Wenn ich König von Deutschland wär´
geschrieben am 23. August 2009 von Spiegelfechter
Das gemeine Volk liebt seinen Baron zu Guttenberg. Seit Wochen führt er in Meinungsumfragen die ?Beliebtheitsskala? der Politiker an, was zunächst lediglich viel über das politische Personal unserer Zeit und den Geisteszustand unserer Mitbürger, aber wenig über den bayerischen Baron aussagt. Wenn man das gemeine Volk allerdings fragen würde, warum es den adligen fränkischen Gecken in sein Herz geschlossen hat, so würde man in den meisten Fällen ein ratloses Schulterzucken zur Antwort bekommen. Genauso ratlos geben sich die Medien. Peter Fahrenholz phantasiert in seiner Guttenberg-Hommage Der Pop-Star aus Bayern in der Süddeutschen von einem Politiker, ?der innerlich und äußerlich unabhängig wirkt, der nicht auf das Amt angewiesen zu sein scheint, das er gerade ausübt?. Natürlich kann man nur ?unabhängig wirken?, wenn die vermeintliche Unabhängigkeit medial erst garnicht angezweifelt wird.
Guttenberg ist ein Produkt der Medien. Die ihm zugeschriebenen Kardinaltugenden sind beileibe kein Alleinstellungsmerkmal. Er sei jung und dynamisch und sehe besser aus als viele andere Politiker, so die Süddeutsche. De gustibus non est disputandum ? aber jung, dynamisch und gutaussehend ist auch Sahra Wagenknecht. Er sei besser angezogen und habe bessere Manieren als die meisten seiner Kollegen ? sicherlich glänzen einige SPD-Parvenüs wie Schröder oder Steinbrück nicht eben durch formvollendete Manieren, und ein Kurt Beck steht nicht gerade im Verdacht, das Cover eines Hochglanzmagazins fotogen auszufüllen. Aber seit wann sind dies eigentlich die Kriterien, an denen man einen Politiker misst? Hatten Konrad Adenauer oder Helmut Kohl Manieren? Waren Willy Brandt oder Ludwig Erhard gut gekleidet? Wäre Gerhard Schröder ohne gefärbte Haare und Brioni ein schlechterer Kanzler gewesen? Ohne Kosovo und Agenda wäre er sicher ein besserer Kanzler gewesen, aber wen interessieren schon Inhalte, wenn es um die Popularität beim gemeinen Volk geht.
Noblesse oblige?
Guttenbergs einziges echtes Alleinstellungsmerkmal ist seine Zugehörigkeit zum Adel ? dies ist in der Champions League der deutschen Politik selten und kommt beim gemeinen Volk natürlich an. Die konservative Mittelschicht konnte den Sozialdemokraten schließlich nie verzeihen, dass sie ?unseren Kaiser? vertrieben haben. Die Zeit des Sammelns von seltsamen Memorabilia des englischen Königshauses könnte bald ein Ende haben ? wir sind wieder wer, und wir haben zwar keinen Kaiser, aber immerhin einen Baron, der sich in der Yellow-Press gut macht. Die Engländer haben zumindest die privilegierte Situation, für den Adel eine spezielle Kammer, das Oberhaus, zu haben. Dort dürfen die Herren Hochwohlgeboren bei einer guten Tasse Tee von den guten alten Zeiten träumen, in denen sie noch etwas zu sagen hatten.
In Deutschland strömt der politische Adel meist als Unionsabgeordneter in die Parlamente. Da gibt es einen echten Grafen, der zudem sogar noch Ur-Urenkel des alten Reichskanzlers Otto von Bismarck ist. Der CDU-Abgeordnete Carl-Eduard Graf von Bismarck glänzt zwar vor allem durch Abwesenheit, und gilt als ?faulster Abgeordneter Deutschlands? ? aber was stört es die deutsche Eiche schon, wenn das Schwein sich an ihr reibt?
Aber was ist schon ein popeliger Graf gegen einen waschechten Prinzen? In der CDU gibt es auch Casimir Johannes Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Der Herr Prinz glänzte stets durch tadellose Manieren und eine recht eigenwillige Einstellung zu Recht und Ordnung. Seine Hoheit war der Schatzmeister der hessischen CDU, dem die glorreiche Idee kam, von ihm gesammelte illegale Parteispenden als ?jüdische Vermächtnisse? auszugeben. Zu einem Prozess kam es nie ? der Herr Prinz ist schon alt und gesundheitlich nicht mehr ganz auf dem Damm. Das hindert ihn freilich nicht, sein Amt als Ehrenpräsident der ?Deutschen Konservativen e.V.? auszuüben, ein Verein, der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Steht es den bürgerlichen Medien eigentlich zu, einen waschechten Prinzen zu kritisieren?
Kein Konservativer
Baron zu Guttenberg unterscheidet von seinen meisten Standesgenossen jedoch, dass er kein bekennender Konservativer, sondern ein Neoliberaler ist. Der Geldadel vom Starnberger See steht ihm somit näher als die ostelbischen Ritter ohne Land. Der schnieke Herr von und zu sagt zwar selten etwas Konkretes, aber wenn mal etwas durchsickert, so steht dies in ?bester? neoliberaler Tradition:
- Die Unternehmenssteuern sollen sinken
- Eine umfassende Senkung des Einkommenssteuertarifs soll durch eine Anhebung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Nahrungsmittel und Bücher refinanziert werden
- Unternehmen sollen größere Spielräume erhalten, Zinskosten beim Finanzamt geltend zu machen, und bei Firmenkäufen Verlustvorträge abzusetzen
- Die Beiträge zu den Sozialversicherungen müssen soweit wie möglich von den Arbeitskosten entkoppelt werden
- Flächendeckende gesetzliche Mindestlöhne sind Gift
Kaum waren Guttenbergs ?Eckpunkte? in den Medien aufgetaucht, dementierte der bayerische Baron ? das Papier mit dem Erstellungsdatum Juli 2009 sei schließlich längst überholt. Ein strategisches Programm mit einer Halbwertszeit von weniger als einem Monat? Die Medien jedenfalls glaubten dem ?strahlenden weißen Ritter der deutschen Politik? (SZ) und hakten nicht weiter nach.
Ist Guttenberg der neue Merkel?
Nichts Konkretes sagen, nichts Konkretes tun, und dafür von den Medien über den grünen Klee gelobt werden ? das kennt man doch. In den ersten zwei Jahren ihrer Kanzlerschaft wurde Angela Merkel ähnlich medial gepusht. Bei Umfragen sind heute 70% der Bevölkerung mit der Arbeit der Regierung unzufrieden, 70% bekunden allerdings auch ihre Sympathie mit der Kanzlerin ? ist sie dann etwa doch kein Mitglied der Regierung? Man weiß so wenig. Populärer als die uckermärkische Landfrau ist hierzulande nur noch der fränkische Baron. Seine politischen Ziele würden zwar ebenfalls von der überwältigenden Mehrheit der Bürger abgelehnt, aber den Medien ist das Kunststück gelungen, Guttenberg und Guttenbergs Politik zu trennen. Wahrscheinlich weiß ein Großteil des gemeinen Volkes noch nicht einmal, wofür Guttenberg eigentlich politisch steht. Wenn das der Wirtschaftsminister wüsste!
Die mystische Opel-Nacht
Die mediale Guttenberg-Legende gründet sich derweil auf die mystische Opel-Nacht, in der er sich gegen seine Parteifreunde stellte und offen die Möglichkeit einer Insolvenz in den medialen Raum schleuderte. Die Fans in der neoliberalen Kurve applaudierten. Ulf Poschardt, das Enfant terrible des neoliberalen Schmierenjournalismus, war gleich ganz besoffen vor Freude und ernannte Guttenberg zu einem ordnungspolitischen Solitär und zum legitimen Nachfolger von Friedrich Merz. Aber was hat Guttenberg in der Opel-Nacht eigentlich so besonderes vollbracht?
Es ist kein großes Geheimnis, dass der Baron des Geldadels es gerne gesehen hätte, wenn der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood Opel übernommen hätte. Eine Insolvenz hätte nicht nur Ripplewoods Chancen auf den Zuschlag verbessert, der Finanzinvestor hätte auch besser ?unprofitable? Sparten ausgliedern und alte Tarifverträge außer Kraft setzen können. Natürlich steht dem Wirtschaftsminister der ?ordnungspolitischer Solitär? besser zu Gesicht, als der ?Heuschreckenlobbyist?. Die Medien üben sich dann auch lieber in Kritiklosigkeit und stricken fleißig an der Legende des ?weißen Ritters?.
Die Linklaters-Affäre
Den ersten zart dosierten medialen Gegenwind bekam Guttenberg, als bekannt wurde, dass er einen Gesetzesentwurf von einer Anwaltskanzlei schreiben ließ. Das klingt zunächst einmal relativ harmlos, die Linklaters-Affäre hat es allerdings in sich. Bei besagtem Gesetzesentwurf ging es um das ?Gesetz zur Ergänzung des Kreditwesengesetzes?. Ziel der Gesetzesnovelle sollte die immer wieder versprochene verschärfte Regulierung des Finanzsektors sein. Linklaters ist allerdings keine normale Anwaltskanzlei. Die führende Wirtschaftskanzlei Linklaters ist in der Finanzbranche bestens vernetzt und gehört auch zu den Partnern der TSI-GmbH. Die True Sale International GmbH ist eine deutsche Lobbyorganisation der Finanzbranche, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Verbriefung von Krediten in Deutschland zu fördern. Asset Backed Securities heißen diese Verbriefungen in der Finanzsprache. Genau diese Papiere haben dazu geführt, dass im letzen Jahr das Weltfinanzsystem vor der Kernschmelze stand.
Eine Lobbykanzlei der Finanzindustrie schreibt also ein Gesetz, mit dem die Finanzindustrie schärfer kontrolliert werden soll? Warum lässt man nicht gleich eine Kanzlei der Drogenmafia das neue Betäubungsmittelgesetz schreiben? Und überhaupt ? warum schreibt man im Wirtschaftsministerium Gesetze, die dem Justiz- und dem Finanzministerium unterliegen? Der Sturm der Entrüstung blieb hingegen aus. Man kritisierte Guttenberg dosiert, weil er mit der Einbindung einer privaten Kanzlei Steuergelder verschwendet hat, vom Vorwurf der Lobbyhörigkeit war hingegen nichts zu vernehmen. Der bayerische Baron ist nicht das politische Wunderkind der Republik, er wird von den Medien ledigllich zu einem solchen hochgeschrieben. Kritik bleibt aus, ganz als stünde er noch unter Welpenschutz.

Anwalt der Bonibanker
Seine Narrenfreiheit setzt Guttenberg medial gekonnt in Szene. In einem aktuellen Interview mit dem Hamburger Abendblatt setzt sich Guttenberg ?überraschend? gegen eine gesetzliche Regulierung der Boni in der Finanzbranche ein und konterkariert damit die internationalen Anstrengungen, eben dies umzusetzen.
Ich sehe es höchst kritisch, dass manche Manager sich völlig hemmungslos bedienen. Aber ich bin zurückhaltend, was das direkte Eingreifen des Staates bei Bonuszahlungen angeht. Vieles auf diesem Feld ist international verflochten. Das kann man mit nationalen Regelungen nicht beeinflussen.
Karl-Theodor zu Guttenberg im Hamburger Abendblatt
Die internationale Finanzwelt wird es mit Freude vernehmen, dass sich einer der wichtigsten Finanzstandorte konsequent gegen Reformen stellt und damit anderen Staaten den Wind aus den Segeln nimmt.
Ich will hier rein!
Der Weg von Karl-Theodor zu Guttenberg ist vorbestimmt. Wenn im September eine schwarz-gelbe Regierung mit der Fortsetzung der neoliberalen Politik in Reinform beginnt, wird er eine Schlüsselrolle einnehmen. Die Medien werden ihre Kritik nicht an Guttenberg, sondern an der Kanzlerin abarbeiten, und 2013 wird der Weg für den nächsten bayerischen Kanzlerkandidaten frei sein. Schönes neues Deutschland, mir graut vor dir.
Jens Berger
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Söder, Kauder, Heil und nun zu Guttenberg – ist das nun die “Jugend-Revolte”? Wo kommen plötzlich all diese jugendlich wirkenden “Upstarts” her? Ist der Generationenwechsel in der Politik angekommen? Fragen über Fragen, auf die hannilein wie stets keine Antwort hat …
Schönen Sonntag noch
hannilein
Ach ja…ich bin schon etwas verliebt in unseren Guttenberg <3
Ja, da grauts mir auch.
hier noch ein link zum thema: http://www.zeitgeist-online.de/special24.html
url klingt zwar nach vt aber der artikel ist interessant.
Schöner Artikel.
Nur, ob das wirklich wahr ist:
Das “gemeine Volk” mag doch wohl eher nur ein virtuelles bzw. ein haus- und mediengemachtes sein, ich nannte es in einem Blogeintrag “Die Meute vom Graf” so gesehen als bestellte Klatscher bei Maybrit Illner ;-) Man muss die Meute nur oft genug einblenden und schon sieht es so aus, als läge dem “Fürsten” der gesamte Hofstaat zu Füssen
zu Guttenberg hat Charisma, deshalb ist der so beliebt, ganz einfach! Ich bin mir sicher, dass er der nächste Kanzler wird, was nicht bedeutet, dass ich es befürworte.
@Geheimrätin
Das eine widerspricht dem anderen ja nicht. Klar – wenn die Klaquere vorgaukeln, der fesche Baron sei beliebt, dann glaubt das unser doofes Volk und schlägt sich auf die “Siegerseite”. Dss war schon immer so. Selbsterfüllende Prophezeiung halt.
@ Spiegelfechter
habs vorhin mit dem Lektor bestrochen, man könnte da ja selbst mal so Umfragen bezüglich der Beliebtheit des Herrn von und Zu machen. Erst eine im “sozialen Brennpunkt” einer beliebigen Stadt, dann eine im Bildungsbürger- und dann noch eine im Villenviertel
wäre sicher nicht uninteressant die Zahlen zu vergleichen.
Letzlich schert sich wohl aber kaum noch einer drum, welcher “charismatiker” uns irgendwas vorhampelt.
Denn dass die Kanzlerin einzig und allen aufgrund ihres übersprühenden Sexappeals gewählt wurde, wissen wir ja auch alle, wa? (@ m106)
Ich bin nicht sicher was zuerst da war: Guttenbergs Beliebtheit oder die Klaquere in den Redaktionen. Ist aber im Endeffekt egal, das Ergebnis ist in jedem Falle erschütternd. Es wundert mich allerdings kein bisschen seit ich gelernt habe dass eine Menge Bürger den Müntefering toll finden. Ich glaube mittlerweile einfach, dass Teile der Bevölkerung schlicht nicht mehr zurechnungsfähig sind wenn es um Politiker geht. Konnte man auch schön bei der Süddeutschen beobachten, die waren sich ja nicht zu doof einen Artikel im Onlineportal mit dem Titel “Gestatten, Bundes-Womanizer!” zu schreiben. Schlimmer ist nur noch jeden Morgen zur Straßenbahn zu gehen, dabei erst Frank-Walter und dann Karl-Theodor in die dämlich grinsenden Gesichter schauen zu müssen.
@Geheimrätin
Macht mal ;-)
Aber sorgt auch dafür, dass keine Suggestivfragen vorkommen und ihr neutral auftretet. Ansonsten könnt ihr die Ergebnisse in die Tonnne werfen.
Ich bezweifele die Ergebnisse der repräsentativen Umfragen jedenfalls nicht.
Hmmm, WIR sind jedenfalls nicht das Volk. Und ich glaube nicht einmal, dass sich das Volk veräppelt vorkommt. Ansonsten sähen auch die Wahlergebnisse anders aus.
Ich frage mich ja immer, wie jemand, der sich mit dem Etikett ‘liberal’ schmückt – und sei es in dem ebenso falsch verwendeten ‘neo-liberal’ – für Subventionen sein kann. Und die Nichteinführung eines Mindestlohns ist genau dieses, Subventionierung der Privatwirtschaft auf Kosten des Steuerzahlers.
Machen wir uns nichts vor, eine soziale Wohltat ist der Mindestlohn nicht. Schließlich wird Menschen, denen der Lohn nicht ausreicht, eben dieser durch staatliche Stellen aufgestockt, vom Wohngeld bis zur Hilfe zum Lebensunterhalt [bzw. Hartz IV]. Was wiederum durch Steuergelder mitfinanziert wird. Der Mindestlohn wäre also eine einfache Lösung, mit dem Subventionsabbau anzufangen – eine in jeder Hinsicht liberale Forderung, oder?
Zugestanden, die Erfinder der liberalen Theorie sahen Wirtschaft nicht als Selbstzweck, für sie war die ökonomische Unabhängigkeit des Individuums notwendige Voraussetzung seiner Freiheit. Heute scheint vor allem die ausschließlich juristische Person zu zählen. Bei den Bernankes, Guttenbergs, Geithners.
Nachtrag: Man könnte dann den Heerscharen von Arbeitslosen in den sozialen Brennpunkten nachdem man sie befragt hat ja als Geschenk noch das Parteiprogramm der Linken da lassen ;-) Von dem die meisten iMenschen im Land ja nicht die Spur einer Ahnung haben. Wer weiss, vielleicht würde der eine oder andere die dann ja wählen? Fairerweise müsste man die anderen Parteiprogramme dann selbstverständlich auch liegen lassen. Aber ob die dann auch wirklich alle gelesen werden? Da müsste man wohl ein anschauliches Deckblatt erarbeiten, auf dem grob umerissen dargestellt wird, um was es geht. Oh mein Gott, mich hat offensichtlich der Wahlkampfgeist erfasst! Hilfe!
@Mx
Hmm, der Artikel ist ja ganz unterhaltsam, aber verschwörungstheoretisch hoch zehn. Ich finde es ja schön, wenn Bürgerjournalisten einmal einen kritischen Blick auf unsere Welt werfen. Aber wenn das Ergebnis dann wieder einmal heißt – Rockefeller, Kissinger und Co. wollen uns betuppen, so kann ich nur gelangweilt gähnen. Die Welt ist schon etwas komplexer und die “Bösewichte” sind nicht ein paar der “üblich Verdächtigten”, sondern hunderttausende, die ein Interesse an diesem System haben. Und die Verantwortlich dafür sind nur(!) WIR, die sich das Denken abgewöhnt haben und alles fressen, was uns vorgesetzt wird.
Mal wieder treffend analysiert. Ich frag mich auch immer, was die Leute an der Shooting-Locke so toll finden.
In Deutschland strömt der politische Adel meist als Unionsabgeordneter in die Parlamente. Da gibt es einen echten Grafen, der zudem sogar noch Ur-Urenkel des alten Reichskanzlers Otto von Bismarck ist. Der CDU-Abgeordnete Carl-Eduard Graf von Bismarck glänzt zwar vor allem durch Abwesenheit, und gilt als ?faulster Abgeordneter Deutschlands? ? aber was stört es die deutsche Eiche schon, wenn das Schwein sich an ihr reibt?
Dazu muss man allerdings sagen, dass der gute Graf 2007 (wohl aufgrund der Kritik) auf sein Bundestagsmandat verzichtet hat (http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/B/bismaca0.html) und laut Wikipedia inzwischen auch nicht mehr in der CDU ist.
@Geheimrätin
Hast Du mal das Wahlprogramm der Linken gelesen? Glaubst Du ernsthaft, mehr als 10% der Bevölkerung verstehen auch nur im Ansatz, was darin steht?
Ja! und Ja!
@Geheimrätin
Echt? Da kennst Du aber andere “normale” Menschen als ich ;-)
Danke das du diesen Artikel verfasst hast. ;)
Mal wieder sehr treffend und auf den Punkt gebracht.
Daniel
Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen!!
All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, — ich halt’ sie arm!
Sei wachsam – Reinhard Mey (live) Bei diesen Song ist jede Zeile Wahrheit pur!!! Danke Reinhard Mey.
Für die CDU sitzt ja sogar Cajus Julius Caesar im Bundestag …
@Markus
*lach*
Cajus´ Eltern hatten wenigstens Sinn für Humor ;-)
@ 20. Spiegelfechter: Hehe, ja. Allerdings wird der es als Kind bestimmt schwer gehabt haben…
Was für Guttenberg spricht, ist denke ich, dass er noch nicht ganz so stark korrumpiert ist wie andere Parteipolitiker. Doch das wir mit der Zeit sicher auch immer mehr werden. Und dass er zwar für mich nicht ersichtlich über die Kompetenzen eines Wirtschaftsministers verfügt, jedoch immerhin über mehr als sein Amtsvorgänger. Und dass jung und adelig und kompetenter als Michael Glos zu sein für einen Ministerposten ausreicht, ist schon erschreckend.
Die Jubelarien von Bild, Stern und Co., die ihn als “neuen Obama” anpreisen usw., sind selbst für deren Verhältnisse erstaunlich unreflektierte Propaganda und (auf was eigentlich begründeter?) Personenkult. Besonders krass fand ich ja den Vergleich “Obamas und Guttenbergs Laufbahnen sind beeindruckend. Beide sind Selfmade-Männer, haben sich hart hochgearbeitet.? ( http://www.bild.de/BILD/politik/2009/08/14/us-praesident-barack-obama-und-karl-theodor-zu-guttenberg/wieviel-obama-steckt-in-guttenberg-vergleich.html)
Und das ist es, was der Durchschnittswähler von Guttenberg mitkriegt, nicht etwa seine marktradikalen Vorstellungen.
@Markus
Guttenberg mag zwar weniger korrumpiert durch die alten Netzwerke zu sein – das macht er allerdings durch seine Nähe zu den neuen Netzwerken (Ripplewood, Linklaters und Co.) mehr als wett. Für mich ist er ein trojanisches Pferd des Finanzsektors. Damit habe ich mehr Probleme als beispielsweise mit Wulffs VW-Netzwerken oder Oettingers schwäbischen Unternehmerverbänden.
Und der Punkt ist, den Burschen kann man nur in Bayern wählen! Dabei gilt seit eh und je, dass ein Bayer, auch als Flavour “Franke”, für Deutschland unwählbar ist. Soll die CSU doch gesamtdeutsch antreten und sich auf die …legen. Den Bierzeltschutz der Bayrischen Herkunft, gibt es nämlich nicht ausserhalb Bayerns.
Ich bin dafür, dass preussische Werte gestärkt werden und nicht diese bayrisch-frankische Katholen Ämter im Bund erhalten. Es ist so raffiniert, wie die Union den Zugang des Vatikans zur Bundes- und Europapolitik kontrolliert, und das zu Lasten der Protestanten in Deutschland. Und nein, ein assimilierter protestantischer Franke wie Beckstein oder die üblichen CDU-Amerikakriecher mit Kirchenparteibuch oder die Tochter einer nübergemachten Pfaffens gehören für mich nicht dazu. Bei der CDU sind Personen ohne Haltung in Führungspositionen. Es ist alles vom katholischen Mief durchdrungen.
Dieses Land handelt gegen preussische Werte und Tugenden und Diekmann und Guttenberg sind nur Exponenten dieses Verfalls zu Lasten preussischer Interessen.
“Hmm, der Artikel ist ja ganz unterhaltsam, aber verschwörungstheoretisch hoch zehn. Ich finde es ja schön, wenn Bürgerjournalisten einmal einen kritischen Blick auf unsere Welt werfen. Aber wenn das Ergebnis dann wieder einmal heißt ? Rockefeller, Kissinger und Co. wollen uns betuppen, so kann ich nur gelangweilt gähnen. Die Welt ist schon etwas komplexer und die ?Bösewichte? sind nicht ein paar der ?üblich Verdächtigten?, sondern hunderttausende, die ein Interesse an diesem System haben. Und die Verantwortlich dafür sind nur(!) WIR, die sich das Denken abgewöhnt haben und alles fressen, was uns vorgesetzt wird.”
Danke, wurde auch Zeit das das mal gesagt wird. VT`s sind zwar ganz lustig (Wobei diejenigen, die die sog. “Ostküste” involvieren auch einen bitteren Beigeschmack haben), aber wenig hilfreich, da einfach unrealistisch. Sowas entspringt dem allzu menschlichen Drang zur Vereinfachung, kann aber die Realität nicht akzeptabel wiedergeben.
Der gleiche Drang führt u.a. auch zu der hohen Beliebtheit von Guttenberg und Konsorten.
Bei manchen Menschen spielt aber auch ganz anderes rein. Wie schon vom SF angedeutet, lassen sich Menschen gerne vom äußeren täuschen, wie man an einer gewissen, hier schon mal thematisierten FDP-Politikerin feststellen konnte (Was ich persönlich bis heute nicht verstehe). Aber Frauen sind halt leider genauso schlimm wie Männer, was das angeht, sie sprechen halt nur weniger darüber, seid mir nicht böse, hannilein und Geheimrätin (Ich weiß zwar inzwischen um Dein Geschlecht, hannilein, aber ich hab Dich schon in ne Schublade, und da bleibst Du gefälligst auch ;- )
Apropos Frau:
Ich habe es schon in einem anderen Blog geschrieben, und eigentlich wollte ich diese Diskussion nicht mehr aufleben lassen, aber wie bei allen Höllen kann man die Wagenknecht hübsch finden? Die Frau hat den bösen Blick.
Wagenknecht wirkte schon immer mit ihrer Frisur wie eine Karikatur einer Kommunistin aus dem letzten Jahrhundert. Auch die Linke ist ja eine Altenpartei. Da kommt sowas an. Wagenknecht gilt als feurige Rednerin in ihren Kreisen. Zornige Matrone halt, das ist ihr Image.
Man sollte sehr genau auf die vatikanischen Seilschaften achten, ich sage nur Pöttering im Europaparlament. Kein Mensch kennt den, keiner würde den wirklich wählen wollen. Oder den Mayer ebendort und Saubermännchen Wulff.
Die Welt ist kompliziert, und deshalb müssen wir genau schauen wer uns da als Kandidat präsentiert wird, welche Interessen hinter der Person stehen.
Die CDU mit ihren NATO und Vatikanseilschaften bringt auch noch immer einen anderen eunuchigen Typ hervor: Pofalla, Hintze, Pflüger. Alle wie aus einem Ei gepellt.
nun ja, ich habe ja drauf hingewiesen, welcher ecke die quelle zuzuordnen ist.
sie ergänzt aber die netzwerke, die vom spiegelfechter nicht aufgegriffen wurden.
(atlantikbrücke etc.)
ich bin immer noch baff, daß ihm die mär von ‘seiner tragenden rolle im familieneigenen mittelständischen betrieb’ nicht medial um die ohren gehauen wurde.
huihuihui, was ein Preußenaufmarsch hier! Da wird mir ja gleich noch banger! ARgh
@max krapp,
hab ich je behauptet dass Frauen besser oder klüger wären als Männer? Nö Frauen sind weiblicher, zumindest manche von ihnen und zumindest als manche der Männer, natürlich darf auch hier nicht pauschalisiert werden ;-)
Und Sarah Wgenknecht hat überhaupts keinen beesen Blick, hast du Angst vor Hexen, oder was ist mit dir los?
Und da arbeiten sich gefühlte hunderte von 3.-Reich-Dokus an der Frage ab, wie so viele Menschen auf einen charismatischen Mann hereinfallen konnten, der einfach gut reden konnte, ohne seine Politik zu hinterfragen….
Geschichte widerholt sich. Und wenn Gutti weiterhin so unkritisch angebetet wird, wird ihm auch keiner übelnehmen, wenn er die Zwangsarbeit wieder einführt und schlimmeres…
kein Stratege hätte es sich besser ausdenken können: jung, “gut” aussehend, adelig, über jeglicher Kritik erhaben!
@Spiegelfechter: machen Sie diese herrlichen Bilder selber? Die Drillinge sind genial! Ich wusste immer, dass mich der Gutti an jemanden erinnert (es war der Diekmann)
@ Max Krapp, #23:
Kein Problem, Max ;-) Jeder von uns hat doch auch eine weiche, “weibliche” Seite und ich stehe zu meiner. Stell Dir mich einfach als schnucklige Blondine mit scharfen Kurven vor ;-)
Schönen Sonntag noch
hannilein
@ Geheimrätin
Wollte ich auch nicht unterstellen, ich bin nur vorsichtig, bei Frauen, die ich nicht kenne. Erlebe es leider immer wieder, das einige Frauen sich bei solchen Sachen angegriffen fühlen. Freut mich zu hören, das dem bei der Geheimrätin nicht so ist.
Und vor Hexen habe ich keine Angst, vor der Wagenknecht aber schon. Ich habe noch nie erlebt, das die nicht so guckt, als ob man sie richtig schlechte Laune hätte. Wie schaut die erst aus, wenn sie wirklich wütend ist?
@ hannilein
“Stell Dir mich einfach als schnucklige Blondine mit scharfen Kurven vor ;-)”
Ne, das geht mal gar nicht. Wie soll ich denn da noch denken können ;- )
Dir auch noch nen schönen Sonntag, oder was davon übrig ist,
Max
@ein Besucher
Sagen wir es mal so – ich komponiere sie ;-)
Haste Gel im Haar, biste gleich ein Star.
Hat der Udo dich am Schopf, biste nicht länger ein armer Tropf.
Trägste Kurzhaarschnitt wie n’en nackten Po, dann heißte wohl auch so.
Und Hut, den man nehmen könnt’, den trägt heut’ keiner, sowieso.
Man zeigt Po und macht weiter so.
Geht’s mal in die Hose,
sagt man gewichtig,
das aber ist nicht meine Soße.
Das Guttenberg-Papier aus seinem Ministerium
http://static.rp-online.de/layout/fotos/HBTGc7Y4.pdf
Artikel dazu:
http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/745972/Union-geht-auf-Distanz-zu-eigenen-Experten.html
Was die Netzwerke des adeligen Herrn betrifft, so ist der sicher nicht mit denen der kleinen Leute verortet, sondern mit der großen weiten Finanzwelt .
Die dort denken neoliberal, also zuerst an sich.
Hoppla, jetzt komm’ ich!
Ich mach’ n’en Stich
und erwische DICH!
Gel im Haar,
nix is’ klar.
Siehste “die” Frisur mit Kopf,
hopf, hopf, hopf (ugs. für springe)!
Du bist und bleibst ein armer Tropf.
Mach’ dir deshalb aber bloß keinen Kopf.
Bleib’ einfältigerTropf!
@hannilein
*rofl*
Dann brauchst Du aber noch einen Stimmfilter. Sonst müsste ich dann immer an den Film “The Crying Game” denken ;-)
Naja Max, wenn die Sahra Dich so einschüchtert, hat das was. Ich finde, sie sieht nett aus. Es wäre mir aber auch egal, wenn sie hässlich wie Merkel wäre. Entscheidend ist ihr scharfer Verstand und ihre Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu begreifen und begreiflich zu machen. Ihr Buch “Wahnsinn mit Methode” über die Finanzkrise ist uneingeschränkt empfehlenswert.
Und die ‘beste’ Nachricht ist … http://www.ftd.de/politik/deutschland/555209.html?eid=553202&bid=13013&p=1&cp=4
«… Bekommt die FDP das Wirtschaftsministerium, könnte Guttenberg das Finanzressort übernehmen.»
Tja, ist ja bestens dafür geeignet, Steinbrücks Heldentaten fortzusetzen.
Denk ich an Deutschland in der Nacht, …
Der Artikel über das “Kunstobjekt der Presse”, zu Guttenberg ist gut. Der Grund, warum zu Guttenberg gut bei der Mehrzahl der Bürger ankommt, ist allein sein Aussehen.
Er setzt die Belanglosigkeit der politischen Aussagen von Fr. Merkel fort.
Inhaltlich ist er kaum als GF für das Schloß-Café seines Stammsitzes geeignet.
Wenn die FTD schreibt
“…..Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist ziemlich geladen, als er ins Besprechungszimmer stürmt. Die SPD bezichtigt ihn der Vetternwirtschaft. Seine Frau ist über viele Ecken mit einem gewissen Kolja von Bismarck verwandt – “sein Ururgroßvater war der Bruder des Ururgroßvaters meiner Frau”, schnaubt der Wirtschaftsminister. Ausgerechnet Kolja von Bismarck, ein renommierter Insolvenzspezialist bei der Rechtsanwaltskanzlei Linklaters. Und ausgerechnet Linklaters, jene Kanzlei, die gerade viele Aufträge aus dem Ministerium erhält….”
ist nichts hinzu zufügen.
Westerwelle + Co, zu Guttenberg + Co sind in ihrer Denkweise Neoliberal und Merkel wird in Zukunft auch diese Ideen moderieren.
@Copoka
Da kann er Staatssekretär Asmussen ja gleich übernehmen. Die beiden haben viel gemeinsam.
@Geheimrätin
Sarah Wagenknecht hat überhaupt keinen boesen Blick, richtig erkannt.. Sahra Wagenknecht über Ursachen der Wirtschaftskrise da kann sich manch männlicher Kollege mal ein Auge holen wie Frauen wirtschafliche und politische Zusammenhänge verstehen und analysieren können..
Deutscher Bürger! ?Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen? und das letzte Quäntchen Demokratie, was dir in diesem Staat geblieben ist, zum Zwecke von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu instrumentalisieren.
Klarmachen zum Ändern
ja und chot verdamme, ich hab das h von Sahra schon wieder hinten dran gehängt. Hoffe sie hat das nicht gesehen, sonst guckt sie vielleicht doch noch bees.
Aber schön wenn es dann auch mal um Inhalte geht. Die öffentliche Medienlandschaft ist ja leider nur fürs “richtige Ausleuchten” und “in Szene setzen” der einzelnen Figuren zuständig. Inhalte? Die würden das gemeine Volk nur unnötig irritieren.
Das von aquadrath empfohlene Buch steht jedenfalls auch schon länger auf meiner Liste.
P.s Im übrigen finde ich dass der Guttenberg scheiße aussieht!
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht:
Es geht mir nicht wirklich um das Aussehen von Frau Wagenknecht oder jemand anderes bei der Bewertung der Person (Jedenfalls nicht mehr als bei uns allen). Es ging mir nur um die Aussage von SF. Das Ganze war auch eher ironisch gemeint, Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Ich persönlich würde diese Frau nicht nach HAuse einladen (was zweifelsohne auch auf Gegenseitigkeit basiert), aber andere mögen das nicht so sehen.
So, und jetzt zurück zum “Baron aus Bayern”
und gleich wird uns wieder was dolles aufgefahren
guckst du hier, 22.15 sat 1
mein tv hat gerade keinen ton mehr ob das nun als Gnade Gottes zu verstehen ist?
Also, wer sichs antun will…
#40 @Geheimrätin am 23. August 2009 um 21:17 – Permalink
“…P.s Im übrigen finde ich dass der Guttenberg scheiße aussieht!…”
Geb´s doch zu, Du hast nur Angst, er würde mit seinen schmierigen Haaren Dein Kopfkissen ruinieren.
Jens,
Ihr wieder einmal “punktgenauer” Artikel hat mich veranlaßt, in meinen alten Blogeinträgen zu wühlen – und da ist er wieder:
Der hervorragende TAZ-Blog Kommentar zur Inthronisation der Eheleute zu Guttenberg durch BILD!
http://blogs.taz.de/vollandsblog/2009/02/11/guttenberg/
Und das war gerade erst Gestern!!! – 11. Februar 2009
@Dierk, #10
The Unanswered Question ( Charles Ives ;)
Gute Frage, die allerdings nicht so schwer zu beantworten ist. Man muss lediglich die Theorie und die Ideologie (oder Wirtschaftstheologie) auseinanderhalten, dann liegt die Antwort auf der Hand.
Alltägliche Begriffsverwirrung halt.
#42
:)
Da müsstest du dir zumindest nicht quälend überlegen, ob es noch der Zeit wert ist.
Darf man das denn wirklich wieder ungestraft behaupten?
Nun werter Spiegelfechter, der Artikel ist mir zu unvollständig. Nichts gegen laue Sommerabende, aber irgendwie fehlt mir hier Einiges. Die Rolle von Gutenzwerg als CSU-Kettenhund mit den dümmsten Aussagen der Republikgeschichte z.B.. Der schaffte es sogar Söder intelligent aussehen zu lassen und das allein ist schon eine Herkulesaufgabe. Erinnert sich jemand bspw. daran, dass er damals (vor ca. 1-2 Jahren) die Linke.PDS verbieten lassen wollte? Jede Woche ein dummer Spruch im Spiegel. Damals sogar noch mit abfälligen Kommentaren des Magazins über diesen Clown und seine Clownerien. Heute natürlich alles vergessen.
Wesentlich schlimmer sind seine Sprüche zur Außenpolitik, seinem Leib- und Magenthema. Unbelehrbarer Hardcore Pro-Amerikanismus/Zionismus aus bayrischer Landesadelssicht. Wenn die Episode im WirMin. vorüber ist, wird er sich ohne Zweifel wieder der Außenpolitik zuwenden. Insofern ist seine Verbindung zu Atlantikbrücke und Aspen-Inst. wesentlich folgenschwerer als zur Hochfinanz. Ganz ohne Verschwörungstheorie.
“Wenn im September eine schwarz-gelbe Regierung mit der Fortsetzung der neoliberalen Politik in Reinform beginnt, wird er eine Schlüsselrolle einnehmen. Die Medien werden ihre Kritik nicht an Guttenberg, sondern an der Kanzlerin abarbeiten, und 2013 wird der Weg für den nächsten bayerischen Kanzlerkandidaten frei sein.”
Sehr gut möglich, im Ernst. Der bisher prädestinierte Merkel Nachfolger Wulff ist ja genau so ein Langweiler wie Merkel – da wird der superfesche Schwarze Baron sicher auch die CDU-Herzen höher schlagen lassen.
Wie die Zusammenarbeit der beiden Neurotiker-Parteien FDP – CSU laufen soll ist mir allerdings ziemlich unklar.
@8 Turtle @14SP
D’accord,
nach 30 Jahren Tätigkeit in der Erwachsenenbildung mach ich mir nichts mehr vor:
Die Masse der Wahlberechtigten ist gnadenlos dumm bzw. dessinformiert.
Aus ländlicher, tief schwarzer, katholischer Region stammend, erlebte ich, in den 60ern und 70ern, in einem Ort mit max. 800 Wahlberechtigten, dass es neben der absoluten CDU Mehrheit immer eine Anzahl von DKP Wählern gab, der im zweistelligen Bereich lag. Als damals linker Jugendlicher forschte ich mit meinen Freunden nach dieser “versteckten Opposition”. Die SPD hatte im Stadtrat noch nicht einmal den Fraktionsstatus
Durch Zufall wurden wir fündig.
Beim 70sten der Oma eines Freundes und im Vorfeld von Wahlen, hörte Selbiger einen Dialog der versammelten alten Damen. Alle waren sich einig, dass sie dieses mal wieder die “Deutsche Kommunionpartei” DKP wählen würden.
Das Rätsel war gelöst.
Im Ernst, viel anders ist es heute auch nicht.
Im Kollegenkreis haben wir einmal eine “Fallstudie” durchgespielt, die so geht:
Angenommen das Wahlrecht würde dahingehend geändert, dass man vor der Wahl, z.B. im Wahllokal, eine Art Wahlzulassungstest machen muss. Wir dachten an ca. 5 – 10 Fragen, in denen Parteiaussagen den entsprechenden Parteien zugeordnet werden müssen.
Zur Teilnahme an der Wahl müsste man eine bestimmte Punktzahl erreichen.
Wir kamen zu dem Resultat, dass die Anzahl der zugelassenen Wähler sich zwischen 10 – 20 % einpegeln würde.
Ich bin nicht für die Einschränkung des Wahlrechts, ruft man sich allerdings das Wahlergebniss von 2002 Schröder/Stoiber in Erinnerung, ihr erinnert euch, dass Stoiber am Wahlabend schon mal ein Glass Sekt aufmachen wollte, ihr erinnert euch auch, dass Schröder die Wahl mit ein paar tausend Stimmen Vorsprung gewonnen hat.
Die meisten von uns wissen was oder wen sie wählen.
Der ganze Wahlkampf zielt auf eine minderbemittelte Menschengruppe, die sich auf dem Weg zum Wahllokal noch beeinflussen lässt. (Taxiservice für älter und kranke Mitbürger zum Wahllokal, vorzugsweise von den sog. Volksparteien)
Angesichts dieser Erkenntnisse kann man zu den herrschenden Wahlverhältnissen nur sagen, bei uns haben die “Doofen” das sagen, denn sie sind die Masse.
mfg
@ joss Fritz
Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Danke, das Sie vorrausschauend meine Meinung zusammengefasst haben, so muss ich das nicht tun ;- )
Hallo Jens,
toller Artikel. Besonders ein wichtiger Beitrag in Zeiten in denen volkspopulistische Zeitungen wie die Bild bereits “Wie viel Obama steckt in Guttenberg”-Quizze veranstalten – und das nicht nur um ihr Sommerloch zu überbrücken.
Ähnlich dem Spiegelfechten, beschäftigen wir uns bei Zerobullshit.de seit kurzem mit dem tagtäglichen Ausverkauf der gesellschaftlichen Glaubwürdigkeit.
Man liest sich also – schönen Gruß!
@ joss Fritz, #50:
Ist das denn nicht ein Anzeichen dafür, daß mit der Erwachsenbildung irgendwas nicht stimmt? Entweder sie findet in zu geringem Umfang statt oder aber umfaßt nicht auch die politische Bildung – diese zwei Antworten könnte ich mir vorstellen.
Da ich von der Erwachsenenbildung weder Art noch Umfang kenne, stelle ich die Frage mal an Sie.
Gute Nacht
hannilein
Übrigens: Es gibt keinen Adel mehr in Deutschland. Und das schon seit relativ genau 90 Jahren.
Der Stand “Adel” wurde durch die Streichung seiner sämtlichen Privilegien abgeschafft. Auch wenn es die konkrete Formulierung “Der Adel ist abgeschafft” dann doch nicht in Artikel 109 der Weimarer Reichsverfassung schaffte.
Seitdem gibt es auch keine Titel mehr. Der letzte Adelstitel wurde 1918 vergeben. Die ehemaligen Titel sind seit der Weimarer Republik nur noch als Namensbestandteil geduldet, dürfen aber immerhin geschlechtsspezifisch geformt werden.
Ohoh, jede Menge Sarkasmus, und dennoch wunderbar geschrieben. Hier in Bayern (ich komme aus München) ist es nun sogar so weit, dass die CSU Plakate mit dem Konterfrei des KTzG aufgrund außerordentlicher Beliebtheit nachdrucken lassen muss. War hier sogar groß in der Zeitung – leider kann ich den Artikel online nicht finden, war sehr lesenswert.
@ David, #55:
Du – I bin aa a Münchner, aber das ist mir noch nicht zu Ohren gekommen. Welche Zeitung war denn das?
Sers
hannilein
@ hannilein
Hab es auch gelesen, kann Dir aber nicht mehr sagen, wo. Denke aber, es war in der Süddeutschen, würd ja auch passen, sans ja auch Bajuwaren wie ihr.
Schön zu wissen übrigens, das ich nicht der einzige bin, der nicht schlafen kann ;- )
@ Max, #57:
Danke für den Hinweis.
Ja, ich bin schon immer recht rast- und ruhelos gewesen, eine Nachteule obendrein, und zur Zeit kann ich leider gar nicht mehr pennen :-(
Dir aber eine Gute Nacht ;-)
hannilein
Mit Gruß zurück, werd mal wieder mein Glück versuchen, also schlafen…
Vielleicht finde ich am Montag nen Hinweis…ach, wir haben schon Montag.
In dem Fall bis später,
Max
@ Max
Auch schlafgestört? Schon mal in einem Schlaflabor gewesen? Bei mir kenne ich ja die Ursachen (Ängste und Depressionen), aber woran – wenn ich fragen darf – hapert es bei Dir?
Und im Netz lernt man ja jede Menge “Nachtaktive” kennen ;-) Ist ja auch kein Problem, wenn man denn nicht morgens raus und seinen Job machen muß … Da habe ich früher, als es anfing, richtig übel zu werden, mal eine Zeit als “Night auditor” gearbeitet – das war ideal, denn ich hatte viel Zeit zum Lesen, Denken und Schreiben :-D
Viel Glück mit dem Poofen
Frank
Vom Wirtschafts Ministerin werden seit vielen Jahren die Auslands Lobby und Bestechungs Verbände massiv finanziert und unterstützt. Über diese mafiösen Bestechungs Zirkel, weiß wegen der kurzen Amtszeit ein Herr von Guttenberg, wohl noch Nichts.
@charly
Er kann mich gerne verklagen – wäre gut PR ;-)
@Blockpartei
In der Aussenpolitik wird er aber aufgrund der Koalitionsarithmetik nie in ein Amt kommen. Außerdem hat die Union da ja schon den ebenso kecken Ecki von und zu Klaeden, der genau so bedingungslos transatlantisch ist.
@53 hannilein
Wie viel Prozent der Bevölkerung nehmen überhaupt an der Erwachsenenbildung teil – und da lassen wir mal Fachweiterbildung heraus? Und wie viel Prozent bilden sich durch BILD und Glotze? Es ist hoffnungslos.
@lupo
Ja ja, wenn das der Führer äh der Herr Baron wüßte! Natürlich weiß er das – herrgottsakra!
Ich finde den Guttenberg echt toll, er macht keine Politik, aber eine gute Figur! Wann fängt endlich das Merchandising an? Die Hofberichterstattung läuft ja schon auf Hochtouren, auch hier. Ich kann es kaum erwarten, bis ich endlich die erste Guten Morgen Guttenberg Kaffe Tasse in den Händen halten kann. Meine Daniel Kübelböck-Bettwäsche würde ich ihm zuliebe sogar das erste Mal tauschen. Wie wäre es mit einem Comic? Die finde ich gut und sie sind auch so modern. Einen Titel hätte ich schon: “Superzwergl rettet die Konjunktur” Oder Musik vielleicht? Ein Duett mit Zsursel wäre ein garantierter Hit!
Unserem zukünftigen Kaiserkanditat rufe ich zu: Guttenberg, du bist Deutschland!
tja die real existierenden Verhöltnisse lassen sich scheinbar für die mehrheit der Bevölkerung zunehmend nur noch in einer Scheinwelt ertragen:
“Wall Street bets on oil, again”
“”The significant rise in the oil price in the first half of the year is due in large part to a recovery in investment by financial investors,”"
http://www.salon.com/tech/htww/2009/08/21/stocks_and_oil_prices/index.html
So lange Medien – von Bild bis Spiegel und, leder, auch bis Spiegelfechter, siehe oben – den Möchtegern-Adligen immer wieder auf den Leim gehen und von “Baronen”, “Grafen” und “Prinzen” schreiben und reden, so lange wird sich im Volk der Eindruck auch halten, es gäbe so etwas wie einen Adel immer noch.
man kann – und muss, IMHO – nur immer wieder und wieder daraufhinweisen, dass es sich dabei lediglich um Menschen mit besonder dämlichen Nachnamen handelt.
Der Adel ist seit mehr als neunzig Jahren abgeschafft, aber in der sich selbst für aufklärerisch und demokratisch haltenden Presse lebt er weiter. HIER müsste die Entzauberung beginnen, dann gibt sich das mit der Heilserwartung auch.
Ich halte den zeitgeist-Artikel nicht für Verschwörungstheorie sondern für das Beste, was über Guttenberg bisher geschrieben wurde. Der Vorwurf der Verschwörungstheorie kommt bei diesem Thema immer viel zu schnell. Man schaue sich einmal an, wer zur Zeit die Beliebtheitsskala in Deutschland anführt. Merkel, Guttenberg, von der Leyen, Steinbrück. Sowohl Merkel als auch Guttenberg sind Protegès der Transatlantiker:
Zitat: “Auf der Homepage des ACG liest man nicht umsonst ?programming?, denn hier werden ?Young Leaders alumni? regelmäßig von älteren ?Leaders? programmiert. Die Fotos zeigen Merkel, Guttenberg und der Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Friedbert Pflüger, erstere noch vor ihrer Amtsergreifung, vermutlich also noch im Modus ?Young Leader alumna? bei einer Programmierung 2002.”
Steinbrück, wenn auch nach außen manchmal prollig, ist der Urgroßneffe von Adelbert Delbrück, einer der Urväter der Deutschen Bank. Da kommt es dann wohl auch schon mal vor, dass sich ein Verwandter von Steinbrück bei der Deutschen Bank entschuldigt:
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-Entschuldigung-der-Familie-Steinbrueck/story/22589366
Zitat: “Ackermanns Botschaft: Steinbrück ist kein Feind der Schweiz. Ein Verwandter von Steinbrück, so Ackermann weiter, habe sich beim Schweizer Bankchef im Namen der Familie für öffentliche Äusserungen über die Schweiz entschuldigt”
Ursula von der Leyen ist die Tochter des ehemaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Ernst Albrecht.
Die einzige, die von ihrer Herkunft nicht in das beliebteste Quartett Deutchland passt, ist Frau Merkel. Die hat natürlich eine Ost-Biografie aber es ist typisch für die sich um ausländische Politiker kümmernden amerikanischen Think Tanks, sich vor allem um junge Politiker zu kümmern, die eine vielversprechende Karriere vor sich haben. Man errinnere sich aan die orangene Revolution in der Ukraine und den üblen Sakaschwili in Georigen. Politiker und Bewegungen, die vor allem mit Hilfe von US-Propaganda-Tanks ähh demokratische Entwicklungshilfe aufgebaut wurden.
Hierzulande gibt es zusätzlich eine Menge Journalisten im Umfeld dieser amerikanischer Transatlantiker, die ebenfalls in diesen Netzwerken programmiert werden und die dann als sogenannte Edelfedern in den Mainstream-Medien mittels konnotativer Kommentierung die Tonlage vorgeben, die dann von den anderen übernommen werden.
Die Journalisten, die uns immer wieder auch visuell über Jahre hinweg präsentiert werden, ob Tom Burow oder der Kleber, ob Frau Illner, Petra Gerster oder Christiansen gehören entweder selbst zur Upperclass oder zum transatlantischen Netzwerk.
Das ist keine Verschwörung, sondern geschickte aber unglaublich meinungsverzerrende amerikanische Interessenpolitik, letztere identisch mit den Interessen unserer Upperclass und letztlich bestimmend für die Meinungsmache in den Mainstream-Medien.
Die Leute sind nicht dumm, sie werden dumm gehalten. Das ist ein großer Unterschied.
@Zwischespeicher
*lol*
Die Transatlantiker kriegen uns alle!
Ich habe nicht geschrieben: Nur “Transatlantiker”, sondern dass die Interessen der Transatlantiker identisch sind mit denen der Upper-Class und dass nur diese Interessen für die Meinungsmache in den Medien via Fernsehen und ein paar Zeitungen bestimmend ist und nur auf die kommt es an. Und für diese Meinungsmache ist es wichtig, dass die Politiker, die dem Volk etwas zumuten, aber natürlich nicht ihrer eigenen Klasse, populär und beliebt sind. Und nur deswegen ist Guttenberg beliebt. Bestimmt nicht, weil er von Adel ist, wie Du vermutest (*lol*). Und dagegen können sich einige Blogger die Finger wund schreiben, sie werden gegen die “Fabrikation von Konsens” so jedenfalls nicht ankommen.
@Zwischenspeicher
Was Du in #71 schreibst, ist mir schon klar. Das zwanghafte Suchen nach irgendwelchen “Verbindungen” zum “alten” Establishment und zur “Ostküste” ist in meinen Augen jedoch mehr als lächerlich. Das ist “typisch deutsche” Denke. Das eine deutsche Extrem drückt sich in dem Satz “Wenn der Führer das wüßte” aus, das andere Extrem ist die Theorie, dass ein kleiner elitärer Zirkel damals das deutsche Volk an der Nase herumgeführt hätte. Das ist heute nicht anders. Wir reden hier von “dem System”, das gleich einer Wölfin seine Jungen nährt. Und die Jungen sind nich nur ein paar klandestine Hintermänner in Washington und aus dem Geldadel. Das System sind wir alle, der Eine mehr, der Andere weniger. In der Parteipolitik fängt das schon ganz unten an. Der Politiknachwuchs lernt schon, dass er sich besser nicht mit dem lokalen Mittelstandsunternehmern anlegen sollte, kommt er weiter, weiß er, dass er sich nicht mit den Verbänden und anderen “Multiplikatoren” anlegen sollte. Dazu gehören selbstverständlich auch die Transatlantiker, die übrigens beileibe keine neue Entwicklung sind, sondern schon zu Adenauers Zeiten Politik mitgestaltet haben. Adenauer war aber kein Büttel der Transatlantiker, er war selbst nicht nur Opportunist, er stand auch hinter dem transatlantischen Gedanken. Genau so wird es bei Klaeden und Guttenberg sein – die Idee, das transatlantisches Denken ganz automatisch nur eine Folge von Manipulation sein könnte, ist abstrus. Es ist auch völlig irrelevant, wer der Großvater von Steinbrück war. Peer Steinbrück ist ein Verfechter des neoliberalen Weltbilds, da spielt es gar keine Rolle, wer sein Großvater war. Das lenkt nur ab. Es ist nich so, dass der Mensch an sich gut ist und nur durch ein paar klandestine Interessenvertreter zum Bösen getrieben wird; zumal, wenn er selbst gar nicht der Meinung ist, dass sein Handeln böse ist.
Solch Argumentationen kenne ich vor allem von Rechtsaußen, womit ich Dich aber auf keinen Fall in diese Ecke schieben will. Die Ostküste hat Hitler in den Krieg getrieben ist für die Wirtschaftskrise und für fast alles Böse in der Welt verantwortlich – die deutschen Vertreter dieses Denkens sind nur Handlager der Ostküste. Mutigere Rechtsaußen lassen den Euphemismus Ostküste auch gleich weg und sprechen direkt vom Judentum, gerne auch vom Weltjudentum. Manche VT-Seite ließt sich übrigens so, als sei sie ein Versuch, altes rechtes Gedankengut wieder populär zu machen.
“Wäre Gerhard Schröder ohne gefärbte Haare und Brioni ein schlechterer Kanzler gewesen?”
Im Nachhinein muß man fragen: Geht es denn noch schlechter als Schöder? Merkel muß man immerhin zugute halten, daß sie an der schröderschen Politik nichts geändert hat.
Und was die Drillinge angeht. Eigentlich sind es dann doch Vierlinge. Lothar Matthäus passt rein äußerlich das ohne Probleme rein.
@72
Hast du gut auf den Punkt gebracht Spiegelfechter, danke. Sehe das genauso.
@Spiegelfechter
Zitat: “Solch Argumentationen kenne ich vor allem von Rechtsaußen, womit ich Dich aber auf keinen Fall in diese Ecke schieben will. Die Ostküste hat Hitler in den Krieg getrieben ist für die Wirtschaftskrise und für fast alles Böse in der Welt verantwortlich”
Du willst mich also nicht in diese Ecke schieben, tust es aber trotzdem. Du unterstellst mir ansonsten hier zuviel.
Aber ich will mich nicht wiederholen.
Naja Jens, kleine elitäre Zirkel gibt es natürlich, und diese, sind auch zum Teil über Generationen von Familien gewachsen, und sie pflegen ihre ökonomischen Interessen gegenseitig und manchmal auch gegensätzlich, und schließen Proleten wie “Uns” sowieso aus. Da braucht man sich auch keine Illusionen über die eigenen Augen zu hängen, geschweige denn davon auszugehen, dass diese nicht genau wüssten, wieviel Blut an Ihren Händen klebt, und das sie sich Ihrer Rolle als Klasse nicht bewußt wären.
Das ein “deutscher” Teil dieser Interessengruppen den Schutz seines privaten Eigentums an Produktionsmitteln unter amerikanische Atomwaffen als Transatlantiker stellt, hat einerseits seine historische Ursache, ist aber andererseits vorallem aus den aktutellen eigenen ökonomischen Interessenslagen zu erklären. Der andere “deutsche” Teil brüllt mit Rußland und China werden wir wieder Imperiumsweltmeister im zweiten deutschen Expansionsversuch nach des Führersfehlexperiment.
@name
Bestreitet doch auch keiner, Spiegelfechter sagte doch ganz klar:
@Geheimrätin
Naja, die Annahme von Jens, “Wir alle sind das System” wäre ja einfach nachweisbar, wenn es eine gleichwertige Verteilung des Eigentums an Grund und Boden, und an Produktionsmitteln geben würde, aus der sich diese politischen Interessen begründen und stützen. Nur, komischerweise gibt es weder so eine Verteilung, noch gibt es da ein gleichberechtigtes miteinander in der Systemkurve, im Gegenteil, es lässt sich ein absolut gegensätzliches Interesse, Profiteure und die dem Profiteur Unterworfenen, feststellen.
Während die Profiteure permant ihr Klasseninteresse absolut vertreten, ist denjenigen, diesen unterworfen sind, ihr eigenes Klasseninteresse nicht einmal mehr bewußt, weil Ihnen auch eingeredet wurde, sie wären das “System”.
Was Jens in Bezug auf die völkische Idiotenfraktionen feststellt, die vom deutschen Kapitalisten und deutschen Kapitalismus nichts wissen wollen, und lieber den den bösen “Ami” sucht, ist ja richtig, und steht auch nicht in Frage. Komischerweise hat sich aber dieser verlogene Idiotengedanke bei der staatlichen HRE Auktion als prima Begründung in den heutigen höchsten politischen Kreisen erwiesen. Das alte Rüstzeug “Der Ami Lehmann” ist schuld funktioniert dort auch immer noch demagoisch blendend, und wenn in solchen Kreisen, solche Begründungen herhalten, wird es wirklich gefährlich.
Das ist auch klar. Wir müssen uns emanzipieren. In diesem Prozess befinden wir uns.
@name
Einige “Proleten wie wir” studieren allerdings BWL oder Jura, kriegen hochdotierte Jobs, werden Teil der “neuen Eliten”, ja sogar Bundeskanzler oder -kanzlerin. Nein, es geht hier nicht um “Klassen”.
Die einen nennen es “Blut an den Händen”, die anderen “Freiheit und Wohlstand für alle” – so ein waschechter Neoliberaler glaubt an seine Ideologie und deren Heilversprechungen im gleichen Maße wie ein christlicher Fundamentalist an Gott und das jüngste Gericht glaubt.
Eine interessante Sammlung zu Guttenbergs Vita und seinen politischen Ansichten, inklusive der elitären Zirkel, die er durchlaufen hat, gibts hier: http://www.bleib-passiv.de/beitraege/artikel/66-zur-person-karl-theodor-zu-guttenberg.html
@name
Das ist – mit Verlaub – Blödsinn. Die kleinen Schergen im Nationalsozialismus waren auch nicht in gleichem Umfang an den materiellen Vorzügen des Systems beteiligt, wie die Spitzen des Systems. Waren sie deshalb kein Teil des Systems?
Auch Menschen, die gar keine Vorteile durch ihr jeweiliges System hatten, waren oft dessen fanatischste Vertreter. Du unterschätzt die dunklen Seiten des Systems.
Das sind sie auch – sie stützen das System, wählen dessen Vertreter, riestern, kaufen Fonds und Zertifikate, konsumieren und jubeln bei Kurssprüngen an der Börse.
@Geheimrätin
Wer befindet sich in diesem Prozeß? “Wir” das Volk oder “wir” die Blogger? Ersters kann ja wohl nicht dein Ernst sein, letzeres ist leider nicht sonderlich relevant, wenn es um die Machtverteilung geht.
Hallo Jens,
ohne mich in die laufende Diskussion hier einzumischen; einfach einmal Kompliment für den Artikel. Wobei ich mir beim Lesen wirklich die Frage gestellt habe, warum man solche Artikel nicht endlich einmal in den Massenmedien wiederfinden kann?
Profitieren die sog. Journalisten der sog. Qualitätsmedien denn so immens von einer derartigen Meinungsmache, dass sie gar keine andere Wahl haben, Kritik kleinlaut zu halten und Propaganda groß zu schreiben?
Aktuelles Thema in diesem Sinne: die Wahl in Afghanistan und der direkte Vergleich dazu zum Iran von vor 6 Wochen. Aber ich denke das würde zu weit führen.
Sollte es nach dem 27. September wirklich zu eienr schwarz-gelben Mehrheit reichen, wird es nach meinem Medizinstudium wirklich Zeit, mich mal nach Alternativen in Norwegen umzuschauen.
Natürlich stimmt das, die ganze Welt befindet sich in diesem Prozess. Sprich mal mit deinen Nachbarn! Meine jedenfalls sind da schon ziemlich aufgeweckt. Natürlich sind wir noch mitten drin und unser Bewusstsein muss sich durch Betonköpfe einen Durchbruch verschaffen. Dennoch ist dieser Prozess nicht aufzuhalten. Wenn doch, dann eben der Untergang.
Ansonsten hast du natürlich auch Recht mit dem was du in comment 82 sagst und dazu habe ich gerade was verfasst: Ein Auszug:
Wovor mir graut , zeigt ein Blick in die Geschichte:
der Rest des Postings:
Ums klar zu machen, ich fürchte hier nicht so sehr die Machtübernahme einer NPD (wenngleich ich auch deren Machtzuwachs mit großer Sorge betrachte!) . Ich fürchte natürlich die Zahl, die der gelbe Westerwellenreiter einst so stolz auf seinem Schuh spazieren trug. Und ich fürchte, wie schon mehrmals hier verlautet, dass die wirklich progressiven Ziele der Fraktion DIE LINKE in einer von Piraten aufgebrachten See untergehen. Daher sage ich nochmals: Wir haben nur eine Wahl: DIE LINKE. Nur mit der einer starken linken Kraft lässt sich einem starken rechten Sog entgegenwirken.
@82
Ich sehe das ein wenig anders Jens. Es gibt, was diesen Bereich betrifft, sehr interessante regionale Studien, über die Frage, wer wie am deutschen “nationalsozialistischen” System teilhaben konnte, und wer ausgeschlossen wurde, und wie dort ökonomisch und damit auch politisch das “Klassensystem” trotz gegenteiliger Propaganda vom “Volk”, erhalten blieb. Die Hackordnung blieb bestehen, und wurde sogar noch im gegeneinander verschärft.
Diese Studien gibt es im übrigen auch für das deutsche Militär der Wehrmacht, wo der Lanserarbeiterprolet ein ebensolcher Prolet blieb, und auch so immer behandelt wurde.
(ich müsste das mal raussuchen, und finde, besser lässt sich dieser wirkliche Teil des “Nationalsozialismus” gar nicht lebendig begreifen)
Was deine Anmerkung zu 80 betrifft bedenke bitte, dass diese Durchlässigkeit der Elitenbildung genauso historisch vorbei ist, wie die alte SPD. Das der Student, Bundeskanzler und das Arbeiterkind Schröder oder Wowi historische Relikte einer alten Epoche sind, die es seit 1990, seit dem Ende der Systemkonkurrenz, nicht mehr gibt. Diese Form der Elitenbildung ist vorbei Jens, wie die alte BRD Geschichte ist.
@spiegelfechter @max krapp
Was bitte soll an dem Zeitgeist-Artikel Verschwörungstheorie sein? Über die eigene Behauptung hinaus irgendwelche Belege dafür?
Ihr Artikel ist als reine Beschreibung ja in Ordnung. Aber er geht überhaupt nicht auf die Frage ein, warum (!) dieser Mann, der nichts Eigenes bisher geleistet hat (leisten konnte) so offenkundig und damit auch ein wenig ungekonnt nach oben geschrieben wird.
Damit ist der Artikel ein netter Zettelkasten. Analytisch ist er nicht. Daher sei etwas Demut angeraten gegenüber Autoren, die so etwas immerhin versuchen.
Zu “der Adel ist abgeschafft”: Nun hört doch mal auf mit eurem Wunschdenken. Die Formulierung hat es nunmal leider nicht ins Gesetz geschafft. Das Gesetz hat die Standesvorrechte und Privilegien aufgehoben, alle Bürger vor dem Gesetz gleich gemacht und die Verleihung neuer Titel verboten. Die alten Titel sind jedoch als Teil der Namen erhalten geblieben.
Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann, ist die Faszination der Medien mit “Adligen”. Immernoch auf der Suche nach neuen Führern? Welches psychologische Merkmal bringt Menschen dazu, andere Menschen zu suchen, die sie anbeten und denen sie folgen können? Ist selber denken wirklich sooo schwer? Bei Stars und Sternchen ist es ja noch halbwegs nachzuvollziehen. Die haben im Allgemeinen wenigstens etwas mehr getan, als geboren zu werden.
Zu die Menschen sind “doof”: Würde ich so auch nicht unterschreiben. (Ja, ich weiß, steht im Widerspruch zu dem zuvor geschriebenen ;) ) Sie sind vielmehr misinformiert. Die meisten Menschen in meinem Umfeld sehen die Arbeitsmarkt/Finanzpolitik sehr kritisch, aber sie sind der Meinung man könne daran eh nichts ändern, es wäre egal wen man wählt, die machen eh alle den gleichen Mist, und der Linken kann man nicht trauen. Und wenn man sich Mainstreammedien und ihre Darstellung der Alternativlosigkeit der bestehenden Verhältnisse/Politik und ihr niederschreiben der Linken anguckt, dann weiß ich genau, wen ich für die “Dummheit” der Menschen verantwortlich mache. Nämlich genau diejenigen, deren Aufgabe es wäre, aufklärerisch zu wirken oder zumindest eine gewisse Pluralität der Meinungen widerzugeben.
@Geheimrätin
… aufgeweckt und wählen dennoch Politiker, die eben jenes System des Neoliberalismus verinnerlicht haben – ja. Meine Nachbarn sind da wohl eher normal, ziemlich blöd, ziemlich desinteressiert, ziemlich konsumgeil und dosiert kritisch an der Politik. Sogar in einem erweiterten Freundeskreis ist es keineswegs so, dass man “dem System” wirklich kritisch gegenübersteht. Mitgegangen, mitgefangen … und auch mitgehangen? Wer nach seinem Studium einen gutdotierten Job bekommen hat, seine Familie ernährt und Schulden (fürs schöne Haus) bis zum Hals hat, mag keine Veränderungen. Derjenige will Beständigkeit, er will seinen Job behalten und sein Haus abezahlen – alles andere ist nachrangig.
Es gibt den schönen Spruch “erst wenn Du nichts mehr hast, bist Du frei”. Unsere Mitbürger haben aber (noch?) jede Menge Habseligkeiten und sind weder in einer emanzipatorischen noch gar revolutionären Grundeinstellung.
Die paar Millionen Hartzies und Mittellosen lassen sich derweil durch BILD und Glotze amüsieren. Emanzipation? Fehlanzeige, Ausnahmen bestätigen die Regel.
@name
Das will ich gar nicht bestreiten. Aber die bloße Hoffnung, sich in der Hackordnung nach oben bewegen zu können, hat aus vielen nicht nur Mitläufer sondern überzeugte Systemgänger gemacht.
Spiegelfechter, ich sag jetzt dann nichts mehr. Ich sprach von einem Prozess. Und Prozesse haben ihre Dauer.
Inhalte vermitteln, darum geht es, Lösungswege suchen und diese Aufzeigen und darüber sprechen. Das kommt leider viel zu kurz.
@Geheimrätin
Die Linke aber hat leider noch nicht begriffen, dass wir in einer postindustriellen Welt leben – sie ist allerdings idT das kleinste der vielen Übel.
@91 Geheimrätin
Klar geht es darum – was meinst Du, warum ich sonst hier schreibe ;-)
Aber machen wir uns nicht vor – wenn dies denn wirklich ein Prozess, also ein langer Weg, sein sollte, so haben wir erst den ersten Schritt gemacht und der “Gegner” ist bereits munter dabei, Fallstricke, Fallen und Hindernisse aufzubauen.
Ich würde mich übrigens freuen, wenn Du recht hättest und ich unrecht. Ich schätze die Situtation aber wesentlich pessimistischer ein als Du. Ich sitze hier auf meiner Klippe und erzähle den Lemmingen, dass es nicht gut wäre, wenn sie herunterspringen. Das aber widerspricht ihrer Natur.
@spiegelfechter
Noch einmal: warum schreiben Ihrer Ansicht nach diese Medien Guttenberg in diesem Moment hoch? Oder ist auch diese Frage schon ,,Verschwörungstheorie”?
@gelegentlich
Das ist sehr einfach zu beantworten. Die Redaktionen und die Besitzer der genannten Zeitungen teilen Guttenbergs Ansichten.
@ hannilein
Die Gründe sind die gleichen, was eigentlich bei meinem Alter erschreckend ist. Ein Schlaflabor habe ich schon mal in Bad Krozingen besucht, allerdings nur aus Interesse, nicht zur Behandlung. Zum Glück bin ich noch Student, aber bei einem Job wird das schon härter, werde also versuchen, mich bald darum zu kümmern. Denke aber nicht, das mir die Kasse das zahlt ;- (
@ Zwischenspeicher
Habe selbst auch reiche Schweizer Verwandschaft (die ich gar nicht kenne). Bin ich jetzt auch Teil der VT?
Sorry, allerdings klingen die VT-Befürworter hier für mich eher wie ein verzeifelter Haufen Kreationisten. Was nicht passt, wird passend gemacht. Nur zwei adlige Minister? Einer, der mit irgendwelchen Schweizern verwandt ist? Aber die Kanzlerin ist Ossi? MIst, naja, egal, die sind sowieso alle Amerikahörig!
Ich will ja gar nicht den Einfluss einiger Personen und Gruppierungen abstreiten, aber was da kommt, ist leider etwas übertrieben. Ihr überschätzt m.E. den Einfluß dieser Gruppe maßlos. Das ich einige von diesen Leuten persönlich für Verräter halte, weil sie mehr amerikanische Interessen vertreten, als Deutsche, macht daraus noch lange kein Weltverschwörung.
Wie SF sagt, das lenkt nur vom eigentlichen ab. Nimm die hier schon erwähnte Dummheit der Leute, das Aussehen von Herrn Guttenberg, das unerklärlicherweise bei vielen Frauen zieht, seinen Adelstitel, für den viele aus dem sog. Bürgerlichen Milieu noch heute töten würden, um ihn zu bekommen, und Du hast den beliebtesten Politiker Deutschlands. Du brauchst gar keine VT dafür. Das der Herr über ein Netzwerk an die Macht gekommen ist, daran zweifelt niemand. Nur an der Allmacht und Allgegenwärtigkeit dieses Netzwerks. Ockhams Rasiermesser gilt auch in der Politik. Deshalb versuche nie mit einer VT zu erklären, was auch mit der Dummheit der Leute und der Gier einzelner zu erklären ist.
Das Problem liegt nicht an einzelnen Personen, sondern wie SF schreibt am System, das die einzelne Person formt. So war es im Kaiserreich, unter Hitler, in der DDR. Das System erschafft sich seine Träger, Guttenberg ist nur einer davon. Sicher werden diese Leute sich aus ideologischen Gründen gerne mit den Amerikanern einlassen, aber nur solange es ihren Interessen dient. Das System ist schon durchlässig, wenn man sich mit ihm gemeinmacht und Fähigkeit besitzt, die von Nutzen sind. Die Annahme von Klassen und undurchlässigen Zirkeln ist Humbug. Wie sollte sonst das Merkel an die Macht gekommen sein? Hätte man doch sicher jemand aus der eigenen Klasse gehabt, oder?
@ gelegentlich
Will es weder DIr noch den Autoren madig machen. Ich denke, Ihr habt einige der Zeichen gesehen, doch leider ihre Bedeutung verkannt. Ihr vereinfacht, nichts ungewöhnliches, aber der Glaube an die Beeinflussbarkeit der Gesellschaft durch einige Wenige versperrt den Blick aufs wesentliche.
@96 Max Krapp
Das hätte ich nicht besser sagen können – 100% d´accord!
@ Max Krapp, #96
Das ist leider soo ungewöhnlich nicht; mich hat es damals auch bereits mit Mitte Zwanzig erwischt :-( Worauf Du achten solltest, ist Dein Umgang mit Alkohol, Medikamenten und/oder Drogen. Mit einer Angststörung entwickelt man schnell Suchtverhalten, wie ich aus leidvoller Erfahrung zu berichten weiß. Bist Du denn in Behandlung/Therapie?
Du kannst mich auch gerne anmailen, weil sowas hier nicht reingehört und viele Menschen sich auch “genieren”, darüber offen zu sprechen. Du erreichst mich entweder über Frank.Benedikt[at]mymail.ch oder über ha[at]spiegelfechter.com
Beste Grüße
Frank
@Jens @ Max Krapp
Ihr verwechselt beide, Macht, mit dem schnöden regieren, einer Regierung. Frau Merkel ist ein Produkt, welches zu einem bestimmten Zeitpunkt der Wertlosökonomie, als die Medienkonzerne und dessen weibliche Eigentümer noch in ihren bunten Credit Swaps schwammen, jemanden als Ihren Vertreter benötigten, der integrativ, im Sinne von volkstümlich, wirken kann. Das konnte Sie und anderes Personal, welches über ähnliche Qualitäten verfügen konnte, stand in dieser Klasse zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung.
Dieser Zeitpunkt ist mittlerweile auch vorbei, und Frau Merkel versucht aktuell sich den neuen ökonomischen Gegenheiten anzupassen, indem Sie mit Pierch, Porsche und Ackermann, gegen ihre alten weiblichen Verbündeten aus dem Medienkonzernen bei Springer und Bertelsmann, die den alten Blutadel, die alten, ihrigen Eliten mit Guttenberg als neues integratives Element für die Zukunft entdeckt haben, ganz offensiv und hemmungslos tanzt, als ob es um ihr politisches Überleben ginge.
Ob das für Sie funktionieren wird, weiß keiner. Fakt ist jedenfalls, die alte bundesrepublikanische Elitenbildung hat sich verändert, und steht im Spiegel der alten BRD, dessen Opfer selbst Frau Merkel zu werden scheint. Der Rückgriff auf Guttenberg ist ein ebensolcher Beweis wie sich die Elitenbildung im back to the roots verändert, dass man Aufsteiger wie Merkel und Schröder, die ein gewissenes Übergangsfenster interessant waren, nicht mehr benötigt.
Die alten, gewachsenen Eigentümerstrukuren dieser Medienkonzerne, die diese Charaktere hervorgebracht haben, bestehen ja bekanntermaßen in ihrer personellen Verfasstheit immer noch, wenn auch Ihr dominierender Einfluß im Vergleich zu denen der jetzt konzentrierten Automobilindustrie geringer geworden ist.
Sehr lesebar übrigens dieses Interview
http://www.jungewelt.de/2009/08-22/029.php?sstr=Dietmar|Dath
Ökonomie für die Westentasche
Zu Guttenberg zur Forderung Lafontaines, Mindestlöhne und Hartz-IV-Satz einzuführen bzw. anzuheben:
“Guttenberg konternt: ?Ihre Konzepte führen dahin, dass jemand, der um elf Uhr aufsteht, besser gestellt ist, als jemand, der um sechs Uhr aufsteht und zur Arbeit geht.? Durch flächendeckende Mindestlöhne sieht Guttenberg eine Millionen Jobs gefährdet. Die bestehenden Mindestlöhne in einigen Branchen hätten dagegen einen Sinn. Dazu stehe er auch.”
Quelle: http://www.welt.de/news/article4385249/Guttenberg-bremst-Lafontaine-bei-Christiansen-und-Aust-mit-Sachthemen-aus.html
Nichts gelernt aus dem Versagen des Neoliberalismus hat der Populist!
@name
Vieles von dem, was Du schreibst, stimmt natürlich. Aber Du verfällst wieder der These, es seien einige wenige Familien, die die Welt nach ihren Vorstellungen basteln. Wenn es mal so einfach wäre! Die Interessen des Geldadels (egal ob alt oder neu) sind in vielen Bereichen kongruent mit denen des oberen und mittleren Bürgertums. Da muss ich mir nur ein paar wohlsituierter Freunde von mir anschauen, die mittlerweile durch ihre Finanzanlagen (auch jetzt noch!) mehr Einkünfte pro Jahr haben, als viele vollzeitarbeitende Ehepaare verdienen. Wir reden hier nicht von den obersten Zehntausend, sondern vom oberen Viertel unserer Gesellschaft. Das tückischste, was die Politik im vergangen Jahrzehnt unternommen hat, war es, durch Riester etc. pp. breite Schichten der Bevölkerung an die Finanzmärkte zu holen. Nun glauben die dummen Tore, dass die Finanzmarktpolitik der Neoliberalen ihnen eine gute Rente und somit ein gutes Leben im Alter ermöglichen könnte – welch Trugschluss. Aber darum geht es mir hier nicht, wichtig ist, dass sie im Boot sind und oft der echten Überzeugung sind, dass die Interessen der Elite auch ihre Interessen sind.
Deine Vorstellungen von einem Klassenbewußtsein sind (leider) antiquiert. Der größte Trick des Teufels war es, die Menschen glauben zu machen, es gäbe ihn nicht. Der größte Trick der Finanzindustrie war es, die Menschen glauben zu machen, sie arbeite in ihrem Interesse.
@otti
Oh doch, der Populist weiß schließlich ganz genau, dass er Unsinn redet. Solange das Volk aber den Unsinn glaubt, hat er sein Ziel erreicht. Oder philosophisch gefragt – macht es ein Geräuch, wenn im Wald ein Baum umfällt, aber niemand in der Nähe ist, der es hören könnte?
Au Jens, und wie es Klassen gibt, frag mal deine Friseurin, oder am besten eine in Berlin, denn die wissen mittlerweile wieder, was Gegensatz bedeutet ;) Das jenes Bewußtsein integrativ im gemeinesamen “Wir” aufgehoben und verschüttet wurde, hat auch nur historische Bedeutung, und ich muß immer darüben lachen, wenn sich die Methoden der Arbeitskämpfe in Frankreich, auch einem alten Ort der Aufhebung wieder extrem verschärfen, und Verwunderung darüber herrscht, wie bewußt und schnell sich die Leute ihrer Situtaion und Klasse werden können. Der Punkt ist, an dem ich dir zustimme, ist die Haltung des mittleren Bürgertums, welches hier im Osten kaum, in der alten Bedeutung schon gar nicht, ökonomisch existiert. Diese Strukturen sind und waren hier immer viel verschärfter, wie Minimonopolisten kleiner Fürstentümer umringt von dem öffentlichen Amt des Landrats als minidemokratischer Stalin.
Der Punkt, bei “Euch” ist , ihr habt keine 20 Jahre Zerstörungsökonomie im Westen erlebt, und durch den Krieg kaum etwas an irgndwen verloren. Die Strukturen sind da noch völlig andere, aber eher so, wie die des kleinen gallischen Dorfes, welches von den Römern umstellt ist ;)
Es gibt mittlerweile so viele verschiedene soziale Orte mit dem Namen “Deutschland”, dass man sie überhaupt nicht mehr zählen.
@name
Berliner frage ich eh nicht mehr, die haben alle eine Macke und leben in einem Paralleluniversium *lach*
Meine Friseuse im schönen Goslar träumt von ihrem Prinzen, fährt ein seltsames Cabrio und im Urlaub nach Malle – sie ist also eine klassische Proletarierin, würde dies aber energisch zurückweisen ;-)
Das mit der “Zerstörungsökonomie” ist bei uns auf dem Lande übrigens noch nicht so angekommen wie in Berlin. Wir leben hier noch in einer recht intakten Umwelt, in der es zwar auch Armut gibt, die aber noch nicht wahrgenommen wird. Der soziale Kitt hält weitestgehend und hier geht es in den Kneipen noch darum, welches Auto man sich kaufen will und wohin man in den Urlaub fährt – Berlin mit seiner depressiven Weltuntergangsstimmung ist weit. Wenn man sich allerdings die Demographie anschaut, dann ist die Provinz in der Mehrheit ;-)
Wir können über zu Guttenberg und seine neoliberalen Vorstellungen theoretisieren, aber wir werden von den Fakten überholt.
zu Guttenberg führt nur aus und seine “Gedanken” werden nach der Bundestagswahl realisiert. Die ftd schreibt heute über konkrete Maßnahmen zur Beschränkung der Arbeitnehmerrechten und einen geplanten Entlassungswelle nach dem 27. 10. 09.
Zusätzlich wird heute bekannt, daß Ackermann auf Staatskosten seinen 60. Geburtstag im Bundeskanzleramt gefeiert hat.
Was schreiben wir über den Lakaien zu Guttenberg?
Maßnahmen sind erforderlich.
Dafür gebührt ihm in der Tat Anerkennung, auch wenn man bedenken muss, dass ihm das deswegen leicht gefallen ist, weil Bayern kein Opel-Werk hat. Wenn er nach einem schwarz-gelben Wahlsieg mit dafür sorgt, dass nicht die nächsten 4,5 Milliarden Steuergelder in diesem Opel-Loch versenkt werden, soll mir das recht sein. Mir geht derzeit Herr Franz mehr auf den Senkel als Herr zu Guttenberg.
@Karl Heinrich
Das wundert mich, schließlich bist Du ja der ordnungspolitische Solitär dieses Blogs ;-)
Jens, ich will nicht streiten und weiß auch, dass das Lesen der sozialen Strukuren mal einfacher, mal schwerer ist, mal klarer, mal verwobener, mal historisch bedingter, mal mit weniger mal mehr historischen “Balast” beschwert ist. ;)
@ hannilein
Vielen Dank, werde mich heute Abend mal melden, gehe jetzt noch schnell mal raus, die letzte Sonne des Tages genießen. Wobei das mit Alkohol, Zigaretten und Medikamenten nie ein Problem bei mir war, ich gehöre zu der radikalen Abstinenzlerfraktion, auf der SF manchmal rumprügelt, wenn er schlechte Laune hat (Siehe Frau Bätzing).
@ Name
Herr im Himmel, wir sehen doch alle das Gleiche, nur ziehen wir andere Schlüsse. Mein Großvater, ein sehr intelligenter und erfahrener Mann z.B. würde Dir, “gelegentlich” oder “Zwischenspeicher” zustimmen. Ich persönlich und der SF, sowie andere sehen das Ganze als etwas komplizierter an. Der Drang zur Vereinfachung ist groß, aber ihm nachzugeben m.E. keine gute Idee. Natürlich lehnen wir Leute wie Herrn Guttenberg ab, sogar aus ähnlichen Gründen wie ihr. Aber wir sind zu zynisch, um an solche Verschwörungen zu glauben. Nichts kann den Herrschenden und den Profiteuren (wie SF richtig anmerkt sind das ganz schön viele) so gelegen kommen, wie eine anständige VT, lenkt sie doch vom Wesentlichen ab. Wenn man, wie die Russen mit den Protokollen, noch eine Gruppe trifft, die man aus welchen Gründen auch immer sowieso schon gefressen hat, na umso besser.
Wir haben es hier auch nur mit Menschen zu tun, und die wenigsten Menschen können ein Geheimnis über viele Jahre bewahren, vor allem kein so großes. Es gibt unzählige Gründe, die gegen VT´s sprechen, aber da ich jetzt in die Restsonne will, werde ich mir jetzt nicht die Mühe machen, alle aufzuzählen (Wäre aber doch mal nen Artikel wert, SF).
Habe aber langsam das Gefühl, das VT´s eher ein Glaubensbekenntnis denn eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema darstellen. Deshalb der Vergleich mit den Kreationisten. Diese Typen gehen auch hin, und “kennen” das Ergebnis schon (Gott hat`s erschaffen!). Denn Rest ihrer Zeit sind sie nur damit beschäftigt, “Beweise” für diese These zu sammeln. Sorry, aber so wirkt das auf mich.
Bis später,
Max
@Max Krapp
Ich lege mich ja nun mit so ziemlich jeden an, aber die VTler sind da ein ziemlich harter Schlag. Die Nazis sind dagegen Kindergarten ;-)
Ich kann mich noch an zwei Artikel meines gelegentlichen Co-Autoren Nick Abee erinnern, in denen er hier und auf TP einmal die Hintermänner und Geschäftspraktiken der VTler ein wenig beleuchtete. So viel “aufklärerischer Journalismus” gefiel den Herren und Damen VTler gar nicht. Vorformulierte und frei gestaltete Brand- und Hassbriefe an TP und den Heise-Verlag (und auch an mich, aber mir geht das ja am … vorbei) ware die Folge. Beleidigte Muslime sind ein Dreck gegen beleidigte VTler! Fehlte nur noch, dass sie die c´t in den Fußgängerzonen verbrannt hätten *lol*
Du hast recht – mit denen könnte ich mich auch mal wieder anlegen ;-)
Das ist der Kern des Problems! Es geht hier nicht um Argumente, es geht um Glaubensvorstellungen. Ich halte es da ja mit dem ollen Fritze und lasse jeden nach seiner Facon glücklich werden. Leider denken die VTler da anders.
@ Spiegelfechter
Endlich bin ich erlöst von meinem Selbstzweifel, der womöglich über kurz oder lang in eine Depression bei mir geführt hätte.
Warum? Weil ich schon permanente Magenschmerzen hatte, wenn ich in ungezählten Foren und Blogs ständig bombardiert werde mit dem Schwachsinn von
einem 99,9 % Gutmenschenvolk, das nur eine Handvoll Bösewichte kennt,
der 82 Millionen ?WIR? Nation, die alle in einem Boot sitzen, komme was da wolle,
den 62 Millionen eigentlich im Grunde so unwahrscheinlich mündigen Wahlbürgern, den vor Basisdemokratischer Reife kaum noch des Laufens mächtigen Bürgern,
die vor ihrer Haustür schon mit hochintellektuellem Durchblick philosophieren
Danke Spiegelfechter, dass du in dieser Angelegenheit so denkst wie ich. Mein Lebensmut kehrt zurück! Ich bin doch nicht allein :-)
@ Spiegelfechter
Endlich bin ich erlöst von meinem Selbstzweifel, der womöglich über kurz oder lang in eine Depression bei mir geführt hätte.
Warum? Weil ich schon permanente Magenschmerzen hatte, wenn ich in ungezählten Foren und Blogs ständig bombardiert werde mit dem Schwachsinn von
einem 99,9 % Gutmenschenvolk, das nur eine Handvoll Bösewichte kennt,
der 82 Millionen ?WIR? Nation, die alle in einem Boot sitzen, komme was da wolle,
den 62 Millionen eigentlich im Grunde so unwahrscheinlich mündigen Wahlbürgern,
den vor Basisdemokratischer Reife kaum noch des Laufens mächtigen Bürgern,
die vor ihrer Haustür schon mit hochintellektuellem Durchblick philosophieren
Danke Spiegelfechter, dass du in dieser Angelegenheit so denkst wie ich. Mein Lebensmut kehrt zurück! Ich bin doch nicht allein :-)
Sorry, war im Überschwang ein “Klick” zuviel. ,-)
@SF, #72
Gute Pointe, allerdings würde ich diese vt-like Welterklärungen nicht als ?typisch deutsche? Denke bezeichnen – die Denke erfreut sich z.B. auch in Russland sehr breiter Popularität, ist sogar populärer als hierzulande.
Derart Argumentationen sind zwar bei “patriotischen” Strömungen öfters anzutreffen, die müssen jedoch nicht unbedingt “rechtes” Spektrums sein.
Zu nachfolgender Diskussion.
Die meisten ‘Wähler’ sind nicht kritisch – Kritik erfordert gewissen Sachverstand, sie sind eher misstrauisch aus Erfahrung. Über 99% der Menschen haben nicht die leiseste Ahnung von Finanz, Wirtschaft und der Politik und nehmen das ganze eher als ein Mysterium war. Sprich mal mit ‘Normalos’ und versuch es nachzuvollziehen, wie sie Kernbegriffe aus diesen Bereichen auffassen und wie sie die Zusammenhänge darin sehen, du wirst total baff sein. Da kommen auch die vt-like Welterklärungen gut an – zumindest eine nachvollziehbare Erklärung, an die man sich festhalten kann – sonst totale Desorientierung und Verunsicherung, wenn sie anfangen, sich darüber Gedanken zu machen. Und die Realität liefert immer mehr Anlässe dafür, darüber nachzudenken. Das ist der Mist, auf dem die ‘völkische’ Gesinnungen gedeihen.
@ Realist
Kann ja mal vorkommen ;- )
@ Realist
Komisch, wenn ich ne Dopplung versuche, dann wird mir gesagt:
“Doppelter Kommentar entdeckt, vermutlich haben Sie das schon einmal gesagt.”
Wer steckt dahinter:
Freimauerer? Die Weisen von Zion? Die Reichsdeutschen aus Neuschwabenland?
Oder doch unserer sinistrer Bundeswirtschaftsminister?
Die Nichtantworten gibts entweder beim VTler ihres Vertrauens oder bei Galileo Mystery auf Pro Sieben (Unterscheidet sich vom Niveau meist nicht sonderlich)
@ SF
Such Dir einen großen Gegner, er ist leichter zu treffen.
“Ich lege mich ja nun mit so ziemlich jeden an, aber die VTler sind da ein ziemlich harter Schlag. Die Nazis sind dagegen Kindergarten ;-)
Ich kann mich noch an zwei Artikel meines gelegentlichen Co-Autoren Nick Abee erinnern, in denen er hier und auf TP einmal die Hintermänner und Geschäftspraktiken der VTler ein wenig beleuchtete. So viel ?aufklärerischer Journalismus? gefiel den Herren und Damen VTler gar nicht. Vorformulierte und frei gestaltete Brand- und Hassbriefe an TP und den Heise-Verlag (und auch an mich, aber mir geht das ja am ? vorbei) ware die Folge. Beleidigte Muslime sind ein Dreck gegen beleidigte VTler! Fehlte nur noch, dass sie die c´t in den Fußgängerzonen verbrannt hätten *lol*
Du hast recht ? mit denen könnte ich mich auch mal wieder anlegen ;-)”
Die Einstellung gefällt mir. Und auf die anschließende Kommentarschlacht freue ich mich jetzt schon.
@116 Max Krapp
?Wer steckt dahinter:? ?
Es werden wohl die ?Templer? sein. Vermutlich der erste der Großmeister, ?Hugo von Tayns? ;-)
jaja, die vts.
der tonkin-zwischenfall war bis 71 auch eine klassische vt.
natürlich treibt das bizarre blüten aber ich muss meiner politischen ‘vernunft’ manchmal misstrauen. reduktionen auf systeme, diskurse oder objektivationen müssen doch ab und an mal geprüft werden dürfen.
@mx
Keinesfalls, genau so wenig wie Scharpings Hufeisenplan oder Blairs WMDs.
Eine klassische VT kann er auch gar nicht gewesen sein, da weder Rockefeller, die Rothschilds, die Bilderberger noch Kissinger in Verdacht standen, hinter der Aktion zu stehen ;-)
wenn jemand vor veröffentlichung der pentagon-papiere die these der bewußten falschinformation in die welt gesetzt hätte, als was wäre der wohl bezeichnet worden?
@Mx
Gegenfrage: Als wurden Blairs WMDs und Scharpings Hufeisenplan bezeichnet, bevor es “offizielle” Belege gab, die beides als Lügen herausstellten?
danke, das ist ja mein punkt:
was eine vt ist und was nicht entscheidet sich ex post.
Schlimme Zeiten in denen Pomade wieder sexy wirkt.
Und was SF über ‘VT’ sagt ist zwar auch richtig, ‘VT’ ignoriert aber auch völlig soziale Netzwerke. Macht ist schon real und wenn man defacto-adlige Köpfe wie Kissinger und echte Adlige nur Höflichkeiten austauschen sieht, heisst das auch dass ganze Armeen von Leuten und viel Geld in deren Sinne im Hintergund werkeln.
‘Der Wähler’ hat da nix zu sagen und ist überhaupt erst seit ganz kurzer Zeit und gaaanz geringfügig beteiligt.
Das Konzept ‘VT’ so wie hier geschildert ist die pseudo-intellektuelle Abwehr von Neuem. Und die Leugnung, dass alles in der sozialen Sphäre auch von Menschen gemacht wird. Aber ich bin ja Berliner und die haben ja alle ne Macke…
@Mx
Da hast Du mich aber gründlich missverstanden. Beides galt – in der meist publizierten Form – nicht als VT, sondern als glaubhafte Story.
Eine (klassische) VT wäre es gewesen, wenn ein Blogger herausgefunden hätte, das der Schwager von Scharpings Bruder der Großneffe des Sekretärs von Rockefeller war und dies als zentrales Motiv postuliert hätte ;-)
nein du verstehst mich nicht :-)
es geht mir allein um die kontingenz.
@ realist
Mist, die Bastarde hatte ich fast vergessen.
Ist aber eigentlich klar, ich meine, die Templer waren ja von den Merowingern durchsetzt, und die waren wiederrum ein Adelsgeschlecht aus Europa, und naja, Guttenberg ist auch adelig.
Coincidence? You decide!
@ Mx
Mx = Kurzform für Max?
Ob irgendwas eine VT ist, entscheidet sich nicht ex-post. Ob die VT (so es denn eine VT ist) wahr gewesen ist, entscheidet sich ex-post. Eine VT bleibt es trotzdem, nur hat sie sich bestätigt. Allerdings ist fraglich, was eine VT ist und was nicht. Das mit irgendwelchen adligen Verwandschaften ist klar ne VT, bei allem was recht ist, aber manchmal wird die Unterscheidung halt schwierig. Wie COPOKA sehr schön darstellt, ist eine VT meistens eine vereinfachte Wiedergabe eines schwierigen Sachverhalts. VT´s operieren m.E. meist mit irgendwelchen geheimen Gruppierungen u.ä., also “Tatsachen”, die sich nicht überprüfen lassen (Wieder eine Ähnlichkeit mit dem Glauben).
Die Reduktion findet also bei der VT statt, nicht beim Verweis auf irgendwelche Systeme. Kein Mensch mit Verstand würde behaupten, das er die Mechanismen einer Gesellschaft restlos verstanden hätte. Doch diese unüberprüfbare Lücke füllen die VTler mit ihren Theorien. Und wir kommen wieder zum Glauben.
Glauben ist Wissen ohne irgendeine Form der Nachprüfbarkeit, also meist “Wissen” aus sich selbst heraus, eine Art Gefühl. Glaube entzieht sich schon per Definition jeder Nachprüfbarkeit, denn wenn ein Sachverhalt nachprüfbar ist, dann weiß ich ja darum, es handelt sich also um “Wissen”.
Was den genannten Vorfällen übrigens abgeht sind irgendwelche geheimen Organisationen, die im Verborgenen operieren, und die Welt beherrschen. Ich denke nicht, das das je VT`s waren.
VTler sind irgendwo also Gläubige, denn sie wissen nicht, können es gar nicht wissen, sondern glauben an etwas.
Ich bin kein Gläubiger. Ich weiß letztendlich nicht alles, aber das was ich weiß, kann ich überprüfen (deshalb ist es ja “Wissen”). Die Lücken meines Wissens fülle ich persönlich lieber nicht mit Glauben auf, das vernebelt nur den Blick, wie man an Gläubigen jeder Art immer wieder sieht.
@name, #103
Natürlich gibt’s die, wie alles in der Welt, was du wohl definieren und danach im RL sauber von allem Anderen trennen kannst. Die Frage ist allerdings nicht, ob’s etwas gibt oder nicht, sondern, ob deine soziale Stratifizierung oder Dekomposition der Gesellschaft, wie es ein Mathematiker sagen würde, für das Verstehen, für die Analyse sozialer Prozesse, die uns interessieren(!!!), wirklich hilfreich und zielführend ist.
Die Klassengesellschaft, wie Marx sie startifiziert hat, bildete damals(!) wirklich das Wesentliche in gesellschaftlichen Verhältnissen ab, um(!!) das Wesen kapitalistischer Produktion zu verstehen und zu analysieren. Für die Analyse heutiger Verhältnisse ist seine Stratifikation unzureichend oder antiquiert, weil die Gesellschaft, ihre Triebfeder, die Produktions- und Besitzverhältnisse ein gutes Stückchen komplexer geworden sind.
Was heißt hier bitte ‘nur’?
Ich bin ein Mann, Staats- und EU-bürger, Vater meiner Kinder, Akademiker, Angestellter, habe gewisse ethnische und kulturelle Herkunft, Sozialisation etc.pp. Demnach kann man mich in das eine oder das andere Stratum stecken. Welche Schublade jetzt für mich die ‘richtige’ wäre, kommt alleine darauf an, welche Prozesse und Phänomene man in der Gesellschaft untersucht. Nun zu behaupten, dass mein Angestelltsein oder lohnabhängig Beschäftigter zu sein das allerwichtigste bei meiner Stratifizierung sei, ist nun mal Quatsch. Wichtig kann etwas nur in einem Kontext sein, bei einer bestimmten Fragestellung und Betrachtungsweise. Und das sogar nur dann, wenn diese Betrachtungsweise uns wirklich hilft, einiges zu verstehen, zu analysieren und zu prognostizieren. Sonst ist und bleibt diese Kategorisierung nur ein Quatsch. Auch dann, wenn sie durchaus ‘real’ und ‘objektiv’ ist.
An welche soziale Hypostase ich mich in einer oder anderen Situation besinne, kommt alleine auf die Situation an. Gilt wohl auch für andere Menschen. In manch existenzbedrohender Situation kann man sich auch auf seine animalische Natur zurückgeworfen wiederfinden. Vor kurzem habe ich eine arte-Sendung über Kannibalismus im 2. WK gesehen – sehr beeindruckend. Sind wir daher nur Tiere?
@SF, #124
Das ist schon sehr eigenartige Auffassung über VT’s :))
Ich sehe z.B. das Mär über den Ali-Baba und seine 40 Räuber in Tora-Bora als klassische VT.
D.h. wenn jemandem (möglicherweise durchaus realem) wesentlich größere Bedeutung und Einfluss auf Weltgeschehnisse beigemessen wird, als er tatsächlich hat und überhaupt haben kann. Der Rockefeller & Co. und sein/ihren Einfluss auf die Welt ist durchaus real und möglicherweise sogar bemessbar, nur eben nicht so groß oder zumindest nicht so maßgebend, wie es von der VT-ler vermutet wird.
Ok. Soweit klar: die Zuschreibung ,,VT” ist eine meist (d.h. nicht immer) dümmliche Abwehr von Hinweisen darauf, dass bei einem politischen Problem Leute im Hintergrund offenbar verabredet handeln. ,,Das System” als Erklärung ist eine Tautologie für Kinder.
Hier geht es um das Problem, warum auf einmal unisono Guttenberg gegen alle Fakten, die zugänglich sind, nach oben geschrieben wird. Egal wie man es nun nennen will: es geht nicht von selbst.
Von selbst gab es auch keine Medienkampagne gegen Ypsilanti und von selbst wird auch die Linke nicht von den Mainstream-Medien (inkl. ÖR) tabuisiert.
Sorry, wer mehr dazu wissen will ist mit diesem Artikel nicht so gut bedient wie etwa damit:
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E1815E4508E23496898FDF0E28C039412~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Oder mit dem legendären Kult-Artikel von Tom Schimmeck in der taz (2005): Arschlochalarm.
@max (namensvetter :-))
bei vts denke ich zuerst an das heimliche moment.
immer sind subjektformen eingebunden.
Also, was dem Naturwissenschaftler sein ‘man’ ist dem VTler sein Kissinger.
während sich das ‘man’, dank der wissenschaft, unter größtmöglicher transparenz konstituiert, verhält sich das bei kissinger anders.
aber warum macht ihr reflexhaft die ohren zu, wenn der name fällt?
damit macht man sich doch taub.
vielleicht hätte ich weiter oben ergänzen sollen, daß ich reduktionen mit verschiedenen vektoren meine, wobei keine die andere dominiert.
@Copoka
Nachdem “wir” bereits versucht haben, zu erörtern, ob bei einer VT der Ex-/Post-Wahrheitgehalt theoriestiftend sein kann, möchte ich noch die Frage in den Ring werfen, ob der Urheber einer VT theoriestiftend ist.
Historische Ereignisse, bei denen der Staatt eine fragwürdige These aufstellt und als hist. Wahrheit verkauft, sind für mich keine VTs. VTs setzten per def. eine zentrale Lenkungsinstanz ein, die nahezu allmächtig zu sein scheint. Ein paar Bürgern ohne Netzwerke eine Verschwörung vorzuwerfen, kann richtig oder falsch sein, eine “klassische” VT ist das aber deshalb noch nicht.
Ich würde es mal so formulieren – eine VT ist ein Erklärungsversuch, mit dem “Hobbydetektive” versuchen, komplexe Geschehnisse und komplexe gesellschaftliche Muster auf eine Art und Weise abstrahieren, in der es eine kleine allmächtig scheinende Gruppe von klandestinenn Verschwöreren gibt, die hinter den Kullissen die Fäden ziehen und dabei von keinem gesellschaftlich akzeptierten Handlunsmuster angetrieben werden.
Dein Ansatz, was VTs betrifft, geht meines Erachtens fehl Jens.
Die Verschwörung, mit dem Ziel, einen ungesetzlichen Zweck, gegen die Strafordnung des bürgerlichen Staates, durch aktives Tun oder pflichtwidriges oder vorsätzliches Unterlassen mehrerer Menschen zu erreichen, ist wie allseits bekannt, ein strafrechtlicher Tatbestand des bürgerlichen Staates, der so direkt und unmittelbar, aus der angelsächsischen Rechtspraxis stammt.
Jede aufgestellte Theorie betrifft nur den Inhalt dieser Zweckerrreichung. Auf Bedingungen, wie Lenkungsfunktionen bzw. allmächtiges Tun oder Unterlassen kommt es eigentlich als Grundvorrausetzung nicht an. Es besteht nämlich letztlich kein logischer Grund, das Feld des abstrahierten Strafrechtstatbestandes zu verengen, oder zu erweitern, oder von diesem strafrechtlichen Grundsatz überhaupt abzuweichen.
Die europäischen Strafordnungen haben diese Verengung meist auf reine Staatsschutzdelikte, und deren Vorraussetzungen reduziert, wobei man lang und breit darüber diskutieren kann, inwieweit diese Form einen tauglichen oder untauglichen Versuch systematischer Erfassung strafrechtlicher Delikte und strafrechtlichen Verhaltens darstellt.
Sehr schön lässt sich diese Problematik, bürgerlicher Staat und Rechtsordnung am Überfall auf den polnischen Halbrundfunksender Gleitwitz, der den Ausbruch des zweiten Weltkrieges markiert, darstellen.
@name
Nun ja – der publizistische Begriff “Verschwörungstheorie” ist aber doch etwas anderes, als der Verdacht eines ermittelnden Staatsanwaltes ;-)
Das mag sein Jens, aber das Kernelement und der Ansatzspunkt, muß die Verletzung der bürgerlichen Strafrechtsordnung sein, um die historisch gewachsenen, strukturuellen Gegebenheiten klar zu spiegeln, und messen zu können, und das Licht so den Mittelpunkt zu rücken. Anders, ohne diese Strukturelemente, sehe ich keine Möglichkeit, dieses kleine Stückchen historische Wahrheit, klar aufzeigen zu können, Motive und Motivlagen zu verdeutlichen. ;)
Das interessante an der Diktatur des deutschen Faschismus ist immer wieder, wie sehr dieser bestrebt war, einen bürgerlich rechtlichen Rahmen für seine Handlungen und Unterlassungen zu schaffen, und, wo das nicht mehr möglich war, verdeckt zur Ungesetzlichkeit gegen die eigenen Normen und das Normempfinden der Mehrheit der Menschen greifen musste.
Bzgl. VT:
Diese Diskussion ist ja wirklich ganz interessant, wesentlich ist bei diesem Thema aber IMO was ganz anderes: Der VT-Vorwurf dient überwiegend als Totschlag-Waffe mit der man sich von der Sachebene entfernt und stattdessen die Integrität des Gegners angreift. Er ist eine besonders unangenehme Form des Ad-hominem-Angriffs. Diese Waffe wird oft verwendet, wenn man aus irgendwelchen Gründen die eigene Ansicht als “wahrer” oder “richtiger” annimmt als die des Ziels, aber aufgrund der eigenen Unfähigkeit, sich argumentativ durchzusetzen, die Lust an der Diskussion verliert. Das kann man aber erheblich besser lösen, z.B. indem man kurz die in einem solchen Fall fast immer vorliegende Diskrepanz in den zugrundeliegenden Weltanschauungen sichtbar macht und dann die Diskussion wg. Nutzlosigkeit beendet. IMO ist die Verwendung dieser Waffe ganz schlechter Stil.
Zurück zum ‘Lobbybaron des Finanzadels’
http://www.ftd.de/debatte/showthread.html?t=1454
Grüße aus McPom
Ludger Klus
@Karsten Bier
Klar, es ist immer besser, sich argumentativ und ganz ausführlich mit Andersdenkenden auseinanderzusetzen. Aber als “alter Hase” verliert man da schon mal die Lust und wenn man regelmäßig mit Stories konfrontiert werden, deren Kernaussage ist, dass einige wenige “Supermächtige” die Alleinschuld an allem Übel in der Welt tragen, verliert man schon mal die Lust, sich jedesmal ganz ausführlich zu äußern.
@SF
ich würde deine letzte aussage maßstabsgerecht verkleinern:
ein paar skrupellose typen drehen krumme dinger im verborgenen, oder so ;-).
@ludgerklus
zu deinem link: jetzt ist mir schlecht :-(
Lobhudeleien
Da biegen sich die Balken – und die Donnerbalken gleich mit!
http://www.mdr.de/mdr-figaro/journal/6605798.html
Mx am 25. August 2009 um 12:01 – , kommentiert von @SF: ‘ich würde deine letzte aussage maßstabsgerecht verkleinern:
ein paar skrupellose typen drehen krumme dinger im verborgenen, oder so ;-).’
@ludgerklus
Diese angemessene Verkleinerung fördert die Konzentration für den Blick auf den Kern der ‘krummen Dinger’
Da wir gerade beim Thema sind: Schluss mit schwarz-grüner Dunkelei in HH und anderswo. – Die Staatsanwaltschaft sollte übernehmen.
http://www.ftd.de/debatte/showthread.html?t=1406&page=2
Dort Nr. 16, am 26. Juli 2009
Frage in die Runde: sind die hier zitierten Beiträge von LudgerKlus auch VT? Oder die Frage, wie Medienkampagnen für Christiansen angesichts dieses Sachstandes überhaupt zustande kommen können?
Da hat sich also Niemand dazu verabredet? Die denken eben so – das ist Alles?
Oder halt für die Kinder: das System tendiert dahin…
Nein, der HSH-Zwischenbericht ist nicht vertraulich. Über diesen Link
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4090#more-4090
sollte er noch zur Verfügung stehen.
Ludger Klus
zu Guttenberg ist nicht nur ein Spielball der in Bilderberger aktiven Gruppe, nein, er ist auch inhaltsleer.
(….)Ferdinand Dudenhöffer nüchtern. Für ihn ist offensichtlich: Die Bundesregierung hat den favorisierten Deal – den Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna – so gut wie vermasselt, sie habe zu lange Fragen gestellt. Vor allem Guttenberg, der immer wieder eine Insolvenz ins Spiel gebracht und nachgebohrt habe. “Amateurhaft”, sei das gewesen. “Guttenberg hat die beste Verhandlungsposition in die schlechteste verwandelt.”
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,644839,00.html
Wir werden nicht nur international (Bankster) verschaukelt, sondern von Verbrechern und total unfähigen Regierungen von Nord nach Süd und Ost nach West (Landesbanken).
Ich habe Deutschland nicht mit aufgebaut, daß Merkerl, Steinbrück + Co. es vor die Wand fahren.
Wir brauchen keine amerikanische Willkür und asiatisches Lohngefüge und schon gar nicht dekadente “Adlige”.
@ gelegentlich und die anderen VTler
Lest Ihr eigentlich die Posts anderer Leute? Schaut Euch doch bitte noch mal an, was der SF und andere, mich eingeschlossen, dazu geschrieben haben. Ihr redet vollkommen daran vorbei. Es geht ja gar nicht darum, dass jemand hier Guttenzwerg oder sein Old-Boys-Network verteidigen oder leugnen würde. Es geht einfach nur darum, das Ihr einzelnen Personen oder Gruppierungen eine Gestaltungsmacht zuschreibt, die so nicht existiert. Natürlich manipulieren diese Herrschaften, wo sie können. Natürlich sind sie korrupt. Und natürlich würden die ihre eigene Großmutter für etwas Macht verkaufen (Wer auch immer die haben möchte). Aber ehrlich, das einzige, was ich sehe, ist ein geschleimter adliger Jurist, der von der Journaille, die sich immer wieder durch Inkompetenz auszeichnet, hochgeschrieben wird, und ein paar Typen hier, die dahinter die Weisen Zions i.V.m. dem Templerorden sehen (satirische Übertreibung bitte beachten). So einfach ist es nicht. Die Motive der Journaille sind vielfältig, sie unterliegen keiner zentralen Steuerung, auch wenn das manche Leute glauben mögen.
Ja gibt es denn hier nur noch ,,VT”?
Da ist von ,,Bilderbergern” die Rede im Zusammenhang mit Guttenberg; in dem verlinkten Beitrag von LudgerKlus (beachtlich!) lesen wir: ,,Das überrascht nicht. Der adelige Netzwerker erfüllt damit und mit der Beauftragung der Lobby-Kanzlei der Finanzwirtschaft vielmehr die Erwartungen seiner Förderer in der ?Atlantik-Brück?, im ?Aspen-Institut? und in der ?Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik?.”
@spiegelfechter
Treibt Sie so etwas nicht auf die Barrikaden? In Ihrem Blog? Hier wird nicht nur der als VT gekennzeichnete Beitrag im zeitgeist bestätigt, er wird vielmehr vorausgesetzt. Gibt es hier wirklich nur noch Vereinfacher?
@Max Krapp
Sorry, hatte Ihren letzten Beitrag nicht beachtet. Doch, die anderen Beiträge hatte ich schon gelesen. Aber die waren, Verzeihung, inhaltsarm bzw. enthielten nur die üblichen Versuche lächerlich zu machen ohne zu argumentieren.
Ob es die genannten Gruppierungen sind, die Guttenberg als Vasallenführer ausgebildet und gefeatured haben, oder andere – das weiß ich nicht. Für diese Presse, die wir haben, braucht man keine zentrale Steuerung. Das haben Tom Schimmeck und Albrecht Müller hinreichend herausgearbeitet, die ,,Telepolis” auch. Es genügt die Gestaltungsmacht, die darin besteht, klarzumachen, welche Richtung/Tendenz o.ä. gesund oder ungesund für einen kleinen Journalisten ist und welche nicht. Wer auch immer sie hat – sie ist offenbar da. Oder wie wollte man sonst erklären:
- die Ypsilanti-Kampagne erklären (die Dame hat sich immerhin strikt an die Regeln der innerparteilichen Meinungsbildung gehalten; ihr ,,Wortbruch” war da, aber geringer wertig als der von Koch oder diejenigen in Hamburg. Zastrow hat den Sachverhalt übrigens bestätigt, aber nur die menschelnden Aspekte)
- das Hochjazzen des Dienstwagens von Ulla Schmitt bei bekanntem Sachverhalt (alle machen das, wissen wohl auch die Journalisten)
- das Ausbleiben einer Kampagne gegen Christiansen: Fakten sind ja bekannt
- das Ausbleiben hysterisch-übergeschnappter Rücktrittsforderungen gegen Merkel wegen dieser Ackermann-Party (da bin ich als Steuerzahler ganz stur: wer öffentliche Infrastruktur für einen privaten Zweck einsetzt hat zu gehen, basta, und zwar sofort und ohne Widerrede…)
- das Ausbleiben einer Kampagne gegen Guttenberg wegen seiner Wirtschaftsthesen, die immerhin erst im Juli formuliert worden sind. Das ist ja das, was uns in diese Krise geführt hat.
Wer da keinen roten Faden sieht ist vielleicht farbenblind? Ich frage mich immer noch verdattert wie man bei diesen Sachverhalten von ,,VT” sprechen kann.
@gelegentlich: Ja gibt es denn hier nur noch ,,VT??
Dazu nochmals, in Kürze und direkt zum Kern der Dinge:
Im April 2004 gründen die Commerzbank, die CitiGroup, die EuroHypo, die DZ ? Bank der Volks- und Raiffeisenbanken, die Deutsche Bank, die DekaBank der Sparkassen, die Dresdner-Kleinwort, die UniCredit, die Landesbanken von Bayern (BayernLB), die WestLB, die HSH ? Nordbank sowie die Landesbank Hessen – Thüringen (HelaBa) und die überwiegend staatseigene KfW ? Bank zur Verbriefung von Kreditschrott ein Kartell, die TSI-GmbH. Dazu beschließt das TSI-Kartell die Errichtung drei gemeinnütziger Stiftungen. Zur Erweckung des Anscheins besonderer Vertrauenswürdigkeit durch vermeintliche Staatsnähe werden die drei Stiftungen von der überwiegend staatseigenen kfw-Bank errichtet. Und zwar:
1. Die ?Stiftung für Kapitalmarktforschung für den Finanzstandort
Deutschland?. Sie begünstigt das ?Center for Financial Studies (CFS)? an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
2. Die ?Stiftung für Kapitalmarktrecht für den Finanzstandort Deutschland? begünstigt das ?Institute for Law and Finance (ILF)?, ebenfalls an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt.
3. Die ?Stiftung für Unternehmensfinanzierung für den Finanzstandort Deutschland? begünstigt die ?European Business School (EBS)? auf Schloss Reichartshausen im Rheingau. Sie ist eine unternehmerische Hochschule und gehört zu den Größten ihrer Art und ist inhaltlich klar auf die Geschäftspraktiken der Finanzwirtschaft orientiert.
Die Stiftungen sind ?Regelgesellschafter? der PSV-Zweckgesellschaft. Nur zu diesem Zweck wurden die Stiftungen errichtet. Denn sie sollen die gesellschaftsrechtliche Unabhängigkeit und die Insolvenzferne der SPV-GmbH sicherstellen. Sie sorgen dafür, dass die SPV (Special Purpose Vehicle) -GmbH kein Kreditinstitut ist. Diese total wertlose SPV-GmbH kauft das Kreditportfolio einer Bank auf. Dieses wird von der SPV als ABS-Wertpapiere umetikettiert und von einer Ratingagentur, die zufällig Mitglied im Beirat der TSI-GmbH ist, mit AAA zertifiziert. Danach wird der Müll auf dem Kapitalmarkt verramscht. Daran hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert. Die Folgen sind bekannt. ….
Partner dieses scheinbar in betrügerischer Absicht gegründeten Schrotthandels ist die Kanzlei Linklaters LLP. Und genau diese hat der Lobbybaron Freiherr von und zu Guttenberg mit der Verfassung eines Gesetzes zur Kontrolle des Kartells beauftrag, dessen Partner die beauftragte Kanzlei ist!
Die gemeinnützigen Stiftungen und Regelgesellschafter der PSV-GmbH betreut übrigens das Deutsche Stiftungszentrum (DZ). Das wiederum ist ein Dienstleister des Stifterverbandes. Präsident ist Dr. rer. pol. Arend Oetker. Zum Präsidium gehören außerdem die Vorstände der Energiekonzerne sowie Prof. Dr. Josef Ackermann, ein inzwischen bekannter Kostgänger der Bundeskanzlerin. Im Präsidium sitzt auch Wolfgang Kirsch, Vorsitzender des Vorstandes DZ BANK AG, die ihrerseits ein Gründungsmitglied des TSI-Bankenkartells ist. ? Das zum Thema Verschwörungstheorie.
@spiegelfechter: Treibt Sie so etwas nicht auf die Barrikaden?
Wird im real-existierenden Michelland nicht passieren…………
Dennoch herzlichst Ludger Klus
#147
· LudgerKlus am 25. August 2009 um 22:36 – Permalink
Die von Ihnen dargestellten Sachverhalte bringen einen großen Teil der SF-Bloger zum Schweigen.
Es zeigt aber auch die Unfähigkeit unseres Rechtssystems.
@ SF
Okay, ich weiß jetzt, was Du meinst.
@ Alle VTler hier
Eigentlich habe ich gerade nichts zu tun, aber selbst das ist immer noch besser, als hier zu schreiben. Mein Standpunkt habe ich ausführlich dargelegt. Leider habe ich den EIndruck, das die meisten Leute hier in einem doch sehr abgeschlossenen Universum argumentieren. Ich will das niemand nehmen, wie SF schon sagte, jeder soll so glücklich werden, wie es ihm den beliebt. Die Spielwiese ist also eröffnet…
@ gelegentlich
Schön, das Sie so auf meine Argumentation eingegangen sind, und mich mit guten Argumenten wiederlegt habe. Und ich hatte schon Angst, dass Sie sich billig aus der Affäre ziehen wollen, indem Sie meine Argumentation ohne weitere Erläuterung als falsch darstellen. Zum Glück haben Sie dieser Versuchung nicht nachgegeben…
(Ironie dürfen Sie behalten, wenn Sie welche finden ;- )
@LudgerKlus #147
Müll ist das doch nur, insofern dahinter schlechte Kreditqualitäten stehen.
Das ist aber bei ABS keineswegs prinzipiell der Fall. Und ohne Verbriefungen wird man die notwendige Liquidität auf dem Finanzmarkt speziell für Mittelständler auf keinen Fall schaffen. Insofern ist die Aktivität von Institutionen wie TSI durchaus nützlich für Unternehmen der Realwirtschaft.
Mit Intrigen hat das alles jedenfalls überhaupt nichts zu tun.
Link zum Thema Verbriefungen noch (WP spinnt da etwas):
“Verbriefungen erleben großes Comeback”
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/verbriefungen-erleben-grosses-comeback;2440102;0
Common Sense 2009
by Larry Flynt
http://www.huffingtonpost.com/larry-flynt/common-sense-2009_b_264706.html
@Ludger Klus, #147
Schöne und sachliche Zusammenfassung, Danke.
Zum Thema Verschwörungstheorie(n).
Wenn ich noch ein Mal über Beiträge zum Thema drüberstreife, fällt schon auf, wie breit die Auffassungen darüber gefächert sind, was eine VT ist und wann diverse Verschwörungen, einmal gut vor Augen geführt, eben keine VT ist.
VT-like Ansichten, Welterklärungen gehen eigentlich von mehreren (spontan plausiblen) Prämissen aus:
A. Die Welt ist in ihrer Entwicklung determiniert (alles hat einen Ursprung):
B. Die Welt ist schlecht und böse, weil sie von schlechten und bösen Menschen/Gruppierungen in ihren Interessen gelenkt wird;
C. Die Welt ist von guten und bösen Menschen besiedelt;
( und wir sind selbstverständlich die Guten ;)
Daraus folgt:
D. Würde man die Bösen eliminieren (erschießen, wegsperren, aussiedeln, vertreiben, unter Kontrolle stellen, …), so würde die Welt [wieder für die guten] in Ordnung kommen. Dahinter verbirgt sich auch noch der Glaube daran, dass der Mensch an sich ‘gut’ sei und [daher] das Paradies auf Erden noch möglich ist.
Im Grunde ist es doch die [leicht abgewandte] archetypische Denke, die uns aus fast allen Weltreligion gut vertraut ist – eben mystische Wahrnehmung der Realität, die jedem Menschen innewohnt und an sich gar nicht ‘so schlecht’ ist – aus mehreren Gründen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte.
Im Übrigen kann man diese Prämissen nicht nur bei einheimischen ‘Systemtheoretikern’, sondern auch bei einem Teil großer Denker bis zum Marx und manch seinen Nachfolgern nachvollziehen.
Eine andere Denkrichtung (zumindest in diesem Kontext), die meines Erachtens auf Montesquieu zurückgeht (ich bin allerdings kein guter Kenner der Geschichte der Philosophie) und auch Keynes wie anderen ‘liberalen’ einschließt, verwirft die zwei (B & C) Prämissen und strebt nicht nach dem Paradies auf Erden, sondern ist um Minimierung der Ungerechtigkeit bemüht, weil sie ihres Erachtens nicht eliminierbar ist. Die bemühen sich darum nicht so aus moralisch-ethischen, wie aus rein rationalen Gründen, was ihnen oft als Vorwurf vorgehalten wird.
War es übrigens nicht Keynes gewesen, der den Siegermächten ihre Reparationsforderungen an die Besiegten nach dem 1. WK als allergrößte Eselei vorgeworfen hat und genau die Konsequenzen daraus vorsah? Wenn ich mich nicht irre, war er sogar deshalb vom Staatsdienst suspendiert. Das aber nur am Rande.
Also die erste Denkrichtung, die meines Erachtens keinesfalls rechtslastig ist, mag zwar vt-like und antiquiert sein, ist allerdings die einzige, die der Mehrheit zugänglich und dazu noch sehr vertraut ist. Dass das Böse bei der Denke immer nach politisch-ideologischer Ausrichtung auserwählt wird, ist eine Nebensache.
Von daher würde ich den Artikel, den der ‘Mx’ oben verlinkt hat, nicht als verschwörungstheoretisch hoch zehn bezeichnen. Der mutet zwar – von gewissem Glockenturm aus gesehen – so an, zeigt jedoch etwas auf, was für durchaus verbreitete paternalistischen Ansichten durchaus als Aufklärung gewertet werden kann. Für ausführliche und erschöpfende Abhandlung zum Thema wären da einige dicke Wälzer vonnöten gewesen.
____________
Meine Zitat des Tages habe ich heute hier gefunden: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/715/ein-offener-brief-an-die-bundeskanzlerin#comment-47820
Im Übrigen war es sinngemäß auch die Frage, die ich vor kurzem an die einheimische “Systemtheoretiker” gestellt habe und die sich davor wortreich gedrückt haben – WARUM ist es so?
Tja, die Feststellung passt einfach nicht in jede Weltanschauung.
@Ludger Klus
Das ist zwar alles in den klassischen Medien kaum beachtet worden, deshalb aber keineswegs neu. Sowohl die Nachdenkseiten als auch ich (auf TP im Zusammenhang mit Asmussen) haben schon früher darüber berichtet. Es ist ja auch kein großes Geheimnis, dass Politik und Finanzwirtschaft schon lange daran arbeiten, den Finanz-Voodo in Deutschland zu etablieren.
@gelegentlich
Diese Nebensätze sind lediglich in der Form problematisch, dass sie das Interesse der Leser auf eine vollkommen falsche Bahn lenken. Welch gute Artikel könnten Netzbewohner schreiben, wenn sie nicht immer zwanghaft ein paar allmächtige Goons als Hintermänner suchen würden?
Warum sollte es?
@Karl Heinrich # 150: ‘Mit Intrigen hat das alles jedenfalls überhaupt nichts zu tun.’
Unterstellen Sie mir bitte nicht derartigen Unsinn. Halten Sie sich doch einfach an das, was ich geschrieben habe.
Daher nochmals: Die Initiativbanken des späteren TSI-Kartells stellten Ende 2002/Anfang 2003 fest, “dass deutsche Banken erst wenig Zugang zu ‘True Sale’-Transaktionen haben.” Das wollten sie ändern. Daher war mit der “Stiftungsaufsicht zu klären, wie die Satzung der Stiftungen zu gestalten ist, so dass sie (die Stiftungen, Anm. Verf.) Anteilseigner der SPV?Emissionsgesellschaften werden können.” Erforderlich seien außerdem eine “umfangreiche Lobbyarbeit für Verbriefungen (gebündelte Zulieferungen für Politik und Verbände). … Der Gesellschafterbeirat der TSI ? Banken wird um hochrangige Vertreter aus dem öffentlichen Leben ergänzt werden, um die Meinungsbildung zu ABS ? Themen ?breit? anzulegen?, so die strategischen Überlegungen der TSI-Initiatoren. Bereits im Februar 2003 kündigte BMF Eichel eine Anpassung der Gewerbesteuer mit Blick auf True Sale Verbriefungen in Deutschland an. Denn sie war aus Sicht der TSI-Banken ?bis dahin das steuerliche Haupthindernis?. Im August 2003 erfolgte die Änderung der Gewerbesteuer für SPVs zum Zwecke der Verbriefung von Bankkrediten.
Kurzum: Es ging nicht um eine Verbesserung der Kreditversorgung für den Mittelstand. Über andere Motive des TSI-Bankenkartells kann spekuliert werden. Einige Folgen sind inzwischen bekannt. Weitere Offenbarung dürften nach der BT-Wahl folgen.
Also: Die Gründung und die Geschäftspraktiken des TSI-Bankenkartells sind keine Intrige oder gar ?Verschwörungen?. Es handelt sich schlichtweg um ein Kartell für die Maximierung der Gewinne der beteiligten Akteure , und zwar bei gleichzeitig vollständigem Ausschluss eigener Haftung und Abwälzung der Risken auf die Allgemeinheit. Das war von Anfang an so vorgesehen. Es ist also betrügerischer Absicht auszugehen. Daher sind die Machenschaften des TSI-Kartells kein Fall für Verschwörungstherotiker oder ‘Spökenkieker’. Sie sind ein Fall für den Staatsanwalt.
Ludger Klus
@Ludger
Ich kann Dir bis zu einem gewissen Punkt folgen und teile bis dahin auch Deine Sichtweise.
Das wage ich doch mal zu bezweifeln. TSI ist/war konform mit der Finanzmarktpolitik von Union, SPD, FDP und auch den Grünen. Wer soll ein Interesse daran haben, etwas zu offenbaren?
Sehr richtig
Sehr richtig
Das wiederrum ist falsch! Die TSI-Papiere werden zu einem übergroßen Teil in großen Fonds mit eingeschränkter Kundschaft stecken. Wenn wir mal IKB und HRE herauslassen, wobei ich nicht einmal glaube, dass eine dieser Banken signifikante Mengen deutscher Verbriefungen in ihrem Portfolio hatte, werden diese Verluste aka Abschreibungen idT von privatwirtschaftlichen Akteuren vorgenommen, die nicht vom Staat gestützt werden.
Diese Schlussfolgerung ist – mit Verlaub – Unsinn.
Wenn Du Interesse an der Geschichte von “Verbriefungen” hast, kann ich Dir diesen Artikel nur wärmstens empfehlen – ist zwar vom SPIEGEL und sehr lang, aber dennoch sehr gut recherchiert und geschrieben.
#156 LudgerKlus am 26. August 2009 um 10:41 – Permalink
Ihre Ausführungen sind gut und richtig. Politik und Finanzwirtschaft lassen bewußt jede Kritik ins leere laufen (“aussitzen”). Diese Zusammenhänge sind max. 0,0001% der Bevölkerung bekannt und müssen in einer kritischen Magazinsendung erläutert werden. Der gleiche Sachverhalt muß an verschiedenen Stellen im Internet wiederholt werden, sonst geht diese kriminelle Machenschaft unter. Der Vorgang ist so unglaublich, daß er von der Mehrzahl der Bürger nicht geglaubt werden kann. Leider sind bei SF auch “nützlich Idioten ( nach Lenin), die den Sachverhalt als Selbstverständlichkeit hinstellen wollen. Wir erleben dieses in sehr, sehr kleinem Umfang an dem staatlich finanzierte Geburtstagsessen im Kanzeleramt für Ackermann. Im Kleinen, wie im Großem geht in der Finanzwirtschaft jedes Maß verloren.
@R_Winter
Ach jeh – über diese und ähnliche Zusammenhänge wird doch relativ regelmäßig in den Magazinen des ÖR berichtet. Nur interessiert dies keine Sau.
Was meinst Du, wie doll die Sektkorken in den Redaktionen knallen, wenn ich als freier Journalist solche Themen anbiete? Bis auf Telepolis interessiert sich niemand für so was.
@#157 Jens,
es WAR geplanter Betrug (wenn auch nicht zwingend strafrechtlich – aber versuche einmal den Kumpanen eines Hütchenspielers nachzuweisen, daß sie den unbedarften Dritten absichtlich ausgenommen haben) – nur so geschickt eingefädelt, daß man nur (noch) an den “Spitzen der Eisberge” erkennen kann, was da gelaufen ist.
Nur drei Namen/Bereiche zur weiteren Recherche empfohlen:
- Frau Bellavite-Höverman – die (hochgeschriebene?) Koriphäe im Risikomanagent für Banken in Deutschland.
“Leitfaden für den Aufsichtsrat (Gebundene Ausgabe)
von Yvette Bellavite-Hövermann (Autor), Grit Lindner (Autor), Bernd Lüthje (Autor), Julia Hövermann (Autor)
Schäffer-Poeschel; Auflage: 1 (Mai 2005)
…
Das handliche Nachschlagewerk informiert u.a. über die Anforderungen des Amtes, Fragen der Selbstorganisation und der Haftung, die Überwachung der Geschäftsführung, die Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Jahres- und Konzernabschluss, die Beziehung zum Vorstand, zum Wirtschaftsprüfer und zur Hauptversammlung. Die systematische Übersicht unterstützt jedes Aufsichtsratsmitglied effizient und praxisnah.”
“Dr. Yvette Bellavite-Hövermann, hat zum Beispiel eine beeindruckende Karriere. Führungspositionen bei
- der Berliner Bankgesellschaft 2000-2002
- der West-LB aka “NRW-Bank” 2002-2006
- der Sachsenbank 2006-2007
…
Langlaufende Puts auf ihren nächsten Arbeitgeber kaufen …”
- Prof. Faltlhauser einst Finanzminister Bayern, Vorsitz Verwaltungsrat BayernLB – heute Beirat bei Rothschild
- Vorstand (Vorstände?) der SachsenLB – heute auf Zypern und zum Einkaufen ab und zu in Haifa?
@LudgerKlus #156
Selbstverständlich ging es darum; und darum geht es auch heute. Große Unternehmen können schließlich selber Anleihen begeben, was sie derzeit ja auch tun. Mit dem Verkauf von Forderungen können Banken Liquidität gerade für Mittelständler schaffen, wenn das Eigenkapital nicht so leicht aufzupolstern ist.
Der Knackpunkt liegt jeweils in der Behandlung der schlechten Kreditrisiken.
Gut, dass du’s selber sagst.
Ja sicher, was sonst?
Nicht in diesem Bereich.
Also doch Intrige. – Dafür gibt es kein Indiz. Aber heute ist diese Art der Denunziation zum ubiquitären politischen Argument geworden. Gerne auch von Leuten, die über Vorgänge reden, von denen sie nichts verstehen.
@Karl Heinrich
Was sie derzeit vor allem deshalb tun, weil die Banken ihnen keine adäquate Fremdfinanzierung anbieten.
Werter Karl Heinrich, was meinst Du eigentlich, warum es Basel-II gibt? Wenn die Banken ihrer eigentlichen Aufgabe nachkämen, und den “Mittelstand” ordentlich mit Krediten versorgten, gäbe es gar keinen Bedarf an Verbriefungen. Wenn die Banken ihren Eigenkapitalstock allerdings für allerlei Finanzvoodoo aufzähren, bleibt natürlich nicht mehr genug über, um Kredite zu vergeben.
Du schüttest da das Kind mit dem Bade aus!
@ Max Krapp
Wir brauchen keine Ironietags, sondern sachliche, aber eben prüfbare Aussagen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Wenn auf eine ernst gemeinte Frage nur die Gegenfrage kommt, wo denn bitte die Templer bleiben, lerne ich zwei Dinge:
- der Angesprochene kann die Frage nicht beantworten und hat dazu nichts zu sagen
- er hat wohl irgendwo irgendwann schlechte Erfahrungen mit Paranoikern gemacht, die in der Tat schlichte monokausale Erklärungsmuster verlangen.
Hier geht es um die Frage, ob Leute mit Macht und Einfluß koordiniert, irgendwie miteinander abgesprochen handeln oder ob diese Dinge halt zufälligerweise zur gleichen Zeit passieren oder eben nicht. Um zu konstatieren dass Guttenberg nach oben geschrieben werden soll brauche ich keinen eigenen Artikel. Das kann Jeder sehen. Die Frage ist vielmehr: warum macht man das? Wer verschafft ihm diesen Rückhalt.
Die Auffassung von SF, die Redakteure dächten halt so, ist mir zu schlicht und unglaubwürdig, weil es doch viel naheliegender wäre festzuhalten: ein neuer Wirtschaftsminister, der bisher nichts Vorzeigbares erreicht hat, der über gute PR-Unterstützung verfügt, der von der Finanzwelt New Yorks als guter alter Bekannter herzlich beim Antrittsbesuch aufgenommen wird (alle Fragen, woher diese Bekanntschaft rührt, führen ins Leere!), der ohne jede Legitimation neoliberale Programmatiken verfaßt und und und – einfach nur hingucken! Dazu braucht Niemand irgend Charisma in irgendeine Pomade hinein zu imaginieren. Aber genau das passiert nicht. Weil die halt nicht so denken?
Herzlichen Dank an LudgerKlus und die Anderen, die hier ein wenig Substanz hinein gebracht haben. @ Max Krapp: es geht offenbar auch ohne Templer!
@Sf #162
Das sollen Verbriefungen ja umgehen. Im übrigen ist Basel II schwer unter Beschuss geraten. Einmal – wie hier angemerkelt – wegen des Ungleichgewichts zwischen Europa und USA, zum anderen auch substanziell:
Es ist mit den Verbriefungen und mit den Eigenkapitalanforderungen so paradox wie mit den Notenbankzinsen: Um aus der Krise rauszukommen, ist eine Portion von dem erforderlich, was uns da reingebracht hat. Die verständige Steuerung (und staatliche Aufsicht) ist in jedem Fall unabdingbar.
Ich habe mich jetzt nicht durch die 160 Kommentare gelesen (sondern nur durch die Hälfte), aber weder im Artikel noch in den Kommentaren wird die für mich wichtigeste Frage geklärt: warum?
Warum hofieren die großen deutschen Leitmedien diesen Mann? Warum kommt an der aktuellen politischen Lage allgemein so wenig Kritik? Warum ist eine Seite wie der Spiegelfechter überhaupt nötig? Warum füllen nicht (ehemals) kritische Blättern wie Speigel & Stern sie aus?
Überhaupt, der Spiegel war ja mal eine Klasse für sich. Warum ist das heute so ein angepasstes Blatt? Die Einflussnahme des Verlags kann’s doch nicht sein, immerhin ist das doch eine Mitarbeiter-AG oder GmbH oder so.
Ich finde die Beantwortung dieser Frage(n) viel interessanter als die Klagen an sich. Vielleicht hat Jens das ja mal an einer anderen Stelle schonmal unter die Lupe genommen, aber selbst dann wäre es in meinen Augen eine neuere Erwähnung allemal wert.
@Karl Heinrich
Eben! Das ist ja das Problem. Wofür gibt es denn internationale Regeln, wenn diese durch gewagte Konstrukte umgangen werden?
Wir müssen hier zeitlich trennen. Was den Moment angeht, bin ich ja ganz Deiner Meinung bzgl. Basel-II. Klar, es wirkt prozyklisch und ist momentan eher ein Problem. Als die TSI-Verbriefungen aktiv beworben wurden, war allerdings durch Basel-II der gegenteilige Effekt zu vernehmen. Durch “Luftbuchungen” konnten die EK-Rücklagen eh schon manipuliert werden und dann kam noch die Verbriefung dazu. Das ist Turbokapitalismus und hat mit traditionellem Banking nicht mehr viel zu tun.
Wenn Banken schon unbedingt verbriefen wollen, dann müssen sie verpflichtet werden, einen Teil der Kredite zu behalten und mit Rücklagen zu unterfüttern. Das sieht der Herr Obama übrigens genau so. Klar, er wird sich damit nicht durchsetzen können.
@Netzbummer
Was Du einforderst, lässt sich nicht in einem Artikel und schon gar nicht in einem Kommentar beantworten. Dafür braucht es ein Buch. Zu empfehlen wäre da beispielsweise Butterwegges “Kritik am Neoliberalismus”.
@Jens: Na gut, aber sind die in der Spiegel-Redaktion denn alle von Neoliberalen unterwandert? Oder hat sich das schleichend ausgebreitet? Glauben die Redakteure/Verlage, dass die breite Masse das unkritische Gejubel lesen will und richten sich danach? Wie gesagt, zumindest der Spiegel sollte davon doch ausgenommen sein…
@Netzbummler
Anders herum wird ein Schuh draus. Die Hauptjournallie ist ja so eine Art inzestuöse Schicht, die entweder mit Politikern, Lobbyisten oder am allerliebsten mit sich selbst spricht. Die glauben, was sie schreiben und sind genauso überzeugte Neoliberale wie unsere Politiker – Ausnahmen bestätigen allerdings immer die Regel.
Die Journallie schreibt und sendet und der Michel glaubt das alles, da ja auch nirgends Widerspruch geäußert wird.
Hm, das erklärt zwar so einiges, aber sind denn die Redakteure/Journalisten nicht wenigstens intelligent genug, zu erkennen, dass es auch Alternativen gibt? Gerade beim Thema “Bad Banks” müsste doch mal jemandem aufgefallen sein, dass das Gegenstück dazu “Good Banks” hieße.
Oder nehmen wir mal die KiPo-Scharade. Beim FOCUS wurde eine Online-Umfrage, die nach kurzer Zeit klar zeigte, dass die Mehrheit der abstimmenden Nutzer gegen die Internetsperren sind, kurzerhand von der Seite entfernt. Warum?
Ich finde, das passt alles nicht so richtig zusammen. Klar, permanente Gehirnwäsche durch die höheren Kreise kann sicher dazu führen, dass sich auch die eigenen Ansichten ändern. Aber so eine Zeitschrift muss sich doch auch an den Lesern orientieren. Sagen denn auch die Leserbriefe Ja und Amen zu den Inhalten der Blätter? Und würde es helfen, wenn einfach mehr Leute unabhängig von einander kritische aber sachliche Leserbriefe an die Redaktionen schicken, mit Hintergrundinfos oder Kritik an der einseitigen Berichterstattung?
Wahrscheinlich klinge ich jetzt total naiv, aber ich will einfach nicht glauben, dass in den Redaktionen Menschen sitzen, die ihre Ideale so freudig verraten haben, wie das derzeit aussieht…
Ich finde es erschreckend, wie schwach die SPD und die Linkspartei auf das “Industriepolitische Konzept” des von und zu Guttenberg reagieren, enthält dieses doch nahezu die komplette neoliberale Litanei:
- Abbau der in den vergangenen Jahren beschlossenen branchenbezogenen Mindeslöhne.
Und dies, obwohl Deutschland europaweit mittlerweile den höchsten Anteil der im Niedriglohnsektor beschäftigten Arbeitnehmer aufweist. Die Abschafftung der Branchen-Mindestlöhne würde das Lohndumping vor allem innerhalb der Euro-Zone weiter anfachen und die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen weiter verschärfen. Es bestünde zudem die Gefahr, daß auch das Lohnniveau oberhalb der Branchen-Mindestlöhne ins Rutschen käme.
- Abbau des Kündigungsschutzes.
- Erhöhung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes (7%). Dies würde Gering- und Durchschnittsverdiener überdurchschnittlich belasten.
- Abbau von “bestimmten Steuervergünstigungen bei der Einkommenssteuer”
(Pendlerpauschale? / Steuerfreiheit von Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen?).
- Nochmalige Senkung der Unternehmessteuern. Deutschland hatte lt. Analyse der EU-Kommission bereits vor der abermaligen Unternehmenssteuersenkung im Jahre 2008 innerhalb der EU-15 nach Griechenland die niedrigsten effektiv zu zahlenden Unternehmens- und Vermögenssteuern (siehe beigefügten Beirag von Professor Lorenz Jarass, Seite 24).
http://www.jarass.com/Steuer/A/Unternehmensteuerreform%202008%20Langfassung.pdf
Das von Deutschland ausgehende Lohndumping würde zu einem von hier iniziierten Dumping bei den Unterhmenssteuern ausgeweitet werden.
- Senkung der Einkommenssteuern (wer unter Schwarz-Gelb von einer solchen Senkung wohl am meisten profitieren würde? Jedenfalls nicht die Geringverdiener und alleinverdienende Familien mit Kindern im Bereich der Durchschnittseinkommen, die bereits heute keine oder nur sehr geringe Lohn- und Einkommenssteuern zu zahlen haben.).
- Abbau von Klima-Auflagen für Unternehmen (so viel zu dem schon aus heutiger Sicht von den Medien zu Unrecht verliehenen Titel der “Klimakanzlerin” an Frau Merkel).
Es ist bezeichnend, was das neoliberale Kampfblatt Spiegel schrieb, als die SPD die “Frechheit” besaß, überhaupt auf das neoliberale Machwerk aus dem Hause Guttenberg zu reagieren:
“Sofort schießt sich die SPD auf den Star des Kabinetts ein.”
Wäre eine solche angebliche “Veröffentlichungs-Panne” der SPD oder gar der Linkspartei passiert, dann stünden der Spiegel und sehr viele andere Medien Gewehr bei Fuß, um daraus für Schwarz-Gelb Honig zu saugen und eine neue und langanhaltende Medienkampagne zu entfachen.
Im übrigen glaube ich nicht an eine “Panne”. Da ist aus Sicht der Union zur Unzeit etwas nach außen gesickert, was in dieser Deutlichkeit höchstwahrscheinlich erst für die Zeit nach den Landtagswahlen und nach der Bundestagswahl gedacht war. Die Union und die zahlreichen schwarz-gelb-orientierten Medien haben noch in unguter Erinnerung, wie im Jahre 2005 im Übermut des schon sicher gegelaubten schwarz-gelben Wahlsieges die neoliberale Katze in Gestalt des “Professors aus Nürnberg” (Kirchhof) aus ihrer Sicht zu früh aus dem Sack gelassen wurde. Daraus resultiert die Motivation dieser Medien, das “Industriepolitische Konzept” so weit wie möglich runterzuspielen.
Ein Vorschlag meinerseits für die Gestaltung eines Wahlkampfplakates mit dem Konterfei Guttenbergs:
“Wir haben die Kraft …
- den branchenbezogenen Mindestlohn abzuschaffen / das Lohndumping weiter anzuheizen
- den Kündigungsschutz zu schleifen
- die 7%-ige Mehrwertsteuer zu erhöhen
- die Unternehmenssteuern abermals zu senken
- … (siehe obige Punkte)”.
Wenn es der SPD und / oder der Linkspartei nicht gelingt, dieses Guttenberg-Papier öffentlichkeitswirksam zu thematisieren (auch unter dem Aspekt, daß dieses Papier unter der Mitwirkung der FDP in Rahmen von schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen nur noch verschlimmbessert werden kann), dann weiss ich nicht, wie diese Parteien Schwarz-Gelb noch verhindern möchten. Eigentlich müßten schon längst bundesweit entsprechende Wahlplakate den neoliberalen Gruselkatalog Guttenbergs zum Thema machen.
# 170 Netzbummler am 26. August 2009 um 20:50 – Permalink
Was ist schon eine Umfrage im Focus, die zurück gezogen wurde?
Trupoli wurde komplett eingestellt, weil die dummen Sprüche von Merkel und Westerwelle + Co. überhand nahm und so mit leicht als Lügen nachweisbar wäre.
Bei Trupoli wurden mehre Millionen verbrannt, weil es nicht mehr steuerbar war. Die Investoren hatten andere Vorstellungen. Es sind die gleichen Kreise, die zu Guttenberg hoch jubeln.
zu Guttenberg hat kein Skrupel Opel an die Wand zu fahren und der Spiegel, Focus etc. beklatscht dieses “Gradliningkeit” noch.
Korrektur zu #168:
Das war nicht die UBS, sondern die Credit-Suisse und die israelische Beteiligungsgesellschaft Koor.
(Man sollte nicht aus dem Gedächtnis zitieren, wenn man nicht gleich die Nachricht wieder findet)
@R_Winter, #171
Das mit dem Ob und Wie ist bereits einigermaßen geklärt, der ‘Netzbummler’ fragte nach Warum. Warum verhalten sich Menschen so und nicht anders, wie er von ihnen möglicherweise erwartet?
Das Phänomen ist mir übrigens noch aus meiner SU-Zeit gut vertraut. Die Lobhudelei der Journaille wird nicht direkt erpresst oder erkauft, es kommt meist aus freien Stücken und aus ‘voller Überzeugung’ ebendieser Journaille zustande, die sich in vorauseilender Unterwürfigkeit dem ‘Stärkeren’ gegenüber ereifert und sich dadurch als Milieu formt. Meines Erachtens ist es ein archetypisches Verhaltensmuster, das Menschen von Affen geerbt haben. Selbstverständlich wird dieser Affenhabitus durch verschiedentliche Belohnungssysteme ‘der Elite’ in seinen Erwartungen verstärkt und die Abweichungen davon zumindest durch Missbilligung ‘der Chefs’ bestraft. Wer jetzt meint, das Ganze hinge irgendwie mit einem *ismus zusammen, der irrt sich gewaltig. Eher sind die real existierenden *ismen Produkte solches Gehabes. Soziale Netzwerke entstehen eben dadurch und werden dadurch aufrecht erhalten, stabilisiert. Kracht der Reich zusammen, reaorganisieren sich die Netzwerke je nach neuen Machtverhältnissen und die braven SED-er werden zu braven und frommen Christen, weil sie es angeblich in Tiefen ihrer Seele schon immer gewesen sind. Jeder aufgeklärte Psychologe wie Ethnologe weißt Bescheid, dass menschliches Handeln zum größten Teil nicht ratioanal oder moralisch begründet, sondern lediglich im Nachhinein ratioanal oder moralisch gerechtfertigt wird. Und genau da leisten die Ideologien und ‘Überzeugungen’ die unverzichtbaren Dienste für derart Rationalität oder Ethik, mit der wir tagtäglich konfrontiert werden.
[gelöscht/SF]
@COPOKA: Da, immenno eto ja imel w widu. Spasibo ja otwet. :-)
@ copoka 174
Ob nun SED, brave Christen etc..sieht man sich die unterschiedlichen gesellschaftlichen Systeme und -ismen der letzten Jahrtausende an, so ähneln die sich doch sehr. Da kann auch der brävste Christ nicht viel ausrichten oder der sozialste Sozialarbeiter…sie alle können nur Symptome behandeln. Folglich sind es eben doch die Ismen, die geändert werden müssen. Das System muss geändert werden , natürlich zuallererst dadurch, das die Menschen sich ändern.- und mit diesem dämlichen Teile und Herrsche Spiel aufhören. Auch der sogenannte real existierende Kommunismus/Sozialismus war bekanntermaßen nichts anders als Staatskapitalismus.
So muss eben doch das System von Grund auf geändert werden, denn solange es uns noch beherrscht und einengt und die Regeln aufstellt, wird es konsequenterweise auch immer von denen bestmöglichst genutzt werden, die es am besten verstehen zu nutzen.
Aussehen ist heutzutage auch in der Politik wichtig. Nicht umsonst wird unsere Kanzlerin auch gut retuschiert abgebildet. Charismatischer Politiker in den besten jahren mit hübscher Frau an der Seite kann da Punkten. Zweifelhaft aber, ob er hält was er verspricht?
@Geheimrätin
Ja, das ist es, was mich seit geraumer Zeit beschäftigt.
Früher — vor etwa 20 Jahren — dachte ich, es sei so’ne Eigenart von “Homo Sowjetikus” oder berühmt berüchtigter “russischen Seele” – Mitnichten!
Es scheint doch eine universelle menschliche Eigenart zu sein, immerwieder dem Wesen nach ähnliche und sich selbst verstärkende Unterwerfungs- und Unterordnungstrukturen zu schaffen – aus innerem Trieb heraus. Und in der Hinsicht ändern sich Menschen extrem langsam in Laufe der Evolution. Ob man diesen Prozess durch ein ‘neues’ System oder einfach durch Aufklärung beschleunigen kann, weiß ich nicht. Ich neige eher zur Aufklärung, da in jedem Systemen – ob nun Theokratie, Monarchie, Diktatur, Kapitalismus, Sozialismus oder was auch immer – finden Menschen immer Mechanismen dafür, um diese Rudelstruktur wieder auszubauen. Da taugt institutionelle Partei(en)macht genau so gut wie das Kapital dafür. In der SU bauten sich armseligste Verkäuferin zu lokalen Fürstin hinauf, nur weil sie Einfluss auf Beschaffung und Verteilung irgendwelcher Mangelware auszunutzen verstanden haben – da trieb ‘das System’ die bizarrsten Blüten hervor.
Jö, nur wohingehend muss das System geändert werden, um archetipische Triebe in der Gesellschaft einzudämmen? Die Frage treibt schon mehrere Generation von Querulanten an. Desöfteren wird jedoch nur an einem oder anderem Mechanismus oder gar Medium herumgehackt, die im ggw. System besonders intensiv ausgenutzt werden, um das ganze Affentheater zu veranstalten.
Ich denke, den Leitfaden für die Richtung der Veränderung hat bereits Montesquieu skizziert – das System muss dahingehend geändert und andauernd(!) korrigiert werden, dass jeder dem anderen auf die Finger klopfen oder die kalte Schulter zeigen kann – eine gewisse Balance der gegenseitigen Abhängigkeiten zu schaffen. Genau daraus leitet sich die Forderung nach Gewaltentrennung im Staate ab. Aber wie man sieht, ist damit noch nicht alles getan, weil auch die Staatsmänner und Frauen nur Menschen mit ihren Schwächen und Trieben sind und zuweilen eifersüchtig d’rum jammern, wie wenig doch ein Kanzler im Vergleich zu einem Wirtschaftsboss verdient bis ihnen gnädig ein Köfferchen überreicht wird.
Der Widerspruch im ggw. System liegt immer noch darin, dass über die Balance der gegenseitigen Abhängigkeiten in der Gesellschaft diejenige wachen sollten, die am wenigsten daran interessiert sind, weil sie unter Anderen auch die Profiteure des Status Quo sind. Die Abhängigkeiten in modernen Gesellschaften sind wie vor und ohne jeglicher Not vor allem ökonomischer Natur – durch Elend Anderer lassen sich hierzulande Millionen ‘Entscheider’ gut gehen. Aber wenn man sich einmal anhört, was alles von hohen Tribünen für die Gerechtfertigung des Status Quo herbei geschwafelt wird, kräuseln einem die Nägel auf den Füßen. Da sind auch die Linken nicht viel besser als die anderen – siehe dir einmal die ‘linke’ Argumentation gegen das BGE an – ein Graus!
Hi Copoka. Hier nur kurz eine linkchen zum Thema BGE und LINKE – das Thema wird auch hier kontrovers diskutiert…
http://www.die-linke-grundeinkommen.de/WordPress/?p=404
(ist schon was älter, von 2006)
ansonsten bin ich heute zu erschöpft zum diskutieren. Ein gemeiner Sommergrippevirus löst wohl gerade den endlich auskurierten Magen-und Darminfekt ab;-)
@Geheimrätin
Ja, Danke. Ich weiß dass es auch unter Linken paar kluge Köpfe gibt.
Und das ich Querulanten grundsätzlich mag, ist an meiner Entscheidung für nächsten Sonntag nichts mehr zu rütteln – keine Sorge ;)
Gute Besserung.
@ COPOKA, #179:
“Querulanten”? Sind wir das denn, alter Freund? Oder nicht doch eher besorgte Bürger, die sich über Zustand und Entwicklung ihrer Gesellschaft eben Gedanken machen?
Und die Frage, wo es eigentlich lang gehen soll, ist ja nun die Kernfrage schlechthin. Da benötigen wir imo (und nicht nur imo) einen möglichst breit angelegten gesellschaftlichen Diskurs, den ich ich für meinem Teil damals mit “freiland” einleiten wollte. Daß dies an persönlichen Querelen bereits im Ansatz gescheitert ist, halte ich einerseits für ärgerlich, andererseits für symptomatisch: wir haben mal wieder zu sehr uns selbst gesehen, statt den Anderen und das Gemeinwohl.
Das war mal wieder ein ein Beispiel für die traditionelle Selbstzerfleischung der Linken und die Lektion sollte nun langsam bei uns sitzen …
Jedenfalls haben “elfboi” und Co. eine Art Neuauflage von freiland gestartet und ich werde entweder dort mitarbeiten oder aber mit den Kollegen das freiland zu reanimieren versuchen.
Die Diskussion muß endlich in Gang kommen, und zwar auf breiter Front!
Beste Grüße
Dein Frank
@Geheimrätin, Add.
Du hast mich mit deinem Link zu einer kleinen Recherche angeregt.
Fast alle Artikel zum Thema von den Linken, wo sie Götz Werner mal schelten mal an die Brust drücken, stammen aus den Jahren 2006-2007. Danach — ziemliche Stille. Sehr bezeichnend ist jedoch folgender Artikel: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/linke-gegen-%5Chartz-iv-light%5C-1/
Ich weiß dass in der Basis sehr starke Fraktion für BGE gibt, aber die Parteiführung tut sich damit verdammt schwer und setzt lieber auf abgefahrene Vollbeschäftigung, Mindestlöhne, Ankurbelung der Wirtschaft etc.pp., fährt also in alter SPD-Tradition.
@hannilein
Och, so habe ich es gar nicht wahrgenommen. Es fehlte eher am klaren Ziel und Konzept, was und wie daraus werden soll.
@ COPOKA, #184:
“Konzept und Ziel” sollten sich doch aus der Diskussion heraus ergeben. Ich kann das doch nicht im Vorfeld einfach bestimmen, wenn auch einige wohl lieber gesagt bekommen, wo der Hase langläuft :-( Das ist Demokratie, verdammt noch mal, und da muß jeder selbst Verantwortung übernehmen und seinen Teil zur gemeinschaftlichen Sache beitragen – es geht doch nicht an, daß es immer wieder an Personen fixiert wird! Aktuell bekomme ich gerade wieder zu hören, daß doch ich eine “Führungspersönlichkeit” wäre und somit bitte mit der Fahne voran laufen soll :-( Ganz ehrlich? Verantwortung übernehmen – ja, aber meinem alten Nick “danton” entsprechen – nein!
Konzepte und die resultierende Zukunft für unsere Gemeinschaft können nur in Absprache entstehen und der zugrundeliegende Diskurs muß erst mal ernsthaft aufgenommen werden.
Gute Nacht
Frank
P.s.: freiland war, was es war. Nach meiner eigenen Vorstellung sollte es eine Diskussionsplattform werden, wo man sich “trollfrei” austauschen kann und gemeinsam Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit andenkt und erörtert. Daß es letztendlich wohl mit meinem Engagement stand und fiel, finde ich sehr bedauerlich – es wird mir kein zweites Mal passieren.
@hannilein
Nein, das ist es nicht :)
Ist es SF-Blog nicht? Meines Erachtens – doch.
Und die Trollerei hält sich Grenzen. Jens möge mich korrigieren, wenn dem nicht so sei.
Gute Nacht,
??????-????????
Wie man es schafft genauso beliebt zu werden, wie zu Guttenberg, enthüllt heute die SZ mit Rede-Tips:
http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/bayern/342/485765/bilder/
LG
Tammox
@183 Copoka
Ja die Linken sind ein bunter Haufen, wie überall gibt es hier Hardliner und Progressive, Verräter und Integere. Was das BGE betrifft, da gibt es bislang einfach noch kein vernünftiges Konzept. Denke deswegen wurde das erstmal vertagt. Das muss weiter gesponnen werden. Wir sind ja erst am Anfang. Insgesamt ist das Parteiprogramm der Linken aber schon ein Meilenstein und das einzig wählbare überhaupt, siehe Friedenspolitik, Mindestlohn, Abschaffung Hartz IV und Ein Euro Sklaverei, Wirtschafts-, Finanz-und Steuerreform, Rente etc ppp….
@ COPOKA, #186:
Wenn Du von der Republik sprechen solltest … ;-) Aber das freiland war demokratisch, genauer gesagt sogar basisdemokratisch ausgerichtet.
Und das SF-Blog kann ja schon aufgrund seiner Struktur nur sehr begrenzt eine Diskussionsplattform darstellen, wobei das begleitende Forum durchaus nutzbar wäre, aber nicht so viel Zuspruch findet.
Grieße
@Geheimrätin
Na ja, mit jüngsten Ergebnissen kann man zunächst mal zufrieden sein ;)
Interessant, dass ich in meiner Umgebung mehr Werbung gegen die Linke als von der Partei gesehen habe. Sogar die NPD hatte wesentlich mehr Wahlplakate herumhängen, von den s.g. Volksparteien schon ganz zu schweigen – es war kaum noch zu ertragen und hoffentlich sind sie bald wieder weg. Das macht schon gewisse Hoffnung, dass ein beträchtlicher Teil Menschen nicht total blöde ist.
Was anderes. Gestern vormittags war eine interessante Sendung/Buchbesprechung: http://www.sr-online.de/sr2/1334/ zu hören.
Nach einigen Stunden sollte die Sendung (mp3) hier http://pcast.sr-online.de/feeds/fragen/feed.xml zu finden sein. Da gibt’s im Übrigen noch paar interessante Buchbesprechungen – es lohnt sich, die Liste durchzuschauen.
@hannilein
Ja, auch hier würde ich noch nicht von DER Demokratie sprechen.
Aber i.a. steht der Begriff für eine Herrschaftsform im Staate und ergibt im Bezug auf eine Bierzeltgesellschft oder ähnl. kleinere Gruppen und überhaupt auf Hausordnung keinen Sinn.
Ja, wobei http://www.spiegelfechter.com/wordpress/sf-forum bietet schon einiges mehr, wird aber kaum genutzt. Es liegt nicht an der Struktur.
@ COPOKA, #190:
Was meinst Du mit “hier”? freiland oder Jens’ Reich?
Und Du hast recht: das hiesige Forum könnte natürlich für reiche und fruchtbare Diskussionen genutzt werden (so, wie das das Foren nun mal ermöglichen), aber es wird doch – wie ich bereits schrieb – leider kaum genutzt. Wie sollen wir da einen “Diskurs” hinbekommen?
Und ich schreibsle gerade noch an einem Kommentar (“Artikel” mag ich es nicht nennen) für mein Blog und hoffe, daß ich bald fertig bin ;-) Das kommt davon, wenn man sich den Sonntag freinimmt, Montags aber was zum Frühstück servieren will :-D
Um Gotteswilllen – das wird einfach wieder ganz furchtbar “Meinung”! *lol*
Gute Nacht
Dein Frank
@hannilein
Ich wollte nur sagen, dass es weder an Form, noch an Strujtur, noch an einem anderen technischen Merkmal lag. Kein ?Diskurs?, außer ziellosem Palaver – siehe Twitter & Co., kann mit technischen Mitteln herbeigezaubert werden.
PS. Ach ja, heute so gegen 00 schaute ich mir Phoenix an und erblickte u.a. glücklichen und von Zuversicht strotzenden Schwesterwelle. Aber hinter ihm stand noch ein etwas beklommener Typ, der mich seinem Aussehen nach sehr an Roaland Schill erinnerte. Wer ist denn der Typ?
@ COPOKA, #193:
BOB behüte die Welt vor schlaf-, rast- und ruhelosen alten Männern :-D Deine Frau sollte Dir abends Baldrian geben ;-)
Klar – ein gutes Gespräch, eine gute Diskussion bekommst Du nicht per Technik, sondern nur mit den richtigen Teilnehmern hin. Dennoch finde ich es hilfreich, wenn es nicht nur etwas zu Sagen gibt, sondern dies zu Sagende dann auch möglichst optimal transportiert werden kann.
Und Du kucktest Lästerquelle bei Phoenix? Konnte ich leider nicht sehen, denn mein Hauptrechner ist derzeit doch platt – und die TV-Karte damit. Gerade am Wahltag saß ich somit ungewollt auf einer Insel im “Tal der Ahnungslosen” und konnte mir nur mit dem Live-Stream der ARD und dem SZ-Ticker behelfen. Und das, wo ich jetzt vorhin noch zwei Notizen zur Wahl geschreibselt habe ;-)
Ein Link wäre jetzt sicher geschickt gewesen, aber zuviel Schleichwerbung in eigener Sache will ich im “Cheffe sein Blog” nun auch nicht machen, zumal Du mich doch eh kennst und ich auch über den Link hinter meinem Nick zu finden bin :-D
Gute Nacht
Frank
@hannilein
Ich hab’s herausgefunden.
Das war fdp’s Gensek Niebel gewesen.