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      na ja, die schublade heißt ‘keine ahnung’, die kennt hier...

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  • “Empörte Ökonomen” (V + VI)

    geschrieben am 13. September 2011 von Gastautor

    Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger

    Fehlbehauptung #5: Staatsausgaben müssen begrenzt werden, um die Staatsverschuldung zu senken

    Selbst wenn eine Zunahme der Staatsverschuldung zumindest teilweise auf einen Anstieg der Staatsausgaben zurückzuführen wäre, wäre eine Ausgabenkürzung nicht zwangsläufig ein Teil der Lösung. Dies liegt daran, weil die Dynamik der öffentlichen Verschuldung nur sehr wenig mit der Verschuldung privater Haushalte gemeinsam hat: Makroökonomik ist nicht auf das Wirtschaften eines Haushalts reduzierbar. Die Dynamik der Schulden ganz allgemein hängt von verschieden Faktoren ab: Dem Umfang der Nettokreditaufnahme, aber auch dem Abstand zwischen Zinssatz und nominaler Wachstumsrate einer Volkswirtschaft.

    Wenn letztere niedriger ist als das Zinsniveau, wird die Verschuldung automatisch wegen des „Schneeballeffekts“ ansteigen: die Summe der Zinszahlungen explodiert, ebenso wie die Gesamtverschuldung (einschliesslich der Zinszahlungen). Auf diese Weise resultierte die von Bérégovoy anfang der 1990er Jahre eingeführte und trotz der Rezession 1993-94 beibehaltene Politik des „starken Franc“ in einem über der Wachstumsrate liegenden Zinsniveau, was den Anstieg der französischen Staatsverschuldung in diesem Zeitraum erklärt. Derselbe Mechanismus verursachte auch den Anstieg der Staatsverschuldung in der ersten Hälfte der 1980er Jahre, als Konsequenz der neoliberalen Revolution und der Hochzinspolitik, angeführt von Ronald Reagan und Margaret Thatcher.

    Die Rate des Wirtschaftswachstums als solche ist jedoch nicht unabhängig von den öffentlichen Ausgaben: kurzfristig hält das Vorhandensein stabiler öffentlicher Ausgaben den Umfang von Rezessionen in Grenzen (durch „automatische Stabilisierer“); langfristig regen öffentliche Investitionen und Ausgaben (in Bildung, Gesundheit, Forschung, Infrastruktur etc.) das Wachstum an. Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, daß jedes Haushaltsdefizit zu einer Zunahme der Staatsverschuldung führt oder die Senkung des Defizits die Staatsverschuldung verringert. Wenn eine Senkung des Haushaltsdefizits sich lähmend auf die wirtschaftlichen Aktivitäten auswirkt, so führt dies sogar zu einer höheren Verschuldung. Neoliberale Nachrichtenanalysten heben hervor, daß einige Länder (Kanada, Schweden und Israel) sehr abrupte Ausgleiche ihrer Haushaltssalden durchsetzen konnten, denen unmittelbar ein Aufschwung nachfolgte.

    Das ist aber nur möglich, wenn der Ausgleich ein einzelnes Land betrifft, welches schnell seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber seinen Konkurrenten wiedererlangt. Augenscheinlich vergessen die Anhänger europaweiter Haushaltsausgleiche, daß die europäischen Länder Hauptabnehmer wie Wettbewerber für die anderen europäischen Länder sind, die EU als Ganzes betrachtet ist eine ziemlich geschlossene Volkswirtschaft. Der einzige Effekt einer gleichzeitigen und massiven Reduzierung der Staasausgaben wäre eine verschärfte Rezession mit einem weiteren Anstieg der Staatsverschuldung in Folge.

    Zur Vermeidung einer Finanzpolitik, die ein soziales und politisches Desaster auslöst, stellen wir die folgenden zwei Maßnahmen zur Diskussion:

    • Maßnahme 10: Das Niveau der sozialen Sicherung muss erhalten, wenn nicht gar erhöht werden.
    • Maßnahme 11: Öffentliche Ausgaben in Bildung, Forschung, Investitionen zum ökologischen Umbau etc. müssen erhöht werden, um die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum aufzubauen und eine deutliche Senkung der Arbeitslosigkeit herbeizuführen.

    Fehlbehauptung #6: Staatsverschuldung verschiebt die Last unserer Maßlosigkeit auf unsere Kindeskinder

    Dann ist da noch ein weiteres trügerisches Statement, das Hauswirtschaft mit Makroökonomie verwechselt: öffentliche Verschuldung wäre ein Wohlstandstransfer zu Lasten zukünftiger Generationen. Die öffentliche Verschuldung ist ein Wohlstandtransfer, jedoch hauptsächlich vom gemeinen Steuerzahler hin zu den Kapitaleignern.

    Jedoch, auf der Grundlage des Glaubens (der praktisch nirgends dokumentiert ist), daß niedrige Steuern Wachstum anregen und den Staatssäckel füllen, haben europäische Staaten seit 1980 die US-Fiskalpolitik imitiert. Kürzungen bei Steuern und Sozialbeiträgen (wie etwa bei Unternehmensgewinnen, den Spitzeneinkommen, beiVermögen, bei Arbeitgeberbeiträgen …) haben gewaltig zugenommen, aber ihr Einfluss auf das Wirtschaftswachstum blieb ausgesprochen ungewiss. Infolgesdessen hat diese konterumverteilende Steuerpolitik zunehmend sowohl das soziale Ungleichgewicht und das öffentliche Defizit verschlimmert.

    Diese Steuerpolitik zwang Regierungen dazu, sich Mittel von gutsituierten Haushalten und den Finanzmärkten zu borgen, um die Defzite zu finanzieren, die auf diesem Wege entstanden. Das könnte man auch als „Jackpot-Effekt“ bezeichnen. Mit dem bei den Steuern gesparte Geld waren die Reichen in der Lage, (zinsbringende) Schuldverschreibungen zu erwerben, die zur Finanzierung der öffentlichen und von den Steuersenkungen verursachten Defizite herausgegeben wurden. Die Zinslast für die öffentliche Verschuldung ist mit 40 Mrd. Euro fast so hoch wie das Einkommenssteueraufkommen. Diese Glanzleistung ist umso erstaunlicher, als es den politisch Verantwortlichen gelungen ist, der Öffentlichkeit weis zu machen, daß Arbeitnehmer, Rentner und Kranke für die öffentliche Verschuldung verantwortlich seien.

    Der Anstieg der Staatsverschuldung in Europa oder in den USA ist also nicht das Ergebnis einer expansiven keynesianischen Politik oder teurer Sozialprogramme, sondern vielmehr einer Politik zugunsten der wenigen Glücklichen: „Steuererleichterungen“ (niedrigere Steuersätze und Beiträge) steigern das verfügbare Einkommen derer, die es am wenigsten brauchen. Derer schließlich, die ihre Investitionen in Schatzanweisungen, vom Staat mit Zinsen zurückgezahlt, erweitern können mit den Steuereinnahmen, die von allen Steuerzahlern erbracht werden. Im Großen und Ganzen wurde ein Umverteilungsmechanismus von unten nach oben in Gang gesetzt, über die Staatsverschuldung, das Gegenstück dazu ist immer eine private Rente.

    Zur Belebung der öffentlichen Finanzen in Europa und Frankreich schlagen wir folgende zwei Maßnahmen vor:

    • Maßnahme 12: Wiederherstellung der stark umverteilenden Natur einer direkten Besteuerung auf das Einkommen (Abschaffung von Steuervergünstigungen, Einführung zusätzlicher Steuerstufen und Erhöhung der Steuersätze).
    • Maßnahme 13: Abschaffung von Steuervergünstigungen für Unternehmen, die keine ausreichende Wirkung auf die Beschäftigung haben.

    (Anm. d. Red.: Dies ist der sechste Teil einer zehnteiligen Reihe zu populären volkswirtschaftlichen Fehlannahmen, die von einer Gruppe französischer Ökonomen in ihrem Manifest von 2010 widerlegt werden sollen. Gerhard Rinnberger hat freundlicherweise die deutsche Übersetzung aus dem Englischen vorgenommen.  Anregungen und Diskussionen sind vom Übersetzer ausdrücklich erbeten./fb)

    40 Kommentare Print This Post
    Dt. Übersetzung: Gerhard Rinnberger Fehlbehauptung #5: Staatsausgaben müssen begrenzt werden, um die Staatsverschuldung zu senken Selbst wenn eine Zunahme der Staatsverschuldung zumindest teilweise auf einen Anstieg der Staatsausgaben zurückzuführen wäre, wäre eine Ausgabenkürzung nicht zwangsläufig ein Teil der Lösung. Dies liegt daran, weil die Dynamik der öffentlichen Verschuldung nur sehr wenig mit der Verschuldung privater Haushalte ...
    Tags: Volkswirtschaft
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    40 Kommentare:

    1. mhhh schrieb am 13. September 2011 at 10:30 - Permalink

      “Empörte Ökonomen” (V + VI) und das Vorwort (http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2011/09/02/2011/08/28/emporte-okonomen-vorwort-und-prolog/) klappt immer noch nicht ?

      Ich hoffe die zehnteilige Serie erscheint auch als pfd.

      • Vogel schrieb am 13. September 2011 at 11:30 - Permalink

        Kannste Dir als ‘.pdf in Datei’ ausdrucken! Vergiss bitte nich die Serie an alle Leute, die Du kennst, zu verlinken!

        • Frank Benedikt schrieb am 13. September 2011 at 19:35 - Permalink

          Ist doch noch nicht “fertig”, olle Vogel ;-) Die Druckversion kommt auch noch.

          Dein oller Fränkie

      • Frank Benedikt schrieb am 13. September 2011 at 19:33 - Permalink

        Ich hoffe die zehnteilige Serie erscheint auch als pfd.

        Wird sie, wenn auch als “PDF” :-D Samt Vorwort, Erläuterungen und KoOmmentar. Weiterführende Links sind ebenfalls angedacht, aber auch wir sind darauf angewiesen, gelegentlich für Geld zu arbeiten. Es kann also noch etwas dauern, bis die kommentierte Druckausgabe erscheint.

        Mit dem Link ist wohl was schiefgegangen und ich werde Jens darauf ansprechen. Den “Prolog” findest Du hier leider eh nicht, dafür aber dort: http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/08/28/emporte-okonomen-vorwort-und-prolog/

        Danke für Dein Interesse!

        • mhhh schrieb am 13. September 2011 at 22:35 - Permalink

          ah vielen Dank, auf diesen Lösungsweg hätte ich natürlich auch selber kommen können.

          In der Ruhe liegt die Kraft, daher danke für die weise Voraussicht mit dem PDF :)

    2. susi bibelmaus schrieb am 13. September 2011 at 11:17 - Permalink

      Monatelang schlugen unsere Politiker auf jeden ein der sich ihnen mit einer entgegengesetzten Meinung zu den endlos alternativlosen Milliardengezocke entgegen stemmte. Jetzt,…da die nötigen Maßnahmen der geplanten Verarmung europäischer Bevölkerungen längst bewilligt sind und die zugesagten Milliardenbürgschaften logischerweise irgendwann auch fließen werden, …jetzt plötzlich die Einsicht in das, was normale Gehirne schon längst anmahnten: Es reicht!
      Nun, so heißt es aktuell überraschend in einem anwidernden Politikerdeutsch, wolle man sich aber keine weiteren Denkverbote mehr auferlegen! Diese hämische „Einsicht“ soll dann auch für unsere weitere Gefolgschaft Legitimation genug sein!
      .
      .
      Die Bilder die uns derweil aus Athen erreichen zeigen jedoch keine militanten Chaoten, denen es auf Randale ankommt. Sie zeigen eine griechische Bevölkerung, die nun so langsam verstanden hat das die Sparmaßnahmen, von denen im entpersönlicht europäischen Politikerslogan geredet wird, nichts anderes sind als die geplante Verarmung oder der verabredete Griff ins Portemonnaie oder die bewilligte Enteignung europäischer Bürger. Was den Griechen augenblicklich widerfährt, kommt morgen auch zu uns und Italien und Frankreich und Spanien und Portugal und und und. Das jetzt auch noch offenes Griechenbäsching betreiben wird und so kalkuliert europäische Bevölkerungen aufeinander gehetzt werden, zeigt einerseits die Richtung auf wo es hingeht, nämlich in die finanzielle Verpflichtung der Steuerzahler die ja ohnehin eingeplant war, rückt aber andererseits auch alle vorherigen Szenen der letzten Jahre im Bezug auf die Europäische Union in eben jenes schon immer aufflackernde richtige Licht: der Errichtung eines abgekarteten imperialen Willkürstaates koste es was es wolle!
      .
      .
      Auch das „Gemache“ hektisch einberufener Tagungen und Konferenzen der europäischen Verschwörer soll den Menschen nur betriebsame Geschäftigkeit vortäuschen. Soll ablenken von verabredeten Hinterzimmerlogen und geheimnistuerischer Körper- und Mimensprache der Adjutanten, ablenken von dem erst seit einigen Jahren plötzlich auftauchend lächerlich allgegenwärtig platzierten „Merkelizer“ und auch jener entwaffnend verblüffenden Ähnlichkeit des Europa Präsidenten Herman van Rompuy mit der US-Comicfigur Charles Montgomery Burns und auch ablenken, von den im Hintergrund längst anlaufenden Vorkehrungen erweiterter globaler Sicherheitsmechanismen. All diese Absprachen einer unausweichlich kommenden globalen Neuorientierung der Sicherheits- Wirtschafts- und Finanzstrukturen wurden seitdem ohne mediale Aufmerksamkeit still und heimlich schon vor Jahrzehnten vereinbart.
      .
      Die sichtbaren Auswirkungen im Zeitraffer, die wir heute sehen, die stillen und subtilen Justierungen an den mechanischen Bauteilen, die heut vorgenommen und wahrgenommen werden als auch die immer unangenehmer werdende Medienkonformität, ..all sie sind Ergebnis einer Manuskripten Plakatierung.
      .
      .
      susi

      • Frank Benedikt schrieb am 13. September 2011 at 19:40 - Permalink

        “Erwischt”! Susi, Susi – Du bist wohl doch keine eine so doofe Bibelmaus und Deinen Humor sah ich anscheinend beizeiten :-D Ich werde ein Auge auf Dich haben …

    3. heldentasse schrieb am 13. September 2011 at 11:57 - Permalink

      Maßnahme 10: Das Niveau der sozialen Sicherung muss erhalten, wenn nicht gar erhöht werden.

      Ja unbedingt! Und das nicht nur aus volkswirtschaftlichen Gründen, sondern weil gegenteilige Maßnahmen (z.B. Sparen) die Demokratie massiv untergraben.

      Prof. Butterwegge Abschied vom Sozialstaat

    4. Beate schrieb am 13. September 2011 at 12:34 - Permalink

      Der Exportwahnsinn wird massiv durch den Staat gefördert.

      http://www.who-owns-the-world.org/wp/wp-content/uploads/2008/08/bofinger-entstaatlichung-wsi-mitt.pdf

    5. omnibus56 schrieb am 13. September 2011 at 13:49 - Permalink

      @Jens:
      Kleiner Hinweis, der Link
      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2011/09/02/2011/08/28/emporte-okonomen-vorwort-und-prolog/ im Artikel führt in Leere. Da ist wohl was abhanden gekommen…
      Bitte prüfen. :)

      • Frank Benedikt schrieb am 13. September 2011 at 19:46 - Permalink

        Danke. Der Link ist jetzt korrigiert und führt zu einem anderen Blog, da Jens den Prolog nicht für sich übernommen hat,

    6. Schweigsam schrieb am 13. September 2011 at 14:04 - Permalink

      Die Maßnahme 13 finde ich längst überfällig. Und die anderen Maßnahmen würden das soziale Gleichgewicht wieder stärken.

    7. Serious Sam schrieb am 13. September 2011 at 14:51 - Permalink

      Welche Ökonomen auch immer sich da empören, sie behaupten zwar, dass Staatsausgaben nicht begrenzt werden müssen, um die Staatsverschuldung zu senken, bringen dafür aber keine Belege aus der realen Welt. Es kommt noch besser: die Beispiele, die sie nennen, nämlich Kanada, Schweden und Israel, belegen sogar das genaue Gegenteil dieser Behauptung. Sehr genial!

      Dann die zweite Behauptung der empörten Ökonomen: Staatsverschuldung verschiebe die Last unserer Maßlosigkeit nicht auf unsere Kindeskinder. Danach folgt ein Schwadronieren über fiskalische Fehlsteuerungen, das zu dieser Behauptung keinerlei Kontext aufweist. Es kommt aber auch hier wieder besser. Aus ‘Die Zinslast für die öffentliche Verschuldung ist mit 40 Mrd. Euro fast so hoch wie das Einkommenssteueraufkommen’ folgt nämlich zwingend, dass wir heute für die Maßlosigkeit früherer Schuldenaufnahmen bezahlen, und in der Folge, das daselbe Prinzip auch für unsere Nachfolgegenerationen gilt. Wer in der jeweiligen Schuldenmachgeneration die Maßlosigkeit durch was verursacht hat, ist ja davon unbenommen.

      Unterm Strich wenig überzeugend, diese Ökonomenempörung. Das mag an ihrer gelegentlich etwas trotteligen Beweisführung liegen, mit der diese Leutchen öfter mal widerlegen, was sie behaupten, und stützen, was ihre Empörung hervorruft.

      • Beate schrieb am 13. September 2011 at 16:43 - Permalink

        Hans Werner Sinn hat mehr Investitionen gefordert.Mehr Investitionen in Infrastruktur, Bildung, … sind Wohlstandsinvestitonen für die nächsten Generationen, da sie nicht leugnen werden, dass Investionen freie Kapazitäten einer sinnvollen Beschäftigung zuführen, die die Menge an produzierten Gütern, Dienstleistungen, die Beseitigung von Umweltschäden, die Vermeidung von Umweltschäden, die Verbesserung der Gesundheit der nächsten Generation durch weniger Umweltgifte, zur Folge haben.

        Kennen sie eine Studie die beweist, dass sich staatliche Investionen häufiger als private Investitionen als Fehlschlag erweisen und abgeschrieben werden müssen, d.h. aus den laufenden Erträgen nicht finanziert werden können?

        Die staatlichen Investitionen müssen sich also aus stärkeren Steuereinnahmen finanzieren, damit der Staat sich nicht verschuldet.

        Senkt er stattdessen die Steuern gibt er viel politische Macht in private Hände, die nicht mehr parlamentarisch kontrolliert wird, und langfristig die Demokratie untergräbt. Da brauchen wir nicht mit dem Finger auf die USA zeigen.

        • Serious Sam schrieb am 13. September 2011 at 17:06 - Permalink

          Ein Bezug dieses Kommentares zu meinem erschließt sich mir leider nicht. Es wäre einer konstruktiven Diskussion förderlich, würde einigermaßen erkennbar auf das geantwortet, was geschrieben steht, nicht auf das, was man glaubt, verstanden zu haben.

      • Frank Benedikt schrieb am 13. September 2011 at 19:52 - Permalink

        Staatsverschuldung verschiebe die Last unserer Maßlosigkeit nicht auf unsere Kindeskinder.

        Da hast Du wohl etwas falsch verstanden:. Genau das Gegenteil wird ausgesagt und entweder sind wir zum Übersetzen und Lektorieren ‘zu blöd’ oder Du zum Lesen. Magst Du das nochmals prüfen?

        • Serious Sam schrieb am 14. September 2011 at 09:11 - Permalink

          Da steht:

          Fehlbehauptung #6: Staatsverschuldung verschiebt die Last unserer Maßlosigkeit auf unsere Kindeskinder.

          Wenn das eine Fehlbehauptung ist, muss im Umkehrschluss dieser Ökonomen zutreffen, dass die Staatsverschuldung die Last unserer Maßlosigkeit nicht auf unsere Kindeskinder verschiebt. Nun klar?

          • Gerhard Rinnberger schrieb am 15. September 2011 at 09:26 - Permalink

            Nein, hier wird gegen die Behauptung argumentiert, die übermäßige Staatsverschuldung stelle eine Belastung in zeitlicher Dimension dar. Tatsächlich stellt sich das Problem als rein „örtliches“ Phänomen: den öffentlichen Staatsschulden stehen immer private Vermögen gegenüber.

    8. R_Winter schrieb am 13. September 2011 at 17:21 - Permalink

      Diese Glanzleistung ist umso erstaunlicher, als es den politisch Verantwortlichen gelungen ist, der Öffentlichkeit weis zu machen, daß Arbeitnehmer, Rentner und Kranke für die öffentliche Verschuldung verantwortlich seien.

      Ja, da kann man sehen, was eine erfolgreiche PR-Arbeit bewirken kann.

      Im Großen und Ganzen wurde ein Umverteilungsmechanismus von unten nach oben in Gang gesetzt, über die Staatsverschuldung, das Gegenstück dazu ist immer eine private Rente.

      Stimmt und ist seit Jahren sichtbar.
      Die Einkommen aus Vermögen und unternehmerischer Tätigkeiten sind in den letzten 10 Jahren um 50% und die Vergütungen der abhängig Beschäftigten um 2,4% gestiegen und die Renten real um -0,8% gefallen.
      Dieses wollen nur die Politiker der CDSU, SPD, Grünen nicht zur Kenntnis nehmen.

      • Schweigsam schrieb am 13. September 2011 at 18:48 - Permalink

        Die Einkommen aus Vermögen und unternehmerischer Tätigkeiten sind in den letzten 10 Jahren um 50% und die Vergütungen der abhängig Beschäftigten um 2,4% gestiegen und die Renten real um -0,8% gefallen.
        Dieses wollen nur die Politiker der CDSU, SPD, Grünen nicht zur Kenntnis nehmen.

        Schöner Kommentar aber du hast die FDP vergessen, oder sind die für dich Schnee von gestern;-)

        • R_Winter schrieb am 13. September 2011 at 20:33 - Permalink

          aber du hast die FDP vergessen, oder sind die für dich Schnee von gestern;-)

          Über Tote sollte man schweigen oder Gutes reden – bleibt nur schweigen übrig….

        • Gerhard Rinnberger schrieb am 13. September 2011 at 22:51 - Permalink

          aber du hast die FDP vergessen, oder sind die für dich Schnee von gestern;-)

          Irgendwie schon ;-)

      • Serious Sam schrieb am 13. September 2011 at 19:04 - Permalink

        Im Großen und Ganzen wurde ein Umverteilungsmechanismus von unten nach oben in Gang gesetzt, über die Staatsverschuldung, das Gegenstück dazu ist immer eine private Rente.

        Stimmt und ist seit Jahren sichtbar.

        Da die Aufwendungen für Transferleistungsempfänger stetig stiegen, kann schlechterdings nichts von denen nach sonstwohin umverteilt worden sein.

        Was stimmt ist, dass das obere Zehntel durch die Steuer- und Abgabenpolitik seit rotgrün ein immer größeres Stück vom Kuchen zugeschustert bekam.

        Nur, woher kommt das umverteilte Geld, wenn es von unten halt nun mal entgegen der linken Saga nicht kommen kann?

        Die politisch völlig unkorrekte, aber zutreffende Antwort steht hier.

        • R_Winter schrieb am 13. September 2011 at 20:37 - Permalink

          In den NDS vom 13.9.2011 ist ein trauriges, lustiges Video.
          Hinterer Teil……

        • HHarlekin schrieb am 14. September 2011 at 13:05 - Permalink

          @ Serious Sam

          Daß der Löwen-Anteil des Geldes, welches “nach oben” geschaufelt wird, leider “natürlich” von der Mittelschicht kommt (von wem sonst?), stimmt, da hast du völlig recht. Absolute Beträge an Gesamt-Transferleistungen sind auch gestiegen, dennoch sind untere Einkommen, “prekär Beschäftigte” (ekliger Begriff) und Arbeitslose samt Familien mit im Boot, weshalb das eine differenziertere Betrachtungsweise verdient:
          Hartz4-Betroffene, also auch aufstockende Niedriglöhner zahlen die Zeche u. a. mit Streichung des Rentenversicherungsbeitrags (wie niedrig der auch war), nicht bedarfsgerechter Leistungs-Erhöhung oder der damaligen Zusammenstreichung des Erziehungsgeldes (heute Elterngeld) von 24 auf 14 Monate (wovon auch untere Mittelschicht betroffen war). Und die damals erhöhte Mehrwertsteuer und erhöhte kommunale Gebühren zahlen sie auch alle mit.

          Das von dir empfohlene Buch “Melkvieh Mittelschicht” von Clemens Wemhoff betrachte ich ebenfalls – wenn auch mit Einschränkungen – als durchaus lesens- und empfehlenswert,
          am besten in Kombination mit Ulrike Hermann: “Hurra wir dürfen zahlen – Der Selbstbetrug der Mittelschicht”.
          Inhaltlich ergänzen sich die beiden Bücher streckenweise genial.

          Und letztendlich gilt für uns Mittelschichtler noch immer:
          Von OBEN gesehen ist auch DIE MITTE immer UNTEN. ;-)

          Grüße

          PS: Was ist am Aussprechen der Tatsache, daß die meiste Kohle, die nach “oben” geht, von der Mittelschicht kommt, eigentlich politisch “unkorrekt”? ;-)

    9. happy aua schrieb am 13. September 2011 at 18:18 - Permalink

      Auch auf die Gefahr hin das ich jetzt absolut am Thema vorbeirede, Ich verstehe einfach nicht warum sich soviele Seiten (fast alle Bundestagsparteien, der Spiegelfechter und auch die Nachdenkseiten) einig sind, daß eine Pleite Griechenlands keine Option ist.
      Sollte Griechenland pleite gehen, wäre das doch nur normal. Sie sind pleite.
      Ich verstehe ja das es eine Kettenreaktion geben würde, die nicht gerade angenehm wird.
      Aber ich vestehe auch nicht wie ein weiter so funktionieren kann.
      Ich komme zu dem Schluss das die Nachdenkseiten und der Spiegelfechter z.B. mit ihrer Kritik an der Zinzkritik sich irren.Und nicht nur damit liegen sie falsch.
      Hier muss über ganz neue Wege nachgedacht werden.
      Ich würde sagen die Systemfrage muss gestellt werden.
      Die regulierenden Massnahmen die hier im Artikel gefordert werden, sind einfach nicht umzusetzen, weil diejenigen denen es nützen würde einfach nix zu sagen haben.
      Ich denke es wird mächtig Krachen in nicht allzu ferner Zukunft, oder glaubt hier wirklich jemand die die das Sagen haben, kommen zur Vernunft und denken an das Allgemeinwohl?

      • Frank Benedikt schrieb am 13. September 2011 at 19:58 - Permalink

        Ja. Ja. Ja.

        Ja, Griechenland ist “pleite”, so ein Staat dies sein kann.
        Ja. Es wird eine Kettenreaktion geben.
        Ja. Die “Systemfrage” stellt sich in der Tat, aber leider nicht auf diesem Blog. Es ist das Blog eines guten Freundes, wir arbeiten oft zusammen, aber hier scheiden sich dann unsere Geister. Jens glaubt an “Reformen” – ich an “die Revolution”. Argumente haben wir beide …

      • Gerhard Rinnberger schrieb am 13. September 2011 at 22:49 - Permalink

        Die regulierenden Massnahmen die hier im Artikel gefordert werden, sind einfach nicht umzusetzen, weil diejenigen denen es nützen würde einfach nix zu sagen haben.

        Selbst den schärfsten monetaristischen Ideologen, dürfte schön langsam dämmern, daß sie mit ihrem Latein am Ende sind. Nachdem sie sich in den letzten dreissig Jahren munter in der Politik austoben durften und ihre Thesen der Öffentlichkeit als alleinseligmachendes Mantra aufschwatzen konnten, können sie jetzt nicht so einfach hergehen und sagen: Sorry Leute, wahr wohl nix.

    10. happy aua schrieb am 13. September 2011 at 20:20 - Permalink

      An die Revolution glaube ich nicht, eher an Krieg.

    11. COPOKA schrieb am 14. September 2011 at 00:05 - Permalink

      Sag’ mal Frank, wer sind konkret die “empörten Ökonomen” und wessen Bild erscheint am Anfang aller Teile?
      Das ist leider weder aus den Texten hier noch aus den Links darin zu erfahren.

      • Gerhard Rinnberger schrieb am 14. September 2011 at 01:33 - Permalink

        Hier kann ich ein wenig aufklären. Ich habe mir erlaubt, das «Atterrés» aus dem Originaltitel des Manifests sehr frei mit „Empört“ zu übersetzen, in Anlehnung an die bekannte Streitschrift von Stéphane Hessel. Eben diesen Herren siehst du oben abgebildet.
        Zu den Erstunterzeichnern gehören:
        · Philippe Askenazy (u.a. Professur an der Paris School of Economics, Leiter einer Forschungsgruppe am CNRS, entspricht in etwa der Max-Planck-Gesellschaft in D)
        · Thomas Coutrot (wissenschaftlicher Beirat ATTAC)
        · André Orléan (CNRS, Mitglied des Wissenschaftlichen Rates der AMF, dem französischen Pendant zu BAFin)
        · Henri Sterdyniak (Direktor der Abteilung für die Weltwirtschaft beim OFCE)

        • COPOKA schrieb am 14. September 2011 at 01:43 - Permalink

          … in Anlehnung an die bekannte Streitschrift von Stéphane Hessel. Eben diesen Herren siehst du oben abgebildet.

          Aha! Aber er ist nicht der Autor dieses Textes, wie ich es schon aus der Einführung verstand, oder?

          Zu den Erstunterzeichnern gehören: …

          Ja, aber wer hat denn den Text verfasst?
          Oder sind die Erstunterzeichner auch die Verfasser?

          • Frank Benedikt schrieb am 14. September 2011 at 02:29 - Permalink

            Natürlich hat nicht Hessel den Text verfasst, sondern eben die Autoren, die Gerhard Rinnberger eben schon nannte. Die sind als Verfasser und Erstunterzeichner im Originalmanuskript auch nachzulesen.

            Und mal so ganz nebenbei: Ich unterzeichne diese (Mindest-)Forderungen mal mit, auch wenn das nur Wasser auf die Mühlen der “Reformer” ist. Es ist aber imo notwendig, damit “wir alle” vorankommen.

            • COPOKA schrieb am 14. September 2011 at 02:42 - Permalink

              ch unterzeichne diese (Mindest-)Forderungen mal mit, auch wenn das nur Wasser auf die Mühlen der “Reformer” ist.

              Ähmm, wie meinen?
              Meinst Du nun die Schrift oder deine Unterzeichnung?
              Und wie soll das eine oder das andere Wasser auf die Mühlen der “Reformer” sein?

            • Frank Benedikt schrieb am 14. September 2011 at 17:40 - Permalink

              Ich meine, daß ich das, was die “empörten Ökonomen” hier festhalten und fordern, jederzeit unterchsreiben kann.
              Es handelt sich aber m.E, um ‘Mindestforderungen’, die deren Erfüllung dem ‘Reformerflügel’ der entstehenden sozialen Bewegung ausreichen dürften; ‘den Revolutionären’ und mir aber nicht mehr.

            • COPOKA schrieb am 14. September 2011 at 20:06 - Permalink

              Ich meine, daß ich das, was die “empörten Ökonomen” hier festhalten und fordern, jederzeit unterchsreiben kann.

              Unterschreiben könnte ich das auch ohne wenn und aber, nur würde das idT absolut gar nix bewirken. Nicht mal bei mir selbst.

              =====
              Sorry, dass ich heute nicht nicht geantwortet habe – war g’rade im Gespräch. Und dann warst Du weg ;)

      • Frank Benedikt schrieb am 14. September 2011 at 02:23 - Permalink

        “Alter Freund” – auch ich kenne die nicht näher und habe auf eine Netzrechcheche zurückgreifen müsen. Die Herrschaften sind anscheinend aber “Wohlinstallierte” im franzözsischen Wirtschaftsdiskurs, weshalb ich dann mal einstweilen als Lektor mein Plazet gegeben habe.

        Hinsichtlich des Bildes mußt Du Dich an Jens wenden, denn er hat das verbrochen :-D Ich fürchte aber, daß es sich um Keynes, Friedman oder ähnliche Pappnasen handeln könnte ;-) Genaueres weiß ich nicht, und mag auch nicht nachschlagen!

        Grüß die Familie und laß Dir gut gehen!
        Frank

        • COPOKA schrieb am 14. September 2011 at 02:36 - Permalink

          Hinsichtlich des Bildes …
          Ich fürchte aber, daß es sich um Keynes, Friedman oder ähnliche Pappnasen handeln könnte ;-)

          Nö, da ist Stéphane Hessel abgebildet – s.o. Gerhard’s Aufklärung :D

          Schönen Gruß noch

          • Frank Benedikt schrieb am 14. September 2011 at 03:24 - Permalink

            Egal, keiner von den alten Herren ist auch nur annähernd so hübsch wie ich :-D Höchstens Ali …

        • Gerhard Rinnberger schrieb am 14. September 2011 at 07:56 - Permalink

          Genaueres weiß ich nicht, und mag auch nicht nachschlagen!

          Du solltest um diese Uhrzeit auch nicht mehr posten ;-)


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