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      Fake bei Morbus Sarrazin:

      Auch eine Möglichkeit, wenn es auch eine gewisse Ironie hätte: Hassbotschaft melden

      Fake bei Morbus Sarrazin:

      Hassbotschaft melden

      Groo bei Morbus Sarrazin:

      @zing Ich finde es immer wieder erstaunlich wie viele doch durchaus intelligente Menschen...

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      Womit hat er denn Recht? Er stellt viele Thesen auf… er hat nur damit...

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      Vielen Dank für den sehr informativen Artikel :-) Was könnte man...

      Uli bei Die Büchse der Pandora:

      Gibt es denn eigentlich irgendwo eine brauchbare Erklärung was der religiöse...

      Groo bei Morbus Sarrazin:

      nochmal zu den Bayern: Die renitenten Bayern haben die Fähigkeit, einen Valentin, der ja...

      Chris bei Die Büchse der Pandora:

      Zum Thema Glaskugel hat Glenn Greenwald vor wenigen Tagen einen lesenswerten...

      almabu bei Die Büchse der Pandora:

      Beim Irak-Krieg könnte es sich aber auch um einen Teil eines größeren Planes...

      R_Winter bei Die Büchse der Pandora:

      Richtig, darum habe ich Habenseite auch in Anführungszeichen geschrieben.

      Spiegelfechter bei Die Büchse der Pandora:

      Ja klar, das Kriegshandwerk wird künftig verstärkt privatisiert. Söhne...

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    geschrieben am 01. März 2007 von Spiegelfechter

    Fortsetzung von Teil 3: Djihadis im Libanon

    Der Scheich

    In einer warmen, klaren Nacht Anfang Dezember letzten Jahres, in einem ausgebombten Vorort einige Meilen südlich vom Beiruter Stadtzentrum, bekam ich einen Eindruck davon, wie sich die neue Regierungslinie für den Libanon abspielen könnte. Scheich Hassan Nasrallah, der Hisbollah Führer, hatte einem Interview zugestimmt. Die Sicherheitsmaßnahmen für dieses Treffen waren hoch und durchdacht. Ich wurde, auf dem Rücksitz eines abgedunkelten Autos, zu einer beschädigten Tiefgarage irgendwo in Beirut gefahren, mit einem Handscanner überprüft und in ein zweites Auto verfrachtet, das zu einer anderen zerbombten Tiefgarage fuhr, wo ich weiterverladen wurde. Im letzten Sommer wurde berichtet, Israel versuche Nasrallah zu töten, aber die außerordentlichen Vorkehrungen waren nicht nur wegen dieser Drohung. Adjutanten Nasrallahs erklärten mir, dass sie glauben, er sei mittlerweile ein Hauptziel der arabischen Nachbarn, hauptsächlich jordanischer Agenten, sowie sunnitischer Djiahdis, die, ihrer Überzeugung nach, mit Al Quaida zusammenarbeiten. (Der Regierungsberater und ein pensionierter Viersternegeneral sagten mir, dass der jordanische Geheimdienst, mit Unterstützung von den USA und Israel, versucht hatte, schiitische Gruppen zu infiltrieren um gegen die Hisbollah zu arbeiten. König Abdullah II von Jordanien hatte bereits gewarnt dass eine schiitische Regierung im Irak zum Hervortreten eines schiitischen Halbmonds führen würde.) Dies hat etwas von einer ironischen Umdrehung: Nasrallahs Kampf mit Israel im letzten Sommer machte ihn ? einen Schiiten ? zur populärsten und einflussreichsten Person unter Sunniten und Schiiten in der Region. In den letzten Monaten jedoch ist er in zunehmendem Maße für viele Sunniten nicht mehr das Symbol der arabischen Einheit, sondern ein Akteur eines sunnitisch-schiitischen Vormachtkampfes.

    Nasrallah, gekleidet wie üblich in einer religiösen Tracht, erwartete mich in einer schlichten Wohnung. Einer seiner Berater sagte, dass er dort wahrscheinlich nicht über Nacht zu bleiben gedenke; er ist seit seiner Entscheidung, im letzten Juli die Entführung zweier israelischer Soldaten anzuordnen, ständig in Bewegung. Nasrallah sagte seitdem mehrfach öffentlich ? und auch mir sagte er dies -, dass er die israelische Antwort auf die Entführung für ungerechtfertigt hält. ?Wir wollten nur Geiseln für einen Austausch gefangennehmen?, erklärte er mir. ?Wir wollten nie die Region in einen Krieg stürzen.?

    Nasrallah beschuldigte die Bush-Regierung zusammen mit Israel auf eine fitna hinauszuarbeiten, ein arabisches Wort, das soviel wie ?Aufstand und Zerteilung innerhalb des Islams? bedeutet.? ?Meiner Meinung nach, läuft zur Zeit weltweit eine große Kampagne durch die Medien, die jede Seite gegen die andere aufhetzen soll?, sagte er. ?Ich glaube, dass alles dies vom amerikanischen und israelischen Geheimdienst ersonnen wurde.? (Er lieferte allerdings keinen spezifischen Beweis für diese Behauptung.) Er sagte, dass der US-Krieg im Irak sektiererische Spannungen ausgelöst hatte, aber er versicherte, dass die Hisbollah versucht habe, den Libanon vor einem Übergreifen dieser Spannungen zu bewahren. (die sunnitisch-schiitische Konfrontationen nahmen in den Wochen nach unserem Gespräch merklich zu).

    Nasrallah sagte mir, er glaube, Präsident Bushs Ziel sei es ?die Karte der Region neu zu zeichnen. Sie wünschen eine Zersplitterung des Iraks. Der Irak ist nicht auf der Schwelle eines Bürgerkrieges. Dort ist Bürgerkrieg. Die ist eine ethnische und religiöse Reinigung. Das tägliche Töten, das im Irak stattfindet, dient dem Ziel, Irak in drei Teile zu zerteilen, die religiös und ethnisch homogen sind und als Vorspiel einer Aufteilung des Iraks dienen. Innerhalb von ein oder maximal zwei Jahren wird es rein sunnitisch Gebiete, rein schiitische Gebiete und rein kurdische Gebiete geben. Sogar in Bagdad herrsche die Furcht vor, dass es in zwei Bereiche geteilt wird, einen sunnitischen und einen schiitischen.?

    Er fuhr fort, ?ich kann sagen, dass Präsident Bush lügt, wenn er sagt, dass er den Irak nicht aufteilen will. Alle Fakten, die momentan zu Tage treten, lassen keinen anderen Schluss zu, er will den Irak teilen. Und es wird der Tag kommen, an dem er sagt, ?ich kann nichts anderes tun, die Iraker wünschen die Teilung ihres Landes und ich ehre die Wünsche der Bürger Iraks.?

    Nasrallah sagte, er glaube auch, dass Amerika auch die Teilung des Libanon und Syriens voranbringen will. In Syrien würde das Resultat so aussehen, dass das Land ?in Chaos und Bürgerkrieg versinkt, wie der Irak.? Im Libanon müsste es dann ?einen sunnitischen Staat, einen alawischen Staat, einen christlichen Staat und einen drusischen Staat geben.? ?Aber?, so sagte er, ?ich weiß nicht, ob es einen schiitischen Staat geben würde.? Nasrallah erzählte mir, dass er vermutete, dass es ein Ziel der israelischen Bombardierung des Libanons im letzten Sommer gewesen sei ?die schiitischen Gebiete zu verwüsten um eine Flucht der Schiiten aus dem Libanon zu provozieren. Die Idee war, dass die Schiiten aus dem Libanon und aus Syrien in den Südirak fliehen?, der von Schiitischen dominiert wird. ?Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich habe da so einen Verdacht?, sagte er zu mir.

    Eine Zersplitterung würde Israel von kleinen ruhigen Staaten umgeben zurücklassen.?, sagte er. ?Ich kann Ihnen versichern, dass das saudische Königreich ebenfalls zerteilt wird. Und das geht bis zu den nordafrikanischen Staaten. Es gibt dann nur noch kleine, ethnische und konfessionelle Staaten, ? sagte er. ?Das hieße, Israel wäre der wichtigste und stärkste Staat in einer Region, die in die ethnische und konfessionelle Ministaaten zersplittert ist. Dieses ist der neue Nahe Osten.?

    Tatsächlich hat die Bush-Regierung bislang den Gedanken einer Aufteilung des Iraks immer abgelehnt, und ihre öffentlichen Verlautbarungen sehen auch vor, dass das Weiße Haus einen zukünftigen Libanon eher intakt sieht, mit einer schwachen, entwaffneten Hisbollah, die nur noch eine kleine politische Rolle spielt. Es gibt auch keinen Beweis, der Nasrallahs Idee stützen würde, die Israelis versuchten die Schiitischen in den Südirak zu treiben. Dennoch erinnern Nasrallahs Vorstellungen, eines größeren sunnitisch-schiitischen Konflikts, in dem die Vereinigten Staaten Feuer schüren, an eine mögliche Konsequenz der neuen Strategie des Weißen Hauses.

    Im Interview machte Nasrallah besänftigende Gesten und Versprechungen, die wahrscheinlich bei seinen Gegnern Skepsis herrufen werden. ?Wenn die Vereinigten Staaten sagen würden, dass Gespräche mit uns nützlich und hilfreich sein können, wenn es darum geht, die amerikanische Politik für die Region zu erörtern, hätten wir keinen Einwand gegen diese Gespräche?, sagte er. ?Aber, wenn es ihr Ziel sein sollte, durch diese Gespräche uns ihre Politik aufzuerlegen, wäre es eine Zeitverschwendung.? Er sagte, dass die Hisbollah Miliz nur innerhalb der Grenzen des Libanons agieren würde, so lange sie nicht von außen angegriffen wird. Nasrallah sagte, dass er kein Interesse hätte, einen weiteren Krieg mit Israel anzufangen. Jedoch fügte er hinzu, dass er damit rechne, dass er noch in diesem Jahr, einen weiteren israelischer Angriff abwehren müsse, und er sei darauf vorbereitet.

    Nasrallah beharrte weiter darauf, dass die Straßendemonstrationen in Beirut weitergehen würden, bis die Siniora-Regierung zurücktritt oder den politischen Forderungen der Opposition nachgibt. ?Diese Regierung hat keine Legitimation. Sie kann Beschlüsse erlassen, aber die Mehrheit der libanesischen Menschen hält sich nicht daran und erkennt nicht die Legitimität dieser Regierung an. Siniora bleibt nur wegen der internationalen Unterstützung im Amt , aber das bedeutet nicht, dass Siniora den Libanon regieren kann.?

    Präsident Bushs wiederholtes Lob für die Siniora-Regierung, so sagte Nasrallah, ?sei der beste Dienst, den er der libanesische Opposition erfüllen kann, da dies die Position der Regierung als gleichwertigen Partner unter arabischen Ländern schwächt. Sie setzen darauf uns zu zermürben. Wir zermürbten nicht während des Krieges, warum also sollten wir während der Demonstrationen zermürben??

    Es gibt komplett unterschiedliche Ansichten innerhalb und außerhalb der Bush-Regierung, darüber wie man am besten mit Nasrallah umgeht und ob er tatsächlich ein Partner in einem politischen Prozess sein könnte. Der scheidende Director of National Intelligence, John Negroponte, sagte im Januar in einem Abschiedsbriefing vor dem Senats-Geheimdienstausschuss, dass Hisbollah ?in der Mitte der Terrorismusstrategie des Irans läge?. Sie könnten beschließen, Angriffe gegen US-Interessen zu führen, wenn sie glauben ihr Überleben hinge davon ab oder wenn sie glauben, der Iran sei bedroht. Die libanesische Hisbollah sieht sich als Partner Teherans.?

    Im Jahre 2002 nannte Richard Armitage, damals stellvertretender Sicherheitsberater, Hisbollah das ?A-Team des Terrorismus?. In einem neueren Interview räumte er ein, dass die Lage ein wenig komplizierter sei. Armitage sagte mir ?Nasrallah sei zu einer politischen Kraft herangewachsen, die eine bedeutende politische Rolle innerhalb des Libanons spielen könnte, wenn er dies wollte.? In politischer PR-Sprache sagte Armitage nichts anderes als, ?Nasrallah ist der cleverste Mann im Nahen Osten.? Aber er fügte hinzu, ?Nasrallah muss aber auch klar sagen, dass er eine ehrliche Rolle als loyale Opposition zu spielen wünscht. Meines Erachtens gibt es noch eine Blutschuld, zu tilgen? ? eine Anspielung auf den ermordeten Oberst und das Bombenattentat auf die Marinekaserne.

    Robert Baer, ein ehemaliger CIA-Agent im Libanon, ist immer ein strenger Kritiker der Hisbollah gewesen und hat vor ihrer Verbindungen zu iranisch-gefördertem Terrorismus gewarnt. Aber jetzt, erzählte er mir, ?wir haben die sunnitischen Araber, die sich für einen unheilvollen Konflikt vorbereiten und wir benötigen jemanden, der die Christen im Libanon beschützt. Früher waren es die Franzosen und die Vereinigten Staaten und jetzt werden es Nasrallah die Schiiten sein.

    ?Die wichtigste Geschichte des Nahen Osten ist die vom Aufstieg Nasrallahs, von einem Straßenjungen zu einem Anführer ? von einem Terroristen zu einem Staatsmann, ? fügte er hinzu. ?Der Hund, der diesen Sommer? – während des Krieges mit Israel ? ?nicht bellte, war der schiitische Terrorismus.? Baer bezog sich auf die Furcht, dass Nasrallah, zusätzlich zu den Raketen auf Israel und der Entführung der zwei Soldaten, eine weltweite Welle des Terrors gegen israelische und amerikanische Ziele auslösen würde. ?Er hätte den Abzug drücken können, aber er hat es nicht?, sagte Baer.

    Die meisten Mitglieder der Geheimdienste und der diplomatischen Gemeinschaft erkennen die fortwährende Verbindung der Hisbollah zum Iran. Aber es gibt unterschiedliche Sichtweisen darüber, inwieweit Nasrallah die Interessen der Hisbollah zugunsten Irans Interessen verletzen würde. Ein ehemaliger CIA-Agent, der im Libanon Dienst tat, nennt Nasrallah ?ein libanesisches Phänomen? und fügte hinzu ?ja, er wird von Iran und Syrien unterstützt aber Hisbollah ist bereits weit darüber hinaus.? Er erzählte mir, dass es eine Periode Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger gab, als die CIA in Beirut in der Lage war, heimlich die Gespräche Nasrallahs abzuhören. Er beschrieb Nasrallah als eine Art Gangleader, der im Stande war Abkommen mit den anderen Gangs zu schließen. Er hatte Kontakte mit jedem.?

    Fortsetzung: Anhörung vor dem Kongress

    Tags:

    Libanon Hisbollah Nassralah Nah-Ost USA Iran Syrien

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    Tags: Ausland Geopolitik Grundlagen Iran USA
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