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  • Merkels Betroffenheit

    geschrieben am 02. September 2009 von Spiegelfechter

    Wenn die Regierung sich nun um die Arcandor-Mitarbeiter sorgt, so ist dies heuchlerisch. Der Staat wollte eine Rettung nicht

    Wenn ein Großkonzern mit fast 90.000 Mitarbeitern in die Insolvenz geht, so ist dies ein Politikum ? nicht nur in Zeiten des Wahlkampfs. Die Bundesregierung hatte es stets abgelehnt, Steuergelder für Stabilisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen des Essener Handels- und Touristikkonzerns zur Verfügung zu stellen. Auch eine Planinsolvenz, bei der das Unternehmen sich selbst in Eigenregie hätte abwickeln können, war niemals eine ernsthafte Handlungsoption. Die Gläubiger entschieden sich lieber für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

    Arcandor wird nun als Resterampe ausgeschlachtet. Den Zuschlag für die Vermögenswerte in der Insolvenzmasse erhält jeweils der Meistbietende. Bieter sind dabei nicht verpflichtet, weniger rentable Sparten zu erhalten, Arbeitsverträge weiterzuführen oder gar ein gesamtwirtschaftlich sinnvolles Konzept vorzulegen. Wenn Politiker sich nun vor Mikrofonen und Kameras mit vollendeter Betroffenheitsmiene Sorgen um die Mitarbeiter des Konzerns machen, so ist dies geheuchelt. Wenn die Kanzlerin höchstpersönlich bekundet, dass sie ?kein Verständnis? für die 15 Millionen Euro Abfindung des Interimsvorstandes Eick habe und nun ?überlegen [wolle], was man da machen kann?, so ist dies scheinheilig

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    Wenn die Regierung sich nun um die Arcandor-Mitarbeiter sorgt, so ist dies heuchlerisch. Der Staat wollte eine Rettung nicht Wenn ein Großkonzern mit fast 90.000 Mitarbeitern in die Insolvenz geht, so ist dies ein Politikum ? nicht nur in Zeiten des Wahlkampfs. Die Bundesregierung hatte es stets abgelehnt, Steuergelder für Stabilisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen des Essener ...
    Tags: Deutschland Wahlen Wirtschaft
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    1. Willkomen bei Honigbaerli » Angela du super weib(satire gedicht zu Angela Merkel)

    25 Kommentare:

    1. R_Winter schrieb am 2. September 2009 at 16:28 - Permalink

      Die Ursprünge der Pleite gehen noch viel, viel weiter zurück.
      Die jetzige Entwicklung war schon seit Monaten sichtbar und paßt in das Weltbild von Merz, zu Guttenberg und Westerwelle. Merkel ist zu dumm, um das Spiel von Ackermann zu durchschauen. Der einzige Regiefehler dieser Gruppe ist der Zeitpunkt des Konkurses – er war ursprünglich nach der Bundestagswahl geplant, aber die Lieferanten der Waren für die F/S-Saison 2010 haben und konnten nicht mitspielen. Wer ein wenig den Orderrhythmus kennt, ist von der Entwicklung nicht überrascht.

    2. Muriel schrieb am 2. September 2009 at 17:18 - Permalink

      Einerseits können wir mit ziemlicher Sicherheit unterstellen, dass nicht viele Spitzenpolitiker ehrlich besorft über das Schicksal der Arcandor-Mitarbeiter sind; andererseits ist die Insolvenz nun einmal der Weg, den marode Unternehmen gehen, die es nicht geschafft haben, sich veränderten Bedingungen anzupassen. Dass der Staat da nicht eingreift, finde ich nicht nur akzeptabel, das sollte selbstverständlich sein.
      Und warum sollte sich dann nicht der eine oder andere, der diese richtige Entscheidung mitgetragen hat, um den Wegfall von Arbeitsplätzen und die Zukunft der Mitarbeiter sorgen dürfen?

    3. H.H.Schmidt schrieb am 2. September 2009 at 18:12 - Permalink

      Ein schönes Foto. Es gibt die Stimmung, die nicht an die Öffentlichkeit dringen darf, so überzeugend wider.

      Gerade suchen ich im Fotoalbum nach Bildern, die mich in einem derartigen Zustand zeigen. Gut, ich bin nicht die Kanzlerin!

    4. Jörg schrieb am 2. September 2009 at 18:55 - Permalink

      Arcandor war schon hinüber, bevor Middelhoff mit diesen Namen wie Arcandor, Primondo und was auch immer ankan, die sich wohl ein BWL-Student auf Terpentin ausgedacht haben muß. Nach Middelhoff’s damaligen Aussagen war Quelle/Karstadt nicht anders zu retten, obwohl ich mich immer gefragt habe, wie diese bescheuerten Namen dabei helfen können.

      Ich vermute eher, die Politiker wissen, da ist nix zu holen, Aufsichtsratsmandate und so weiter, und deswegen haben die Arcandor und Co. entgültig untergehen lassen.

      Und daß Frau Schickedanz nun von 600 Euros im Monat leben muß: Tja, manchmal sitzen wir wirkich alle in einem Boot, z.B. sie jetzt mit ihren ehemaligen und jetzt arbeitslosen Mitarbeitern.

      Manchmal scheint die Welt doch ein kleines bißchen gerecht zu sein.

      Jetzt müßte man nur noch Middelhoff und Konsorten die ergaunerten Millionen wieder aus dem Kreuz leiern…

    5. G.Philipp schrieb am 2. September 2009 at 18:56 - Permalink

      Oh mein Gott hat Frau Kanzlerin abgehalftert, kein Wunder immer Party mit Untergebenen und Ausgepufften Freunden das nimmt schon mit.

      Scheinheilig, genau dem zu folge würde das Kürzel der Partei (cDU) dann (SDU) heißen denn Christlich kommt von Nächstenliebe.

      Habe noch eine Empfehlung.

      “Wenn es einen Film gibt, der eine Revolution auslösen kann, dann dieser.”

      “Let’s Make Money” – Wohin geht unser Geld?

    6. R_Winter schrieb am 2. September 2009 at 19:29 - Permalink

      Die Feststellung von Frau Merkel ist von Unwissenheit und Verdummung der Bürger geprägt, wenn sie sagt:
      “…Wenn die Kanzlerin höchstpersönlich bekundet, dass sie ?kein Verständnis? für die 15 Millionen Euro Abfindung des Interimsvorstandes Eick habe und nun ?überlegen [wolle], was man da machen kann?, so ist dies scheinheilig….”

      Herr Eick bekommt keine Abfindung, sondern ein vertraglich zugesichertes Gehalt.
      Jeder Manager der zu einer Firma geht, um die Verluste der Hausbank zu minimieren, sichert sich vertraglich ab, daß sein Gehalt von der Bank gezahlt wird und er von allen Forderungen, die auftreten könnten, freigestellt ist. Im Prinzip war Herr Eick kein Angestellter von Arcandor, sondern der Hausbank. Diese üblichen Gepflogenheiten sollten einer Bundeskanzlerin bekannt sein. Sie soll aufhören uns für dumm zu verkaufen.

    7. Lupe, der Satire-Blog schrieb am 2. September 2009 at 20:21 - Permalink

      die arme merkel. da hat ihr der wahlkampf-pr-berater allen ernstes geraten, bei streitgesprächen und interviews immer zu sitzen und ja nie was konkretes zu sagen, wenn es um legislatur-ziele geht und nun muss sie im tv-duell gegen steinmeier stehen und bei arcandor den betroffenheits-, mitleids- und wir-helfen-euch-träger spielen

      ….ups, bei meiner url habe ich eine unterseite verlinkt (kann ich nicht nachträglich bearbeiten). brauche wohl selbst ritalin.

    8. f.lübberding schrieb am 2. September 2009 at 20:40 - Permalink

      So ähnlich habe ich gestern auch bezüglich Arcandor und Eick argumentiert. Aber in dem Geflecht Sal. Oppenheim – Schickedanz – Arcandor tauchen ja jetzt Zusammenhänge auf, die man vorher nicht im Blick hatte. Die ganze Finanzierung des Konzerns und die Aktienkäufe durch Schickedanz in den vergangenen Jahren muss man heute vielleicht anders beurteilen. Wenigstens ist die Sternmeldung über die Haftung der Schickedanz interessant – und vor allem der Zeitpunkt wo sie in diese Haftung eintrat. Wenigstens stelle ich mir heute die Frage wie sie eigentlich in den vergangenen Jahren diese Kredite – schon vor 2006 – finanzieren konnte, um ihren Anteil an Arcandor zu erhöhen. Die Entscheidung, Arcandor keine Bürgschaft zu geben, kann sich als absolut richtig erwiesen haben, weil man es hier mit einem Sumpf zu tun hatte, dessen Zusammensetzung aber jetzt erst richtig deutlich wird. Wenigstens für uns … .

    9. Momo schrieb am 2. September 2009 at 20:41 - Permalink

      Der STERN unter dem Titel “Millionen-Prämie für Arcandor-Chef: Die scheinheilige Kanzlerin”:
      http://www.stern.de/wahl-2009/bundestagswahl/millionen-praemie-fuer-arcandor-chef-die-scheinheilige-kanzlerin-1506638.html

      “Angela Merkel spielt falsch. Kurz vor der Wahl geißelt sie die Millionen-Abfindung für den Arcandor-Chef. Dabei hat sie die letzten Jahre fast nichts getan, um solche Exzesse zu unterbinden. (…)

      Der zweite Skandal fällt auf den ersten Blick nicht auf. Für ihn ist Kanzlerin Angela Merkel verantwortlich. Sie zeigt für den goldenen Handschlag für Eick zum einen “absolut kein Verständnis”. Das ist gut. Zum anderen aber verspricht die CDU-Chefin zu “überlegen, was man da machen kann”. Das ist skandalös. Merkel ist seit vier Jahren an der Macht. Vier Wochen vor der Bundestagswahl – und nach durchwachsenen Landtagswahlergebnissen für ihre Partei – will sie nun “überlegen, was man da machen kann”?!

      Sie könnte die SPD fragen. Die hatte bereits Ende 2007 eine Arbeitsgruppe eingesetzt um zu überlegen, wie sich überzogene Managergehälter deckeln lassen. Damals gab es noch keine Wirtschaftskrise. Die Sozialdemokraten reagierten auf Meldungen über die Bezüge einzelner Manager wie Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der damals 60 Millionen Euro in einem Jahr verdient haben soll. (…)

      Schon vor 21 Monaten war die öffentliche Empörung groß und die Kanzlerin kritisierte die hohen Managergehälter heftig. Dennoch sah sie keine Notwendigkeit zu handeln. Schlimmer noch: “Union blockiert Regeln für Managergehälter”, hieß es damals im “Handelsblatt”. Denn während die Sozialdemokraten mit immer neuen Vorschlägen vorpreschten, bremste die Union sie nach Kräften aus. Am Ende einigte man sich auf das “Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung”, das selbst die unternehmerfreundliche “Frankfurter Allgemeine Zeitung” als “eine sehr maßvolle Weiterentwicklung des bisherigen Rechts” bezeichnet.”

      Bedenkt man, daß auch der ehemals linksliberale Stern häufig in Merkel-Hofberichterstattung verfällt, dann ist dieser kritische Stern-Artikel “starker Tobak” für “unsere” Kanzlerin.

    10. Lupe, der Satire-Blog schrieb am 2. September 2009 at 20:48 - Permalink

      @lübberding:
      zu diesem arcandor-sumpf, den du thematisierst, mit all den gutbetuchten investoren, habe ich eine satirische anleitung verfasst:
      “wie reite ich karstadt in den ruin?”
      zu finden hier:
      http://swiss-lupe.blogspot.com/2009/06/wie-reitet-man-karstadt-in-den-ruin.html

    11. Spiegelfechter schrieb am 2. September 2009 at 21:01 - Permalink

      @Muriel

      Jein – grundsätzlich gebe ich Dir da ja recht. Staatliche Interventionen sollten eine ultima ratio sein. Im Falle Arcandor hätte man aber vielleicht(!) versuchen können, eine Restrukturierung des Konzerns zu erreichen, die die Interessen der Allgemeinheit besser widergespiegelt hätte. Aber wie dem auch sei – sich als Politiker jetzt über die Folgen zu beschweren halte ich für unredlich.

    12. Spiegelfechter schrieb am 2. September 2009 at 21:10 - Permalink

      @f.lübberding

      Interessante Fragen und ein interessanter Artikel. Mittlerweile sehe ich in Frau Schickedanz eher ein Opfer. Zuerst ist die dem Schaumschläger Middelhoff auf den Leim gegangen und dann wurde sie – so stellt sich dies für mich da – von Esch und Co. so richtig gerupft. Gibt es eigentlich ungefähre Informationen, mit welchem Gewinn Esch aus dem Arcandor-Untergang herausgegangen ist?

    13. G.Philipp schrieb am 2. September 2009 at 23:04 - Permalink

      Ich muss noch ein zum Besten geben.

      Hohelied auf unsere geliebte Kanzlerin.

      Fundsache!

      Angela du tolles Weib,
      ein kleines Lied ich für dich schreib.
      Du bist die Rettung dieser Welt,
      Unsre Krone, aller Held.

      Jedes arme Rentnerlein,
      möchte so wie du nur sein. nur sein.
      Du bist die Hoffnung aller Armen,
      du zeigst den Banken dein Erbarmen.

      Du rettest Deutschland aus der Not,
      du sorgst für Arbeit, Lohn und Brot.
      Alle die genug schon haben,
      warten schon auf deine Gaben.

      Dem Banker gibst du neue Kraft,
      damit er noch mehr Pleiten schafft,
      Damit sein Konto weiter voll,
      schenkst du Millionen, diesem Troll.

      Du sorgst dich für des Reichen Wohl,
      bist so viel besser, als der Kohl.
      sicher war bei ihm die Rente,
      bei dir ist Sicherheit ne Ente.

      Du hast bei Honni einst studiert,
      die FDJ hast du geführt.
      wenn auch nur dort im Studienkreis,
      aus Widerstand, ich weis, ich weis…..

      Der Kommunismus war dir fremd,
      warst dessen Feind im blauen Hemd.
      du hast gekämpft für Freiheit Recht,
      was ist erlogen, was ist echt?

      Die Opferrente ist dein Werk,
      sie ist ein Wurm ein Rentenzwerg.
      Wie Bettler kommen wir uns vor,
      für uns war zu, dein Mund dein Ohr.

      Den Banken gibst du gern Millionen,
      Betrug und Diebstahl soll sich lohnen.
      Für dieses Wörtchen Mindestlohn,
      zeigst du nur Abscheu, oder Hohn.

      Gerechtigkeit ist nicht dein Wort,
      die schlich sich aus dem Lande fort.
      Kinderarmut wird gepflegt,
      des Reichen Konto wird gehegt.

      Für alles was du uns getan,
      stimmen wir kein Loblied an.
      Wärst du in Brandenburg geblieben,
      dann würden wir dich richtig lieben.

    14. DJ Doena schrieb am 2. September 2009 at 23:04 - Permalink

      Viele beklagen ja den Untergang von Arcandor und dass das alles so furchtbar sei. Wenn ich mir dann aber ganz objektiv selbst an die Nase fasse, dann merke ich, dass ich den Konzern nicht vermissen werde und auch nichts getan habe, um ihn am Leben zu halten.

      Kataloge wälzen fand ich schon schon Mitte der Neunziger furchtbar, bevor ich je zum ersten Mal einen Internetshop “betreten” hatte. Ob nun Neckermann, Otto oder Quelle, ich hab sie alle ignoriert. Seitdem es Amazon gibt, bin ich da auch ziemlich markentreu. Ich bin mit dem Angebot und dem Service zufrieden und kann mich nicht beklagen. Selbst verlorengegangene Bestellungen aus den USA oder UK werden anstandslos erneut versandt.

      Karstadt? Zugegeben, da war ich dann doch so ein, zweimal. Aber auch nur in der DVD-Abteilung mal durchstöbern, was es so an Angeboten gibt.

      Also ja, ich bin Mitschuld am Untergang von Arcandor, habe ich doch keinen Grund gefunden, da Geld hinzutragen.

    15. Fyyff schrieb am 3. September 2009 at 00:22 - Permalink

      Das wird spannender Herbst/Winter. Pünktlich nach der Wahl werden tausende der mit Kurzarbeit künstlich am Leben gehaltenen Arbeitsverhältnisse beendet, die Autoindustrie+Autohandel und die ganzen Arcandorleute kommen noch beinahe zeitgleich hinzu. Man stelle sich vor: paar Hunderttausend Arbeitslose mehr die vor dem H4-Abgrund stehen und im Fernsehen lacht Außenminister Westerwelle beim Hummeressen mit Königin Angie vor sich hin.
      Es wurden schon aus weniger guten Gründen Regime zum Teufel gejagt. :)

      Aber zum Thema: Natürlich muß Angie empört sein. Spürt sie doch das angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung möglicherweise keine weiteren 4 Wochen Nichtwahlkampf drin sind. Und als schlechte, sprich unfähige Populistin die sie nunmal ist, sie an das das dumme Wahlvolk das wohl wenigstens die nächsten paar Wochen schluckt.
      Wenn sie sich da mal nicht getäuscht hat.

      Frau Schickedanz, ohne eignes Zutun zu viel Geld gekommen, ausgezogen es durch windige Spekulationen zu vermehren und von Banken und noch windigeren Spekulanten über den Tisch gezogen, jetzt von nur 600?/Monat lebend, tut mir fast ein bißchen leid.

      Aber nur fast.

    16. Handelsschiff schrieb am 3. September 2009 at 00:54 - Permalink

      Das eine ist die Frage, ob man in einer seltsam sozialistisch-kapitalistischen Mischwirtschaft den Markt dauernd anbetet und preist und keine Götter neben ihm dulden will, aber jedesmal, wenn es dann ernst und bitter wird, die Marktprozesse plötzlich künstlich behindert. Was denn dabei eigentlich Gutes herauskommen soll. Das fragt sich wohl auch der Guttenberg.

      Das andere ist die Frage, ob die Leute, die mangels Erbe, Kapital, Grundbesitz, erstklassiger Ausbildung und Grundeinkommen ihre Arbeitskraft bei Karstadt an der Kasse zu Markte tragen müssen, und nicht an stattdessen der Cote d’Azur residieren, den ganzen Quatsch nun ausbaden müssen. Man könnte meinen: nein, warum sollten sie das müssen, was haben sie denn mit dem ganzen FDP-Markt-Unternehmer-Quatsch zu schaffen? Nichts. Die Arbeitsagenturen würden ihnen die Hölle heiss machen, wenn sie nicht brav und “freiwillig” bei solchen Buden arbeiten wollten, über denen der Pleitegeier kreist – oder aber nur zu besten Konditionen. Auch ist ja garnicht vorgesehen, dass diejenigen, die in einem Betrieb arbeiten, über sein Handeln, seine Strategien und Ausrichtungen mitbestimmen – oder nur in sehr engen Grenzen (Arbeitsbedingungen). Genausowenig partizipieren sie – etwa mit “Boni” – an Gewinnen des Konzerns, sondern bekommen nur den von Gewerkschaften ausgehandelten Lohn. Sie sollten daher in Frieden und Wohlstand leben dürfen, und nicht mit solchem überspannten Unsinn so existentiell behelligt werden, nur weil der mal auf undemokratisch-feudalen Klüngelrunden von Erben, CDU-Spezis und McKinsey-Experten fehlentschieden wurde. Oder aber: sie sollten mit haften, aber dann auch – voll – mitbestimmen und wirtschaftlich voll partizipieren, also: Den Betrieb, in dem sie oft einen Großteil ihrer Lebenszeit mit langweiligen Tätigkeiten verbringen, selber gemeinsam besitzen, die Gewinne selber einstreichen. Vielleicht hätte da so mancher Hobby-Hacker aus der EDV schon vor 10 Jahren bei einer Betriebsversammlung “Internet” gesagt, Leute hätten zustimmend gemurmelt, und alles wäre ganz anders gekommen. Das fragt sich auch, hm, Sarah Wagenknecht vielleicht?

    17. Vogel schrieb am 3. September 2009 at 08:35 - Permalink

      @G.Philipp #13
      Das Gedicht iss’n Gedicht *lol*
      Klasse!

      Was man hier wieder über unsere Eliten, im allgemeinen, und über die Kanzerlin, im besonderen, lernen kann, bestätigt mich immer wieder in meiner Meinung über die Menschen.

      “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral” B. Brecht, Dreigroschenoper

      Beste Grüße
      Vogel

    18. Klaus Jarchow schrieb am 3. September 2009 at 11:41 - Permalink

      Das Problem liegt auch darin, sofern ich den Insolvenzverwalter und seine Äußerungen noch in Erinnerung habe, dass Arcandor von den verantwortlichen Hyänen zuvor völlig ausgebeint worden ist. Da war nur noch die abgenagte Haut des Riesentieres übrig. Von der Substanz, und so etwas hätte er noch nie erlebt, sagte der Insolvenzverwalter meiner Erinnerung nach, befände sich nichts mehr im Besitz von Arcandor.

    19. Handelsschiff schrieb am 3. September 2009 at 14:31 - Permalink

      OT:

      Der Junge-Union-Song ist wieder da, juhu.

    20. f.lübberding schrieb am 3. September 2009 at 15:38 - Permalink

      spiegelfechter

      “Gibt es eigentlich ungefähre Informationen, mit welchem Gewinn Esch aus dem Arcandor-Untergang herausgegangen ist?”

      Es gibt ja nache meinem Eindruck kaum Informationen über Esch … . Er hat aber in der Welt bestätigt, dass er der Vermögensverwalter von Frau Schickedanz ist. Das wusste zwar jeder, aber immerhin … .

      Frank

    21. Neu hier schrieb am 3. September 2009 at 15:58 - Permalink

      Hehe Politiker und Betroffenheit die weinenen doch nur den Firmen Banken etc hinterher indenen sie “Vorstandskassierer” sind….
      die weinen ihren eigenen Einnahmen hinterher….
      mein Gott manchmal wünsche ich mir, wir hätten wieder Kaiser, Könige, Fürsten etc…
      dann gebe es weniger gierige Halsabschneider die vom Volk kassieren würden… und für eine Revolution würden unter anderem auch nur eine “Guillotine” reichen, würde man sowas heute machen, bräuchte man da zehntausende….

    22. j. adam schrieb am 3. September 2009 at 18:06 - Permalink

      Erst mal Danke für den Artikel und auch das tolle Bild.

      zur Pleite von Arcandor hat Monitor einen guten Beitrag gesendet.
      hier der Link
      http://www.youtube.com/watch?v=rOH0fbhbmwk

      Wer etwas mehr über Esch und Oppermann, CDU Ex-Bundestagsabgeordneter Rolf Biedmann und Sparkasse KölnBonn erfahren möchte kann unter dem folgenden Link -wie Politiker und Investoren bei der Spaarkasse KölnBonn abkassierten Teil1-5 die Hintergründe erfahren
      http://www.youtube.com/watch?v=ngBl9bK4zxY

      Bei youtube gab es auch einen Beitrag – das Millarden-Monopolie. War bis vor etwa 4 Wochen noch abrufbar, ist jetzt leider nicht mehr verfügbar.

    23. Truvor schrieb am 4. September 2009 at 00:25 - Permalink

      @ an alle

      prpk.info/forum/23-169-1

    24. Falk D. schrieb am 4. September 2009 at 12:18 - Permalink

      Karstadt bekam schon seit den 80ern keinen mehr vom Acker gezogen. Die Kaufhäuser sterben mit den Innenstädten, weil dort die 60er Jahre zementiert wurden.
      Das wird auch unter der Metro nicht besser werden.
      Die kopfstehende Alterspyramide bei den Kunden war schon immer ein Problem, zuwenig Zugang auf neue Kundenschichten, fehlende Besetzung der Premium-Märkte, trotzdem selektive Preisstruktur ohne über einen eigenen abgekoppelten Markt zu verfügen.
      Die Liste der Probleme und Fehler ist lang und die meisten hat Walter Deuss auf dem Kerbholz, der Fehler noch mit einer Klasse und Arroganz beging, die die Urbans und Middelhoffs wie Schuljungen aussehen lässt.


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