulden abgebaut werden, sinken auch die privaten Vermögen.
              Die staatliche Schuldenbremse ist also eine “private Vermögensbremse”. Mögen viele für sinnvoll halten, weil das Guthaben bestimmt nicht auf ihrem Konto landet ist aber zu kurz gedacht, wenn wegen Einsparmaßnahmen der eigene Job beim Staat wegfällt.

              Ich hab nix gleichgesetzt. Und Jobs beim Staat fallen nicht so einfach weg, wenn überhaupt werden diese nicht neu besetzt. Und damit habe ich kein Problem.

              Das Argument “Oh mein Gott, was man mit den Zinszahlungen alles anstellen könnte” ist keins. Es steht dem Staat jederzeit frei, die Zinszahlungen durch entsprechende Steuern wieder einzusammeln. Die Umverteilung von unten nach oben durch private Refinanzierung der Staatsausgaben ist daher politisch gewollt.

              Es steht dem Staat aber auch jederzeit frei, Schulden abzubauen und sich die Zinsen zu sparen. Das kann er ebenfalls, indem er die Einnahmen erhöht. Zumindest ist das kein Argument für immerwährende Schulden.

            • OAlexander schrieb am 5. September 2011 at 15:27 - Permalink

              Staatsschulden ermöglichen erst privates Sparen. Wenn Staatsschulden abgebaut werden, sinken auch die privaten Vermögen. Die staatliche Schuldenbremse ist also eine “private Vermögensbremse”.

              Was natürlich alles wenig Sinn macht: Australien hatte zwischen ca. 2003 und 2008 Null Staatsschulden. Schädlich war da eigentlich nur, dass man in er Phase danach Steuern senkte – primär selbstverständlich “oben” – und die öffentliche Infrastruktur verkommen ließ. Darüber hinaus hat keine Staatschulden durchaus Vorteile.

              wie gut “Schuldenbremse” funktioniert, das konnte man kürzlich in den USA wieder beobachten.

        • Martin schrieb am 5. September 2011 at 17:30 - Permalink

          Schon sagen selbst konservative Beobachter, dass sich in Amerika unter dem Mäntelchen der Marktrhetorik in Wahrheit ein Umbau des Landes zugunsten einer Plutokratie vollzieht. Es scheint nur unendlich schwer – und das zeigt den Erfolg der marktliberalen Gehirnwäsche –, das Mäntelchen hinwegzuziehen und uns von dem Gedanken zu befreien, dass die Ökonomie, so wie sie ist, unser Schicksal sei und mit ihm zu hadern einer Gotteslästerung gleichkomme.

          http://www.zeit.de/2011/36/Finanzkrise-Demokratie/komplettansicht

    4. noLo schrieb am 1. September 2011 at 17:08 - Permalink

      Es gab doch mal die Diskussion, dass das BIP nicht aussagekräftig sei. Werden die Aussagen im Artikel verstärkt/abgeschwächt, wenn man die möglichen Nachfolger des BIP nimmt oder wurden die nie ermittelt?

      • H. schrieb am 6. September 2011 at 19:28 - Permalink

        Ja, nur noch Rumgeschiebe von Geld und der Rest ist unsere superwichtige Waf… ähm Exportindustrie; spätestens in 30 Jahren ist dann auch Ende Gelände wenn das Öl weg ist und dann? Dann könnten die ganzen Account Manager (Buchhalter), Eventmanager (Schausteller), Facility Manager (Hausmeister) und “irgendwas mit Medien”-Leute (Kabelträger bei 9live) gucken wie se gucken.
        Achja, erneuerbare Energien wäre etwas, aber hierzulande mockiert sich der Dorfpöbel lieber gegen die bösen bösen Windräder, aber grüne Umweltplakette auf SUV; DAS geht!
        Ein Elend.

    5. Serious Sam schrieb am 1. September 2011 at 17:22 - Permalink

      Eurobonds gab es de facto bereits 7 Jahre lang. Von Mitte 2001 bis Mitte 2008 waren die Spreads zwischen 0,1 und 0,3 Prozent. Das hat mit Ausnahme Irlands die PIIGS nicht daran gehindert, die absoluten Schulden immer noch höher zu treiben statt zu reduzieren. Dieser höchst relevante Teil von Keynes’ Modell funktioniert in der Realität also nicht. Ebensowenig wie das ‘trickle down’ der angebotsorientierten Theorie… Vor allem der Club Med einschließlich Fronkraisch und Portugal nutzte das billige Geld für verschwenderische Wohltaten, statt seine Konkurrenzfähigkeit zu verbessern.

      Die Eurobond-Kosten für Deutschland werden je nach Quelle geschätzt von 2,5 ansteigend auf 25 Milliarden Euro pro Jahr bis 33-47 Milliarden Euro pro Jahr. Auf alle Zeiten. Also sollte man diesen unsinnigen Vorschlag endlich ad acta legen. Davon ab sind Eurobonds sowiese gegen die Lissaboner Verträge, gegen die Maastrichter, gegen die deutsche Verfassung, und anzunehmenderweise auch gegen die Verfassungen diverser anderer Euroländer.

      • Spiegelfechter schrieb am 1. September 2011 at 17:38 - Permalink

        Nun – wen interessieren denn auch die “absoluten” Schulden?

        • Serious Sam schrieb am 1. September 2011 at 18:01 - Permalink

          Kleine Scherzfrage? Natürlich denjenigen, der darauf Zinsen zahlen muss. Griechenland hätte ja kein Problem, 16% auf 20 Milliarden zu zahlen. Bei 16% auf 350 Milliarden sieht das halt anders aus.

          Übrigens auch bei z.B. 4% auf 350 Milliarden, Und ja, ich weiß, die Zinsbelastung ist nicht für alle ausgegebenen Anleihen gleich, das Prinzip ist aber korrekt wiedergegeben.

          Und es würden davon ab auch deine geliebten Eurobonds nicht verhindern könnnen, dass zumindest Griechenland einen Schuldenschnitt machten muss.

          Ach ja, da du zum Rest meines Postings nichts sagst gehe ich davon aus, dass du inhaltlich zustimmst .)

          • Spiegelfechter schrieb am 2. September 2011 at 08:54 - Permalink

            Da drehen wir uns doch im Kreis. Griechenland hätte auch kein Problem damit, 2,74% (der deutsche Satz) auf seine 374 Mrd. Euro zu zahlen.

        • Nils schrieb am 2. September 2011 at 12:30 - Permalink

          1. Mich interessieren die absoluten Schulden!
          Geld, das für Zinsen ausgegeben wird geht an die Banken statt für anderes – z.B. Soziales, Straßenbau… – zur Verfügung zu stehen (ist ja klar).
          Daher kann es kein wünschenswerter Dauerzustand sein, so hohe Schulden zu haben, dass die Zinsen ein wesentlicher Posten im Haushalt sind. Du bist doch sonst auch nicht dafür, den Banken alles in den Rachen zu werfen?!

          Wünschenswert sind stabile, niedrige Zinsen, weil Staaten damit viel Handlungsfreiheit haben und nicht wie jetzt im Krisenfall die Wirtschaft kaputtsparen müssen.
          Warum aber hohe Verschuldung ein akzeptabler Normalzustand sein soll, kann ich nicht einsehen. Ich finde Schuldenabbau gut, aber nur wenn er nicht über Kürzungen im sozialen Sektor finanziert wird.

          2. Vielen Dank für den super recherchierten Artikel. Mit Eurobonds hätte die Krise also verhindert werden können. Dafür würde, aufgrund der niedrigen Zinsen, trotzdem viele EU Länder eine hohe Verschuldung beibehalten. Das ist ja auch doof auf dauer (s.o.).

          • OAlexander schrieb am 2. September 2011 at 15:34 - Permalink

            Wen interessieren absolute Schulden? Wenn du 100.000 schuldest ist das absolut viel – wenn die Deutsche Bank den selben Betrag schuldet, dann ist das marginal.

          • viosz schrieb am 2. September 2011 at 16:42 - Permalink

            Geld, das für Zinsen ausgegeben wird geht an die Banken

            Bleibt das Geld denn bei den Banken? Oder fließt es vielleicht als Guthaben an die Bürger zurück. Dabei bitte auch Bankangestellte als Bürger betrachten.

            Warum aber hohe Verschuldung ein akzeptabler Normalzustand sein soll, kann ich nicht einsehen.

            siehe link
            Die Staatsschuldenuhr ist eigentlich eine Bürger-Guthabenuhr.

            Ich finde Schuldenabbau gut, aber nur wenn er nicht über Kürzungen im sozialen Sektor finanziert wird.

            Schuldenabbau ist Unsinn. Es dient nur als Argument für den neoliberalen Rückbau gemeinschaftlichen Wohlstands zu Gunsten einiger weniger.

    6. sternburg schrieb am 1. September 2011 at 17:33 - Permalink

      interessante ergebnisse, die bei staph.aureus aufbereitet sind.

      “…..Wann ist die Krise beendet ? Wenn das Vertrauen wiederhergestellt ist. Und wer genießt hohes Vertrauen ? Schlagen wir nach bei Readers Digest, dort stellte man die Frage:

      In welche Berufsstände haben Sie sehr bzw. ziemlich hohes Vertrauen? Und das Volk antwortete:

      Feuerwehrleute 95 %
      Piloten 92 %
      Apotheker 89 %
      Krankenschwestern 86 %
      Ärzte 85 %
      Lehrer 77 %
      Landwirte 73 %
      Polizisten 60 %
      Meteorologen 56 %
      Priester/Pfarrer 53%
      Richter 50 %
      Taxifahrer 50%
      Rechtsanwälte 45 %
      Finanzberater 38 %
      Journalisten 29 %
      Autoverkäufer 17%
      Politiker 7 %…”

      • Spiegelfechter schrieb am 1. September 2011 at 17:41 - Permalink

        Apotheker, Ärzte und Krankenschwestern? Die Deutschen sind doofer als ich dachte ;-)

        • sternburg schrieb am 1. September 2011 at 17:48 - Permalink

          apotheker und ärzte… oki…die sind doch alle fdpeeee…. aber lass die krankenschwester da raus:))

          http://www.youtube.com/watch?v=1s7caNAG8No&feature=related

          schwester christa…himmmm…jaaaa…. :))

        • Count Krey schrieb am 1. September 2011 at 17:48 - Permalink

          Zumindest würde dieses Vertrauen die Wirkung von homöopathischen Mitteln, durch einen vertrauensverstärkten Placebo-Effekt, erklären.

          • sternburg schrieb am 1. September 2011 at 17:54 - Permalink

            @ Count Krey

            hehehehehehe

        • Frank Bhttp://www.spiegelfechter.com/wordpress/6695/mythos-demokratieenedikt schrieb am 2. September 2011 at 03:35 - Permalink

          Die Frage, ob es sich um eine Umfrage “in diesem unseren Lande” handelt, bleibt ja offen

          So Du selbst mal die “helfende Hand” der Schwestern und Ärzte spüren solltest, wirst aber auch Du ihnen gerne vertrauen. Daß Du da eine “persönliche Erfahrung” zuhause hast, weiß ich ja und ich denke, dies könnte Dir bei einer realistischeren Einschätzung helfen :-P

          • Spiegelfechter schrieb am 2. September 2011 at 08:55 - Permalink

            und ich denke, dies könnte Dir bei einer realistischeren Einschätzung helfen :-P

            Kaum, da ich – Du weist es ja – den Blick hinter die Kulissen habe ;-)

            • H. schrieb am 6. September 2011 at 19:40 - Permalink

              Eben.
              Ich wäge da immer ab, was schlimmer ist:
              Das Zipperlein oder Dinge, die man sich beim Doc holen kann mit Risiken und Nebenwirkungen unserer forschenden Pharmaunternehmen.

              Faustregel:
              Erst bei Kopf unterm Arm
              Darf der Arzt mir in den Darm

        • leslie schrieb am 3. September 2011 at 12:29 - Permalink

          “”Apotheker, Ärzte und Krankenschwestern? Die Deutschen sind doofer als ich dachte ;-)”"

          Nee,kranker. ;-)
          Vor allem im Kopf.
          http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,260671,00.html

          Und die Melkkuh der Pharmamafia.
          Gibts eigentlich irgendeinen Bereich wo wir nicht die Melkkühe sind?

          Mfg

        • aquadraht schrieb am 6. September 2011 at 06:16 - Permalink

          In China geniessen Nutten ein höheres Ansehen als Politiker ;) Aber auch dort haben Geistliche mit das höchste Ansehen. Die Menschen werden nicht vernünftig.

          a^2

          • OAlexander schrieb am 6. September 2011 at 10:31 - Permalink

            Nutten

            Der Ausdruck ist abwertend und ungeeignet.

            • H. schrieb am 6. September 2011 at 19:41 - Permalink

              Ich mag ja den Begriff Hure.

          • Till schrieb am 6. September 2011 at 12:02 - Permalink

            In China geniessen Nutten ein höheres Ansehen als Politiker

            Ach, unser China-Experte …
            Das Resultat einer seeehr repräsentativen Internet-Umfrage einer chinesischen Zeitung mit doch beachtlichen 3300 Teilnehmern!
            Auf Platz 1 übrigens die Bauern.

      • Serious Sam schrieb am 1. September 2011 at 18:05 - Permalink

        Wo rangieren da Ingenieure? Bei Allensbach immerhin auf Platz 5. Und Volkswirte kommen erst gar nicht vor in diesen Listen, warum wohl?

        • sternburg schrieb am 1. September 2011 at 18:24 - Permalink

          @ Serious Sam

          himmm… bei den fernsehmoderatoren, das überrascht, aber die bankster bekommen, was sie verdienen. der wert für buchhändler ist ja auch witzig. irgendwie typisch statistik eben:))

          ps.: meine kleine verschwörungstheorie serious sam ist, das high frequency trading nur zum manipulieren dient. computer, menschen bedienen die. digitalisierte statistiken, wunderbar zu manipulieren. anderes beispiel die wahlcomputer – florida – jeb bush :))

        • Frank Bhttp://www.spiegelfechter.com/wordpress/6695/mythos-demokratieenedikt schrieb am 2. September 2011 at 03:40 - Permalink

          Makroökonomie – dazu noch langsfristig betrachtet – “zahlt Dir doch keine Sau” …

          • Serious Sam schrieb am 4. September 2011 at 00:13 - Permalink

            Verständlich, denn Makroökonomie ist nur unwesentlich seriöser als Astrologie, Psychotherapie oder was der esoterischen ‘Wissenschaften’ mehr sind.

            Zugegebenermaßen ist es unter diesem Fakt schwer erklärlich, dass Astrologen und Psychotherapeuten jede Menge an Geld nachgetragen bekommen für ihren Rattenfang, Ökonomen dagegen so gut wie gar nix – an sich sollte keine dieser dubiosen Zünfte kommerziell überleben :)

      • Schweigsam schrieb am 2. September 2011 at 03:35 - Permalink

        Ärzte 85 %……da kann man nur mit dem Kopfschütteln. Jens hat Recht!

        • schwitzig schrieb am 2. September 2011 at 05:48 - Permalink

          Ärzte 85 %……da kann man nur mit dem Kopfschütteln. Jens hat Recht!

          Dazu passt:
          http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1374.html

          CDU=35% (!)
          SPD= 28% (!)

          Das Volk ist derart verdummt, dass gerade der Nährboden für ein neues Äquivalent des 1000-Jährigen Reiches gelegt wird. Wenn das dann gecrasht ist, wird wieder von irgendwelche Farbe-X-Horden gefaselt, die Deutschland “überrannt” haben und schließlich hat auch niemand “etwas gewußt”.
          Um sich eine Vorstellung des widerwärtigen Charakters eines Großteils der Wähler zu machen, ist es hilfreich, in den SPON-Foren z.B. Beiträge zum Thema Krieg, Justiz, Politik und Finanz zu lesen. Erschreckend für einen Humanisten, interessant für einen Psychologen.
          OK – DER SPIEGEL summiert natürlich den geistigen Bodensatz und Abschaum – sogar schlimmer als die BILD, weil BILD-Leser i.d.R. tatsächlichh doof sind, während SPIEGEL-Leser oft eine gewisse intellektuelle Grundkompetenz und damit die Fähigkeit zur Selbstreflektion haben. Aber meine Erfahrung zeigt, dass tatsächlich ein Großteil des Volkes aus Hass- und Neidpredigern besteht. Das “Volk” als Instanz um ein menschenverachtendes Regime zu verhindern ist meiner Meinung nach eine völlig unberechtigte Hoffnung, Lemminge. Die einzige Hoffnung besteht meines Erachtens in einer Infiltrierung der Machtelite mit geistig gesunden und ethisch verantwortlichen Menschen. Eine Mammutaufgabe angesichts des desolaten Zustands der derzeitigen Machtelite.

          • Serious Sam schrieb am 2. September 2011 at 07:04 - Permalink

            Aber meine Erfahrung zeigt, dass tatsächlich ein Großteil des Volkes aus Hass- und Neidpredigern besteht

            Du sollst doch nicht von dir auf einen Großteil des Volkes schließen!

            • schwitzig schrieb am 2. September 2011 at 07:23 - Permalink

              /gelöscht – Du bist die Beleidigung nicht wert.

            • sternburg schrieb am 2. September 2011 at 07:38 - Permalink

              @ schwitzig

              ich habs aber noch lesen können. ätsch

            • sternburg schrieb am 2. September 2011 at 15:58 - Permalink

              @ schwitzig

              schwitzig ärgere dich nicht. solche sprüche von bestimmter seite kannste doch als bestätigung dafür, das du genau richtig liegst, sehen.

              ich hab grad einen artikel über beginnende industrialisierung in den usa gelesen: ))

              mir fällt , außer waffen, nicht viel ein, was in amiland noch selber hergestellt wird.

              “….Im Magazin erzählt Jon Gertner vom Versuch der amerikanischen Regierung, wieder so etwas wie verarbeitende Industrie im Land anzusiedeln. Schließlich können nicht alle Arbeitslose Informatiker oder Broker werden. Das Schlüsselwort ist Lithiumbatterien, die man für saubere Energie – zum Beispiel in Elektroautos – braucht. Die Strategie kommt einem vertraut vor: Staatsknete und Abkupfern. “Eine High-Tech-Industrieanlage in den Vereinigten Staaten aufzubauen ist nicht einfach eine Frage der Anheuerung lokaler Talente. Es erfordert gutes altes Ausländerwissen. ‘Wir nennen es genaues Kopieren’, sagt [der Chef von A123, Jason] Forcier. ‘Wir haben eine Firma in Korea gekauft, die die Technologie rund um diese Batterie besitzt und einen Herstellungsprozess entwickelt hat. Den haben wir hierher geholt, ihn genau kopiert und vergrößert.’ A123 hat außerdem ein Team von sechs koreanischen Ingenieuren hergeholt, um beim Transfer der Technologie in die Vereinigten Staaten zu helfen, und ein Team von Amerikanern zum Lernen nach Korea geschickt.” (Chinesische Stahlmanager wird es freuen, das zu hören.)….”

              http://www.nytimes.com/2011/08/28/magazine/does-america-need-manufacturing.html?_r=2&ref=magazine&pagewanted=all

          • Schweigsam schrieb am 2. September 2011 at 11:26 - Permalink

            Mit den Ärzten habe ich so meine Erfahrung als Frührentner.
            Erstens: haben sie wenig Zeit bzw. planen wenig Zeit ein.
            Und zweitens: sind besonders imho die Herren der Schöpfung sehr häufig borniert und selbstgefällig.

            Vor Jahren habe ich das letzte mal bei SPON reingeschaut (ich war auch etwa für eine Woche registriert), das reicht mir, ich muß mir nicht noch mein Menschenbild versauen;-)

            Naja Schwitzig, ein Kind von Traurigkeit bist du auch nicht;-)
            Ich sag mal bei Auseinandersetzungen weißt du dich aber gut zur Wehr zu setzen. Nur dabei kann es auch unter Umständen dazu führen, dass man die selben Fehler macht wie seine Kontrahenten.
            Für meinen Teil gilt aber ich lese deine Kommentare gern (sollte auch mal gesagt sein).

            • sternburg schrieb am 2. September 2011 at 16:04 - Permalink

              @ Schweigsam

              zu arztterminen: wenn ich mal zum doc muss, dann such ich mir im netz einen arzt aus einem berliner bezirk, wo viele leute mit knete wohnen, raus.

              in den bonzengegenden bekommste viel schneller den termin, weil sich da mehr ärtzte niederlassen.

              muss ja auch mal praktisch sein. so ein blog hier:))
              aber vielleicht weißte das schon selber?

    7. Der Schachspieler schrieb am 1. September 2011 at 18:24 - Permalink

      Guter Artikel, Jens.
      Zollt zwar nur der Finanzökonomie tribut, aber trotzdem gut.

    8. Rossi schrieb am 1. September 2011 at 19:18 - Permalink

      Alles schön und gut… nur vermisse ich ein wenig die Betrachtung der Handelsbilanzen der einzelnen Länder. Wenn man sich da mal Griechenland anschaut, dann sieht und sah das schon lange vor dem großen Knall alles andere als gesund aus.
      Außerdem muss ich ehrlich sagen, dass mir ein Anwachsen des BIP als alleiniges Indiz für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes nicht so ganz reicht und damit halt auch das ins Verhältnis setzen zu den Schulden ein wenig zu oberflächlich betrachtet erscheint. Was bringt mir z.B. ein tolles BIP, wenn das aus irgend welchen obskuren Spekulationsgeschäften der Banken entsteht und in der zugehörigen Krise dann komplett wegplatzt?
      Oder habe ich da irgendwie ‘nen dicken Knoten im Hirn und sehe das vollkommen falsch?

      • Kalle schrieb am 2. September 2011 at 12:53 - Permalink

        Hmm, dazu würde ich auch gerne etwas von Jens hören…
        *”bump”*

      • Spiegelfechter schrieb am 2. September 2011 at 12:58 - Permalink

        Wenn ich alle Faktoren (also auch die Handelsbilanzen) mit einbeziehen würde, würde aus diesem Artikel ein Buch werden ;-)

        Natürlich spielen die Handelsbilanzen auch eine Rolle. Ebenso wie die Lohnstückkosten oder auch die Inflation. Ich habe mich in diesem Artikel jedoch auf die Schulden”problematik” konzentriert – und dies aus gutem Grund.

    9. aeroween schrieb am 1. September 2011 at 19:31 - Permalink

      Danke für den hervorragenden Artikel. Er veranschaulicht einmal mehr, dass das bisherige “wurschteln” in Europa nicht mehr lange so weitergehen kann. Aber was kommt dann? Eurobonds? Hm. Auch das ist sicherlich nicht die endgültige Lösung eines “vereinten Europas”. Bisher war Europa für viele Staaten die Eintrittskarte in die “Glückseligkeit” – dieses ist es in Zukunft aber nur noch, wenn die großen Staaten die kleinen retten. Oder? Warum wollten Bulgarien, Rumänien und wie sie alle heißen, noch in die EU? Besserer Lebensstandard? Nun, sie werden so schnell nicht wieder austreten, da sie nun einmal drinn´ sind. Aber wo ist die Zukunft einer “europäischen Idee”? Gibt es überhaupt eine?

      Die statistischen Daten sprechen eine klare Sprache. ABER: Warum lassen sich unsere Medien ständig vor falsche Karren spannen? Warum dürfen Herr Schäuble und Co ständig verbale Nebelkerzen werfen – wider besseren Wissens? Wo wird uns das ganze noch hinführen? Ich bin so klug, als wie zuvor: ich armer Tor…

      • sternburg schrieb am 2. September 2011 at 07:07 - Permalink

        @ aeroween

        Warum dürfen Herr Schäuble und Co ständig verbale Nebelkerzen werfen – wider besseren Wissens?

        himmm…. deine erwartungshaltung an das primat der politik ist schon ok. nur mit diesem politischen personal? der innenminister fordert ein “vermummungsverbot” im internet und der verkehrsminister nummernschilder für radfahrer. jaaawohl… dit sind unsere problemchens. das ist noch nicht mal gaga politik.

        bei jens jessen in der zeit von gestern liest sich das so:

        “Eine Demokratie, die sich darauf beschränkt, Rauchverbote in Gaststätten zu erlassen oder die Helmpflicht von Radfahrern zu diskutieren, also dem gegenseitigen Gängelungsverhalten der Bürger nachzugeben, aber die eine große Macht, die alle gängelt, nicht beherrschen kann, ist das Papier nicht wert, auf dem ihre Verfassung gedruckt ist.”

        • OAlexander schrieb am 2. September 2011 at 15:40 - Permalink

          Hear, hear!

    10. lemmy caution schrieb am 1. September 2011 at 20:03 - Permalink

      Spanien baute nur deshalb Schulden ab, weil sie einen völlig hypertrophierten Bausektor hatten, in dem am Ende 20% des BIP erwirtschaftet wurde. Normal sind 8% oder weniger. Als die Blase platzte zeigte sich die Wahrheit. Ähnlich der hypertrophierte Bankensektor in Irland, dank dem weitgehenden Verzicht auf Bankenregulierung, btw.
      In beiden Ländern kenn ich sogar ein paar persönliche Geschichten von Leuten. Eine befreundete Spanierin, die einen englischen selfmade-man im spanischen Bausektor heiratete, zu der ich allerdings den Kontakt verloren hab. Und ein befreundeter Consultant, der in Irlands Banken später von Termiten zerfressende Häuser in Thailand finanzierte und sich über die hohen Stundensätze in weitgehend kompetenzfreien Teams wunderte. Oder ein heute arbeitsloser Bekannter, der eine sehr nette Irin heiratete und ohne jegliche Ausbildung in der irischen Software richtig Geld verdiente. Irland und Spanien waren von 00 bis 09 in einigen Bereichen einfach Teletubby-Land und das konnte auf Dauer einfach nicht gutgehn.

      Das war so ähnlich wie die aus der Rückschau schreiend komischen Softwareprojekten, an denen ich während der dotcom-Blase 1999 bis 2001 teilnehmen durfte. Großartiges Theater, jeder ließ seinen ganz persönlichen Wahnsinn freien Lauf und Budget gabs für die bescheuerdsten Ideen. Ich kann mich da noch an gruppendynamische Sitzungen mit den Kunden eines deutschen Großkonzern erinnern, wie die meinten, dass das mit dem von mir gebrieften, fachlich ahnungslosen und in der Zeit am Abgrund des Alkoholismus wandelnden Trainer nun irgendwie echt nicht l{uft. Oder wir hatten in einer anderen Abteilung eines deutschen Weltkonzerns eine Webanwendung am Start, bei denen nach einem Menüklick der Aufbau der Seite 15 Sekunden dauerte. Oder in der Forschungsabteilung des gleichen Weltkonzerns hab ich eine Anwendung übernommen, bei der das Einfügen neuer Datensätze schon mal 3 Stunden dauerte. Dank des bescheuerdsten Sortier-Algorythmus, der je in einem verteilten System programmiert wurde. Damals dachte ich, Arbeit wär etwas zwischen absurden Theater und Charles Bukowski. Großartige Zeit zum Berufseinstieg, aber höllischst unproduktiv. So ähnlich stell ich mir Irish Banking und Construcción Española 2000 bis 2009 vor….

    11. Momo schrieb am 1. September 2011 at 20:06 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Du schreibst in der Anmerkung zu der Tabelle “Staatsschuldenquote ausgewählter OECD-Staaten”:

      “Mit Staatsschulden sind immer die Schulden der Zentralregierung gemeint und die Zinsraten beziehen sich auf langfristige (i.d.R. 10jährige) Staatsanleihen.”

      Wegen der unterschiedlichen Aufgabenverteilung zwischen den staatlichen Organisationseinheiten (z.B. Zentralregierung, Bundesländer, Komunen) macht es aus meiner Sicht mehr Sinn, die gesamte Staatsschuldenquote heranzuziehen. Diese wird im Aufsatz “Lohnpolitische Konvergenz und Solidarität oder offener Bruch” von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker in Abbildung 1 für den Zeitraum 1999 bis 2009 (2009 = Schätzung EU-Kommission) in folgender Differenzierung aufgezeigt:

      – Deutschland
      – Frankreich
      – Südeuropa (Italien, Spanien, Portugal, Griechenland).

      http://www.flassbeck.de/pdf/2010/april%202010/flassbeckWiDienst.pdf

      Flassbeck und Spiecker schreiben zur Entwicklung der gesamten Staatsschuldenquoten der hier aufgezeigten Staaten:

      “Nun wird darauf hingewiesen, dass nicht allein die Höhe der öffentlichen Verschuldung eines Staates, sondern ihre Entwicklung, d.h. die Zu- oder Abnahme des Staatsdefizits, Einfluss darauf haben kann, wie an den Finanzmärkten die Bonität eines Landes eingeschätzt wird. Und tatsächlich, Griechenlands Staatsdefi zit hat sich nominal gegenüber 2007 von 12 Mrd. Euro auf 34 Mrd. Euro fast verdreifacht, das der vier südeuropäischen Staaten (Griechenland, Spanien, Portugal und Italien) zusammen genommen ist im gleichen Zeitraum um mehr als das Zehnfache angeschwollen. Doch mit diesem Problem stehen die Südeuropäer keineswegs allein da: Deutschland hat sein Defizit 2009 gegenüber 2007 verfünfzehnfacht und liegt damit weit über der durchschnittlichen Defizitentwicklung im Euroraum.
      Dem liegt allerdings, wie die deutsche Regierung nicht müde wird zu betonen, kein fahrlässiges Ausgabenverhalten zugrunde, sondern es beruht auf den zur Rettung systemrelevanter Banken und zur Finanzierung von Konjunkturpaketen aufgewendeten Mitteln sowie dem rezessionsbedingten Wegbrechen der Steuern und dem gleichfalls rezessionsbedingten Ansteigen der Ausgaben für Sozialleistungen. Die gleichen Argumente lassen sich jedoch auch für die südeuropäischen Staatshaushalte vorbringen. Zudem können diese Länder für den Zeitraum von 1999 bis 2007 auf Erfolge bei den Konsolidierungsbemühungen ihrer Staatshaushalte verweisen – der Verschuldungsgrad ging für die genannten vier Länder um 16 Prozentpunkte auf 77% des BIP zurück, während im gleichen Zeitraum Deutschlands Verschuldungsgrad um vier Prozentpunkte auf 65% zunahm (vgl. Abbildung 1).”

      Dieser Analyse von Flassbeck und Spieker kann ich bis auf eine winzige Einschränkung zustimmen: Bei der Beurteilung der Verzehnfachung (Südeuropa) bzw. Verfünfzehnfachung (Deutschland) der Defizite zwischen 2007 und 2009 ist zu berücksichtigen, wie hoch das absolute Defizit in diesen Staaten im Jahre 2007 gewesen ist. Das deutsche Defizit war im Jahre 2007 eher niedrig, wodurch die im Vergleich zu Südeuropa eingetretene stärkere “Verfvielfachung” (Südeuropa: Verzehnfachung; Deutschland: Verfünfzehnfachung) zu erklären ist.

      Interessant ist auf alle Fälle folgender Passus in den Ausführungen von Flassbeck und Spiecker:

      “Zudem können diese Länder (die südeuropäischen Länder) für den Zeitraum von 1999 bis 2007 auf Erfolge bei den Konsolidierungsbemühungen ihrer Staatshaushalte verweisen – der Verschuldungsgrad ging für die genannten vier Länder um 16 Prozentpunkte auf 77% des BIP zurück, während im gleichen Zeitraum Deutschlands Verschuldungsgrad um vier Prozentpunkte auf 65% zunahm (vgl. Abbildung 1).”

      Der Anstieg der gesamten Staatsschuldenquote Deutschlands um vier Prozentpunkte dürfte weniger auf einen starken Anstieg der Ausgaben, sondern viel eher aus den drastischen Steuersenkungen innerhalb des Zeitraums 1999 bis 2007 zurückzuführen sein (insbesondere Senkung des Spitzensteuersatzes von 53% auf 42%, mehrmalige Senkung der Unternehmenssteuern. Gegenläufig: Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 16% auf 19%).

      • lemmy caution schrieb am 1. September 2011 at 20:56 - Permalink

        Vor allem gelang es Deutschland 2010 und 2011 viel besser zu “normalen” Staatsdefiziten zurückzukehren. Und das lag eben darin, dass sich in den irischen, spanischen und griechischen Volkswirtschaften in der Periode der niedrigen Zinsen dank Euro tiefe strukturelle Ungleichgewichte aufgebaut haben (spanische Immobilien, irische Banken, nochmal).

        • Momo schrieb am 1. September 2011 at 22:03 - Permalink

          @lemmy caution

          Du schreibst:

          “Vor allem gelang es Deutschland 2010 und 2011 viel besser zu “normalen” Staatsdefiziten zurückzukehren.”

          Dies kann sich in wenigen Jahren im Rückblick durchaus als Scheinerfolg herausstellen. Denn Deutschland ist wegen des seit vielen Jahren (insbesondere seit der Euro-Einführung) betriebenen Lohndumping und Sozialdumping (Stichwort: Hartz IV) sowie wegen des Unternehmenssteuerdumping ganz maßgeblich mitverantwortlich für die ökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone. Wenn der neue Bundesbankpräsident heute scheinheilig vor einer “Transferunion” warnt, dann räumt er zwar indirekt ein, daß Deutschland in den kommenden Jahren finanziell zwecks Beseitigung der aus diesen ökonomischen Ungleichgewichten resultierenden Schäden finanziell zur Kasse gebeten könnte. Der Bundesbankpräsident verschweigt allerdings die hohe Mitverantwortung der deutschen “Eliten” für die Entwicklung hin zur europäischen “Transferunion”.

          In Bezug auf die südeuropäischen Staaten wird hierzulande von den Mainstreammedien, den neoliberalen “Wissenschaftlern” und der Politik gerne mit Vorurteilen gearbeitet. So wird beispielsweise kolportiert, die Produktivität, und die Investitionen hätten sich in den vergangenen Jahren in den südeuropäischen Staaten nur schwach entwickelt. Stattdessen hätten die südeuropäischen Staaten in den vergangenen Jahren ausschließlich “hemmungslos konsumiert”.

          In dieser Pauschalität sind die Aussagen jedoch nicht zutreffend, wie Thorsten Hilds Beitrag “Dene wos guet geit – zur Rettung des Euro” aufzeigt.

          http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5679/dene-wos-guet-geit-%e2%80%93-zur-rettung-des-euro

          Danach entwickelte sich die kumulierte Arbeitsproduktivität je Arbeitsstunde im Zeitraum 2000 bis 2009 wie folgt:

          - Irland +23,9%
          - Griechenland +23,4%
          - Spanien +10,0%
          - Deutschland +8,3%
          - Portugal +7,4%
          - Italien -1,9%.

          Diese Daten zeigen, daß die europäischen Krisenstaaten mit Ausnahme Italiens im Vergleich zu Deutschland keine signifikant schlechtere Produtivitätsentwicklung aufweisen. Die Arbeitsproduktivität Irlands und Griechenlands hat sich im Vergleich zu Deutschland sogar deutlich besser entwickelt.

          Auch hinsichtlich der Entwicklung der realen Ausrüstungsinvestitionen im Zeitraum 2000 bis 2009 zeigt sich ein durchaus differenziertes Bild:

          - Griechenland +61,9%
          - Spanien +2,8%
          - Deutschland -1,0%
          - Portugal -7,9%
          - Irland -8,8%
          - Italien -13,1%.

          http://wirtschaftundgesellschaft.files.wordpress.com/2011/03/ausrc3bcstungsinvestitionen.pdf

          Dies gilt auch bezüglich der Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen, welche neben Ausrüstungsinvestitionen jedoch auch die Bauinvestitionen und somit die Investitionen in den Wohnungsbau mit enthalten, welche in Spanien für die Immobilien-Spekulationsblase mit verantwortlich sind:

          - Spanien +15,7%
          - Griechenland +15,1%
          - Italien -4,2%
          - Deutschland -5,5%
          - Irland -12,4%
          - Portugal -21,1%.

          Auch bei den Investitionen weisen Griechenland und Spanien im Vergleich zu Deutschand eine durchaus günstige Entwicklung auf. Der häufig geäußerte Vorwurf, “die” europäischen Krisenländer würden hemmungslos konsumieren und darüber die Investitionen vernachlässigen, ist in dieser Pauschalität nicht zutreffend und soll wohl eher der auf dem deutschen Lohn- und Sozialdumping basierenden miserablen Entwicklung des hiesigen privaten Verbrauchs seit der Jahrtausendwende einen angeblich “tieferen Sinn” verleihen.

          • lemmy caution schrieb am 1. September 2011 at 23:56 - Permalink

            Momo, man kann das mit den aggregierten Daten ein wenig skeptischer betrachten. Wenn immer mehr Leute in den Bausektor strömen und die dort möglicherweise produktiver sind als in dem Sektor aus dem sie stammen, dann steigt die aggregierte “Arbeitsproduktivität”. Und die kann halt darin bestehen, dass die produktiv hunderte von Häusern hochgezogen haben, die heute niemand braucht.
            Die spanische Immobilienblase ist eine verdammte Tatsache.

            Und ich war vor 6 Wochen kurz davor, einen Arbeitsvertrag bei einem spanischen Unternehmen zu unterschreiben. Ok, es war in Chile, aber ich spreche nun mit deutschen Unternehmen als freelancer über das 4 bis 5 fache an Nettogehalt bei 8 Stunden weniger Arbeit pro Woche und deutlich besseren Leistungen von Renten- und Krankenversicherung. Für die gleiche Arbeit bei vielleicht 120% der Lebenshaltungskosten. Da seh ich doch kein deutsches Lohndumping!

            Und von Stereotypen bezüglich fauler, permanent feiernder Südländer… damit hab ich nun wirklich nix zu tun.

          • lemmy caution schrieb am 2. September 2011 at 00:13 - Permalink

      • Spiegelfechter schrieb am 2. September 2011 at 09:08 - Permalink

        Ja und Nein.

        Zunächst einmal die Gründe für meinen Ansatz:

        Der Vergleich der Schulden der Zentralregierung macht die Daten vergleichbar. Ein föderaler Staat wie Deutschland hat nun einmal da eine breitere Verteilung und daher eine größere Differenz zwischen den Schulden der Zentralregierung und den gesamten “Staatsschulden”. Wenn wir hier über die Eurokrise sprechen, geht es jedoch fast immer um die Schulden der Zentralregierung – sie trägt die Kosten für die Bankenrettung, sie trägt die Defizite in den Sozialkassen und sie meldet letztlich wenn alles nicht mehr geht die Zahlungsunfähigkeit an. Wenn wir über die Zinsrate sprechen, sprechen wir auch immer über die Zinsrate für Schulden der Zentralregierung. In den USA kann z.B. jede Gemeinde ihre “Municipal Bonds” ausgeben, die jedoch eigene Zinssätze haben und daher nicht mit denen der T-Bonds vergleichbar sind.

        Ich schätze Flassbeck und gebe ihm Recht, dass es immer davon abhängt, was man mit seinen Zahlen eigentlich aussagen will. Für einen direkten Vergleich, wie ich ihn anstelle, sind m.E. aber die Zahlen über die Verschuldung er Zentralregierung relevanter.

    12. Karl Heinrich schrieb am 1. September 2011 at 22:38 - Permalink

      Tja, da sind wie immer alle unangenehmen Dinge schön ausgeblendet. Der Anstieg der Staatsschulden in den GIPS-Ländern besteht doch gerade in den Partykosten des Volkes! Der Staat hat jetzt halt die Kredite auf der eigenen Bilanz. Beispiel Spanien:

      Hintergrund der sich aufbauenden Fehlentwicklung war der mit dem Eintritt in den Euroraum im Jahre 1999 verbundene drastische Rückgang der langfristigen Zinsen im Lande – von Sätzen deutlich über 10% auf das vom deutschen Kapitalmarkt determinierte Niveau in der Größenordnung von 3%. In einem gemeinsamen Währungsraum differieren die nationalen Zinssätze nur noch nach Maßgabe der von Anlegern evtl. geforderten Risikoprämie. Bei Spanien waren dies zunächst, dank der kräftigen Wirtschaftsdynamik, nur wenige Zehntel. Da gleichzeitig in Spanien die Inflationsrate höher war als im EWU-Durchschnitt – zum einen wegen des wirtschaftlichen Anpassungsprozesses („Balassa-Samuelson-Effekt“), zum anderen als Folge übermäßig steigender Lohnstückkosten, kam es zu einer mehrjährigen Phase negativer Realzinsen. Negative Realzinsen erzeugen stets starke Anreize zur Verschuldung bei Häuslebauern und Konsumenten und zur hemmungslosen Hypotheken- und Kreditvergabe seitens der Geldinstitute. Angesichts kräftig steigender Preise (zeitweilig mit zweistelligen Jahresraten) für Wohneigentum rechneten sich alle reich. Das Sparen wurde in den Hintergrund gedrängt. Die Kapitalzufuhr aus dem Ausland, besonders aus Deutschland, würde es schon richten, hieß es landauf landab. Das Leistungsbilanzdefizit stieg auf ein historisches Rekordniveau (2008: 9,5 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt). So kam es zu einer unglaublichen Immobilienpreisblase und einen wahren Konsumrausch bei den privaten Haushalten, alles auf Pump finanziert. Das Schuldenproblem in Spanien ist daher nicht nur ein Problem des Staates – das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit stieg 2009 auf 11,1 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (der höchste Wert seit der amtlichen Aufzeichnung von Haushaltsstatistiken, beginnend in 1850) und war 2010 mit 9,5 Prozent immer noch extrem hoch. Auch der Privatsektor hat sich übernommen.

      Dass diese Länder jetzt einen Bail-Out möchten, ist klar. Er wird ihnen ja auch sukzessive gewährt. Die Euro-Bonds sind die mit Sicherheit noch folgende Krönung. Alles vollkommen illegal, weil Maastricht dreist ignoriert wird – aber egal, die Aussicht, jetzt gesamteuropäische Wirtschaftsregierung spielen zu können, ist für die hiesigen Politiker einfach zu verführerisch.

      • lemmy caution schrieb am 2. September 2011 at 00:06 - Permalink

        Kommt bei Spanien noch hinzu, dass die Werte von Häusern wirklich über Jahrzehnte stark gestiegen sind und eine Kultur des Hauskaufs als Vermögensanlage immer weiter in die Mittelschicht einrückte, z.T. auch weils dort kaum Mietwohnungen gibt.
        Schau dir mal das an: http://www.youtube.com/watch?v=xWrbAmtZuGc (mit englischen Untertiteln)

      • Serious Sam schrieb am 2. September 2011 at 00:35 - Permalink

        Meine Schreibe seit jeher: die haben das Geld schlicht verjuxt. Statt mit den günstigen Zinsen die absoluten (jaja) Schulden zurückzufahren und ihre Volkswirtschaften wettbewerbsfähiger aufzustellen.

        Das Groteske ist dann immer, wenn von den linken Nationalflagellanten geschimpft wird, ‘die Deutschen’ hätten den armen Südländern doch das Geld so günstig zur Verfügung gestellt und damit praktisch gezwungen zu schludern blahfasellaberrhabarber… Nur die Deutschen? Nicht auch Anleger aus dem Rest der Welt?

        Und davon ab, dass z.B. ich keinen Cent willentlich in den Club Med speditiert habe; das Deppenargument bzgl ‘der Deutschen’ also schon widerlegt ist: was ist in diesen Ländern mit Maßhalten? Selbstverantwortung? Generationengerechtigkeit? Uswusf. Alles konservative Werte, die leider seit vielen Jahren fast nirgends mehr gelten.

        • sternburg schrieb am 3. September 2011 at 10:50 - Permalink

          Meine Schreibe seit jeher: die haben das Geld schlicht verjuxt.

          na irgendwo müssen sie ja sein, die schuldner, die für exportgewinne aus d. sorgen.

          ich möchte mal unser system erleben, wenn jeder, sich nur noch dinge leistet, die er bar bezahlen kann. konsum nur noch, wenn dafür gespart wird:))

          http://www.youtube.com/watch?v=OSp5C26Fz6A&feature=related

          chinas gewinne und in amiland der konsum auf pump.

          das system ist nur auf wachstum programmiert. die software kennt nix anderes. jedes jahr mehr, dann gibst belohnung.

          ps.: kleiner musikalischer gruß für die jungs und mädels, die heute in dortmund kämpfen http://www.youtube.com/watch?v=MxoZmVeJwq8 past auf euch auf , lasst euch aber auch nix gefallen :))

      • OAlexander schrieb am 2. September 2011 at 16:09 - Permalink

        Ohne die Euro Problematik hätte Spanien ohne Probleme die Zinsen erhöhen und damit die Immobilien-Blase abwenden können. So war das aber nicht der Fall.

        • Karl Heinrich schrieb am 2. September 2011 at 22:21 - Permalink

          Ja, und deswegen ist es auch wahrscheinlich, dass Spanien et al. bald nicht mehr in derselben Währungszone mit D, NL, A, SF sein werden. So der Wirtschaftshistoriker Voth aus Barcelona im Spiegel dieser Woche. Er glaubt, dass die Bevölkerungen der Süd-Länder die bei Verbleib im Eurosystem nötige Austerität (oder Wiedergutmachung) nicht mitmachen, (Er meint das mit Zahlen aus einem Ländervergleich belegen zu können.)

          • Momo schrieb am 3. September 2011 at 01:44 - Permalink

            “Austerität” mit “Wiedergutmachung” zu übersetzen, ist recht aussergewöhnlich. Unter einer”Austeritätspolitik” versteht man eine Sparpolitik. Die von Griechenland abverlangte “Sparpolitik” führt, wie die heutigen Presseberichte zeigen, keineswegs zu dem erwünschten Sparerfolg. Von Griechenland fordern insbesondere Deutschlands Neoliberale jene Politik, die beispielsweise Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts als sog. “Brüning-Politik” kläglich gescheitert und mitverantwortlich für den Aufstieg Hitlers gewesen war. Insbesondere Deutschland verlangt von Griechenland jene “Austeritätspolitik”, die Deutschland während der Zuspitzung der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 für sich selbst abgelehnt hatte (erinnert sei an die damals aufgelegten Konjunkturprogramme zwecks Abmilderung der Krise und deren negativen Folgen).

            Sie schreiben:

            “So der Wirtschaftshistoriker Voth aus Barcelona im Spiegel dieser Woche. Er glaubt, dass die Bevölkerungen der Süd-Länder die bei Verbleib im Eurosystem nötige Austerität (oder Wiedergutmachung) nicht mitmachen.”

            Deutschlands rechtskonservative Neoliberale sollten sich einmal ernsthaft mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob nicht die hiesigen “Eliten” gegenüber Griechenland und zahlreichen weiteren Staaten der Eurozone “Wiedergutmachung” für die desaströsen Folgen des deutschen Lohn-, Sozial- und Unternehmenssteuerdumping zu leisten haben. Unter dieser Dumpingpolitik leiden im übrigen nicht nur zahlreiche Staaten der Eurozone, sondern auch die hiesigen Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslosen, insbesondere wenn man berücksichtigt, daß nicht die hiesigen Profiteure (unsere “Eliten”) für die Kosten der “Transferunion” zukünftig zur Kasse gebeten werden, sondern abermals die Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslosen.

            Der von Ihnen zitierte Wirtschaftshistoriker Voth sollte sich zukünftig auf sein Fachgebiet “Historie” konzentrieren und sich nicht zu aktuellen ökonomischen Aspekten äußern, von denen er offensichtlich nichts versteht.

            • Karl Heinrich schrieb am 3. September 2011 at 09:35 - Permalink

              “Austerität” mit “Wiedergutmachung” zu übersetzen, ist recht aussergewöhnlich.

              Und nicht intendiert. Die Menschen in den südlichen Ländern haben im übrigen auf die Euro-Einführung auch kurzfristig durchaus rational reagiert. Nur sind die Wähler keine langfristigen Nutzenmaximierer und wählen sich Politiker, die keine unbequemen Wege aufzeichnen. Dies umso mehr, je stärker die Wählerschaft von Senioren bestimmt ist.

              Die von Griechenland abverlangte “Sparpolitik” führt, wie die heutigen Presseberichte zeigen, keineswegs zu dem erwünschten Sparerfolg.

              Griechenland wird sich weder aus seinen Schulden heraussparen, noch aus ihnen herauswachsen.

          • OAlexander schrieb am 3. September 2011 at 03:27 - Permalink

            Ich bin de erste der akzeptiert, dass der Euro so nicht bestandsfähig ist. Allerdings hilft es den verkrachten Ländern nicht aus dem Euro auszutreten, weil dann deren Hochwährungs-Euro Schulden blieben. Es müssten also die wohlhabenden Länder austreten um zu erlauben, dass der Eur zur Ramschwährung wird.

            • Karl Heinrich schrieb am 3. September 2011 at 09:18 - Permalink

              Das ist der Vorschlag von Hans-Olaf Henkel (z.B. hier aufgenommen). Ich bezweifle allerdings, dass die Gläubiger sich das so einfach gefallen ließen.

              Auf jeden Fall werden die Rettungspolitiker bis zu einer Länder-Umgruppierung noch allerhand Umwege gehen.

            • OAlexander schrieb am 3. September 2011 at 10:20 - Permalink

              Theoretisch könnten auch alle gleichzeitig aus dem Euro austreten und die jeweiligen Schulden werden zum jeweiligen Tageskurs in die neuen Landeswährungen umgerechnet und entwickeln sich von dort. In der jetzigen Situation darf es keine Tabus mehr geben.

    13. lemmy caution schrieb am 2. September 2011 at 00:22 - Permalink

      Zum 3. (und letzten) Mal: Alle bitte diesen Film schauen (spanisch mit englischen Untertiteln)

      • Count Krey schrieb am 2. September 2011 at 08:55 - Permalink

        Um was geht es da?

        • schwitzig schrieb am 2. September 2011 at 09:15 - Permalink

          Spanisch-Kurs

          • lemmy caution schrieb am 2. September 2011 at 09:22 - Permalink

            Das Ding ist in Spanien selbst sehr, sehr beliebt und besitzt englische Untertitel.

      • Stefan K. schrieb am 2. September 2011 at 10:53 - Permalink

        Man kann es auch entschieden einfacher formulieren.
        Es ist einfach zu viel Geld im System, weil die Staaten (die Gemeinschaften) versäumten es aus dem Verkehr zu ziehen*. Alle jagen nach den höchsten Renditen, um den Wertverfall zu stoppen und folgen der Herde.
        Die Immobilienblasen auf der arabischen Halbinsel z.B. sind nur aus dem Grund noch nicht geplatzt, weil diese von Petrodollars gestützt werden – siehe Masdar City, The Palm oder Dubai.

        * Im Gegenteil, mit den kapitalgedeckten Renten- und Pensionssystemen sowie der ausufernden Privatisierung wird die Bildung von Finanz- und Immobilienblasen noch zusätzlich befeuert.

    14. enigma schrieb am 2. September 2011 at 03:20 - Permalink

      “Die Griechenlandkrise hat gezeigt, dass Staatsschulden sich in ein Damoklesschwert verwandeln können, wenn Spekulanten sich gegen ein Land verschwören.”

      Was soll das? In einem Land, wo Kapitalflucht das vorherrschende Prinzip ist möchtest Du tatsächlich erklären, daß das Problem ausgerechnet an den Staatsschulden hängt? Als Volkswirt müßte man wenigstens kapieren, daß aus kreislauftheoretischen Gründen die Frage von Ursache und Wirkung nicht durch die c.p Klausel abgegolten ist! Ich sag Dir mal meine Meinung: wenn ein kreditfinanzierter Boom, der bei den uniformierten Statistikern als “Wachstum” deklariert wird, auf einmal an sein Ende gerät und deswegen die albernen “Wachstumsraten” wieder auf ihr normales (auch negatives) Wachstum zurückgehen,sollte man sich nicht wundern. Denn sobald ein Kreditschub sein Ende findet, ist es auch mit der DADURCH erzeugten “”"Konjunktur”"” VORBEI!

      DISCLAIMER: auch wenn es so aussieht: die trottelige Lehre der Ösis (Theorie kann man dazu nicht sagen) ist nicht mal theoretisch in der Lage, derartige Dinge zu erklären. (Praktisch “arbeiten” die ja sowieso nur mit ihrer falsch verstandenen Moral.)

      Auf gut Deutsch: daß Griechenland wieder auf das Niveau zurückschrumpft, WO ES HINGEHÖRT, ist doch dann kein Wunder, wenn die Kreditgeber keine Lust mehr verspüren, eine Konsumkonjunktur in Verbindung mit Kapitalflucht in das zukünftige monetäre Armaggedon zu verlängern. Griechenland ist schon lange Zeit ein “armes” Land gewesen und wird es auch in Zukunft bleiben! Denen ein paar Transfers (auf die Art, wie sie schon lange passiert) in den Arsch zu schieben ist ja in Ordnung, nur: ein Land zu pampern, DAMIT die korrupten “Eliten” (um nicht Politiker zu sagen) sich ihre Konten in der Schweiz füllen können, ist nicht der Anspruch, dem ein “Rettungspaket” entsprechen sollte.

      Denn: jenseits der veröffentlichten Bulletins über die “Rettung” irgendwelcher Banken: denkt irgendwer überhaupt noch darüber nach, daß die ach so armen Griechen letztlich sich ALLES bezahlen lassen? Auch das Argument, daß davon die Banken “profitieren” kann nicht wegwischen, daß die Griechen Sachen, sprich Güter und Dienstleistungen, erhalten und / oder verbraucht haben, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie sie irgendwo einen Gegenwert dafür bereitstellen!

      Für diejenigen, die es nicht anders verstehen: die Kapitalisten zahlen ja wenigstens noch den Tauschwert für die Arbeiter; die Griechen haben das marxistische Prinzip inzwischen so zur Vollkommenheit getrieben, daß sie beanspruchen, nicht mal mehr den Tauschwert zahlen zu wollen.

      Eigentlich waren es (im RGW) die Polen, die jede Allmende so bis zur Unkenntlichkeit verschandelt haben, daß niemand mehr mit denen irgendwas zu tun haben wollte. Die Griechen sind inzwischen soweit, daß sie nur noch austesten, wie weit die Blödheit der “Einheitspolitiker” geht, DAMIT sie sich noch ein paar Milliarden auf die Seite schaffen können.

      Ich wünsche allen Glück dabei, das bezahlen zu können, was heutzutage als “Solidarität” angedient wird!

      Ökonomie ist was anderes!

      • Der Schachspieler schrieb am 3. September 2011 at 14:12 - Permalink

        In welchen Ländern ist die Kaptalflucht den kein Problem?

        Die, sollte man meinen, offensichtlichste Eigenschaft des Kapitals ist es zu fliehen.
        Das Kapital versucht alles damit es an den staatlichen Grundprinzipien vorbei kommt.
        Desto weniger Steuereinnahmen desto besser lautet die Parole, quer durch die Wirtschaft.

        Wie Kapital an den staatlichen Instutitionen vorbei kommt wird doch in hohem Grade studiert.
        Seht euch mal die Masse der BWL Studenten an.

        Grümmel

    15. Karla schrieb am 2. September 2011 at 10:51 - Permalink

      Eigentlich stellt der Artikel ja nur ein paar Fakten zusammen, von denen man meinen sollte, dass sie hinlänglich bekannt oder zumindest nach Denkanstoß wieder erinnerlich sind. Aber dass Schäubles Nebelkerzen so gut funktionieren, liegt eben nicht nur an Schäuble … Insofern sei dem Spiegelfechter dank (auch wenn keiner auf ihn hören wird, bei dem das was nützen würde). Bin jedenfalls auf Teil II gespannt.

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass später, wenn die ersten Dekaden des 21. Jahrhunderts mal aus dem historischen Blickwinkel betrachtet werden, die verschiedenen Krisen der letzten Jahre als zusammengehörige Einheit gelten werden. Und ich hoffe sehr, dass diese Einheit dann als das benannt wird, was sie tatsächlich ist, nämlich als globale Krise des Finanzsektors. Schon die heute so genannte Wirtschaftskrise von 2008/09 war ursächlich keine Wirtschaftskrise, sondern eine Finanzkrise, ausgebrochen auf dem Immobilienmarkt. Die Bekämpfung der Folgen hat natürlich anderswo ihre Spuren hinterlassen, und jetzt sprechen wir zum Beispiel von einer Schuldenkrise. Da kann man auch wieder löschen, beispielsweise durch einen Schuldenschnitt – mit dem Risiko, dass wir dann wieder eine Bankenkrise haben. Und so weiter. Man könnte auch mit Eurobonds löschen, was wahrscheinlich wirkungsvoller wäre. Aber Eurobonds wären erzwungene Solidarität, und das funktioniert nicht. Ebensogut könnte man Ärzten vorschlagen, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten, um das Pflegepersonal besser bezahlen zu können – mit dem Argument, dass sie ja schließlich auch was davon haben, wenn das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Gesundheitsbonds, sozusagen. Völlig unrealistisch.

      Das Grundproblem ist doch, dass es weltweit einfach zu viel Geld gibt, das angelegt sein will, um sich zu vermehren. Längst ist aber die Geschäftsidee der Finanzindustrie, aus Geld Geld zu machen, bis an ihre Grenze und teils darüber hinaus ausgereizt. Es gibt einfach nicht genug vernünftige Anlagen (oder in anderen Worten: nicht genug Sicherheit) für all das Geld auf der Welt. Und in dieser Situation werden sich die Kreativen der Finanzbranche immer wieder neue windige Finanzprodukte ausdenken, sodass es immer wieder neue Blasen und auch neue Sündenböcke geben wird.

      • Bruder Johannes schrieb am 2. September 2011 at 12:03 - Permalink

        Das Grundproblem ist doch, dass es weltweit einfach zu viel Geld gibt, das angelegt sein will, um sich zu vermehren.

        Ja und Nein. Das Grundproblem ist, dass dem vielen Geld nur im geringen Umfang realen Werte gegenüberstehen. Die Relation ist mindestens 1:30. Anders ausgedrückt, das im Umlauf befindliche Geld, ist bezogen auf den Nominalbetrag eigentlich nur ca. 4 % dessen wert. 96 % sind Glaube und Illusion.

        Abschöpfen kann man das Geld nur, wenn man die Preise für reale Werte (Boden, Gold, Rohstoffe, Lebensmittel usw.) erhöht, was m. E, auch geschieht. Probleme bekommen wir hier mit der Verteilungsgerechtigkeit, weil das Geld sehr konzentriert ist.

        Überraschenderweise wird mit dem überflüssigen Geld weiter gezockt. D. h. es werden keine realen Werte gesucht. Man kann nur hoffen, dass das Geld bald weg ist.

        Die Szenarien sind aber klar: es wird massive Verteilungskämpfe um die realen Güter geben, und die Banken müssen und werden schrumpfen.

        • Karla schrieb am 2. September 2011 at 13:10 - Permalink

          Na ja, ich meinte eigentlich nicht Geld im Allgemeinen, sondern jenen Anteil, der von seinen Besitzern als “Produktionsmittel” angesehen wird. Also Kapital, Geld das Geld schafft. Wenn man sich auf dieses Wort einlässt, könnte man die von mir vorsichtig so genannte “Krise des Finanzsektors” ganz schnöde auch als Krise des Kapitalismus bezeichnen. Bei dieser Wortwahl wird jedem klar sein, dass Verteilungskämpfe inklusive sind.

          Gold würde ich übrigens nicht als realen Wert, auf einer Stufe mit Boden, ansehen. Man kann ja damit, soweit ich weiß, nicht allzu viel machen (industriell, im Sinne von Rohstoff). Da aber viele Leute glauben, es sei etwas wert, wird Gold zur idealen “Geldsenke”. Ist doch prima, wenn sie Gold kaufen – sie sind damit offenbar glücklich und wähnen sich reich, während ihr Geld auf dem Kapitalmarkt keinen Schaden mehr anrichten kann. (Jedenfalls solange sie nicht auf die Idee kommen, ihr Gold wieder zu verkaufen.) Ehrlich: Wenn es Gold nicht gäbe, müsste man es erfinden.

          • wschira schrieb am 2. September 2011 at 16:38 - Permalink

            Eine kleine Anmerkung dazu: Gold wird sehr wohl im grosstechnischen Massstab eingesetz, z. B. in elektronischen Schaltungen (Kontakte, Leiterbahnen etc). Ein guter Teil der Rückgewinnung durch Recycler und Scheideanstalten geschieht mit Elektronikschrott (woraus neben Gold auch andere Wertstoffe gewonnen werden).

            • Karla schrieb am 2. September 2011 at 18:36 - Permalink

              Ich sag ja: Wenn’s Gold nicht schon gäbe, müsste man es erfinden ;-)

              Aber im Ernst: die verwendete Menge in der Elektronik wird wahrscheinlich noch nicht mal ein Ausgleich dafür sein, dass Gold in der Zahntechnik vielfach durch andere Werkstoffe ersetzt wurde. Wenn es um den Werkstoffwert ginge, müsste eigentlich Silber dem Gold den Rang abgelaufen haben, weil man zum Beispiel das für Solarzellen brauchen kann, und das vergleichsweise massenhaft. Oder vielleicht wären ein paar seltene Erden eine gute Anlage.
              Nee, nee, die Erklärung für die Wertschätzung des Goldes findet man eher in der Metaphysik als in der Physik.

          • Cherio schrieb am 2. September 2011 at 18:31 - Permalink

            Gold würde ich übrigens nicht als realen Wert, auf einer Stufe mit Boden, ansehen. Man kann ja damit, soweit ich weiß, nicht allzu viel machen (industriell, im Sinne von Rohstoff).

            Als Rohstoff ist Gold eher unbedeutend, was den Verbrauch angeht. Ansonsten ist das eine ziemlich einfältige Sicht, denn Gold ist nichts anderes als Geld, es ist eine Währung . Und zwar seit es Geld überhaupt gibt, ohne eine korrupte Notenbank im Rücken, die sie beliebig vermehren kann.
            Und wenn lediglich “viele Leute” glauben, dass es einen Wert darstellt, müssen die Notenbanken ziemlich dämlich sein, da sie selbst Gold im Besitz haben.

            Man kann es nicht essen, das stimmt. Schon mal einen 50€ Schein gegessen? Der Unterschied zum Papiergeld ist der, dass Sie heute noch mit Goldstücken bezahlen können, selbst wenn die uralt sind. Weltweit.
            Versuchen Sie das mal mit einem Papierschein aus der Weimarer Republik.
            Dann kennen Sie den Unterschied zwischen Gold und Papiergeld.

    16. Paul Vincent schrieb am 2. September 2011 at 11:03 - Permalink

      Was mich hier, wie in vielen anderen Berichten in vielen anderen Medien stört ist einer der Kernsätze: “Griechenland ist nicht in der eigenen Währung verschuldet…”

      Ja verdammt, in welcher denn dann? In Franken, Yen oder Dollar?

      Oder aber ist der Euro die Währung der Deutschen, die wir nur gönnerhaft den Anderen zu Verfügung stellen?

      Der Argumentationslinie kann ich wohlgemerkt folgen; der Behauptung der Euro sei NICHT Griechenlands eigene Währung aber aus offensichtlichen Gründen nicht. Genauigkeit ist etwas was ich in solchen doch sehr fachlichen Argumentationslinien oft vermisse.

      • Spiegelfechter schrieb am 2. September 2011 at 11:11 - Permalink

        Du solltest die Sätze auch zu Ende lesen. Es geht darum, dass ein Land, das in seiner eigenen Währung verschuldet ist UND eine eigenständige Währungs-/Notenbankpolitik betreiben kann, nicht zahlungsunfähig werden kann. Letzteres trifft auf Griechenland zweifelsohne nicht zu,

    17. susi bibelmaus schrieb am 2. September 2011 at 11:10 - Permalink

      Gut dosiert, in seichten Häppchen, wird Zug um Zug am neuen Turm zu Babel gebaut. Schon einmal scheiterte das Vorhaben von „mit einer Stimme“ sprechen. Und auch dieses neue Bauwerk eines vereinigten Weltenbundes wird zwar gegen den Willen der Bevölkerungen eine bestimmte Zeit bestehen, in dieser Zeit unendliches Leid- Armut und Knechtung über die Menschen bringen, aber nur so lang, bis auch deren vorbestimmte Stunde abgelaufen ist. Wer sich jetzt als Befürworter positioniert, wird es später bitter bereuen.
      .
      Sind all die nüchternen Analytiker, die politisch problemorientierten Tüftler wirklich der Ansicht, dass die weltweiten Umbrüche, politischen Einschläge und bürgerliche Resignationen vor ihren Regierungen, alle nur durch entschieden händelbare Konfliktbewältigung gestemmt werden könnten, und Nachher ist alles wieder gut? Sehen sie nicht, …wohin die Reise bei all den globalen Zentralisierungen geht? Ein Land, ein Geld, eine Nummer, eine Ethik und… wie schon hier und da aus verschiedenen Statements herauszuhören – letztendlich eben auch: …ein Mann! Das sind keine wirren Verschwörungstheorien, dass sind Realitäten die sich zeitlupenförmig vor Ihren Augen abspielen! Weil es langsam geht wird die Gefahr nicht wahrgenommen.
      .
      .
      Nehmen Sie den Blick daher weg von dem was für Sie, und alle anderen, in den Vordergrund gerückt wird! Weg von Geld, weg von Regulierung, weg von Stabilität und weg von Sicherheit und Personen. Auf der Drehbühne vor dem Vorhang gibt man Ihnen das, was Sie sehen sollen, nicht das, was Sie sehen sollten.
      .
      Sehen Sie sich einst freie blühend souveräne europäische Staaten mit einer Fülle an kultureller Vielfallt und wirtschaftlicher Stabilität an, und vergleichen sie diesen Ist-Zustand von vor einigen Jahren mit dem heutigen herbeigeführten Soll-Zustand! Nicht das Geld, nicht die astronomischen Milliarden Summen sind das Problem. Dies sind nur Rauchbomben und Blendgranaten für Sie, damit Sie sich in dieser vermeidlichen Problembewältigung aufreiben und beschäftigt sind. Der eigentliche Schachzug stellt der lang geplante Zusammenschluss dieser so kaputt gemachten einst souveränen Staaten hin zu einem „globalen Imperium“ dar, dass dann mit „einer Stimme“ spricht! Der Weg zu einer Weltregierung mit einem Weltpräsidenten ist keine Utopie. Die Problemstemmer, die politischen Analysten und von sich eingenommene Intelektuelle, sind wie Hühner die Krümel aufpicken, welche der Bauer streut. Sie merken nicht, dass es zum Schafott geht.
      .
      susi

      • Till schrieb am 2. September 2011 at 12:46 - Permalink

        Hallo Bibelmaus
        Nicht dass ich dir bezüglich deinem Sendungsbewusstsein zu nahe treten wollte, aber dein Kommentar, welcher nicht deinem hier sonst üblichen Schreibstil entspricht, findet sich auch auf dem steinhoefel.de und blog.zdf.de.
        Das Problem ist meines Erachtens das, dass deine Textkonserven zwar ein interessantes Thema anschneiden (Apokalypse), hier aber ein wenig „déplacé“ sind.
        http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2011/08/31/rettungsschirm-und-demokratiedefizit/

        • susi bibelmaus schrieb am 2. September 2011 at 13:31 - Permalink

          Mit „Apokalypse“ hat das weniger zu tun, eher mit Beschreibung aktueller Zustände.
          .
          Wer will wirklich bestreiten, dass hinter den sich mehr und mehr ersichtlichen Zubringergleisen hinter der „Weiche“ nur noch „ein“ Gleis befindet? Wohin soll es laufen, wenn sich einst souveräne Staaten den „Gürtel enger“ schnallen müssen, wenn nicht zu einer global Manuskripten Verarmung der Bevölkerungen? Und wer die politischen Statements der führenden Köpfe aufmerksam verfolgt, hat schon die Richtung – hin zu einer globalen Regierung – vernehmen können. Mein Sendungsbewusstsein hat natürlich evangelische Wurzeln, und meine Inhalte werden durchaus Neutestamentlich gedeckt, doch mit abstrusen Verschwörungstheorien oder zusammengewürfelten Truther-Zeugs haben meine Meinungen nur eines gemeinsam: …nichts!
          .
          .
          Man kann die Zustände auch von mehreren Blickwinkeln betrachten. Mein „Augenmerk“ gewichte ich auf den linearen Bezug sich entwickelnder Prophetie biblischer Inhalte. Und wer meint, ist doch schon Ur-alt – dass kleine Buch und vom Zahn der Zeit längst überrollt, will die dort beschriebenen Texte für eine erst noch kommende Zeit nicht wahrhaben.
          .
          .
          Und auch richtig, seit einigen Wochen arbeite ich mit Textbausteinen. Warum? Weil es einfach immer dieselben Themen sind: Euro, Geld, Euro, Banken, Geld, Sparen… E ur o, …Sparmassnhamen…. Eu…, G..eld…. … ..
          .
          susi

          • sternberg schrieb am 4. September 2011 at 06:43 - Permalink

            guck mal susi,

            watt die drei jungs hier machen:

            http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Q8gttC6P3bE

            drei gay lions mit ner menge spass zusammen:)) aber das ist doch die hauptsache.

            in diesem sinne, nen schönen sonntag:))

    18. Egal schrieb am 2. September 2011 at 12:59 - Permalink

      Etwas OT, weil Eurokrise nicht in Zahlen, sondern mal in leibhaftigen Personen:

      Nämlich ein sehr interessantes Gespräch in der FAZ zwischen Anton Börner (Gross- und Aussenhandelspräsident) sowie Marie-Christine Ostermann, Vorsitzende des “Verbandes Junger Unternehmer’.
      Interessant vor allem, weil hier ein langjähriger neoliberaler Vorkämpfer, der seine Felle jetzt davon schwimmen sieht, mit einer grenzdebilen neoliberalen Hardlinerin diskutiert, was im Endeffekt eine köstliche Komik um den richtigen neoliberalen Weg erzeugt und die weiteren Stationen sichtbar werden, die uns im Abstiegskampf erwarten.

      Auszüge:
      Ostermann: “Wir jungen Unternehmer sind große Euro-Fans.’
      (wer diese Blondine, Typus Beruf Tochter, Hobbys Golf und Pferde, mal bei Anne Will gesehen hat, bekommt hier schon den ersten fetten Grinser :-)

      Ostermann: ‘Das finde ich sehr kurzfristig gedacht. Die einzige Lösung liegt darin, dass die Schuldenländer ihre Staatsfinanzen in den Griff kriegen. Das werden sie nur, wenn sie wissen, dass sie selbst haften. Würden Sie etwa persönlich für Griechenland oder Portugal haften? Das widerspricht doch dem gesunden Menschenverstand.’

      Wohlgemerkt, sie will nicht, dass die etwa aus dem Euro austreten (was eine Lösung wäre), sondern sie sollen sparen, sparen, sparen. Die “erfolgreichen” Massnahmen in Griechenland lassen grüßen.

      Börner: ‘Die verbindliche Gläubigerbeteiligung wäre völlig verkehrt. Staatsanleihen gelten heute als hundertprozentig ausfallsicher, das sagen die staatlichen Richtlinien, etwa Basel III. Deswegen müssen Investoren dafür kein Eigenkapital vorhalten. Darauf müssen Investoren weltweit vertrauen können. Wird das über Nacht ausgehebelt, bringt das die Märkte in einer Weise durcheinander, die wir nicht überleben können.

      Geil. Endlich sagt mal einer klar heraus, was Sache ist: der default von Staatsanleihen wird das Finanzsystem zusammenbrechen lassen. Und genau deshalb werden Schäuble und Merkel auch noch den letzten Steuer-Euro und das AAA opfern, nur um da drum herumzukommen.

      Börner: ‘Wir müssen in die Souveränität eingreifen. Noch haben Deutschland und Frankreich die Zeit, den betroffenen Euroländern die Regeln zu diktieren. Die Chance müssen wir nutzen.’

      So sieht die EU im Jahr 2011 aus…Was ist eigentlich, wenn die Einwohner in den betroffenen Ländern sich die Regeln nicht diktieren lassen wollen? Kommt dann die Bundeswehrmacht?

      FAZ: Wer rekapitalisiert die Banken?
      Ostermann: Am Ende die Steuerzahler, das ist hart. Aber alles andere macht die Probleme nur noch schlimmer.

      Ach nee, der Steuerzahler soll den Neoliberalismus retten. Das ist ja mal ganz was Neues. :-)

      Von kriegerischer Rhetorik des Souveränitätsentzugs bis zu Beschimpfungen von französischen Demonstranten ist alles dabei. Die innere Logik und der tendenzielle Faschismus des Neoliberalismus werden wunderbar offenkundig. Der Kapitän und der erste Offizier diskutieren, ob man mit voller oder doch nur halber Kraft auf den Eisberg auflaufen will. Echt geil. Lesetip.

      • Till schrieb am 2. September 2011 at 13:38 - Permalink

        (wer diese Blondine, Typus Beruf Tochter, Hobbys Golf und Pferde, mal bei Anne Will gesehen hat, bekommt hier schon den ersten fetten Grinser :-)

        Frau Ostermann sass in dieser Runde bei Anne Will. Als sie zu sprechen begann, lief es mir kalt den Rücken hinab. Sie redete nicht nur Stuss, sie wurde auch noch knallrot im Gesicht beim Sprechen, weil sie nicht ausatmete und weil sie sich in Rage redete, dabei aber immer die gleichen Floskeln (Transferunion, Transferunion) gebrauchte. Es war einfach nur peinlich – Gysi war zuerst auch nur irritiert, fasste sich dann aber ganz schnell und führte sie in der Folge nur noch vor. Zu meinem Erstaunen tauchte sie dann bald wieder bei Anne Will auf. Ich glaube, Frau Ostermann wird von Anne Will nur deshalb eingeladen, um die Position der Neoliberalen lächerlich zu machen. Dass diese Frau Ostermann 1500 Jungunternehmer vertritt ….
        Grenzdebil trifft es schon ganz gut.

    19. questionmark schrieb am 2. September 2011 at 14:23 - Permalink

      OT:

      Heute schon heise gelesen? Wird es den datenschutzfreundlichen 2-Klick-Like-Button auch hier geben oder darf facebook (weiter) spionieren, auch wenn man da gar nicht ist?

    20. viosz schrieb am 2. September 2011 at 16:11 - Permalink

      Je mehr Schulden ein Staat hat, desto reicher sind seine Bürger. Warum soll ein Staat die Spareinlagen seiner Bürger durch höhere Steuern plündern müssen, und den privaten Konsum beeinträchtigen, um seinen hoheitlichen Aufgaben wie Verwaltung und Infrastrukturpflege nachzukommen und damit erst privates wirtschaftliches Handeln zu ermöglichen?

      Ein Staat kann nie wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen behandelt werden und auch nicht “wirtschaften”. Denn der Staat ist das Gegenteil von Privat.

      “Der Bürger finanziert den Staat” ist neoliberales Brainwashing vom feinsten und die Umsetzung durch den Zwang, die Vorfinanzierung seiner hoheitlichen Aufgaben durch private Kredite durchzuführen hat uns mit in die derzeitigen Krisen geführt.

      Indem die Neoliberalen den Staat in seiner Refinanzierung künstlich beschränken, geben sie sich selbst die Legitimation zum Abbau von Bürgerrechten und privatem Wohlstand bei einem Großteil der Bevölkerung.

      Der direkte Zugriff auf die Staatsfinanzen (wie die US sie haben) muss nicht wie dort in einem vom Staat finanzierten gigantischen Militärapparat münden, der in der Welt für Unordnung sorgt.
      Man könnte damit auch für alle Bürger eine Arbeitsplatzgarantie zum Mindestlohn schaffen und die dabei ausgegebenen Gelder durch Steuer wieder einsammeln.

      Arbeitslosigkeit ist von den Neoliberalen zur Einschüchterung der Angestellten gewollt und kein unbedingtes Muss. Stellt das mal in Frage anstatt auf den “faulen Griechen” rumzuhacken.

      • Cherio schrieb am 2. September 2011 at 19:49 - Permalink

        Je mehr Schulden ein Staat hat, desto reicher sind seine Bürger.

        Ich schlage vor, dass wir die Steuern massiv senken und gleichzeitig die Staatsausgaben massiv erhöhen. So explodieren die Schulden und mit ihnen auch die Vermögen der Bürger.

        Alle wären zufrieden und lebten glücklich bis an ihr Ende.

        • viosz schrieb am 5. September 2011 at 13:57 - Permalink

          Wo ist das Problem dabei, wenn der Staat die Geldschöpfung offiziell übernimmt und seiner Pflicht der Schaffung von Vollbeschäftigung, also Anstellung für jeden, der arbeiten will, nachkommt?

          Ich schlage vor, dass wir die Steuern massiv senken und gleichzeitig die Staatsausgaben massiv erhöhen. So explodieren die Schulden und mit ihnen auch die Vermögen der Bürger.

          Ja, dass ist dann der Fall, er schöpft zinsfreies Geld, mit welchem er seine Aufgaben bezahlt und durch Steuern wieder einsammelt.
          Hohe Vermögen sind dann auch nicht mehr DAS Problem, denn auch Luxusartikel brauchen Käufer.

          Natürlich muss der Staat dann auch dafür sorgen, dass für die umlaufende Geldmenge auch genug Waren vorhanden sind, sonst steigt die Inflationsrate. Aktive Geldpolitik eben.

          • Serious Sam schrieb am 5. September 2011 at 14:15 - Permalink

            Wo ist das Problem dabei, wenn der Staat die Geldschöpfung offiziell übernimmt und seiner Pflicht der Schaffung von Vollbeschäftigung, also Anstellung für jeden, der arbeiten will, nachkommt?

            Wie Nordkorea, Kuba etc. zeigen, ist das Problem daran, dass die Menschen in solch ‘fortschrittlichen’ Systemen erheblichen Unbillen ausgesetzt sind.

            • aquadraht schrieb am 6. September 2011 at 06:31 - Permalink

              warum haben rechte immer nur die selben phrasen im karton? schreibt die euch einer vor?

              a^2

            • viosz schrieb am 8. September 2011 at 09:23 - Permalink

              So ziemlich jeder Staat mit eigener Währung ist in der Lage, die Geldschöpfung selbst zu verwalten.

              Wie Nordkorea, Kuba etc. zeigen, ist das Problem daran, dass die Menschen in solch ‘fortschrittlichen’ Systemen erheblichen Unbillen ausgesetzt sind.

              Auch das Gov der USA druckt über die FED Geld (Quantitative Easing), Japan macht es über die BoJ im große Stil …

    21. Peter Fischer schrieb am 2. September 2011 at 16:35 - Permalink

      Zitat: “Eine echte Option stellt jedoch die Einführung von Eurobonds dar. Vor allem Portugal würde davon profitieren, da das Land selbst unter dem Schirm der „Rettungsprogramme“ weitaus höhere Zinsen zahlen muss, als bei dem zu erwartenden Zinskurs der Eurobonds. Ein echter Befreiungsschlag für die angeschlagenen Euroländer wäre jedoch erst eine weitere Senkung des Zinsniveaus, durch die diese Staaten in die Lage versetzt wären, nicht nur die Zinsen zu bedienen, sondern auch die Gesamtverschuldung abzubauen. ” Zitat Ende.

      Was der Autor hier überhaupt nicht bemerkt, ist, dass ein Abbau der Schulden mit der Verringerung der Geldmenge einher geht, da Geld Schuld ist, was im Klartext bedeutet, keine Schulden = kein Geld.

    22. egalitarist schrieb am 2. September 2011 at 17:48 - Permalink

      ist doch ganz klar:
      Das erhoehte Risiko (durch moeglichen Zahlungsausfall – sprich Staats-Insolvenz)fuer Investoren in Staatsanleihen diverser Laender ist kein Zufall, sondern definitiv gewollt!
      Denn, haetten die Investoren kein Risiko zu tragen, gaebe es auch keinen Profit mit zu machen..! Und sonst bringen Investoren doch nichts fertisch – ausser “Verantwortung zu uebernehmen”..

      greetz

    23. langlode44 schrieb am 2. September 2011 at 20:01 - Permalink

      Die Damen und Herren, die sich die Märkte nennen, deren Handeln nicht nur unverantwortlich, sondern höchst kriminell ist, bemerken überhaupt nicht, dass sie nur heisse Luft auf ihre Konten packen. Betrachte ich mir die gesamten Vermögen die angehäuft wurden, auch mit diesen Spekulationen, setze die reale Wirtschaftskraft dagegen, so wird schnell klar das diese Geldvermögen niemals
      mehr realisiert werden können. Das Ende wird ein unvorstellbares Desaster, die
      Gefahr einer weltweiten fürchterlichen Barbarei ist nicht mehr von der Hand zu
      weisen.
      Es ist höchste Eisenbahn diesen Unfug zu beenden und mittels eines freien, nicht zins- und tilgungspflichtigem Geld eine neue, solidarische Gesellschaft aufzubauen.
      Das Festhalten an der heute gültigen BWL/VWL, dem Wirtschaften zum Zwecke eines Geldgewinns wird die Menschen bereits in naher Zukunft in ein fürchterliches jeder gegen jeden, alt gegen jung, arm gegen arm, verwickeln.
      Die Peripherie brennt schon, der Brand wird sich ins Zentrum durchfressen, wer was anderes glaubt, ich hab da noch ne Brücke in Brooklyn im Angebot….

      3000 Jahre Geldwirtschaft sind genug, lasst uns was neues anfangen !

      • Lada schrieb am 3. September 2011 at 21:48 - Permalink

        Du hast da leider einen kleinen Denkfehler: GeldVERMÖGEN ist eine Zustandsgröße, d.h. ein Wert für eine Größe zu einem bestimmten Zeitpunkt, bspw. 2010. Die Wirtschaftskraft und ich nehme an, damit meinst du das BIP, ist aber eine STROMgröße, d.h. der Wert der Waren, die in einem Jahr produziert werden.
        Beides gegenüber zu stellen ist aber Äpfel und Birnen zu vergleichen.

        • langlode44 schrieb am 3. September 2011 at 22:17 - Permalink

          Nein da ist kein Denkfehler, die Wirtschaftskraft ist nicht das BIP – dies ist nur der in Geld ausgewiesene Ertrag einer Volkswirtschaft innerhalb eines Zeitraumes und enthält so nebenbei bemerkt allerlei unsinniges -. Unter Wirtschaftskraft ver-
          stehe ich die Fähigkeit einer Volkswirtschaft reale Güter herzu-
          stellen, und dieser Fähigkeit sind Grenzen gesetzt, Zeit, Energie, Rohstoffe im wesentlichen. Im Gegensatz dazu ist dem Wachsen der Geldhaufen rein theoretisch keine Grenze gesetzt. Sie wachsen und wachsen und wachsen, durchaus exponentiell.
          Was in den Glaspalästen, die Märkte, oh die Märkte, die heiligen
          Arschlöcher des Kapitalismus, derzeit “produziert” wird ist nur noch heisse Luft.

          Zum Abrunden des ganzen:
          http://www.youtube.com/watch?v=Ejlc73CvvRg
          Ich glaub hatte Jens Berger schon mal hier verlinkt.

          • Lada schrieb am 3. September 2011 at 22:35 - Permalink

            Also zu Lesch: Da sehe ich keinerlei Zusammenhang zu dem gesagten. Er schwafelt ein bisschen und das wars.

            Ich seh, worauf du hinaus willst. Ich stimme auch zu, dass im BIP viel Quark enthalten ist, bzw. quantitative Steigerungen alleine nicht ausreichen (Ausgaben zur Beseitigung von Umweltverschmutzungen steigern dieses z.B.). Problematisch wird es allerdings, sobald du anfängst, von “realen Wirtschaftsgütern” zu reden. Was ist denn real? Alles was ich anfassen kann? Hat das programmierte PC-Spiel, das nur als 0und1 auf einer CD Platz findet keinerlei realen Wert? Was ist mit einer Versicherung, deren mögliche zukünftige Leistung ich heute bezahle? Das BIP scheint ein schlechter Indikator, aber es durch einen noch schwammigeren Begriff zu ersetzen erscheint mir nicht sinnvoll.
            Die zweite Frage ist dann natürlich, was du unter “Geldvermögen realisieren” verstehst. Selbst wenn Geld exponentiell wächst und die Wirtschaftskraft nicht, dann hat das eben zur Folge, dass die Preise sich ebenfalls anpassen.

            • langlode44 schrieb am 3. September 2011 at 23:06 - Permalink

              Lesch schwafelt nicht, der weis was er sagt, er beschreibt den Zustand der sich grade an den Märkten, oh die M…usw. abspielt.
              Er ist kein Ökonom, ich bins auch nicht, aber 1 und 1 krieg mer noch zusammen.
              Wetten tu ich nicht, da würd ich zu den Märkten gehören, die M…usw usf, aber ich geb mal einen vor, bis spätestens Ende Oktober schwerer Börsen- und Bankencrash, möglicherweise sogar die komplette Zerstörung des Weltfinanzsystems, das wird
              nicht lustig…
              Ich mag den Begriff Waren und Dienstleistungen nicht, denn Dienstleistungen sind auch Waren, beides ist letztendlich nur zum Verkauf auf den diversen Teilmärkten zum Zwecke der Gewinnerzielung bestimmt.
              Güter dienen der Bedarfs- und Bedürfnisbefriedigung, sie müssen nicht zwangsläufig Waren sein. Auch wenn ich selbst kein Zocker bin, auch ein PC Spiel kann ein Gut sein.
              Geldvermögen können sicher ne Weile wachsen – aber irgendwann muss was handfestes her, sonst inflationiert das Geld einfach weg, ist ja nicht der Sinn des Investors, dieses heiligen…

            • Lada schrieb am 4. September 2011 at 10:17 - Permalink

              Lesch schwafelt also nicht? Wieso braucht er dann über eine Minute um seine Zuhörer auf die paar inhaltsvollen Sätze einzuschwören, die er anschließend von sich gibt? Ich heiße das treiben an den Finanzmärkten (und auch an einigen anderen) ebenfalls nicht gut, aber was hat das mit meiner Anmerkung zum Vergleich von Äpfel und Birnen zu tun?

              Dann prophezeihst du den Finanzcrash im Oktober. Natürlich, auszuschließen ist gar nichts. Ist aber interessant, wie einige die VWL als Esoterik oder Religion abtun, dann selber ganz einfach in die Prophetie abwandern und dann anscheinend mit zweierlei Maß messen. Nun gut, ich bin gespannt, eine zwingende Notwendigkeit dessen sehe ich allerdings nicht (auch wenn die Zeiten alles andere als einfach sind).

              Waren und Dienstleistungen sind für dich also alles Waren. Und dann bringst du noch den Begriff Güter mit rein. Vom eigentlichen Problem, dass Wirtschaftskraft (als BIP oder ein von dir erstellter Indikator) und Geldvermögen nicht direkt vergleichbar sind, haben wir uns allerdings weiter entfernt.
              Zum Weginflationieren nur soviel: Warum sollte daraus ein Finanzcrash folgen, den du hier ja prophezeihst? Du mixt die beiden Dinge in deinem Post ohne eine (kausale) Verbindung zu liefern.

            • OAlexander schrieb am 4. September 2011 at 13:17 - Permalink

              @ Lada

              Ein erneutes Beispiel dafür , dass zahlreiche Posts hier einen gewissen Unterhaltungswert hätten wenn sich nicht mit diesem unerhörten Bierernst und dieser unerhörten Selbstgewissheit vorgetragen wereden würden. Um dich hier von einem Beitrag bei “Zinskritik” hier zu paraphrasieren. (Dort schon wieder ein ungeheuerlich idiotisches Post, das aber auf meine Antwort verzichten muss;)).

              Es wäre schon viel gewonnen, wenn eine grosse Anzahl der Poster anerkennen könnten, dass es sich hier um ein “mitte-links”, “sozialdemoratisches”-Blog von Jens Berger handelt. die Begriffe in Anführungszeichen sind, bis zur Etablierung etsprechender Ersatzbegriffe in der “Alten Währung” zu verstehen.

              Wir können natürlich komplett neue Gesellschaftsmodelle aufbauen, nur, alleine schon unter den Radikalpostern besteht nnicht die geringste Einigkeit was die eigentlich wollen. Mit-Kommentator “Lemm Caution” äusserte hier einmal scherzhaft mal Verständnis fuer “Uncle Joe” Stalin, der, des ganzen überdrüssig, seine eigene Art und Weise zur Bewältigung dieses Problemes hatte.

              Die grundlegende Ablehnung mathematischer Grundprinzipien ist ungeeignet zur Ideologiestiftung.

            • Till schrieb am 4. September 2011 at 14:38 - Permalink

              @OAlexander

              …wenn eine grosse Anzahl der Poster anerkennen könnten, dass es sich hier um ein “mitte-links”, “sozialdemokratisches”-Blog von Jens Berger handelt

              Ach so, ich dachte hier könnten auch solche ihre Meinung kundtun, welche sich ausserhalb von mitte-links definieren.

              …alleine schon unter den Radikalpostern besteht nicht die geringste Einigkeit was die eigentlich wollen

              Bist du der Ansicht, dass die “moderaten” nicht-radikal Kommentierenden wissen, was sie eigentlich wollen ?
              Müssten alle folgende Überzeugung/Meinung/Einstellung haben:
              zinsbefürwortend
              demokratiegläubig
              wettbewerbsbejahend
              amerikaunkritisch
              atheistisch
              evolutionsüberzeugt
              rechtshändig
              drogenunabhängig
              heterosexuell
              nichtvegetarisch
              verschwörungstheorierestitent
              wirtschaftswachstumsfreundlich
              Arbeit-muss-sich-lohnen-verteidigend
              …. das wäre doch langweilig hier!

              …wenn sie nicht mit diesem unerhörten Bierernst und dieser unerhörten Selbstgewissheit vorgetragen würden

              Deshalb lese ich deine Kommentare auch immer wieder gerne …

            • Lada schrieb am 4. September 2011 at 16:39 - Permalink

              @ Till:

              Natürlich darf man andere Meinungen vertreten. Allerdings: Als erstes sollte man sich bewusst sein, dass dies eben Meinungen sind, keine Wahrheiten/Fakten/Tatsachen oder natürliche Gesetzmäßigkeiten.
              Desweiteren macht es eben keinen Sinn, Jens Beiträge ständig daraufhin zu kritisieren, dass er nicht die Weltrevolution ausrufen will.

            • OAlexander schrieb am 4. September 2011 at 17:39 - Permalink

              @ Till

              Effektive Diskussionen sollten nicht nur Unterschiede ausarbeiten sondern auch Gemeinsamkeiten herausarbeiten können. Dies wird vornehmlich dadurch ermöglicht, dass die Diskusonsteilnehmer einen gewissen Kanon Teilen der weiter geht als “ich bin gegen” den Status Quo”. Hier handelt es sich um ein es sich hier um ein “mitte-links”, “sozialdemoratisches”-Blog von Jens Berger Dies gibt die Bandbreite der Diskussion vor. Teilnehmer sollten sich also schon mal im Grunde darüber einig sein, dass Geld und Zinsen Teil eines normalen Lebens sind, so wie dies der Gastgeber vorsieht. Da kann man sich dann produktiv über Details austauschen, aber die ständige Generalinfragestellug bringt nichts.

              Ich kann mich natürlich ständig bei Diskussionen auf kath.de über das Leben von Paulus einschalten und immer wieder wiederholen, dass es das liebe Jesulein gar nicht gegeben hat, oder auf mises.org nachhaltig für eine Vergesellschaftung der Banken einsetzen: das wäre absurd. In etwa genauso absurd wie etwa 2/3 der Beiträge auf dieser Seite

              In einen solchen Umfeld kann man nicht mehr Diskutieren mit dem Versuch dazuzulernen, sondern sich nur gegenseitig mit “Meinungen” bewerfen. Viel zu viele wertlose Monologe, die nur die Autoren selbst interessieren.

            • Das kleine Dummerchen schrieb am 4. September 2011 at 19:24 - Permalink

              Hier handelt es sich um ein es sich hier um ein “mitte-links”, “sozialdemoratisches”-Blog von Jens Berger Dies gibt die Bandbreite der Diskussion vor. Teilnehmer sollten sich also schon mal im Grunde darüber einig sein, dass Geld und Zinsen Teil eines normalen Lebens sind, so wie dies der Gastgeber vorsieht.

              hach, dat haste nu aber schön jasacht…

              etwas plumpere Zeitgenossen würden sagen, dies ist ein Blog eines eingebildeten Besserwissers, der in den 70ern stehengeblieben ist, sein angebliches VWL-Studium nicht mit entsprechender Karriere zu nutzen weiss/kann, lern und erkenntnissrestistent ist, wie in “mitte-links” und “sozialdemoratie” wohl heute usus ist, stattdessen aber für alle Abweichler viel Häme, Arroganz und den Lösch-Button in ausreichender Menge bereithält…

            • Martin schrieb am 4. September 2011 at 20:36 - Permalink

              @Till
              Halt’ Dich hier raus!
              Es wurde in der Vergangenheit schon gelegentlich bemerkt, dass dies ein Fachblog nur für Insider ist. Also für Finanzwissenschaftler, Wirtschaftsweise, kurzum alle, die sich berechtigterweise als Fachleute mit profundem Wissen über ein Kunstkonstrukt wähnen.
              Die Kinder wollen hier in ihrer Trance ungestört in völliger Übereinstimung um ihr goldenes Kälbchen tänzeln. Wer von der Materie nichts versteht, vulgo nicht ausreichend Gehirngewaschen ist, stört.

              BTW: wozu dient eigentlich dieses Kästchen
              “Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare per eMail.”?
              Ob man das nun anhackerlt oder nicht – das Ergebnis ist das selbe – bisschen aufdringlich.

            • Lada schrieb am 4. September 2011 at 22:31 - Permalink

              Der Pöbel entblößt sich selbst. Ganz großes Kino =)

            • OAlexander schrieb am 5. September 2011 at 02:17 - Permalink

              @ Das kleine Dummerchen / Martin

              Der Wirt ist ein “besserwisserischer” Betrüger der die Gäste mit “Häme und Arroganz” bedient, das Bier ist schal und uralt (aus den 1970ern). Solange du immer wieder gerne in die Kneipe zum stänkern vorbeischaust kann es nicht so arg sein.

            • Till schrieb am 5. September 2011 at 02:40 - Permalink

              Na dann, Prost …

            • schwitzig schrieb am 5. September 2011 at 09:00 - Permalink

              @oAlexander.

              Wir können natürlich komplett neue Gesellschaftsmodelle aufbauen, nur, alleine schon unter den Radikalpostern besteht nnicht die geringste Einigkeit was die eigentlich wollen.

              Ich lese Deine Beiträge eigentlich immer sehr gerne, auch wenn ich nicht alle Deiner Positionen teile. Sie bringen aber eigentlich immer einen Mehrwert. Und ähnlich sehe ich das mit “Radikalpostern”, da ich nicht unbedingt einen Konsens wichtig finde, sondern davon profitiere, auch radikale oder völlig gegensätzliche Standpunkte kennenzulernen.
              Überspitzt: Die prügelnde Baseball-Glatze erlaubt einem Einblicke aus einer völlig fremden Perspektive. Man muss dadurch nicht Verständnis aufbringen, aber es hilft, die Entstehung und Urspünge solcher Positionen zu begreifen und wenn es irgendwann mal darum gehen sollte, tatsächlich etwas zu gestalten, ist man über solche Positionen informiert und kann mit ihnen umgehen.

            • OAlexander schrieb am 5. September 2011 at 14:39 - Permalink

              @ schwitzig

              Danke fürs freundliche Wort. Ich sehe schon, was du meinst. Ich erfahre ja auch immer gerne was Neues. Nur sollte das halt in Form und Umfang doch in angemessener Form erfolgen. Auch, wenn man einmal irgendwo was gelesen hat, was einem halbwegs plausibel erscheint muss man das nicht gleich marktschreierisch als die einzige biblische Wahrheit verkünden und alle anderen laut zu ignoranten Volldeppen erklären. Auch ein gewisser Respekt dem Gastgeber gegenüber sollte als normal gelten. Wie sagt man doch immer so schön: die geschächtete Sau scheut den Moslem.

          • Ludwig schrieb am 5. September 2011 at 10:44 - Permalink

            Die zentrale und erste Größe ist das Verwertungsproblem. Exponentielles Geldwachstum zu kritisieren, ohne auf die Wachstumsgröße zu gucken, ist bornierte Dummheit und ein Zeichen dafür, den Verwertungszusammenhang nicht begriffen zu haben, ja noch nicht einmal darstellen zu können.
            In den Glaspalästen der Finanzmärkte wird gerade ja nicht produziert, sondern vernichtet, um den Reibach bestimmter Finanzmarktakteure zu sichern. Es ist das Gegenteil des Nasdaq-Prinzips, bei dem Investoren ohne Dividenden-hafte Gegenleistung Investitionen finanzieren in der Erwartung, über Skaleneffekte, welche als fiktives Kapital auftreten bzw. als solches erwartet werden, Rendite zu erzielen.
            Es ist ja gerade nicht so, dass derzeit keine realen Güter hergestellt werden würden, aber die Finanzmärkte sind nicht in der Lage, die Finanzierung zu sichern, obwohl ein kapitalistisches System bei entsprechender Regulierung durchaus noch Möglichkeiten dafür hätte.

        • langlode44 schrieb am 3. September 2011 at 22:49 - Permalink

          Noch kurz zum Geldvermögen, da Geld selbst ja schon das Erpressungsmittel schlechthin ist, potenziert sich diese Eigen-
          schaft mit der Geldhortung. Wir schreiben nach wie vor eine Bilanz, heist schlicht und ergreifend das Vermögen des einen ist
          die Schuld des anderen. Geld horten (nicht das sinnvolle Sparen auf ein sinnvolles Produkt – das ist keine Hortung) zum Zwecke seiner Selbstvermehrung ist in einer geldbasierten Gesellschaft
          immer destruktiv. Es vermindert die Fähigkeit der Gesellschaft sich
          auf gleichem Niveau fortwährend zu reproduzieren, Kreditaufnahme wird erforderlich, die Verschuldung steigt, die Zinslast steigt, kurz gesagt, wir haben kein Schulden-, sondern ein Hortungsproblem.

      • Martin schrieb am 5. September 2011 at 12:28 - Permalink

        @ OAlexander – den Vollchecker
        Mich ein kleines Dummerchen zu nennen ist durchaus gerechtfertigt. Ich weis das und habe auch schon mehrmals offen bekundet, mich mit der Finanz- und Wirtschaftswissenschaft nicht auszukennen.
        Das hindert mich nicht daran, hier meine Aussenansicht zu posten. Und da fallen mir bei diesem Artikel ganz besonders die Vollchecker auf, wie sie eitel umeinander herumgockeln – einer schlauer als der andere. Und manche machen dann auch noch Jens’s Prokurist und geben die Blogregeln zum besten …
        Was ich Dir mit meinem Post sagen wollte ist, in anderen Worten: Du klammerst Dich an das bestehende System, weil Du es kennst zu kennen glaubst.
        Du erinnerst mich damit an die Leutchen, die anno tobak “ihr” Windows 3.11 nicht aufgeben wollten. Die hatten unglaublich Zeit investiert dieses kennen zu lernen und waren mittlerweile tatsächlich in der Lage dieses (Scheiß-)System leidlich am laufen zu halten. Sie wollten es nicht aufgeben, weil ihnen klar war, dass sie danach mit ihrem ganzen schönen Wissen rein gar nichts mehr anfangen können würden.
        Und ganz genau so geht es Dir: Du weisst, wenn es dieses mühsam kennengelernte Finanz- und Wirtschaftssystem nicht mehr gäbe, könntest Du nicht mehr mitreden, wärst Du, dann offen für jeden sichtbar, ein kleines Dummerchen.

        • OAlexander schrieb am 5. September 2011 at 14:57 - Permalink

          @ Martin
          “Vollchecker” trifft auf mich voll zu: wenn ich richtig voll bin, meine ich am besten alles zu checken. Nun das aus dem Weg: wenn du die zwei, drei oder vier Post über den meinen, auf das du dich hier beziehst, wirst du checken, dass du nicht genug gecheckt hast und dich hier grossteilig zu unrecht über mich beklagst. Dann ziehen wir hier eine gewisse Überreaktion ab, die aufgrund einer Fehleinschätzung der Situation deinerseits entstand und die persönlichen Angriffe sind aus der Welt geschafft. Mit dem Rest können wir leben, denke ich mal.

          Mit freundlichen Grüßen,
          ppa. OAlexander.

        • Das kleine Dummerchen schrieb am 5. September 2011 at 14:57 - Permalink

          Mich ein kleines Dummerchen zu nennen ist durchaus gerechtfertigt

          @Martin, mit det Dummerchen hat er mich gemeint, eins über dir…
          übrigens ist dein Post eine schöne klare Ansage, der ich vollumfänglich wohl zustimmen kann…

          • OAlexander schrieb am 5. September 2011 at 15:09 - Permalink

            Hat Martin sich mit fremden Federn geschmückt, der Sack.

    24. lemmy caution schrieb am 3. September 2011 at 07:30 - Permalink

      Spanien und Irlands gute Zahlen 2000 bis 2009 sind nicht so extrem, gehen aber schon in Sachen Aussagekraft in die Richtung der Rendite von streckenweise 40% der Deutschen Bank. Oder die zweistelligen Wachstumsraten Venezuelas 2005 bis 2007. Bitte über letzteres nicht diskutieren.

    25. Till schrieb am 3. September 2011 at 11:30 - Permalink

      Wenn ich die Wirtschaftsnachrichten der führenden Tageszeitungen heute lese, so scheint es einen ungemütlichen September zu geben. Weil mehrere negative Faktoren zusammenkommen.
      http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/
      http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/anleger-fuerchten-neuen-horror-monat/4569642.html

      Oder ist es nur PR zugunsten von Spekulaten ?
      “Es bleibt zum Schluss das Bekenntnis, auch nach einer solchen Woche und auch nach der immer wieder kommenden Erfahrung, wie mächtig PR ist und wie schwach die Versuche der Aufklärung sind … (NDS, 2.9.2011)”
      Mögen den NDS selektive Wahrnehmung – was PR auf den Leim gehen betrifft – erspart bleiben.

    26. sternburg schrieb am 3. September 2011 at 21:35 - Permalink

      wauuuuuhhhhuuu ist das schön http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kHsFhFtWm9o#! passt grad mal wieder nicht zum thema: ))
      ich muss los. euch eine schöne nacht

    27. zeno(bit) schrieb am 4. September 2011 at 07:50 - Permalink

      und diese am Nasenring durchs Kasino führen

      Apropo – kann mir jemand das hier erklären?

      Die Ratingagentur Standard & Poor’s würde Eurobonds mit der Note bewerten, die der schlechteste der garantierenden Staat hat. Wäre also Griechenland dabei, bekäme das Papier Ramschstatus zugewiesen.

      http://www.ftd.de/finanzen/:schuldenkrise-fuer-s-p-sind-eurobonds-ramsch/60099640.html

      Also ich verstehs nicht..

      Ps. Gut recherchierter Artikel -Danke (bin jetzt erst zum Lesen gekommen)!

      • devnull schrieb am 5. September 2011 at 00:39 - Permalink

        Nur mal ‘nen Versuch:
        Also was Eurobonds wirklich leisten (sollen?) weiss eh keiner. Oder in etwa so viel wie ‘ne EU-Wirschaftsregierung (ohne konkrete Benennung der Aufgaben). Was ich so mitgekriegt hab erhoehen sich die Faelligkeiten der Partner eines Mitglieds der Eurobonds um den Anteil des ausfallenden Mitglieds. Also GR raus +2% usw, immer aufgeteilt auf den Rest bis nur Einer uebrigbleibt (ist sowas wie die Reise nach Jerusalem, nur hier bleibt am Ende ein Depp uebrig). Bei den Jumbo-Pfandbriefen wuerdest Du tatsaechlich die 2% Verlust haben, da der Rest nicht dafuer gerade steht (ist so ‘ne Art CDO), allerdings haben die Dinger nix (oder nur nur wenig) mit Bundeslaendern zu tun… Von daher vergleicht der ClownHerr wohl Birnen mit Aepfeln… Zeugt auch von der Kompetenz von S&P…

    28. Cosmo schrieb am 5. September 2011 at 00:17 - Permalink

      Großes Tennis!

      Danke!


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