„Aus dem Zusammenhang gerissen“: ein gerissenes Argument
geschrieben am 05. März 2012 von Gastautor
ein Gastartikel von Holdger Platta
Wie man die Kritik an den Aussagen des Herrn Gauck wegzuargumentieren versucht und warum dieser Versuch den Gauck-Verteidigern permanent auf die eigenen Füße fällt.
Wie oft haben wir Kritiker des Herrn Gauck in den letzten Tagen zu hören bekommen, wir „rissen“ dessen Aussagen „aus dem Zusammenhang“. Gauck meine das genaue Gegenteil von dem, was wir ihm „unterstellten“, und in Wahrheit treibe uns doch nur eine einzige Absicht an: nachträglich den ostdeutschen Kommunismus wiederhochleben zu lassen, und Gauck sei bei diesen unseren Versuchen lediglich ein mächtiger – nicht zuletzt wortmächtiger – Kontrahent. Wer gegen Gauck sei, der sei für die DDR. Und wer gegen die DDR sei, der sei für Herrn Gauck. Entweder – Oder! Achja, wenn die Welt so einfach zweifach wäre…
Erstens: ob Friedrich Schorlemmer oder Ingo Schulze, ob Jutta Ditfurth oder Daniela Dahn – keine und keiner von uns „will die alte DDR zurück“. Und viele von uns – die soeben genannten: alle! – können belegen, daß sie sich vielfach gegen die alte DDR positioniert haben (was mich betrifft, so lese man im Internet meine „Sieben Thesen zur Stille im Land“ nach, dort vor allem den siebenten Abschnitt!). Wir alle können leicht das Gegenteil beweisen und haben deswegen auch „leicht“ reden. Was jedoch die Frage aufwirft, zweitens:
Gilt das auch für diejenigen, denen der Gegenbeweis nicht zur Verfügung steht? – Der fatale Effekt dieser Art von “Argumentation” – wir alle wollten insgeheim die DDR zurück – besteht darin, daß man mit dieser Unterstellung den Gauck-Kritikern deren Anfechtbarkeit ins Menscheninnere verlegt und diese Unterstellung damit unwiderlegbar macht. Nicht der Angreifer muß seine Verleumdung belegen. Nein, wir müssen widerlegen, daß diese Verleumdung nicht stimmt. Aber wie macht man das: die Wahrheit des eigenen Inneren belegen, nachweisbar, überprüfbar? Und deckt sich das mit den Grundregeln unseres Rechtsstaats? Mit der „Unschuldsvermutung“? Haben wir es hier mit klaren Beweisen unserer Kritiker zu tun und mit sauberer Argumentation?
Nichts von alledem: bei öffentlichen Debatten im Rechtsstaat Bundesrepublik herrschen andere Gesetze als im anständigen Leben. Im Bereich der Politik, da zieht noch jede argument- und beweisfreie Denunziation, da dürfen vor allem die machtgetreuen Verdächtiger Platz nehmen bei Illner, Plasberg sowie Will und ihren Unfug von sich geben. Nochmal: ein Schorlemmer oder eine Dahn, ein Schulz oder eine Ditfurth, die hätten bei einer derartigen Talkshow nichts zu befürchten. Aber was wäre mit jenen, die sich zum Thema DDR nicht geäußert haben, unter anderem deshalb, weil sie bislang niemand gefragt hat? Die wären bei diesen Fernsehdisputen mit „Staatsanwälten“ konfrontiert, die gleichzeitig auf „Scharfrichter“ machen. Und ein „Verteidiger“ wäre weit und breit nicht in Sicht. Was auch für die sogenannten „ModeratorInnen“ gilt.
Doch zurück zum “Argument”, wir hätten mit unserer Kritik an den Äußerungen des Herrn Gauck schon deswegen Unrecht, weil alle diese Äußerungen „aus ihrem Zusammenhang gerissen worden“ seien. Nun, ich lasse hier einmal beiseite, daß es Äußerungen gibt, die auch ein Zusammenhang nicht zu retten vermag. Gaucks Verdikt zum Beispiel über die weltweite „Occupy“-Bewegung: die Aussage, diese sei „unsäglich albern“, war laut SPIEGEL vom 16. Oktober 2010 lediglich mit der Zusatzbehauptung versehen, daß es, Gauck zufolge, eine „romantische Vorstellung“ sei, von einer Welt zu „träumen, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne“. Tja, stellt das ein Argument und eine Begründung dar, gar einen Gegenbeweis? Darf man das den „rettenden Zusammenhang“ nennen? Oder ist das dieselbe Behauptung – „unsäglich albern“ -, lediglich mit einem anderen Herablassungsakzent? Doch bevor die Gauckler in Atemnot geraten:
Ich schenke unseren Kritikern diesen Punkt! Ich schenke ihnen diesen Punkt und behaupte wie sie: jawohl, in Wahrheit hat Gauck mit seinen zitierten Aussagen jedesmal etwas ganz anderes gemeint, als wir aus diesen Zitaten – jawohl, jawohl – „herausgelesen“ haben, und womöglich hat Gauck sogar – jawohl, jawohl, jawohl – in allen Fällen das genaue Gegenteil gemeint. Heißt: für Gauck ist die „Occupy“-Bewegung eigentlich eine ganz prima Sache! Hartz-IV ist für diesen Seelenhirten durch und durch schlecht. Und wir alle – „unsäglich albern“ – haben ihn fortwährend nur mißverstanden. O.K., aber was bedeutet dann dieses?
Wir sind damit beim dritten Punkt: Gauck formulierte demzufolge – schaut man die Kehrseite der Kritik an, die unsere Kritiker an uns Kritikern üben, – seine Ansichten ungeheuer oft so, daß ungeheuer viele Mitmenschen ihn ungeheuer oft mißverstehen. Der angeblich so hochbegabte Redner Gauck gäbe in ungezählter Häufigkeit Sätze von sich, die mißverständlich seien, Sätze, die erst des gesamten „Zusammenhanges“ bedürften (aus dem sie „gerissen worden“ seien), um unmißverständlich zu sein und Gauck vor unberechtigter Kritik zu bewahren. Tja, das bei einer Person, deren einzig nennenswerte Funktion in der Öffentlichkeit als Bundespräsident darin bestehen sollte, menschenfreundlichen Klartext reden zu können!
Mir scheint, dieses „Argument“ unserer Gegner – wir „rissen“ permanent Zitate von Gauck “aus deren Zusammenhang“ und wir Kleingeister verstünden deswegen den Großredner permanent falsch –, dieser Vorwurf fiele unseren Gegnern selber auf die Füße zurück. Einverstanden: damit wäre Gauck „eigentlich“ ein guter Kerl, er wäre überhaupt nicht so bös´, wie wir seinen Sätzen zu entnehmen glaubten. Aber er wäre damit ein guter Kerl, der sich permanent nur falsch zu äußern vermag! Einverstanden, ich sage es nochmal. Doch gleichwohl nachgefragt: das sollte dann besser für uns sein? Ein neuer Bundespräsident, der unablässig eines Dolmetschers bedürfte, um zutreffend und zweifelsfrei verstanden zu werden, ein Bundespräsidenten, der quasi noch einen zweiten Bundespräsidenten benötigte, damit all diese Mißverständnispannen nicht passieren? Mag sein, Gauck eroberte damit zu Recht den Anspruch zurück, ein „Kandidat der Herzen“ zu sein. Eines wäre er dann aber auch: ein Kandidat der permanenten Mißverstehbarkeiten.
Mit anderen Worten: wir bekämen mit Gauck einen Munkel-Mann zum Präsidenten, einen Schwammigkeits-Redner, einen Unklarheits-Apostel, einen Nebeldampfplauderer und Mißverständnis-Produzenten ohne Unterlaß. Der aus dem Zusammenhang gerissene Gauck ist nichts anderes als die Variante einer gerissenen Talmi-Argumentation.
Mein Vorschlag deshalb, wir sollten lieber bei der Wahrheit bleiben: Gauck meint genau das, was er sagt, und wir verstehen genau das, was er meint. Da bedarf es auch irgendwelcher „Zusammenhänge“ nicht. Ein Präsidentschaftskandidat, der für den Zusammenhalt der Gesellschaft eintritt und nicht Stimmung macht gegen ganze Bevölkerungsgruppen – insbesondere gegen jene ‚ganz unten´ -, ein solcher Präsidentschaftskandidat darf nicht unaufhörlich angewiesen sein auf „rettende Zusammenhänge“. Und er darf auch nicht angewiesen sein auf einen fortwährend im Einsatz befindlichen – möglichst klon-identischen – Zweit-Präsidenten, der ab Amtsbeginn für´s Klardeutsch des Erst-Präsidenten zuständig wäre.
Und damit, zum Abschluß, noch ein kleines Apropos – viertens denn also:
In den letzten Wochen wurde gleich mehrfach bei den Talkshows von „Exegese“ gesprochen, wenn es um die „richtige“ Auslegung der Gauck-Aussagen ging. Das ist hochinteressant! Natürlich, unter „Exegese“ verstand man anno dunnemals nichts anderes als – ganz allgemein – die „Wissenschaft der Erklärung und Auslegung eines Textes“ (so unter anderem mein Fremdwörter-DUDEN). Doch wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert inzwischen, und seit langem wird dieser Begriff nur noch für die Auslegung der Bibel benutzt. Entsprechend mein Fremdwörter-DUDEN: „Exegese“, das meine vor allem Bibelinterpretation, ein „Exeget“ sei ein Fachmann für die Auslegung der „Heiligen Schrift“, „Exegetik“ ein „Teilgebiet der Theologie“.
Heißt das, wir haben es bei den Aussagen von Herrn Gauck mit Gottes Wort zu tun?
Ich frage ja nur.
Amen.
Holdger Platta
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Die “Exegese” würde ja mit der angestrebten Re-Christianisierung unseres Landes zusammen passen. Unser eigener “Heiliger Vater” in Berlin, das ist der Traum aller Wertkonservativen…
Bundespräsident der Hirne wird er nie?, das ist Herrn Schramm vorbehalten und so dümpelt er bei den verbliebenen Abstimmungsmöglichkeiten im Netz, hier und zu keiner Zeit seit dem 12.12.2011 über 31 %. Im Moment liegt er mit 26% weit unten..
http://de.electionsmeter.com/Abstimmungen/joachim-gauck?show=analytics#PollMenu
die aus dem Netz gezogenen “nicht stimmigen” Abstimmungen sehen ähnlich aus. Jetzt muss also nicht nur die aus dem Zusammenhang gerissene Kritik an ihm von den Bürgern richtig verstanden werden, wie in dem Artikel von Holdger Platta sehr gut beschrieben wird, auch die Deutungshoheit bei den im Internet stattfindenden Abstimmungen bedürfen einer genaueren Interpretation?, zumindest bei denen, die z.B. nicht vom MDR aus dem Netz gezogen wurden?, oder doch?!
Wer sich gestern Abend G. Jauch angetan hat, ist hoffentlich nicht gänzlich verwirrt an diesem Morgen?
Kann geistige Sche*sse verwirren, bzw. wie muss man drauf sein um sich so was an zu tun? Analog gilt auch (gerade) für Jauch:
Quelle
Warum überhaupt diese Rechtefertigungsversuche der Linken? Machen diese was besser, werden die politischen Gegner dadurch einsichtiger? In meinen Augen bringt es ganz und gar nichts, weil die Gleichungen Links=DDR=kommunistisch=udssr=Stalin usw. aufgemacht werden um linke Oppositionelle bewusst zu diskreditieren. Es wäre besser diese (Meta-)Diskussionen zu vermeiden oder (im Notfall) ähnliches Propagandageschütz auf zu fahren.
Der Oskar zeigt wie es geht:
Quelle
Punkt verstanden, jedoch eigentlich schon nach dem ersten Absatz. Das ist mir ehrlich gesagt etwas zu lang und zu sehr wiederholend.
Ist aber immer wieder wichtig zu lesen, hier steht was Gauck über das Internet denkt?, wohl auch falsch interpretiert von mir wahrscheinlich meint er was ganz anderes?, warten wir mal ab.
“„Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen. Dies gilt insbesondere für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in Artikel Fünf – eine wesentliche Grundlage unserer funktionierenden Demokratie – und es gilt letztlich auch für den Kernsatz unserer Verfassung, den Artikel Eins des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“”
http://www.taz.de/Der-designierte-Praesident-und-das-Netz/!88896/
Inhaltlich habe ich doch gar kein Problem mit der Aussage. Es ging mir um den Blog-Beitrag im generellen.
Hoffentlich fühlt sich keiner von den vielen Autoren hier dadurch angepisst, aber ich vermisse nach seinem Weggang zu den Nachdenkseiten seinen klaren / prägnanten Schreibstil.
Durch sachliche Kritik, wie auch immer, wird sich niemand drüber aufregen, warum auch? und an anderer Stelle werden die NDSeiten auf Jens Berger auch nicht verzichten wollen? Ist viel zu tun wenn man nicht möchte, das dieses Land in die Katastrophe steuert.
@Rossi
So ist es nun einmal. Jede Weiterentwicklung hat Vor- und Nachteile.
JB sollte sich im Kommentarbereich häufiger äußern.
Oder wird SF zum kommentierbaren (teilweise) Blog der NDS?
Klar, die Dinge entwickeln sich weiter. Ich werde mir mal ein paar Gedanken dazu machen, warum ich mit dem Blog hier immer weniger anfangen kann und es dann vielleicht mal in möglichst sachlicher Kritik hier vorbringen. Dann haben die Autoren auch was davon! ;P
Klar, die Dinge entwickeln sich weiter. Ich werde mir mal ein paar Gedanken dazu machen, warum ich mit dem Blog hier immer weniger anfangen kann und es dann vielleicht mal in möglichst sachlicher Kritik hier vorbringen. Dann haben die Autoren auch was davon!
Es musste wieder einmal richtig gestellt werden – danke.
Der Kernpunkt ist:
So wollen es die Medien von BILD, FAZ, Spiegel u.a. über die Fernsehanstalten bis zu den Parteien (außer die Linke). Gauck soll das Volk ruhig stellen, damit die marktkonforme Demokratie a´la Merkel nicht gestört wird.
Gauck ist ein “Spalter”.
Ich glaube so explizit funktioniert Politik nicht, zumal Merkel durch die Installation von (nicht Wunschkandidat) Gauck, ausgelöst durch den Totalversager und Wunschkandidat Wulff, ja eigentlich eine politische Niederlage erlitten hat, die aber nachträglich durch unsere kompetenten Medien positiv um gedeutet wurde.
Unlogisch, wenn man das Volk mit einem BP ruhigstellen wollte (was eh nicht funktioniert) dann hätte man eben nicht Gauck gewählt. Der ist unkontrollierbar narzisstisch und wird noch einigen Ärger verursachen, weil er seine Klappe nicht halten kann.
Genau deshalb war ja auch Merkel gegen Gauck und hätte lieber den freundlichen Töpfer genommen.
Netter, berechtigter Artikel –
auch Ironie und Sarkasmus finden meine Zustimmung ;-)
Was ist eigentlich mit unserer 4. Gewalt los? (Ok, Frage war rhetorisch… ;-))
A propos Jutta Ditfurth:
Letzte Woche bei Lanz, war ihre Ruhe und Coolness, mit der sie
den Gauck-Verteidigern Lanz und Karasek arfumentativ begegnete, durchaus interessant und sehenswert :
Teil1:
http://www.youtube.com/watch?v=iCg8qhHoQ6w
Teil2:
http://www.youtube.com/watch?v=ttYRm-BYXgQ&feature=related
Grüße
Lanz wirft Ditfurth Populismus vor, Karasek reklamiert gegen Ditfurth Mainstream als Demokratie – ich verstehe allerdings unter Mainstream die veröffentlichte Meinung bzw. das große Maul der Etablierten (Minderheit).
Ja, und dieser Mainstream ist inhaltsfrei (aber nicht beschimpfungsfrei gegenüber Kritikern) pro Gauck, hier von Karasek und Lanz verkörpert.
Die argumentative Kritik kam von Ditfurth, die Antworten von Lanz und besonders Karasek hieß (nicht nur) zwischen den Zeilen: Halt die Klappe!
Grüße
Das einzig Gute am Präsidenten Gauck ist, dass Merkel mit ihm genau den bekommt, den sie nun wirklich nicht wollte. Wobei sie das sehr oft schafft, etwas zu bekommen, was sie zunächst jedenfalls offiziell ganz und gar nicht will, etwa beim Atomausstieg, beim finanzieren der Finanzindustrie und anderer Länder mit Steuergeldern uswusf.
Wie auch immer: Gauck ist eine schlechte Wahl, wie so langsam auch seine Förderer von Trittin bis Gabriel zu merken scheinen. Aber: selbst schuld.
In Zeiten des Internet könnte man ja auch mal auf die Idee kommen, Online-Wetten auf die Länge der Amtszeit des Bundespräsidenten anzubieten. Vielleicht auch in der Form von Finanzzertifikaten, um der Sache einen etwas “seriöseren” Anstrich zu verleihen.
Irgendwann wird bestimmt auch den Medienmachern Gaucks ungreifbares Geschwurbel auf den Zeiger gehen. Er muss sich nur oft genug verplappert haben. Irgendwann läuft dann in der Bild die “Gauck-muss-weg”-Kampagne an, und dann geht das ganze Theater wieder los: Kanzlerin stellt sich hinter den Bundespräsidenten, Kanzlerin stellt sich nicht mehr so richtig hinter den Bundespräsidenten, Kanzlerin kündigt eine Pressekonferenz an….
Fragt sich nur wann.
Hmmm…
Wolle man böswillig sein, stelle man doch die Frage, ob er die Amtsperiode der Kanzlerin wohl durchhalten werde oder noch vor den Neuwahlen (diesen Herbst ?) den Ehrensold einstreichen dürfe…?
Mein Eindruck nach dem Lesen eines längeren Interviews mit dem ist einfach, dass der ständig verschiedene gegenteilige Argument aufzählt mit der Bereitschaft das zu diskutieren. Und mit dem was er sagt, hat er nun mal meistens recht. ;-)
Also wenn er sagt, Thilo Sarrazin hätte auch “Mut”, dann ist das natürlich im Gesamtkontext gesehen, eigentlich unerträglich und kann man so nicht sagen. Bei Politikern wird eine solche Aussage raus gegriffen und er wird fertig gemacht. Sachlich gesehen, ist das aber nun mal nicht völlig falsch. Ständig mit solche Thesen, Ärger zu provozieren, ist ja nun mal auch nicht ganz unmutig.
Und wenn Gauck im nächsten sagt, Sarrazin hätte keinen Mut, wenn er Dinge anspricht, bei denen er sowieso sicher sein kann, viel Beifall zu bekommen, dann ist das auch richtig.
Und wenn Gauck sich von den “biologischen Herleitungen” distanziert, ist da auch richtig.
Dem Gauck, geht dieses politisch korrekte Politiker-Wisch-Wasch auf die Nerven und will reden, was er denkt. Und wenn er Sarrazin erstmal etwas “Mut” bescheinigt, dann soll das aus seiner Sicht auch erlaubt sein, weil es ja auch nicht völlig falsch ist. Auch wenn das natürlich nicht geht.
Als Bundespräsident bzw. Politiker muss er sich das aber schleunigst abgewöhnen, sonst wird er fertig gemacht.
Naja, einfach mal gucken was wird. Vielleicht wird das mit dem ja ganz spannend. Schon hier gibt es ja wegen der paar Aussagen von dem ja schon so viele Artikel und die linke Seele kocht. :D
Widerspruch: GAUCK hat Unrecht! Sarrazin Mut zu bescheinigen ist ausgemachter Schmarren! Warum? Ganz einfach: Weil nunmal kein Mut dazu gehört, aus einer gesicherten, fett dotierten Position heraus – ob als Bundesbanker oder als Berliner Finanzsenator, ob in Büchern, oder weil man angesichts von Mikrofonen und Kameras das Wasser nicht halten kann – auf Minderheiten einzudreschen.
Sarrazin soll mutig gewesen sein, und Gauck hier nicht ganz Unrecht haben?
Lange vor seinem Buch war Sarrazin schon als Dauer-Stänkerer bekannt (“Kopftuchmädchen produzieren”, im Winter 2 Pullover anziehen statt heizen und sein “Kochbuch” für Hartz4-Empfänger … etc …).
Dann lass uns mal aufzählen, wer hier alles mutig ist: Bild, Welt u. Co., Junge Freiheit, PI-News, NPD, auch die können es nicht lassen,
“Ständig mit solche Thesen, Ärger zu provozieren,” und das
” ist ja nun mal auch nicht ganz unmutig.” die gleiche Logik!
Und nicht vergessen: Für sein Buch hatte er die Verlage “Springer”, “Spiegel” (Vorabdrucke!) und “Bertelsmann” (Deutsche Verlags-Anstalt) im Rücken.
Das war ein von allen Beteiligter kalkuliertes Millionengeschäft auf dem Rücken von Minderheiten und sozial Schwächeren.
Und Gauck bescheinigt für sowas “Mut”? Ich glaub es hackt! ;-)
Grüße
Ist Sarrazin denn noch Bundesbanker oder Berliner Finanzsenator?
Und warum nicht mehr? ;-)
Also auch dem Sarrazin kann man zu Recht etwas Mut bescheinigen und hat damit nicht gleich völlig Unrecht.
Was der Typ zum Besten gibt, ist zwar in der Summe völlig ekelhaft und menschenverachtend, aber mutig ist es schon, sich mit sowas regelmäßig in die Öffentlichkeit zu begeben. ^^
Und der Gauck hätte halt lieber Politiker, die auch mal richtig sagen was Sache und notwendig ist, was sie planen und kraftvoll durchsetzen wollen, auch wenn sie polarisieren.
Also das genaue Gegenteil von Merkel.
Sarrazins Pension: “10.000,–” – du darfst Sarrazin weiterhin “Mut” bescheinigen, er ist DER Vorkämpfer für Meinungsfreiheit in D seit 1945 ;-)
http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/sarrazin-monatlich-10-000-euro-pension-article974417.html
Nochmal: Wen hatte S. neben hochdotierten Jobs und bombensicheren Pensionsansprüchen alles im Rücken?
” … die Verlage “Springer”, “Spiegel” (Vorabdrucke!) und “Bertelsmann” … ”
und unkündbar war er auch, und pensionsreif aus Altersgründen sowieso.
Also: Welcher Mut lag hier vor? Könnte es nicht sein, daß Gauck hier in völliger sachlicher Ahnungslosigkeit – wie auch zu anderen Themen – dummes Zeug geschwätzt hat? ;-)
Mit der Logik, mit der du hier Gaucks Urteil über Sarrazins “Mut” bestätigst, bescheinigst du auch BILD u. Co., Junge Freiheit, PI, NPD usw. “Mut”. Fühlst du dich in solcher Gesellschaft wohl?
Nun gut, ist deine Sache … ;-)
Sarrazin war und ist nicht mutig, sondern einfach nur ein feiger, hochbezahlter, rechter Maulheld, der mit Springer, Spiegel und Bertelsmann gemeinsam ein kalkuliertes Millionengeschäft auf den Knochen von Minderheiten und sozial Schwachen durchgezogen hat, und wer oder was Gauck ist, wird er – da bin ich sicher – uns auch in Zukunft vorführen, denn in den richtigen Momenten zu schweigen verbietet ihm seine Eitelkeit … ;-)
Grüße
Naja, aber andere Leute denken und handeln ganz änlich, halten aber ihre Klappe, um ihre hoch dotieren Posten und ihre politische Karriere nicht zu gefährden.
Guck dir mal die Merkel an. Taktiererei ohne Ende. Die redet im Zweifel den Leuten nach dem Mund, wie ein Fähnlein im Wind. Hauptsache Mehrheit und Machterhalt sind gesichert. Was die nach den ganzen 180 Grad Wendungen wirklich denkt, weiß doch keiner.
Und der Sarrazin ist ein wirklich ekelhafter Typ, aber was man ihm sicher nicht absprechen kann ist, dass sagt und schreibt was er denkt, auch wenn das seine Karriere gefährden könnte. Egal ob´s euch und mir nun passt oder nicht. :-)
Das glaube ich auch. Ist doch spannend. :-)
Außerdem hat Gauck gleich im nächsten Satz gesagt, dass Sarrazin “nicht mutig” sei und er ihn wegen seiner “biologistischen Herleitungen” kritisiert. ;-)
Aber als Politiker oder gar Bundespräsident, kann man so natürlich nicht daher reden. Da ist es völlig richtig, dass man auf seine Themenauswahl und seine prägnantesten Aussagen wie “Mut” reduziert wird und das weiß ja auch jeder. Da hilft alles anschließende Relativieren nicht.
Das sind alles Gruppen, die sich hinter ihrem Logo verstecken, keine Einzelpersonen mit ihren Namen.
Oder die Personen können völlig sicher sein, dass sie von ihren Organisationen getragen werden. Oder sie haben nicht viel zu verlieren.
@Sukram71
Und? Soll ich mich jetzt zwischen Pest und Cholera entscheiden? Tut mir leid, aber wie unsinnig ist das denn?
@Sukram 71
Naja, es gilt auch ein bisschen dass “alte Menschen keine Angst vor der Zukunft haben”;-)
Bei Sarrazin vermute ich vielmehr Kalkül. Er weiss genau was innerhalb gewisser Bevölkerungsschichten hinter vorgehaltener Hand gesagt und gedacht wird. Er hat wohl auch in den letzten Jahren bemerkt, dass in Deutschland ein Stimmungswandel stattfand. Und genau da stellt sich für mich die Frage: warum hat ein Sarrazin vor 10, 15 Jahren die Klappe nicht aufgerissen? Seine Thesen und “biologistik” standen zu jener Zeit sicher auch schon fest.
Lieber Sukram, was ich nie so ganz verstanden habe ist:
Wenn einer von oben nach unten tritt, dann ist er “mutig” und “unbequem”, spricht “Klartext” usw.,
aber wenn einer von unten nach oben schimpft, wie Lafo, dann ist ein Populist.
Und warum bezeichnet Gauck nicht S. Wagenknecht als mutig? :-)
Der mehrfache Millionär und zu gewaltigen Pensionen anspruchsberechtigte Lafontaine ist unten?
Dann schimpft er eben von oben nach oben? Wichtig dabei das er Misstände ausspricht! Für unten!?
Weil die Wagenknecht nicht mutig ist, denn sie hantiert mit den Versatzstücken einer alten Ideologie, wenn es angesagt ist, die Probleme der Zukunft zu lösen und um das zu können, braucht es keinen Mut, sondern nur eine Taste zur Wiederholung. Gauck sollte daher auch im Amt gemessen werden und nicht davor.
@HHarlekin
Sehe ich ebenso.
Ich möchte da noch einen Kandidaten vorschlagen, der ist bestimmt weder dem Teufel, noch dem Gott nah. Verwerfliche Sprüche sind, mir jedenfalls, auch nicht von ihm bekannt. Und er steht auch dem Großkapital fern, obwohl der größte sogar ein ganz enger Verwandter ist:
Donald Duck – Na, wie wärs?
Sorry, musst’ ich mal los werden ;-)
Da kennst du Donald aber schlecht, z.B.:
http://www.demotivationalposters.org/image/demotivational-poster/1006/euro-disneyland-nazi-nazis-hitler-donald-duck-germany-disney-demotivational-poster-1277294928.jpg
http://echtzeit-online.de/uploads/Donald_nazi.jpg
Ganz schlecht (kein Fake übrigens). Goofy würde sich aber empfehlen.
Letztens hatte ich im gedruckten Kölner Stadtanzeiger diesen Kommentar gelesen.
Dem möchte ich mich anschließen. :-)
Ja der Kommentator hat völlig recht, Gauck ist der Richtige. Genau der Richtige für unseren Rechts-Staat. Er ist ja auch unter überzeugten Rechten sozialisiert worden, er kann natürlich nichts für seine Eltern und seine Bezugsperson den Onkel, aber die können was dafür, dass wir nun so einen Gauckler bekommen.
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=12914&Itemid=32
Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen, es gehört nämlich eine Menge Mut dazu gegen den Präses der Herzen an zu stinken ;-)
Vielleicht benötigen aus der “Realität-gerissene” Politiker so einen wie Gauck. Der einfache Bürger wird sich kaum mit dem grossen Ganzen einer Gauck-Rede (sofern es sich überhaupt lohnt…) beschäftigen, sondern das für sich verwenden, was er versteht und intellektuell verwerten kann.
Und schon gibt es Gesprächsstoff in den elitären Polit-Talkshows. Hier reden dann “aus-dem-Volk-Gerissene” über Zusammenhänge in Verbindung mit dem Intellekt des einfältigen Volkes und warum man einen so genialen Ausweichredner, Pfarrer und Aktensammler wie Gauck erst verstehen könne, nachdem man wegen der Länge und Komplexizität des Vortrags aus dem verdienten Schlaf erwacht ist.
Und was will uns die Politikerriege mit der Nominierung Gaucks sagen ?
“Ein missverständlicher, aus dem Zusammenhang gerissener Gauckler ist auf alle Fälle einfacher zu handeln, als ein unmissverständlicher Lügner, Schnäppchensammler und Vorteilsnehmer….”.
Bei mir werden die Kommentare nicht angezeigt. Hat jemand eine Ahnung wieso?
Jetzt sind sie da.
War bei mir auch. und ich dachte schon, ich sei der erste…
Sehenswertes Interview von 2010:
http://www.phoenix.de/sixcms/detail.php?id=329014&template=d_ph_videostream_popup&format=4&transfer=2
Mich würde mal interessieren, wer solch einen Vorwurf gebracht hat.
Wir brauchen keinen Bundepräsidenten. Aber Gauck ist mir am liebsten.
TINA – Gauck muss den Posten bekommen, es gibt keine Alternative.
Warum? Nur Gauck kann die Gesellschaft endgültig spalten. Nur diese endgültige Spaltung mach sichtbar, wie undemokratisch diese Gesellschaft geworden ist.
Je höher, desto platsch – es besteht bei mir die Hoffnung auf den “großen Klatsch” des Demokratieschwindels.
Wie – gerade wieder die x-te Wiederholung gesehen – Jagd auf den Roten Oktober – eine kleine Revolution ab und zu …
1989 ist ja schon wieder eine Generation her. In etwa.
Zumal auch das von den “Marktbindungen” Quatsch ist. Die Occupy-Leute sind wohl kaum mehrheitlich Anhänger des Staatssozialismus.
Allerdings haben wir auch im real existierenden Kapitalismus zum Teil immer weniger Markt. Oder sind etwa die verschiedenen Privatisierungen, wie etwa der Wasserversorgung, privatisierte Monopole ohne jeden Markt und ohne jede Eigenverantwortung für den Investor (denn pleitegehen kann die öffentliche Hand so ein Unternehmen ja nicht).
Wie nennt man so etwas: Stamokap (StaDTmonopolkapitalismus) :-)
OT:
Hola….
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/news/zulassung-als-arzneimittel-unmoeglich-das-aus-fuer-die-e-zigarette-_aid_719574.html
Damit steht für mich fest.
Politiker töten vorsätzlich.
Wa da nicht mal was vonwegen Schaden von der Bevölkerung abwenden.
Und jetzt verbieten sie das,
was wirklich Schaden abwendet.
Was für ne Bananenrepublik.
Da müssten echte Kippen doch jetzt auch verboten werden,oder?
Mfg
Die Bundesregierung und ihre Ent und Bescheide:
“„Die Bundesregierung nimmt eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die seit einigen Jahren auf dem Markt befindlichen E-Zigaretten sehr ernst.“”
“Das „Dampfen“ ist laut Bundesregierung nicht verboten, allerdings nur eingeschränkt erlaubt nach den Vorgaben des Nichtraucherschutzgesetzes.”
Das war vor 6 Tagen
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/bundesregierung-entscheidet-e-zigaretten-sind-ein-arzneimittel_aid_719156.html
Erinnert mich an den Atomausstieg, der vorgetäuscht dazu dienen wird, Braunkohle abzubauen und last but not least, neue Braunkohlewerke zu bauen? Blühende Landschaften eben?! Anschließend wird der Ausstieg vom Ausstieg beschlossen weil die EU da ja auch noch ein Wort mit zureden hat, aber dann stehen die Dinger und verpesten unsere Umwelt dank Emissionshandel und Abscheider der erst für 2030 zur Pflicht wird!
“Die Braunkohle bleibt im Energiemix von Deutschland in den nächsten Jahrzehnten ohne Alternative. Der Energieverbrauch steigt weltweit. Hocheffiziente, fossil gefeuerte Kraftwerke werden auf absehbare Zeit die zuverlässige Versorgung mit Strom sicherstellen müssen – ungeachtet aller Fortschritte bei den regenerativen Energien.
So nimmt die Vision von der Kohleverbrennung in CO2-emissionsarmen Kraftwerken Gestalt an.”
> http://www.braunkohle.de/pages/layout2sp.php?page=366
Irgendwie erinnert mich das alles an eine Folge Outer Limits.
http://de.wikipedia.org/wiki/Outer_Limits
Die Einleitungsätze am Anfang jeder Episode im Deutschen (ab 1995):
„Sind Sie bereit, bereit für das Unbekannte?
Für eine neue Erfahrung, die alles in Frage stellen könnte, was Sie zu wissen glauben?
Was Sie jetzt sehen werden, wird Ihr Bewusstsein verändern, denn hinter der vertrauten Realität lauert das Unfassbare.
Hinter dem Sichtbaren verbergen sich geheimnisvolle Rätsel. Hinter dem Augenscheinlichen liegt noch eine andere Wahrheit.
Die nächste Stunde versetzt Sie in eine Welt jenseits aller Vorstellungskraft.
Sie überschreiten die Grenze in die unbekannte Dimension.“
Reptoiden als Menschen getarnt,
peitschen Gesetze durch um die Atmosphäre der Erde,
in die ihrer Heimatwelt zu transformieren.
Menschen irgendwann alle tot,Aliens freuen sich.
Alles Science Ficktion?(Bewusst so geschrieben)^^
Übrigens kommt man auch prima mit Gras in andere Dimensionen. :-)
Mfg
Da war ein Fehler im Zitat. Hab den korrigiert.
C0nc0rdance beschreibt vor und nachteile von e-cigaretten sehr gut. Absolut sehenswert: http://www.youtube.com/watch?v=-sqkJPhmPao
I`m so sorry?, aber in der E-Zigarette ist ja alles drin?, könnte ich sogar einen Gartenzaun mit streichen?, aber zum Thema, freut mich das sie , was auch immer korrigiert haben? Es gibt, wie mir das ZDF info gerade mitteilte einen geschrumpften Zapfenstreich?, und Frau Rot von den Grünen macht sich gerade Gedanken um die Musik die gespielt wird?, ich kanns nicht glauben?
aber in der E-Zigarette ist ja alles drin?, könnte ich sogar einen Gartenzaun mit streichen?”"
Mit der Lunge eines toten Tabakrauchers kannste eine Straße teeren. ;-)
Mfg
Die Botschaft der großen Medienakteure lautet: Maul halten,Gauck Kritiker!
Jüngstes Beispiel Götz Aly auf Zeit Online :
“Parallel zum Gedonnere in der taz findet im Internet eine gossenhafte Wortprügelei statt, die eine Schar anonymer Blogger mit Freiheit und Diskussion verwechselt.”
Aly ignoriert, dass informierte Menschen in diesem Land die Meinungs- und Deutungshoheit der “renommierten” Massenmedien zurecht hinterfragen, auch im Falle von Joachim Gauck. Mit seiner unbelegten Behauptung von der “Schar anonymer Blogger” aus der Gosse zeigen er, wie groß die Angst der etablierten Lohnschreiber vor dem Machtverlust ihrer Zunft mittlerweile ist. Große deutsche Online-Medien sind mit der Moderation und Löschung von Kommentaren ihrer Nutzer nicht zimperlich und offenbaren ihrerseits ein seltsames Verständnis von Freiheit und Diskussion. Das Gros der deutschen Blogger, deren Kritik an Gauck nun vom Mainstream aufgegriffen wurde schreibt übrigens nicht anonym, etwas Clemens Heni. Dass andere Menschen im Internet den Schutz der Anonymität suchen kann Ihnen in Anbetracht des ausufernden Überwachungstaates und der allgemeinen Stimmungmache gegen alles “Linke”, nicht angelastet werden.
http://machtelite.wordpress.com/2012/02/18/joachim-gaucktransatlantischer-wunschkandidat-der-neoliberalen-spd/
@ Sukram71, @ HHarlekin:
Sarrazin ist vor allem erst einmal “Nützlichkeitsrassist”. Das kann man immer wieder an seinen Ausführungen und Ausfällen erkennen. Darauf aufbauend kommen erst seine abwertenden Äußerungen gegenüber bestimmten Nationalitäten, teils mit dubiosen eugenischen Argumenten hantierend. Bestimmt wird seine Einstellung aber von der vermeintlichen Nützlichkeit einer Person für die Gesellschaft.
Arbeitslose sind für ihn nicht nützlich. Sie leisten ja keinen Beitrag zur gesellschaftlichen Wertschöpfung, weil sie nicht (bezahlt) arbeiten. Und da besonders Ausländer, ausländisch Aussehende und Menschen mit ausländischen Wurzeln von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ist eben dieser Personenkreis, in seiner Betrachtungsweise, besonders unnütz. Dies konnte man ja auch sehr deutlich an seinen Äußerungen über Obsthändler entnehmen. Selbiges gilt auch für seine herablassenden Bemerkungen über das Heizverhalten von Arbeitslosen und seine Forderung zur Pullovernutzung.
So ist denn auch in Sarrazins Wertewelt der reichlich 2 Mrd. Euro verdienende Hegdefondsmanager-Leistungsträger 200.000 mal soviel “wert” wie die 10.000 Euro prekär verdienende Putzkraft. Denn die Messung der Leistung (und damit die Zugehörigkeit zur Leistungsträger-Elite) erfolgt in seiner (und nicht nur in seiner) Welt anhand des erhaltenen Einkommens. Ob und inwieweit dahinter wirklich Leistung steht und der gezahlte Betrag überhaupt gerechtfertigt ist, wird gar nicht erst in Zweifel gestellt.
Wie tief die Kluft auch bei Sarrazin zwischen eigenem Reden und Handeln ist, beweist auch der folgende Punkt. Sarrazin äußerte sich 2008 (in Bezug auf einen Mindestlohn) so, dass er “jederzeit für 5 Euro arbeiten gehen” würde. Diese Absichtserklärung gilt dann aber doch wiederum nicht für ihn selbst. Er setzte nach seinem Abtritt als Bundesbank-Vorstandsmitglied 2010 eine sogar um 1.000 Euro erhöhte Pension von 10.000 Euro durch. Witzigerweise unter Vermittlung des damaligen Bundespräsidenten Wulff.
Dieser gesamte Zusammenhang wurde in den öffentlichen Sarrazin-Diskussionen der letzten Jahre viel zu wenig beachtet. Er wurde zwar, zurecht, wegen seiner reichlich “eigenwilligen” biologistischen Betrachtungsweise kritisiert, die aber dahinterstehende eigentliche Problematik seines Nützlichkeitsrassismus blieb meistens unbeachtet.
Und unter dieser Prämisse steht selbstverständlich auch Gauck in einer Linie mit Sarrazin. Seine “Freiheit mit Eigenverantwortung” zielt in die exakt gleiche Richtung Er wählt dafür nur ein wenig andere Worte. Es ist dieselbe “rohe Bürgerlichkeit”, die sich den selbsternannten Eliten andient und dabei die Bevölkerung, erst recht den ins gesellschaftliche Abseits gedrängten Teil, abschätzig betrachtet. Insofern wiederhole ich meine Feststellung zu Gauck nochmals:
“Ein Bundespräsident sollte integrativ wirken. Gauck hingegen wirkt exkludierend. Schon allein deswegen erfüllt er ein ganz wichtiges Kriterium eines BP nicht einmal im Ansatz.”
Diejenigen, welche ihn nun als Bundespräsidenten vorgeschlagen haben und ihn auch wählen werden, haben dies in vollem Wissen um diesen Punkt getan. Die Bundespräsidentschaft Gaucks wird, sofern er keine grundlegende Kehrtwende hinlegt, das Auseinanderdriften der Gesellschaft noch weiter befeuern.
@ Lutz Hausstein
Herzlichen Dank für die ausführliche und bedenkenswerte Reaktion.
“Nützlichkeitsrassist”, den Ausdruck merke ich mir. ;-)
Natürlich ist S. nicht der einzige, würde er sich so äußern wie sein Verteidiger Dohnanyi, wäre es “tischfeiner” (Helmut Schmidt).
Ob sie nun Clement, Westerwelle, Oswald Metzger, oder wie Gaucks Atlantikbrücken-Freund Friedrich Merz heißen, oder wie auch immer, zahlreiche ihrer Äußerungen und Publikationen könnte man daraufhin abklopfen, und zahlreiche “Qualitäts-Journalisten” sollte man nicht außen vorlassen – und dann landet man ganz schnell bei der Heitmeyer-Studie.
Mit anderen Worten: Marktkonforme Menschenbehandlung – passend zur Ideologie.
Wo würde Sarrazin in Sarrazins “Nützlichkeitsskala” mit DIESER Glanzleistung landen, mit der er auch noch vor der FDP ausgiebig geprotzt hat? ;-)
„Als Bundesbanker war die Arbeit der Woche nach eineinhalb Tagen dienstagmittags getan“, erzählt Sarrazin, weiterhin ohne sich zu regen. „Am Montag gibt man Anweisungen und bereitet sich ein bisschen vor, am Dienstagvormittag diskutiert man intelligent in der Vorstandssitzung mit und am Dienstagnachmittag fragt man sich, was man den Rest der Woche tun soll.“ Also habe das Buch plötzlich große Fortschritte gemacht. ”
Nochmals Dank für die interessanten Ausführungen.
Grüße
Von daher habe ich mir ja auch den Begriff der “rohen Bürgerlichkeit” entliehen.
Da er (und eben nicht nur er) “Leistung” darüber definiert, wieviel jemand bekommt, ist seine Gleichung ganz einfach: Er ist nicht nur “sein” Geld bei der Bundesbank wert gewesen, sondern er war so gut, dass er die dafür notwendige Arbeit in schlappen anderthalb Tagen “weggearbeitet” hat. Quasi, der Leistungsträger der Leistungsträger. Der Allerbeste der Allerbesten.
Dass jeder Andere sofort entlassen worden wäre, wenn er zwei Drittel seiner Arbeitszeit für private Aktivitäten genutzt hätte, ist ihm dabei niemals in den Sinn gekommen.
@ Lutz Hausstein
“Er ist nicht nur “sein” Geld bei der Bundesbank wert gewesen, sondern er war so gut, dass er die dafür notwendige Arbeit in schlappen anderthalb Tagen “weggearbeitet” hat. Quasi, der Leistungsträger der Leistungsträger. Der Allerbeste der Allerbesten.”
Oh ja, diese Typen sind Leistungsträger-Genies. Warum? WEIL SIE ES SIND!
Sozusagen GENETISCH bedingt! ;-)
Da hätte ich auch selbst drauf kommen können, ich Dummerchen… ;-)
“Dass jeder Andere sofort entlassen worden wäre, wenn er zwei Drittel seiner Arbeitszeit für private Aktivitäten genutzt hätte, ist ihm dabei niemals in den Sinn gekommen.”
Tja das ist im Persönlichkeitsprofil so angelegt, daß sowas Profanes für sie nicht gilt, sonst wären sie nit ON TOP!
Grüße und schönen Tach
In diesem Zusammenhang würde ich gerne zu der (mitlerweile) Vielzahl an Studien, die den [finanziellen] Eliten Empathielosigkeit nachweisen auch gerne mal eine sehen, welche untersucht (hat), ob dies bereits bei Neureichen direkt der Fall ist oder sich eine Empathielosigkeit vielleicht erst über Anpassungen an das “altreiche” Umfeld hinsichtlich des familiären Umgangs miteinander, also über mehrere Generationen hinweg, langsam entwickelt…
Welcher Rasse gehören eigentlich diejenigen an, die immer gleich ihre Rassismus-Keule schwingen?
Hallo Lutz Hausstein,
so sehr ich deine Kommentare schätze aber jetzt geht es in diesem Artikel um (höchstwahrscheinlich) den nächsten BP und nicht um Sarrazin (der es sicherlich auch nicht verdient hat). Denn da machst du das nächste Fass auf. Außerdem glaube ich, dass der Mann mental viel einfältiger ist als wir alle glauben….die Zukunft wird es zeigen…
@ Schweigsam
Ausgangspunkt war der Disput zw. “Sukram” und mir, ob Gaucks “Mut”-Lob für Sarrazin berechtigt war – ich bestreite das.
Lutz Hausstein hat hier einige mE erhellende und hilfreiche Ergänzungen zum Herrn S. gemacht, er hat also kein “nächstes Fass” aufgemacht.
Ob Gauck einfältig ist oder nicht wird sich idT weisen – nur: Ist das relevant?
Er wird mit Sicherheit einigen Schaden angerichtet haben, bis ihm diese mögliche Eigenschaft auf die Füße fällt – leider steht das Phänomen Gauck
nicht nur für die Person Gauck, sondern eben auch für alle die, die ihn wollen, und deren politischen Freunde. Und da gehe ich sowohl mit Platta als auch mit Haustein konform.
Grüße
Nicht Gauck war gemeint, vielmehr Sarrazin.
Und er ist nicht einfältig, sondern einfältiger als wir denken.
Aber ich wollte mich da auch nicht einmischen.
Gruß
Wenn man der Ansicht ist, dass der Bundespräsident ein überbezahlter, überversorgter Grüßaugust ist, dessen politische Bedeutung, mit oder ohne Rednerqualitäten, gegen Null tendiert, muss man sich für diese belegbaren Tatsachen m. E. weder verteidigen noch entschuldigen. Von den früheren Präsidenten wird gelegentlich gesagt, sie seien gut oder gar sehr gut gewesen. Die Belege dafür sind eher dürftig, denn zu fast allen wird ledglich ein Ereignis vorgetragen. Einer der Präsidenten, Richard von Weizäcker, hat offenbar relativ spät verstanden, dass der 8. Mai 1945 das Ende eines von Deutschland ausgehenden Krieges markiert. Ein anderer wollte, dass ein Ruck durch Deutschland gehen möge. Wobei ziemlich unklar blieb, was das bringen sollte, wie und wann geruckt werden würde und warum das nur mit Verzicht zu schaffen sein sollte. Ein Dritter wird häufig wegen seiner Sangeskraft gelobt. Ich würde für einen Bruchteil dessen Altersversorgung ganze Arien schmettern bis die Duschwanne zittert und die Nachbarschaft die Polizei ruft. Ein Vierter wollte sich Deutschland erwandern, konnte aber seine NSDAP- und SA-Mitgliedschaft nicht mit dem Staub der Strasse abschütteln. Der Vorgänger des Vorgängers des jetzigen Kandidaten tat sich damit hervor, beleidigt zu reagieren, als man ihn darauf hinwies, dass der Präsident zwar für’s reden bezahlt werde, damit aber nicht gemeint sei, er dürfe die Wahrheit sagen oder besäße die Lizenz für Geplapper über militärische Einsätze zur Wahrung deutscher Interessen.
Der Nachfolger dieser beleidigten Leberwurst konnte oder wollte keine Chance auf Teilhabe am großen Geld auslassen. Er war zwar an sich nicht korrupter als der Rest seiner politischen Spießgesellen, fiel aber mit besonders ungeschickten Nehmerqualitäten auf, die letztlich die Interessen der anderen Gierhälse im Politizirkus gefährdete. Diese Interessen sollen nun durch die Wahl von Herrn Gauck besser gewahrt werden. SPD und Grüne, die Kandidatenmacher, denen man unterstellt, sie hätten mit den politischen Ansichten des Herrn nichts am Hut, was aber ziemlich sicher gelogen ist, versprechen sich von der Kandidatur die Teilhabe an der Macht ab 2013. Dumm für beide, dass nur einer von ihnen den Platz an der Seite von Frau Merkel einnehmen wird. Mindestens eine dieser Parteien wird sich dann verrechnet haben und blöd aus der Wäsche gucken, deren Wähler, wie auch die des erfolgreichen Betthupfels, sowieso. Die FDP, seit der letzten Wahl marginalisiert und so gut wie tot, – nicht wenige sagen ja “endlich!”, – erhofft sich von der Unterstützung des Ex-Kanzelpredigers die Abwendung der Bedeutungslosigkeit. Der CDU/CSU ist der Kandidat von Springers Gnaden im Grunde recht, auch wenn man sich erst ein bischen zierte. Schließlich unterstützt der Mann geradezu rückhaltlos die Politik der Regierung. Kein Wunder also, dass man sich den nicht schlecht reden lassen will, in keiner Partei. Wer auf künftige Ministerweihen hofft oder Figuren mit Nazivergangenheit an die bestbezahlten Fleischtöpfe der Nation bittet, lässt sich durch Kritik, ob berechtigt oder nicht, die Freude an einem Beinahe-Widerstandskämpfer sicher nicht nehmen.
Diese Überhöhung früherer Bundespräsidenten, um dann als Kontrast die Verfehlungen des Herrn Wulff herauszustellen, halte ich für heuchlerisch. Allerdings sehe ich keinen vernünftigen Grund, Herrn Gauck die Eignung für das Amt des Bundespräsidenten abzusprechen. Wird er gewählt, ist er Bundespräsident und wird entsprechend bezahlt bis an sein Lebensende.
wieso komme ich nicht in den kommentarbereich dieses artikels? wenn ich die hauptseite öffne, dann sind jede menge kommentare angegeben, klicke ich aber auf ‘kommentare anzeigen oder einen einzelnen kommentar in der rechten seitenleiste oder auch auf den artikel selbst, dann sind keinerlei kommentare mehr sichtbar, abrufbar oder sonst was.
und jetzt sind sie alle da! wtf???
Ging mir, wie anderen, auch so – nach Eingabe eines eigenen Kommentars waren schlagartig alle anderen da.
Grü0e
bug —> feature?
um die information darüber zu komplettieren. bei mir ist das phänomen komplett os-unabhängig und browser-unabhängig aufgetreten, sprich, es ist wohl ein wordpress dingens. s.o.
@ „Aus dem Zusammenhang gerissen“: ein gerissenes Argument
@ Ehre, wem Ehre gebührt
Wie langweilig muss es einem eigentlich sein, sich über die Beiden das Maul zu zerreissen?
Wenn es echt nichts wichtigeres mehr gib, schlaf ich völlig entspannt ein; entschlafen. blabla, grummelgrummel, pitschi püüüüüh.
Na-Ja, er lässt sich mit den Geschwistern Scholl vergleichen, Geschichtlich gesehen ist das bezeichnend für jemanden wie Gauck, alleine die Bedeutung die er zulässt?, zeugt vom Wesen des Pastors. Wer sich in Geschichte auskennt wird graue Haare bekommen angesichts dieses Vergleichs..
Ja? Das ist mir neu, mag sein. Klar ist Gauck peinlich. Das war Wulff auch schon vor Amtsantritt. Danach wurde es still – und dann wurde er gegangen. Gauck ist ja noch nicht Bundespräservativ – und weder diese noch andere Diskussionen werden ihn als solchen verhindern.
Dieses Land bekommt, was es verdient.
Mir scheint: Blogs sind
(@ Mod: Zitat als solches kenntlich gemacht :-))
.
Die Diskussion lohnt sich alle male?, eine gewisse Phobie macht sich breit. Könnte von Vorteil sein? Denke irgendwann kommen die an diesem Informationsmittel nicht mehr vorbei? Hoffentlich?
Mod, der auch Zitate Kenntlich macht.
http://www.sueddeutsche.de/politik/verabschiedung-des-ex-bundespraesidenten-spd-haelt-zapfenstreich-fuer-wulff-fuer-unangemessen-1.1300127
was werden die bei Gauck machen?, gehen die gar nicht erst hin?
Zapfenstreichstopp, sogar Altbundeskanzler Schmidt schleicht sich raus….
Ja, gut. Nun ist man sicher einmütig gegen das große Zapfenstreicheln – doch wer wollte Wulff Personenschutz verweigern? Wer, wenn nicht Wulff, hätte dafür Bedarf?
Kleiner Streich eben, muss er mit kleinerem Auto vorfahren und es wird auch nur für ne a cappella Combo reichen?
Seit ca. 15 Uhr wird die Anzahl der Kommentare angezeigt, aber nicht die Kommentare.
SF ist informiert, aber……..
WENN EIN KOMMENTAR GESCHRIEBEN WIRD, WERDEN DIE Kommentare ANGEZEIGT.
Etwas stimmt nicht.
Ich frag mal nach, thanx!!
Ich kann das Problem leider nicht replizieren. Ein anderer Leser schrieb mir, dieses Probleme tauche “nur” bei Linux auf, nicht aber bei MacOS. Ich habe MacOS. Ich habe aber schon meinen Technikern bescheid gesagt, bin jedoch absolut ratlos.
MacOS????
:jetzt ist’s raus: ein skrupelloser, assozialer Menschenschinder und Sklavenhalter. Hättest Du’s doch für Dich behalten ;)
Was wird fefe nun von Dir denken?
Seh´s mal so: Da ich weder Pannen-Windows noch Frickel-Linux habe, habe ich wenigstens genug Zeit, mich produktiven Dingen zu widmen ;-) Dafür habe ich eklatante Wissenlücken über Viren, Backdoors, Bluescreens und den ganzen Treiber-Frickel-Krams ;-)
Ja, weis ich. Seh’ ich auch so.
Und: Sehr elegante Antwort.
Linux: leicht zu installieren – schwer nutzbringend zu verwenden.
(Leider, denn Apple macht mir nun schon auch so langsam zunehmend Kopfschmerzen. Ich würde gern zu Linux wechseln, doch das geht nicht für mich, denn ich möchte mit dem Computer arbeiten, nicht daran. (alter Windows-Spruch))
Schon mal vom Konzept Security by obscurity” gehört? Das funktioniert auf Dauer nicht :-). Apple hat es sich sogar mal erlaubt, die Updateserver ohne Authenzitätsprüfung zuzulassen – das hätte sich MS mal erlauben sollen. Das Geschrei hätte man (zu Recht) wirklich überall gehört.
Und “sicher” ist OSX auch nicht. Mal davon abgesehen, dass es durch Apples Datensammelwut ein viel besserer Ansatzpunkt wäre, die Apple-Server und Hoster zu hacken, anstatt sich mühsam mit dem Client abzumühen :-).
@ schwitzig
das könnte unter dem Aspekt “demokratische Informationstechnologie” o.ä. mal ein interessanteres Thema sein.
Vielleicht lässt sich fefe ja gewinnen dazu einen spannenden Aufmacher zu texten? Natürlich in handgeschriebenem html – denn mehr bietet Linux ja nicht in Bezug auf kreative Gestaltung – hier bezüglich Websites :-)
Bezüglich Videobearbeitung sieht’s mindestens genauso düster aus.
Linux ist eben ein reines Konsumentensystem. Ein wenig Textverarbeitung in OpenOffice, ein wenig im Web browsen. Das war’s. Mehr ist nicht.
Genug gefrozelt???
Was habt ihr alle mit Pannen Windows.?
Meins läuft wunderbar.
Der grösste Störfaktor sitzt immernoch vorm Monitor. ;-)
Darstellungsprobleme sind aber meistens Browserbezogen,da hat Windoof MEIST nix mit zu tun.
Mfg
@Schwitzig
Mag ja alles sein. Das größte Sicherheitsproblem sitzt ja eh immer vorm Bildschirm. Was nützt mir aber ein super-duper-sicherers Linux, wenn ich damit nicht arbeiten kann? Für IT-Profis ist das sicher was ganz dolles. Für normale Nutzer, die einen Rechner als Werkzeug sehen, jedoch nicht. Ich will nicht wissen, was ein Kernel ist. Ich fahre auch Auto und weiß nicht, wie eine Kurbelwelle funktioniert – warum auch, es reicht, wenn der Hersteller und die Werkstatt das wissen.
“Was nützt mir aber ein super-duper-sicherers Linux, wenn ich damit nicht arbeiten kann? Für IT-Profis ist das sicher was ganz dolles. Für normale Nutzer, die einen Rechner als Werkzeug sehen, jedoch nicht. Ich will nicht wissen, was ein Kernel ist.”
Es gibt eine kostenlose Virtualisierungslösung u.a. für OSX :
https://www.virtualbox.org/
Damit kann man dann Linux (oder Win) unproblematisch ausprobieren,
für “normale User” wäre z.B. LinuxMint 9 sehr empfehlenswert.
@Spiegelfechter schrieb am 6. März 2012 at 09:23
Ja ganz genau! Das was du beschrieben hast geht über das Fassungsvermögen einiger Techniker hinaus.
Außerdem was sind die letzten Worte eines Technikers:
“Was’n das für’n Kabel da?”
Off Topic:
Dann würde ich von Apple aber ganz schnell die Finger lassen, schließlich reden die auch von einem solchen, sogar von “kernel panic”: http://support.apple.com/kb/TS3742 :)
Wie kommst Du darauf, man könne mit Linux nicht arbeiten? Was ist schwer daran den Browser, ein Mailprogramm, einen Kalender, eine Textverarbeitung, eine Grafikbearbeitung oder anderes Programm unter Linux zu starten und zu benutzen? Das ist nicht komplizierter als unter OSX oder Windows. Das Einzige, was bei Linux komplizierter ist: man muss sich entscheiden. Windows und OSX Nutzer haben die Wahl, ob sie eine alte Version nutzen oder auf eine neue umsteigen. Neben dieser Wahl müssen sich Linux-Anwender zusätzlich für eine Distribution entscheiden und ggf. einige ausprobieren. Wen diese Freiheit schon überfordert, der mag bei OSX oder Windows bleiben.
NB: Apple ist m. E. der Prototyp des künftigen PC und Softwareanbieters: man darf an seinem eigenen Gerät praktisch nichts ohne die Einwilligung des Herstellers tun/ändern. Dieser Trend verheisst nichts Gutes; sich der Entmündigung zu verweigern ist m. E. notwendig. Das heisst ja nicht, dass man sich mit Interna des OS, von Anwendungen oder der HW auseinandersetzen muss. Aber man könnte es, wenn man es denn will.
@ M. Boettcher
Ich weis ja nicht, ob man das hier diskutieren soll oder darf. Daher nur ganz kurz: Vor einem Jahr gab mein alter Mac den Geist auf. Ich wäre gerne auf Linux umgestiegen und habe mir auf einem Windows-Notebook, welches ich sonst nur für ein sehr spezielles Programm brauche, welches der Hersteller nicht für andere Systeme anbieten will (KNX/EIB/ETS), zusätzlich Ubuntu installiert. Das ist alles sehr einfach. Allerdings habe ich weder für Website-Erstellung noch für Videoschnitt überhaupt ein Programm gefunden, welches meinen Erwartungen entspricht. Auf dem Mac verwende ich Sandvox und FinalCut. Wenn ich schon etwas lese wie Videoschnitt per Terminal-Kommandozeile bekomme ich starke Zweifel. Es gibt eine Menge Programme für Ubuntu welche das gewünschte bewerkstelligen können sollen, doch wenn man genauer hinsieht ist es nicht mehr als ein rudimentärer Versuch, irgendwie prototypenhaft, keinesfalls zu produktiver Arbeit geeignet.
Nach einigen Installationen erkannte Ubuntu dann plötzlich keine USB-Sticks mehr. Damit wandte ich mich ab und biss in den sauren Apfel (einen neuen Mac zu kaufen).
Ich werde es mir immer mal wieder ansehen. Es entwickelt sich ja – vielleicht ist es eines Tages so weit, wirklich nützlich zu sein.
@SF
Gar nichts – ausserdem sind die gängigen Linux-Distributionen mitnichten “sicherer” als ein normal konfiguriertes Windows.
Ich wollte eher darauf hinaus, dass eine eingebildete Sicherheit gefährlicher als eine paranoide Grundeinstellung ist.
Grundsätzlich gibt es bei den derzeitigen hochkomplexen Gebilden kein sicheres System – es gibt nur Wahrscheinlichkeiten.
Der Typ vor dem Rechner ist übrigens natürlich auch ein Sicherheitsrisiko, jedoch mittlerweile ist er es weniger als das, was das Betriebssystem ohne sein Wissen anstellt.
Bis die Strompreise derart angezogen sind, habe ich sogar zu Hause sämtlichen Traffic nur über selbstgebaute Firewalls, Squidproxies, OpenVPN-Tunnel und IDS laufen lassen und es ist wirklich erstaunlich, was da alles passiert. Bei ausnahmslos jedem OS. Und das auch schon bei services und demons, die nichts falsches machen, sondern nur im Rahmen ihrer Funktionalität arbeiten. Seltsam wird es dann auf der Ebene extern Applikationen, die man “braucht”. Das grenzt teilweise schon an Hausfriedensbruch.
Wie auch immer – für geheime oder wichtige Daten sollte man entweder Rechner benutzen, die keinen Netzkontakt haben können oder sie auf Papier notieren. Für ca. 90% der heutigen Nutzer von Rechnersystemen sollte die Nutzung ihrer Systeme derzeit unbedenklich sein, jedoch halte ich es für sinnvoll. wenn man sich im Klaren ist, dass es bei einem erreichbaren System keine absolute Sicherheit geben kann.
Wer weiss schon, welche Regierung wir in 10 Jahren haben?
Der langen Rede kurzer Sinn: Vertraue Deinem Rechner nicht. Egal welches System dort läuft. :-)
@alter Sack
Eines vorweg: Ich arbeite seit 1995 mit diversen Linuxen. Aber auch heute noch halte ich Linux als Endusersystem für unausgereift und zwar in der Form, dass Windows XP/7, MacOs und OSX einfach ergonomischer und effektiver – teilweise qualitativ sogar höherwertiger – als die größeren Linuxdistributionen sind. Was nicht unbedingt die Schuld der Entwickler ist.
Als Server-OS nutze ich es nach wie vor für viele verschiedene Zwecke, da´es dort seine wirklichen Stärken hat und in vielen Belangen Windows um Jahrzehnte voraus ist, bzw. es von Apple oder MS noch nicht einmal ein Konkurrenzprodukt gibt.
Die Serverdienste, die von MS einfach besser sind oder keine nutzbare Linuxentsprechung haben, nutze und lizensiere ich von MS.
Sorry – das ist aber eher Polemik. Enduser-Distris wie Ubuntu oder die nutzbare Variante Mint-Linux sind durchaus für die gängigen Nutzungszwecke verwendbar. In manchen Aspekten zwar etwas hakeliger aber die Kommandozeilenklamotte hat sich bei diesen Distributionen größtenteils erledigt.
@ schwitzig
Das ist nichts als Polemik. Daher sprach ich ja auch von “frotzeln”. Dennoch halte ich es auch für wahr. Jemand der produktiv, und nicht nur konsumierend, mit einem Rechner arbeitet, kann zum Beispiel eine zuverlässige und möglichst automatische Datensicherung nicht entbehren. Ich bin ja nun kein Laie. Erster Selbstbaucomputer 1973 (Elektor SC/MP), später MC68000, Programmiererfahrung unter CP/M, BS2000, SINIX, Windows (3.11 … XP), MacOS; Maschinensprache (sedezimal eingetippt), Basic, BS2000-Assembler, C, C++, Java, diverse Kommandosprachen (auch UNIX-Shell), Datenbanken, …
Nun versuchte ich mich also unter UBUNTU daran, eine automatische Datensicherung auf eine Netzwerkplatte in Gang zu bekommen. Dabei lernte ich die Community etwas kennen – nette Leute! Allerdings fühlte ich mich nach kurzer Zeit sehr an “Asterix bei den Schweizern” erinnert – die Scene mit dem halben Dutzend Ärzten (“Man muss ihn zur Ader lassen!”, “Er muss geschröpft werden!”, “Nein, ihr Diletanten, das wäre sein sicherer Tod!”).
Ich habe meine Kenntnisse hier nicht skizziert, um irgendwie zu glänzen, sondern lediglich um verständlich zu machen, dass ich es über habe, mich mit technischen Internas beschäftigen zu müssen. Ich habe mich mal dafür begeistert. Nun nicht mehr. Ich will einfach nur ein User sein, dessen Computer das tut, was ihm nützlich ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe heute andere Interessen, als den Dump zu diagnostizieren.
BTW: Ich fände dieses Thema unter sozial-demokratischer Sicht wirklich mal sehr interessant.
Alles Zuse, kein Problem!!
Zur Info-Ergänzung: Das Problem tritt hier bei Win7 und XP bei Firefox und IE, und NUR bei DIESEM Blogartikel auf, alle früheren Texte sind auch bei Cache-Löschung samt Kommentaren aufrufbar.
Grüße
K – vielleicht sind irgendwelche Formatierungsfragmente im Text, die als Tags erkannt werden? Ich schau mal nach.
Ich schalte mal probehalber das Cache-System aus. Gib mir bitte ein Feedback.
Das Problem mit der radikalen Linken ist und bleibt: Haben sie einmal die Macht, schreckt sie vor praktisch nichts zurück, um sie mit allen Mitteln zu behalten.
http://devilsexcrement.com/2012/03/04/capriles-visit-in-caracas-disrupted-by-armed-chavista-thugs/
… euer Opfergehabe läßt mich schmunzeln ;-)
Man ersetze “Linke” durch “Rechte” oder “Neoliberale” oder Islamisten” oder “Männer” oder “Frauen” oder “Menschen” oder … – ändert sich da was am “Wahrheitsgehalt” der Aussage? Radikal ist radikal und Macht bleibt Macht und damit auch der Wille zum Machterhalt und die entsprechenden Mittel dafür. Ich suche nach dem Sinn der Aussage, ich bin wohl zu dumm ihn zu finden ;)
Eben. Für die radikale Linke ist es ein “gesunder Wille zur Macht”. Aus eurer Sicht “schwache” christliche oder sozialdemokratische Parteien lassen oppositionelle Parteien zur Wahl zu, ohne dass – wie in Venezuela – die revolutionäre “Elite” offen mit Schusswaffen Wahlkampf-Veranstaltungen der Opposition attackiert.
Kein “Wille zur Macht” ist “gesund”. Wenn man jedoch einmal durch sie korrumpiert ist, dann ist der Drang zum Machterhalt so natürlich wie die Luft zum Atmen. Und für den die Macht alleine nicht zur Korruption bereits ausreicht, für den gibt es immer noch andere Währungen, um ihn zumindestens benutzbar zu halten. (Auch hier ist nicht zwangsläufig Geld gemeint, auch wenn es dem ein oder anderen “reichen mag”.) Machiavelli hat seine Bücher schließlich nicht einfach und ohne (Hinter-)Grund aus dem Ärmel geschüttelt.
Auch solltest Du nicht unbeachtet lassen, daß wir hier in den “westlichen Demokratien” ein Beziehungsgeflecht vor uns haben, welches von den Eliten über Generationen und mehrere Weltkriege hinweg gepflegt und gehegt wurde. Spätestens seit der Industrialisierung hat sich die familiäre Zusammensetzung der über dieses Gepflecht gepflegten Netzwerke nur recht marginal verändert, was ebend auch daran liegt, daß Oppositionen, welche nicht bestochen werden können, entweder kleingehalten, oder aber anderweitig kontrolliert werden. Wenn wir es dann doch mal erleben sollten, daß hier bei uns eine nicht kontrollierbare Opposition zur für das Gepflecht bedrohlichen Größe heranwächst, dann kannst Du auch hier einen Machterhalt durch Waffengewalt (bzw. der offenen Drohung damit) erwarten.
Erinnerst Du Dich an die Zeit, wo die Polizei mit Maschienenpistolen rumgelaufen ist? Ist garnichtmal so lange her. Ok, es wurde nicht damit geschossen (und somit Niemand verletzt – Hätte by the way gerne noch die ein oder andere alternative Quelle zu den Ereignissen aus Deinem Link. Die verlinkte Seite ist dann zu deutlich Neocon, als daß ich ihren Aussagen alleine vertrauen könnte…) Doch es war doch eine ziemlich effektive Demonstration der Waffenungleichheit zwischen der Bevölkerung und der Staatsgewalt, wenn auch (wahrscheinlich) nie bewusst als solche erdacht gewesen.
Meiner Meinung nach ist die Dominanz einer jeden, wie auch immer gearteten Ideologie schädlich für eine Gesellschaft. Nur aus einer Dogmenvielfalt heraus kann der demokratische Weg zur goldenen Mitte gefunden werden. Werden die Dogmen einer Ideologie (, wie zur Zeit in der westlichen Welt geschehend, ) jedoch über alle anderen Lebensvorstellungen gestellt, dann ist als Potential im besten Fall noch der Erhalt des Status Quo möglich, bereits im Normalfall jedoch eine weitergehende Verschärfung gesellschaftlicher Imbalance gegeben. Eine Normalisierung und Rückkehr zu einem balancierten Zustand ist jedoch erst bei einer Abkehr von der Dogmenhoheit durch die diese derzeit vertretenden Eliten, bzw. ihrer Ablösung durch frische, neue Eliten möglich. (Bei den letzten Imbalancen ähnlicher Größenordnung brauchte es Weltkriege, um den Nährboden hierfür vorzubereiten. Eine Wiederholung möchte ich da eigentlich nicht so gerne erleben…)
Sollte eine neue Elite hochkommen, so kann diese dann jedoch kaum ihren Machtanspruch durch Tradition legitimieren. Auch in dem Fall wird diese andere Mittel finden müssen, sich gegenüber einer Opposition zu behaupten. Und da ein Beziehungsgepflecht, über das diese eingebunden oder zumindest kontrolliert werden kann, lange Zeit des Wachstums braucht und nicht einfach plötzlich da ist, wird die neue Elite wohl dann ebenfalls mit dem für jeden verständlichen Mittel der Gewaltpräsentation “argumentieren”. Und auch da spielt es dann keine Rolle, ob die Elitenbildung aus der linken, der rechten, oder auch nur der Ecke einer beliebigen, anderen Ideologie heraus erfolgt. Die gefühlte Notwendigkeit zum Machterhalt alleine ist schon ausreichend genug, daß es dazu kommt.
Ohne Frage: Nur die Wenigsten von uns, ob in den gegenwärtigen Verhältnissen nun echte Opfer seiend oder nur über die Ungerechtigkeit der Welt ausjammernd, werden dem Drang die Täterrolle einzunehmen standhalten können, sollte das Leben einen doch unerwarteterweise in eine Machtposition drängen. Und kein Einziger kann sagen, ob er zu diesen Wenigsten zählen wird, bevor er nicht durch die Ereignisse auf die Probe gestellt wird (, eher wurde). Von daher kann ich mich Frau Lehmann ihrer Aussage nur anschließen: “Ich suche nach dem Sinn” Deiner “Aussage” und “bin wohl zu dumm ihn zu finden” …
@ lemmy caution
Falsch. Für ALLE RADIKALEN! Und da radikal nicht gesund ist, ist auch der Wille zur Macht mit radikalen Mitteln nicht gesund. Was soll das denn heißen: “Aus eurer Sicht”? Weil “wir” so radikal sind, begnügen wir uns damit, hier zu kommentieren, oder was? Nette Vorurteile pflegst du hier.
@ Tidaltree
Recht hast du. Ob Macht korrumpiert, hat viel mit persönlicher Charakterstärke zu tun und mit praktizierten Machtstrukturen, die erlebt werden. Offensichtlich spielen Einstellungen und Überzeugungen bei unseren Macht”eliten” kaum noch eine Rolle. Wie lautet das Sprichwort? >Wenn du wissen willst, welch ein Mensch jemand ist, gib ihm Macht< oder so ähnlich…?
Feddback: Nach Neustart und Cachelöschung tritt der Fehler hier nicht mehr auf “Pannen-Windows7″ auf – der Doktor war wohl erfolgreich? ;-)
Grüße
PS: “Pannen-Windows” … Ph …(Na gut, für XP stimmts leider … )
Der Fehler tritt bei Windows7 nicht mehr auf.
Alle Kommentare werden einwandfrei angezeigt.
Nur schon die verneinung “man wolle die alte DDR nicht zurück” dürfte wohl so manche konstruktive Alternative im Keim ersticken denn so viele Alternativen gibt es nicht. Ist es nicht so das die gegenteilige Behauptung, also das kritikbefreite glorifizieren aktuell gültiger Gesellschaftssysteme auf zahllose Irrwege führt und man sich am Ende in eine Ecke hereinreden lässt aus der man nicht mehr rauskommt?
Das war schon mal.
Erinnert sich noch jemand an die Anfänge von der glorifizierung liberaliserter Märkte und deren (angeblich) inherenter und intelligenter Selbstheilungskräfte die schliesslich nur zum Wohle aller Enden…
die X 1000 Varianten und Druckmittel die nötig waren um die Leute auf der Strasse davon zu überzeugen.
Zu überzeugen das die privatiserung von Gemeineigentum am Ende besser sei für alle.
Das Steuersenkungen für Reiche am Ende besser sind für alle.
Das indirekte Steuersysteme gerechter sind als direkte.
Das FlatRateTax Systeme gerechter sind als progressive.
Das die Arbeitslosen einfach nur zu faul und dumm sind.
Das wir alle länger arbeiten müssen weil kein Geld mehr da ist.
Das…
Hier und heute ist eben genau nicht alles gut, genauso wenig wie das in früheren Gesellschaftssystemen der Fall war. Aber eben, nicht alels war schlecht, nicht alles war gut. Weder hier noch dort, weder heute noch damals.
Wenn man aber einem gauck so quasi ungehindert alle möglichen Aussagen machen lässt so ist das eine glorifizierung von Dingen die für mehr und mehr Menschen unerträgliche Konsequenzen haben.
Es bleiben leider nicht beliebig viele Alternativen übrig… am Ende werden wir uns wohl “dazu herablassen” müssen Teile von bereits beerdigten Gesellschaftssystem wieder zu übernehmen und die Argumentation dafür nicht nur hinter vorgehaltener Hand zu verbreiten wärend die Gegenseite alles mögliche verbeiten darf.
Von daher darf eben auch keine Alternative, keine Forderung in dunkle Keller gestossen werden um diese so dringend nötiger und breiter Debatten zu entziehen…
Machen sie Zitate als solche auch Kenntlich! Mit Quellenangabe, Danke!!
ja aber das habe ich selber geschrieben. das sind also meine eigenen worte.
Respekt?! Dann ists ja ok, dachte es wäre Rosa Luxemburg? Dann bitte mehr davon!
Moin,
sehr schöner Text. Witzig, scharfzüngig. Ich wage zu behaupten, dass sogar Paul Panther, Theobald Tiger, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel ihre Freude dran gehabt hätten.
Danke….
Sicher darf ad hominem nicht Teil einer Diskussion sein und pauschal einfach mal pöser Kommunist zu rufen trägt nichts bei. Das Problem ist aber, dass es bei diesem Thema doch zumeist zutrifft, womit sich jegliche weitere Diskussion eh erübrigt hat. Ola ist das perfekte Beispiel hierfür. Ola bezeinet sich ja selbst als als ewig gestrig.
Die ganze Hartz IV Diskussion ist nur vorgeschoben, denn im Sozialismus gäbe es ja keine Arbeitslosen. Es geht also nicht um legitime Kritik, da es ja am Ende nur darum geht genug Stimmen zu bekommen um das ganze System abzuschaffen.
Das lustige ist ja:
http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/78832-thesen-so-still.html
Du stimmst mir zu, dass es erstens das Problem, der DDR “Nostalgie” massiv innerhalb der LINKEn gibt und zweitens, dass meine Annahme völlig richtig ist, dass die ganze Hartz IV Diskussion eine Lüge ist, da du ein System wünscht, in dem jeder einen Job hat.
Also, ich verstehe durchaus, dass für viele Gauck nicht akzeptabel ist und, dass sich viele ein anderes Arbeitslosengesetz wünschen und das kann ich respektieren. Die LINKE hingegen stellt sich gegen ein Euro Jobs, steht aber für eine Wirtschaftsordnung in der jeder gezwungen wird zu arbeiten zu einem Lohn, der vom Staat beliebig festgelegt wird. Fucking Hypocrits!
Gauck hat was von jemanden, der gerne mitredet aber sich nur sehr ungern einliest, deshalb bleibt er bei allem wischiwaschi der “perfekte Präsident” …. ohne mich groß mit Gauck beschäftigen zu wollen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-gespraech-von-die-leute-muessen-aus-der-haengematte-aufstehen-1.1288292-5
Der “aus dem Zusammenhang” gerissen Vorwurf scheint sich doch zu bestätigen zumindest im Bezug auf Sarrazin.
Bei Occupy gebe ich Ihm recht. Das ist ein alberner Sauhaufen, ohne Ziele. Wirklich seit mitte November gibt es erst Arbeitsgruppen, die wohl irgendwann, irgendwelche Ziele die Wischiwaschiblabla sind herausbringen werden, falls es gut läuft, falls nicht, übernimmt Henkel den ziellosen Haufen und sie werden für den Hass marschieren. Das ist das Problem, wenn jemand wegen diffuser Gefühle, dass etwas schief läuft, auf die Straße geht anstatt sich vorher zu informieren. OWS war gut und richtig alles was danach kam waren fan boys. Jetzt kämpft hart links und hart rechts um deren Gunst mal schauen wer gewinnt.
Wem die Aufregung um Gauck noch nicht genügt, kann sich schon mal auf neues Futter für den hohen Blutdruck freuen:
http://docs.dpaq.de/353-koalitionsrundenergebnisse.pdf
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hurra-urheberrecht-im-internet-verbessert/
“”Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen.”"
Haha.
Dann nehmen die Suchmaschinen halt diese Zeitungen aus ihrer Suche raus,Problem gelöst.
Dumm,dümmer,Urheberrecht.
Das wird diesem Planeten noch das Genick brechen.
Wie so vieles andere.
Mfg
Wenn man diesen Hype so verfolgt, hat man den Eindruck, es gibt in Deutschland keine dringenderen Probleme als die Personalie Gauck!
Interessanter Artikel! Ich hatte neulich ganz ähnliche Gedanken:
http://revsrationalrants.blogspot.com/2012/02/gauckisierung-des-webs.html
Wie in dem Kommentar unterhalb ihres Artikels zu lesen ist, halte ich Gauck nicht für einen Grüß-August der Lust an Provokationen hat, ganz im Gegenteil und wenn sie schreiben das:
“Und seine Position im Hinblick auf Sarrazin? Es ist nur so ein Gefühl, aber wenn man sich anschaut, in welchem Verhältnis positive und negative Kritik in Gaucks Äußerungen stehen, kann man sehr wohl erahnen, wie er darüber denkt. Gauck versucht, was ja eigentlich auch gut für einen Präsidentschaftskandidaten ist, sich stets neutral, aufgeklärt und sachlich zu geben. Dies gelingt ihm in vielen Fällen jedoch nicht, und seine persönlichen Ansichten werden durch den emotionalen Einsatz von Sprache zunächst schemenhaft umrissen und dann durch “Kraftausdrücke” unterstrichen.”
http://revsrationalrants.blogspot.com/2012/02/gauckisierung-des-webs.html
denke ich das er sich gar nicht Neutral, Aufgeklärt oder Sachlich geben kann?, das geht auch gar nicht bei seinem Verständnis von Demokratie? Das kann man nicht herbei zaubern wenn man es nicht gelebt hat? Oder versucht zu leben?, “wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing”!
Die Deutsche Eiche Gauck hat gestern in Schwerin anlässlich seiner Vorstellung im Landtag MV schon mal bundespräsidial gesagt, was er von seinen Kritikern hält.
Zitat OZ:
„Schwerin (OZ) – Manchmal genügen wenige Worte, um dauerhaft Eindruck zu hinterlassen. Joachim Gauck kann das. Er liebt das. Manchmal pointiert, manchmal pastoral, manchmal aufreizend selbstbewusst. So wie gestern Morgen. „Ein oder zwei Figuren sind gegen mich“, sagt der designierte Bundespräsident im Schweriner Schloss. Er sagt „Figuren“ — Gauck meint seine Kritiker im Osten. Ein bis zwei. Dieser Mann hat Nerven — und provoziert. Das bleibt hängen. …“
Kann man da etwas falsch verstehen?
Hätte der Redakteur das Synonymwörterbuch zur Hand genommen, hätte er für „Figuren“ auch „Arschgesichter“ gefunden.
Dieses Wort wird er sicher erst verwenden, wenn er gewählt ist! ;-)
Wenn diese Gauck-Äußerungen so gefallen sind, wie die OZ meldet, und woran ich keinen Grund sehe zu zweifeln, sind mit “Figuren” auch Leute wie Schorlemmer gemeint. Seine Durchlaucht, der Herr Pastor, sind wohl schon etwas siegestrunken, und lassen es ein wenig heraushängen?
Er merkt nichtmal im Ansatz, wie deutlich er durch solche Auftritte seine Nicht-Eignung unterstreicht.
Aber hier ist doch nur wieder etwas unzulässig und in böserböser Absicht aus dem Zusammenhang gerissen, und er meint das totale Gegenteil … ;-)
Grüße
gauck, c’est la merde!
aber er bietet sich perfekt als Projektionsfläche für eine lebensfeindliche Gesellschaft an, deren primäres Bedürfnis es ist, sich als das Gegenteil dessen zu imaginieren, was sie ist.
Das sind wirkliche Widerständler, und die werden real verfolgt, geschlagen, verachtet, ignoriert, vergessen, während feige verlogene überangepasste Figuren wie dieser eitle Pfaffe als Helden und Führer verehrt werden:
http://www.yesmagazine.org/peace-justice/pancho-ramos-stierle-nonviolence-is-radical
Gauck soll 1988 “Kirchentag von unten” verhindert haben
berichtet der “Freitag”.
Grüße
Gauck verstehe wer will. Ich halte diesen Mann für einen wunderbaren Trauerredner. Politisch halte ich ihn allerdings für gefährlich. Warum? Weil er für nichts steht, außer für die “Mächtigen” eines Systems.
Als Trauerredner wäre er ebenso Untragbar, anschließend weiß man womöglich gar nicht mehr wen man da gerade beerdigt? Da geht es bei Beate Klarsfeld schon Zielorientierter vor, z.B. schreiben springers Gnaden:
“Sollte Klarsfeld tatsächlich, wie von der Springer-Zeitung Die Welt kolportiert, auf der Honorarliste der SED gestanden haben, sei sie als Bewerberin für das höchste Staatsamt »völlig untragbar«,”
http://www.jungewelt.de/2012/03-10/026.php
ereiferte sich der gewichtige cdu Mann Gröhe über Frau Klarsfeld..!
Gaucks Sprache
Eine Gauck-Rede bedeutet definitiv dies. Oder explizit jenes. Oder etwas anderes, und zwar ausschließlich. Oder dies alles nicht, sondern das genaue Gegenteil, das aber absolut. Gaucks Sprechen sind Worte. Viele Worte. Das Sprechen macht Geräusche. Worte schweben dahin. Wohlig-wabernd frei – ist das die Freiheit, die Gauck meint? Sprache – leichter als Luft Gaucks Worte können fliegen, denn sie haben kein Gewicht. Sprache – ungebunden, sich selbst nicht festlegend, denn das wäre Unfreiheit, und das Gegenteil von Glück …
Inhalt kann vieles sein. Leere auch. Wichtig ist nicht, was Gauck sagt, sondern was man herauslesen kann. Oder hineinlesen. Man kann das GAUCKen nennen. Gaucks Sprache – Ein Markt der Möglichkeiten. Ist das der Markt, den Gauck meint? Der Markt, der Gauck die Möglichkeit bietet, Reden zu halten und Vorworte zu schreiben erfüllt Gauck mit Glück: In inhaltlicher Ungebundenheit schreibt und spricht er, was dem Auftraggeber gefällt, Worte des Dankes, da er ihm, Gauck, die Möglichkeit zur Äußerung eingeräumt, was nur ein Gauck,
dem märchhaften Glück der Freiheit anheimgefallen, wahrhaft zu würdigen weiß. Losgelöst – Schwebend – Fliegend – Ungebunden – Schwerelos – jeglicher Bodenhaftung unverdächtig – im besten Sinne ohne Substanz, also wahrhaft frei – das macht glücklich – GAUCKen.
Grüße
Durch Gauckileaks ist der vertrauliche, wenn nicht geheime, Text der Antrittsrede des neuen Bundespräsidenten unter dem alle überraschenden Motto „Freiheit, die ich gaucke“ schon vorzeitig enthüllt und veröffentlicht worden.
Werdende Mütter und Väter nennt eure Kinder, wenn es Jungen werden, Joachim!!!
Genau so stell ich mir das vor, Freiheit die ich meine.. es ist unglaublich aber er wird tatsächlich BP? Dann haben wir ja fast das komplette Politbüro, damals noch Inkognito, im Bundestag versammelt? Herr schmeiss Hirn!?
@ J.Endermann, des hob`i mir glai denkt?!
Gauck zum Internet:
„Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen. Dies gilt insbesondere für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in Artikel Fünf – eine wesentliche Grundlage unserer funktionierenden Demokratie – und es gilt letztlich auch für den Kernsatz unserer Verfassung, den Artikel Eins des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ ;-)
Grüße
Wie ist das eigentlich?
Hat schon jemand, der die Möglichkeit dazu hat, mal überprüft, ob sich die Präsidentschaftskandidaten für dieses Amt tatsächlich eignen? In den USA wird das vor der Wahl gemacht, wenn ich nicht irre. Bei Wulff war der Aufschrei groß, als die ersten Flecken auf der Weste sichtbar wurden: “Ja hat man denn da nicht hingesehen, bevor er gewählt wurde?”.
Ich meine ja nur: bevor der nächste nach eineinhalb Jahren vom Thron gestossen und mit allen Ehren, Sold und Zapfenstreich in den anstrengungslosen Ruhestand geht…
Wer hat den Menschen bisher finanziert?
Welche Kontakte pflegt er zur Wirtschaft (insbesondere Finanz- und Rüstung-)?
Welches Vermögen? Woher und wo?
Welche Auslandskontakte?
Vielleicht auch einen kleinen Test auf Verfassungstreue inklusive Gewissensprüfung (nein, nicht wirklich, über Letzteres sind wir ja schon weg(?)).
Ich sage ja nicht, diese Informationen sollten veröffentlicht werden. Hinschauen muss man aber schon mal. Jeder Taxifahrer braucht alle 5 Jahre ein sauberes Führungszeugnis. Doch der BP wird einfach so nach Gefühl ‘eingestellt’?
Vielleicht können ja die Geheimdienste mal kurzfristig die nötige Kapazität und Kompetenz zum Einsatz bringen ;-)
Wo Wünsche in Erfüllung gehen.
Immerhin teilweise.
Kleiner Nachtrag zu Gauck als “integrationsfigur” (gefordert) oder “Spalter” (befürchtet).
Hier behauptet jemand, dass Gauck gerade spalten soll:
und als Quintessenz das:
Na endlich hats mal jemand “gerichtet” :(
hier ganz zu lesen:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-er-muss-im-positiven-sinne-eine-zumutung-sein/6316646-2.html
Dieses Gauck-Zitat fand ich hier noch nicht:
“Wer aus dieser Krise die Schlussfolgerung zieht, dass die Wirtschaft eine Art strengere Zähmung braucht, dem widerspreche ich. Ich wäre immer dagegen, einen Staatsdirigismus zu schaffen, der ein Primat der Politik über die Wirtschaft schafft”. ( Juni 2010)
Also: Gauck ist für den Primat der Wirtschaft, nicht der Politik.
Damit ist wohl alles klar. Ein Zusammenhang, aus dem das gerissen sein könnte, ist nicht ersichtlich.
Damit tritt Gauck auch “Soziale Marktwirtschaft” in die Tonne ;-)
Danke fürs Ausgraben.
Wem er da alles widerspricht: Erhard, Rüstow, Müller-Armack, Eucken …
Gauck hat keine Ahnung, was er da zusammenschwätzt, findet es aber toll, sich unter den Reichen und Mächtigen zu bewegen, “seine” Freiheit eben, weshalb er gerne für sie das “Äffchen” macht, und ihnen nach dem Mund plappert, denn er gehört ja “dazu” – wenn man jetzt böswillig wäre, könnte man ihn auch als zukünftig präsidiales “Mietmaul” bezeichnen, durch Amt, Ansehen und Zugehörigkeitsgefühl eingekauft, weshalb er sich freut, diesen “Freunden” zu Willen sein zu dürfen, und er ihnen “aus Freundschaft” nur Gutes tun möchte, ein “Schnäppchenjäger” ganz anderer Art: Nicht Geld, sondern die sich gut anfühlende “Zuwendung der Mächtigen” scheint die Währung, Gauck machts für “gute Worte”, kommt unterm Strich finanziell billiger als Wulff – was für ein im Grunde kleiner Geist er doch ist, das aber sehr wortreich.
Aber, “Peleo”, NATÜRLICH hast du hier wieder nur BÖSWILLIG aus dem Zusammenhang gerissen, das ist bei Gauck-Kritikern nunmal so, selbst, wenn die ein komplettes Gauck-Buch zitierten, wäre das unzulässig, denn es wäre aus dem Gesamt-”Kunst”-Werk Gauck herausgerissen… ;-)
Grüße
http://cdn1.spiegel.de/images/image-329334-galleryV9-wizl.jpg
Der neue Bundespräsident, sitzend im Amt!
hier aus aktuellem anlass ein link zum buch: “Die Gauck-Behörde Der Inquisitor zieht ins Schloss”
http://www.buecher.de/shop/fachbuecher/die-gauck-behoerde/huhn-klaus/products_products/detail/prod_id/35104292/