Zum Wohle des Volkes?
geschrieben am 24. Februar 2012 von Spiegelfechter
Von der “Vertrauenskrise” und anderen Lügen
In der kommenden Woche will der Bundestag über neue Milliardenhilfen für Griechenland abstimmen. Damit soll – so die Kanzlerin – das Vertrauen der Finanzmärkte wiederhergestellt werden. Dabei gebe es gar keine Vertrauenskrise der Märkte, meint der Journalist und Autor Jens Berger.
“Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden werde. So wahr mir Gott helfe.” Dies ist der Amtseid, den Angela Merkel vor zweieinhalb Jahren erneuert hat. Vom Nutzen der Finanzmärkte ist in diesem Amtseid wohlweislich nicht die Rede. Nichtsdestotrotz scheint es so, als habe die momentane Politik die Interessen der Finanzmärkte längst mit den Interessen des Volkes gleichgesetzt. Oder können Sie sich noch erinnern, wann die Kanzlerin diese zum letzten Mal getrennt und unterschieden hat? Und im Bundestag sorgen sich nur wenige um den Vertrauensverlust der Bürger, aber viele um eine vermeintliche Vertrauenskrise an den Finanzmärkten. Von welchem Vertrauen ist da eigentlich die Rede?
Weiter auf den Seiten von Deutschlandradio Kultur
Die Audioversion findet sich hier
Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test!
www.PARSHIP.de




Merkel hat wiederholt gesagt, dass Europa eine “marktkonforme Demokratie” braucht. Und sieh hat es konsequent umgesetzt: mit dem Fiskalpakt und dem neuen Triple-A-Club, in dem Deutschland seine Politik mit finnland und Holland abspricht. Dies führt die Eurozone in die Rezession, und in die Aufgabe ihres Sozialmodells, wie sogar EZB-Chef Draghi einräumt- Allerdings gibt es nun erstmals Widerstand, u.a. aus Spanien. Es ist also nicht ausgemacht, dass sich Merkels Marktdemokratie durchsetzt…
http://lostineurope.posterous.com/soziales-europa-ade
Marktkonforme Demokratie oder auch: Friss oder stirb.
So siehts aus hierzulande.
Mfg
‘Wenn Angela Merkel also auch eine Vertrauenskrise gegenüber dem Staat ausmacht, dann entbehrt diese Einschätzung jeder empirischen Grundlage.’
Das ist mein Lieblingssatz…waere ja auch noch schoener, wenn Politik auf der Grundlage von empirischen Daten gemacht wuerde ;))
@Jens
Deutschlandradio Kultur … hoi … haste jezz Dein “coming out” im Fernsehn? ;-)
Edit: Hast Du fein gemacht!!, jezz musste nur noch den Jauch beerben.
Dieser Artikel ist Qualität. Und Klartext. Satz für Satz.
Das Vertrauen der Finanzmärkte?
Frei nach Brecht: Mögen die Finanzmärkte das Volk auflösen und sich ein neues wählen…
“Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden werde. So wahr mir Gott helfe.”
Diese “Eidesformel” ist kein Eid/Schwur im üblichen Sinne, sondern lediglich ein Versprechen – und wer hat sich nicht schon alles versprochen?!
Zudem ist doch seit etlichen Legislaturperioden längst die geänderte Fassung für Politiker maßgeblich:
“Ich verspreche, dass ich mich mit ganzer Kraft meinem Wohle zu Lasten des gesamten deutschen Volkes widmen, meinen Nutzen mehren und Schaden von mir wenden werden. (Wer mag kann freiwillig die Glaubensfloskel anfügen).”
Die Schlüsselworte in dem Amtseid sind: “So wahr mir Gott helfe”. Damit hat jeder der den Eid aufsagt einen Freifahrtsschein den Eid nicht befolgen zu müssen.
Mal eine Frage…
a) Die Griechenlandhilfe ist ja nun durch…..
b) und auf Fefes Blog kann man dies lesen:
500 Milliarden? Welche 500 Milliarden? Ach DIE 500 Milliarden, die die Bundesbank den Euro-Pleitiers geliehen hat. Ja, äh, also … nunja, die haben wir in den Büchern, ja. Nächste Frage bitte!
(Zum Vergleich: bei der Mega-Monster-Bundestags-Debatte heute ging es um 130 Milliarden)
Update: Weil der eine oder andere das nicht zu verstehen scheint, was das heißt: Die Bundesbank hat hier anderen Ländern Geld gegeben, mit denen die unsere Produkte gekauft haben. Anders ausgedrückt hat die Bundesbank unserer Industrie mit frisch aus dem Nichts erschaffenem Phantomgeld ihre Waren abgekauft, damit wir hier keine Rezession haben. Das war ein fettes Konjunkturprogramm. Nur falls jemand noch glaubte, dass Deutschland wegen “Sparmaßnahmen” die Rezession abgewendet hat. Das ist Neocon-Propaganda, glaubt das nicht für eine Sekunde! Und das gute an dem Konjunkturprogramm über Bande ist, dass uns das Geld auf dem Papier auch noch jemand anderes schuldet. Das haben wir doch fein eingefädelt, oder? Und den Griechen erzählen wir, sie sollen sparen und ihre Schulden zurückzahlen! Haha, was für ein Lacher! Insofern ist auch dieser Eiertanz von dem Sinn sehr unterhaltsam, denn der ist ja der Chefideologe der Neocons, der kann unmöglich zugeben, dass das ein Konjunkturprogramm war, was Deutschland gerettet hat.
http://blog.fefe.de/?ts=b1b57028
Kann wenn das, wenn das was Fefe da meint stimmen sollte (und persönlich stimme ich ihm da zu) auch mit zu den Problemen der diversen Euroländer beitragen, indem da indirekt dann auch die dortige Wirtschaft in die Röhre schaut? Praktisch das was auch bei der sog. “Entwicklungshilfe” passiert, wenn die subventionierten überschüssigen Agrarprodukte als eben diese Hilfe nach Afrika gegeben werden und die dortige Landwirtschaft praktisch platt machen, weil die dort zu den Preisen nicht produzieren können?
Stellt nun mit der Agenda 2010 (Hartz IV, Zeitarbeit, 1-Euro-Jobs usw.) Deutschland das China der EU dar, was auf Kosten der anderen EU-Länder lebt?
Könnte es dann sein, dass der Mist dann auf uns in De. zurückschlägt, denn wenn überall die Binnennachfrage wegen Geldmangel und Sparkurs gegen Null geht, bleibt man auf den Gütern sitzen…
bombjack
Diese irren Iren meutern schon wieder gegen die marktkonforme Demokratie:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818238,00.html
Macht aber nix, dann wird das Referendum eben solange wiederholt, bis das Ergebnis passt ;-)
“… Wochenlang hatten die Unterhändler in Brüssel … an dem Text für den Fiskalvertrag gefeilt, um ihn referendumssicher zu machen. …“
Keine Fragen mehr, Euer Ehren