FAZ-Feuilleton-Serie gegen die Marktkonformität der Demokratie
geschrieben am 09. Dezember 2011 von Spiegelfechter
Albrecht Müller hat heute noch einmal auf den NachDenkSeiten die Leser auf die bemerkenswerte Feuilleton-Serie der FAZ hingewiesen, die sich gegen die Marktkonformität der Demokratie stemmt. Damit nimmt die FAZ als einziges Qualitätsmedium den Kampf gegen die wirklichen Gefahren der Demokratie auf. Dies kann man dem verantwortlichen Herausgeber Frank Schirrmacher gar nicht hoch genug anrechnen. Leider ist Schirrmacher jedoch “nur” fürs Feuilleton verantwortlich und das Wirtschafts- und Finanzressort der FAZ reiht sich freudig in den Reigen der Meinungsmache ein.
Ich folge gerne Albrecht Müllers Aufruf, die Artikel der Feuilleton-Serie weiterzuverbreiten und stelle hier die Liste ein, die auch auf den NachDenkSeiten veröffentlicht wurde:
Bürgerliche Werte – „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“
15.08.2011 · Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Gerade zeigt sich in Echtzeit, dass die Annahmen der größten Gegner zuzutreffen scheinen.
Von Frank Schirrmacher
Der griechische Weg – Demokratie ist Ramsch
01.11.2011 · Wer das Volk fragt, wird zur Bedrohung Europas. Das ist die Botschaft der Märkte und seit vierundzwanzig Stunden auch der Politik. Wir erleben den Kurssturz des Republikanischen.
Von Frank Schirrmacher
Euro-Krise – Rettet die Würde der Demokratie
04.11.2011 · Papandreou hält dem zerrissenen Europa den Spiegel vor. Ein Kommentar zu Frank Schirrmachers „Demokratie ist Ramsch“.
Von Jürgen Habermas
Eurokrise – Und vergib uns unsere Schulden
13.11.2011 · Jeder Umsturz, jede Revolution beginnt mit Schulden, welche die Gesellschaft nicht mehr bezahlen kann. David Graebers großes Buch „Debt“ zeigt uns, wo wir heute stehen. Eine Befreiung.
Von Frank Schirrmacher
Euro-Krise – Die Lüge von der Systemrelevanz
23.11.2011 Die Finanzwirtschaft hat die Politik im Griff – und warum? Weil jede Bank für „systemrelevant“ erklärt wird. System hat aber nur die Lüge, meint der Sozialdemokrat Albrecht Müller.
Von Albrecht Müller
Politik und Finanz – Was sind Schulden?
02.12.2011 · Die Weltgeschichte beweist: Interessen von Gläubigern sind nicht die der Demokratie. Bankenrettungen führen in die Oligarchie. Der Finanzsektor betreibt eine neue Art der Kriegsführung.
Von Michael Hudson
Oligarchie der Finanz – Der Krieg der Banken gegen das Volk
03.12.2011 Es gibt einen Weg, wie der Euro gerettet werden kann: Man muss nur der Europäischen Zentralbank erlauben, das zu tun, wofür Notenbanken gegründet worden sind: Geld drucken.
Von Michael Hudson
Schluss mit Mephistos Umverteilung!
08.12.2011 · Auch Eurobonds werden nicht helfen: Die Finanzkrise, von neoliberaler Politik verschuldet, greift vor allem den Mittelstand an – und damit die Demokratie. Aber noch ist es nicht zu spät.
Von Sahra Wagenknecht
zum Abschluss möchte ich auch noch einen Beitrag des Kollegen Wolfgang Michal verweisen, der sich ebenfalls mit diesem Phänomen beschäftigt hat.
Jens Berger


bei michal gefunden: “….Rückt die FAZ nach links? Oder gibt das Feuilleton nur den Klassen-Clown? Viele rätseln derzeit über den partiellen “Linkskurs” des konservativen Leitmediums. Vor allem der forsche Antikapitalismus im Feuilleton wirkt auf manche berauschend. Wird die Frankfurter Redaktion zum Zentrum der deutschen Occupy-Bewegung oder ist alles nur Schall und Rauch?…”
http://www.wolfgangmichal.de/?p=1380
obwohl ich da nicht so ein problem sehen. manche sind vielleicht doch entwicklungsfähig?
Danke für das Rüstzeug ! Auch wenn ich die Hälfte davon die vergangene Zeit wohl schon gelesen habe schätzte ich ihr Engagement sehr . Ich bin fast schon geneigt mir mal eine FAZ zuzulegen . Der teil außerhalb des Feuilleton könnte ja noch Weiterverwendung als Toilettenartikel finden wenn alles zusammenbricht . ;-))
Ich möchte Schirrmachers Empfehlung für “Debt: The first 5000 years” noch einmal dick unterstreichen. Gerade auch für Keynesianer, die immer noch glauben, die Antwort auf eine vollkommen irrwitzige ökonomische Theorie bestehe in einer leichten Modifikation jener Theorie.
@twex schrieb am 9. Dezember 2011
??? Wie kommen Sie darauf? Und woher wissen Sie genau, was Keynesianer wirklich denken?
Am 4.12.2011 ist der Artikel von Hudson “Krieg der Banken…” in der FAS-Print (eine sehr gute Verbreitung, da die FAS auch von vielen FAZ-Nichtlesern gelesen wird) erschienen und war bis zum 6.12.2011 in Online-Bereich oder Archiv der FAZ nicht auffindbar.
Am 6.12.2011 ist im Wirtschaftsteil ein zweiseitiger Artikel von neoliberalen “Experten” ((Un)Sinn+Co) erschienen und siehe da, der Artikel von Hudson “Krieg der Banken….) wurde Online gestellt.
Welch ein Kampf muss in der Redaktion vorherrschen.
Die FAZ tendiert nicht nach links. Schirrmacher ist ein “Meinung-abweichendes Feigenblatt” und kann sich nur als Herausgeber unter neoliberalen Haifischen behaupten. Es würde mich nicht wundern, wenn Schirrmacher über kurz oder lang aus “Altersgründen oder ähnlich” ausscheidet………….. Hundt und Ackermann werden es schon richten.
Deiner Analyse gebe ich recht. Ich hoffe jedoch, dass Du mit Deiner Prognose unrecht haben wirst … aber ich schätze mal, das hoffst Du selbst.
Manchmal tut es auch ein käufliches Zimmermädchen… ;-)
weil bald weihnachten ist: http://www.youtube.com/watch?v=-rBRHebScvM .
Die Artikel sind spitze aber warum veröffentlichen die Jungs und Madels bei der FAZ dann sowas? :
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/16-wege-aus-der-krise-sorge-um-deutschland-und-europa-11552994.html”
Beim Lesen dieser neoliberale Propaganda wird einem schlecht. Kein Wort zur Bankenkrise, sondern nur Geschwafel, dass die Staaten über ihren Verhältnissen gelebt haben. Kein Wort über den Siegeszug des Finankapitalismus, der erst die Krise losgetreten hat. Man könnte bei dem Artikel ewig weiter machen, so viel Blödsinn steht da.
Warum diese krassen Gegensätze?
Das kann ich Dir sogar beantworten. Bei der FAZ gibt es unterschiedliche Verantwortliche für die unterschiedlichen Ressorts. Schirrmacher hat wenig Einfluss auf die Ressorts “Wirtschaft” und “Finanzen”, während seine Mitherausgeber (zum Glück) “noch” wenig Einfluss auf “sein” Feuilleton haben. Wie Du aus der URL Deines Links schon erkennen kannst, erschien er im Ressort “Wirtschaft”.
Das erklärt natürlich einiges, wobei die Diskrepanz zwischen den Themen ja schon extrem ist.
Meinungspluralität. Es gibt noch Medien, die Argumente beider Seiten bemühen. Ist leider bei den meisten Lesern nicht gewünscht, da klares Feindbild fehlt und man selbst denken muss oder gar angeregt wird über den Tellerrand zu blicken. Man festigt lieber sein Weltbild.
Jein Hans ! Theoretisch ist das richitg . Praktisch ist es aber so das neben der Auf-oktruierten Meinung des Geldes alles als unheilig gilt was nicht in die Doktin der 0,01 – 1 % past .
Ich hoffe du Trollst nicht und versuchst mir das zumindest aus deiner sich heraus zu erklären wie du das siehst . Hans … im Glück :-)
Für gewöhnlich sind die Gegenmeinungen aber nicht so extrem. Das ganze geht hier ja soweit, wie wenn man behaupten würde, die Sonne dreht sich um die Erde. In dem Artikel von Prof Unsinn werden ja Annahmen getroffen, die man nur als Propaganda und längst wiederlegt abstempeln kann.
Ich meine ich als Herausgeber einer Zeitung muss mir da doch komisch vorkommen.
Weil es nun einmal unterschiedliche Meinungen gibt ;-) Man muss nicht überall Verschwörungen wittern!
Was mich diese Woche wirklich überrascht hat:
http://www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/eine-rede-brisanz-1501143.html
“Die FAZ tendiert nicht nach links. Schirrmacher ist ein “Meinung-abweichendes Feigenblatt” und kann sich nur als Herausgeber unter neoliberalen Haifischen behaupten. Es würde mich nicht wundern, wenn Schirrmacher über kurz oder lang aus “Altersgründen oder ähnlich” ausscheidet………….. Hundt und Ackermann werden es schon richten.
Da gebe ich Dir recht,. mann muß es zum Dauerfeuer werden lassen
Gute Tipps und Schirrmachers Initiative halte ich absolut für unterstützungs- und lobenswert. Allerdings wundert es mich ein wenig, dass sich das Ganze wirklich recht ausschließlich im Faz-Feuilleton und einigen Blogs abspielt, in anderen Zeitungen oder auch der Faz selbst überhaupt keine Resonanz gibt. Bei anderen Themen wars ja häufig so, dass die Zeit, SZ oder sonstwer geantwortet hat und sich daraus medienübergreifend eine Art Debatte entwickelt hat, hier wird das aber komplett ignoriert. Wie gesagt, abgesehen von einigen Blogs, aber ich fürchte, wenn sich das so in der Nische versteckt, erreicht es die breite Mehrheit gar nicht und das finde ich schon schade.
.. sehr informativ .. sämtliche Artikel. Schön dass man hier und drüben bei den NDS auf diese Artikel (und auf andere) verwiesen wird.
Gäbe es eigentlich die Möglichkeit des rss feeds der Debattenbeiträge im Feuilleton der FAZ? Wenn ich mir den feed des Feuilleton auf mein Smartphone ziehe, sehe ich nur eine Kurzbeschreibung und mehr nicht.
Zumindest habe ich mir mal die Debattenbeiträge als Lesezeichen gespeichert. Ist ja auch schon einmal was.
Tobias
Noch eine letzte Anekdote heute … :-|
http://www.youtube.com/watch?v=NJ4feWhLGuE
Gruß
Die FAZ braucht nicht nach links zu rücken, da ist auch nicht alles Gold was glänzt. Sie braucht nur so reflektierend zu sein und die fatalen Fehler der Vergangenheit einzusehen bzw. einzuräumen (u.a. die Verarmung ganzer Schichten durch Dumpinglöhne und HartzIV).
Fehler?
Die Regierung wird abstreiten das sie Fehler begangen hat.
Die europäische Wirtschaft ist am schrumpfen, auch wenn die Medien vom Wachstum schwafeln. Den größten Export hat jetzt China. Und die Regierung hat so darauf reagiert wie sie es für richtig hält, den ihr Motto heißt: geht es der Wirtschaft gut dann geht es allen gut. Nur wird es der Wirtschaft nie so richtig gut gehen. Und da liegt m.E. der gröbste Fehler.
Ich spreche nicht von der Regierung sondern von der FAZ!
Diese Regierung braucht keine Fehler einzugestehen, sie ist der Fehler.
Ich wußte nicht das die FAZ auch Fehler gemacht hat ich dachte die verkaufen nur Zeitungen (ist nicht ernst gemeint).
Ob die Regierung der Fehler ist, ist Ansichtssache. Die Exportindustrie wird der Regierung für die Stärkung ihrer Konkurrenzfähigkeit bestimmt ein Lob geben.
Das die Regierung ein Fehler ist, war auch nicht so ernst gemeint. Ich dachte nicht, dass ich das erwähnen muss.
Und jetzt lass mal fünf gerade sein.
Guten Tag Spiegelfechter,
was würdest du davon halten wenn es zu deinem Blog noch ein (Diskussions)-Forum gäbe.
Viele verschiedene Artikel die hier veröffentlicht werden beziehen sich auf die gleichen Ursachen. Die Kommentare dazu scheinen sich Teilweise zu wiederholen und im Kreis zu drehen. Gäbe es ein Forum, dann könnten längerfristige und auch tiefer greifende Diskussionen stattfinden. Vermutlich gäbe es dann Diskussionsprozesse die durch aktuelle Artikel immer wieder aufgefrischt würden.
wer sollte das alles moderieren :)
Aber mal was anderes ;-) Auch wenn mich deine Indianer umlegen wollen … dir zur liebe … Spiegelfechter … ;)
http://www.youtube.com/watch?v=75ADI9p2wHY
Past schon … ;-)
@minimax schrieb am 10. Dezember 2011 at 00:11
Man kann ja nicht alles gleichzeitig, der Aufwand ist riesig. Würde sich ein bereits bestehenden Forum anbieten, wäre dies einfacher und fiele unter den Punkt Vernetzung zur Zusammenarbeit.
Man könnte einige dieser einzeln für sich bestehenden – temporär doch konferierenden – Blogs in einem Diskussionsforum vernetzen. Wer mag, könnte dann weiter diskutieren, oder es halt beim Kommentar im Blog belassen. Dieser Gedanke spukt schon einige Zeit in meinem Kopf herum, denn die sog. Gegenseite (nenne das jetzt mal so) ist hervorragend vernetzt/organisiert. Während jeder Blogger schon irgendwie (mehr oder weniger) für sich alleine herumwurschtelt. Das tun sie gut, keine Frage .. dennoch ist es so.
Vor kurzem dachte ich noch, ich hätte möglicherweise eine Plattform gefunden, mit der man so etwas versuchen, bzw. vorschlagen könnte … Doch der Betreiber hat wohl Angst vor der eigenen Courage und/oder ob ein solcher Vorschlag überhaupt interessant bzw. realisierbar wäre, vom Aufwand und der Unterstützung, die man dazu benötigt, abgesehen.
“Man kann ja nicht alles gleichzeitig, der Aufwand ist riesig. Würde sich ein bereits bestehenden Forum anbieten, wäre dies einfacher und fiele unter den Punkt Vernetzung zur Zusammenarbeit.”
Wenn mehrere Leute mitmachen, sollte der Aufwand sich in verträglichen Grenzen halten. Grade die Verbindung zwischen dem Blog und einem dazugehörigen Forum wäre Sinnvoll. Für ein bereits vorhandenes Forum würde es bedeuten das es seine Identität aufgeben müßte. Alternativ ginge auch eine Newsgroup, leider ist das Usenet immer mehr am absterben.
Das sehe ich auch so, wobei – wie ich schrieb – gleich mehrere Blogs ähnlicher/sicher ergänzender Ausrichtung an einem Forum meinte. Eines, nur für den Spiegelfechter … könnte schon zu leer sein, m.E., um auf Dauer regen Bestand zu haben.
Das ist mir klar, zumindest dann, wenn es tatsächlich eine solche Identität hat. Doch, so meine Beobachtung, trifft es eher selten zu. U.a. aus diesem Grunde dürfte es so viele “Eintagsfliegen” geben.
Denn eigentlich sind sie nicht mehr, als eine Sammlung von temporär kommunizierender Menschen. Viele kommen und gehen, recht häufig ist im Verlauf der Zeit ein Ausdünnungsprozeß vorprogrammiert. Denn für diesen Zweck, ohne tatsächlichen Aufhänger, gibt es enorm viel Konkurrierendes. Die “Eintagsfliegen” selbst, wie zusätzlich Social-Networks à la Facebook.
Erwähnte bereits, man bloggt und äh, forumt so vor sich hin, jeder für sich … vor lauter “Identität” … Für einen Blog macht das auch Sinn. Ein Blog hat immer seine Identität, aus dem kreativ und/oder informativ Erschaffenen, also aus sich selbst heraus (s. z.B. exakt hier Spiegelfechter). Interessant für ihn, seine Präsenz, wie der Verbreitungsgrad.
Für politische Foren ohne Aufhänger (nenne sie jetzt mal so) trifft das nicht zu, die sind immer fremdgesteuert, aus vielen einzelnen Elementen. Denn sie erschaffen nichts kreativ Interessantes (von der Technik abgesehen … ), sie warten und sind gar darauf angewiesen, dass andere für sie erschaffen. Und alleine aus einem solchen Ergebnis ergäbe sich letztlich eine Identität (oder auch nicht, völlig unabhängig davon, was man sich vorstellte).
Deswegen schrieb ich: “geeignet zu vernetzen”, damit meine ich mitnichten das spezielle Forum jeweils für dies und das (z.B. ein Katzenforum) oder so etwas, wie SPON. Die haben ihren Aufhänger (und damit eine Identität), andere haben eigentlich eher keine. Foren können bestehen als Schläfer (gibt sicherlich eine Menge davon), ohne wirklich betrieben zu werden, eben weil ihnen eine solche Identität fehlt bzw. die eigene nicht ausreichend anzieht/am Leben erhält.
Insoweit haben wir faktisch im www echte Identitäten, die sich in ihrem Schaffen an die höchst möglichst breite Leserschaft zu wenden wünschen und eine menge leerer, theoretisch technisch geeigneter Räume.
Das einzige “Rüstungsprojekt” was ich unglücklich zusammen brechen sehe ist der A 400 M ! Brot für die Welt … ! Mit der Kiste wäre das möglich ! ;-) Auf die Milch Seenen und die Butter Berge hier abzubauen …
Also … da sag noch einer Europa bekommt nix hin … ;-)
Bei Wagenknechts Artikel werde ich ganz wuschig. Wäre diese Frau doch nochmal 20 Jahre jünger *schwärm*
Im Ernst: Ihre Ausführungen zur Krisenlösung finde ich sehr interessant und diese stellen mal einen anderen Ansatz dar. Sonst reden wir ja nur über das Drucken von Noten oder Eurobonds.
Leider unterschätzt Frau Wagenknecht, wie schwer ihr Lösungsansatz durchzusetzen ist. Momentan gibt es da in Great Britain einen Premier, der die Interessen seiner Banker knall hart durchzusetzen versucht. Dabei geht der Mann soweit, dass er sich und sein Land von dem Rest der EU isoliert. Man muss sich schon fragen, wie groß der Einfluss der Bankster mitlerweile auf die Politik ist.
Für mich ist Camerons Nein nicht nur die Wahl zwischen UK und der EU sondern die Wahl zwischen Finanzdisktatur und einem Schritt weg von den Banken in London. Cameron hat sich leider für die Finanzdiktatur entschieden.
Ich stelle mir hier die Frage, wie das Vereinte Königreich in ein paar Jahren aussehen soll, wenn die produzierende Industrie ganz am Boden liegt und das Geld nur noch ins Spielkasino wandert. Was will man den Jugend anbieten? Wie sollen die Durchschnittsbürger ihr Geld verdienen?
All das scheint Ca-Moron nicht zu interessieren. Im geht es nur um den Erhalt der City of London und dabei ist ihm das Wohl der Banken wichtiger als das Wohl seiner Bürger.
Mich verwundert schon das auch nach dem x-ten Jahr europäischer Einheits(ver)beschwörung seitens politisch Interessierter und Blogger immer noch Begrifflichkeiten wie „Demokratisch“ verwendet werden wenn es um multiple politische Entscheidungen geht. Schön im ersten Gedanken derer die jenes Land, indem Milch und Honig für die Bevölkerungen fließen sollte, in Anlehnung an das schon einmal gefallene Babylon auferstehen sahen und mit allerlei politischer Struktur versahen, war kein Spielraum gedacht für Mehrheitsentscheidungen mit demokratischem Rückhalt. Und wer zu sich selbst aufrichtig ist, erkennt in den immer einengenden und auf Zentralisierung von Macht und Kontrolle einst säkularer vielfarbiger Staaten hinauslaufenden bestreben eben jene Demokratie für das kommende Imperium nicht mehr zuzulassen. Längst schon haben sich nicht nur Staatsmänner und Politiker den neuen Weisungen aus Brüssel unterworfen, auch Journalisten, die ihre Beiträge- Kommentare oder Letter schon vorab im Kopf wegen arbeitsrechtlicher Gebundenheit beschneiden müssen – verbleibt ebenso keine Toleranz zu kritischer Hinterfragung des aufkommenden neuen Gefühls von „Demokratie“.
.
Alles in allem, ein wunderbares Land was sich da vor uns auftut. Eines indem jetzt schon absehbar ist, dass eine Abweichung von verordneter Richtungsvorgabe oder ethischer Auffassung der Diktatoren nicht nur berufliche Konsequenzen für betreffende hat, bald werden selbst schon aufkommende „Gedankenverbrechen“ mit empfindlichen Sanktionen belohnt. Das sich rasend entpuppende Imperium samt sich anbahnend zentralisierter Befugnisse wird uns Menschen vor einschneidende persönliche Konsequenzen stellen, die jeder für sich entscheiden muss.
.
Das Aussehen von Himmel und Erde könnt ihr beurteilen und schließt daraus, wie das Wetter wird. Warum versteht ihr dann nicht, was die Ereignisse dieser Zeit ankündigen? (Lukas 12:56; Matthäus 16:3)
.
.
susi
Ja, das ist mir auch aufgefallen … und es ist verwirrend, diese Gegensätze innerhalb dieses einen Mediums. Gerade dieser Gegensatz, Schirrmacher greift auf die Sachlichkeit zurück (Hudson, die Wahl finde ich bemerkenswert), währen sich die Gegenseite (so zumindest meine letzten Eindruck) mehr und mehr auf Polemik/Emotionales zurückzieht.
… dagegen nimmt sich der Kommentar des FR-Chefredakteurs Vorkötter in der angeblich “linksliberalen” Frankfurter Rundschau geradezu erbärmlich aus: “Wie der Euro gerettet wird”.
http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-wie-der-euro-gerettet-wird,1472602,11286408.html
Zahlreiche meiner Leser-Kommentare wurden von der FR-Redaktion wegzensiert, obwohl sie nicht “unsachlich” waren, sie die FR-Redaktion behauptet. Mein letzter Kommentar , der sich mit der generellen Entwicklung bei der FR beschäftigt, existiert allerdings noch:
“Mir ist zwar klar, daß Sie auch diesen Kommentar, der sich kritisch mit Ihrer Zeitung beschäftigt, erneut der Zensur überantworten (im Gegensatz zu jenen Kommentaren zum Vorkötter-Beitrag, die sich lobend über die FR äußern). Und trotzdem möchte ich Ihnen sagen, daß ich sicherlich nicht der einzige langjährige FR-Leser bin, der die Entwicklung der FR hin ins rechtskonservativ-neoliberale Lager (welches im deutschen Mediensektor doch ohnehin bereits übermachtig ist) sehr bedauert. Und diese Entwicklung der FR ist nun einmal mit dem Eigentümerwechsel hin zum konservativen Kölner Medienkonzern DuMont und dem Namen Vorkötter verbunden.
Bereits in den frühen 80er Jahren war es für mich auf meinem Weg zur Arbeit in Frankfurt jeden Tag eine große Freude, die FR am Kiosk zu erwerben. Kennen Sie noch den Namen des damaligen Leiters des FR-Wirtschaftsressorts, Rolf Dietrich Schwartz? Dessen Beiträge in der FR waren “Sternstunden” des Journalismus. Zu meiner großen Freude veröffentlichten die NachDenkSeiten zu dessen 70. Geburtstag einen Beitrag: “Rolf Dietrich Schwartz zum 70. Geburtstag”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=5802
Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich die Reaktion von “Blacky” (wie er in der FR-Redaktion liebevoll genannt wurde) auf den Vorkötter-Kommentar vorzustellen: Er wird sich schaudernd abgewandt haben. Denn Vorkötter verdingt sich in seinen FR-Beiträgen zumeist als Bettvorleger von Schwaz-Gelb und den von Schwarz-Gelb vertretenen Interessen der politisch und finanziell mächtigen “Eliten”. Eine wahrlich sehr enttäuschende Entwicklung, die Vorkötter bei der FR exekutiert hat! Eines der ganz wenigen linksliberalen Medien wird von Vorkötter zunehmend geschleift und auf rechtskonservativ-neoliberalen Kurs gebracht. Unsere politisch und finanziell mächtigen “Eliten” wird dies sicherlich sehr freuen. Für die Demokratie und die Meinungsvielfalt in Deutschland ist dies mehr als nur ein “Kollateralschaden”!”
Eine Aktualisierung zu meinem vorstehenden Text: Auch dieser von mir im FR-Kommentar Vorkötters hinterlegte Leserkommentar wurde von der FR-Redaktion wegzensiert.
Zweite Aktualisierung:
Nachdem ich im Vorkötter-Beitrag per Kommentar mitgeteilt hatte, daß ich meinen obigen Leser-Kommentar im Spiegelfechter-Blog eingestellt habe, wurde die Kommentar-Funktion durch die FR-Redaktion gesperrt.
Die FR reitet mit Vorliebe Kampagnen gegen die Partei DIE LINKE, unter anderem mit dem Vorwurf, dort seien antidemokratische Kräfte am Werk (solche Kräfte gibt es m.E. in allen Parteien. Die merkelschen Diktate an die Adresse anderer Euro-Staaten und deren Bevölkerungen mögen alles mögliche sein, “demokratisch” sind sie jedenfalls nicht. Sie leisten der Entdemokratisierung Europas erheblichen Vorschub).
Das Verhalten der FR-Redaktion zeigt, daß diese allen Grund hat, vor der eigenen Türe zu kehren. Wie sagte doch der ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann so treffend:
“Wer mit dem Zeigefinger allgemeiner Vorwürfe auf den oder die vermeintlichen Anstifter oder Drahtzieher zeigt, sollte bedenken, dass in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zugleich drei andere Finger auf ihn selbst zurückweisen.“
Dritte Aktualisierung:
Die Kommentarfunktion zu dem Vorkötter-Kommentar wurde von der FR-Redaktion wieder freigeschaltet.
jepp, ich verfolge das FZZ-Feuilleton seit einigen Wochen auch mit freudigem Erstaunen. Irgendwo kam auch mal der Kommentar, dass man das, was sich die FAZ erlaubt, bei jedem anderen Blatt als kommunistisch-ideologisch abwinken würde. Was stimmt. Die FAZ genießt auch bei den LEuten, die in der Wirtschaft was bewegen können einen guten Ruf…
Nur gibt es so wenig response. Warum nimmt die SZ, die Zeit, etc nicht den Ball an, warum geht es nicht in die Politik-Leitartikel? Das ist schade. Aber vermutlich ist es eben so, dass die FAZ recht hat mit dem, was sie so schreibt: reden kann man viel, und alle kapitalismuskritischen Artikel abnicken, aber wenn’s ums Handeln geht verneigt sich das deutsche Bürgertum doch lieber vor den angeblichen “Sachzwängen”…
@Spiegelfechter:
Wuerde mich sehr freuen ueber eine Moeglichkeit, das Resultat (oder nicht-Resultat? Bin mir sehr unsicher, ob das in einem Monat das Papier noch wert ist…) des EU-Gipfels. Da mir bewusst ist, dass sich eine fundierte Analyse dessen nicht in der Kaffeepause aus dem Aermel schuetteln laesst, waere ich schon fuer ein paar Links zu guten Texten anderswo sehr dankbar – hab selber bisher nichts Brauchbares gefunden…
Gruesse.
Was gibt einem Menschen die Kraft für solch eine Form des Protestes?
http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel440.html
Entschuldigung, aber ich finde das eine sehr unpassende Form des Protests.
Das hat für mich nichts mit Kraft sondern mit Fanatismus zu tun.
Mal davon abgesehen, dass ich die Verknüpfung zu der FAZ hier wirklich nicht sehen kann.
Hoppsala – Entschuldigung! Das ist mir jetzt peinlich.
Dieses Posting war für den Glauben/Unglauben-Thread bestimmt.
Es kann auch Fanatismus sein – sicherlich nicht nur, denn der Mensch nimmt seinen eigenen Tod in Kauf. Wie schon gesagt – gehört nicht hier her. Sorry!
Paul Kurgman über Ungarn, die Demokratie und die Depression in Europa :
http://www.nytimes.com/2011/12/12/opinion/krugman-depression-and-democracy.html?_r=1&ref=paulkrugman
Hi Leute, ich kann derzeit nicht auf die NachDenkSeiten zugreifen. In Opera kommt einfach ein leeres Fenster, im IE werden Verbindungsprobleme angezeigt. Erlebt das sonst jemand auch gerade?
Bei mir geht’s.
(Dachte schon, die hätten ihren Betrieb eingestellt…)
Die Verbindung ist einwandfrei. Es muss wohl an anderen Dingen liegen.
Die NDS waren den ganzen Abend erreichbar.
Interessant, dass sich im Osten diese fast körperliche Bindung mit der deutschen Klassik bis heute gehalten hat. Erinnert an die WK I Landser, die ja auch mit Göthe und Schiller im Rucksack Richtung Verdun gezogen sind. Ethnologisch find ich es völlig richtig, dass Frau Wagenknecht ein Platz im Feulieton der FAZ eingeräumt wird ;-) So erfahr ich auch mal was über Sitten, Gebräuche und Befindlichkeiten der Ost-Deutschen.
Inhaltlich ist es das bekannte strebsame Geschwurbel aus einem inhaltlichen Nichts. Reine Zeitverschwendung.
Irgendwie passend : :-)
http://derstandard.at/1323222849546/Hamsterrad-Das-System-ist-am-Ende
Ab 1:30 wird es interessant:
Das ist ganz seltsam: Ich musste über hidemyass.com gehen, um die Nachdenkseiten anzeigen zu können. Derzeit gehe ich über das Netz der Deutschen Telekom ins Internet. Kann jemand, der ebenfalls bei der T-Com ist, diese Probleme bestätigen?
EDIT: Ich habe den Fehler gefunden. Mein Virenscanner hat eine Firewall-Funktion, die sich aus irgendeinem Grund mit der Seite gebissen hat (selbst erstelltes Zertifikat?). Nachdem ich nachdenkseiten.de explizit zugelassen habe, kann ich jetzt darauf zugreifen.
So viele Kommentare, bevor ich weggenickt bin …
Bevor ich die dann doch noch lese, ein Vorschlag zur Güte:
Gott und Wissenschaft vereinen, eine Prise Religion für den würzigen Geschmack, Dogmen kommen nicht rein, die Kirche darf umrühren und über die Garzeiten wachen.
Glaubt ihr das wird lecker?