Die vier Konvertiten
geschrieben am 27. August 2009 von Spiegelfechter
Wenn man den Niedergang des SPIEGELs an Personen festmachen will, so fallen immer wieder die Namen Claus Christian Malzahn, Henryk M. Broder, Gabor Steingart und Reinhard Mohr. Die Genannten haben vieles gemeinsam ? sie waren früher einmal überzeugte Linke. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch zu Konvertiten, und nicht nur Innenminister Schäuble weiß, dass Konvertiten sich sehr häufig durch einen überbordenden Fanatismus auszeichnen. Die vier apokalyptischen Reiter des SPIEGELS gerieren sich heute als schärfste Kritiker der 68er-Bewegung, sozialdemokratischer Politik und allem, was auch nur ansatzweise im Ruf steht, irgendwie ?links? zu sein. Auch wenn sie die publizistische Speerspitze neokonservativer und neoliberaler Politik im deutschen Blätterwald sind, so haftet ihnen auch das Stigma des Versagens an.
Malzahn – weggelobt
Noch vor wenigen Jahren galt C. C. Malzahn als kommender Mann beim Print-SPIEGEL. Seine hausinterne Position als Leiter des Politikressorts bei SPIEGEL-ONLINE gilt zwar als einflussreich, aber wenig glamourös. Der boulevardeske Onlineableger gilt nicht nur bei den Kollegen des Print-SPIEGELs als Schmuddelkind der Verlagsgruppe. Doch Malzahns Karriereaussichten schmolzen wie Eis in der Sonne, als der ehemalige Chefredakteur Stefan Aust den Verlag verlassen musste. Ende des Jahres wird Malzahn seinen Schreibtisch räumen müssen und fortan als Korrespondent des SPIEGELs in einem Außenbüro in der deutschen Provinz versauern.
Broder – in der Schmuddelecke
Henryk ?Milhouse? Broder hat es da besser. Als Hauspolemiker des SPIEGELs kokettiert er stets mit der Rolle des Underdogs. Wer jedoch Broders zügellose Überheblichkeit und seinen offen zur Schau gestellten Narzissmus kennt, weiß, dass der Rechtspopulist Broder vor allem nach gesellschaftlicher Anerkennung strebt. Die bleibt ihm als islamophobem Schreihals allerdings weitestgehend versagt. Broder teilt somit das Schicksal vieler Konvertiten ? sie werden zwar gerne und willfährig genutzt, wenn es darum geht, ein Ausrufezeichen zu setzen, aber die gesellschaftliche Anerkennung wird ihnen verweigert. Von seinen Mitstreitern beim SPIEGEL unterscheidet Broder jedoch ein wesentlicher Punkt ? Broder kann schreiben, und dies sogar sehr gut. Das weiß auch Broder und umso verbitterter ist er, weil sein Talent in der selbst gewählten Schmuddelecke verpufft.
Steingart – abgeschoben
Kaum ein anderer SPIEGEL-Journalist kam der Sonne so nahe und fiel dann so tief. Vor zwei Jahren galt Gabor Steingart noch als möglicher Nachfolger seines Förderers Stefan Aust. Sein Vorhaben, die Spitze des größten deutschen Nachrichtenmagazins zu übernehmen, scheiterte jedoch an seinen Kollegen. Austs Kronprinz, der es immerhin bis zum Leiter des Hauptstadtbüros des SPIEGELs brachte, war im Verlag als neoliberaler Claquer verschrien. Als Steingart sich 2007 als Vertreter der Redaktion in die Geschäftsführung der Mitarbeiter KG, der über 50% des SPIEGEL-Verlags gehören, wählen lassen wollte, wurde er von seinen Kollegen abgestraft ? mit 69 von 327 Stimmen erhielt er das zweitschlechteste Ergebnis. Steingart wurde daraufhin auf eine Drittelstelle im Washingtoner Außenbüro abgeschoben, wo er sich nebenberuflich vor allem seinen leidlich erfolgreichen Büchern widmet. Sein jüngstes Buch ?Die Machtfrage? ging als potentieller Bestseller an den Start. Doch das Buch floppte jäh ? momentan belegt es nur Platz 6.457 der Amazon-Verkaufscharts und auch Steingarts Traum, als Vertreter der Nichtwähler durch die Talksshows der Republik zu geistern, platzte.
Mohr – belächelt
Anders als seine Kollegen ist Reinhard Mohr lediglich freier Mitarbeiter des SPIEGEL-Verlags. Bei SPIEGEL-ONLINE ist für ihn die Rolle des neoliberalen Kettenhundes vorgesehen, der unter dem Deckmäntelchen der Medienkritik polemisieren darf. Während Broder publizistisch den Degen schwingt und Malzahn und Steingart mit dem Breitschwert um sich schlagen, ist für Mohr der Dreschflegel reserviert. Undifferenzierte polemische Hetze gegen ?links? ist in den USA das Spezialgebiet erzkonservativer und libertärer ?Radio-Hosts?. In Deutschland bietet SPIEGEL-ONLINE derlei publizistischer Grabenkampfrhetorik eine Plattform.
Mohrs Aufgabe bei SPIEGEL-ONLINE beinhaltet die Rezension politischer Talkshows. Der SPON-Polemiker erklärt dort der gelangweilten Meute in leiernder Penetranz, dass Merz, Guttenberg und Professor Unsinn die Verkünder der einzig glückseligmachenden Wahrheit sind, und Politiker der LINKEN oder des linken Flügels der SPD nur gefährliche Populisten sind, die aus unserem wunderschönen Deutschland einen Unrechtsstaat á la DDR reloaded machen wollen. Das ist als polemische Satire recht unterhaltsam, langweilt aufgrund der Vorhersehbarkeit aber bereits nach kurzer Zeit. Manchmal darf Reinhard Mohr auch richtige Kommentare schreiben. Wenn Mohr den Wahlkampf messerscharf analysiert, stellt er schon mal nüchtern fest, dass ?die Sozialdemokratisierung Deutschlands abgeschlossen? und es ein Zeichen der demokratischen Abgeklärtheit sei, wenn man der Politik nicht mehr glaubt und sein Kreuzchen bei den üblichen Verdächtigen macht.
Das [abgeklärtes Wählen] freilich geht nur, wenn man sich regelmäßig informiert hat [?] Wie schnell kann reflektierte Gelassenheit in desinteressierte Gleichgültigkeit umschlagen. Ihr Tiefpunkt ist jene wohlfeile Politik(er)verachtung, die sich in Boulevardmedien genauso austobt wie in gedankenlosen, ressentimentgeladenen Internet-Blogs.
Was will der Mohr uns damit sagen? Wer sich regelmäßig informiert, wählt abgeklärt neoliberale Parteien und weiß bereits im Vorfeld, dass Wahlkampfaussagen Lügen sind? Ein eigentümliches Demokratieverständnis, das Grundlage jener Politik(er)verdrossenheit ist, für die Mohr ausgerechnet die ?gedankenlosen, ressentimentgeladenen Internet-Blogs? mitverantwortlich macht. Wenn ein gedankenloser, ressentimentgeladener Schmalspurfeuilletonist derart unreflektiert auf die Blogosphäre eindrischt, scheint der Ruf nach mehr Information und mehr Partizipation ja bereits in Berlin angekommen zu sein.
Malzahn, Broder, Steingart und Mohr sind die wütenden alten Männer des Schmierenjournalismus ? nicht anerkannt, belächelt, abgekanzelt und weggelobt. In einer vielschichtigen Medienlandschaft wäre natürlich Platz für vier wütenden Männer ? als Autoren von ?Op-Eds? in einer speziellen Rubrik, in der rechte und linke Polemiker ihre Klingen kreuzen. Im redaktionellen Teil von ?Qualitätsmedien? haben derlei Extrempositionen allerdings nichts verloren.
Jens Berger
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ZITAT:
“…….Während Broder publizistisch den Degen schwingt und Malzahn und Steingart mit dem Breitschwert um sich schlagen, ist für Mohr der Dreschflegel reserviert.”
Danke für diesen Artikel, der war längst überfällig. Selten so gelacht.
mfg
Wohl gefochten :-)
Daß sich überhaupt wer damit befleckt, HMB mittels Festanstellung in sein Boot zu holen, ringt mir immer wieder Erstaunen ab. Er und auch der durchgeknallt erscheinende Mohr bewegen sich so ungeniert in der Grauzone der gerade noch legalen Volksverhetzung, daß sie eigentlich nur noch das Medium Blog zur Verfügung haben sollten,…wenn es denn nicht diese gewollt Journalismus zerstörenden Meinungsmacherabteilung in den Medien gäbe.
Warum der Spiegel (print und online in einem Topf) zu einer Art zeitgenössischem Stürmer verkommen will, erklärt sich mir nur durch Investoreninteressen, denen damit geholfen wird. Ob dabei primär die Investoren der hinter dem Spiegel stehenden Kapitalgesellschaften oder möglicherweise ganz andere bedient werden, ist im Djungel privatwirtschaftlicher Kapitalverflechtungen wahrscheinlich nicht einmal ermittelbar.
Erinnere mich noch gut am den Mohr, Anfang der 70er in Frankfurt, immer in der Nähe der “Putzgruppe”.
Apropo Putzgruppe, ist schon interessant was aus den Leuten so alles geworden ist.Erst kürzlich las ich von einem Gerichtsverfahren gegen “Ralle” Scheffler, bei dem unser aller Joschka als Zeuge aussagen musste.
In der Frankfurter Spontiszene gab es noch den Schmidt, Norbert Schmidt glaub ich. Ist der nicht zwischenzeitlich Chefredakteur bei der Welt gewesen?
Wie das Leben so spielt
@ 2: Da werden aber wieder die ganz großen Geschütze aufgefahren, Stürmer, tz tz tz. SpOn ist ja wirklich zu 90% Boulevard-Müll und Die-Linke-Hetze aber der gedruckte Spiegel ist nicht so schlecht, wie er hier und in geistesverwandten Blogs gerne gemacht wird. Diese dauernden Nazi-Vergleiche tragen sowieso nur dazu bei, eine vernünftige Diskussion zu unterbinden. Jetzt wirklich mal, den Spiegel mit dem Stürmer zu vergleichen, was soll denn der Scheiß?
on Topic: Ein herrlicher Artikel mal wieder, besonders bei Herrn Mohr wundert es mich alle paar Tage, wenn seine Ergüsse auf Spon hochgeladen werden, wie jemand ihm für seine aus Pro-CDU/FDP- und Anti-Die-Linke/Gysi/Lafontaine-Textbausteinen zusammengesetzten Texte ernsthaft Geld geben kann, Mitleid?
Broder allerdings ist zwar verrückt aber genial. Man sollte ihm per Gehirnwäsche seine Linken- und Islamophobie austreiben und dann die Drehbücher für ein deutsches Southpark schreiben lassen, das würde bei mir gut ankommen!
@4: Vielleicht nicht so schlecht wie er hier gemacht wird, aber auch schon lange nicht mehr so gut, dass das lesen lohnen würde …
@Nils B.
Ich versuche zumindest – nicht immer nich Erfolg – zwischen SPIEGEL und SPON zu trennen. Der Print-SPIEGEL ist idT um Kategorien besser als SPON. Vom alten SPIEGEL ist er allerdings Lichtjahre entfernt.
Inzwischen legt aber auch SpOn wieder zu – siehe auch hier :
http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2009/08/tauwetter-in-den-medien.html
Scheint, als würde man langsam wieder zur Besinnung kommen, was das Schicksal der vier Beschrieben ja auch zeigt.
@7 Oeffinger Freidenker
Letzte Woche gab es sogar ein Interview mit Albrecht Müller.
Ein Schelm der Böses dabei denkt.
mfg
@ Nils B. #4
Das kann ich dir erklären. Nimm einen beliebigen Mohrartikel gegen Muslime in die Zwischenablage. Füge ihn in deiner Textverarbeitung ein. Suchen und Ersetzen –> “Islam” (bei suchen); “Judentum” (bei ersetzen durch)
Das dann noch mit muslimisch, islamisch pipapo und betrachte das Ergebnis.
Zeitreise von ca 80 Jahren.
Dasselbe kannst du erleben, wenn du bei shz.de einen Artikel mit dem Suchbegriff Islam rausfischt. Gerade jüngst gab es mehrere Artikel zum ‘Ruf des Muezzin’ in der Moschee zu Rendsburg (Deutschlands Nördlichste). Einer der Artikel hat an die 40 Kommentare. Verfährt man mit der Seite wie oben beschrieben, läßt sich erkennen, daß die Schleswig-Holsteiner aus der Geschichte scheinbar nichts gelernt haben. Dann werden wir innerhalb der nächsten Legislaturperiode Auffanglager bauen, in denen dieser uneuropäische Haufen für Deportation konzentriert werden, sollte dieser Volkswille demokratisch umgesetzt werden. in einem Land zu leben, in welchem man sich wünschen muß, daß der Volkswille eben nicht umgesetzt wird, ist nicht leicht, wenn man Demokratie zu seinen Grundwerten zählt.
HMB hat sich in einem seiner (Mach)Werke (“Hurra, wir kapitulieren” war es meines Wissens) dazu bekannt, daß er appeasement für den falschen Weg hält. Dialog sei nicht zweckdienlich, da die Wickelmützen sowieso nur taktische, strategische und sowieso Lügner seien. Was aber passiert ohne Dialogbereitschaft? Ins Meer jagen? Verhungern lassen? Auf jeden Fall irgendwas genozidmäßiges, denn sowas klappt auch ohne Gaskammern.
Nicht überall, wo Faschismus draufsteht, sind auch waschechte Nazis drin.
Vielleicht erläuterst du mal den Unterschied zwischen Warschauer Ghetto und Ghaza-Streifen. Nur die Nennung der beteiligten Volksgruppen oder der Hinweis auf die GPS-Daten reicht mir allerdings nicht.
@7 Oeffinger Freidenker
Die Botschaft hör ich gern, allein mir fehlt der Glauben. Hoffen wir mal.
@Degnaphta: Vielleicht solltest du dich bei SpOn als linkes Gegenstück zu Mohr und Broder bewerben, die historisch unsinnigen Vergleiche und unmotivierten Themensprünge hast du schon ganz gut drauf.
Ich bin damit raus, den Spiegel mit dem Stürmer zu vergleichen kann keine Diskussionsgrundlage sein.
Jens,
sehr treffend analysiert. Besonders Mohrs Ergüsse sind wirklich widerlich. Schade, dass der Spiegel, respektive SPON, nach wie vor (ebenso wie die ZEIT) von vermeintlich aufgeklärten Zeitgenossen und kritischen Zeitgeistern als das nonplusultra in Sachen kritischem Journalismus betrachtet werden. Getreu dem Motto, die Blöden lesen BILD, die Konservativen die Welt und wir, die es gecheckt haben, informieren uns im Spiegel oder der Zeit.
Danke, danke, danke! Welch grandioser Artikel! Ich kann joss Fritz nur zustimmen: Bei ?Während Broder publizistisch den Degen schwingt und Malzahn und Steingart mit dem Breitschwert um sich schlagen, ist für Mohr der Dreschflegel reserviert.? habe ich Tränen gelacht.
lieber spiegelfechter, schade bist du kein parteipolitiker (oder irre ich mich?), sonst hätte deine heutige journalisten-dresche einzug in “Schmierfinken – Politiker über Journalisten” (meine momentane lektüre) gefunden und der sammlung noch wesentlich mehr würze verliehen.
Ist wirklich so dass bei den post-68ern wie Joschkas Putztruppe und den ganzen RAF-Spinnern ein ganz hoher %-Satz krasse Soziopathen dabei war.
Ich persönlich nenne das immer die prototypische Horst-Mahler-Karriere, seit mir so ein “Linker” Anti-D mal das Inventar des Antisemitismus um die Ohren gehauen hat.
Und die die vier Herren im Artikel gehören ohne Zweifel auch zu der Fraktion, sind aber halt noch im modernen Kapitalismus als Propagandaschleudern verwertbar, da sie nicht ganz malle wie Horst M. sind.
Chapeau Meister der feinen Klinge mit der Fähigkeit zum finalen Stich!
Leider sollte, müßte die Liste erweitert werden. Aber ich bin auch so zufrieden. Das Trio Infernale Broder, Malzahn und Steingart sollte den Sprung in die Selbstständigkeit wagen und das Blatt der Neo-Intelligenz “St.Pauli-Nachrichten” neu auf den so umkämpften Markt werfen.
Nun was den Mohr betrifft, da befällt mich Mitleid. Ich weiß nicht warum. Vielleicht seiner Krankheit wegen. Nur einen Freibrief werde ich auch diesem vom Hass zerfressenen Schmierfink nicht erteilen.
Aber der Glaube, selbst die Hoffnung, der “Spiegel” werde sich eines Besseren besinnen und zu seinen Wurzeln zurückkehren, die sollte man schnell, sehr schnell ad acta legen.
Woher sollte auch dieses qualifizierte Personal kommen! Den Spiegelfechter werde ich allerdings nicht ins Gespräch bringen.
Wie heißt es so schön? Das Amt, die Stellung bestimmt das Denken! Darin lauert die Gefahr.
Doch, das passt schon ganz gut. Z.B. die “Reportagen” zu Heiligendamm hätten 1 zu 1 auch im Stürmer stehen können. Auch die Titelzeile “SPD drischt wieder auf Unternehmer ein” (2005 oder so) passt sehr gut. Diese Überschrift wurde allerdings nach weniger als einer Stunde umgeändert …
Auch dass solche Personen wie Michael Schnarch ungestraft ihre Volksverhetzung in die Foren schreiben dürfen, ist eines Stürmers würdig.
Ich weiß auch nicht, wie so ein Widerling wie der Mohr seine geistigen Schwachsinnsergüsse in der populärsten Online-Zeitung in Deutschland absondern darf. Interessanter wäre das nur, wenn ein Linker eine ebenso unreflektierte Gegenkritik bringen würde. Das hätte dann Drive.
SPON macht mir den Anschein, als würden sie kritische Artikel vor allem Vormittags bis frühen Nachmittag bringen, um dann gegen Abend wieder Richtung Müll zu tendieren. Je besser der Artikel, desto schneller muss man ihn suchen. Diese News war auf SPON und SZ nur so kurz wie möglich ein Aufhänger und musste man am selben Tag gegen Abend schon mühselig suchen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,642058,00.html
Aber natürlich muss auch SPON ab und an mal was kritisches bringen, wenn FR-online, FTD & Co. es vormachen. Die sehen tagtäglich, wie viele Leute wohin klicken und können ahnen, wer lieber die Konkurrenz liest.
@18 · Anindo
Die FR ist auch nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. (Hatte sie in den 80ern bis Ende der 90er abonniert.) Bin mal gespannt was aus der SZ wird, habe gelesen, das dort der Besitzer gewechselt hat.
mfg
@Anindo
Das könnte daran liegen, dass übernommene Artikel aus dem Print-SPIEGEL meisst (immer?) vormittags eingestellt werden.
@joss fritz
-> FR
Generell gebe ich Dir recht. An der FR gefällt mir jedoch die recht gute Finanzredaktion, vor allem der wache Robert von Heusinger.
@SchmidtH.
Ja, der Satz enthält (leider) viel Wahrheit.
@Lupe
Nein, du irrst nicht ;-)
danke für den Artikel, nicht umsonst hab ich dich auf der Startseite.
Bei Broder, Mohr oder Welt-Schmid (und noch viel mehr) muß ich immer an den Satz von Schäuble denken:
“Konvertiten sind die schlimmsten.”
Da hat der Wolfgang recht.
Wunderschöner Text! Danke!
“…ist für Mohr der Dreschflegel reserviert.”
Besser kann man es nicht ausdrücken.
Nachdem die neoliberalen Schreihälse von der Realität überholt worden, findet nun vielleicht ja man ein Umdenken in den Redaktionen Deutschlands statt. So mit kritischem Journalismus und anderen Basics.
Eine naive Hoffnung ich weiß. Aber man wird ja noch mal träumen dürfen. *g*
Habe vor 5 Jahren Spiegel-Online aus meiner Lesezeichen-Sammlung verbannt, Jetzt weiss ich, dass diese Entscheidung richitg war.
@25 Sigmund
Schmid, heißt der, anlässlich des SP Artikels hatte ich heute nach selbigem gegoogelt, ziemlich erfolglos, da ich mit “Schmidt” gesucht hatte. Ich glaube der hieß Norbert miit Vornamen. Mein Gott, ist über 30 Jahre her.
mfg
Schreibt Henryk M. Broder Pornos?
Broder, die Achse des Rotlichts
http://de.uncyclopedia.org/wiki/Henryk_Broder
Du kannst deine ursprünglichste Überzeugung nur dann verleugnen oder ‘ersetzen’, wenn du in Kauf nimmst, dass die neue, karrierekompatible Überzeugung für feinere Ohren immer hörbar klötert und scheppert, so als hätte man auf einen Harley-Davidson-Rahmen einen Isetta-Motor geflanscht. Das ist meines Erachtens auch hier das Problem: Einige verrieten ihr Ursprungs-Ich ‘für Geld’ – und so klingen sie in der Folge auch. Und so werden sie vor allem gelesen, wie kühn und artistisch auch immer ihre Metaphern und Wortgebirge sind. Das ist das große Geheimnis hinter dem großen Satz, dass man ‘Kind bleiben muss’, um echt zu wirken. Niemand kann über seinen Schatten springen, auch nicht ‘für Geld’ – oder man endet als ein Peter Schlemihl …
Sigmund am 27. August 2009 um 22:15 – Permalink
?Konvertiten sind die schlimmsten.?
Da hat der Wolfgang recht.”
Bezieht sich leider nicht nur auf Journalisten, sondern auch auf Politiker. Ein sehr gutes Beispiel ist Frau Dr. A. Merkel.
Zu den oben genannten nur ein Wort
Arschlochalarm!
Und es wird weiterhin und mehr denn je gelten: Autorität kommt von Autor,
und Qualität kommt von Qual. Dieser Qualitätssatz hängt zwar in der
Hamburger Journalistenschule, aber er gilt nicht nur für Journalistenschüler.
Er meint nicht, dass man die Leser und User mit dümmlichem, oberflächlichem
Journalismus quälen soll. von Heribert Prantl
Jounalismus zwischen Morgen und Grauen
Irgendwie erinnern mich all diese Schreiberlinge der Totholzmedien an “Diederich Heßling
den Untertan”, mit dem unterschied das sie keinen Kaiser mehr verherrlichen,
sondern ihr neoliberales Mantra.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untertan
“In einer vielschichtigen Medienlandschaft wäre natürlich Platz für vier wütenden Männer ? als Autoren von ?Op-Eds? in einer speziellen Rubrik, in der rechte und linke Polemiker ihre Klingen kreuzen. Im redaktionellen Teil von ?Qualitätsmedien? haben derlei Extrempositionen allerdings nichts verloren.”
Dito sieht’s bei der “Zeit” respektive Zeit-Online aus…*hüstel*Josef Joffe*hüstel*
Nicht zu vergessen Jan Fleischauer, dem es zudem nicht mal peinlich ist, auf der unterlinkenseite seine Spiegelartikel als “Veröffentlichungen” zu bezeichnen.
Yup, man sollte Konvertiten wirklich regelmässig an den Pranger stellen.
Wie kann es nur sein, dass die früher links waren? Pfui!
Verbittert scheint mir Henryk “Henk” [1] M. Broder allerdings nicht zu sein. Natürlich ist er ein Schlaumeier oder smart-ass, aber die geistige PS-Zahl stimmt und die Stimmung ebenso.
Der SPIEGEL muss nach Ansicht einiger mal wieder linker werden, wäre der SPIEGELFECHTER nicht der beste Mann an dieser Stelle?
[1] Milhouse, Simpsons?
Wenn Herr Mohr “desinteressierte Gleichgültigkeit” postuliert, hält er vielleicht auch interessierte Gleichgültigkeit für möglich. Ich überlege mir noch, ob ich dem Spiegel mit indifferenter Bestimmtheit oder lieber mit entschlossener Beliebigkeit begegnen soll.
Der Unterschied zwischen desinteressierter und interessierter Gleichgültigkeit besteht natürlich. Das eine bezeichnet das Interesse, das andere die Tatsache, dass jmd. etwas gleich in seiner Bedeutung ist.
Beispielsweise ist der Webbär am Ausgang der Bundestagswahl interessiert, aber es ist ihm gleich wer gewinnt.
Ich bin begeister, das Florett traf das Herz und die Seele schrie vor verlangen.
Danke sehr für diese Worte, der gefallene Engel verdient vielleicht sogar noch mehr Spott, doch die Hoffnung verbietet es? *schmunzel*
Beste Grüße
Ganz dollen Dank für die exzellente Analyse dieser Vier.
Übrigens: Ich hatte auch den Eindruck, dass SPON ein wenig nach links gerückt ist. Komischerweise genau ab dem Zeitpunkt des neuen Designs, das vor ein paar Tagen eingeführt wurde. Das Interview mit Albrecht Müller war eine Sensation.
“Die größten Kritiker der Elche
waren früher selber welche”
Guter Artikel, Jens.
Es macht mich abwechselnd maßlos wütend und traurig was aus Spiegel, FR, SZ und, nicht zu vergessen, auch dem Stern geworden ist. Wobei bei FR und SZ – im Gegensatz zu Spiegel und Stern – noch Luft nach unten ist.
Beim Spiegel war genau das zu beobachten, was unsere ‘Volks’parteien so austauschbar macht. Unsere Parteien kämpfen um die imaginäre Mitte und sind praktisch nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Der Spiegel hat damals (mit Erfolg) versucht, genauso flach und rechtslastig wie der Focus zu werden – dabei war der Focus nie eine echte Konkurrenz zum Spiegel. Jedenfalls nicht was die Qualität betrifft.
Was zum rasanten Niedergang des Stern geführt hat, ist mir allerdings immer noch ein Rätsel. Die Hitler-Tagebücher allein können es ja wohl nicht gewesen sein. Wie aus einer liberalen Illustrierten mit großartigen Bildreportagen ein eher rechtes Klatschblatt knapp über Bild-Niveau wurde – kann mir darauf emand eine halbwegs vernünftige Antwort geben? Zumal der Stern ja nicht mal echte Konkurrenz hatte?!?
@Jens
ich hatte gerade eben unter dem offenen Brief andie Merkel einen seltsamen Link “Kontra-Projekt unterstützen” gehabt. Beim Klick bin ich bei Paypal gelandet. Als ich auf Speigelfechter zurück gekehrt bin, war der Link verschwunden. Muss ich mir Sorgen machen?
Gruß,
pinkinson
Sehr schön geschriebener Artikel,
der meines Erachtens viel über die letzen Jahre von SpOn aussagt. Aber ich denke, dass der SpOn in langsamen (sehr langsamen) Schritten eine Entwicklung nach Links beschreiten wird. In einigen Monaten (wohl aber eher Jahren) werden die vier o.g. Autoren in der Versenkung verschwunden sein, weil kaum jemand mehr auf ihre Artikel klicken wird.
(Außer so ein paar Schmalspur-Volksverhetzer wie dieser widerliche Michael Schnarch, reichlich bekannt aus dem Forum von SpOn).
Der Spiegel hat seit dem ökonomischen Querschuß, der die Zeit des lustigen Kapitalismus für Pseudoirre widerlegte, am eigene Leib ökonomisch erfahren müssen, was eigentlich los ist, und darauf reagiert. Angefangen wurde damit bei Spon in der Sonderrubrik “Eines Tages” schon vor einer Weile, und setzt sich direkt weiter durch.
Die Ursache ist einfach. Die Einzigen, die heute überhaupt noch etwas lesen, sich dafür die Zeit nehmen und Kosten dafür in den Zirkus werfen, sind nun einmal in der Mehrheit interessiert liberal “linke” Geister, und es wäre schon erreicht, wenn der Geist des Spiegel wenigstens die bürgerlich grausame Realität wieder aufzeigen würde.
Ach ja, sehr lesbar
http://www.jungewelt.de/2009/08-24/025.php
Mir fehlt bei diesen vier apokalyptischen Reitern noch der fürchterliche Aust, ebenfalls ein Konvertit übelster Sorte. Es gab Zeiten- vor allem nach der Maueröffnung- da habe ich dieses Sudelblatt gekauft und jeden Artikel verschlungen. Damals gab es auch noch einen Augstein, der heute wahrscheinlich in seinem Grabe rotiert. Vom Inhalt ist der Spiegel jedenfalls zum Focus für diejenigen geworden, die etwas mehr als drei Sätze im Kontext lesen und behalten können. Gibt es eigentlich überhaupt noch ein linksliberales Blatt in Deutschland ? Jetzt kommt mir bloß nicht mit der “Zeit”…
DerSpiegel wird nicht wieder “links”.
Und auch wenn jetzt ein paar “Moderate” nachrücken, wird das eher gefährlicher:
Bei Mohr & Co. (unvergesslich sein Artikel zu den Heiligendamm-Protestlern) wußte man, zumindest, woran man war.
Bei den Neuen wird das eher so eine Art Taquiya-Neoliberallala.
@ SF
“Ihr Tiefpunkt ist jene wohlfeile Politik(er)verachtung, die sich in Boulevardmedien genauso austobt wie in gedankenlosen, ressentimentgeladenen Internet-Blogs.”
Aber, aber SF, jetzt hat sich der arme Mohr doch schon so aufgeregt, und dann schiebst DU noch gleich so nen Artikel hinterher. Da wird dieser von Ressentiments geplagte Mensch doch nur in seinen Ressentiments gegenüber euch bösen Bloggern bestätigt.
Tja, man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.
Danke, schöner Artikel.
Konvertiten
Dazu fällt mir die Analogie eines Blattes ein.
Im Frühjahr bilden sich Sproße und Blüten, danach wächst ein GRÜNES Blatt, im weiteren verlauf der Jahreszeit zum Herbst färbt es sich ROT. Um dann BRAUN vom Baum zu fallen.
Na wer kommt auf den Dreifachkonvertiten ?
Tip : Otto v.
Chapeau für die Analyse und herzlichen Dank.
Es hat mit gut getan, denn die größte Sauerei bei Spon ist, dass kritische Kommentare , die mit “Degen oder Breitschwert” gegen die verzapften Sauereien der “Spon Protagonisten” zurückschlagen, einfach nicht veröffentlicht werden.
Lieber Jens Berger!
Auch von mir Gratulation zu dem Artikel!
Allerdings finde ich, daß sich FÜNF Konvertiten aufdrängen – meinen besonderen Freund Matthias Matussek erwähnst Du gar nicht.
Der gute Mann wurde ja schon Ende 2007 entmachtet.
Matthias Matussek war der rabiate Kulturchef des SPIEGEL. Der Neokonservative und neonationale Haudegen, der spätestens mit seinem Buch “Wir Deutschen”* nach ganz rechts gerutscht war und sich zudem auch noch benahm wie die Axt im Walde, entfremdelte sich den SPIEGEL-Mitarbeitern.
Daß er als der meistgehasste Redakteur innerhalb des Blattes galt, amüsierte ihn, aber ohne Papa Stefan A. fehlte ihm wohl doch das Rückgrat, um seinen stramm teutonischen Kurs durchzustehen. Matussek gibt in seinem Buch den Linken und politisch Korrekten Schuld, dass es immer wieder ums Dritte Reich geht, wenn von deutscher Geschichte die Rede ist. Auf Seite 14 schreibt er: ?(?) keiner wagte auch nur den Gedanken, dass Hitler ein Freak-Unfall der Deutschen war (?)?.
Politisch verwirrt sind zwar noch andere Redakteure, aber ich erinnere mich mit Schaudern daran, daß er zudem auch noch furchtbar schlecht schreibt.
Ich stimme auch kaum jemals mit Henryk Broder überein ? aber seine Beiträge sind immer lesenswert und geistreich. Schon deshalb eine Freude.
Matussek kriegt es aber hin eine ganze Titelstory (wie die über Romy Schneider ? eine immerhin interessante Schauspielerin) vollkommen lahm zu verhunzen ? das hätte jeder Redakteur des Käseblattes Buxtehude flüssiger geschrieben.
Seine Auftritte im TV sind dementsprechend gewürzt, um seine mangelnden Schreiberfähigkeiten überzukompensieren.
So z.B. im Mai 2006 bei Beckmann, als Matthias Matussek fragte: ?Was sollen wir machen: Sollen wir die erste Strophe wieder singen??
Wenn dem Mann, der mit seinem großkotzig-restaurativen Schlichtnationalismus immer mehr der Realität entschwebt, nicht einer seiner Kumpels von FAZ oder WamS aufnehmen sollte (sein letztes Buch erschien dort in Auszügen), würde ich empfehlen eine Wrestling-Karriere ins Auge zu fassen.
Hatte er doch kurz nach seinem Beckmann-Auftritt im Juni 2006 im Presseclub auch handgreiflich argumentiert und versucht Handelsblatt-Vize-Chef Tichy zu würgen, während er zappelnd und zornend zeterte: ?Sie sind ein ganz linker Finger! Sie mache ich fertig! Sie merke ich mir!”.
Eine Szene, die der zuständige WDR-Redakteur in einem Parade-Euphemismus zusammen fasste:
“Das war eher eine Frage der Kinderstube. Herr Matussek hat ein sehr hohes Erregungspotential.” Künftig werde man mit temperamentvollen Gästen vor der Sendung ein Gespräch über das “erforderliche Mindestmaß an bürgerlichen Umgangsformen” führen, so WDR-Mann Hirz.
*http://www.mmatussek.de/index.php?option=com_content&task=view&id=71&Itemid=1
*http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,419214,00.html
@ Tammox, #53:
Danke für die interessanten Hinterweise zu Matussek. Wie ich den Cheffe kenne, wird er sich mit Matussek wohl noch separat beschäftigen ;-)
@Hannilein!
N?Abend!
Etwas Ähnliches kann man mit etwas Phantasie auch über einen von Mattuseks Vorgänger als SPIEGEL-Kulturchef sagen: Hellmuth Karasek.
Der gute Mann war mal vor 30 Jahren richtig liberal.
Leider ist er dann im Laufe der Jahre immer selbstzufriedener geworden und ob der Literarisches-Quartett-Popularität langsam dem Wahnsinn anheimgefallen.
Schon dort fiel er ja durch seinen zunehmenden Hang zur Ekeligkeit auf.
So beschrieb er beispielsweise nur zu gerne (auch in einem Buch) die Szene wie Helmut Berger einst die Kontrolle über seine Peristaltik verlor und eine WEISSE Leinenhose bei einem Dinner einschiss.
Karasek gefiel diese Story offensichtlich sehr.
Es ging aber weiter.
Zunächst einmal mit der Babyficker-Affäre:
http://tammox.blogspot.com/2008/03/wird-schwer-in-zukunft.html
So erinnere ich an einige Sätze, die der Hobby-Juror, damalige Spiegel-Kulturchef, hauptberufliche Widerling und professionelle schmutzige alte Mann Hellmuth Karasek zum Klagenfurter Siegertext, ?Babyficker? von Urs Allemann absonderte:
– Zitat Anfang – Muß man einen solchen Text wie den von Urs Allemann, darf man einen Text mit dem Titel “Babyficker” preiskrönen? Ich war in Klagenfurt einer der Juroren, der von Anfang an für Allemanns Text gestimmt hat. Ich gestehe, ich hätte dem Text sogar den ersten Preis, den Bachmann-Preis, gewünscht. – Zitat Ende.
Ekelig ist das eine – aber 2004 wurde mir dann deutlich, daß HK politisch/moralisch abgedriftet war.
Passend zum Hamburger Wahlkampf versuchte der Berliner Tagesspiegel, für den Karasek damals arbeitete, eine Hamburg-Ausgabe zu etablieren. Ich hatte damals ein ?Schnupperabo? und sah erstaunt, wie Karasek im Feb/März Ole von Beust lobte und lobte.
(erfolgreich – die CDU gewann dann die absolute Mehrheit mit einem Rekordzuwachs von 21 Prozentpunkten).
Das Ganze hatte echt GESCHMÄCKLE – denn man munkelte, daß bei einem CDU-Wahlsieg die Beust-freundliche Abendblatt-Redakteurin Armgard Seegers neue Kultursenatorin werden sollte.
Armgard Seegers ist – rein zufällig natürlich – auch Hellmuth Karaseks Ehefrau.
Das mit dem Tagesspiegel-Ableger hat nicht geklappt – niemand wollte das in Hamburg lesen. Stattdessen hat Karasek nun eine montägliche Kolumne im Abendblatt – so ziemlich das schlechteste, das man in einer Woche zu lesen bekommt.
Beste Grüße
Tammox
PS:
Gegangen wurde Karasek beim SPIEGEL vermutlich, weil er in seinem Roman ?Das Magazin? reichlich unappetitliche Interne über den SPIEGEL ausposaunte.
(Ob wir noch ähnliche literarische Abrechnungen von den anderen Konvertiten erleben?)
PPS:
Heute arbeitet Karasek für die Zeitungen Die Welt, Welt am Sonntag und Berliner Morgenpost der Axel Springer AG
@ Tammox, #56:
Ja, Karasek war wohl früher wohl durchaus “korrekt”, aber auch er scheint dem Lockruf des Goldes unterlegen zu sein. Geld verdirbt bekanntlich den Charakter – warum sollte er da eine Ausnahme darstellen?
Interessante “Anekdoten”, die Du da zu dem Mann ausgegraben hast ;-) Da werde ich mal mit dem Cheffe sprechen, ob er nicht auch mal dem guten Karasek seine Verbalguillotine angedeihen lassen möchte :-D
Was anderes: Habe mir gerade Dein Blog angesehen (kannte ich noch nicht) und es mal bei mir drüben [ http://hanniballektor.wordpress.com/ ] verlinkt, da mir Deine Gedanken zusagen. Ein bisserl videolastig ist es halt – schwer für Leute, die noch eine lahme Netzanbindung haben (nee, Leute! hannilein ist flott unterwegs *gg*) …
Beste Grüße
hannilein
@Hannilein!
Danke schön – das höre ich gern.
Hmm – ?Videolastig??das sehe ich sogar selbst so.
Meine Entschuldigungen:
1.) Die Bilder und Videos sind nur Deko – für die Blogeinträge braucht man sie nicht.
2.) Ich bin leider technisch zu doof, um mir ein eigenes Layout zu kreieren und leide bei dem vorgegebenen Format darunter, daß die (mittlere) Textspalte so schmal ist. Wenn ich WÜSSTE wie man den Text breiter macht (und damit das scrolen beim Lesen reduziert) würde ich das gerne tun.
Ansonsten: Was ?den? SPIEGEL betrifft, so fechte ich aus einer alten Hassliebe schon lange dagegen an. Ich bin so unendlich deprimiert, daß ich an dem Hamburger Magazin nicht mehr die Freunde von vor 20 Jahren habe. Da tauchen Fehler auf, politische und ökologische Dinge sind oft tendenziös und die Sprache hat extrem nachgelassen.
Aber ich bin ein Junkie – ich komme vom SPIEGEL auch nicht los und lese das trotzdem immer noch (meistens schon am Samstagabend)
Schön ist das nicht.
Wer mich übrigens auch immer wieder ärgert, ist Carsten Volkery:
http://tammox.blogspot.com/2008/01/spiegelsprech.html
http://tammox.blogspot.com/2008/03/ich-bin-traurig.html
Beste Grüße
Tammox
@ Tammox, #57:
Noch “videolastig”:selbst mit meiner 6-MBit-Anbindung dauert es seine Zeit, bis ich Deine Seiten geladen bekomme. Da könntest Du vielleicht mal eine andere Lösung andenken?
Bietet Dein Blogprovider denn kein Layout mit einer breiteren Mittelspalte an? Sonst kannst Du ja auch mal Deine Leser fragen, ob sich da einer mit auskennt. Selber bin ich in puncto Blogsoftware nämlich auch blutiger Laie.
Ja, der Spiegel war mal ein ganz gutes Magazin, aber in den Neunzigern kam er m.E. auf den Hund und ich hörte auf, ihn zu lesen. Muß wohl was dran sein an dieser Beobachtung, denn ich hörte diesen Kommentar schon von verschiedenen Freunden (auch Jens) und jetzt auch von Dir. Viellecht sollten wir einen Interessenverband der Ex-Spiegelleser gründen? *lol*
Beste Grüße
das sonntäglich gefrustete hannilein
@Hannilein
Oh armer Frustbolzen.
Zunächst einmal: Häää?
Da stimmt irgendetwas anderes nicht – ich habe nur eine 2 -MBit-Anbindung und meine Blogseite lädt sich sofort.
Die Videos werden ja schließlich nicht gestartet.
Die anderen vorgegebenen Layouts mag ich noch weniger – man muß sich wohl selbst was basteln – aber da ich das nicht kann (jedenfalls nicht so mal eben) würde ich das viel zu viel Zeit kosten.
Dazu muß ich erst einmal einen reichen Gönner finden, der das alles umsonst für mich tut – aus purem Altruismus.
Ja, das mit den Ex-Spiegellesern. Ich kenne eine Menge ?Noch-Spiegelleser?, die zwar ständig jammern, wie schlecht das alles geworden ist, aber auch nicht davon loskommen.
Wird das verdammte Ding mal nicht pünktlich ausgeliefert, ist es auch nicht recht.
Es gibt ja nun mal keine Alternative.
Ich bin ja schon stolz, daß ich vor ca zehn Jahren das STERN-Abo gekündigt habe. Daran hing aber auch nie mein Herzblut.
Am schlimmsten war es aber 2004/2005, als Gabor Steingart Arm in Arm mit Jörges* wirklich manisch gegen Schröder und Fischer hetzte.
http://tammox.blogspot.com/2008/09/schrder-bashing.html
*(vom STERN – das ist auch so ein Konvertit – als Autor bei der WOCHE damals war der auch nett – aber dann hat er sich diametral umgestellt und wurde plötzlich zum Lobpreiser des Neoliberalismus und der Merz/Merkel/Kirchhof-Truppe)
Da war ich dann doch kurz davor mein Abo zu kündigen.
Wenn Steingart Chefredakteur geworden wäre, hätte ich das auch gemacht. Das hätte das Fass zum Überlaufen gebracht.
Aber glücklicherweise ist Gabor, der Grobe dann ja dermaßen nach rechts gedriftet, daß auch die SPIEGEL-Gesellschafter die Reißleine zogen und ihn abgeschoben haben.
Inzwischen liest man im SPIEGEL ja auch wieder hier und da leise Kritik an Merkel und Westerwelle.
Das ist schon mal anders als 2004 – da wurden die NUR gelobt.
So, ich zieh mir noch ein bißchen die Gesichter von den bürgerlichen Größen rein – heute stimmt wenigstens niemand ?Freude schöner Götterfunken? an, wie nach der Europawahl im Juni?
http://tammox.blogspot.com/2009/06/analyse.html
LG
Tammox
*lol*
Na, möglicherweise hast Du die Clips noch im Cache, weil Du sie ja wohl regelmäßig beim Betrachten Deiner Seite geladen bekommst. Kann auch sein, daß Dein Rechner schneller arbeitet als meiner – ich sitze aktuell notgedrungen an einem Centrino-Notebook mit nur 1,5 GHz und 512MB Speicher. Da geht nicht viel … :-(
Einen “Reichen Gönner” würde ich Dir gönnen – mir übrigens auch ;-) Und Jens und vielen anderen Kollegen und Kolleginnen …
Das würde ich so nicht sagen wollen ;-) Bei den Kollegen “Alpha-Journalisten” ist mittlerweile die SZ als “Leitmedium” vor dem Spiegel gerankt. Immerhin haben die u.a. einen Prantl und einen Leyendecker …
Du hast also immer noch ein Abo? Der Cheffe auch … *lol* Abos habe ich ja immer gehaßt – ist mir zu zwanghaft, das Ganze. Inzwischen lese ich fast eh nur noch online (furchtbar, welchen Pfusch man da teilweise serviert bekommt) oder leihe mir ein paar gute Bücher aus. München ist da glücklicherweise mit guten Bibliotheken reichhaltig bestückt.
Nun, mit “Gas-Gerd” (und auch Joschka) habe ich so meine Probleme, wenn er hier auch völlig unberechtigt verhackstückt (neudeutsch: gebasht) wurde. Das sollten Steingart und Jörges doch lieber “richtigen Linken” wie uns überlassen ;-)
Lästerquelle war doch heute übrigens wieder recht happy, da es für ihn und seine FD-Spezis doch ganz gut gelaufen ist :-( Ich seh’ den kleinen Guido schon zuhause eben doch wieder die “Hymne an die Freude” auflegen ;-) Irgendwie versteh’ ich nicht, daß die Leute nach dem ganzen Finanz- und Wirtschaftsdebakel jetzt erst recht ausgerechnet eine ausgewiesen neoliberale Wirtschaftspartei wählen :-(
Und während Du Dir noch ein wenig die Politnasen bekuckst, sammle ich ein wenig Material zu Erich Mühsam, weil ich dem schon lange mal ein paar Worte widmen möchte.
Gute Nacht
hannilein
@Hannibal
Der SPIEGEL lieferte bis ca. 1985 “gutes” linkes Material. Dann war bereits eine Wende zu spüren, eine Wende, die im Nachhinein betrachtet den Zusammenbruch des Ostblocks zu antizipieren schien.
Wäre natürlich schön, wenn wieder richtig linke Genossen beim genannten Printmedium mitwirken würden, auch damit dem Leitmedium SZ wieder Paroli geboten werden kann.
So kanns ja nicht weitergehen…
@ Webbär, #61:
Noch so’n Somnabuler ;-) Willkommen im Club! Ich bestücke gerade noch meine “Jukebox” ein wenig weiter – welche Ausrede hast Du? *lol*
Meine Güte, der Spiegel hat halt auch die “geistig-moralische Wende” nachvollzogen, die uns Helmut der Dicke verpaßt hat. Das ist schließlich nicht die “Weltbühne” oder gar die “Fackel”. Da hängen Arbeitsplätzchen und Pfründe dran – die riskiert man nicht so gerne. Aber es ist doch längst trendy geworden, stromlinienförmig zu sein, schon wegen der Aerodynamik und dem geringeren Luft- wie Reibungswiderstand ;-)
Da bin ich schon froh, daß “wir als Linke” noch ein liberales Blatt wie die SZ haben, mit Journalisten besetzt, die durchaus noch das Maul aufzumachen wagen. Man ist ja heutzutage so bescheiden geworden und für die kleinste Kleinigkeit schon dankbar …
Gute Nacht
hannilein
P.s.: Dein Blog scheint herrlich “schräg” zu sein – das kucke ich mir abends mal näher an ;-)
@ schwitzig
Im SpOn erscheinen regelmäßig (einzelne) Propaganda- und Desinformationsartikel, die man ganz gut mit dem “Stürmer” vergleichen kann.
Dort gibt es sogar einen Autor solcher Artikel, der diesen Namen trägt. ;-)
PS: Den Natioalsozialismus darf man nicht auf den Antiemitismus reduzieren. Seine höchste Idee wae die “Idee der Rasse” und sein letztes Ziel die Ent-Individualisierung.
Betrachte es einmal unter diesem Gesichtspunkt.
Beispiel: Wer finanzierte die rassenbiologischen Institute und wer finanziert heute die Genetik mit Klonierung usw. Was ist die geeinsame Idee?
Eine Vermutung: Rechtsradikale sind im Spiel und Adolf Hitler soll geklont werden?!
@hannilein.
Gut, das ist ja dann Konsens – wir brauchen alle reiche Gönner, die uns altruistisch bemuttern, mit IT-Knowhow unter die Arme greifen und zudem das Bankkonto immer auffüllen!
Gibt es dafür nicht irgendwo eine Selbsthilfegruppe, oder sowas, die solche Typen vermittelt?
Ich setze mich hier mit schon mal auf Platz eins der Warteliste!
Zur SPIEGEL-Alternative:
Damit meinte ich ganz streng genommen ein Wochenmagazin, das eben hintergründiger als Tageszeitungen berichtet und möglichst noch einen aufregenden Schreibstil bietet.
Die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT habe ich sowieso schon seit eh und je abonniert.
Das sind aber auch die beiden echten ?have to?s – ohne geht es gar nicht, finde ich.
(Für mich ist es auch sehr wichtig Zugang zu den jeweiligen e-papers zu haben.
Bei der ZEIT kriegt man das als Abonnement ohnehin, bei SZ und Spiegel zahle ich einen kleinen jährlichen Aufschlag – das ist es aber echt wert. Ich benutze das sehr viel)
SZ und Zeit sind aber keine ?Unterwegs-Lektüre? – da ist der SPIEGEL schon wegen des Formats besser.
Der SPIEGEL hat sein Monopol als Hintergrund-Rechercheur verloren. Bei früheren Mega-Affären, wie Flick z.B. gab es eben nur die Spiegel-Journalisten und die von den TV-Magazinen, die da nachbohrten.
Inzwischen haben aber eine ganze Reihe Tageszeitungen nachgezogen und so sind schon bei kleinen Skandälchen sofort Riesentrauben von Journalisten hinterher, die sich als investigativ bezeichnen.
Tatsächlich recherchieren sie aber viel lockerer:
Der SPRINGER-Konzern hat schon vor Jahren seine gesamte Dokumentation geschlossen und in Hamburg über 100 Dokumentare rausgeworfen. (In HH gibt es überhaupt nur noch die SPIEGEL-Dokumentation – die haben auch das Springer-Archiv aufgekauft)
Die ganzen Springer-Zeitungen zum Beispiel überprüfen ihre Fakten eben nicht mehr – ein Blick in Wikipedia reicht denen.
Ab und an merkt man das dann mal, wie bei den Guttenberg-Vornamen – daß wirklich ALLE einfach schnell gegooglet haben, aber scheinbar interessiert es den Leser ja auch nicht, ob die Informationen korrekt sind oder nicht.
ZAPP deckte doch damals auf, daß vor allem Guttenbergs Geschichte über seine früheren Erfahrungen und Tätigkeiten im Familienunternehmen EINE KOMPLETTE LÜGE WAR.
Diese Baustofffirma ?Von Guttenberg GmbH Uhlandstraße 15 ? 85609 Aschheim? hat auch nur einer ergoogelt und dann haben das alle abgeschrieben.
Die heißt aber nur ZUFÄLLIG Guttenberg.
Unser Wirtschaftsminister hat damit NICHTS zu tun und war noch nie da.
Ich habe das auch damals aufgedröselt.
http://tammox.blogspot.com/2009/02/lugen-in-zeiten-der-merkel.html
Mit einer richtigen RECHERCHE wäre das natürlich nicht passiert.
Oder wie man so schön sagt: Früher wäre das dem SPIEGEL nicht passiert.
Diese ?investigative Rechercherche? – also immer dahin fahren und nachfragen, sich Informationen unabhängig bestätigen zu lassen – das kann man als Ein-Mann-Blogger, der kein Geld damit verdient – natürlich nicht leisten.
Und DAFÜR bräuchte man eben ein verlässliches Wochenmagazin, bei dem man sicher wüßte, daß alle verbreiteten Informationen dreimal gegengecheckt sind.
Nur gibt es das eben nicht mehr.
Ich versuche mir damit zu helfen, daß ich eben eine ganze Menge Presse abonniert habe und daraus destilliere, wie es wohl wirklich gewesen sein kann.
Theoretisch klappt das auch – siehe Guttenberg-Vergangenheit/Zapp – aber das braucht Zeit.
Zum SPIEGEL könnte ich noch tagelang schreiben, was mich nervt und was früher besser war – aber ich will mal nicht Eure Seite total zuspammen?..
;)
Tammox
#66, Tammox am 31. August 2009 um 18:08 – Permalink
“….Gibt es dafür nicht irgendwo eine Selbsthilfegruppe, oder sowas, die solche Typen vermittelt?
Ich setze mich hier mit schon mal auf Platz eins der Warteliste!…”
Doch, gibt es: Peer Steinbrück (SPD). Er hat mit 480 Mrd. ? den Banken, mit 104 Mrd. ? angeblich der Kreditklemme der Industrie, der IKB mit 10 Mrd. ? ( und dann für 150 Mill. ? verkauft), der Dresdner Bank mit 16 Mill. ? geholfen. Dieser Weihnachtsmann wird doch eine lausige Milliarden ? für ein paar Spinner übrig haben?
Mit dem IT-Wissen würde ich mich an Schäuble wenden. Er liefert gleich einen Bundestrojaner kostenlos mit.
#67
R_Winter
Oh Danke für den Tipp!
Das klingt doch schon mal gut.
Bei genauerer Betrachtung sehe ich da aber noch Haken:
1.) Um mich aus dem Bankenrettungstopf zu bedienen, bin ich weder dreist noch pleite genug. Ich habe auch gar keine 15-Mio-Euro-Gehalts-Verträge vorliegen, die jemand bezahlen müßte.
2.) Schäuble? ich weiß ja nicht? der dürfte doch schon länger in meinem PC aktiv sein und das hat es bisher noch nicht gebracht. Außerdem möchte ich noch warmherzig bemuttert werden und bei der Verstellung mit Schäuble zu kuscheln, finde ich es noch wesentlich geiler mir die Finger in der Autotür klemmen zu gehen.
@ Tammox, #66:
Her mit den Philantropen und Mäzenen :-D R_Winter hat ja bereits auf einen bekannten Menschenfreund und Großsponsor hingewiesen ;-)
“Spiegel-Alterntive”: Da müßte aber schon jemand mit gut Geld und Fachkompetenz kommen, um sowas aufzuziehen. Zur Zeit sehe ich da niemanden …:-(
Was die Guttenberg-Sache angeht: Das ist ja ein starkes Stück! Hatte ich komplett übersehen, aber ich hatte auch umzugs- und privatlebenbedingt meine persönliche tägliche “Medienschau” fast auf Null runtergefahren. Asche auf mein Haupt :-(
Was die Recherche angeht: da sollte man sich halt auch ein wenig vernetzen und “arbeitsteilig” arbeiten, dann ist das schon eher zu bewältigen.
Beste Grüße
hannilein
#68 · Tammox am 31. August 2009 um 20:02 – Permalink
“….Bei genauerer Betrachtung sehe ich da aber noch Haken:
1.) Um mich aus dem Bankenrettungstopf zu bedienen, bin ich weder dreist noch pleite genug….”
Was heißt hier nicht pleite genug —- Kreativität ist gefragt.
5 Mrd. ? zu 1% Zinsen von der Bundesbank leihen und dann für 6% anlegen.
Der Ertrag deckt die Kosten für einen Blogger lange und so blöd wie die Bankster bist Du wohl schon lange. Eigenkapital haben die Banken auch nicht – zu mindestens kein “Eigenkapital” zur Kreditsicherung.
#70 @· R_Winter
Ja Dreistheit siegt – Du hast recht.
Ich werde mir gleich mal morgen ein Faß Haargel kaufen und meinen Kopf da eintauchen.
Wenn ich erst einmal phänotypisch Kai Diekmann, KT zu Guttenberg und Dirk Jens Nonnenmacher angeglichen bin, werde ich sicher mutiger.
Wieso eigentlich so bescheiden und nur EINE Milliarde ausleihen?
Ich muß ja schließlich auch an meinen Lebensunterhalt denken und man wird ja wohl kaum verlangen können, daß ich noch Linie fliege.
Anders als Fürstin Gloria (?Ich bin mir nicht zu fein dazu auch mal mit anderen gemeinsam in der 1. Klasse zu fliegen?) brauche ich erst mal einen Privat-Airbus mit goldenen Armaturen etc.
Außerdem habe ich mich jetzt erst mal darum zu sorgen, wie meine Yacht konstruiert werden soll.
Dieses Mickerding, das sich die HSH-Nordbank für den Vorstand bereit hält, finde ich einfach zu piefig!
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/925/468490/text/
Danke noch mal für die genialen pekuniären Ratschläge!
LG
Tammox
@ Tammox und R_Winter:
Das sind ja alle sehr kreative Ideen – laßt die bloß nicht dem “Cheffe”zu Ohren kommen! Der sucht ja schon lange nach einem Weg, seine monetäre Maladie durch kreatie Geschäftsideen zu kurieren ;-) Auch meine Experimente mit kreativer Buchführung haben bisher nur wenig Erfolg gezeitigt, denn wo nix rein geht, kann man bekanntlich auch nix buchhalten :-D
Tammox, Du willst Diekmann ein Ebenbild werden? Fi donc! Das hätte ich von Dir nicht erwartet :-D Ich würde mir dann aber gleich eine eigene Luftflotte zulegen (->Airline) und eine Mega-Yacht (ich hab da noch ein hübsches Hochglanzmagazin). Der Seelenverkäufer, den die HSH da eignet, ist ultraschäbig und eben … ein echter Seelenverkäufer ;-)
Liebe Grüße
hannilein, ihres Zeichnes Oberkombüsenklabauterstewardess
@hannilein
Ich glaube ja, daß vor der BILD-Redaktion so ein Wunderhaargel-Trog steht, in den alle vorm Betreten ihre Birne tunken.
Verdächtig viele BILD-?Redakteure? haben diesen KD-Stil – alle mit diesen zurück gegeelten Haaren!
Das scheint ein echtes Wundergel zu sein: Erstens sieht man damit aus wie der Chef, zweitens scheint es auch als ?anal-lube? zu taugen – in der Umwelt muß man schließlich andauernd in irgendwelche Ärsche kriechen und drittens scheint es auch noch überflüssige Gehirnzellen (also alle über einer Anzahl von drei) abzutöten, sonst könnte man den Job ja gar nicht aushalten.
Daß MEINE Yacht natürlich viele Nummern größer wird, als das Rumpelteil der HSH-Nordbank ist ja wohl klar. Ich wollte das eigentlich so machen, wie alle Milliardäre. Gucken was derzeit das protzigste Teil ist und dann eine Werft beauftragen so etwas in doppelt so lang anzufertigen.
Die ?Dubai? könnte als Ausgangswert dienen:
http://www.luxusblogger.de/2009/03/17/die-groesste-super-yacht-der-welt-die-dubai-1787.html
Hannilein, außerdem muß ich widersprechen: Eine Luftflotte finde ich etwas prollig! Einen eigenen Jet hat doch Jeder in meinen zukünftigen Kreisen.
Was kann man darin schon unterbringen? Auch ein Airbus A380 hat ja nur zwei Decks. Nene, das ist unter meiner Würde. Schiff ist besser.
Vielleicht ein Flugzeugträger???
Und Du bist ?Oberkombüsenklabauterstewardess????
Hmmm, da könnten wir auch noch was aushandeln, wenn Du knapp bei Kasse bist – vielleicht stelle ich Dich ja mal ein für eine Weltreise, wenn Du was dazu verdienen willst.
Gutes Personal findet man ja so schwer! Was kannst Du denn alles, um mich zu verwöhnen? Kochen und Patisserie ist ja wohl das Mindeste!
Als echter Milliardär (der natürlich vor allem Milliardär BLEIBEN will) kann ich nur ein Drittel vom Tariflohn zahlen. Aber wenn Du ein Jahr ohne Pause (16-Stundentag, keine WEn) durchackerst und dabei nur Wasser und Brot zu Dir nimmst (alles andere wird vom Lohn abgezogen!), könnten schon ein paar Hundert Euro rausspringen!
Guter Plan, oder?
LGT
@ Tammox, #73:
“Kai und der Wunderhaargel-Trog”- das wäre doch mal ein hübsches Märchen und einer Glosse würdig ;-) Oh BOB, ich sehe gerade, der Kerl ist jünger als ich, sieht aber älter aus :-D
Daß Du Stil hast, ist mir inzwischen klar – die “Dubai” ist aber auch echt ein Prunkstück! *g* Da habe ich noch ganz bescheiden an etwas wie die “Virginian” gedacht, eine Mega-Yacht, die ich noch aus den Neunzigern kenne: http://www.superyachttimes.com/yachts/details/302/
Leider ist hier das Interieur nicht abgebildet – die bordeigene Biblothek (mit Kamin) war wirklich sehenswert ;-) Diesen Standard fordere ich für alle Menschen, und ganz besonders für hartarbeitende Blogger!
Mit der Luftflotte hast Du natürlich recht, nur dachte ich an den Zusatznutzen, den eine solche einbringen kann, wenn Du vercharterst: Du hast jeden Tag extra Klimpergeld in der Portokasse und kannst Deine Emails sogar frankieren ;-)
Ein eigener Flugzeugträger (nuklearbetrieben bitte!) ist natürlich das Nonplusultra – damit bist Du nicht nur sehr en vogue, sondern steigst als Privatmann auch in den Rang einer Großmacht auf! Toll!!! Noch besser kommt nur Dein eigenes Spaceshuttle oder ein eigner Teilchenbeschleuniger ;-)
Ich sehe schon, wir sind bei diesen Sozialneidern hier eigentlich falsch und mit unseren eigenen Blogs stimmt definitiv auch was nicht! Wir sollten fusionieren, eine Konkurrenz zum Luxusblog rausgeben, ein Hochglanzmagazin und unsere eigene TV-Show on air bringen: “T &H’s world of style” ;-) Was kümmert uns denn “soziale Gerechtigkeit” und so’n Firlefanz, was der “Hunger in der Welt” oder irgend so eine dumme “Klimakatastrophe”, die eh wieder nur ein weiteres Lügenmärchen von verschrobenen links-esoterischen Ökosozialneidsfaschisten ist? Laß uns drauf pfeifen, mal richtig Kohle machen und mit den drallsten Weibern die Sonne suchen! Das ist das wahre Leben!!!
Kochen geht, aber mit Patisserie schaut’s leider schlecht bei mir aus :-( Da ich es aber doch vorziehe (wie oben beschrieben), Dein Kompagnon zu werden und all the others abzuziehen, werden wir uns besser eine richtige Küchenfee anschaffen ;-)
So, das tat jetzt mal richtig wohl! “hannilein” hat sich endlich mal ausgelebt und dem mitlesenden Publikum ihre wahre Natur offenbart. Jaaaa – ich bin eine geldgeile Schlampe, ich liiiebe Luxus und würde ja auch mit “Herrn Bertelsmann” schlafen ;-)
Kesse Grüße
hannilein
P.s.: Mein “Avatar” ist natürlich reine Irreführung – glaubt Ihr im Ernst, ich gebe echte Bilder von mir raus? Da kann ich Stalker & Co. ja auch gleich zu mir auf’s Liegesofa einladen …
Na DU bist mir ja ein ganz perfides Ding! Mein Kompagnon werden wollen und gleich darauf ankündigen noch mit anderen Milliardären schlafen zu wollen? Was sind denn das für Sitten? Ich bin empört und entsetzt! So schläft man sich ja nie hoch!
Von meinen Untergebenen erwarte ich natürlich, daß sie sich exklusiv nur mit meinem Arsch beschäftigen!
Außerdem: Ein echter Milliardär teilt grundsätzlich nicht! Mein Motto ist:
?Jedem das seine und mir das meiste!? (?kommt mir gerade so vor, als ob ich den Satz aus Versehen aus dem FDP-Programm abgeschrieben habe?.)
Kompagnons widersprechen womöglich auch noch – anstatt mir nur devot zu buckelnd zuzustimmen.
Da sollten wir gar nicht erst was einreißen lassen.
Ich erinnere mich da noch, wie es einst Karstadt-Chef Wolfgang Urban erging: Der war auch immer schön beschäftigt mit Golfspielen und auf Partys gehen und verbat sich schlechte Neuigkeiten. Offenbar war er über Jahre der einzige im Vorstand, der keine Ahnung hatte, wie es um den Konzern stand.
Als ihm irgendwann mal jemand die wahren Zahlen nannte, fing er an zu heulen!
Coram publico!
Der war eben sensibel!
So wie ich! Ich will auch nicht mit der schnöden Realität belästigt werden.
Realität ist was für Leute, die nicht mit Drogen klarkommen und meine Drogen sind Reichtum und Macht.
So, ich muß wieder rüber zu Kreuznet
http://www.kreuz.net/
- da gebe ich es mir gerade mal wieder – ich habe gerade meine masochistische Phase.
Wenn man da eine Zeit lang die Kommentare mitliest, kommen einem Merkel und Ackermann wie linke Sozialromantiker vor?.
Beste Grüße
T
@ Tammox, #75:
Ach was, Papperlapapp! Ich schlaf auch schon mal unten ;-) Wenn Du mich exklusiv haben willst, mußt Du auch exklusiv zahlen :-P
Also, was Deine Vorstellungen von “Teilhabe(r)” oder “Kompagnon angeht: da solltest Du noch mal “dringend dran arbeiten”, denn sonst wird das nie was mit uns zwei!
Das Beispiel Urban ist ja echt übel! Wie naiv darf ein Manager eigentlich sein? “Spiele” ohne Grenzen?
Örks, “kreuznet” … Das verlinkt mir “Nick Abbe” gelegentlich, weil er ja mit den ganzen Christen und Evangelikalen (nicht “doppelt gemoppelt”!) seinen derzeitigen Schwerpunkt hat. Ich hab’ das am Anfang wirklich für Realsatire gehalten … Wie man sich täuschen kann :-(
Beste Grüße
hannilein
Nach unten schlafen? Wozu denn das?
Da hast Du offenbar grundsätzlich einiges im Milliardärswesen noch nicht begriffen.
Sex ist ja wohl nicht zum Spaß da!
Das muß man schon wohldosiert und niemals ohne Gegenleistung einsetzen.
Glaubst Du etwa es hätte Merkel und Pflüger gefallen schleimspurziehend auf Knien nach Washington zu robben und dort in GWBs Mastdarm zu schlüpfen?
Nein.
Dafür durfte sie sich aber fürderhin als Lieblingsfreundin der US-Administration verstehen und wurde auf die Privatranch nach Texas eingeladen.
Ob ich mit so haltlosen Gestalten mein Imperium und meine Mega-Yacht teilen will, muß ich aber noch gründlich überlegen!
Kreuznet ist meiner Ansicht nach tatsächlich das mit Abstand Schlimmste, das man in deutscher Sprache im www finden kann. Ich warte schon immer, daß Ursulas Stoppschild da auftaucht – aber ich komme immer noch durch??
Urban ist auch ein krasser Irrer gewesen. Ich habe vorhin rumgegoogelt und fand eine MM-Meldung vom September 2004!
Die Ursache für die Krise des Warenhauskonzerns KarstadtQuelle ist nach Ansicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor allem im Unternehmen selbst zu suchen. Im Management habe es ein “eklatantes Fehlverhalten in seiner krassesten Form» gegeben, sagte Schröder am Donnerstag in Berlin. Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, dass dies in den vergangen Monaten nicht sichtbar gewesen sei. Allein, es war nicht nur die “fehlende Entschluss- und Umsetzungsfreudigkeit” Urbans, die KarstadtQuelle zum Sanierungsfall machte. Der Ex-Chef beging veritable Managementfehler, verzettelte sich. Was soll Karstadt mit einem TV-Sender (DSF)? Warum investierte das Unternehmen in eine Kaffeehauskette (Starbucks)? Und gesünder wurde der Konzern durch den Betrieb eigener Fitnessstudios sicher nicht.
Tja, das hat Schröder ja wohl richtig gesehen.
Zu dumm, daß Madeleine Schickedanz und Middelhoff den Artikel nicht gelesen haben?..
Damals hatten die auch noch fast 100.000 Mitarbeiter. Über 40.000 haben sie bis 2009 noch entlassen. Entlassungen sind ja gut und notwendig, weil ?Verschlankung?, ?Sharholder Value? und ?Personalreduktion? ja laut Gabor Steingart und Co so ein Segen für die Wirtschaft sind.
Demnach müßte es ja Karstadt/Quelle/Primondo/Arcandor jetzt PRÄCHTIG gehen,
Super gelaufen, sage ich da nur.
;)
Gute Nacht dann mal?
T
@ Tammox, #77:
Nicht
sondern eben “unten schlafen ;-) Das “Milliardärswesen” wird mir wohl ein fremdes bleiben, da ich nur aus Liebe mit einem anderen Menschenwesen “schlafe”.
Bunnyfarm?
Sch***kapitalist! Da kommt bei mir aber gleich ganz böse Szialneid und Unmut auf :-P Muß ich doch Revoluzzerin werden …
“Kreuznet” ist doch echt geil – soviel schräges Zeug lese ich sonst nur auf den krudesten VT-Seiten ;-)
Ja,zumindest hinsichtlich Urban und Karstadt hat Schröder wohl recht gehabt. Und wer recht hat, zahlt a Maß … wie es hier in Bayern so schön heißt ;-)
Das mit Karstadt tut mir trotzdem leid. Einerseits natürlich wegen der Mitarbeiter, andererseits auch, weil ich dort selbst mal zwei Monate in der Uhrenabteilung gejobbt habe und ein paar sehr nette Menschen kennenlernte.
Schlaf gut
hannilein (die wieder was komplett anderes in ihre beiden Blogs gepackt hat)
P.s.: Menno! Mein Musikblog, warum lauscht da kaum einer? Da habe ich schon ein paar “Raritäten” reingepackt und gebe mir ehrlich Mühe.
hiermit erkläre ich den Blog Spiegelfächter für systemrelevant.
Da laut GG alle Menschen gleich sind, zählt meine Feststellung so viel, wie die Feststellung von Peer Steinbrück.
Damit ist der Blog Spiegelfächter unsinkbar und hat Kraft meiner Feststellung unbegrenzt Zugang zu öffentlichen Mitteln. Herr Asmussen soll sofort 1 (ein) Euro auf das Konto von Spiegelfächer als Vorauszahlung anweisen. Der benötige Betrag wird später mitgeteilt.
gez. R_Winter
@ R_Winter, #79:
Hihihi, ein “systemrelevantes” Blog – das ist ja mal ganz was Neues ;-) Ist dann die Lektorin somit auch systemrelevant und kann Staatshilfen beantragen?
Fragend
hannilein
Was würde Augstein wohl machen wenn er noch lebte?
Vermutlich dasselbe wie Dieter Hildebrand
Ich habe gewisse Zweifel daran, ob ich Herrn Mohr als Publizist und Kommentator jemals Ernst nehmen könnte – seine maschinenhaften und von Ressentiment geprägten Artikelchen jedenfalls könnte man sehr witzig finden, wenn sich heraus stellen sollte, dass sich hinter Herrn Mohr ein geistreicher Herr verstecken könnte. Recht lustig wäre es dann beispielsweise zu fragen, wie er politisch engagierte, “ressentimentgeladene Internet-Blogs” ausgerechnet als Zeichen von Desinteresse und Gleichgültigkeit deuten kann. Oh – ich meine, dafür gibt es eine Antwort: Er weiß um sich selbst – seine eigenen Artikel, die nun wirklich ganz besonders ressimentgelandenen sind, die wirken trotz ihrer unverfrorenen Giftigkeit und Unfairness stets so, als ob ihm das, was er schreibt, im Grunde genommen gleichgültig ist. Nun, und darum nimmt er womöglich an, dass die Autoren politisch engagierter Blogs im Internet in etwa die Gleichgültigkeit empfinden müssten, die ihn prägt. Er weiß alles, er lernt nichts mehr dazu, alles ist für ihn vorhersehbar und schlecht – niemand hört auf ihn – was für ein Überdruss!
P.S.
Sein Missempfinden ergibt sich eventuell daraus, dass wir immer noch nicht in einer Situation einer totalen Wirtschaftsherrschaft angelangt sind, in einer politischen Lage, wo nur noch gefragt wird, was für die Konzerne und “die” Wirtschaft gut sei, ein Deregulierungswunderland, wo alles sich danach streckt, um Besserverdienern noch ein paar Steuersenkungen zu ermöglichen.
Weil das immer noch nicht der Fall ist, ist er verärgert, gelangweilt und giftig. Wie kann es die bundesdeutsche Wirklichkeit auch nur wagen, sich anders zu entwickeln, als er es, Herr Mohr, für notwendig und richtig erkannt hat?
Tja, es sind schlechte Zeiten für Neoliberale.
Bezeichnend für die neueren Entwicklungen beim SpOn finde ich, dass ausgerechnet die Wirtschaftsredaktion die Politredaktion links überholt hat, deutlich zumal und nicht zuletzt dank des Wirkens von Anselm Waldermann. Es erstaunt mich, beispielsweise (aktuelles Beispiel): Wie lange ist es her, dass Westerwelles Sozialschmarotzer-Gebrülle auf diese Weise kritisch beschrieben wurde?
Die Selbstreinigungskräfte beim Spiegel: Sie wirken doch.
Malzahn hat seine links-unten-nach-rechts-oben-karriere fast vollendet: er spielt jetzt den stellvertretenden politik-chef bei der welt.