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  • Rezension “Stresstest Deutschland” – von Wolfgang Hetzer

    geschrieben am 08. März 2012 von Spiegelfechter

    von Wolfgang Hetzer

    Dr. Wolfgang Hetzer ist seit 2002 Leiter der Abteilung „Intelligence: Strategic Assessment & Analysis“ im Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) in Brüssel. Er ist Autor des Buches Finanzmafia: Wieso Banker und Banditen ohne Strafe davonkommen.

    Jens Berger unterzieht Deutschland endlich einem Stresstest, der diesen Namen, anders als die vor nicht allzu langer Zeit für Banken veranstalteten „Stresstests“, tatsächlich verdient. Es wurde auch höchste Zeit. Der Autor weist in seiner Einleitung zutreffend darauf hin, dass die Mehrheit der Deutschen seit mehreren Jahren das Gefühl hat, dass es ihr von Jahr zu Jahr schlechter geht. Er zeigt anhand zahlreicher Statistiken, dass die Menschen insoweit nicht einer Sinnestäuschung unterliegen. Andererseits weiß Berger auch, dass Glück nicht messbar ist und Glücksempfinden auch von Faktoren bestimmt wird, die nicht wirtschaftlicher Natur sind.

    In der Tat darf (sollte) jeder Mensch nach „Glückseligkeit“ streben. Die Qualität jeder Politik bemisst sich in entscheidender Weise danach, ob sie genau dieses Streben ermöglicht. Berger entwickelt schon in seinen einleitenden Bemerkungen in überzeugender Klarheit nicht nur den subjektiven Charakter von Begriffen wie „Glück“ und „Freiheit“. Er weist auch darauf hin, dass die Handlungsoptionen der Politik unter den Bedingungen der Finanzkrise und der Eurokrise erheblich eingeschränkt sind. Selbst das Streben nach Glück steht somit unter einem Finanzierungsvorbehalt. Insofern ist die indirekte Aufforderung an die Politik, sich aus den Schlingen der Finanzmärkte zu befreien, höchst berechtigt.

    Vor diesem skizzierten Hintergrund beginnt Berger mit einer Betrachtung der „Demokratiekrise“ und stellt die fast schon rhetorische Frage, ob wir im besten aller denkbaren Systeme leben. Danach sieht es nicht aus. Immerhin ist nach den zitierten Quellen die Hälfte aller Deutschen mit der Art und Weise, wie Demokratie in diesem Land funktioniert, wenig oder gar nicht zufrieden. Das ist kein Wunder, wenn die Behauptung von Berger zutrifft, dass die Stärke des Systems im grenzenlosen Opportunismus seiner Repräsentanten liegt und nicht politische Inhalte, sondern der gemeinsame Wille zur Macht das Band ist, das die Parteifreunde zusammenschweißt. Für diese Behauptung wird eine ganze Reihe konkreter und eindrucksvoller Beispiele vorgestellt.

    Berger widmet sich dann den Zuständen „zwischen Mediendemokratie und Mediokratie“. Auch hier wartet der Autor mit einer Fülle von Einzelbeispielen auf. Er stellte Studien vor, die insbesondere zeigen, dass die globale Krise der Spekulation eine Krise des Wirtschaftsjournalismus ausgelöst hat. Gerade in diesem Bereich war es verheerend, dass der kritische Journalismus immer häufiger dem Gefälligkeitsjournalismus wich. So ist eine Öffentlichkeit des „Nachplapperns“ entstanden, in der alles stattfindet, nur keine Aufklärung.

    Alle Informationen und Bestellmöglichkeiten finden sich auf der Seite zum Buch auf dem Spiegelfechter

    Berger schließt sich offenbar den Fachleuten an, die nicht nur die Presse als vierte, sondern auch den Lobbyismus als fünfte Gewalt bezeichnen. Er kritisiert den geheimen Charakter seiner Aktivitäten. Umso verdienstvoller sind die Untersuchungen über die wechselvolle Karriere von Politikern, die sich in unterschiedlicher Weise nach (oder gleichzeitig mit) ihrem Mandat für private geschäftliche Interessen einsetzen. So entstehen nach den Beobachtungen des Autors geradezu „politisch-lobbyistische Gesamtkunstwerke“, wie etwa der „Volksvertreter“ Friedrich Merz, bei dem die Grenzen zwischen Mandat und Lobby vollends verschwinden.

    Die Zusammenhänge zwischen dem Siegeszug des Neoliberalismus und der Lohnentwicklung bei abhängig Beschäftigten sind Gegenstände einer ausführlichen und differenzierten Analyse. Berger zeigt, welche strukturellen Ungleichgewichte sich in den vergangenen Jahren aufgebaut haben und begründet, warum eine leistungsgerechte Angleichung (Steigerung) der Löhne ein erfolgversprechender Ansatz („Königsweg“) zu deren Verminderung wäre.

    Es wird herausgearbeitet, das in der Sozialpolitik Gerechtigkeit mehr ist als eine Frage der Moral. Die armutsbedingten Defizite in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, sind in der Tat eine Schande für die Politik, für deren maßgebliche Figuren es anscheinend gerecht ist, dass die Schwächsten der Gesellschaft keine Solidarität erfahren. Berger betont allerdings zu Recht, dass nicht nur die Politik, sondern auch die Gesellschaft versagt hat, wenn jeder siebte Bürger von Armut bedroht ist.

    Gleichzeitig erkennt er, dass Einkommensunterschiede in einer Marktwirtschaft unumgänglich sind. Das rechtfertigt aber nicht, dass das Steuerrecht quasi noch einen drauf setzt. Berger weist nach, dass alle bisherigen Vorschläge zur Steuervereinfachung schlicht und einfach maskierte Vorschläge zu einer Steuersenkung sind, von der vor allem die Spitzenverdiener profitieren.

    Mittlerweile ist selbst der Gesundheitssektor zu einem Tummelplatz für Geschäftemacher geworden. Das war er in den Augen von Berger wohl schon immer. Der Autor setzt sich kritisch mit den Unkenrufen von einer bevorstehenden Kostenexplosion im Gesundheitswesen auseinander und stellt die in diesem Zusammenhang üblichen Denkfehler vor, etwa im Hinblick auf den demographischen Wandel. Er zeigt auch, wie sich Kliniken in „Profitcenter“ verwandelten, warum aus Krankenschwestern „Kostenfaktoren“ wurden und welche personellen Verquickungen es zwischen Beratern und Krankenhausbetreibern gibt.

    Im abschließenden Kapitel werden die (Irr-)Wege der Finanzpolitik nachgezeichnet, die bei einer „marktkonformen Demokratie“ enden. Die Analyse trifft sofort den Punkt, indem Berger darauf hinweist, dass die Finanzmärkte früher Dienstleister für die Bevölkerung und die Wirtschaft waren (oder zumindest sein sollten), heutzutage aber die Richtung vorgeben, der die Politik zu folgen hat. Ihm ist darin zuzustimmen, dass bisher kaum einer diesen „Paradigmenwechsel“ verstanden hat. Das ist besonders dramatisch, da hierdurch eine Suspendierung der Demokratie erfolgt ist. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Finanzmärkte still und leise selbst zum politischen Souverän ernannt haben. Völlig unbegreiflich ist, dass fast niemand diese Entwicklung als Bedrohung begreift. Das Erstaunen von Berger ist durchaus nachvollziehbar, wenn er bemerkt, dass nicht die Deutsche Bank, sondern die Partei Die Linke vom Verfassungsschutz observiert wird. Es bleibt dahingestellt, ob dies zu einer Personalknappheit geführt hat, die verhinderte, dass eine beispiellose Mordserie einer rechtsradikalen Gruppe in Deutschland weder verhindert noch rechtzeitig aufgeklärt werden konnte. Der Verfassungsschutz könnte doch einmal eine sinnvolle Arbeit machen, wenn er herausgefände, wie es den Finanzmärkten gelungen ist, Politiker zu ihren Marionetten zu machen. Berger setzt sich ausführlich mit der gegenwärtigen „Rettungsphilosophie“ auch im Hinblick auf die „Eurokrise“ auseinander. Er hält es für möglich, dass die deutschen politischen „Eliten“ den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und in einer der wichtigsten Fragen der politischen Zukunft Europas total versagen. Der Autor zeichnet „Spekulantenbilder“ ,erklärt, wie Geld aus dem Nichts geschöpft wurde, beschreibt, wie das Geschäft mit den Staatsanleihen läuft und demonstriert die erpresserischen Beziehungen, die in diesem Zusammenhang entstanden sind. Grund und Verlauf der „Eurokrise“ werden ebenso diskutiert, wie bestimmte Lösungsvorschläge und Konsequenzen (z. B. „Eurobonds“, Sparpolitik, Beendigung der Spekulation, Inflation).

    In seinem Nachwort kommt Berger zu dem richtigen Ergebnis, dass sich die Politik von den Bürger und deren Sorgen entfernt. Sie dient nicht dem Allgemeinwohl, sondern den Partikularinteressen einer sehr einflussreichen Minderheit, welche die Politik quer durch alle Bereiche bestimmen. Teilweise wurde die Demokratie von einer Technokratie bzw. Expertenherrschaft ersetzt. Es ist sogar die Rede von einem „Klassenkrieg“, den die Klasse der Reichen führt und die im Begriff sei, zu gewinnen (Warren Buffet).

    Der von Berger durchgeführte Stresstest hat gezeigt, dass wir es (auch) in Deutschland in einem hohen Maße mit einem Versagen der Institutionen und mit einem Versagen der selbsternannten Eliten zu tun haben. Aber genau dieses haben die Bürger dieses Landes zugelassen. Es ist mehr als empfehlenswert, den von Berger zum Ende seines Werkes in groben Umrissen vorgestellten Mobilisierungs- und Aktionsplan nicht nur achselzuckend zu Kenntnis zu nehmen, sondern ihn durchzusetzen. Sollte man sich nicht „erheben“ wollen, dann wird man doch zumindest aufstehen können. Aufrufe zur „Empörung“ sind jedoch sinnlos. Bestimmte Gefühle hat man oder man hat sie nicht. Berger endet aber immerhin mit einer realistischen Aufforderung:

    „Versuchen wir das Unmögliche!“

    Das wird aber nicht im Sitzen, Stehen und Liegen geschehen. Viele müssen aufstehen und gehen. Die Richtung ist am Anfang nicht entscheidend. Zunächst wird Bewegung entstehen müssen. Das Werk von Berger könnte ein Beitrag hierzu sein.

    „Stresstest Deutschland“ ist im Westend Verlag erschienen und kostet 16,99.

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    45 Kommentare:

    1. The Joker schrieb am 8. März 2012 um 09:32 - Permalink

      Ätsch – Erster!
      Werde nun aufstehen und gehen.
      Die Richtung ist aber doch entscheidend: zur Buchhandlung. :-)

    2. long jogg schrieb am 8. März 2012 um 10:39 - Permalink

      Ich halte es da eher mit dem Pflegekritiker Claus Fussek, der für seinen Wirkungskreis feststellte, “wir stehen nicht vor einem Erkenntnisproblem, sondern vor einem Handlungsproblem”. Insofern hätte der letzte Absatz, garniert mit ein paar Empfehlungen, wie die Verhältnisse zum Tanzen gebracht werden könnten, gereicht.

      Vielleicht findet hier ja mal einer den Mut, die Gewaltdiskussion anzuschieben.

      • js schrieb am 14. März 2012 um 16:41 - Permalink

        Gewaltdiskussion, also, wenn die es nicht bringt, dann weiß ich es auch nicht. Bisher hat Gewalt immer noch alles zum Guten gewendet, das lehrt uns eindrücklich die Geschichte, obgleich Gewalt meist als eine Art Unfall darin vorkommt, nicht als Folge einer mutigen Diskussion.

        Die Aussage von Claus Fussek allerdings ist klug, und sie meint handeln, da wo gehandelt werden kann und muß, in den extra dafür geschaffenen Positionen. Daß dort nicht oder unredlich gehandelt wird, ist unwürdig und beschämend, und dennoch bleibt es dabei, daß man Dummheit und Verlogenheit nicht einfach durch die eine große Kraftanstrengung (Gewalt) abschaffen kann. Diese ad-hoc Belohnung gibt es für niemanden, nur für den guten König im Märchen, dem jeder Folge leistet, “als wär’s aus einem Guß”. Die Realität ist – leider – anders und bedarf zum Guten der Beharrlichkeit kleiner, unbefriedigender Schritte.

    3. Morgentau schrieb am 8. März 2012 um 10:41 - Permalink

      Leider sieht es inzwischen in ganz Europa so aus, egal wie positiv die üblichen Indikatoren die uns täglich unter die nase gerieben werden aussehen. Diese Faktoren sind eh irrelevant für die Standardlohnempäfänger, Arbeiter, Angestellte, Familien, Zivilgesellschaften und der Lebensraum der Menschen sondern nur für Investiertes Kapital bzw. dessen Eigentümer….

      30 Jahre Neoliberaler Gesellschaftsumbau, wobei es einige Länder echt übel erwischt hat. Frei nach dem spezifisch Neoliberalen Dogma liberalisierter Märkte und dem blah von Staatsquoten, faulen beamten und Steuersenkungen wurde der Staat so umgebaut das primär die mächtigsten Interessen verfolgt werden wärend sich die Gesellschaft von unten her nach und nach auflöst…

      Frei nach dem Neoliberalen Dogma, liberaliserte Märkte sind gut für alle… doch ganz oben wollte und will davon niemand etwas wissen. Im gegenteil, diese Ansprüche “ganz oben” sind in ein rechtlich verbindliches Framework a la WTO, EU Verfassung, ACTA, DOHA, TRIPS etc. eingebunden.

      Aktionäre, Investoren bzw. die Ansprüche welche diese Entitäten gegenüber der Gesellschaft und dem Einzelnen haben sind international und national einklagbar. Umweltschutz, Arbeitsrecht, Streiks, Demonstrationen und sogar demokratische Mitsprache wird als hinderlich zur Rendite und Profitgenerierung angesehen… dadurch entstandene “Schäden” bzw. Rendite- und Profitminderung wird durch Steuergelder ausgeglichen…

    4. Bokatov schrieb am 8. März 2012 um 11:40 - Permalink

      Der von Berger durchgeführte Stresstest hat gezeigt, dass wir es (auch) in Deutschland in einem hohen Maße mit einem Versagen der Institutionen und mit einem Versagen der selbsternannten Eliten zu tun haben. Aber genau dieses haben die Bürger dieses Landes zugelassen.

      Frage:
      Haben die Institutionen und selbsternannten Eliten versagt, weil sie schlampig oder nicht gewissenhaft gehandelt haben?
      Oder waren sie einfach nur dumm oder deppert?
      Haben sie nicht alle das Beste für die Bürger dieses Landes gewollt und versucht?

      Wer davon nicht überzeugt ist, den muss man schon fast in die VT-Ecke stellen.
      Sorry, ist halt so.

      Bokatov

      • Shitop schrieb am 9. März 2012 um 20:35 - Permalink

        Warum soll eigentlich jemand, der höchst erfolgreich seine materielle Basis optimiert hat, wie “unsere” selbsternannten Eliten, versagt haben? Sozusagen erfolgreichen Versager?

        Versagt hat eher – und da stimme ich grundsätzlich zu – die Mehrheit dieser Gesellschaft, die es zugelassen hat, dass Rücksichtslosigkeit und Eigennutz als Erfolgsmodell präsentiert und prämiert wurden. Eine Gesellschaft, die solche elitären Parasiten zulässt, hat sie wohl auch verdient.

        Die Frage bleibt, wie kann man nach erreichtem Erkenntnisgewinn, die “Eliten” dorthin befördern, wo sie hingehören, ohne die städtische Straßenbeleuchtung über Gebühr zu strapazieren. Obwohl, in Karlsruhe steht noch ein funktionsfähiges Fallbeil.

    5. Grummel schrieb am 8. März 2012 um 11:52 - Permalink

      Habe mich auch schon öfters gefragt warum so “Idiotisch” gehandelt wird … anscheinend ist der “Idiot” nur eine Frage des Standpunktes…

      Denken wir das undenkbare … ?

      http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/03/das-psychopathische-manifest.html

    6. Spezialdemokrat schrieb am 8. März 2012 um 12:16 - Permalink

      Europa und die Welt befinden sich in der schwierigsten Situation seit Langem.
      Am Vorabend der möglicherweise größten Finanzkatastrophe aller Zeiten ist der Verlust des Vertrauens in die Politik und die Institutionen des Staates absolut tödlich für die Demokratie.
      Demokratie? Das ist in diesem Land sowieso nur noch eine Reichstagsparty.
      Mir wird angst und bange, wenn ich an die Zukunft denke.

      Direkte Demokratie jetzt, wenn man den Laden noch retten will.

      • Grummel schrieb am 8. März 2012 um 15:42 - Permalink

        absolut tödlich für die Demokratie?

        Oder vielleicht Voraussetzung dafür das sich was ändert? (durch Demokratie)

        Was mir in der Beziehung sorgen macht ist das Vorantreiben von Repression und Überwachung.
        Dies greift nämlich genau da wo ansonsten Veränderungen entstehen.

      • Peleo schrieb am 11. März 2012 um 08:40 - Permalink

        Direkte Demokratie jetzt, wenn man den Laden noch retten will

        “Der Einfluss des Volkes muss durch Volksentscheide und direkte Wahlen gestärkt werden. Die Absicherung der Macht durch Einschränkung der Meinungsfreiheit sowie durch Monopolisierung der verbreiteten Meinungen im Sinne der herrschenden Schichten ist zu beenden”.

        Quelle: Bitte googeln. Und dann: Think Twice. Und dann lies nochmal die Beiträge hier zur schwäbischen Hausfrau, z. B. die Analyse von Joachim Endemann zum Sparen. Mir macht das ungesunde Volksempfinden zunehmend Angst.

    7. der Herr Karl schrieb am 8. März 2012 um 12:36 - Permalink

      So ist dies vielmehr ein philosophisches Buch…?

      • Bokatov schrieb am 8. März 2012 um 12:59 - Permalink

        So ist es.

    8. bmx bernard ua schrieb am 8. März 2012 um 12:45 - Permalink

      das Werk klingt vielversprechend. Der wunde Punkt der “Elite” wird sonst meist übersehen/verdeckt vom Demokratiemodell. Offenbar gibt es Mindeststandards, um eine menschliche Gemeinschaft zu erreichen: Als Angebote natürlich! Bitte an dem Thema dranbleiben und weiterfragen bzw. suchen Herr Berger :)

    9. Holdger Platta schrieb am 8. März 2012 um 15:03 - Permalink

      Ich gratuliere Jens Berger zu dieser hervorragenden Kritik eines hervorragenden Fachmanns!

      Möge sich das fortsetzen!

    10. Bastian Himberger schrieb am 8. März 2012 um 17:29 - Permalink

      Vielleicht schenkt mir jemand zum Geburtstag im Mai das erste Buch von Herrn Berger.
      Da mein Etat für Bücher begrenzt ist, habe ich mir erst einmal das neue Büchlein von Herrn Broder gekauft. Da ist bestimmt amüsanter als der “Stresstest”.

      • HHarlekin schrieb am 8. März 2012 um 18:34 - Permalink

        “…erst einmal das neue Büchlein von Herrn Broder gekauft. Da ist bestimmt amüsanter als der “Stresstest” ”

        Ja, bleibe du mal bei Herrn Broder, und vermeide den “Streßtest” – niemand möchte, daß du dich beim Lesen intellektuell überfordert fühlst, und dabei noch nicht mal amüsiert wirst … ;-)
        Außer Jens Berger gibts noch andere, wenig amüsante Autoren, von denen abzuraten wäre, wie: Flassbeck, Bofinger, Albrecht Müller, Rügemer, Galbraith, Stiglitz, Hetzer, Ulrike Herrman, Jean Ziegler, uvam., die man auch meiden sollte, weil die z. B. auf sowas Langweiliges wie Sach-Informationen setzen …
        Manchmal findet man jedoch z. B. auf Flohmärkten so “lustige” Bücher von “hippen” Autoren wie Herrn Sarrazin für wenige Euro oder Herrn Ulfkotte gar für wenige Cent …
        So eine langweilige Type wie ich quält sich allerdings lieber durch so einen unkomischen “Streßtest”, und, oh Wunder, ich konnte beim Lesen schon ein paarmal kräftig lachen … ;-)

        Grüße

        • Vogel schrieb am 8. März 2012 um 22:33 - Permalink

          Touché! :-D

          • Mein Über-Ich schrieb am 9. März 2012 um 17:42 - Permalink

            Damit auch Sarrazins ganze Zielgruppe erreicht wird, gibt es sein Werk sogar auf zwölf CDs als Hörbuch.

    11. Karla schrieb am 8. März 2012 um 19:07 - Permalink

      @Bastian Himberger

      Vielleicht schenkt mir jemand zum Geburtstag im Mai …

      Jetzt enttäuschst du mich aber. Bastian Himberger ein Schnorrer, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Ich fand deine Kommentare durchaus amüsant (manche jedenfalls), es muss ja schließlich jemanden geben, der Muh sagt, wenn alle anderen Mäh sagen, sonst wird es langweilig. Aber jetzt sehe ich, dass du genau das bist, was der eine oder andere Kommentator eh schon geargwöhnt hat: ein Abgehängter, der sich keine zwei Bücher gleichzeitig leisten kann.

      Hättest ja schreiben können, dass dein Zeitbudget begrenzt ist … Aber jetzt isses raus.

      • Bastian Himberger schrieb am 8. März 2012 um 23:35 - Permalink

        Ich bin ja wohl nicht der einzige Kommentator hier, der sich – verursacht durch die globale neoliberale Politik – nicht so viel leisten kann, wie es ihm ein leistungsloses Grundeinkommen, ein Ehrensold sozusagen für das schiere Dasein auf dem Boden dieser Republik, bieten würde. Deshalb biete ich meinen Broder, wenn ich ihn durchgelesen habe, gegen den Berger’schen “Stresstest”. Das wäre ein reeller Realtausch, denn beide Bücher kosten je 16,99 €.
        Kontakt: bastian punkt himberger at gmx punkt de.

    12. Bernd schrieb am 8. März 2012 um 20:13 - Permalink

      Wirklich neu sind die Erkenntnisse nicht, nur fehlte es eben den Systemkritikern bisher an Öffentlichkeit und wahrscheinlich auch Professionalität. Nicht zu vergessen ist, dass die beschriebene Entwicklung schon seit Jahren kritisiert wird, z.B. attac, lobbycontrol, Gewerkschaften, linken bis ganz linken Parteien usw.

      Aber, folgt man der Buchbesprechung, handelt es sich um ein äußerst lesenswertes Buch.

      Und wenn ich mir das Buch nicht leisten kann, dann hole ich es mir in der Bibliothek per Fernleihe für nur 1,50€. Solche Bücher muss man sich ja nicht unbedingt kaufen; lesen aber schon.

      • Vogel schrieb am 8. März 2012 um 22:38 - Permalink

        @Bernd
        Gugg ‘mal hier und hier. So kann’s auch gehen (Kommentare bitte beachten)!

        Was hast’n zu bieten?

    13. Mada schrieb am 9. März 2012 um 14:09 - Permalink

      Ich lese das Buch gerade. Großartig! Nicht nur der Inhalt, auch die Formulierungen sind absolut lesenswert!

      Danke für dieses Buch. Ich stelle gerade eine gedankliche Liste zusammen, wem ich es schenken will – zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach so.

      Gruß
      Mada

      • Bastian Himberger schrieb am 9. März 2012 um 15:33 - Permalink

        Setze mich bitte auf Deine Liste. Als Gegenleistung schenke ich Dir den neuen Broder.

        • gebintit schrieb am 11. März 2012 um 19:13 - Permalink

          Einen Broder verschenken ist illegale Entsorgung von Sondermüll!

    14. Joachim Endemann schrieb am 9. März 2012 um 18:38 - Permalink

      Ich lese gerne Bücher von engagierten Autoren, die ihr Thema gut recherchiert haben und mir auf diese Weise etwas zu berichten wissen, das meinen Kenntnisstand vertieft, bereichert, aktualisiert oder/und korrigiert. Jens Bergers „Stresstest Deutschland“ ist so ein Buch. Recht bequem ist es in die Jackentasche zu stecken, so daß man es bei kurzer Gelegenheit herausziehen und sich schnell happenweise informieren kann. Als Taschenbuch gehört es in jede Tasche. Aus purem Eigeninteresse wünsche ich dem Autor wachsende materielle Unabhängigkeit durch guten Absatz.

      ^Jo_Cit^

      • Spiegelfechter schrieb am 10. März 2012 um 09:57 - Permalink

        Schreib das mal als Kundenrezension bei Amazon ;-)

        Danke

        • Mod schrieb am 10. März 2012 um 10:28 - Permalink

          Ja das wäre sinnvoll, aber ich denke wenn Anne Will, wäre es geschafft? Für meinen Teil kann ich nur bestätigen was Herr Endermann in seinem Beitrag beschrieben hat. Werde an anderer Stelle noch eins ordern, mein Nachbar erzählt mir zwar vor jeder Wahl, “die cdu war immer gut zu uns”?, Ein Kind des Marschallplans eben? Aber meine Wühlarbeit hat bald Erfolg! Zum Geburtstag den Stresstest, als Rentner nach 45 Jahren Tätigkeit, wird er überascht sein was ÖR und Westfälische ihm verschweigen, ohne Internet stehen die wirklich auf dem Schlauch!? Das wäre auch mal ein Betätigungsfeld?…keine Zeit…

          • Joachim Endemann schrieb am 10. März 2012 um 13:05 - Permalink

            … wenn Anne Will, wäre es geschafft …

            Aber nur dann wär’s zwar immer noch nicht geschafft, aber die Tendenz stimmte wenigstens, wenn Jens Berger anstatt Anne Will, nicht bloß bei Anne Will …

        • Joachim Endemann schrieb am 10. März 2012 um 12:54 - Permalink

          Was erlaubt man sich mit uns?!

          Aus purem Egoismus gern geschehen! ;)

          • HHarlekin schrieb am 10. März 2012 um 13:25 - Permalink

            Schon mal gleich positiv geklickt. ;-)

            Grüße

          • Spiegelfechter schrieb am 11. März 2012 um 10:01 - Permalink

            ;-)

        • fussel schrieb am 13. März 2012 um 19:00 - Permalink

          Schreib das mal als Kundenrezension bei Amazon ;-)

          Hat er doch….
          PS.: ich habe dein Buch auch gelesen und fand es grossartig.
          Danke dafür.
          Udo

    15. der Herr Karl schrieb am 9. März 2012 um 19:13 - Permalink

      Stresstest hin oder her – alles wird gut:
      “Trotz Sozialismus geht (richtige) Armut weltweit eklatant zurück”, twittert Tobias Fuentes.
      Dank Neoliberalismus.
      Beweis: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/extreme_armut_stark_ruecklaeufig_1.15523721.html

      • FetteBeute schrieb am 9. März 2012 um 20:54 - Permalink

        Der Irrtum ist weit verbreitet. Tatsächlich hat der zunehmende materielle Reichtum vor allem etwas mit technischem Fortschritt, mit Automatisierung (und der damit verbundenen Produktivitätssteigerung) sowie industrieller Massenproduktion zu tun. Das ist der Grund für den tatsächlich steigenden (materiellen) Reichtum.

        Gleichzeitig findet eine fortlaufende Entwertung des Menschen statt. Das heißt: Der Mensch profitiert zwar (vor allem im Westen) materiell (tatsächlich leben wir ja in einer Überflußgesellschaft die extremste Überproduktion aufweißt) wird aber selbst fortlaufend entwertet.

        Um noch einen Schritt weiter zu gehen: Es bestehen tatsächlich (im engeren Sinn) weniger materielle Probleme als gesellschaftliche. Die Menschen müssen immer mehr darum kämpfen überhaupt gesellschaftlich einen Platz zu finden und diesen behaupten zu können.
        Die existentielle Vernichtung ist dabei bisher (im Westen) nur eine der Bedrohungen die einen jederzeit ereilen können. Trivialste Zufälle können einen ins gesellschaftliche Aus manövrieren.

      • Joachim Endemann schrieb am 9. März 2012 um 23:02 - Permalink

        Wer 1,25 $ pro Tag und pro Kopf als Maß nimmt und das Überspringen dieser Meßlatte als positiven Trend sieht, als Beweis, daß die finanzkapitalistische Steuerung funktioniere und die damit einhergehende Konzentration von Vermögen und Reichtum in der Hand weniger als erfolgreiche Bedingung für weltweiten Wohlstand anzusehen sei, der sollte sich fragen, ob dieser mickrige „Trend“ auf Seiten der Habenichtse sich fortsetzen kann – jetzt, da weltweit die sozialen Spannungen in den Nationalstaaten (z.B. China), in den Regionen (z.B. Naher Osten), als auch die Konflikte zwischen den Nationalstaaten sich beschleunigen – jetzt, da der Kampf um die Ressourcen der Erde vor einer neuen Runde steht – jetzt, da die Konfliktträchtigkeit zwischen USA und China zunimmt. Das heißt diese veröffentlichten Aussagen der Weltbank werte ich als das sprichwörtliche Pfeifen im Walde.

        ^Jo_Cit^

    16. Rossi schrieb am 9. März 2012 um 21:04 - Permalink

      Also die Rezension haut mich jetzt nicht wirklich um, aber es freut mich, dass es davon doch wohl einige gibt.
      Ich war eher zurückhaltend in Sachen Kauf, weil ich dachte, dass das ganze mehr oder weniger auf eine Zusammenfassung deiner Blog Artikel hinauslaufen würde, aber es scheint doch etwas darüber hinaus zu gehen. Ich werde das Ding also mal erwerben… aber selbst wenn nicht, dann hätte ich dir den gleichen Betrag auch gerne als Spende zukommen lassen.

      UND -nach wie vor- ich vermisse dich massiv in deinem eigenem Blog! Du warst für mich hier mal eine ganz klare Anlaufstelle im Netz. Mittlerweile schaue ich hier nur noch alle paar Wochen vorbei. KA ob die Nachdenkseiten es wert sind, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass du auf lange Sicht die gleiche Reichweite wie die Nachdenkseiten erreichen könntest. Dieser ganze Gastartikelkram… will da niemanden schlecht machen, aber es spricht mich Null an.

      • Spiegelfechter schrieb am 10. März 2012 um 09:55 - Permalink

        Das kann ich ja verstehen, aber vom Spiegelfechter allein kann man nun einmal nicht leben. Ich bin da sehr froh, dass mein “Job” bei den NDS sich so gut mit dem Spiegelfechter ergänzt.

    17. Der Schachspieler schrieb am 10. März 2012 um 01:18 - Permalink

      Gastartikel zum Gastartikel

      Ein Kommentar ist nichts anderes als ein Gastartikel.

      Der Spiegelfechter lebt vor allem auch durch seinen Kommentarteil.

      Nichts ist ist zutreffender als Theorien die fachmännisch/frauisch durchdiskutiert sind.

      Meine Achtung gilt vor allem der spiegelfechterischen Freiheit der Meinungsäusserung in seinem Blog. Da liegt eigentlich seine wahre Stärke.

      Der Rest ist gewagt, aber nachvollziehbar und transparent gestaltet.

      Gruß

    18. HHarlekin schrieb am 10. März 2012 um 15:57 - Permalink

      OT: VOLKER PISPERS LIVE JETZT auf WDR5:

      Von 16.05 – 18.00 Uhr
      Bei “Unterhaltung am Wochenende”

      “Bis neulich 2012″, Aufnahme vom 23.02.2012 – muß man zu Pispers nochwas sagen? ;-)

      http://www.wdr5.de/sendungen/unterhaltung-am-w/s/d/10.03.2012-16.05.html

      Wiederholung um Mitternacht!

      Grüße und viel Spaß! ;-)

    19. captain c schrieb am 11. März 2012 um 03:10 - Permalink

      Ich komme im Moment leider überhaupt nicht zum lesen, habe das Buch aber einfach beim kleinen Buchladen um die Ecke gekauft, um es gekauft zu haben und somit meinen kleinen Beitrag zu leisten.

      Lesen werde ich es dann in Ruhe im Sommer.
      Hoffe, das ist so ok ;-)

      • Spiegelfechter schrieb am 11. März 2012 um 10:00 - Permalink

        Ich befürchte, der Inhalt bleibt noch länger aktuell … viel Spaß im Sommer ;-)

    20. HHarlekin schrieb am 11. März 2012 um 15:26 - Permalink

      Tolles Buch, wirklich, ich kann es – nachdem ich fast durch bin – nicht anders sagen.
      Kauft es, lest es, verschenkt es, verleiht es.
      Was da drinsteht muß verteilt werden. Qualitativ ordne ich es durchaus auf einem Niveau mit Albrecht Müllers “Meinungsmache” und Ulrike Hermanns “Hurra wir dürfen zahlen – Der Selbstbetrug der Mittelschicht”, sprachlich ist es sogar sehr viel stringenter gehalten als Müllers Buch – Informationen und Denkanstöße in geballter Form. LESENSWERT!
      Ich denke, ich werde in den nächsten Tagen ein paar Zeilen bei amazon einstellen,
      und es auch – wie schon die vorgenannten – das eine oder andere mal verschenken.

      Grüße

      PS: Vorsorglicher Hinweis: Nein, “Bastian Himberger” (@10, @11, @13), ich möchte es NICHT gegen deinen Broder eintauschen, ich brauche solche rechten Abschreck-Kladden nicht im Regal … ;-)

      • Holdger Platta schrieb am 11. März 2012 um 16:39 - Permalink

        Tolles Buch? – Ich schließe mich an! Kaufen, lesen, verschenken!

        Und das Buch von Broder?
        Buchhandlungsmoder!

    21. AWULO schrieb am 15. März 2012 um 10:15 - Permalink

      Nicht nur die Bücher von Albrecht Müller, Ulrike Hermann auch die z.B. von Thomas Wieczorek “Die geplünderte Republik” , Sahra Wagenknecht “Wahnsinn mit Methode” oder angrenzende Thematiken wie in Wolfgang Hetzer “Finanzmafia” u.a. Autoren vermitteln Sachinformation in unserer neoliberalen Zeit, die endlich dazu führen müssten, unser Handlungspotential (und sei es noch so bescheiden), sei es auf Kreis,- ,Landes- oder Bundesebene, auszuschöpfen. Und hier reiht sich der “Stresstest” von unserem allseits geschätzten Spiegelfechter ein. Möge es eine regelrechte Schwemme solcher Sachinformation geben!! Weiter so Jens!


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