Die Agonie der Demokratie
geschrieben am 03. Februar 2012 von Spiegelfechter
Der Verfassungsschutz beschäftigt sich mit der Linkspartei und gleichzeitig nutzt das Finanzsystem die von ihm provozierten Refinanzierungsprobleme der Eurostaaten, um der Politik neue und immer engere Leitplanken zu setzen, mit denen die politische Handlungsfähigkeit der demokratischen Staaten immer weiter eingeschränkt wird. Längst ist die öffentliche Verschuldung zu einem Gesslerhut geworden, der dem Volk und der Politik aufzeigt, wer der wahre Souverän in diesem Lande ist – nämlich das Finanzsystem. In steter Regelmäßigkeit wird ganz offen eine Unterscheidung zwischen den vermeintlich objektiven Interessen der Allgemeinheit und dem politischen Willen der Allgemeinheit vorgenommen. Gerade so, als seien die in einer Demokratie angeblich mündige Bürger unmündige Kinder, die nicht wissen können, was das Beste für sie sei. Die Demokratie von heute ist nicht mehr von ihren offenen Feinden – und schon gar nicht von der Linken -, sondern von denjenigen bedroht, die vorgeben, die Politik in den europäischen Staaten wieder auf den Pfad der Tugend, nämlich des Sparens zurückführen zu wollen.
Seit wann nimmt die Öffentlichkeit es eigentlich ohne weitere Klagen hin, dass die deutsche Politik die Verfassung eines souveränen, demokratischen Staates außer Kraft setzten will, indem sie dem Parlament das Budgetrecht abspricht? Während das Bundesverfassungsgericht den deutschen Politikern hier sehr restriktive Leitplanken gesetzt hat, lässt man andererseits jeglichen Respekt vor der Verfassung anderer demokratischer Staaten vermissen. Griechenland – so hat es den Anschein – gilt für die Eliten dieses Landes als eine Art seniler Großvater, den man davon schützen muss, auf Nepper, Schlepper und Bauernfänger hereinzufallen, indem man ihm die Geschäftsfähigkeit aberkennen lässt und selbst die Vormundschaft anmaßt. Man erklärt die griechische Demokratie inzwischen reflexhaft für unfähig, die eigenen Interessen erkennen oder gar vertreten zu können, erklärte sie schlicht für unmündig und ignoriert damit sogar das demokratische „Königsrecht“ eines Parlaments, nämlich die Haushaltshoheit in einem Maße wie es in der Geschichte bisher nur durch Gewalt- oder Kriegsandrohung oder durch militärische Besetzung möglich war.
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THX!
Ein super Artikel der alles wesentliche auf den Punkt bringt und die wahren Gefahren für unsere demokratische Grundordnung aufzeigt.
Guter Artikel, der die Essentials zu den aktuellen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen enthält. Pointiert und wütend. Aber nie ungerecht. Der Spiegelfechter zeigt der Journaille wie es geht. Vorbildlich.
@SF
Eine schöne Zusammenfassung der unhaltbaren Zustände. Da scheint Dir so langsam der Kragen geplatzt zu sein:
Danke für dieses Bonmot :-).
Ich stelle bei mir selbst zunehmend eine Art Resignation fest, die ich nicht gut finde, die sich aber dennoch manifestiert. Wollen wir hoffen, dass Du mit Deinem Abschlusssatz nicht Recht behältst.
Frank meinte gestern, ich entwickele mich zur Ulrike Meinhof der NachDenkSeiten – das weise ich jedoch von mir ;-)
Man muss/ sollte die schwerst Kriminellen der RAF und anderer gewalttätiger Gruppierungen unbedingt außen vor lassen!
Unabhängig davon, wenn man Deinen Artikel in Zusammenhang bringt mit realistischen demokratischen Optionen bringt, könnte sich womöglich durchaus herauszustellen das einige rote Ideologen (m.E. “nur”) in ihrer Analyse unseres Systems so unrecht nicht hatten, schon 1999(!) schrieb die Gruppe krisis:
“…Arbeit und Kapital sind die beiden Seiten derselben Medaille
…
Kapitalismus wird zu einer globalen Minderheitsveranstaltung. In seiner Not ist der sterbende Arbeitsgötze autokannibalistisch geworden. Auf der Suche nach verbliebener Arbeitsnahrung sprengt das Kapital die Grenzen der Nationalökonomie und globalisiert sich in einer nomadischen Verdrängungskonkurrenz. Ganze Weltregionen werden von den globalen Kapital- und Warenflüssen abgeschnitten. Mit einer historisch beispiellosen Welle von Fusionen und “unfreundlichen Übernahmen” rüsten sich die Konzerne für das letzte Gefecht der Betriebswirtschaft. Die desorganisierten Staaten und Nationen implodieren, die von der Überlebenskonkurrenz in den Wahnsinn getriebenen Bevölkerungen fallen in ethnischen Bandenkriegen übereinander her.
…
Diese Entwicklung kann durch keine Politik der Welt mehr aufgehalten oder gar rückgängig gemacht werden. Denn Politik ist ihrem Wesen nach staatsbezogenes Handeln, das unter den Bedingungen der Entstaatlichung gegenstandslos wird. Die linksdemokratische Formel von der “politischen Gestaltung” der Verhältnisse blamiert sich von Tag zu Tag mehr. Außer endloser Repression, Abbau der Zivilisation und Hilfestellung für den “Terror der Ökonomie” gibt es nichts mehr zu “gestalten”. Da der arbeitsgesellschaftliche Selbstzweck der politischen Demokratie axiomatisch vorausgesetzt ist, kann es für die Krise der Arbeit auch keine politisch-demokratische Regulation geben. Das Ende der Arbeit wird zum Ende der Politik.”
Aus dem Minifest gegen die Arbeit (http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit)
Demnach ist das was gerade in Sachen der Marginalisierung unserer Demokratie (über die Kapitalschiene) abläuft, zum einen systembedingt und zum anderen nicht mehr auf zu halten, wobei dieser Zersetzungsprozess gerade erst begonnen hat. Ich hoffe inständig, dass die Autoren sich geirrt habe und wir noch die “demokratische” Kurve kriegen.
Na jaa, man merkt diesem Text doch an, dass er von alten Marxisten geschrieben wurde. Diese Fixierung auf “Arbeit” ist für mich nicht nachzuvollziehen und auch ansonsten halte ich diesen Text für intellektuell nicht zeitgemäß. Sorry.
Wenn man kritisieren würde, dass der Text von krisis viel zu eindimensional ist, würde ich das 100% mittragen. Aber die Fixierung auf Erwerbsarbeit besteht doch in unserer Gesellschaft mehr denn je. Und das da womöglich ein totes Pferd geritten wird und das es in Summe (global, oder auch schon EU weit) schon aus technologischen Gründen keine Vollbeschäftigung mehr geben kann sagen doch sogar die Neolibs.
“The End of Work (1995; deutsch Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft) zeigt, dass es durch den Produktivitätszuwachs in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem dramatischen Verschwinden von Fabrikarbeitsplätzen gekommen ist. Dies gilt trotz des Wirtschaftswachstums im selben Zeitraum. Anhand weltweiter Wirtschaftsdaten wird gezeigt, dass sich diese Entwicklung in Zukunft in dramatischer Form fortsetzen wird.[5] Rifkin erwartet, dass bis 2010 nur noch 12% der Weltbevölkerung in der Produktion arbeitet. Bis 2020 sollen es nur noch 2% der Weltbevölkerung sein.[6] Laut Rifkin ist hiermit von 2010 bis 2020 zu erwarten, dass es in der Produktion ein Rückgang der Werktätigen auf ca. 1/6 des heutigen Wertes geben wird. Für andere Wirtschaftsbereiche ist wegen der zunehmenden Automatisierung ein ähnlicher Rückgang abzusehen. Dies zeigt Rifkin anhand weltweiter Wirtschaftsdaten für die nicht produktiven Wirtschaftssektoren.”
Aus
http://de.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Rifkin
P.S.: Ich sehe Textfunktionen wie “Link” oder “Zitat” mehr was mache ich falsch?
Da zitierst Du einen sehr interessanten Text. Ich habe Rifkins Thesen auch selbst sehr lange für richtig gehalten. Heute finde ich aber, dass er sich zu sehr auf die Erwerbsarbeit einschießt. Für mich ist der Dreh- und Angelpunkt aber eher die gerechte Verteilung der Wertschöpfung. Wie man dann die Arbeit organisiert, um diese Wertschöpfung auch aufrecht zu erhalten ist ein andere, m.E. aber zweitrangige, Frage. Arbeit, so viel steht fest, gibt es mehr als genug. Arbeit, die nach marktwirtschaftlichen Regeln profitabel für den Arbeitnehmer und(!) den Arbeitgeber ist, wird es jedoch auf absehbare Zeit nicht genug geben. Da muss dann den Staat einspringen und dabei auch Defizite machen. Diese Defizite müssen jedoch von den Überschüssen der profitablen Arbeit abgeschöpft werden. Das ist alles machbar, wenn man es denn nur will.
p.s.: Mit der Arbeitsdefinition von Krisis hat das natürlich alles wenig zu tun. Auch Rifkin nutzt den Begriff anders als Krisis.
@Heldentasse @Spiegelfechter @Alle
Kennt Ihr zufällig einen Text, der gut die Rationalisierung/Automatisierung im Dienstleistungsbereich dokumentiert?
Beispiele (Rationalisierung im Dienstleistungsbereich):
Bankangesteller -> Online Banking, Geldautomat
Reiseverkehrskauffrau -> Online
Versicherungsmakler -> Online Plattform Direktversicherer
Börsenmakler -> Automatisiertes Handelssystem
usw…..
Hier verschwinden ganze Berufsbilder.
Wir hatten Glück das Prostitution unter der SPD Regierung nicht zum Ausbildungsberuf wurde?!
Es verschwand kein einziges Berufsbild auf dem Altar der sozialen Marktwirtschaft unter Schröders Agenda, geringfügig geändert höchstens und die Meisterprüfung für den Bankautomat ist auch nicht unbedingt erforderlich. Rationalisierung zu Gunsten der Globalisierung, wundern sie sich nicht wenn sie den Notruf betätigen im Erlebensfall und der erzählt ihnen erst etwas über ihre Essgewohnheiten anhand ihrer Bestellungen beim Pizzaservice? Es verschwanden keine Berufsbilder nur die Prioritäten sind andere!!
@Fette Beute
Kürzlich bei Ikea begegneten wir der “menschenfreien Kasse” – der Kunde betätigt den Scanner selbst – meiner Gattin und mir hats gegruselt.
Leider habe ich keinen entsprechenden Text zu bieten, schließe mich deiner Suche aber gerne an.
Grüße
@Fette Beute und HHarlekin
Wir sind es, die die Scannerkassen bedienen! Schnell!(?), bequem!(?), nicht warten!(?), selber beschäftigt sein, kein anderer …. (dem ich das schwarze unter dem Fingernagel gönnnen würde …) … ich schnapp’ gleich über: Der Fehler beginnt schon bei IKEA auf dem Parkplatz … WER FÄHRT DENN DA HIN? Zellhaufen!!! *kotz*
Und komm’ mir nicht mit: Kann’ ich mir nich leisten … und so’ne Schoiße! Du hast genug!!! Verzichte!!!!
@HHarlekin
Danke für den Hinweis. Telepolis hat sogar einen Artikel zur “Self-Service-Kasse”.
@Fette Beute
Danke für den Link. Wie ich sagte: Gruselig.
Grüße
hier, nur für dich, nachdem du gezeigt hast, dass du nicht verstanden hast:
http://www.jutta-ditfurth.de/ulrike-meinhof/Material/Ditfurth-Meinhof-BIBLIOGRAFIE-20071222.pdf
doch wo rote ideologen (nur in ihrer analyse) so unrecht nicht haben und die inständige hoffnung auf die ‘demokratische’ kurve blüht, da ist hopfen und malz, gott erhalz, auch keine lösung.
Danke für den Link. Man kann meine Meinung ruhig als naiv und weltfremd titulieren, evtl. ist sie aber auch nur eine Hoffnung auf eine friedliche demokratische Gesellschaft, oder noch spießiger auf des gute im Menschen.
das meinte ich nicht. weltfremd, naiv, an das gute glaubend, alle diese attribute lösen bei mir nichts aus, da ich jedem sein selbstbild lasse. mir ging es mehr um die impliziten vorurteile, die für mich beispielsweise in ausdrücken wie ‘rote ideologen’ oder in gänsefüßchen gesetzte hoffnungen zum vorschein kommen. natürlich auch darin, dass man diesen roten ideologen nicht einfach recht geben kann, ihnen nur das nicht unrecht haben zusprechen, wenn auch nur eingeschränkt, in ihrer analyse. so eine (angstbesetzte?) abgrenzung bedurfte halt der antwort.
“…Ulrike Meinhof der NachDenkSeiten – das weise ich jedoch von mir…”
Na, da werden die Beiträge des zukünftigen Stammheimer Knastbloggers JB wohl noch lange auf sich warten lassen…. ;-)
Guten Morgen, Jens Berger,
ich muß auch sagen – auch nach Lektüre der heutigen Kommentare auf den NDS/Hinweise – da ist einer aber mächtig sauer…oder, anders ausgedrückt:
Da macht ein Journalist seine Arbeit!
Ich unterschreibe jeden Satz des Artikels, insbesondere die Passage:
“Sie (die Politik) dient nicht dem Allgemeinwohl, sondern den Partikularinteressen einer sehr einflussreichen finanzkräftigen und dementsprechend meinungsmächtigen Minderheit. Quer durch wichtige Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens bestimmen diese Partikularinteressen die politische Agenda. Dies gilt ganz besonders für die ökonomischen Interessen des Finanzsektors…ff..”
Und zur “Expertenherrschaft”: Das ist ja auch das, was z. B. dieser unsägliche Eliten-Furchengänger Trankovits in seinem Machwerk “Weniger Demokratie wagen” fordert, weil Großunternehmer wie Berggruen sowas gefallen würde, er würde z. B. gerne den Bundesrat abschaffen und durch “Experten” ersetzen.
Dein Kollege mit dem “Feynsinn” hat auch mehrfach darauf hingewiesen und mit Textstellen belegt, daß “Expertenherrschaft” ein feuchter Traum eines gewissen Herrn von Hayek war.
Die “Eliten” sind längst über das Debattenstadium hinaus, sie machen Ernst. Und wie das aussieht, erleben wir gerade.
Vielen Dank für den starken Text – oder sollte ich sagen: “Apell”?
Freundliche Grüße und weiter so
HHarlekin
Na dann pass aber auf, dass Dich VS nicht mit Waffen oder Sprengstoff versorgt, die sind doch immer auf der Suche nach Extremisten. Geld bekommt man von denen nur, wenn man rechtsextrem ist.
Eigentlich bin ich ja wesentlich(!) verfassungstreuer als so ziemlich jeder Bundestagsabgeordnete der vier Blockparteien. Ich muss da also keine Angst haben ;-)
Das der VS die Verfassung schützt ist ehh ein Märchen, da ist “Rotkäppchen und der Wolf” wohltuend real dagegen!
Vielen Dank für diesen guten Artikel!
Sicher liest das Regime regelmässig die Nachdenkseiten – doch leider wird es sich nicht durch gut zureden bessern.
Verstehe, dass Du nicht mit Ulrike Meinhof verglichen werden willst, andererseits waren auch die Geschwister Scholl zu ihrer Zeit ‘Terroristen’. Wie die Geschichte das später notiert kann aktuell nie gesagt werden…
Das Kernproblem ist, wie Du richtig bemerkst, >>>das weitgehend anonyme Konglomerat<<<:
"Hinter den Kulissen zieht diesmal nicht die Ostindien-Kompanie, die eine Vereinigung reicher Londoner Kaufleute war, die Fäden, sondern ein weitestgehend anonymes Konglomerat der Hochfinanz, das gerne beschönigend mit dem Begriff „Finanzmärkte“ umschrieben wird."
Schwer zu fassen, diese "Unbekannten" (Anonymen).
Nichts gegen die “frühe” Meinhof, deren Konkret-Artikel auf ihre Art auch gut sind. Wenn wir den Namen hören, denken wir jedoch an die “späte” Meinhof, mit der ich nun so gar nichts anfangen kann. Der Vergleich mit den Geschwistern Scholl hinkt auch ganz gewaltig.
“Verstehe, dass Du nicht mit Ulrike Meinhof verglichen werden willst, andererseits waren auch die Geschwister Scholl zu ihrer Zeit ‘Terroristen’.”
Unfassbar–
Schlicht unfassbar.
@ Sextus
Ja – Schlicht unfassbar! Verrate mir doch auch noch was.
Verurteilt wegen “landesverräterischer Feindbegünstigung”, “Vorbereitung zum Hochverrat” und “Wehrkraftzersetzung”. Dies und anderes nennt man heute “Terrorismus”.
Ich sagte ja nicht, dass die Geschwister Scholl Terroristen waren, sondern dass sie, wäre damals heute, als solche eingestuft würden.
Dein Artikel bringt es auf dem Punkt ..Target achieved …. strike ….. destroyed
ich entwickele mich zur Ulrike Meinhof der NachDenkSeiten
…so soll das sein ,und das ist gut so ;-)
666
/( Anmerkung der Mod, wenn sie zitieren dann bitte den ganzen Text. “Frank meinte gestern, ich entwickele mich zur Ulrike Meinhof der NachDenkSeiten – das weise ich jedoch von mir “, würde vieles vereinfachen und womöglich erschwerendes verhindern?)/
Der Berger war mir schon immer verdächtig! Wahrscheinlich ist der auch noch der französischen Sprache mächtig ;D
http://www.youtube.com/watch?v=kuzu6iS036Q#t=0m46s
Okay etwas aus dem Zusammenhang gerissen.
Nix für ungut. Bleiben sie am Ball Herr Berger.
Auch in Deutschland wird das Budgetrecht kastriert – durch den neuen Fiskalpakt und den ESM-Vertrag. Da steht drin, dass die Unterzeichner uneingeschränkt Geld nachschießen müssen; außerdem genießen die ESM-Verwalter strafrechtliche Immunität. Ich vermute, dass der Bundestag den Text noch gar nicht kennt, denn er wurde erst gestern in Brüssel veröffentlicht. http://lostineurope.posterous.com/der-esm-vertrag-ist-raus
Sonst müsste es doch auch hier einen Aufschrei geben!?
Strafrechtliche Immunität?
“Wenige Tage nach dem Anschluss der DDR am 3. Oktober 1990 hatte der Bundesfinanzminister – “im Einvernehmen mit dem Herrn Bundeskanzler” – den damaligen Treuhandchef Rohwedder kurzzeitig von der “Haftung für grobe Fahrlässigkeit” bei der Enteignung des Volksvermögens der DDR freigestellt. Das bedeutete – wie die Regensburger Amtsrichterin und Bundestagsabgeordnete Erika Simm erläuterte – die Treuhand war beim Umgang mit dem DDR-Volksvermögen zur “gröblichen Außerachtlassung der im Geschäftsverkehr üblichen Sorgfalt ermächtigt”.”
http://www.freitag.de/datenbank/freitag/2004/23/demut-deutschland/print
Der Spiegelfechter beschreibt das ganze Szenario zur Entmündigung der Bürger gegen ein zutiefst undemokratisches System in einem Absatz:
“Weder die Griechen noch wir sind unmündige Kinder oder senile Greise, denen man einen Vormund vor die Nase setzen kann. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus und nicht vom Finanzsystem. Deutsche Kanzler und Minister schwören in ihrem Amtseid, dass sie ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden werden – vom Nutzen für die deutschen Banken ist in diesem Eid nicht die Rede. Es ist an der Zeit, dass wir die Politik einmal daran erinnern, wer der Souverän ist.”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=12107
Von der Normalität politischer Korruption wird im Buch am Beispiel “Leuna-Minol an Efl Aquitaine” sehr Anschaulich dargestellt. Amtsmissbrauch und Rechtsverletzung zur persönlichen Bereicherung..()
http://www.grin.com/de/e-book/29335/die-normalitaet-der-politischen-korruption-das-beispiel-leuna-minol
Hat Offensichtlich nichts mit irgendwelchen Verschwörungstheorien zu tun?, im Gegenteil, Verschwörung wäre diese hier zu unterstellen!
Mit dem ESM Vertrag bekommt die Schuldenbremse ihren wahren Sinn.
Alles Geld für das Kapital, nichts mehr für irgend was Soziales.
Europa wird ausgeplündert und in einigen Jahren auf den sozialen Stand von Entwicklungsländern herab reformiert werden.
Es ist zum kotzen.
mfg
WW
” Ihre Totengräber sind die Eliten, aber wir schauen ihnen tatenlos zu.”
Pfff, langsam wird’s auf spiegelfechter verschwörungstheoretisch.
“Pfff, langsam wird’s auf spiegelfechter verschwörungstheoretisch.”
Wie ist es gemeint?
Europa schafft die Demokratie ab, ist inzwischen fast Allgemeingut.
Merkel weiß dieses und lässt es an ihrem dicken Fell abtropfen, aber sie hat bis zum 28. Lebensjahr anti-demokratisch im kommunistischen Sinne gehandelt. Wo soll eine demokratische Denke bei ihr herkommen?
Ich halte es nicht für sinnvoll die Misere auf primär persönliches Fehlverhalten zu reduzieren. Wer glaubt daran, dass sich im Grundsatz was ändern würde wenn z.B. die Sozen und die Grünen die Regierungsverantwortung hätten?
“aber sie [Merkel] hat bis zum 28. Lebensjahr anti-demokratisch im kommunistischen Sinne gehandelt. Wo soll eine demokratische Denke bei ihr herkommen?”
Ja klar. Und darum war Gerhard Schröder ja auch ein lupenreiner Demokrat. Kein Wunder, dass es mit Deutschlands Demokratie bergab geht, seit man sich all die demokratieunfähigen “Ossis” ins Land geholt hat. Richtig?
Schröder kommt aus Niedersachsen. Und die hatten mit der Demokratie schon lange gewisse Probleme. Vielleicht erinntert sich jemand noch an das Celler Loch? Wer dafür zu jung ist, blicke zur schönen Aussicht in Berlin.
Das ist bei “Natalie” sehr kompliziert. Sie bombardiert den Kommentarbereich ja stetig mit dümmlichen Thesen aus der VT-Szene, die ich dann auch als solche brandmarke. Sie hält diese Thesen wohl irgendwie für kritisch und progressiv. Wenn Sie nun meinen Artikel als VT bezeichnet, ist das wohl eine ironische Art und Weise, Lob zu äußern, da sie den Artikel wohl auch für progressiv und kritisch hält. Nun ja, sag mir, wer Dich lobt und ich sage Dir, was Du falsch gemacht hast. Diesen Schuh ziehe ich mir aber heute lieber nicht an ;-)
Das kann man ihr alles verzeiehen, wenn das Bild im Avatar mit der Schreiberin identisch sein sollte… Jaja, und weg^^
Würdest du sie duzen?
Ach, Du schaust nicht zu, Du tust! Wenigsten ein(e)r passt auf! Gott sei Dank!
Was tust Du denn?
Etwas langatmiger aber doch schöner Artikel, danke. Einziger Schönheitsfehler: das Rumreiten auf demokratischen Werten. Das ist alles zutiefst demokratisch, was da passiert. Entspricht vielleicht nicht den romantischen Vorstellungen, die der Autor von Demokratie hat …
Unsere demokratisch gewählte Regierung setzt international die Interessen der deutschen Wirtschaftseliten durch und die Wählerschaft ist begeistert, wie aktuelle Umfragen zeigen. Da nach Demokratie zu rufen klingt ein bisserl nach Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Statt dessen sollten wir besser ein bisschen Dankbarkeit zeigen:
http://schrotie.de/index.php/2011/12/danke-angie/
Danke für den Link zu Tony Corn. Steile, aber spannende Thesen. Lesenswert.
Nun, ich empfehle Dir mal einen Blick in das Grundgesetz, bevor Du Dich in Deiner Polemik suhlst ;-)
@SF
Es stimmt aber nun mal leider, dass große Teile der Bevölkerung eher noch weiter rechts als Merkel in der Euro-Frage stehen – weshalb sich auch die SPD so unendlich schwer tut, Merkels Politik konsistent zu kritisieren. Das müsste sie nämlich von links aus tun (also entweder Eurobonds, mehr Inflation, Entschuldung oder ein großes Konjunkturpaket für Südeuropa fordern) – eine Position, mit der man zur Zeit unmöglich Wahlen gewinnen kann.
Nur so ist es doch zu erklären, warum die SPD so rumeiert und keinen Wahlkampf gegen Merkel führen will, warum sie keine Meinung zu Europa zu haben scheint usw. Du selbst hattest ja damals völlig zu Recht Gabriel angegriffen, als der noch größere Sparbemühungen gefordert hat. Dies Sache ist aber die: Mit einer Platform der höheren Verschuldung, der höheren Steuern, um das Geld dann nach Südeuropa zu schicken, mit der Wahrheit, dass Deutschlands Aufschwung gerade desahlb stattfinden kann, weil es Spanien und Griechenland so schlecht geht usw., mit diesen Botschaften dringt man beim glaube ich kaum durch.
Das ist das ganze Dilemma der deutschen Linken zur Zeit.
“Beim Wähler” sollte es heissen. Deine Edit-Funktion geht irgendwie nicht.
“mit diesen Botschaften dringt man beim Wähler glaube ich kaum durch”
Stimmt. Meine Versuche, die andere Sichtweise wenigstens als Leserbrief in unserer Lokalzeitung unterzubringen – ohne Erfolg. Man reitet auf der Faule-Griechen-tolle-Merkel-Welle, da hat man die Leser (Wähler) auf seiner Seite.
“Es stimmt aber nun mal leider, dass große Teile der Bevölkerung eher noch weiter rechts als Merkel in der Euro-Frage stehen.”
Das ist gut möglich, aber deine Behauptung war ja:
“Das ist alles zutiefst demokratisch, was da passiert.”
Und die deutsche Regierung hat kein demokratisches Recht, Beschlüsse des griechischen Parlaments für ungültig zu erklären, egal wie sehr sich das einige in der Bevölkerung wünschen. Eine Demokratie definiert sich nicht nur über das Vorhandensein von Wahlvorgängen.
Die NSDAP wurde auch gewählt, das macht deren Politik aber nicht demokratisch.
… Du bist Dir sicher, das erklräen über … DAS Problem ist? Artikel gelesen? Verstanden? *Grrrh*
“Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.” (Art. 21 GG)
Aber das ist für die SPD schon lange passe. Man hält jetzt nur noch den Finger in den Wind. Kein Wunder, dass man dann die Regierung nicht effektiv kritisieren kann und als Opposition versagt. :p
Im Ernst: was ist denn neu daran – außer das es diesmal gefühlt näher ist? Die Rechte der anderen waren in der deutschen Politik noch nie sonderlich relevant, und soweit ich das sehe gilt das für alle “demokratischen” Staaten. Es gibt keine Internationale Demokratie (mal abgesehen von der zahnlosen Uno). Wenn hier überhaupt ein Gesetzestext relevant ist, dann sicher nicht das Grundgesetz sondern die Europäische Verfassung.
Ich drücke mich natürlich oft polemisch aus, aber das ist meine Überzeugung: Wenn wir verzweifelte Migranten im Mittelmeer ertrinken oder in nordafrikanischen Wüstencamps deportieren lassen, dann ist das gelebte Demokratie. Das ist absolute Mehrheitsmeinung. Weg mit dem Dreck. Wenn wir überreichliche Nahrungsmengen aus Hungerländern hierhin schaffen, um sie an unsere Schweine und Autos zu verfüttern, ist das Demokratie. Wenn wir unser Militär ans Horn von Afrika schicken um diese Transporte vor den dortigen Ex-Fischern zu schützen, ist das Demokratie. Der letztere Zusammenhang ist so grotesk abstoßend, da bleibt mir nur noch Polemik: http://schrotie.de/index.php/2011/10/wir-sind-die-bosen/
Ja Gott, da habens die Griechen doch noch richtig gut mit uns (nicht das die es umgekehrt besser machen würden, sind ja auch bestenfalls nur Demokraten).
Da bin ich völlig anderer Meinung. Die große Mehrheit der Menschen (auch in D) wäre gegen solche Auswüchse, wenn sie denn davon “wüssten” (hier im Sinne von _bewußt_ wissen).
Touché
Updete: _bewusst_wissen_wollen ( Ich glaub’ die Leute wissen, lassen aber das Wissen nicht an sich ran!!)
Nein, Schrotie,
“Das ist alles zutiefst demokratisch, was da passiert.”
- so ist es eben nicht. Unsere “Repräsentanten”, die diese un- und antidemokratischen Dinge tun, sind demokratisch gewählt, das ist das einzig demokratische daran.
Es gibt noch einen sehr weitreichenden (mit-)entscheidenden Aspekt: Nur MIT
Bildung, Wissensvermittlung, Information, Wertevermittlung kann lebenswerte Demokratie und Gesellschaft auf Dauer stattfinden. Und das ist nichtmal neu.
Wenn Bildung und Wissensvermittlung mißachtet werden, kann man – wenn man es zu Ende denkt – idT irgendwann wieder bei – demokratisch legitimierter – Todesstrafe und/oder Angriffskriegen landen (wenn man nur verfassungsgemäße Mehrheiten zur Verfassungsänderung und zur Abschaffung etwa des Bundesverfassungsgerichts fände) – von sowas, und davon bin ich überzeugt, ist diese Republik jedoch um Welten entfernt, was das, was Jens Berger beschreibt, natürlich nicht besser macht.
Wie du selbst sagst: “Unsere demokratisch gewählte Regierung setzt international die Interessen der deutschen Wirtschaftseliten durch…”
Sie handeln eben nicht demokratisch. Und:
“die Wählerschaft ist begeistert, wie aktuelle Umfragen zeigen”
Das muß man 1. überprüfen, wie lauteten die Umfragen im einzelnen, welche (z. B. Suggestiv-)Fragen wurden gestellt, wie wurden die Ergebnisse (im Sinne der Auftraggeber etwa) be-/umge/wertet… usw…
Und 2. sind solche Umfrageergebnisse wiederum der Beleg dafür, wie notwendig
“Bildung, Wissensvermittlung, Information, Wertevermittlung” sind, denn die “Eliten”, Bertelsmann, BILD und Co. nutzen das Wissen ja auch, fürs Gegenteil, z. B. für die Vermittlung perverser, demokratie- und menschenverachtender Wertevorstellungen.
Das ist kein Problem DER Demokratie, sondern auf Dauer FÜR die Demokratie, und damit für uns alle.. ;-)
Grüße
Alles richtig. Aber angesprochen wurde das Problem der nicht demokratisch legitimierten “Experten”- Regierungen in den Leitmedien schon. Deren Bedeutung hat aber auch nachgelassen, siehe Wulff (wie immer man dazu steht).
Wenn der Souverän lieber Dschungelcamp guckt statt Nachdenkseiten und deshalb (?) auch die Leitmedien darüber “berichten” – was bedeutet das für die Vorstellung von Demokratie? Berlusconi war schließlich auch “demokratisch legitimiert”.
“Wenn der Souverän lieber Dschungelcamp guckt statt Nachdenkseiten”
In der Tat, dieses “Dschungelcamp” muss ja der ganz, ganz große Reißer sein, geistert schon seit Wochen durch sämtliche Mainstreammedien und eben nicht nur durch die Bild.
Das Volk ist ja nicht von Natur aus doof, es wird doof gemacht, weil dies natürlich den Interessen derjenigen entspricht, die diese Politik verantworten. Da sind wir dann bei den Schuldigen. Darum schrieb ich auch:
Wer es nicht besser wissen kann und sich duckt, mag ein Opfer sein. Wer es besser wissen könnte, aber lieber freiwillig mit dem Strom schwimmt, ist schon kein Opfer mehr. Und wer es besser weiß und dennoch den Mund hält, ist kein aufrechter Demokrat und feige ist er obendrein.
Mir geht es hier nicht um die Dschungelcamp-Gucker.
Du bist ein hervorragender Autor, von dem ich viel halte. Würdest Du bitte diesen Verschwörungsschwachsinn lassen? Du entledigst Dich damit jeder Glaubwürdigkeit. es gibt da einen komplexen Zusammenhang zwischen Aufmerksmkeit, Werbung, Wirtschaft, Medien … Ich bin sicher, dass viele oder alle “Verantwortlichen” diese Zusammenhänge verstehen, teils sehr glücklich darüber sind und das womöglich nach Kräften fördern. Dennoch ist die These “Das Volk [...] wird doof gemacht, weil dies natürlich den Interessen derjenigen entspricht, die diese Politik verantworten” nur ein: doof.
Jep, die Argumentationslinie der Nachdenkseiten, überall in den Medien finde sich “Meinungsmache” und “Manipulation” ist wirklich theoretisch und argumentativ schwach und intellektuell unredlich. Zieht sich aber durch viele Artikel auch von anderen Autoren dort.
“…“Meinungsmache” und “Manipulation” ist wirklich theoretisch und argumentativ schwach…”
So? Alos: Die INSM gibt es nicht? Nein? Ihre – z. B. bei Anne Will (diesmal nur 2) platzierten Botschafter sind Erfindungen? Die (nachweislich!) vorverfassten journalistischen Beiträge – ob jetzt von INSM oder anderen Thinktanks bis zu den Bertelsmännern sind eine Schimäre? Als journalistische Beiträge getarnte Meinungs-PR-Artikel z. B. pro private Altersvorsorge finden also nicht statt? Nein?
Und Raffelhüschen ist womöglich eine Erfindung der NDS?
Und das sind nur wenige Beispiele.
Möglicherweise ziehen sich die Darstellungen solcher Machenschaften
ja deshalb durch viele NDS- und SF-Beiträge, weil es sie gibt? ;-)
Grüße
Nehmen wir den Einzelhandelsumsatz Monat Dezember 2011 als Beispiel: Dieser ist real sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr gefallen, obwohl die Kunden im Dezember doch angeblich die “Geschäfte gestürmt” hatten. Der Spiegel und das Handelsblatt sind seit langem eifrigst damit beschäftigt, auf Basis des schwachsinnigen GfK-Konsumklimaindex von einem “Konsumrausch” und “Kaufrausch” zu faseln. Guck Dir mal die Berichterstattung des Spiegel und des Handelsblatts zum Einzelhandelsumsatz Dezember an. Du wirst feststellen: Beide Medien haben mit keiner einzigen Silbe darüber berichtet. Wären der Dezember-Umsatz gestiegen, dann hätten sich beide Medien in ihren Berichten mit Lobeshymnen zum “Kaufrausch” geradezu überschlagen.
Diese Art von selektiver Berichterstattung, die im übrigen bei weitem nicht nur vom Handelsblatt und vom Spiegel betrieben wird, ist “Meinungsmache” und “Manipulation” pur!
Unglaublich seit ihr Verstrahlt.
Euch ist doch bewusst das jedes Medium als Propaganda verwendet wird?
Ob das nun von einem ehrlichen Demokraten oder von hinterhältigen Assozialen genutzt wird spielt dabei keine Rolle.
Medien
Die Medien sind durch Menschenhand erschaffen um Interessen durchzusetzen. Und das sind nunmal nicht die Interessen des 1500€ Netto verdienenden sonder die der Politiker/Unternehmer. Denn die wollen ja das wir uns deren Müll ansehen und am besten alles was in der Werbepause kommt kaufen.
Die Nachdenkeseiten haben ja täglich die hervorragenden “Hinweise des Tages”. Da gibt es haufenweise “Gegenpropaganda”. In der Regel allerdings in Publikationen, deren Auflage gegenüber Spiegel und Bild gar nicht ins Gewicht fallen. Ich behaupte, es gibt da einen Zusammenhang. Und der besteht nicht darin, dass die bösen, gierigen Mächtigen diese Medien so souverän dirigieren (obwohl die Zeichen dafür, dass Springer konsequent eine Agenda verfolgt schon nicht so ganz subtil sind) sondern darin, dass die Geschichte von den faulen Griechen sich hier einfach viel, viel besser verkauft, als die Geschichte von den dämlichen obrigkeitshörigen Deutschen, die sich bei Tarifrunden verarschen lassen und damit Europa in den Abgrund reißen.
Ich glaube auch, dass Ihr recht habt, HHarlekin und Momo. Mir ging es eher um Dschungelcamp als um Raffelhüschen. Die massive Lobbyarbeit der INSM, der Versicherungswirtschaft usw. ist nicht zu leugnen. Dennoch glaube ich, dass nicht mal diese massive Einflussnahme die krasse neoliberale Schieflage unserer Gesellschaft erklären kann. Dafür braucht es mehr.
Eine Komponente habe ich unten schon angedeutet: Jede Werbung ist letztendlich (auch) neoliberale Propaganda (siehe http://schrotie.de/index.php/2012/01/wider-die-werbung/). Gegen diese ubiquitäre “Lobby” verblassen auch INSM und Konsorten. Eine weitere Komponente: Es gibt seit Jahrzehnten keine Alternative, die die Menschen überzeugt. Die Linke ist heute nach vier Jahren Finanzkrise bei 7%. Das liegt nicht daran, dass die Leute es nicht raffen, denn dann könnten es die Piraten nicht aus dem Stand auf das Doppelte bringen. Es liegt daran, dass die Menschen nicht an die Versprechen von links glauben.
Oooch Mööönsch, Bonsaibäumchen,
die Medien werden zur Manipulation benutzt? Äch jetz?
Wär ich nie drauf gekommen … ;-)
Selbstverständlich geht das mit allen Inhalten. TV und Radio sind erstmal nur Technik, Zeitungen nur Papier, das, was da draufsteht bzw. die Sendezeit füllt, ist das Problem.
Was kann denn da weiterhelfen, um Leute sich z. B. vom Dschungelcamp nicht mehr verblöden, oder von Günther verJAUCHen zu lassen, und das dann für politische Bildung zu halten? Ja, was nur?
“Bildung, Wissensvermittlung, Information, Wertevermittlung”, was anderes fällt mir auf die Schnelle nicht ein. :-)
Wir nutzen doch auch das Netz und den PC, um z. B. den SF oder die NDS zu lesen, OBWOHL es im Netz jede Form neoliberaler Propaganda und Geldgeier-Abzock u. a. kriminelle Seiten gibt.
Übrigens gabs am Wochenende im ARD-Europa-Magazin einen Beitrag über das griechische Gesundheitswesen, der eine andere Sprache als BLÖD u. Co. spricht (nur mal so als Gegen-Bsp):
http://www.daserste.de/europamagazin/sendung_dyn~uid,hn9kva86qyuvc0yuvhpgoik3~cm.asp
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/342024_europamagazin/9379082_griechenland-gesundheitswesen-vor-dem-kollaps?buchstabe=E
Und, btw, was wäre der “Arabische Frühling” ohne das Internet?
Wieviel Schäden haben deine “Strahlen” bei dir schon angerichtet? ;-)
Grüße
@Schrotie&Jan
Es ist eigentlich gar nicht notwendig euch bestimmte Beispiele der “Meinungsmache” oder “Manipulation” aufzuzeigen, da es eigentlich nicht welche im Sinne von VT sind, sondern durchwegs menschliche Gründe. Wenn man sich unsere nähere Vergangenheit ansieht, dann macht es eigentlich keinen grossen Unterschied ob links, rechts, totalitär, demokratisch, sozialistisch oder was weiss ich.
Für eine gewisse Gruppe von Menschen funktioniert ein System gut oder gar sehr gut. Manchmal ist diese Gruppe grösser mal kleiner, von Land zu Land, Kultur zu Kultur unterschiedlich. Aber was bei fast allen zu beobachten ist, sie nutzen Macht/Geld/Ressourcen für die Verbreitung ihrer Ansichten, Ideologien, etc.. Und das ist ja auch logisch, denn für diese Menschen funktioniert das aktuelle System ja, wieso sollten sie es also in Frage stellen oder es ändern wollen?
Deshalb ist halt auch der Grossteil der Medien, eine Art Informationsdeutungshoheit, durch bestimmte Charaktere geprägt, die oben genannte Möglichkeiten haben um ihre Meinungen zu verbreiten. Das kann man natürlich als eine Form der Manipulation sehen, aber das ist fast unumgänglich. Durch gewisse Nenner und Grundsätze definieren sich nun einmal Gesellschaften.
Da gibt es schon ein paar Ansätze, aber wir brauchen noch viel mehr Kommunikation und Meinungspluralität. Um ehrlich zu sein, ich weiss nicht ob das unsere jetzige parlamentarische Demokratie leisten kann. Die müsste einfach direkter werden um uns Menschen sozusagen zu “zwingen” am demokratischen Prozess mitzuwirken und wenns am Anfang weh tut. Wär eine Option um die ideologischen Scheuklappen zu öffnen.
Na, die These ist natürlich zugespitzt, das ist doch klar. Dennoch weiß ich nicht, was daran “Verschwörungsschwachsinn” sein soll. Wie würde Dir die Formulierung gefallen: Bei den Verantwortlichen scheint es kein großes Interesse zu geben, die “Doofen” aus ihrer Doofheit zu befreien? Klingt netter, sagt aber genau das gleiche.
Du hast recht und hast meine Bewunderung. Ich finds immer klasse, wenn Leute auf meine rüden Ausfälle so sachlich reagieren.
Es ist aber nicht genau das gleiche. Die erste Wendung suggeriert, dass es Personen gibt, die die Verantwortung für unsere Misere tragen, und dass die es besser machen könnten. Die zweite Wendung suggeriert eher, dass es einen Fehler im System gibt, dessen Profiteure sich nicht um seine Behebung scheren.
Ich halte die zweite Sichtweise für zutreffender. Und ich halte diese Unterscheidung für eminent wichtig. Die erste Analyse legt nämliche nahe, die Akteure auszutauschen, was meiner Ansicht nach wenig bringen wird. Die zweite Analyse legt nahe, den Fehler im System zu beheben. Und daran glaube ich.
Wo ist denn da der Fehler im System?
Die Sender könnten einfach aufhören solche niveaulosen Shows zu senden das tun sie aber nicht weil sie billig zu produzieren sind und gute Einnahmen bringen. ( Billige Eigenständige Produktionen die viel Werbung beinhalten)
Man könnte auch mit weniger Einnahmen zufrieden sein.
Das ist kein Systemfehler das ist die Gier der obersten.
Ach ja, die Gier. Schön, dass die gibt, nicht wahr? Wär sonst echt kompliziert mit dem Welt erklären. Die Sender können nicht aufhören, solche niveaulosen Shows zu senden. Das sind nämlich wirtschaftliche Unternehmen, da gehts um Geld verdienen und sonst nichts. Das *ist* das System. Und wenn “die Obersten” vorschlagen, doch mal weniger Schrott zu senden, dann verlieren sie schneller ihren Job als sie sagen können “Kusch Dich Flutschfisch”. Und nichts ändert sich.
Der Fehler im System ist hier, dass der einzige Maßstab für die Bewertung eines Medienerzeugnisses die Aufmerksamkeit ist, die es erregt. Alles andere ist irrelevant. Wenn man dagegen etwas unternehmen möchte muss man etwas gegen Werbung unternehmen: http://schrotie.de/index.php/2012/01/wider-die-werbung/
Das hat alles nicht wirklich mit Verschwörung zu tun. Man mag es bedauern, aber Fakt ist, die “Verantwortlichen” sind die Doofen. Dem Bild folgend, dass, wer als Werkzeug nur den Hammer kennt, überall nur Nägel sieht, wird Alles, was nicht in das Denkmuster passt, “zurecht” geklopft.
Wenn sie diese Zusammenhänge denn verstehen?, denn dann wäre alles andere als das Glücklichsein über diese Vorgänge der Zustand, ausser man zieht daraus Profit, weil die Möglichkeiten des Profit-es wegen gegeben wurden!
“Neil Postman war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die menschliche Vernunft und gegen die Bevormundung durch die Medien. Seine Warnungen wurden und werden kontrovers diskutiert. Doch wie es scheint, ist der Wunsch der Menschen nach Zerstreuung und Ablenkung, stärker als die Sorge um den Verlust der Kritikfähigkeit und der geistigen Freiheit.”
http://www.movie-college.de/filmschule/medienpaedagogik/neil_postman.htm
Postmans Thesen!
@Schrotie
Ordnungsruf! Nich alles was “die zweite Frage” stellt iss VT, gelle?
Das Volk ist also “doof gemacht” worden, wenn es anderer Meinung ist als der Spiegelfechter?
Nein aber wenn es den Spiegelfechter lesen würde wäre es vielleicht anderer Meinung wie die “doofen”?
Nö, auch als der Spiegel noch der Spiegel war, konnte sich die CDU über absolute Mehrheiten freue. So einfach ist es dann auch wieder nicht.
Das war unter Augstein und da war die Demokratie für den Bürger noch halbwegs in Ordnung. Die Auswirkungen dieser Politik war nichtmal im Ansatz zu erkennen, das Medium Internet fehlte und die Thesen einiger wenige Bewahrheiten sich jetzt! Die absolute Mehrheit beziffert sich jetzt auf 30% von 55& Wahlbeteiligung um eine beliebige Zahl zu nennen?, das fehlende % gilt es zu Aktivieren denke ich?! Als der spiegel noch spiegel war musste der Familienvater seine Familie nicht durch zweit oder dritt Jobs am Leben halten, das ermöglichte erst die Sozialdemokratie!!
Editierenderweise, wo hätte es das jemals gegeben bei einem spiegel als das Medium? Unter Augstein versteht sich, den Aust wird er womöglich nachträglich rügen wollen, wer weiß wo die sich treffen?!
http://www.jungewelt.de/2012/02-04/049.php
@Peleo
Seit Berlusconi Merkel “Pferdearsch” genannt hat, hat er eine Menge gut bei mir :-).
SCNR :-).
Ernsthaft:
Viele Menschen blenden aus, das der Mehrheitswille der Wähler in einer Demokratie gebildet wird und nicht aus dem Nichts entsteht. Wenn man nun ein derart indoktriniertes Bildungs- und Medienwesen wie in Deutschland hat, grenzt es angesichts der hohen Qualität und Subtilität der Propaganda schon fast an ein Wunder, dass es ein derartiges Aufklärungsniveau überhaupt noch gibt, Unsere Propaganda ist um einige Klassen besser als die DDR-Propaganda – natürlich wirkt sie.
Silvio gebrauchte da doch wörtlich übersetzt /(“Anmerkung der Mod, zensiert*)/, oder erinnere ich mich da falsch?
/(Mod meint es ist wenig hilfreich über verbale Konstruktionen seinen Unmut zu äussern.)/
schwitzig … mein lieber schwitzig … Du weiß doch, dass es heißt: gebildet wird(!!!) Wieso hast Du “das Fette” vergessen? Versteht doch keiner!!
Große Worte, gut geschrieben.
Wer aber will die Initialzündung starten, die den Michel in seiner Gesamtheit – endlich – aufweckt; Sie, Herr Berger?
Die bisherigen sind einfach zu wenig, um die kritische Masse entstehen zu lassen. Diese werden “beobachtet” und systematisch kaltgestellt. Wie die Vorkommentatoren richtig schreiben wurde dieses Land seit 1998 vor die Wand gefahren.
Der Aufprall ist schon geschehen, ich fürchte mich vor der nachfolgenden (erwachenden) Masse.
Nein, wie denn auch? Ich trage jedoch dazu bei – zumindest tue ich mein Bestes. Wenn das jeder tun würde, wären wir schon auf dem richtigen Weg.
Schwach: Si tacuisses …
Warum? si tacuisses philosophus mansisses trifft doch gar nicht die Intention seiner Aussage?
Die Zeit der Schönwetter-Herrschaftsform „parlamentarische Demokratie“ geht offensichtlich zu Ende. Es folgt die „marktgerechte“ Demokratie, sprich: die Diktatur der Finanzmärkte. Die wenigen Prozent der Menschen, die über das Finanzkapital verfügen, klagen ihr „Menschenrecht auf Profit“ ein, und die Masse, der Staat, muss liefern. Holte sich früher der Feudalherr die Töchter und Söhne seiner Leibeigenen, so holen sich heute die neuen Feudalherren die Altersversorgungen, die öffentlichen Versorgungs- und Bildungseinrichtungen, die Verkehrsinfrastruktur, letztlich alles, was einmal das demokratische Gemeinwesen ausmachte und über viele Jahrzehnte mit Steuergeldern aufgebaut wurde.
Die so genannte „freie Presse“ in Form der Printmedien allerdings haben diese Finanzfeudalisten schon lange im Griff. Welche Zeitung mit politischer Bedeutung ist denn noch wirtschaftlich unabhängig? Und das wissen natürlich auch die Journalisten. Und die wissen auch: wer sich jetzt zu weit aus dem Fenster hängt, hängt nach dem endgültigen Umsturz möglicherweise an der nächsten Laterne! Und wer sich konform verhält, kann möglicherweise auch danach weiter arbeiten. Schließlich wurden auch in Nazi-Deutschland und im Chile Pinochets Journalisten gebraucht, das Leben geht eben weiter…
Das Beispiel Griechenland wird zeigen, was mit Ländern und Menschen geschieht, die nicht mehr profitabel sind in einem System, das zunehmend nach den Gesetzen der Schweinemast funktioniert.
Der aktuelle Trend scheint Systemkonforme Weichspülerkritik zu sein, die einen geringen prozentualen Anteil an dem jeweiligen journalistischem Gesamtwerk haben – Beispiel Schirrmacher.
Nun, wer die Zeche zahlt, der will natürlich wissen was bestellt wird. Das ist zwar nicht unbedingt demokratisch aber auch irgendwie verständlich. Die demokratisch legitimierten Kräfte in Griechenland können durchaus die Fremdherrschaft verhindern indem sie auf Zuwendungen aus Europa verzichten.
Eine kurze Frage. Glauben Sie was Sie da schreiben?
Da musste ich jetzt echt ne Weile überlegen. Ja streng genommen ist das richtig, wobei die Griechen in der Realität wohl keine Wahl haben. Jedoch wurden sie von niemandem gezwungen sich über die Ohren zu verschulden.
oh, sie wurden also nicht gezwungen, sich übers ohr hauen zu lassen? schön, dass du dich mit der geschichte griechenlands seit seines eintritts in die ewg so gut auskennst.
Und wer hat von den Griechen gefordert, dass sie erst mal ihre Waffen bestellen, bevor sie Hilfe bekommen? Das perverse daran ist ja, dass sie die Waffen nur ohne Munition bekommen.
du hier?
Ja, es ist Freitag, wer fragt?
ich. warum?
“Zuwendungen aus Europa”
Sind das eigentlich “Geschenke”, oder werden diese Zuwendungen womöglich noch verzinst ?
Nein, Zuwendungen sind immer Geschenke. Meist werden diese aus altruistischen Motiven verteilt.
Erwartest Du, dass ein € zurück bezahlt wird?
Du hast im Niveaulimbo die Latte ja schon verdammt niedrig gehängt, aber selbst da legst Du noch einen ‘drauf …
Was glaubst Du eigentlich, wo “das schöne Geld” hingeht? Ach, was red’ ich – hat ja eh keinen Zweck.
Ein guter Ratschlag: Der SPIEGEL ist ein Magazin, das Dir sicherlich mehr Befriedigung als dieses Forum verschaffen wird.
schwizig … thumbs up! :-D (Perlen vor die Säue, hast recht)
Naja, dafür müssten wir erstmal einen Euro zahlen, findest du nicht?
Wiederliches Gedankengut.
Wenn du jemanden siehts der dem Abgrund entgegen schlidert wirfst du Ihm das Seil in deiner Hand zu oder stellst du Ihm erst entblösende Forderungen und verlangst von Ihm das er sich dir in Zukunft unterjocht?
Ist es denn nicht genau so widerlich wie in Griechenland Geld verschwendet und Steuern einfach nicht bezahlt werden. Dass man einfach davon ausgeht andere würden die Suppe auslöffeln.
Du musst ja erstmal bergreifen Lernen das es kein “die Griechen” gibt in diesem Zusammenhang.
Was können die Bürger dafür wenn der Verwaltungsapparat (Politiker) so dämlich/gierig sind? Ich zb. sehe mich ja auch nicht für das desaströse Verhalten der Merkel/des Wulff etc pp. Verantwortlich und wenn die uns alle in die Scheisse reiten erwarte ich dennoch Hilfe von anderen Nationen ohne mich versklaven zu müssen.
Lern bitte erstmal richtige Schlüsse zu ziehen bevor du irgend eine Meinung niederschreibst.
Sicher. Der Ertrinkende kann sich auch von den Zuwendungen des Seenotrettungskreuzers befreien, indem er auf den Rettungsring verzichtet.
Griechenland ist nun einmal Mitglied der Eurozone und hat dafür seine Notenbanksouveränität aufgegeben. Da kann es sich halt nicht ohne die Hilfe Europas aus der Krise befreien. Auch mit der Hilfe wird das voraussichtlich nichts, da der Kapitän des Seenotrettungskreuzers beschlossen hat, man dürfe nicht bei Windstärken über 6 Bft. auf die offene See fahren, um den Kreuzer nicht zu gefährden.
Der Vergleich hinkt nicht nur, er ist falsch und führt auch in eine falsche Richtung.
Anfangs hätte GR gar nicht gerettet zu werden brauchen, weil es noch nicht wie ein Ertrinkender im Wasser ruderte, war allerdings vom Schwimmen erschöpft, um im Bild zu bleiben. Es hätte nur den Rettungsring in Form der EZB bedurft, ein sofortiges Verbot jeglicher Spekulationen und das, was von Krugmann, A.Müller u.a. immer wieder gepredigt wurde.
Dann wäre dieses – ich behaupte von Merkel künstlich erzeugte Drama, erst gar nicht entstanden.
Ich finde auch, genau wie Jens, dass GR auf “solche” Hilfen, die von diesen “Rettern” geboten werden, verzichten sollte, denn es ist reines Gift.
Wie das im Einzelnen aussehen könnte, wissen einige Griechen, aber diese werden leider(noch)nicht gehört.
“Expertenherrschaft” bzw. “Expertenräte”: Das klingt viel zu wohlmeinend: “Lassen wir doch mal die Experten ran, vielleicht werden die das richten, was die unfähigen Politiker nicht hinkriegen.” Zudem bedienen diese sog. “Experten” zumeist die Interessen der Eliten (Hochfinanz etc.). Mir scheint, der Begriff “Demokratur” umschreibt recht gut jenes Konstrukt, welches Colin Croutch als “Postdemokratie” bezeichnet.
Zu Expertenherrschaft und Postdemokratie:
“Der rumänische Regierungschef Emil Boc hat heute Montag den Rücktritt seiner Regierung bekanntgegeben. Boc erklärte den Rücktritt in einer live im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung. Mit diesem Entscheid wolle er «die politische und soziale Situation im Land entspannen». Die Mitte-rechts-Regierung hatte laut Umfragen zuletzt das Vertrauen der Bevölkerung verloren.
Boc forderte das Parlament auf, baldmöglichst eine neue Regierung zu wählen. Beobachter rechnen damit, dass ähnlich wie zuvor in Griechenland und Italien ein Technokrat die Führung der Regierung übernehmen könnte. Die Opposition fordert Neuwahlen.”
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/In-Rumaenien-tritt-das-ganze-Kabinett-zurueck/story/27969616
Nach Griechenland und Italien nun also auch ein Technokrat (meist ehemaliger Spitzenbanker von Goldman Sachs, Chase Manhattan usw.) in Rumänien.
Der letzte Satz sollte nicht kursiv sein. (Edit funktioniert bei mir nicht)
Wie wäre es denn mal mit folgender Forderung:
Entmachtet die Sozialpolitiker, nie wieder Schuldentsunami!
Die Macht, die die Finanzmärkte haben haben sie aufgrund von “Sozial”politikern, die mit dem Geld anderer Leute “Wohl”taten verteilen wollen.
Ja nun, aber was wollen Sie machen? Die Bedürftigen, denen diese Wohltaten zu einem übergroßen Teil zugeschustert werden, drohen ja bei Nichtbegünstigung sofort mit Abwanderung. Das stärkste Argument ist dann immer der Arbeitsplatzverlust oder 5% von zig Milliarden sind besser als 0%. Da können Sie nichts gegen machen, diese Sozial und Wohltatsbesteher sitzen einfach am längerne Hebel.
“Die Macht, die die Finanzmärkte haben haben sie aufgrund von “Sozial”politikern, die mit dem Geld anderer Leute “Wohl”taten verteilen wollen.”
Hahaha, :-D
Wo haben Sie gelebt? Z. B. in den letzten ca. 15 Jahren?
Freundliche Grüße an Rösler ;-)
Wird bestimmt lustig zuzusehen, wie Dir einer der ehemaligen Sozialschmarotzer in der Idealvorstellung Deiner Restentsolidarisierten Welt mit einem rostigen Aldi-Messer die Gedärme herausholt, weil er den Inhalt Deiner Brieftasche braucht, um sich etwas zu Fressen zu kaufen oder die Miete zu bezahlen, weil er ja nicht mehr in den Genuß der sozialen “Wohl”taten kommt.
Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich Dir helfen würde. Vielleicht wäre ich ja auch so entsolidarisiert wie Du.
Übrigens: Securitydienste, die den Namen verdienen, sind teuer. Vielleicht gönne ich Dir dann noch ein mitfühlendes: “Hättest halt reich werden sollen.”.
“Wird bestimmt lustig zuzusehen, wie Dir einer der ehemaligen Sozialschmarotzer in der Idealvorstellung Deiner Restentsolidarisierten Welt mit einem rostigen Aldi-Messer die Gedärme herausholt, weil er den Inhalt Deiner Brieftasche braucht, um sich etwas zu Fressen zu kaufen oder die Miete zu bezahlen, weil er ja nicht mehr in den Genuß der sozialen “Wohl”taten kommt.”
Die ganzen “Überflüssigen” in den Knast ? Au Backe, das wird aber teuer, ca. 2.600 Euronen pro Mensch und Monat.
http://www.uni-siegen.de/fb5/rechtswissenschaften/froeschle/downloads/sonstiges/pdfs/strafvollzug.pdf
Aber der Kackapippitalist sieht hier bestimmt auch noch Einsparpotential,
wie wär’s mit Zyklon B statt Strafvollzug ?
oder um es kurz zu machen:
“Taxes are the price that we pay for a civilized society.”
Oliver Wendell Holmes jr., amerikanischer Verfassungsrichter
Die Ostindien Kompanie ist ein sehr, sehr spannendes Thema, wenn ich das mal so sagen darf^^ Vor allem für unsere unverbesserlichen, nennen wir Sie um nicht wieder das Gejammer um die Deutung von Begrifflichkeiten zu provozieren, “Angehörige einer liberalen Denkschule”. Lässt sich an ihr doch explitzit aufzeigen, wie sich ein unkontrolliertes System des liberalen Kapitalismus am Ende vollständig selbst zerstört und das obwohl man alle Möglichkeiten bekam sein Geld zu verdienen. Alle, inklusive brutalster und direkt sichtbarer Ausbeutung ganzer Kontinente..
Zum Artikel habe ich nur eine Frage Jens; wann darf man mit deinem Eintrittsbegehren in die LINKE denn jetzt rechnen? Zeit wärs langsam mal^^
Nee, ich habe zwar Sympathie für die “große Politik” der Linken, mit den Ortsverbänden will ich mich aber nicht rumschlagen. Ich bin kein Politiker, dafür bin ich viel zu unsensibel ;-)
@SF
Ich habe Dir ja schon mal gesagt, dass ich Dich in der Politik begeistert begrüßen würde, auch wenn ich einen signifikanten Anteil Deiner Ansichten nur bedingt teile :-). Komm schon – einen Kauder garniert mit Sachkompetenz bekommst Du doch allemal hin :-).
Tatsächlich fehlen in unserer Politik flexible Geister wie Du. Es ist allerdings fraglich, ob man mit Kompetenz und Engagement jeweils in Entscheidungsverantwortung kommen kann, da die Stände in dieser Kaste mittlerweile viel zu fest zementiert sind.
Den vorherigen Adel konnte man auch nur durch Kopfabhauen entmachten – das wird beim aktuellen Adel nicht anders sein.
Jaja, die Ausrede hatte ich auch immer parat. Mittlerweile fürchtet mein Vorstand mich auch schon^^ Aber ich habe nen Haufen begeisterter Fanboys und girls gewonnen, mit meiner wenig diplomatischen Art, hehe.
Soweit ich weiss, kann man sich in der Linken auch einem anderen Landesverband beim Eintritt zuordnen lassen, wenn Dir der Trupp vor Ort nicht gefaellt. Und falls das schon zuviel ist, kann man natuerlich auch passives Mitglied werden. Die Linke freut sich wie der SF auch gern ueber Spenden ;)
Zu meiner eigentlichen Frage: Was eigentlich im Kleinen tun ? (Leider sind nicht alle mit Deiner Schreibe gesegnet)
- Was ich auf jeden Fall auf meiner todo-Liste fuer 2012 habe, ist zur GLS-Bank zu wechseln. Zumindest kann man versuchen, dass die paar Kroeten, die man hat, nicht dazu beitragen die Finanzindustrie anzukurbeln.
- Zum anderen beackere ich natuerlich mein (weitgehend gruenes) privates Umfeld schon seit Jahren.
Hat sonst noch jemand Ideen zum “zivilen Ungehorsam” ?
Kannst in ganz Deutschland hingehen wie du magst. Aber wählen lassen kannst dich nur in deinem LV. War bei mir auch so, nur nen Steinwurf von HH weg, aber nur im Schlafkappenverein in SH wahldings
Wer freut sich nicht über Spenden?, muss ich schäuble noch mal fragen? Ziviler Ungehorsam macht sich schon an der Fleischtheke deines Supermarkts bemerkbar, esst mehr Fisch, oder Gemüse bzw. Bio?, und das mit dem Umfeld dürfte sich angesichts desaströser Politik an dieser Stelle auch schon rumgesprochen haben, ist aber immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, was im Reichstag oder Eu Parlament, gerade wieder für eine Sauerei passiert? Engagieren durch Onlinepetitionen oder Unterschriften ist auch eine Möglichkeit?, dazu Lobbyismus Öffentlich machen, egal wo! usw. usf.. einfach dranbleiben, oder wie du sagst beackern!
Unabhängigkeit oder Überparteilich zu sein ist zumindest in diesen Zeiten nicht unwichtig! Tja, wer hätte das gedacht?! Es ist wirklich unglaublich!!
Ganz, ganz exzellent, mein lieber SF.
Da ist wohl mal wieder eine Spende fällig…
Eheu! Das mit dem Gesslerhut ist ja ein ganz feiner Satz, insgesamt sehr wohltuend zu lesen. Tja, in Zukunft surfen wohl auch die Schlapphüte häufiger mal beim Spiegelfechter vorbei; wenn sie nicht gerade die Rudolf-Heß-Gedenkwoche vorbereiten müssen, versteht sich.
Schade, dass das Grundgesetz so windelweich formuliert ist:
Art 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Was bedeutet Widerstand? Gewalt? Ungenehmigte Demonstrationen? Bankkontoboykott?
Wann ist ‘andere Abhilfe’ nicht möglich?
Das ist so ein klassischer Täuscherparagraph: Andere Abhilfe ist nur dann nicht möglich, wenn Du das System gestürzt hast. Solange es besteht – völlig egal, wie sehr es zur Karikatur mutiert ist – gibt es für Dich offiziell immer andere Abhilfe :-).
zur klärung eine gegenfrage: was ist die verfassungsmäßige ordnung, an die die gesetzgebung gebunden ist, die zu schützen der nicht näher definierte widerstand gestattet wird? wenn du schon nach formen des widerstands fragst, solltest du schon sagen, wogegen er sich richten soll.
Widerstand gegen die Demontage des Sozialstaates (welche bereits weitgehend vollzogen ist).
Widerstand gegen die Plutokratie, welche die Demokratie bereits weitgehend meuchelte.
Widerstand zur Wiederherstellung der Bundesrepuplik Deutschland als demokratischen und sozialen Bundesstaat.
Gerichtet werden muss dieser Widerstand gegen die “weitestgehend anonymen” Puppenspieler welche die Fäden der Politikmarionetten ziehen.
Was also sind die geeigneten – und wenn möglich legitimen – Formen und Mittel des – erfolgreichen – Widerstandes?
aber art. 20.4 gg gibt dir dafür keine erlaubnis. da hast du was grundsätzlich flasch verstanden. wenn du jedoch ‘illegalen’ widerstand meinst, warum dann öffentlich fragen? glaubst du, mit solchen fragen wird eine illegale widerstandsbewegung hier in der brd in gang gesetzt? wo warst du in den letzten 40 jahren?
“aber art. 20.4 gg gibt dir dafür keine erlaubnis”
Wofür nicht?
Ich frage danach welcher Widerstand durch Art 22.4 GG berechtigt wird.
Es muss wohl eine Form des Widerstandes sein, die normalerweise illegal wäre, es sei denn es wäre ‘keine andere Abhilfe möglich’ – dann wird etwas sonst Illegales zur berechtigten Widerstandsform.
Aber lass nur, ich sehe schon – du weist es auch nicht.
Ich will mit meinen Fragen nichts in Bewegung setzen. In den letzten 40 Jahren war ich überwiegend in Deutschland und Frankreich, für kurze Fristen in Asien, Skandinavien, Afrika. In wiefern ist mein Aufenthaltsort relevant?
ich dachte jetzt mehr an brokdorf, gorleben, heiligendamm und so.
wenn du nichts in bewegung setzen willst, weshalb fragst du dann nach widerstandsformen, die dir jahrzehntelang als chaotengewalt ins wohnzimmer gepeitscht wurden? alzheimer?
also, wer beseitigt denn diese ordnung, die durch art. 20.2 gg von ‘besonderen organe der gesetzgebung, der vollziehenden gewalt und der rechtsprechung’ repräsentiert wird, die dir das recht zum nicht näher beschriebenen widerstand gäbe? das parlament funktioniert, die polizei funktioniert, die justiz funktioniert. was willst du denn?
Ich will jetzt nicht wissen, wo Du lebst. Mir wurde jedenfalls keine Chaotengewalt ins Wohnzimmer gepeitscht. Wie denn auch?
Wenn ich frage, dann zunächst mal nur um nicht blöd zu bleiben. In Bezug auf Dich, der Du mich langsam schon nervst: Mir sind Leute die Fragen stellen tausend mal lieber als solche die vorgeben auf jede Frage schon eine Antwort zu haben bevor sie überhaupt darüber nachdenken konnten.
Du schmeisst mit Stichworten um Dich. Damit kann ich nichts anfangen. Ich bin nicht die Chefsekretärin, die zu sagen pflegte: “Spuks aus, ich sortiers”. Eine fabelhafte Frau!
Worum es mir geht? Siehe oben, das legte ich bereits ausführlich dar. Wozu soll ich mich wiederholen? Widerstand gegen … u.s.w
Übrigens hattest Du mir eine Antwort in Aussicht gestellt. Ich warte – frei von Erwartungen…
du verstehst es nicht. also du kannst doch gegen alles protestieren, wenn du die regeln einhältst. dann tu’s doch. nur hat das nichts mit dem im grundgesetz verankerten widerstand nach art. 20.4 zu tun. das hat dann mit versammlungsfreiheit oder streikrecht oder so zu tun. und ich wüsste nicht, dass ich dir irgendwas in aussicht gestellt hätte., ich habe nur etwas hinterfragt.
zitat: “Was also sind die geeigneten – und wenn möglich legitimen – Formen und Mittel des – erfolgreichen – Widerstandes?”
werde politisch aktiv.
Ja sicher.
Dann protestiere ich halt weiter und werde politisch aktiv indem ich nächstes mal DieLinke wähle.
Sollte sich damit auch wieder nichts zum positiven verändern ist allerdings die nächste Desillusionierungsstufe erreicht.
“nur hat das nichts mit dem im grundgesetz verankerten widerstand nach art. 20.4 zu tun”
Na eben – das war ja meine Frage: was ist das für ein Widerstand, den dieser Artikel anspricht?
das steht doch in absatz 2! widerstand *gegen* die *beseitigung* von legislative, judiskative und exekutive!
Ja und wie? Mord und Totschlag? Oder durch Einreichung einer Petition welche von denjenigen, die diese “Ordnung beseitigen” beschieden wird?
du willst dich doch jetzt nicht auf deine alten tage zur gudrun ensslin der kommentatoren entwickeln, oder?
aber dem paradox bist du auf die schliche gekommen.
:-) Wahrscheinlich nicht. Andererseits: als Ghandi fastete hatte das Wirkung. Wenn ich faste geht allenfalls der Bauch weg.
“Der Verfassungsschutz beschäftigt sich mit der Linkspartei und gleichzeitig nutzt das Finanzsystem die von ihm provozierten Refinanzierungsprobleme der Eurostaaten, um der Politik neue und immer engere Leitplanken zu setzen, mit denen die politische Handlungsfähigkeit der demokratischen Staaten immer weiter eingeschränkt wird.”
Willst du andeuten, dass die (Schatten)banken, die IMO alle seit Jahren nur noch wegen “großzügiger” Auslegung der extrem gelockerten Bilanzierungsregeln (die Commerzbank will jetzt ja auch ihre Eigenkapitalquote durch Zauberei erhöhen) existieren, die Politik in Europa so beeinflussen, dass den Banken selbst direkter Schaden zugeführt wird? Nun ich traue Leuten, die absichtlich Psychopathen für ihre Führungspositionen anwerben schon einiges zu aber das?
Es gibt keine Verschwörung der “Finanzmärkte”. Unser Problem ist himmelschreiende Inkompetenz in der VWL und der Politik. Dazu kommt, dass die Herren Professoren alles andere als integer sind; sie bewerten Data nicht wissenschaftlich sondern auf Basis ihrer politischen Überzeugungen oder ihrer Hoffnungen, was zu grotesken Ergebnissen führt. Ein aktuelles Beispiel:
“‘Im Dezember 2011 verfehlte der Auftragseingang von deutschen Maschinen und Anlagen sein Vorjahresniveau um zehn Prozent. Für diesen Rückgang ist allein das Auslandsgeschäft verantwortlich. Dabei muss wieder einmal beachtet werden, dass das Auftragsniveau im Dezember des Vergleichsjahres 2010 ungewöhnlich hoch ausgefallen war. Für das gesamte Jahr blickt die Branche auf ein stolzes Orderwachstum in Höhe von zehn Prozent’ kommentierte VDMA Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.”
Hört sich erstmal nicht gar so wild an, aber der VDMA liefert dazu auch ein Diagramm:
http://www.vdma.org/wps/wcm/connect/1a2de2004a0206d7acadbe3f9e4fb391/AE_Dez2011_d.pdf?MOD=AJPERES&CACHEID=1a2de2004a0206d7acadbe3f9e4fb391
Die Entwicklung in 2011 war eine einzige Katastrophe, die auf eine schon deutliche Rezession für das erste Halbjahr 2012 hindeutet.
Um gut 10 % (BV4.1 [find ich zuverlässlicher]X12: knapp 10%) sind die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe seit ihren Höchstständen in der Mitte des Jahres zurückgegangen. Gleichzeitig brabbelt unser feiner Herr Wirtschaftsminister irgendwas über Wachstum. Keine Ahnung was er mit der Einleitung sagen will außer, dass er findet, dass Wachstum voll gut ist und so:
http://www.bmwi.de/Dateien/BMWi/PDF/Monatsbericht/schlaglichter-der-wirtschaftspolitik-02-2012,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf
Vielleicht wäre ja eine Aussage sinnvoll gewesen, wie er denn verhindern will, dass sich der Auftragseingang weiter verschlechtert und er die Produktion ankurbeln will. In der Richtung scheint es aber keine Pläne zu geben. Unsere Regierungh schaut einfach nur zu und sagt, dass wenn sich alles positiv entwickeln würde, dann wäre das voll gut. Tut es aber nicht!
Nun zu Griechenland. Ziel ist es IMO Griechenland durch abstruse Forderungen zum Austreten förmlich zu zwingen, um dann mit dem Finger auf Griechenland zeigen zu können. In diesem Lichte sollte man das Betrachten.
Die zustiefst undemokratische Entwicklung ist ja nicht neu. In Italien und G haben wir ja eine quasi von uns eingesetzten Regierung. Es dürfte für Griechenland seit dem 9. Dezember billiger (nicht nur geldtechnisch) sein zu schreien “FICKTS EUCH ALLE!”, keinen Cent an beliebige Gläubiger zu zahlen und auszutreten als weiter im Euro zu verbleiben.
http://economistsview.typepad.com/economistsview/2012/02/fed-watch-how-this-gets-even-uglier.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+EconomistsView+%28Economist%27s+View+%28EconomistsView%29%29
Das gleiche gilt wohl auch für Portugal aber nicht für Irland.
@Brick
Interessanter Beitrag – Danke. Ich hätte noch die “überraschende” Entwicklung in Island erwähnt und bei den Professoren erkannt, dass sie ihr Geschreibsel in der derzeitigen Form so verbrechen, weil sie dafür bezahlt werden – eine klassische Finanzelitenverschwörung.
Ja, Island die “Überraschung”. Aber Island ist nun eben wieder ein Punkt mit dem man zeigen kann, dass bei uns in der VWL grundlegendes Unvermögen besteht. Ich hatte mal hier ne Auflistung, bei welchen Entwicklungen Sinn daneben gelegen hat. Bei allen seit 2007! Wer(außer uns Bürgern) sollte auf die Idee kommen Sinn dafür zu bezahlen, dass er nur doof ist?
Nun, zur Verschwörung: Mich interessiert mich der Mechanismus, wie sie mit einem “Angriff” auf die Euroländer Geld verdienen wollen. CDS auf Länder sind völlig wertlos; ist ja alles “freiwillig”. Eine andere Möglichkeit wären CDS auf Banken aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese ausgezahlt werden geht doch gegen Null. AIG wird sich nicht widerholen und eine Wette darauf, dass die Deutsche Bank fällt ist genauso sinnvoll wie eine Wette darauf, dass dritter Weltkrieg ausbricht. Man kriegt zwar theoretisch Geld nur hilft es einem beim besten Willen nicht mehr. Gleiches gilt für massives (naked) shorting. Es gibt also keine Möglichkeit damit Geld zu verdienen Europa zu schädigen. Warum sollten sich also so Firmen wie GS, DB, JPM usw. zusammenhocken und eine Verschwörung gründen, die das Equivalent von russisch Roulette mit einer halbautomatischen Pistole ist. Also nein keine Verschwörung.
Ich find’s OK!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen eine Notwendigkeit für menschliches Zusammenleben realisiert.
;-)
Verflixt – das sollte eigentlich unter leslie – Bonsaibäumchen zu stehen kommen – doch die sind verschwunden.
Technisch ist dieses Blog schon arg kaputt!
Ich mag auch das Bild zum Artikel. So schön melancholisch!
Ist das die Demokratia?
“It was used in ancient Greece, most notably Athens, and began its use around 500 BC. In a participant government, citizens who wish to have a say in government can participate in it. Demokratia excluded women, foreigners, and slaves. It barred between 80 and 90 percent of the population from political rights.” (Wikipedia)
Lars von Trier.
@Jens, was hat von Triers Antichrist mit dem Tham zu tun ?
Das Bild zeigt Charlotte Gainsbourg (Film “Antichrist”/Regie: Lars von Trier).
@ schwitzig und Jacques Roux
Da nach meiner Vorstellung jeder freie Bürger das Recht hat sich zu bewaffnen, würde sich ein solcher Kretin schon überlegen ob er nicht die Arbeit der Kugel im Kopf vorzieht.
@ gregor
“Taxes are the price that we pay for a civilized society.”
Oliver Wendell Holmes jr., amerikanischer Verfassungsrichter
Meinte er 50% Staatsquote?, Wohl kaum!
Grüße,
Der Kapitalist
Wer garantiert Dir. dass Du die besseren Waffen hast bzw. überhaupt genügend Geld, um Dir welche zu kaufen. Wäre ich der Räuber, würde ich Dich aus dem Hinterhalt töten und gewinnen.
Es gibt immer jemanden, der besser oder stärker ist, als man selbst.
Wenn Du dann alt und krank bist, hat sich das sowieso erledigt. Aber das verstehst Du nicht, denn Du bist ja schon jetzt kurzsichtig.
Hehe, guter Beitrag, aber warum sich selber die Hände schmutzig machen (es sei denn, Sie sind ein kleiner mordlüsterner Sadist), man könnte die Kretins doch gleich vor die
Alternative Arbeit oder Kugel stellen, ist ja auch wirklich nicht mehr mit anzusehen wie sich die Faulheit schon seit Mitte der 70er, unaufhaltsam in die Industrienationen frisst.
Hallo Jens,
ich hab Deine Kollegen von den Nachdenkseiten schon vor fast zwei Jahren gebeten, mir mitzuteilen, wenn´s dann soweit ist, um nach GG § 20 Abs. 4 zu handeln.
Wir kommen der Sache schon näher ;-)
OT:
Sei mal so gut und schau mal (oder besser lass schauen) bei Deinem WordPress unter die Haube. Da hast Du Dir was eingefangen. Per IP-cloaking wird Google auf Seiten verwiesen, die Produkte gegen äähm erektile Dysfunktion verkauft. Ich hab mir das jetzt mal etwas genauer angeschaut. WTF! Das Ding hast Du Dir schon im Februar 2007!! zugezogen. Mittlerweile versorgst Du die Jungs mit über 700 Backlinks.
(Anmerkung der Mod, ist in Arbeit thanx)
Guckst Du:
http://www.google.de/#q=site:spiegelfechter.com+viagra+OR+cialis+OR+levitra
Beste Grüße
Rob McKenna
.
Guter Artikel.
Mir fehlt aber etwas konstruktives, etwas optimistisches. Was wäre eine Idee? Die meisten Menschen sind völlig passiv was politische Themen angeht, klar schreien sie, wenn die Ökosteuer steigt oder Strafzettel mehr kosten, aber sie interessieren sich nicht wirklich für Politik. Was würde dagegen helfen? Mehr Bildung? Wenn ja, in welcher Form? Oder müssen wir mehr Menschen aufklären? Wenn ja, wie?
Das ist dieselbe Problematik die wir momentan bei ACTA haben… meiner Meinung nach ist das Interesse der Bevölkerung was das angeht, viel zu gering! Aber wie denn auch, jeder der hier auf eine Demo geht wird doch entweder beschimpft („sollen ma arbeiten oder was sinnvolles tun!“) oder die Demos werden als nicht wirksam bezeichnet und deshalb lohnt es sich eh nicht, an einer teilzunehmen.
Es ist einfach die bundesweite Lethargie und Passivität, die solche Richtungen der Politik zulässt. Warum sollte es Hans Wurst interessieren, was X oder Y im EU-Parlament macht, ihm ist das doch egal, er geht arbeiten, isst, f*ckt und guckt Fernsehen, so einfach kann es sein. Offensichtlich reicht das auch vielen Menschen, anders kann ich mir das einfach nicht erklären.
Ich verstehe Ihren Groll und Unmut über die Menschen, wie Sie finden, sich nicht richtig für Politik und Demokratie engagieren.
Dass bei Demonstrationen einige immer am Strassenrand stehen und meckern:”Geh lieber arbeiten”, “du gehörst in die Küche”, als die Mauer noch stand “geh doch rüber in den Osten” usw. usf. Trotzdem hat es immer Menschen gegeben, die sich nicht abhalten ließen, sich an Demos zu beteiligen, heute nehmen Großeltern ihre Enkelkinder mit auf Demos, wie bei S21, Occupy in FF wo Eltern mit ihren Kindern sich ebenfalls beteiligten und vielen anderen.
Auch Ihre Feststellung der drei f:fernsehen, fressen und ein anderes böse Wort sind alt, sollte Sie aber nicht stören.
Ich nehme derzeit wahr, dass viele junge Mütter, Eltern stärker unter Stress stehen als ich früher stand. Der Druck an den Arbeitsplätzen, in den Schulen, an den Universitäten ist ungleich höher, weil auch viel mehr Intoleranz herrscht.
Allein das Aufpassen auf Angepasstheit, die Konformität, ja nicht auffallen mit Worten und Werken, verschlingt sehr viel Energie, die dann nicht mehr kreativ genutzt werden kann, oder besser, das bisschen was noch bleibt, wird für Kinder und die restliche Freizeit gebraucht.
Bei vielen ist es nicht böse Absicht oder Interessenlosigkeit. Sie haben nicht die Nerven sich mit verwickelten – oft absichtlich verwickelt, damit möglichst wenige Durchblick bekommen – politischen Inhalten auseinanderzusetzen. Zudem macht es auch Angst. Und noch einen Angstfaktor zum arbeitsmäßigen, existentiellen dazu, ist zuviel verlangt, finde ich. Betrachten Sie es als Selbstschutz derer, die nicht mitmachen, wie Sie es sich wünschen.
“Postdemokratie”. Finde ich gut. Man könnte auch Plutokratie sagen. Egal, Hauptsache Faschismus.
Hallo, Jens, ich habe Ihren Artikel auf den NDS gelesen und bin nun hier um Ihnen zu sagen, dass ich ihn sehr gut finde.
Vielleicht hätten Sie besser das deutsche Wort für Agonie benutzen sollen, nach meinem kleinen Fremdwörterduden: Todeskampf.
“Der Todeskampf der Demokratie” und keiner hilft ihr, wie der Artikel dann ausführlich beschreibt.
Die angebotenen “Rettungsmaßnahmen” sind keine für GR, keine für die EU und auch – langfristig – keine für Deutschland. Sie sind pures Gift für alles, was sich noch bewegt, lebendig und konstrunktiv ist. Danach kommt die Apathie und dann der Tod.
Inhaltlich ein netter Aufruf, auch wenn nichts drin ist, was ich nicht schon anderswo gelesen hätte; sprachlich leider nicht besonders berühmt. Wer lektoriert eigentlich Eure Artikel auf den Nachdenkseiten?
Ich würde nicht immer nur von mir selbst ausgehen. Sicherlich sind die einzelnen Aspekte des Artikels an anderen Stellen und auch von SF selbst schon genannt worden. Aber in genau dieser Zusammenstellung ist das dennoch ein sehr wertvoller Artikel. Besonders zum Weitergeben an Leute, die nur wenig Zeit für die Informationsgewinnung einsetzen wollen.
Sie lesen vermutlich zu viel^^
Also gut, einverstanden: Keineswegs ein “überflüssiger” oder “sinnloser” Artikel, aber halt doch irgendwie ein bisschen wiedergekäut.
Aber am Lektorat könnte man wirklich noch was machen bei den NDS. (Jens Berger ist ja eigentlich nur noch dort; hier ist im Großen und Ganzen lediglich noch die ausgelagerte Kommentarfunktion.)
Du hast zwar nicht unrecht, aber das ganze mit J.B. eigenen Worten zu erleben ist dann doch wieder etwas besonderes. Ich hätte jedenfalls keinen solchen Artikel von ihm erwartet, dafür schien er nicht “rebellisch” genug zu sein.
;)
Guter Artikel Spiegelfechter.
Scheinst dich ja langsam in die richtige Richtung zu entwickeln :-)
Falls die Demokratie stirbt muss doch aus humanistisch evolutionärer Sicht ein neues System geboren werden?
Immer noch ein Systembefürworter?
Das hat mit dem System nur wenig zu tun. Kein System funktioniert wenn ein Brechen der Regeln in signifikantem Ausmaß nicht verhindert wird. Kein politisches oder gesellschaftliches System funktioniert, wenn der größte Teil der Bevölkerung sich nicht um die Einhaltung der Regeln kümmert (aus welchen Gründen auch immer). Da liegt das eigentliche Problem.
Ein neues System würde an diesem Problem genauso scheitern wie das jetzige.
@ Karsten Bier
Nun, “unser” jetziges System läuft wie geschmiert, zumindest für diejenigen, die von seinen “Errungenschaften” profitieren. Allerdings doch nur deshalb, weil sich der viel größere Teil der Bevölkerung eben gerade NICHT um die Einhaltung der Regeln kümmert…
Das Nichteinhalten von Regeln ist sicher ein Problem für die Demokratie, aber die eigentliche Ursache liegt wohl noch tiefer. Demokratie kann scheinbar nicht dauerhaft allein aus sich selbst heraus existieren, es muss etwas geben, worauf sie sich gründet und was sie immer neu füttert, was nicht verhandelbar ist, auch wenn 99% dafür stimmen, es abzuschaffen. Sowas wie Moral eben, auch wenn ich weiß, dass bei dem Wort viele gleich abwinken. Vielleicht lieber: Zivilisation.
Mit Regeln allein ist das so eine Sache. Man kann schließlich nur Regeln für Situationen aufstellen, die man kennt oder die vorhersehbar sind. Aber wenn etwas Unvorhersehbares passiert, dann sollte es u.U. trotzdem etwas geben, das mir sagt: Stopp, das tue ich jetzt nicht, obwohl es mir nützen würde und keine Regel mir das verbietet. Mit Griechenland ist es jetzt im Grunde so; die Situation ist aus dem Ruder gelaufen, alle sind ratlos und da zeigt sich eben leider, dass wir, was die Demokratie betrifft, schon seit längerem auf ganz dünnem Eis stehn. Drunter ist halt nix mehr, kein fester Boden, keine Moral. Natürlich, an diesem Problem würde jedes neue System auch scheitern.
Das ist ja jetzt voll ethisch. Echt!
Total gutmenschmäßig von vorgestern aus dem Verantwortungs-Museum.
Dafur gibts von mir ein:
Zustimmung ohne wenn und aber! ;-)
Im Ernst: Das ist auch so ein Haken an der Demokratie: Man muß sich immer mal wieder neu FÜR sie entscheiden. Tut man es nicht, ist das eben AUCH eine Entscheidung. Ist man ein wenig geübt, erkennt man z. B. antidemokratische Ereignisse leichter, was auf Dauer auch nicht so schön ist … ;-)
Freundliche Grüße
“[...] aber die eigentliche Ursache liegt wohl noch tiefer. Demokratie kann scheinbar nicht dauerhaft allein aus sich selbst heraus existieren, es muss etwas geben, worauf sie sich gründet und was sie immer neu füttert, was nicht verhandelbar ist, auch wenn 99% dafür stimmen, es abzuschaffen. Sowas wie Moral eben, auch wenn ich weiß, dass bei dem Wort viele gleich abwinken. Vielleicht lieber: Zivilisation.”
Richtig, Karla. Die Ursache liegt tatsächlich viel tiefer. Denn Demokratie ist auch nur ein theoretisches Gebilde, dass die tatsächliche Intention, nämlich die der Gerechtigkeit, des gleichberechtigten und empathischen Für- und Miteinanders in einer Gesellschaft als innere Einstellung, in ein Regelwerk packt, was das eigentliche Ansinnen in den Hintergrund drängt. So wird die eigentliche Moral, die im Prinzip empathisches “Gewissen” bezeichnen sollte, umgedeutet in Moralität, was bedeutet, sich daran zu orientieren, was als “gut” oder “schlecht”, “richtig” oder “falsch” gilt. Wir orientieren uns so nicht mehr daran, was wir fühlen und als richtig erachten, sondern daran, was uns als “moralisch wertvoll und richtig” vorgebetet wird. Dabei agieren wir nicht mehr als autonome Menschen, sondern als “Erfolgsgehilfen” eines Systems, das auf Macht basiert. Das ist das Ergebnis unserer Sozialisierung, die sich Zivilisation nennt. Moral und Zivilisation sind also nicht gleichzusetzen, weil unsere Art des “Zivilisierens” einen Erziehungsprozess meint, der uns zu “wertvollen” Mitgliedern einer Gesellschaft machen soll und tatsächlich auch macht. Wertvoll sind wir dann, wenn wir die Regeln, die durch Belohnung und Strafe durchgestzt werden, befolgen. Das beginnt bereits bei der Kindererziehung. Je nach Regeln lernen wir uns dann wert zu schätzen, wenn wir tun, was als richtig gilt. Ein einfaches Beispiel: Wolfgang Borchardt schrieb eine Kürzestgeschichte mit folgendem Inhalt: Ein Soldat kommt aus dem Krieg nach Hause. Er hat Hunger. Da sieht er einen, der ein Brot hat und erschlägt ihn. Als er vor Gericht gestellt wird, sagt ihm der Richter: “Du darfst doch keinen Menschen totschlagen.” “Warum?”, antwortet der Soldat. Dieses Beispiel bezieht sich zwar offensichtlich auf das Thema Krieg, verdeutlicht aber das Abstraktum unserer “moralischen” Werte. Je nach ideellem/ideologischem Hintergrund ist Töten erlaubt (wenn ein Feind vernichtet wird) oder verboten (weil es nicht menschlich ist). Menschenrechte sind heute genauso ein Abstraktum, abgekoppelt vom eigentlichen Sinn, der Mitgefühl voraussetzen müsste. In Wirklichkeit werden sie zur Pose dieses Gefühls, wenn unterschieden wird, wer dieses Recht verdient und wer nicht, wenn sie vorgeschoben werden, um beispielsweise kriegerische Interventionen zu legitimieren. Hier wird kein Mitgefühl praktiziert, sondern unter dem Deckmäntelchen eines absrakten Rechts und mittels Emotionalisierung (also inszenierter, nicht echter Emotionen) ins Bewusstsein gerückt, ein Feind bestraft, wirtschaftliche und/oder Machtinteressen verfolgt etc.. Die Mehrheit identifiziert sich dann unbewusst mit dem Mächtigen, und fühlt sich dabei gut, weil sie ja scheinbar auf der “richtigen” Seite steht. Jede Gesellschaft, die den Wert des Menschen fast ausschließlich am Erfolg (=Stärke) misst, produziert Angepasstheit, weil niemand zugeben kann, dass er nicht zu den Starken gehört. Darin unterscheidet sich das untergegangene System des praktizierten Sozialismus nicht vom aktuellen in unserem Land. Heute wird Stärke nur anders definiert und scheint in den Auswirkungen fataler zu sein, weil wir uns angeblich generell immer und überall im Kampf befinden, was unsere Kanzlerin so schön Wettbewerb nennt, in dem es nunmal immer Sieger und Verlierer geben muss. Wundert sich da noch jemand darüber, dass jeder, dem es noch möglich ist, nach unten tritt? Das Ergebnis solch einer “Erziehung” zur Angepasstheit will ich an folgendem Beispiel verdeutlichen: Ausgehend von einer These des Philosophen Leibnitz (17.Jh.), die Welt sei gut, so wie sie ist, was er mit der Unangreifbarkeit Gottes, der nur die allerbeste Welt habe erschaffen können, begründet, sollten junge Erwachsene selber Argumente dafür finden, ob unsere Gesellschaft gut oder schlecht sei, so wie sie ist. Ein Argument dafür, dass sie gut sei, lautete: weil jeder durch “Blut und Schweiß” seinen Lebenstraum erfüllen könne, was unterstützt wurde mit der Aussage, dass jeder, der eine gute Idee habe, damit reich werden könne. Das Argument für die Gegenthese lautete: weil jeder immer nur an sich selbst denke. Beide Argumente bedienen sich einer groben Pauschalisierung (“jeder”, “immer nur”), wobei diese in der Diskussion zuerst nur bei der zweiten Argumentation erkannt wurde. Interessant in dem Zusamenhang ist auch, dass sich der Argumentierende der zweiten Argumentation selber als prinzipiell auf den eigenen Vorteil bedacht Handelnder einschätzte, das aber dennoch als “schlechtes” Merkmal der Gesellschaft bewertete. Wenn das nicht (im Widerspruch zum eigenen moralischen Anspruch ) angepasstes Verhalten ist, was dann? Die erste Argumentation wiederum ist unreflektierter Glaube an das Märchen von der Leistung, die sich immer lohne, wenn man nur stark genug ist. Stärke wird hier am (materiellen) Erfolg gemessen. Schlussfolgerung: Jeder ist selbst verantwortlich sowohl für seinen Erfolg als auch für sein Versagen. Wer “versagt”, ist also selber Schuld (und verdient es, wenn man weiter denkt, bestraft zu werden, weil die “Gewinner” für den Verlierer mitbezahlen müssen). Das nenne ich verinnerlichte Regeln des Systems, also auch nichts anderes als Angepasstheit. An anderer Stelle ist ja selbst Jens Berger ohne Probleme davon ausgegangen, dass ALLE Ostdeutschen ausschließlich materielle Interessen an der Wiederverinigung gehabt hätten. Aber genau da liegt das Problem. Wir können uns hier in technischen Details, wie man funktionierende Demokratie/Mitbestimmung (wieder) herstellen und die Gesellschaft gerechter gestalten könnte, noch und nöcher ergehen, es wird keine Lösung geben, wenn wir selbst in einem System verfangen bleiben und es legitimieren, in dem jeder, der an Mitgefühl, Gewissen und Selbstverantwortung als menschliche Eigenschaften (und nicht als Schwäche) appelliert, als idealistischer “Gutmensch” belächelt wird. Ich empfehle Arno Gruen: “Der Verlust des Mitgefühls” und “Der Kampf um die Demokratie”.
@ Frau Lehmann
Ich finde das wirklich sehr stark, was du schreibst. Viele Sätze, über die ich sicher noch nachdenken werde. Aber auf eines will ich spontan antworten, weil es etwas antippt, das ich wohl irgendwie im Hinterkopf hatte, als ich meinen Kommentar schrieb. Nämlich diese Borchardt-Geschichte. Es erinnert mich an einen Roman/einen Film, “The Road” von Cormac McCarthy (Autor). Ich kann den Film nicht wirklich empfehlen, denn es ist der Horror. (Das Buch macht es nicht ganz so explizit.) Aber dahinter steht eine so fundamentale, große Idee, dass ich am Ende doch meine, C. McCarthy sollte gefälligst mal den Literaturnobelpreis bekommen. Nämlich ist da ein Vater nach einem nicht näher benannten apokalyptischen Ereignis allein mit seinem Sohn unterwegs nach … na ja, (n)irgendwo. Deshalb “Die Straße”. Es gibt nur ganz wenig Überlebende und fast nichts Essbares mehr. Die wenigen Überlebenden sind folglich dazu übergegangen, sich gegenseitig zu verspeisen. Der Vater mit seinem Jungen macht das nicht. Man versteht erst lange nicht, was diesem Mann eigentlich, gegen alle Vernunft, den Überlebenswillen gibt. Es ist aber trotzdem das Naheliegende, der Junge. Einfach weil er den Jungen liebt, glaubt er, dass es Sinn machen müsste, zu überleben. Der Junge glaubt an seinen starken Vater. Und er glaubt aus einem nicht mehr auf etwas anderes zurückzuführenden Grund, dass es nicht in Ordnung ist, einen anderen, schwächeren Menschen aufzuessen, obwohl sie selber kurz vorm Verhungern sind. Ich meine: Es gibt in diesem apokalyptischen Plot keinerlei Regel mehr, aber trotzdem entsteht quasi aus dem Nichts, nur aus der Liebe zwischen Vater und Sohn dieses Kannibalismus-Tabu. Oder Moral, jedenfalls im elementarsten Sinne. Und tatsächlich, wie du schreibst, hat das alles mit Zivilisation nicht mehr das Geringste zu tun, denn die Zivilisation ist da wirklich völlig im A…
Was aber nichts anderes heißt, als dass es Moral letztendlich nur geben kann, wenn man an etwas glaubt. Das muss kein göttlicher Schöpfer sein (glaub ich nicht und ist auch im Film nicht gemeint); aber wer nicht glaubt, dass es die Kategorien Gut und Böse gibt, der kennt auch keine Moral, sondern allenfalls Regeln.
@Karla
Danke für deine Antwort. Du hast mich ja erst dazu inspiriert, deine Überlegungen genauer zu untersuchen. Der Film/das Buch “The road” trifft genau den Punkt, den ich meinte. Wenn ich ihn/es irgendwie in die Hände bekomme, werd ich’s mir bestimmt ansehen/lesen. Ein anderer Schriftsteller (und dieser wurde mit einem Nobelpreis geehrt), nämlich Saramago, hat die Brüchigkeit unserer sog. Zivilisation in seiner Parabel “Die Stadt der Blinden” (auch verfilmt, in dem Fall finde ich das Buch besser als den Film) auch vortrefflich beschrieben. Auch in diesem Roman bewahrt das Mitgefühl/die Liebe einer einzigen Figur vor der völligen Verrohung.
“aber wer nicht glaubt, dass es die Kategorien Gut und Böse gibt, der kennt auch keine Moral, sondern allenfalls Regeln.”
Vielleicht sollte es präziser heißen: Wer nicht daran glaubt, dass der Mensch prinzipiell zwischen “Richtig/Gut” und “Falsch/Böse” zu unterscheiden weiß, weil Menschlichkeit im Sinne von Empathie, Liebe und Humanität ein ihm inneliegendes Grundmotiv allen Handelns ist, der kennt keine Moral, sondern allenfalls Regeln.
Kurze Frage am Rande: Hältst du es für einen Zufall, dass ausgerechnet wir zwei Frauen so über die Problematik diskutieren?
ich lese aber immerhin mit.
deine letzte frage kann sich leicht als falle erweisen, indem ich auf typisch männlich/weiblich<i/< reduziert werden kann. das wäre schade. ich möchte nämlich auf etwas hinweisen: die hoffnung auf das paradies ist die sehnsucht nach dem paradies. so banal das klingt, so vertrackt ist es, wenn man drüber nachdenkt. aber ich mache es noch viel vertrackter, indem ich meine eigene rekursive definition von sehnsucht anbiete: sehnsucht ist die sehnsucht, die sich selbst erfüllung ist.
warum ich das schreibe? also erstmal um aufzuzeigen, es seid eben nicht (nur) ausgerechnet ihr 2 frauen. aber viel wichtiger, eine geschichte, egal ob verfilmt oder geschrieben oder erzählt, transportiert häufig eine hoffnung, von einer sehnsucht genährt und mit einer erfüllung endend. erwachsene rezipienten lässt sie dann gerne mit illusionen zurück , die in der sogenannten realität keine entsprechung finden. sie können dann froh sein, regeln vorzufinden, die es ihnen ermöglichen, wenigstens einigermaßen mit diesen unerfüllten illusionen zu leben. das klappt nicht immer. wirf mal einen blick in unsere haft- und psychiatrischen anstalten. diese sind übervoll mit menschen, die an ihrem inneren widerspruch zwischen regeln und erfüllung (im sozial akzeptierten rahmen) gescheitert sind.
@Frau Lehmann
Ich glaube, das “typisch Weibliche” an unserem Gedankenaustausch ist eher der Kommunikationsstil als das Thema. Denn immerhin: Borchardt, Cormac McCarthy, Saramago (alles Männer) haben sich auch einiges zu dem Thema gedacht ;-)
Wenn ich einen Buchladen betrete und dort mit Entsetzen die riesigen Tische mit pinkfarbenen Büchern (für Frauen natürlich) sehe, dann frage ich mich schon, ob es an mir liegt und ich evtl. nicht richtig weiblich ticke, wenn mich das regelrecht abstößt. Oder ob doch eher die ProgrammleiterInnen und BuchhändlerInnen, die angeblich wissen, was Frauen (lesen) wollen, nicht ganz dicht sind. Was denken die eigentlich über uns?
@Karla und Frau Lehmann
Soviel zum Thema “Hältst du es für einen Zufall, dass ausgerechnet wir zwei Frauen so über die Problematik diskutieren?” und “Ich glaube, das “typisch Weibliche” an unserem Gedankenaustausch ist eher der Kommunikationsstil als das Thema.”:
“Tag für Tag tobt, nach ihren Studien, in den Betrieben der Kleinkrieg unter Frauen. Mobbing unter Frauen, auch als Stutenbissigkeit bezeichnet, beeinträchtigt allzu häufig das Wohlbefinden und die persönliche Karriere von Frauen. Da diese “Zickigkeit”, den Unternehmen einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Schaden zufügt, ist eine Lösung schon alleine aus diesen Gründen dringend erforderlich. Offenbar lieben Frauen es im beruflichen oder privaten Umfeld geradezu sich gegenseitig schonungslos bloßzustellen. Ob es um die Aufmerksamkeit oder Liebe zu einem Mann geht, oder in der Firma eine Beförderung ansteht, wird mit oft heimtückischen Intrigen zwischen den Frauen ausgetragen…”
http://www.socialnet.de/rezensionen/2001.php
@Herrn Karl
Die anderen Frauen vielleicht, aber Frau Lehmann und ich doch nicht!!!
@ GrooveX
Ach was, Falle und Reduktion. Darum gehts nicht. Es geht nur um die Art und Weise des Diskutierens. Im Leben nicht würde ich mich hier in die Detaildiskussionen mit all den Zahlen und Fakten einmischen, die mir nicht selten den Eindruck vermitteln, dass hier “Experten” unter sich sind. Das meinte ich und das hat m.E. durchaus etwas damit zu tun, dass ich eine Frau bin, ohne dass ich damit etwas bewerten möchte. Ich diskutiere einfach anders.
Du schreibst:
“die hoffnung auf das paradies ist die sehnsucht nach dem paradies.”
“sehnsucht ist die sehnsucht, die sich selbst erfüllung ist.”
Wenn ich dich richtig verstehe, packst du meine Vorstellungen in die Kategorie schöne Illusion? Da machst du es dir wirklich zu einfach. Ich bin keine Träumerin, aber ich beschäftige mich sehr viel mit “dem” Menschen. Literatur ist eine Schiene (die ich immer abgleiche mit meinen eigenen Erfahrungen), die meine Weltsicht erweitert, die andere ist der tägliche Umgang mit jungen (erwachsenen) Menschen. Letzendlich stelle ich mir oft die Frage, warum Menschen handeln wie sie handeln und warum die jungen Menschen, mit denen ich zu tun habe, zunehmend gar nicht mehr denken mögen und sich im Prinzip für nichts mehr richtig interessieren. Sie tun, was sie tun müssen oder glauben tun zu müssen, damit sie “voran” kommen oder nicht abgehängt werden, das alles aber ohne EIGENE Motivation. Sie reagieren fast nur noch auf äußere Reize. Ich erlebe die Entwicklung und deren Auswirkungen in unserer Gesellschaft also live mit. Vor 10/15 Jahren sah das noch ganz anders aus. Hast du mal etwas von dem Psychoanalytiker Arno Gruen gelesen? Er beschreibt das, was hier unter dem Stichwort Manipulation diskutiert wird. Er zeigt, welchen Einfluss eine auf Macht fokussierte Gesellschaft, die fast nur noch mit Belohnung und Strafe (wobei die Strafe m.E. den größeren Stellenwert einnimmt) äußere Reize setzt, bereits auf Kinder hat. Ich weiß selber, welchen Einfluss streng autoritäre Erziehung auf mich hatte, wie angepasst ich selbst über lange Zeit gelebt habe. Das, was unsere Regierenden mit dem Volk tun, ist nichts anderes als autoritäre Erziehung, die Angepasstheit zum Erfogsrezept werden lässt. (Und dabei werden Männer viel stärker unter Druck gesetzt als Frauen, auch das liegt im System begründet) Von wegen Kreativität, freie Entwicklung oder wirklich mündiger Bürger. Das sind doch nur mehr Floskeln. Es geht um Machterhalt, nicht mehr und nicht weniger. Wer glaubt, man könne dieses System von innen heraus reformieren, wird keinen nachhaltigen Erfolg haben.
“erwachsene rezipienten lässt sie dann gerne mit illusionen zurück , die in der sogenannten realität keine entsprechung finden. sie können dann froh sein, regeln vorzufinden, die es ihnen ermöglichen, wenigstens einigermaßen mit diesen unerfüllten illusionen zu leben”
“wirf mal einen blick in unsere haft- und psychiatrischen anstalten. diese sind übervoll mit menschen, die an ihrem inneren widerspruch zwischen regeln und erfüllung (im sozial akzeptierten rahmen) gescheitert sind.”
Da sprichst du etwas Interessantes an. Ich glaube nämlich nicht, dass diese Art von Regeln wirklich hifreich sind. Wer am Widerspruch zwischen Illusion oder Sehnsucht und Realität zerbricht, dem mangelt es nicht an Regeln, sondern am eigenen Sinn des Lebens. Der wird durch all die äußeren Reize verdrängt. Die innere Leere, die dadurch entsteht, ist u.a. auch ein Auslöser für Gewalt. (Man erkennt sie auch daran, dass viele Menschen nicht mehr allein sein können, in ein großes Loch fallen, wenn sie nicht mehr arbeiten dürfen oder ihre Freizeit ohne Animation von außen nicht mehr sinnvoll ausfüllen können etc.) Diese Menschen erkennen oder besser erfühlen die gesellschaftliche Realität mit ihren Regeln als große Lüge, viel besser als das große Heer der Angepassten. Damit können sie nicht leben. Was von ihnen (durch die Regeln) verlangt wird, ist zu funktionieren. Aber Funktionieren heißt nicht Leben. Arno Gruen würde, wenn er könnte, der gesamten Gesellschaft eine Psychotherapie verpassen. Die Angepassten (zu denen ich auch unsere Politiker zähle) hätten sie nötiger als die Sensiblen, die an der Gesellschaft zerbrechen. Die Frage, wer hier die eigentlichen “Verrückten” sind, ist doch wohl mehr als legitim. Immerhin habe ich auch hier in Verbindung mit Merkels Politik solche Begriffe wie “irre” oder “krank” gefunden.
Ach, das Thema ist viel zu komplex, um es hier ausgiebig ausdiskutieren zu können. Aber ich habs wenigstens versucht.
Und nun darfst du mich gerne weiter belächeln oder dir Sorgen um meine psychische “Gesundheit” machen ;)
Übrigens nett, dass du mitgelesen hast :)
Danke Frau Lehmann und Karla für die ausführlichen Kommentare!
ach du liebes lieschen, frau lehmann, ich habe dich weder belächelt noch mir sorgen um deine verfassung gemacht. kann man so was echt aus meinem text raus lesen? dann lösche ihn aus dem gedächtnis.
alles wird gut, wenn das fieber nachlässt.
@Karla: Gute Antwort!
@Frau Lehmann: Man sollte nicht jedes Cliché bemühen…
@ Karla
Genau! Danke!
Das für “uns” Frauen gedachte hübsch bunte “Lesepaket” bedient eben dieses Klischee von der “romantisch” veranlagten und oberflächlich-dümmlichen Frau, die nichts anderes im Kopf hat als einem Mann zu gefallen, sich hübsch in Szene zu setzen, um andere Frauen auszustechen (nicht wahr der Herr Karl?), bei der Erziehung der Kinder und der Ernährung alles richtig zu machen etc. Ich fühl mich da auch nicht angesprochen. Mein Glück, dass ich nicht mit Barbie-Puppen groß geworden bin ;)
@ der Herr Karl
Ich geb dir das mal zurück: Auch du hast ja nun wirklich Klischees bemüht, nach dem Motto: Alle Frauen sind Zicken, und was das kostet… ;)
@GrooveX
War nicht bös gemeint. Nimms als Scherz. Da gibts nichts zum Löschen. :)
@ Bonsaibäumchen
:)
@Frau Lehmann
Mein Link über Intrigen und Stutenbissigkeit gewisser Frauen führt zu einem Buch, das eine Frau geschrieben hat.
Ist also nicht von mir.
Danke, dass du dich einmal kürzer fasstest.
@Karla, Frau Lehmann, der Herr Karl, GrooveX …
Ich habe aus sicherer Quelle erfahren, dass “Karla” in Wirklichkeit “Klaus” heißt, von leeren Pizzakartons, einer Menge Schwabbel und einem speckigen Unterhemd umgeben, in Unterhose (mit gelben Flecken) vor einem Nerd-Gamer-PC sitzt und mit dem Ding in der Hand speziell in Frauenforen postet, weil er es so toll findet, dass eine Frau auch mal mit ihm spricht.
Frau Lehmann hat einen Schnurrbart und heißt “Günther”!
Der Herr Karl , was soll das eigentlich bringen?
Diese Abschweifung darauf das Frauen rumzicken? Klar tun einige von Ihnen das. Genauso gibts bei Männern irgendwelche Schwanzvergleiche, Machogehabe, Rumgedisse oder wie du es auch nennen willst. Da gibts auch mehr als genug Zündstoff auf beiden Seiten.
Was das ganze mit dem aktuellen Thema zu tun hat musst du mir noch erklären. Oder ist dir das hier: “Kurze Frage am Rande: Hältst du es für einen Zufall, dass ausgerechnet wir zwei Frauen so über die Problematik diskutieren?” so Sauer aufgestoßen? Falls es nur darum geht bist du aber ziemlich empfindlich.
@ der Herr Karl
“Mein Link über Intrigen und Stutenbissigkeit gewisser Frauen führt zu einem Buch, das eine Frau geschrieben hat.”
Was nur beweist, dass auch Frauen Klischees bedienen, denen jeder aufsitzen kann, wenn er es denn glauben will oder auch nur benutzen.
Niemand zwingt dich übrigens dazu, meine langen Kommentare zu lesen. Darin unterscheiden wir uns eben: Mir geht es nicht nur um Fakten, ich versuche mich zu erklären. Das ist nur eine andere Art der Diskussion und hat mit Klischees wirklich nichts zu tun.
Ich kann auch nichts dafür, wenn dir meine Art missfällt oder das, was ich schreibe. Ignorier mich doch das nächste Mal einfach.
@Frau Lehmann
Stimmt das, was der (oder die?) schwitzig da von dir behauptet? Da hol ich mir doch jetzt vor Frust gleich noch eine… ähm .. Pizza.
@Bonsaibäumchen
Ja, genau dies ist mir sauer aufgestossen. Ja, ich bin empfindlich. Ja, ich rege mich gerne auf. Ich bin eben ein Mann.
@ schwitzg
Prima!
Jetzt ist wirklich mal gut! Wenn’s hilft: Ich entschuldige mich in aller Form bei denen, denen ich zu nahe getreten bin. Und bin dann weg.
@ Karla
Danke für die interessanten Anregungen und Gedanken!
@ Bonsaibäumchen
Danke für die Unterstützung!
@Frau Lehmann
Bleib cool :-). Das Zweitschönste, das der Mensch hat, ist sein Humor.
@ Karla
Das stimmt genauso wie das, was er/sie über dich behauptet ;) Das nenn ich doch mal Humor!
Lass uns die Pizza zusammen essen :)
Bis irgendwann wieder.
@schwitzig
Humor…?
@der Herr Karl
ich gucke mir Videos nur selten und ungerne an – es sei denn, es sind Musikvideos. Poste doch mal eine Zusammenfassung.
@Frau Lehmann
Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich finde Deine Ausführungen hochinteressant. Insbesondere die Frage, wer denn hier “verrückt” ist, begegnet mir seit Jahrzehnten immer wieder.
“Verrücktheit” ist wohl nicht selten eine Frage der Ausgangsperspektive.
@ schwitzig
Ich habe dich schon richtig verstanden. Auch deinen etwas schrägen Humor, den ich keineswegs als persönliche Beleidigung aufgefasst habe, sondern als Versuch, die leidige Debatte um meine Randbemerkung zu entschärfen(?). Trotzdem nicht böse sein, wenn ich den interessanten Diskurs jetzt nicht fortführen mag. Hat mit dir rein gar nichts zu tun.
Danke!
-> das ist schon längst keine ‘harmlose’ Technokratie mehr, das ist eine totalitaristische Ochlokratie mit faschistoiden Zügen, in die wir hier geraten sind. Weil wir es zugelassen haben & weiter zulassen!
ansonsten pflicht ich de Schachspieler bei, guter Artikel – irgendwann entwickelt sich der SF auch noch in meine Richtung bzw. werden wir konvergieren, ich sehs kommen!^.^
@bridgR
“…irgendwann entwickelt sich der SF auch noch in meine Richtung bzw. werden wir konvergieren, ich sehs kommen!^.^”
Glaub’ ich eher nicht. Immer wenn’s draufankommt, macht er einen Rückzieher…
Die Griechen können machen, was sie wollen, wenn sie auf fremdes Geld verzichten.
Oh. Die FDP-Fraktion ist auch schon da. Naja, viel zu tun gibt’s bei euch ja nicht – ist eh alles im und für’n Arsch bei euch.
Übrigens: Das mit dem Geld, das “die Griechen” bekommen, hast Du fundamental falsch verstanden.
Ach ja, FDP – sorry, Behindertenbonus …
Ich finde den interkulturelen Austausch ausgesprochen wertvoll. Kann doch Herr Himberger mit wenigen Worten die neoliberale Ideolgie bis in den Kern beschreiben. Geld geht vor Demokratie. Gut, ich kanns noch kürzer^^
Was ist an meinem Satz falsch?
nichts, sobald du ‘griechen’ durch ‘deutschen’ ausgetauscht hast. weisst du warum? weil, was die griechen machen können, wenn sie wollen, dich nichts angeht. cool, was?
nach dem austausch, also, mit dem richtigen satz ‘die deutschen können machen, was sie wollen, wenn sie auf fremdes geld verzichten’, wirst auch du sicher bald feststellen, dass das ne ganz herbe forderung ist, die du so sicher nicht umgesetzt sehen möchtest, gell?
Ich wollte auch vorschlagen, den Satz ein klein wenig zu modifizieren; allerdings würde ich “die Griechen” durch “die Banken” ersetzen. Immerhin bekommen ja die Banken das Geld, das die Griechen bekommen, gell?
Sagen wir also: Die Banken können machen, was sie wollen, wenn sie auf fremdes Geld verzichten.
@Karla
“Sagen wir also: Die Banken können machen, was sie wollen, wenn sie auf fremdes Geld verzichten.”
Ja dann hätten die armen Banken ja nie etwas zu sagen. Ist denn etwa die Quintessenz einer Solchen nicht, mit fremdem Geld herum zu wurschteln? ;)
sehr geile idee. zusammenbruch zahlreicher banken und der eu nimmste also gerne in kauf?
Würdest du sie duzen?
Jammerlappen?
WAS kann man jetzt machen? Bitte mal ernsthafte Vorschläge.
-Spiegelfechter/NDS etc. lesen und sich freuen, wie toll aufgeklärt man ist, bringt höchstens dem eigenen Ego etwas.
-LINKE wählen? Mach ich gerne, aber selbst mit absoluter Mehrheit (haha): Was sollen die noch großartig machen?
- Demonstrieren gehen? Ich sehe trotz weltweiter Proteste gegen die Finanzlobby keine Änderung der politischen Praxis.
Da bleibt ja nicht mehr viel übrig, außer:
- sich in die innere Immigration zurückziehen und das Beste hoffen
?
Die Finanzmarktmafia ist perfekt globalisiert.
Die einzelnen Regierungen schaffen es nicht sich zum Wohle ihrer jeweiligen Bevölkerung zu globalisieren (sieh nur z.B. Finanztransaktionssteuer).
Die Bevölkerungen (zumindest im “Westen”) schaffen es noch nicht einmal sich auf nationaler Ebene zu solidarisieren (siehe Diskussionen über Occupy, Piraten, Linke, Rechte…).
In sofern muss ich Dir komplett zustimmen. Da sich die nationalen Regierungen zum Großteil (wie in Deutschland) ohnehin bereits der globalen Finanzmafia unterworfen haben bleibt nur noch die Hoffnung, dass der unterste und am wenigsten geeinte Bereich, nämlich die Bevölkerung sich irgend wann international solidarisiert. Die Revolutionen in Nordafrika und dem Nahen Osten haben hier etwas Hoffnung geweckt. Aber der Funke ist eben nicht übergesprungen und die Entwicklung in Libyen, Ägypten und selbst in Tunesien lassen auch nichts gutes hoffen. Ich befürchte lieber Lolcraft wir werden es nicht mehr erleben, dass sich irgend etwas fundamentales ändert.
Ja klar! Guter Ansatz! Und wenn sich dann die Völker international solidarisieren, dann brauchen die Führer … äh Führungspesonal. Und dann … ;-)
SCNR
Wenn ich Texte und sehr viele Kommentare in den Mainstreammedien lese bzw. Revue passieren lasse, kommt mir unweigerlich das unerträgliche Naziliedchen ins Gedächtnis: “Wir werden weiter marschieren. Wenn alles in Scherben fällt, denn heute gehört uns Deutschland. Und morgen die ganze Welt. ”
Im neu aufgelegten Remix sollte es heissen: “Wir werden weiter marschieren,
Wenn alles in Scherben fällt…Denn heute gehört uns Europa
Und morgen die ganze Welt.”
/(Anmerkung der Mod, gänzlich ungeeignet für konstruktive Kritik, weder im aufgelegten Remix noch für zukünftige Vertonung. Auch wenn Parallelen auszumachen sind!/)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Baumann
@Mod
?
…und
Wozu der Link?
Habe ich ,in ihren Augen, die Ehre des ausgezeichneten Jungvolkführers und überzeugten Täters besudelt? Also nochmal die Frage, wozu soll der Link dienen?
Ich weiss in welchem Kontext ich wen und was zitiere, dazu brauche ich ihr “Wiki-Wissen” nicht unbedingt. Ach, seis drum… ich habe keine Lust eigenartigen Klug********* noch mehr Futter zu geben.
Dann vergessen sie eben den Link? Nehmen nur den Text..?
gehts jetzt besser? war Konstruktiv gemeint..!
Ein schöner Artikel dem man aus vollen Herzen zustimmen möchte, aber so einfach ist es eben auch wieder nicht.
1. Merkel und die Reste der FDP wurden demokratisch auf dem Boden des Grundgesetzes gewählt.
2. Merkel, Schäuble und Co. argumentieren, dass ihre Politik durchaus zum Wohle des Volkes ist. Darüber kann man nun trefflich streiten und ich sehe dass so ähnlich wie hier der Spiegelfechter oder die Nachdenkseiten, aber die böse Absicht ist eben nur eine Unterstellung. Es gibt kein Gesetzt dass es der Regierung verbietet Fehler zu machen (wäre eine hübsche Idee :).
3. Was Kauder und andere sagen ist bösartiger Populismus und die (geringen) Reaktionen auf derartige Großmannssucht sind erschreckend. Aber die Bundesregierung okkupiert weder einen anderen Staat; noch sind die Grundrechte anderer souveräner Staaten durch unsere Verfassung geschützt, oder?
4. Warum um alles in der Welt lassen eigentlich die Griechen und Italiener zu, dass sie von undemokratischen und verfassungswidrig installierten Technokratien regiert werden? Wo sind die Klagen vor den Verfassungsgerichten dort? Wo sind die generalstreiks? Wo ist Occupy? Gibt es dort keinen “Tahrir-Platz”?
Ja, die Demokratie verrottet unter dem Diktat der “Finanzmärkte”. Das Sterben scheint jedoch in mehr oder weniger legitimen Bahnen zu verlaufen die sich nur langsam, Tröpfche vor Tröpfche ins Diktatorische wendet.
Der Vergleich mit der Laborratte denen immer stärkere Stromstöße erhält bis sie aufmuckt sehe ich daher für Fehl am Platz. Es ist eher so, wie mit dem Frosch, dessen Wassertopf in dem er sitzt ganz langsam erwärmt wird, so dass er gar nicht wahr nimmt dass er irgendwann verbrüht.
W. Buck
Ein netter “Advocatus Diaboli”-Beitrag… ;-)
Zu 1. Natürlich wurde das Trümmer-Ensemble demokratisch gewählt – keine Frage.
Zu 2. “Merkel, Schäuble und Co. argumentieren, dass ihre Politik durchaus zum Wohle des Volkes ist.”
Aber selbstverständlich kann man argumentieren: Wenn die Staaten ja sowieso unter dem Diktat der Finanzmärkte stehen, ist es im Sinne des Volkes, den Finanzmärkten zu Gefallen zu handeln, da anderenfalls die Finanzmärkte die Unbotmäßigkeit der Staaten bestrafen, was das Volk auszubaden hätte, ergo handeln Merkel und Co. im Sinne des Volkes, wenn sie den Finanzmärkten hinten und sonstwo reinkriechen. Logisch! ;-)
“Es gibt kein Gesetzt dass es der Regierung verbietet Fehler zu machen”
Ebenso richtig, denn wenn manche heutige Regierungshandlungen irgendwann in Zukunft zu Katastrophen führen, kann z. B. das Merkel ihren Ziehvater Kohl zitieren, der dereinst rückblickend über sein und seiner Regierungen Taten bzgl. d. dt. Einheit sprach:”Wir haben alle Fehler gemacht. Auch ich.” Am heutigen Handeln ändert es nichts, und juristisch zu fassen sind sie auch nicht. Sie haben nichts zu befürchten für ihre Taten. ;-)
Zu 3. “Bundesregierung okkupiert weder einen anderen Staat; noch sind die Grundrechte anderer souveräner Staaten durch unsere Verfassung geschützt”
Stimmt, die Grundrechte anderer Staaten stehen in unsrer Verfassung nicht drin, und gegen die aufgedrückten Technokraten-Regierungen müssen diese Staaten sich schon selbst wehren, blöd nur, daß diese Technokraten sich nicht selbst beseitigen, da haben diese Staaten eben Pech gehabt… ;-)
Zu 4. Das stimmt allerdings so nicht, es gab und gibt Gegenwehr, Demos, Streiks und massive Polizeieinsätze, nur ändert es nichts am Regierungshandeln (z. B. dieser Technokraten-Regierungen). Was sollen die Leute machen? Waffengewalt?
Ich denke allerdings schon, daß man dem Artikel “aus vollen Herzen zustimmen” kann,
z. B. weil man Meinung, Haltung und Faktenbeurteilung teilt.
Wie auch immer – ein hübscher Kommentar-Beitrag von dir. ;-)
Was Bergers Laborratten- bzw. deine Frosch-Metapher anbelangt: Vielleicht stimmt beides? Während die Wassertemparatur langsam im Wellnes-Tempo gesteigert wird (z. B. mit Kakerlaken-Fress-Dschungel-TV) werden auch permanent Stromstöße eingeleitet um zu schauen: Na? Gibts (noch) Gegenwehr?
In diesem Sinne freundliche Grüße ;-)
Danke für Deinen Kommentar!
Ich bin in der Tat der Meinung, dass die Bevölkerung konkret in Italien und Griechenland zu wenig Gegenwehr leistet.
Sicher. Als das Sparpaket durch das griechische Parlament geschleust wurde waren Zehntausende auf der Straße. Und auch jetzt gibt es immer wieder Streiks. Aber meist “nur” von aktuell durch Sparmaßnahmen Betroffene.
In einem Posting wurde die Lethargie in Deutschland beklagt und dass sie einen schon ganz konkret selber befällt. Das gilt sicher auch zum Teil für die italienische und griechische Bevölkerung. Dieses “was können wir schon gegen den Finanzmarkt, die Schulden und diese ganzen als alternativ los bezeichneten Entscheidungen tun?”
Ich würde mir in der Tat wünschen, dass wenn in Deutschland die aktuell gewählte Regierung (man kann von ihr halten was man will, ich halte konkret NIX von ihr…) durch ein Konsortium von “Ackermännern” abgelöst würde, dass es durchaus “heiß” werden würde auf den Straßen.
Ich habe Zeiten in der “Bonner Republik” erlebt (48 Jahre alt..) in der einhunderttausend Menschen durch die Bonner Innenstadt gezogen sind, nur weil Kohl die Arbeitnehmergesetze schleifen wollte. Mittlerweile sind sie durch Kohl und Schröder weitaus mehr geschliffen worden als das Kohl damals vor hatte. Jeder beklagt sich, die Gewerkschaften die das damals auf die Beine Stellten sind weitgehend zu Lachnummern verkommen und keiner regt sich mehr auf. Da sind wir wieder beim Frosch…!
… nein. Eine so offensichtliche Aushebelung der Demokratie wie in den beiden genannten Länder kann keine Bevölkerung zulassen. Ich weis allerdings nicht und habe es auch noch nie irgend wo gelesen, wie lange der Status Quo in GR und IT aufrecht erhalten werden soll. Sind Wahlen geplant? Müssten sie doch? wann?
Grüße zurück aus der Morgensonne hier im Süden ;-)
Ich vergas:
“…das es heiß auf den Straßen wird…” soll nicht bedeuten: Sturm auf die Bastille, sondern das überall in den Städten wirklich Hunderttausende unterwegs sind, so lange bis Ackermann die Krone wieder ab nimmt.
Also bitte nicht böse sein, lieber mitlesender “Verfassungsschutz”. ;-)
ein sehr treffender, sehr guter Artikel, der deutlich macht, wen der Verfassungsschutz eigentlich beobachten müsste, ginge es bei uns korrekt zu…
@Jens
Aaaber: War das nich immer so?
Uuund: In der aktuellen Höhe … sind die Schulden doch auch ein starkes Indiz auf die Ursachen: Das Phynanzsystem!!?
Was resultiert darau: Die Linke hat recht! Wir brauchen ein anderes System! Und keinen Verfassungsschutz, und keine CDU/CSU und “dürfen wir auch mitmachen” SPD und Grüne! (Und auch keine Piraten: “Außer Netz … unn alles: Frei! kenn’ ich nix!”)
oh, my comment is awaiting moderation! was ist denn hier los?
Es verwundert mich, daß es Leute gibt, die es beklagen, daß Revolutionen, die von „unten“ kommen, immer eine blutige Phase haben, und deshalb solche ablehnen. Bei Umstürzen, die von „oben“ kommen (deren Akteure also schon im Besitz der Macht sind), kann darauf verzichtet werden, solange kein Aufbegehren dagegen von „unten“ stattfindet, insbesondere dann, wenn dies Umwälzen scheibchenweise geschieht und große Teile immer noch irgendwelche Vorteile aus dem alten Regime ziehen können: warum sich mit HARTZ-IV-Turm-Bewohnern solidarisieren, wenn man selbst noch in Arbeit ist, zumal man alle Hände voll damit zu tun hat, nicht selbst einer zu werden: wer strampeln muß, tritt immer nach unten. Durch weiteres Erhöhen des sozialen Drucks (bps. durch die Folgeforderungen der „Schuldenbremse“: ein Herr Seehofer droht jetzt nicht ohne Grund mit der Einstellung von Transferleistungen an andere Bundesländer …) wird dies befördert und unterstützt von der aktuellen Propaganda (bps. „die ‘Reformen’ waren richtig“ _ „XXL-Aufschwung“ _ „Die geringsten Arbeitslosenzahlen“ etc.). Für die Ableitung des sozialen Drucks gibt’s dann zwei Kanalisationswege: „App-Zerstreuung“ einerseits und (aktuell) „Die Griechen sind schuld!“ andererseits. Auf diese Weise fühlt der gemeine Deutsche, er ist auf der „richtigen“ Seite – leidend zwar, aber _d a r i n_ war er schon immer groß. Das ist der Grund, wieso die (aktuelle) Salto-mortale-Revolution so unblutig verläuft.
Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Revolution von „unten“ _v e r s u c h s w e i s e_ zu verhindern. Die eine ist vom Ansatz her konstruktiv und die andre ist vom Ansatz her repressiv. Die repressive durchleben wir aktuell: Rückschlag in die Vergangenheit: Wie sagte Frau Merkel doch:
„Die Regierung nimmt es für sich als Erfolg in Anspruch, daß sie rechtzeitig und als erste im Kreis der großen Nationen mit entscheidenden Sparmaßnahmen in den öffentlichen Ausgaben begonnen hat“. Und Herr Schäuble sekundierte: „Die Dinge liegen an sich eher einfach: Der oberste Grundsatz für die Finanzpolitik jedes Staates ist der, daß nicht mehr ausgegeben werden kann als eingenommen wird“. … Das sagten sie am 13. Oktober 1931 im Reichstag.
Der konstruktive Ansatz liegt darin, daß man beizeiten das System reformiert, also „mehr Demokratie wagt“, d.h. mehr materielle Teilhabe für viele ermöglicht. Das funktioniert aber insofern nur eingeschränkt, weil damit grundsätzlich Machtverlust der aktuell Herrschenden verbunden ist, und Macht wird nur dann geteilt oder von ihr abgegeben, wenn es nicht anders geht – und wird, so möglich, wieder rückgeholt. Ergebnis sind dann „Reförmchen“, die kaum jemanden befriedigen.
Das heißt letztendlich ist eine Revolution von „unten“ nicht zu verhindern (das heißt [leider!] nicht, daß sie „morgen“ stattfände).
Das, was wir aktuell erleben dient sozusagen prophylaktisch dazu, und dies geschieht nicht erstmalig, die massenhafte Selbstbewußtwerdung (Occupy ist grundsätzlich ein solcher Prozeß) zu verhindern (die Einflußnahme von „rechts“ dient dieser Verhinderung), also möglichst frühzeitig eine solche zu stören, d.h. Ableitung der Wut auf diverse Weise:
- Desinformation (wobei die von vielen Journalisten gar nicht mal im demagogischen Sinne praktiziert wird, sondern sie sind meist selbst desinformiert oder/und redaktionell schlecht eingebettet, stehen oft unter Druck und haben nicht genügend Zeit zur Recherche, werden schlecht bezahlt etc. _ Wissenschaftler müssen sich fürs Forschen bezahlen lassen _ bei Politikern müßte es zwar anders sein, ist es aber offensichtlich nicht: sie kämen ansonsten erst gar nicht in systemrelevante Positionen. Resultat: Etiketten-Schwindel, ob als Partei oder als Person _ Nur ein Beispiel: Obama),
- Zerstreuung („Event“) und
- Projektion von eigenen (wirtschafts-) politischen Fehlern auf andere („Die Griechen sind schuld!“; „Die wollen _ ‘unser’ _ Geld“ [dabei ist das ein „prima“ Geschäft für die Kreditgeber!] etc.) – das entlastet und macht völkisch „gut“: man glaubt sich im Recht. … Ergebnis: Nationalismus => Imperialismus. Alte Begriffe? Sicher. Aber Wirtschaftsliberalismus ist ja auch nicht deshalb neu, nur weil der als Stamokap mit dem Präfix „Neo-“ unterwegs ist.
Das heißt das Resultat der ganzen Chose ist letztlich Ausweglosigkeit und es folgt der letzte repressive Schritt: Demokratur => Diktatrie: schachmatt der (bürgerlichen) Demokratie (und zwar selbst mattgesetzt!). Damit besteht keine Möglichkeit mehr, daß System mittels Reformen zu korrigieren, es schlägt um in Barbarei und Grausamkeit. Den Ausweg daraus zu finden gelingt nur durch das Anblasen dessen, das dem Menschengeschlecht innewohnt: emanzipative Glut! Das ist die Stunde der Avantgarde. Wo ist die Avantgarde?
Mit freundlichen Grüßen, Joachim Endemann
Interessant, daß du Stamokap ansprichst – ist ja eine sehr alte Theorie, die laut Wikipedia bis in die 70er selbst von Teilen der SPD vertreten wurde (bis ein gewisser Gerhard “Politik gegen die Wirtschaft ist mit mir nicht zu machen” Schröder Juso-Vorsitzender wurde).
Verstehe ich dich richtig, daß du der Meinung bist, daß die im Artikel bezeichnete momentane “Agonie” als Stamokap auszulegen ist?
Ich suche selbst nach einem Kompass, der den Weg durch die gegenwärtigen extremen Widersprüche zeigt. Bsp hervorragender Arbeitsmarkt – horrende Staatsverschuldung, gute Wirtschaftslage Inland – stark angeschlagene Euroländer, Indikatoren wie BalticDry auf Rekordtiefs – gutes Konsumklima, USA mit Billionen verschuldet – trotzdem hervorragende Kreditwürdigkeit, planen sogar den nächsten Groß-Krieg. Etc PP.
Im Gegensatz zur Lehman-Pleite 2008 und dem darauffolgenden extremen Absturz, bei dem man meiner Meinung nach tatsächlich davon sprechen konnte, daß der Kapitalismus angeschlagen ist, stellt sich die Lage heute vollkommen anders da: das System ist wieder gefestigt und alle Widersprüche werden gekonnt medial auf Nebenkriegsschauplätze gelenkt (faule Griechen, Europa spricht deutsch, korrupter Bundespräsi usw.)
Ich glaube ein großer Teil der Resignation der Bevölkerung liegt darin begründet, daß eben niemand mehr weiss, was los ist und was zu erwarten sein wird. Daher auch die guten Prognosen für die unsägliche Bundeskanzlerin Merkel, die m.M. nach die nächste Wahl haushoch gewinnen wird. Denn sie macht eben für Großteile der Bevölkerung den Eindruck einer handelnden, die Dinge durchschauenden Führungspersönlichkeit. Und da es keine echte Polarisierung der verschiedenen politischen Parteien mehr gibt, Ideologie gilt ja heutzutage als Schimpfwort, ist der Pragmatismus der mittlerweile alles überdeckende gammelige Mehltau, und die Menschen ziehen sich zurück, ergeben sich in ihr Schicksal und spielen so gut es geht im von oben bestimmten Spiel mit, um selbst nicht unterzugehen.
Ich glaube ein Satz wie “die da oben machen eh was sie wollen, man kann eh nichts ändern”, dürfte die breite apolitische Stimmung heute ziemlich genau wiedergeben.
Zurück zum Anfang: Stamokap als immer weiter zunehmende Verquickung und Unterordnung der Politik unter Industrie und Finanzkapital als Ausdruck der Endphase des Spätkapitalismus: hätte mich interessiert inwieweit diese Theorie zur Erklärung der Gegenwart taugt.
_ _ _ “Verstehe ich dich richtig, daß du der Meinung bist, daß die im Artikel bezeichnete momentane “Agonie” als Stamokap auszulegen ist?” _ _ _
Hallo, Egal (… ist 88),
so habe ich das nicht gemeint und ist aus dem Zusammenhang (aus meiner Sicht) nicht zu schließen. Bezog sich insbesondere auf die zwar abgelegten (und im Zusammenhang stehenden) Begriffe „Nationalismus“ und „Imperialismus“, die nämlich aktuell wieder ihre Gültigkeit gewinnen. In diesem Sinne ist der alte Begriff „Stamokap (Staatsmonopolkapitalismus)“ zu verstehen, der nicht dadurch seine (relative!) Gültigkeit verliert, nur weil der alte Wirtschaftsliberalismus heute als „neuer“, als „Neoliberalismus“ unterwegs ist.
Abgesehen davon halte ich den Artikel von Jens Berger zwar für gut, aber die Wahl des Begriffs „Agonie“ nicht. Denn es findet ja gar kein Kampf gegen den Tod des Sozialen Rechtsstaates statt, auf den die bürgerliche Demokratie aus meiner Sicht nur unter dem Eindruck des eigenen Versagens in Bezug auf die „Machtergreifung“ verfiel. (Zumal die Machtergreifung des Nationalsozialismus nur mit und durch das Bürgertum möglich war. Im Gegensatz übrigens zum Stalinismus, der ohne vorherige in der Tat sozialistische Revolution gar nicht hätte existieren können – aber [nicht falsch verstehen!] _n i c h t_ automatisch daraus hervorging!). … Aber was soll Wortklauberei bringen, wenn die Bedeutung im Fakt der willentlichen Zerstörung des Sozialen Rechtsstaates liegt? Und dieses Faktum spielt in den Medien quasi keine Rolle, umso wichtiger ist es, dagegen seine Stimme zu erheben.
Stamokap ist das Prinzip des Wirtschaftsliberalismus. Und der aktuelle Stamokap zeigt sich insbesondere im Finanzsektor.
Womit handeln Banken? Mit irgendeiner Art von Geld. Der Staat gibt das Geld aus. Der Staat ist also der Monopolist des Geldes. Das heißt ohne den Staat wäre der private Finanzsektor überhaupt nicht denkbar. Der Staat ohne hingegen schon. Daß man die Zentralbank „unabhängig“ setzt, ist ein politischer Akt. Es handelt sich also um eine
_k ü n s t l i c h e_ „Unabhängigsetzung“.
Das heißt der Staat ist eigentlich, bzw. könnte es sein, der Hauptakteur einer Volkswirtschaft – ohne ihn existierte sie gar nicht. Daß er diese Monopolstellung nicht nutzt, ist grundsätzlich richtig in Bereichen, die zur Güterversorgung der Volkswirtschaft dienen. In diesen Bereichen ist das marktwirtschaftliche Prinzip gut: es ist das „Spielfeld“ für innovative Unternehmer (d.h. solange die Pioniertat im Vordergrund steht und nicht das Lohndrücken!) und funktioniert gut, solange sich keine Marktmacht ausbildet. Wird es versäumt, dieser Ausbildung beizeiten entgegenzutreten, bilden sich private Monopole. Diese Monopole gewinnen Einfluß auf die Ausrichtung des Staates:
z.B. „Deregulierung“; „Unternehmen begünstigende Steuer’reformen’“ (Resultat: Verschlechterung der staatlichen Einnahmeseite, Versuch des Abfangens durch soziale Kürzungen, letztlich Erhöhung des öffentlichen Schuldenstandes etc.pp.); „Agenda 2010“ etc..
Auf diese Weise wird der Staat der Diener von machtvollen Einzelinteressen – unter Aufgabe der Gesamtinteressen (der volkswirtschaftlichen Interessen also … der Interessen, die Dich und mich betreffen).
Der Staat fördert hierdurch ein oder mehrere private Monopole (durch Überkreuzbeziehungen: Monopol-Lobbyisten / Wechsel von Politiker in diese privaten Monopolbereiche et vice versa). Beispiele: Förderung der Versicherungsbranche (staatliche Förderung der privaten „Vorsorge“, z.B: „Riester-Rente“), Förderung und Rettung des Finanzsektors (vgl „Finanzmarktförderungsgesetz“; Bankenrettungen 2008 [quasi per Federstrich!] und folgende Jahre [vorläufiger Höhepunkt: „Überbrückungskredit“ {Weidmann} von knapp 500 Mia EUR Ende letzten Jahres – diesmal durch die EZB [quasi per Federstrich!]).
Daß man die Banken als systemrelevant bezeichnet, ist eine euphemistische Umschreibung für praktizierten Stamokap. Gewiß, der private Finanzsektor bräche sofort zusammen, überließe der Staat (wäre er anders strukturiert!) ihn sich selbst. Ein gleichzeitig etablierter öffentlicher Finanzsektor hielte hingegen die Volkswirtschaft ohne Probleme gut funktionsfähig. Es ist das herrschende Dogma, das diesen überfälligen Schritt erst gar nicht in die offizielle Überlegung dringen läßt, immerhin brächte das dem neoliberalen System den sofortigen Tod (und dem Sozialen Rechtsstaat die Rettung!). … Ob es dann wohl einen „Todeskampf“ gäbe?
Mit freundlichen Grüßen, Joachim Endemann
@ all
Schulden?? … und? fällt niemanden etwas auf??? … Na? “Gegenbuchung” … Wer war das? schwitzig? Nich reinrufen! Halt dein vorlautes Mundwerk!
Stellt Euch vor: Montag. Alle Schulden bezahlt. Und? Geht dann der Rentner mit seinen Erträgen noch ‘mal auf Brautschau? Investiert der Erbe seine ererbte Kohle plus Erträge in die Ralwirtschaft? Geht die Heuschrecke noch ‘mal auf Beutefang (oder kauft sich gleich den Mond?)?
Alles Nonsens? Die, die meinen: Alles Nonsens! müssen überwacht werden? Müssen an der kurzen Leine? … müssen abgehalten? …
Wie blöde sind wir eigentlich?
“Wenn in Griechenland und Italien demokratisch gewählte Regierungen durch sogenannte Expertenräte ersetzt werden, ist das nach klassischer Definition keine Demokratie mehr, sondern eine Technokratie.”
-> das ist schon längst keine ‘harmlose’ Technokratie mehr, das ist eine totalitaristische Ochlokratie, in die wir hier geraten sind. Weil wir es zugelassen haben & weiter zulassen!
Irgendwie kommt mir ein Text in den Sinn, den Günter Gaus 2003 kurz vor seinem Tod veröffentlichte. Er trägt den provokativen Titel “Warum ich kein Demokrat mehr bin”.
Lest selbst: http://netzwerk-regenbogen.de/gausdem030830.html
Ja nun,
ein Bekenntnis eines frustrierten Sozialdemokraten. Es erinnert mich ein wenig an das Pamphlet von Steingart als überzeugten Nichtwähler vulgo marktwirtschaftsgerechten Demokraten. Zur Reorganisation unseres politischen Systems in dem Sinne, dass die demokratischen und parlamentarischen Elemente wieder zu ihrern vom GG vorgesehenen Funktion kommen, fehlen uns wohl die nötigen Persönlichkeiten.
@Vogel
vertrackter Gedanke … Schulden sind was Geiles, das sagt sogar dieser McFergueson, finanzwirtschaftsfixierter Historiker, der Anfang des Paradieses auf Erden
Hauptsache es weiß keiner, wie der Kuckuk funktioniert oder wie man aus einem Vodafon-Dauerschuldverhältnis (Vertrag) rauskommt. Außer man guggt RTL 2
@chrise
scheint wohl so. Aber, dass T-Konten aus der Mode sind? Das hätt’ ich nich gedacht. Macht man das nicht mehr? Doppelte Buchführung out?
Nein gibts nimmer Schulden strhen immer frei ohne Gegenbuchung. Die ganze Welt ein Schuldenpfuhl. Das kann keder verstehen, doppelte Buchführung und die Gegenbuchung Forderungen fälltbis auf weiteres aus. Deshab macht mn ja auch keine volkswirtschaftliche Rechnung mehr auf.. sondern stirbt, gleich morgen, am Schuldenschock^^
Ich frage mich wie soetwas überhaupt passieren konnte,. So zu diskutieren setzt doch voraus, dass man das heissgeliebte sytem nicht einmal ansatzwise begriffen hat. Oder liegt es daran, dass dann die Bergersche Verteilungsfrage plötzlich zwingend gestellt werden müsste?
@FetteBeute
“Kennt Ihr zufällig einen Text, der gut die Rationalisierung/Automatisierung im Dienstleistungsbereich dokumentiert?”
Diese Frage erscheint zunächst relativ einfach, bei näherer Betrachtung gäbe sie jedoch m.E. genug Stoff für einige Promotionen, zu zumal sich ja nicht nur die Technologie laufend verändert sondern auch die wirtschaftlichen/ gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. (z.B. durch “outsourcing”)
Einen m.E. allgemeinen Einstieg in die Thematik bietet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/heinze/Downloads/DLimWandel.pdf
(ab S. 13)
Deine Frage war allerdings viel spezieller gestellt, und da sind u.a. die Sozialwissenschaftler/ innen gefragt.
Aus dem Artikel:
“Seit wann nimmt die Öffentlichkeit es eigentlich ohne weitere Klagen hin, dass die deutsche Politik die Verfassung eines souveränen, demokratischen Staates außer Kraft setzten will, indem sie dem Parlament das Budgetrecht abspricht?”
Anders formuliert: warum hat es die deutsche Politik so leicht mit diesem Volk? Antwort: weil 80% der Menschen schon den von mir zitierten Satz nicht wirklich verstehen würden.
“Anders formuliert: warum hat es die deutsche Politik so leicht mit diesem Volk? Antwort: weil 80% der Menschen schon den von mir zitierten Satz nicht wirklich verstehen würden.”
Man erkennt das daran, dass auf der Titelseite von SPON das Dschungelcamp thematisiert wird. Da im Kapitalismus die Nachfrage bedient wird, sieht man wie es um das Nachdenken über die Welt steht.
Kleine Ergänzung, da das Editieren irgendwie nicht funktioniert: offensichtlich bin ich nicht allein mit meiner Meinung. Das Volk ist doof, oder, wie es J.B. sagt: es wird doof gemacht und doof gehalten. Allerdings gehören immer zwei Parteien dazu. Die Deutschen lassen sich offensichtlich allzu gern einlullen.
Sehr guter Artikel Jens !
[...] Mehr und mehr kommt man sich hierzulande vor wie eine Laborratte, der zur Durchführung eines ideologischen Laborversuchs gezielt Schmerzimpulse zugefügt werden, um herauszufinden, wo die Schmerztoleranzschwelle liegt, von der an sich die Ratte sich zur Wehr setzt. [...]
… auch abschließend sehr genau auf den Punkt gebracht!
Keep on fighting ! Jens ;\
Edit daS MEINTE ICH eignetlich … ;)
sorry die mouse … http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=F0J_p4jAOyo#t=80s
Gratulation zu dem guten Artikel.
@Bastian Himberger und ähnliche geBILDete nur eine kleine Frage:selbst ohne Korruption zugunsten der Vermögenden ,wer soll angesichts der
defacto Demontage des griechischen öffentlichen Dienstes durch die Austeritätspolitik eigentlich eine vernünftige Steuerverwaltung aufbauen und die Steuern eintreiben?Wisst ihr nicht?Hab ich mir gedacht.Das der weit überwiegende Teil der Hilfen aus dem Rettungsschirm in die Schuldentilgung und somit direkt an die Banken geht wurde hier ja schon erwähnt.Soviel übrigens zu der wieder einmal kolportierten Lüge,das die Deutsche Bank angeblich ohne Staatsgeld durch die Krise kam.
Darüber hinaus haben gerade wir Deutschen wohl zuletzt das Recht den Griechen laxen Steuereinzug und schlechte Steuerzahlungsmoral vorzuwerfen.Erinnert sei hier nur an die massiv unterbesetzten Finanzämter,hinausgemobbte Steuerfahnder in Hessen, verschleppte Verfahren gegen vermögende Steuerhinterzieher,faule Kompromisse mit der Schweiz zum Schutz von Steurhinterziehern,sowie Amnesie für letztgenannte gegen Zahlung einer lächerlichen Geldbuße(noch unter Schröder).Zudem Verzicht auf Vermögensbesteuerung,Börsenumsatzsteuer und die Besteuerung der Veräusserungsgewinne von Kapitalgesellschaften,wodurch den Spekulanten in Deutschland Tür und Tor geöffnet wurde.Dies alles flankiert von medialer Propaganda ,die uns einreden will,das
Vermögende ja durch die angeblich zu hohen Steuern geradezu dazu gezwungen werden,ihr Geld in Steueroasen zu schaffen und Steuerhinterziehung zum Kavaliersdelikt erklären.Es wäre hier angebrachter erst einmal vor der eigenen Tür zu kehren.
Kleingeistig auch die Empörung über die Feststellung Deutschland wolle einen Gauleiter für Griechenland .Immerhin hat doch Kauder durch sein völkisches Geschwätz die Griechen erst daran erinnert,das es schon mal eine Zeit gab in der in Europa deutsch gesprochen,und Griechenland von Deutschen verwaltet wurde.Etwas mehr Selbstreflexion könnte deutschen Politikern und Medien nicht schaden.Immerhin haben Kampagnen wie die der BILD , die verbale Diarrhöe eines Herrn Kauder,sowie das Aufspielen der Bundesregierung als alleinige Herren von Europa dafür gesorgt das der Beliebtheitsgrad der Deutschen in Europa mittlererweile irgentwo zwischen Fusspilz und Eitergeschwür liegt.Und weiteres Geseiere von angeblich faulen,schmarotzenden und nicht Steuerzahlenden Griechen wird das bestimmt nicht ändern.Mit Hetze,Bevormundung und brutalen Spardiktaten und gleichzeitig einseitig exportorientierter Wirtschaftspolitik zulasten anderer Volkswirtschaften erzeugt man weder Vertrauen ,noch bekommt man dadurch eine eine wirkliche europäische Gemeinschaft.Deutschland muß seine selbstherrliche Anmaßung aufgeben,allein die europäische Politik bestimmen zu wollen.Die Regierung eines souveränen Staates entmachten und diesen Staat unter Verwaltung eines Sparkomissars stellen zu wollen,ist Kolonialpolitik aus dem 18./19.Jahrhundert,sollte jedoch in unserer Zeit nichts mehr zu suchen haben.
Endlich wieder einmal ein echter Spiegelfechter-Artikel. Schade, dass wir darauf so lange warten mussten. Auch wenn ich der Analyse fast vollständig zustimme, in einem Punkt habe ich eine grundsätzlich andere Erfahrung gemacht. Es ist nicht nur ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung, der doof ist, es ist auch der größte Teil des politischen Personals, das keine Ahnung hat. Als Milch-Bubi /-Mädchen in die Jugenorganisation der Parteien eingetreten und über die Jahre gehirngewaschen, haben sie sich den Blick für die Realität mit billigen Kulissen verstellt. Diese Gesellschaft wäre nur dann zu retten, wenn es gelänge der ReGIERung ihren politischen Willen zu brechen.
Warum nehmen viele Menschen nichtmehr an der Demokratie teil?
Warum informieren sich viele Menschen nicht anständig?
Dafür gibt es tausende Gründe und viele davon entspringen aus dem gegenwärtigen “Arbeitsmodell”. Wie soll man sich zb. Politisch anständig informieren wenn man 8 Stunden am Tag in irgendeiner Fabrik arbeitet, dort auchnoch hinkommen und wieder nachhaus fahren muss. Zuhause erwartet einen weitere Arbeit, Kinder um die sich gekümmert werden muss, Einkaufen, Aufräumen, dem Hobby nachgehen, soziale Kontakte pflegen. Da bleibt einem nicht viel Zeit sich über Politik gedanken zu machen oder über die Geschehnisse auf der Welt allgemein.
Im gegensatz dazu hat jemand wie ich mehr als genug Zeit sich zu informieren und zu echauffieren, Jung mit Computer/Internettechnologien aufgewachsen, Beruflich hauptsächlich von zuhause aus am Computer arbeitend. Tägliche Echtzeitkommunikation mit Freunden/Familie übers Internet.
Ich denke, oder vielmehr hoffe, das die politischen Aktivität sich in den nächsten Jahren weiter verstärken werden. Menschen die mit den neuen Technologien aufwachsen und solche die sich endlich damit auseinandersetzen und zu nutzen wissen werden häufiger.
Eine Verblendung dieser Menschen wird vermutlich schwerer fallen falls das Internet nicht doch noch Sopa/Pipa/Atca und wie sie nicht alle heissen zum Opfer fällt.
Was die Frage angeht wie es weitergehen soll, die ist eigentlich recht klar, Arbeit für jedermann ist selbst heutzutage schon veraltet. Ich kenne die genauen Zahlen nicht aber wenn ich mir überlege wieviele überflüssige Arten von Jobs es gibt bin ich mir sicher das 50% aller Arbeitsstellen genausogut entfallen könnten. Wenn man dazu noch möglichst viele Aufgaben automatisieren würde die zurzeit vielleich Gewinnorientiert nicht sinnvoll wären dann würde es nurnoch für einen bruchteil alle Menschen Vollzeitarbeit geben.
Natürlich ist das eine utopische Vorstellung, aber ich finde diese genauso wahrscheinlich wie alle Distopien. Wenn die Menschen es wollen können sie es umsetzen.
Wenn jedoch selbst halbwegs aufgeschlossene Menschen sowas gleich ausschliessen und ins lächerliche ziehen weils zu unglaubwürdig klingt , dann ist es doch kein Wunder das wir nicht vorrankommen.
Ich für meinen Teil kann mir für meine Lebenszeit auf der Erde nicht schöneres vorstellen als ein Gesellschaftlicher wandel der zu mehr Besonnenheit und Nachhaltgkeit führen würde.
Die aktuell herrschende Priesterkaste ist unglaublich:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813552,00.html
Kaum zu glauben – das Rezept ist nicht nur wirkungslos, sondern tötet langsam aber sicher. Was machen die Priester? Verordnen mehr.
Diese radikal-Neoliberalen Extremisten haben die Bezeichnung “Politiker” wirklich nicht mehr verdient – selbst wenn “Politiker” mittlerweile (zu Recht) eher als Fäkalwort wahrgenommen wird. Es sind fanatische Priester, die ohne Rücksicht auf Verluste den für sie vordergründig nützlichen Glauben durchpeitschen.
“Verrückte”.
Ja, Reformen müssen “bedingslos” umgesetzt werden, sonst gibts kein Geld, sagt Merkel, wie gerade gemeldet wurde. “In Europa wird deutsch gesprochen”, “Sparkommissar”, jetzt “Sonderkonto” auf dem “die Griechen” sämtliche Einnahmen abzuliefern hätten, um “vorrangig Auslandsschulden zu bedienen”.
Bedingungsloser Gehorsam!
Wie wurde dieser Tage gemeldet? Portugal müßte aucvh schon 14 % Zinsen zahlen…
wer sind die Nächsten?
Naomie Kleins “Shock-Strategy” geht in Griechenland in die letzte Phase.
Es geschieht vor unser aller Augen. Irre. Krank.
Grüße
@HHarlekin
Das ist die falsche Frage – besser wäre: Wann und in welchem Land wird mit dieser Politik aufgehört?
Wie auch immer: Ich würde es unbedingt vermeiden, diese Rezepte auf Leute wie mich anzuwenden und Leute, die wie ich über einen gewissen Bildungspool verfügen, zu verarmen.
Es ist für Eliten selten von Vorteil, wenn sie sich mit Menschen anlegen, die sich wehren können, von denen sie selbst hochgradig abhängig sind und die empfindlich stören können. Wenn mich jemand bedroht, wird er damit leben müssen, dass ich mich wehre.
Und es gibt viele wie mich. Nach dem Krieg wurde die Unterschicht zu stark reduziert und zu vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, ihren Geist zu entwickeln, als dass die aktuelle Priesterkaste mit den Rezepten von vor 2 Jahrhunderten dauerhaft durchkommen.
Ja, so ist es. Meine volle Zustimmung.
Im Allgemeinen: Was ist an diesem Artikel inhaltlich neu? Er wiederholt, was ich schon weiß – und was Politik nicht bereit ist zuzugeben.
Für wahr, er liest sich schön. Er stimmt aufregend – nicht zuletzt weil emotional eingefärbt. Doch was noch? Hier in den Weiten des Internets die eigenen Ansichten herauszuschreien bringt wenig bis nichts, weil jene, welche das System aktiv in den Händen halten, sich nicht durch Meinungen im Netzt beeinflussen lassen. Oder glaubst Du, Jens, all die anonymen Poster mit all ihren herrlich phantasievollen Namen lassen sich im realen Leben zum Widerstand verführen?
Erst wenn das gelingt, sollten Vergleiche zu anderen guten wie auch schlechten Führern erlaubt sein. Bis dahin sind es nur Worte, heute geschrieben, morgen vergessen.
Zum Thema: Muss als große Idee der Europäischen Vereinigung nicht die absolute und unwiderrufliche Aufgabe jedweder staatlicher Souveränität innerhalb der EU-Grenzen im Vordergrund stehen? Wie sonst soll das Modell EU funktionieren? So erfordern die Ideale Linker Vordenker nicht letztendlich auch ein grenzenloses System? Und wenn dem so ist, muss die Causa Griechenland dann nicht als ein Modellversuch verstanden werden, der hin zu einer veränderten Welt unsere Unterstützung einfordert?
Nein der Artikel beschreibt nichts Neues – umso schlimmer!
Würde Demokratie auf einen Schlag abgeschafft – große Aufregung. Weil der Zug aber so schon langsam fährt, merkt kaum einer wo er hinrollt, und bevor es einer richtig merkt, ist es “schon immer” so gewesen…
Das griechische Parlament wird “alternativlos” außer Kraft gesetzt, Krise und so – bis der Wähler wieder mal was mitentscheiden kann, ist eh nichts mehr zu entscheiden – und das “Generalgouvernement Italien” wird uns noch als positiv verkauft – Hauptsache Berlusconi weg, dann wird schon von alleine alles gut…
Wo der Zug hinfährt? Auf einem Forum antwortete Merkel auf die Frage nach Europas Zukunft: “…besonders verteidigungspolitisch [...] mit einer Stimme sprechen”, wobei der “Zwang zur parlamentarischen Legitimation aber gerade Deutschland zu einem sehr schwierigen Partner macht“…
Was zukünftig von einem guten, solidarischen Deutschland erwartet wird, soll sich jeder selber denken – die Schlagzeile “Merkel will parlamentarische Zustimmung abschaffen” ist jedenfalls ausdrücklich nicht gewollt…
Ein Schelm, wer sowas auch gedacht hätte.
Ist eine Rolle der Weltpolizei à USA so erstrebend?
Daß der Zug dahin fährt, ist jedenfalls mir klar – alleine deshalb schon macht mir der Gedanke an US-Europa eher Angst, in dem vereinigte Interessen sowieso einzig die von Wirtschaft & Industrie, aber nicht der Arbeiter sein werden, wie die “Causa Griechenland” schon zeigt.