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  • Mann des Jahres 2012: Georg Schramm

    geschrieben am 05. Januar 2012 von Gastautor

    ein Gastbeitrag des Transatlantikblogs

    Ein Kabarettist als Mann des Jahres? Hier muss ein Mißverständnis vorliegen, denn: Georg Schramm ist kein Kabarettist.

    Zutreffend: Er wurde einem größeren Publikum bekannt durch seine Auftritte in Urban Priols “Neues aus der Anstalt” wo er pointierte Auftritte gab als Oberstleutnant Sanftleben oder als schrulliges SPD-Fossil Lothar Dombrowski August. Dennoch meine ich: Die Kabarettbühne ist nur eine äußere Form.

    Dem Inhalt nach ist Schramm ein messerscharfer Analytiker unserer Zeitläufte. Dabei kommt dem Mann zugute vor seiner Bühnenkarriere zwölf Jahre lang als Psychologe gearbeitet zu haben. Rhetorisch kommt ohnehin kaum einer an ihn heran. An Ernsthaftigkeit ist nur Dieter Hildebrandt ebenbürtig. Diese Ernsthaftigkeit könnte der Grund dafür gewesen sein, bei der “Anstalt” nicht mehr mitzumachen. Dort wird zwar oft mit durchaus klugen Frotzeleien gegen die dröge Politik und eine zahnlose Gesellschaft gewettert, aber im Zweifelsfall geht alle wichtige Kritik – die doch eigentlich haften bleiben sollte – im vergnüglichen Gelächter des Publikums unter. Soviel weiß der Psychologe Schramm sehr gut: Hat man erst einmal herzhaft gelacht über die Politiker, ist der schlimmste Ärger schon vorbei.

    Die “Anstalt” ist insofern nicht viel mehr als ein verlängerter Kölner Karneval, in dem das gemeine Volk den Großen mal eine lange Nase machen darf. Beinahe schlimmer: Die Eselsgeduld der Deutschen, die mit schöner Regelmäßigkeit aufs Korn genommen wird, wird durch diese Art von Kartharsis nur zementiert. Schramm hatte schon in der “Anstalt” ein Handwerksmittel, diesen Effekt wenigstens zum Teil zu umgehen: Er verbat sich das übermäßige Klatschen. Das setzt er in seinem eigenen Auftritt verstärkt ein. Er klingelt mit einer Glocke mitten in den Beifall und kürzt ihn ab, oft begleitet von einem schroffen Kommentar (“Hören Sie doch auf mit dem Händchenpatschen, das ist doch albern!“). Ein Balanceakt, der hinsichtlich der Akzeptanz nicht ganz ungefährlich ist, aber zeigt, mit welchem Risiko der Mann bereit ist zu arbeiten…

    Woraus die heikle Frage resultiert: Will ein Kabarettist auf der Bühne ankommen, oder will er von der Bühne aus wirken? Schramm, so darf man vermuten, könnte sich für die weniger lukrative Variante entschieden haben. Er will wirken.

    Schramm erinnert an Wehner, kennt die großen Denker

    Um Schramm in einen angemessenen Kontext zu setzen, muss man ihn mit Größen anderer Sparten vergleichen. In der Kombination von Integrität und “heiligem Zorn” hat man wohl an Herbert Wehner zu denken. Dem riß schnell der Geduldsfaden, wenn man es an Ernst im Gespräch vermissen ließ (“Mann, hampeln Sie doch nicht so herum. Sie sind doch Geschäftsführer und nicht Geschwätzführer!”) Dabei war Wehner alles andere als humorlos. Nur wußte er zu trennen. Diese Tugend, so scheint es, fordert Schramm wieder ein.

    In seiner rhetorischen Präzision muß Schramm nicht den Vergleich mit Sebastian Haffner scheuen, einen der wortgewaltigsten und integersten politischen Kommentatoren, die Deutschland je hervorgebracht hat. Der stellte sich hin und referierte in gemeißelten Sätzen eine halbe oder ganze Stunde lang über die Lage der Zeit, ohne Notizen oder Teleprompter, versteht sich. Ob sich Georg Schramm geehrt fühlen würde durch den Haffner-Vergleich ist schwer zu sagen, aber dieser Satz Haffners* würde ihm gefallen:

    Es ist ein Trugschluß zu glauben, aus gemeinsamen ökonomischen Interessen erwachse automatisch politische Einheit. Gemeinsame ökonomische Interessen haben nicht einmal in unserer Zeit zwei grauenhafte Weltkriege verhindert. Beide male ist das komplizierte Geflecht der internationalen europäischen Wirtschaftsbeziehungen ohne ein Wimpernzucken zerrisssen worden. Eine die Welt verändernde historische Revolution wie die Vereinigung Europas kann nicht durch die Hintertür der Ökonomie erreicht werden. Wenn es Einheit geben soll, muss sie bewußt gewollt werden. Und zwar an den richtigen Stellen, dort, wo große politische Entscheidungen vorbereitet werden. Politik wird von Politikern gemacht, nicht von Wirtschaftsexperten.

    In Schramms begründeter und wohl formulierter Sorge um den Bürger in der Demokratie – denn im Grunde geht es um nichts weniger in seinem Programm – kann man an Dolf Sternberger denken, der Ende der sechziger Jahre in der kleinen, aber inhaltsschweren Schrift “Neun Versuche über den Staat” dieselbe merkwürdige Wort-, Sinn und Kraftlosigkeit deutscher Politik anprangert, die Schramm nicht erst in seinem jüngsten Programm geißelt. Sternberger:

    Vielleicht wäre – wenn wir den Blick etwas weiter zurück gehen lassen in die erste deutsche Republik – allenfalls Walther Rathenau zu nennen als einer, der den Mut des Handelns mit der Erleuchtung der Sprache vereinte. Aber ich bin auch dessen nicht ganz sicher. [...] seiner Rede fehlte am Ende die einzige auszeichnende Eigenschaft eines Redners: Kraft.

    Auch Schramm ist zuwider, wie kraftlos Politik heute ist. Er demonstriert auf der Bühne das Gegenteil. Er formuliert präzise, mutet dem Zuhörer komplexe Schachtelsätze zu in denen er nie den Faden verliert, wird laut, haut mit der Faust nicht nur symbolisch auf den Tisch, poltert, und schreit, bisweilen schwitzend bis zur Erschöpfung seine Anklagen ins Publikum.

    Es schert ihn nicht, dass so etwas in einer Zeit, in der sich jede Talkrunde und jede Politikerrede abgesehen von kleinen Niederträchtigkeiten weitgehend an opportuner Mittelmäßigkeit ausrichtet , nicht hoffähig ist (Ausnahmen bestätigen die Regel: Peer Steinbrück). Apropos Talkshows: Schramm wartet bis heute darauf, dass sich in einer der unzähligen Polit-Talkshows endlich ein Talkmaster oder eine der ach so taffen Talk-Frauen findet, die einem Politiker dies entgegenschleudert:

    Wenn Sie keine Fragen beantworten, stelle ich Ihnen auch keine mehr!

    Das nur einer von vielen Augenblicken, in denen das Publikum tosenden Beifall spendet, und man möchte unbedingt glauben, dass der Grund der Begeisterung darin liegt, eine einfache aber nie so gradlinig ausgesprochene Wahrheit vernommen zu haben.

    Überhaupt, die Sprache.

    Ob man nicht merke, wie einem seitens der Politik permanent der Schneid abgekauft werden soll mit dem Mittel von Herrschaftssprache? Würde die Politik sagen “es gibt keine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte” würde das jeder verstehen und einwerfen “Ich muss für jeden Dreck Umsatzsteuer zahlen, aber bei Finanzgeschäften soll es keine geben?” Daher heiße es “Finanztransaktionssteuer“. Das versteht kaum einer, verunsichert jedermann und hält die Leute zurück. Herrschaftssprache.

    Schramm führt aus, worin die Sauerei besteht: Dieser Gebrauch von Sprache ist die Pervertierung von Sprache an sich. Sie dient dem Ursprung nach der Verständigung, der Mitteilung, dem Austausch. Nicht der Vernebelung und Irreführung. Wir Deutschen, soviel sei angemerkt, sollten besonders allergisch auf Politiker reagieren, die mit Sprache zu manipulieren versuchen. Aber offenbar sind die Zeiten des Propagandaministers zu lange her oder aber man lässt sich durch den überaus verbindlich sanften Ton von Merkel & Co. in die Irre führen.

    Das alles kann einen in Rage versetzen, und deshalb vermisst Schramm vor allem eins: Zorn. Er donnert mit Papst Gregor (siebtes Jahrhundert):

    Die Vernunft kann mit größerer Wucht sich dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar ist.

    Das ist alte Sprache, gute, kraftvolle Sprache, und Schramm will unbedingt die im Publikum vielleicht tief schlummernde Erinnerung an echte Sprache wiederbeleben.

    Und gibt es nicht allen Anlaß zu Zorn? Deutschland, ja Europa wankt von einer Euro- in die nächste Bankenkrise, und die Deutschen gucken auf Politik und Finanzgurus mit ebenso großen Augen wie der paralysierte Hase auf die Schlange. Das bewahrt Kanzlerin Merkel vor größeren Unmutsbekundungen. Statt dessen legt sie ihrem Wahlvolk treuherzig dar, dass man keinesfalls “die Märkte” beunruhigen dürfe. Was sich brav und harmlos anhört, wird von Schramm kühl seziert: Daran sehe man mühelos, dass Deutschland nicht von einer Regierung regiert werde, sondern von übermächtigen Marktteilnehmern. Was gibt es da hinzuzufügen?

    Bislang war nur von Politik die Rede. Der Staat, die Polis, besteht jedoch nicht nur aus Politikern, sondern vor allem aus Bürgern, den politicos, oder civis im lateinischen oder citoyen im französischen.

    Sternberger verweist auf die ewig gültige Beschreibung Aristoteles’ über den Bürger, dass er

    teilhabe an den Gerichten und an der Regierung

    und führt dazu weiter aus, dass

    die Polis auf Gerechtigkeit angelegt ist, und sie ist auf Gerechtigkeit angelegt, weil sie eine Genossenschaft von freien und gleichen Bürgern ist…
    der Bürger ist ein potentieller Staatsmann.

    Das schrecklich passende Gegenstück zur weich gezeichneten Politik ist der vormalige Bürger, der sich lammfromm hat entmündigen lassen und schafstreu das passende Etikett “Verbraucher” auf der Stirn trägt.

    Diese “Bürger”, die ihre Lebenswelt nicht zuletzt dank Kohls Einführung des Privatfernsehens über nunmehr drei Jahrzehnte auf ungeheure Weise trivialisiert haben, um heute eine Gemeinde Jauch-sedierter Glücksshow-Gucker zu sein, diese Flimmerbild-Abhängigen sollen potentielle Staatsmänner im Sinne Aristoteles sein? Eine absurde Vorstellung.

    Mit aller rhetorischer Macht stemmt sich Georg Schramm gegen diesen Tsunami der Verflachung. Ist das nicht tatsächlich eine Art Tsunami von dem wir sprechen, der eben nicht wie eine Springflut gegen die Küste rollt und gebrochen werden kann von gut platzierten Wellenbrechern? Nein, wie man weiß wälzt sich ein Tsunami wie eine monströs unnachgiebig träge Masse gegen alles was sich ihm entgegenstellt und erdrückt es einfach.

    Umso mutiger, dass es Leute gibt wie Schramm. Der im übrigen mit der Schärfe seines Vortrags durchaus ein Risiko eingeht: Fernsehintendanten gehören nicht zu den risikofreudigsten Menschen.

    Für 2012, von dem nicht wenige erwarten dass es ein weiteres und vielleicht schlimmeres Krisenjahr wird, kann man sich nichts sehnlicher wünschen als Menschen wie Schramm, die die persönliche Freiheit, die Kraft, den Mut und den Verstand haben, wahrhafte Dinge klar zu sagen.

    Eingangs meinte ich Schramm sei kein Kabarettist. Ich bleibe dabei. Was ist er dann? Im Verlauf dieses Textes hat es sich herausgeschält. In freier Auslegung Clausewitz’ kann man sagen: Schramm ist die Fortführung des klarsichtigen politischen Kommentators à la Haffner mit anderen Mitteln.

    Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher unter Peer Steinbrück, der in der wöchentlichen Berliner Runde einen laschen Journalisten anherrscht “Wenn Sie mir keine vernünftige Frage stellen, beantworte ich Ihnen auch keine!”

    Großartig!, wie Schramm rufen würde.

    Schlesinger

    PS.: Die ganze Sendung “Meister Yodas Ende. Über die Zweckentfremdung der Demenz.” kann auf 3Sat auch nachträglich angesehen werden. Besser wäre freilich Sie würden zu einer seiner Auftritte gehen. Was aber gar nicht so leicht ist: Für die 2 Vorstellungen in München sind zwei Monate im voraus keine Karten mehr erhältlich

    PS.2: Schramm trat vergangenen November in Frankfurt vor einer Demonstration der Occupy-Bewegung auf, besonders hervorzuheben seine Zitate von Kapitalisten wie Warren Buffet, der über den Sieg des Kapitals im Klassenkampf redet, oder dem Automobilhersteller Ford sen., der froh darüber war, dass die Bürger das Finanz- und Bankwesen nicht verstünden, ansonsten eine Revolution ins Haus stehen würde, oder dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt, der zur selben Zeit in der in Deutschland Hitler an die Macht kam – gerade auch mit Hilfe des Großkapitals und der Schwerindustrie – seinen Wahlkampf gewann, indem er den Reichen massive Reformen erst androhte und nach dem Wahlsieg auch umsetzte, so dass die kapitalistischen USA nach Jahren der Großen Depression wieder genesen konnte :

    * Aus: Schreiben für die Freiheit. 1942-49. Im Beitrag “Eine Union: Jetzt oder nie.”

    120 Kommentare Print This Post
    ein Gastbeitrag des Transatlantikblogs Ein Kabarettist als Mann des Jahres? Hier muss ein Mißverständnis vorliegen, denn: Georg Schramm ist kein Kabarettist. Zutreffend: Er wurde einem größeren Publikum bekannt durch seine Auftritte in Urban Priols “Neues aus der Anstalt” wo er pointierte Auftritte gab als Oberstleutnant Sanftleben oder als schrulliges SPD-Fossil Lothar Dombrowski August. Dennoch meine ich: ...
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    120 Kommentare:

    1. Rechthabewoman schrieb am 5. Januar 2012 at 09:46 - Permalink

      das schrullige SPD-Fossil ist der August, sein Alter Ego #3

      • Ignorrant2000 schrieb am 5. Januar 2012 at 14:02 - Permalink

        Warum Peer Steinbrück,der Mann hat den Finanzkapitalismus wie kaum ein anderer gefordert und nur weil einer blaffen kann ist er noch lange kein Großer.

        • R_Winter schrieb am 5. Januar 2012 at 16:45 - Permalink

          Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher unter Peer Steinbrück,…………………

          Fehlen Dir wirklich die Informationen über Steinbrück?
          Seine Rolle in der Spekulationskrise und seine Millionen-Honorare für seine sinn-freien Vorträge?
          Dieses kann doch nicht wahr sein…….

          • Holdger Platta schrieb am 5. Januar 2012 at 17:26 - Permalink

            Ein glänzender, wunderbarer, was Schramm angeht, rundum zutreffender Artikel!!! Dafür ein mächtig dickes Dankeschön!

            Aber die Schnaps-Idee mit Herrn Steinbrück? Da kann ich nur einstimmen in den Ausruf meines Schreib-Kollegen R. Winter: dieses kann doch nicht wahr sein…

            Das ist etwa so absurd, wie zu fordern, daß Hans Küng schnellstens Pressesprecher von Ratzinger wird oder Jean Ziegler sofortest Werbemanager der Ölkonzerne.

          • DerJo schrieb am 16. Januar 2012 at 02:33 - Permalink

            Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher unter Peer Steinbrück, der in der wöchentlichen Berliner Runde einen laschen Journalisten anherrscht “Wenn Sie mir keine vernünftige Frage stellen, beantworte ich Ihnen auch keine!”

            Ich hab das gelesen, als wenn Schramm endlich mal die Journalisten zu kritischen Fragen drängen würde, wäre er Regierungssprecher. Eben auch über Steinbrück.

    2. Pterry schrieb am 5. Januar 2012 at 09:56 - Permalink

      Peer Steinbrück? Ich glaube nicht!!!

    3. Pterry schrieb am 5. Januar 2012 at 09:57 - Permalink

      ich möchte hier gleich mehrere Diskussionen zum Thema anstoßen:

      #2: Schramm for Bundespräsident (frommer Wunsch, leider)

    4. Pterry schrieb am 5. Januar 2012 at 09:58 - Permalink

      #3: Ich bin Zornbürger, KEIN Wutbürger (Wut ist emotional, Zorn rational in meiner Auslegung)

    5. Mick schrieb am 5. Januar 2012 at 10:05 - Permalink

      “Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher unter Peer Steinbrück” – Ja, das wäre was – nämlich eine Katastrophe!

      Vielleicht sollte der Autor angesichts der hier vorgebrachten Begeisterungsstürme für den Dieter Bohlen der Nominalsozialdemokratie noch ein bisschen weiter Schramm ansehen und sich mit dem auseinandersetzen, was dieser zu jener Gestalt zu sagen hat – über einen Seeheimer durch und durch, SPD-Occupant von innen, routinierten Wahlverlierer und vor allem neoliberalen Finanzmarktbefreier, der es offenbar immer noch schafft, seine Großkotzigkeit als unkonventionelle Authentizität zu verkaufen, trotzdem oder auch gerade weil er in guter neusozialdemokratischer Tradition seine Antipathie mit Vorliebe gegen die ökonomisch Schwachen richtet und die ökonomisch Starken höchstens dann kritisiert, wenn selbst die FDP sich bereits zu solch wohlfeilen Lippenbekenntnissen durchgerungen hat (weil es nun wirklich jeder Spatz von den Dächern pfeift und man dringend einen Rest Sozialkompetenz simulieren muss). Einen Mann, der Diäten einstreicht aber fast nie im Bundestag sitzt und statt dessen auf Politikvergütungstour durch die Finanzkonzerne und Versicherungen der Republik tingelt, mit sicherlich ungemein wichtigen, gutbezahlten Vorträgen. Alles ganz uneigennützig, versteht sich, also in bester Schröder-Seeheimer-Tradition.
      Welch ein Wunschkanzler!

      Natürlich ist Schramm ein großer Mann, eine gute, beeindruckend aufrechte Figur auf der deutschen Medienbühne. Aber ihn mit Peer Steinbrück in eine wie auch immer geartete Verbindung zu bringen, so sie nicht antonymisch ist, ist eine Beleidigung – für den politischen Aufklärer Schramm ebenso wie für den kritischen Leser.

      Zum Glück ist gerade wegen Schramms Integrität nicht zu befürchten, dass dieser (Alb-) Traum jemals wahr wird, auch wenn das Damoklesschwert von Steinbrücks Kanzlerschaft leider nach wie vor über der Republik hängt.

      Der allgemeinen Einschätzung Schramms stimme ich zu, der Artikel ist allerdings keine literarische Großtat, sondern liest sich leider ein bisschen wie eine Seminararbeit – viele Zitate, die von teils trivialen Informationen oder schlichtweg Aussageparaphrasen zusammengehalten werden (vom Fehler “August-Dombrowski”, den ich selbst überlesen habe, ganz zu schweigen). Trotzdem: Schramm kann man gar nicht oft genug erwähnen.

      P.S. Die wunderbare Rede Dombrowskis vor der CDU, die in gutbürgerlich-erregte “Arschloch”-Rufe aus dem wohlerzogenen Publikum mündete, hätte eigentlich auch eine Erwähnung verdient. Mindestens eine.

      • Frank Powers schrieb am 5. Januar 2012 at 10:54 - Permalink

        Stimme in allem zu. Danke für diese Kommentar. Weiterführende Anregung: Wie wäre es mit dem angesprochenen “verbesserten” Artikel zu Schramm? Das sprachliche Rüstzeug dazu scheint ja vorhanden zu sein… :-)

        • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 11:16 - Permalink

          Ist ja gut, was P. Steinbrück anbelangt, irgend ein Name mußte halt herhalten, um die Pointe mit Schramm als polternden Regierungssprecher unterzubringen ;-) Sie dazu auch PS. 3

        • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 11:52 - Permalink

          @Frank Powers: Stimme zu, aber genau das findet hier in Form Eurer / Ihrer Kommentare statt. Mein Text ist auch nur ein Beitrag. Gnade! ;-)

          • Frank Powers schrieb am 5. Januar 2012 at 21:17 - Permalink

            Eigentlich zeigt diese ganze Verwirrung eines trefflich an: dass in den Reihen der kanzlerstellenden Parteien schlicht keine Großen mehr vertreten sind (einmal einfach vorausgesetzt, dass sie es einmal waren). Man kann Schramm als imaginärem Regierungssprecher eine Knallcharge wie Steinbrück voranstellen, ja muss es sogar, einfach aus dem Grund, dass das gesamte sonst noch verfügbare Personal ebenso mittelmäßig ist wie jener.
            Wo sind die Brands, die Wehners, meinetwegen sogar Adenauers, die Politiker mit Fehlern, aber auch identifizierbaren Haltungen, die es früher einmal gab? Na, tot sind sie. Und alles, was übrig ist, ist ein Brei der Beliebigkeit, manchmal blaffend und mit hochrotem Kopf oder beim Schachspiel mit Greis; manchmal im Hosenanzug.
            Aber tief innen drinnen
            alles derselbe Brei.
            P.S.: Von meiner Seite her jedenfalls: Gnade erteilt. ;-)

            • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 23:04 - Permalink

              @Frank Powers: Danke! Und bei Ihren Beispielen bin ich aus Überzeugung dabei: Wehner, Brandt, Adenauer, und will ausdrücklich anführen – leider ganz vergessen! – Kurt Schumacher, oder Jakob Kaiser (CDU, abgesägt gleichermaßen von Adenauer wie den Russen), auch der SPD-Staatsrechtler Carlo Schmid, und einige mehr, das alles waren Typen, Politiker aus demokratischer Leidenschaft. Das ist keine Garantie für “gute” Ergebnisse, aber eine Minimalvoraussetzung. Jene haben ihren Mann, ihre Frau gestanden und keinen Hehl aus ihren Positionen gemacht, und nur so kann Demokratie funktionieren. Und so stehen wir heute vielleicht wieder an dem Punkt, an dem Adenauer sagen musste – in Bezug auf die Demokratiefähigkeit Deutschlands – : “Ich traue meinen Deutschen nicht.”

    6. Ole schrieb am 5. Januar 2012 at 10:05 - Permalink

      Dem Text kann man grundsätzlich zustimmen, aber wie kann man sich einen neoliberalen Überzeugungstäter wie Steinbrück zum Kanzler wünschen?
      Steinbrücks Art, sein Umgang, mag vielleicht ungewöhnlich sein. Von der Ideologie her ist er jedoch absolut Elitenkompatibel (was heutzutage ja nichts Gutes heißt) und hat in Bezug auf die Finanzkrise mächtig Dreck am Stecken. Seine neuerliche ordnungsstaatliche Rhetorik kann man diesem Deregulierer vor dem Herren wohl kaum abnehmen. Typen wie Steinbrück sind es doch, die einen Schramm erst so wertvoll machen.

    7. ElBarto schrieb am 5. Januar 2012 at 10:10 - Permalink

      Gleich zu Beginn so ein Fehler? Kennt der Autor die Kunstfiguren überhaupt?

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 11:22 - Permalink

        @ElBarto: Korrekt, habe den “August” nicht richtig zugeordnet, aber offen gesagt interessieren mich die Namen der Kunstfiguren nicht das kleinste bisschen, da ich keine Art von Theaterkritik abgeben wollte. Mich interessiert ausschliesslich das,was Schramm seinen Figuren in den Mund legt.

      • Besuch schrieb am 5. Januar 2012 at 15:47 - Permalink

        Ist dem Autor wohl egal. Schramm ist hier nur Medium für die im üblichen Tonfall vorgetragenen Klagen der Fraktion Lehramt Deutsch/Geschichte.

        • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 20:34 - Permalink

          @Besuch: Na zum Glück hat DER Satz viel Mühe gekostet.

          • Besuch schrieb am 6. Januar 2012 at 23:31 - Permalink

            Wieso Mühe? Protestantische Arbeitsethik? Ist zwar abgegriffen, aber:

            “Fleiß ist die Wurzel aller Häßlichkeit.”
            Oscar Wilde

            P.S.: Lehramt Deutsch/Geschichte oder falsch geraten?

            • Schlesinger schrieb am 7. Januar 2012 at 14:36 - Permalink

              @Besuch: O. Wilde ist immer ein Zitat wert! Und falsch geraten.

    8. tpm schrieb am 5. Januar 2012 at 10:14 - Permalink

      Brauchen wir momentan nicht einen Bundespräsidenten, der dem Amt gewachsen ist und dessen Persönlichkeit als Vorbild dienen kann?

      Ich kenne wenig Personen in der Öffentlichkeit, die so hohe Glaubwürdigkeit und dadurch Vertrauen genießen. Mit Leidenschaft, Charakter und Kompetenz für Mikro- und Makrokosmos des menschlichen Daseins verkörpert und lebt er die Werte, die Andere nur als Worthülsen nutzen: Menschliche Größe, Format, Reife, Demut – letztlich Würde,

      Schramm for president!

    9. salvo schrieb am 5. Januar 2012 at 10:18 - Permalink

      sehr widersprüchlich
      zunächst bauscht der Artikel idealisierend den gewiss wichtigen Künstler und politischen Kommentator Georg Schramm zum Helden einer an Helden mangelnden Zeit auf, um dann ihn aus dieser ideellen Höhe wieder in die praktische Realität eines klaffenden Schosshundes ausgerechnet eines Peer Steinbrücks abstürzen zu lassen? Dafür ist der Schramm wirklich zu schade
      ps. nach Bourdieu ist Sprache genuin ein Herrschaftsmittel, gerade der Intellektuelle will herrschen, wenn auch auf dem ihm spezifischen Feld, der symbolische Austausch findet stets unter den gegebenen Machtverhältnissen statt und jede sprachliche Realitätskonstruktion spiegelt diese wider

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 11:48 - Permalink

        @salvo “gerade der Intellektuelle will herrschen”
        Hm,erinnert mich an einen Satz meines damaligen Soziologieprofs, der mir jung wie ich war aufstiess – jung heisst meist idealistisch – “im ganzen Leben, in allen Lebenslagen, bei allen geht es immer auch um Macht.” Längst bin ich davon überzeugt dass das zutrifft.
        Woraus folgt dass der Satz “der Intellektuelle will mit Sprache herrschen” ebenso gilt wie “der Stammtisch-Diskuttant will mit seinen Argumenten herrschen” etc.pp. Übrigens sollte man nicht vergessen, dass auch Leute wie Brüderle mit ihrer furchtbaren Sprache gar nicht schlecht ankommen, mit anderen Worten: Macht ausüben. Was aus guten Gründen altbekannt ist seit Max Webers Machtdefinition.
        Man kann auch gut mit Pascal variieren: “Nichts ist tiefer im Menschen verwurzelt als die Eitelkeit. [...] Und auch ich, der ich dies niederschreibe, schreibe dies vielleicht aus Eitelkeit.” Das gilt für den Wortgewandteren ebenso wie für den schlichteren Redner / Schreiber.
        Des weiteren steckt in der Kritik an Sprache als Herrschaftsmittel ein potenziell großer Anteil Beliebigkeit. Nimmt man die Forderung Schramms, (politische) Sprache müsse wieder präzise werden, soll das offenbar dazu dienen, die Verhältnisse transparenter zu machen. Wem allerdings das mit einer präziseren Sprache ausgedrückte allerdings mißfällt (oder weil er es nicht versteht) klatscht das Monsterargument “Diese Sprache ist doch bloß Herrschaftssprache!” dagegen ;-)

        Nun bin ich allerdings auf dem besten Weg denselben Fehler zu machen wie macher Kommentator/in hier: Abzulenken von dem, was eigentlich im Vordergrund stehen sollte: die besonderen Qualitäten Schramms, nicht ein abgeknicktes Komma im Text…

        • salvo schrieb am 5. Januar 2012 at 13:10 - Permalink

          Mißverständnisse sind wohl unvermeidbar. Ich versuche es so: Ich bezog mich auf die Bestimmung von Sprache als Verständigungs- und Austauschmittel,: Gerade dadurch, dass wir uns über Sprache verständigen und austauschen, transportieren wir Herrschaftsverhältnisse. Und zwar in vielfacher Hinsicht. Bordieu hat zB gezeigt, wie durch sprachliche Integration ein homogenes Feld symbolischen Austausches geschaffen wird, das die realen Machtverhältnisse widerspiegelt. Konkret hat er das an der Durchsetzung des Hochfranzösischen gegen die unterschiedlichen regionalen Dialekte nach der französischen Revolution gezeigt. Die Gründung des Nationalsstaates war in diesem Sinne ein historischer Prozess, in dem sprachliche Diversität zerstört, und so die sprachliche Grundlage einer nationalen Identität begründet wurde, (mit den uns bekannten Folgen)
          Das ist ein Aspekt der Herrschaft durch Sprache: der dadurch geschaffene Rahmen symbolischen Austausches spiegelt die Machtverhältnisse wider.
          Der andere, vielleicht genuine, liegt aber darin, dass durch Sprache uns das Sein, die außersprachliche Realität, das, was Lacan das Reale nennt, beherrschbar erscheint. Das, was bezeichnbar, symbolisch abbildbar ist, scheint unter Kontrolle – zumindest geben wir uns dieser Illusion hin. Das ist auch der Grund, warum in unseren Gesellschaften demjenigen, der sich bei Gebrauch der Sprache besonders auszeichnet, solche bevorzugte soziale Stellung eingeräumt wird. (Weshalb wir uns aber, nach Bourdieu, aber auch in Acht vor ihnen nehmen sollten)
          Der Zauber, den Schramm für uns schafft, liegt vielleicht darin, dass er uns die Illusion gibt, das ‘Reale’ wieder unter Kontrolle zu bringen, sei es für die Dauer einer Vorstellung: Je wortgewaltiger, zorniger er ist, umso mehr nimmt er uns mit. Da macht das Publikum mit dem Sprachvirtuosen gemeinsame Sache. Das Lachen ist dessen Ausdruck: In diesem Augenblich habe wir das ‘Reale’ (das ‘Realpolitische, das uns so entfremdet ist, uns als ohnmächtige Zuschauer zurücklässt) in der Hand.
          Dass das nur eine Illusion bleibt, macht die Kunst aber aus. Kunst darf das. Stellvertretend für die Beherrschten auf die Herrschenden spucken. Mehr darf sie aber auch nicht.
          Sprache trennt also, uns voneinander, indem sie distiguiert, unterschiedliche soziale Status zuordnet, und – nach Lacan – indem sie uns vom unmittelbaren Seinsbezug abtrennt, von uns selbst.

          • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 13:41 - Permalink

            @salvo: Bestens, kann gar nicht widersprechen, die “Funktion” ist zutreffend beschrieben. Nur kann ich nicht sehen, inwiefern das den Vortrag Schramms schmälern soll. Bildert er das “Reale” weniger ab, als es den Anschein hat? Ich meine Nein. Nimmt der gemeinsame Symbolraum Kabarettist – Zuhörer etwas von der Wirkung? Im Falle Schramms meine ich wiederum: Nein. Das trifft m.E. nur zu bei Politplitschplatsch à la Richling. Ein Kommentator hat zurecht auf den Aufruhr verwiesen, den Schramm in Rust verursacht hat. Dort wurde Kabarett zum harten politischen Streit, weil die Form von beiden Seiten durchbrochen wurde.

            Jenseits aller Analyse ist der Mut, den der Mann an den Tag legt, sehr bemerkenswert. Wie viele gehen den umgekehrten Weg? Jonas war mal vielversprechend. Selbst ein kantiger Zimmerschied will endlich an die Brottöpfe. Und wer kann’s ihnen verdenken? Wenn ein Publikum nur das Mittelmaß und die Einlullung honoriert?

          • Grummel schrieb am 5. Januar 2012 at 16:19 - Permalink

            Zitat:
            Bordieu hat zB gezeigt, wie durch sprachliche Integration ein homogenes Feld symbolischen Austausches geschaffen wird, das die realen Machtverhältnisse widerspiegelt.
            /Zitat

            Danke für die Lit!
            Schön wenn man auf solche Anregungen stößt!

    10. Julius Census schrieb am 5. Januar 2012 at 10:23 - Permalink

      Wir brauchen mehr Schramms.
      Und Schramm macht Mut einer zu werden.

    11. TimS schrieb am 5. Januar 2012 at 10:24 - Permalink

      Ich bin ein großer Bewunderer des Herrn Schramm!
      …danke für diesen Zorn, diese Redlichkeit und den Mut, Herr Schramm…weiter so!

      TimS

    12. Frank Powers schrieb am 5. Januar 2012 at 10:47 - Permalink

      Ich mag Schramm, und ich würde dem Artikel gerne beipflichten, zustimmen und Ja und Amen sagen – aber wer sich in offensichtlicher Steinbrück-Verehrung gefällt wie der Autor dieses Stücks, den kann ich einfach nicht ernst nehmen. Und frage mich: Hat der Mann mit dem Rest dann vielleicht auch unrecht, Georg Schramm hin oder her?

      Schade drum. Empfehle politische Bildung. Beispielsweise durch Georg Schramm.

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 12:04 - Permalink

        @Frank Powers: Ihre Kritikfreude in allen Ehren, aber Ihre willkürliche Unterstellung “offensichtliche Steinbrück-Verehrung” geht zu weit. Der Name fällt 1x im Schlussatz. Sie sind sich auch zu schade eine Frage dazu zu stellen. So unbändige Lust aufs bashen? Schade.

        • Jacques Roux schrieb am 5. Januar 2012 at 12:28 - Permalink

          Ähm,

          Es schert ihn nicht, dass so etwas in einer Zeit, in der sich jede Talkrunde und jede Politikerrede abgesehen von kleinen Niederträchtigkeiten weitgehend an opportuner Mittelmäßigkeit ausrichtet , nicht hoffähig ist (Ausnahmen bestätigen die Regel: Peer Steinbrück).

          Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher unter Peer Steinbrück, der in der wöchentlichen Berliner Runde einen laschen Journalisten anherrscht “Wenn Sie mir keine vernünftige Frage stellen, beantworte ich Ihnen auch keine!”

          Das Sie Steinbrück gut finden, ich pers. finde das eher befremdlich, ist doch OK, dieses Blog hier wird halt immer Meinungspluralistischer, ob das nun jedem gefällt oder nicht ;-)

        • Frank Powers schrieb am 5. Januar 2012 at 21:24 - Permalink

          Naja, Steinbrück war zweimal an prominenter Stelle genannt, sogar als (einzige) Ausnahme, also implizit einer, der (ganz) anders sei – da kann man auf den Verehrungs-Gedanken schonmal kommen. Aber stimmt, fragen hätte ich sollen und eigentlich sogar müssen.
          Ich bin leider noch neu in meiner Rolle als Kommentator, bin aber bereit zu lernen, ja verspreche dies mit Nachdruck. Auch erkenne ich jetzt, dass mein vorheriger Kommentar mit meinem eigenen Anspruch an meine Amtsführung unvereinbar ist. Gnade! Gnade! Aber in Schloss Bellevue würde ich schon gerne bleiben, wenn’s ginge – was sagen Sie? Da wohnt schon einer? ;-)

          P.S.: Zum Schlauwerden über Steinbrück, wenn vielleicht doch ein Fall der Verehrung vorläge, empfehle ich das vorliegende Blog. Da war der Jens ganz fleißig.

          • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 23:09 - Permalink

            @Frank Powers: Yep, schon geschehen, und vielleicht auch dies als Erklärung für meine leichtfertige Anführung von Steinbrück: Er war nicht auf meinem politischen Radar… das “Kernige” seiner Sprache schien mir geeignet im Kontext des Beitrags. Falsch, wie ich ohne weiteres einräume.

    13. Heldentasse schrieb am 5. Januar 2012 at 10:47 - Permalink

      In der Kürze liegt die Würze, auch darin ist Georg Schramm zwar Spitze aber der wahre Meister [tm] ist und bleibt für mich Dieter Hildebrandt, der zum Thema dereinst sagte:

      Die Öffentlich-Rechtlichen machen sich in jede Hose, die man ihnen hinhält, und die Privaten senden das, was darin ist.

    14. schwitzig schrieb am 5. Januar 2012 at 11:03 - Permalink

      Iiiiiih! Er hat das verbotene Wort gesprochen: “Steinbrück”. WÜRG!

      Pfui Deibel – wäre ich Georg Schramm, würde ich den Autor verklagen, der sich doch tatsächlich nicht entblödet, mich in einem Atemzug mit diesem (- hmm – wie nennt man das eigentlich? Mir fällt außer dem Fäkalwort “Politiker” nichts straffreies ein, was hinreichend deskriptiv wäre …) “Politiker” zu nennen.

      • Kriegszitterer schrieb am 5. Januar 2012 at 21:22 - Permalink

        Ach Leute jetzt geht mit dem Autor wegen der Steinbrück-Verfehlung bitte nicht so hart ins Gericht . Gebt doch mal bei Youtube dies hier ein : Die Ritter der Kokosnuss – Sie ist eine Hexe

        Schramm ist der beste auf seinem Gebiet . Das lässt sich wohl weitestgehend von den meisten hier bedenkenlos unterschreiben . Was ich bei verschieden Blogs die letzten Tage beobachten konnte war das Georg Schramm öfters für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagen wurde . Das Amt sollte direkt vom Volk vergeben werden …

        Ich kann mich noch an die letzte Wahl erinnern wo dieser lächerliche Sebastian Krumbiegel ganz aufgeregt auf meinem TV-Schirm herum lief und sich dabei als
        ganz toller Demokrat fühlte . Gauck … :) Aua Aua …

        Schramm for President *hust ( Ich denke aber das ihm das nicht passen würde :))

      • Frank Powers schrieb am 5. Januar 2012 at 21:24 - Permalink

        Er hat es schon wieder gesagt!

        • Kriegszitterer schrieb am 5. Januar 2012 at 22:29 - Permalink

          Verdammt … so meinte ich das nicht (ich hoffe das war nicht eine von diesen unterbewussten Aussagen). Einigen wir uns darauf das die in Verbindungbringung ketzerisch war aber Steinbrück die Hexe ist . :)

          • Frank Powers schrieb am 6. Januar 2012 at 08:53 - Permalink

            Sofern sein Gewicht das ist einer kalten Ente. Weil er dann aus Holz ist.

    15. Bernie schrieb am 5. Januar 2012 at 11:12 - Permalink

      Mich anschließ, was Haffner und Schramm angeht ;-)

      Ich hoffe, dass Georg Schramm noch weiter den selbsternannten “Eliten” in Deutschland auf die Füße tritt.

      Übrigens, mich wundert es auch, dass in “Neues aus der Anstalt” mit Urban Priol oft fleißig geklatscht wird, und die Show ansonsten keinerlei Konsequenzen im Alltag hat.

      Seit Matthias Richling, dem Kabarettisten aus Baden-Württemberg, halte ich Kabarett für reinstes Hofnarrentum – einzige Ausnahme Georg Schramm, bei der neuen Zusammensetzung von “Neues aus der Anstalt” bin ich mir da nicht so sicher ob die nicht auch immer mehr auf Richling-Niveau verfallen.

      Haffner bleibt für mich einer der besten Zeithistoriker Deutschlands, weil er – obwohl, wie er mit seinen eigenen Worten zugab, selbst erzkonservativ war – immer wieder etwas beschrieb, dass auch heute bei Historikern noch, oder wieder?, gilt:

      Auch Historie bzw. Geschichtsschreibung ist ideologieabhängig, da Historiker eben oft aus rechter oder linker Warte Geschichte schreiben.

      Da derzeit aber nur die rechtsneoliberale Geschichtsschreibung überwiegt denke ich öfters eben an den Satz von Haffner, dass auch Historiker nur Ideologen sind – Arnulf Baring als INSM-Botschafter ist da ein ziemlich entlarvendes Beispiel, dass Haffner auch heute noch richtig liegen würde, wenn er noch am Leben wäre, ebenso wie Guido Knopp & Co.

      Gruß
      Bernie

      • Pterry schrieb am 5. Januar 2012 at 11:58 - Permalink

        Wenn man ältere und neuere Folgen im Netz vergleicht, dann fällt auf jeden Fall auf, dass die Anstalt mit Georg Schramm noch sehr viel bissiger war, als jetzt. Ich vermute, dass Priol und Pelzig/Barwasser da ein wenig zurückgepfiffen wurden (unter Druck die Sendung abzusetzen, obwohl das ZDF dann ähnlich im Shitstorm stehen würde wie jetzt der Piratenchef), denn zuviel Kritik wagt der ÖRR nicht. Manchmal habe ich den Eindruck, die Anstalt schießt sich auf “heute-show” Niveau ein (die ich wegen ihres ständigen Euro-Bashings verachte, obwohl sie auch gute Momente haben).

        • Bernie schrieb am 5. Januar 2012 at 12:07 - Permalink

          @Pterry

          Danke für den Hinweis – Modernes Hofnarrentum eben.

          Gruß
          bernie

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 12:11 - Permalink

        @Bernie Ja, Haffner war stockkonservativ, und ich teile Ihre Begeisterung, womit – unnötig zu sagen – nicht gemeint ist dass man alles von ihm übernimmt. Gerade deshalb kann man diesen brillanten Publizisten ebenso zur Lektüre empfehlen wie [beliebige Liste von Linken, Liberalen, Bürgerlichen, Sozis, Philosophen...]. Alles andere, als das freiwillig-vorsätzliche Verharren im immer gleichen (gedanklichen) Umfeld ist doch nur ödes sich-im-Kreis aufstellen und auf die Schulter klopfen.

        • Bernie schrieb am 5. Januar 2012 at 13:08 - Permalink

          @Schlesinger

          Sie sagen es ;-)

          Gruß
          Bernie

    16. Peleo schrieb am 5. Januar 2012 at 11:14 - Permalink

      Schramm ist gut, sehr gut sogar. Aber eine solche unkritische Lobhudelei ist sicher nicht das, was er will.
      Auch Haffner war gut. Wenn er aber in diesem Punkt recht hat

      Es ist ein Trugschluß zu glauben, aus gemeinsamen ökonomischen Interessen erwachse automatisch politische Einheit

      Politik wird von Politikern gemacht, nicht von Wirtschaftsexperten.

      dann war der Euro doch eine gute Idee?
      Und wenn Schramm Steinbrück nicht oberpfui findet, sollte man darüber mal eine Viertelstunde nachdenken. Viertelstunde – schafft ihr schon.

    17. salvo schrieb am 5. Januar 2012 at 11:22 - Permalink

      Übrigens, mich wundert es auch, dass in “Neues aus der Anstalt” mit Urban Priol oft fleißig geklatscht wird, und die Show ansonsten keinerlei Konsequenzen im Alltag hat.

      ja, Kunst bildet ja nun einmal nur das ‘Reale’ ab, sie kann es nicht ersetzen, auch wenn es gewisse Richtungen gab und gibt, die sich das vornahmen und deren Vertreter nicht selten frühzeitig leibhaftig vom ‘Realen’ wieder abtraten

      btw Kunst bildet für den Künstler eine Art institutioneller Schutzwand gegen gesellschaftliche Macht aus, dh würde selbst ein Schramm daraus und ins ‘Reale’ treten, würde er gewiss eine Transformation erleiden, die ihn für sein ‘Publikum’ unerkenntlich machen oder in kürzerster Zeit von der Medienmeute zerrissen würde

      • Bernie schrieb am 5. Januar 2012 at 12:06 - Permalink

        @Salvo

        Mag schon sein, aber bei einem Auftritt im Europa-Park Rust war Schramm ja in Höchstform als er die CDU-Finanzies dort in der Luft zerriß.

        Dementsprechend wurde er auch ausgebuht (und hat nun evtl. Auftrittsverbot im Europapark Rust).

        Tja, wenn das kein Kabarettist ist, der seinen Auftrag ernst nimmt, wer dann?

        Amüsierte Grüße
        Bernie

        PS: Ich will hier nur mal am Rande einen Kabarettisten erwähnen, den ich für ähnlich gut halte wie Georg Schramm, und der sich nicht zu Schade ist “Mein Kampf” in der Luft zu zerreißen, und zwar in Gegenden wo es “National Befreite Zonen” geben soll: Serdar Somuncu. Den sieht man viel zu selten im TV. Vielleicht sollte der mal eine Anstellung bei “Neues aus der Anstalt” erhalten? So als “Quotentürke” (Zitat: Serdar Somuncu selbst).

        • Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 15:07 - Permalink

          Naja, Somuncu sehe ich nicht als politischen Kabarettisten, sondern als Comedian. Schramm unterteilt ja sehr präzise in (produktiven) Zorn und (unproduktive) Wut. Somuncu ist für mich oftmals einfach nur wütend – bis rasend (seine Webshow nennt sich ja auch Hate-Night). Außerdem verbaut er sich eine breitere Akzeptanz eben auch durch seine provokante derbe Ausdrucksweise (teilweise weit unter der Gürtellinie).

          • Bernie schrieb am 5. Januar 2012 at 15:26 - Permalink

            Danke für die Auskunft – Ich mag Somuncu dennoch, eben gerade weil er kein Blatt vor den Mund nimmt, und sich auch mit Nazis anlegt – in deren eigenem Revier. Soviel Mut haben nicht viele türkischstämmige Kabarettisten.

            Was “Hate-Night” angeht – Dir ist aber die zynische Ironie bei Somuncus Titel sicher nicht entgangen? Oder?

            Das Somuncu bei manchen Deutschen nicht sehr beliebt ist, ebenso wie bei einigen strammrechten türkischstämmigen Landleuten (=”Graue Wölfe”) wundert mich widerrum gar nicht mehr.

            Wie bereits erwähnt, ich mag Somuncu gerade deswegen weil er Rechtsextremisten – mit deren eigenen Pamphleten, incl. Goebbels Reden bzw. Mein-Kampf-Zerriß (hier z.B. http://www.youtube.com/watch?v=FfeCNh2eI58) – als von sowas von Dämlichhausen enttarnt, und auch den Alltagsrassismus so mancher dt. Landsleute, egal ob Promis oder nicht, auf’s Korn nimmt.

            Da paßt er widerrum 1:1 zu Hagen Rether, der es aber nicht so verletzend wie Serdar Somuncu auf den Punkt bringt.

            Eine Art “Deutsche Zustände” (die Heitmeyer-Studien meine ich) – bei “Hate-Night” in Kabarett-Form eben.

            Wo ist Somuncu den “unter der Gürtellinie” tätig? Hast du da einen konkreten Hinweis? Würde mich einmal interessieren.

            Mir selbst ist Somucu in dieser Hinsicht noch nicht so aufgefallen, aber Humor ist sicher grundverschieden, und ich akzeptiere, dass manche eben eine andere Art von Humor haben (auch Kabarettisten) als ich.

            Gruß
            Bernie

            • Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 16:02 - Permalink

              Mich nicht falsch verstehen, ich sehe durchaus Potenzial bei ihm und ich weiß, dass alles, was er wie sagt auch sehr genau durchdacht ist. Die permanente Provokation ist gewollt, davon lebt er ja. Ebenso vom Umstand, dass er seine Zuhörer absichtlich im Ungewissen darüber lässt, wie seine (auch gerne mal widersprüchlichen) Aussagen jetzt von ihm gemeint waren und wie er selbst persönlich zu einem Thema steht. Er spielt mit seinem Publikum. Und was ich mit Ausdrücken unterhalb der Gürtellinie meine, sollte denke ich einem Kenner von Somuncu klar sein, seine Sprache ist oftmals alles andere als Jugendfrei (FSK 16). Zumal er sich eben durch diesen Spielraum in seinen Aussagen auch gerne mal verheddert, woraus so Debatten um seine (angebliche?!) Schwulenfeindlichkeit resultieren. Ich erinnere mich an ne Debatte bei Niggemeier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/serdar-somuncu/

              Soviel von mir dazu, es geht ja hier auch um Georg Schramm. ;)

            • Barnockel schrieb am 5. Januar 2012 at 18:16 - Permalink

              Das ist doch ‘mal eine gute Idee :-)
              Schramm als Kanzler, Somuncu als Regierungssprecher und Rether als Bundespräsident.

    18. der Herr Karl schrieb am 5. Januar 2012 at 11:46 - Permalink

      Schramm?
      Ist das nicht dieser VT-An- und Aufhänger, der sich von “wa are change” interviewen liess, von Bilderbergern, Krötenwanderung und GLS-Bank faselte?
      Erwachet…

      *zwinker*

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 12:19 - Permalink

        @Herr Karl: ja, aber man muss sich über jemanden der 9/11-Theorien pflegt oder die Bilderberger verwünscht weniger “Sorgen” machen als um die, die uns aus den Bank-Vorstandsetagen heraus eine Bredouille nach der anderen bescheren. Selbst Krötenwanderung hat wider Erwarten noch keinen Rettungsschirm erfordert ;-)

    19. leslie schrieb am 5. Januar 2012 at 12:41 - Permalink

      Pispers und der Typ am Klavier sind viel geiler. ;-)

      ´´Übrigens, mich wundert es auch, dass in “Neues aus der Anstalt” mit Urban Priol oft fleißig geklatscht wird, und die Show ansonsten keinerlei Konsequenzen im Alltag hat.´´

      Weisst schon was für Menschen ZDF guggn. ;-)
      Mit den dritten isst´s sichs besser.^^

      Mfg

      • Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 15:10 - Permalink

        “Der Typ am Klavier” heißt übrigens Hagen Rether. Eine viel versprechende Neuentdeckung ist übrigens auch Max Uthoff (formaljuristisch betrachtet der “Anstaltsjurist”). ;)

        • ElBarto schrieb am 6. Januar 2012 at 15:29 - Permalink

          Uthoff ist klasse und Tobias Mann hat ebenfalls großes Potential.

      • Pterry schrieb am 5. Januar 2012 at 15:11 - Permalink

        “Die alten Zähne wurden schlecht
        und man begann sie auszureißen.
        Die dritten kamen grade recht
        um mit ihnen ins Gras zu beißen.”

        Irgendwo muss man die Menschen jenseits der Zielgruppe fernsehtechnisch ja unterbringen :P

        Anstalt ist allerdings bei mir Pflichtprogramm. Obwohl es wie alle kritischen Sendungen so spät ausgestrahlt wird, dass zwangsläufig die Zuschauerzahl niedriger ausfällt.

        • Andreas schrieb am 8. Januar 2012 at 00:47 - Permalink

          Heinz Erhardt. :)

          Hagen Rether finde ich übrigens nicht so berauschend, weil mir seine moralinsaure Art oft auf den Saque geht.

          • schwitzig schrieb am 8. Januar 2012 at 06:56 - Permalink

            @Andreas

            weil mir seine moralinsaure Art

            also, ich vermute, dass Du dann nicht so sehr viel von ihm kennst und ihn live auch noch nicht gesehen hast. Ich denke, dass Du ihm da Unrecht tust, denn die Shows, die ich von ihm kenne, sind eigentlich eher das genaue Gegenteil von Moralinsauer,

    20. Bernie schrieb am 5. Januar 2012 at 13:07 - Permalink

      @leslie

      Hast auch wieder recht ;-)

      Übrigens, solange die nicht klatschen wie im Handelsblatt bei gewissen RTL-Shows geschildert:

      “[...]Das Supertalent“
      :
      Die dunklen Seiten der RTL-Glitzer-Show
      22.12.2011, 12:51 Uhr, aktualisiert 25.12.2011, 12:18 Uhrexklusiv Die
      Casting-Show „Das Supertalent“ war auch in diesem Jahr wieder ein Quotenhit für den Privatsender RTL. Wer hinter die Kulissen schaut, findet Seelen-Striptease und Hinweise auf Knebelverträge und Manipulationen[...]”

      Quelle und ganzer Text (Bitte weiterverbreiten):

      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/die-dunklen-seiten-der-rtl-glitzer-show/5984966.html?p5984966=all

      …ich beziehe mich auf diesen Auszug aus dem Text:

      “[...]Große inszenierte Realität
      Am Ende hat das, was der Zuschauer im Fernsehen zu sehen bekommt, nur sehr wenig damit zu tun, was sich vor Ort abgespielt hat. Die Show ist eine riesige Inszenierung. So werden Fan-Schilder im Publikum verteilt. „Wer möchte „Dieter Superstar“, wer „Sven ist ein Supertalent“ oder „Leo we love you“ während der Show hochhalten?“, wird die tobende Menge gefragt, wie ein Blogger berichtet, der eine der Shows besuchte. Auch die Reaktionen der Zuschauer werden zu großen Teilen vom Sender bestimmt. Wann das Publikum klatschen, buhen, sich umdrehen und die Daumen nach unten halten soll – all das gibt ein Animateur vor[...]”

      …sind die bei mir nicht unten durch.

      Der “Typ am Klavier” heißt Hagen Rether, und der ist, neben Volker Pispers auch genial….

      Grüße
      Bernie

      • t schrieb am 6. Januar 2012 at 07:19 - Permalink

        Schramm weißt ja hin und wieder auf die Regieanweisungen im ZDF hin, bloß keine Rentner zu zeigen.
        Und es stimmt ja auch, in der Anstalt guckt sich die Kamera die drei hübschen Mädels im Publikum auch gehäuft bis aufdringlich oft an.

        Ich will das nicht werten, nur bewusst machen, das ZDF hält seine Zuschauer genauso für blöde wie RTL.

    21. Van schrieb am 5. Januar 2012 at 13:33 - Permalink

      noch wie was von der Abkürzung pps gehört?

    22. Hannes schrieb am 5. Januar 2012 at 14:07 - Permalink

      Insbesondere Pispers und Rether darf man durchaus in eine Reihe mit Hildebrandt und Schramm stellen. Sie haben halt einen anderen, weniger zornigen Stil, treffen aber sehr oft genauso den Punkt wie Schramm.

      An den politischen Verhältnissen werden leider alle miteinander nichts ändern können, vielleicht rührt der Zorn Schramms ja auch aus dieser Erkenntnis. Früher saßen hochrangige Politiker noch in den Zuschauerräumen und konnten über sich selbst lachen (Brandt, Genscher, Schmidt uvm.), heutzutage traut sich das kaum noch einer, wohl weil sie von den Schramms et al so gnadenlos als Blender und Versager entlarvt werden.

      • Dimebag schrieb am 5. Januar 2012 at 15:54 - Permalink

        heutzutage traut sich das kaum noch einer

        Stimmt, ich kann mich an einen einzigen genialen Auftritt erinnern, bei dem Politiker im Publikum saßen und persönlich angesprochen wurden.

    23. name schrieb am 5. Januar 2012 at 15:11 - Permalink

      Der an erster Stelle zu erwähnende Kabarettist ist Dietrich Kittner, und danch kommt die Linie Hildebrandt, Schramm, Pispers und Rether – Ohne Kittner, kein Hildbrandt und dessen politische Erben.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Kittner

    24. Dexter schrieb am 5. Januar 2012 at 15:15 - Permalink

      @schlesinger:
      Guter Text. Aber Steinbrück war ja mal voll ein ganz, ganz tiefer Griff ins Klo! Wie kommt man nur auf solche Ideen?

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 15:51 - Permalink

        @Dexter: … aus Unbedarftheit: das war der erstbeste “Sozi-Name” der mir in den Sinn kam beim Stichwort “kernige Sprache”. War ziemlich unpolitisch gemeint, aber nach genügend klaren Ansagen hier ist mir schon klar, dass das Abzug in der B-Note geben musste. Hat aber was Gutes, zumindest für mich. Hab ein bisschen recherchiert und weiß nun, warum man sich so daran gerieben hat.

    25. Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 15:43 - Permalink

      Okay, über den Steinbrück-Regierungssprecher Schramm und die fehlende Kenntnis über die verschiedenen Figuren mal großzügig hinweggesehen: Wie kommt es, dass jemand, der im linken politischen Spektrum zu Hause und politisch interessiert ist ist einen Schramm scheinbar nur schlecht oder erst seit kurzer Zeit kennt? Ist doch (zumindest für mich) das politische Kabarett (Anstalt, Mitternachtsspitzen, 3sat) noch einer der wenigen verbliebenen Gründe, die Flimmerkiste ab und an mal anzuschalten und mal was anderes als den neoliberalen Neusprech zu hören.

      Schramm betreibt für mich schon regelrechte Aufklärung. Er beschreibt in seiner Paraderolle als Dombrowski mittels seiner zornigen Sprache den allgegenwärtigen, von der sedierten Mehrheit als normal empfundenen Wahnsinn unserer Zeit. Er legt den Finger in die Wunde und drückt erbarmungslos drauf. Nimmt keine Rücksicht. Kritisiert, was an der neoliberalen Welt eben zu kritisieren ist, schonungslos. Regt sich zurecht über Lacher und Klatscher an der falschen Stelle auf (aus diesem Grund auch sein Programmtitel “Thomas Bernhard hätte geschossen”). Und macht sich damit auch wenig Freunde. Er beißt auch die Hand, die ihn (vermeintlich) füttert. Ich erinnere mich auch noch gut an eine 3sat-Kabarettgala, die er moderieren durfte und dort auch nicht mit Kritik an den politischen und personellen Verfilzungen zwischen ÖR und den Parteien sparte (zur Absetzung des Chefredakteurs Brender auf Veranlassung von Roland Koch). http://www.youtube.com/watch?v=rCfqREzOJwE

      Schramms Abgang aus der Anstalt (den ich sehr bedauerte) hatte denke ich auch damit zu tun, dass ihm der Sender in welcher Form auch immer einen Maulkorb verpassen wollte.

      Schade, denn einer wie er hätte ein größeres Publikum verdient. Es wurde ja schon angesprochen: Es ist fast unmöglich Karten zu bekommen. Ein Olympiastadion würde er sicher auch voll bekommen… ;)

      • Dexter schrieb am 5. Januar 2012 at 16:03 - Permalink

        Also zum Abgang von Schramm aus der Anstalt hat er sich doch selbst (zumindest indirekt) in diesem Backstage-Interview mit den schweizer VT-Hörsten geäußert. Viel Arbeit, wenig Raum für Neues. Er macht halt einfach das, was ihm am meisten behagt – Und das ist gut so. Wer kann ihm das verübeln!

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 16:06 - Permalink

        @Dennis82 Nö, ich kenne den Schramm seit längerem. Der Artikel soll aber für ein größeres Publikum sein, möglicherweise gerade für die, die ihn nicht oder nicht gut kennen. Dazu dient auch der Titel. Dazu dient auch die Provokation oder Anregung, er sei gar kein Kabarettist. Letzteres war dabei das Hauptthema. Nicht: Eine abgerundete, gewissermaßen historische Würdigung Schramms. Das würde doch nur die interessieren, die ihn ohnehin schon kennen, nicht wahr? Merkwürdig: Noch niemand hat gefragt, ob es denn nicht andere Leute mit größeren Verdiensten für den “Mann des Jahres” gibt. Die dürfte es sehr wohl geben.

      • Lennard schrieb am 5. Januar 2012 at 18:25 - Permalink

        Schramms Abgang aus der Anstalt (den ich sehr bedauerte) hatte denke ich auch damit zu tun, dass ihm der Sender in welcher Form auch immer einen Maulkorb verpassen wollte.

        Dem hat Schramm selbst in einem Interview für den DLF widersprochen. Das ZDF wollte ihn um jeden Preis halten (und hat Priol und Schramm außerdem immer freie Hand gelassen).

        • NoName schrieb am 6. Januar 2012 at 12:00 - Permalink

          Danke – anscheinend sind nicht alle Leser so uninformiert wie der Autor.

    26. Winne2 schrieb am 5. Januar 2012 at 16:39 - Permalink

      Schramm, Pispers und Rether als grosse Ampel-Koalition in Berlin – mit Priol als Pressesprecher. Modisch gesehen vielleicht ein Rückschritt. Hmmm Aber Pispers könnte die Hosenröcke von Merkel auftragen. Schramm den Restalkohol vom Brüderle ausschlürfen und Rether der alte Vegetarier den Stammitaliener von Trittin aufmischen. Priol tritt dann als Bonzai-Steinbrück in die Bundespresskonferenz mit Brecki-Klammer im Maul. Argument: Damit wenigstens seine Zähne so schlecht sind wie die des Originals.
      Ach, man wird ja mal träumen dürfen.

    27. Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 17:33 - Permalink

      @26: Pispers muss sich erstmal waschen und rasieren… Und als Sprecher finde ich würde sich Wilfried Schmicker viel besser eignen! ;) http://www.youtube.com/watch?v=EDWRUx0pp7I

    28. christian schrieb am 5. Januar 2012 at 17:47 - Permalink

      ich finde schramm am besten als sanftleben.

      dort: kein applaus, kein gelächter, kein gegluckse

      nur gebannte gesichter, die dass was sie da hören auch noch in monaten nicht verdaut haben

      dombrowsky dagegen ist erfolgreicher auf der bühne, aber wie oben erwähnt die botschaft verliert sich im “händepatschen”

    29. Anton schrieb am 5. Januar 2012 at 18:19 - Permalink

      Dann würde 2013 also der Rentner P. Steinbrück (er ist dann 69) vielleicht von der großartigen moralischen Instanz H. Schmidt auf Schloss Bellevue vereidigt. Arsch und Brille fänden zusammen: Was für ein Traum!

      Ich könnte mir vorstellen, dass G. Schramm die Worte hierfür sicherlich leichtfielen, aber ob das gerade regierungssprecherlich wäre?

    30. Edda schrieb am 5. Januar 2012 at 18:59 - Permalink

      Obwohl ich Georg Schramm hervorragend finde, befremden mich all seine Zorn-Zitate, die er nun schon seit geraumer Zeit ausführlich in jeder Rede verwendet, ohne zu erwähnen wo er sie entdeckt hat! Sie sind allesamt aus Sloterdijks Werk “Zorn und Zeit”! Hat er das wirklich nötig zu guttenbergen?

      • Zeitherrscher schrieb am 7. Januar 2012 at 10:17 - Permalink

        Kann ich nicht feststellen, wie
        in den Mitternachtsspitzen aus 2010 zu hören ist.

        • Edda schrieb am 12. Januar 2012 at 21:15 - Permalink

          Oh, danke Ihnen Zeitherrscher – jetzt kann ich Schramm wieder uneingeschränkt hoch halten :o)

    31. Dimebag schrieb am 5. Januar 2012 at 20:49 - Permalink

      Falls es noch keiner verlinkt hat:

      “Meister Yodas Ende”

    32. Sergio schrieb am 5. Januar 2012 at 21:02 - Permalink

      Schramm ist Spitze, höre im gerne zu.

      Aber der Autor hätte mal lieber mehr recherchieren sollen, die Behauptung…

      Diese Ernsthaftigkeit könnte der Grund dafür gewesen sein, bei der “Anstalt” nicht mehr mitzumachen.

      … ist Verschwörungstheorie. Er hat explizit in einem Radiointerview gesagt, dass er wegen seinem neuem Bühnen Programm “Meister Yodas Ende” keine Zeit hatte Fernsehen UND Bühne zu machen. Er war ca ein Jahr in Deutschland unterwegs. Ich wollte mir ihn Live anschauen aber leider waren die Veranstaltung adhoc ausverkauft!

      Wärs nicht kennt, bitte schön:

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1530176/Georg-Schramm:-Meister-Yodas-Ende

      Viel Spass beim gucken!

      Mit marktwirtschaftlichen Grüssen

      • Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 21:45 - Permalink

        VT, Schramm-Äußerungen hin oder her. Ich glaube, Schramm ist jemand, der wirklich was bewegen will und das Ganze nicht nur macht, um über die Runden zu kommen. Das Geld ist dem Mann egal, der hat eine Botschaft. Aber um die von ihm so oft kritisierten Folgen der neoliberalen Verblödungsmaschinerie zu beseitigen, ein Umdenken bei wenigstens einem Teil der Bevölkerung zu erreichen, benötigt er eine Bühne vor möglichst großem Publikum. Doch diese hat er u. a. bei der Anstalt aufgegeben. Seine grandiose und fundierte Gesellschaftskritik nutzt aber nichts, wenn er sie auf kleinen Kleinkunstbühnen vor 100-150 Leuten vorträgt. Dieser Widerspruch ist es, der mich einfach nicht ganz in Ruhe lässt und zu dem er sich auch noch nicht wirklich geäußert hat.
        Als mir ein Freund damals mitteilte, Schramm würde bei der Anstalt aufhören war auch mein erster Gedanke: Na toll, jetzt macht der auch noch den Köhler…

        • Kriegszitterer schrieb am 5. Januar 2012 at 23:12 - Permalink

          Schramm ist auch Zivilist ! Außerdem wenn man schon spekulieren will könnte ich mir auch gut denken das er dort ausgestiegen ist weil von oben durchgesagt wurde weniger Biss und mehr Comedy …
          Da gab es doch auch dieses Zerwürfnis zwischen Hildebrandt und Priol !
          Außerdem hat er mehr für das öffentliche politische Bewusstsein getan als alle politischen Blogs in deutscher Sprache insgesamt denke ich .

          Da kommt wenig ran … :)

          • Dennis82 schrieb am 5. Januar 2012 at 23:40 - Permalink

            Von einem Zerwürfnis zwischen Hildebrandt und Priol ist mir nichts bekannt. Eher zwischen Hildebrandt und Richling bzw. der damaligen Scheibenwischer-Besetzung (Bruno Jonas). Schramm verließ den Scheibenwischer damals angeblich ja auch wegen Unzufriedenheit über die Entwicklung der Sendung. So war es auch Hildebrandt, der zurecht nicht wollte, dass Richling seinen Klamauk unter der Marke Scheibenwischer fortführt. Was aus dieser Sendung geworden ist sieht man ja: moderiert von Dieter Nuhr, der politisch und inhaltlich wie ein Gegenstück zu Schramm wirkt. Immer bemüht darum, die bestehenden Ungerechtigkeiten zu relativieren und zu verharmlosen. “Uns geht es doch gut!”

            • Kriegszitterer schrieb am 5. Januar 2012 at 23:47 - Permalink

              Args … hast recht Zeitgenosse . Mein Fehler ! Auch wenn ich mir bei der Anstalt ähnliches ausmalen könnte . Der Druck ist so oder so bestimmt enorm ! Es werden ja Stück für Stück die passenden Leute in Stellung gebracht .

            • Peleo schrieb am 6. Januar 2012 at 10:02 - Permalink

              Der Blödel- und Klamauk-Faktor bei Priol war (und ist) einfach zu hoch. Das hat Schramms beißende Kritik verwässert. Ich denke, er ist deshalb da weg, und das ist gut so. Besser ein kleines, aber aufnahmebereites Publikum, als ein großes, schenkelklopfendes.

            • Dennis82 schrieb am 6. Januar 2012 at 12:35 - Permalink

              @Peleo: Finde ich nicht. Grade Schramm und Priol waren ein gut eingespieltes Team – wüsste nicht, was dort verwässert worden wäre. Grade Dombrowski und der Anstaltsleiter hatten dazu ja auch auf der Bühne den ein oder anderen meiner Meinung nach tiefsinnigen Disput. Auch über das Kabarett als solches (manche bezeichnen es ja als Hofnarrentum).

              Natürlich, im Vergleich zu Schramm wirkt vieles nur noch als Blödel und Klamauk, aber Priol ist sehr wohl ein ernsthafter Kabarettist, seine Tilt!-Jahresrückblicke sind großes Kino.

              Es hat der Masse noch nie etwas gebracht, wenn ein elitärer Kreis der erleuchteten unter sich bleibt. Schramm kann man nämlich das Bestreben und das Können unterstellen, aus verächtlich “Schenkelklopfern” genannten “Aufnahmebereite” zu machen.

      • Schlesinger schrieb am 5. Januar 2012 at 23:26 - Permalink

        @Sergio: Widerspreche. Mit Verschwörungstheorie hat das nichts zu tun. Die Annahme ist zulässig, dass es in der “Anstalt” etwas mehr mit Klamauk zugeht als es Schramm vielleicht gefällt. Dass er einen vollen Terminplaner angibt, kann ja sein. Darin liegt kein Widerspruch. Letztlich habe ich nur gesagt: Die Ernsthaftigkeit Schramms – was ein “Wirken-Wollen” und nicht ein “Ankommen-Wollen” beim Publikum” anbelangt – ist höher als bei anderen Kabarettisten. Da liegt nichts näher als sein eigenes Ding zu machen. Vielleicht ist meine Annahme nicht zutreffend – aber mit VT hat sie nun wirklich nichts zu tun, zumal nirgends behauptet wurde, er sei geschasst worden…

        • NoName schrieb am 6. Januar 2012 at 11:56 - Permalink

          Vieleicht keine VT – aber pure Spekulation. Auch nicht viel besser. Denn es gibt nichts was dafür spricht aber eine Menge dagegen (nämlich G. Schramms Aussagen in Interviews).

    33. Outback schrieb am 5. Januar 2012 at 22:40 - Permalink

      Wie dem auch sei! JB und sehr viele andere, haben es längst durchschaut!
      Hier, in dieser Republik, ist seit langer Zeit vieles so was von im Argen!
      Mich wundert es auch gar nicht, dass dem so wenig entgegen gesetzt wird.
      Der Tenor in der breiten Öffentlichkeit scheint zu sein: Irgendwie werden wir es schon überstehen!
      Weit gefehlt!
      GS, VP und HR, um nur einige zu nennen, halten das Fähnlein der Aufrechten hoch.
      Fein, dass Georg Schramm, der der ‘Volksbelustigung’ rechtzeitig entgangen ist, einmal ein Forum geschaffen wurde.

    34. minimax schrieb am 6. Januar 2012 at 01:11 - Permalink

      Früher wurden die Kabarettisten Hofnarren genannt. Was kostet durchschnittlich eine Eintrittskarte für das Kabarett? Wer ist die Zielgruppe?

      Was ich immer schlimm finde ist der Personenkult. Kaum sagt mal jemand was vernünftiges, dann rufen die meisten gleich nach einen Führer. Am besten noch mit einem vorgefertigten Programm, dann brauch man sich um nichts mehr zu kümmern.

      • Peleo schrieb am 6. Januar 2012 at 10:18 - Permalink

        Personenkult

        Dass Schramms Veranstaltungen immer sofort ausverkauft sind, zeigt doch: Das Bedürfnis nach scharfsinniger Analyse ist da und größer als gedacht. Ohne Erkenntnis keine Veränderung – und sei es auch nur an der Wahlurne.

        • minimax schrieb am 6. Januar 2012 at 14:27 - Permalink

          außer der scharfsinnigen Analyse spielt beim Publikum sicherlich auch der Kulturkonsum und die Unterhaltung eine Rolle. Gegen das Kabarett hat die Regierung auch keine Einwände und die Politiker gehen auch gerne mal selber hin.

    35. veverita schrieb am 6. Januar 2012 at 02:48 - Permalink

      Der Vergleich mit Wehnert verbietet sich. Wehner war ein großartiger Redner, aber auch ein Mörder, der etliche ans Messer geliefert hat. Schramm hat kein Blut an den Händen. Aber ja, Schramm ist immer wieder ein Licht in der Dunkelheit, ein Aufruf sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

    36. Kriegszitterer schrieb am 6. Januar 2012 at 03:19 - Permalink

      Alter Link von mir aber … ;-D

      Sollte ich vielleicht wo anders bloggen … Trotz diesem Piraten uboot von Bundesvorstand …

      Naja vielleicht erklärkt ihr mir das noch mal :)

      Aber ich bin voll auf dem laufenden :) …

      • Schrotie schrieb am 6. Januar 2012 at 08:59 - Permalink

        Witzig, habe ich mal drüber geblogt. Hier ganz unten.
        Zu dem Video schrieb ich:

        So kann ich Googles Beitrag diesem Meisterwerk der Piratenpartei gegenüberstellen. Ich weiß nicht so recht, was sich die Macher dabei gedacht haben. Es soll wohl auch Werbung für die Piraten sein (aber da ist natürlich nichts kommerzielles und mit Urheberrecht hat das absolut nichts zu tun). Ursprünglich war es als Interview mit Fabio Reinhardt gedacht, der soeben für die Piraten ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen ist. Doch dann kam unverhofft Regine Feldewert dazu und es entspann sich ein Dialog zwischen ihr und Reinhardt. Zur Bewertung dieses Videos sollte man sich klarmachen, dass Olli Dittrich für „Dittsche“ (zurecht) unter zahlreichen Preisen auch den Adolf Grimme Preis erhielt. Regine Feldewert hat etwas, was Dittsche fehlt: Sie ist echt. Das allein macht dieses Video schon absolut sehenswert. Hinzu kommt noch, dass es ausgerechnet von den Piraten lanciert wird, die vor allem für Bürgerbeteiligung und Basisdemokratie stehen. Wie es sich für ein Kulturgut von Rang gehört, eröffnet dieses Video zahlreiche Lesarten:

        Werbung für die Piraten
        Anti-Werbung gegen die Piraten
        Diskreditierung der CDU
        Bloßstellung und Verachtung der Wähler
        Schonungslose Transparenz
        Schlichte Dokumentation
        Information über die Piraten

        Ich nehme es als in jeder Hinsicht absurdes Gesamtkunstwerk.

    37. Schrotie schrieb am 6. Januar 2012 at 08:55 - Permalink

      Aus Schramms Rede vor den Occupisten (letztes Video im Artikel):
      Kriegsrethorik (ab 8:00-8:30), Banker ins Arbeitslager (9:20), tote Banker = Happy End (11:50), Gläubiger köpfen (13:00) = Stimmungsaufheller (13:25)

      • Dennis82 schrieb am 6. Januar 2012 at 12:24 - Permalink

        bisschen empfindlich? Das nennt sich Satire bzw. Kabarett. Ohne Überspitzungen und Polemiken bleibt doch nur noch harmloses, folgenloses blabla…

    38. NoName schrieb am 6. Januar 2012 at 11:54 - Permalink

      Naja, mit Georg Schramm als Mann des Jahres bin ich ja durchaus einverstanden.
      Nicht aber mit großen Teilen des Artikels.
      1. Daß Schramm andere Gründe hatte, “Neues aus der Anstalt” zu verlassen als seinen Wunsch nach 10 Jahren Fernsehen wieder mehr Zeit für ein eigenes Bühnenprogramm zu haben ist pure Spekulation.
      Er selbst hat sich bisher immer nur äußerst positiv über seine Zeit beim Fernsehen geäußert – auch wenn es ihm ein bißchen “stinkt”, daß ausgerechnet das Fernsehen für seinen Erfolg maßgrblich verantwortlich ist :D.
      2. Schramm als Pressesprecher unter Steinbrück????
      Eher dürfte die Hölle zufrieren. Was Georg Schramm von der heutigen SPD, hält ist von seiner Meinung über die CDU nicht weit weg :D.
      3. Auch der Teil, daß “[Schramm]… im übrigen mit der Schärfe seines Vortrags durchaus ein Risiko eingeht: Fernsehintendanten gehören nicht zu den risikofreudigsten Menschen” ist wieder pure Spekulation.
      Georg Schramm hat in Interviews etwas ganz anderes gesagt. Man habe ihm und Priol beim ZDF immer freie Hand gelassen.

      Nächstes Mal besser recherchieren und weniger spekulieren.

      • Peleo schrieb am 6. Januar 2012 at 13:57 - Permalink

        Man habe ihm und Priol beim ZDF immer freie Hand gelassen.

        Spricht das nun für Toleranz/Aufklärung des ZDF oder Harmlosigkeit der “Anstalt” oder der” heute-Show” – für garantiert wirkungsloses Hofnarren-Kabarett als Ventil für Unzufriedenheit?
        Die SoWi-Insitute erforschen das alles mögliche. Gibt es eigentlich Untersuchungen zur Wirkung von politischem Kabaratt?
        @ Dennis82

        Es hat der Masse noch nie etwas gebracht, wenn ein elitärer Kreis der erleuchteten unter sich bleibt.

        Da ist natürlich was dran. Mein Eindruck bei der “Anstalt” ist halt der: man erwartet Gags und Pointen zum Lachen (Priol und “sie”). Man geht da hin, weil man lustig unterhalten werden will. Wenn das Lachen gefriert wie manchmal bei Schramm, dann wirkt das Publikum doch befremdet. Ob das nachhaltig ist?

        • Dennis82 schrieb am 6. Januar 2012 at 21:05 - Permalink

          @Peleo: Ich denke, die Frage ist so alt wie das Kabarett selbst. Gags und Pointen am Fließband ist Comedy. Im politischen Kabarett soll und muss aber auch gelacht werden. Nur weil oft gelacht wird, ist es zwangsläufig kein schlechtes Kabarett. Und nur weil alle leise und betroffen wie bei einer Beerdigung auf dem Stuhl sitzen, kein zwangsläufig gutes. Das zynische, sarkastische oder selbstironische Lachen über eigentlich quälende Zustände befreit auch ein wenig. Die Frage ist, ob jemand für sich selbst aus dem, was er da hört, Schlüsse zieht, nachdenklich wird. Widersprüche in seinem eigenen Denken entdeckt und sich mit diesen auseinandersetzt.

          Volker Pispers beginnt sein Programm “bis neulich” auch immer mit einer recht unverblümten Kritik an jenen unter seinen Zuhörern, die seinen Vortrag nur als folgenlose Unterhaltung ansehen.

        • NoName schrieb am 7. Januar 2012 at 13:30 - Permalink

          Spricht das nun für Toleranz/Aufklärung des ZDF oder Harmlosigkeit der “Anstalt” oder der” heute-Show” – für garantiert wirkungsloses Hofnarren-Kabarett als Ventil für Unzufriedenheit?

          Weder noch in meinen Augen – es spricht nur dafür, daß lt. Schramms Aussage sich das ZDF nicht in den Inhalt der Sendung eingemischt hat und auch die Live-Ausstrahlung ermöglicht hat. Nicht mal Übrziehungen der Sendezeit waren ein Problem (selbes Interview). Alles andere ist Spekulation.
          Und daß “Neues aus der Anstalt” ein reines Gag-Feuerwerk sei, dem möchte ich selbst nach dem Abgang Schramms doch vehement widersprechen. Hagen Rether ist regelmäßiger Gast, Barwasser auch nicht gerade der Typ für brüllrnde Lacher und das die Leute bei Priol häufig lachen (so auch ich) liegt wohl eher daran, daß er seine ziemlich beißende Kritik sehr pointiert rüber bringt.
          Ich bedaure den Abgang Schramms ja auch und halte die Kombination von Barwasser (den ich als Macher von “Pelzig (unter)hält sich” sonst sehr schätze) für nicht ganz so perfekt, das macht “Neues aus der Anstalt” aber noch lange nicht zur shlechten Sendung. Im Gegenteil – es ist einer der wenigen Lichtblicke im ÖR-Fernsehen.

          BTW – das bei Schramm weniger gelacht wird halte ich übrigens für ein Gerücht ;).

      • Andreas Perl schrieb am 10. Januar 2012 at 14:21 - Permalink

        Auch die Anstalt wird zensiert!Das kann ich dir mit Brief und Siegel bestätigen.Da ich regelmäßig am Montag Abend bei der Generalprobe bin.Was da oftmals an scharfer Munition geschossen wird, sieht man Di abend bei der Liveshow nur noch als lahmen Rohrkrepierer…(ganz besonders was die reste der Bundesregierung,Springer und Mohn betrifft)

        • Dimebag schrieb am 11. Januar 2012 at 13:19 - Permalink

          Wie wird denn dann zensiert? Sagt Dienstag Morgen einer: “Das gefällt nicht, das auch nicht, raus, streichen.” und dann wird es am Abend nicht aufgeführt, oder wie? Erkläre bitte mal deine Vorstellung, wie dies funktionieren soll.

    39. Bonsaibaeumchen schrieb am 6. Januar 2012 at 14:30 - Permalink

      Schramm und Pispers, die beiden sind für mich Helden der Vernunft.
      Ich kann nur hoffen das sie an bekanntheit gewinnen und das sie weiterhin zur Aufklärung beitragen

    40. klean schrieb am 6. Januar 2012 at 19:30 - Permalink

      Netter Artikel – abgesehen vom Steinbrück-Lapsus. Als Ergänzung hierzu und vielleicht auch erweiternd & noch ein wenig erhellender als das Interview mit wearechange.ch – Schramm Ende 2010 bei SWR Leute Night , leider nicht als TV-Mitschnitt:

      Wem daher das Standbild auf den Docht geht – nur Audio:
      mp3-Download

    41. klean schrieb am 6. Januar 2012 at 19:33 - Permalink

      Ups, das ging schwer in die Hose – sorry, first try to embed.

      • klean schrieb am 6. Januar 2012 at 19:38 - Permalink

        Also halt direkt auf diesem Weg, bin offensichtlich zu doof für’s Einbetten.

        Leute Night mit Georg Schramm

        @SF:
        Die funzende Editierfunktion wäre wieder super, sähe nicht so schrecklich unbeholfen (natürlich nur für mich) aus. ;-)

    42. Lars schrieb am 7. Januar 2012 at 20:54 - Permalink

      Habe eben Meister Yoga’s Ende in voller Länge gesehen … man müsste Georg Schramm dafür die Füsse küssen :)

      • bridgR schrieb am 8. Januar 2012 at 20:07 - Permalink

        Oberst Sanftleben habe ich seit den Tagen aus der Anstalt so vermisst!!! :o)

        • bridgR schrieb am 8. Januar 2012 at 21:14 - Permalink

          alle mal bei 37:10 reinschalten – “heute sitzen die am Tisch der Regierenden, die Habgier [..] am Tisch sitzen dürfen die nämlich erst, seid sie im Mittelalter den herrschenden die Wahlkämpfe bezahlt haben und dafür das Monopol auf die Silbertaler-Herstellung gekriegt haben”
          weiße Worte!!

          Diskussion eröffnet :o)

          • bridgR schrieb am 8. Januar 2012 at 22:04 - Permalink

            weisse Worte – du verstehen? ^.^

          • bridgR schrieb am 8. Januar 2012 at 22:04 - Permalink

            weise Worte – du verstehen?

    43. Dennis82 schrieb am 8. Januar 2012 at 17:20 - Permalink

      Es wird eng für Georg Schramm:

      http://www.heise.de/tp/blogs/6/151183

      • bridgR schrieb am 8. Januar 2012 at 22:13 - Permalink

        so, habe ebenfalls gerade im lqfb fuer Schramm als Bundespräsidenten gestimmt! *hehe

        würde noch nicht mal nen (freiwilligen?) Rücktritt von Wulff abwarten…! Vielleicht muss man den Wulff einfach davonjagen, wie etwa gerade diesen ‘Grima’ aus Herr der Ringe..

        Auch wenn das Beispiel hinkt – Wulff ist ja nicht Intrigant, er nickt ja nur ab.

    44. Joachim Endemann schrieb am 11. Januar 2012 at 22:42 - Permalink

      @ 17. salvo

      … Kunst bildet für den Künstler eine Art institutioneller Schutzwand gegen gesellschaftliche Macht aus, dh würde selbst ein Schramm daraus und ins ‘Reale’ treten, würde er gewiss eine Transformation erleiden, die ihn für sein ‘Publikum’ unerkenntlich machen oder in kürzerster Zeit von der Medienmeute zerrissen würde

      btw: Für mein Verständnis hat ein Künstler in seiner Kunst das Ausdrucksmittel gefunden, das ihn davor bewahrt, verrückt zu werden. Das heißt eine Transformation ins Banale (nur in diesem Sinne ins „Reale“, dem [herrschaftsseits] zugelassenen Realen also, und nicht ins R e a l e) wäre für Georg Schramm fatal.

      Wenn die Funktion „Bundespräsident“ der direkten Wahl durch die Bevölkerung unterstellt wäre, könnte sie von Schramm deshalb verkörpert werden, weil seine Kunst im Gebrauch der Sprache liegt: er weiß um die Macht des Wortes, ohne, so vermute ich, dann die Sprache zur Verschleierung von Sachverhalten zu mißbrauchen, sondern sie zu dem zu gebrauchen, wozu sie da ist, wenn der Sprechende eine vom Volk d i r e k t übertragene Funktion wahrnimmt: zum a u f k l ä r e n d e n Gespräch/zur a u f k l ä r e n d e n Rede einerseits und zur Ermahnung an die Regierenden, wenn sie wider die gesamtgesellschaftlichen Interessen (also falsche) Politik machten (wegen des Direktgewähltseins reichte dann schon quasi der mahnende Fingerzeig, lobbyistische Tendenzen zu blocken).

      Das heißt Schramm wäre in der Tat geeignet, die Rolle des gesamtgesellschaftlichen Schützers auszufüllen, allein durch die Macht des Wortes – allerdings nur dann, wenn die Funktion „Bundespräsident“ der direkten Wahl durch die Bevölkerung unterstellt ist und der Personalvorschlag nicht von Vertretern der deutschen Sektion der Internationalen Neoliberalen Partei (CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE) bestimmt wird.

      … Diese Utopie liegt selbstverständlich außerhalb des „Realen“, nicht aber des
      R e a l e n …

      Mit freundlichen Grüßen, Joachim Endemann

    45. Peleo schrieb am 14. Januar 2012 at 12:06 - Permalink

      Georg Schramm gab nicht nur WAC Interviews, sondern auch alverde, der Kundenzeitschrift von dm. Die Drogeriekette gehört bekanntlich dem Millionär, der für das BGE kämpft.

      In der gleichen Ausgabe auch ein Interview mit Joachim Gauck, dem großen Freiheits-Pathetiker. Also auch hier wohl eine gegenseitige Sympathie.

      Müssen wir, die wir Schramm genial, Werner grenzwertig und Gauck sonstwie finden, jetzt unsere Vorurteile neu ordnen?

    46. BlueSparkle schrieb am 19. Januar 2012 at 20:53 - Permalink

      Schramm als “Mann des Jahres”?-
      Ich glaube, dass er solche Dinge hasst!

      Nichts desto trotz, Ehre, wem Ehre gebührt:
      Schramm ist der Größte!

      Für mich tausend mal mehr als Hildebrandt oder die jetzt herumlaufenden Karikaturen, die keinen Satz zu Ende bringen und nur hektisch und getrieben wirken.

      Und super! Dass er auch bei der Verleihung des Kleinkunstpreises im affigen Vergnügungspark Rust keinen “Knicks” gemacht hat!
      und i.Ü. auch der “Anstalt” den Rücken gekehrt hat.

      Ein kritischer Geist unserer Zeit!

      Das sagt übrigens eine Juristin im Referendariat, in Freiburg, nur mal so, zur Ergänzung…

      Schramm is the best!!!

    47. Moon schrieb am 25. Januar 2012 at 02:08 - Permalink

      Herr Schramm sollte unser nächster Bundespräsident werden! Hach, wäre das schön. Deshalb habe ich diesen Artikel auch auf Facebook verlinkt. (OT) Leider hat sich da eine Online-Apotheke dazwischen geschlichen. Sorry, wenn ich das so einfach in die Kommentare schreibe, fiel mir gerade nur so auf, Sie dürfen diesen Post selbstverständlich löschen.


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