Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über mich
  • Kontakt

  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Werbung

    Navi-Geräte Preisvergleich

  • Partner

    OA Logo
  • Archiv

  • Kategorien

    • Afghanistan
    • Afrika
    • Allgemein
    • Ausland
    • Bildungssystem
    • Blogintern
    • Blogs
    • Buchvorstellungen
    • Bundespräsident
    • CDU
    • China
    • Deutschland
    • Energie
    • Europa
    • FDP
    • Finanzkrise
    • Frankreich
    • Geopolitik
    • Georgien
    • Gesundheitssystem
    • Glosse
    • Great Game
    • Großbritannien
    • Grundlagen
    • Grüne
    • Irak
    • Iran
    • Israel
    • Kampagnenjournalismus
    • Lesebefehl
    • Linke
    • Medien
    • Menschenrechte
    • Nahostkonflikt
    • Neoliberalismus
    • Panik
    • Podcasts
    • Polen
    • Politclowns
    • Politischer Diskurs
    • Russland
    • Schwarz-Gelb
    • Sicherheitspolitik
    • Sozialpolitik
    • Sparen
    • SPD
    • Spezialdemokraten
    • Südamerika
    • Türkei
    • Unsympathen
    • US-Wahlen 08
    • USA
    • Verschwörungstheorien
    • Volkswirtschaft
    • Wahlen
    • Wirtschaft
  • Blogroll

    • 7Schläfer
    • Ad Sinistram
    • AllesDrehtSichImKreis
    • Blogsgesang
    • Chefarztfrau
    • Egghat
    • Feynsinn
    • FixMBR
    • Foreign Policy Watch
    • Geschichtsblog
    • Guardian of the Blind
    • Jacob Jung Blog
    • Maiak
    • Maskenfall
    • Michael Schöfer
    • NachDenkSeiten
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Philibuster
    • Sargnagelschmiede
    • sp!ked
    • Spiegelkritik
    • Spreeblick
    • Tautenhahn
    • TomDispatch
    • Transatlantikblog
    • uiuiuiuiuiuiui
    • Unser globales Dorf
    • Wolfgang Michal
  • Quellen

    • AG Friedensforschung
    • Alternet
    • Asia Times
    • Common Dreams
    • Das Dossier
    • Economist´s View
    • FinanceScout24 Versicherungsvergleich
    • Foreign Policy in Focus
    • Freitag
    • German-foreign-policy
    • journalismus – nachrichten von heute
    • Junge Welt
    • Kontaktlinsen Preisvergleich
    • NachDenkSeiten
    • Net News Global
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Open Democracy
    • Ossietzky
    • Project Syndicate
    • Russland-Aktuell
    • Russland.ru
    • Telepolis
    • Vox
  • RSS Nachdenkseiten

    • Hinweise des Tages
    • „Für einen Pakt aller Demokraten gegen Finanz-Zyniker und Spekulanten“ –Text der Dresdner Rede
    • So einfach ist die Manipulation: Mit Sprache, mit Übertreibungen ohne Bezug zu den Fakten
    • Europa spielt mit dem Feuer
    • 10 Thesen der Kritik an Hochschulräten
  • RSS Jacob Jung

    • Dänische Verhältnisse? Gerne, Herr Gauck.
    • Jacobs Woche (11.3. – 17.3.2012)
    • Cyber-Minister Friedrich: Rettet den Pizzaservice
    • Studie: Acht Millionen Geringverdiener in Deutschland
    • Nazi-Angriff auf türkischen Imbissbesitzer in Sachsen-Anhalt
  • RSS ad sinistram

    • Der Islamophobie ein wenig Weltläufigkeit
    • Wenn uns schlecht wird, geht es uns gut
    • De omnibus dubitandum
    • Wir versprechen, nicht zu lange zu löffeln
    • Können Sie von Ihrem Weingut leben?
    • De auditu
    • Nur das Vakuum ist vergleichbar
    • Ökonomisierte Generation
    • Hollande befreit Merkel
    • De omnibus dubitandum
  • RSS Feynsinn

    • Bei Blockupy nicht dabei
    • Das Elend an der Ruhr
    • Es ist ein Schwiegersohn
    • Deutsche Schmierengilde
    • Autoren für das Kapital
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Die NRW-Wahl - Eine Analyse
    • Vom Respekt für den Konsumenten
    • Sozialdarwinismus bei der Bahn
    • Des Kaisers neue Kleider
    • Zur Debatte um die Wiederauflage von "Mein Kampf"
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Letzte Kommentare

      Spezialdemokrat bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Ich finde die plötzliche Aufregung um Griechenland etwas seltsam....

      HHarlekin bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Wenn Griechenland (NUR WG. DER LINKEN!!!) in den Abgrund stürzt, wird...

      Sylvia bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Der Kapitalismus in seiner schwersten Krise, und keiner weiß Rat. Die beiden...

      COPOKA bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Was denken Sie, wenn Sie Portugiese, Ire, Spanier oder Italiener sind? Das...

      FetteBeute bei Europa spielt mit dem Feuer:

      @HHarlekin Der Bank-Run in der südlichen Peripherie ist jetzt schon seit...

      der Herr Karl bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Auch der international angesehene “Tages Anzeiger” ist...

      der Herr Karl bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Kommt mir vor wie selbsterfüllende Prophezeiung. Griechenland soll...

      deviant bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Eine griechische Freundin erklärte mir vor wenigen Tagen, dass es niemandem...

      HHarlekin bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Griechen heben ihr Erspartes ab: angesichts der verfahrenen Lage wächst...

      der Herr Karl bei Europa spielt mit dem Feuer:

      @André B. Wenn die Griechen nun ihr Geld von den Banken abziehen: Ist...

      der Herr Karl bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Stefan Sasse würde mir fehlen.

      Frank Powers bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Günther Grass, dieser Mann ist zu allem gut! :-)

      Yoshi bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Die Möglichen Szenarien bei einem Euro Austritt Griechenlands sind aber...

      Shitop bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Was passiert eigentlich, wenn die Griechen ihre Personaldokumente...

      Christian bei Europa spielt mit dem Feuer:

      Richtig. Und da der politische Wille fehlt, bleibt den Griechen die Wahl...

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • Werbung

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Facebook

  • Leseempfehlungen

    An dieser Stelle stehen hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist natürlich klar, dass dieser Boykott mit spürbaren finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir würden uns daher freuen, wenn Ihr unsere Unabhängigkeit durch eine kleine Spende unterstützen könntet.
  • Open Thread: Keine Angst vor der Notenpresse

    geschrieben am 09. November 2011 von Spiegelfechter

    Liebe Leser,

    Ihr wisst, dass ich nur in absoluten Ausnahmefällen in Form eines Open Threads auf einen Artikel hinweise. Beim wunderbaren Artikel “Keine Angst vor der Notenpresse” von Lucas Zeise mache ich jedoch gerne eine Ausnahme. Schön, dass ein namhafter Journalist endlich das Kartell des Schweigens bricht.

    Zu den Hintergründen sei hier auch noch mal auf meinen Artikel “Staatsfinanzierung als Subvention des Finanzsektors” hingewiesen.

    Viel Spaß beim Diskutieren,
    Euer Spiegelfechter Jens Berger

    143 Kommentare Print This Post
    Liebe Leser, Ihr wisst, dass ich nur in absoluten Ausnahmefällen in Form eines Open Threads auf einen Artikel hinweise. Beim wunderbaren Artikel "Keine Angst vor der Notenpresse" von Lucas Zeise mache ich jedoch gerne eine Ausnahme. Schön, dass ein namhafter Journalist endlich das Kartell des Schweigens bricht. Zu den Hintergründen sei hier auch noch mal ...
    Tags: Volkswirtschaft
    Werbeblog
    Partnersuche im Internet
    Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
    Wissenschaftlich fundierter Test!
    www.PARSHIP.de

    143 Kommentare:

    1. Brick schrieb am 9. November 2011 at 16:56 - Permalink

      Die FTD berichtet schon länger wirklich gut. Sie ist die einzige gute deutsche Zeitung. Aber dennoch spielt das alles keine Rolle mehr. Alea iacta est:
      http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=GBTPGR10:IND
      Das werden viele Bankhäuser nicht überleben. Genausowenig wie der Euro.
      edit: Oh und die 2 Jahres Anleihen schauen noch viel “lustiger” aus.
      http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=GBTPGR2:IND
      Wir sind mal sowas von am Arsch.

      • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 17:12 - Permalink

        Der Graph ist dramatisch, die Folgen, die Du in ihn hineininterpretierst, sind jedoch maßlos übertrieben. Wie Du weißt, müssen europ. Banken nicht nach Marktwert bilanzieren. Die Kurse für die Italobonds sind also relativ uninteressant und würden bei einer Entscheidung pro EZB auch wieder ganz schnell sinken. Wichtig ist jetzt, Italien sicher und günstig zu refinanzieren. Und da kommt m.E. die EZB als einzig sinnvolle Lösung in Frage.

        • Brick schrieb am 9. November 2011 at 17:20 - Permalink

          Schon und Krugman gibt dir auch recht:
          http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/11/09/this-is-the-way-the-euro-ends-2/ er sieht die EZB als mögliche Lösung nachdem er drei mal:

          This is the way the euro ends.
          This is the way the euro ends.
          This is the way the euro ends.

          geschrieben hat.
          Ich habe keine Hoffnung mehr. Denn mit MF Global und Jeff hat das sterben der “Banken” schon begonnen. Am Ende war es tatsächlich ein Mann namens Tyler Durden, der mitgeholfen hat die Bankhäuser einstürzen zu lassen.

          • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 17:25 - Permalink

            Am Ende war es tatsächlich ein Mann namens Tyler Durden, der mitgeholfen hat die Bankhäuser einstürzen zu lassen.

            ;-)

            MF Global würde ich aber nicht überschätzen. Risiko gehört zum Geschäft! Und es ist wichtig, dass Spieler auch ausscheiden. MF Global hat sich verzockt und verschwindet samt der Anlegergelder im Orkus. Die Gelder sind aber nicht weg, sie gehören nun jemanden anderem. Wahrscheinlich den Großen im Geschäft, die stets die Kleinen fressen. Daran ist nichts verwerfliches, so läuft das Geschäft, darum ist der Zins – und das Risiko!!! – bei den Kleinen ja auch größer.

            • Brick schrieb am 9. November 2011 at 18:06 - Permalink

              Das mit Tyler Durden habe ich ernst gemeint: “Er” hat aufgezeigt, dass auch gross exposure zählt und am MF Disaster schuld war.
              http://www.zerohedge.com/news/jefferies-re-releases-statement
              Jeff hat sich noch kurz gewehrt um dann bedingungslos zu kapitulieren:
              http://www.zerohedge.com/news/mf-global-jefferies-barclays
              Damit hat der gesamte Markt begonnen, seine gross exposure zu reduzieren, wodurch die italienische Katastrophe mitausgelöst wurde (nicht falsch verstehen, er hatte recht und es war völlig richtig das Problem mit gross anzumerken). Sicher es wäre wohl auch so bald zum Platzen gekommen und Mr. Bunga-Bunga war schuld, genau wie wir, aber mit dem Fokus auf gross exposure anstelle von net haben quasi von einem Tag auf den anderen die Bilanzen viel viel schlechter ausgesehen.

              Anmerkung: Mit ZeroHedge muss man extrem vorsichtig sein, zwar sind die Analysen genial aber die Meinungen sind eben die eines Verrückten.

              Bilanzen sind IMO blanker Hohn, aber zumindest Jeff hat MtoM bilanziert:

              As Jefferies has previously stated, to the extent Jefferies from time to time takes positions in such debt, they are short term in nature, are recorded in the trading book of Jefferies’ regulated UK broker-dealer, are marked to market daily, and fluctuate depending upon customer demand, auction activity, and opportunities in the market place.

              Die Banken haben sich ja letzte Woche schon nicht mehr getraut sich gegenseitig viel Geld zu leihen und ich denke, dass ab heute der Interbankenverkehr völlig zusammenbricht. Sowohl in I als auch in GR könnte es zu noch größeren Bank runs kommen.
              Ich sehe einfach keine plausible Lösung mehr. Diese Wochenende könnten schon ein paar Banken platzen.

              Ironische Weise, könnten am Ende die Affen, die vor Hyperinflation gewarnt haben und uns so in dieser Situation gebracht haben, recht behalten, denn in einem völlig destabilisierten politischen System, kann es zu Überreaktionen kommen, da geglaubt wird, dass eben dieses System nicht in der Lage ist die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Das heißt, ich denke, dass in dem sich rapide auflösendem Umfeld ein großangelegter Eingriff tatsächlich zu massiv steigender Inflation führen könnte, da wir in Europa jetzt quasi 3 Länder ohne echte Regierung haben (Deutschland könnte man als Nummer 4 zählen). Diese zahl könnte sich weiter erhöhen. Desweiteren hat die EZB gerade einen neuen Chef bekommen, dem nicht vertraut wird. Für mich fällt damit auch die EZB weg und es bleibt niemand, der das Problem lösen könnte. Vor 6 Monaten hätte dein Vorschlag funktioniert aber in dem nun folgendem Chaos führt er wohl nur zu mehr Chaos.

            • schwitzig schrieb am 9. November 2011 at 18:08 - Permalink

              @Brick
              Witzig, dass wir ausnahmsweise mal derselben Meinung sind :-)

              http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7228/open-thread-keine-angst-vor-der-notenpresse#comment-142993

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:17 - Permalink

              Das mit Tyler Durden habe ich ernst gemeint: “Er” hat aufgezeigt, dass auch gross exposure zählt und am MF Disaster schuld war.

              Ich weiß ;-)

              Sonst hätte ich auch keinen Smiley hinterlassen, sondern doofe Fragen gestellt oder mich ganz fürchterlich aufgeregt *lol*

              Anmerkung: Mit ZeroHedge muss man extrem vorsichtig sein, zwar sind die Analysen genial aber die Meinungen sind eben die eines Verrückten.

              Yep. Ginge es nach Durden hätten wir schon zig mal den gaaaanz großen Crash gehabt. Man sollte ihn als Entertainmentprogramm mit erstaunlich guten Insiderinfos lesen.

              Ich sehe einfach keine plausible Lösung mehr. Diese Wochenende könnten schon ein paar Banken platzen.

              Mit Prognosen sollte man vorsichtig sein, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Wenn ich mir notiert hätte, wie oft meine Kommentatoren schon den ganz sicheren Bankrun, die ganz sichere Krise oder den Angriff Israels auf Iran noch diese Woche prognostiziert haben, könnte ich ganze Bücher damit füllen.

              Ironische Weise, könnten am Ende die Affen, die vor Hyperinflation gewarnt haben und uns so in dieser Situation gebracht haben, recht behalten, denn in einem völlig destabilisierten politischen System, kann es zu Überreaktionen kommen, da geglaubt wird, dass eben dieses System nicht in der Lage ist die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

              Nein, außer der Handel würde kollabieren. Zur einer Inflation, die höher als “trabend” ist, gehört zwingend auch eine signifikante Knappheit an Gütern. Das ist aber nicht gegeben und ich sehe ehrlich gesagt auch keinen Grund, warum sich daran was ändern sollte. Im Gegenteil – alle wichtigen und auch fast alle unwichtigen Güter sind im Überfluss vorhanden und wir haben eine Währung, die auch akzeptiert wird. Das war in keinem(!!!) Land der Fall, das je unter einer galoppierenden oder gar einer Hyperinflation litt. Dort gab es immer eine massive Knappheit an Gütern.

            • Brick schrieb am 9. November 2011 at 19:14 - Permalink

              @ Jens

              Ich weiß ;-)

              Sorry, hatte ich nicht gedacht. Jetzt verstehen wenigstens Mitlesende auch, was gemeint war. ;-)

              Mit Prognosen sollte man vorsichtig sein, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

              Sicher und vor allem bei Dingen die so irrational sind wie bank runs. Deshalb benutze ich ja im Gegensatz zu anderen den konjunktiv (gell schwitzig). Wobei ich das was gerade in GR passiert schon als einen bezeichnen würde.

              Zur einer Inflation, die höher als “trabend” ist, gehört zwingend auch eine signifikante Knappheit an Gütern.

              Ich denke, dass eben die Intsabilität des “Regierungsapparates” der Hauptgrund für Hyperinflation war und ist. Ich komme ja aus einer anderen Richtung und für mich ist eine Regierung eben auch ein Regler:
              http://de.wikipedia.org/wiki/Regelkreis#Stabilit.C3.A4t_des_Regelkreises
              Unser Regelkreis ist instabil. Keine Regierung in Belgien, Griechenland und auch Italien; dazu ein neuer EZB Chef. Ich denke, dass gerade eben diese Instabilität oft schon vor der Güterknappheit da war, also zu dieser erst geführt hat. Denn rein rational gab es z.B. in den 20ern IMO ja keinen Grund warum auch nur irgendwas hätte knapp sein müssen. Ich kann das schlecht erklären und das ganze hat auch etwas von Henne und Ei. Man sollte aber diese Gefahr nicht unterschätzen. Hier ist ein mögliches Szenario, wie ich die Mechanismen sehe:
              Die EZB kauft direkt massenweise italienische Staatsanleihen und setzt gleichzeitig das mittelfristige Inflationsziel auf 5%. Es wird fälschlicherweise geglaubt, dass Draghi dies nur tut, weil er I stützen will. Der Eurokurs sinkt. Die Inflationsrate überschießt das 5 % Ziel und liegt sagen wir bei 7 % (core sowas um 4 %). Die EZB erhöht den Leitzins aber der Eurokurs sinkt weiter weil die GIIPS zu diesem Zeitpunkt gänzlich von der EZB abhängig sind und D öffentlich über einen Austritt diskutiert. Damit steigt die Inflationsrate auf 10 % (core nur noch 3 %). Deshalb steigen die Lohnforderungen auf 15 % die deutschen Arbeitgeber lenken ein, da Knappheit an Arbeitskräften herrscht. Gleichzeitig verschlechtert sich aber die Lage in den anderen EU Ländern aufgrund der Austerity, daher kann die EZB die Rate nicht zusätzlich erhöhen. Dann könnte dies mit einem Einbrechen des Euros zu großer Güterknappheit (Öl, Stahl) und damit zu Hyperinflation führen.
              In einem stabilen Sytem kann das nicht passieren. Bei der Zinserhöhung durch die EZB oben würde die Inflationsrate wieder zurückgehen, der Eurokurs sich wieder stabilisieren und ohne weiteres die Inflationsrate wieder in den Griff gebracht werden können. Die Instabilität ist es, die bei Regelversuchen zur gegenteiligen Auswirkung führt. Das heißt der Zusammenbruch des Euros auch, wenn dieser nicht einem tatsächlichem Auflösen durch Austritte entspricht, kann zu Güterknappheit führen.

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 19:29 - Permalink

              Belgien ist gut ;-)

              Lustigerweise hat Belgien ja Fundamentaldaten, die es eigentlich prädestinieren würden, ein Opfer der Märkte zu werden. Das geschiet aber nicht – nicht “obwohl”, sondern WEIL sie keine Regierung haben. Keine Regierung, die unsinnige Sparmaßnahmen beschließen kann, keine Regierung, die von der EU unter Druck gesetzt werden kann.

              Ich glaube nicht an “Deine” Regelkreise als Auslöser von Inflation. Historisch gesehen warum die Regierungen der Länder, in denen es zu galoppierender Inflation kam, m.E. weder stabiler noch instabiler als andere Länder.

            • Brick schrieb am 9. November 2011 at 20:26 - Permalink

              Historisch gesehen warum die Regierungen der Länder, in denen es zu galoppierender Inflation kam, m.E. weder stabiler noch instabiler als andere Länder.

              Russland Anfang der 90er ist das historische Beispiel an das ich gedacht hatte. Ich denke durchaus, dass eben hier das Vertrauen in Regierungen und Notenbanken das richtige zu tun eine wichtige Rolle spielen. Hyperinflation ist ja auch ähnlich wie bank runs völlig irrational. Mit dem Vertrauen in den Euro sieht es bei uns ja auch nicht so gut aus. Wenn jeder glaubt, dass der direkte Kauf von Staatsanleihen zu Hyperinflation führt, dann kann das passieren obwohl die Fundamentaldaten etwas anderes sagen.
              Der Mensch kann eben doch 2+2=5 sein lassen, genau wie O’Brien gesagt hat. Es muss nur jeder glauben und die Meinung, dass man sein Geld schnellstmöglich ausgeben sollte scheint sich gerade durchzusetzen.

              Ein Absturz des Euros führt automatisch zu Güterknappheit, da kommen wir nicht aus. Denn der Zusammenbruch des Euros ist der Zusammenbruch des Handels.

              Das mit Belgien ist ganz einfach: B passt nicht in PIIGS also interessiert sich keiner dafür. Eine andere Erklärung gibt es IMO nicht. Spätestensit Dexia hätte eigentlich in Belgien die Hölle los sein müssen. Keine Ahnung was da los ist. Ein Land das kurz vor seinem Zerfall steht und keinen interessierts? Ergibt keinen Sinn.

            • Flouri schrieb am 10. November 2011 at 01:33 - Permalink

              @Spiegelfechter

              Belgien ist gut ;-)
              Lustigerweise hat Belgien ja Fundamentaldaten, die es eigentlich prädestinieren würden, ein Opfer der Märkte zu werden. Das geschiet aber nicht – nicht “obwohl”, sondern WEIL sie keine Regierung haben. Keine Regierung, die unsinnige Sparmaßnahmen beschließen kann, keine Regierung, die von der EU unter Druck gesetzt werden kann.

              Naja, :-)
              Da übersiehst du mal wieder ein paar Punkte.
              1.
              Bei Belgien darf man auch nie übersehen, dass aufgrund des starken Föderalismus eine belgische Regierung nicht sehr viele Aufgabe hat. Das Meiste wird dort auf Ebene der Gemeenschappen und Regionen erledigt.
              2.

              Fundamentaldaten, die es eigentlich prädestinieren würden, ein Opfer der Märkte zu werden

              So, wirklich? Welche Daten sind das denn, ausser die Staatsverschuldung?
              BIP pro Kopf Belgiens in grösser als das Deutschlands. Flandern gehört zu den reichsten Regionen der EU und damit auch der Welt. Arbeitslosigkeit ist in Flandern niedriger als die Deutschlands. Die Leistungsbilanz Belgiens ist gut….
              http://www.nbb.be/belgostat/PublicatieSelectieLinker?LinkID=897000041|910000082&Lang=E
              Länder wie Griechenland, Spanien, Italien haben hier ganz andere, wesentlich schlechtere volkswirtschaftliche Kennzahlen.

            • Nicolai Hähnle schrieb am 10. November 2011 at 12:37 - Permalink

              Denn rein rational gab es z.B. in den 20ern IMO ja keinen Grund warum auch nur irgendwas hätte knapp sein müssen.

              Da fallen mir konkret zwei Dinge ein: die Schulden, die Deutschland durch die Kriegermächte aufgezwungen wurden, und dann natürlich die Ruhrbesetzung mit all ihren Folgen. Diese beiden Faktoren muss man berücksichtigen, um die Hyperinflation damals richtig einordnen zu können.

            • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 12:46 - Permalink

              @Nicolai

              Sehr richtig. Man muss hier auch erwähnen, dass die Inflation bis 1923 eine politisch gewollte Inflation war, um sich selbst zahlungsunfähig zu machen und Versailles neu zu verhandeln, was z.T. ja auch gelang.

              Dazu ist übrigens das kurzweilige Buch “Von Bismarck zu Hitler” von Sebastian Haffner sehr interessant.

              Alleine schon die “Taktik”, während der Ruhrbesatzung die Produktion einzustellen und Geld für die “Streikenden” zu drucken, ist volkswirtschaftlich nicht zu erklären … (außen)politisch sehr wohl.

            • Brick schrieb am 10. November 2011 at 16:09 - Permalink

              Jupp, das stimmt Ruhrbesetzung hätte ich mal nicht vergessen dürfen! Doofer Ziegelstein…

              Russland Anfang der 90er wäre in jedem Fall das bessere Beispiel gewesen. Sowohl aktueller als auch ähnlicher. Der Zerfall der politische Union ist ja das, was uns bevor stehen könnte.

              Zu Belgien: Flandern ist ja nur dann reich, wenn man so wie du Brüssel mitzählt. Ist aber eine eigene Region, nicht? Ohne Brüssel kann Flandern aber ganz gut mit Sachsen mithalten ;-)
              Das eine Problem ist Dexia. Die bad bank liegt Belgien schwer im Magen: ca. 54 Mrd. in Garantien entsprechen über 11 % vom BIP. Dazu kommen gut 3 % Defizit. Bei knapp 100 % Schulden vom BIP.
              Das andere ist die Exportabhängigkeit von Belgien. Die ist noch viel höher als die von Deutschland. Für Belgien gibt es keine aktuellen Zahlen (zumindest keine, die ich finde) aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Auftragseingang groß anders aussieht wie bei uns.
              http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/IndustrieVerarbGewerbe/Fotografie/AuftragseingangStart,templateId=renderLarge.psml
              Drittens schwebt noch das Damoklesschwert einer möglichen Trennung/Auflösung Belgiens über allen Zahlen. Das ist der eigentliche Knackpunkt, der jeden doch recht nervös machen müsste. Kein Mensch weiß, was passiert, wenn sich Belgien trennt.
              Aber vergessen wir auch nicht die Arbeitslosigkeit in Belgien: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/Arbeitsmarkt/Diagramme/ErwerbslosenquotenEU,templateId=renderPrint.psml
              Benutzt man bei beiden Ländern die gleiche Statistik, sieht es für Belgien nicht besonders rosig aber noch handlebar aus.

        • Esco schrieb am 9. November 2011 at 17:26 - Permalink

          Du hast Recht aber leider kommt dies viel zu spät, falls es denn kommen sollte (was ich nicht hoffen möchte).
          Durch die ganzen Krisengipfel und Eurorettungschirme hat man viel Zeit und vorallem Geld und Vertrauen verspielt. Auch wenn die Notenpresse angeworfen wird, so wird es in Europa zu einer Rezession kommen, was die Lage nochmal ein wenig verschlimmern dürfte. Das wäre nicht nötig gewesen aber gerade die deutschen Monetaristen scheinen ja wirklich allergisch gegen die Notenpresse zu sein.
          Dabei müsste man die ja nicht einmal anschmeissen, oder? In der SChweiz muss die Zentralbank nur drohen und schon beruhigen sich alle Spekulanten wieder. Warum sollte das nicht bei der EZB funktionieren und warum wehren sich die deutschen Bundsbanker dagegen so heftig???

          Ich denke die Zinsen werden auch weiter sinken, genauso wie die Aktienkurse. So schnell geht das nicht vorbei.

          • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 17:29 - Permalink

            Dabei müsste man die ja nicht einmal anschmeissen, oder? In der SChweiz muss die Zentralbank nur drohen und schon beruhigen sich alle Spekulanten wieder.

            Die Schweizer Nationalbank ist auch seriös und glaubhaft. In der EZB sitzen die “Bundesbanker” und haben nichts besseres zu tun, als zu spalten und zu sabotieren – das wissen auch die Spekulanten. Eine Ankündigung ist nicht das Papier wert, auf dem sie steht.

            Warum sollte das nicht bei der EZB funktionieren und warum wehren sich die deutschen Bundsbanker dagegen so heftig???

            Ich denke, es ist ideologische Borniertheit.

            • Esco schrieb am 9. November 2011 at 17:48 - Permalink

              Ich denke, es ist ideologische Borniertheit.

              Und wenn ihnen niemand mehr zuhören will, dann schmeissen sie hin, so wie Jürgen Stark.

              Als man ihm erklären wollte, wie denn das in Europa so mit dem Geld funktioneirt, hat er nur noch “Loud noises” geschriehen:

              http://www.youtube.com/watch?v=UplJBQi_0_w

              Danach war er beleidigt und hat gekündigt. Es wäre lustig, wenn es nicht so verdammt traurig wäre.

          • schwitzig schrieb am 9. November 2011 at 18:06 - Permalink

            Auch wenn die Notenpresse angeworfen wird, so wird es in Europa zu einer Rezession kommen,

            Nicht nur das – es wird auch zu einem Bankenrun bei der Mittelschicht und zu einer Auslagerung von Geldwerten in Rohstoffe von den Reichen kommen. Die “Märkte” selbst demonstrieren ja täglich als neue demokratische Hauptinstanz ihre völlige Inkompetenz und Irrationalität.

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:09 - Permalink

              Warum sollte das passieren?

              Eine Finanzierung über die EZB ist nur eine Bilanzfrage, die keine großen Auswirkungen auf andere Parameter hat.

              Wenn die Leute in “Rohstoffe flüchten” produzieren sie nur eine Blase und die Profis an den Märkten nehmen ihnen galant ihr Geld ab. Das ist aber kein Problem. Niemand sagt, dass Dummheit straffrei bleiben muss.

            • schwitzig schrieb am 9. November 2011 at 18:30 - Permalink

              Warum sollte das passieren?

              Wegen der Hyperinflationsangst (nicht Inflationsangst) und unseren Politikern und Medien, die diese schüren.

            • Esco schrieb am 9. November 2011 at 18:36 - Permalink

              Sollte die EZB aushelfen, wird es zu keinem Bankenrun kommen, warum auch? Keiner hat so viel Angst vor der Inflation, dass er sein ganzes Geld abhebt und dann Edelmetalle kauft.
              Die meisten Leute kriegen doch nichtmal mit, was momentan abläuft.

              Sollte die EZB NICHT helfen sieht das schon etwas anders aus. Da könnte sowas zustande kommen, weil dann der Euro kollabieren würde. Aber das geht dann wahrscheinlich sogar schneller als ein Bankenrun, oder?

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:39 - Permalink

              @Schwitzig

              Ich glaube nicht, dass dies im großen Volumen geschiet. Die “Schißhasen” sind doch schon ins Gold geflohen und werden bald kalt enteignet. Oma Krawuttke wird ihr Sparbuch wohl kaum auflösen und sich Rohstoffzertifikate oder gar physische Rohstoffe kaufen. Die passen doch auch gar nicht in ihre Gartenlaube ;-)

      • Yoshi schrieb am 9. November 2011 at 18:36 - Permalink

        Was bedeuten eigentlich die Zahlen bei Bloomberg genau? Value ist in EUR, insofern sind das anscheinend nicht die Zinsen, sondern der Wert von einem Bond? Oder ist das der Kupon, wenn ich für 100€ Bonds kaufe?

        Was bedeutet, dass das “Value” von den zweijährigen und zehnjährigen Bonds gleich ist? Das “die Märkte erwarten,” dass die wesentlichen Ereignisse innerhalb der nächsten zwei Jahre stattfinden?

        • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:42 - Permalink

          Das ist die Rendite, wenn die Bonds zum Ende der Laufzeit zum Nennwert zurückgegeben werden. Es handelt sich ja um Papiere, die schon emittiert wurden, der Kupon ist da fix.

        • Brick schrieb am 9. November 2011 at 22:06 - Permalink

          Das Problem ist, dass Italien, falls sie neue Bonds herausgeben, mindestens diese Zinsen zahlen müssten. Wahrscheinlicher ist aber IMO, dass sie in der derzeitigen Lage gar kein Geld mehr bekommen. Alle wollen ja schon mit deutlichen Verlusten die Bonds, die sie schon haben, loswerden(deshalb die hohen yields). Sollte sich dies nicht sehr schnell wieder ändern bräuchten sie einen bailout, den wir aber nicht bezahlen können.

          Geschätzt wird, dass Rom von heute an bis Ende 2012 zwischen 300 und 400 Mrd. Euro frisches Kapital benötigt.

          http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-deshalb-muss-italien-zittern/60126589.html
          Gleichzeitig steigt die Belastung der Banken. Ich denke, dass die Yield so massiv gestiegen ist, weil die Papiere kaum noch handelbar sind. Das bedeutet wohl, dass sie in den Bilanzen schwacher Banken verbleiben werden und diese nach und nach zerstören.
          Die normale Erklärung für eine Invertierung ist, dass eine längere Periode mit geringer Inflation und Wachstum erwartet wird, dann wären aber die yields für die 10 Jährigen gesunken. Die Erklärung, dass alle yields steigen ist IMO, dass Italien schlicht mit Wirkung ab heute insolvent ist und einen bail out benötigt. (von den Daten her müssten sie nicht pleite sein aber das ist irrelevant, wenn ihnen keiner mehr Geld gibt).

    2. Momo schrieb am 9. November 2011 at 17:00 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ohne den Artikel von Lucas Zeise gelesen zu haben (werde das nachholen): Die Überschrift “Keine Angst vor der Notenpresse” spielt m.E. den politischen Gegnern einer stärkeren Einbeziehung der EZB in die staatliche Kreditfinanzierung in die Hände. Der Terminus “Notenpresse” läßt sich insbesondere in Deutschland (ich erinnere an die beiden Währungsreformen) trefflich zum Schüren von Inflations-”Urängsten” instrumentalisieren.

      • AndreasM schrieb am 9. November 2011 at 17:24 - Permalink

        Der Artikel beschreibt ja, wieso gerade diese Angst absurd ist. Denn wir haben schon die Situation immenser Geldmengen, nur eben über Intermediäre, die Gewinn einstecken und sich im Zweifelsfall dann retten lassen.

      • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 17:26 - Permalink

        Ich schätze mal, Zeise hat genau diese Formulierung mit Absicht gewählt, um mit diesen “Urängsten” zu spielen. Es kann aber auch sein – das passiert in großen Blättern regelmäßig -, dass die Redaktion die Überschrift ein wenig aufgesext hat. Ansonsten schließe ich mich AndreasM an.

      • Bastian (Weintraube) Himberger schrieb am 9. November 2011 at 17:35 - Permalink

        Ohne den Artikel von Lucas Zeise gelesen zu haben

        sollte man hier nicht kommentieren.

        • Momo schrieb am 9. November 2011 at 21:09 - Permalink

          Ich finde die Überschrift des Beitrages von Lucas Zeise – unabhängig vom Inhalt seines Beitrages – sehr unglücklich gewählt. Allerdings habe ich es leider versäumt, mich vor dem Abschicken meines Kommentares bei Dir nach den Kommentarregeln des Spiegelfechter-Blogs zu erkundigen.

      • le singe schrieb am 9. November 2011 at 17:45 - Permalink

        Dann vielleicht doch einfach mal zuerst lesen (das hat doch schon in der Uni massiv genervt diese Wortmeldungen: “Ich habe die Seminar-Literatur zwar nicht gelesen, weiß aber trotzdem Bescheid…”).

        “Die Zentralbank darf andere Staatsinstitutionen nur unter Gewinnbeteiligung von Privatkapital finanzieren.”

        Ähnlich hat meines Erachtens auch Heiner Flassbeck argumentiert, z.B. in seinem Buch “Die Marktwirtschaft des 21.Jahrhunderts”:
        http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14924

        >>„Die Gewinne der Banken sind nicht Ausdruck von großer Leistung, sondern Ausdruck einer privilegierten Position“, diagnostiziert Flassbeck schlüssig. „Es ist auf Dauer nicht hinnehmbar, dass Banken vom Staat das Geld via Zentralbank zum Nulltarif bekommen und damit Staatsanleihen kaufen, die weit höhere Zinsen abwerfen. Wodurch sollte eine solche massive Subventionierung durch den Steuerzahler gerechtfertigt sein?“<<

        • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:01 - Permalink

          Ähnlich hat meines Erachtens auch Heiner Flassbeck argumentiert, z.B. in seinem Buch “Die Marktwirtschaft des 21.Jahrhunderts”:

          Richtig. Flassbeck war m.W. der erste Ökonom im deutschsprachigen Raum, der dieses heiße Eisen angefasst hat.

        • Momo schrieb am 9. November 2011 at 21:17 - Permalink

          Du semesterliteraturlesender Musterstudent!

          Auch für Dich nochmals zum Mitschreiben und anschließendem Auswendiglernen:

          Ich finde die Überschrift des Beitrages von Lucas Zeise – unabhängig vom Inhalt seines Beitrages – sehr unglücklich gewählt. Allerdings habe ich es leider versäumt, mich vor dem Abschicken meines Kommentares bei Dir nach den Kommentarregeln des Spiegelfechter-Blogs zu erkundigen.

      • Flouri schrieb am 10. November 2011 at 15:12 - Permalink

        Die ftd hat es mit provozierenden Überschriften:

        Italiens Hoffnung hängt an einem Kommunisten

        :-) :-) :-)

        Der Artikel ist gut. Und die Wahl der provozierenden und zum Hinterfragen anregenden Überschrift auch.

    3. Esco schrieb am 9. November 2011 at 17:38 - Permalink

      Der letzte Abschnitt sagt mehr als 1000 Worte:

      Allerdings würde damit allein auch die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht überwunden. Stattdessen wird Europa noch japanischer. Der Finanzsektor und die Rentiers werden über den Umweg Staatshaushalt von der Notenbank finanziert. Die Realwirtschaft stagniert. Ohne radikalen Schwenk in der Einkommensverteilung bleiben die Aussichten trübe.

      Und dieser Schwenk wird ausbleiben, denn wer soll ihn denn herbeiführen? Der neoliberale Einheitsbrei? Ich habe es schon mehrfach geschrieben. Europa steuert auf ein verlorenes Jahrzehnt hin und besonders die jungen Menschen werden darunter am meisten leiden.

      Hoffen wir vorher aber noch, dass die EZB endlich einsprignen darf denn sonst ist der Euro ganz weg und dann steuert Europa auf ganz andere Sorgen zu.

    4. schwitzig schrieb am 9. November 2011 at 18:00 - Permalink

      FTD-Artikel: Ein Wunder!

      Jetzt muss nur noch das “Manager-Magazin” und das “Handelsblatt” so etwas veröffentlichen und es besteht Hoffnung, dass der deutsche Griechen/Italiener/Portugiesen/Spanier/Belgier-Verachter und Rassist erkennt, dass Geld virtuell ist und dementsprechend gehandhabt werden könnte – zum Wohle aller.

      • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:04 - Permalink

        “Paradoxerweise” ist die FTD mit großem Abstand in volkswirtschaftlichen Fragen das “progressivste” also auch “linkste” Blatt im Land. Es ist auch kein Zufall, dass FTD-Autor Zeise auch Gastartikel für die Junge Welt schreibt, die ansonsten in dieser Sparte leider ganz miserabel besetzt ist.

        • matt_us schrieb am 9. November 2011 at 18:15 - Permalink

          “Paradoxerweise” ist die FTD mit großem Abstand in volkswirtschaftlichen Fragen das “progressivste” also auch “linkste” Blatt im Land.

          Der Zeise macht schon was Stimmung dafuer, was demnaechst kommt. Sonst ist es naemlich aus mit dem Euor.

          Also, was ich glaube, die EZB macht das extra, Italienanleihen nicht nach unten zu fahren. Das koennten die ja leicht machen, mit etwas Kleingeld.

          Die wissen, dass aber die EZB das Mandat haben muss, Anleihen im grossen Stil zu kaufen. Mit dem EFSF wird das ja nie was. aber wer war bis jetzt immer dagegen: Merkel und Schaueble. Die von bescheuerten besorgten Bundesbankern beraten werden.

          Dabei war es der Ex Bundesbanker und EZB Oekonopm Issing Schuld dass wir die Misere haben, indem Peripherieinflation viel hoeher war als Inflation in Deutschland. Aber darum hat er sich nicht gekuemmert. War ihm egal. Und solche flaschen habne immer noch was zu sagen.

          • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:19 - Permalink

            Das ist eine interessante Theorie, die keinesfalls abwegig ist.

        • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 18:50 - Permalink

          Wen meinst’n da bei jw mit miserabel genau? Weil normal sind die “Kapital+Arbeit”-Artikel zur Eurokrise alle auf der Flassbeck/JensBerger-Linie.

          Für meine Begriffe greifen gerade “marxistische Blätter” kapitalistische Akkumulationskrisen viel früher auf als die Mainstream-Medien.

          • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:53 - Permalink

            Das sehe ich etwas anders, aber das hängt natürlich vom Autoren ab. Es schwankt eher zwischen “Murx mit Marx” und “Ich bin empört, weiß aber nicht genau warum”.

      • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:07 - Permalink

        P.s.:
        http://www.jungewelt.de/suche/index.php?area=0&stype=advanced&and=&author=lucas+zeise&rubricId=0&type=-1&s0_d=00&s0_m=00&s0_y=0000&s1_d=00&s1_m=00&s1_y=0000&sort=2&display=2&search=Suchen

        Sehr lesenswert!

      • Olé schrieb am 10. November 2011 at 13:40 - Permalink

        Im Handelsblatt ist, zumindest was das Einspringen der EZB als Käufer von Staatsanleihen betrifft, auch ein Artikel (vom allseits beliebten Herrn Rürup) erschienen:

        http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/ein-letzter-garant-fuer-den-euro/5815212.html

        Geht doch in eine ähnliche Richtung, oder irre ich mich?!?!

    5. ZwischenSpeicher schrieb am 9. November 2011 at 18:23 - Permalink

      Der Artikel ist wohl nur deshalb wunderbar, weil er die Meinung des Spiegelfechters wiedergibt. Ich kann in dem Artikel nichts besonderes erkennen. Der übliche Senf und das auch noch ziemlich oberflächlich.

      Ich versteh nicht, warum die üblichen Verdächtigen von “Links” und “Finanznah” permanent das Übel herbei beschwören müssen. Soll es uns bald wie USA, GB und Japan gehen? Das kommt doch von ganz allein! Weil alles, was die Regierungschefs gerade tun, nicht funktionieren wird und ihnen am Ende gar nichts anderes übrig bleibt, als die Notenpresse anzuwerfen, weil der Kessel überläuft. Das ist unausweichlich. Warum sich also noch dafür einsetzen? Damit man am Ende Recht behält?

      Und wenn man es sofort täte, vielleicht mit der Begründung, dann käme alles billiger? Die Börsen würden sofort nach oben schießen, wahrscheinlich über 8000 hinaus bei uns. Weil wieder viele viele zusätzliche Jetons ins Spiel geworfen wurden. Der Druck auf die Politik lässt für eine Weile nach, aber die Reformen bleiben wieder aus.

      Nein, es ist besser, die Politik führt ihr Spiel noch ein Weilchen weiter ad absurdum. Mit jeder gescheiterten Konferenz wird die Öffentlichkeit wieder etwas schlauer. Und vielleicht haben es am Ende dann alle richtig kapiert.

      Stattdessen sollte man sich auf fruchtbarere und sinnvolle Forderungen konzentrieren, mit denen man auch was gewinnen kann. Und das sind Forderungen wie:
      - Erhöhung der Löhne für einige Jahrzehnte über das Produktivitätswachstum hinaus und danach an der Produktivitätsentwicklung orientiert und zwar pronto,
      - Erhöhung der Gewinn- und Vermögenssteuern aber ordentlich,
      - Einführung einer Finanztransaktionssteuer so hoch wie möglich,
      - Restauration der umlagefinanzierten Systeme (Rente, Krankenkasse) und zwar so, dass alle einzahlen müssen und ein Niveau wie in den 60er Jahren errreicht wird. Abschaffung von Riester, Pflege-Bahr, etc. Für so einen Mist dürfen keine Subventionen gezahlt werden.
      - Einführung einer Grundrente wie in Holland, um die bald grassierende Altersarmut zu vermeiden (für Verheiratete mehr als 1200 Euro).
      - Zeitarbeiter sind mindestens 20% besser zu bezahlen, als Festangestellte wegen des Flexibilitätsrisikos. Das ist gesetzlich festzulegen.
      - Umleitung sämtlicher Subventionen für Exportunternehmen (z.B. die unerträgliche und überflüssige Befreiung der 1200 größten Export-Unternehmen unseres Landes von der “Netzzugangsgebühr) , und zwar auf Unternehmen, die hauptsächlich (mindestens 90%) im Binnenmarkt aktiv sind.

      Das sollte man begründen und in jeder Talk-Show und in jedem Artikel affirmativ fordern, aber sich bitte nicht mehr den Kopf der Bankster zerbrechen.

      • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:36 - Permalink

        Der Artikel ist wohl nur deshalb wunderbar, weil er die Meinung des Spiegelfechters wiedergibt.

        Natürlich ;-)

        Ich versteh nicht, warum die üblichen Verdächtigen von “Links” und “Finanznah” permanent das Übel herbei beschwören müssen. Soll es uns bald wie USA, GB und Japan gehen?

        Was wäre daran so schlimm?

        Das kommt doch von ganz allein! Weil alles, was die Regierungschefs gerade tun, nicht funktionieren wird und ihnen am Ende gar nichts anderes übrig bleibt, als die Notenpresse anzuwerfen, weil der Kessel überläuft. Das ist unausweichlich. Warum sich also noch dafür einsetzen? Damit man am Ende Recht behält?

        Nein, sondern um die Rezession, die bald kommen wird und die unsäglich dummen Austeritätsprogramme zu verhindern.

        Und wenn man es sofort täte, vielleicht mit der Begründung, dann käme alles billiger?

        Natürlich, weil man dann nicht künstlich die Nachfrage wegbrechen lassen “muss”, was der Beginn der realwirtschaftlichen Abwärtsspirale ist. Die Märkte sind doch eigentlich unwichtig, es geht um die Realwirtschaft.

        Der Druck auf die Politik lässt für eine Weile nach, aber die Reformen bleiben wieder aus.

        Na, das wäre doch mal was!

        Nein, es ist besser, die Politik führt ihr Spiel noch ein Weilchen weiter ad absurdum. Mit jeder gescheiterten Konferenz wird die Öffentlichkeit wieder etwas schlauer.

        Schlauer? Ach was, die Leute werden doch immer dümmer. Sie werden dümmer gemacht und das systematisch!

        Und vielleicht haben es am Ende dann alle richtig kapiert.

        Vielleicht fließen am Ende auch alle Flüsse bergauf? Man weiß so wenig.

        - Erhöhung der Löhne für einige Jahrzehnte über das Produktivitätswachstum hinaus und danach an der Produktivitätsentwicklung orientiert und zwar pronto,

        Das ist ja (leider) noch unwahrscheinlicher als eine Reform der EZB. Btw.: In der Krise, die kommt, wenn die EZB draussen bleibt, wird niemand Lohnerhöhungen zustimmen – im Gegenteil!

        - Erhöhung der Gewinn- und Vermögenssteuern aber ordentlich,

        Gerne

        - Einführung einer Finanztransaktionssteuer so hoch wie möglich,

        Gerne, wir aber nicht kommen.

        - Restauration der umlagefinanzierten Systeme (Rente, Krankenkasse) und zwar so, dass alle einzahlen müssen und ein Niveau wie in den 60er Jahren errreicht wird. Abschaffung von Riester, Pflege-Bahr, etc. Für so einen Mist dürfen keine Subventionen gezahlt werden.

        Nun bewegen wir uns schon im Reich der Träume ;-)

        - Einführung einer Grundrente wie in Holland, um die bald grassierende Altersarmut zu vermeiden (für Verheiratete mehr als 1200 Euro).

        Haben wir doch, bei uns nennt sich das Grundsicherung ;-)

        - Zeitarbeiter sind mindestens 20% besser zu bezahlen, als Festangestellte wegen des Flexibilitätsrisikos. Das ist gesetzlich festzulegen.

        Gerne

        Das sollte man begründen und in jeder Talk-Show und in jedem Artikel affirmativ fordern, aber sich bitte nicht mehr den Kopf der Bankster zerbrechen.

        Du verkennst leider die Zusammenhänge. Es geht hier nicht um “Bankster”, sondern es geht darum, eben diesen “Bankstern” ihren golddukatenscheißenden Esel wegzunehmen. Es geht aber – und das ist noch wichtiger! – darum, eine echte Rezession zu verhindern. Deine Reformideen sind alle gut, haben aber in einer Rezession nicht die geringste Chance auf Umsetzbarkeit. Mach mir da bitte keine falschen Illusionen.

        • ZwischenSpeicher schrieb am 9. November 2011 at 19:38 - Permalink

          Warum sollen das alles Träume sein? Die Punkte, die Du Träume nennst, sind die einzigen Möglichkeiten, die immer schärfer werdende Krisendynamik zu durchbrechen.

          Wie sollen denn sonst die Banken schrumpfen, wenn man die Pensionsfonds am Leben erhält? Die machen den größten Teil aus! Deshalb durch Umlagesysteme ersetzen und zwar auch in den USA. Dann schrumpft der Finanzsektor von ganz alleine.

          Ich denke, das kommt und zwar schneller, als man schauen kann (exponentielle Dynamik im System). Sogar in den USA! Dazu muss die Verelendung dort nur noch etwas wachsen (Jeden Monat 500.000 Lebensmittelkartenbezieher mehr).

          Ich wünsche mir das nicht, aber aufgrund der Ignoranz der Politik und unserer Medien wird es wohl keine andere Möglichkeit geben. Und wenn es dazu kommt, muss man wissen, was man genau will. Solch angeblich utopische Forderungen kann man also gar nicht früh genug entwickeln.

          • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 19:52 - Permalink

            Ich gebe Dir ja Recht. “Träume” deshalb, weil ich nicht sehe, dass eine Chance auf Umsetzung besteht.

            Aber ich sehe das wirklich im Vergleich zur konkreten Kriseneindämmung durch die EZB als “zweitrangig” an. Ansonsten bin ich ganz bei Dir.

            • ZwischenSpeicher schrieb am 9. November 2011 at 20:18 - Permalink

              Auch ein Fluten der Notenbanken zum jetzigen Zeitpunkt würde verpuffen, weil die Dynamik schon viel zu weit fortgeschritten ist.

              Hier noch ein Beispiel für die exponentielle Dynamik, diesmal aus GB:

              Die realwirtschaftliche Leistung UK reicht weder aus die eigene Bevölkerung mit Waren zu versorgen, noch ist man in der Lage, ohne immense Importe die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. UK bleibt der Krisenkandidat Nr.1 im angelsächsischen Raum, gerade die Außenhandelsdaten zeigen wie brisant und mittelfristig unhaltbar die Lage ist.

              Und es sind die USA und GB, die Vorbild für Euren 70er-Jahre Keynesianismus sind? Ich fass’ es nicht. Ihr seid die Träumer.

              Das Spiel wird jetzt zusammenbrechen. Und wenn nicht Populisten die Nachfolge übernehmen sollen oder die Finanzindustrie und die Olligarchen nach dem Zusammenbruch flux eine “neue listige Erzählung” erfinden sollen, wird man solch utopische und(!) sinnvolle Forderungen ausarbeiten müssen. Denn sie lassen sich argumentativ und seriös begründen.

              Wer sich dagegen selbst die “Schere im Kopf” verordnet und den realpolitischen Lemming mimt, der wird nach der Stunde X nichts Konstruktives beitragen können.

      • AndreasM schrieb am 9. November 2011 at 18:38 - Permalink

        Angenommen, morgen kommt der Durchbruch durch die ideologischen Barrieren und die EZB darf direkt die Anleihen von Staaten kaufen anstatt nur auf dem Sekundärmarkt.
        Wieso sollen jetzt plötzlich mehr Jetons im globalen Kasino sein?

        Momentan ist ein großer Teil der Staatsfinanzierung doch über Banken, die dafür wiederum Geld von den Notenbanken holen. Durch den Wegfall der Intermediäre ändert sich erstmal wenig.
        Die Staaten wiederum werden nicht von heute auf morgen die Austeritätsideologie aufgeben, auch wenn sie billigeren Zugang zu Notenbankgeld bekommen.

        • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:46 - Permalink

          Wieso sollen jetzt plötzlich mehr Jetons im globalen Kasino sein?

          Das ist das einzige Problem der Staatsfinanzierung via EZB. Staatsanleihen binden momentan noch sehr viel Anlegergeld – es sind ja nicht nur Banken, die diese Papiere im Eigenhandel kaufen. Diese Gelder wollen natürlich irgendwo angelegt werden. OK, keine Lebensversicherung wird nun in besonders aggressive Derivaten investieren. Es könnte aber eine Verdrängung stattfinden.

        • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 18:59 - Permalink

          Die Peripheriestaaten würden durchaus die Austeritätspolitik einstellen. Für diese wäre der niedrige Zins ja eine Rückkehr zu vor2008-Zeiten.
          Das ist ja grade der Knackpunkt, dass zwar allgemein gefordert wird, dass die EZB doch bitte die Staaten finanzieren soll, aber dabei unterschlagen wird, dass man damit den Staaten ja ermöglicht, ihre Zinsen an die Vermögenden (wer hat denn die ganzen Anleihen???) zu bezahlen. Eigentlich kann man das als Linker nur wollen, wenn man im gleichen Schritt erhebliche (also nennenswerte) Vermögenssteuern einführt. (Wichtig dabei: Gleichzeitig, nicht erst die EZB-Finanzierung einführen und dann die Besteuerung vergessen. Klassiche SPD-Masche… Sorry, konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.)
          Das wird auch hier beim SF nicht immer so schön betont, wie man müsste. Es geht nicht nur um die Schulden, sondern auch die Vermögen. Die NDS hatten da kürzlich eine sehr illustrative BCG-Studie verlinkt. Da wurde das mal super aufgemalt, wie man diese Krise auch mit Vermögensbesteuerung lösen könnte.
          EZB-Finanzierung ist am Ende auch nur ein Bailout der Banken.

          • Brick schrieb am 9. November 2011 at 22:41 - Permalink

            [Es wird unterschlagen]

            dass man damit den Staaten ja ermöglicht, ihre Zinsen an die Vermögenden (wer hat denn die ganzen Anleihen???) zu bezahlen.

            Häh? In dem Fall würde der Staat zinsen an die EZB bezahlen.

            Da wurde das mal super aufgemalt, wie man diese Krise auch mit Vermögensbesteuerung lösen könnte.

            Na dann haben die aber glatt gelogen. Sicher würde eine Vermögenssteuer zusätzliches geld in die Kassen spülen und wäre so gesehen nicht schlecht aber die Behauptung, dass diese die Krise lösen würde ist abwegig. Was wäre denn eine nennenswerte Vermögenssteuer für dich und vor allem ab welchem Vermögen?

            EZB-Finanzierung ist am Ende auch nur ein Bailout der Banken.

            Ne der Länder nicht der Banken. Eine solche würde ja gerade die Banken außen vor lassen. Das was derzeit läuft ist eine kostenlose Extrafinanzierung der Banken.

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 23:58 - Permalink

              Häh? In dem Fall würde der Staat zinsen an die EZB bezahlen.

              Ja, aber erst wenn die Altschulden einmal durchgerollt sind. So wie das bei Irland inzwischen der Fall ist. Erst übernimmt der Staat alle Schulden, also die Banken noch zu den eigenen dazu und inzwischen laufen alle irischen Anleihen über die EZB. Da haben die Gläubiger der Banken alle ihr Geld wieder gekriegt und der irische Steuerzahler kann jetzt sehen, dass er der EZB alles zurück zahlt.

              Nicht ohne Grund lief der frewillige Haircut in Athen auch erst ab, als schon der Großteil der Anleihen bei EZB, IWF und anderen öffentlichen lag.

      • Yoshi schrieb am 9. November 2011 at 18:54 - Permalink

        Die Krise hat IMHO mehrere Aspekte, die Notenbank kann die kurzfristige Krise der Staatsfinanzen lösen, indem sie Geld schöpft. Danach (oder besser gleichzeitig) muss man die mittel- und langfristigen Ursachen der Krise, die Handelsbilanzdefizite und Überschüsse und die verschobene Machtstruktur zwischen Banken und gewählten Regierungen beseitigen.

        Wenn die akute Krise nicht schnell genug gelöst wird, dann kann diese potentiell die Gesellschaft insgesamt schädigen. Wir sehen bereits in den USA einen kaum zu kittenden Bruch zwischen Republikanern und Demokraten. Die USA sind in Gefahr unregierbar zu werden. Und die Ausschreitungen in Griechenland sind eben auch ein Zeichen für eine nicht mehr funktionierende Gesellschaft.

        • ola schrieb am 9. November 2011 at 19:44 - Permalink

          Die Antwort auf alle Probleme ist eben doch der gute alte Heli Ben. Wann fängt er an? Ich muss bald wieder den Jahresurlaub einreichen^^

    6. Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 18:51 - Permalink

      Ich sehe das auch so wie im Artikel und wie der Spiegelfechter schon länger schreibt.

      Man ist ja heute auch etwas schlauer als 1919 und weiß um die Gefahr der Inflation usw.. Das kann man also alles steuern und im Griff haben.
      Was allerdings *für* eine Finanzierung durch den privaten Sektor spricht, ist dass dies ein relativ unabhängiges Steuerungsinstrument ist, um die Leistungsfähigkeit und Bonität von Staaten zu beurteilen. Oder wie soll ich es formulieren?

      Wenn ein Staat wirtschaftlich gut da steht und gut wirtschaftet, dann bekommt es vom Markt niedrige Zinsen. Wenn ein Staat sich aufführt wie die Griechen und Italien, dann wird das mit hohen Zinsen bestraft. Das ist vielleicht durchaus ein nicht völlig unsinniges Kontrollinstrument. ^^

      Das wird ja auch regelmäßig von Schäuble und Co. in Interviews vorgebracht.
      Allerdings – weiß ich ja selber- neigen “die Märkte” dazu erst Risiken zu negieren und dann panisch zu reagieren.

      Und Reformen durchzusetzen ist in manchen Staaten sicher sinnvoll. Griechenland braucht z. B. ein funktionierendes Steuersystem. Einfach alles unbesehen durch die EZB finanzieren zu lassen und nichts zu ändern, ist sicher auch nicht ganz richtig.

      Die griechischen Tankstellen haben dort (durch Streik durchgesetzt) wohl noch nicht mal Kassen, die Belege drucken und zahlen deshalb Steuern wie sie wollen, hab ich gelesen. ^^

      Aber alles in allem, ist es sicher das Beste alles durch die EZB finanzieren zu lassen, weil die Argumente im Artikel einfach tragfähiger sind, eine andere Lösung gar nicht mehr bleibt und uns die private Finanzierung diesen Schlamassel eingebrockt hat.

      Nur welches Druckmittel bleibt dann, um in manchen Staaten notwendige (!) Reformen anzustoßen und durchzusetzen?
      Wenn alles durch kostenlose EZB-Kredite finanziert wird.

      • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 18:55 - Permalink

        Was allerdings *für* eine Finanzierung durch den privaten Sektor spricht, ist dass dies ein relativ unabhängiges Steuerungsinstrument ist, um die Leistungsfähigkeit und Bonität von Staaten zu beurteilen. Oder wie soll ich es formulieren?

        Das ist gar nicht mal falsch, gilt aber nur für funktionierende Märkte und Marktteilnehmer, die sich tatsächlich rational verhalten. Beides ist nicht der Fall.

        • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 19:02 - Permalink

          Ja. Aber trotzdem braucht es doch einen irgendwie gearteten Ersatz dafür.

          Man kann doch nicht einfach jede noch so groteske Geldausgaben-Idee von EU-Regierungen durch die EZB finanzieren lassen.

          Wenn sowas aber durch EU-Gremien genehmigt werden muss, dann haben wir quasi eine europäische Regierung. Weil Geldausgaben zu beurteilen und zu finanzieren ist ja praktisch der Kern von Regierungshandeln.

          Staaten ohne ausgeglichenen Haushalt verlören ihre Souveränität. Bisher mussten die nur die Märkte überzeugen ihnen zu Zinsen Geld zu leihen. Und was passiert, wenn die das nicht mehr machen, sieht man an Griechenland und Italien.

          • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 19:32 - Permalink

            Ja. Aber trotzdem braucht es doch einen irgendwie gearteten Ersatz dafür.

            Wofür sind wir denn Demokratien? Wofür haben wir Staaten? Ich muss mich auch nicht von Märkten überzeugen lassen, nicht auf dem Behindertenparklatz zu parken. Dafür sorgt schon der Staat.

            • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 19:37 - Permalink

              Wenn mir eine Partei verspricht monatlich 2000 Euro fürs nichts tun an mich zu überweisen, dann würde ich die wählen und alle wären glücklich, außer die EZB, die alles finanziert. ;-)

              Und dagegen muss es doch eine Kontrolle geben. Entweder die Märkte mit ihren unterschiedlichen Zinsen oder halt EU-Gremien, die die Staaten kontrollieren und quasi regieren.

            • ola schrieb am 9. November 2011 at 19:41 - Permalink

              Noch

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 19:53 - Permalink

              @Sukram

              Na komm, das könnte jetzt auch vom irren Schäffler kommen ;-)

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:55 - Permalink

              @Sukram… ein Währungsraum, indem eine Partei so an die Macht kommt und das auch umsetzt, wird sich dann schnell in einer Weise entwickeln, dass die 2.000 EUR nix wert sind. (Im Sinne von: Du bekommst nix mehr dafür, weil keine Sau arbeitet und was herstellt. Und die wenigen, die es tun, können immer höhere Preise dafür verlangen. Es sei denn, der Staat fixiert die Preise. Und Import kannste knicken, weil kein Handelspartner auf Dauer mit dir Handel treiben wird. Na du merkst selbst, klingt fast nach realexistierendem Sozialismus, deswegen gab es da auch einen indirekten “Arbeitszwang”, um das “nix tun” zu minimieren…)

              Das ändert aber nix daran, das das theoretisch erst mal geht.

            • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 20:15 - Permalink

              Das sollte ja nur ein Beispiel dafür sein, dass Regierungen manchmal dazu neigen teure Wahlversprechen zu machen, teure Klientelpolitik zu betreiben und dafür gewählt werden.

              Bisher mussten die sich dafür gegen hohe oder niedrige Zinsen Geld vom privaten Markt leihen. Das hat das halbwegs begrenzt.
              Aber wer begrenzt das, wenn die EZB jedes Haushaltsdefizit unbesehen finanzieren muss? Oder soll die EU das kontrollieren?

            • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 21:20 - Permalink

              Der Staat und die Demokratie haben die Schuldenkrise auch nicht verhindert …

            • Brick schrieb am 9. November 2011 at 22:58 - Permalink

              Der Staat und die Demokratie haben die Schuldenkrise auch nicht verhindert …

              Das lustige an der Schuldenkrise ist, dass sie in Wahrheit keine ist. Mit Ausnahme von Griechenland. Das was jetzt mit Italien passiert ist, ist irrational.

            • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 23:12 - Permalink

              Ja, die Zinsen sind zu hoch. Die Schulden könnten aber trotzdem ne Ecke niedriger sein. Und die Demokratie hat das nicht verhindert.

              Im Gegenteil: Die Wähler belohnen doch bei Wahlen regelmäßig und überall die Parteien, die das Blaue vom Himmel versprechen. Ob und wie das finanzierbar ist, durch neue Schulden oder nicht, interessiert kein Schwein.

        • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:03 - Permalink

          Aber funktionieren die Märkte gerade nicht endlich richtig? Sind die jetzigen Risikoaufschläge für Euro-Staaten denn nicht realistisch?

          Märkte versagen nicht, es sind die Marktteilnehmer, die versagt haben. Insbesondere die Risikomanager und deren Vorgesetzten… Und wir haben es hier auch mit intellektueller Überforderung an vielen Ecken zu tun. “Staaten, pleite? Geht doch nicht…”

          • Yoshi schrieb am 9. November 2011 at 19:09 - Permalink

            Märkte versagen nicht, [...]

            Das hängt von der Definition von Versagen ab, wenn Märkte irrationale Preise finden, dann versagen sie in dem gleiche Sinn, wie Bremsen versagen.

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:14 - Permalink

              Diese Ansicht teile ich nicht. Preisfindung ist immer Angebot und Nachfrage. Irgendein Spinner bietet dann einen irrationalen Preis. Ich halte wenig davon, abstrakte Konstrukte zu entpersonifizieren. Die schwachsinnige Annahme ist immer die Informationsvollständigkeit der “effizienten” Märkte.

              Wer nicht weiß, dass die Bremsen gleich kaputt gehen werden, der steigt eben ins Auto und fährt los. Ist eben zu aufwändig, vor jedem Losfahren einen gründlichen Technikcheck zu machen… Aber genau dafür werden Risikomanager bezahlt. Und ihre Chefs. (Man muss das mit den “Chefs” immer dazu sagen, weil ich genug Beispiele kenne, da haben die Chefs den RiskManager “überstimmt”.)

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:20 - Permalink

              Man darf nicht postulieren, dass an Märkten nur “Ehrenmänner” teilnehmen. Da geht es immer drum, wer wen über den Tisch zieht und jemanden dazu bringt, “falsche” Preise zu bezahlen.

            • Yoshi schrieb am 9. November 2011 at 19:30 - Permalink

              @CheckervonBeruf

              Ich sehe Märkte als ein Werkzeug zur Preisfindung (und zur Güterverteilung). Deshalb können sie in dem gleiche Sinn versagen, wie jedes andere Werkzeug. Das ist unabhängig davon, ob jemand Schuld ist.

              Die schwachsinnige Annahme ist immer die Informationsvollständigkeit der “effizienten” Märkte.

              Und der Ausdruck “effiziente Märkte” impliziert eine interessante Position zu P=NP.

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 19:34 - Permalink

              Diese Ansicht teile ich nicht. Preisfindung ist immer Angebot und Nachfrage. Irgendein Spinner bietet dann einen irrationalen Preis.

              Wenn es mal so einfach wäre. Es gibt Märkte, die auch ganz ohne Spinner falsche Preise finden – z.B. der Subprime-Kredite-Markt.

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:43 - Permalink

              Subprime-Kredit-Märkte… auch da haben Leute Geld für etwas bezahlt, von dem sie nicht wussten, was drin steckte plus obendrein noch falsche Modellannahmen (z.B. Verleugnung von Kumulrisiken) bei Rating- und Preismodellen.
              Die Käufer “dachten”, sie wüssten was drin ist. Oder sie haben sich nicht für den Inhalt interessiert, solange draußen AAA draufstand, in der irrigen Annahme “AAA”=”risikolos”. (Plus: Da hätte nie AAA draufstehen dürfen – außer vielleicht bei den allersersten Verbriefungen – aber siehe oben -> Verleugnung Kumulrisiko und andere Errors.)
              Man hätte aber wissen können, was drin ist, wenn man sich nur angestrengt hätte. Deswegen haben einige Hedgefonds-Heinis ja auch sehr gut dran verdient. Die haben nicht geraten, die haben recherchiert. (Und dann ihrerseits Shortpositionen gekauft, die natürlich viel zu billig waren, weil das Gegenüber auf der Long-Seite ja dachte, das wäre alles AAA… so viel zu irrationalen Preisen.)

            • Spiegelfechter schrieb am 9. November 2011 at 19:55 - Permalink

              @Checker

              Subprime-Kredit-Märkte… auch da haben Leute Geld für etwas bezahlt, von dem sie nicht wussten, was drin steckte plus obendrein noch falsche Modellannahmen (z.B. Verleugnung von Kumulrisiken) bei Rating- und Preismodellen.

              Richtig – genau das trifft aber auf die allermeisten modernen Finanzprodukte zu! Die Risikoannahmen für PIIGS-Bonds waren auch falsch, inkl. der Modelle, mit denen sie finanziert wurden etc. pp.

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 21:22 - Permalink

              @Yoshi, von wegen P = NP.
              Da halte ich es eher mit Das Leben ist eine Differentialgleichung. Aufstellen, lösen, fertig -> alles klar. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft stehen schon fest. Man muss halt “nur” die Komplexität in den Griff kriegen.

          • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 19:13 - Permalink

            Die Staaten haben den “Marktteilnehmer, insbesondere die Risikomanager und deren Vorgesetzten” aber ständig gesagt: Kauft Staatsanleihen! Nichts ist so sicher wie Staatsanleihen, wie behandeln die per Gesetz sogar wie Eigenkapital und Bargeld.

            Da können die Staaten denen dann halt nur schwer vorwerfen, dass die ihnen geglaubt haben und sie jetzt beim Wort nehmen. ;-)

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:18 - Permalink

              Ja, und die Deppen haben es geglaubt. Mal schauen, ob es noch Gerichtsverfahren gibt, wo das geklärt wird, wer hier wen verarscht hat. Ich kenne die Rundschreiben der Aufsichtsbehörden, die deutschen Finanzunternehmen angeraten haben, die Junkbonds könne man ruhig im Bestand halten. (Die SocGen hat sich z.B. dazu ja auf der Bilanz-PK geäußert.)

              Man glaubt doch auch nicht dem Gebrauchtwagenhändler, dass die Karren alle top in Schuss sind. Nur weil Stempel “Staat” draufsteht, haben alle “vertraut”. Wer von euch glaubt denn Politikern?

              Außerdem: Die Poiltiker können lange erzählen, das sei alles sicher. Ein bisschen Mathematik reicht aber, so ein Ponzi-System zu durchblicken… Und mathematische Argumente wiegen in meinen Augen stärker als die “Ehrenwörter” von Politikern.

            • ola schrieb am 9. November 2011 at 19:39 - Permalink

              Ja, es ist ein herausragendes Merkmal unserer Wirtschaftsform, dass freie Unternehmer grundsätzlich das tun, was ihnen die Politik so anrät. Das ist überhaupt die zentrale Botschaft des Tages^^

          • matt_us schrieb am 9. November 2011 at 19:20 - Permalink

            Aber funktionieren die Märkte gerade nicht endlich richtig? Sind die jetzigen Risikoaufschläge für Euro-Staaten denn nicht realistisch?

            Das soll realistisch sein , eine Verdoppelung der Zinsen Italiens innerhalb einiger Monate? Die Nervositaet macht alle anderen nervoeser. Es ist eine Blase – ueberhaupt nicht mit den Fundamentaldaten von Italien zu begruenden. Die hatten schon immer 120% Schulden, und schon immer Berlusconi an der Regierung. Mitzwischendurch mal wem anderen.

            Und wir haben es hier auch mit intellektueller Überforderung an vielen Ecken zu tun. “Staaten, pleite? Geht doch nicht…”

            Das sagt doch keiner – seit einem Jahr verfolge ich das, und jeder den ich treffe oder der was schreibt sagt “Griechenland ist Pleite”. Keiner in den Medien oder von der Regierung sagt Greichenland sollte mal Steuern von ihren Reichen einnehmen, die das Geld ins Ausland geschafft haben, dann sind sie naemlich nicht pleite. (Jeder der was in Blogs schreibt sagt das allerdings dauernd!) Aber genau das ist das Problem: “Steuern einnehmen von Vermoegenden? Geht doch nicht…”

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:28 - Permalink

              “Steuern einnehmen von Vermoegenden? Geht doch nicht…”

              Da sind wir völlig einer Meinung. Wie gesagt, (bin immer zu doof zum Link setzen, wie repariert man das?), da steht der Weg über Vermögensabgaben drin.
              Aber wenn man die Gläubiger Griechenlands zum freiwilligen Verzicht nötigt, ist das “faktisch pleite”. Nur die Kommunikations- und Jura-Spezialisten beschreiben das anders.
              Und was die realistischen Risikoaufschläge angeht: das ist ja die Frage, waren die vor ein paar Monaten noch zu niedrig, sind sie jetzt zu hoch? Wie will man das einschätzen? Aber unter dem aktuellen Euro-Regelwerk geht Italien natürlich den Bach runter. Junk. Die einzige relevante Unbekannte ist, ob man nicht doch zur EZB-Finanzierung greifen wird…
              Wer glaubt, dass Italien nicht pleite gehen wird, der kann ja jetzt günstig Anleihen einkaufen gehen… los… Kann ja auch klappen.

            • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 19:34 - Permalink

              “Staaten, pleite? Geht doch nicht…”
              Das sagt doch keiner

              Jetzt nicht mehr. Aber die Haltung war damals eine andere, als man den Euro-Staaten die Dinger noch abnahm. (Glaub mir, ich saß daneben…)

            • ola schrieb am 9. November 2011 at 19:38 - Permalink

              Bist du der mattus ausm SPON Forum?

            • matt_us schrieb am 9. November 2011 at 19:49 - Permalink

              Bist du der mattus ausm SPON Forum?

              Ja….?

      • Heldentasse schrieb am 9. November 2011 at 20:01 - Permalink

        @Sukram71

        Man ist ja heute auch etwas schlauer als 1919 und weiß um die Gefahr der Inflation usw.. Das kann man also alles steuern und im Griff haben.

        Die Frage ist zunächst nicht ob wir, oder besser die unmittelbar Verantwortlichen, schlauer als 1919 sind, sondern eher ob wir was von der unseligen Regierung Brüning ab 1930 etwas gelernt haben? Ich denke nicht, denn der damalige teutsche Sparwahn wird jetzt analog ganz Europa verordnet mit lang/ mittelfristig unabsehbaren politischen Folgen wie z.B. einem nicht unmöglichen Militärputsch in Griechenland oder einer Spaltung von Italien oder Belgien. Diese politischen Katastrophen könnten in Zukunft drohen, falls man Länder weiterhin so massiv destabilisiert, wobei das was wir jetzt sehen ja nur der Anfang ist.
        Ich denke auch die EZB muss weiterhin analog zur FED Staatsanleihen in großem Stile kaufen um so den Crash auf der Zeitebene ab zu dämpfen. Klar, dass das Zeit verzögert eine stärkere Inflationsrate nach sich zieht, aber in meinen Augen ist das was jetzt abgeht 1000mal schlimmer, die “hauen” nämlich z.Z. aufgrund eines Dogmas (ein passenderer Begriff fällt mir nicht ein zu diesem Sparwahn) gesellschaftliche/ soziale Strukturen großräumig kaputt, wie es scheint zunächst nur am Rand der € Zone. Aber hier sollte sich keiner etwas vormachen, denn wie bitte soll Teutschland als exportfixiertes Land ohne nennenswerte Bodenschätze überleben, wenn keiner mehr die schönen Waren kaufen kann?

        • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 21:02 - Permalink

          Aber hier sollte sich keiner etwas vormachen, denn wie bitte soll Teutschland als exportfixiertes Land ohne nennenswerte Bodenschätze überleben, wenn keiner mehr die schönen Waren kaufen kann?

          Deswegen ist es nur eine Frage der Zeit, bis Angie um 180 Grad dreht und dann gibt es wieder Konjunkturprogramme. (Hey, die erste Millarde war ja grad beim Steuersenkungspaket dabei, nämlich für Verkehrsinfrastruktur. Und da werden noch dreistellige Mrd-Beträge folgen.) Deutschland steht ja mit seinen Dogmen irgendwann alleine da… da macht man sich ja auf Dauer immer lächerlicherererererererer.

          Und spätestens wenn die Zinsen auch für deutsche Anleihen nach der offiziellen Eurbond-Einführung stegen, dann knallt auch der deutsche Schuldenberg auf. Dann gibbet endlich Steuererhöhungen, Mindestlohn über Frisösen-Tarif und ähnliches kommunistisches Teufelszeug.

      • Nicolai Hähnle schrieb am 10. November 2011 at 12:51 - Permalink

        Wenn ein Staat wirtschaftlich gut da steht und gut wirtschaftet, dann bekommt es vom Markt niedrige Zinsen. Wenn ein Staat sich aufführt wie die Griechen und Italien, dann wird das mit hohen Zinsen bestraft. Das ist vielleicht durchaus ein nicht völlig unsinniges Kontrollinstrument. ^^

        Das Problem dabei ist, dass die Bürger am Ende unter die Räder kommen. Genau das passiert ja zur Zeit in der “Peripherie”. Es geht dabei gar nicht nur um die Staaten mit akuten Schuldenproblemen. Der Blick nach Spanien zeigt, dass auch dort mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 40% etwas schwer schief läuft.

        Und auch das mit der Bestrafung ist nicht so einfach. Die Marktlogik der “Bestrafung” ist sinnvoll für private Unternehmungen: wenn ein Unternehmen Mist baut und schlecht wirtschaftet, bekommt es “die Todesstrafe” via bankrott. Das ist in Ordnung. Aber bei politischen Gebilden macht diese Art von Verfahren einfach keinen Sinn.

        Natürlich kann man auch nicht den einzelnen Euro-Staaten jetzt das Recht geben, beliebig viel Geld auszugeben; dadurch entstünde eine klassische Tragik der Allmende. Aber Sparpolitik ist eben auch keine rationale Lösung. Was wir wirklich brauchen, ist ein ernstzunehmender zentraler Haushalt auf Ebene der Eurozone, der die notwendigen Defizite fahren kann. Da das ganze auch vernünftig demokratisch legitimiert sein muss, würde das letztlich über das Europäische Parlament laufen.

    7. Cheops schrieb am 9. November 2011 at 19:24 - Permalink

      “Der Euro schützt vor Inflation!” Ich kann mich noch dunkel an diese Begründung für die Einführung dieses Kunstgelds erinnern, weil den in Deutschland eigentlich keiner haben wollte und Kohl das Volk sicherheitshalber erst gar nicht gefragt hat. Keine 10 Jahre nach der Einführung dieses finanztechnischen Unfalls als einziges Zahlungsmittel steht dieses Konstrukt unter Beschuss und in einigen Staaten auch schon vor dem Ende…

      • ola schrieb am 9. November 2011 at 19:37 - Permalink

        Ja, äh, und was wollen Sie uns jetzt genau mitteilen?

    8. ola schrieb am 9. November 2011 at 19:36 - Permalink

      Joah was soll man noch sagen? Ich fordere eine Normalisierung der Möglichkeiten der EZB als Notenbank schon seit Einführung des Euros, weil die veheerende “Geldstabilitätspolitik” der teutonischen Betonbank schon die deutsche Einheit versaubeutelt hat und es klar war, dass das teutonische Irrsinnsmodell auch die EU in die Scheisse reiten würde. Es war auch klar, dass wenn es soweit ist, alle anderen Schuld sein würden. Ich reg mich nimmer auf.

    9. Arbo schrieb am 9. November 2011 at 19:43 - Permalink

      „Keine Angst vor der Notenpresse“ als Titel empfinde ich deshalb etwas schräg, weil Zeise in der FTD ja selbst darauf hinweist, dass

      „[d]ie Lizenz zum Gelddrucken […] in unserem Geldsystem die privaten Geschäftsbanken [haben]. Sie können alles Geld, das sie in Form von Einlagen oder sogar Eigenkapital zur Verfügung haben, in Staatsanleihen investieren. Diese Staatsanleihen reichen sie als Sicherheit bei der Zentralbank ein und holen sich zum Leitzins frisches Geld, mit dem sie sich wiederum frische Staatsanleihen besorgen – und immer so weiter.

      Die Zentralbank finanziert also in unserem Geldsystem bereits ganz ordinär und regelmäßig den Staat. Sie tut es allerdings vermittelt durch Intermediäre, wie die Banker sich zuweilen nennen und bei denen denn auch der Gewinn vorwiegend hängen bleibt“.

      Deshalb nervt es mich, wenn Leute wie ÄitschDabblyou Sinn immer wieder davon sprechen, „die Staaten“ (wie Griechenland) würden die „Geldpresse“ anwerfen. Das geht m. E. hauptsächlich über die Privatbanken. Und eigentlich entsteht auch dort maßgeblich das, was „wir“ als Inflation befürchten.

      Folge ich Zeise, müsste die EZB nun die Leitzinsen noch weiter senken, damit sich etwas ändert. Auf der anderen Seite: Würde dann ggf. das „Kapital“ in andere Gefilde abwandern?

      Unabhängig davon: Die „Notenpresse-Argumentation“ scheint mir nur ein Teilproblem unserer „Euro-Krise“ und bisweilen ein – zugegebenermaßen recht geschickt eingefädeltes – Ablenkungsmanöver zu sein.

      Denn irgendwie, so mein Eindruck, ist diese Diskussion ein Widergänger der alten neoliberalen Doktrin, die u. a. auch in den sogenannten Entwicklungsländern zur Anwendung kam (Stichwort: Strukturanpassungsprogramme der Weltbank). Was hinter der Forderung nach Austeritätsprogrammen steckt, ist ja die Verächtlichkeit dem Staat und der Politik als Wirtschaftsakteueren gegenüber. Staat, zumal Sozialstaat, das geht ja nun mal gar nicht. Mensch muss sich nur anschauen, wer die Sparopfer sind: Bildung, Gesundheit, Sozialhilfe usw.

      Der Blick auf die „Staatsverschuldung“ wird Notenpresse-Diskussion nur vorgeschoben, um anderswo den Sozialstaat auszulaugen. Und so wird halt der „Schuldenfetisch“ herumgereich, weil sich damit ja ungemein hilfreich „Schuldige“ ausmachen lassen. Die Griechen, Iren, Spanier sind selbst Schuld.

      Dass Deutschland mit seiner runinösen und unkooperativen Wettbewerbspolitik einen Teil der Verantwortung an der europäischen Misere trägt, wird zwar hin und wieder thematisiert. Aber ernst genommen wird es nicht. Mehr noch: Die Schuldenproblematik lässt das Problem verschwinden. Statt dessen wird mit dem „Schuldenfetisch“ auch noch versucht, von der eigenen Verantwortung abzulenken.

      (Kurioserweise wird das Argument dann auch gerne verwendet, um jegliche Kritiker(innen) ins Abseits zu stellen. Als Lagarde damals die Exportpolitik der BRD kritisierte, waren es einerseits französisch-nationale Motive, andererseits die französische Reformunfähgikeit – Was für Reformen werden damit wohl gemeint gewesen sein? -, die dem als Kritik entgegengehalten wurden.)

      In der Summe habe ich ehrlich gesagt auch nicht den Eindruck, dass mit dem „Schuldenfetisch“ auch eine Lösung für Länder wie Griechenland drin ist. Wenn wir ehrlich wären, müssten wir wohl oder übel sowas wie eine „Schuldenamnestie“ durchführen und würden dann immer noch Aufbauhilfe zahlen.

      Was mich am Stärksten stört, ist, dass „wir“ den vermeintlich darniederliegenden – insolventen – Staaten jetzt eine Wirtschaftsdoktrin aufdrücken, für die später auch wieder niemand die Verantwortung übernehmen wird. Geht der Mist krachen, was angesichts des drohenden Konsumeinbruches absehbar ist, sind es auf einmal wieder die Länder selbst, denen die Schuld zugewiesen wird: Die waren halt nicht schnell genug, zu zögerlich, nicht mutig usw. usf.

      So gesehen wird das Problem mit der Notenpresse- und Schuldendiskussion nur auf die lange Bank geschoben.

      Die einzige Hoffnung, die ich habe, ist, dass es sich bei diesen Experimenten nicht um ferne Dritteweltländer handelt, sondern um Europäisches Binnenland.

      • ola schrieb am 9. November 2011 at 19:47 - Permalink

        Wohin solls denn gehen das ganze Kapital? Das ist doch die Nummer die grad läuft. Der Markt ist so voll mit Liquidität dass man sich selbst teutonische Staatsanleihen unterhalb der Inflation ankauft, nur damit man die Kohle irgendwo geparkt hat.

        Und da muss man dann auch endlich mal ansetzen..

        • Arbo schrieb am 9. November 2011 at 19:51 - Permalink

          Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass z. B. in Griechenland der sogenannte Interbankenmarkt (also zwischen den Geschäftsbanken) nicht funktioniert, die Geschäftsbanken sich nicht vertrauen und daher über die Notenbank Geld schöpfen (müssen). Kurz: Da ist die Kohle offenbar nicht verfügbar (vorausgesetzt, das Argument stimmt).

          Aber was soll dann geschehen: Das Geld “entwerten”?

          Dem könnte ich durchaus etwas abgewinnen, die Frage ist nur, wie. Zum Beispiel, in dem mensch Banken baden gehen – d. h. auf ihren Schulden sitzen – lässt?

          • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 21:08 - Permalink

            Interbankenmarkt in Griechenland … Peanuts… Das sind doch keine Summen. Außerdem schaffen die reichen Griechen die Kohle ja grade in griffigen Millionen-Häppchen nach EUR-Ausland…

            Und: Interbankenmarkt ist prima zur Geldschöpfung, aber die Frage ist doch, was mit der Kohle ist, die SCHON da ist, also in der Vergangenheit geschöpft wurde. (Ein Weg für Greece wäre, die Kohle in griffigen Milionenhäppchen an der Grenze abzufangen, zu konfiszieren und direkt zur Tilgung einzusetzen.)

            • Arbo schrieb am 9. November 2011 at 22:33 - Permalink

              Peanuts

              Sehr fundiert … mir ging’s nicht um unsere “zentraleuozentristische” Sicht, sondern um die der Griechen. Die können sich für diese “Peanuts” auch nichts “kaufen”. Wenn der Interbankenmarkt dort gestört ist, hilft der Hinweis, dass es sich – gesamteuropäisch – eher um “Peanuts” handelt, auch recht wenig.

              Und für den Hinweis auf “die reichen Griechen” trifft das auch zu.

              Interbankenmarkt ist prima zur Geldschöpfung, aber die Frage ist doch, was mit der Kohle ist, die SCHON da ist, also in der Vergangenheit geschöpft wurde. (Ein Weg für Greece wäre, die Kohle in griffigen Milionenhäppchen an der Grenze abzufangen, zu konfiszieren und direkt zur Tilgung einzusetzen.)

              Da stimme ich zu, würde mir dann allerdings auch außerhalb Griechenlands das passende Engagement dazu wünschen, entsprechende Raffbolde zu schröpfen.

            • CheckervonBeruf schrieb am 10. November 2011 at 00:04 - Permalink

              Der Interbankenmarkt ist fürs Funktionieren der Wirtschaft nicht notwendig. Im Notfall (früher Regelfall) läuft die Geldschöpfung vertikal, also EZB – Geschäftsbank – Bankkunde.

              Aber wenn die Wirtschaft am Boden liegt, braucht man alles eh nur eine Nummer kleiner.

              (Das ist wie mit dem Märchen der Kreditkrise bei uns. Welches Unternehmen invesitert denn in der Rezession auf Kredit? Wenn die Banken das Geld losschlagen würden, täten sie es ja nicht in rauen Mengen über Nacht bei der EZB parken.)

        • Hannes schrieb am 10. November 2011 at 09:25 - Permalink

          Da wüsste ich schon eine Adresse.

          Ab in die Staatskasse, wohin sonst, dazu müsste man aber eine Regierung haben, die sich traut die Vermögen zu besteuern.

    10. R_Winter schrieb am 9. November 2011 at 20:00 - Permalink

      Die EZB soll nicht die Schulden von Staaten finanzieren, sagen Kritiker – diese Scheinheiligen wollen aber in Wahrheit nur, dass Privatbanken weiter als Mittler daran verdienen können.

      Es ist doch völlig klar, warum?
      Jens Berger stellte am 22.6.2011 fest:

      Wenn sich die Euroländer mit den selben Konditionen wie die Banken direkt über die EZB finanzieren würden, könnte der deutsche Bundeshaushalt jedes Jahr 25 Mrd. Euro einsparen.

      Jetzt kann jeder abschätzen, was in der Euro-Zone für die Banken auf dem Spiel steht –
      100 Mrd € oder 1,5 Bill. €?
      Für diese Summe werden Kriege angefangen und zigtausende Menschen geopfert.

      Der Rettungsfonds ist nach wie vor zu klein, sein Hebelmechanismus noch unbekannt, die Ausstiegsofferte aus griechischen Staatsanleihen noch unklar, unbekannt auch die genaue Methode der Bankenstützung.

      Jeder einigermaßen Interessierte wusste, dass der Rettungsschirm viel zu klein ist.
      Ackermann spricht sich (zu Recht, wenn aus ganz anderen Grünen) gegen eine Nutzung der Gold- und Devisenreserven der Bundesbank aus und “bevorzugt” eine “Versicherungslösung”. Nur so kann der Staat weiter von den Banken ausgelutscht werden (was ausgesprochen dumm für die Banken ist).
      Es gibt aus meiner Kenntnis nur einen Ausweg aus dieser Finanzkrise.

      1. Direkte Finanzierung der Staatsanleihen durch die Zentralbanken (“Grüne Anleihen”) bis zu einem festgelegten Limit.
      2. Auch Staatsanleihen (“Gelbe-Anleihen“) müssen zu 60% der ausgeliehen Kredite durch Eigenkapital gedeckt sein.
      3. Eine Transaktionssteuer auf alle Geldbewegungen über 500.000€.
      Da dieses nicht eintreten wird, sind wir einem Finanztod ausgeliefert.

      • CheckervonBeruf schrieb am 9. November 2011 at 21:17 - Permalink

        Der Schlüssel ist Lucas Zeises letzter Satz mit der Einkommensverteilung. Es fehlt also:
        4. Umverteilung von oben nach unten, Euroraum-weit.
        (Auch wenn es FDP-Wählern wehtut, leistungsloses Einkommen zu verteilen, aber auf marginale Minderheiten kann man da keine Rücksicht nehmen.)

        Ihr drei-Punkte-Programm allein ist nicht ausreichend, da Punkt 2 eine Schuldenbremse darstellt, aber die 60% gleichzeitig auf gewissen Annahmen über das makroökonomische Umfeld beruhen. Wenn die nicht passen, dann -> ab über die Wupper, sprich, der Schuldenberg wächst schneller als die Wirtschaft. Da könnte die EZB grüne Anleihen zu null% ausgeben, irgendwann fliegen ihnen die gelben um die Ohren.)

    11. Momo schrieb am 9. November 2011 at 20:40 - Permalink

      Hier der Hinweis auf den Feynsinn-Beitrag “Enteignet Goldman Sachs!”, der sich ebenfalls mit dem FTD-Artikel von Lucas Zeise beschäftigt:
      http://feynsinn.org/?p=11004

      • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 21:29 - Permalink

        Wie soll man Experte für Investmentbanking und die Vorgänge an den Märkten werden, wenn man dort nicht mal gearbeitet hat? Und das geht halt nur über eine der großen Banken.

        Experten für Atomkraftwerke sind das auch deshalb, weil sie früher Kernkraft studiert haben und am besten mal in nem AKW gearbeitet haben. Und das tut man idR nur dann, wenn man zumindest früher mal AKW-Fan war. Wen wundert das? ;)

        • Momo schrieb am 9. November 2011 at 21:50 - Permalink

          Ob man zwangsläufig der größere “Experte” für “Investmentbanking” ist, wenn man als “Investmentbanker” gearbeitet hat, sei einmal dahingestellt. Die Warnungen vor der drohenden Finanzkrise kamen wahrscheinlich eher von Leuten, die noch nie als “Investmentbanker” gearbeitet haben (ich denke hier z.B. an die US-Ökonomen Stiglitz und Roubini). Die “Investmentbanker” waren zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch emsig damit beschäftigt, durch hochriskante Spekulationsgeschäfte ihre Boni ins Unermessliche zu steigern.

          Nur am Rande möchte ich darauf hinweisen, daß der Terminus “Investment”-Banking eine Schönfärberei allererster Güte darstellt. Mit “Investitionen” im landläufigen Sinne in Maschinen, Gebäude oder Software hat das “Investmentbanking” nichts zu tun. Der treffendere Terminus wäre “Spekulationsbanking”.

          Über die enormen Gefahren für die Demokratie und die Qualität politischer Entscheidungen, die von dem sog. “Drehtüreffekt” ausgehen, informiert sehr anschaulich das Buch “Der gekaufte Staat: Wie Konzernvertreter in deutschen Ministerien sich ihre Gesetze selbst schreiben”.
          http://www.amazon.de/gekaufte-Staat-Konzernvertreter-deutschen-Ministerien/dp/3462040995/ref=sr_1_18?ie=UTF8&qid=1320871099&sr=8-18

          • Sukram71 schrieb am 9. November 2011 at 23:05 - Permalink

            Naja, auf jeden Fall kann man sich m. E. nicht besonders darüber wundern, dass Experten für Banken und Finanzwesen mit Praxisbezug vorher bei Banken gearbeitet haben. :)

        • Esco schrieb am 9. November 2011 at 22:27 - Permalink

          Ganz nach dem Slogan, “know your enemy” ? ^^

    12. minimax schrieb am 10. November 2011 at 00:17 - Permalink

      Wenn es den Kapitalisten gut geht, dann geht es den Arbeitern auch gut. Politiker bezeichnen das als “Aufschwung”. Wer an den Aufschwung glaubt, der kann sich auch Gedanken darüber machen wie man den Zirkus des Geldverleihes noch verbessern könnte.
      Bankensterben und Staatsbankrott, die Wörter klingen im ersten Moment negativ. Wenn man aber darüber nachdenkt wer die Verlierer dabei sind, geht der negative Klang verloren.

      • heldentasse schrieb am 10. November 2011 at 07:58 - Permalink

        Wenn es den Kapitalisten gut geht, dann geht es den Arbeitern auch gut.

        Und ich dachte der 11.11 wäre der offizielle Start in die neue Karnevalssession, aber wie es scheint sind die Jecken heuer schon etwas eher am Start.

        Armer Mann trifft reichen Mann und sehn sich an. Da sprach der Arme zum Reichen: “Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich!

        Bertolt Brecht

        • Dimebag schrieb am 10. November 2011 at 09:47 - Permalink

          Wenn es den Kapitalisten gut geht, dann geht es den Arbeitern auch gut.

          Und ich dachte der 11.11 wäre der offizielle Start in die neue Karnevalssession, aber wie es scheint sind die Jecken heuer schon etwas eher am Start.

          Das ist der theoretische Ansatz unserer Marktwirtschaft, willst du das etwa in Frage stellen? :-)

          • heldentasse schrieb am 10. November 2011 at 10:24 - Permalink

            Ja! daraus, denn unser Staat ist auf dem Papier nicht so geordnet, vorrangig gilt nach GG:

            Das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik wird als Soziale Marktwirtschaft bezeichnet, da der Staat der Wirtschaft einen Ordnungsrahmen vorgibt, der für einen sozialen Ausgleich sorgen soll, während sich die Wirtschaft am Markt orientiert; dabei stellt die Marktorientierung das Gegenteil zur zentralen Planwirtschaft dar, während der soziale Aspekt die Folgen einer reinen Marktwirtschaft (siehe Kapitalismus) abmildern bzw. ganz verhindern soll.

            Quelle

            ;-) Aber so wie es aussieht bin ich mit dieser Meinung wohl Kommunist, denn wie sang Gevater Degenhardt (in einem anderen Zusammenhang) damals so schön:

            …also sie berufen sich hier pausenlos aufs grundgesetz sagen sie mal sind sie eigentlich kommunist…

    13. Am_Rande schrieb am 10. November 2011 at 00:58 - Permalink

      Ein seltsamer Artikel von Herrn Zeise.
      Man ist ja versucht zu glauben, dass er die Dinge verstanden hat, wenn er schreibt, dass in unserem (nun europäisierten) staatsmonopolistischen Fiat-Geld-System
      “(e)ine Limitierung des Gelddruckens der privaten Banken (durch) diese Leute nie ins Auge gefasst (wurde). Sie sind hauptverantwortlich für den verheerenden Kredit- und Schuldenboom, dessen Zusammenbruch die seit 2007 wütende Finanzkrise darstellt.”
      Aber zieht er daraus die richtigen Schlüsse?
      Nämlich den Schluß einer Abkehr vom verstaatlichten Fiat-Money/Teilreservebanken-system, unseres jetzigen Finanzsystems, wie es eine Hauptforderung der Österreichischen Schule der Volkswirtschaft ist?
      Nein.
      Er stört sich nur daran, dass die privaten Banken am unserem bisherigen schlechten System verdienen: “Ihr Schlachtruf, niemals dürfe die Notenbank die Gelddruckmaschine anwerfen, um den Staat zu finanzieren, lautet in Wahrheit: Der Gewinn dabei muss wie bisher bei den Privaten anfallen.”
      Er will also ein schlechtes System durch ein (wahrscheinlich) noch schlechteres ersetzen,
      denn er schreibt ja selbst, über das von ihm erstrebte Modell:
      “Nehmen wir einmal an, es gelänge, den scheinheiligen Widerstand der deutschen Notenbanker und ihres zahlreichen Anhangs bei Banken und in der Publizistik zu überwinden. [...] Allerdings würde damit allein auch die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht überwunden.”
      Also explizit keine echte Verbesserung!
      Wer glaubt, dass eine Abkehr der EZB vom Vorbild der Bundesbank, die der DM in den 40 Jahren ihres Bestehens immerhin(!) 5(!!!) Prozent ihrer Kaufkraft erhalten hat; hin zu einem Modell, das vielleicht eher der fränzösischen oder gar italienischen Zentralbank ähnlicher ist; wer glaubt, dass dies ein Gewinn an monetärer Sicherheit für die Menschen wäre, der mag sich einmal den Verlauf der Kaufkraft des Franc/der Lira vor das geistige Auge führen.
      Es ist bezeichnend, dass in dem Artikel von Herrn Zeise der erste(!) und wichtigste Satz der Ziele Und Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB):
      “Nach Artikel 127 Absatz 1 und Artikel 282 Absatz 2 des Vertrags über die Arbeitsweise der
      Europäischen Union ist es das vorrangige Ziel des ESZB, die Preisstabilität zu gewährleisten.”
      keinerlei Erwähnung findet.
      Dass dieser Satz derjenige ist, mit dem die Deutschen beruhigt und gewonnen werden sollten, die den Verlust der D-Mark mehrheitlich abgelehnt hätten, wenn sie in freier Abstimmung darüber hätten abstimmen dürfen; dass dieser Satz sozusagen das “sine qua non” aus deutscher Sicht ist, verschweigt der Autor. Erinnert er sich nicht an Theo Waigels „Ich habe immer gesagt, der Euro wird so stark wie die Mark!”?
      Er tut ja gut daran, sich nicht zu erinnern, denn ungezügeltes Gelddrucken nach Vorgabe der Politik verträgt sich nun einmal schlecht mit angestrebter Preisstabilität.
      ———–
      “Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.” (Voltaire zugeschrieben)

      • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 10:13 - Permalink

        Aber zieht er daraus die richtigen Schlüsse?
        Nämlich den Schluß einer Abkehr vom verstaatlichten Fiat-Money/Teilreservebanken-system, unseres jetzigen Finanzsystems, wie es eine Hauptforderung der Österreichischen Schule der Volkswirtschaft ist?

        Natürlich nicht, Zeise ist ja auch nicht bekloppt. Die “Österreicher” mögen für Libertäre und Tea-Party-Schwadroneure ja eine Alternative sein … für normal denkende Menschen sind sie es ganz sicher nicht.

        Wer glaubt, dass eine Abkehr der EZB vom Vorbild der Bundesbank, die der DM in den 40 Jahren ihres Bestehens immerhin(!) 5(!!!) Prozent ihrer Kaufkraft erhalten hat; hin zu einem Modell, das vielleicht eher der fränzösischen oder gar italienischen Zentralbank ähnlicher ist; wer glaubt, dass dies ein Gewinn an monetärer Sicherheit für die Menschen wäre, der mag sich einmal den Verlauf der Kaufkraft des Franc/der Lira vor das geistige Auge führen.

        Wer so phantasielos ist und dies ohne die Betrachtung der Lohnentwicklung tut, kommt natürlich zu falschen Schlüssen. Das ist ja auch das Problem mit Leuten wie Dir. Warum sollte Geld eine konstante Kaufkraft haben? Wen interessiert dies?

        “Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.” (Voltaire zugeschrieben)

        Zugeschrieben von einem österreicher Fraggle?

        • Am_Rande schrieb am 10. November 2011 at 12:39 - Permalink

          Sehr geehrter “Spiegelfechter”,

          sie schreiben: “für normal denkende Menschen sind sie (die Einsichten der ‘Österreicher’) es ganz sicher nicht.”

          Da mögen sie recht haben – für “normal denkende Menschen” sicherlich nicht, aber da sie meine “österreichisch-gefraggelten” Zitatzuschreibungen anscheinend goutieren, will ich es mal mit einem Einstein-Zitat versuchen:

          “Die Probleme dieser Welt lassen sich nicht mit den gleichen Denkmustern lösen, die sie erzeugt haben. Man muss die Welt neu betrachten.“

          Es ist doch wohl unbestreitbar, dass die bisherige Mainstream-Ökonomie mit ihrer Mischung aus (neo-)keynesianischen und monetären Ratschlägen an die Politik zu der jetzigen Situation geführt hat.
          Woher kommt dann die Hoffnung, dass man mit weiteren Werkzeugen aus dem (neo-)keynesianischen und monetären Arsenal zu einer Lösung der Probleme gelangen würde?

          “Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.”
          (Noch so ein Einstein-Zitat) ;-)

          • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 12:54 - Permalink

            Ach herrje. Du tust ja gerade so, als hätten “die Österreicher” noch nie Einfluss auf den volkswirtschaftlichen Diskurs gehabt. Hinter Keynes ist Mises sicherlich der mit Abstand(!) einflussreichste ökonomische Theoretiker des letzen Jahrhunderts. Seine Ideen waren es doch, die – wenn auch nicht in Reinform – als Neoliberalismus die Grundlagen geschaffen haben, unter denen wir heute leiden.

            Zum Glück dämmert es mittlerweile den meisten Menschen, dass die Heilung einer Intoxikation nicht in einer Erhöhung der Toxinmenge liegen kann. Ich hoffe innig, dass das darwinistische Gedankengut der “Österreicher” ein und für alle Male im Orkus der fehlgeschlagenen Ideologien untergehen.

            • Am_Rande schrieb am 10. November 2011 at 13:07 - Permalink

              Sehr geehrter “Spiegelfechter”,

              sie schreiben “Mises [ist] sicherlich der mit Abstand(!) einflussreichste ökonomische Theoretiker des letzen Jahrhunderts.”
              Es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie sie zu dieser Ansicht gelangen können.
              Ich schlage Ihnen als sozusagen “objektiven” Test einmal vor, die Begriffe “Mises” und “Keynes” im Spiegel-Archiv zu suchen,
              und dann einmal die Anzahl der Treffer zu vergleichen.
              Wenn Herr von Mises wirklich soo einflussreich war, müßte sein Name doch in den sechzig Jahren seit Gründung des Spiegels doch unzählige Male gefallen sein!
              Was aber, wenn dies nicht so wäre?

            • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 13:21 - Permalink

              sie schreiben “Mises [ist] sicherlich der mit Abstand(!) einflussreichste ökonomische Theoretiker des letzen Jahrhunderts.”
              Es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie sie zu dieser Ansicht gelangen können.
              Ich schlage Ihnen als sozusagen “objektiven” Test einmal vor, die Begriffe “Mises” und “Keynes” im Spiegel-Archiv zu suchen,

              Das der Name “Keynes” bekannter und geläufiger ist, stimmt natürlich. Ich schrieb ja auch “hinter Keynes”, was Sie im Zitat natürlich gekürzt haben.

              Die Bekanntheit des Namens hat aber wenig bis bis nichts mit dem Einfluss der Lehre zu tun. Sie werden sicher nicht bestreiten können, dass unser jetziges System ganz maßgeblich von Friedman und seiner “Chicago-Schule” geprägt wurde. Friedman und die “Chicago-Boys” sind aber ohne die “Österreicher” gar nicht denkbar, sie sind vielmehr ein (nicht ganz so radikaler) Arm der “Österreicher”.

            • Am_Rande schrieb am 10. November 2011 at 13:53 - Permalink

              Sehr geehrter “Spiegelfechter”,
              es ist doch so, dass die Politiker aller Parteien heutzutage ihre Hauptaufgabe darin sehen,
              die Probleme, die (so vermuteteten sie) vom “Kapitalismus” verursacht werden, durch gute und richtige Staatsinterventionen zu berichtigen.
              (Die Euro-Krise ist ja nur ein Beispiel unter unzähligen.)
              Dass sie sich für ihr Tun, dabei Ratschläge von “wissenschaftlicher Seite” holen, ist verständlich und eigentlich aller Ehren wert.
              Dass die Politiker sich dabei aber das herauspicken, was, (sei es bei “Friedman”, sei es bei “Keynes”), gerade am opportunsten erscheint, ist auch nur zu verständlich.
              Dass “die Wissenschaft”, im Beispiel die Chicago-Schule, ihrserseits wiederum bei den “Großmeistern”, hier also Friedman, heraussucht, was sie der Politik als opportunsten Ratschlag andienen kann, ist auch nur zu verständlich.
              Und dass wiederum die “Großmeister” selbst, sich bei den großen Vordenkern (hier also Mises) das herauspicken, was ihre eigene Ansichten untermauert, ist auch nur zu verständlich.
              Dass man bei dieser langen Reihe von Rosinenpickerei, vom Vordenker zum Politiker, noch sagen will, der und der Denker habe die Politik maßgeblich beeinflusst, ist meiner Meinung nach also ein Zweifelhafter Weg.
              Der einzige Weg scheint mir, sich anzuschauen, was der Vordenker selbst geschrieben und gefordert hat.
              Und dann zu schauen, was sich von diesen Ratschlägen und Forderungen in der aktuellen Politik wiederfindet.
              Und, wenn man dies tut, wird man feststellen müssen, dass wohl keiner der bedeutenden Ökonomen des letzten Jahrhunderts sowenig Gehör gefunden hat, wie Herr von Mises.
              —-
              P.S. “Das ich das Zitat “Hinter Keynes ist Mises sicherlich der mit Abstand(!) einflussreichste ökonomische Theoretiker…”
              war keine böse Absicht. Ich bitte um Entschuldigung. Errare humanum est ;-)

            • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 14:07 - Permalink

              Sehr geehrter “Spiegelfechter”,
              es ist doch so, dass die Politiker aller Parteien heutzutage ihre Hauptaufgabe darin sehen,
              die Probleme, die (so vermuteteten sie) vom “Kapitalismus” verursacht werden, durch gute und richtige Staatsinterventionen zu berichtigen

              Das hoffe ich doch sehr. Die Probleme, die uns der Marktliberalismus eingebrockt hat, lassen sich sicherlich nicht durch mehr Marktliberalismus lösen.

              Dass sie sich für ihr Tun, dabei Ratschläge von “wissenschaftlicher Seite” holen, ist verständlich und eigentlich aller Ehren wert.

              Richtig, nur dass die “Ratgeber” hier ideologisch verblendet sind – u.a. durch die Chicago-/Österreicher Schule.

              Dass die Politiker sich dabei aber das herauspicken, was, (sei es bei “Friedman”, sei es bei “Keynes”), gerade am opportunsten erscheint, ist auch nur zu verständlich.

              Sicher, wobei Keynes eher die “Regenvariante” ist, während an “Sonnentagen” Mises, Friedman und Co. die Richtung vorgeben.

              Der einzige Weg scheint mir, sich anzuschauen, was der Vordenker selbst geschrieben und gefordert hat.

              Von mir aus.

              Und dann zu schauen, was sich von diesen Ratschlägen und Forderungen in der aktuellen Politik wiederfindet.

              Was immer sehr schwer ist, da es hier um vollkommen verschiedene Perioden mit vollkommen verschiedenen Rahmenbedingungen geht. Man kann weder Marx, noch Keynes, noch Mises auf das Jahr 2011 anwenden. Friedman schon eher, aber das wäre natürlich töricht.

              Und, wenn man dies tut, wird man feststellen müssen, dass wohl keiner der bedeutenden Ökonomen des letzten Jahrhunderts sowenig Gehör gefunden hat, wie Herr von Mises.

              QED? Das sehe ich etwas anders.

            • Flouri schrieb am 10. November 2011 at 15:14 - Permalink

              wird man feststellen müssen, dass wohl keiner der bedeutenden Ökonomen des letzten Jahrhunderts sowenig Gehör gefunden hat, wie Herr von Mises.

              ?????????

            • schwitzig schrieb am 10. November 2011 at 15:27 - Permalink

              Offtopic:
              Zitat Am_Rande:

              Ich schlage Ihnen als sozusagen “objektiven” Test einmal vor, die Begriffe “Mises” und “Keynes” im Spiegel-Archiv zu suchen,

              Ha, Strike :-). Ich war mir schon beim ersten Posting sicher, dass Am_Rande im Dunstkreis der SPON-Foren zu verorten ist.

            • Am_Rande schrieb am 10. November 2011 at 19:48 - Permalink

              @ Spiegelfechter
              “QED? Das sehe ich etwas anders.”

              Nein, bewiesen ist es nicht – jedenfalls nicht durch das oben Gesagte ;-)
              Ich wollte ja nur aufzeigen, wie man redlicherweise vorgehen müßte,
              wenn man explizit darlegen wollte, inwieweit das zur Zeit vorherrschende Wirtschafts- und Finanzsystem, mit den Erkenntnissen und Forderungen z. B. eines Mises wirklich übereinstimmt. Aber das ist natürlich eine mühselige Aufgabe.
              Denn alle großen Ökonomen haben ja, gerade weil sie ein grundlegendes und umwälzend neues Gedankengebäude zu errichten und darzustellen haben, ein umfangreiches Gesamtwerk hinterlassen.
              Und es bleibt meist den Adepten überlassen, das Werk des “Meisters” in handhabbare Form zu gießen. Man müsste also schauen, wo man ein “verlässliche Kondensat” Mises’schen Denkens findet, dann müsste man für die angeführten Kernpunkte jeweils überzeugende Zitate im Originalwerk finden; und dann müsste man schauen, inwieweit diese Kernpunkte sich im zur Zeit vorherrschende Wirtschafts- und Finanzsystem wiederfinden. Oder eben auch nicht. Wie gesagt, eine mühselige Aufgabe…
              (Und es gibt natürlich Bücher, die die Mises’schen Thesen auf die jetzige Krise anwenden – wie z. B. das Buch “Meltdown” von Thomas E. Woods; aber auch dies hat schon beinahe 200 Seiten. Eine wirklich knappe Darstellung ist also schwierig.)

        • HHarlekin schrieb am 10. November 2011 at 13:29 - Permalink

          ;-) Es ist doch immer wieder putzig, wie Leute ganz “am Rande”
          zu toll formulierten Zitaten historischer Geistesgrößen greifen – diesmal muß Voltaire herhalten – nur um ihren Ausführungen einen unverdienten Glanz mangels eines eigenen zu verleihen (Sowas hat nicht nur Voltaire nicht verdient), Eindruckschinderei beabsichtigend bei Leuten, die mehr oder weniger unsicher nach Antworten suchen, oder auch um Leuten, die, wie Jens Berger anmerkt, wie Zeise “nicht bekloppt” sind, ein ordentliches Pfund um die Ohren zu hauen. Er hätte auch sagen können: “Papiergeld ist immer sch…e”, aber dann hätte er den tollen Button “Voltaire” nicht draufpappen können. ;-)

          Und Voltaire war alles mögliche, u. a. eine Persönlichkeit von hoher moralischer Integrität, aber gewiss kein Finanzfachmann.
          So wäre es interessant, zu erfahren, wann und in welchem Umfeld er diese zweifellos ironische Bemerkung gemacht haben soll, um sie richtig einordnen zu können. Es gab nämlich im Ancien Regime wiederholt massive Finanzkrisen ganz unterschiedlicher Ursachen, die alle ihren Teil beitrugen, z. B. die gigantischen Staatsschulden, die der Sonnenkönig hinterließ, und die Steuerfreiheit für die damalige Herrschaftsklassen Adel und Klerus. Heute bekommen Reiche und Superreiche Steuern gesenkt, und wenns nach den Teeparty-Liberalinskis und sonstigen Mises-Jüngern ginge, noch lange nicht tief genug.

          Eine Umstellung von Metall- zu Papiergeld verbunden mit Aktienzockerei riesigen Ausmaßes hat damals tiefe Spuren im Bewußtsein hinterlassen (Stichwort: “Mississippi-Spekulation”. Hierauf könnte sich Voltaires Bemerkung in Erinnerung an dieses Desaster idT bezogen haben.

          Etwas holzschnittartig, aber für die, die es interessiert, ganz nett zu lesen: Die beiden FAZ-Artikel von Gerald Braunberger

          http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/historische-finanzkrisen-frankreich-1720-aufstieg-und-fall-von-john-laws-finanzsystem-1283673.html

          http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/historische-finanzkrisen-frankreich-1789-die-30-maedchen-von-genf-1283661.html
          Gerade die “Mississippi-Spekulation” zeigt, daß es nicht alleine das “Geld drucken” war, sondern u. a. das Erzeugen einer riesigen Blase, die irgendwann platzte, was zur Katastrophe führte.
          Das heutige Euro-System ist doch wahrlich ein völlig anderes Kaliber, da kann ich Jens Berger nur zustimmen.
          Aber was stören das stets schlichte Weltbild der “Österreicher” schon die Realität? Ohne Einbeziehung des Gesamtsystems sagen: “Geld drucken – bääh – Inflation” ist ebenso stets aufs neue putzig, aber so ist sie, die “Österreicher-Religion”. ;-)

          Tschuldigung fürs Abschweifen, aber diesen Mißbrauch Voltaires mochte ich so nicht stehen lassen. ;-)

          Grüße

      • gebintit schrieb am 10. November 2011 at 10:19 - Permalink

        Wer glaubt, dass eine Abkehr der EZB vom Vorbild der Bundesbank, die der DM in den 40 Jahren ihres Bestehens immerhin(!) 5(!!!) Prozent ihrer Kaufkraft erhalten hat; …

        Im Wikipedia-Artikel Fiatgeld werden andere Zahlen genannt, die mir wesentlich plausibler erscheinen:

        Die D-Mark gehörte zu den Fiatwährungen mit relativ geringem Kaufkraftverlust. So verringerte sich ihre Kaufkraft von der Einführung 1948 bis zur Ablösung durch den Euro Anfang 1999 nur auf etwa ein Viertel. Die jährliche Inflationsrate in Deutschland betrug in diesem Zeitraum durchschnittlich knapp drei Prozent.

        Das Geld behielt also 25% seiner Kaufkraft und nicht 5%.

        • Am_Rande schrieb am 10. November 2011 at 12:35 - Permalink

          Sehr geehrter “gebintit”,
          ich will mich nicht über “genaue” Zahlenwerte streiten. :-)
          Der Wert der 5prozentigen Restkaufkraft war mir in mehreren Büchern begegnet,und ich habe ihn mir wohl auch wegen seiner Plakativität gemerkt. Aber da Wikipedia heute ja als gesammeltes Weltwissen gilt ;-)
          habe ich nichts dagegen, wenn man von einer 25prozentigen Restkaufkraft spricht.
          Denn die Aussage beider Zahlenwerte ist ja die gleiche;
          beide zeigen auf, wie sehr der Begriff der “Preisstabilität” sozusagen “auf den Hund gekommen” ist.
          Führt man den Begriff der Stabilität einmal in den Bereich zurück, aus dem er wohl entnommen ist, den Bereich der Mechanik, und denkt sich ein Beispiel, sagen wir, aus der Baumechanik, dann wäre es wohl tollkühn, dem Baumeister einer Zuschauertribüne zu glauben, wenn er sagte: “Meine Konstruktion ist stabil, weil sie nur in 3 von 4 Fällen zusammenbricht.”
          (Meine Zahl der 5% hieße ja nur, dass seine Aussage dann hieße: “Meine Konstruktion ist stabil, weil sie nur in 19 von 20 Fällen zusammenbricht.”)
          Der Unterschied, warum man die Politik, die von Preisstabilität spricht, trotz der erwiesenen Unrichtigkeit der Behauptung, sozusagen “davonkommen” läßt, liegt meiner Meinung darin, dass die Menschen wissen, dass man den Gesetzen der Physik nicht entgehen kann, sie aber immer noch den Politikern glauben, die meinen, die Gesetze der Ökonomie ließen sich mit dem neuerdings wieder vielbeschworenen “Primat der Politik” aus der Welt schaffen.

          • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 13:09 - Permalink

            Aber was soll denn bitte der Sinn dieser Übung sein?

            Du weißt doch ganz genau, dass 1950 der durchschnittliche Stundenlohn bei rund 5 D-Mark lag und die Löhne in den ersten 40 Jahren der Bundesrepublik deutlich stärker gestiegen sind als die Preise.

            Was soll also die komplett unsinnige Betrachtung der Kaufkraft mit den Werten von 1950? Es ist übrigens keinesfalls “unwichtig”, ob es hier um 5% oder um 25% geht, da die Löhne sich seit dieser Zeit ungefähr um das Siebenfache gestiegen sind. Da macht es einen gewaltigen Unterschied, ob die Preise um das Vierfache oder um das Zwanzigfache gestiegen sind. Alleine der Umstand, dass Du diese elementare Frage bagatellisierst, zeigt mir, dass Du das Prinzip nicht einmal im Ansatz verstanden hast.

    14. Ariane schrieb am 10. November 2011 at 01:06 - Permalink

      Schöner Artikel von Zeise, nur leider wird er wahrscheinlich nicht viel bewirken.
      Ich hab meinen Optimismus eher verloren. Der große Gipfel wäre ja immerhin die Möglichkeit gewesen, einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu machen, stattdessen war das totaler Murks. Und imo liegt der Grund an Italiens Problemen auch an den Signalen, die dieser Gipfel ausgesandt hat.
      Aber darüber wird ja nicht geredet, nööööö da wird plötzlich so getan, dass Italien ganz plötzlich nach 15 Jahren oder so ein Problem hat, weil der Chef Berlusconi heißt. Und wenn der mal eben zurücktritt und dann schnell irgendwelche Reformen eingeleitet werden, wird alles gut. Na sicher.
      Und wenn stattdessen die Zinsen nach oben statt nach unten klettern, ist das Staunen groß und die Anleger hätten nur einen günstigen Zeitpunkt zum Aussteigen gesucht. Aso, vielleicht ist den Anlegern aber auch “plötzlich” aufgefallen, dass nicht gleich alles anders wird, wenn da plötzlich jemand anderes Chef wird und dass ein Wahlkampf und Machtvakuum auch nicht gerade vertrauensfördernd sind?

      Mittlerweile machen auf mich gerade die deutschen Oberen eher den Eindruck, den Karren lieber mit Volldampf an die Wand zu fahren, als mal einmal kurz nachzudenken, was sie da tun. Jens Weidmann wird sich sicher heldenhaft vor jede EZB-Einmischung stellen.
      Meiner Meinung nach ist das völliger Wahnsinn, wenn man dem ganzen Treiben jetzt zusieht und abwartet, ob Italien nicht vielleicht Hilfe braucht, kann man den ganzen EFSF doch gleich wieder in die Tonne werfen.

    15. philipp schrieb am 10. November 2011 at 04:19 - Permalink

      … keine Frage, an unsererm Bankensystem ist gehörig was faul. Aber wie er drauf kommt, eine Ausweitung der Geldmenge brächte keine Infaltion, erschließt sich mit nicht ganz.
      Ist doch eigentlich ziemlicher common sense – und soweit mir bekannt eines der wenigen Dinge, bei dem sich die Volkswirtschaftler mittlerweile weitgehend einig sind.
      Mehr Geld, das der gleichen Menge an Gütern und Dienstleistungen gegenübersteht. Angebot und Nachfrage. Nachfrage (Geld) steigt, Angebot (Güter und Dienstleistungen) bleibt gleich. Ergo die Preise steigen. Was ist daran falsch?

      • smukster schrieb am 10. November 2011 at 06:37 - Permalink

        Geldmenge ist nicht zwangslaeufig gleich Nachfrage. Bereits jetzt ist die Geldmenge stark angewachsen – aber gleichzeitig gibt es eher ein Ueberangebot an Waren, weil das Geld nicht bei denen ist, die diese nachfragen wuerden. Korrekt heisst es: Die Preise steigen, wenn die nachfragewirksame Geldmenge schneller steigt als das Warenangebot.

        Nebenbei argumentiert Zeise ja, dass die Staatsfinanzierung durch die EZB gar keine Ausweitung der Geldmenge bedeutet – aber das sagst Du auch gar nicht, soweit ich dich verstehe.

      • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 10:07 - Permalink

        Was ist daran falsch?

        Daran ist nichts falsch. Es trifft aber auf eine simple Staatsfinanzierung der EZB ceteris paribus(!) nicht zu.

        a) An der Geldmenge M1, die Inflation erzeugen kann, ändert sich nichts
        b) Das Geld für die Staatsfinanzierung über das Bankensystem wird auch heute schon zu sehr großen Teilen via EZB geschöpft

        Um eine Inflation konstruieren zu können, muss man daher eine wichtige – aber nicht gegebene – Zusatzannahme treffen, die da heißt:

        Wenn die EZB die Staatsfinanzierung übernimmt, nehmen die Staaten viel mehr Schulden auf und verteilen das frisch gedruckte Geld im Volk.

        Ohne diese Zusatzannahme gibt es auch keine Steigerung der Inflation. Natürlich muss man strukturelle Barrieren errichten, dass diese Annahme nicht Wirklichkeit werden kann. Aber das ist nun auch nicht soooo schwer.

        • gebintit schrieb am 10. November 2011 at 11:06 - Permalink

          Woher nimmst du deine Sicherheit, dass die “Zusatzannahme” (siehe oben) nicht zutrifft.
          Warum sollten demokratisch legitimierte Regierungen, die wieder gewählt werden wollen, plötzlich der Versuchung widerstehen können, “Wahlgeschenke” auf Pump zu machen. Dies strukturell zu verhindern, scheint mir politisch nicht sooo einfach zu sein.

          • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 11:13 - Permalink

            Bei Regierungen, die es schaffen, eine Schuldenbremse in der Verfassung zu implementieren, mache ich mr über so etwas keine Sorgen.

            Außerdem ist dies eine direkte Frage des Mechanismus. Man kann die Modalitäten doch in der Satzung der EZB festlegen. Wer mehr als das Maximimun will, muss es sich halt am Markt besorgen – ohne, dass die EZB dafür haftet. Alles eine Frage des Wollens.

      • Nicolai Hähnle schrieb am 10. November 2011 at 12:59 - Permalink

        @philipp:

        Mehr Geld, das der gleichen Menge an Gütern und Dienstleistungen gegenübersteht. Angebot und Nachfrage. Nachfrage (Geld) steigt, Angebot (Güter und Dienstleistungen) bleibt gleich. Ergo die Preise steigen. Was ist daran falsch?

        Du bringst Stocks und Flows durcheinander. Die Geldmenge ist, wie der Name schon sagt, eine Menge. Preise bilden sich aber in Reaktion auf Angebot und Nachfrage, die beide Flüsse sind. Es gibt also zunächst einmal keinen direkten kausalen Zusammenhang von Geldmenge hin zu Preisniveau.

        Die Frage ist, wie Geldmenge und Nachfrage tatsächlich zusammenhängen. In “normalen” Zeiten kann man da sicher eine gewisse Korrelation beobachten, aber diese Zeiten sind eher nicht “normal”. Und es ist eben auch nur eine Korrelation, und kein unverrückbares Naturgesetz. Deswegen muss man schon genauer hinsehen, was wirklich passiert.

    16. Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 09:17 - Permalink

      @Brick

      Russland Anfang der 90er ist das historische Beispiel an das ich gedacht hatte. Ich denke durchaus, dass eben hier das Vertrauen in Regierungen und Notenbanken das richtige zu tun eine wichtige Rolle spielen.

      Oh, das ist ein ganz komplexer Fall. Bei der Russlandkrise kommen so viele Faktoren zusammen – zwanghaftes Stemmen gegen die Abwertung des Rubels/Horrende Inlandsverschuldung durch die Altlasten der UdSSR/IWF-Kredite, die in Dollar zurückgezahlt werden mussten, eine zerstörerische Austeritätspolitik und Raubtierkapitalismus, Oligarchen, die dem Staat ihre Deviseneinnahmen vorenthielten.
      Die eigentliche Hyperinflation hatte jedoch einen ganz einfachen Grund: 1991/92 verfügte das Land gar nicht über die Möglichkeit, sich am Kapitalmarkt über Staatsanleihen zu finanzieren. Man hat buchstäblich Geld gedruckt und damit z.B. die Lohnrückstände der Bevölkerung (damals war ja fast alles staatlich) zurückgezahlt. Verschärfend kam noch hinzu, dass jede Republik eine eigene Zentralbank hatte, die Geld drucken konnte. Die frischen Rubel kamen also in riesiger Menge in den Umlauf und erzeugten eine Nachfrage, die durch die desolate Wirtschaft nicht gedeckt werden konnte, zumal der Rubel zu jener Zeit nur sehr eingeschränkt konvertibel. Es traf also eine klassische Vermehrung des Geldes in der Hand der Konsumenten auf eine dramatische Verknappung des Warenangebots. Nun kam auch noch Herr Jelzin mit seinen (in dieser Zeit nur als “irre” zu bezeichnenden) Liberalisierungen. Ein Großteil der Wirtschaft wurde privatisiert, dadurch fiel jedoch erst einmal die komplette Produktions- und Vermarktungskette aus und das Angebot verringerte sich noch weiter. Nun (als sei dies alles nicht katastrophal genug) liberalisierte man auch noch die Preise. Die Folge war klar: Es musste eine Hyperinflation stattfinden.
      Retrospektiv betrachtet war dies eine Art Finanz-Tschernobyl. Man wagte ein irres Experiment, beachtete die Warnleuchten nicht und setzte sich gegen alle Regeln durch und erzeugte damit den GAU.
      Zu Deiner These: Russland war zu jener Zeit politisch gar nicht so fürchterlich instabil. Das schlagende Argument gegen Deine These ist jedoch, dass Russland sich zu jener Zeit nicht an den Finanzmärkten refinanziert hat. Die Einschätzungen der Märkte spielten erst viel später eine Rolle, als man krampfhaft versuchte, den Rubelkurs hochzuhalten. Das war aber 1998, sechs Jahre, eine Währungsreform und eine längere Phase der Deflation später.

    17. salvo schrieb am 10. November 2011 at 09:45 - Permalink

      lesenswert auch Marshall Auerback dazu

      “As for Italy itself, the country runs a primary fiscal surplus. As George Soros has noted: “Italy is indebted, but it isn’t insolvent.” Its fiscal deficit to GDP ratio is 60% of the OECD average. It is less than the euro area average. Its ratio of non-financial private debt to GDP is very low relative to other OECD economies.

      It is not at all like Greece. It has a vibrant tradeable goods sector. It sells things the rest of the world wants. You introduce austerity at this juncture, and you will cause even slower economic growth, higher public debt, thereby creating the very type of Greek style national insolvency crisis that Europe is ostensibly seeking to avoid. And then it will move to France, and ultimately to Germany itself. No passenger is safe when the Titanic hits the iceberg.

      The entire euro zone is already in severe recession (depression, in fact, is not too strong a word), yet the ECB, the Germans, the French and virtually every single policy maker in the core continue to advocate the economic equivalent of mediaeval blood-letting via ongoing fiscal austerity. And, surprise, surprise, the public deficits continue to grow.

      Here’s another interesting thing: in the 1990s, a number of countries, including Italy, engaged deliberately in transactions which had no economic justification, other than to mask their public debt levels in order to secure entry into the euro (see an excellent paper on this by Professor Gustavo Piga, “Derivatives and Public Debt Management”, which documents this practice). Italy actively exploited ambiguity in accounting rules for swap transactions in order to mislead EU institutions, other EU national governments, and its own public as to the true size of its budget deficit.

      And Eurostat signed off on these transactions. And who worked at the Italian Treasury at that time? That’s right: “Super Mario” Draghi, who was director general of the Italian Treasury from 1991-2001 when all this was going on, and then joined Goldman Sachs (2002-2005), when the privatisations came up. Interesting that he is now the guy who has to deal with the ultimate fall-out. Karmic justice.

      Virtually everybody has lied about their figures (Spain is a notable offender today), so listening to Europe’s high priests of monetary chastity is akin to listening to someone coming out of a brothel proclaiming his continued virginity.

      Is there a solution? Of course there is. But the eurozone’s chief policy makers continue to avoid utilizing the one institution – the European Central Bank – which has the capacity to create unlimited euros, and therefore provides the only credible backstop to markets which continue to query the solvency of individual nation states within the euro zone. They are, as Professor Paul de Grauwe suggests, like generals who refuse to go into combat fully armed (“European Summits in Ivory Towers”):

      The generals….announce that they actually hate the whole thing and that they will limit the shooting as much as possible. Some of the generals are so upset by the prospect of going to war that they resign from the army. The remaining generals then tell the enemy that the shooting will only be temporary, and that the army will go home as soon as possible. What is the likely outcome of this war? You guessed it. Utter defeat by the enemy.

      The ECB has been behaving like the generals. When it announced its programme of government bond buying it made it known to the financial markets (the enemy) that it thoroughly dislikes it and that it will discontinue it as soon as possible. Some members of the Governing Council of the ECB resigned in disgust at the prospect of having to buy bad bonds. Like the army, the ECB has overwhelming (in fact unlimited) firepower but it made it clear that it is not prepared to use the full strength of its money-creating capacity. What is the likely outcome of such a programme? You guessed it. Defeat by the financial markets.

      The ECB should, as De Grauwe suggests, be using the ecoomic equivalent of the Powell Doctrine: when a nation is engaging in war, every resource and tool should be used to achieve decisive force against the enemy, minimizing casualties and ending the conflict quickly by forcing the weaker force to capitulate.

      The ECB is the monopoly supplier of currency. They can set the price on the rates, (obviously not the supply) so if they set a level (say, Italy at 5%) why should there be a default? Capitulating to the markets, or entering the battle half-heartedly not only ensures more economic collateral damage, but effectively emboldens the speculators by granting them a free put option on every nation in the euro zone. They’ll line them up, one by one, starting with Greece and ending with Germany.

      The ECB continues to hide behind legalisms to justify its inaction, ironic, considering the extent to which national accounting fraud has long been tolerated in the euro zone since its inception. The notion that it cannot act as lender of last resort is disingenuous: The ECB does have the legal mandate under its “financial stability” mandate which was provided under the Treaty of Maastricht. ”

      http://www.nakedcapitalism.com/2011/11/marshall-auerback-the-road-to-serfdom.html

      • matt_us schrieb am 10. November 2011 at 10:45 - Permalink

        Richtig, man muss das als Krieg gegen die Spekulanten betrachten, jetzt sind langsam alle Mittel recht. Wir muessen den Spekulanten unseren Willen aufzwingen, die Renditen da haben zu wollen, wo wir sie haben wollen (unten) und nicht wo die SPekulanten sie haben wollen (oben – um mehr Gewinn zu machen!). (Aus wikipedia “Clausewitz”)

        “Jeder Krieg ist nach Clausewitz ein Akt der Gewalt mit dem Zweck „den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen”. Der “Zweck” des Krieges, sprich der zu erfüllende Wille, wird dabei von der Politik bestimmt. Das Ziel des Krieges ist somit, zur Erfüllung des Zwecks den Gegner wehrlos zu machen. Dieses Ziel wird von der Strategie verfolgt und kann in verschiedenen Vorgehen bestehen, ….. Als Mittel zum Erreichen des gesetzten Zieles dient somit alles, worin der menschliche Verstand ein Hilfsmittel entdeckt, also alle moralischen und physischen Kräfte eines Staates.”

        Dazu gehoert natuerlich auch Gelddrucken, und das zur Staatsfinanzierung heranzuziehen. Dann stehen die Finanzspekulatiusse da und schauen in die Roehre.

      • gebintit schrieb am 10. November 2011 at 12:05 - Permalink

        Wie der von dir zitierte Autor Auerback finde ich den Umstand sehr interessant, dass in den 90er Jahren einige Staaten (die nun meist in schwersten Krisen stecken) mit Tricks ihre tatsächliche Staatsverschuldung verschleiert haben, um in den Euro aufgenommen zu werden. Interessant finde ich vor allem, dass dies angeblich keiner gemerkt hat.

        Bis heute kann ich das nicht glauben. Ich werde nie vergessen, wie meine Mutter (Grundschullehrerin) am Mittagstisch stolz verkündete, sie hätte auf Anraten ihrer Bank in griechische Drachmen investiert, das muss Ende der 90er gewesen sein. Wir lachten unsere Mutter aus, ich hielt sie für total bescheuert.
        Tatsächlich lohnte sich die Anlage, wie durch ein Wunder stieg die Drachme und die Griechen bekamen den Euro. Was müssen Banken für Gewinne gemacht haben, die wussten, dass aus politischen (und nicht realwirtschaftlichen) Gründen, die Drachme zu steigen hat (Fiatgeld, im wahrsten Sinne seines Namens!).
        Nun sollen wir aus diesem Schlamassel herauskommen, in dem nun die EZB spricht: “es werde Geld!”.
        Vielleicht könnte dies aus einer Bruchlandung eine etwas sanftere Landung machen, aber in irgend einer Form muss wohl dafür bezahlt werden, dass man in der Vergangenheit über die Verhältnisse gelebt hat. Der Euro wird weiter an Wert verlieren, das ist vielleicht gut für die Exportwirtschaft, aber schlecht für den kleinen Mann, der für die China-Importe künftig mehr bezahlen muss. Alternativen gibt es allerdings kaum.

    18. nagel schrieb am 10. November 2011 at 10:24 - Permalink

      anstatt sich gedanken zu machen, an und mit welchem tropf der globale finanzmarkt weiter am leben erhalten werden kann, damit er volkswirtschaften weiter die finanzielle substanz entziehen kann: es sollte vielmehr darüber nachgedacht werden wie den spekulationsgeschäften, der wertschöpfungsfreien geldvermehrung und der damit verbundenen einseitigen bindung von kapital und der künstlichen verknappung von rohstoffen und nahrungsmitteln, (…) der nährboden entzogen werden kann. warum wird nicht über die abschaffung von aktiengesellschaften als gesellschaftsform und die verstaatlichung von banken und versicherungen laut nachgedacht. die verpflichtung gegenüber den aktionären, rendite zu erwirtschaften und an diese auszuschütten ist meiner meinung nach die wurzel allen übels.

      • minimax schrieb am 10. November 2011 at 13:27 - Permalink

        warum nicht gleich die eigentumsfrage stellen?

        “Bochumer Programm
        Immer noch herrschen Kapitalisten über ihre Unternehmen wie Könige. In Politik und Staat sorgen neben
        Lobbyarbeit und Bestechung die „ökonomischen Notwendigkeiten“ dafür, dass die Interessen der Kapitaleigner
        an erster Stelle stehen.
        Im 20. Jahrhundert glaubten Sozialdemokraten und Kommunisten den Vertretungs-Staat für die Interessen
        der Mehrheit dienstbar machen zu können. Alle Hoffnung, die wir in diese sozialdemokratischen und kommunistischen
        „Interessenvertreter“ gesetzt hatten, wurde enttäuscht. Egal ob kapitalistische Manager, sozialdemokratische
        oder kommunistische Funktionäre „im Namen der Gesellschaft“ Entscheidungen trafen,
        immer wurde die Mehrheit von diesen Machthabern verplant und bevormundet.
        Hier und heute steht nicht mehr zur Debatte, welche spezielle Minderheit für und über die Mehrheit plant
        und entscheidet. Hier und heute sind Schritte zur Emanzipation nur dort zu erreichen, wo Alle gemeinsam
        und direkt planen und entscheiden.
        Unsere wichtigsten politischen Forderungen sind deshalb:
        - Kommunalisierung und Demokratisierung von Energieversorgung, Lebensmittelversorgung und
        Transportwesen;
        - Kommunalisierung und Demokratisierung des Bildungswesens. Einheitliche Ausbildung in Theorie
        und Praxis für Alle bis zum 18. Lebensjahr.
        Durch Kommunalisierung wird die Verwaltung, Produktion und Verteilung möglichst vieler gesellschaftlicher
        Aufgaben auf lokaler Ebene organisiert. Durch Demokratisierung übernehmen alle Gesellschaftsmitglieder
        die unmittelbare Verantwortung und direkte Kontrolle über Gemeinschaftsaufgaben. Kommunalisierung
        und Demokratisierung gehören zusammen.
        Außerdem fordern wir:
        - Freiheit der Information, der Rede, der Versammlung und der Organisation;
        - Abschaffung des Beamtentums;
        - Trennung von Staat und Kirche. Abschaffung der Kirchensteuer;
        - Abzug aller deutschen Soldaten aus dem Ausland.
        Abschaffung der Lohnarbeit mittels Selbstverwaltung der Unternehmen durch die Werktätigen ist unser
        wichtigstes Ziel. Bis dahin treten wir unbedingt auch für Reformen ein, die zwar nur die Folgen der Lohnarbeit
        lindern, aber körperlichen und psychischen Ruin verhindern und uns und allen anderen die Zeit und
        die Fähigkeit geben, die Bedingungen unseres Lebens und unserer Arbeit zunehmend selbst zu gestalten.
        Unsere wichtigsten gewerkschaftlichen Forderungen sind daher:
        - Volle Selbstverwaltung der Sozialversicherungen durch die Versicherten;
        - Informationsfreiheit. Zugang zu allen betrieblichen Daten für Unternehmensangehörige;
        - Rede-, Organisations- und Streikfreiheit;
        - Normalarbeitszeit 6 Stunden an 5 Wochentagen;
        - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit;
        - Mindestlohn in Höhe von 50% des Durchschnittslohns (derzeit 21,42 Euro);
        - Beschränkung der Nacht- und Schichtarbeit auf Betriebe, in denen sie aus technischen oder sozialen
        Gründen zwingend erforderlich ist. Über alle Abweichungen vom Normalarbeitstag entscheidet die
        Belegschaftsversammlung;
        - Abschaffung der Hartz-Gesetze. Arbeitslosengeld für die Dauer der Arbeitslosigkeit;
        - Rente mit 60.

        September 2011.”

    19. Cherio schrieb am 10. November 2011 at 17:10 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Die “Schißhasen” sind doch schon ins Gold geflohen und werden bald kalt enteignet.

      Soll wohl heißen so wie 1933 in den USA, als der Staat den Leuten das Gold für 20$ abnahm um dann, als das Gold komplett konfisziert war, den Preis auf 35$ festzusetzen? Diese Gefahr kann man allerdings nicht ganz ausschließen…

      Oma Krawuttke wird ihr Sparbuch wohl kaum auflösen und sich Rohstoffzertifikate oder gar physische Rohstoffe kaufen.

      Oma Krawuttke weiß aus Erfahrung, dass im 20. Jahrhundert das Geld 2x entwertet wurde und es insbesondere die „Schlaumeier“ traf, die Staatsanleihen und Zinspapiere hielten. Seltsamerweise gab es Menschen, die Sachwerte hatten und diese auch noch nach Währungsreform und Hyperinflation existierten. Und Zertifikate kann nur jemand kaufen, der auch die Intelligenz besitzt sein Geld derzeit in Staatsanleihen anzulegen – schließlich wird auch die EZB dazu übergehen den „ganzen Mist“ aufzukaufen, es bleibt nichts anderes übrig.

      Also wird der stolze Besitzer natürlich sein Geld zurückerhalten… nominal! Ach ja, von Griechenland mal abgesehen.

    20. Sergio schrieb am 10. November 2011 at 17:29 - Permalink

      Was ist der Unterschied zwischen einem Politiker und einem Journalisten wie Lucas Zeise: Der eine IST Politiker, der andere ein MÖCHTEGERN Politiker.
      Dieser Aberglaube, die Notenbank kann uns alle retten, ist volllkommen ahistorisch. Man beachte bitte die folgende Grafik:
      http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2011/10/cemb%201.jpg
      Ich denke dass braucht man nicht zu kommentieren. Es spricht für sich selbst.
      P.S.: Die Grafik ist von dem folgenden Artikel:
      http://www.zerohedge.com/news/actually-ecb-has-already-handed-out-%E2%82%AC1-trillion-and-why-germany-equates-ecb-printing-hyperinfla

      • Spiegelfechter schrieb am 10. November 2011 at 17:36 - Permalink

        Oh jeh – von Dir kommt aber nur unausgegorener Mist

        • Sergio schrieb am 10. November 2011 at 18:39 - Permalink

          Finde ich jetzt nicht fair von Dir. Zugegegben, etwas kurz meine “Kurzintervention”.

          Aber es darf doch die folgende Frage erlaubt sein: Wenn Du schon dafür bist, dass die Notenbank die Staatsschulden “finanzieren” soll, wie hoch soll den der Anteil sein an dem die Notenbank an der Schuld des Staates beteiligt ist? Soll sie zB 50% sein oder sogar 100% wie zur Zeit der Weimar Republik? Welche Vorstellungen hast Du da?

      • CheckervonBeruf schrieb am 10. November 2011 at 22:24 - Permalink

        Du musst aber auch verstehen, was in dem Artikel steht, den du verlinkst. Niemand dort behauptet, dass die EZB gerade unweigerlich Hyperinflation auslöst, oder zu wissen, was passieren wird. Man spekuliert nur drüber, ob “die Deutschen” denken, dass es so kommt. Es geht um die german angst…

    21. gebintit schrieb am 10. November 2011 at 20:21 - Permalink

      Notenpresse ist der Begriff des Tages heute. Bei mir begann es mit diesem Artikel, mit dem ich Übersetzungs-Addons* für den Firefox testete: Wall Street Ignoring Europe?, by Tim Duy. Da heißt es

      “One of the severest forms of monetary policy being roped in for fiscal purposes is monetary financing, in colloquial terms also known as the financing of public debt via the money printing press,” Weidmann, who heads Germany’s Bundesbank, said in a speech in Berlin today.

      Die deutsche ANGST vor der NOTENPRESSE. Weiter heißt es, wir leben in Deutschland noch immer unter dem Eindruck der 20er Jahre, während die Amis unter dem Eindruck ” legacy ” der 70er Jahr leben.
      Dann der Artikel “Keine Angst vor der Notenpresse” von Lucas Zeise, der erstaunlich linke Ansichten hat. Nun Handelsblatt: Krugman will Griechenland mit Notenpresse retten. Eine Google-News-Recherche zu “Notenpresse” mit dem Filter “Letzte 24 Stunden” bringt 571 Ergebnisse.
      Wie viele Deutsche werden heute Nacht Angstträume von Notenpressen haben?

      *) Dict.cc Translation ist mein Favorit, Simple Translate verwendet leo.dict.org, öffnet aber für jede Übersetzung einen neuen Tab, das nervt. Gtranslate verwendet den Google-Translate Service und ist quick and dirty.
      Gute Nacht!

    22. R_Winter schrieb am 11. November 2011 at 14:09 - Permalink

      ….und hier eine “glasklare” Erklärung der Finanzkrise…..


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    Wikio - Top Blog - Politik