Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über uns
  • Kontakt

  • Blog-Flattr

    flattr this!
  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Kategorien

  • Archiv

  • Blogroll

    • Ad Sinistram
    • annotazioni
    • Das Blättchen
    • Das Dossier
    • Die Freiheitsliebe
    • Economist´s View
    • Egghat
    • Feynsinn
    • German-foreign-policy
    • le Bohémien
    • Maskenfall
    • NachDenkSeiten
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Nics Bloghaus
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Ossietzky
    • Paul Krugman
    • Philibuster
    • Real-World Economics Review Blog
    • Tautenhahn
    • Telepolis
    • Transatlantikblog
    • Wirtschaft und Gesellschaft
    • Wolfgang Michal
  • RSS Nachdenkseiten

    • Hinweise des Tages II
    • Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ müsste in den Medien jegliche Glaubwürdigkeit verloren haben
    • Hinweise des Tages
    • „Quo vadis NATO? – Herausforderungen für Demokratie und Recht“
    • Hinweise des Tages
  • RSS ad sinistram

    • Sie ist ja eigentlich ganz nett
    • Die Unmöglichkeit reinen Lebens
    • Mehr Planwirtschaft wagen
    • De dicto
    • Lieber arrogant als gefesselt
  • RSS annotazioni

    • Aufruf: Europa geht anders!
    • Soziale Ungleichheit und die Krise
    • Die „höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten“ unter die Lupe genommen
    • Ungleichheit und Krise – zwei aktuelle Wortmeldungen
    • Ein ewiges Lied: Die FAZ mit Zahlentricks gegen höhere Steuern
  • RSS Feynsinn

    • Georg-Schramm-Syndrom
    • Nachrichten aus der Montagehalle
    • Dany zurückgestreichelt
    • Einmal Marx und zurück
    • Gedruckter Surrealismus
  • RSS Freiheitsliebe

    • “Fleischmarkt – weibliche Körper im Kapitalismus” – von Laurie Penny
    • Rechte geben sich als Verteidiger von Homosexuellen
    • Islamfeindlichkeit – Gegenstrategien und Handlungsbedarfe in Schleswig-Holstein
    • Deutschland, das Land der geschlechtlichen Lohnungleichheit
    • Vier Parteien gegen Kampfdrohnen – Militär will handeln
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Die Meute wird zur Jagd geblasen – die Medien und die “Obama-Skandale”
    • Sie sprechen in Zungen! - Warum wir uns in der Politik nicht verstehen
    • Warum Vergangenheitsbewältigung so wichtig ist
    • Das Geld findet immer einen Weg - warum die Debatte um eine Parteispendenreform sich immer im Kreis drehen wird
    • Politische Analphabeten bei der Arbeit
  • RSS Wirtschaft und Gesellschaft

    • Auf einen Blick: Seit März im Abonnement erschienen
    • Eurokrise: Neueste Außenhandelsdaten belegen Fehlentwicklung
    • Inflation/Deflation: Selbst Deutschland schon im Minus
    • Rundfunkbeitrag: Verdient haben sie es nicht
    • Alltag im Regierungsviertel: Achtung! Politiker!
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Navi-Geräte Preisvergleich

    Hier könnte auch Ihre Werbung stehen
  • Letzte Kommentare

      maguscarolus bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      “Alten-Pflege” ist ein wichtige...

      aquadraht bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Klingt für mich ein wenig wie “Abtreibung ist...

      BilboB bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      @R_Winter Ist denn Frau...

      Bernie bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Danke für die Unterstützung ;-) Gruß Bernie

      der Herr Karl bei Die Unmöglichkeit reinen Lebens:

      @Frau Lehmann “Ich weiß nicht, was du damit ausdrücken...

      susi bibelmaus bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und jeder bekommt...

      Sikke Loling bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      für McDonalds und Co noch genug Studenten Wie soll das...

      Heldentasse bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Allgemeine Infos dazu: Irreführung mit Zahlen –...

      Mod bei Die Unmöglichkeit reinen Lebens:

      Hallo Frau Lehmann, schön das sie wieder da sind! Das was sie oben...

      Mod bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Obdachlosigkeit ist laut...

      aquadraht bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Ich hab mal in die Originaldaten reingeschaut. Da gibt es...

      maguscarolus bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Jetzt lasst halt mal den guten Nobby Blüm in Ruhe. Der...

      maguscarolus bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      theoretische minimale Chance auf Wohlstand haben Das ist...

      maguscarolus bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Wen interessieren Jahrtausende, wo doch das ganze Elend...

      Jenny bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      und wo landen oft die Fachkräfte aus den Krisenländern: Bei...

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • Italien im Würgegriff der marktkonformen Demokratie

    geschrieben am 11. November 2011 von Spiegelfechter

    Die Spekulanten sind den selbsternannten Eurorettern bereits einen Schritt voraus. Die momentan diskutierte Hebelung der EFSF ist bereits Makulatur, da die Spekulanten mit ihrem Angriff auf Italien ins Herz der Eurozone zielen. Anstatt diesem Treiben endlich einen Riegel vorzuschieben, setzt die EU nun auch Rom eine Übergangsregierung aus Technokraten ein, die das kontraproduktive Spardiktat aus Brüssel umsetzen sollen. Anstatt diesen Putsch der Finanzmärkte zu brandmarken, bejubeln die deutschen Medien die Suspendierung der Demokratie als „alternativlos“ und „pragmatisch“. Europa steht ein kalter Winter bevor.

    Es gibt für einen Kommentator, der sich selbst als progressiv und links sieht, wohl keine undankbarere Aufgabe, als sich ausgerechnet für einen Unsympathen und Antidemokraten wie Silvio Berlusconi einzusetzen. Die Verfehlungen, Verbrechen und Peinlichkeiten des „Cavaliere“ sind Legion. Unter anderen Umständen wäre Berlusconis Ende zweifelsohne ein Segen für das Land. Es lohnt sich jedoch, einen genaueren Blick auf das bereits besiegelte politische Ende Berlusconis zu werfen: Nicht etwa Klientelismus, Vorteilsnahme im Amt, Beugung des Rechts oder aber seine moralischen Verfehlungen haben ihn den Kopf gekostet, sondern seine Weigerung, sich von der EU und dem IWF eine kontraproduktive Austeritätspolitik diktieren zu lassen.

    Wer nun meint, ein finanziell unsolides Land wie Italien stelle nun einmal in der jetzigen Situation eine Bedrohung für die Eurozone als Ganzes dar und daher müsse man im Zweifelsfalle nun einmal demokratische Prinzipien „höheren Interessen“ unterordnen, sollte sich einmal die Fundamentaldaten Italiens ansehen. Italien ist zwar mit 119% seines Bruttoinlandsprodukts relativ hoch verschuldet. Das aber ist nicht neu. Die italienische Staatsverschuldung bewegt sich bereits seit Beginn der 1990er Jahre um 100% des Bruttoinlandsprodukts, was für „die Märkte“ nie ein Grund war, die Bonität und Solvenz des Landes in Frage zu stellen. Warum auch? Schließlich verfügt Italien sogar in diesem Jahr über einen primären Haushaltsüberschuss – das heißt, ohne den Zinsdienst wären die Steuereinnahmen höher als die Staatsausgaben. Wenn das Land neue Schulden aufnehmen muss, dann nicht dazu, um strukturelle Defizite zu finanzieren, sondern um die Zinsen für die hohen Altschulden bedienen zu können. Anders als Griechenland, das in der Tat ein sehr großes strukturelles Defizit aufweist, ist Italien daher auch nicht in ernsthaften Schwierigkeiten. Dies könnte sich jedoch ändern, wenn die Zinsen für italienische Staatsanleihen in die Höhe schnellen und der Zinsdienst sich dadurch verteuern würde.

    Weiter auf den NachDenkSeiten

    Teilen:

    • E-Mail
    • Facebook
    • Google +1
    • Twitter
    Print This Post
    Tags: Europa Finanzkrise
    flattr this!

    99 Kommentare:

    1. Natalie schrieb am 11. November 2011 um 16:55 - Permalink

      Ist die finanzielle Solidität Deutschlands überhaupt existent? Ich frage nur deshalb, weil ich den starken Eindruck habe, dass wir, in Deutschland, vor lauter Bäumen den eigenen Wald nicht mehr sehen (wollen?) bzw. ständig den Versuch unternehmen, den Wald unsichtbar zu machen.

      “Wo aber bleibt der Aufschrei der Demokraten? Wo bleiben die Leitartikler, die ansonsten bei jeder Gelegenheit das Fähnlein der Demokratie? Direkt vor unserer Haustür werden demokratisch gewählte Regierungen weggeputscht, um den Forderungen der „Märkte“ Genüge zu tun. ”

      Diesen Aufschrei gibt es seit geraumer Zeit. Leider wurde er immer wieder mit irgendwelchen “Verschwörungstheorien” assoziert. Die Realität holt uns alle ein – die einen früher, die anderen mit einer gewissen Zeitverzögerung.

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:03 - Permalink

        Und wie existent die ist. Deutschland ist der internationale Finanzsoliditätsweltmeister. Wer soll denn bitte “solider” sein?

        • Natalie schrieb am 11. November 2011 um 17:10 - Permalink

          Hallo Jens! ;-)

          Und wie existent die ist. Deutschland ist der internationale Finanzsoliditätsweltmeister. Wer soll denn bitte “solider” sein?

          Womit denn? Mit neuen Schulden? Mit Luftgeld? *augenroll*

          • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:18 - Permalink

            Vor allem mit der gesetzlich festgelegten Macht, Steuern zu erheben und Eigentum zu enteignen. Reicht das? Wenn das nicht reicht, was soll denn dann reichen? “Größer” geht es doch wohl nicht.

            • Natalie schrieb am 11. November 2011 um 17:20 - Permalink

              Eigentum zu enteignen? Gibt es ein konkretes Beispiel hierfür?

            • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:27 - Permalink

              In den USA gab es z.B. die Executive Order 6102, mit der (fast) alle privaten Goldbestände zu einem “Fixpreis” eingezogen wurden. Aber auch das HRE-Gesetz, mit denen die Aktionäre der Hypo Real Estate enteignet wurden, zählt hier sicher dazu.

              Das ist aber nicht so wichtig, denn es geht um die Möglichkeit, dies in Krisenzeiten zu tun:

              GG Art 14
              (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
              (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
              (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

              Natürlich wird die Krisenregierung, die Art. 14 “zieht” nicht mehr von Frau Merkel geführt.

            • schwitzig schrieb am 11. November 2011 um 17:30 - Permalink

              Steuern zu erheben und Eigentum zu enteignen. Reicht das?

              Nö. Denn in kapitalistischen Systemen haben irgendwann bisher immer zu viele zu wenig gehabt und ab dem Point of no return wurde dann kaputt gemacht, bzw. von oben ein Krieg (gegen den “Feind”) verordnet. Dummerweise funktionieren Kriege nur noch in irgendwelchen Ramschländern. Unter anderem auch das Internet ermöglicht eine globale Vernetzung der Finanzwelt, die zur Folge hat, dass alle Big Player in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn ein Großer gegriecht wird. Das System ist am Ende. Es kann vielleicht noch eine Weile zucken – was nicht schön wird, da die sogenannten Demokratien immer totalitärer werden – und wahrscheinlich wird sich das noch ein oder zwei Jahrzehnte hinziehen, aber dank “Globalisierung” (EinsElf!!) gibt es den kommenden Point of no return dann global und dann gibt es entweder eine Menge Leichen oder es wird ein System global implementiert, welches nicht nur von unten nach oben verteilt.
              Trickel down effect am Arsch, würde ich sagen :-).

              Nachtrag: Übrigens – ein lesenswerter Artikel und damit ich nicht zu pessimistisch herüberkomme: Vielleicht erleben wir ja tatsächlich mal eine Reform des Finanzsystemes. Der Zeitpunkt könnte besser nicht sein.

            • Natalie schrieb am 11. November 2011 um 17:38 - Permalink

              Vielen Dank, Jens. Dann lasst uns auf die Enteignungen vorbereiten. :-))) (Den Marionetten in Berlin traue ich inzwischen alles zu)

            • aschlutter schrieb am 11. November 2011 um 17:45 - Permalink

              Nun ja, auch die italienische Verfassung hat die Möglichkeit zur Enteignung:

              Art. 42 Das Eigentum ist öffentlich
              oder privat. Die wirtschaftlichen
              Güter gehören dem Staat,
              Körperschaften oder Einzelpersonen.
              Das Privateigentum wird
              durch Gesetz anerkannt und gewährleistet,
              welches die Arten
              seines Erwerbes, seines Genusses
              und die Grenzen zu dem Zweck
              regelt, seine sozialen Aufgaben
              sicherzustellen und es allen zugänglich
              zu machen.
              Das Privateigentum kann in
              den durch Gesetz vorgesehenen
              Fällen und gegen Entschädigung
              aus Gründen des Allgemeinwohles
              enteignet werden.
              Das Gesetz bestimmt die Vorschriften
              und Grenzen der gesetzlichen
              und testamentarischen Erbfolge
              und die Rechte des Staates

              VERFASSUNG DER ITALIENISCHEN REPUBLIK

    2. FetteBeute schrieb am 11. November 2011 um 16:58 - Permalink

      Die Massenmedien gehören dem Großkapital. Warum sollte sich das Großkapital darüber beschweren, dass es allumfassend die Macht übernimmt? Warum sollte sich der Putschist über den Putsch beschweren?

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:05 - Permalink

        Das halte ich für veraltetes Klassendenken. Ich interpretiere die aktuellen Entwicklungen eher als einen Putsch der Technokraten des Finanzsektors. Großkapital != Finanzsektor.

        • FetteBeute schrieb am 11. November 2011 um 17:12 - Permalink

          Welche Klasse profitiert, wenn die Anleihezinsen steigen?
          Und welche Klasse bezahlt die höheren Zinsen?

          • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:20 - Permalink

            Welche Klasse profitiert, wenn die Anleihezinsen steigen?

            Die Inhaber von Anleihen und Spekulanten

            Und welche Klasse bezahlt die höheren Zinsen?

            V.a. diejenigen, die einen hohen Steuersatz haben, wozu auch die Besitzer der Medien zählen.

            Holzschnittartige Klassenkampfrhetorik bringt uns hier leider nicht weiter. Das Finanzsystem ist wie ein bösartiger Tumor, der in unserer Gesellschaft wuchert und vor nichts(!) halt macht.

            • FetteBeute schrieb am 11. November 2011 um 17:44 - Permalink

              Die zusätzlichen Steuereinnahmen wird man sich wohl beim kleinen Mann holen.

              Vielleicht noch ein Hinweis aus einem alten Buch:

              Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion soll in drei Stufen erreicht werden:
              Stufe 1: bis 31.12.1993
              - grenzüberschreitender Kapitalverkehr soll vollständig liberalisiert werden

              oder wie es neulich eine Abgeordnete formuliert hat: Die Kuh, die man melken müsste, steht auf einer nicht umzäunten Wiese.

              Dumm gelaufen, aber politisch so gewollt. Vielleicht werden wir (in Folge dieser Krise) lernen gegenüber dem Maastricht-Europa kritischer zu sein.

            • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:47 - Permalink

              Die zusätzlichen Steuereinnahmen wird man sich wohl beim kleinen Mann holen.

              Kannst Du aus einem Stein Blut pressen?

            • ola schrieb am 11. November 2011 um 20:19 - Permalink

              JA das wäre schön, wenn es denn wahr wäre, Herr Berger. Aber leider wird das Bürgertum sich mit Zähnen, Klauen und Pumpgun der Realität erwehren, bis der letzte Bürgerliche und so…
              Und die Erfahrung zeigt uns zweierlei:
              Scheisse schwimmt immer oben
              und
              Bevor es soweit kommt, dass sich der Finanzmarkt wirklich ins Herz des Bürgertums vorfrisst, hat der Knecht schon wieder die Waffe in der Hand. Aber nicht um sich gegen einen imaginären Finanzmarktfaschismuns zur Wehr zu setzen, sondern um dem (bitte setzen Sie hier das momentan aktuelle Feindbild ein) einen “ordentlichen Tritt” zu versetzen.
              Leider, leider.

            • Lutz Hausstein schrieb am 11. November 2011 um 21:52 - Permalink

              Kannst Du aus einem Stein Blut pressen?

              Der Vergleich trifft es nicht ganz. Vergleiche es mal lieber mit einem (scheinbar) getrockneten Blatt. Legst Du Millionen solcher Blätter in ein Buch zum Trocknen, kannst Du aus dem daraus entzogenen Wasser mehr als nur einer Hühnersuppe kochen.

              Solange der “kleine Mann” noch Einnahmen und/oder Vermögen größer Null hat, ist immer noch etwas rauszuholen. Auch wenn es sich immer nur um homöopathische Mengen handelt, sind dies bei Abermillionen “kleinen Leuten” schlussendlich gigantische Summen, die noch “zu holen” sind.

              Genau dies wird doch schon seit Jahren an den Arbeitslosen praktiziert. Bei diesen Ärmsten der Armen würde man ja auch (berechtigt) sagen, dass dort am wenigsten zu holen ist. Trotzdem wird so ziemlich alles, was noch “verwertbar” ist, als Vermögen deklariert, welches aufgebraucht werden muss, bevor derjenige Unterstützung erhält. Und jede noch so kleine Einnahme wird auf die Unterstützung angerechnet. Die Summen, die damit zulasten der Betroffenen “gespart” wurden, sind exorbitant.

            • FetteBeute schrieb am 11. November 2011 um 22:09 - Permalink

              @Lutz Hausstein
              Das mit den Langzeitarbeitslosen ist ein wunderschönes Beispiel. Man holt bis zu den Freigrenzen (die ziemlich niedrig sind) alles Verwertbare aus den Leuten raus. Und wenn die dann (fast) mittellos dastehen gehts ab in die Zwangsarbeit.
              => Totalversklavung perfekt. Erst ausbeuten und dann erpressen. Eine echte existentielle Exekution.

              Die entsprechende Schwemme an Arbeitskräften hat innerhalb der letzten 10 Jahre im Niedriglohnbereich zu starken Lohneinbußen geführt.

              Da freut sich der Kapitalist gleich zwiefach. Und Schwarz/Gelb/Rot/Grün unterstützt bis zum heutigen Tag das ganze Spiel.

              Wenn die Demokratie falsche Freunde hat, dann braucht sie auch keine Feinde mehr.

            • Shitop schrieb am 12. November 2011 um 13:30 - Permalink

              die einen hohen Steuersatz haben, wozu auch die Besitzer der Medien zählen.

              Bertelsmann zahlt Steuern? Seit wan denn das?

        • R_Winter schrieb am 11. November 2011 um 17:31 - Permalink

          Ich interpretiere die aktuellen Entwicklungen eher als einen Putsch der Technokraten des Finanzsektors.

          Ja und Nein – es ist nur bedingt ein Putsch, sondern die Milliarden von € und $, die eine Anlagemöglichkeit suchen, sind das Problem.
          Geld wurde und wird ohne Gegenwert an Waren erzeugt und zwar im Übermaß.
          In Italien wird durch Zocker bedroht und dumme/korrupte Politiker im Verbund mit unfähigen Beratern der europäischen und nationalen Zentralbank helfen dabei.
          Eine Lösung wird durch PR-Arbeit der Finanzindustrie bewusst verhindert.
          Dieses sollte endlich deutlich heraus gestellt werden.

          • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:50 - Permalink

            Ja und Nein – es ist nur bedingt ein Putsch, sondern die Milliarden von € und $, die eine Anlagemöglichkeit suchen, sind das Problem.

            Aber warum? Nehmen wir mal an, die Staat würden von der EZB zum Leitzins finanziert (es kann auch ein anderer, höherer Zins sein). Es spicht doch nichts dagegen, dass die Papiere dann auf dem Sekundärmarkt verkauft werden. Damit würde die EZB übrigens Gewinn machen und da EZB-Gewinne an die Staaten zurückfließen, würde sich hier der Kreis schließen. Mit diesen Gewinnen könnte man z.B. die Schulden abbauen. Warum denn nicht?

            • ola schrieb am 11. November 2011 um 20:21 - Permalink

              Wegen der Inflation Jens^^

        • chapultepec schrieb am 11. November 2011 um 22:16 - Permalink

          schon gesehen?

          Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren
          Forscher der ETH haben die Weltwirtschaft systemtheoretisch unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Ein paar Konzerne besitzen die Macht über den globalen Kapitalismus. Dies birgt hohe Gefahren
          http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wenn-147-Konzerne-die-ganze-Wirtschaft–kontrollieren-/story/24530287

          The network of global corporate control
          Authors: Stefania Vitali, James B. Glattfelder, Stefano Battiston
          The structure of the control network of transnational corporations affects global market competition and financial stability. So far, only small national samples were studied and there was no appropriate methodology to assess control globally. We present the first investigation of the architecture of the international ownership network, along with the computation of the control held by each global player. We find that transnational corporations form a giant bow-tie structure and that a large portion of control flows to a small tightly-knit core of financial institutions. This core can be seen as an economic “super-entity” that raises new important issues both for researchers and policy makers.
          http://arxiv.org/abs/1107.5728

    3. Momentmal... schrieb am 11. November 2011 um 17:02 - Permalink

      letzter absatz, da fehlt doch ein verb:

      Wo bleiben die Leitartikler, die ansonsten bei jeder Gelegenheit das Fähnlein der Demokratie?

    4. Momo schrieb am 11. November 2011 um 17:07 - Permalink

      @piegelfechter

      Sicherlich haben Griechenland, Italien, Portugal und Spanien in der Vergangenheit Fehler gemacht. Nur: Diese Fehler sind keineswegs neueren Datums. So dürfte beispielsweise die griechische Politik in den siebziger, nuhtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht grundsätzlich anders gewesen sein wie seit der Jahrtausendwende bzw. der Einführung des Euro.

      Kaum einer fragt, warum sich nun, ca. 12 Jahre nach Fixierung der Euro-Umtauschkurse der einst eigenständigen europäischen Währungen bzw. 10 Jahre nach Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel, die ökonomischen Schieflagen innerhalb der Eurozone mehr und mehr häufen. Es stehlt zu erwarten, daß in nicht allzu ferner Zukunft auch Frankreich am Pranger “der Märkte”, der Mainstreammedien und der “Wirtschaftsexperten” neolbiberaler Prägung stehen wird. Keiner fragt z.B., ob die “Strategie” des angeblichen “deutschen Musterschülers” – Lohndumping, Sozialdumping, Unternehmenssteuerdumping – und die von diesem “Musterschüler” diktitierten Kputtsparprogramme Brüningschen Stils nicht ganz wesentlich zu den Krisentreibern innerhalb der Eurozone zählen.

      Stattdessen sind unsere Medien prall gefüllt mit der permanenten Wiederholung der neoliberalen Kampfbegriffe “Schuldenkrise” und “Staatsschuldenkrise”. wodurch die heutigen ökonomischen Schieflagen dem angeblichen “Staatsversagen” in die Schuhe geschoben werden. Die Finanzkrise wurde eine “Schuldenkrise” bzw. eine “Staatsschuldenkrise” umdefiniert mit der Zielsetzung, vom eigentlichen Marktversagen abzulenken. Das eigentliche “Staatsversagen” besteht darin, daß die Staaten durch die neoliberal motivierte “Deregulierung” der Finanzmärkte dem Finanzkapitalismus Tür und Tor geöffnet hatten. Und die allermeisten unserer Medien, einschließlich Steingarts “Handelsblatt”, haben hier ebenfalls kräftig mitgezündelt.

      Die von mir bereits mehrmals zitierten Daten zur Entwicklung der Staatsverschuldung zeigen, daß diese sich ab dem Jahre 2008 als Folge der schweren Finanz- und Wirtschaftkrise – auch in Deutschland – massiv ausgeweitet hat. Die Ursachen für diesen drastischen Anstieg: Mehrausgaben zur “Bankenrettung”, für Wachstumspakete (welche dazu beitrugen, ein Abgleiten in eine Depression analog 1929 zu vermeiden) sowie für krisenbedingte Mehrausgaben (Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit etc.) und Mindereinnahmen. Die Staatsverschuldung in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (Quelle: AMECO-Datenbank) beträgt in:

      — Deutschland
      —– 2007 64,9%
      —– 2011 82,4%

      — Spanien
      —– 2007 36,1%
      —– 2011 68,1%

      — Portugal
      —– 2007 68,3%
      —– 2011 101,7%

      — Irland
      —– 2007 25,0%
      —– 2011 112,1%

      — Griechenland
      —– 2007 105,4%
      —– 2011 157,8%.

      Ein Hinweis zum Deinem obigen Beitrag: An den fett markierten Stellen fehlt jeweils ein Wort:

      Wo aber bleibt der Aufschrei der Demokraten? Wo bleiben die Leitartikler, die ansonsten bei jeder Gelegenheit das Fähnlein der Demokratie? Direkt vor unserer Haustür werden demokratisch gewählte Regierungen weggeputscht, um den Forderungen der „Märkte“ Genüge zu tun. Anstatt auf die Barrikaden zu gehen, verschanzen sich unsere Leitartikler hinter einem imaginären Sachzwang und feiern sogar noch das Ende demokratischer Entscheidungsfindung. Frei nach könnte man sagen: “Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Feinde der Demokratie in der Maske der Antidemokraten, sondern vor der Rückkehr der Feinde der Demokratie in der Maske der Demokraten”.

      • Lemmy Caution schrieb am 11. November 2011 um 17:20 - Permalink

        Ich versteh deinen emotionalen Beitrag nicht recht.
        Die Haushalte sämtlicher EU Länder und der USA waren in den letzten Jahrzehnten unsolide. Wenn in dem morschen Gebäude etwas bricht, fällt gleich eine Menge mit um. Das hat nix mit den bösen Medien zu tun oder was weiss ich, sondern mit

        mitgegangen
        mitgefangen
        mitgehangen

        Und ERZÄHLT MIR bitte nix von achso schlechten deutschen Einkommen. Ich verdiene in Deutschland / näheres EU-Ausland 4 bis 5 mal mehr netto als in Chile. Mit deutlich höheren Rentenansprüchen und besserer Krankenkasse, obwohl ich als echten Sozialdemokrat selbstverständlich normal in der GKV bleibe. Nur weil etwas für eine kurze Phase im Durchschnitt nicht gewachsen ist, sind das beileibe keine Hungerlöhne/einkommen. Schaut euch mal ein bischen in der Welt um. Aus Griechenland gabs in letzter Zeit genug Berichte über die bereits vor der Krise niedrigen Löhne.

        • Momo schrieb am 11. November 2011 um 19:33 - Permalink

          Hallo Lemmy,

          leider muss ich nochmals auf unsere Medien schimpfen, denn diese betrachten die Staatsdefizite fast ausschließlich unter dem Blickwinkel der Staatsausgaben. Daß die Staatshaushalte in den vergangenen 30 Jahren jedoch sehr stark von der Einnahmenseite her ausgeblutet wurden (neoliberales Motto: “Starve the beast”), wird nur sehr selten thematisiert. Lieber blasen unsere Medien zur Schlacht gegen den angeblich “nicht mehr zu finanzierenden Sozialstaat”.

          Die skandinavischen Staaten zeigen, daß hohe Steuer- und Abgabenquoten und hohe Staatsquoten nicht nur mit niedrigen Staatsschuldenquoten einhergehen, sondern darüber hinaus ökonomisch und sozialpolitisch recht stabile und erfolgreiche Staatsgebilde hervorbringen.

          Ist es nur Zufall, daß nahezu alle “maroden” Staaten (auch die USA) niedrige Steuer- und Abgabenquoten, niedrige Staatsquoten sowie hohe Staatsschuldenquoten aufweisen?

        • ola schrieb am 11. November 2011 um 20:46 - Permalink

          Da oben hat er dir extra die Zahlen hingepinnt und dir fällt wirklich nichts dümmeres ein, als deinen Sermon wieder und wieder runter zu leiern? Was geht in so einem Hirn vor? Ist da noch irgendwas Lebendiges vorhanden? Oder schwabbelt da nur noch die Hirnsuppe hin und her weil das so sein muss? Hallo?

          • Lemmy Caution schrieb am 12. November 2011 um 10:18 - Permalink

            Bitte bei solchen Anwürfen immer mitteilen, ob man selbst oder die Familie aus der DDR stammt. Danke. In diesem Fall meldet sich mein abendländisch-christliches Mitgefühl.

            • ola schrieb am 12. November 2011 um 13:03 - Permalink

              Nunja, also tatsählich tot. Du Lemmy, in Somalia träumen Sie von chilenischen verhältnissen, haste das schon gewusst? Sagen die auch grad den chilenischen Studenten. Mensch guck doch mal was du verdienen kannst, da wird jeder Somalie blass…. Herrje..

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:40 - Permalink

        Kaum einer fragt, warum sich nun, ca. 12 Jahre nach Fixierung der Euro-Umtauschkurse der einst eigenständigen europäischen Währungen bzw. 10 Jahre nach Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel, die ökonomischen Schieflagen innerhalb der Eurozone mehr und mehr häufen.

        Oh, die Ursachen sind doch klar. Die Finanzkrise hat die Staaten angeknockt und gezeigt, dass die Politik nicht die Cojones hat, sich mit den Finanzmärkten anzulegen, sondern sich lieber in Geiselhaft begibt. Klar, dass dies von den Spekulanten als “Go!” aufgefasst wurde.

        Es stehlt zu erwarten, daß in nicht allzu ferner Zukunft auch Frankreich am Pranger “der Märkte”, der Mainstreammedien und der “Wirtschaftsexperten” neolbiberaler Prägung stehen wird.

        Natürlich! Alles andere wäre ja auch ein Wunder.

        Keiner fragt z.B., ob die “Strategie” des angeblichen “deutschen Musterschülers” – Lohndumping, Sozialdumping, Unternehmenssteuerdumping – und die von diesem “Musterschüler” diktitierten Kputtsparprogramme Brüningschen Stils nicht ganz wesentlich zu den Krisentreibern innerhalb der Eurozone zählen.

        Das fragen viele sehr schlaue Leute! Schau Dir bitte mal die Artikel an, die ich heute bei den NachDenkSeiten in den “Hinweisen” unter #1, #2 und #3 aufgenommen habe:
        http://www.nachdenkseiten.de/?p=11273#h01

        Das Problem ist doch vielmehr, dass diese Argumente in Deutschland gar nicht verstanden werden! Wenn ich einem x-beliebigen Wähler auf der Strasse sage, dass die EZB doch bitte die Staatenfinanzierung übernehmen sollte, schaut der mich doch an wie einen Ausserirdischen und plappert etwas von 1923. Hurra, wir verblöden! Alleine das Maß der Verblödung erschreckt sogar einen altgefahrenen Pessimisten wie mich.

        Bestes Beispiel war die letztsonntägliche Sendung mit unser aller Liebling Günther Jauch. Da saß die Börsen”journalistin” Anja Kohl und plapperte dummes Zeug nach, dass sie irgendwo aufgeschnappt hat – es ging um Inflation und Verunsicherung der Märkte. Es war einfach nur grauenhaft und ein Schlag ins Gesicht jedes denkenden Menschen. Glaubst Du aber, irgendwer hätte sich daran gestört? Nö, alle nickten brav wie blöde Schafe.

        Wir können uns hier zig Zahlen an den Kopf schmeißen. Die Schafe kriegen davon gar nichts mit und blöken weiter: “Inflation, Inflation, man will die Kleinen enteignen!” Wie blöd kann man sein?

        1972 erschien dieses Satireplakat:

        Ich finde, dieses Plakat charakterisiert die momentane Diskussion in Deutschland sehr gut. Nur, dass 1972 klar war, dass es sich um Satire handelt. Heute glauben die Schafe, dass sie geschoren würden, wenn die EZB in den Ring steigt.

        • schwitzig schrieb am 11. November 2011 um 18:12 - Permalink

          Ich teile Deine Meinung, speziell im Hinblick auf Inflation – allerdings solltest Du dabei eines bedenken: Feuer ist nützlich und ungefährlich, wenn man weiß, wie man damit umgeht. Wenn man keine Ahnung aber Feuer hat, kann man sich schwer verletzen.
          Ob es eine höhere Inflation gibt und wie hoch sie sein wird, hängt in erster Linie von den Politikern in den Staatenverbünden wie z.B. EU/USA etc. ab. Diese Politiker setzen das um, was ihnen von ihren Geldgebern aufgetragen wird – ich gehe hier (EU) von einer 100% Korruption aus. Dummerweise sind die Geldgeber der Politiker aber echte Arschlöcher, die entweder aus Opportunismus oder aus religiösem Fanatismus der neoliberalen Sekte angehören. Feuer in der Hand dieses Zweigestirns kann sich sehr wohl zu einem Flächenbrand ausweiten, wie Du ja selbst mit Deiner Klassifizierung als “absurd” auch schon anerkennst.
          So betrachtet sind die Inflationsängste durchaus berechtigt.

          Darüber hinaus haben wir für die Masse sowieso schon eine viel höhere Inflation als die offizielle – siehe andere Thread, wo wir über DM/EU gesprochen haben. Du führst dort an, dass das keine Inflation sei, sondern dass die Löhne einfach nicht genug gestiegen seien. Das ist korrekt; in der Summe aber für den, der jetzt oft doppelt so viel bezahlen muss, irrelevant. Unter der Knute der Neolibsekte werden die Löhne niemals steigen und ergo ist die Inflation tatsächlich eine Existenzbedrohung.

          • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 19:15 - Permalink

            So betrachtet sind die Inflationsängste durchaus berechtigt.

            Nein, das hatten wir doch schon. Vor allem die “Hintermänner” der Regierung haben doch nicht das geringste Interesse an den Faktoren, die eine höhere Inflation auslösen könnten – die Erhöhung der Löhne, eine Steigerung der Investitionen durch den Staatssektor und die Verknappung des Warenangebots. Diese Befürchtungen sind doch komplett unbegründet.

            Bei Dir sitzt immer noch das Vorurteil im Hinterkopf, dass Inflation “schlecht für die Kleinen” und “gut für die Großen” sei. Dieser Quatsch ist nun auch schon fast 90 Jahre alt und gehörte zu den Slogans der NSDAP und der KPD und wird heute “lustigerweise” von den Wirtschaftsliberalen wiedergekäut.

            Hab mal keine Angst, dass “die Eliten” an der Inflationsschraube drehen. Hab lieber davor angst, dass sie wie das Karnickel vor der Schlange stehen, weil sie Angst vor Inflation haben.

            Darüber hinaus haben wir für die Masse sowieso schon eine viel höhere Inflation als die offizielle – siehe andere Thread, wo wir über DM/EU gesprochen haben. Du führst dort an, dass das keine Inflation sei, sondern dass die Löhne einfach nicht genug gestiegen seien. Das ist korrekt; in der Summe aber für den, der jetzt oft doppelt so viel bezahlen muss, irrelevant. Unter der Knute der Neolibsekte werden die Löhne niemals steigen und ergo ist die Inflation tatsächlich eine Existenzbedrohung.

            Was sollen wir darüber noch diskutieren. Du guckst auf die Packung Zigaretten und die Tanksäule und sagt, alles sei doppelt so teuer wie 2002, ich schaue auf den stat. Warenkorb und sage, die Teuerung liegt bei 25%. Da sind wir nun in einer Sackgasse.

            • COPOKA schrieb am 12. November 2011 um 00:52 - Permalink

              @SF

              Bei Dir sitzt immer noch das Vorurteil im Hinterkopf, dass Inflation “schlecht für die Kleinen” und “gut für die Großen” sei. … Hab mal keine Angst, dass “die Eliten” an der Inflationsschraube drehen.

              Wie schon im “Manifest” geschrieben wurde, die Arbeiter haben nix außer ihren Ketten zu verlieren :)

              Hab lieber davor angst, dass sie wie das Karnickel vor der Schlange stehen, weil sie Angst vor Inflation haben.

              Versteh ich nicht, warum sollte er oder z.B. ich davor Angst haben?
              Weil sie dann gar nichts vernünftiges tun und lieber das Ganze gg. Wand fahren lassen um ihre Schäfchen gg. Inflation zu schützen?

        • Momo schrieb am 11. November 2011 um 19:14 - Permalink

          @Spiegelfechter

          Ich war mit meiner Formulierung

          “Keiner fragt z.B., ob die “Strategie” des angeblichen “deutschen Musterschülers” – Lohndumping, Sozialdumping, Unternehmenssteuerdumping …”

          unpräzise, denn die NachDenkSeiten, der Spiegelfechter und einige wenige andere Medien (ab und an sogar die FTD) stellen diese Fragen sehr wohl. Was ich eigentlich meinte: Unsere auflagenstarken Zeitungen sowie unsere Rundfunk- und Fernsehsender ignorien diese Themen nahezu beharrlich und schüren stattdessen lieber den deutschnationalen Chauvinismus (frei nach dem Motto “Am deuschen Wesen soll die Welt genesen”). Es wäre m.E. dringend erforderlich, daß jene geringe Anzahl an Medien, Wissenschaftlern und Journalisten, die bereit wären, die von den Mainstreammedien aufgerichtete “Medienbarriere” zu durchbrechen, die Kräfte bündeln und gemeinsam in einem “geeigneten Rahmen” (z.B. Zeitungsanzeigen in auflagenstarken Zeitungen) in einer verständlichen Sprache die von unseren Medien weitgehend dumm gehaltene gelassene Öffentlichkeit informieren.

          Wo Du das Thema Jauch ansprichst: Es war aus meiner Sicht ein Skandal, daß dieser während des kompletten Merkel-Interviews sämtliche Fragen zur Mitverantwortung der deutschen “Eliten” an der Finanzkrise (insbesondere hinsichtlich des Lohn- und Sozialdumping) konsequent vermieden hatte. Auch diese “Medienbarriere” müsste m.E. viel stärker in der Öffentlichkeit thematisiert werden.

          Auch die von den daran interessierten Kreisen vorgenommene Uminterpretation der Finanzkrise in eine “Schuldenkrise” bzw. “Staatsschuldenkrise” könnte m.E. von einem solchen Gremium in die Bevölkerung hinein kommuniziert werden.

          Ich weiss allerdings aus leidvoller persönlicher Erfahrung, wie mühselig dies ist. Wenn ich z.B. im Bekannten- oder Kollegenkreis das “Argument” höre, die umlagefinanzierte Rente sei nicht mehr finanzierbar, dann muss ich bei der eigenen Argumentation beinahe bei Adam und Eva ansetzen. Man erntet zunächst einmal ungläubiges Staunen, verbunden mit der Gegenfrage, ob es denn überhaupt sein könne, daß ich als einziger recht habe, die Medien hingegen durch die Bank weg falsch informieren würden.

          • Vogel schrieb am 12. November 2011 um 19:44 - Permalink

            @momo

            … Gegenfrage, ob es denn überhaupt sein könne, daß ich als einziger recht habe, die Medien hingegen durch die Bank weg falsch informieren würden …

            Dess isses unn dann kannste nedd mehr weider, so bassierd mir dess däglisch! Die Jauchs dieser Welt haben das Sagen und wir sind im falschen Film! *Arrgh* Die Wahrheit ist für einen Menschen, der sich nicht permanent informiert hält, unglaublich – und unerträglich noch dazu wg. eigener Versäumnisse, Lebenswandel, Einstellungen, Vorurteile … !

            Abber Drosd mei Bub, bald kommd der große ****h unn scheißd de Lade zu!

        • lulu schrieb am 11. November 2011 um 20:29 - Permalink

          Das Problem ist doch vielmehr, dass diese Argumente in Deutschland gar nicht verstanden werden! Wenn ich einem x-beliebigen Wähler auf der Strasse sage, dass die EZB doch bitte die Staatenfinanzierung übernehmen sollte, schaut der mich doch an wie einen Ausserirdischen und plappert etwas von 1923. Hurra, wir verblöden! Alleine das Maß der Verblödung erschreckt sogar einen altgefahrenen Pessimisten wie mich.

          Manchmal bringt all das Argumentieren und Aufklären nichts (das kannst du dir aufheben, wenn jemand näheres wissen möchte). Stell dir einen Austauschstudenten vor, der bisher nicht viel mehr als den Grundwortschatz beherrscht. Dann solltest du es vllt. mit einer anderen Art der “Erklärung” versuchen. z.B.: Mehr Geld für Land/Nation. Weniger Profite für Bankster. So in etwa unterhalte ich mich mit vielen Deutschen… es funktioniert ;D

          • David schrieb am 12. November 2011 um 09:25 - Permalink

            Stell dir einen Austauschstudenten vor, der bisher nicht viel mehr als den Grundwortschatz beherrscht. Dann solltest du es vllt. mit einer anderen Art der “Erklärung” versuchen. z.B.: Mehr Geld für Land/Nation. Weniger Profite für Bankster. So in etwa unterhalte ich mich mit vielen Deutschen… es funktioniert

            Ist auch meine Erfahrung. Üblicherweise kommt man mit brachialst einfachen Argumenten deutlich weiter als mit ökonomischem Nerd-Gequatsche.

        • Heldentasse schrieb am 11. November 2011 um 20:44 - Permalink

          @Spiegelfechter
          Danke für den super Artikel!

          Oh, die Ursachen sind doch klar. Die Finanzkrise hat die Staaten angeknockt und gezeigt, dass die Politik nicht die Cojones hat, sich mit den Finanzmärkten anzulegen, sondern sich lieber in Geiselhaft begibt. Klar, dass dies von den Spekulanten als “Go!” aufgefasst wurde.

          Ja, aber ist IMO nicht alles. In meinen Augen kommt noch für eine gemeinsame Währungszone sehr erschwerend ein strukturelles Problem hinzu. Wenn sich die Produktivität/ Entwicklung der selbigen (ist wohl ein wesentlicher Bestandteil der sogn. Wettbewerbsfähigkeit) und einige andere Faktoren (z.B. Löhne/ Preise/ Steuern) in den letzten Jahren in den einzelnen € Ländern im Verhältnis zu Teutschland so anschaut, stellt man eine sehr divergente Entwicklung fest* (Info). Muss das nicht automatisch/ systematisch zu übelsten Verwerfungen kommen, weil es z.B. zu einem “sterben” von nicht so produktiven Industrien in den schwachen Ländern führt und damit diese Länder noch schwächer macht (quasi ein Teufelskreis)?
          Früher hätten diese Länder durch Abwertung der nationalen Währung ihre Industrien/ Wirtschaft geschützt, bei einer zentralen Währungspolitik geht das nun logischer weise nicht mehr. Daraus folgt -> Schon aus dem Grunde bin ich der Überzeugung, dass wenn man einen gemeinsamen Währungsraum will um massive Transfer/ Entwicklungsleistungen (wie immer diese dann auch heißen mögen**) von den starken zu den schwachen Ländern nicht herum kommt. (Eine Analogie zum Länderfinanzausgleich in Teutschland und den anderen Leistungen die darüber hinaus die neuen Bundesländer notwendigerweise erhalten haben)
          P.S.: *Und wir sind auch noch stolz auf unseren Titel als Exportweltmeister, mit dem wir uns langfristig aber auch das eigene Grab schaufeln.
          P.P.S.: ** Eurobonds wären doch auch eine Art von Transferleistung?!

    5. Esco schrieb am 11. November 2011 um 17:15 - Permalink

      Darauf hat die – von Deutschland getriebene – EU nur eine Antwort: Sparen!

      Das wirklich “Schöne” dabei ist, dass der Effekt verzögert zurück kommen wird. Das heißt, auch die Deutsche Wirtschaft wird diese Sparmaßnahmen zu spüren bekommen.
      Den regierenden Politikern kann das egal sein. Die suchen eben ein paar andere Länder zum exportieren und schon wird alles wieder gut…nur diesmal eben nicht, da die Weltwirtschaft insgesamt schwächelt.

      “Großartige” Arbeit von den Jungs in Berlin!

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:21 - Permalink

        Natürlich!!! Es ist nur noch grotesk!

        • Frank schrieb am 11. November 2011 um 17:32 - Permalink

          Man könnte fast meinen, sie seien am Ende ihres Lateins. Übrigens nicht nur die Jungs…

      • ola schrieb am 11. November 2011 um 20:26 - Permalink

        Man ist in Berlin der irrigen Annahme, dass Europa als Exportzone vernachlässigbar ist. Bis auf Frankreich natürlich und die sparen ja schon brav um weiter das Aussenhandelsdefizit gegenüber Deutschland finanzieren zu können. Ansonsten setzt man voll auf die Karte “Schwellenländer”. Man darf gespannt sein, ob diese Rechnung aufgehen wird.

    6. Frank schrieb am 11. November 2011 um 17:31 - Permalink

      Es hat ja auch sein Gutes. Der Mythos von der Identität von Demokratie und Kapitalismus geht in diesen Tagen für alle sichtbar den Bach runter. Besonders offen formuliert es Rainer Hank im FAZ-Wirtschaftsblog: Die Märkte verhülfen der Rechtsstaatlichkeit zu ihrem Recht gegen die “hemmungslose Mehrheitsdemokratie”. Der Mann hat die Vorzüge der Postdemokratie (oder chinesischen Lösung?) für seine Klientel offensichtlich erkannt.

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:41 - Permalink

        In anderen Zeiten könnte man einen solchen Text nur als Satire auffassen.

        • matt_us schrieb am 11. November 2011 um 17:54 - Permalink

          In anderen Zeiten könnte man einen solchen Text nur als Satire auffassen.

          Jetzt ist es ganz klar Betrug. Vorspiegelung falscher Tatschen. Das ist das Allerletzte was der Typ von der FAZ da schreibt. Es ist natuerlich nicht die “Mehrheitsdemokratie” die in Griechenland zu den Problemen gefuehrt hat, aber die “Plutokratieregierung” die sich weigert Steuern einzusammeln und die korrupt ist, oder zumindest war. Denn die Mehrheit des greichischen Volkes wird im Moment mit Steuern zu Tode gequescht.

          Aber die Steuern von den grossen Steuersuendern da geht man nicht ran. An das Geld was in der Schweiz ist, geht man nicht ran. Die Griechen haben angeblich Diskussionen mit der Schweiz gefuehrt, aber dann haben die Schweizer nichts mehr geheort, was man machen sollte.

          Das steht doch in jedem Artikel, steht im IWF Report. Und es steht in jedem Blogbeitrag. Aber der Betrueger Wirtschaftsjournalist von der FAZ, schreibt was anderes.

          • Vogel schrieb am 12. November 2011 um 19:54 - Permalink

            Ihr müsst Euch den Typen ‘mal im Presseclub anguggen, wenn der mitdabei ist, da kommt nur noch der Roland Tichy und der Gabor Steingard halbwegs ran.

            Wenn ich bei uns zu Hause auf jemanden sauer bin, sach ich nur: Du Hank, du (alt. Du Tichy, du) – und schon iss Ruh!

        • Frank schrieb am 11. November 2011 um 18:28 - Permalink

          Ist aber ernst gemeint.

      • name schrieb am 11. November 2011 um 20:17 - Permalink

        Die FAZ prüft zumindest schon wieder das alte kapitalistische Führerprinzip. Soweit sind wir schon..

      • ElBarto schrieb am 12. November 2011 um 12:55 - Permalink

        Ich glaub den letzten Absatz vom Hank druck ich mir aus und häng ihn mir an die Wand.

    7. matt_us schrieb am 11. November 2011 um 17:32 - Permalink

      Schoener Artikel, und besonders sollte man mal die Rolle der EZB in dem Verweigern, Italienanleihen runterzufahren, und damit praktisch Berlusconi aus dem Amt zu draengen, thematisieren. Denn genau das passierte. Draghi, ein Buerokrat, hat einen demokratisch gewaehlten Premier aus dem Amt gedraengt.

      Wer noch nicht wusste, wieviel Macht die EZB hat, der weiss es jetzt! Deshalb gehoert die EZB sofort unter demokratische Kontrolle. Die Euro Regierungschef sollten die Zinsen der Anleihen bestimmen. Nicht 22 EZB Banker.

      Dann, sind aber Monti und Papandemos wirklich die Spielbaelle des IWF und der Troika? Das glaub ich nicht – denn das sind Oekonomen, die ihr Land retten sollen. Das geht nicht nach dem Rezept das Schaeuble und die Troika verordnen: Sparen. Das wissen sie als Oekonomen.

      Aber ob sie wissen, dass nur mit Arbeitslosenabbau, Wachstum, und Vermoegensteuer aus der Misere herauskommt, wird sich herausstellen. Egal, sie sind nur ein paar Monate im Amt, und dann gibt es Neuwahlen. Wollen wir es mal hoffen, jedenfalls, dass es noch mal Wahlen gibt!

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 17:42 - Permalink

        100% Zustimmung!

      • Ariane schrieb am 11. November 2011 um 17:58 - Permalink

        Egal, sie sind nur ein paar Monate im Amt, und dann gibt es Neuwahlen. Wollen wir es mal hoffen, jedenfalls, dass es noch mal Wahlen gibt!

        Die Frage ist doch, ob Neuwahlen überhaupt noch dazu geeignet sind, etwas zu verändern.
        Eine neue Regierung hätte doch gar keine eigene Gestaltungsmacht mehr, im Grunde sind es dann nur neue Köpfe, die die Vorgaben der Troika abnicken darf und sich dem Hass der Masse aussetzen dürfen. Und netterweise durften sie sich ja schon mal angucken, was passiert, wenn man versucht auszubrechen.
        Merkel wird dann ein Glückwunschschreiben schicken und gleichzeitig anmahnen, seine Hausaufgaben zu machen und ordentlich zu sparen. Und wenns nicht so läuft, drückt man sie halt an die Wand, bis sie überhaupt keine Möglichkeiten mehr haben, bzw sehen.

        • matt_us schrieb am 11. November 2011 um 18:41 - Permalink

          Ich hatte schon mal geschrieben, dass es durchaus moeglich ist, dass z.B. Griechenland aus der EU austritt, und die Auslandsschuldner einfach im Regen stehen laesst. Man sagt immer, Griechenland muesste abwerten, aber das muessen sie keineswegs, meine ich, denn sobald die die Auslandschulden nicht zahlen, und die Zinsen auch nicht, sind die Griechen sehr sehr solvent!

          Wen es interessiert, es steht hier.

          Es ist also nicht so, dass die Griechen hier keine Verhandlungsmoeglichkeiten haben. Der neue Mann, der ja Zentralbanker war, muesste das wissen. Allerdings weiss er auch dass er ganz Europa mit sowas destabilisieren wuerde. Aber am Ende, kann es sein, dass die Griechen trotzdem aus dem Euro austreten, wenn man nicht hilft.

          Das gleiche gilt natuerlich auch fuer Italien. Also man haette schon Moeglichkeiten mit der Troika/IMF zu verhandeln. Und frueher oder spaeter wird mal einer eingestehen muessen, dass es nicht hilft.

          Man sollte auch mal Geld drucken, wie hier ja schon gestern diskutiert wurde, um mit dem Geld die Schulden jedes Landes abbezahlen, Jedes Land bekommt von der EZB eine Summe zugesprochen, um die Staatsschulden abzuzahlen. Das wird auf Einwohnerbasis verteilt, das heisst D bekommt auch einen dicken Batzen. Wenn man keine Vermoegensteuer will, ist sowas genau das Richtige.

      • Vogel schrieb am 12. November 2011 um 20:03 - Permalink

        @matt_us
        Papademos? Guggst Du hier.

        Um mehr über Monti zu erfahren guggst Du hier (bei Update 2).

        Sicher gibt es noch mehr Stellen über diese *würg* Experten *kotz*!

    8. Wirtschaftswurm schrieb am 11. November 2011 um 18:03 - Permalink

      Die Italiener müssen doch froh sein, dass es die Spekulanten gibt. Denn außer ihnen (und der EZB) kauft offensichtlich niemand mehr Italienanleihen.

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 18:12 - Permalink

        Warum das? Natürlich werden die Anleihen gekauft, nur dass Italien einen höheren Zins bieten muss.

        • f.luebberding schrieb am 12. November 2011 um 08:16 - Permalink

          Jens

          Die Spekulationsthese steht tatsächlich auf schwachen Füßen. Die hohen Zinsen reflektieren nur die Tatsache, dass man mit der Umstellung seiner bonds von Euro auf Lira oder sogar mit deren Ausfall rechnen muss. Im übrigen reduzieren immer mehr große Player ihre Positionen bei südeuropäischen Staatsanleihen. Die Eurokrise ist eine Politik-Krise, die keine Antwort auf die Zukunft des gemeinsamen Währungsraumes hat. Die Investoren reflektieren das – und sind eben nicht dafür verantwortlich. Deshalb ist auch die These von den Spekulanten, die in der Eurokrise die Politik vor sich hertreiben würden, so unsinnig. Die Krise kann man schlagartig mit einer Garantieerklärung aller europäischen Staatsschulden beenden.

          • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2011 um 09:27 - Permalink

            Lieber Frank,

            all dies spielt eine Rolle. Die Frage ist doch auch, warum Investoren ihre Positionen auflösen. Wie die stets gut informierten Jungs und Mädels von FT-Alphaville am Freitag herausgefunden haben, fand während der letzten Woche eine ziemlich schräge Spekulationsattacke am Markt für CDS auf italienische Staatsanleihen statt – die CDS auf 1- und 2-jährige Anleihen notierten danach höher als die CDS für 5- und 10-jährige Anleihen. Dass Investoren durch solche Attacken fürchten, dass die zugrundliegenden Anleihenkurse noch weiter unter Druck geraten, ist doch logisch. Dass sie dann ihre Positionen abbauen, ist ebenfalls verständlich. Wäre ich Verantwortlicher bei einer deutschen Lebensversicherung, würde ich meine Positionen auch abbauen – alleine schon um den dummen Fragen der Analysten aus dem Wege zu gehen, wie hoch ich eigentlich in den Risikostaaten investiert bin. Aber machen wir uns doch nichts vor: Das sind allessamt Entscheidungen, die aus der Panik und der Angst vor den Märkten selbst geboren sind und keine rationalen Entscheidungen.

            • Lemmy Caution schrieb am 12. November 2011 um 14:10 - Permalink

              …. und Panik und Angst gedeihen halt deshalb, weil sich eben die Schuldenstände gerade der Kernländer der EWG mit Ausnahme der Niederlande und Luxemburgs sowie der Süd-Europa Erweiterung der 80er (Griechenland, Spanien und Portugal) beständig nach oben entwickelt haben. Das geht halt nicht ewig so weiter.
              Finanzkrisen haben außerdem die Eigenschaft, dass sie sich unter Nachbarn mit ähnlichen Schieflagen ausbreiten. Wenn Griechenland am Abgrund steht, nehmen die Investoren halt auch die italienischen Verhältnisse näher unter die Lupe. In der asiatischen Finanzkrise 1995 wars doch nicht anders. Zunächst ging das von Thailand aus, später waren aber viele Länder der Region zwischen Süd-Korea und Indonesien betroffen.
              Man sollte robustere Staatsfinanzen und Sozialpolitik unabhängig voneinander betrachten. Skandinavische Staaten sind im europäischen Vergleich gering verschuldet und wenden einen überdurchschnittlichen Teil ihrer Wirtschaftskraft für sozialen Ausgleich aus. In Brasilien gelang der PT eine signifikante Ausweitung der Sozialprogramme und günstigere Ginis mit einer Entschuldung der Staatshaushalte und zwar bei zunächst geringen Wachstumsraten.

            • Wirtschaftswurm schrieb am 12. November 2011 um 18:03 - Permalink

              @Spiegelfechter “Das sind allessamt Entscheidungen, die aus der Panik und der Angst vor den Märkten selbst geboren sind und keine rationalen Entscheidungen.”
              Wer weiß das schon? Auch ich habe zu Beginn der Griechenlandkrise Ende 2009 geglaubt, dass sei alles nur Spekulation. Immerhin gab es Länder wie Japan, die noch eine viel ungünstigeres Verhältnis Schulden/BIP hatten. Nachdem ich mich dann aber näher mit der griechischen Wirtschaft beschäftigt habe, musste ich diese Meinung revidieren. Tatsache ist, dass die Märkte das Griechenlanddesaster schon gesehen haben, als die Politik es noch nicht wahrhaben wollte und abwiegelte. Der Markt ist sicher alles andere als perfekt, aber immerhin besser als die Politik.
              Die italienischen Wirtschaftsdaten sind auch alles andere als rosig.

            • flouri schrieb am 12. November 2011 um 18:41 - Permalink

              @Wirtschaftswurm

              Der Markt ist [...] immerhin besser als die Politik.

              Nein, dies ist er nicht. Der “Markt”, der Wundergötze aller Brüderles, aller wenig Hinterfragender, aller wenig der Sache zur Grunde Gehender und aller ihr Gehirn wenig anstrengen Wollender, ist eine katastrophal ineffiziente, wenig erfolgreiche, vom Herdentrieb und Zufall bestimmte Sache, die sich noch dazu erstklassig von Gaunern und Kriminellen in Anzügen und geborenen Superreichen “gamen” lässt.
              Akteure des Marktes haben es leider in den letzten 20 Jahren sehr gut geschafft, die Politik zu korrumpieren und dort ihre Marionetten in Stellung zu bringen, sodass man eigentlich nicht mehr von einer “Politik” sprechen kann.

            • aquadraht schrieb am 12. November 2011 um 18:48 - Permalink

              Wo immer Du herkommst, “Wirtschaftswurm”, Du faselst rum. Die griechische Wirtschaftsgesellschaft trug schon immer gewisse vormoderne Züge. Ich habe dort in den späten siebzigern während meiner Seemannskarriere (nunja) mehrfach angeheuert, ohne Papiere natürlich, aber mit “fili” (Freunden), wie das System der gegenseitigen Verpflichtungen (ähnlich den guanxi in China) dort heisst. Da lief alles mögliche an den Gesetzen vorbei.

              Aber die Menschen haben schon damals hart gearbeitet, und länger als in Mitteleuropa und zu schlechteren Löhnen und Arbeitsbedingungen. Die Schlamperei in Verwaltung und Finanzsektor fingen die Abwertungen der Währung einigermassen ab.

              Erst als man die Länder “dem Markt” zum Frass vorgeworfen hat, unter dem Diktat der gemeinsamen Währung und der gleichzeitigen Niederreissung aller Barrieren gegen Marktversagen, ging es koppheister in die Scheisse.

              Ich glaub Dir übrigens kein Wort. Achtgroschenjungen der Spindoctors hatten wir schon genug. Da lob ich mir unseren Haustroll Lemmy, der ist zwar schwer verstrahlt, aber ehrlich.

              a^2

            • flouri schrieb am 12. November 2011 um 18:54 - Permalink

              Was mache ich, wenn ich keine Ahnung habe, mein Gehirn nicht anstrengen will, korrupt oder nicht der Intelligenteste bin?

              Ich gehe nicht ins Detail oder auf das aktuelle Problem ein, ich sage eigentlich nur -verpackt in viel Bla Bla:

              “Der Markt wird es regeln.”

              wenn ich keine Ahnung habe, mein Gehirn nicht anstrengen will, korrupt oder nicht der Intelligenteste bin?

              Um nicht intendierte Missverständnisse zu vermeiden. Damit meine ich nicht Wirtschaftswurm, sondern u.a. die in meinen voranstehenden Kommentar erwähnten Politiker und gewisse Personen des öffentlichen Lebens.

    9. Paul schrieb am 11. November 2011 um 18:10 - Permalink

      Was mich ein wundert ist, dass es scheinbar keine EU-Staaten gibt, die von den aktuellen Sparplänen profitieren. Sie schaden allen, insbesondere auch Deutschland.

      Das kann doch eigentlich nur zwei Dinge bedeuten:
      1) Die Politiker wissen das nicht.
      2) Die Politiker handeln aus böser Absicht.

      Beides finde ich nicht wirklich plausibel.

      Erstens scheint es ja keine logische Erklärung zu geben, wie die Sparpläne die Krise eigentlich lösen sollen. Und dass sich die Situation in Griechenland durch die schon umgesetzten Einschnitte verschärft hat, ist doch völlig eindeutig.

      Zweitens kann ich mir nicht vorstellen, dass böswillige Politiker bereit sind mit ihrer Klientelpolitik für den Finanzsektor so offensichtlich dem eigenen Staat schaden. Sowas passiert doch normalerweise eher im Verborgenem.

      Wie erklärt ihr euch das?

      • Paul schrieb am 11. November 2011 um 18:15 - Permalink

        ich würde gern noch ein “so offensichtlich und so massiv dem eigenen Staat schaden” anfügen

      • FetteBeute schrieb am 11. November 2011 um 19:05 - Permalink

        Das kann doch eigentlich nur zwei Dinge bedeuten:
        1) Die Politiker wissen das nicht.
        2) Die Politiker handeln aus böser Absicht.

        Beides finde ich nicht wirklich plausibel.

        Oder: Es verdienen am Ende einige Wenige bei dieser Sache sehr sehr viel Geld.

      • Sammy schrieb am 11. November 2011 um 19:21 - Permalink

        Ich tendiere zu 1.) die Politiker wissen das nicht

        Das Problem ist, dass sowohl das Parlament wie auch die beratenden Experten ein und der Selben Ideologie anhängen (mit wenigen Ausnahmen).

        Wer jedoch eine Ideologie, hier die des freien Markte,s verinnerlicht hat tut sich schwer andere Sichtweisen ein zu nehmen. Das wird bei den üblichen Talkshows immer klar. Zur Finanzierung der Staaten direkt mittels EZB kommt z.B. immer der massive Einwand niedere Zinsen würden die Staaten dazu bringen Geld sinnlos zu verschwenden. Als ob verantwortungsvolle Politiker meinetwegen in Griechenland gerade nichts anderes zu tun hätten als sinnlos Geld zum Fenster raus zu schaufeln. Die Logik der Ideologie gibt eine Automatik in Argumentation und Handlung vor.

        Wenn dann die Rezepte der Ideologen scheitern, wird nicht reflektiert warum es nicht klappt, sondern immer mehr von der (falschen) Medizin verabreicht, auf dass sich irgend wann eine Besserung einstellt. Das ist bedauerlich aber auch zu tiefst menschlich.

        In so fern gibt es die Spekulanten, die ihre Entscheidungen bewusst, berechnend und ideologiefrei treffen und die Schafe (wie Jens sie nennt) die der vorgegebenen Ideologie folgend in ihr eigenes Verderben rennen.

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 19:21 - Permalink

        Was mich ein wundert ist, dass es scheinbar keine EU-Staaten gibt, die von den aktuellen Sparplänen profitieren. Sie schaden allen, insbesondere auch Deutschland.

        Klar, aber wer ideologisch so verbohrt ist wie unsere Kanzlerin sieht dies als Roßkur. Du weißt doch, was sie letzte Woche mal wieder so schönes gesagt hat:

        “Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit für unsere Kinder und Enkel erhalten” und dabei sprach sie nicht nur für Deutschland, sondern für Europa. JA, Merkel will ganz Europa wettbewerbsfähig machen. Gegenüber wem? Gute Frage! Anscheinend sieht uns Merkel tatsächlich im Wettbewerb mit Schwellenländern. Sinns Unsinn von der “Basarökonomie” scheint unausrottbar.

        Das kann doch eigentlich nur zwei Dinge bedeuten:
        1) Die Politiker wissen das nicht.
        2) Die Politiker handeln aus böser Absicht.

        (Fast) Kein Mensch handelt aus böser Absicht. Aus ihrer Perspektive handeln die Entscheider aus guter Absicht. Dennoch lege ich meine Hand dafür ins Feuer, dass für 95% der Bundestagsabgeordneten (1) zutrifft. Auf sie kommt es aber nicht an.

        Noch ein schönes Zitat, diesmal der “Oppostionsführer” *rolleyes* Steinmeier (sinngemäß):

        “Ich weiß zwar nicht, was das mit dem EFSF auf sich hat und was konkret geplant ist, aber die SPD steht voll und ganz dahinter”.

        Was soll man da noch erwarten?

      • Karla schrieb am 11. November 2011 um 19:52 - Permalink

        Was mich ein wundert ist, dass es scheinbar keine EU-Staaten gibt, die von den aktuellen Sparplänen profitieren. Sie schaden allen, insbesondere auch Deutschland.

        Wer ist denn Deutschland? Die deutsche Bevölkerung, die Steuerzahler, die Wirtschaft oder die deutsche Regierung? Wirtschaftlich mag der auf andere Länder ausgeübte Sparzwang auch aus deutscher Sicht nachteilig sein (und deshalb scheinbar hirnrissig), aber machtpolitisch ist für Merkel bis jetzt alles ganz prima gelaufen. Die “Sparpakete” sind bestens geeignet, um angeschlagene Länder sturmreif zu schießen. Wobei die Installation einer Technokraten-Regierung nur die Spitze vom Eisberg ist.

        Deuschland, bzw. die Politik, die Merkel vertritt, ist in den letzten Monaten überhaupt sehr dominant geworden in Europa. Zwar wird oft behauptet, Merkel ließe sich innerhalb der EU von allen über den Tisch ziehn, aber das stimmt einfach nicht, ganz im Gegenteil. Allerdings weiß ich nicht, was Merkel mit der ganzen Macht eigentlich anfangen will, das habe ich schon inenrhalb Deutschlands nicht verstanden. Einfach nur haben wollen?

      • lulu schrieb am 11. November 2011 um 20:45 - Permalink

        1) Die Politiker wissen das nicht.

        Die Politiker wissen das. Doch sie wissen es nicht besser!
        Wobei das nur auf wenige zutrifft. Ein Großteil von denen ist wirklich finanzdumm.
        Hinzu kommt: Verstehen ist eine Sache. Neue hilfreiche Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen eine andere.

    10. Arbo schrieb am 11. November 2011 um 18:28 - Permalink

      Der Artikel bringt die Problemlage gut auf den Punkt. Aber irgendwie ist das auch frustrierend, weil m. E. niemand da ist, den Irrsinn zu stoppen.

      Schau’ ich mir die ganze Schulden-Diskussion an, habe ich manchmal das Gefühl (!), es wäre besser, eine Währungsreform 2.0 mit entsprechender Staatsschulden-Amnestie umzusetzen. Aber dazu müssten wir warten, bis “uns” – soliden Sparmeistern – die Austeritätspolitik, die “wir” anderen aufdrücken, selbst auf die Füße fällt …

      • Spiegelfechter schrieb am 11. November 2011 um 19:24 - Permalink

        Selbst vor dieser Währungsreform 2.0 (warum eigentlich?) steht aber das “Go!” für die EZB, das auch ohne jeglichen Faxen dem Grauen ein Ende machen würde.

        • Arbo schrieb am 11. November 2011 um 22:06 - Permalink

          OK, Währungsreform war etwas unglücklich gewählt. Irgendwie kam mir das im Zusammenhang mit einer “Staatsschuldenamnestie” ganz “automatisch” in den Sinn.

          Mein Gefühl sagt mir jedenfalls, dass es ehrlicher wäre, einen Schnitt zu machen, mit einem Schuldenerlass bzw. einer EU-weiten “Schuldenkonsolidierung” sozusagen “Reset” zu drücken.

          Es ist doch absolut hirnrissig, mit den “Schulden” eine Hypothek und ein Druckmittel mitzuschleppen, welche sprichwörtlich wie ein Klotz am Bein jener (vermeintlich) angeschlagenen Staaten hängen. Die kommen doch nie auf den grünen Zweig.

          Individual-perspektivische Vergleiche hinken zwar häufig, aber ich würde das mit der “persönlichen Insolvenz” vergleichen, wo nach einer gewissen Zeit die “Schuldenfreiheit” in Aussicht steht. Sowas fehlt mir: Einfach eine Perspektive für die entsprechenden Staaten. (Und auch ein Anreiz, deren Lage nicht so auszunutzen wie das mit den “Verschuldungswetten” geschieht.)

          (Was nicht bedeuten soll, “verschwenderischen” Staaten einen Persilschein auszustellen!)

    11. sternburg schrieb am 11. November 2011 um 19:14 - Permalink

      78 % der deutschen glauben, das der euro, die krise überleben wird.
      grade gehört in den zdf nachrichten um 19.00 h. wollte ich hier nur mal durch geben. ihr ollen schwarzmaler:))

      “….bye-bye bunga-bunga-boy!

      es jubeln merkel, schäuble, schmidt
      sarkozy und obama
      madonna, clooney, gates und pitt
      selbst fry von futurama

      es feiern attac, bnd
      james blunt und alice schwarzer
      mercedes, gottschalk, vfb
      die bonzen und die hartzer

      es applaudieren monsieur gung
      der aufsichtsrat von sony
      die welt hüpft vor begeisterung:
      ciao-ciao sagt berlusconi…” spreeblick

      • Sammy schrieb am 11. November 2011 um 19:31 - Permalink

        Da kommt mir bei diesem schiefen Gedicht gerade ein recht schräger Gedanke:

        hätte die Welt 1930 schon unter dem Diktat der Neoliberalen Ideologie gestanden:
        Musolini; Hitler und Stalin wären wegen mangelnder Spareinsicht schnell von der Bildfläche verschwunden. Die Demokratie hat das offenbar nicht geschafft. Also: nieder mit der Demokratie – hoch mit dem Diktat der freien Märkte!

        Das darauf noch kein Seingart, Fleischhauer, Broder und der Rest der Bagage gekommen ist?!

        • sternburg schrieb am 11. November 2011 um 20:13 - Permalink

          jupp…. oder ins politische übersetzt: die vorstellung einer fighterin wie ayn rand, für den hardcore neo liberalismus unter einem hitler – stalin – oder mussolini system… – das muss für die frau, der alptraum schlechthin sein.

    12. Ranger schrieb am 11. November 2011 um 19:28 - Permalink

      Andererseits muss man doch gestehen, dass die Staatsschulden real sind und z. B. die Griechen in den Luxuswahn abdrifteten, dank fehlender Kontrollen. Wer kontrolliert wenn wir “die Notenpresse anwerfen”, bzw. wer verteilt das Geld?

      Denn WÜRDEN die Märkte funktionieren, dann würde ein kluger Investor jetzt seine Kröten zu 4% nach Italien schieben. Anscheinend ist nun mal mehr Nachfrage an Geld da als ein Angebot.

      Ich bezweifle das unser System weiter funktionieren würde wenn wir einfach Geld drucken – wir müssen die substanziellen Probleme lösen, z. B. dass KEINE Arbeit mehr da ist (zumindest IN unserem System).

    13. Peleo schrieb am 11. November 2011 um 19:40 - Permalink

      Suspendierung der Demokratie

      Woher kommt auf einmal die Begeisterung für die Pro-Forma-Demokratie?
      Die neuen Regierungschefs müssen doch von den Parlamenten gewählt werden. Damit ist der Form Genüge getan. Wirkliche Demokratie gab und gibt es doch ohnehin nicht.

    14. Cheops schrieb am 11. November 2011 um 19:41 - Permalink

      Solange der Bunga Bunga Duce Berlusconi in Italien das Sagen hatte, konnte sich da auch nichts ändern. Er hat eine Politik der verbrannten Erde betrieben und seine Nachfolger stehen vor fast unlösbaren Aufgaben!

    15. name schrieb am 11. November 2011 um 19:56 - Permalink

      Nach dem Spekulationsterror steht Krieg ins Haus, kein kleiner Krieg, keiner, wie er überall an den Rändern der Imperien täglich herrscht, sondern einer zwischen den Imperien.

      Sozialisimus oder Barbarei, mehr bleibt nicht übrig.

      • sternburg schrieb am 11. November 2011 um 20:39 - Permalink

        dazu immer auch notwendig, die wohl dosierte prise nationalismus. ökonomischer standortvorteil oder auch völkerwettkampf.

        “…Natürlich haben die Griechen ihre Gründe, wenn sie ihrem Unmut sowohl über ihre eigene Regierung als auch über die Europäische Union Luft machen. Aber sie sollten dennoch eine Sache verstehen: Wenn man Mitglied eines anständigen Klubs ist – und ich glaube trotz allem, dass die EU ein solcher Klub ist oder wenigstens sein kann -, dann muss man nicht nur die Freiheiten und Annehmlichkeiten nutzen, die er zu bieten hat, sondern sich auch dazu verpflichtet fühlen, ihm das eine oder andere Opfer zu bringen….” da ist doch mal klartext. kammerad!

        aus der heutigen welt:

        http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13710982/Warum-Mutter-nicht-streikt.html

        besiegt die zweite natur!

        http://www.freitag.de/kultur/1144-besiegt-die-zweite-natur

        • Schweigsam schrieb am 11. November 2011 um 20:54 - Permalink

          Sternburg, sag mal, warum liest du die Welt?
          Was erwartest du?

          • sternburg schrieb am 11. November 2011 um 20:57 - Permalink

            ich muss doch wissen , wie mein feind ( feind? sagt man das so im kampf:)) ) denkt, woran er glaubt:))

            don`t let the system get you down! mattafix

            http://www.reichtumsuhr.de/

            ich bin dann mal weg. gute nacht europa

            • Heldentasse schrieb am 11. November 2011 um 21:06 - Permalink

              Aber die bekommst doch bei der Lektüre höchstens mit, wie Dein “Feind” denkt was Du denken solltest. ;)

            • sternburg schrieb am 11. November 2011 um 21:18 - Permalink

              Aber die bekommst doch bei der Lektüre höchstens mit, wie Dein “Feind” denkt was Du denken solltest. ;)

              :))

              http://www.youtube.com/watch?v=WfH50S8-voo

              wir sind alles dumme schafe:))

            • Schweigsam schrieb am 12. November 2011 um 08:43 - Permalink

              Nein Sternburg, das sind keine Feinde, vielmehr einfach Lumpen.
              Und Lumpen sind keine Feinde, sie sind das was sie nicht anderes sein können.

    16. Schweigsam schrieb am 11. November 2011 um 20:50 - Permalink

      Gut zu lesender Artikel und soweit plausibel. Danke Herr Berger, ich befürchtete schon nach ein, zwei Absätzen, jetzt legt der Jens so richtig mit Volkswirtschaftlehre los;-)

    17. ola schrieb am 11. November 2011 um 22:00 - Permalink

      Während wir hier hochdiszipliniert über die Euro Rettung schwadronieren, entdeckt Deutschland kurzzeitig dass es hier auch Rechtsterrorismus geben könnte.. Wie süß. Aber man traut sich noch nicht so, sind nur ein paar Türken ex gegangen, Autos wurden keine angezündet. Gott sei Dank^^

    18. mef_ibn_stofel schrieb am 12. November 2011 um 06:52 - Permalink

      Ich weiß nicht, ob das schon mal jemand erwähnt hat:

      http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-ezb-als-letzte-rettung-/5823168.html

      und

      http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-ezb-muss-sehr-radikale-dinge-tun/5825146.html

      Da schlagen der “linke” Krugman und die Chefvolkswirte der Banken dasselbe
      Rezept vor.

      Das aber Hysterie über Italiens Schuldzinsen ist übertrieben ist seltsam. Worauf wollen sie hinaus? Ist allles nicht so schlimm, EZB soll sich nicht einmischen?

    19. Momo schrieb am 12. November 2011 um 07:09 - Permalink

      Am 25. Oktober hatte ich im Spiegelfechter einen Kommentar zu Italien geschrieben, den ich passenderweise nochmals einstellen möchte:

      Unsere “Qualitätsmedien” hatten sich in den vergangenen Monaten ihr rechtskonservativ-neoliberales Mütchen an Griechenland gekühlt und frei nach dem Motto “Haltet den Dieb” mit dem Finger auf die angeblich “faulen Beamten”, “überversorgten Rentner” und auf die griechischen Arbeitnehmer mit angeblich überlangem Urlaub und kurzen Wochenarbeitszeiten gezeigt. Damit hatten unsere “Qualitätsmedien” von den desaströsen Folgen des deutschen Lohndumping, Sozialdumping (z.B. Hartz IV) und Unternehmensteuerdumping für die Stabilität innerhalb der Eurozone abgelenkt. Nun wenden sich diese Medien allem Anschein nach Italien zu. Auf tagesschau.de schreibt Tilmann Kleinjung (Bayrischer Rundfunk) vom ARD-Hörfunkstudio Rom unter der Überschrift “Rom und die Schuldenkrise: Warum es mit Italien nicht aufwärts geht”:
      http://tagesschau.de/wirtschaft/italien478.html

      “In Italien gibt es immer noch die schöne und teure Einrichtung der Geschwisterrente. Stirbt ein Rentenempfänger, können Bruder oder Schwester 15 Prozent der Rente des Verstorbenen für sich beanspruchen. Für Pietro Reichlin, Wirtschaftsprofessor an der “Luiss Universität” in Rom, ist der Reformbedarf bei den Renten am größten: “In den nächsten zwei, drei Jahren bleiben die Renten ein schwerwiegendes Problem, weil es in Italien noch zu viele Menschen gibt, die viel zu früh in Rente gehen – mit einer Rente, die viel zu hoch ist, verglichen mit den eingezahlten Beiträgen. Unsere nationale Rentenversicherung hat ein Defizit, das sie nicht auffüllen kann.””

      Auch Tilmann Kleinjung verfährt nach der neoliberalen Masche, die Schuld für die italienische Staatsverschuldung ganz wesentlich bei den Sozialleistungen zu suchen: Den angeblich zu üppigen Renten. So mag es auf den ersten Blick verwundern, daß Geschwister 15% der Rente des verstorbenen Geschwisterteils beanspruchen können. Es ist jedoch unseriös, das italienische Rentenniveau ausschließlich anhand dieses Beispiels als zu hoch zu kritisieren. Die Sache wird auch dadurch nicht glaubwürdiger, daß der Journalist des Bayrischen Rundfunks einen italienischen Wirtschaftsprofessor als “Leumund” heranzieht. Denn wir wissen aus leidgeprüfter Erfahung, wie die Äußerungen zahlreicher deutscher “Wirtschaftsprofessoren” in Bezug auf unser Rentensystem einzuschätzen sind. Erinnert sei hier nur an die Herren Raffelhüschen, Rürup oder Bösch-Supan. Das Niveau der italienischen Rente kann ausschließlich unter Berücksichtigung aller bestimmenden Faktoren beurteilt werden.

      Zur Beantwortung der Frage, ob das italienische Rentenniveau tatsächlich zu üppig ausfällt, hilft ein Blick in den OECD-Report “Pensions at a Glance 2009″. Dieser Report gibt Auskunft über die Höhe der Rentenzahlungen in Prozent vom letzten Netto-Arbeitseinkommen. Das Rentenniveau

      – in Prozent vom letzten Netto-DURCHSCHNITTS-Arbeitseinkommen beträgt:
      —- OECD-Durchschnitt 70,3%
      —- Niederlande 103,2%
      —- Dänemark 91,3%
      —- Italien 74,8%
      —- Deutschland 61,3%.

      Das italienische Rentenniveau (Rentenzahlungen in Prozent vom letzten Netto-Durchschnitts-Arbeitseinkommen) liegt zwar um 4,5%-Punkte über dem OECD-Durchschnitt. Jedoch zeigen beispielsweise die Niederlade oder Dänemark (selbst unter dem Aspekt daß diese eine höhere Geburtenrate aufweisen), daß ein auskömmliches Rentenniveau einer funktionierenden Volkswirtschaft keineswegs entgegensteht. Dem BR-Journalisten Tilmann Kleinjung sei darüber hinaus empfohlen, sich mit dem mickrigen deutschen Rentenniveau in Höhe von nur 61,3% (9,0%-Punkte unter dem OECD-Durchschnitt) auseinanderzusetzen. Aber richtig: Unsere Neoliberalen, allen voran unsere Bundeskanzlerin Merkel, möchten ja innerhalb der Eurozone die “Rente mit 67″ zur Pflicht erheben. Unter diesem Blickwinkel ist das italiensische Rentenniveau (ebenso wie jenes zahlreicher weiterer Staaten) selbstverständlich “zu üppig”.

      Und wie stellt sich das Rentenniveau innerhalb der OECD für jene Arbeitnehmer dar, die während ihres Arbeitslebens zu den Geringverdienern zählten? Laut dem bereits zitierten OECD-Report “Pensions at a Glance 2009″ betragen die Rentenzahlungen

      – in Prozent vom letzten HALBEN Netto-Durchschnitts-Arbeitseinkommen:
      —- OECD-Durchschnitt 82,1%
      —- Niederlande 105,0%
      —- Dänemark 137,0%
      —- Italien 74,8%
      —- Deutschland 59,2%.

      Das italienische Rentenniveau für halbe Netto-Durchschnitts-Arbeitseinkommen liegt um 7,3%-Punkte unter dem OECD-Durchschnitt. Die Behauptung des BR-Journalisten Tilmann Kleinjung, das italienische Rentenniveau sei angeblich zu üppig, wird für Kleinrentner völlig ad absurdum geführt. Und: Während die Rentenzahlungen im OECD-Durchschnitt eine soziale Komponente aufweisen (in Prozent vom letzten Netto-Arbeitseinkommen liegt das Rentenniveau für ehemals halbe Netto-Durchschnittseinkommen oberhalb des Rentenniveaus von ehmals durchschnittlichen Netto-Arbeitseinkommen), gibt es diese Sozialkomponente im italienischen Rentensystem nicht: Für Durchschnitts- und halbe Durchschnitts-Arbeitseinkommen (Netto) beträgt das Rentenniveau jeweils 74,8%. Das deutsche Rentensystem weist laut OECD sogar eine “Sozialkomponente” zu Gunsten höherer Arbeitseinkommen auf. Denn für durchschnittliche Netto-Arbeitseinkommen beträgt das spätere Rentenniveau 61,3%, für halbe Durchschnitts-Arbeitseinkommen (Netto) beträgt das spätere Rentenniveau lediglich 59,2%. Das deutsche Rentenniveau für halbe Netto-Durchschnitts-Arbeitseinkommen liegt zudem dramatische 22,9 Prozentpunkte unterhalb des durchschnittlichen OECD-Niveaus. Damit die Welt am deutschen Wesen genesen kann, steht für die allermeisten OECD-Staaten noch viel Anpassungsarbeit beim Absenken von deren Rentenniveau an das niedrige deutsche Niveau ins Haus.

    20. bombjack schrieb am 12. November 2011 um 10:37 - Permalink

      Blöde, naive Frage….aber wer oder was sind diese “Spekulanten”?

      Und je nachdem wie die Antwort ausfällt, was kann man tun um denen ihr Süppchen zu versalzen?

      bombjack

    21. Aho schrieb am 12. November 2011 um 10:44 - Permalink

      Der Artikel trifft es gut, insbesondere die bittere Erkenntnis, dass ein Schubs der “Falschen” von außen mehr bewirkt als beständiger Druck der “Richtigen” von innen, aber das Gerade von einem “Putsch” finde ich im Falle von Italien übertrieben. Berlusconi war schon lange nicht mehr handlungsfähig, und das konnte er in diesen anspruchsvollen Zeiten nicht überleben.

      Der Sturz durch die Finanzkrise ist nur der Schlusspunkt der langen Agonie der Berlusconi-Mehrheit. Schon seit Beginn der Legislaturperiode musste er alle wichtigen Abstimmungen mit der Vertrauensfrage verbarrikadieren, ständig spalteten sich Abgeordnete und Senatoren ab und bildeten neue Mini-Parteien (z.B. Fini). Immer öfter musste er Erpressungen von Abgeordneten nachgeben, die als Gegenleistung für die weitere Unterstützung der Regierung irgendwelche Staatssekretärsposten haben wollten. Soll so ein Ministerpräsident im Amt bleiben, nur damit formal ein Wahlergebnisses respektiert wird?

      Mit der Demokratie, die jetzt bei der Nachfolgediskussion vermisst wird, war es auch schon bei der Wahl 2008 nicht weit her. Die Abgeordneten (aller Parteien) sind nicht von Bürgern gewählt, sondern von den jeweiligen Parteiführungen ernannt worden. Die Italiener konnten nur Listen ankreuzen. Gerade Berlusconi hat es mit dem Verweis auf diese “demokratische Legitimation” immer übertrieben, sie war für ihn nur ein Freibrief für die Durschsetzung seiner ganz persönlichen Interessen.

      Es läuft ja nun wohl alles auf den neoliberalen Bilderberger Mario Monti hinaus. Intellektuell sicher ein Gewinn für die politische Klasse Italiens, aber hoffentlich hat er in den letzten Jahren dazugelernt (immerhin, “soziale Gerechtigkeit” ist kein Fremdwort für ihn), sonst setzt sich die Spaltung des Landes weiter fort.

    22. Very Serious Sam schrieb am 12. November 2011 um 12:07 - Permalink

      Griechenland, Italien usw. können ihre Probleme selbst lösen, Hilfe von außen ist dazu gerne gewährt. In all diesen Ländern sind die Ersparnisse der Bürger und Unternehmen weit über den Verschuldungen (bzw. bilden einen guten Teil dieser Verschuldungen). Davon liesen sich große Teile der Schuldenberge abbauen und somit die Zinslasten sinken (um mal wieder darauf hinzuweisen, dass entgegen der kruden Theorien mancher ‘Ökonomen’ die abslouten Beträge der Schulden sehr wohl eine gewaltige Rolle spielen, nicht nur die relativ zum BSP bezogenen. Vor allem, aber nicht nur, wenn letzteres sinkt). Deutschland mit seinen Zwangshypotheken nach der 1948er Währungsreform könnte einen der Wege weisen.

      Was Griechenland betrifft, ist allerdings keine dauerhafte Lösung möglich, solange die Steuern nicht gezahlt werden und solange der Staatssektor derart grotesk aufgeblasen ist. Und Italien wird nicht dauerhaft auf die Füße kommen, solange die mafiösen Vereinigungen die wahren Regenten sind.

    23. leslie schrieb am 12. November 2011 um 13:50 - Permalink

      ´´was kann man tun um denen ihr Süppchen zu versalzen?´´
      Vielleicht n Bankrun.
      http://blog.markusgaertner.com/2011/11/11/reingetrickst-und-abgewickelt-die-europaische-machtergreifung-der-geldmafia/

      Achja die Rente.
      An die glaub ich schon lange nicht mehr.

      Da hat Momo ja schon alles zu gesagt.
      Die stehlen uns halt nicht die Zeit,sondern das Geld.

      Mfg

    24. Heldentasse schrieb am 12. November 2011 um 19:25 - Permalink

      @a^2

      Erst als man die Länder “dem Markt” zum Frass vorgeworfen hat, unter dem Diktat der gemeinsamen Währung und der gleichzeitigen Niederreissung aller Barrieren gegen Marktversagen, ging es koppheister in die Scheisse.

      Danke für die m.E. zutreffende und knackige Beschreibung einer möglichen Ursache für die heutige Misere :-), die aber leider noch am Anfang steht. Denn der Kapitalismus verdaut sich gerade selber und die wirklich großen Mengen an Verdauungsprodukten stehen wohl leider noch aus. :-(

    25. flouri schrieb am 12. November 2011 um 21:33 - Permalink

      @Jens Berger

      Es lohnt sich jedoch, einen genaueren Blick auf das bereits besiegelte politische Ende Berlusconis zu werfen: Nicht etwa Klientelismus, Vorteilsnahme im Amt, Beugung des Rechts oder aber seine moralischen Verfehlungen haben ihn den Kopf gekostet, sondern seine Weigerung, sich von der EU und dem IWF eine kontraproduktive Austeritätspolitik diktieren zu lassen.

      Wer nun meint, ein finanziell unsolides Land wie Italien stelle nun einmal in der jetzigen Situation eine Bedrohung für die Eurozone als Ganzes dar und daher müsse man im Zweifelsfalle nun einmal demokratische Prinzipien „höheren Interessen“ unterordnen, sollte sich einmal die Fundamentaldaten Italiens ansehen. [....]. Anders als Griechenland, das in der Tat ein sehr großes strukturelles Defizit aufweist

      Ein souveränes Land mit eigener Währung würde ganz einfach „Basta!“ sagen und den Teufelskreis beenden. Ist ein Land in einer Währungsunion aber erst einmal angeschlagen, verliert es seine Souveränität. Sobald ein demokratisch gewählter Regierungschef sich gegen das Spardiktat aus Brüssel und Washington stellt, droht man ihm mit dem Entzug überlebenswichtiger Hilfen.

      und durch einen Technokratenrat aus „Finanzexperten“ ersetzt. Italien und Griechenland müssen nun das erfahren, was viele Drittweltstaaten, die sich dem IWF oder der Weltbank ausgeliefert haben, bereits schmerzlich erleben mussten – den Verlust der Souveränität.

      Wo aber bleibt der Aufschrei der Demokraten? Wo bleiben die Leitartikler, die ansonsten bei jeder Gelegenheit das Fähnlein der Demokratie schwingen? Direkt vor unserer Haustür werden demokratisch gewählte Regierungen weggeputscht, um den Forderungen der „Märkte“ Genüge zu tun. Anstatt auf die Barrikaden zu gehen, verschanzen sich unsere Leitartikler hinter einem imaginären Sachzwang und feiern sogar noch das Ende demokratischer Entscheidungsfindung. Frei nach Adorno könnte man sagen: “Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Feinde der Demokratie in der Maske der Antidemokraten, sondern vor der Rückkehr der Feinde der Demokratie in der Maske der Demokraten”.

      Erstklassige Beobachtungen.

    26. Anutosho schrieb am 13. November 2011 um 05:35 - Permalink

      Ich kann’s langsam nicht mehr hören.
      Von dem Artikel habe ich nur den Anreißer gelesen, das hat mir schon gereicht.
      Wenn ich Schwachsinn lesen muss, wie:

      Schließlich verfügt Italien sogar in diesem Jahr über einen primären Haushaltsüberschuss – das heißt, ohne den Zinsdienst wären die Steuereinnahmen höher als die Staatsausgaben.

      Dann weiß ich schon: Wieder alter Wein in neuen Schläuchen. Klar, wenn ich keine Miete zahlen müsste könnte ich alle 3 Monate in Urlaub fahren. MUSS ICH ABER.
      Offensichtlich ist die allgemeine Gehirnerweichung auch schon bis zum Spiegelfechter vorgedrungen. Zinszahlungen sind genau so reale Ausgaben wie der Straßenbau oder Sozialkosten. Wie kann man einen Staat als solide bezeichnen, der mehr ausgibt als er einnimmt. Selbst die CDU lobt sich in den höchsten Tönen, weil sie im nächsten Jahr weniger NEUE Schulden macht (bzw. zu machen gedenkt), als sie irgendwann früher einmal geplant hat. Toll! Ich habe in diesem Jahr ÜBERHAUPT keine neuen Schulden gemacht. Qualifiziert mich das jetzt schon zum Finanzminister? Wahrscheinlich gerade nicht, in einer Welt von Irren Schlipsträgern. Zwar weiß auch ich nicht, wie die Probleme von Heute auf Morgen gelöst werden können. Ich weiß aber: Wenn ich jedes Jahr neue Schulden mache wartet am Ende des Weges unweigerlich der Bankrott, es sei denn, es käme ein Krieg dazwischen, der wieder Tabula Rasa macht (hat ja bis vor 60 Jahren immer prima funktioniert). Da kann man auf die Banken und Ratingagenturen schimpfen so viel man will. WIR haben denen die Macht in die Hände gelegt und wundern uns nun, daß sie das ausnutzen. Hallo! Realitätscheck! In meiner Welt könnten die Zinsen gerne auch 50% sein, denn ich habe keine Schulden. Komisch auch, dass auch in besten Jahren immer neue Schulden gemacht werden, weil es immer “gerade nicht reicht”. Wann, bitteschön sollen denn dann die Schulden abgebaut werden? Wenn es Geld regnet?
      Wer nicht in der Lage ist, mit dem Geld auszukommen das ihm zur Verfügung steht, und das auch noch mit tollen Theorien dekoriert, gehört bestenfalls aus dem öffentlichen Leben / der öffentlichen Meinung entfernt. Auf keinen Fall aber sollte man solchen Zockern einen Staat anvertrauen. Offensichtlich wird aber die ganze Welt von Geisteskranken regiert, und jetzt diskutiert auch der Spiegelfechter lustig mit.
      Was passiert denn, wenn die EZB billiges Geld ausgibt und die Zockerei der Spekulanten damit verhindert? Die Staaten können dann vielleicht 15 anstatt nur noch 5 Jahre lang so weiter machen, bis dann endlich auch bei 4% Zinsen der Punkt erreicht ist, an dem die Einnahmen nicht mehr die Zinslast decken.
      Die Jahrzehntelange Gehirnwäsche der Finanzlobby und so genannten Ökonomen hat offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Das allgemeine Credo ist ja: “Ohne Schulden geht’s nicht. Das ewige Wachstum wird’s schon richten.”
      Wie kann ein Mensch, der ein Gehirn mit bekommen hat (wenn auch ohne leider Bedienungsanleitung) so einen Schwachsinn glauben? Aber selbst größte Unternehmen, die seit Jahrzenten erfolgreich am Markt agieren sind nicht in der Lage, ein neues Projekt anzugehen, ohne sich vorher Geld von der Bank zu holen. Wie kann das sein? Konnten die in all der Zeit nie etwas zurück legen? Klar, dass dann alle Macht den Banken ist und die Weltwirtschaft zusammen brechen muss, wenn ein paar “too big to fails” dann doch mal failen.
      Ich persönlich sehe gar keine Chance auf irgendeine Rettung gleich welcher Art mehr, solange die ganze Welt dem Kredit- und Wachstumsirrsinn verfallen ist wie ein Junkie dem Heroin. Auch dieser steht ja ökonomisch eigentlich ganz gut da, wenn man mal die Kosten für seinen Stoff außer Acht lässt.
      Anstatt über den Sinn oder Unsinn immer neuer Rettungsschirme zu diskutieren, sollten wir uns lieber den wirklichen Aufgaben widmen: Dem Sturz derer, die uns in den Untergang führen, und der Entwicklung eines neuen, ausgeglichenen Wirtschaftssystems.

    27. der Herr Karl schrieb am 13. November 2011 um 14:54 - Permalink

      “Das Finanzsystem ist wie ein bösartiger Tumor, der in unserer Gesellschaft wuchert und vor nichts(!) halt macht.”


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    loading Abbrechen
    Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren!
    E-Mail-Überprüfung gescheitert. Bitte noch einmal versuchen.
    Ihr Blog kann leider keine Artikel per E-Mail sharen.