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  • 35 Liter für eine Tasse Tee

    geschrieben am 23. August 2009 von Spiegelfechter

    Ein Schwerpunkt der Weltwasserwoche in Stockholm: der globale Versorgungsmangel. Wer hierzulande Wasser sparen will, sollte zuerst in seinen Einkaufswagen schauen

    Sauberes Trinkwasser kommt in Deutschland aus dem Wasserhahn ? ein unglaublicher Luxus, der allerdings kaum jemandem bewusst ist. Etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung leiden bereits an Wasserknappheit, Tendenz steigend dank Klimawandel und intensiver Landwirtschaft. Um Lösungen für die aktuellen und kommenden Wasserprobleme zu finden, trafen sich in dieser Woche mehr als 1.500 Experten in Stockholm zu Internationalen Wasserwoche. Ein viel diskutiertes Thema zur Bekämpfung der Wasserknappheit war auch in diesem Jahr der Ansatz des ?virtuellen Wassers? ? ökologisch sinnvoll, aber ökonomisch fragwürdig.

    Um zu verstehen, was virtuelles Wasser eigentlich ist, muss man verstehen, dass Wasser eine besondere Ressource ist. Man kann es beispielsweise nicht verbrauchen, wohl aber nutzen.

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    Ein Schwerpunkt der Weltwasserwoche in Stockholm: der globale Versorgungsmangel. Wer hierzulande Wasser sparen will, sollte zuerst in seinen Einkaufswagen schauen Sauberes Trinkwasser kommt in Deutschland aus dem Wasserhahn ? ein unglaublicher Luxus, der allerdings kaum jemandem bewusst ist. Etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung leiden bereits an Wasserknappheit, Tendenz steigend dank Klimawandel und intensiver Landwirtschaft. Um ...
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    2. Virtuelles Wasser ist echtes Wasser – Öko-Denken

    28 Kommentare:

    1. Ein Besucher der sich mit Wasser auskennt schrieb am 23. August 2009 at 12:01 - Permalink

      Der eigentliche Skandal liegt nicht darin, wie groß der virtuelle Wasserverbrauch von uns im Vergleich zu den Entwicklungsländern ist. Der Reichtum Deutschlands ist doch nur so groß, weil wir immer genügend Wasser haben. Und wenn Sie sich mal eine Niederschlagskarte von Deutschland ansehen, werden Sie überrascht feststellen, dass die neuen Bundesländer nicht so niederschlagsreich sind wie die alten, bis auf kleine Ausnahmen (Harz z.B.).
      Vor einigen Jahren gab es politisch das Ziel, die Anzahl all derer, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben, bis zum Jahre 2015 zu halbieren. Dieses Ziel wird nicht erreicht werden, wir sind weit davon entfernt. Aber wir sollten darüber nachdenken, dass man 50 – 100 Mia. Euros bräuchte, um die ganze Menschheit mit Trinkwasser zu versorgen (Brunnen, Pipelines, Meerwasserentsalzungsanlagen, Wasseraufbereitungsanlagen etc.). Bis 2008 war dafür nie Geld da, die Unterstützung kam in Kleckerbeträgen. Und dann wurden innerhalb von wenigen Wochen mehrere 100 Mial. Euros lockergemacht für “systemrelevante Banken”. Ist das nicht ein jämmerliches Armutszeugnis?

      Meiner Meinung nach ist die Rechnerei mit virtuellem Wasser eine Nebelkerze, die gezündet wird (hört sich toll an, ist aber nutzlos), denn ändern tut sie sicherlich nichts, außer, dass sie für 10min betroffen macht. Wir essen höchstwahrscheinlich nicht weniger Fleisch deswegen. Außerdem frage ich mich, ob Deutschland als Exportweltmeister auch virtuelles Wasser exportiert und was das den Indern nützen soll, wenn sie Produkte made in Germany kaufen… richtig wäre, wenn die westlichen Regierungen sofort 100 Mia. Euros locker machen würden für Wasserinfrastruktur. Aber das wäre natürlich politisch nicht gewollt, nicht wahr?

    2. Ein Besucher der sich mit Wasser auskennt schrieb am 23. August 2009 at 12:06 - Permalink

      Übrigens: die Technik, die ganze Welt mit Trinkwasser zu versorgen, haben wir schon lange! Und mir kann keiner erzählen, der Öl-Pipelines am Meeresgrund und durch ganze Kontinente verlegt, dass es nicht möglich ist auch Wasserpipelines zu verlegen…

      Das konnten sie schon in der Antike über 100e von Kilometern (Aquaedukte). Brunnen bohren ist auch eine alte Technologie, die mittlerweile in kürzester Zeit realisiert werden könnte. Solarbetriebene Meerwasserentsalzungsanlagen sind bereits schon etabliert. Es gäbe von technischer Seite kein Problem!!! Allein es fehlt der Wille!

    3. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 12:15 - Permalink

      @den Besucher, der sich mit Wasser auskennt

      Sie vermischen da zwei Kategorien – Trink- und Nutzwasser. Bei der Kritik der gebrochenen Versprechungen bin da ganz bei Ihnen. Es ist ein Skandal, dass es in vielen Gegenden der Erde kein sauberes Trinkwasser gibt, weil niemand die nötigen Gelder aufbrigen kann oder will. Hier sind auch die Grenzen der Liberalisierung offensichtlich. Die Bewohner der Regionen, von denen wir sprechen, haben schlichtweg nicht das Geld, private Investitionen samt Renditewünschen zu refinanzieren, in dem sie teures Wasser kaufen. Dass in einem solchen Falle ein Nonprofit-Modell zielführender ist, widerspricht leider immer noch der herrschenden Wirtschaftslehre.

      Aber nun zum Kern Ihres Kommentars: Bei virtuellem Wasser geht es um den Wasseranteil, der in (meist landwirtschaftlichen) Produkten steckt und nicht um die Trinkwasserversorgung. Natürlich könnte man beispielsweise durch Meerwasserentsalzungsanlagen auch Nutzwasser für die Landwirtschaft bereitstellen – das wäre aber so unglaublich teuer, dass die Produkte fast unbezahlbar wären. Entsalzenes Wasser kostet mindestens 50 Cent pro Kubikmeter. Wenn wir bei dem Rindfleischbeispiel bleiben, würde somit ein Kilo Rindfleisch 7 Euro Wasserkosten beinhalten, wenn man Wasser aus der Meerwasserentsalzung verwenden würde.

      In ariden und semiariden Regionen versiegen die Trinkwasserbrunnen, weil(!) das Wasser für die Landwirtschaft eingesetzt wird und nicht weil es als Trinkwasser genutzt wird.

      Wenn die westlichen Regierungen also Gelder für Trinkwasserprojekte locker machen würde, würde das die Konfliktsituation zwischen Trink- und Nutzwasser keinen Jota entschärfen.

      Was aber sinnvoll wäre, wären Nutzwasserprojekte. Das Auffangen und Speichern von Regenwasser, die Entwicklung von Nutzpflanzen, die mit weniger Wasser auskommen, eine Abkehr von Monokulturen, durchdachtes Wassermanagement in der Landwirtschaft etc. pp. Aber das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    4. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 12:17 - Permalink

      @den Besucher (Nachtrag)

      Übrigens: die Technik, die ganze Welt mit Trinkwasser zu versorgen, haben wir schon lange! Und mir kann keiner erzählen, der Öl-Pipelines am Meeresgrund und durch ganze Kontinente verlegt, dass es nicht möglich ist auch Wasserpipelines zu verlegen?

      Klar ist möglich – eine solche Pipeline kostet allerdings Unsummen und wer soll das bezahlen? Für Trinkwasser gibt es wesentlich günstigere und ökologisch sinnvollere Alternativen.

    5. R_Winter schrieb am 23. August 2009 at 12:26 - Permalink

      @Ein Besucher der sich mit Wasser auskennt am 23. August 2009 um 12:01 – Permalink

      “…Meiner Meinung nach ist die Rechnerei mit virtuellem Wasser eine Nebelkerze, die gezündet wird (hört sich toll an, ist aber nutzlos), denn ändern tut sie sicherlich nichts, außer, dass sie für 10min betroffen macht….”

      Die Aussage stimmt, nur reduziert sich die allgemeine Betroffenheit auf 1 Min.
      Dir Betrachtungsweise stellt aller höchstens eine Lupenbetrachtung des Problems dar.

      Das aller größte Problem ist, daß Wasser zum Spekulationsgeschäft wird, mit dem sich gut und viel Geld verdienen läßt, indem Monopole aufgebaut werden. Hier sind auch deutsche Energieversorgungsunternehmen (mit vielen Politikern auf der Lohnliste) und deutsche Banken sehr aktiv.

    6. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 12:33 - Permalink

      @R_Winter

      Die Monpolisierung ist beim Wasser allerdings unumgänglich. Es gibt ein Infrastruktursystem, in das nur ein Wasser eingespeist werden kann. Das Betreiben mehrere Rohrleitunssysteme wäre ökologischer und ökonomischer Wahnsinn. Ich komme aus der Wasserversorgungsbranche und kenne die Margen – glaube mir, es gibt wesentlich lukrativere Sektoren, z.B. Strom und Gas.

    7. R_Winter schrieb am 23. August 2009 at 12:56 - Permalink

      @SF

      Es gibt Bereiche, die sind noch lukrativer als Wasser – kurzfristig, aber Sportschuhe z.B. (Herstellkosten ca. 2 ? , Verkauspreis 100 – 150 ?) sind verzichtbar. Wasser ist jedoch unverzichtbar. Es stimmt, das Wasser immer ein Monopol bleibt. Es ist immer die Frage, wer diese Monopole beherrscht: Kommunen oder Gewinn orientierte Gesellschaft. Beispiele hier: Argentinen, Scotland, Litauen. Wir werden im Wasserbereich ähnliche Verhältnisse erhalten, wie bei Elektrizität und Gas. Darum sind z.B. Eon und englische Heuschrecken im Wasserbereich international so aktiv.

    8. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 13:01 - Permalink

      @R_Winter

      Klar – d´accord. Deutschland taugt hier übrigens als hervorragendes Beispiel. Auch wenn hierzuland das Unwesen der Privaten nicht all zu wilde Auswüchse treibt, sind die nackten Zahlen überzeugend. Kommunale Wasserverbände haben nicht nur die höchste Investitionsquote, sie nehmen dazu auch noch die geringsten Preise. Für eine Privatisierung der Wasserversorgung spricht streng genommen gar nichts, gegen sie sehr viel.

    9. Ein Besucher schrieb am 23. August 2009 at 13:12 - Permalink

      @Spiegelfechter:
      Aber bei uns in Deutschland ist Brauch- und Trinkwasser oft eins! Was aus dem Hahn kommt, ist Trinkwasser. Und wenn die Firma intern Brauchwasser recycelt, dann taucht das aufbereitete Wasser (geschlossener Kreislauf vorausgesetzt) in der Bilanz des Verbrauchs (Bilanzgrenze: Eingang in die Firma, Ausgang Kanalisation) nicht auf. Hier in Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben für Trinkwasser, die auch eingehalten werden. Trotzdem verwenden es die meisten Industriebetriebe als Brauchwasser.

      Andersrum gesagt: was in manchen Ländern getrunken wird, würde bei uns keine Firma als Brauchwasser einsetzen, weil es schlicht zu dreckig ist. Von daher trenne ich da nicht zwischen Trinkwasser und Brauchwasser, weil das immer international betrachtet Auslegungssache ist. Das Wasser, was unsere Kraftwerke zum Kühlen aus dem Fluss holen, ist besser als das, was Millionen Menschen als Trinkwasser haben!

      Dass in Ländern wie Kenia Unmengen an Wasser allein für Rosen verprasst wird, ist natürlich ein Skandal! Dass trockene Länder Gemüse anbauen müssen für den Export etc.
      ABER:
      Das virtuelle Wasser fällt für mich unter die gleiche Rubrik wie Emissionszertifikate für CO2- Geschäftemacherei! Hört sich toll an, ändern wird sich dadurch nichts. Zumindest nicht für die, die darunter leiden. Natürlich werden damit findige Banker Geschäfte machen (Stichwort: Wasserfonds, da gab es doch vor ein paar Tagen einen Artikel im Tagesspiegel dazu). Aber bekommen dadurch die durstigen Menschen in Afrika/Asien/Südamerika etc. auch nur einen Tropfen mehr Wasser??? Antwort: NEIN!
      Ich misstraue diesen BWL Rechenspielchen zutiefst, aus gutem Grund.

      Das Auffangen von Regen macht nur da Sinn, wo es auch genug regnet. In vielen Ländern könnten Sie Fußballfeldgroße Auffangbecken und Wassergräben ohne Ende bauen, es würde nicht lange reichen! Durch die Misswirtschaft mit dem Wasser breiten sich die Wüsten aus, das Klima ändert sich. Das einzige, was helfen könnte – wie Sie bereits angesprochen haben – ist eine geeignete Aufforstung und erstmal KEINE Landwirtschaft für den Export. Was natürlich erst recht bittere Armut für die Einheimischen bedeuten würde, so sehr sind sie abhängig geworden.
      Wenn wir den durstigen Menschen nicht konkret Wasser anbieten – bevor es Nestlé zu besonderen Preisen tun – dann wird nichts und niemand ihnen helfen. Auch keine theoretisch noch so sinnvollen wirtschaftlichen Betrachtungen.
      Denn wenn sie ebenfalls wasserintensive Prdukte importieren würden, müsste doch der virtuelle Wasserverlust abnehmen, oder nicht? Wie bereits gesagt: Theorie gut und schön, aber es hilft nichts…

    10. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 15:03 - Permalink

      @ein Besucher

      Aber bei uns in Deutschland ist Brauch- und Trinkwasser oft eins!

      Manchmal ja – aber das spielt zum Glück kaum eine Rolle, da Deutschland keine Wasserarmut hat.

      Hier in Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben für Trinkwasser, die auch eingehalten werden. Trotzdem verwenden es die meisten Industriebetriebe als Brauchwasser.

      Das ist auch nicht eben dumm. Ohne die Abnahme der Industrie wäre das Leitungsnetz vielerorts masslos überdimensioniert, was ökonomisch und vor allem ökologisch kontraproduktiv wäre.

      Von daher trenne ich da nicht zwischen Trinkwasser und Brauchwasser, weil das immer international betrachtet Auslegungssache ist.

      Dann trenn es halt nicht an der Qualität, sondern am Einsatzzweck.

      Das Wasser, was unsere Kraftwerke zum Kühlen aus dem Fluss holen, ist besser als das, was Millionen Menschen als Trinkwasser haben!

      Das ist richtig – aber ich weiß nicht, was das mit der Trinkwasserknappheit in ariden Gebieten zu tun hat. Dort liegt der Mangel nicht nur an den unzureichenden Aufbereitunskapazitäten sondern vor allem an den unzureichenden Reserven.

      Dass in Ländern wie Kenia Unmengen an Wasser allein für Rosen verprasst wird, ist natürlich ein Skandal! Dass trockene Länder Gemüse anbauen müssen für den Export etc.

      D´accord

      Das virtuelle Wasser fällt für mich unter die gleiche Rubrik wie Emissionszertifikate für CO2- Geschäftemacherei! Hört sich toll an, ändern wird sich dadurch nichts. Zumindest nicht für die, die darunter leiden.

      Sol lange es nur ein Thema in gewissen Medien ist, ändert sich natürlich nichts. Aber mit C02-Zeritifkaten hat das nun so gar nichts zu tun. Es geht ganz konkret um die Wasservorkommen und wenn in Usbekistan Xm3 weniger entnommen werden, hat das ganz konkrete Folgen für das Land.

      Aber bekommen dadurch die durstigen Menschen in Afrika/Asien/Südamerika etc. auch nur einen Tropfen mehr Wasser??? Antwort: NEIN!

      Antwort: JA!
      Wenn in Kenia weniger Rosen angebaut werden, haben die Menschen mehr Wasser.

      Das Auffangen von Regen macht nur da Sinn, wo es auch genug regnet. In vielen Ländern könnten Sie Fußballfeldgroße Auffangbecken und Wassergräben ohne Ende bauen, es würde nicht lange reichen!

      Richtig – aber dort baut man nicht unbedingt Tee an ;-)

      Durch die Misswirtschaft mit dem Wasser breiten sich die Wüsten aus, das Klima ändert sich. Das einzige, was helfen könnte ? wie Sie bereits angesprochen haben ? ist eine geeignete Aufforstung und erstmal KEINE Landwirtschaft für den Export.

      Bingo! Und das ist der Ansatz des “virtuellen Wassers”

      Wenn wir den durstigen Menschen nicht konkret Wasser anbieten ? bevor es Nestlé zu besonderen Preisen tun ? dann wird nichts und niemand ihnen helfen. Auch keine theoretisch noch so sinnvollen wirtschaftlichen Betrachtungen.

      Und hier wird wieder vermischt. Nestlé und Co bieten Trinkwasser an, aber kein Brauch- oder Nutzwasser für die Landwirtschaft. Das eine hat mit dem anderen nur insofern etwas zu tun, dass die übertriebene Entnahme von Nutzwasser auch die Trinkwasserreservoirs versiegen lässt.

    11. Stony schrieb am 23. August 2009 at 15:29 - Permalink

      Da scheint sich ein kleiner Rechenfehler eingeschlichen zu haben:

      489 Kubikmeter Wasser pro Tonne Mais im Westen der USA sind nur knapp ein Viertel der in Indien nötigen 1.927 Kubikmeter…

      ;-)

    12. Kalle schrieb am 23. August 2009 at 16:28 - Permalink

      @SF: Das muss dein dritter Artikel über Wasser sein, den ich lese. Ich habe auch eine Podiumsdiskussion zum Thema als Zuschauer besucht. Überall wurde virtuelles Wasser erwähnt. Ich kapiere aber immer noch nicht, was es ist, bzw. was damit gemacht werden soll :( Bisher sieht es für mich nur wie eine Quantifizierung des Problems aus. Das macht vielleicht betroffen, aber ich verstehe nicht, was für Konsequenzen das haben soll. Betroffenheit hat uns (die Menschheit) bisher ja von gar nichts abgehalten.
      Zu den CO2-Zertifikaten: Ich bin nicht überzeugt, dass die nicht vielleicht wirklich was gebracht hätten, WENN die Politik nicht mal wieder vor der Witschaft eingeknickt wäre. D.h. wenn, die Gesamtausschüttungsmenge wesentlich kleiner gewesen wäre und die Wirtschaft auch die ersten Zertifikate hätte kaufen müssen, statt sie geschenkt zu bekommen.

    13. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 16:38 - Permalink

      @Stony

      ja – Kopfrechnen war noch nie meine Stärke ;-)

    14. Spiegelfechter schrieb am 23. August 2009 at 16:41 - Permalink

      @Kalle

      Das ganze ist ja auch nur ein Denkansatz. Was man daraus macht, ist etwas vollkommen anderes. Außerdem versperren die ökonomischen Realitäten sowieso die praktische Umsetzung. Was allenfalls folgen kann, ist es, ein wenig mehr Sensibilität beim Konsumenten zu erzeugen. Wenn Erdbeeren aus Ägypten nicht mehr gekauft werden, sind wir schon mal ein Stück weiter.

    15. Axel Christ schrieb am 24. August 2009 at 10:20 - Permalink

      Mit virtuellem Wasser habe ich mich auch gerade beschäftigt:
      http://oeko-denken.de/archives/27-Virtuelles-Wasser-ist-echtes-Wasser.html

      Dabei stellte sich mir die Frage: Worin liegt der Nutzen meines Blog-Posts? Die bisherige Antwort ist: Es gibt keinen. Eventuell gibt es einen Leser, der sich zufällig auf die Seite verirrt und noch nie davon gehört hat. So ein Leser wird eventuell im Internet nach weiteren Informationen suchen. Aber er wird zu guter Letzt nicht handeln. Es fehlt an konkreten Handlungsanweisungen. Es mangelt an Zahlen. Es gibt zwar ein paar Seiten, die, wie mein Post auch, eine Handvoll Werte in den Ring werfen, was ich aber noch nicht gefunden habe, ist so etwas wie eine Datenbank, die bei vergleichbaren Produkten die Menge des virtuellen Wassers ausweist.

      Gibt es nur die paar Werte, die von Website zu Website kopiert werden, oder findet sich irgendwo eine größere Liste ermittelter Werte? Möglicherweise mit Berechnungsgrundlagen?

    16. Gebintit schrieb am 24. August 2009 at 12:05 - Permalink

      @alle Skeptiker
      So nutzlos sind Begriffe wie “virtuelles Wasser” (oder ökologischer Rucksack u.dgl.) nicht. Sicher wäre es frustrierend, eine Umfrage auf der Straße zu diesen Themen zu machen, Dieter Bohlen ist sicher um mehrere Zehner-Potenzen bekannter als das virtuelle Wasser ;-) , ABER, steter Tropfen höhlt den Stein! Und irgend einen Begriff braucht man halt, um auszudrücken, dass ein Produkt schon vor seiner Verwendung durch den Käufer durch seine Produktion viel Unheil anrichten konnte. Das mag jedem kritischen und nachdenklichen Zeitgenossen ja klar sein, leider sind aber nicht alle so kritisch und nachdenklich. Und wenn nur einer von Hundert plötzlich durch solche Beiträge zu reflektieren beginnt und womöglich sogar die Konsumgewohnheiten ändert, ist doch schon was gewonnen.
      Wassertechnisch leben wir hier wirklich im Luxus. Jeden Tag trinke ich das Wasser aus der Wasserleitung und freue mich darüber, dass ich keine Kästen tragen muss und es prima schmeckt. In den Ländern, in denen es nicht gefährlich ist aus der Leitung zu trinken, schmeckt das Wasser oft grässlich chemisch. Selten erlebt man im Ausland diesen Standard, den wir hier in Deutschland haben.

    17. Malefo schrieb am 25. August 2009 at 09:00 - Permalink

      Wieviel Liter virtuelles Wasser hat eigentlich ein Liter hiesiges Leitungswasser?

      @Axel Christ
      Der Artikel hat mir z.B. genützt. Ich bin zwar auch eingefleischter Öko, kenne den Begriff “virt.Wasser” schon länger und treibe viel Aufwand um regionale Produkte zu kaufen, aber ich bin wohl nicht der einzige dem handfeste Informationen fehlen. Ich habe also schnell mal gesucht (der en.wikipedia Artikel sieht brauchbar aus) und hier ein paar Berechnungsgrundlagen gefunden:
      http://www.waterfootprint.org/Reports/Report16Vol1.pdf
      Da ist auch eine Tabelle mit der Abschätzung, dass Deutschland ca. 35 Gm³/Jahr virt.Wasser importiert (S.46) und damit den vierten Platz weltweit belegt.

      Mit fiel beim Überfliegen auf, dass zwar mit Werten aus der Landwirtschaft gerechnet wird, die bestenfalls abgeschätzt werden können und noch erforscht werden, wie Evapotranspiration, aber eine Diskussion der Unsicherheiten in dem Bericht jedenfalls ausbleibt.

      Ohne die Berichte genau gelesen zu haben und die Unsicherheiten zu kennen wäre ich eher vorsichtig mit absoluten Zahlen um mich zu werfen. Zur relativen Betrachtung finde ich die virtuelle Wassermenge sehr nützlich, aber ob der Wert die Wirklichkeit widerspiegelt halte ich für fragwürdig.

    18. Spiegelfechter schrieb am 25. August 2009 at 09:29 - Permalink

      @Malefo

      Wieviel Liter virtuelles Wasser hat eigentlich ein Liter hiesiges Leitungswasser?

      Eine sehr interessante Frage! Viel kann es aber nicht sein. Das Gros dürfte das Material (Herstellung/Transport) des Rohrleitungssystems sein. Da dieses Leitungssystem aber extrem langlebig ist (50 Jahre Abschreibungshorizont) verteilt sich der virtuelle Wassereinsatz dafür auf sehr viel Trinkwasser, das in dieser Zeit durchs Netz fließt. Für den Transport selbst, wird kaum Energie o.ä. benötigt. Talsperrenwasser läuft meist bergab, muss daher nicht gepumpt werden, und auch Grundwasserversorgung ist meist so angelget, dass die Quelle oberhalb des Versorgungsgebietes liegt. Bliebe der Energieeinsatz für die Pumpe im Brunnen (nicht so viel) und der Chemikalieneinsatz bei der Aufbereitung – der varriert natürlich bei den verschiedenen Rohwasserqualitäten, ist aber auch nich so hoch.

      Ich habe keine Zahlen, würde aber mal auf 3 Liter virt. Wasser tippen. Aber in D ist das eh wurscht.

    19. Axel Christ schrieb am 25. August 2009 at 09:42 - Permalink

      @Malefo
      Erfreulich! Ich bin allerdings noch auf der Suche nach handfesten Infos für die Masse der Websurfer. Ich selbst habe auch angefangen, mich durch diverse der PDFs von waterfootprint.org durch zu lesen. Da steckt viel drin. Auch dort ist den Redakteuren allerdings bewusst, dass es noch an der Aufbereitung für Normalsterbliche fehlt. Es wird gesagt, dass der Konsument versuchen könnte, bei gleichartigen Produkten das mit dem geringsten Water Footprint zu wählen, dann folgt allerdings der Satz:

      “This requires, however, that consumers have proper information to make that choice. Since this information is generally not available in the world of today, an important thing consumers can do now is ask product transparency from businesses and regulation from governments.”

    20. Spiegelfechter schrieb am 25. August 2009 at 09:49 - Permalink

      @Axel Christ

      Ich sehe da allerdings die Gefahr, dass übereifrige NGOs und inkompetente Politiker aus “virtuellem Wasser” eine halbgare Konsumenteninformation á la “Lebensmittelampel” machen. Wie ich schrieb – es ist komplett irrelevant, ob in einem Kilo Rindfleisch 14 m³ virt. Wasser stecken in oder Tee aus dem Assam 35l.

    21. Axel Christ schrieb am 25. August 2009 at 10:20 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Auch waterfootprint.org vertritt die Ansicht, dass ein Wasser-Label auf Produkten für Verbraucher hilfreich sein könnte. Und ich persönlich finde es auch keinesfalls irrelevant. Nicht unbedingt, um die Aussage zu treffen, dass für die Produktion eines Kilos Rindfleisch eine Menge X an Wasser aufgewendet wird, wohl aber, um es dem Verbraucher möglich zu machen, Werte gleichartiger Produkte zu vergleichen. Bananen mit Bananen, Kaffee mit Kaffee und Baumwolle mit Baumwolle. Dieses Label darf dabei gerne nette Extra-Logos beinhalten, etwa für in der Regenzeit großgezogene Rohstoffe oder für solche, die aus Ländern kommen, in denen sie von Natur aus heimisch sind.

      Im Internet ließe sich diese komplexe Materie natürlich besser aufbereiten, als auf einem Label. Für die Masse der Verbraucher ist aber ein Simpel-Label nicht schlecht. Für die wirklich Interessierten könnte das Label einen Code enthalten, der die Informationsfülle online erschließt. Die LOHAS könnten also gleich mit ihren Kameratelefonen den Code scannen und noch im Laden fröhlich fachsimpeln…

    22. Spiegelfechter schrieb am 25. August 2009 at 10:48 - Permalink

      @Axel Christ

      Was machen wir dann aber, wenn ein Kilo Baumwolle in Usbekistan weniger Wasser benötigt, als sein Pendant aus dem subsaharischen Afrika? Der Konsument wäre dann ja der Meinung, dass das T-Shirt aus usbekischer Wolle “umweltfreundlicher” wäre, was nachweislich ein Trugschluss wäre.

      Leider spielen bei vielen NGOs auch ideologische Gründe eine Rolle. Warum sonst wird immer der Hamburger von McDonalds als großer “Wassersünder” ins Spiel gebracht?

    23. Axel Christ schrieb am 25. August 2009 at 11:42 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Vorweg: Ich möchte kein tieferes Wissen über Klimazonen und sonstige Bedingungen in bestimmten Teilen dieser Erde vorgaukeln, denn ich habe keins. Deshalb werde ich nicht von konkreten Regionen der Welt sprechen.

      Sollte es ein Label geben, so müsste es Informationen stark verdichten. Andernfalls ist es nicht nutzbringend. Wenn das Label die Information tatsächlich bis zu einer Ampel oder zu einer einzigen Zahl verdichten sollte, dann darf diese Zahl nicht die Einheit “Liter” tragen. Es müsste in die Berechnung des Wertes beispielsweise auch der generelle Wasserreichtum der Region zum Zeitpunkt der Produktion als Faktor mit einfließen.

      Wenn dann dieser Wert für Baumwolle aus einer Region X besser ausfallen sollte, als für solche aus einer Region Y, dann kann der Konsument daraus durchaus die Information entnehmen, dass vom Standpunkt des Wasserverbrauchs her dieses Produkt vorzuziehen ist. Nun kann es natürlich sein, dass das Produkt aus Region Y zusätzlich ein Bio- oder Fairtrade-Label trägt und das Produkt aus Region X nicht. Dann darf der Verbraucher fröhlich abwägen.

      Label können natürlich immer zum Politikum werden, von daher wäre mir eine Web-Ressource, zu Verfügung gestellt durch eine unabhängige Organisation, sicherlich wichtiger. Ein Label kann aber zu diesem frühen Zeitpunkt ein Bewusstsein für das Thema schaffen und damit dank gesteigertem Interesse den Weg zu einer solchen Online-Ressource ebnen.

      Und: Über den Hamburger denke ich gerade zum ersten Mal nach, jetzt, wo du ihn erwähnst. Ich glaube, er ist vielleicht gar kein so schlechtes Beispiel. Generell ist die Rindfleisch-Produktion ja anscheinend mit einem sehr großen Wasserbedarf verbunden und der Hamburger ist ein rindfleischhaltiges Lebensmittel, zu dem mit Sicherheit sehr viele Leser einen innigen Bezug haben. Es haben also Viele die tagtägliche Möglichkeit, kurz vor dem Hamburgerkonsum noch gedanklich auf ein Käsebrötchen vom Bäcker umzuschwenken, oder auch einfach zum McChicken.

    24. Spiegelfechter schrieb am 25. August 2009 at 13:04 - Permalink

      @Axel Christ

      Die entscheidende Frage ist nur, ob sich diese Informationen überhaupt sinnvoll “verdichten” lassen. Zumal die Konzentration auf die Wassernutzung auch irreführend ist. Im Sinne des virtuellen Wassers wäre es nämlich sinnvoll, in Niedersachsen, Bayern oder Schleswig-Holstein industrielle Massentierhaltung zu betreiben und das Fleisch beispielsweise in den Nahen Osten zu exportieren. Dass bei diesem Gedanken Umweltschützern der Hut hoch geht, kann ich verstehen.

      aber den Hamburger denke ich gerade zum ersten Mal nach, jetzt, wo du ihn erwähnst. Ich glaube, er ist vielleicht gar kein so schlechtes Beispiel. Generell ist die Rindfleisch-Produktion ja anscheinend mit einem sehr großen Wasserbedarf verbunden und der Hamburger ist ein rindfleischhaltiges Lebensmittel, zu dem mit Sicherheit sehr viele Leser einen innigen Bezug haben. Es haben also Viele die tagtägliche Möglichkeit, kurz vor dem Hamburgerkonsum noch gedanklich auf ein Käsebrötchen vom Bäcker umzuschwenken, oder auch einfach zum McChicken.

      Genau das ist der Punkt! Ein Hamburger von McDonalds ist trotz des immensen Wassereinsatzes vollkommen unbedenklich, da alle Zutaten aus wasserreichen Gebieten kommen. Für deutsches Rindfleisch, das mit Futtermitteln gefüttert wird, die hier oder in den USA produziert wurden, ist es vollkommen unerheblich, wie viel Wasser eingesetzt wurde, da der Wasserkreislauf hier mehr als ausgeglichen ist und jeder Liter Wasser der genutzt wird, auch in den hiesigen Kreislauf zurückfließt.

    25. Axel Christ schrieb am 25. August 2009 at 14:16 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Den Schreibfehler, mit dem du mich zitierst, habe ich gar nicht gemacht (erster Buchstabe). (Schon verziehen.)

      Ich halte die Verdichtung für möglich. Und die Information zur Wassernutzung ist natürlich nicht die einzig wichtige! Ich möchte mit dem Wasser-Label ja auch nichts Bestehendes ersetzen, ich will lediglich eine zusätzliche Information.

      Im Sinne des virtuellen Wassers wäre es nämlich sinnvoll, in Niedersachsen, Bayern oder Schleswig-Holstein industrielle Massentierhaltung zu betreiben und das Fleisch beispielsweise in den Nahen Osten zu exportieren. Dass bei diesem Gedanken Umweltschützern der Hut hoch geht, kann ich verstehen.

      Ich gebe dir vollkommen Recht: Diese Art der Massenproduktion in unserem Land würde auf einem solchen Label einen vergleichsweise guten Wert bekommen. Und ja, auch ich (als ohnehin Vegetarier) wäre von einem solchen Tun überhaupt nicht angetan. Nichts desto trotz sind das aber zwei verschiedene Themen. Der Nutzen des Labels läge ja darin, dass ein Verbraucher im Laden die Möglichkeit hat, bei zwei nebeneinander liegenden Produkten die Werte zu vergleichen. Und wenn ich nun ein Kilo Fleisch aus Massentierhaltung eines wasserarmen Landes neben einem Kilo Fleisch aus Massentierhaltung eines wasserreichen Landes liegen habe, dann ist das Fleisch aus dem wasserreichen Land zu bevorzugen.

      Die Umwelt muss überall geschützt werden. Wenn der Schaden einer Produktionsart hier geringer ist, als woanders, dann ist es besser, sie hier auszuführen. Wenn ich aber die ganze Produktionsart für nicht hinnehmbar befinde (Massentierhaltung), dann muss ich mich hier und überall sonst auf der Welt im Rahmen meiner Möglichkeiten dagegen stellen.

      Kein Label (Bio, Fairtrade, Wasser, Was-Auch-Immer) trifft alleine die Aussage, dass ein Produkt gut für Alles und Jeden ist. Am Ende muss immer der Verbraucher abwägen, welche Aspekte ihm wichtig ist. Es wäre halt nur schön, wenn er ein paar mehr Infos dazu an der Hand hätte.

      Was den Burger angeht: Wenn ich dann zum zweiten Mal darüber nachdenke, dann gebe ich dir einfach Recht.

    26. nescio quis schrieb am 26. August 2009 at 13:13 - Permalink

      Fundstück:
      Waterlife
      «The story of the last great supply of fresh drinking water on earth.»

      No matter where we live, the Great Lakes affect us all. And as species
      of fish disappear and rates of birth defecfs and cancer rise, it seems
      one thing is clear: the Great Lakes are changing and something’s not
      quite right with the water.

      WATERLIFE follows the epic cascade of the Great Lakes to the Atlantic Ocean.
      From the icy cliffs of Lake Superior to the ornate fountains of Chicago
      to the sewers of Windsor, this feature-length documentary tells the story
      of the last great supply (20 per cent) of fresh water on Earth.

      The source of drinking water, fish and emotional sustenance for 35 million people,
      the Great Lakes are under assault by toxins, sewage, invasive species, dropping
      water levels and profound apathy. Some scientists believe the lakes are on the
      verge of ecological collapse.

      Filled with fascinating characters and stunning imagery, WATERLIFE is an epic
      cinematic poem about the beauty of water and the dangers of taking it for granted.
      The film is narrated by The Tragically Hip?s Gord Downie and features music
      by Sam Roberts, Sufjan Stevens, Sigur Ros, Robbie Robertson and Brian Eno.

      via —> http://waterlife.nfb.ca/

      Sehenswerte Interactive Website!
      Nicht nur für Flash & papervision3D Freaks...


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