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  • Choreografie der Krise

    geschrieben am 15. September 2009 von Spiegelfechter

    Vor einem Jahr musste Lehman sterben, damit das System leben kann. Seit dem ?Sündenfall? kann sich jede andere größere Bank auf staatliche Garantien verlassen

    Politiker, Banker und viele Kommentatoren sind sich bei der Analyse der Finanzkrise in einem Punkte einig ? der größte Fehler sei es gewesen, Lehman Brothers nicht mit Steuergeldern vor dem Untergang zu retten. Durch den Kollaps der Investmentbank sei das System weltweit in Schieflage geraten ? ohne ihn wären die billionenschweren Rettungspakete für die Geldbranche erst gar nicht nötig gewesen. Das klingt auf den ersten Blick vertraut, ist aber nichtsdestotrotz falsch.

    Im September 2008 waren nahezu alle Finanzinstitute der USA in einer prekären Lage. Jedes von ihnen hatte intransparente Risiken in unbekannter, aber gigantischer Größenordnung in seinen Büchern. Eine Neubewertung dieser Papiere hätte das ganze Kartenhaus zusammenbrechen lassen. Bereits im März des Jahres musste die Investmentbank Bear Stearns unter die Fittiche der Großbank JPMorgan schlüpfen ? die FED unterstützte diese ?Fusion? nach besten Kräften. Im September lautete die Frage nicht, ob ein weiteres großes Institut stürzen würde, sondern nur welches Institut dies sein würde.

    weiter auf freitag.de

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    Vor einem Jahr musste Lehman sterben, damit das System leben kann. Seit dem ?Sündenfall? kann sich jede andere größere Bank auf staatliche Garantien verlassen Politiker, Banker und viele Kommentatoren sind sich bei der Analyse der Finanzkrise in einem Punkte einig ? der größte Fehler sei es gewesen, Lehman Brothers nicht mit Steuergeldern vor dem Untergang ...
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    48 Kommentare:

    1. Dexter schrieb am 15. September 2009 at 17:07 - Permalink

      Typo in der Überschrift.
      Und: “nichtsdestotrotz” ist ein lustiges Wort!

    2. Spiegelfechter schrieb am 15. September 2009 at 18:39 - Permalink

      @Dexter

      geht aber ;-)

      Typo ist wech – danke

    3. Vogel schrieb am 15. September 2009 at 21:04 - Permalink

      Jens, Klasse! Aber Achtung: Man muss dem Volk nur lang und oft genug einreden: “Lehmann … und die Amis…” dann glauben die dat auch! Iss aber nich … wie Du oft genug hier dargelegt hast. Dieser Aspekt kommt mir ‘n bisschen kurz.

      Vor einem Jahr musste Lehman sterben, damit das System leben kann. Seit dem ?Sündenfall? kann sich jede andere größere Bank auf staatliche Garantien verlassen

      Genau das isses was wir nich gebrauchen können. Es darf generell kein “to big to fail” geben, und niemals ein stillschweigendes Abkommen zwischen Großkapital, -unternehmen, -besitzern … Großirgendwas und Politik. Ca. 80% der Arbeitsplätze stellen immer noch die KMUs! Bin auf die Opel-Rechnung nach der Wahl gespannt!!! (und weitere zehntausend Ausrufezeichen!!)

      Merrill Lynch war jedoch nicht nur mit der Wallstreet, sondern auch mit der Mainstreet vernetzt, während Lehman-Papiere hautsächlich von ausländischen Großinvestoren gehalten wurden.

      Das einzige was an der These: “Krise hat ihren Ursprung in Amerika!” stimmt. Die Amis haben sich das Institut (aktiv!!) ausgesucht, das internationalen den größten Schaden anrichtet … nur um den Rest der Welt auf dem kurzen Weg in das Desaster einzubinden! Ansonsten: Nix amerikanische Krise! Wie bekannt hat bereits im Februar 2003 das HaBla über Gespräche in Sachen Bad Bank berichtet. Beteiligte u. A. Ackermann und Schröder, Eichel, Clement …

      Fuld gegen Paulson

      Manchmal können wirtschaftspolitische Entscheidungen von großer Tragweite aber auch ganz profane Gründe haben. Chef von Lehman Brothers war in diesen stürmischen Tagen Richard Fuld, ein Alphatier mit Größenwahn, dem man in Bankerkreisen den Spitznamen ?Gorilla? verpasst hatte. Fuld galt als Intimfeind von Henry Paulson, der, vor seinem Amt als Finanzminister, den Chefposten bei Goldman Sachs bekleidete ? dem Branchenprimus mit besten Netzwerken in die Regierungen der Welt. University of Colorado gegen Harvard, Außenseiter gegen Establishment, neureich gegen Finanzadel, Lehman gegen Goldman Sachs, Fuld gegen Paulson ? letzterer saß am längeren Hebel und ließ Fulds Imperium sehenden Auges zusammenbrechen.

      Dass Ihr das mir nie abnehmen wollt: “Homo homini lupus est”! Wegen menschlicher Charackterschwächen werden Weltkriege angezettelt … Weltkrisen … und das soll die “Krone der Schöpfung” sein? Ein durchschnittlich einssiebzig hoch gestapelter Zellhaufen, sonst nix …
      Die Zukunft stell’ ich mir u. A. so vor: Frage des AR-Vorsitzenden an den Vorstand: ?Möchten Sie lieber 0,5 Mio? Grundgehalt plus 2,0 Mio? x-Zulage und 3,1 Mio? y-Zulage und 0,3 Mio? z-Zulage oder wollen Sie lieber zu Gunsten der allgemeinen Verzichtszulage in Höhe von 6,0 Mio? auf Zulagen verzichten?? (Merkel: ?unerhört?, Guydeau W. “Freiheit …”) *lol*

      Beste Grüße
      Vogel

    4. Karl Heinrich schrieb am 15. September 2009 at 22:49 - Permalink

      Fuld galt als Intimfeind von Henry Paulson, der, vor seinem Amt als Finanzminister, den Chefposten bei Goldman Sachs bekleidete ? dem Branchenprimus mit besten Netzwerken in die Regierungen der Welt. University of Colorado gegen Harvard, Außenseiter gegen Establishment, neureich gegen Finanzadel, Lehman gegen Goldman Sachs, Fuld gegen Paulson ? letzterer saß am längeren Hebel und ließ Fulds Imperium sehenden Auges zusammenbrechen.

      Ich hätte eigentlich eher gedacht, dass Lehman der Versuch war, mal zu gucken, was passiert, wenn man nichts macht. Paulson sieht es aber so, dass es gar keine andere Möglichkeit gab:

      The meltdown at Lehman was catastrophic enough, and Paulson took enormous heat for its failure. Barclays, the British bank, had hoped to buy it, but British regulators blocked the deal, and Paulson saw no alternative. ?Lehman Brothers was something that we had been focused on and worked on and worried about for a year. And we knew, and Dick Fuld [the Lehman C.E.O.] knew, and we kept telling him every way we knew how that if he announced earnings like he thought he was going to announce?right after he announced the second-quarter earnings?the company would fail. And when you?ve got an investment bank, no one had any powers to deal with that. I certainly didn?t have any powers to deal with that.?

      Also, die Person Fuld hat eine Rolle gespielt. Wenn wohl eher nicht auf dem Level GS v. Lehman. Ich würde bei Paulson eher keine Neigung zur Kleinkariertheit vermuten.

    5. Momo schrieb am 16. September 2009 at 08:33 - Permalink

      Hier ein interessanter Beitrag Robert von Heusingers aus der Frankfurter Rundschau:

      “Die Lehman-Lügen”

      “http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1947119_Leitartikel-zur-Finanzkrise-Die-Lehman-Luegen.html

    6. salvo schrieb am 16. September 2009 at 09:25 - Permalink

      ja, klare Worte von Stiglitz: socialism for the rich

      “Unquestionably we should not have allowed banks to become so big and so intertwined that their failure would cause a crisis. But the Obama administration has created a new concept: institutions too big to be resolved, too big for capital markets to provide the necessary discipline. The perverse incentives for excessive risk-taking at taxpayers’ expense are even worse with the too-big-to-be-resolved banks than they are at the too-big-to-fail institutions. We have signed a blank cheque on the public purse. We have not circumscribed their gambling ? indeed, they have access to funds from the Fed at close to zero interest rates, and it appears that “trading profits” have (besides “accounting” changes) become the major source of returns.”

      http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/sep/14/lehmans-one-year-after1

    7. salvo schrieb am 16. September 2009 at 10:53 - Permalink

      btw

      eine gute Frage, die man bezuglich eines der promineneten Vertreter der ‘neoklassischen’ Schule (und stellvertretend für die gesamte Zunft) gestellt hat

      “Doesn’t sound like a small deal to me. If a guy cannot even distinguish between a monetary economy and a barter economy, then what business does he have in doing macroeconomics?”

      http://delong.typepad.com/sdj/2009/09/in-which-nick-rowe-says-john-cochrane-commits-small-but-important-errors.html

    8. salvo schrieb am 16. September 2009 at 15:32 - Permalink

      hmm.. aus dem Disput zwischen Krugmann und Cochrane wird u.a. sichtbar, dass die Hohepriester des neoklassischen Schule nicht daran denken, selbstkritisch den eigenen gescheiterten Ansatz zu reflektieren, sondern trotzig ihre Glaubenssätze wider alle empirische Evidenz wiederholen: Der ‘Staat’ stehe am Ursprung allen Übels und die ‘freien Märkte’ müßten (von staatlicher Regulierung und Intervention frei) sich selbst überlassen werden.

      “The case for free markets never was that markets are perfect. The case for free markets is that government control of markets, especially asset markets, has always been much worse. Free markets are the worst system ever devised — except for all of the others.”

      Unglaublich, auf welchem tiefen Niveau manche ‘wissenschaftliche Erkenntnis’ entsteht, als ginge es solchem ‘Wissenschaftler’ einzig und allein darum, sich mit Dogmen sowohl gegen den Widerspruch in der theoretischen Auseinandersetzung als auch gegen den der empirischen Evidenz (zB in der Form von bailouts) zu immunisieren. Nun es gibt also theoretisch keine Alternative zu ‘freien Märkten’, weil jede Alternativen a priori noch schlechter sei. Das ist dogmatisch gesicherte Erkenntnis. Und mit der empirischen Realität brauchen sich solche ‘Ökonomen’ ohnehin prinzipiell nicht auseinanderzusetzen angesichts der Schönheit der von ihnen modellierten.

      http://www.salon.com/tech/htww/2009/09/15/cochrane_versus_krugman/index.html

    9. Karl Heinrich schrieb am 16. September 2009 at 16:53 - Permalink

      @salvo #8

      Unglaublich, auf welchem tiefen Niveau manche ?wissenschaftliche Erkenntnis? entsteht, als ginge es solchem ?Wissenschaftler? einzig und allein darum, sich mit Dogmen sowohl gegen den Widerspruch in der theoretischen Auseinandersetzung als auch gegen den der empirischen Evidenz (zB in der Form von bailouts) zu immunisieren.

      Niveau hin oder her, du musst nur im Blick behalten, dass das, was du da liest, keine Wissenschaft ist, sondern bloß metaökonomische Kamingespräche. Und du würdest aller Wahrscheinlichkeit nach mit 90 Prozent deiner ökonomischen Deliberationen bei Paul Krugman auf Verständnislosigkeit stoßen. Dem entsprechen die 90 Prozent, die zwischen den “neoklassischen” und den übrigen Ökonomen wissenschaftlicher Konsens sind.

    10. salvo schrieb am 16. September 2009 at 17:30 - Permalink

      @10

      ich bin mir sicher, dass die Distanz zwischen dem neo-keynsianischen Ansatz und dem neoklassischen so groß ist, wie die zwischen einem wirstchatfspolitischen Ansatz der Linke und einem marktradikalen (Stichwort Stimuli, Regulierung und Besteuerung, um ein paar Sichworte zu nennen).

    11. Karl Heinrich schrieb am 16. September 2009 at 18:03 - Permalink

      Nee, salvo, neo-keynesianisch ist neo-klassisch plus sticky prices, sonst nix. Über die Dinge, von denen du was hören willst – mit Ausnahme von Stimuli -, hat diese Strömung nicht viel zu sagen. Ist für Dich unergiebig. Viele sagen derzeit, dass das überhaupt zu unergiebig sei.

    12. R_Winter schrieb am 16. September 2009 at 18:24 - Permalink

      Der Artikel ist gut, aber er gibt verkürzt und und unvollständig den Sachverhalt wieder.
      Die Schweinereien (und kein anderes Wort paßt besser zu diesen Sachverhalt) sind kaum zu beschreiben. Die deutschen Skandale um die Landesbanken, der IKB, der HRE sind nur ein sehr kleiner Teil des Ganzen. Es ist zu nicht zu beweisen, aber ich bin fest überzeugt, dass der Grundstein in den Bilderberg Konferenz gelegt wurde und dort im kleinen Kreis.
      Die Teilnehmerlisten lassen kein anderen Schluß zu.

      Der Artikel 1 + 2 ) in TP ist lesenswert

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31056/1.html

      und ergänzt nur FDT

      http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:investmentbanken-die-deutsche-lehman-luege/551263.html

      Wir sind seit 1907 nicht mehr so belogen und betrogen wurden – auch von gewählten, deutschen Politikern. Wer jetzt nicht als Regulativ die Linken wählt, ist in meinen Augen blind und taub. Es gibt keine Alternative mehr.

    13. Der Schachspieler schrieb am 16. September 2009 at 19:00 - Permalink

      Ich frag mich eher :

      Wann muss die geistige Beschränkteheit der Menschheit enden , damit ein sinnvolles und erfülltes Miteinander möglich ist.

      Festzustellen das die geistige Beschränktheit überall omnipräsent ist fällt einem leicht, meistens sind die grössten Kritiker einer Fehlentwicklung zugleich die , die sich am heftigsten gegen ein mögliche Lösung wehren….
      Wie paradox…..

      Seufz Seufz,

      Als Paradebeispiel hier zu sehen die Finanzkrise…….
      Da schreien die enttäuschten Kleinanleger, da grollt die Linke, da fliegen fast überall die Fetzen, was sich aber bei keinem von denen unterscheidet ist, sie wollen alle am materiellen System festhalten.

      Als passender Vergleich ein Billard Spiel, die einen wollen die gelbe Kugel die anderen die rote Kugel, was jeder zum Ziel hat ist als erster die schwarze Kugel zu versenken, was aber alle zusammen nicht merken ist, das sie keinen Queue haben.

      Gruss aus Verdruss

    14. salvo schrieb am 16. September 2009 at 19:47 - Permalink

      @11 die übliche total(itäre) Weltsicht, setzen Sie sich mal zur Abwechslung mit dem anti-autistischen ökonomischen Ansatz auseinander, vielleicht gewinnen Sie dadurch etwas von Ihrer sozialen Kompetenz zurück

      http://www.paecon.net/PAEReview/issue47/whole47.pdf

      @all zum Hintergrund

      Krugman hatte in einem an die breite Öffentlichkeit gerichteten Text die Rolle der orthodoxen Schulökonomie, der neoklassisch orientierten, kritisiert und ihr maßgebliche Verantwortung für den Ausbruch der Krise attestiert

      “How Did Economists Get It So Wrong?”

      Gerade in diesem Artikel schreibt Krugman, dass die u.a. hier behauptete theoretische Konvergenz in den ökonomischen Disziplinen eine Mär sei, von denen in die Welt gebracht, die an einem pluralistischen Diskurs nicht interessiert sind, weil sie u.a. mehr mit der ‘Schönheit der eigenen Modellen’ als mit der modellierten Realität beschäftigt seien. Kein Wunder, ist es Hauptfunktion dieser Pseudo-Wissenschaft die bestehenden Verhätnisse zu legitimieren und diese Legitimation methodologisch zu verteidigen, indem jeder pluralistische Ansatz aus dem ökonomischen Diskurs verbannt wird.

      http://www.nytimes.com/2009/09/06/magazine/06Economic-t.html?_r=1

      die derart Kritisierten haben dann zum Teil in der Öffentlichkeit mit teils ad hominem Gegenattacken reagiert. Allein dieser in der Öffentlichekit ausgetragene Disput ist ein deutliches Zeichen dafür, dass von der total(itären) Einigkeit, von der auch hier einige träumen, nicht die Rede sein kann

      siehe auch hier, die Zusammenfassung bei mark Thoma

      http://economistsview.typepad.com/economistsview/2009/09/whats-wrong-with-macroeconomics.html

    15. R_Winter schrieb am 16. September 2009 at 19:50 - Permalink

      #13 @ Der Schachspieler

      Auch ein Schachspieler sollte meht als die Grundregeln beherrschen.
      Die Feststellung:

      “…Als Paradebeispiel hier zu sehen die Finanzkrise??.
      Da schreien die enttäuschten Kleinanleger, da grollt die Linke, da fliegen fast überall die Fetzen, was sich aber bei keinem von denen unterscheidet ist, sie wollen alle am materiellen System festhalten…..”

      zeugt von Zynismus und Unkenntnis. Die Kleinanleger sind einem geplanten Betrug aufgesessen. Unsere Regierung hat uns belogen und Steinbrück / Asmussen voran.
      Merkel ist zu dumm, denn sie kann nicht einmal Brutto und Netto unterscheiden.

    16. name schrieb am 16. September 2009 at 20:07 - Permalink

      Es lässt sich drehen und wenden, wie es einem beliebt, und doch bleibt am Ende nur die Erkenntnis übrig, Karl Marx hatte mit seiner Analyse der kapitalistischen Ökonomie und dessen Vergehen recht, im Gegensatz zu den anderen hochbezahlten Priestern, an die sich in 50 Jahre keiner mehr erinnern wird.

      Die “Kleinanleger” als ultimative Kleinstkapitalisten, tragen natürlich ihren Teil der Schuld mit sich. Der Traum vom schnellen. mühelosen Kapital ohne dafür arbeiten zu müssen, welches blutig aus Kriegen und Ausbeutung stammte, und welches im Wettzirkus auf aggressivere Großkapitalisten als Gegner traf, ist dort schnell den kapitalistischen Wirklichkeiten gewichen, von denen der “Kleinstanleger” nichts wissen wollte.

      Mein Mitleid hält sich da in gewaltigen Grenzen. Wer von den struktruellen Gegebenheiten des gegenwärtigen Kapitalismus mit seiner zwingenden fiktiven Wertschöpfung nichts wissen will und nicht verstehen will, warum die Ware Arbeitskraft als kapitalschaffenes Element ausgedient hat, und an dessen Seite der Kredit statt dem Arbeitslohn treten musste, dem bleibt nur “Lehmann ist Schuld” zu rufen übrig.

    17. Spiegelfechter schrieb am 16. September 2009 at 20:13 - Permalink

      @R_Winter

      Ja ja – die Bilderberger waren´s *lach*

      Da haben wir ja endlich den/die Schuldigen! Ein Glück!

    18. Spiegelfechter schrieb am 16. September 2009 at 20:17 - Permalink

      @R_Winter

      Nein! Die Anleger – egal ob groß oder klein – sind keinem Betrug aufgesessen. Das ist – sorry – dummes Zeugs. Wer gierig wird oder wer mit den großen Huden pinkeln will, ohne das Bein hoch genug zu bekommen, ist selbst schuld. Kein Mitleid von mir. Ich habe auch relativ (für mich) viel Geld in der Krise verloren, aber ich bin da selbst schuld – niemand hat mich gezwungen, russische Ölaktien zu kaufen. Mein Vater, den ich in solchen Dingen auch berate, und dem ich die konservative Strategie herausgesucht habe, hat beispielsweise nichts verloren. Nun hört doch endlich mal mit dieser Opferrheotrik auf. Wir sind Täter! Auch ich!

    19. otti schrieb am 16. September 2009 at 20:20 - Permalink

      Die Moral von der Geschicht’, die gibt es nicht, die Moral.
      Alles bleibt, wie’s ist!

      Die nächste Blase kommt bestimmt.

      Lehman diente als Eyeopener für den amerikanischen Gesetzgeber, der die Geldschleusen danch weit geöffent hat.
      Für die deutsche Politik diente Lehman als Entschuldigungsgrund mit dessen Hilfe eigenes Versagen vertuscht wurde und wird.
      Lehman selbst steht für einen verantwortungslosen Finanzkapitalismus, der ohne Hilfe des Steuerzahlers nur implodieren konnte.

      Nicht “die Wirtschaft”, oder einfach Menschen, wurde gerettet, sondern der Finanzkapitalismus.
      Den Menschen wird das wenig helfen, insbesondere dann nicht, wenn sie – und nicht das Finanzkapital – für die verursachten Verwerfungen und Schulden in Haftung genommmen werden.

      Die staatliche Garantie für systemische Institute bedeutet eine Sozialisierung der Verluste und ist als kapitalismuswidriger Kommunismus einzuordnen.
      Die Lehre aus der Krise wäre deshalb eine Aufspaltung der Großkonzerne des Kapitals. Solange systemische Konzerne wirken, werden Krisen folgen.

      Wer Oligopole stärkt, der schadet dem Wettbewerb.

    20. R_Winter schrieb am 16. September 2009 at 20:30 - Permalink

      @SF

      Der Kleinanleger, der in russische Ölaktien investiert hat, ist mit Sicherheit nicht schuld an der Krise – obwohl gewisse Dummheit nicht zu übersehen ist.
      Ich kann auch nur lachen, wenn jemand behauptet, die Bilderberger sind schuld. Nein, nur hier wurden – wahrscheinlich – die endgültigen Weichen gestellt.
      Wenn es etwas gab, daß die Ursache war, dann Gier. Dieses Gier nach immer mehr hat zum geplanten Betrug geführt. Wer die Macht hat und 25% Rendite fordert, ist Täter aus Gier.
      Wer das Internet aufmerksam verfolgt hatte, dem war schon mindestens neun Monate vor der Lehman-Pleite klar, was auf und zu kommt und die Bilderberger haben es noch früher gewußt und geplant.

    21. Spiegelfechter schrieb am 16. September 2009 at 20:52 - Permalink

      @R_Winter

      Der Kleinanleger, der in russische Ölaktien investiert hat, ist mit Sicherheit nicht schuld an der Krise ? obwohl gewisse Dummheit nicht zu übersehen ist.

      Quark – ich habe die Dinger seit 99 und bin immer noch massig im Plus. Virtuelle Gewinne sind ja keine echten Gewinne. Das Ganze ist ein Spiel. Wer beim Roulette auf Zahl setzt, ist auch nicht “dumm” oder “klug”, er ist lediglich risikofreudiger als sein Nachbar, der auf Farbe setzt. Barfuß oder Lackschuh, so ist das halt – auch bei der Geldanlage. Und DAS sollte jeder Anleger wissen! Ein Anbieter der den 35fachen Gewinn für “Rot” verspricht, ist nun einmal bestenfalls ein Aufschneider.

      Ich kann auch nur lachen, wenn jemand behauptet, die Bilderberger sind schuld. Nein, nur hier wurden ? wahrscheinlich ? die endgültigen Weichen gestellt.

      *kopfschüttel*

      Immer die Anderen, und dann auch möglichst irgendwelche klandestinen Bösewichte. So kommen wir nicht weiter bei der Analyse.

      Wenn es etwas gab, daß die Ursache war, dann Gier. Dieses Gier nach immer mehr hat zum geplanten Betrug geführt.

      Es ist kein Betrug, wenn ein “Kleinsparer” aus Gier(!) oder aus Risikofreude sein Geld verzockt. Zocker und Zocker zusammen im Boot.

      Wer die Macht hat und 25% Rendite fordert, ist Täter aus Gier.

      Und wer sein Geld so jemanden gibt, ist bestenfalls Mittäter. Ich würde sogar soweit gehen, ihn ebenfalls Täter zu nennen.

      Wer das Internet aufmerksam verfolgt hatte, dem war schon mindestens neun Monate vor der Lehman-Pleite klar, was auf und zu kommt und die Bilderberger haben es noch früher gewußt und geplant.

      Ja ja und wer das Netz verfolgt, weiß auch, dass wir von Echsenmenschen kontrolliert werden. Natürlich wußte jedermann(!), der sich mit der Materie auskennt, was kommen musste. Dafür braucht es keine Bilderberger – so ein Unfug.

    22. Momo schrieb am 16. September 2009 at 21:04 - Permalink

      Hier noch ein interessanter Beitrag zu der Lehman-Pleite der NachDenkSeiten:

      “Aktuelle Beobachtungen zu den Hauptlinien der Manipulation zur Entlastung der Regierungsparteien”

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=4196

    23. otti schrieb am 16. September 2009 at 21:09 - Permalink

      Break up the big banks!
      http://blogs.reuters.com/rolfe-winkler/2009/09/15/break-up-the-big-banks/

      Andy Xie: What We Can Learn as Japan’s Economy Sinks
      http://english.caijing.com.cn/2009-09-16/110251471.html

    24. Vogel schrieb am 16. September 2009 at 21:28 - Permalink

      Wer die Macht hat und 25% Rendite fordert, ist Täter aus Gier.

      Und wer sein Geld so jemanden gibt, ist bestenfalls Mittäter. Ich würde sogar soweit gehen, ihn ebenfalls Täter zu nennen.

      Treffer, versenkt!!

      Grüße
      Vogel

    25. R_Winter schrieb am 16. September 2009 at 21:48 - Permalink

      Es schon erstaunlich, wenn die “Kleinen” als schuldig hingestellt und die wirklich “Großen” damit weiß gewaschen werden, aber vielleicht war ich früher auch so naiv.
      Es langt schon, wenn die Artikel gelesen werden, die ich als Link unter #12 aufgeführt hatte.

    26. Truvor schrieb am 16. September 2009 at 22:40 - Permalink

      @ name

      Mehrere interessante Artikel zu diesem Thema findest du hier:

      polit.nnov.ru

      Gruß !

    27. Handelsschiff schrieb am 17. September 2009 at 00:11 - Permalink

      Soso, und die Pensionäre in den USA, deren Altersversorgung nach Jahrzehnten von Lohnarbeit in riesigen mächtigen Pensionsfonds angelegt war, die wiederum eifrig mitspekulierten, und die Leute hierzulande, die zu privater Altersvorsorge animiert wurden, sind wohl auch Täter? Die FDP-wählenden Handwerker sowieso, die SPD-wählenden gürtelengerschnallenden Kohlekumpel aber auch? Weil sie zu gierig waren, auf INSM-Propaganda in Hochglanzmagazinen reinfielen, und Marx nicht studiert hatten? Weil sie in unserer Zeit leben und glaubten, was man heute bis vor kurzem eben als Mainstream so glaubte? Weil sie, das Beispiel DDR und das Beispiel USA vor Augen, eher auf Kapitalismus setzten, weil das irgendwie bunter und reicher aussah?

      Der Herr Sinn ist natürlich auch einer, ein Überzeugungstäter. Der Ackermann auch, klar. Das sind aber auch keine finsteren Menschenfeinde, die Kinder zum Frühstück verspeisen, sondern einfach Leute, vielleicht mit einem gewissen Mangel an Empathie, aber ansonsten einem gesunden Menschenverstand und einem ihnen selbst plausbel erscheinden Denksystem, die es garnicht unbedingt böse meinen. Selbst Guido Westerwelle würde ich es zugestehen, ehrlich zu glauben, was er so von sich gibt.

      Über Täter und Opfer in dem Zusammenhang zu reden, hilft, glaube ich, allgemein nicht recht weiter, auch wenn es sicher individuelle justiziable oder nur moralisch fragwürdige Handlungsweisen gab und jeden Tag weiter gibt. Aber es wäre doch eher mal Zeit, an die Wurzeln des Übels zu gehen und über Ideologie nachzudenken. Ich habe nie so viel von den diversen leicht wirren Kommunismus-Jugendsekten herzulande gehalten, aber wo sie recht haben, haben sie recht: “Fight the Game, not the Players”, sagen die nämlich. Und das sagt auch Marx, soweit ich ihn verstanden habe, oder auch “name” paar Posts weiter vorn. Wenn Menschen von Geburt an solche Strukturen, die auf schiefen Menschen- und Weltbildern beruhen, vorgesetzt und vorgebetet bekommen, und Marxismus seit den ersten Massakern der Bolschewiki, spätestens seit Stalin, völlig desavouiert war in den Augen einer maßgeblichen Mehrheit, und alles, was sich so auf ihn berief, größtenteils auch wirklich ähnlich ärmlich, autoritär und unerträglich, oder weitaus unerträglicher, unmenschlicher war als der Manchester-Kapitalismus zuvor (was ja auch zu solchen Phänomenen wie der “goldener-Mittelweg-SPD führte), was sollte denn dann auch eine populäre Alternative sein zum hirnlos-”pragmatischen” Annehmen dessen, was ist? Und wie sollte die Alternative denn heute aussehen? Weltrevolution? Die MLPD an die Macht und alle CDU-Wähler einsperren und umerziehen? Es ist doch alles nicht so einfach.

      Bei Marx ging das Übel, wenn ich es richtig im Kopf hab, ja schon damit los, dass man völlig unterschiedliche Dinge überhaupt mit einem Wert quantifizieren will, um sie dann gegeneinander eintauschen zu können. Da muss man noch nicht mal Gewinn machen und jemanden übers Ohr hauen wollen. Der Wert einer Stunde Holzhacken, der Wert eines Huhns, der Wert eines DVD-Players – was hat das miteinander zu tun, was soll das sein? Da sitzt ja schon der Teufel im Detail. Und nun?

    28. Handelsschiff schrieb am 17. September 2009 at 00:32 - Permalink

      Ich habe heute mal kurz in den bei den Nachdenkseiten verlinkten HRE-Untersuchungsausschuss-Akten gelesen, und bemerkte, dass ich nichts verstehe. Bis auf paar grundlegende Fragen, sobald es in die Details geht, könnten die auch auf chinesisch reden, und meine Erkenntnisgewinn wäre ähnlich groß (ich spreche nicht chinesisch). Nur eine winzige Minderheit von Finanzwissenschaftlern ist überhaupt in der Lage, noch bis in die feinsten Verästelungen nachvollziehen zu können, um was es da jeweils geht. Wie soll da noch demokratisch Einfluss genommen werden, auf Basis von was soll man da entscheiden? Vertrauen zu Steinbrück, Vertrauen zu Axel Troost? Bauchgefühl? Und diese Dinge bestimmen aber unser Leben mehr als je zuvor, und es wird immer komplexer. Wie soll eine Demokratie da zukünftig noch funktionieren können? So wie das Steinmerkel-Fernsehduell? “Frank-Walter Steinmeier hat 13% an Vertrauen gewonnen”? Sowas frage ich mich gerade angesichts alledem. Da geraten die durchsichtigen Abelnkungsmanöver der “Täter” von GroKo und rotgrün doch zur Petitesse – siehe anderen Post. Und nun?

    29. Karl Heinrich schrieb am 17. September 2009 at 00:32 - Permalink

      @Handelsschiff #26

      Soso, und die Pensionäre in den USA, deren Altersversorgung nach Jahrzehnten von Lohnarbeit in riesigen mächtigen Pensionsfonds angelegt war, die wiederum eifrig mitspekulierten, und die Leute hierzulande, die zu privater Altersvorsorge animiert wurden, sind wohl auch Täter?

      Und wie, deswegen haben die Fondsverwalter dort ja so einen hohen Druck. Jeder will die beste Rendite für sich haben, egal ob es um die Altersvorsorge oder die Arbeitsvergütung geht.
      Auch “gegen Rente mit 67 sein” heißt nichts anderes als: “Steigt meine Lebenserwartung auch an, bleibt der Nachwuchs auch aus – ich will die beste Ren(di)te haben.” Das ist auch okay. Man muss nur jemanden finden, der’s zahlt. Und darf dabei nicht unbedingt glauben, dass es zieht, wenn man dabei einen auf moralisch macht.

    30. Handelsschiff schrieb am 17. September 2009 at 00:49 - Permalink

      @ Karl Heinrich

      Mag sein – aber hatten sie denn je eine echte Wahl, eine Alternative? Der Imperativ lautet: “Denke und handele rein wirtschaftlich, die anderen tun es auch.” Und so taten sie es, und so tut es (fast) jeder, und gäbe es nicht das bischen Sand im Getriebe, Ethnologie, Geschichte, Philosophie, auch Religionen; Poesie – so würde sie einfach nur völlig verrückt klingen: Diese Vorstellung, dass man auch anders leben könnte, anders leben wollen könnte.

    31. schwitzig schrieb am 17. September 2009 at 06:08 - Permalink

      @SF

      @R_Winter

      Nein! Die Anleger ? egal ob groß oder klein ? sind keinem Betrug aufgesessen. Das ist ? sorry ? dummes Zeugs. Wer gierig wird oder wer mit den großen Huden pinkeln will, ohne das Bein hoch genug zu bekommen, ist selbst schuld. Kein Mitleid von mir. Ich habe auch relativ (für mich) viel Geld in der Krise verloren, aber ich bin da selbst schuld ? niemand hat mich gezwungen, russische Ölaktien zu kaufen. Mein Vater, den ich in solchen Dingen auch berate, und dem ich die konservative Strategie herausgesucht habe, hat beispielsweise nichts verloren. Nun hört doch endlich mal mit dieser Opferrheotrik auf. Wir sind Täter! Auch ich!

      Erinnerst Du Dich, wie ich Dir vor längerer Zeit mal schrieb, dass Aktien den natürliche Feind der Qualität sind und dass ich dieses unethische Babykonzept ablehne? Du hast Recht: Du bist auch ein Täter minderer Schuld und hast die Strafe verdient.
      Ich – und viele andere – sind es aber nicht, denn als mein Bankberater mir damals Aktienfonds etc. anbieten wollte, habe ich ich ihm gesagt, dass ich mit diesem in meinen Augen kriminellen Zeugs und Quatsch nichts zu tun haben will. Unter anderem deswegen kann ich von mir zu Recht behaupten, dass ich unschuldig bin.
      Deine implizite These, dass die “Kleinen” einen nennenswerten Einfluss auf die entwicklung der Märkte und die Finanzpolitik durch ihre Partizipation haben, ist allerdings großer Blödsinn.

    32. salvo schrieb am 17. September 2009 at 08:53 - Permalink

      Einsichten eines ‘Insiders’

      “Reflections on Blowups and Bailouts”

      “We embarked on a series of meetings to assure people of our soundness and expertise. One of the big meetings we had in September of 2007 was with Lehman Brothers. Although the meeting was intended to be a big picture presentation on the overall financial condition of our company, the Lehman analysts were only interested in asking about our MBS business. I was charged with responding to their questions and I was grilled for over two hours on the details of our portfolio. As the meeting progressed, the mortgage traders fired increasingly hostile questions at me regarding particular bonds. Across the room, several analysts began whispering to each other and grinning. I continued my presentation, explaining how careful we were when we took the bonds on and how thorough we were when we reanalyzed the bonds, but my audience was hardly listening. One analyst asked how we could have possibly taken some of these deals into our portfolio.”

      http://www.nakedcapitalism.com/2009/09/guest-post-reflections-on-blowups-and-bailouts.html

    33. salvo schrieb am 17. September 2009 at 10:44 - Permalink

      “Mag sein ? aber hatten sie denn je eine echte Wahl, eine Alternative? Der Imperativ lautet: ?Denke und handele rein wirtschaftlich, die anderen tun es auch.?”

      dieser ‘Imperativ’ ist nur ein Mythos, der auf einem anderen, zentralen, beruht, dem des homos oeconomicus. Allein die Beobachtung der Auseinandersetzung um die Gesundheitsreform in den USA zeigt, das der postulierte Universalismus dieses Prinzips tatsächlich nur verdeckt, dass es sich hier um die Durchsetzung der ökonomischen Interessen einer Minderheit gegen die der Mehrheit handelt. Es suggeriert, dass sich ganze Gesellschaften naturgemäß nach dem Prinzip der Profitmaximierung organisieren, und zwar restlos, im total(itären) Sinne, wo es in Wirklichkeit nur um die Verfogung partikulärer Interessen geht: in diesem Falle um die Profite der Gesundheitsindustrie gegen das nicht ökonomistisch definierbare Interesse der Allgemeinheit an einer allgemein zugänglichen kostengünstigen Gesundheitsversorgung geht

      und auf Deine Frage weiter oben zu antworte, zitiere ich aus diesem Beitrag: Die Schwierigkeit dieser Gegenwart, sich angemessen ihren Probleme zu stellen, beruht auch darin, dass Herrschaft es verstanden hat, den Menschen die sprachlichen Werkzeuge zur Realitätserfassung zu nehmen:

      “It is not uncommon these days to read liberals in the blogosphere and op-ed pages decrying the fact that corporate interests have captured reform (health care reform, in particular). For whatever reason, this discussion rarely occurs on class terms. OK, that was a dodge?it?s not ?for whatever reason,? but instead because it is anathema in our society to discuss any issue in terms of class. Even reference to a group of people as ?capitalists? is rarely seen. Is class war the root of our political and economic problems? If so, what are the consequences of nobody in the mainstream talking about it? And finally, when will this veil be pierced?”

      http://openeconomicsnd.wordpress.com/2009/09/16/class-war/

    34. Lago schrieb am 17. September 2009 at 11:05 - Permalink

      @salvo

      Die Schwierigkeit dieser Gegenwart, sich angemessen ihren Probleme zu stellen, beruht auch darin, dass Herrschaft es verstanden hat, den Menschen die sprachlichen Werkzeuge zur Realitätserfassung zu nehmen.

      Hier würde ich in der Tendenz widersprechen. Einig sind wir uns sicherlich, dass die Problematiken der Gegenwart von enormer Komplexität und Kompliziertheit sind. Die zur Bewältigung dessen benötigte sprachliche “Kompression” steht nicht ausreichend zur Verfügung.

      Nun ist die Frage: wieso? Deine Antwort wäre, dass “die Herrschaft” eine adäquate Sprache unterdrückt oder vorenthält. Meine Ansicht ist eher, dass sich bisher noch keine Sprachen dafür entwickeln konnte. Dies hat meines Erachtens zwei Ursachen: (1) Die Komplexität der Probleme verhindert per se eine sinnvolle Komprimierung. (2) Der bisherige bzw. frühere Prozess der sprachlichen Kodierung basierte auf einem mittlerweile veralteten Gesellschaftsmodell, d.h. der Prozess der Sprachfindung findet einfach gar nicht mehr statt.

      Im Agenten-Kapitalismus (so nenne ich jetzt einmal unser Wirtschafts/Gesellschaftsmodell) gibt es keine objektivierbare Realität, sondern jeweils nur Sichten auf die Wirklichkeit. Jede dieser Sichten entwickelt eine ihr genehme Sprache, die die Wirklichkeit in einer Weise beschreibt, wie sie sie gerne hätte. D.h. es ist nicht irgendeine “Herrschaft”, die eine ehrliche und wahre Sprache unterdrückt, sondern Gruppen von “Lobbyisten”, also Agenten mit ähnlichen Ansichten und Zielen, erzeugen ihre jeweilige Sprache, weil sie sie benötigen und die Adressaten haben noch nicht verstanden, diese Sprache eben als subjektive Sprache der Lobbyisten zu verstehen – weil sie noch einem veralteten Modell anhängen, einer Illusion, die den Irrglauben an eine objektivierbare Sprache beinhaltet.

      (Sorry, ist natürlich arg OT …)

    35. salvo schrieb am 17. September 2009 at 11:42 - Permalink

      @Lago

      sicher, es gibt keine Identität zwischen Sprache und Sache, das Objekt als solches ist ja schon ein bewußtseins-Ding. Was ich meinte, ist, wenn ich mal in Dein Modell eindenke, dass es in unserer ‘komplexen Realität’ (wobei diese Komplexität selbst ein Bewußtseins-Ding ist) ‘Schichten’ gibt, die über keine den Realitätsbezug im Spiegel der eigenen Interessen erstellende Sprachlichkeit verfügen. Das Problem ist schon das einer fremdbestimmten Objektivierung, und die impliziert eben Herrschaft, von mir auch die von ‘Schichten’, sofern diese über die Möglichkeit verfügen, die eigene Sprachlichkeit auf andere zu übertragen, und diese an der eigenen Sprachfindung zu hindern. Ob das eine ‘neue’ Sprache sein muss, ist die Frage, ebenso wie ob die ‘alte’ auch nur ‘veraltet’ ist. (die benutzung der Kategorie ‘veraltet’ auf Begriffe ist mE unpassend, da möglicherweise selbst ideologisch motiviert)

    36. Lago schrieb am 17. September 2009 at 12:03 - Permalink

      Die “Fremdsprachlichkeit” ist aber eine inherente Eigenschaft der derzeitigen “Architektur” unseres Agenten-Kapitalismus. Dieser ist Angebots-orientiert, d.h. die Angebotsseite ist organisiert und produziert sich eine Sprache. Die Nachfrageseite ist nicht organisiert und heterogen und kann deshalb den Sprachkonstruktionsprozess nicht mit der gleichen Geschwindigkeit durchführen. Um mit der Angebotsseite zu kommunizieren, greift sie deshalb auf deren Sprache zurück und benutzt damit eben auch teilweise deren Wirklichkeit – das ist der Kern des Problems. Die Übernahme einer eigentlich “feindlichen” Sprache und Weltsicht.

      Es gibt auch Architekturen, die dies anders lösen, etwa in Nachfrage-orientierten Systemen. Hier bestimmen die Abnehmer die Sprache und deshalb auch die Wirklichkeit. (Der “Arbeitsmarkt” wäre ein Beispiel.)

      Meiner Ansicht gibt es aber keinen anderen Weg als tatsächlich ständig neue Sprachen zu entwickeln. Der in der baconschen Illusion der sukzessive objektiveren Weltsicht verwurzelte Glaube, man müsse nur die wissenschaftlich als real erkannten Signifikate mit sinnvollen Signifikanten bestücken und das Problem der Sprache wäre beherrscht, ist nun einmal einfach nicht richtig. Dies sollte sich spätestens in den letzten 100 Jahren final gezeigt haben.

      Nicht die “alte Sprache” ist veraltet, sondern der Anspruch, es könne eine stabile, “wahre” Sprache geben. Dieser Anspruch ist veraltet, weil er schon immer falsch war, aber dies mittlerweile klar geworden ist.

    37. salvo schrieb am 17. September 2009 at 12:49 - Permalink

      ok Lago, danke für die Reflexion, aber das weiterzuführen, ginge zu sehr OT

      zum Thema Mythen des Alltags aber noch ein Link zu einem Artikel, den ich soeben gelesen habe :-)

      “Norman Borlaug, Michael Jackson, and the Invisible Hand”

      http://angrybear.blogspot.com/2009/09/norman-borlaug-michael-jackson-and.html

    38. R_Winter schrieb am 17. September 2009 at 18:40 - Permalink

      @SF #21

      “…Nein! Die Anleger ? egal ob groß oder klein ? sind keinem Betrug aufgesessen. Das ist ? sorry ? dummes Zeugs. Wer gierig wird oder wer mit den großen Huden pinkeln will, ohne das Bein hoch genug zu bekommen, ist selbst schuld. Kein Mitleid von mir. Ich habe auch relativ (für mich) viel Geld in der Krise verloren, aber ich bin da selbst schuld ? niemand hat mich gezwungen….”

      @SF #18

      “……Ja ja und wer das Netz verfolgt, weiß auch, dass wir von Echsenmenschen kontrolliert werden. Natürlich wußte jedermann(!), der sich mit der Materie auskennt, was kommen musste. Dafür braucht es keine Bilderberger ? so ein Unfug…..”

      Ich würde dringend raten, folgenden Link auf Nachdenkseiten anzusehen:

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=4196

      Auch SF greift manchmal daneben, dieses hat mit meiner Wertschätzung nichts zu tun.
      Starke Worte sind nicht immer starke Argumente.

    39. Karl Heinrich schrieb am 17. September 2009 at 19:13 - Permalink

      @salvo #33

      ?Mag sein ? aber hatten sie denn je eine echte Wahl, eine Alternative? Der Imperativ lautet: ?Denke und handele rein wirtschaftlich, die anderen tun es auch.??

      dieser ?Imperativ? ist nur ein Mythos, der auf einem anderen, zentralen, beruht, dem des homos oeconomicus.

      Ach wo, Altruismus ist doch verbreitet, vor allem in Ländern wie USA. Leute wie Gates oder Buffet haben praktisch ihr ganzes Vermögen philanthropischen Zwecken gewidmet.

      Fragwürdig ist nur, wenn unter dem Deckmantel des Altruismus an andere ökonomische Forderungen gestellt werden. Besonders häufig anzutreffen unter Intellektuellen: ‘Ich predige so schön Altruismus, dafür müsst ihr mich ordentlich finanzieren.’

      Allein die Beobachtung der Auseinandersetzung um die Gesundheitsreform in den USA zeigt, das der postulierte Universalismus dieses Prinzips tatsächlich nur verdeckt, dass es sich hier um die Durchsetzung der ökonomischen Interessen einer Minderheit gegen die der Mehrheit handelt. Es suggeriert, dass sich ganze Gesellschaften naturgemäß nach dem Prinzip der Profitmaximierung organisieren, und zwar restlos, im total(itären) Sinne, wo es in Wirklichkeit nur um die Verfogung partikulärer Interessen geht: in diesem Falle um die Profite der Gesundheitsindustrie gegen das nicht ökonomistisch definierbare Interesse der Allgemeinheit an einer allgemein zugänglichen kostengünstigen Gesundheitsversorgung geht

      Nein, es gab ja sogar Anzeigen der Pharmaindustrie pro Gesundheitsreform. Die Gesundheitsindustrie kann mit Mehreinnahmen rechnen. Die Demonstranten, die man bei Kundgebungen gegen die Obama-Reform sieht, entstammen eher dem kleine Leute-Milieu in der Provinz.

    40. Handelsschiff schrieb am 17. September 2009 at 20:52 - Permalink

      @39 Karl Heinrich

      Und Liz Mohn stiftet hierzulande ihr Vermögen/das der B.-Stiftung ja auch höchst philantrophisch und uneigennützig der Wohlfahrt des Landes – na dann ist ja eigentlich alles in Butter. Dem “mitfühlenden” Konservativen” muss man also nur mal ordentlich die Steuern senken, dann kümmert er sich schon selbst um Arme und Kranke. Das sagte ja auch Bush. Da braucht man dann eigentlich gar keinen Staat mehr, nur noch, um Vertragsfreiheit zu schützen, Kleinkriminelle zu jagen, und Krieg zu führen braucht man den dann noch, aber auch dies alles liesse sich ja privatisieren. Dann hätte man irgendwann wieder Zustände wie vor der französischen Revolution. Eine wirklich schöne Vorstellung.

      Dummerweise waren dann die meisten Superreichen blos nicht so spendabel, sondern verjuxten den Reichtum lieber im globalen Casino, weshalb es da vor kurzem auch so eine unangenehme Finanzkrise gab.

      Aber ansonsten – sag ich doch – da kommen dann irrationale Motive wie Religion oder Empathie ins Spiel. Wenn man erst mal genug hat, und gar nicht mehr weiß, wohin damit. Da gibt man auch gerne mit großer Geste, der Herr vergelts. Da könnte man natürlich auch fragen, warum dann nicht gleich die Löhne der Microsoft-Mitarbeiter und anderen drastisch erhöhen, warum muss das Geld erst der Bill Gates haben, um es dann mit großer Geste zu verteilen? (Ich weiß, Microsoft bezahlt konkret eher ganz gut, und hat gute Arbeitsbedingungen, also hier nur als abstrahiertes Beispiel). Aber wie passt das nun zu deinem “jeder will doch nur zusammenraffen, was er kriegen kann, mit Moral ist da nichts”?

      Was die Gesundheitsreformproteste in den USA angeht, da geht es wohl eher nicht um die Reform (“nein, meine Kinder sollen keine Krankenversicherung haben!”), sondern um Obama. Und um kleine Leute aus der Provinz, ganz richtig, rassistische Kleinbürger, die ein Ventil gefunden haben, ihren irrationalen Ressentiments den Anschein des Rationalen zu geben. Da muss man sich nur die komischen weißgeschminkten Joker-Obama-Plakate ansehen – was hat das denn mit Gesundheitspolitik zu tun.

    41. Der Schachspieler schrieb am 17. September 2009 at 21:13 - Permalink

      @name 16

      Der Marxismus hat meiner Meinung nach einen ziemlich gewaltigen Bug, er ist zu sehr am Kapitalismus orientiert.
      Beide Programme haben den Materialismus als Kern.
      Anstatt sich mit einem richtigen Systemwechsel zu befassen, versuchte Marx eher einen Materialismus 2.0 zu installieren.

    42. salvo schrieb am 17. September 2009 at 22:21 - Permalink

      “Nein, es gab ja sogar Anzeigen der Pharmaindustrie pro Gesundheitsreform. Die Gesundheitsindustrie kann mit Mehreinnahmen rechnen”

      was Sie nicht sagen! das ist aus kritischen Quellen wie democracy now, the nation oder alternet durchaus längst entnehmbar und auch kritisiert, wenn auch aus anderen Motivenn als von republikanischer Seite

      ja, das ist sogar wahrscheinlich, wenn der Plan des demokratischen Senators und Pharmalobbyisten Baucus durchkommt. Ja und, dass die Obama regierung bei ihrer Reform des Gesundheitssystems dem Druck der Gesundheitsindustrie wahrscheinlicher nachgibt als den Interessen der Bevölkerung angemessen rechnung trägt, wird ja auch von vielen progressiven Demokraten kritisiert (viele präferiiren die single-payer-option und der Baucus Plan sieht gar keine public option vor). das bestätigt aber nur das oben Angedeutete: Dass es eine asymmetrische Machtverteilung es hindert, dass in einer Gesellschaft die Interessen der Mehrheit politisch umgesetzt werden: das Prinzip des homo oeconomicus als zynisches Privileg derer, die es durchzusetzen sich leisten können. Und dass von republikanischer Seite unter dem Deckmantel der ‘Freiheit’ die rassistischen und rechtsradikalen ressentiments vieler Kleinbürger bedient werden, ist ekelhaft. Wenn Sie mal zur Abwechslung sich mit kritischen Medien auseinandersetzen würden, wüßten Sie, dass sich diese ‘kleinen Leute’, wie sie diese Menschen sehr deutsch nennen, aus dem ausschließlich rechtsgerichteten weißen Milieu rekrutieren;

      “The Right’s Fringe Festival”

      http://www.thenation.com/doc/20090928/jones

      Auf das peinlich rührende reaktionäre Geleiere über die gutherzigen Oligarchen gehe ich gar nicht ein, es reicht wenn H das tut

    43. otti schrieb am 18. September 2009 at 21:31 - Permalink

      William Black
      The Great American Bank Robbery
      http://hammer.ucla.edu/watchlisten/watchlisten/show_id/129363/show_type/video?browse=none&category=0&search=
      und
      ?Geithner hat als Regulator versagt?
      http://www.faz.net/s/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3/Doc~E2B72A33D9AA34B9499326026D20B25A1~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

      Das Wesen des Betrugs ist die Täuschung.
      Wird getäuscht, fehlt Vertrauen.
      Wo Vertrauen fehlt, endet wirtschaftliches Handeln (ehrbarer Kaufmann).

      Wirtschaftlich gehandelt wurde vor, während und nach der Krise gewiss nicht. Die Profiteure haben sich zu jeder Zeit schamlos – und bisher folgenlos – bereichert.
      Die Kosten soll die gesamte Bevölkerung tragen.
      Das ist unerträglich.
      So nicht!

    44. Karl Marx schrieb am 19. September 2009 at 11:37 - Permalink

      Interview mit dem Neu-CDU-Mitglied Oswald Metzger:

      Frage: “Sie haben also keine Angst vor mehr Sozialismus?”
      Antwort Metzger: “Dieses System ist in der Güter- und Warendistribution nicht leistungsfähig, deshalb ist es keine echte Alternative. Auch hier sei eine Gegenfrage erlaubt: Welche Banken haben denn die größten Fehler bei der Spekulation mit strukturierten Hypothekenpapieren gemacht? Das waren die LANDESBANKEN, wo der Staat qua Eigentümerrecht in den Entscheidungsgremien saß. Für mich waren die Schieflagen kein Marktversagen, sondern ein Politikversagen. …”
      (Quelle: Smart Investor 9/2009 )

      Angenommen Metzger hätte Recht… dann sollten wir für das POLITIKVERSAGEN die Regierungspartei CDU zur Verantwortung ziehen und damit auch ihn selbst.

      P.S.: Natürlich ist das ein inhaltsleerer Manipulationsversuch Metzgers. Die größten Fehler wurden durch Privatbanken gemacht die Produkte wie verbriefte Hypothekenpapiere erst erfunden haben. Oder will er uns weismachen diese Papiere kämen vom Staat?
      Und daß Lehman Brothers, Bear Stearns, Commerzbank, Dresdner Bank, etc. weniger Fehler gemacht hätten als die Landesbanken kann er seiner Oma erzählen.

    45. UL schrieb am 19. September 2009 at 22:35 - Permalink

      @18 SF

      So so, wir sind also alle Täter ?
      Wir alle die Aktien halten, also die 7,5 % der Bevölkerung – äh – sind alle ?
      Und was haben Aktien mit verbrieften Krediten zu tun ? Du hast doch selbst schon auf die fragwürdige Rolle der Rating Agenturen hingewiesen – sind wir da auch Mittäter ?
      Oder sind wir Mittäter, weil wir privat Rentenvorsorge betreiben ? Verwalten wir jetzt alle unsere Fonds selbst ? Und wenn ich, ohne Aktien zu kaufen, ohne verbriefte Schrottkredite mit Premium Etikett zu verscherbeln Mittäter bin, wo ist bloß mein Anteil an den 18 Mrd. Bonuszahlungen in 2007 geblieben ?

    46. Vogel schrieb am 20. September 2009 at 09:18 - Permalink

      @UL #45
      JA!!

      Beste Grüße
      Vogel

      PS.: Die Dinge befruchten sich gegenseitig und schaukeln sich auf. Du kannst auch verkürzen und mit Recht behaupten: “Nachfrage, z. B. private Rentenvorsorge, schafft (auch) Ratings, Produkte, Verwalter, Gier …”

    47. Spiegelfechter schrieb am 20. September 2009 at 11:30 - Permalink

      @UL

      Das hat doch nicht nur mit Aktien zu tun. Wenn der gute R_Winter sich wie ein Rohrspatz darüber aufregt, dass Banker 25%-Gier-Aussagen tätigen, dann darf doch die Frage gestattet sein, mit welchem Geld diese Turbobanker denn spekulieren. Ich kann mein Geld auch zur heimischen Sparkasse oder Raifeisenbank bringen oder gar in einem nachhaltigen und ökologischen Projekt investieren. Wenn ich aber nun einen Fonds oder auch nur ein Sparbuch bei den Ackermännern halt, so darf ich nicht über die Gier-Banker meckern. Ohne die fleißigen Finanziers könnten die Ackermänner ihre “Gier” gar nicht ausleben. Wer ist da also gierig?

    48. UL schrieb am 20. September 2009 at 17:51 - Permalink

      SF

      Deine selbstkritische Ader in allen Ehren; versuche das mal den Leuten in der Schlange beim Arbeitsamt beizubringen. Mit solchen Sprüchen nimmst du die 2/3 der Bevölkerung die über kein oder kein nennenswertes Vermögen verfügen in Sippenhaft.

      DIW:
      “Vermögensverteilung in Deutschland
      Das reichste Zehntel der Bevölkerung besitzt fast zwei Drittel des gesamten Vermögens, dagegen verfügen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung nur über einen Anteil am Gesamtvermögen von weniger als zehn Prozent.”


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