Death Bonds
03. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Ein guter Tag für Wall-Street
5.9.2012 dpa/ap
Der letzte Woche von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA vom Markt genommene populäre Betablocker “Physaleus” des Arzneimittelkonzerns Pfeizer sorgte heute an der Wallstreet für einen starken Bullenmarkt. Erste pathologische Gutachten korrigierten die bisher kursierende globale Langszeitmortailitätsrate auf 30 Millionen Opfer. Diese gute Nachricht befeuerte den Death-Bond Markt, der heute ein Plus von 10% verbuchen konnte. Einzelne Papiere, so wie der vornehmlich in Australien (hier hatte “Physaleus” einen Marktanteil von über 50%) investierende Happy-Dying Funds konnte sogar ein sattes Plus von 23% erzielen. Dies gibt dem Death-Bond Markt weiter Hausse-Phantasien, nachdem durch die Entscheidung des deutschen Bundestages, Intensivmedizin aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen, in den letzten Wochen schon satte Zuwächse verzeichnet wurden. Unverändert gilt für Death-Bonds: Strong buy!
So könnte in 6 Jahren eine Schlagzeile des Wall-Street Journals aussehen. Die Finanzbranche hat endlich das Produkt gefunden, auf das der Markt schon lange gewartet hat. “Death Bonds” - man kann nun endlich gegen das Leben wetten. Gedacht ist das ganze z.B. für Lebensversicherer oder Pensionskassen, die sich gegen ein zu langes Leben ihrer Klienten absichern wollen … und das kostet natürlich. Wenn das mal kein ethischer Durchbruch in der Finanzbranche ist.
Mal abwarten wann “endlich” Finanzprodukte gefunden werden, mit denen man auf das frühzeitige Ableben konkreter Personen wetten kann - das ergäbe ganz neue Perspektiven.
Jens Berger
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