Open Thread: Der geliebte Führer ist tot, es lebe der geliebte Führer!
geschrieben am 19. Dezember 2011 von Spiegelfechter
Mit Kim Jong-il hat der wohl groteskeste Vertreter der aktuellen Diktatorengarde die Bühne verlassen. Kim machte nicht nur das Altherrenjäckchen salonfähig und bereicherte dank seines Hofcoiffeurs Udo Walz die internationale Haarmode, er schaffte es auch sein Land atomar zu bewaffnen und damit dem Schicksal anderer Diktatoren zu entgehen. Seinem Land haben diese fragwürdigen Errungenschaften jedoch nichts genutzt – Nordkorea hat sich seit seiner Staatsgründung zu einem absurden stalinistischen Staat entwickelt, in dem die Zeit stehengeblieben ist und Menschenrechte bestenfalls eine unverbindliche Empfehlung an die Machthaber sind.
Kim reichte bereits vor seinem Tod das Zepter an seinen drittgeborenen Sohn Kim Jong Un weiter. Wie geht es nun auf der koreanischen Halbinsel weiter? Droht ein Krieg? Wird der Westen die letzte stalinistische Enklave eingemeinden können und eine “Wiedervereinigung” mit Südkorea herbeiführen? Wird China sich Nordkorea einverleiben? Fragen über Fragen, die Ihr hier im Open Thread diskutieren könnt.
Euer Spiegelfechter,
Jens Berger


Erst einmal wird getrauert … an den Börsen! ;-)
http://www.suedkurier.de/news/thema/Kims-Tod-verunsichert-asiatische-Boersen;art10035,5289703
Irgendwie muss ich da an diesen wunderbaren Werbespot denken:
Genial ;-)
Der hier ist aber besser! ;)
Evtl. war ja auch der große geliebte Führer ein Opfer von Lieutenant Frank Drebin?
Immer noch ein Klassiker:
Man kann nur hoffen das sich dieser groteske Personenkult in der dritten Generation nicht mehr aufrecht erhalten lässt und die Bevölkerung es endlich schafft diese Diktatur zu beenden.
Man sollte bei all den “lustigen” Geschichten um das Land und seine Führer nicht vergessen das dort Millionen Menschen Hunger leiden und kaum Hilfe bekommen (können).
Richtig.
Ich sehe leider kein Ende des Personenkultes um Bundeskanzler und Bundespräsident und die Diktatur des Kapitals wird halten, bis alles zusammenbricht aber wer weiß, was die Zukunft bringt!
Echt? Mir ist noch keine Merkel-Statue begegnet. Auch habe ich noch keine Schulklasse einen Morgenappell auf unseren lieben Pappi Wulff singen gehört. Aber was weiß ich denn schon? Du kennst Du Dich in diesem Lande ja viel besser aus als ich.
Das erinnert mich an ein besoffenes Gespräch vor drei Jahren.
Was würde geschehen, wenn eines Morgens an markanter Stelle in Berlin eine Merkel-Statur (sic! Rechtschreibreform, interpretieren müsst ihr!) steht? Beschriftung “Wir werden uns zusammensetzen und eine gemeinsame Lösung finden.”
Die Bevölkerung wird sie nicht abräumen, weil es verboten ist, den Rasen zu betreten.
Was sagt Merkel? Wie lange wird es deuern, bis sie etwas sagt, und wer sagt ihr, was sie sagen soll?
Wann wird die Statur weggeräumt? Oder bleibt sie stehen und bekommt ein interpretierendes Schild davor?
@Spiegelfechter
Merkel-Statuen gibt es nicht, dass ist wahr, aber Personenkult läßt sich auch variieren, und ist im Westen sicher intelligenter gestaltet als bei den Steinzeit-Kommunisten in Nordkorea, wie jeder PR-Erfahrene weiß.
Vor kurzem lieh ich mir den amüsanten türkisch-deutschen Film “Almanya – Willkommen in Deutschland” des Regisseurin Yasemin Samdereli aus reiner Neugier aus, und bin seither nicht so sicher ob es nicht doch einen unterschwelligen PR-Personenkult um Angela Merkel in Deutschland gibt.
Hier durfte eine Merkel-Schauspielerin die Bundeskanzlerin in Erich-Honecker-Pose spielen wie die den 1.000.001 Gastarbeiter in Deutschland – nach dessen Ableben in der Türkei – im Berliner Bundeskanzleramt nachträgliche ehren durfte.
Wenn das kein Propaganda für Merkel ist dann fress ich einen Besen – samt Stiel, und das schreibe ich obwohl ich deine Ansicht oben teile.
Amüsierte Grüßle
Bernie
Südkorea kann an einer Wiedervereinigung gar kein Interesse haben…
allein schon aus ökonomischer Sicht:
a) der riesige Militärapparat wäre völlig nutzlos. Wozu brauch man noch diese gewaltige Armee und die Amis im Land…ne ne… das ist ähnlich wie mit Israel, die auch ein ökonomisches Interesse an dem Nahostkonflikt haben (siehe Naomi Klein in SCHOCKSTRATEGIE)
b) Südkorea müsste ganz NK als Flüchtlinge aufnehmen… das sind ja nun auch n paar Millionen, das kann SK aber auch kaum stämmen. So eine Andeutung gab es auch mal in einem ganz schlechten B-Promi US Avtionfilm (kam nicht im Kino sondern nur auf DVD), (hab aber leider den Namen vergessen). Da gings auch um den Koreakonflikt und der eine Stabschef der Südkoreaner hat das Argument eingeworfen, die Diktatur in NK auf keinen Fall zu stürzen, weil dann die ganzen Nordkoreaner nach SK kommen… und das kann diese Volkswirtschaft auch nicht stämmen….
sicherlich muss das alles nicht so sein, aber den Konflikt beizubehalten hat für alle Seiten mehr Nutzen/Vorteile als Nachteile
Sehe ich genau so. Ich halte es auch für wahrscheinlicher, dass man versucht Nordkorea zu einem neuen Billiglohnparadies zu machen. Genau das spielt sich ja momentan in Birma ab, wo China und die USA sich einen regelrechten Sympathiewettbewerb mit der Junta abliefern – von Kritik an der Menschenrechtslage ist da längst nichts mehr zu hören. Nordkorea ist ebenfalls ein potentieller ökonomischer Kriegsschauplatz zwischen Chinesen, Südkoreanern, Japanern und Amerikanern auf der Suche nach einer neuen Billiglohn-Kolonie für die eigenen Unternehmen. Kim Jong Un hat also die besten Karten, wenn er geschickt pokert.
@ Sesso
himmm … für den ganzen consultant-dreck könnte es schon eine interessante story werden: ein sich “öffnendes” autoritäres regime mit einem heer von arbeitssklaven.
http://www.boingboing.net/images/NKDelegation2005.swf
oder ein netz von therapiezentren in nordkorea, für durchgeknallte neoliberale aus der ganzen welt: auf die knie mit euch und selbstanklage :)) vielleicht auch mal ne nützliche kulturrevolution?
@ Spiegelfechter
ich habe irgendwo mal gelesen, das in nordkorea viele zeichentrickfilme, als auftragsarbeiten westlicher kulturkonzerne, produziert werden. jede menge von walt disney ist auch dabei. ansonsten hat sich das regime da, glaube ich schon mitte der 70iger jahre vom marxismus-leninismus verabschiedet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Chuch’e-Ideologie
wegen meiner leidenschaft für kinos und filme, ist mir sonst nur über die jahre, die story mit einer japanischen schauspielerin hängengeblieben. die der große führer zwo, hat zu sich entführen lassen, weil er so ein fan von ihr ist und sie mal live für sich haben wollte?
aber bei diese gelegenheit möchte auch ich, hier einmal mehr ganz klar dafür plädieren, die partei die linke endlich verbieten zu lassen:))
übrigens mal so als infoquelle für den nächsten urlaub: http://www.nordkorea-info.de “….Die Demokratische Volksrepublik Korea – so die offizielle Bezeichnung Nordkoreas – ist alles andere als ein gewöhnliches touristisches Reiseziel. Es gilt in der allgemeinen Vorstellung noch immer als eines der verschlossensten Länder der Erde. Dennoch sind Reisen möglich – Den Touristen, die für neue Eindrücke aufgeschlossen sind, die Neuem und Ungewohntem mit Toleranz und Offenheit begegnen, die neugierig darauf sind, eine jahrtausendealte Kultur und auch eine politische Kultur kennen zu lernen, hat Nordkorea sehr viel zu bieten:
Sozialistische Architektur und Monumente, revolutionäre Museen, die gastfreundliche Bevölkerung, die kulinarische Vielfalt koreanischer Kochkunst, abwechslungsreiche Landschaften und unberührte Natur, die am strengsten bewachte Grenze der Welt….” ich mein ist doch mal watt besonders:))
auf jeden fall, haben die menschen bisher den imperialisten dieser erde gezeigt, wo der hammer hängt.
“…..Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks vor rund 20 Jahren prophezeiten viele Experten auch das Ende des Kommunismus im Norden Koreas, doch kaum jemand rechnete mit der Standhaftigkeit und Zielstrebigkeit, mit der die Koreaner allen außenpolitischen und außenwirtschaftlichen Widrigkeiten zum Trotz weiterhin ihren eigenen Weg gehen. So ist die eigentliche Hauptattraktion Nordkoreas der dort selbst geschaffene, blühende Sozialismus eigener Prägung, der zukunftsorientierte Optimismus des koreanischen Volkes und die spürbare Freude über die aus eigener Kraft erreichten Fortschritte….”
ps.: und für die sperrung von 5 nordkoreanische spielerinnen (stichwort moschushirsch), während der frauenfußball wb, im letzten sommer – das gibt noch rache. na warte fifa:)) es gibt da übrigens eine sehr gute dokumentation über die frauennationalmannschaft aus nordkorea. die beiden dokumentarfilmerinnen hatten glück und konnten ziemlich persönliche einblicke bekommen. “hana, dul, sed” – heißt die doku.
Dass eine Agentur, die ihr Geld mit Nordkoreareisen macht, da Land positiv beschreibt, ist kaum verwunderlich. Für mich wäre das jedoch nichts. Zum Thema gibt es jedoch einen netten Dokumentarfilm: http://www.youtube.com/watch?v=6vnhobDpaoQ&feature=related
@SF:
Die Doku ist echt eine von den besseren. Schön gemacht (ich mag auch diese britische Art von dem Typen). Und immerhin behauptet der Protagonist nichts, was er nicht wirklich wissen kann (das findet man bei vielen anderen).
Enthält allerdings auch kaum Informationen. Im wesentlichen nimmt sie uns mit auf eine geführte Rundreise und die beiden sympathischen Führer geben ganz ganz wenig aus ihrem zweifellos privilegierten Leben preis. Von NK bekommt man nicht viel zu sehen, ausser und den _üblichen_ Kram eines Personenkults, der möglichst lächerlich abgefilmt wird.
Also: Es gibt wohl viel Armee, nur wenige Autos und Angeln scheint ein Volkssport …
Nochwas: 200 Tausend Gefängnisinsassen bei 20 Mio. Einwohner. Das entspricht quantitativ doch in etwa US-Niveau, oder?
Das ist natürlich das Problem einer derart rigiden Informationspolitik. Aber das spricht der Filmmacher ja auch an.
Mehr Informationen enthält diese Doku: http://www.youtube.com/watch?v=R50MFQjCGwI
Jedoch frage ich mich da, wie der Filmemacher die Erlaubnis bekam und was die Auflagen waren.
Sehr interessant fand ich auch folgende Gonzo-Reportage:
http://www.vice.com/the-vice-guide-to-travel/vice-guide-to-north-korea-1-of-3
USAID ist doch schon seit Jahren in NK tätig und lotet aus, ob etwa Windkraftanlagen dort nicht günstiger gefertigt werden können als in China.
Ganz kleine Ergänzung: es gibt noch einen ganz brauchbaren halb dokumentarischen Spielfilm (kam vor einiger Zeit bei arte, wo auch sonst?) – “Nordkorea für Einsteiger”.
Hallo!
Also der Film auf ARTE war eine Katastrophe. Ich hatte erst auf einen Dokumentarfilm gehofft, aber es war weder Doku noch Fiktion. Es war eine lahme Story über Journalisten, die Ihr Filmmaterial ungesehen vom Militär machen und aus dem Land bringen wollen…
Verschwendete Zeit wäre der richtige Titel gewesen!
Ich hatte mir eine Interessante Doku über das echte Land gewünscht, sicher ist es nicht einfach dort zu filmen und mal “hinter die Kulissen” zu schauen, aber mit der heutigen Technik kann man schon mit einem Kugelschreiber ähnlichen Gerät (also eine getarnte Kamera) gute Aufnahmen machen.
Vielleicht kommt ja bald mal so etwas, oder gibt’s da was?
Grüße
Franko
DDR 2.0?
Die Nordkoreaner sind da schon viel weiter: die haben einfach ihre Arbeitskräfte nach Sibirien outgesourced.
VICE hat dazu auch eine Reportage gemacht:
http://www.vice.com/de/vice-news/north-korean-labor-camps-part-1
Die Arbeiter werden da in kleinen Camps in denen es exakt wie in Nordkorea ausschaut praktisch als Sklaven gehalten.
@Spiegelfechter
Wieso machen? Wer produziert den für Billiglöhne im angeblichen China?
Ich würde mich nicht wundern, wenn China längst eine Billiglohn-Kolonie, und zwar schon vor Jahren, aus Nordkorea gemacht hätte – mit Wissen der westlichen “Demokratien”.
Bin mal gespannt was so alles herauskommt, wenn es in Nordkorea mal eine “Perestroika” geben sollte.
Gruß
Bernie
Die Aufgabe wird nicht geringer, wenn man stemmen richtig schreibt!!!
Oder denkst Du an einen Wald von Problemen?
Das sehe ich anders. Seit wann interessieren sich Politiker denn für so etwas?
Ich kenne da einen (Mauer-) Fall von vor über 20 Jahren, als jemand dem Volk was von blühenden Landschaften vorgefaselt hat und dass die Einigung sich vorteilhaft auf das ganze Land auswirken würde.
Manche Dörfer in den hinzugekommenen Landesteilen existieren nur noch in Form leer stehender Gebäude, weil die Einwohner dahin zogen, wo es ihrer Meinung nach Arbeit und ein besseres Leben geben sollte.
Der dann gesamtkoreanische Militärapparat kann weiterhin gut bei Auslandseinsätzen, z.B. im Hindukusch, das Vaterland verteidigen. Und sollte das nicht ausreichen, kann man die Armee später sozialverträglich reduzieren und die Wehrpflicht aussetzen.
Auch hierfür gibt es ein Parallelbeispiel aus diesem, unserem Lande.
@manfred peters….
au mann… natürlich hast du recht…
mein erste kommentar hier und gleich blamiert^^
Man sollte es nicht verdrängen:
Wie würde sich dass hierzulande anhören, ansehen und anfühlen, wenn “Unsere geliebte Führerin” plötzlich das Zeitliche segnen würde?
Alle Mainstreammmedien, also alles neben Spiegelfechter, Ad Sinistram und NDS, würden doch gefühlte 14 Tage lang, quasi in Staatstrauer, über Leben, Wirken und Vermächtnis “Unserer geliebten Führerin” reflektieren.
Außerdem würden wir genauso vor der Singularität erstarren, wie das jetzt gerade die Nordkoreaner durchleben müssen.
Und die Beerdigung erst. Live auf allen Programmen. Das Meer aus Blumen und Kränzen. Dabei die Gebinde von Friede Springer, Standard & Poor, Fitch und Moodys aus allen Kamerawinkeln aufgenommen…
Und die schöne Abschiedsrede vom Bundespräsidenten…
Nee, die Nordkoreaner müssen jetzt da durch.
Alles wird anders werden, aber nichts wird gut.
Memento mori!
Du hast er erfasst *lol*
Was für ein Bullshit ;-)
@ RobotroniX1962
du bist noch nicht so richtig gehirngewaschen:))
da wird es noch viel arbeit für den innenminister geben. kommentare wie deines hier zeigen: in zukunft wird unsere medienwirtschaft jeden text, bei einer neu geschaffenen clearingstelle für mediale gesundheit vorab ein zu reichen haben.
ps.: wehe ein herr procera fühlt sich gestört: “….Seit Jahrzehnten geht mir dieses Nordkorea auf den Sack, es wird Zeit, hier mal richtig durchzugreifen.
Wie G.W. Bush immer so schön sagte: ” We smoke them out “…”
Leider widerlegt Kim durch seinen unspektakulären Abgang die schöne Theorie, dass das Ende eines Diktators immer ein äußerst unrühmliches ist. So einfach im Bett oder im Zug an Herzversagen sterben, das hätten sie wohl gern, die Diktatoren. Dummerweise hat Kim ihnen gezeigt, dass das möglich ist. Insofern gibt es Anlass zur Trauer.
Muss es jetzt halt der Sohn richten und ein standesgemäßes Diktatoren-Ende hinlegen.
Der Sohn verfügt zumindest über eine gediegene Schweizer Ausbildung. Vielleicht macht er ja NK zur Steueroase mit Nuklearwaffen? das hat nicht einmal die biedere Schweiz geschafft.
Meinst Du, dass man in zwei Jahren eine “gediegene Ausbildung” bekommt? Ich bin da eher skeptisch ;-)
Wieso sollte sich in NK so schnell etwas verändern ? Meiner Ansicht nach kann Kim Jong Un auch nur der Vorzeigekasper der militärischen Führung sein. Da das Militär. nicht unähnlich zu Ägypten, quasi überall mitmischt, wird es also drauf ankommen, was diese Herren sich vorstellen. Mit den Sonderwirtschaftszonen sind die Voraussetzungen für Billigproduktionen gegeben, hapert wohl noch an der Infrastruktur.Über die Rohstoffressourcen gibt´s unterschiedlichste Angaben, aber mit zunehmenden Marktpreisen dürfte sich ein verstärkter Abbau auch in diesem schwierigen Gelände lohnen.Gerade noch gelesen, daß NK Strom nach China exportiert. Kann ich mir ja kaum vorstellen, wo das eigene Volk so oft im Dunkeln sitzt. Massenperformances kann NK ganz gut. Sollten sich die Vorzeichen ändern käme vielleicht noch ein Kommie-Disneyland für Touristen in Frage. Der Großteil der Bevölkerung wird aber wohl weiterhin auf den Winter zugehend Weißkohl zu chimchi verarbeiten ( lecker und schaarrrf) und versuchen nicht aufzufallen.
“Gerade noch gelesen, daß NK Strom nach China exportiert. Kann ich mir ja kaum vorstellen, wo das eigene Volk so oft im Dunkeln sitzt.
Nun ja, die DDR hat auch Güter in die BRD exportiert, die auf dem heimischen Markt äußerst nachgefragt gewesen wären. 1990 mussten Otto und Quelle einen Großteil ihres Katalogs aus dem Programm nehmen, da die Hersteller in der DDR nicht mehr liefern konnten.
Natürlich geht es hier um Konsumgüter und nicht um lebenswichtige Dinge wie Strom, Medikamente oder Nahrungsmittel. Die Devisenbeschaffung ist allerdings eine Schlüsselaufgabe in jedem Land, das sich nicht den Weltmärkten geöffnet hat. Der einzige Unterschied zu 1989 ist, dass er davon heute nur noch sehr wenige gibt.
Und wo Quelle dann ohne billige Quellen gelandet ist, hat man ja gesehen. Auch zahlreiche West-Naschinenbauer bekamen Probleme ohne die verlängerte Werkbank in der DDR.
1990 mussten Otto und Quelle einen Großteil ihres Katalogs aus dem Programm nehmen, da die Hersteller in der DDR nicht mehr liefern konnten.
Konnten ist gut. Quelle, Otto und Neckermann haben ihrerseits zum 03.10.1990 sämtliche Verträge mit ostdeutschen Textilherstellern gekündigt. Obwohl sich an der Qualtität nichts geändert hatte (erst 1988 waren neue Fabrikhallen gebaut worden) befürchteten die Versandhäuser steigende Kosten durch Übernahme des westdeutschen Lohn- und Sozialniveaus. Es lag also nicht daran das die ostdeutschen Hersteller nicht mehr liefern konnten – sondern das die “Brüder und Schwestern” plötzlich nicht mehr wollten.
Klar, das waren die Folgen der 1:1-Anpassung von Ost- und Westmark. Was wäre die Alternative gewesen?
@Spiegelfechter
Damals waren die Alternativen:
Währungsunion, 1:1-Anpassung: Barvermögen der Bürger nominell auf dem gleichen Wert halten und ebenso mit den betrieblichen, innerstaatlichen Schulden verfahren -> Leute können sich sofort prima Sachen (z.B. Schrottautos) im Westen kaufen, aber die komplette (Ost-)Wirtschaft geht sofort komplett den Bach runter
oder
Sanfter Übergang: Die Wirtschaft im Osten schonen (zunehmende Konkurrenz zu westdeutschen Konzernen!), Ostwährung konvertierbar, allerdings eben nicht in D-Mark, mit entsprechend wenig Kaufkraft.
Kohl hat sich damals für Variante 1 entschieden, die seinen Kumpels aus der Wirtschaft kurzfristig gewinnträchtiger erschien. Eingeleitet hat er den Prozess politisch einfach, indem er den Ossis die tolle D-Mark anbot. An den Folgen tragen wir (alle) noch heute.
Aber das weisst du ja alles.
@leser1:
Was du behauptest scheint mir unlogisch (Tipp: Lieferantenverträge beinhalten auch den Preis) Hast du irgendwelche Belege?
@Dexter
Kommt die Mark dann bleiben wir, kommt sie nicht, gehen wir zu ihr. Du kannst Dich noch erinnern? Der sanfte Übergang wäre nur dann möglich gewesen, wenn man die Grenzen wieder geschlossen hätte. Das war politisch zu keinem Zeitpunkt möglich.
@SF: Damals war die Wiedervereinigung Deutschlands möglich, glaubst du nicht, der Westen hätte stattdessen nicht ebenso seine Asylpolitik gegenüber den DDR-Bürgern (ach ne: gefangene BRD-Bürger auf dem Gebiet der Sowjetzone) ändern können? Nur mal so, als Gedankenexperiment?
DDR und BRD waren souveräne Staaten.
Und: Selbst wenn die Ossis ebenso ausgewandert wären, wie sie dies im wiedervereinigten Deutschland dann ja taten, wäre der Schaden kaum größer gewesen, oder?
Aber dieses “was wäre gewesen, wenn” (die Geschichte eben anders gelaufen wäre als sie nunmal gelaufen ist) ist müsig und bringt meist überhauptnichts.
@Dexter
Du meinst also allen Ernstes, dass der Westen selbst eine zweite Mauer hätte bauen sollen, um die Ostdeutschen an der Einreise zu hindern? Mit Schießbefehl für den BGS? Das ist doch kompletter Unsinn.
Dass der Brain-Drain kein Schaden für die DDR gewesen wäre, ist übrigens auch historisch mehr als fragwürdig. Du schätzt wahrscheinlich auch schlichtweg die Zugkraft des Westens auf die damaligen DDR-Bürger komplett falsch ein. Heute sind wir alle schlauer, damals hätte es jedoch (ohne zweite Mauer) einen Massenexodus gegeben, den die DDR nie ökonomisch überlebt hätte. Wichtiger finde ich jedoch die moralische Frage. Es ist eine Sache, sich gegen Zuwanderung aus Schwarzafrika zu Verbarrikadieren, aber eine zweite Mauer mit Schießbefehl mitten durch Deutschland? Das wäre die moralische Bankrotterklärung des Westens gewesen.
@SF:
Herrgottsakrament: Ich rede doch nicht von einer Mauer, sondern davon, dass man einfach die Souveränität der DDR nach der Demokratisierung des Ostens anerkannt hätte (politisch leicht zu kommunizieren), wodurch die “automatische Staatsbürgerschaft” der DDR-Bürger in der BRD weggefallen wäre, die die Ausreise so attraktiv wie einfach machte.
Versteh mich nicht falsch: Ich will hier dieses Modell nicht propagieren, denn ich habe keine Ahnung, ob dann alles besser gelaufen wäre. Du hast ja aber nach einer Alternative gefragt, die es hätte geben können …
Der Ruf nach “Wiedervereinigung” kam erst _nach_ dem Sturz der Diktatur auf und wurde von aussen befeuert, wenn nicht sogar initiiert.
Zurück zur angeblichen Notwendigkeit einer Mauer mit “Schießbefehl”: Gab es nach der Wiedervereinigung zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn eine Mauer mit Schießbefehl?
@Dexter
Nicht die “Staatsbürgerschaft”, sondern die Aussicht auf einen VW Golf, eine Reise nach Mallorca, die Produktfülle in den Supermärkten und die “schickeren” Klamotten waren es, die unsere Brüder und Schwestern interessiert haben. Mit – volkswirtschaftlich sinnvollen – Löhnen in der DDR, die rund 1/5 des Westlohns entsprochen hätten, wäre all dies nicht finanzierbar gewesen. Selbstverständlich hätte ein großer Teil der Ostdeutschen ganz einfach “rübergemacht” und es wäre zum Brain-Drain gekommen. Was denkst Du denn?
Es hat ja auch so ein großer Teil “einfach rübergemacht”.
Was Unterscheidet denn einen Polen in der Beziehung von einem DDR-Bürger? Auch die Polen wollten gerne einen VW-Golf und es gab keine Mauer Richtung Deutschland. Nur hatte der Pole eben keinen BRD-Pass.
Ich glaube, damals wäre das durchaus eine realisierbare Möglichkeit gewesen. Ich will damit nicht behaupten, dass das besser gelaufen wäre, schon gar nicht für die Ostdeutschen.
@spiegelfechter
“Nicht die “Staatsbürgerschaft”, sondern die Aussicht auf einen VW Golf, eine Reise nach Mallorca, die Produktfülle in den Supermärkten und die ‘schickeren’ Klamotten waren es, die unsere Brüder und Schwestern interessiert haben.”
Ach… und ich dachte, es wäre um Freiheit und Demokratie gegangen… Hat uns unser Ministerpräsident nämlich ständig unter die Nase gerieben, wegen Dankbarkeit und so…
Wie viele “Brüder und Schwestern hast du denn gefragt, dass du das so selbstverständlich für alle feststellen kannst?
Mann mann… Experten unter sich mal wieder ;)
@Dexter
Was Du so denkst *tsssÜ
Oh, sehr viele. Ich bin unter anderem interkulturell liiert ;-)
@Spiegelfechter:
Ich bin doch nicht Frau Lehmann!
Aber ich bin mal so frei, deinen Standpunkt etwas deutlicher zu formulieren.
Was damals geplant und umgesetzt wurde, war schlicht alternativlos! *g*
Übt Jens für eine Authorenschaft bei DIE ZEIT oder wie kommts, dass man hier plötzlich auf den Einwurf, dass die Verfahrensweise mit der DDR nicht alternativlos war, einen solchen Unfug (BGS mit Schießbefehl) als Antwort erhält?
Jens, woher nimmst Du die Weisheit, dass es eine DM-Flucht gegeben hätte? Für viele DDR-Bürger wurde der Ofen durch westlichen Wirtschaftseinfluss schon ausgeblasen, (lange) bevor die Wiedervereinigung entschlossen wurde. Geblieben sind die meisten trotzdem.
Die Flucht kam, als das Märchen über blühende Landschaften nicht wahr werden wollte. War ja auch nur das übliche Politgequatsche. Über die Abwicklung war man sich indes hinter den Türen bewusst.
Werter Herr Liebreiz, anstatt dumpfer Beleidigungen wären hier Argumente von Nöten. Ich weiß, das ist schwer.
Nicht nur, aber auch. Wo nehme ich diese Weisheit her? Ich war – wie man es so schön ausdrückt – ein Zeitzeuge und habe seitdem auch mit sehr vielen Menschen über dieses Thema gesprochen.
Sicher, da die D-Mark ja zu ihnen kam. Es sind übrigens auch sehr viele trotz D-Mark in den Westen gekommen, weil es dort einfach mehr davon gab und gibt.
Natürlich war man das – auch weil man die Alternative (Mauer Teil II) aus ideologischen und moralischen Gründen nie ernsthaft in Betracht zog.
@Dexter
Zwischen Polen und Deutschland gibt es aber auch immerhin noch ein sprachliches und auch ein kulturelles Defizit. Das kann man doch nicht vergleichen. Du hättest also tatsächlich dafür plädiert, DDR-Bürger aus der BRD abzuschieben, wenn diese nicht freiwillig ins ehemalige Arbeiter- und Bauernparadies zurückgekehrt wären?
@Spiegelfechter:
Ich hätte ja weder für das eine noch das andere plädieren können. Ich hätte ja als DDR-Bürger kein Mitspracherecht gehabt :P
Aber politisch wäre das zu der zeit sicher irgendwie vermittelbar gewesen. Statt blühender Landschaften im Osten hätte der Dicke dann eben von Ossis zerstörte Sozialsysteme im Westen an die Wand malen müssen. Wie und das sowas funktioniert, konnte man ja paar Jahre später mit dem “das Boot ist voll”-Zeugs etc. gut beobachten. (Zur Erinnerung)
Was die Polen und die Ostdeutschen angeht, so gibt es natürlich in Bezug auf die BRD ein paar kleine Unterschiede. Ostdeutsche waren (sind?) ja Ausländer erster Klasse, während die Polen Ausländer zweiter Klasse waren(sind?).
(Auf diese – mir scheint realistische – Betrachtungsweise wurde ich übrigens durch 2 nette westdeutsche Theaterregisseussen aufmerksam gemacht, deren Inszenierung mich über ostdeutsche Vergangenheit aufklärten. Waren schöne Zeiten in Jena .. :P
Aber wie gesagt, es ist so müsig wie fruchtlos, dieses was-wäre-wenn-Spiel zu spielen.
Na ja. Vielleicht der groteskeste in unseren Medien, aber von dieser Sorte gibt es noch eine große Anzahl in fast allen Kontinenten. Teilweise decken sich nur, statt mit einer “Herbert-Wehner-Gedächtnis-Jacke”, mit dem Mäntelchen der Demokratie.
illustrierend dazu: “… Kim Jong-il: Die “Sonne der Menschheit” . Wie ein Gott verehrt – Nordkoreas Diktator stand im Mittelpunkt eines skurrilen Personenkults. Der Große Führer”, die “Sonne der Menschheit”, der “Himmelgeborene” – der am Samstag früh verstorbene nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il hatte viele Beinamen.
http://kurier.at/nachrichten/4478373-kim-jong-il-die-sonne-der-menschheit.php
http://www.youtube.com/watch?v=xh_9QhRzJEs
Kim Jong-il / Nordkorea war für mich immer der Beweis dafür, dass man als diktatorisches Land nur eine Atombombe brauch, um vom Rest der Welt in Ruhe gelassen zu werden. Da über seinen Sohn nocht nicht allzuviel bekannt ist (ich konnte zumindest nicht allzuviel im deutsch/englischsprachigen Raum finden), kann man hoffen, glaube aber kaum, dass sich für die Einwohner des Landes allzuviel ändern wird. Evtl. in der folgenden Generation….
@ Dimebag
haste vermutlich recht oder besser – du wirst genau recht haben. wenn ich in angst lebe, das die usa mein land angreifen und nur die abombe die amis davon abhält ist es nur logsich, das ich unbedingt atomwaffen brauche. als selbstschutz.
aber der preis nach innen? was kostet das? welche ressourcen verschlingt eine derart grotesk große armee?
@ Truvor
hast du da zahlen? gehört die nordkoreanische armee nicht zu die 10 größten armeen weltweit?
http://www.youtube.com/watch?v=jZ_giRCO72E&feature=youtu.be the kim jong il show
http://www.youtube.com/watch?v=uw-AW8q-Jxk .
Wie bitte? Udo Walz hat Kim Jong Il diese Frisur verpasst? Obwohl, eigentlich hätte man da ja auch früher drauf kommen können. ;-)
Wurde der etwa alle paar Wochen nach Nordkorea geflogen, um des Diktators Tolle zu reformieren? Das wäre mir als Friseur aber zu heikel gewesen; ein handwerkliches Missgeschick und…..
Nee, da habe ich mir nur Spasseken erlaubt ;-)
Wie heißt es doch gleich in Artikel 5 GG:
Eine Frisur findet nicht statt. ;-)
ein modeberater konnte vermutlich nicht eingeflogen werden: “…Er galt als exzentrisch und wurde wegen seines auftoupierten Haars, den blousonartigen Anzügen mit strammen Gummizug über dem Bauch und den Plateauschuhen oft als Witzfigur dargestellt….”
darum hier:
“…Keine Lust auf Fehlkäufe? Nutzen Sie meinen Service – ob für eine Stunde oder den ganzen Tag – ich stehe Ihnen gern zur Seite und begleite Sie beim Einkaufen.
Mein geschultes Auge und meine Erfahrungen kommen Ihnen und Ihrer Garderobe direkt zugute. Wo wir einkaufen, bestimmen letztlich Sie selbst. Ich gebe Ihnen Anregungen und Tipps und fungiere auch gern als Shoppingguide. Wir prüfen in der Praxis, inwieweit Ihnen das Umsetzen der Typberatung auch beim Einkaufen gelingt. Ich berate Sie unabhängig und kompetenter als die meisten Verkäufer es tun (können).
So vermeiden Sie Fehlkäufe und haben einfach mehr Freude an Ihrem Kleiderrepertoire. Außerdem haben meine Kunden oft wirklich Spass beim Shoppen und Anprobieren….”
http://www.stilberatung-reh-berlin.de/
:))
http://www.flickr.com/photos/93495919@N00/287610545/lightbox/
Die Nachsilbe ist also tot. Kim-Jong bleibt ja. Nur das -Il nicht – aus dem wird jetzt -Un. Das kennt man ja bereits, damals, als aus dem Schokoriegel Raiders… das ist ein netter Gag, den man sich manchmal macht, um eine Ware mit neuem Image auszustatten.
Solche Erbkönigreiche gibt es doch bei uns auch, zumindest hier in Bayern. In meinem Kaff regiert der CSU-Bürgermeister nun seit 1994 (letzte Wahl: 70 % der Stimmen, in einem Ortsteil vorwiegend älterer Wähler sogar 97 %), vor der nächsten Wahl hat er sich noch eine Verlängerung der Legislaturperiode von 6 auf 8 Jahre genehmigen lassen (zum “Angleichen an die Kommunalwahl aus Kostengründen”). Er wird dann bis 2020 regieren.
Da sein Sohn bereits Fraktionschef im Stadtrat ist wird dieser dann voraussichtlich ab 2020 als Bürgermeister übernehmen. Eine nennenswerte Opposition gibt es nicht, die freien Wähler (praktisch die einzige Alternative für entnervte CSU-Wähler) wurden mit einem Deal ruhiggestellt (Posten des 2. Bürgermeisters gegen das Versprechen nicht mit einem eigenen Kandidaten anzutreten).
So wird vermutlich überall in Deutschland Politik gemacht, von Berlin bis in die Provinz auf dem Land.
North Korea is best Korea
;)
Man darf in dem Zusammenhang an die frühere Bundespräsidenten-Kandidatin der GRÜNEN, Luise Rinser erinnern, die zu den glühendsten Anhängern von Kim Il Sung in Deutschland gehörte und dies in einem absurden Buch “Nordkoreanisches Reisetagebuch” niederschrieb.
Ich freue mich jetzt schon auf das Kondolenz-Schreiben von Gesine Lötzsch.
Diesmal hat die Fraktion aufgepasst und kommt Lötzsch zuvor ;-)
Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
19.12.2011, Stefan Liebich
Führungswechsel in Nordkorea für Kurswechsel nutzen
“Nordkorea sollte die Gelegenheit für einen politischen Wandel nutzen und neue Entwicklungen mit dem Ziel einer Öffnung des Landes einleiten”, erklärt Stefan Liebich, für die Fraktion DIE LINKE Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, zum Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il. Liebich weiter:
“Der von den politischen Machthabern verfolgte Autarkie-Kurs hat den Menschen in Nordkorea geschadet. Aller Propaganda zum Trotz sind Unterentwicklung, Hunger, Repression, Militarisierung, ein gefährliches Atomprogramm und Unberechenbarkeit für die Region die Ergebnisse dieser Politik. Der anstehende Führungswechsel muss deshalb auch zu dem längst überfälligen Kurswechsel führen. Die Bundesregierung sollte versuchen, Kontakte zwischen den Menschen unserer Länder zu befördern.”
Super Kim.
http://www.youtube.com/watch?v=0S8ZvRHB6rU
Mhhh,Cognac…
Mfg
@bademeister….
genau aus solchen Gründen sollte sich der Westen auch damit zurückhalten, über die “Propaganda” der Kommis in NK zu urteilen…
den Vergleich mit nem Ableben des merkels trifft es ganz gut… wie oft übertragen denn verschiedene Sender den selben Mist gleichzeitig… und wie oft müssen wir uns mit dumpfen Parolen ala “arbeit muss sich lohnen” usw berieseln lassen…
Was für ein Quatsch. Wer ist denn “der Westen”? Man kann und muss die Propaganda hierzulande kritisieren, aber nicht derart undifferenziert.
Das Bildungsniveau in Deutschland ist auch im Schnitt erheblich höher als in Nordkorea, einem Land in dem viele Kinder schon deshalb massive Entwicklungsdefizite haben weil Hungersnöte die ihr Wachstum beeinträchtigen Gang und Gebe sind.
Eine klügere Bevölkerung verlangt natürlich auch nach subtilerer Propaganda.
Ob das die meisten Nordkoreaner durchschauen weiß ich nicht, die meisten Heute lebenden Nordkoreaner haben ihr ganzes Leben in diesem nahezu perfekten Überwachungsstaat zugebracht. Das ist nicht mit der temporären Indoktrinierung während der 12 Jahre Nazizeit zu vergleichen und auch nicht während der 40 Jahre DDR, denn von und zur DDR gab es einen regen Informationsfluss über Familienbesuche, verbotenes West-TV, Radio etc.
Die Nordkoreaner dagegen sind kommunikativ hermetisch vom Rest der Welt abgetrennt. Keine Familienbesuche, keine Mobiltelefone, kein Internet (für höherrangige Bürger gibt es ein Landes-Intranet welches aber nicht ans Internet angeschlossen ist).
Die Überwachung in dem Land ist so perfekt dass ein Bauer der seinen Nachbarn im nächsten Dorf besuchen will, erst mal bei seinem örtlichen Politkommissar eine Erlaubnis beantragen muss.
Das Regime tut sein Möglichstes um die Art und auch die Weiterverbreitung von Informationen strikt zu kontrollieren. Wenn nämlich die Bevölkerung erst einmal mitbekäme wie es im Rest der Welt wirklich zugeht (im Gegensatz zur allgegenwärtigen Propaganda), dann könnte Diese eventuell auf die Idee kommen dass der liebe Führer Teil 3 nicht die beste Option ist um die nächsten 40 Jahre weiterhin in Ketten dahinzuvegetieren, nur damit sich dieses fette, adoleszente Bürschchen und seine Kamarilla weiter die Taschen füllen können.
Wie der Vater, so der Sohn.
Soso. Je fetter die Menschen, desto schlauer. Sehr interessante These. Wird leider von der Realität überhaupt nicht bestätigt. Gewisse gutgenährte nordamerikanische Einwohner sind ja nun nicht gerade für ihre überschwengliche Bildung berühmt. Also Bullshit. Und: Die dummen Nordkoreaner haben Raketen und A-Bomben gebaut – innerhalb einer autarken Misswirtschaft unter Embargobedingungen?
Naja. Die Aussage kann man auch einfach so stehen lassen. Die erklärt sich selbst (allerdings eher nicht im Sinne des Autors)
Haben viele DDR-Bürger bis 89 auch (also die, die heute 60 sind z.B., inkl. 3.Reich können die sogar jetzt 80 sein)
Und glaube mir, das erste was du in der DDR gelernt hast, war, die “roten Phrasen” hin- aber keinesfalls ernstzunehmen.
Doch. Auch Nordkorea hat ein Brudervolk – das im Süden. Also durchaus vergleichbar mit der deutschen Problematik.
Man kann nur gespannt sein, wie sich die Situation dort entwickeln wird. Nur der Dumme macht Voraussagen ohne Grundlage. Aber glücklicherweise kennst du dich ja ziemlich genau aus, wenns um Nordkorea geht. Internet- und Reisegepflogenheiten scheinen dir ja aus guter Quelle zugänglich zu sein …
Na, die USA sind über die in Nordkorea gelebte Kontinuität sicher nicht traurig. Schließlich braucht man ja die „Achse des Bösen“ als Rechtfertigung für alles, was man so im Ausland tut oder anzettelt. Es war schon ein harter Einschnitt, als 1990 der Ost – West – Konflikt plötzlich nicht mehr existierte. Nun laßt den Cowboys wenigstens die Kims und Ahmadinedschad, sonst kommen die in eine tiefe Sinnkrise.
Ansonsten: Kim ist gestorben. Na und? Wulff ist ein Lügner. Na und? Die FDP ist im Arsch. Na und? Gibt es eigentlich noch wichtige Themen in all der Belanglosigkeit?
Ja, die Frage, wer denn die Weihnachtsansprache hält.
Günther Jauch?
Da Joachim Gauck (http://www.havemann-gesellschaft.de/fileadmin/Redaktion/Aktuelles_und_Diskussion/Maerz-Dezember_2011/Gerhard_Rein.pdf) da noch nicht gewählt sein wird, übernimmt das Horst Seehofer.
Der ist momentan “Vize”.
Der Link zur Havemann-Gesellschaft ist gut. Köstlich!
Hand aufs Herz: Wer weiss denn schon auch nur ansatzweise, wie die Alltagsrealität der Nordkoreaner ausschaut? Wer kann die möglichen Konsequenzen dieses unfreiwilligen Abgangs hier auch nur ansatzweise abschätzen. Von daher: Netter Versuch SF, da aufzuspringen, aber viel bringen wird das wahrscheinlich nicht.
Was wir hier im Westen so “an Bild” von unseren geliebten Informationsführern (aka Massenmedien) bekommen – also hungernde, frierende, abgemagerte Menschen in Elend und propagandistischer Verblendung – ist für mich unglaubhaft. So wie halt der meiste Rest auch – um den man sich informationsmäßig nicht selbst kümmert.
Abseits der Greuelbildchen gibt es ja hier und da auch mal ein Filmfestival auf dem nordkoranische Filme gezeigt werden oder auch selbstaufgenommenes Material von ausländischen Journalisten. Hab leider grad die Links nicht da… auf jeden Fall gibt es da aber was, wenn man mehr wissen will …
Mir ist jedoch kein einziger Bericht einer wie auch immer politisch orientierten NGO bekannt, der Nordkorea auch nur die Note ausreichend gibt. Natürlich kann es sein, dass in WAHRHEIT(TM) das nordkoreanische Volk im puren schwelgt und unsere pöhsen pöhsen Medien uns beschwindeln. Das halte ich aber für nicht sonderlich wahrscheinlich ;-)
Ich wollte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass es den Nordkoreanern blendend geht … Ich behaupte nur, dass wir uns hier höchstwahrscheinlich gar kein Urteil bilden können.
Die Realität der meisten Menschen “im Westen” (und ganz besonders der in den USA) ist doch völlig verkrustet und statisch. Mit der Gewissheit geschlagen, im besten, gerechtesten, reichsten und moralisch einwandfreiesten aller Systeme, die es je gab und geben wird, zu leben, erleichtert nunmal nicht gerade die Fähigkeit zu entwickeln, die eigene vorzügliche Wirklichkeit verlassen zu können (und wollen).
Ein gutes Beispiel ist doch die DDR: Wer aus dem Westen vermochte (und vermag) denn die DDR-Realität zu erfassen. Und diese beiden gesellschaftlichen Realitäten lagen nicht soooo weit auseinander: Nachbarstaaten, selbe Sprache, selbe Vergangenheit, relativ viele persönliche Bekanntschaften.
Wenn ich eines “im Westen” gelernt habe, dann das bittere Wissen um diese Unfähigkeit.
BTW. Was heisst eigentlich “ausreichend”?
Ich gebe dir recht und weiß ganz genau was du meinst. Ich sehe es auch eher kritisch, wenn andere “Lebensweisen” immer mit “dem Westen” verglichen und dann noch kritisiert werden.
Allerdings denke ich, dass man das jeweilige System des Landes gut an der Gesamtzufriedenheit der Bürger messen kann. Und ich glaube, dass diese bei NK nicht sonderlich hoch sein dürfte, wenn es dort auch nur zum Hauch wie in der ehemaligen Sowjetunion aussieht. Meine Eltern haben mir immer Storys von “damals in Russland” erzählt, die sind unfassbar ;)
@spiegelfechter…
mit “der westen” meine ich z.b. solche Artikel (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804593,00.html)… und die dahinter stehende Meinung bzw. Weltbild, dass die Anbetung der Führer in solch einer grotesken Weise allein nur mit dem Kommunismus in Verbindung zu bringen ist. Das ist überheblich.
Der Artikel bzw. allein schon der Teaser erweckt den Eindruck, dass nur das politische System in NK zu solchen Possen fähig ist. Da dürfte bspw. D wenig nachstehen in solchen Sachen…Jubelein um Guttenberg oder jeder, der es wagt Helmut Schmidt wegen des öffentlichen Rauchens zu kritisieren, gleich als was-weiß-ich abgestempelt wird…
Und hier meine ich die allgemeine Haltung (des Großteils der Medien) und nicht die einzelne Kritik in Kommentaren und Blogs
sicherlich nicht so übertrieben wie in NK, das ist natürlich klar… aber sollte mal ein aktueller Staatsmann/frau sterben, so können wir uns sicher sein, dass es auf ALLEN! Sendern nur solche Geschichten und auch teilweise sehr undifferenziert zu bestaunen gibt.
Was heißt hier “Eindruck erwecken”? Das ist doch lächerlich. Klar gab es in D auch mal eine echte kollektive Trauer – im Mai 1945. Nur ein Regime, dass die Meinungs- und Pressefreiheit komplett unterdrückt, kann solche Reaktionen auslösen.
Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele: Nehmen wir Kennedy, aber auch wenn Nelson Mandela einst das Zeitliche segnen wird, werden wir in SAF ähnliche Bilder sehen. Der Vergleich eines Mandela mit einem grotesken Diktator wie Kim ist jedoch nicht zielführend.
aber solche emotionen wird es wohl bei uns in der tagesschau nicht geben.
“…Crying newsreader announces death of Kim Jong-il & future of North Korea…”
http://www.youtube.com/watch?v=djKRhFjjbUI
wenn schmidt, kohl und / oder merkel gestorben sind und ihr tod in den nachrichten bekannt gegeben wird.
ps.: “….Na dann wird ja jetzt alles besser!
;-)) Mein Beileid den Hinterbliebenen und dem Sohn alles Gute beim Diktieren, äh Regieren!…” struebchen
Ich bin so froh, dass ich nicht in einer Diktatur leben muss, wie sie in Nordkorea herrscht. Dann ziehe ich die immer deutlicher werdende Plutokratie hier einer Diktatur doch noch vor.
Ich bin so froh, dass ich nicht in einer Plutokratie leben muss, wie sie im Westen herrscht. Dann ziehe ich die immer deutlicher werdende Diktatur hier einer Plutokratie doch noch vor.
Schöne Grüße
Ein Nordkoreaner
P.S. Woher weisst du eigentlich so genau, wie es in NK zugeht? Hier in den Kommentaren hat sich doch noch garnicht der übliche Typ gemeldet, der dieses Jahr _zufällig_ einige Wochen in Nordkorea war (dienstlich versteht sich!) und der uns Einiges von dort zu berichten weiss.
Dexter, Du bist einfach nicht satisfaktionsfähig.
Ich hab zwar keinen blassen, wie das Leben eines Nordkoreaners aussieht, aber – leck mich am Arsch – irgendwie hab ich das Gefühl, dass es mir hier wohl besser geht. Deshalb freue ich mich so dolle, dass ich hier lebe!
-> Aber was sind denn das für Statements? Ist SOWAS satisfaktionsfähig?
Ich finde es krass (und bezeichnend), dass einem sofort unterstellt wird, dass man Nordkorea “toll” findet, wenn man sagt, dass das was wir von dort zu wissen scheinen nur eine dünne Basis für ein Urteil bildet.
Also auf welcher Basis soll hier diskutiert werden. Ein paar schöne Links (von hier und da) zum Delektieren wären zumindest angebracht gewesen.
Ach Dexter, ich kenne diesen Quatsch doch schon, ich blogge ja nicht erst seit gestern. Du kannst ja die Meinung haben, dass es jeder Somalier es viel besser hat als wir “armen Kapitalsklaven” hier in D. Ich nehme das schmunzelnd zur Kenntnis. Eine Diskussionsbasis ist das freilich nicht.
Du solltest Dich mal fragen, warum es keine Links gibt. Kann es sein, dass der geliebte Führer da etwas verheimlichen will?
Ich bin absolut nich der Meinung, “dass es jeder Somalier es viel besser hat als wir “armen Kapitalsklaven” hier in D.”! Ich bitte dich!
Auch meine ich, dass die Wahrscheinlich sehr groß ist, dass es den meisten Nordkoreanern mit unseren Maßstäben gemessen viel, viel schlechter geht als uns. Und nach allem was man so hört, ist die Hirnwäsche in NK übler als die hier.
So what?
@Dexter
Wenn ich schreibe: “Dann ziehe ich die immer deutlicher werdende Plutokratie hier einer Diktatur doch noch vor”, gehe ich davon aus, dass der Sarkasmus darin erkannt wird. Ich habe ja nicht geschrieben “Dann ziehe ich unsere gelobte Demokratie hier einer Diktatur vor”.
Sorry, wenn dies missverständlich war. Ich wollte mit meinen Kommentar also zum Ausdruck geben, dass wir hier ebenfalls mit totalitären Entwicklungen konfrontiert sind: mit der immer stärker zum Vorschein kommenden Plutokratie.
(bin eben erst von der Arbeit nach Hause gekommen)
@Herr Karl:
Ok Ok. Dann kam das wohl anders an, als erwartet ;)
Aber meine Antwort war ja auch nicht ganz ernst emeint. Aber der Spiegelfechter, die alte Spassbremse musste ja gleich noch einen draufsetzen … und das konnte nicht unerwidert bleiben!
aber so falsch liegt er nicht. Das Bild, was wir von NK haben, ist ausschliesslich das, welches in der Medienlandschaft der Feinde NKs vermittelt wird. Es kann zu 100% zutreffen, es kann aber auch nur bedingt richtig sein. Spaetestens nach Lybien sollte man nicht unreflektiert die Meldungen in unseren Medien uebernehmen, zumal ich es fuer recht unwahrscheinlich halte, dass ein derart von einer winzigen Minderheit bestialisch unterdruecktes Volk – wie es in unseren Medien immer wieder dargestellt wird – ueber Jahrzehnte hinweg keinen medial auswertbaren Aufstand organisiert.
Wenn die ueberwiegende Mehrheit in NK tatsaechlich nichts zu fressen haette, haette es sicherlich schon solche Aufstaende gegeben, denn wenn Menschen tatsaechlich nichts zu fressen haben, werden sie verdammt unangenehm. Das Bild, wie es hier kommuniziert wird, erscheint mir nur bedingt schluessig. Ich persoenlich halte – ohne Faktenwissen – eher eine Art Mittelwert fuer realistisch.
Sicher, aber über NKR gibt es nun einmal – abseits der auch in D zahlreich vorhandenen Juche-Heinis – keine positiven Stimmen. Das, was UNICEF, die FAO und die Welthungerhilfe melden, ist einstimmig katastrophal. Ich halte es hier mit Ockhams Rasiermesser.
Ob es Aufstände gegeben hat, können wir übrigens gar nicht beurteilen, da es keine freie Berichterstattung und auch ansonsten keinen Nachrichtenkanal aus dem Land heraus gibt. Von den tausenden(!) Ausschreitungen in China erfahren “wir” auch nur über soziale Netzwerke und Blogs aus China. In NKR gibt es – wohlweislich – kein Internet.
Stimmt. Wenn wir von dort nicht viel wissen und es dort kein Internet gibt, dann wird es wohl schon derbe BÖSE sein!
Aber mal im Ernst: Vielleicht ist das Leben eines Wanderarbeiters in China (unserem Freund und dem besten Freund Nordkoreas) ja schlimmer (oder wie es SF sagen würde: “unbefriedigender”) als das Leben eines Arbeiters in Reiche der Kim Jongs? Wer weiss? Ich nicht. Ich würde das demzufolge auch nicht behaupten.
Was die Informationspolitik NK angeht, so ist es ja wahrscheinlich so, dass nicht nur wir nichts von dort wissen, sondern dass die Nordkoreaner ebenso auch nichts von uns wissen!
Mit diesem Umstand vor Augen sollte man meine Antwort auf Herrn Karls Kommentar lesen.
ich weiß von dem land nordkorea so gut wie nix. wahrheit? fakten? objektivität?
himmmm … vielleicht ein gedanke. ein land x mit einer bevölkerung x. das land x wird seit den 70igern, manche sagen, seit den 50igern, von ein und dem selben regime beherrscht / regiert.
dazu noch ein weiteres land y, mit einer bevölkerung y. in dem land y herrschen unterschiedliche machtcliquen im wechsel.
was bedeutet das für volk x und für volk y?
wenn also nordkorea eine “diktatur” sein sollte und die brd eine “demokratie” sein sollte, könnte es denn dann so sein, das “die” herrschenden in nordkorea (land x) viel mehr möglichkeiten zur konditionierung ihrer bevölkerung (volk x) haben, als “die” herrschenden in der brd (volk y) ? gibt es einen unterschied in der konditionierung bei der bevölkerung x zu der bevölkerung y ?
nicht zu vergessen die dauer der herrschaft. beeinflusst die dauer einer herrschaft, eines regimes, die konditionierung der untergebenen? ob ein regime seit 30, seit 40 oder seit 50 jahren ununterbrochen an der macht ist oder für 7, 10 oder 16 jahren herrschaft ausüben kann?
http://www.youtube.com/watch?v=qTVfFmENgPU .
@SF
Du scheinst den kleinen Unterschied zwischen etwas wissen und etwas nicht wissen, sondern anzunehmen nicht zu kennen.
Kein denkender Mensch bezweifelt, dass in NK ein Unrechtsregime an der Macht ist, Aber ich bezweifele ernsthaft, dass die in unseren “freien Medien” Horrorszenarien der Realität entsprechen. Die wird irgendwo dazwischen liegen.
Aber wahrscheinlich hören wir bald wieder das jeweils aktuelle Äquivalent von Babys, die aus Brutkästen gerissen werden. Und es wird wieder geglaubt werden, Und genau da siehst Du den Unterschied zwischen glauben und wissen.
Ich z.B. habe gelernt, dass es den “Feind” nicht gibt, Es gibt Leute, die ein Interesse daran haben, dass andere Leute an “den Feind” glauben.
Ich denke, dass es nicht gut ist in NK zu leben und weiß aber, dass eine Intention dahintersteht, wenn die Qualität des Regimes überzeichnet wird. Und das ist eigentlich nie ein Allgemeininteresse,
@Schwitzig
Sicher. Ich weiß nicht, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht. Ich glaube es aber und habe dafür gute Gründe. Ich denke auch nicht im Freund-Feind-Schema (anders übrigens als einige Juche-Fritzen, die den geliebten Führer nur deshalb so doll finden, weil die pöhsen Amis ihn nicht mögen). Mein Maßstab sind die sozio-ökonomischen Bedingungen für die Menschen in diesem Lande. Und da habe ich gute Gründe, zu glauben, dass sie miserabel sind un der Staat ohnehin eine Autokratie ist, die ich verabscheue. Was Frau Merkel oder Herr Obama zu diesem Thema sagen und denken, ist mir komplett schnuppe. Ich verabscheue auch die Regierung und die Staatsform “unseres” Freundes Saudi-Arabien.
@SF
Ja und? Wo ist da der Unterschied zu meiner Ansicht? Ich sage nichts weiter, als dass die Informationen, die über NK hier veröffentlicht werden, nicht als bare Münze genommen werden sollten. Dass das auch in meinen Augen ein Unrechtsregime ist, habe ich doch selbst mehrfach betont. Ich finde es aber interessant, dass über NK und Pakistan – beides Atomwaffenstaaten mit Terrorregimes – äußerst unterschiedlich berichtet wird und denke, dass es Gründe dafür gibt.
Wenn man diese Meldung “Börse am Morgen – Tod von Kim Jong Il ängstigt die Anleger” liest, könnte man doch womöglich auf die Idee kommen, dass der geliebte Führer für die Kapitalisten ein stabilisierender Faktor darstellte.
Stellen nicht alle Diktatoren einen stabilisierenden Faktor dar? Die Börsen war auch anfangs nicht unbedingt begeistert über den “arabischen Frühling”, der ja nun seine Kinder frisst.
“…seine Kinder frisst.”
Meinst Du “Air Berlin”?
Nicht dass ich hier Haarspalterei betreiben wollte, aber der neue geliebte Führer ist meines Wissens der dritte Sohn.
Stimmt ;-)
Kleine Empfehlung als Einblick in den ganzen Wahnsinn von Nordkorea: http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/vice-guide-to-north-korea-1-of-3 (englisch mit deutschen Untertiteln)
@ Spiegelfechter
Es ist eine Klischee-Behauptung der westlichen Journalisten, daß Nordkorea ein “stalinistischer Staat” war bzw. ist.
Ich kenne mich mit stalinistischen Epoche sehr gut aus und kann Dir sagen, daß es unter Stalin solche Absurditäten, wie in Nordkorea heute, nie gab.
Hoffentlich wird Nordkorea irgendwann mit Süden zusammenwachsen.
Ich muß aber gleich sagen, die Südkoreaner werden es sehr schwer haben, aus den Köpfen der Nordkoreaner diese ganze Absurditäten rauszuschlagen, weil was heute in Nordkorea passiert, ist Gehirnwäsche pur.
Mit anderen Worten, eine Wiedervereinigung würde viel schwieriger verlaufen als unsere.
Ob China sich Nordkorea einverleiben würde ?
Das bezweifle ich.
Mit einer solchen Aktion würde China alle Süd-Ostasiatische Staaten von sich wegstoßen.
Die ganze Arbeit der letzten Jahrzehnte wäre dann umsonst.
China, aber auch Russland, würde alles tun, damit Nordkorea, solange wie möglich, unabhängig von dem proamerikanischen Süden bleibt.
Die Chinesen und die Russen wollen nämlich nicht amerikanische Militärbasen an ihren Grenzen haben.
Ja, diese Einschätzung halte ich für solide und fundiert. Auch mit dem “Stalinismus” hast Du wieder einmal Recht ;-)
fefe hat wieder was ausgegraben:
So sieht Trauer aus
Habe ich mir auch schon angesehen – ob die Bevölkerung das schon im Geheimen vorher einstudierten?
> Personenkult – wir haben z. B. Bill Gates, Apple Jobs und Mutti Hosenanzugrumpelstielzchen, wenn ich bei letzterer Person eher die Jubelstimmung der Medien im Hinterkopf habe, die unsere “harte Hand” Deutschlands ist und uns sicher zum Sieg führen wird.,…error.
Herrjemine. Bizarr. Das übersteigt echt mein Vorstellungsvermögen.
Wie von einem anderen Planeten. Da war das Winke-Winke und das Posieren unter seinem Abbild, dass der olle Erich von uns abverlangt hat ja noch sehr harmlos gegen :P
Aber es gibt durchaus noch Kulturen, deren Entfernung von uns noch größer ist. Man denke beispielsweise an Kannibalen :P (Glücklicherweise besitzen deren Masterminds allerdings keine Atomwaffen …)
“Die Körperfresser kommen!” Teil 13, echt gruselig.
Er war der Staatschef eines Landes, das wie kein zweites für die Überlegenheit des sozialistischen planwirtschaftlichen Systems über den unmenschlichen und ausbeutenden Kapitalismus neoliberalistischer Prägung stand.
Nur folgerichtig, dass SF für seine Stammleserschaft diesen Kondolenzstrang hier eröffnet hat. Auch ich möchte mich eintragen: RIP Kimi!
@ mdmc genau und für alle ernsthaft trauernden ist hier unter punkt 27 der raum dafür.
bitte keine politik hier im hafen der ruhe und erinnerung. heute ist der tag, an dem die welt einen verdienten kämpfer des anti imperialismus verloren hat. vielleicht auch etwas passende musik jetzt :
http://www.youtube.com/watch?v=HaonceqT5sA&feature=related
“…Abschiede können sehr schmerzhaft sein, vor allem, wenn sie für immer sind. Zum Glück sind sie das nur oberflächlich, denn in der Tiefe bleiben wir für immer in Liebe verbunden….”
lieber kim jong-il heute morgen habe ich auf spiegel.de von deinem tod erfahren. du warst ein großer film freund. ich bin auch ein film freund. ich bin sehr sehr traurig. übers internet habe ich dein leben aus der ferne verfolgen können. körperlich bist du kleiner als ich, aber geistig und moralisch viel größer als ich. du warst immer mein vorbild. manchmal, wenn ich mich ärgerte, hab ich mir vorgestellt, was würdest du jetzt machen? du hast mir oft trost gegeben. leider wird hier viel blödsinn über dich verbreitet. kim – ich glaube das aber nicht. ich denke, das du immer an der seite deines volkes gestanden hast. du bist jetzt im himmel.
alles liebe dorthin, sternburg von der erde.
r. i. p.
alle denen, denen kim jong-il auch fehlen wird sind herzlich eingeladen hier im online kondolenzbuch unter punkt 27 ihr gedanken und wünsche nieder zu schreiben.
p.s.: ich werde heute abend genau aufpassen, wie unsere tv – nachrichten über den tod von václav havel und den, von kim jong-il berichten. aber ganz genau.
Schlechte Zeiten für Diktaturen.
Kuba könnte als nächstes dran sein.
Laut einer neuen Studie der Brooking Institution denken einige Mitglieder der Junta laut darüber nach, aufgrund der katastrophalen Schulden-Situation und der zahlreichen ungelösten Probleme die Zukunft der Insel in die Hände des IMF zu geben.
Eine marxistische Diktatur presst das Land mit den größten Erdölreserven weltweit als de facto Kolonie (Venezuela) aus und ruft dann den IMF um Hilfe, weil sie selbst so in Schmutz und Dreck leben.
http://www.miamiherald.com/2011/12/14/2546690/cuba-asking-advice-from-imf-dont.html
@Lemmy
Ich weiß gar nicht was du hast, auf der Karte “Public debt percent gdp world map” von Wikipedia sind Kuba und Venezuela noch in einem zarten Grün, also noch deutlich unter 50% vom BIP, während Deutschland schon ein stinkiges Braun hat, vom kohlenschwarzen Japan (200%) mal ganz zu schweigen. Vielleicht sollten wir von unserem hohen Ross herunter und auch den IMF um Hilfe bitten?
@SF
Zum Thema: Mal ehrlich, N-Korea liegt von Deutschland aus betrachtet am A… der Welt. Ich finde, der Spiegelfechter sollte sich seiner Rolle eines Cyber-Therapeuten bewusst sein und hier mal wieder einen virtuellen Box-Sack zum Abreagieren für lokalpolitische Themen aushängen, da gibt es ja gerade wahrlich eine ganze Menge, wie z.B. ein Bundespräsi, der aus der gleichen Schule wie G. Schröder und Berlusconi zu kommen scheint, oder deutsche Hochschulen, die es schon wieder nicht geschafft haben, eine zentrale Hochschulzulassung technisch umzusetzen, etc., etc., … IMF hilf!
So ähnlich sah das bei Spanien 2008 auch aus.
Eine Menge der venezoelanischen Schulden sind versteckt als Lieferverpflichtungen an China. Seit 2010 gabs eine Menge neuer Bonds, die für 15% Realverzinsung an ein paar wenige Zocker an die US-Ostküste gingen. Nein, für Kuba und seine Kolonie siehts finster aus. Denkt an meine Worte.
Hier die reflexiones von Fidel zu den beiden Koreas. http://www.granma.cubaweb.cu/secciones/ref-fidel/art36.html
Fidel Castro, die unbeabsichtigte Fortführung von Monty Pythons Flying Circus.
Ich wünschte, es gäbe zum “skurrilen”, “schrägen”, ja “abstrusen” Kim-Jong-Clan einen ähnlichen Abriss wie diesen hier zum “verrückten” Gaddafi. Da könnte man bestimmt nebenbei noch eine Menge über den asiatischen Kulturkreis lernen …
Wenn es eine Hölle gibt, wird es in der langsam eng…
Bei so viel klaren und vorgefassten Meinungen die ich hier lese wäre es sehr interessant zu wissen, Wie viele der Beiträge aus einem nicht Orwellsch manipulierten Bewusstsein der Situation in Nordkorea geschrieben werden.
Wie viele hier sind wirklich objektiv?
Dexter und ich :-).
Ernsthaft:
Ich erlaube mir kein Urteil über etwas, über das ich nichts weiß. Als ITler ist mir im übrigen die Grundhaltung “der-lebt-nicht-öffentlich” ziemlich suspekt – wenn also aus einem Staat keine Informationen herausdringen, heißt das vielleicht, dass dort unmenschliche Zustände herrschen, es muss aber nicht so sein.
Meine Erfahrung hat mich eher gelehrt, von so einer Art Mittelwert auszugehen – bei NK wäre das ein Erbfolge-Kastensystem, das einige wenige sehr gut versorgt, die Masse so mittelmäßig, dass sich kein effektiver Widerstand regt und eine Minderheit extremen Repressalien und Armut aussetzt. Also ein leidlich stabiles System, wie auch mehrere “Demokratien”.
Wenn ein Herrscher zu vielen Menschen zu viel wegnimmt, wird er gestürzt. So war das in der Menschheitsgeschichte bisher ohne eine einzioge Ausnahme immer. Und schon dieser Umstand spricht dafür, dass NK in unseren Medien überhöht schlechtgezeichnet wird.
Geradezu affig finde ich dqnn Unterstellungen, dass ich NK “gut” fände oder ein NK-Juche-Blödmann wäre, nur weil “NK gegen die USA” wäre. Diese Argumentation ist im besten Fall kindisch und das, obwohl ich deutlich betone, dass ich das Regime in NK verurteile und für ein Unrechtsregime halte.
Nur gibt es nach meinem Dafürhaltung nicht nur Schwarz oder Weiß und ich frage mich, weshalb unsere Medien NK unisono so tiefschwarz schildern und z.B. Pakistan nicht, wo sich ein Vergleich geradezu aufdrängt.
Mao? Stalin? Lenin? Hitler? Und das ist nur ein kleiner Abriss des 20. Jhds. Ich würde Deine Aussage eher ins Gegenteil ummünzen – es geschieht nur sehr selten, dass die Menschen einen Herrscher stürzen, der ihnen zu viel wegnimmt.
Das waren ausnahmslos Herrscher, die am Anfang der oft durch Revolutionen erfolgten Herrschaftsübernahme dem Volk mehr gegeben haben, als es vorher hatte, denn alle von Dir aufgezählten haben Herrschaftssysteme abgelöst, die dem Volk zuviel weggenommen haben. Danke für die Bestätigung meiner These :-).
Du solltest ganz dringend mal Deine Geschichtskenntnisse auffrischen ;-) Was haben Stalin, Mao und Hitler denn bitte dem Volk gegeben? Bis auf Mao hat von den Dreien ja noch nicht einmal einer ein ausbeuterisches Herrschaftssystem gestürzt. Das ist doch – mit Verlaub – blanker Unfug.
Leider hast du für deinen Post auf den ich ursprünglich antworten wollte die Antwortfunktion deaktiviert, da nehm ich halt diesen.
“Du solltest ganz dringend mal Deine Geschichtskenntnisse auffrischen ;-) Was haben Stalin, Mao und Hitler denn bitte dem Volk gegeben?”
Ganz einfach, irgendein wie auch immer geartetes “good feeling”.
Vielleicht mangelt es aber auch nur an deinen Geschichtskenntnissen. Lies mal ganz einfach nach welche Kapriolen die Nazibürokratie angestellt hat um ein Desaster wie den Hungerwinter 1917 zu verhindern.
Da wurden ganz ausgeklügelt die überfallenen und geschlagenen Gegner bis Ende 1944 noch als Nahrungslieferanten ausgepresst.
Ich bin Jahrgang 1960 und hatte insgesamt 6 Onkel. 3 väterlicherseits und 3 mütterlicherseits. Die hatten sich im allgemeinen nicht viel zu sagen außer wenn sie sturzbesoffen waren. Aber dann die ganze Palette vom Horst-Wessel-Lied bis zur Erika.
Und das trotz der Summe von 30 Jahren Kriegsgefangenschaft, bei Russen, Amerikanern und Kanadienn.
Nicht das ich irgendwas davon positiv sehen würde, ich habe 25 Jahre gebraucht um mich aus diesem Nebel frei zu kämpfen, aber eins weiß ich genau, schafft es jemand aus der Politik die Gefühle der Menschen bzw. das was sie dafür halten, anzusprechen, dann gute Nacht.
Guttenberg war nur der Anfang.
Skepsis und ein gesundes Misstrauen sind im politischen Raum immer gut. Wer aber ernsthaft in D einen mit Nordkorea vergleichbaren Personenkult zu sehen glaubt, trägt ideologische Scheuklappen. An dessen politischer Urteilsfähigkeit sind Skepsis und ein gesundes Misstrauen ebenfalls angebracht.
@Peleo
Was soll die Rabulistik? Wer hat “ernsthaft in D einen mit Nordkorea vergleichbaren Personenkult zu sehen glaubt”?
Frank Schenk unter Nr. 3. Hab das versehentlich per Antwort an Dich geschrieben. Entschuldigung!
@Peleo
Oha – aber ich vermute mal, dass er das eher satirisch gemeint hat (?). Alles andere wäre doch etwas sehr realitätsverweigernd :-).
Lieber Schwitzig:
SF-Kommentarregel Nr.1: Es gibt keine Meinung, die nicht dumm genug ist, hier mindestens einen Anhänger zu finden.
kein öl, kein gas – wen juckt’s?
(das denke NICHT ich, sondern der befreier number one – die usa)
wir wissen DOCH ALLE, dass diktaturen nur befreit werden, wenn es dort was zu holen gibt.
…und wenn man es der SOZ zeigen kann, denn der muselsozialist ist ja der NEUentdeckte feind der neokonservativen denkfabriken.
korea interessiert keine sau -,-
Wie kommst du darauf, dass es da nichts zu holen gibt?
Nordkorea bietet den Landweg gen Mandschurei und die Kurilen beziehungsweise die Südkurilen bieten den Seeweg gen Meer von Ochotsk.
Das Öl hat man sich woanders holen können aber eine derartig strategisch wichtige Position, wie man sie in Südkorea und Japan hält, wird man nicht so schnell wieder aufgeben.
Ich kann daher nichts Lustiges am Tod Kims finden und erst Recht nicht an der vermeintlichen Trauer seines Volkes.
Es wird nichts passieren. Ausser das einige Norkoreaner an Dehydrierung sterben weil sie Tagelang nur geweint haben.
Kim Jong-il is gone. His gravestone will read “I told you I was Il”…
so viel dazu!
Nordkoreas oberster Brennstab wird ewig strahlen. Da sein unseliger Vater selbst aus dem Jenseits heraus noch das Amt des Präsidenten ausübt, wird auch der “geliebte Führer” vermutlich Generalsekretär bleiben, sodaß das Land künftig wohl von zwei Toten und einem Pfosten regiert werden wird. Pardon, letzteres war ein Übersetzungsfehler, es muß natürlich “Pfeiler” heißen. Pfeiler und Leuchtturm der Hoffnung.
@ schwitzig
Das wollte ich damit sagen. Aber ob der Vergleich mit der bayerischenBürgermeister-Dynastie (Nr. 12) auch satirisch gemeint ist?
@Peleo:
Des Bademeisters ebenso seltsame Darlegungen in 16 haben mich zu einer Antwort ebendort genötigt.
Machtvakuum, das: Entsteht in einem Land (über das Journalisten bestenfalls aus einem verfeindeten Nachbarland berichten können), wenn ein Diktator stirbt (über den Journalisten nicht mehr wissen, als die Verlautbarungen aus dessen Staatsmedien verraten, ergänzt durch jede Menge Mutmaßungen), und dieser durch seinen Sohn ersetzt wird (über den Journalisten bestenfalls Gerüchte über Mitteilungen aus vierter Hand kennen) – selbst dann, wenn nichts näheres über die Machtstruktur des Landes oder gar die Handlungsfähigkeit des Staatsapparates vor oder nach dem Tod des Diktators bekannt ist.
Was ich nie verstehen werde: das Volk ist mehrere Millionen Menschen stark. War es unter Hitler, Saddam & Co. Ich habe immer das (irrige?) Gefühl wenn man sich wehren WOLLTE dann KÖNNTE man sich wehren, Militärapparat hin oder her. Bevor ich verhungere – und zwar WEIT bevor ich verhungere – kämpfe ich.
Einige Diktatoren haben nun mal – warum auch immer – die Masse des Volkes hinter sich…und ohne hier eine Verbindung implizieren zu wollen verstehe ich nicht wie die deutschen im Allgemeinen mit der derzeitigen Politik zufrieden sein können, was sie offensichtlich sind.
@ Ranger
Oh Gott, wir haben einen echten “Held” hier.
So ein Schwachsinn !
Die Frage ist gegen wen? Gegen “das System”? Oder gegen den Nachbarn, weil die Nahrungsmittel nur für einen reichen?
Gegen den, der verhindert dass ich die offenen, weiten und fruchtbaren Felder bestellen darf? Ein System der latenten Angst ist auch ein System. Dein Kommentar hört sich ein bisschen so an als könnte man in der Diktatur (oder im Allgemeinen) nun mal keinen schuldigen identifizieren. Vielleicht ist es ja auch so, dann würde sich vieles – inklusive unserer “Krise” erklären…
@Truvor
Geht’s auch ein bisschen qualifizierter? Wir haben hier wenigstens S21 Demonstranten, die kämpften. Da ich nicht strikt gegen den Bahnhof war war ich selten dabei. WÄRE ich strikt gegen den Bahnhof hätte ich mitgekämpft. Und werde das bei allen Gelegenheiten in denen unsere Politik sich gegen das Volk richtet tun. Und zwar so früh wie möglich.
Und wie soll z.B. ein nordkoreanischer Fabrikarbeiter oder Soldat das wissen? Uns was ist, wenn die Felder bestellt werden? In Nordkorea fehlt es beispielsweise an Diesel und Ersatzteilen für die Traktoren, so dass die Bauer mit Ochsen pflügen müssen und daher natürlich eine geringere Ernte einfahren. Wer ist Schuld daran? Der geliebte Führer? Der böse Amerikaner, der Sanktionen verhängt hat? Und vor allem – wie will ein Nordkoreaner, der keinen Zugang zu neutralen Informationen hat, dies überhaupt beantworten?
Nun ja, per Definition tatsächlich der geliebte Führer. Aber ich wollte die Frage ja nicht beantworten, ich habe sie ja in den Raum gestellt.
Ich bin jedenfalls der Meinung, jeder der diese Weichspül bzw. die “die da oben können ja auch nichts dafür” Rhetorik pflegt arbeitet solchen Verhältnissen direkt zu. Genauso wie die “es nutzt ja eh nichts” Fraktion.
Auch für Information muss man kämpfen, darf ACTA, PROTECT IP und SOPA nennen. Ich kenne gute Amerikaner die z. B. gerade AKTIV gegen die beiden letztgenannten kämpfen. Und dafür vom US-Michel Kommunisten geschumpfen werden…
@ Ranger
Bei einer S21-Demonstration trachtet doch kein Schwein nach Deinem Leben, mann.
Ich kapiere einfach nicht, wie kann man eine Demonstration hier im Westen mit einer Demonstration bzw. einem Aufstand in einer so harten Diktatur, wie in Nordkorea, vergleichen.
Weißt Du tatsächlich nicht, wie die Unterdrückungsapparate in solch harten Diktaturen, wie Nordkorea es ist, funktionieren ?
Und weißt Du tatsächlich nicht, welche Strafen die Aufständischen erwarten müssen, wenn sie nur mit dem Gedanken spielen würden ihren Mund aufzumachen ?
Befasse Dich mal mit den Diktaturen, dann kapierst Du, daß Dein Kommentar ein Hohn gegenüber der von Dir erwähnten Millionen war.
Und wenn Du wissen willst, welche Strafe die hungrige Demonstranten zu erwarten hätten, wenn sie sich gegen die Staatsmacht wehren würden, dann gebe ich Dir ein paar Stichworte auf den Weg: “Sowjetunion” – “1923″ – “Tambowscher Aufstand” – “Tuchatschewskij”.
Studiere mal dieses Ereignis und vergleiche es mit Deinem “S21″.
PS. Hast Du diese weinenden Nordkoreaner im Fernsehen gesehen ?
Frage Dich mal, was passieren würde, wenn Du nicht zu einer S21-Demonstration (oder einer anderen) gehst.
Und jetzt überlege es Dir, was diese Menschen erwartet, wenn sie nicht diese Kreatur beweinen würden.
PPS. Und noch was.
Versuche mal ein paar Wochen nichts zu fressen.
Mal sehen, wie weit Du dann kommst bzw. ob Du Dich danach noch wehren könntest.
Dein Ton ist im Prinzip indiskutabel, aber ich bin halt unverbesserlich und lass es mit mir machen.
Meine Überlegung zielte ja genau auf die Frage ab, wie es zu so einer Situation kommt. Im Irak herrschte mitnichten der Böse Diktator Hussein und unterdrückte das ganze Volk. Gleiches galt für Hitler. Das Volk wollte es so, der Widerstand war die Minderheit, verwässern wir diese Tatsache mal nicht. In sofern muss man sich keine Gedanken machen über die Frage “wie es jetzt weiter geht in NK”. Denn die Leute die etwas ändern können haben sich ja wohl nicht geändert, nur der Heuler im Opaanzug wird gegen einen anderen Hampel ersetzt.
Und es erschreckt mich wie Du denkst dass so etwas bei uns nicht passieren kann wenn wir die Zügel aus der Hand geben und von Oben auf uns ‘rumtrampeln lassen. Und das implizierst Du indem du das zumindest leichte Aufbegehren der Mitte als “einfach” abtust.
Statt eines Kommentars verweise ich einmal auf BildBlog:
“[...]Hellseher | 20.12.2011 12:20 | Lutz Herden
Den hat der Teufel geholt
Seit dem Tod Kim Jong-Ils ist eine journalistische Befundsucht ausgebrochen, die ihresgleichen sucht. Sie erfasst auch die Todesumstände des „Geliebten Führers“[...]”
Quelle und kompletter Text:
http://www.freitag.de/politik/1150-den-hat-der-teufel-geholt
Anmerkung: BildBlog hat diesen Artikel verlinkt ;-)
http://www.bildblog.de
Gruß
Bernie
Na ja, toll das nicht, was Herden sich da aus den Fingern gesaugt hat. Vor allem begeht er einen Kardinalfehler: Wenn er unterstellt, dass die Journaille diesmal(!) ohne Fakten und Ahnung ins Blaue posaunt, sagt er damit ja, dass dies ansonsten anders sei. Wie kommt er darauf? Klar, dass Rheinisch Post und WELT keinen Informanten in Pjöngjang haben, sie haben auch keinen Informanten in Brüssel, Washington, Moskau, Prag, Istanbul oder Accra. Sie stochern vielmehr immer im Nebel und schreiben das ab, was Agenturen melden. Nun machen sie das auch und Herden echauffiert sich. Ist es so schwer, für einen strammen Postkolonialisten wie Herden, einmal einzugestehen, dass Kim ein mörderisches Arsch war? ;-)
[...] dass Kim ein mörderisches Arsch war? ;-) [...]
schön dich auch mal Emotional zu lesen :)
Ein Fazit ;-)
Du bist schon mehr als okay Jens ! Ich bin jetzt rund 3 Jahre bei deiner Seite und habe hier und da Ansichten und Artikel von dir und deinen Mitstreitern gelesen die mir teilweise überhaupt nicht in meinem Weltbild zugesagt haben .
Aber seit dem du bei den Nachdenkseiten.de offiziell mitstreitest hat deine Entwicklung als Journalist doch Sprünge getan !
Ich wünsch dir und deinen Leuten das beste für das kommende Jahr und immer eine gewetzte Klinge zwischen den Zähnen wie es sich für die 4 Instanz gehört und das du bei Zeiten das Schwert nicht sinken lässt !
@Spiegelfechter
“[...]Ist es so schwer, für einen strammen Postkolonialisten wie Herden, einmal einzugestehen, dass Kim ein mörderisches Arsch war? ;-)[...]”
Bin geneigt dir Recht zu geben, aber es geht dem Autor wohl mehr darum, dass aus der Ferne einige Hellseher nun schon vorausahnen wollen wie es in Nordkorea weiter geht, und dies obwohl es weder Süd- noch Nordkoreaner selbst wissen.
Ich weiß nicht, aber ich bin mittlerweile bei der “veröffentlichten Meinung” (Zitat habe ich mal irgendwo über unsere Journalistenzunft gelesen) sehr vorsichtig geworden.
Auch der “Fall Libyen” hat ja bewiesen, dass man mehrere Versionen von Wahrheit – auch bei der dt. Journalistenzunft – kennt, und wir als Medien-Konsumenten sind nur auf das Geschreibsel angewiesen, dass Journalisten liefern, die oft auch einseitig, und nicht ganz unvoreingenommen, berichten.
Nachdenkseiten wies ja schon einige Male auf solche Beispiele (z.B. bei der euphorisch genannten “arabischen Revolution”) hin, und ich denke BildBlog geht es auch um nichts anderes.
Eine Frage, die ich umtreibt ist:
Wieso hält sich Nordkorea, als letzte stalinistische Diktatur so lange? Könnte es am mächtigen Verbündeten, und totalitärem Handelspartner Deutschlands: Der Volksrepublik China, liegen?
Wäre – ohne China – Nordkorea nicht längst ein Teil von Südkorea?
Gruß
Bernie
PS: Mich würde nicht wundern, wenn herauskommen würde, dass norkoreanische Polizisten von dt. Polizisten geschult würden – Hier ein Beispiel aus der totalitären Diktatur, nach EU, Belorussland:
“[...]Deutsche Ausbilder trainieren Polizei in Belarus
Wieder gehen weißrussische Behörden brutal gegen Proteste vor. Handreichungen zur “Bewältigung polizeilicher Lagen” kommen unter anderem von deutschen Bereitschaftspolizeien[...]”
Quelle und kompletter Text: http://www.heise.de/tp/blogs/8/151084
…anscheinend ist die einzige Moral, die Deutschland interessiert, nur noch Geld- und Machtallüren.
[...] PS: Mich würde nicht wundern, wenn herauskommen würde, dass norkoreanische Polizisten von dt. Polizisten geschult würden – Hier ein Beispiel aus der totalitären Diktatur, nach EU, Belorussland: [...]
Hopalla … ich habe das mit Saudi-Arabien mit bekommen aber scheinbar steckt da System hinter ( weissrussland ) …
Hast du da eine Quelle die das Genauer auseinandernimmt (Link) ?
Fefe ist da auch immer eine gute Anlaufquelle finde ich so als nicht ganz abgestumpfter User welcher sich gleichzeitig noch das Lamento der Mainstreammedien gibt und sich dort jeweils entlang hangelt .
Spätestens da ist doch zu sehen das die vorherrschenden Stattlichen Einrichtungen mit der Waffenindustrie bis aufs übelste verstrickt sind .
1 % Geldmafia befehle wir folgen dir Marionetten System Merkel .
tzz tzzz tzz … schon wieder 9 Jahre CDU Sauhaufen aber diesmal potenziert um X … ein weiteres mal … Aber Schwarz-Rot/Grün NeoLiB wird das schon wieder übernehmen … :)
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Ich finde die Frauenbewegung Femen mit ihrem Ablegern in Osteuropa ja ziemlich locker . Das ist mehr als ein hingucker ! Die erhebt auch gerade in Weissrussland ihre stimme .
http://medwedew.de/wp-content/uploads/2011/05/enhanced-buzz-14502-1299271304-7.jpg
Ukraine :
http://de.euronews.net/2011/12/02/maenner-sollen-vergessen-mit-baellen-zu-spielen/
Wie auch immer soweit !!!
Wenn man die Augen öffnet gibt es Lösungen . Ich glaube ich verschenke demnächst meine Glotze … an den Wertstoffhof . :)
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Blaa 1 Std. später … Ich erinnere mich gerade an die worte von dem einem britischen General kurz nach dem WK2 … welcher damals das Kaos nach dem krieg organisieren sollte (Selbst er war ein menschenschlechter selbst für die damalige Zeit) .
Naja der Geburtsfehler der BRD … :)
Ich halte mal das Maul für heute .
Bitte jetzt echauffieren “Konservative” Leute :D
Edit :
@Kriegszitterer
“[...]Hast du da eine Quelle die das Genauer auseinandernimmt (Link) ?[...]”
Hab ich den, bezüglich Belorußland nicht bereits im Beitrag angegeben auf den Du mir hier antwortest?
Hier noch einmal:
“[...]Deutsche Ausbilder trainieren Polizei in Belarus
Wieder gehen weißrussische Behörden brutal gegen Proteste vor. Handreichungen zur “Bewältigung polizeilicher Lagen” kommen unter anderem von deutschen Bereitschaftspolizeien[...]”
Quelle und kompletter Text:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/151084
Übrigens, der bekannte Kritiker des dt. Waffenhandels Jürgen Grässlin arbeitet derzeit an einem “Schwarzbuch Waffenhandel”, dass sicher noch einige andere unerwünschte Koalitionen zwischen dem heutigen Deutschland, und heutigen totalitären Diktaturen, offenbart, und zwar über ideologische Grenzen hinweg – Hauptsache Waffenhandel-Profit.
Gruß
Bernie
Okay bernie …
sollte ich mal nüchtern nachschauen ! Jürgen Grässlin …
Was ich dazu auch noch bemerkenswert finde sind die Söldner …
Europa oder besser die Welt müsste es eigentlich besser wissen nach dem 30. Jährigen Krieg aber auch im deutschen Justizraum gibt es diese paar “Dienstleister”.
Stichwort : Kongo Müller 2.0
Das was ich soweit zu Nord Korea (und damit auch Süd Korea) am interessantesten finde ist das sich Süd Korea (meiner Meinung nach immer noch ein Land welches zu sehr stolz auf seine vom Militärjunta zu NeoLib gewechseltem System ist ( ja grässliche Gr@mmAtiK ) mit der Deutsch-Deutschen Wiedervereinigung auch auf Parlamentarischen Ebene doch sehr befasst .
Ich habe da vor längerer Zeit mal eine Dokumentation auf vielleicht arte gesehen welche sich mit der Wiedervereinigung Deutschlands beschäftigt hat ( ich kann leider keine genauer angaben machen aber vielleicht kann das mal jemand aus gegebenen Anlass heraus suchen ) . Es ging dort speziell um die Nord/Süd Kiste in Korea und was man dort aus der Deutschen Wiedervereinigung lernen und besser machen kann . Also soweit ich weiss ist man seit den 1990 Jahren zwischen Bonn/Berlin – Seoul sehr gut vernetzt .
Auch wenn ich weiss dass das Diktat des NeoLib über allem in Süd Korea herrscht bin ich von der Theorie doch davon überzeugt das es auf beiden Seiten genug Leute gibt die die Situation zum besseren wenden wollen .
Zu der Diktatoren Monarchie als solches sei am Ende noch was gesagt :
Ich als jemand der mit Menschen gemachten Stammesreligionen nix am Hut hat habe dann doch die kleine Zahn um Zahn, Auge um Auge Utopie ( sorry der Alk ) das alle Regime und ihre Potentaten wenn man ihnen schon nicht auf Erden gerecht wird dann doch im Jenseits ein paar Äonen lang gleiches mit gleichem vergeltet wird .
Anbei noch was aus dem Zusammenhang gerissenes :)
http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturen/kari_20111219_Herz_kol.gif
Etwas mehr Enthusiasmus ja ? ! Meine interleluellen Freunde ;-D
Schlüssige Argumentationskette .
Alles klar … nu ist es vorbei … nein ich lese nicht Bild ;-)
(zynismus ende )
He he weiter “Flug”! …
http://www.youtube.com/watch?v=9EdlirC9X0M&feature=related
Ohren steif hallten Leute … :)
Das Ende Nordkoreas,
sollte es denn wirklich kommen, könnte auch das Ende des wohlfahrtsstaatlichen Südkoreas bedeuten.
Eben eine marktradikale Zeit für Südkorea, wie die der alten BRD seit dem Ende des “real existierenden Sozialismus” in Kohl-Schröder-Merkel-Deutschland.
Ich bin mir fast sicher eine südkoreanische INSM steht bestimmt schon in den Startlöchern, wenn der Negativ-Vorzeigestaat Nordkorea endlich tot wäre.
Wer das für Unsinn hält, der soll sich einmal näher mit der Geschichte seit 1989/90 – eben aus der Perspektive der alten BRD, nicht der DDR – befassen.
Asoziale “Reformen” wie Agenda 2010, Hartz IV, und andere soziale Schweinereien wären ohne das Ende der Ex-DDR nie möglich gewesen -da bin ich mir sicher, ebenso wie die Tatsache, dass das heutige Merkel-Deutschland rein gar nichts mehr mit der alten BRD zu tun hat.
Es wird immer wieder über die – zum Glück gescheiterte – DDR berichtet, aber die gescheiterte BRD wird komplett ignoriert.
Mir wäre damals eine echte gesamtdeutsche, und wohlfahrtsstaatliche, Einigung zwischen BRD und DDR lieber gewesen, aber dank Ackermann, Kohl, Merkel, Schröder, Fischer & Konsorten ist es anders gekommen, und wir leiden alle – siehe auch akueller Armutsbericht 2011- heute noch gesamtdeutsch darunter.
Eben ähnliches befürchte ich real für ganz Korea, wenn dort einmal eine Einheit anstehen sollte – die asiatischen Neoliberalen in China, und Japan, stehen bestimmt schon in sämtlichen Startlöchern – trotz, oder gerade wegen, dem Tod Kim Jong Ills, und der Neuen Weltwirtschaftskrise.
Nur mal so zum Nachdenken für euch, und das schreibe ich gerade weil ich SPIEGELFECHTERS Meinung, was das Ende Kim Jong Ills angeht, teile.
Übrigens es ist doch schon oberverdächtig:
Mal rein auf Deutschland bezogen, wenn immer wieder über Hitler, und Honecker, geschwaffelt wird bei marktradikalen Hofhistoriker wie Guido Knopp & Konsorten, und die böse totalitäre Diktatur, aber die Geschichte der alten BRD, die eben nichts mit dem Deutschland nach der Einheit zu tun hatte, komplett medial ignoriert wird, ebenso wie der Verrat an den alten Idealen der BRD seit 1989/90. Fällt nur mir dies auf? Oder haben es hier auch schon andere – rein auf Deutschland bezogen – bemerkt?
Frägt sich
Bernie
@ Bernie
Du bist schon okay … ! Wünsch dir mit deiner Erkältung gute besserung !
Also … mach kein Scheiß ;) ! Das gilt auch für alle anderen Dauerposter hier im Blog
die mir Sympathisch sind ( ja für alle nicht erwähnten oder gar schlimmer auch ;] ) .
So dann Jens … :) Wenn es irgendwann mal im Sommer etwas Nebel gibt
fühle dich bitte nicht zu sehr angeekelt … Walter you know …? ! ;)