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    geschrieben am 22. Februar 2012 von Thorsten Beermann

    Von Thorsten Beermann.

    In den letzten Tagen war es wieder überall zu lesen: Troika unzufrieden mit den griechischen Sparbemühungen. Das Defizit würde nicht schnell genug sinken, die Auszahlung der nächsten Hilfsleistungen stünde damit auf der Kippe. Auch wenn die nächste Tranche nun scheinbar doch überwiesen wird, zeigt diese von den Medien weitgehend unkritisch weiterverbreitete Sichtweise grundlegende Fehler über das Wesen von Einsparungen und Ausgaben von Staaten auf. Kern des Problems ist es, dass Journalisten wie Konsumenten die Begriffe aus ihrer erfahrbaren Perspektive betrachten.

    Für einen Privathaushalt haben Einnahmen, Ausgaben und Einsparungen klar abgegrenzte Bedeutungen. Das liegt vor allem daran, dass das Einkommen in aller Regel von außen kommt und die Ausgaben nach draußen gehen. Wenn man also den Haushalt als Wirtschaftssystem sieht, war das Gehalt, bevor es überwiesen wurde, noch nicht da und sobald Geld ausgegeben ist, ist es weg.
    Das führt zu einer bestimmten Art der Haushaltsführung (vgl. auch die „Schwäbische Hausfrau“ in Jens Bergers „Stresstest Deutschland“). Wenn unser Haushalt also normalerweise 300 € im Monat für Lebensmittel ausgibt, diese Ausgabe aber, sagen wir durch den Verzicht auf Süßigkeiten, auf 280 € reduziert, bleiben 20 € mehr für andere Dinge oder um etwaige Schulden abzuzahlen. Wenn dieser Haushalt plötzlich 350 € für Lebensmittel ausgibt, vielleicht weil vermehrt Bio-Produkte gekauft werden, müssen diese zusätzlichen 50 € von freien Ressourcen im monatlichen Budget gedeckt werden. Sollte es die nicht geben, müssen bei anderen Posten Einsparungen vorgenommen werden – oder es werden Schulden aufgebaut.

    Mit dieser Vorstellungen gehen Journalisten, Leser/Zuschauer/Zuhörer und, so scheint es, auch viele Politiker an die Etat-Politik heran. Anders ist es kaum zu erklären, dass es selbst hoch bezahlte Experten vollkommen zu überraschen scheint, dass das griechische Defizit einfach nicht sinken will, obwohl man dem Land doch eine Sparmaßnahme nach der anderen verordnet.
    Die Erklärung dafür ist so einfach, wie bei den Vertretern einiger wirtschaftswissenschaftlicher Schulen unbeliebt: in einem Staatshaushalt ist weder jeder an einem Posten ausgegebene Euro (alternativ jede andere Währung) zwingend im Gesamtetat weg, noch ist jeder bei einem Posten nicht ausgegebene Euro für den Gesamtetat zwingend eingespart.

    Auch hier helfen zum Verständnis zwei, natürlich stark vereinfachte, Zahlenbeispiele. Nehmen wir, die öffentliche Hand* gibt die Restauration einer Straße für 1.000.000 € in Auftrag.
    Von den 1.000.000 € gehen 159.663,87 € sofort als Umsatzsteuer an die öffentliche Hand zurück. Bleiben Ausgaben von 840.336,13 €.
    Nehmen wir weiter an, die Arbeiten dauern sechs Monate, in denen der Unternehmer den 50 daran beteiligten Angestellten ein Gehalt von jeweils 2000 € brutto bezahlt. Außerdem fallen 200.000 € Materialkosten an.
    Von den 600.000 € Lohn, fallen innerhalb dieser sechs Monate 19.275€ Lohnsteuer an, 58.800 € gehen an die Rentenversicherung und 9.000 € an die Arbeitslosenversicherung.* Beides sind Beträge bzw. Kassen, die sonst durch Steuergelder ausgeglichen werden müssten bzw. bei denen Überschüsse der öffentlichen Hand zufließen. Nach Abzug aller Steuern und Abgaben bleiben den Arbeitern pro Monat 1.584,11€ netto, insgesamt 475.233 € in den besagten sechs Monaten.

    Von den 200.000 € Materialkosten fallen 31.932,77 € als Mehrwertsteuer zurück an den Staat. Von unserer Million sind zu diesem Zeitpunkt also bereits rund 278.672 € an den Staat zurückgeflossen. Von der einen Million sind also vorerst noch 721.328 € „weg“.
    Allerdings müssen unsere Arbeiter ja auch noch leben. Nehmen wir also an, dass sie jeweils die Hälfte ihres Gehalts für Waren mit einem verminderten Mehrwertsteuersatz (7%) und die andere Hälfte für Waren und Dienstleistungen mit dem vollen Mehrwertsteuersatz (19%) verkonsumieren. Dadurch fallen dem Staat innerhalb dieser sechs Monate weitere 53.483,77 € zu.

    Dieses Beispiel könnte man jetzt noch eine Weile weiterspinnen, immer weitere Ebenen und Stationen einfügen, bei denen immer mehr Geld an den Staat zurückfließen würde. Aber die Grundaussage dürfte klar sein.
    Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jede Ausgabe sinnvoll sein muss. Es gibt sicher mehr als genug überflüssige Posten in jedem öffentlichen Haushalt. Für die Rückflussquote ist darüber noch entscheidend, dass das Geld im System verbleibt. Die Wahrscheinlichkeiten sind höher, je niedriger das Einkommen der Gruppe ist, der staatliche Mittel zufließen, weil dort zusätzliches Geld überwiegend in den Konsum fließt. Die Regierungen haben in den letzten Jahren allerdings den umgekehrten Weg gewählt und die oberen Einkommen weniger durch staatliche Ausgaben, denn durch Verzicht auf Einnahmen (was den Haushalt aber nicht weniger belastet) mit zusätzlichen Mitteln erfreut.

    Kommen wir zum gegenteiligen Vorgehen und behalten das Beispiel bei. Die öffentliche Hand gibt kein Geld für besagte Straße aus, „spart“ sich also die eine Million. Da der Unternehmer seine 50 Mitarbeiter, die in diesem Projekt gearbeitet hätten, nicht anderweitig beschäftigen kann, entlässt er sie und für unsere Rechnung finden sie in dieser Zeit auch keine Arbeit.
    Die Kosten des Arbeitslosengeldes I* beträgt insgesamt 285.139,80 €. Weitere 39.000 € werden für die Krankenversicherung fällig, die Rentenbeiträge (80 % der bisherigen Beiträge während des ALG1 Bezugs) schlagen mit weiteren 47.000 € zu Buche.

    Damit sind wir bei Leistungen in Höhe von rund 371.140 €. Ob hier schon Schluss wäre, hängt unter anderem davon ab, ob unsere jetzt Arbeitslosen Straßenbauangestellten in dieser Zeit etwa Fortbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen (dafür wir allein bei ALG1 Empfängern im Schnitt rund 4.000 € pro Empfänger ausgegeben). Das wären für unsere 50 Arbeitslosen bereits ein Posten von 200.000 €.
    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es natürlich auch bei dieser Variante einen Rücklauf-Zirkel gibt, bei dem Ebene für Ebene Teile des Ausgaben über Steuern an den Staat zurückfließen.

    Entscheidend ist aber das Fazit, dass nicht jeder ausgegebene Euro verloren und nicht jeder nicht ausgegebene Euro eingespart ist. Vereinfachungen dieser Art lassen sich zwar einfach vermitteln, weil die Bevölkerung sie sich anhand ihrer Erfahrungen vorstellen kann, führen aber all zu oft in die Sackgasse.

    * Um das Beispiel nicht unnötig zu verkomplizieren, wird weder bei Einnahmen, noch bei Ausgaben zwischen den Ebenen Bund, Land und Kommune unterschieden.
    **Im Sinne der Vereinfachung wird hier von 50 Personen im Alter von 25, Steuerklasse 1, ohne Kinder in Baden-Württemberg ausgegangen.
    *** Hier wird von 60% des Nettoeinkommens ausgegangen.

    156 Kommentare Print This Post
    Von Thorsten Beermann. In den letzten Tagen war es wieder überall zu lesen: Troika unzufrieden mit den griechischen Sparbemühungen. Das Defizit würde nicht schnell genug sinken, die Auszahlung der nächsten Hilfsleistungen stünde damit auf der Kippe. Auch wenn die nächste Tranche nun scheinbar doch überwiesen wird, zeigt diese von den Medien weitgehend unkritisch weiterverbreitete Sichtweise ...
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    156 Kommentare:

    1. Mo schrieb am 22. Februar 2012 at 01:10 - Permalink

      @Herr Beermann ,

      wenn Sie vielleicht noch erklären würden, was mit den 721.328 € geschieht.
      Wie werden die verbucht, wohin werden die gebucht, als was werden die verbucht?

      • Thorsten Beermann schrieb am 22. Februar 2012 at 08:14 - Permalink

        Die würden in diesem Fall vermutlich im Etat der Verkehrsministeriums stehen. Das ist aber auch nicht Kern dieses Artikels.

      • Rybar schrieb am 23. Februar 2012 at 01:56 - Permalink

        ein Aspekt ist in dieser Rechnung und in der Kommentierung leider wenig beachtet: die 50 Arbeitnehmer haben in diesem halben Jahr, in denen sie monatlich 2000 € für ihre Arbeit erhalten, auch eine Bestätigung für ihre gesellschaftliche Achtung erhalten. Sie mussten nicht mit ihrem Kind (ein Plural scheint mir nicht sinnvoll) diskutieren, ob ein sonntägliches Vanilleeis sinnvoll sei. Zudem wurde der Reichtum der Gesellschaft (also unser aller) vermehrt. Mich irritiert, dass stets nur von Geld, Kosten und Effektivität des einzelnen die Rede ist. Eigentlich sollte der Mensch – wenn man von FDP-Wählern und -Mitgliedern absieht – doch ein soziales Wesen sein.

        • Andreas schrieb am 26. Februar 2012 at 12:12 - Permalink

          Ich stimmt absolut zu, aber für die hier aufgemachte, exemplarische Rechnung und zum Verständnis der Ausgaben- / Einnahmesituation eines Staates ist das komplett irrelevant.

    2. Quotex schrieb am 22. Februar 2012 at 02:15 - Permalink

      Vereinfacht kann man auch sagen,fast jede Geldtransaktion läßt Geld an den Staat zurück fließen aber auch nur fast,weil Börsentransaktionen leider nicht besteuert werden.Spart der Staat also durch Kürzungen,gibt es weniger Transaktionen=weniger Steuereinnahmen.

      Ein weiteres lustiges Beispiel fand ich immer wenn Politiker wie Journalisten behauptet haben die hohen Staatsschulden treffe vor allem zukünftige Generationen,ganz so als wenn wir heute Kredit aufnehmen und das Geld gleich verbrennen,die wahrheit ist: Unsere zukünftigen Generationen werden mehrere Billionen erben.Schulen,Straßen etc. alles da,teilweise mit Kredit finanziert.

      • T-Fighter schrieb am 22. Februar 2012 at 08:04 - Permalink

        Die Schulden treffen die künftigen Generationen. Nur nicht so wie Sie denken. Der hohe Schuldendienst im deutschen Haushalt schränkt die Handlungsfähigkeit künftiger Generationen ein. Zudem kann bei übermäßiger Verschuldung der Staat in eine Schuldenspirale tappen, aus die er nur noch unter sehr hohen und unwahrscheinlichen Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen sich befreien kann.

        Zudem müssen sie zwei wichtige Fälle unterschieden: Verschuldung von den eigenen Bürgern wie in Deutschland oder Verschuldung vom Ausland ie im griechischen Fall. Der zweite Fall ist klar dämlich, falls das Geld nicht richtig angelegt wird. Im ersten Fall kommt es “nur” zu einer Vermögensverteilung küntiger Generationen. Man vererbt die Schulden und Forderungen, aber an wem? Da sind nicht alle Bürger gleichberechtigt. Ein Tipp: Die Gläubiger sind größenteils nicht arm.

      • Thorsten Beermann schrieb am 22. Februar 2012 at 08:25 - Permalink

        Ein weiteres lustiges Beispiel fand ich immer wenn Politiker wie Journalisten behauptet haben die hohen Staatsschulden treffe vor allem zukünftige Generationen,ganz so als wenn wir heute Kredit aufnehmen und das Geld gleich verbrennen,die wahrheit ist: Unsere zukünftigen Generationen werden mehrere Billionen erben.Schulen,Straßen etc. alles da,teilweise mit Kredit finanziert.

        Da würde ich auch widersprechen. Von einer heute gebauten/sanierten Strasse hat eine Generation später nicht mehr viel, wenn nicht (merhfach) erneut investiert wird. Und auch T-Fighter hat durchaus nicht Unrecht. Allerdings ist die Staatsverschuldung zu einem wesentlichen Teil nicht eine Folge steigender Ausgaben (auch wenn uns das immer wieder weisgemacht werden soll), denn die Ausgaben haben sich in Verhältnis zur Wirtschaftsleistung kaum verändert.

        Die Deutschen Schulden sind vor allem eine Folge der umfangreichen Entlastungen der höheren Einkommen in den letzten 20 Jahren. Hätte man die Staatsquote der 80er Jahre beibehalten, wäre der deutsche Haushalt eine saniert. Das wäre allerdings Stoff für einen eigenen Beitrag.

        • M. Boettcher schrieb am 22. Februar 2012 at 20:05 - Permalink

          Man sollte die Schulden nicht betrachten ohne den Vermögenszuwachs zu berüchsichtigen. Verglichen mit der populären Schuldenuhr steigt das Vermögen der Deutschen insgesamt etwa doppelt so schnell. Allerdings sind die Vermögenswerte sehr ungleich verteilt; von ca. 7.200 Milliarden Euro gehören den reichsten 10% der Bürger ca. 4.500 Milliarden. Die gleichen 10% trommeln seit Jahren dafür den Staat immer ärmer zu machen.

    3. Am_Rande schrieb am 22. Februar 2012 at 02:31 - Permalink

      Ein guter Artikel. Ein guter Artikel, weil er exemplarisch zeigt, wohin es führt, wenn man glaubt, der Staat würde und könnte nach anderen Prinzipien haushalten, als es die berühmte “schwäbische Hausfrau” könnte und würde.
      Denn der Autor sagt in seinem Text ja selbst nicht anderes, als dass der Staat seinen Bürgern eine Million Euro abnehmen muss, um ihnen am Ende der sechs Monate eine sanierte Strasse zu präsentieren, die ohne Steuern nur ca. 670 Tausend Euros gekostet hätte. Die ca. 330 Tausend Euros (also ca. ein Drittel des den Bürgern abgenommenen Geldes) haben zur eigentlichen Sanierung der Strasse ja nichts beigetragen. Sie sind also reine, unproduktive Verwaltungskosten. Ob ein privater Betrieb auch so kalkulieren könnte? Oder glaubt ernsthaft jemand, der Staat würde diese 330 Tausend Euros seinen Bürgern zurückerstatten?
      Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt:
      Ob und zu welchen Kosten die Strasse saniert wird, entscheidet sich, wenn diese Entscheidung der Politik überlassen wird, nicht nach wirtschaftlichen, sondern logischerweise nach (partei-)politischen Gründen und Notwendigkeiten. Der Glaube, wirtschaftliche und politische Motive und Notwendigkeiten fielen immer und notwendigerweise zusammen, darf getrost als naiv bezeichnet werden. Die Begriffe “Kölscher Klüngel” oder “Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler” mögen als Hinweise genügen.
      Jedenfalls ist die Gefahr, dass mit der den Bürgern abgenommenen Million Euro reiner Schindluder getrieben wird und nur ein politischer “Gewinn” eingestrichen, aber kein gesamtgesellschaftlich wirksamer, wirtschaftlicher Gewinn geschaffen wird, nicht von der Hand zu weisen.
      Was wäre aber, der Staat hätte diese Million nicht seinen Bürgern abgezwungen, sondern sie ihnen belassen?
      Die Million Euro wäre bei den Bürgern geblieben und von ihnen, nach persönlicher Massgabe, ausgegeben, investiert oder sonstwie verwaltet worden. Im letzten Jahr hat jeder Bundesbürger (nach Angaben des BMF) durchschnittlich ca. 6600 Euro Steuern bezahlt. Eine Million Euro entspricht also der Steuerlast von ca. 150 Bürgern.
      Nun kann sich jeder selbst überlegen, ob es wahrscheinlicher ist, dass Bürokraten und Politiker mit fremdem Geld für fremde Zwecke verantwortlich umzugehen wissen. Oder ob es eher die 150 Bürger sind, die mit ihrem eigenen Geld für Ihre eigenen Zwecke verantwortlich umgehen werden. Wer wird sich eher irren: der Staat der mit einem Schwung eine Million fremden Geldes ausgibt, oder 150 Bürger, die eigenes, selbsterwirtschaftetes Geld auszugeben haben?

      • Unwichtig schrieb am 22. Februar 2012 at 07:24 - Permalink

        Sie sind also reine, unproduktive Verwaltungskosten. Ob ein privater Betrieb auch so kalkulieren könnte? Oder glaubt ernsthaft jemand, der Staat würde diese 330 Tausend Euros seinen Bürgern zurückerstatten?

        Möglicherweise gibt der Staat das Geld aus, z.B. indem er eine zweite Straße saniert. Und da geht das Geld dann wohin? Der Kreislauf oben fängt neu an… Abgesehen davon: Warum ist da eigentlich so eine scharfe Grenze zwischen “Bürger” und “Staat” bei dir? Jeder Bürger ist Teil des Staates, und der Staat ist an sich erstmal die Gesamtheit seiner Bürger.

        Ob und zu welchen Kosten die Strasse saniert wird, entscheidet sich, wenn diese Entscheidung der Politik überlassen wird, nicht nach wirtschaftlichen, sondern logischerweise nach (partei-)politischen Gründen und Notwendigkeiten. Der Glaube, wirtschaftliche und politische Motive und Notwendigkeiten fielen immer und notwendigerweise zusammen, darf getrost als naiv bezeichnet werden. Die Begriffe “Kölscher Klüngel” oder “Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler” mögen als Hinweise genügen.

        Ok, also lassen wir die Straßenbauunternehmen oder andere Privatwirtschaftler entscheiden, welche Straße wie saniert wird. Das Ende vom Lied wäre: Die zu sanierenden Straßen werden nach Gewinnträchtigkeit ausgesucht. Die kleine Nebenstraße im Dorf bleibt also unsaniert, ausser die Anwohner zahlen dafür einen kleinen Obulus an den Verwalter der Straße. Ein guter Name für diesen Obulus wäre z.B. “Steuer”.

        • T-Fighter schrieb am 22. Februar 2012 at 07:45 - Permalink

          Auf jeden Fall könnten die Bürger dann entscheiden, ob ihnen die Nebenstraße einen geldwerten Aufschlag wert ist. Eine Luxus-Toilette braucht nicht jede Gemeinde..

          Ich sehe in der Diskussion Staat vs private Hand oft Missverständnisse. Die Befürworter eines starken Staates setzen alle Bürger dem Staat gleich. Das ist aber nicht der Fall, weil in den meisten Fällen Politiker über die Ausgaben entscheiden. Ich würde nicht meine Seele darauf verwetten, dass da alles so effizient wie möglich ausgegeben wird.

          Dennoch glaube ich nicht, dass die Bürger sich wirklich zusammen setzen würden, um über eine neue Straße zu diskutieren. Da sollte aus meiner Sicht die Gegenseite auch einen vernünftigen Vorschlag machen.

          • Mod schrieb am 22. Februar 2012 at 10:26 - Permalink

            Um bei ihrer Straße zu bleiben, eine Straße von A nach B ohne Umwege über C und D würde bedeuten, der Preis einer Ware verringert sich um den Weg über C und D. Das Gehalt der Bürger die diese Straße nutzen erhöht sich zwar nicht, aber das gesparte Benzingeld kommt im günstigsten Fall dem Binnenmarkt zu, dafür werden 19% Umsatzsteuer fällig die mit der Umsatzsteuer und der Steuer die der Staat auf Benzin erhebt nicht konkurriert, die Beschäftigung der Arbeitnehmer am Bau dieser Straße und die Sicherheit auf einen Arbeitsplatz ermöglichen eine optimierte Familienplanung mit Kindern, die evt. auch im Straßenbau tätig werden wollen, oder wenn das Zeug reicht, studieren können usw. dieser Kreislauf wurde von der Bundesregierung unterbrochen.

            “Zur Erinnerung: Das erste Rettungspaket für Griechenland stammt von Mai 2010. Damals hieß es, dies werde eine einmalige und sich nicht wiederholende Maßnahme sein. Es sollte garantiert werden, daß das Land bis Mitte 2012 eine tragfähige Schuldenquote erreicht, so daß es spätestens 2013 wieder Kredite auf den Finanzmärkten aufnehmen kann. Daraus ist nichts geworden. Die Verschuldung ist nicht gesunken, sondern gestiegen – von 120 auf mehr als 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.”

            “Mit dem zweiten Rettungspaket wird nun diese gescheiterte Politik fortgesetzt. Erneut wurden von Athen drastische Einschnitte in das soziale Netz und weitreichende Kürzungen staatlicher Leistungen verlangt.”

            http://www.jungewelt.de/2012/02-22/104.php

            Wurde also von unserer Regierung unterbrochen und diese Regierung mit anderen Regierungen sorgen jetzt dafür, das in anderen Ländern der Kreislauf einer gesunden Volkswirtschaft ebenso unterbrochen wird, die Folgen liegen auf der Hand und wir können uns spätestens in zwei Jahren als Exportweltmeister verabschieden, es sei denn, wie im Spiegelfechter schon erwähnt, die Löhne und Gehälter der abhängig Beschäftigten in Deutschland werden noch mal gesenkt?, was angesichts der Höhe der Löhne gar nicht mehr möglich ist? Also sollte man zusehen, das genügend Schiffszwieback und Einmachgurken gehortet werden um diese kommende Krise zu überstehen? Falls die Wasserwerke bis dahin noch nicht Privatisiert wurden, wären ein paar Fässer Wasser auf Halde nicht schlecht? Oder man macht darauf aufmerksam in der Hoffnung, das endlich eine andere Politik verfolgt wird!

            • T-Fighter schrieb am 22. Februar 2012 at 15:30 - Permalink

              Da möchte ich ja auch nicht widersprechen. Wenn die Straße von der Mehrheit gewollt ist, ist das ja okay. Bereiche wie Bildung, Gesundheit oder die kommunale Grundversorgung gehören mMn auch mehrheitlich in die Hand des Staates.

              Nur wenn ich aber wieder an Elbphilharmonie vorbeikomme, dann darf ich mich nunmal auch über aus meiner Sicht verschwenderische Pläne aufregen. Und wenn ich von Korruption bei Auftragsverteilungen höre, dann kommt mir das manchmal eher wie eine Verteilungsarbeit für das eigene Klientel vor.

              Und dass die PIIGS derzeit abgewürgt werden, ist allen Beteiligten klar. Ich kann mir bei den astronomischen Einstellungsbedingungen bei den Bundesministerien (minus Parteigänger) nicht vorstellen, dass die nicht wissen, was Sache ist.

            • DerJo schrieb am 22. Februar 2012 at 16:15 - Permalink

              Aber selbstverständlich werden die Löhne gesenkt. Durch die Maßnahmen zur Wettbewerbsfähigkeit in Griechenland, Frankreich (hat dies ja auch vor) und wahrscheinlich demnächst auch in Spanien und Portugal, ist die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland doch in Gefahr. Da heißt es Lohnzurückhaltung sonst werden wir auch zum Importland.

              P.s.: In dem Zeitraum in dem Deutschland seine Löhne um 4,5 % (UN-Wagereport) gesenkt hat, hat Norwegen seine um 25 % gesteigert. Kann mir einer sagen ob die außer Öl noch wirtschaft haben? Die muss doch total zerfallen sein.

            • Mod schrieb am 22. Februar 2012 at 16:22 - Permalink

              Da ist nichts Zerfallen, das nennt sich Teilhabe. Durch ein Solidarsystem das niemanden in Armut treibt, Teilhabe eben. Dann funktioniert auch die Wirtschaft, merken wir noch..!

      • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 08:55 - Permalink

        Am_Rande

        Denn der Autor sagt in seinem Text ja selbst nicht anderes, als dass der Staat seinen Bürgern eine Million Euro abnehmen muss,

        wieso abnehmen? Was ist Geld denn mehr als eine Idee? Eben – nichts! Geld ist reiner Verwaltungskrempel. Der Staat kann das Geld einfach erfinden und gut ist es.

        • Thorsten Beermann schrieb am 22. Februar 2012 at 09:04 - Permalink

          Mal abgesehen, daß das Geld ja auch für den Bürger nicht “weg” ist. Diese anglo-amerikanische Sicht des Staates als Raubritter, der unser Geld nimmt, wird zwar auch bei uns immer populärer, vergisst aber, daß von den Steuern und Angaben nun mal auch unser Gemeinwesen finanziert wird und Leistungen erbracht werden, von denen wir profitieren bzw. die für die Gesellschaft lebensnotwendig sind.

      • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 09:07 - Permalink

        @Am_Rande
        Sehr gut! Die Bürger könnten für die belassene Million, also für die “nicht abgezwugenen” Steuern, Geländewagen (EssJuWii) kaufen und einfach querfeldein fahren, dann brauchen die auch keine Straße, das Geld bliebe zur eigenen Entscheidung (Cayenne oder Q 7?) beim mündigen Bürger, also dem durchschnittlich einssiebzig hoch gestapelten Zellhaufen. Sehr gut!

        Selten einen solch besoffenen Kommentar gelesen! Bist Du serienmäßig so ignorant und borniert, oder fehlt Dir einfach nur die eine Synapse?

        • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 09:13 - Permalink

          @Vogel
          Ich bin diesmal nicht ausfallend geworden :-)

          • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 09:57 - Permalink

            @Vogel
            Du bist wohl der ältere? :-P

        • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 10:03 - Permalink

          Liberalismus ist moderne Wegelagerei auf Strassen, an deren Bau sich kei Liberaler je beteiligt hätte.

      • Peleo schrieb am 22. Februar 2012 at 09:39 - Permalink

        mit ihrem eigenen Geld für Ihre eigenen Zwecke verantwortlich umgehen werden

        Toll! Alle werden kleine Unternehmen gründen mit Anteilen für eigene Lehrer, Schulen, Autobahnen, Landstraßen usw. Und endlich kann man den Militär-Etat komplett streichen: Die Bürger machen einfach Panzer- und Eurofighter-Sharing. Alles viel billiger und effizienter.

        Wie Ideologie einem das Hirn vernebeln kann.

        • HHarlekin schrieb am 22. Februar 2012 at 10:28 - Permalink

          Nur ganz “am Rande”: Wir wissen doch, dieser Kommentator ist nach eigenem Bekenntnis in früheren Posts erklärter Marktradikaler und Mises-Jünger. Unter der Mises´schen Minimalstaat-Phantasterei wird alles, aber wirklich ALLES eingeordnet: Staat ist nur für “Außen” (Sicherheit) und “Innen” (Sicherheit, Vertragsrecht) zuständig, alles andere ist Privatsache, ob Bildung, Straßenbau, was auch immer. Der tiefe Glaube, wenn erst alles Markt ist, bricht für uns alle das Paradies aus…
          Dieses Schmalspur-Weltbild ist zwar völlig realitätsresistent, aber es macht glücklich, jedenfalls den, der noch glauben kann…;-)

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 10:01 - Permalink

        Ich möchte Ihnen ja keine Illussionen rauben, aber es gibt kein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, das niedrigere Verwaltungskosten aufweist als staatliche Equvivalent. Es ist immer umgekehrt. Was private Arbeitgeber im Vergleich zu staatlichen aber noch besser können, ist das drücken von Löhnen weiter unten. Oben, also da wo Verwaltung ist, wirds immer teurer, weil mehr Meschen in größerem Umfang partizipieren wollen.

        Der Rest Ihres Beitrages bleibt dann genau auf der albernen Schiene, dafür bin ich aber zu faul.

        • mdmc schrieb am 22. Februar 2012 at 18:08 - Permalink

          Ich möchte Ihnen ja keine Illussionen rauben, aber es gibt kein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, das niedrigere Verwaltungskosten aufweist als staatliche Equvivalent.

          harhar!

          Aber mal abgesehen davon haben meine Vorposter in der Tat die Kernaussage von Teilnehmer “Am Rande” zumindest in Frage gestellt. Denn sie gerieren sich als Paradebeispiele für Bürger, denen man wirklich nicht zu viel Geld überlassen sollte, einfach um den Schaden für die Allgemeinheit möglichst gering zu halten.

          Seit Beginn der Agenda 2010 tut dies der Staat glücklicherweise auch nicht mehr allzu ausgiebig. Das beruhigt mich irgendwie. Dadurch hängen sie jetzt zwar den ganzen Tag im Internet rum und verschlechtern die Lesbarkeit von Blogkommentarspalten in eklatantem Ausmaß. Aber wenigstens sind sie auf diese Weise kaltgestellt. Danke Gerd, danke Joschka! Machts noch einmal Gerd und Joschka! :-)

      • Joachim Endemann schrieb am 22. Februar 2012 at 15:09 - Permalink

        Jeder baue seine Straße … bis zum Nachbarn. … In betuchten Gegenden bauen die Betuchten ihre gute Straße dann solidarisch, das wird für diese billiger. Und sorgen noch für gute Stichstraßen in andere betuchte Gegenden und ihre separierten (virtuellen) Geldverdienzentren. Die Trassenführungen dieser Stichstraßen werden so gelegt, daß es keine Tangenten zu den Gegenden der etwas Abgehängten (BP in spe Gauck) gibt, denn das ist schon aus Sicherheitsgründen wichtig.

        Wer argumentiert:

        “… Ein guter Artikel, weil er exemplarisch zeigt, wohin es führt, wenn man glaubt, der Staat würde und könnte nach anderen Prinzipien haushalten, als es die berühmte “schwäbische Hausfrau” könnte und würde.
        Denn der Autor sagt in seinem Text ja selbst nicht anderes, als dass der Staat seinen Bürgern eine Million Euro abnehmen muss, um ihnen am Ende der sechs Monate eine sanierte Strasse zu präsentieren, die ohne Steuern nur ca. 670 Tausend Euros gekostet hätte. Die ca. 330 Tausend Euros (also ca. ein Drittel des den Bürgern abgenommenen Geldes) haben zur eigentlichen Sanierung der Strasse ja nichts beigetragen. Sie sind also reine, unproduktive Verwaltungskosten. Ob ein privater Betrieb auch so kalkulieren könnte? Oder glaubt ernsthaft jemand, der Staat würde diese 330 Tausend Euros seinen Bürgern zurückerstatten? …“

        zeigt in der Tat exemplarisch, wohin es führt, wenn man glaubt, der Staat [könne] nach … Prinzipien haushalten, wie sie der (volkswirtschaftlich!) berüchtigten schwäbischen Hausfrau privathaushälterisch nachgesagt werden.

        Typisch neoliberalideologische Argumentation.

      • Rybar schrieb am 23. Februar 2012 at 02:30 - Permalink

        Gute Idee. Warum sollte ich Geld für Sachen ausgeben, die ich nicht befürworte/benötige. Mein Sohn beendet in diesem Jahr die Schule, also kann sie geschlossen werden. Er will aber studieren. Vielleicht könnte ich sein Studiengeld mit den verringerten Spenden an die Bundespolizei aufbringen? Ich finde auch, dass der Außenminister oder die Familienministerin nicht relevant sind. Das Kindergeld erhalte ich doch vom Arbeitsamt.
        Der Krieg in Afghanistan wäre wohl morgen für die BW-Soldaten beendet.
        Wozu wir diese überhaupt benötigen, erschließt sich mir auch nicht.

    4. Beate schrieb am 22. Februar 2012 at 07:09 - Permalink

      Mir fehlt ein wichtiger Punkt: Die Verteilung der Einkommen hat auch Rückwirkungen auf das was produziert werden soll.

      Der Staat wirkt auch indem er mehr oder weniger Steuern einnimmt auf das was produziert werden soll ein.

      Der Gegensatz Marktdisziplin und demokratisch legitimierte Institutionen im Hinblick darauf wie EFFIZIENT das Angebot bereitgestellt (relative Preise) wird fehlt völlig.

      Inwieweit hat die Verteilung der Einkommen Rückwirkungen auf die ‘Effizienz’ einer Gesellschaft.

      http://www.stifterverband.info/publikationen_und_podcasts/webtv/falk/index.html

    5. lemmy caution schrieb am 22. Februar 2012 at 08:12 - Permalink

      Na super. Herr Beermann hat den Multiplikator-Effekt verstanden und jetzt gibts kein Halten für die Empörung mehr. Der Staat muß einfach immer mehr ausgeben, das Geld kommt dann schon doppelt und dreifach aus dem Wirtschaftskreislauf zurück.
      Es gibt jenseits der kleinkarierten Welt dieser uninspirierten Normalos eine Welt, in der es ganz andere Möglichkeiten gibt. Ja ja.
      Überlegt euch mal, warum Regierungen, die mit sowas ausserhalb von extremen externen Schocks argumentieren wie etwa die ersten 2 Jahre der Regierungszeit Mitterands oder die erste Regierungszeit von Alán García in den 80ern so grandios gescheitert sind. Und dagegen wirtschaftspolitisch erfolgreiche linke Regierungen wie etwa die von Lula da Silva eine disziplinierte Haushaltspolitik explizitst und frühzeitig zum Eckpfeiler ihrer Politik erklärten.

      Na área de políticas fiscal e monetária, o governo de Lula caracterizou-se por realizar uma política econômica conservadora. O Banco Central goza de autonomia prática, embora não garantida por lei, para buscar ativamente a meta de inflação determinada pelo governo. A política fiscal garante a obtenção de superávits primários ainda maiores que os observados no governo anterior (4,5% do PIB contra 4,25% no fim do governo FHC). No entanto, críticos apontam que esse superávit é alcançado por meio do corte de investimentos, ao mesmo tempo em que aumento de gastos em instrumentos de transferência de renda como o Bolsa Família, salário-mínimo e o aumento no déficit da Previdência.

      http://pt.wikipedia.org/wiki/Luiz_In%C3%A1cio_Lula_da_Silva#Per.C3.ADodo_presidencial
      In der Fiskal- und Geldpolitik folgte die Regierung Lulas eine konservative Linie. Die Zentralbank war praktisch wenn auch nicht unbedingt per Gesetz unabhängig, um aktiv das von der Regierung vorgegebenen Inflationsziel zu erfüllen. In der Fiskalpolitik wurden noch höhere Primär-Überschüsse erzielt als von der Vorgängerregierung (4,5% gegenüber 4,25% BIP unter Cardoso). Kritiker wiesen darauf hin, dass die Regierung diesen Überschuss über eine Kürzung der staatlichen Investitionen erreichte, während sie zur gleichen Zeit sozialpolitische Transfer-Instrumente wie Bolsa Familiar, der Mindestlohn und ein höheres Defizit im Rentensystem kräftig ausbauten.

      Die Forderung die Kohle mit vollen Händen rauszuhauen, weil der Wirtschaftskreislauf sowieso alles multipliziert, ist genauso dumm wie jene neoliberale nach möglichst wenig Staatsausgaben, weil ein kompetitives privates System sowieso alles bunter macht. Die Wahrheit muss man mühsam und Fall für Fall dazwischen suchen.

      The Queen is Dead, boys.
      And it’s so lonely on a limb
      Past the Pub that wrecks your body
      And the church – all they want is your money

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 10:20 - Permalink

        Naja, wer den Unterschied zwischen einem Schwellenland und einer hochentwickelten Volkswirtschaft nicht erkennt, der muss wohl zu Ihrem Ergebnis kommen. Sonst aber eher niemand. Deutschland hatte in seiner Aufbauphase auch keine Staatsdefizite zu beklagen… Mei…

        • lemmy caution schrieb am 22. Februar 2012 at 19:36 - Permalink

          War Frankreich 1981 ein Schwellenland?

      • Mephane schrieb am 22. Februar 2012 at 11:09 - Permalink

        Dieser Post ist eine einzige Unterstellung. Der Autor hat lediglich eine verbreitete und falsche Sicht auf Staatsausgaben richtiggestellt, nirgendwo hat er behauptet, der Staat müsse jetzt das Geld auf Teufel komm raus verprassen. Es ging nur darum aufzuzeigen, warum das derzeit übliche Gerede über Sparmaßnahmen eines Staates, insbesondere Griechenland, in dieser Form (“schwäbische Hausfrau”) nicht haltbar ist.

        • lemmy caution schrieb am 22. Februar 2012 at 19:50 - Permalink

          Warum? Für einen Staat, der zu Marktbedingungen 15% und mehr Zinsen zahlen müßte, für den besitzt eine Verringerung des fiskalischen Defizit nun wirklich die Prio der höchsten Eisenbahn.
          Der Autor sagt, dass mit Multiplikator-Effekten Mehr-Ausgaben locker reingeholt werden. Wieso gilt das nur für Krisenländer? Warum nicht für Deutschland?
          Der Multiplikator-Effekt konnte empirisch nie quantifiziert werden. Eine kurzfristige Erhöhung der Staatsausgaben wirkt bei temporären externen Schocks eine gute Wirkung. So hat meine Kanzlerin Frau Doktor Angela Merkel dieses Land durch die Krise gesteuert. In Griechenland, Spanien, Portugal und Italien gibts aber strukturelle Probleme, nämlich eine zu geringe Wettbewerbsfähigkeit. Die können mit solchen fiskalischen Geldregen eben nicht wirksam angegangen werden.

      • der Herr Karl schrieb am 22. Februar 2012 at 12:42 - Permalink

        “Bauen wir Pyramiden! Legen wir Parkanlagen mit riesigen Bäderkomplexen an! Verschaffen wir unseren Häfen wieder den majestätischen Anblick kolossaler Figuren und Tore!”
        (Quelle: …)

      • Andreas schrieb am 26. Februar 2012 at 12:28 - Permalink

        Herr Beermann hat den Multiplikator-Effekt verstanden und jetzt gibts kein Halten für die Empörung mehr. Der Staat muß einfach immer mehr ausgeben, das Geld kommt dann schon doppelt und dreifach aus dem Wirtschaftskreislauf zurück.

        Wer sieht den Fehler in dieser Argumentation? ;) Im letzten Absatz gleich nochmal.

        • Mod schrieb am 26. Februar 2012 at 13:57 - Permalink

          Was denn für einen Fehler? Also ich sehe das so, wenn meine Schule im Jahr für Renovierungen sagen wir mal 20 000 Euro zur Verfügung hat, wird der am Ort ansässige Malermeister mit seinen beiden Gesellen von diesem Geld für Malerarbeiten an der Schule entlohnt. Wenn die Schule aber kein Geld zur Verfügung hat, dann müssen sich die Eltern Ehrenamtlich betätigen. Da unter den Eltern auch der jetzt arbeitslose Malermeister mit seinen beiden Gesellen zu finden ist, werden die das übernehmen?! Das Schwimmbad hier im Ort, wird ja auch von den arbeitslosen Gas und Wasser Installateuren kostengünstig gewartet! Echt ne Ehre so ein Ehrenamt! Wenn das jetzt aber 1 Euro-Jobber machen könnten, dann würde die Gemeinde noch zusätzlich für jeden 1 Euro-Jobber, ca 500 Euro Monatlich für die Administration selbiger erhalten!

    6. gerhardq schrieb am 22. Februar 2012 at 08:41 - Permalink

      Nach Deiner Rechnung wäre der Unternehmer pleite, denn es sind einige Kosten einfach falsch geschätzt worden:

      Lohn des Arbeittnehmers brutto 2.000,-EUR
      Lohnkosten für den Unternehmer 2.400,- EUR (inkl. AG-Anteile)
      davon:
      Sozialabgaben : 800,- pro Mitarbeiter und Monat) gesamt: 240.000,-EUR
      Lohnsteuer : 240,- pro Mitarbeiter und Monat) gesamt: 72.000,-EUR
      Gesamtabgaben: 1.040,- EUR pro Monat

      Gesamtlohnkosten: 720.000,-EUR (2.400,- pro Mitarbeiter und Monat)
      Materialkosten : 200.000,-EUR
      Mehrwertsteuer : 127.731,-EUR (auf 800.000,- wgn. Verrechnung der USt.)
      Kosten : 1.047.731,-EUR

      Und hier siehst Du sofort, wo das Einsparpotential besteht, entweder in der Zeit oder in der Anzahl der Mitarbeiter. Und dann weißt Du auch, warum der Niedriglohnsektor in D boomt.
      Angenommen, statt 50 MA machen 5 die gleiche Arbeit, dann reduziert sich der Lohnkosten auf etwa 72.000,-EUR, was bedeutet, das der Ertrag um 648.000,-EUR zunimmt.
      Und was macht dieser Unternehmer, wenn er etwa 600.000,-EUR Gewinn erzielt?
      Er legt dieses Geld renditeträchtig auf dem Kapitalmarkt an. Damit wird dieses Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen, bzw. hat nur äußerst geringe Wirkung in der Realwirtschaft (ca. 6,25%, Verhältnis von Geld in der realen Wirtschaft zu Geld in der Spekulationswirtschaft, etwa 1:16). Übrigens braucht der Unternehmen noch nicht einmal Steuern auf die 600.000,-EUR bezahlen, so lange er mit dem Geld in andere Unternehmen investiert (Schröder sei Dank).

      • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 09:11 - Permalink

        Wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, isses keine Rechenaufgabe zum Nachrechnen sondern der Versuch, etwas klar dazustellen, was vielen nicht klar ist.

        Wie man sieht: Zu vielen!

        (Aber vllt. spinnt meine Brause unn ich hab’ ‘n ganz annern Artikel gelesen als Du?)

        Ach Du Schoiße, hab’ auf den Anfang Deines Kommentars schon reagiert … aber dann kommt’s ja ganz dicke: Am Ende macht der pöse Unternehmer auch noch 600k Gewinn und bläst sich ‘ne Blase … *ohne_Worte”

        • gerhardq schrieb am 22. Februar 2012 at 12:19 - Permalink

          Schau Dir einmal die Vermögensverwaltungs GmbH der Susanne Klatten an. Dort genau das beschriebene Prinzip perfekt verfolgt.

          Anders ausgedrückt, es fließt immer mehr Geld von den Fleißigen (Arbeitnehmern und Unternehmern) zu den Reichen (Kapitalverwaltern), also eine Umverteilung von unten nach oben.

      • long jogg schrieb am 22. Februar 2012 at 09:13 - Permalink

        240 Euro Lohnsteuer von 2.000 Euro Brutto? Bitte um Aufklärung, in welchem Land 12 % Lohnsteuern zu zahlen sind. Uganda? Nigeria?

        • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 09:41 - Permalink

          In Deutschlan sicher nicht denn da sind es nur 217€, also nicht einmal 11% und das in der höchstmögliche Steuerklasse 1 und ohne dass man jemals was beim Lohnsteuerjahresausgleich zurückerhält (also im Betrieb schläft) Es dürften real so um die 9% sein, die man da maximal zahlt.

          In Lohnsteurklasse 3 (verheiratet) sinkt der Wert dann auf geradezu absurde 3,5%, verrückt nicht wahr?

          • gerhardq schrieb am 22. Februar 2012 at 11:57 - Permalink

            Lohnsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag zzgl. Kirchensteuer

            • SwENSkE schrieb am 22. Februar 2012 at 13:21 - Permalink

              …. wenn man so blöd ist und noch Mitglied einer steuerfinanzierten Kirche ist.

        • lemmy caution schrieb am 22. Februar 2012 at 19:52 - Permalink

          Chile.

      • Mod schrieb am 22. Februar 2012 at 09:43 - Permalink

        Es machen aber nicht 50 Mitarbeiter den Job von 5?, es sind die 5 die weiterhin den Job machen, nur eben mit erheblichen Lohnsenkungen und dieses Geld fehlt im volkswirtschaftlichem Kreislauf! Der Niedriglohnsektor boomt, ohne Frage!

    7. schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 08:49 - Permalink

      @Thorsten Beermann
      Schöner Artikel, aber ich würde sogar noch weitergehen:
      Da “Der Staat” nichts anderes als die nationale Volksgemeinschaft inklusive ausnahmslos aller Bewohner dieser Nation ist, fließen tatsächlich 100% der “Investitionen” zurück, abzüglich der Gelder, die durch “Exportüberschüsse” und Zinszahlungen an ausländische Kreditgeber ins Ausland transferiert werden und zuzüglich der Zinsen, die auf laufende Kredite bei inländischen Kreditgebern anfallen.
      Das läßt sich auf die EU weiterdenken und wenn man die ideologischen Scheuklappen mal ablegt, sogar auf die gesamte Welt. Das ganze ist ein Nullsummenspiel und Geld ist eigentlich nichts anderes und auch nicht mehr als eine administrative Maßnahme zur Vereinfachung und Flexibilisierung des Warenverkehrs. Dieses ganze “Finanzmarkt”-Geschwurbel von BWL-Hirnpilz-Opfern dient nur einer Mystifizierung des Werkzeuges Geld, um Ungleichgewichte zum eigenen Vorteil und zum Nachteil anderer zu erzeugen.
      Oft sogar unbewußt :-).
      Volks- bzw. Weltwirtschaft ist ein Nullsummenspiel. Immer. Denn der Planet ist ein isoliertes System mit einer endlichen Energiequelle.

      • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 09:23 - Permalink

        @schwitzig
        Jezz sind’s ja schon zwei, die den Artikel verstanden haben. Thx, Du rettest meinen Glauben an wenige Menschen! Deine Weiterungen: D’accord!! *Thumbs_up*

        Wir Alten müssen halt den Karren aus’m Dreck ziehen, die jungen sind “geistig moralisch gewendet” und seit 30 Jahren mit “We like to entertain you” systematisch verblödet.

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 09:46 - Permalink

        Hättest du jetzt das Endlichkeitsgebrabbel weggelassen, hätte ich deinen Beitrag richtig gut gefunden. So ist er leider mal wieder ein zu einem völlig irrisinnigen “Wachstum muss endlich sein, weil” Beitrag verkommen, der die einfachsten Tatsachen negiert. Weder sind die Energiequellen endlich, noch kann man den technischen Fortschritt als Wachstumsquelle einfach mal vergessen. Und vom Ende der Erfindungen hab ich jetzt noch nirgends gehört, obwohl es momentan sehr zäh läuft. Einzig der Platz auf dem Planeten ist beschränkt, sonst nix.

        • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 10:04 - Permalink

          @ola

          Einzig der Platz auf dem Planeten ist beschränkt, sonst nix.

          Stimmt. Es geht bald der Platz aus für abgeholzte Wälder, leere Meere, sich ausdehnende Wüsten und Bevölkerungswachstum.

          Sonst iss alles da: Erdöl for ever, Plastik for ever, Coltan for ever, Reis und Mais for ever …

          Ja, es ist schwer sich vorzustellen, das mit der Endlichkeit …

          • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 10:16 - Permalink

            Jaja, vor 100 Jahren brauchte ma noch 50 Bauern zum Ernähren von 100 Menschen. heute noch 2. Sie machen den großen Fehler auf der einen Seite die Endlichkeit zu beschreien und das mit der jetzt Perspektive zu verknüpfen Natürlich gibts bald kein Erdöl mehr, dass man aus dem Boden pumpt. Aber bitte, morgen kommt einer und systhetisiert Ihnen das Zeugs aus Kieselsteinen und dann? So kann man nicht argumentieren, wenn man die Endlichkeit von Wachstum beweisen will. Das ist Mumpitz.

            Das ist übrigens ähnlicher Mumpitz, wie die ständige Beschwörerei vom immer teurer werdenden Gesundheitswesen. Vor 30 Jahren hatten Sie wegen eines Magengewschwüres jahrelang zu kämpfen, mit OP und allem vom Feinsten. heute fressen Sie in vielen Fällen ne Woche lang Antibiotika und fertig. Die Behandlungskosten sinken also dramatisch. Warum? Weil einer den bösen Heliobakter entdeckt hat…

            • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 10:33 - Permalink

              Im 19ten Jh. hieß es: “Wenn das so weiter geht mit dem Verkehr, wird Paris bald im Pferdemist ersticken!”

              Hilfestellung für Dich: Metapher! Soll besagen, dass technische Lösungen keine solchen sind, sie erhöhen lediglich das Problemniveau.

              “Irgendwas” aus “irgendwas”
              diedeldei, so einfach ist das.

              Du solltest Dichter werden!

            • Heldentasse schrieb am 22. Februar 2012 at 14:03 - Permalink

              Natürlich gibts bald kein Erdöl mehr, dass man aus dem Boden pumpt. Aber bitte, morgen kommt einer und systhetisiert Ihnen das Zeugs aus Kieselsteinen und dann?

              Dieser Absatz sagt implizit nicht anderes, als dass die Technologie den Schlüssel zur Lösung des Zielkonflikts zwischen Ökologie und Ökonomie beinhalten kann, und das ist m.E. durchaus fragwürdig!

              Im Jahr 2004 veröffentlichten die Autoren das 30-Jahre-Update. Darin brachten sie die verwendeten Daten auf den neuesten Stand, nahmen leichte Veränderungen an ihrem Computermodell World3 vor und errechneten anhand verschiedener Szenarien mögliche Entwicklungen ausgehend vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2100. In den meisten der errechneten Szenarien ergibt sich ein Überschreiten der Wachstumsgrenzen und ein anschließender Kollaps („overshoot and collapse“) bis spätestens 2100. Fortführung des „business as usual“ der letzten 30 Jahre führe zum Kollaps ab dem Jahr 2030.
              Auch bei energischem Umsetzen von Umweltschutz- und Effizienzstandards kann diese Tendenz oft nur abgemildert, aber nicht mehr verhindert werden. Erst die Simulation einer überaus ambitionierten Mischung aus Einschränkung des Konsums, Kontrolle des Bevölkerungswachstums, Reduktion des Schadstoffausstoßes und zahlreichen weiteren Maßnahmen ergibt eine nachhaltige Gesellschaft bei knapp 8 Mrd. Menschen.

              Quelle
              Meines Erachtens folgt daraus, unter der realistischen Voraussetzung das wir uns in unserem Verhalten und Wirtschaften nicht ändern, dass der Herr schwitzig durchaus in der Sache recht haben könnte! Es entspricht auch meiner ganz persönlichen Überzeugung, und wird ab und zu durch Fragmente wie z.B. Öko-Institut bemängelt Klimabilanz von Elektroautos untermauert, leider!

        • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 11:31 - Permalink

          @ola
          Du verwechselst “Wachstum” mit “Entwicklung”.

          “Wachstum” ist in einem geschlossenen Kreislauf nicht “endlich”, sondern es ist schlicht und ergreifend nicht existent.
          Die meisten, die von “Wachstum” – endlich oder unendlich – reden, meinen Umverteilung.
          Umverteilung ist übrigens genau so lange unendlich, bis das endliche System (Universum) an sein Ende gelangt ist.
          Es sei denn, das Universum ist unendlich :-). Aber ich werde jetzt nicht das übliche Einsteinzitat anführen :-).

          • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 12:07 - Permalink

            Wenn Sie mir mal erklären, wie Sie uns ein “geschlossenes” Systm erklären wollen, dann wäre ich Ihnen sehr zu Dank verbunden. Natürlich entsteht Wachstum auch aus Umverteilung, keine Frage und das ist auch ein zentraler Ansatzpunkt für weltweite Gerechtigkeit, aber das alleine ist ja dann doch nicht.

            • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 12:18 - Permalink

              @ola
              Was haben Sie an diesem Satz nicht verstanden?

              Zitat ich:

              “Wachstum” ist in einem geschlossenen Kreislauf nicht “endlich”, sondern es ist schlicht und ergreifend nicht existent.

            • Karla schrieb am 22. Februar 2012 at 13:48 - Permalink

              Wenn Sie mir mal erklären, wie Sie uns ein “geschlossenes” Systm erklären wollen,

              Für den Fall, dass er nicht will:
              Als [ab]geschlossenes System wird ein System ohne Wechselwirkung mit seiner Umgebung bezeichnet. (Wikipedia und in allen Physikbücher)

              Das Entscheidende ist die Wechselwirkung bzw. die Wechselwirkungsfreiheit. Wenn man unter “Erde” das Weltwirtschaftssystem versteht (was hier in diesem Kontext wohl offenbar der Fall ist), dann ist “die Erde” selbstverständlich ein abgeschlossenens System. Eine große Volkswirtschaft wie die deutsche ist kein abgeschlossenes System, da sie mit dem Rest der Weltwirtschaft in Wechselwirkung steht. Es wäre bzw. ist ein schwerer Fehler, sie als abgeschlossenes System zu betrachten. Die schwäbische Hausfrau wiederum kann (näherungsweise und nur in bestimmten Zusammenhängen) als abgeschlossenes System betrachtet werden, da ihr Tun keinen so starken Einfluss auf die Weltwirtschaft hat, dass es per Rückkopplung wieder auf sie selbst zurückfiele. Aus ihrer Perspektive ist der “Rest” der Weltwirtschaft so groß, dass sie ihn einfach mal als unendlich betrachten kann. Wie in ihrer Küche auch die Geschwindigkeit des Lichts, das in Wirklichkeit auch eine endliche Geschwindigkeit hat.

              Aus Sicht einer (großen) Volkswirtschaft, die sich selbst nicht isoliert, sondern zum Beispiel sehr fleißig exportiert, ist es aber fatal, den “Rest” als unendlich anzusehen. Dann übersehen wir nämlich die Wechselwirkungen und Rückkopplungen. Der Rest der Weltwirtschaft ist aus unsrer Sicht endlich, weil a) die Gesamtwirtschaft endlich ist und b) dieser Rest im Vergleich zu unsrer eignen Volkswirtschaft nicht so riesengroß ist, dass wir sie, wie die s.H., näherungsweise als unendlich betrachten können. Die Gesamtwirtschaft ist übrigens auch dann noch endlich, wenn sie von x im Jahr 2011 auf x+y% im Jahr 2012 gewachsen ist.

          • N. N. schrieb am 23. Februar 2012 at 18:47 - Permalink

            @schwitzig:
            “Wachstum” ist in einem geschlossenen Kreislauf nicht “endlich”, sondern es ist schlicht und ergreifend nicht existent.

            Da muss man sich vor Augen halten, was wächst und was zirkuliert. Wir reden von der (Gebrauchs-) Wertsteigerung der verwendeten Ressourcen, also dem eigentlichen Zweck des Wirtschaftens. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, ob sich der Ressourcenverbrauch erhöht. Das ist eher ein Problem der Nachhaltigkeit der ganzen Veranstaltung.

            Das Wachstum bezieht sich hier *nicht* auf die verwendeten Inputfaktoren, sondern auf den Output. Es ist häufig mit einem erhöhten Faktorverbrauch verbunden, häufig aber nicht. Insofern stimmt deine o.a. Aussage nicht.

            Die meisten, die von “Wachstum” – endlich oder unendlich – reden, meinen Umverteilung.

            Wachstum als Umverteilung? Ernsthaft?

            Umverteilung ist übrigens genau so lange unendlich, bis das endliche System (Universum) an sein Ende gelangt ist.

            Bzw. die Entropie dem Ganzen ein Ende bereitet ;-)

    8. Habeichvergessen schrieb am 22. Februar 2012 at 09:11 - Permalink

      @Thorsten Beermann

      Anders ist es kaum zu erklären, dass es selbst hoch bezahlte Experten vollkommen zu überraschen scheint, dass das griechische Defizit einfach nicht sinken will, obwohl man dem Land doch eine Sparmaßnahme nach der anderen verordnet.

      Viele der hoch bezahlten Experten wissen darüber Bescheid und sind sich im Klaren, wohin die Sparpolitik führt. Sie können nur auch gut schauspielern und große Überraschung vortäuschen.
      Jedoch bestreite ich nicht, dass es unter den hoch bezahlten Experten und unter ihren Chefs volkswirtschaftliche Pendants zu Monika Piel gibt.

    9. Dimebag schrieb am 22. Februar 2012 at 09:50 - Permalink

      Guter Artikel, dessen Grundaussauge immer wieder in allen Medien, auf allen Kanälen wiederholt werden sollte.

      Wie oft hört man die Aussage: “Obwohl zu enormen Sparmaßnahmen gegriffen wird, sinkt das Defizit nicht.”
      Es heißt nicht “obwohl”, sonder “weil”.

      • HHarlekin schrieb am 22. Februar 2012 at 10:08 - Permalink

        Ja, sagt der Arzt, obwohl wir den Patienten mittels der alternativlosen Technik des konsequenten Luftabschnürens am Leben halten wollten, ist er wider Erwarten erstickt.
        Wenn der Patient selbst nicht will, sind wir Ärzte eben machtlos. ;-)

        Grüße

    10. rainer schrieb am 22. Februar 2012 at 10:01 - Permalink

      ….das ist ja wirklich toll……diese Kommentare hier……wie blöd sind denn die meisten eigentlich?

      • der Herr Karl schrieb am 22. Februar 2012 at 12:34 - Permalink

        @rainer
        Du bist mir mal einer…
        Dein Kommentar suggeriert Wissen. Wo ist es. Hilf uns.

    11. twex schrieb am 22. Februar 2012 at 10:33 - Permalink

      Eine hoch abstrakte Sichtweise, die dazu verleitet, die Landschaft mit hunderten von sinnlosen Straßen zuzupflastern (siehe Deutschland). Hauptsache, die Wirtschaft wächst, egal wohin.

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 10:49 - Permalink

        Das “egal wohin” ist Ihr persönliches Ding. Das hat hier schließlich niemand geschrieben.

      • Mephane schrieb am 22. Februar 2012 at 11:15 - Permalink

        Auch hier wieder – das hat der Autor nirgends behauptet, sondern lediglich mit einer verbreiteten und falschen Vorstellung aufräumen wollen.

    12. ola schrieb am 22. Februar 2012 at 10:40 - Permalink

      Hilfestellung für Dich: Metapher! Soll besagen, dass technische Lösungen keine solchen sind, sie erhöhen lediglich das Problemniveau.

      ———————-

      Aha, nun dann. Nur gibts nicht. Nirgends. Alles hat seine 2 Seiten, immer. Mit ihrem schlichten Denkmodell kann ich deshalb nichts anfangen.

      • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 11:59 - Permalink

        Du willst nich verstehen, hast Dich vllt. auch gar nich angestrengt. Ich nu auch nich mehr.

        “Gegen Dummheit (und Ignoranz) kämpfen selbst Götter vergebens” (Zitat)

        • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 12:30 - Permalink

          Ja, ich weiss, mit Gläubigen aller Himmelsrichtung ist nicht gut Kirschen essen. Jedwede Entwicklung erhöht das Problemniveau und deshalb war schon die Erfindung von Fußlappen verwerflich. Es tötete Tiere und erhöhte somit das Problemniveau. Was um alles in der Welt ist von so einer Argumentation zu halten? Nichts, eben. Da muss man schon von besonderem Schrot und Korn sein, um derartigen Unsinn als seine eigene Glaubensrichtung auszugeben.

    13. Stefan schrieb am 22. Februar 2012 at 11:12 - Permalink

      “Von den 200.000 € Materialkosten fallen 31.932,77 € als Mehrwertsteuer zurück an den Staat.”

      Hier disqualifiziert sich der Autor leider und zeigt, dass er das Konzept hinter der Mehrwertsteuer nicht verstanden hat: die Umsatzsteuer zahlt der Bauunternehmer natürlich zunächst, erhält sie aber sofort als Vorsteuer zurück – der Betrag kann daher natürlich nicht einfach zu der bereits erhaltenen Umsatzsteuer hinzuaddiert werden.

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 11:36 - Permalink

        Ja, die Betriebswirte. Ich liebe dieses kleinkarrierte Gemache von euch, mit dem ihr die Welt erklären wollt, aber nicht könnt.

        • Stefan schrieb am 22. Februar 2012 at 11:46 - Permalink

          Was ist daran kleinkariert, wenn ich darauf hinweise, dass eine der grundlegenden Punkte dieser (volks- oder betriebs-)wirtschaftlichen Betrachtung einer staatlichen Investition totaler Unfug ist? Die Umsatzsteuer wird immer vom Endverbraucher getragen, für alle Unternehmer davor ist das nur ein durchlaufender Posten.

          • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 12:32 - Permalink

            Weil es für die durchaus richtige Intention des Autors von eher untergeordneter Bedeutung ist eventuell?

            • Stefan schrieb am 22. Februar 2012 at 13:08 - Permalink

              Du bist also der Meinung, dass man seine Position mit Thesen stärkt, die _jeder_, der sich minimal mit der Materie auskennt sofort fasifizieren kann? Na dann aber viel Glück, mit solchen groben Schnitzern entwertet man seine eigenen Aussagen doch recht massiv.

            • Mein Über-Ich schrieb am 22. Februar 2012 at 15:07 - Permalink

              Zahlt der Staat überhaupt die Mehrwertsteuer, wenn er einkauft, und wenn ja, ist das dann Teil des Haushaltspostens oder wird das abgetrennt und womöglich zwischen Bund/Ländern verrechnet? So wie zwischen Unternehmen muss das keineswegs ablaufen.

              Aber die Mehrwertsteuer auf den Gesamtposten und die Materialien zu summieren ist eindeutig falsch. Natürlich sind existieren diese nebeneinander als einzelne Geldflüsse, aber denen stehen auch Rückflüsse in Form der genannten Vorsteuererstattung entgegen.

            • Dennis82 schrieb am 22. Februar 2012 at 20:47 - Permalink

              Der Einwand ist zwar im Grunde berechtigt, entkräftet letzten Endes aber nicht das wesentliche Argument des Artikels, dass ohne den Straßenbau eben auf keiner Ebene Umsatzsteuerzahlungen und Vorsteueransprüche ausgelöst würden! D. h. der Unternehmer würde kein Material einkaufen (wofür der Lieferant die USt. abführen würde), welche dann wiederum als Vorsteuer verrechnet werden könnte. Besteuert wird auf jeder Stufe ja der Mehrwert – letzten Endes kommt beim Staat eben auch dieser (ansonsten nicht existierende) besteuerte Mehrwert an.

              Der Staat als solcher (über seine verschiedenen Betriebe und Körperschaften des ÖR) zahlt natürlich aus den einzelnen Kassen ganz normal Umsatzsteuer (wenn ein Amt z. B. Büromöbel kauft) und ist soweit unternehmerisch tätig auch prinzipiell Vorsteuerabzugsberechtigt (Stadtwerke z. B.). Am Ende verbleibt das Geld aber eh beim Staat und die Umsatzsteuereinnahmen werden wieder an Bund, Länder und Gemeinden zurückverteilt.

    14. leslie schrieb am 22. Februar 2012 at 11:22 - Permalink

      ´´Soll besagen, dass technische Lösungen keine solchen sind, sie erhöhen lediglich das Problemniveau.´´
      ´
      Bingo.
      Das Auto ist so eine Sache.
      http://www.52wege.de/fahrräder-sind-schneller-als-autos

      Mfg

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 11:35 - Permalink

        In Verbindung mit dem übermäßigen genuss von Canabisprdukten, kann das Fahrrad sogar als therapeutisches Mittel angesehen werden. Eventuell kann Ihnen da die Krankenkasse weiterhelfen? Aber auch Fahrräder wurden irgendwann erfunden und schufen Probleme…

        • leslie schrieb am 22. Februar 2012 at 12:40 - Permalink

          ´´In Verbindung mit dem übermäßigen genuss von Canabisprdukten, kann das Fahrrad sogar als therapeutisches Mittel angesehen werden.´´

          Und wie. :-))

          ´´Aber auch Fahrräder wurden irgendwann erfunden und schufen Probleme´´

          Problematisch wurde es erst,
          als es mehr Autos als Fahrräder gab.

          Aber das wird der Chinese besser erklären können.
          Ob die den Smog in den Städten mögen.?

          Mfg

          • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 13:06 - Permalink

            Wenn Sie die Schustergilde mal außer Acht lassen,kann ich Ihnen zustimmen. Aber die Benutzung von Fahrrädern anstatt einfach zu laufen, hat dort sicher zu massiven Einbußen geführt….

            Nur ums mal klar zu stellen, ich besitze kein Auto und fahre das halbe Jahr entweder mit dem Taxi (dienstlich) oder dem ÖPNV. Gut im Sommer fahr ich dann Moped:)

          • Dimebag schrieb am 22. Februar 2012 at 16:17 - Permalink

            Ich möchte auch auf den brutalen Kulturkampf der Hochradfahrer gegen die Fahrradfahrer hinweisen, der mehr Menschenleben gekostet hat, als alle Tour-de-France-Etappen zusammen…..

      • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 12:38 - Permalink

        @leslie

        Das Auto ist so eine Sache.

        Du hast’s verstanden. Wer Straßen baut säht Verkehr, baut ÖPNV ab, sorgt für die Zersiedelung der Landschaft, zahlt km-Pauschalen (in der Kleinstadt billiger wohnen, im Ballungsraum die Arbeitskraft tuerer verkaufen – das Hin und Her mit allen sozialen Kosten, die dranhängen: Not my concern).

        Wenn Du so einige Sachen ‘mal durchdenkst, was Bequemlichkeit, Individualität – kurz: das moderne Leben – alles so macht, mit der blauen Kugel, mit unseren Seelen … besser nich, iss gefährlich für die geistige Gesundheit.

        Um im Bild zu bleiben: Ich hab’, Gottseidank, ein schönes zu Hause, muss nich dauernd wo anners sein, permanent (zwangs-)mobil in permanenter Kommunikation (womit wir ein zweites Fass auf machen würden … lassen wir das).

        schwitzigs Hinweis “Alles Sache der Umverteilung” trifft den Nagel auf’n Kopp und kann auch sehr schön technisch erklärt werden. Ich krieg immer ‘n Föhn, wenn die Rede iss von Energieerzeugung und -verbrauch. Das geht ja gar nicht und zeigt, dass die Menschen keine Ahnung von nix haben (1. Hauptsatz der Thermodynamik: Die Energie eines abgeschlossenen Systems ist konstant. Tante Wiki). Ich bin kein Inschenjör, das krieg ich mit dem Physikunterricht der damaligen Realschule hin. Das war 63-66, 2-3 Wochenstunden. Was man heute so auf der Schule lernt, weiß ich nich.

        • leslie schrieb am 22. Februar 2012 at 12:47 - Permalink

          ´´Wenn Du so einige Sachen ‘mal durchdenkst, was Bequemlichkeit, Individualität – kurz: das moderne Leben – alles so macht, mit der blauen Kugel, mit unseren Seelen … besser nich, iss gefährlich für die geistige Gesundheit.´´

          Die körperliche Gesundheit der Menschen ist nicht minder betroffen.

          Aber da gibts ja dann Pillen die die Symtome bekämpfen aber nicht die Ursachen.(In diesem Fall Bewegungsmangel.)

          An dem hab ich übrigens auch wieder gelitten diesen Winter;
          und hat mir doch glatt 5 Kilo Winterspeck beschert. :-))

          Mfg

          • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 13:08 - Permalink

            @leslie

            Aber da gibts ja dann Pillen

            Unser täglich Soma gib uns heute …

            • leslie schrieb am 23. Februar 2012 at 10:47 - Permalink

              Viel mehr.
              Krankheiten die es garnicht gibt.
              http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,260671,00.html
              (Früher war der Speigel noch was)

              Heutzutage ist es normal,Kindern Ritalin zu geben wenn sie sich nicht ´´normal´´ verhalten.

              Rumtoben und neugierig sein sind übrigens Normalverhalten.

              Heut gibts Pillen dagegen damit Eltern sich nicht kümmern müssen,
              da sie ja inzwischen beide arbeiten müssen.

              Mfg

        • der Herr Karl schrieb am 22. Februar 2012 at 12:47 - Permalink

          @Vogel
          Es scheint hier um diese Frage zu gehen: Ist die Erde ein geschlossenes System oder nicht?

          • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 12:54 - Permalink

            Es kommt darauf an: Wenn ich jemanden so kräftig in den Arsch trete, dass er unser universelles Kontinuum verläßt, durchbreche ich das geschlossene System.
            Das setzt allerdings voraus, dass in dem geschlossenen System genügend Materie in genügend Energie in genügend kurzer Zeit umgewandelt werden kann, um die notwendige Austrittsbeschleunigung des Objektes durch die Trittbeschleunigung zu erreichen.

            • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 13:10 - Permalink

              @schwitzig
              *rofl*

          • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 13:14 - Permalink

            Natürlich, das es muss so sein, sonst könnte schwitzig ins Grübeln kommen anstatt Arschtritte ins All zu verteilen. Aber natürlich ist dem nicht so.

            • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 21:30 - Permalink

              Wobei ich bei dem Arschtritt ja noch nicht mal den real-nicht-linearen Charakter der Zeit berücksichtigt habe :-).

        • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 13:12 - Permalink

          Sie haben ein zu Hause? Mit Dach und so? Wie können Sie das mit Ihrem Gewissen vereinbaren? Hat man Ihnen die Materialien zum Bau Ihres Hauses (von der umweltschädlichen Herstellung mal ganz zu schweigen) mit dem ÖPNV angeliefert? Und wen ja, wie? Eine Strasse vor Ihrem Haus werden Sie ja wohl kaum haben wollen… Sie schaffen hier enorme Probleme wie Bodenversiegelung usw, ist Ihnen das bewusst? Nonsens, wa?

          • Vogel schrieb am 22. Februar 2012 at 17:14 - Permalink

            Don’t feed the olas!

        • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 21:28 - Permalink

          @Vogel

          Das war 63-66,

          Boah – bist Du alt :-). Da bin selbst ich ja noch ein regelrechter Jungspund, obwohl das schon etwas länger her ist, dass ich davon überzeugt war, spätestens mit 40 Sargreif zu sein :-).

    15. der Herr Karl schrieb am 22. Februar 2012 at 12:23 - Permalink

      “Allerdings müssen unsere Arbeiter ja auch noch leben. Nehmen wir also an, dass sie (…) verkonsumieren. Dadurch fallen dem Staat innerhalb dieser sechs Monate weitere 53.483,77 € zu.”

      Die Arbeiter haben doch schon vorher gelebt, nehme ich mal an. Vielleicht waren es auch Arbeiter, die vorher in Polen gelebt und dort Waren gekauft habenhaben?
      Dieser Artikel hievt ein interessantes Thema auf den Tisch, über welches sich zu diskutieren lohnt. Zeigt aber auch, wie komplex die ganze Sache ist.

    16. der Herr Stefan schrieb am 22. Februar 2012 at 13:09 - Permalink

      Geht endlich auf die Strasse demonstrieren, statt euch in Wortgeplänkel zu verlieren.
      Es tut Not ! ! !

      und natürlich hat Thortsen Beermann grundsätzlich Recht mit seiner Erklärung PUNKT

      • der Herr Karl schrieb am 22. Februar 2012 at 13:22 - Permalink

        “Geht endlich auf die Strasse demonstrieren”
        Für den Weltfrieden?

    17. Karla schrieb am 22. Februar 2012 at 14:11 - Permalink

      Anders ist es kaum zu erklären, dass es selbst hoch bezahlte Experten vollkommen zu überraschen scheint, dass das griechische Defizit einfach nicht sinken will, obwohl man dem Land doch eine Sparmaßnahme nach der anderen verordnet.

      Doch es ist anders zu erklären: die tun nur so, als ob es sie überrascht. Man solllte diese Betrachtungsweise zumindest in Erwägung ziehen. Es könnte gut sein, dass die Sparpoltik keine wirtschaftliche sondern eine politische Strategie ist. Immerhin heißt es ja Sparpolitik. Der Patient wird geradeso am Leben gelassen; er be- oder erhält aber keine eigenen Handlungs- und Entscheidungsoptionen.

      Das ist natürlich eine freche Behauptung, aber es gibt zumindestens Indizien. Ein Punkt in dem Sparplan für Griechenland ist das Diktat, dass die Löhne in der Privat(!)wirtschaft solange eingefroren werden, bis die Arbeitslosenrate von derzeit 20% auf 10% gesunken ist. Wem nützt das? Der griechischen Wirtschaft sicher nicht. Dem Staatshaushalt schon gar nicht, denn dem entgehen so Steuern. Sollte irgendwo ein zartes Pflänzchen Wachstum keimen, irgendeine Wachstumsbranche sich auftun, dann wäre es für die griechische Wirtschaft insgesamt außerordentlich hilfreich, wenn diese Branche als Motor dienen könnte, indem dort die Löhne steigen und das Geld in andere Bereiche diffundieren kann. Aber nix da, da wird ein Riegel vorgeschoben.

      In Deutschland sollte jedem klar sein, dass die Arbeitslosenrate keinesfalls so schnell sinken wird, dass diese Restriktion kein Hemmschuh für das Wachstum ist, weil sie sich bald erübrigen könnte. Wir hatten in den schlimmsten Zeiten (Mitte der 90er) in Ostdeutschland 20% Arbeitslosigkeit, jetzt, fast 20 Jahre später, sind wir bei 13 oder 12%. Was prompt schon fast als Vollbeschäftigung gefeiert wird. So, wie es der Sparplan jetzt festschreibt, ist diese Regelung für Griechenland nichts anderes als ein staatlich garantierter Maximallohn.

      • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 14:19 - Permalink

        Wurden die kreativen Buchhalter aus der BA schon Griechenland angeboten? Alleine schon die Annahme Lohnverzicht fördere Arbeitsplätze ist neoliberale Ideologie allererster Güte und empirisch nicht haltbar.

        Ist übrigens ein klassischer ANgriff auf die Tarifautonomie, dem Argument gegen Mindestlöhne:)

      • Joachim Endemann schrieb am 22. Februar 2012 at 19:17 - Permalink

        … „Wir hatten in den schlimmsten Zeiten (Mitte der 90er) in Ostdeutschland 20% Arbeitslosigkeit, jetzt, fast 20 Jahre später, sind wir bei 13 oder 12%. Was prompt schon fast als Vollbeschäftigung gefeiert wird. …“

        Wenn man die Weggezogenen addierte, wären’s wohl wieder ca. 20%? Oder doch noch mehr, definierte man arbeitslos weiterhin so, wie es Ende der 80er u.f.Z. noch gängig war?

        Die neoliberale Ideologie verstellt denn Blick auf das, was ist.

        • Karla schrieb am 22. Februar 2012 at 20:58 - Permalink

          Was ich damit sagen wollte: Die Festlegung für Griechenland, dass erst ab einer Senkung der Arbeitslosenquote auf 10% überhaupt Lohnsteigerungen gesetzlich erlaubt sind, kommt einer Garantie für Arbeitgeber gleich, auf (un)absehbare Zeit bei den Löhnen von heute stehenzubleiben. Im Privatsektor wohlgemerkt. Der Vergleich mit Ostdeutschland soll nur verdeutlichen, dass dies keine kurzfristige, bald vorübergehende Einschränkung (Gürtel enger schnall) für griechische Arbeitnehmer ist. Auf diese Weise trägt das Wachstum, wenn es denn überhaupt jemals dazu kommen sollte, keine Früchte. Da wächst nichts nach, kein Kleingewerbe oder so. Ohne die ostdeutschen Verhältnisse beschönigen zu wollen: ich glaube in Griechenland wird alles viel schlimmer kommen.

          • Joachim Endemann schrieb am 22. Februar 2012 at 23:47 - Permalink

            Der Neoliberalismus rettet Griechenland:
            http://www.flickr.com/photos/30751009@N03/6291270112/in/photostream

            Das heißt ich stimme Dir zu.

    18. ola schrieb am 22. Februar 2012 at 14:15 - Permalink

      Heldentasse

      Dass wir Menschen ebenso wachsen müssen, steht völlig außer Frage. Und dass wir unsere Verhaltensweisen zu überprüfen haben, auch. Das hat aber nichts mit dem Märchen von den geschlossenen Systemen und der daraus folgenden Annahme zu tun, dass Wachstum deshalb begrenzt sei, weil bestimmte Resourcen es sind. Hanf um mal wieder was populäres ins Spiel zu bringen, ist ein gutes Beispiel dafür. Übrigens ein nachwachsender Rohstoff^^ Huch..

      Das meint, so lange die Sonne auf diesen Planeten scheint, ist nichts endliches von Bedeutung zu entdecken.

      • der Herr Karl schrieb am 22. Februar 2012 at 14:31 - Permalink

        @ola
        Dein Beispiel mit dem Hanf hat mich draufgestossen:
        Kann es sein, dass Du das Wachstum mit dem Nachwachsen verwexelst?

        Wenn das Wirtschaftswachstum jedes Jahr einige Prozente zulegen würde (was es ja tut), wäre die Entwicklungskurve genau gleich, wie bei der theoretischen Zunahme eines Vermögens durch Zinseszins: nämlich exponentiell! Und diesmal nicht nur theoretisch – ausser im Fall von periodisch auftretenden grösseren Kriegen.

        • ola schrieb am 22. Februar 2012 at 14:48 - Permalink

          Nein, das verwechsle ich sicher nicht. Und ja, warum sollte ich jetzt die Expotentialfunktion in Frage stellen wollen?

          Und wir Menschen müssen wachsen meint vor allem geistig. Und Entwicklung, lieber schwitzig, ist die Voraussetzung für Wachstum. Dass wir unsere Resourcen nicht sinnvoll genug verwenden und da handlungsbedarf besteht, ist doch gar keine Frage. Aber so lange auf diesem Planeten noch 2/3 nicht genug zu fressen haben, ist genug Luft für weiteres Wachstum. ja ganz ruhig, auch ein Stück Umverteilung.

          Aber wer mir mit Sätzen wie “jeder Fortschritt bringt eine Problemverschärfung mit sich” begegnet und diese Botschaft von einem PC aus absetzt, sorry.. da hörts dann aber mal auf.

          • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 15:08 - Permalink

            @ola

            Aber wer mir mit Sätzen wie “jeder Fortschritt bringt eine Problemverschärfung mit sich” begegnet und diese Botschaft von einem PC

            Das hat er nicht gesagt – er sprach über die KOMPLEXITÄT. Verneinst Du eigentlich auch die Existenz der Evolution?

            • ola schrieb am 26. Februar 2012 at 13:32 - Permalink

              Wir warten gespannt auf:

              - das Ende des Wachstums
              - das Ende des Geldsystems
              - das Ende der Welt

              Nein,ich denke nicht, dass wir uns auf den club of rome verlassen sollten.

              Ja, Probleme werden komplexer (mannigfaltiger) und damit logischerweise schwerer zu handhaben, also eine Verschärfung, oder nicht? Was wollen Sie mir denn genau mitteilen? Dass die Welt eine verkorkte Flasche ist und Wachstum die darin befindliche Flüssigkeit? Wer die Welt so begreift, hat den Korken im Kopf,da wo andere ihr Gehirn haben.

              Und das leiten alle Fanatiker vor allem aus dem Ende des Ölzeitalters ab, wie albern.

              Ja, wir werden mit neuen Techniken(Entwicklung) weiteres Wachstum schaffen (müssen), da wir auch zahlenmäßig mehr werden. Wir werden in ein paar Jahrhunderten auch diesen Planten verlassen können und uns andere Gesteine im Weltall urbar machen (Wachstum aus Entwicklung) und das ist wesentlich wahrscheinlicher als die Annahme, man könne Öl nicht ersetzen…

      • schwitzig schrieb am 22. Februar 2012 at 14:32 - Permalink

        @ola
        Dein grundsätzliches Verständnisproblem ist, dass Du nicht verstehst, dass Dein “Wachstum” kein Wachstum, sondern eine Entwicklung ist.

      • Heldentasse schrieb am 22. Februar 2012 at 14:39 - Permalink

        @ola

        Danke für Deine Resonanz aber wie soll ich noch erklären, die Argumente das “Club of Rome” scheinen Dich nicht zu überzeugen. Denn diese Aussage:

        Dass wir Menschen ebenso wachsen müssen, steht völlig außer Frage.

        Ist nicht richtig, weil in endlichen Systemen nichts unendlich wachsen kann, und m.E. steht völlig außer Frage, dass die Menschheit um auf Dauer zu überleben mit/ auf dem Planeten ein quasi statisches Gleichgewicht finden muss – welches sich bei Fauna/ Flora in der Regel von selber einstellt – und sei es weil die dem nicht entsprechenden Arten aussterben.

      • Karla schrieb am 22. Februar 2012 at 14:59 - Permalink

        Dass wir Menschen ebenso wachsen müssen, steht völlig außer Frage.

        Bloß das nicht, es reicht ja schon, dass wir immer mehr werden! Wär’s nicht besser, wenn wir schrumpfen würden (individuell gesehen)? Ich meine, Biotechnik und so, da müsste doch was gehn? So könnten wir nämlich ewiges Wachstum (Fortpflanzung, Ressourcenverbrauch etc.) und die Endlichkeit der Erde doch noch unter einen Hut kriegen.

        • Heldentasse schrieb am 22. Februar 2012 at 15:34 - Permalink

          Ob sich der Mensch (als Individuum) mehrheitlich, in letzter Konsequenz und aus rationaler Überzeugung, anders verhält als eine primitive Alge (von der Art die als Ganzes eine Algenpest verursacht) wird sich noch herausstellen.

    19. Granado schrieb am 22. Februar 2012 at 15:29 - Permalink

      Der Vorsteuerabzug bei den Materialkosten wurde schon angesprochen. Wer aber über Bürokratiekosten schimpft, sollte mal über den “Bürokaufmann” nachdenken – der gehört zum immer größer werdenden Verwaltungsbereich in einem Unternehmen – noch abgesehen von Unternehmensberatern etc.

    20. leslie schrieb am 22. Februar 2012 at 16:20 - Permalink

      Wachstum und so…

      http://www.tagesschau.de/ausland/eukalyptus106.html
      Eine aussichtslose Schlacht gegen den Eukalyptus?

      ´´Eukalyptus verwandelt Licht und Wasser sehr effizient zu Holz.
      In nur sieben Jahren ist ein Gummibaum reif für die Säge. Seine langen Fasern sind ideal für die Papier- und Holzproduktion.´´

      Warum die da nicht einfach Hanf anbauen.
      Auf einem Hektar kann man die vierfache Menge an Holzrohstoff gewinnen als mit Wald.
      Und das jedes Jahr

      Warum das aber nicht gemacht wird.
      Wald gehört jemandem,Hanf kann jeder Bauer anbauen.

      Wir könnten den Raubbau an den Wäldern sofort stoppen.
      Dann würden aber die armen Waldbesitzer leer ausgehen.

      Mfg

      • Gast schrieb am 22. Februar 2012 at 20:03 - Permalink

        @Leslie

        … und es verbessert sogar den Boden auf dem es wächst, und zwar derart, dass Jahr für Jahr ohne Ruhephase angebaut werden kann. Eine wirklich divine Pflanze, die da von verschiedenen Interessensgruppen schamlos verteufelt wird.

        Auch du, lieber Leslie, bist ein wenig dafür verantwortlich, dass ich dem Wachstum und Konsum nicht mehr derart abgeneigt bin, wie ich es bis vor wenigen Quartalen noch war. Allerdings nicht im nationalen oder gar globalen, sondern im sogenannten “schränkischen” Sinn. Da möchte ich doch glatt wieder die Schulbank drücken und Ökonomie, äh … konkret Agrarökonomie in der Hoffnung, dass die Restriktionen abebnen mögen, studieren.

        Ok, im Moment befinde ich mich in einer ausgeprägten Konsumphase. Hmmm, wenigstens du wirst das ganz gut verstehen, nehm´ ich ´mal an :-)

        • leslie schrieb am 23. Februar 2012 at 10:27 - Permalink

          Rofl…

          Ein chinesisches Sprichwort:

          Willst du ein Tag glücklich sein,trinke Wein.
          Willst du ein Jahr glücklich sein,heirate.
          Willst du dein Leben lang glücklich sein,werde Gärtner.

          So viel Weisheit die Chinesen,
          aber zerstört von der Gier der westlichen Welt.

          Hört auf Sachen zu kaufen die unter billigsten Voraussetzungen in China produziert wurden.
          Ihr tut den Chinesen und euch damit einen Gefallen.

          Ich hab als Kind mit Bauklötzen aus Holz und Kugelbahnen aus dem gleichen Material gespielt.
          Ich hab Höhlen gebaut.(Was sich in den kommenden Zeiten als überaus nützlich erweisen wird).

          Und die Klamotten die ich trug,wurden vorher von den Geschwistern getragen.

          In der heutigen Zeit möcht ich kein Kind mehr sein.
          Dieser ganze Konsumterror.
          Und deshalb werd ich auch keine in die Welt setzen denn das ist Kindesmissbrauch.

          Mfg

    21. Woinitzky schrieb am 22. Februar 2012 at 18:37 - Permalink

      Das Problem ist weniger “die Straße” als Gegenleistung für das Gemeinwohl, sondern Be- und Vergünstigungen alimentierter Personen, denen eben keine Gegenleistung für das Gemeinwohl gegenüber steht.
      Hiwer wird Gemeinwohl in Privatwohl zu Laster künftiger Generationen umgewandelt.

    22. brandubh schrieb am 22. Februar 2012 at 18:53 - Permalink

      Natürlich kann der Staat sparen und weniger ausgeben, ohne dass seine Einnahmen sinken müssen.

      Das ist aber nicht der Punkt!

      Durch seine Sparbemühungen fallen Ausgaben und Einnahmen weg, wodurch das Bruttoinlandsprodukt sinkt. Die Statsausgaben werden nicht durch privae Ausgaben ersetzt.

      Der griechische Staat hat in der Tat Ausgaben gesenkt, was sich (noch nicht) auf seine Einnahmebasis ausgewirkt hat. Er hat netto wirklich gespart.

      Allerdings: da die Kenngröße für die Sparsamkeit des Staates festgemacht wird am Bruttoinlandsprodukt und das Bruttoinlandsprodukt gesunken ist, ist die Schuldenquote natürlich gestiegen, das Verhältnis der Schulden zum BIP ist also trotz eIner Nettoausgabensenkung gestiegen.

      Was viele Journalisten und Politiker nicht begreifen wollen: eine Volkswirtschaft kann netto nicht sparen.

    23. Cheops schrieb am 22. Februar 2012 at 19:19 - Permalink

      Man hätte sich die Nummer mit dem Euro und den dazugehörigen Knebelverträgen sparen sollen, welche die Staaten finanziell zusammenketten. Jedes Land hätte eigene Probleme und nur eigene. Billiger wäre das Leben außerdem…

    24. chrise schrieb am 22. Februar 2012 at 20:01 - Permalink

      oh mann, wie oft denn noch?
      Das Thema wurde hier doch schon tausendfach durchgekaut, und keiner der Leser glaubt mehr daran, dass man nen Staat führen kann wie die ihr wisst schon welche Hausfrau ihren Haushalt … und wenn Staatsschulden egal sind, ist es dann nicht auch egal, wenn sie, wie im Fall Griechenland, weitersteigen?

      Und soll das jetzt heißen: Hoch die Tassen, lasst den Staat auskippen, was der Staat auskippen kann? Schon mal auf die Idee gekommen, dass es a.) sinnvolle und b.) sinnlose Ausgabe gibt, und dass b.) ausschließlich in die Taschen der Bürokratie wandert, also ausschließlich in einen Kreislauf, der Geld verwaltet, ohne dass Leistung geschöpft wird? (ich lasse mal die Frage raus, inwieweit Banken und Finanzmärkte Bürokratie in diesem Sinn sind).

      Staatsausgabe sind wichtig. Aber so einseitig würde ich es auch nicht sehen. Ab einem gewissen Punkt sind sie einfach zuviel, übersteigen das Ausmaß der Eigenfinanzierung aus Steuergeldern zu sehr … Ein Staatsbeamter (bezahlt vom Staat) ist in der Regel weniger leistungsfixiert als ein wirtschaftlicher Akteur, einfach deswegen, weil er keine KUNDEN in dem Sinne hat, dass er etwas für sie tun muss, damit sein Boss die Kohle bekommt. Staatsbeamte müssen im Gegenteil nichts für die Kunden tun, damit ihr Boss seine Kohle behält (falls den Boss das überhaupt interessiert). Etc. Will jetzt kein Loblied auf die Marktwirtschaft singen. Will nur ein Gegenstatement abgeben zu diesem Loblied auf die Staatsverschuldung.

    25. krokodil schrieb am 22. Februar 2012 at 20:18 - Permalink

      Hab auch beim Überfliegen des Textes mich, wie der ein oder andere in dne Kommentaren über die USt. gewundert.

      “Von den 1.000.000 € gehen 159.663,87 € sofort als Umsatzsteuer an die öffentliche Hand zurück”

      Ich denke das von der 1mio € vom VK-Preis direkt 190k € an den Staat zurück gehen und die Ust. von den 200k Materialkosten wird zwischendrin verrechnet.

      Zudem sind neben der Verwirrung durch die ungeraden Zahlen, diesige auch falsch, denn ich habe mal die Posten der Umsatzsteuer im Text zusammenaddiert und kam auf 191k :-)

      • krokodil schrieb am 22. Februar 2012 at 21:03 - Permalink

        sorry, vollkommen falsch. sollte gelöscht werden =)

    26. Joachim Endemann schrieb am 22. Februar 2012 at 22:14 - Permalink

      @ chris, # 24

      „oh mann, wie oft denn noch? …

      Genau, geht an Dich zurück!

      … Will nur ein Gegenstatement abgeben zu diesem Loblied auf die Staatsverschuldung.“

      Wer singt denn hier ein Loblied auf die Staatsverschuldung?

      Wenn die privaten Haushalte jenes tun, das sie immer tun, nämlich primär sparen (die Sparquote in Italien ist übrigens höher als die hier in D) und die Unternehmerhaushalte das seit Jahren auch nur noch primär tun, dann hat es etwas grob fahrlässiges, empfiehlt man, daß die Öffentliche Hand das auch zu tun habe (>i>weil: 3 x sparen = Überschuß?).

      (Am Rande: In erster Linie kann es nur darum gehen, die Unternehmerhaushalte zu animieren, sich zu verschulden, dann kann sich die Öffentliche Hand verschuldungsmäßig zurückziehen. Dies gelingt jedenfalls nachweißlich nicht dadurch, daß man die Unternehmersteuern kurz und klein „reformiert“.)

      Hilfe gegen Populismus in Sachen „Sparen“ für einen ausgeglichenen Staatshaushalt.

      _ _ _ (Es gibt in der Tat wichtigeres als einen ausgeglichenen Staatshaushalt, nämlich eine florierende Wirtschaft bei Vollbeschäftigung, d.h. die sich möglichst gemeinwohlorientiert entwickelt.) _ _ _

      Hierzu kann das Bofinger’sche „Magische Viereck“ einer zweidimensionalen Finanzpolitik herangezogen werden. (Es ist in seinem Buch „Ist der Markt noch zu retten? – Warum wir jetzt einen starken Staat brauchen“, Ullstein, 1. Auflage September 2010, als Abbildung 40 auf Seite 199 dargestellt.)

      Dieses „Magische Viereck“ dient der Verdeutlichung mittelfristiger Zielwerte, die als die 4 zentralen Eckpunkte einer zweidimensionalen Finanzpolitik aufzufassen sind: d.h.
      gleichzeitig gegenwartsbezogen und zukunftsbezogen.

      Es sei hier kurz vorgestellt, da sich die „Kunst“ der Ökonomie (d.h. die Ökonomie ist eher eine Kunst als eine Wissenschaft im naturwissenschaftlichen Sinne, zumindest ist sie eine Gesellschaftswissenschaft – man sagt auch Sozialwissenschaft) nicht vorrangig ums passive Sparen drehen darf, sondern sich um die richtige Gewichtung folgender finanzpolitischer Faktoren drehen muß:

      Die kunstvolle Gewichtung der vier Eckpunkte einer zweidimensionalen (also gegenwartsbezogenen und zukunftsbezogenen) Finanzpolitik:

      Zukunftsdimension

      3. Schuldenstandsquote _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _4. Zukunftsinvestitionsquote

      Gegenwartsdimension

      1. Abgabenquote _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 2. Staatsquote

      Die 4 Zielwerte im einzelnen:

      1. Zielwert (Gegenwartsdimension: linke untere Ecke des „Magischen Vierecks“):

      betrifft die Steuer- und Sozialabgaben. (Diese Quote bestimmt die kurzfristigen Konsummöglichkeiten der Bürger.)

      2. Zielwert (Gegenwartsdimension: rechte untere Ecke des „M.V.“):

      betrifft die gegenwartsbezogenen Staatsausgaben, also ohne Zukunftsinvestitionen. (Diese Quote bestimmt die Höhe der sozialen Sicherung, die Haushalte für öffentliche Güter wie z.B. die innere Sicherheit, die Landesverteidigung oder die Kultur/Integration.)

      3. Zielwert (Zukunftsdimension: linke obere Ecke des „M.V.“):

      gibt darüber Auskunft, in welchem Ausmaß der „Schuldenabbau“, also die Haushaltskonsolidierung (als passive Zukunftsvorsorge) betrieben werden soll.

      4. Zielwert (Zukunftsdimension: rechte obere Ecke des „M.V.“):

      gibt darüber Auskunft, in welchem Ausmaß öffentliche Investitionen im Bereich Bildung und Infrastruktur (als aktive Zukunftsvorsorge) betrieben werden sollen.

      (vgl. diesbezüglich „Ist der Markt noch zu retten?“, Seite 198)

      Um nun dem Populismus auf dem Gebiet des „öffentlichen Schuldenabbaus“ entgegenzutreten, bietet sich der Bofinger’sche Vorschlag an, daß Bund und Länder jedes Jahr einen für jeden verständlich abgefaßten Zielkatalog vorzulegen haben, der sich an den oben beschriebenen Zielwerten orientiert. Das würde zu mehr Klarheit über das haushaltspolitische Tun führen und verdeutlichen, worauf die verschiedenen Politiker/Parteien den Schwerpunkt ihrer Politik legen wollen (denn es werden bei der Berücksichtigung dieser 4 Zielwerte Zielkonflikte auftreten), oder es würde deutlich werden, wie durchdacht ihre Vorhaben tatsächlich sind (ob sie also diese 4 Zielwerte berücksichtigt und in ihrer Bedeutung richtig gewichtet haben). (vgl. loc. cit., p. 198)

      Die Vorteile eines solchen zweidimensionalen Ansatzes zeigt folgendes Beispiel, das Bofinger auf den Seiten 199f ausführt, und das von einer mächtigen Lobby-Gruppe (mit der typisch lobbyistischen Blickverengung) stammt:

      Am 23. Juni 2008 präsentierte diese mächtige Lobby-Gruppe (d.h. diese vertritt die Exportwirtschaft, keineswegs die Binnenwirtschaft, also nicht die Gesamtwirtschaft), genannt BDI, ein „Manifest für Wachstum und Beschäftigung – Deutschland 2020“. Darin wird gefordert, daß die Bildungsinvestitionen auf den OECD-Durchschnitt anzuheben sind,

      _ _ _(Was übrigens zeigt, welche fehlgeleitete [neoliberale!] Politik in den letzten 20 Jahren betrieben worden sein muß, daß in Deutschland die Bildungsinvestitionen nicht einmal internationaler Durchschnitt sind!)_ _ _

      des weiteren mehr Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie deutlich höhere Infrastruktur-Investitionen. (Dies sind grundsätzlich richtige Forderungen.) „Konservativ gerechnet, würde das zusätzlichen Ausgaben in Höhe von rund 2% des BIP entsprechen“, wie Bofinger ausführt. (199)

      Allerdings wäre der BDI nicht der BDI, forderte er nicht gleichzeitig, daß die Staatsquote (dies ist der Anteil der Öffentlichen Hand an der wirtschaftlichen Gesamtleistung der Volkswirtschaft) von derzeit 43,5% auf 35% zurückzuführen sei, „weil dies von der empirischen Forschung als wachstumsoptimal angesehen werde“ (Hier liegt möglicherweise eine typische Blickverstellung der „Privat-vor-Staat-Ideologie“ vor.), bei, selbstverständlich, gleichzeitigem Schuldenabbau. … (199)

      Bofinger weist dann darauf hin, daß durch die vom BDI geforderte Rückführung der Staatsquote die Staatsausgaben um rund 210 Mia EUR auf 875 Mia EUR gekürzt werden müßten. Da die vom BDI geforderten zusätzlichen Zukunfts-Investitionen rund 50 Mia EUR betragen würden, erforderte dies, daß die anderen Staatsausgaben um insgesamt 260 Mia EUR abgebaut werden müßten. Das hieße in der Konsequenz, daß die Leistungen im Sozialbereich (Rentenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung) zu halbieren wären. (200)

      (Anmerkung: Damit wäre der Soziale Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland tot. Das heißt eine Forderung nach einer solchen Umsetzung ist schlicht verfassungsfeindlich!)

      An diesem Beispiel läßt sich gut zeigen, wie falsch es ist, sich als Politiker von Lobby-Vertretungen beeinflussen und oder gar beraten zu lassen:

      Deren Blick ist immer detailbezogen, d.h. einzelwirtschaftlich (betriebswirtschaftlich) interessengeleitet, hierdurch wird der Blick verengt und hierdurch der Blick auf das Gesamte verstellt. Und hierdurch kommt man zu Entscheidungen, die zwangsläufig Stückwerk bleiben müssen. Die Konsequenz daraus ist, daß nichts mehr zusammenpaßt. An diesem Punkt stehen wir heute. Zu diesem Punkt hat uns die neoliberale Ideologie geführt. Das muß man betonen!

      Die neoliberale Ideologie hat nichts mit der wirklichen Existenz von Menschen zu tun, denn sie „lebt“ ihre „Wirklichkeit“ in Modellen aus – und sie erwartet, daß sich die Wirklichkeit nach diesen Modellen richtet. Ist das nicht kindisch?!

      je

    27. Bernie schrieb am 22. Februar 2012 at 23:56 - Permalink

      Wie sieht den der Alltag im kaputtgesparten Griechenland jetzt schon aus?

      Kleiner Tipp: Hartz V läßt grüßen ;-)

      Hier mehr darüber in einem Interview aus Griechenland:

      “[...]23.02.2012

      »Irgendwann reicht die Kraft nicht mehr«

      In Griechenland kommen viele nicht mehr ohne Hilfe von Verwandten und Freunden über die Runden. Ein Gespräch mit Katerina Nika
      Interview: Heike Schrader, Athen[...]”

      Quelle und kompletter Text:

      http://www.jungewelt.de/2012/02-23/052.php

      Für manche alleinerziehnende Mutter aus Deutschland kommt das ein oder andere sicher bekannt vor, z.B. die Unterstützung von Verwandten und Freunden, die oben erwähnt ist – seit Hartz IV….in Griechenland müßte man jetzt schon von Hartz V reden, da Griechenland ja der Testfall ist, um neoliberale Schock-Therapie via Deutschland dem Rest Europas aufzudrücken, und zwar ohne Rücksicht auf Menschen, und deren Alltagssorgen – ganz egal ob die nun in Griechenland oder sonstwo – danke neoliberaler Taliban (Zitat: Daniel Cohn-Bendit, über die neuen Marktgläubigen) kaputtgespart werden…..

      Gar nicht amüsierter Gruß
      Bernie

      • Heldentasse schrieb am 23. Februar 2012 at 08:29 - Permalink

        Und es wird für die Griechen, sowie nur ein wenig später auch für uns, noch viel schlimmer kommen. Gregor Gysi – den man sich m.E. im übrigen im Vergleich zu den Redner der anderer Parteien ohne Magenkrämpfe zu bekommen anhören kann – führte Gestern in Passau anlässlich des politischen Aschermittwoch aus, dass man Griechenland nach den Wahlen in Frankreich (Frühjahr 12 Präsident/ Parlament) komplett fallen lassen wird. Dabei zählte er für mich logisch die Argumente/ Indizien auf, die aktuell darauf hindeuten dass man sich mit dem sogn. “Rettungspaket für Griechenland” nur die Zeit bis dahin erkauft hat.

        P.S:

        Leuten und Land könnte es passabel ergehen,
        gäb’s nicht die winzigen Wörtchen mein und dein,
        die auf der Erde höchst Wunderliches zusammenbrauen!
        Wie stapfen sie überall rüstig und verheerend
        und treten die Welt umher wie einen Ball.
        Ich glaube, dass ihr Krieg nie enden wird.
        Die völlig überflüssige Habgier
        wächst um alles seit Evas Zeiten,
        macht alle Herzen und Reiche irre.
        Weder Hand noch Zunge
        erstreben und lieben anderes als Falschheit Zerteilung Umsturz.
        Die Lehren und Wirkungen liegen offen.

        von Gottfried von Straßburg, gestorben ca. 1220, übertragung aus dem Mittelhochdeutschen von Wersch

        • chrise schrieb am 23. Februar 2012 at 18:59 - Permalink

          Quark!

          Es gibt leider einen ziemlich krassen Unterschied zwischen Deutschland und Griechenland: Deutschland produziert High-Tech-Waffen (bzw. lässt sie produzieren) und Griechenland kauft High-Tech-Waffen.

          Deutschland hat ne Menge Unternehmen, die eine Menge High-Tech-Schrott produzieren, der in der ganzen Welt gekauft wird.
          Griechenland kauft ne Menge High-Tech-Schrott in der ganzen Welt, produziert aber nix bzw. kaum was.

          Wenn in Deutschland der Lebensstandard deutlich höher ist als in Rumänien, liegt das daran, dass die deutsche Wirtschaft eben floriert. Ist leider so, ganz egal, wie man zum Kapitalismus steht.

          Wenn in Griechenland der Lebensstandard deutlich höher ist als in Rumänien, dann weiß keiner so recht, woran das liegt. Am Euro (der als starke Devise billige Exporte möglich macht)? An dem Staat, der sich verschuldet, um den Bürger ein schönes Leben zu ermöglichen?

          Keine Ahnung. Aber jeden Zusammenhang zwischen Produktivität / Export und Wohlstand abzustreiten ist wirklich naiv.

          Mir fällt leider nur ein echter Grund ein, weshalb die Griechen einen höheren Lebensstandard als die Rumänen verdient haben. Und der ist grob rassistisch – gegen die Rumänen.

          • Joachim Endemann schrieb am 26. Februar 2012 at 23:41 - Permalink

            @ Chrise

            Typisch … oder Quark

            Wer kein Selbstbewußtsein hat muß sich ersatzweise an Exportüberschußzahlen aufrichten. Wie blöd muß man dazu sein?

            „Wir“ beliefern die ganze Welt, alle anderen müssen erst noch sparen. Ja, sparen müssen alle anderen, da kennen „wir“ uns aus, das diktieren „wir“ denen in die Verfassung. „Wir“ beliefern die ganze Welt. Den Schuldenmachern zeigen wir unseren abgesparten Finger aus übereigenverhältnisgelebten Zeiten: Sünder sparet nun! – „wir“ hingegen liefern euch Hightechnique – auf Kredit.

            … Welche sparbereinigten Gewinne, mögen den deutschen Exportfirmen tatsächlich dann bleiben? Der Schulmeister hat’s mal verdeutlicht: so ca. die Hälfte der Vorspar-Gewinne gehen nachsparmäßig flöten.

            … Ist aber kein Problem für eine Exportüberschußwirtschaft (Exporte ohne Maß, führen eben nicht zu Wohlstand für möglichst viele.).

            Besser wird’s eh erst, ist die EWU kaputt, dieser blöde Wirtschaftsraum, der grundsätzlich zwar nur beste Möglichkeiten der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung bietet, was sollen „wir“ Deutschen denn damit anfangen? Können „wir“ doch gar nichts mit anfangen … _k o p f g e f e s s e l t_ wie „wir“ sind.

            Aber gib nicht auf, entdecke das Unbekannte in Dir:

            Zwischen Nationen kann es keinen Wettbewerb geben, der dem zwischen Unternehmen vergleichbar ist.

            und

            Die Wirtschaftsregierung einer Währungsunion hat eine zentrale Aufgabe.

            Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für eine gute Besserung (soweit noch möglich), Joachim Endemann

    28. Thania79 schrieb am 23. Februar 2012 at 08:43 - Permalink

      Ein wirklich toller Artikel, sehr anschaulich ind informativ. Bereits die Anzahl der Kommentare bestätigt mein Gefühl…der Beitrag trifft ins Schwarze.

    29. leslie schrieb am 23. Februar 2012 at 10:35 - Permalink

      Zu Hass IV:

      Lieber kriminell als diese Erniedrigung.
      Da ist sogar Knast besser. :-O

      http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Re-Alg-II-Empfaenger-werden-zu-Menschen-2ter-Klasse-degradiert/forum-221263/msg-21391772/read/
      > Alg II Empfänger werden zu Menschen 2ter Klasse degradiert
      > … für die gelten Bürgerrechte eben nur eingeschränkt.

      Werden? Das ist doch schon längst geschehen. Die Massenmedien plärren
      seit über 10 Jahren davon, welch “ekelhaft schmarotzender Abschaum”
      sich da angeblich von “unseren” Steuern “mästet”. Das geht weit
      darüber hinaus, daß Alg-II-Empfänger keine Arbeit und kaum Geld zum
      Überleben haben: “Hartzer” werden gemobbt, gepiesakt, beschimpft,
      drangsaliert, denunziert, beleidigt und ausgegrenzt. Alg-II-Empfänger
      haben auf diese Weise fast schon den sozialen Status des Juden im
      Dritten Reich erlangt.

      > Das ist politisch gewollt und geschieht also mit voller Absicht,
      > begründet mit dem Vorsatz das Leben eines Alg II Empfängers so
      > unangenehm wie möglich zu machen.

      Und das völlig unabhängig davon, ob diese Schikanen gegen die Würde
      des Betroffenen verstoßen. Offenbar hat ein Alg-II-Empfänger nach
      Ansicht der meisten Mitbürger keine Rechte mehr, vor allem nicht das
      Recht auf die Unverletzlichkeit seiner Würde.

      > Nur so lassen sich nämlich schön weiter die Löhne drücken.

      Nicht nur das: Man schüchtert auch alle anderen Arbeitnehmer heftig
      ein, indem man ihre Angst, selbst einmal in diese Notsituation zu
      geraten, kräftig schürt.

      > Da man es dank BILD & Co. geschafft hat
      > Arbeitslose und Niedriglohnempfänger gegeneinander aufzuhetzen, u. a.
      > weil letztere nicht kapieren, dass sie sehr schnell zu ersteren
      > werden können, kommt die Politik auch damit durch.

      Nicht nur Niedriglohnempfänger sind gegen Alg-II-Empfänger
      eingestellt, auch ganz normale Angstestellte, Rentner, Kapitaleigner,
      Unternehmer, Banker usw., vor allem aber offensichtlich Politiker.

      Mfg

    30. Sukram71 schrieb am 23. Februar 2012 at 11:10 - Permalink

      Hier ein m. E. auch schöner Artikel zum Thema.

    31. Sergio schrieb am 23. Februar 2012 at 14:08 - Permalink

      Ein typischer keynesianisch geleiteter Humbug Artikel.

      • Mordred schrieb am 23. Februar 2012 at 14:28 - Permalink

        vielen dank für diesen extrem informativen post.

        • Sergio schrieb am 23. Februar 2012 at 15:30 - Permalink

          Sorry, ist sehr kurz mein Kommentar. Eigentlich wollte ich mich länger darüber auslassen aber dann dachte ich warum soll ich mir die Mühe geben. Lesen tut es ja sowieso keiner.

          Ich werde in Zunkuft mehr als ein Satz schreiben und die Fackel der Freiheit und des gesunden Menschenverstandes hier herein tragen.

          Versprochen!

          • schwitzig schrieb am 23. Februar 2012 at 17:27 - Permalink

            @Sergio

            Versprochen!

            Bitte brich Dein Versprechen, damit ich nicht brechen muss.

      • HHarlekin schrieb am 23. Februar 2012 at 14:33 - Permalink

        Typischer Kommentar eines Teaparty-Verehrers.

    32. ola schrieb am 23. Februar 2012 at 15:22 - Permalink

      Man muss dem Artikel natürlich noch den geschaffenen Mehrwert hinzurechnen, der sich durch den Bau für Wirtschaft und Pappa Paschulke für Jahrzehnte ergibt. Für die Wirtschaft lässt sich das recht gut berechnen und zeigt dann, dass der Bau i.d.R. volkswirtschaftlich ein erhebliches Plusgeschäft geworden ist. Selbst wenn die Strasse “schuldenfinanziert” gebaut wurde, hat sie eine phänomenale Fremdkapitalrendite und kann somit aus dem allgemeinen Gejammer vom Leben auf Kosten nächster Generationen ausgenommen werden. Wie so vieles übrigens.

      Wo in letzter Zeit wirklich auf Kosten kommender Generationen gesündigt wurde, war bei der Streichung des Rentenzuschusses für Hartzler… Das wird teuer, für die nächste Generation..

      • Thorsten Beermann schrieb am 23. Februar 2012 at 15:34 - Permalink

        Wo in letzter Zeit wirklich auf Kosten kommender Generationen gesündigt wurde, war bei der Streichung des Rentenzuschusses für Hartzler… Das wird teuer, für die nächste Generation..

        Eigentlich nicht, denn diese “Einsparung” war tatsächlich eine reine Luftbuchung. Das Geld fließt jetzt eben nicht über die Hartz-4 Zuschüssen in die Rentenkasse, sondern als “normaler” Zuschuss, weil die Einnahmen aus den Beiträgen die Auszahlungen nicht decken. Was man da auf der einen Seite “eingespart” hat, muss man auf der anderen Seite in gleicher Höhe nachlegen.

        Auch auf lange Sicht dürfte sich dabei auch nicht viel ändern. Die Zuschüssen waren ohnehin so minimal, daß sie die Renten dadurch in einem dermaßen geringen Umfang gestiegen sind, daß bei langjähriger Arbeitslosigkeit das ALG II Niveau im Alter unterboten worden wäre.

        Zynisch könnte man eher sagen, daß die nächste Generation dadurch eventuell tatsächlich spart, weil mehr Rentner nur mit Hilfe von Aufstockung Hartz-4 Niveau erreichen werden und keine höheren Renten finanziert werden müssen.

        • Mod schrieb am 23. Februar 2012 at 16:01 - Permalink

          “Zynisch könnte man eher sagen, daß die nächste Generation dadurch eventuell tatsächlich spart, weil mehr Rentner nur mit Hilfe von Aufstockung Hartz-4 Niveau erreichen werden und keine höheren Renten finanziert werden müssen.”

          denke da spart niemand weil das Geld ja irgendwo herkommen muss?, gerade mal gerechnet wer mit ca. 1500Euro Lohn im Monat auskommen muss, zahlt in 40 Jahren in die Rentenkasse 70 000Euro ein, da müssen dann noch ganz andere bezahlen?, oder das Rentenalter wird auf 80 herauf gesetzt, dann wirds überschaubarer!

          • Thorsten Beermann schrieb am 23. Februar 2012 at 16:15 - Permalink

            Die Staatskasse spart in dem Moment, wie die Rente ohne die Beitrags-Zuschüsse unter das festgelegte Existenzminimum fällt. Dann muss zwar der Staat über Aufstockung etwas zum Rentenbetrag dazu geben, aber solange die Rentenkasse nicht kostendeckend über die Beiträge finanziert wird, hätte die höhere Rente über die normalen Zuschüsse zur Rentenkasse auch finanziert werden müssen.

            Das ist aber eben wirklich eine sehr zynische Sichtweise, denn eine Gesellschaft, in der sich große Teile der Rentner auf Hartz-4 Niveau bewegen, ist wohl kaum erstrebenswert.

            • Mod schrieb am 23. Februar 2012 at 16:20 - Permalink

              Nein das ist nicht erstrebenswert, aber darauf steuern wir zu? Dabei war das alte System tragbar und hatte sich bewährt, bis schröder kam und das ist das eigentliche Verbrechen! Theoretisch müsste jeder Arbeitnehmer vor dem BVG Recht bekommen wenn er seine Rente ohne in die Sozialsysteme zu zahlen, selber und Privat regelt, aber das wird auch noch kommen!

            • Thorsten Beermann schrieb am 23. Februar 2012 at 16:28 - Permalink

              Jein. Besser als das heute Umlagesystem auf Beitragsbasis wäre ein Steuerfinanziertes Rentensystem. Damit könnte man 1. die kleinen Einkommen mal ernsthaft entlasten und 2. die Finanzierung der Rente von der Arbeit abkoppeln.

            • Mod schrieb am 23. Februar 2012 at 16:49 - Permalink

              Das würde gestaffelt einer Vermögenssteuer gleichkommen und das goldene Kalb wird garantiert nicht angerührt, dazu fehlt der Wille und was die kleinen Einkommen betrifft, die werden vermehrt in der Rente auf Hartz Niveau liegen, wie du schon erwähnt hast und werden quer Subventioniert, irgendwie zumindest und dabei ist noch Platz nach oben mit neuen Kürzungen, am Ende, um mal eine Prognose zu stellen, werden die nicht ausreichenden Renten mit Gutscheinen für die Tafel aufgefüllt, o.ä. um überhaupt Hartz Niveau zu erreichen?! Aber warten wir es ab und unser Gauck ist ja auf der richtigen Spur damit die Deutschen nicht erschlaffen? Stell mir gerade den sportlichen Ehrgeiz vor der vorhanden sein muss um ab Datum einer der ersten zu sein bei einer Tafel um überhaupt ein Lebensmittel zu ergattern?, am besten mit eigenen Sicherheitsdienst?, ok, war nur ne Prognose aber ich sehe schwarz!

            • HHarlekin schrieb am 23. Februar 2012 at 17:21 - Permalink

              Hallo,
              “Thorsten Beermann” & “Mod”,
              ich finde eure Debatte interessant. Ich bin nicht ganz entschieden, welches Rentensystem ich als bessere erachte, das vorhandene Umlagensystem, oder eine steuerfinanzierte Rente, wenngleich ich eher zur Umlage neige, aber für beide gibts gute Argumente.
              Niedrige Einkommen zu entlasten wäre auch jetzt schon möglich, wenn es denn politisch gewollt wäre (z. B. über Beitrags-Erstattung aus Steuermitteln), was es nicht ist. Natürlich würden niedrige Einkommen im steuerfinanzierten System allein schon über Grundfreibeträge entlastet. Aber von der Arbeit “entkoppelt” wären die Kosten nur scheinbar, die Beträge müßten dann für höhere Steuern weggehen, (das Steuersystem hat ja einen progressiven Verlauf), die Arbeitgeber würden unterm Strich nicht unbedingt weniger zu zahlen haben, auch wenn das Kind dann anders heißt. Und wenn der Rentenversicherungs-Anteil der zu zahlenden Lohnsteuer niedriger sein soll, als die vorherigen Beiträge, gehts selbstverständlich um drastische Erhöhung der hohen Steuersätze und den Spitzensatz. Auch Vermögenssteuer wäre Thema, das sehe ich wie “Mod”.

              Aber mal angenommen, zu Schröders Zeiten hätten wir so ein steuerfinanziertes System gehabt, bzw. wir hätten es in ca. 15 – 20 Jahren: Ich höre die Worte im Ohr eines dann möglichen Kanzlers “Guttenberg” oder “Mißfelder”:
              “Wir können die Steuern senken um bis zu 20 Prozentpunkte für alle, dann haben alle genug, um sich selbst privat pflichtzuversichern, das kurbelt die Wirtschaft an, und wir geben den Bürgern ein Stück FREIHEIT wieder…” ;-)
              Nur mal so als etwas ins unreine gedachte Gedanken dazu.

              @Thorsten Beerman

              Sehr guter Text übrigens, der einen wichtigen Zusammenhang gut darstellt und erklärt, herzlichen Dank dafür!

              Freundliche Grüße

            • Mod schrieb am 23. Februar 2012 at 17:31 - Permalink

              schröder war gestern, Geschichte wird gemacht, gerade bei Heise gefunden,

              http://www.heise.de/extras/foren/S-Der-Preis-fuer-Gauck-Einfuehrung-von-Vorratsdatenspeicherung-und-ACTA/forum-216348/msg-21480306/read/

          • Thorsten Beermann schrieb am 23. Februar 2012 at 17:01 - Permalink

            Es geht nicht um die Einführung einer “Rentensteuer”, sondern nur um die Finanzierung der Renten aus dem regulären Steueraufkommen, bei dem die Sätze der verschiedenen Steuerarten dann natürlich angepasst (also erhöht) werden müßten.

            Das hätte eben den Vorteil. die Finanzierung vom Faktor Arbeit abzukoppeln und sämtliche Einkommensarten einzubeziehen.

            • Mod schrieb am 23. Februar 2012 at 17:08 - Permalink

              Dann erkläre dem Vermögenden das er für seine Häuser, oder Mieteinnahmen usw. eine zusätzliche Steuer zahlen soll, es wird nicht mal der Versuch gemacht bei Finanztransaktionen eine Steuer zu erheben die dem Namen gerecht werden könnte und durch Rürup kann ich mein Vermögen so runter rechnen, das nix mehr übrig bleibt, es wurden also alle Mittel geschaffen, dem entgegen zu wirken?, oder du erfindest das System neu, da bin ich sofort dabei!!

            • Thorsten Beermann schrieb am 23. Februar 2012 at 17:29 - Permalink

              Die Finanztransaktionssteuer sehe ich eher vor einem anderen Hintergrund. Da geht es nicht so sehr darum, Einnahmen zu schaffen, sondern darum, viele Verschiebungen des Kapitals ins kurzer Zeit unrentabel zu machen und so das Finanzkasino mal etwas zu verlangsamen.

              Warum aber etwa die Einkünfte aus Mieten und Kapitalerträgen geringer besteuert werden, als Löhne und Gehälter, kann ich auch nicht nachvollziehen.

    33. Jacques Roux schrieb am 23. Februar 2012 at 17:58 - Permalink

      “schröder war gestern, Geschichte wird gemacht,”

      Postdemokratisches good cop – bad cop Theater fürs große Publikum. Weder beim Gauck, noch bei ACTA, VDS gibt es ernsthafte Gegensätze zwischen Union und FDP, das gilt natürlich auch für die sogenannte Opposition SPD/Grüne.

      • Mod schrieb am 23. Februar 2012 at 18:06 - Permalink

        Die EU-Verfassung ist die Orientierungshilfe, bad cop!

        • Mod schrieb am 24. Februar 2012 at 10:43 - Permalink

          Überall gärt es im südlichen Europa, nachdem für Griechenland das zweite Sparpaket beschlossen wurde und z.B. der Mindestlohn wie von Berlin und Paris gefordert von 700 und auf 500 € und ein paar Kaputte gesenkt wurde, da stellt sich die Frage was sagen die übrigen EU Länder zu dieser Politik?, wird in Spanien jetzt der Repressionsapparat gegen Schüler, Studenten und Arbeitern heraus geholt. Die kommunistische Partei der Völker in Spanien sieht das als Einschüchterungsversuch und als Warnung auf die zu Erwartenden kommenden Proteste. Griechische Kommunen sind dazu übergegangen ihre jetzt unterernährten Kinder durch Suppenküchen zu ernähren. Das die in Brüssel beschlossenen Sparmaßnahmen Kontraproduktiv sind ist jedem, der bei Verstand ist klar? Warum ist die Frage?, die uns in Zukunft auch in Deutschland beschäftigen wird, zum einen weil wir uns den Exportweltmeister nicht länger leisten werden angesichts der ökonomischen Schwäche, die durch unsere Regierung, bzw. eigentlich sind es die Regierungen, die mit einem Trippel A von S&P ausgewiesen wurden und den betroffenen Staaten wie Griechenland, Portugal und Spanien, auf gezwängt wird!

          “Flächendeckende Lohnkürzungen leiten aus gesamtwirtschaftlicher Sicht einen Teufelskreis ein, aus dem es oft kein Entrinnen mehr gibt. Sinken erst einmal die Umsätze aufgrund der gesunkenen Nachfrage, ist es sehr schwer, die Arbeitgeber zu antizyklischen Lohnerhöhungen zu überreden, die diesen Teufelskreis stoppen könnten. Stattdessen wird auf Umsatzeinbußen mit weiteren Lohnkürzungen reagiert, die wiederum weitere Umsatzeinbußen hervorrufen. Das Paradoxe an diesem Teufelskreis ist, dass jedes Wirtschaftssubjekt auf betriebswirtschaftlicher Ebene absolut rational agiert und damit dennoch einen Prozess in Gang setzt, der für ihn selbst keine Vor-, sondern nur Nachteile bringt.”

          http://www.heise.de/tp/artikel/36/36405/1.html

          Warum ist man so Kurzsichtig?, das muss doch einen Grund haben und ich könnte mir vorstellen, das der Konkurs dieser Länder, einigen wenigen, aber diese “wenigen” haben anscheinend die Macht, durchaus gelegen kommt aus welchen Gründen auch immer? Es ist unglaublich! Oder glaubt man am Ende tatsächlich daran was in Brüssel verbockt wird?

          “Wie die Athener Regierung mitteilt, wird das
          Haushaltsdefizit des Landes erneut deutlich höher ausfallen als prognostiziert – nicht wegen angeblich mangelhafter, sondern aufgrund erfolgreicher Sparmaßnahmen, welche die griechische Wirtschaft systematisch in den Kollaps treiben. Immer wieder wird auf Druck Berlins die gleiche Krisenspirale abgespult(..)”

          http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58276

      • Bernie schrieb am 23. Februar 2012 at 20:13 - Permalink

        @Jacques Roux

        Stimmt genau und ich bleib dabei ehrlicher wäre es von Sozis und Grünen doch gleich ihre Parteibücher in den jeweiligen Parteizentralen abzugeben, und geschlossen in CDU/CSU/FDP einzutreten – Grüne sind für mich Neo-FDPler, und die Sozis Neo-CDU/CSUler, wie der Fall Sarrazin und Gauck hinreichend beweist.

        Gruß
        Bernie

    34. Bernie schrieb am 23. Februar 2012 at 20:11 - Permalink

      @leslie

      Da denke ich immer an Heinrich Manns “Der Untertan” – Die völlig unqualifizierte Meinungsmache gegen “Hartzies” spricht hier Bände, und so manch einer, der einst dabei mitmachte zählt heute selbst zu den “Hartzies”…..teile und herrsche auf neoliberal-deutschen eben….

      Gibt es übrigens sonstwo auf der Welt noch ein Land, dass ein Gesetz 10 Jahre feiert, dass von einem vorbestraften Kriminellen erfunden wurde (Dr. Hartz), und dessen Namen trägt? Gibt es ein Al-Capone-Gesetz in den USA? Nein?

      Allein die Tatsache zeigt mir wie moralisch verkommen die Mehrheit der Menschen – seit dieser Zeit – in Deutschland ist……und ich hoffe, dass irgendwann einmal die Rechnung dafür quitiert wird, von den Betroffenen “Hartzies”, und deren Unterstützern……

      Viva la Revolution ist angesagt…..

      Gruß
      Bernie

    35. Trebon schrieb am 23. Februar 2012 at 22:10 - Permalink

      Was für ein Niveau hier. Eine der primitivsten Fakten des sog. Wirtschaftskreislaufes lang und breit erklärt (was man mit dem einem Wort “Staatsquote” hinreichend beschreiben und sogar Nachschlagen kann). Dieses Primitivniveau ist hier eines Artikels würdig.

      Jeden Tag steht ein Depp auf man muss ihn nur finden. War ja schon immer das Credo der Journalistenmeute. Der Köder ist gelegt, aber das journalistische Handwerk dessen Vorbild der Springer Konzern ist lautet auf purer Zynismus.

      In meiner Welt wird die Kenntnis dieser und noch vieler weiterer Fakten vorausgesetzt bevor man mehr als Geschwafel über Liesschen Müllers PräsidentGrüßAugustFigur ablassen darf. Aber das ficht die GossenJournaille die sich mittels vorgetäuschtem “Kritischem Journalismus” – so kritisch wie ein Magnum Mandel aus Bio H-Milch- ein Einkommen erwürgt nicht an.

      Wie alles so auch hier zwei Seiten, wenigstens schadet es nicht und es hält die möchtegerns auf Trab und von anderen Foren fern.

      • GrooveX schrieb am 23. Februar 2012 at 22:16 - Permalink

        aus welcher kneipe bist du denn gerade rausgeflogen? schlaf deinen rausch aus, und dann überleg’s dir noch mal.

      • TrooperCooper schrieb am 23. Februar 2012 at 22:27 - Permalink

        Immer diese drogensüchtigen Ärzte…

      • Joachim Endemann schrieb am 23. Februar 2012 at 22:55 - Permalink

        Was für ein Niveau hier. … Dieses Primitivniveau … Jeden Tag steht ein Depp auf man muss ihn nur finden … Der Köder ist gelegt, aber … purer Zynismus. In meiner Welt wird die Kenntnis dieser und noch vieler weiterer Fakten vorausgesetzt bevor man … Geschwafel … ablassen darf. Aber das ficht … so kritisch wie ein Magnum Mandel aus Bio H-Milch … ein Einkommen erwürgt nicht ….Wie alles so auch hier … schadet es nicht und es hält … auf Trab … und … fern.

        • HHarlekin schrieb am 24. Februar 2012 at 08:27 - Permalink

          Treffende Reduktion des Wortsalats auf die Kernaussagen… ;-)

      • ola schrieb am 24. Februar 2012 at 00:48 - Permalink

        In Ihren Kreisen mag man den Wirschaftskreislauf auswendig gelernt haben, um seine BWL Klausur zu überstehen, verstanden hat man offensichtlich dennoch nichts. Sie können nix dafür, das passiert halt, wenn man Unis gewinnmaximiert betreibt und die Schäfchen zu Idioten macht. Boah, was muss ich in solche wie Sie mittlerweile an Jahren investieren um euch nach der Uni auch nur halbwegs marktkompatibel zu machen, weil ihr nicht mal nen PC ohne Gebrauchsanweisung anschalten könnt.

        Ich kanns auch^^

      • Findus schrieb am 25. Februar 2012 at 22:10 - Permalink

        @Trebon –

        “Eine der primitivsten Fakten des sog. Wirtschaftskreislaufes lang und breit erklärt (was man mit dem einem Wort “Staatsquote” hinreichend beschreiben und sogar Nachschlagen kann).”

        . Sie sind nicht der erste der Staatsquote und Steuerquote durcheinander bringt.
        Der Artikelauthor hat doch (leider nur implizit) eindeutig die Fiskalquote (Steuerquote) gemeint.
        In anderen Worten: Die Durchschnittspreise enthalten Steuern entsprechend der Steuerquote, sagen wir mal 40%.
        Die Staatsquote soll den Anteil der staatlichen und staatlich bedingten wirtschaftlichen Aktivität an der wirtschaftlichen Gesamtleistung einer Volkswirtschaft aufzeigen.
        Wenn am Montag alle Betriebe in Deutschland zu Staatsbetrieben (wie früher Deutsche Post, Deutsche Bahn, Deutsche Lufthansa, Deutsche…) enteignet würden, würde die Staatsquote auf nahe 100% steigen, die Steuerquote sich jedoch um nicht ein % erhöhen (zumindest bis Margot H. zurückkehrt).


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